SEITE 8 Neuartige Batterien setzen auf ungewöhnliche Materialien.
SEITE 15 So senken Sie binnen Minuten Ihren Stresspegel.
SEITE 18 Die Bauwirtschaft tüftelt an den Häusern von morgen.
S E I T E 24 Wie in Stanford kreative Prozesse gelehrt werden.
M I T I N N OVAT I O N Z U K U N F T G E S TA LT E N
5,90 €
UNENDLICHE WEITEN Mit der privaten Nutzung des Weltraums entsteht ein Multimilliardenmarkt – und Österreichs Unternehmen sind gefragte Partner. SEITE 10
Ein Leben ohne Kunst ist leer.
Tür auf. Kunst rein. ARTcube21 ist eine Plattform für Druckgrafik. Erfahren Sie in unserem Kunstmagazin mehr über unsere Künstler:innen. Lernen Sie ihr Handwerk und ihre Produktionsprozesse kennen. Stöbern Sie in unserer virtuellen Galerie. Und: Erwerben Sie exklusiv für uns gefertigte Editionen und Einzelstücke direkt im Shop.
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Editorial
PEAN RD A EURO G AW SHIN I 3 L 2 B 0 PU ER 2 WINN
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER! 3
IMPRESSUM
Chefredaktion Ulrike Moser-Wegscheider, Arndt Müller Grafik Anika Reissner Bildbearbeitung Reinhard Lang Fotos shutterstock.com: Arthur Balitskii (S. 1, 10, 11, 23)/ADragan (S. 8)/bogadeva1983 (S. 15)/zieusin (S. 32)/Hoika Mikhail (S 32)/ Peter Titmuss (S. 33)/In Green (S. 33); Amadeus Bramsiepe (S. 6, 7); TU Graz/ Lunghammer (S. 9); TU Wien (S. 9); ESA (S. 10); Roland Froschauer (S. 11); Airbus DS und LIQUIFER Systems Group (S. 12); Natascha Unkart/Studio Koekart (S. 13); Willibald Stumptner (S. 13); Karl Heinz Putz (S. 18); Beat Bühler (S. 19); Zooey Braun (S. 20); Andria Lo (S. 25); privat (S. 27); claro/Trend Lukas Ilgner (S. 5, 29); Lektorat Ewald Schreiber, Iris Erber Redaktionsanschrift Egger & Lerch Corporate Publishing, velcom GmbH, Vordere Zollamtsstraße 13, 1030 Wien, T +43 1 524 89 00, www.egger-lerch.at Anzeigen- und Promotionskontakt velcom GmbH Christoph Alten Tel: 0699/15046770 christoph.alten@velcom.at Druck Walstead Leykam Druck GmbH & Co KG, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl Eigentümerin (100 %)/ Medieninhaberin, Verlagsort, Verwaltungs- und Herausgeberadresse Egger & Lerch Corporate Publishing, velcom GmbH, Vordere Zollamtsstraße 13, 1030 Wien, T +43 1 524 89 00 www.egger-lerch.at Geschäftsführung Martin Kneschaurek Offenlegung gemäß § 25 Abs. 2 und 3 Mediengesetz www.egger-lerch.at/impressum
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J E D E S F R Ü H JA H R , G E N AU E R G E S AG T A M 1 2 . A P R I L , findet die World Space Party statt. Das Datum markiert den ersten humanen Weltraumflug, da an jenem Tag im Jahr 1961 der russische Kosmonaut Yuri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum reiste. In Wien wurde die „Yuri’s Night“, wie das Spektakel auch genannt wird, in der Urania abgehalten, und die Redaktion des war fasziniert von der Aufbruchstimmung der dort vortragenden Weltraum-Aficionados. Nicht nur könnte mit der Kärntnerin Carmen Possnig bald die erste Österreicherin ins All aufbrechen, sondern es gibt auch eine ganze Reihe spannender Unternehmen hierzulande, die entsprechende Expertise haben, sei es das auf Weltraumarchitektur spezialisierte Architekturbüro LIQUIFER oder die hochkomplexe Steuerungstechnik von TTTech Aerospace. Die Innovationskraft ist also da, der Wille auch – gebremst wird der Start in den sich derzeit entwickelnden Multimilliardenmarkt aber leider vom politischen Klein-Klein. Dennoch: Lassen Sie sich von unserer Faszination anstecken und unternehmen Sie mit uns in der Coverstory ab Seite 10 eine Reise zu den Sternen. Beflügeln lassen können Sie sich außerdem von Sarah Stein Greenberg. Die Direktorin der Stanford d.school erzählt im Interview ab Seite 24, mit welchen Methoden sich die eigene Kreativität anregen lässt. Selbstverständlich verliert das dennoch nicht die Bodenhaftung: Wir präsentieren Ihnen ganz konkrete Innovationen aus der Bauwirtschaft (Seite 18) sowie einen Salzburger Tüftler (Seite 28), der mit seinen Ideen eine ganze Branche vor sich hertreibt – und die Welt ein Stückchen besser macht. Gleich ob zu Lande oder in der Luft: Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre! Arndt Müller Redakteur bei Egger & Lerch
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6_ H I N G U C K E R
Schwerlasttransport im Kleinformat.
8_ B R E A K T H RO U G H
Neue Akkuentwicklungen nutzen so unterschiedliche Rohstoffe wie Tränen, Keramik und Vanillin.
10 _ Z U D E N S T E R N E N Die Weltraumwirtschaft boomt. Österreichische Unternehmen könnten vorne mit dabei sein, werden aber zu wenig gefördert.
15_ S O F O R T H I L F E GEGEN STRESS
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Was Sie für Ihre Resilienz tun können.
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16_ WA R E N KO R B
Mit diesen ausgefallenen Produkten wird der Winter zum Vergnügen.
18_ D R U C K R E I F E H ÄU S E R
Österreichs Bauwirtschaft geht neue Wege. Drei Beispiele für zukunftsweisende Architektur.
22_ Z A H L E N , DAT E N & FA K T E N
Agile Arbeitsmethoden in Österreich auf einen Blick.
28_ H I G H E N D M I T H I N GA B E
Wie Claro-Gründer Josef Dygruber die Konkurrenz am Spülmittelmarkt vor sich hertreibt.
3 2_ A LT , A B E R G U T
Hätten Sie gewusst, dass es Brillen bereits im Mittelalter gab?
3 4_ Q U I Z
Welche dieser künstlichen Intelligenzen gibt es wirklich? Testen Sie Ihr Wissen!
24_ N E U E S D E N K E N
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Sarah Stein Greenberg von der Stanford d.school über kreative Arten, Probleme zu lösen.
27_ KOM M E N TA R
Martin Kompan von der Initiative Intelligent Innovation (I3) über unternehmerische Agilität.
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Internationales
6 S TA R K E R S C H WA R M Ein Elefantenbulle wiegt bis zu 10 Tonnen. Wollte man ihn als Mensch gegen seinen Willen von A nach B bewegen, man würde kläglich scheitern. Nicht aber mit den Transportmodulen Formic 25 aus dem deutschen Karlsruhe. Diese können nämlich pro Stück bis zu 2,5 Tonnen bewegen. Und da bis zu 15 Stück als Schwarm fungieren und von einer Person per Fernbedienung gesteuert werden können, würde diese sogar eine störrische Elefantenfamilie an ihren Bestimmungsort verfrachten können. Oder auch Industriegüter aller Art, dafür sind sie nämlich eigentlich gedacht.
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Breakthrough
WA S H A B E N T R Ä N E N , K E R A M I K U N D VA N I L L I N GEMEINSAM? SIE ALLE STECKEN IN N E UA R T I G E N A K KU S , D I E
ALTERNATIV AUFGELADEN
DER LITHIUM-IONEN-
BAT T E R I E KO N KU R R E N Z
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M AC H E N .
VON KLAUS PUTZER
K L E I DU N G A L S S T ROM L I E F E R A N T Wissenschaftler der Nanyang Technological University Singapore haben ein Gewebe entwickelt, das Körperbewegungen in Strom umwandelt. Integriert in T-Shirts oder Schuhsohlen, könnte es Energie aus Körperbewegungen sammeln und Strom in die Batterien mobiler Geräte weiterleiten, so die Hoffnung. Wesentlicher Bestandteil des Gewebes ist ein Polymer, das bei Druck oder Quetschung mechanische Spannung in elektrische Energie umwandelt. In einem Proof-of-Concept-Experiment zeigte das Team um Studienleiterin Lee Pooi See, dass das Klopfen auf ein drei mal vier Zentimeter großes Stück des neuen Stoffs genug elektrische Energie erzeugt, um 100 LEDs zum Leuchten zu bringen.
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E I N E „T R Ä N E N - BAT T E R I E “ F Ü R S M A R T E KO N TA K T L I N S E N „Smarte“ Kontaktlinsen, die nicht nur Fehlsichtigkeit korrigieren, sondern auch verschiedenste Informationen ins Sichtfeld einblenden, sind bereits Realität. Winzige integrierte Batterien versorgen sie mit Strom. Im Journal „Nano Energy“ vom Juni 2023 wurden nun in die Kontaktlinsen integrierte Batterien auf Basis von Tränenflüssigkeit vorgestellt, die sich während ihrer Lagerung in Biokraftstoff ohne äußere Stromversorgung wieder aufladen lassen. Durch dieses mindestens 15-mal wiederholbare „Bio-Charging“ ist für die Aufladung keine externe Stromversorgung nötig.
TOYOTA M E L D E T DU R C H B R U C H B E I F E S T KÖ R P E R BAT T E R I E N Festkörper- oder Solid-State-Batterien versprechen im Vergleich zu herkömmlichen Akkus für Elektroautos höhere Leistungen, größere Reichweite, kürzere Ladezeiten und geringere Brandgefahr. Der Preis dafür ist jedoch eine kürzere Lebensdauer. Festkörperelektrolyte dehnen sich beim Laden und Entladen der Batterie immer wieder aus und ziehen sich zusammen. Die dadurch erzeugten Risse behindern die Bewegung der Ionen zwischen Kathode und Anode. Im Juni 2023 gab Toyota bekannt, dieses Problem in den Griff bekommen zu haben. Ab 2027 oder 2028 wollen die Japaner nun Festkörperbatterien für E-Autos mit einer Reichweite von 1.200 Kilometern produzieren, die in höchstens zehn Minuten aufgeladen werden können.
Stefan Spirk mit dem experimentellen Stromspeicher auf Vanillin-Basis.
Das Forscherteam aus Wien und die SauerstoffIonen-Batterie (kleines Foto).
VA N I L L A F LOW – K I - F E I N T U N I N G F Ü R U M W E LT F R E U N D L I C H E BAT T E R I E 2020 gelang es einem Forscherteam rund um Stefan Spirk von der TU Graz, die redoxaktiven Elemente einer Redox-Flow-Batterie durch umweltfreundliches Vanillin zu ersetzen. Im Nachfolgeprojekt „VanillaFlow“ soll daraus nun der Prototyp einer industriellen Batterie entstehen. Dazu werden alle Komponenten der Batterie – neben den Vanillin-Verbindungen als Speichermedium auch die Membran, die Elektrode und die Steuerung – mithilfe von künstlicher Intelligenz optimiert. Dank digitalem Zwilling können die einzelnen Komponenten im Voraus virtuell getestet werden, die Entwicklungszeit verkürzt sich dadurch deutlich. Fernziel ist ein markttauglicher industrieller Stromspeicher ohne schädliche Materialien und ohne seltene Rohstoffe.
E R F I N D U N G AU S W I E N : D I E SAU E R S TO F F - I O N E N - BAT T E R I E Für das Zwischenspeichern überschüssiger Solar- oder Windenergie könnte es künftig eine Alternative zur allgegenwärtigen Lithium-Ionen-Batterie geben: Die an der TU Wien entwickelte Sauerstoff-Ionen-Batterie soll regenerierbar und somit extrem langlebig sein, ohne seltene Elemente wie Kobalt und Nickel auskommen und das Problem der Brandgefahr lösen. Schlüssel zu den positiven Eigenschaften ist der Einsatz von keramischen Materialien. Für Smartphones oder Elektroautos ist die neuartige Batterie ungeeignet: Sie hat nur rund ein Drittel der Energiedichte der Lithium-Ionen-Batterien und funktioniert erst bei Temperaturen zwischen 200 und 400 °C. 02 • 2023
Coverstory
D E R W E LT R AU M – UNENDLICHE U M S AT Z W E I T E N : M I T D E R P R I VAT I S I E R U N G D E R R AU M FA H R T H E B T E I N M E GA M A R K T A B . 10
ÖSTERREICHISCHE W E LT R AU M F I R M E N S I N D G E F R AG T E PA R T N E R – B E N ÖT I G E N A B E R M E H R S C H U B K R A F T AU S DER POLITIK.
AUSTRIA AD ASTRA VON WOLFGANG KNABL
S A S T RO N AU T I N AU S K L AG E N F U R T. Carmen Possnig ist Ersatzastronautin bei der ESA. Sie setzte sich in einem Auswahlverfahren unter mehr als 22.500 Bewerber:innen durch. Im Falle eines Einsatzes als Astronautin wäre sie die erste Österreicherin im Weltall.
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tart geglückt: Die Ariane-6-Trägerrakete lässt die Erde hinter sich und klinkt die Raketenstufe Astris aus. Die Kick-Stage steuert eine andere Umlaufbahn an, öffnet sich – und Dutzende Satelliten schwärmen aus. Sie haben mehrere Aufgaben, etwa: Möglichkeiten der Asteroidenabwehr ausloten, Kommunikation und Navigation auf der Erde verbessern. Zu sehen ist dieses Szenario in einem Video der Ariane-Group, das in die Zukunft blickt. In den nächsten Monaten soll das Gemeinschaftsprojekt der Raumfahrtagenturen ESA und NASA dann tatsächlich abheben. Mit an Bord: Lösungen von österreichischen Unternehmen. Die börsennotierte FACC, Luftfahrt-Leichtbauspezialist mit Hauptsitz in Ried im Innkreis, entwickelte für die Ariane-6-Kick-Stage Bauteile aus Carbon, die das Gesamtgewicht reduzieren. Effiziente Serienfertigung soll die Nutzung für den kommerziellen Raumtransport ermöglichen. Von TTTech Aerospace kommen speziell
entwickelte elektronische Schaltsysteme. Diese sind in über 50 Subsystemen integriert, die für Funktionen wie Computing, Energieverteilung oder Schubvektorantrieb zuständig sind. Miteinander verbunden sind die Schaltsysteme in einem Ethernet-Netzwerk von TTTech Aerospace – sozusagen das „Nervensystem“ der Trägerrakete. Peak Technology, beheimatet in Holzhausen, Bezirk Wels-Land, hat sich ebenfalls gegen internationale Mitbewerber durchgesetzt und steuert die Heliumtanks für die Trägerrakete und die Kick-Stage-Trägerstufe bei.
M E H R Z U KU N F T. Dieter Grebner, Gründer von Peak Technology, plädiert für größere Investitionen in die Raumfahrt.
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VERKANNTES POTENZIAL?
Expertise aus Österreich ist bei vielen internationalen Weltraumprojekten gefragt: Die Kärntner Medizinerin Carmen Possnig könnte bald als erste Österreicherin ins All fliegen. Magna Steyr Aerospace fertigt in Graz Hochdruckleitungen für das Space Launch System der NASA. Der Thermalschutz von Beyond Gravity schützt das James-Webb-Teleskop und die Orion-Kapsel bei extremen Temperaturen. Sensoren von Terma halten Sonden wie JUICE (Jupiter Icy Moons Explorer), eine im April von der ESA gestartete Jupitersonde, auf Kurs. Der zukunftsträchtige Wirtschaftssektor Raumfahrt hebt also auch in Österreich ab – allerdings geschieht dies, zum Leidwesen vieler Firmen, etwas gar „gemütlich“. „Dass Investitionen in den Tourismus langfristig ein Geschäft sind, muss man in Österreich niemandem erklären. Das Potenzial der Raumfahrt als Wirtschaftszweig mit Zukunft und als sinnvolles Betätigungsfeld wird noch zu wenig erkannt. Andere Länder sind da wesentlich weiter“, meint Peak-Technology-Gründer & CEO
ÖSTERREICHISCHE FIRMEN KÖNNTEN WEIT MEHR AUFTRÄGE BEKOMMEN, WENN DER ROTWEISS-ROTE FÖRDERPOOL NICHT SO KNAPP BEMESSEN WÄRE. Dieter Grebner. Dem Erfolg von Peak Technology liegen hohe Investitionen zugrunde. Das Unternehmen ist zuvor mit Treibstofftanks für die Formel 1 durchgestartet, die Gewinne aus dem Motorsport-Geschäft hat Grebner in die Raumfahrt investiert. „Die Markteintrittskosten sind in der Raumfahrt extrem hoch, und der Ertrag kommt extrem spät“, so Grebner.
Start-ups, die kein Standbein abseits des Alls haben, brauchen daher zu Beginn externe Quellen für das Risikokapital. Und einen Heimatstaat, der die ESA großzügig unterstützt. ESA-AUFTRÄGE ALS STARTRAMPE
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Die Auftragsvolumina, die Firmen von der ESA bekommen können, hängen mit ihren Angeboten, aber auch mit den Zuwendungen ihrer Heimatstaaten an die europäische Weltraumagentur zusammen. 22 Mitgliedsstaaten zahlen in die Programme der ESA ein, ihre Wirtschaft profitiert von daraus folgenden Aufträgen: Das Geld fließt, über einen harten Wettbewerb, in
MIT DER PRIVATISIERUNG UND KOMMERZIALISIERUNG DER RAUMFAHRT HEBT DER MILLIARDENMARKT SO RICHTIG AB.
H A B I TAT. Module von Raumstationen sind auf höchstmögliche Effizienz ausgerichtet.
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die Länder zurück. Dabei bestimmt auch die Höhe der Mitgliedsbeiträge, welche Auftragsvolumina jeweils möglich sind. Ist das Limit erreicht, gehen die Aufträge an Firmen aus anderen Ländern. Aus Österreich erhält die ESA in den Jahren 2023 bis 2025 116 Millionen Euro, im Rahmen der ESA-Wahlprogramme weitere 115 Millionen. Gemessen am BIP liegt Österreich damit an 16. Stelle der 22 Mitgliedsländer. Immer wieder kritisieren Vertreter der heimischen Weltraumindustrie: Österreichische Firmen könnten weit mehr Aufträge bekommen, wenn der rot-weiß-rote Förderpool nicht so knapp bemessen wäre. Das führt zu Frust – und zu Abwanderung. „Mangels Unterstützung durch das offizielle Österreich gehen viele Pioniere lieber nach Luxemburg, Schottland oder ins Silicon Valley“, kritisiert Willibald Stumptner, Obmann des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF). Tatsächlich müsse man als österreichisches Unternehmen auf „zwei Spielfeldern sehr viel laufen“, sagt Dieter Grebner: „Einerseits müssen wir potenzielle Kunden überzeugen, andererseits Österreichs Politik.“ Dabei ist die Beteiligung an internationalen Projekten gerade jetzt besonders wegweisend: Mit der Privatisierung und Kommerzialisierung der Raumfahrt hebt der Milliardenmarkt so richtig ab. UMBRUCH IM WELTRAUM
Private Unternehmen wie SpaceX bringen neuen Schwung in die Weltraumbranche. Auch große Raumfahrtagenturen wie NASA oder ESA nutzen vermehrt Dienstleistungen aus der Privatwirtschaft. Der Weltraumtourismus nimmt Fahrt auf, die bemannte Raumfahrt setzt sich ehrgeizige Ziele: Für die nächsten Jahrzehnte steht etwa der bemannte Flug zum Mars auf dem Programm. Noch in diesem Jahrzehnt soll das bemannte Lunar Gateway in Betrieb gehen, in den 2030er-Jahren dann die erste bemannte Mondstation. Was ist das für ein Gefühl, wenn man auf den Mond schaut und sich denkt: Ich plane ein Habitat, in dem dort oben, am Mond, Menschen wohnen und arbeiten werden? „Es passiert wirklich, dass ich nachts zum Mond schaue und mir denke: Wo ist der Südpol, wo wird unsere Basis sein? Das ist inspirierend“, erzählt Barbara Imhof. Die Weltraumarchitektin hat Anfang des Jahrtausends in Wien mit den Geschäftspartner:innen Waltraut Hoheneder und René Waclavicek die LIQUIFER Systems Group gegründet: ein interdisziplinäres Team aus Architekt:innen und Ingenieur:innen mit Kompetenzen in Weltraumforschung und
rchitektur. Aktuelles Projekt ist die InnenausA stattung des Habitat-Moduls der Lunar Gateway. Die internationale Raumstation soll um den Mond kreisen und vier Astronauten ein funktionales Zuhause bieten. Damit die Astronauten den Raum in diesem sechs Meter langen und im Durchmesser drei Meter großen Habitat optimal nutzen können, forscht das LIQUIFER-Team an Methoden der Faltbarkeit, Transformierbarkeit und Multifunktionalität von Räumen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können auch für irdische Wohnraumplanung genutzt werden. „RIESIGE CHANCE FÜR UNTERNEHMEN“
LIQUIFER arbeitet bei diesem Projekt für die – von der ESA beauftragte – französisch-italienische Thales Alenia Space und setzt mit französischen und deutschen Partnern ein 1:1-Modell des Habitat-Moduls um. Die Unternehmensgeschichte zeigt, wie flexibel Weltraumfirmen agieren müssen: Beim Start von LIQUIFER war Österreich am ESA-Programm Aurora beteiligt, das sich der astronautisch-robotischen Exploration von Mond und Mars widmet. „Da haben wir uns beworben und einige Projekte durchgeführt“, erzählt Imhof. 2008 ist Österreich aus dem Programm ausgestiegen. „Da haben wir begonnen, über das Programm der EU an Weltraumprojekten teilzunehmen. Das ist jetzt auch vorbei.“ Nun arbeitet das Wiener Unternehmen wieder für die ESA und europäische Unternehmen, die mit der ESA kooperieren. Dass kommerzielle Firmen verstärkt Infrastruktur, Raketensysteme, Habitate und anderes zur Nutzung und Erforschung des Weltraums entwickeln, sieht sie als „riesige Chance für Unternehmen“ – und schränkt ein: „Es kommt natürlich darauf an, in welchem Bereich man arbeitet und in welchem Land man situiert ist.“
I N S P I R AT I O N . Barbara Imhof von LIQUIFER schaut gern zum Mond und überlegt, wo ihre Raumstation stehen wird.
Viele heimische Unternehmen wechseln ins Ausland ... Österreich hatte die Chance, die von Peter Platzer gegründete Weltraumfirma SPIRE Global in Österreich anzusiedeln. Mangels Unterstützung ging er ins Ausland, heute hat er über 170 Satelliten im Orbit. Mit einem Net Worth von knapp 100 Millionen Euro – also einer ähnlichen Größenordnung wie die 125 Millionen Euro, die alle in Österreich in diesem Sektor tätigen Unternehmen zusam„W I R V E R PA S S E N men erwirtschaften – und V I E L E S “ mit einem prognostizierten Willibald Stumptner, Wachstumspotenzial bis 1,6 Obmann des ÖsterreichiMilliarden Dollar ist SPIRE schen Weltraum Forums auf dem Weg zum berühmten (ÖWF), im Interview. „Unicorn“-Start-up. Partizipieren hierzulande Wie ist Österreich in der Welt- zu wenige Unternehmen an der Kommerzialisierung der raum-Wirtschaft unterwegs? Raumfahrt? Willibald Stumptner: 120 österreichische Unternehmen, Es wäre viel mehr möglich. Österreich macht weiter wie vor die Weltraum- und Raum20 Jahren – der Schwerpunkt fahrttechnologie entwickeln, liegt auf dem komfortablen erwirtschaften mit 1.000 Beschäftigten einen Jahresum- Rückflussgeld großer Weltraumorganisationen wie der satz von 125 Millionen Euro. ESA – und verschläft die privat Das offizielle Österreich feiert betriebene Raumfahrt mit diese Zahlen, dabei sind sie selbst im europäischen Umfeld Tausenden Satelliten, wiederverwendbaren Raketen und schlechtes Mittelfeld, interWeltraumtourismus faktisch national sind wir deutlich komplett. Österreich ist zufrieabgeschlagen. den, dass pro Jahr Teile für 20 Woran liegt das? Satelliten gefertigt werden. Das Einige Firmen sind gut oder startet Elon Musks SpaceX im sehr gut. Aber viele stecken Schnitt pro Woche. Dabei sagt noch in alten Mustern und verpassen daher Chancen, vor selbst der – österreichische – Director General der ESA, Josef allem im rapide wachsenden privaten Sektor. Auch die man- Aschbacher: Österreich sollte sich mehr diversifizieren. gelnde Unterstützung ist ein Problem: Für die kommenden drei Jahre investiert Österreich 115 Millionen Euro in die ESA-Wahlprogramme, das entspricht 0,028 Prozent des BIP. Wir liegen damit an 16. Stelle in der EU. Die Unterstützung für Start-ups wird gefeiert, in der Realität erstickt vieles in Bürokratie.
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A DV E R TO R I A L
I VA N DJ O R DJ E V I C , verantwortlich für E lectronic Manufacturing Services, TELE Haase.
INNOVATIVE SOFTWARE IN DER ELEKTRONIKFERTIGUNG WA R U M S TA R T - U P S AU F M A S S G E F E R T I G T E LÖ S U N G E N VO N T E L E H A A S E W I E N S E T Z E N .
Elektronik-Start-ups weichen oft auf asiatische oder südosteuropäische Massen-Lohnfertiger aus, wenn sie erstmals höhere Stückzahlen produzieren müssen. Dabei liegt das Gute oft so nahe: Lokale Produktion mit innovativer selbst entwickelter Software-Unterstützung. Wir haben dazu mit Ivan Djordjević, Geschäftsleitung EMS bei TELE Haase Wien und Entwickler des EMS-Tools, gesprochen. in: Herr Djordjević, wie kann ein lokaler EMS-Dienstleister im internationalen Umfeld mithalten? Ein lokaler Elektronik-Dienstleister kennt die Painpoints, auf die junge Unternehmen beim Einstieg in die Serienfertigung mit Lohnfertigern stoßen: viel Zeit für die Angebotslegung und die Beschaffung der Bauteile. Dadurch verzögert sich der Markteintritt, und der Erfolg des Produkts ist gefährdet. Außerdem klagen sie über fehlende Transparenz und unzureichende Kommunikation. Können Sie kurz skizzieren, wie Sie das in Ihrer Elektronikfertigung am Standort Wien lösen? Ein von mir entwickeltes EMS-Softwaretool unterstützt genau bei diesen Herausforderungen und ist bislang einzigartig am Markt. Damit verkürzen wir den Zeitraum von der Produktentwicklung bis zur Serienproduktion signifikant. Das beginnt schon bei der Software-unterstützten Angebotslegung. Das EMS-Tool legt zudem alle Bauteil-Parameter im hausinternen EPR-System an und zeigt live den Status der Bestellungen. So verkürzt die Software den Projektzeitraum schon in der Anfangsphase um gut 60 Stunden. Kund:innen können also schneller in Produktion gehen? Ja, genau! Außerdem ermöglicht das EMSTool volle Transparenz während der Produktion. Unsere Kund:innen können jederzeit den 02 • 2 0 2 3
aktuellen Fertigungsstatus abrufen und wissen immer, wo sich ihr Produkt gerade befindet. Zusätzlich erhalten sie in regelmäßigen Abständen Feedback, das sie wiederum für die Optimierung des Produkts nutzen können. Und wie beeinflusst das die Produktionskosten? Das EMS-Tool senkt die Stückkosten. Bei der Produktion der Nullserie vergleicht es automatisch Ist- und Soll-Zeiten für jeden einzelnen Fertigungsschritt. Damit verkürzen wir Arbeitsschritte in den einzelnen Prozessen und senken somit die Stückkosten. Hier gibt es meist viel Sparpotenzial. Haben Sie ein Beispiel? Beim automatischen Bestücken und Löten lassen sich beispielsweise durch größere Leiterbahnabstände oder bessere Platzierung von Bauteilen Fehler vermeiden. Es sind viele kleine Maßnahmen, die eine große Wirkung auf die Stückkosten haben. Das macht mittelfristig günstigere Preise möglich und sorgt dafür, dass Innovationen im Markt langfristig finanziell erfolgreich sein können. www.tele-online.com/ems
KO N TA K T DI Ivan Djordjević, MSc – EMS-Management TELE Haase Steuergeräte Vorarlberger Allee 38, 1230 Wien Telefon: +43 161474 – 421 E-Mail: ivan.djordjevic@tele-haase.at
Tipps & Tricks
D I E A R B E I T F R I S S T S I E AU F ? SIE FINDEN KEINE RUHE MEHR? DA N N T E S T E N S I E U N S E R E WISSENSCHAFTLICH GESTÜTZTEN TIPPS GEGEN STRESS!
SOFORTHILFE GEGEN STRESS
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VON ARNDT MÜLLER
TAU CHEN S IE AB!
Wenn Sie so richtig Ihr Herz rasen hören, sich auf nichts mehr konzentrieren können und einfach mal abtauchen wollen – tun Sie das! Füllen Sie eine große Schüssel mit eiskaltem Wasser und tauchen Sie Ihren Kopf so lange hinein, wie Sie die Luft anhalten können. Dies sorgt dafür, dass sich der Herzschlag normalisiert und Blut aus dem Kopf zurück in den Körper fließt und dort die Organe besser versorgen kann. Wer sich damit schwertut, etwa weil im Büro keine große Schüssel verfügbar ist, kann versuchen, das Gesicht mit einer Kühlmanschette abzudecken. Aber Achtung: Wenn diese aus dem Eisfach kommt, besser mit einem Tuch umhüllen.
LEN K EN S I E S I C H A B ! Ablenkung hilft wunderbar gegen die Tendenz des Gehirns, Stressempfindungen selbst zu verstärken. Es gibt hier diverse Möglichkeiten, mit den Sinnen zu arbeiten: Beispielsweise helfen starke Geschmäcker. Beißen Sie also ruhig in ein Pfefferkorn und lutschen Sie an einer Zitronenscheibe. Gut geeignet zur Ablenkung ist auch der Sehsinn. Wissenschaftlich erwiesen beruhigt es etwa, ins Grüne zu blicken, das funktioniert sogar mit Bildern oder kurzen Videos mit Naturszenen. Hilfreich kann außerdem die Betrachtung von Fraktalen sein, geometrischen Mustern, die sich in der Natur etwa in Blättern oder Schneeflocken finden. Auch das Internet ist voll davon, eine Bildersuche hilft.
S P IE L E N S IE DE N H ELD EN !
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Die folgende Methode stammt vom Stressforscher und Autor Ian Robertson und besteht aus vier Schritten. Schritt 1 ist eine Neubewertung. Sobald Sie den Stress im Körper spüren, sagen Sie sich: „Ich bin aufgeregt“. Positive Aufregung macht sich im Körper identisch bemerkbar, die Neubewertung verhindert, dass der Stress Sie noch mehr unter Druck setzt. Schritt 2 besteht im langsamen Einund noch langsameren Ausatmen. Dies beruhigt das Nervensystem. Anschließend stellen Sie sich hin und nehmen eine Siegespose ein. Ob das nun aussieht wie nach einem geglückten Tor beim Fußball oder wie Superman, ist irrelevant. Nach nur zwei Minuten in dieser Pose schüttet der Körper Testosteron aus, was das Stresslevel weiter absenkt. Als Letztes ballen Sie mehrfach Ihre rechte Hand zur Faust und halten für jeweils 45 Sekunden.
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Warenkorb
S O M AC H E N S I E DA S B E S T E AU S D E R K A LT E N JA H R E S Z E I T – M I T D I E S E N
DER WINTER KANN KOMMEN
I N N OVAT I V E N P RO D U K T I D E E N F Ü R EINEN GEMÜTLICHEN, SICHEREN,
N AC H H A LT I G E N , S P O R T L I C H E N W I N T E R .
VON KLAUS PUTZER
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1_MEAL PREPPING D E LU X E
„Meal Prepper“ leben gesünder – statt Fastfood gibt’s Selbstgekochtes, statt Fett und Zucker Gemüse und Körner. Mit der HeatsBox von Rommelsbacher können Sie Ihre vorgekochte Mahlzeit jetzt auch unterwegs schnell aufwärmen, etwa im Auto oder Wohnmobil. Vielleicht eine gute Idee für winterliche Ausflüge, wenn es rundherum entweder gar nichts zu essen gibt oder bloß überteuerte Germknödel auf der Skihütte.
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© Rommelsbacher
Erhältlich unter rommelsbacher.de, ab 99 €
Erhältlich auf keinachtsbaum.de, ab 89 € (ohne Schnittgrün)
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© Sa feba ck
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© elyly
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© Keinachtsbaum
Kurz vor Weihnachten, erzählt Keinachtsbaum-Gründer Nico Stiesser, habe sein damals Vierjähriger verkündet, er möchte nicht mehr, dass für das Familienfest ein Baum sterben muss. Warum ihn nicht selbst zusammenbauen wie Petterson und Findus? Gesagt, getan – und so gibt’s die Idee aus dem Kinderbuch heute online zu erwerben: ein modular aufgebauter Ständer, der mit Zweigen geschmückt wird. Am Ende schaut der Keinachtsbaum aus wie ein „echter“ Christbaum, nur dass man ihn jedes Jahr wiederverwenden kann. Das schont sowohl die Umwelt als auch das eigene Weihnachtsbudget.
© Primus
2_ S C H O N E N D E W E I H N AC H T E N
3_LEBENSRETTER IM H U C K E PAC K
Unter eine Lawine zu geraten ist für Tourengeher wohl die Horrorvision. Mit dem Safeback SBX soll das Atmen unter meterdicken Schneemassen möglich bleiben, und das ganz ohne Mundstück. Das Luftversorgungssystem des norwegischen Start-ups Safeback wird wie ein Rucksack umgeschnallt. Im Ernstfall saugt es Sauerstoff aus der porösen Schneedecke und leitet die Luft durch die Schulterriemen in den Atembereich des Verschütteten. Aktiviert wird das Rettungssystem wie ein Fallschirm per T-förmigem Notfallgriff. Der Safeback soll das Überlebensfenster von 15 auf über 90 Minuten erweitern und auch noch bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad funktionieren. Erhältlich ab Winter 23/24.
4_ O F E N BA N K
Kann ein Heizkörper gleichzeitig auch ein schönes Möbelstück sein? Der Raumklima-Spezialist Zehnder aus der Schweiz sagt „Ja!“. Die Zehnder Radiator Bench kombiniert einen Heizkörper mit einer Sitzfläche aus Holz, auf der man in kalten Winternächten wohlig gewärmt lesen kann. Sitzfläche wie Farbe des Heizkörpers sind frei wähl- und kombinierbar. Die Radiator Bench gibt es in Längen von 1,2 bis 3 Metern. So steht auch zweisamem Fläzen nichts im Weg. Gesehen bei megabad.com, ab 869,99 €
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© Zehnder
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5_ A B E N T E U E R L I C H KO C H E N
Freiluft-Enthusiasten aufgepasst: Im Frühjahr 2024 kommt ein Outdoor-Kochsystem in den Handel, das die Zubereitung warmer Mahlzeiten auch unter „extremen Wetterbedingungen“ verspricht. Die Macher der Sportmesse ISPO haben den „Ulti Stove“ des schwedischen Herstellers Primus vorab schon prämiert. Die Jury lobt neben Benutzerfreundlichkeit und robuster Konstruktion auch die innovative Brenntechnologie. Geheizt wird mit einer Kombination aus katalytischer Verbrennung und Infrarotstrahlung. Da keine offene Flamme entsteht, ist das Kochen oder Schmelzen von Schnee selbst bei starkem Wind möglich. Die 1-Liter-Version des Ulti Stove macht ein bis zwei Personen satt, egal ob beim Micro Adventure oder auf der Achttausender-Expedition. Kommt im Frühjahr 2024 in den Handel, ab 299,90 €
6_ L E I S E W I E S E LT ’S IM SCHNEE
Ein eigenartiges Paar Skier nutzten traditionell finnische Jäger im Winter: Der kurze, kahlu genannt, diente dem Treten, der längere, lyly, dem Gleiten. Im finnischen Nationalepos „Kalevala“ versucht sich ein Jäger auf einem Lyly-Ski lautlos an einen magischen Elch heranzupirschen. Von der Sage inspirieren ließen sich die Entwickler des „eLyly“. Der Elektro-Schnee-Scooter soll gestressten Großstädtern die „Magie der Stille“ näherbringen: Gefertigt aus Holz und entworfen vom bekannten finnischen Designer Harri Koskinen, transportiert der eLyly Sie nachhaltig schön bis zu 30 km weit. Auch die maximal 25 km/h signalisieren Entschleunigung. Bestellbar nur direkt beim Hersteller auf www.elyly.fi, ab 6.950 € exkl. MwSt. und Versand, Lieferzeit ca. 6 Monate
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Innovationen Wohnbau
Z I E G E L BAU M I T G I E B E L DAC H WA R G E S T E R N : D I E H ÄU S E R D E R Z U KU N F T
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DRUCKREIFE HÄUSER
ÜBERRASCHEN MIT NEUEN T E C H N O LO G I E N U N D I N N OVAT I V E N M AT E R I A L I E N . DREI BEISPIELE.
VON SILKE RUPRECHTSBERGER
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ERGOLDETER“ SETZKASTEN:
1914 ersann der französisch-schweizerische Stararchitekt Le Cobusier eine modulare Wohnstruktur mit einem veränderbaren Grundriss, über hundert Jahre später inspirierte dieses „Maison Dom-Ino“ die gemeinnützige ÖWG Wohnbau und das Grazer Architekturbüro Hofrichter-Ritter zum ebenfalls flexiblen Kiubo-System: Dabei werden 25-Quadratmeter-Wohnmodule vom steirischen Holzbauer in der Halle industriell vorgefertigt, Baugerüste nehmen diese dann am jeweiligen Standort wie Setzkästen auf. Das Basismodul – eine abgeschlossene, autarke Einheit samt Küche, Bad, Wohn- und Schlafbereich kann um maximal drei Anschlussmodule erweitert werden. Das erste Haus dieser Art in der Grazer Starhemberggasse beherbergt seit Oktober 2021 insgesamt 19 Mietparteien – und hat nun einen internationalen Preis eingeheimst: den Immobilienaward FIABCI Prix d’Excellence Gold, der die Bauwerke im gesamtwirtschaftlichen und -gesellschaftlichen Kontext bewertet. Begrünte Außenflächen samt Outdoor-Grillbereich sowie Gemeinschaftsräume sorgen in Graz zusätzlich für ein Wohlfühl-Klima.
SETZKASTEN. Wohnmodule werden im Werk vorgefertigt und dann in den bestehenden Rahmen integriert.
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WUNDERBAR WANDELBAR
„Durch unseren modularen Ansatz fügen sich die Kiubo-Terminals zu jeder Zeit an jedem Ort in jede Umgebung und jeden Grundriss ein“, betont Kiubo-Geschäftsführer Florian Stadtschreiber. Langfristig sollen die aktuellen Mieter ihre Wohnboxen auch erwerben und damit woanders hinziehen können. Derzeit ist das aber eher noch Zukunftsmusik.
M
IT DER KRAFT DER ERDE
Eigentlich ist die Idee alles andere als neu: „Vor der Industrialisierung wurden in Europa Millionen von Häusern aus Lehm gebaut, mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung nutzt ihn heutzutage als Baumaterial“, sagt Martin Rauch, Chef der Vorarlberger Firma Lehm Ton Erde: „Wir wollen ihn mit einer zeitgemäßen Methode als modernen, klimaneutralen Baustoff etablieren.“ In seinem Vorarlberger Heimatort Schlins zeigt der Lehmbaupionier – quasi im Outdoor-Laborexperiment –, wie’s geht: Hier hat er gemeinsam mit dem Architekten Roger Boltshauser an einem steilen Südhang für sich
L E H M BAU . Das Haus Rauch schmiegt sich in den steilen Südhang.
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und seine Familie das „Haus Rauch“ errichtet: Das skulpturartige dreistöckige Gebäude besteht aus Stampflehmmodulen und ist buchstäblich aus der Landschaft gewachsen – für die Errichtung wurde vor allem die Erde aus dem Aushub verwendet. Gestampfter Lehm ist sehr massiv, seine Dichte entspricht der von Beton. Für die rund 45 cm dicken Wände wurden mehrere feuchte Lehmschichten in einer druckfesten Schalung mit Pressluftstampfern verdichtet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Baustoff wird regional äußerst CO2- und energiearm gewonnen und ist zu 100 Prozent recycelbar. Zudem sorgen die feuchtigkeitsregulierenden Wände sommers wie winters für ein behagliches Raumklima. Miteingestampfte dünne Ziegelplatten verhindern, dass sich die Fassade auswäscht. Die Innendämmung besteht aus Schilfrohr. LICHTGESTALT
Über eine mit Glassteinen durchsetzte Kuppel fließt Tageslicht in einen turmartigen Schacht, der die einzelnen Ebenen miteinander verbindet. Für zusätzliche Helligkeit sorgen die großen Fenstereinschnitte und der mit einem Flachgewebe verstärkte Innenputz aus weißem Ton und Sand. Ein weiterer Hingucker im Inneren des Rauch’schen Eigenheims: die ebenfalls – mittels spezieller Brenntechnik – selbst hergestellten schwarz-weißen Ornament-Keramikfliesen im Badezimmer.
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SO CHIC. Das als Wohngemeinschaft genutzte zweite Obergeschoß besteht unter anderem aus Tetrapacks, Schneidbrettern und alten Jeans.
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Der enorme Aufwand hat sich aber gelohnt: Wer hat schon Wände aus gepressten TetraPackungen, Badfliesen aus eingeschmolzenen Schneidbrettern, Ziegel aus zertrümmerten Kloschüsseln oder eine Wärmedämmung aus geschredderten Jeans? Entstanden ist das Projekt von Werner Sobek in Zusammenarbeit mit dem Karlsruhe Institute of Technology (KIT).
U S M Ü L L G E BAU T
„Die Zeiten, in denen Re-Use und Recycling ästhetische Kompromisse bedeuteten, sind vorbei. Wir wollten zeigen, wie ansprechend man bereits heute mit Materialien bauen kann, die aus Abfall gewonnen wurden“, sagt Roland Bechmann vom Stuttgarter Planungsbüro Werner Sobek. Beim Experimentalbau am Gelände der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) am Stadtrand von Zürich ist ihm und seinen Kollegen das auch hervorragend geglückt: Vor fünf Jahren wurde hier mit „UMAR“ (für „Urban Mining and Recycling Unit“) ein Bau-Modul eingefügt, das komplett aus ReUse- und Recycling-Materialien besteht und nun im zweiten Obergeschoß als 125 Quadratmeter große Studierenden-WG dient. Die Recherche zu den geeigneten Produkten und Materialien hielt die Beteiligten monatelang auf Trab, erinnert sich Bechmann.
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Das Schweizer „UMAR“ ist übrigens nur eines von über zehn innovativen Baumodulen, die im Zürcher Forschungs- und Demonstrationsgebäude NEST beheimatet sind. Auf vier Ebenen können hier unterschiedlich dimensionierte Bauelemente zu Forschungs- und Testzwecken in ein fixes Stahlbetongerüst eingeschoben werden. Die Idee dahinter: heute die Maßstäbe für das Bauen der Zukunft zu setzen. Auch in Österreich haben sich einige Unternehmen längst dem nachhaltigen Bauen verschrieben. So betreibt das 2016 gegründete „Baukarussell“, ein Konsortium aus sozialökonomischen Betrieben, RepaNet, pulswerk und dem Architekten Thomas Romm, die Verwertung von Bauteilen und -stoffen aus rückgebauten Großprojekten wie dem MedUni Campus Mariannengasse der Bundesimmobiliengesellschaft und bietet gleichzeitig langzeitarbeitslosen Menschen die Chance zum beruflichen Wiedereinstieg. Die „materialnomaden“ unterstützen bei Abbruchprojekten, handeln auf ihrer Online-Plattform mit altem Parkett, Ziegeln und Co. und entwerfen aus alten Bauteilen hochwertige Designobjekte.
WIR SCHAFFEN PERSPEKTIVEN
NACHHALTIGES BAUEN FÜR EINE LEBENSWERTE ZUKUNFT Wenn wir an die Zukunft denken, dann denken wir an klimafreundliche Lebensräume. An Orte zum Arbeiten und zum Wohnen, von denen auch folgende Generationen profitieren. Diesen Anspruch verfolgen wir mit Weitblick und Konsequenz und schaffen Perspektiven, indem wir unsere Projekte möglichst ökologisch und ressourcenschonend errichten.
Entgeltliche Einschaltung
REVITALISIERTE ALTBAUTEN Die ARE bringt neue Energie in alte Gebäude. Die Erhaltung und zukunftsfitte Sanierung unserer historischen Liegenschaften ermöglicht einen signifikanten Beitrag zum Schutz unseres Klimas. Neue Bodenversiegelungen werden vermieden und der Bedarf an Baumaterialien wird auf ein Minimum reduziert. Bis 2040 investieren wir zusätzzusätz lich rund 700 Mio. Euro in die CO2-Neutralität unserer Liegenschaften, z.B. durch den Einbau energieeffizienter Gebäudetechnik und klimafreundlicher Energiesysteme. So entsteht ein einzigartiger Charme aus historischer Architektur und modernen Nutzungskonzepten, der zudem das Klima schützt.
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© Markus Schieder
Eigentumswohnungen in Holzbauweise entstanden im WILDGARTEN in Wien.
ÖKOLOGISCHE BAUSTOFFE Wenn neu gebaut werden muss, dann richtig – umweltfreundlicher, sauberer, besser. Die Vorteile der Holzbauweise liegen auf der Hand. Holz ist erneuerbar, CO2-neutral, energieeffizient und auch in Kombination mit anderen Materialien als Holzhybridbau einsetzbar. Der Baustoff Ziegel punktet als langlebiges und recycelbares Baumaterial und bietet eine besonders effiziente Wärmedämmung. URBAN MINING UND RE-USE Der ressourceneffiziente Rückbau nicht mehr nutzbarer Gebäude und die Wiederverwendung der Abbruchmaterialien für Neubauprojekte wird als Urban Mining bzw. Re-Use bezeichnet. Diese Kreislaufwirtschaft stellt einen ganz wesentlichen Schritt hin zu nachhaltigerem Bauen dar: Ressourcen werden gespart, Deponieabfälle reduziert und gleichzeitig entfällt der Energiebedarf, der bei der Herstellung neuer Baumaterialien entstehen würde. Über die ARE Die ARE Austrian Real Estate ist ein auf Büro-, Wohn- und Entwicklungsliegenschaften spezialisiertes Immobilienunternehmen mit 582 Bestandsliegenschaften und rund 35 Projekten in Entwicklung. ARE.AT
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© Markus Schieder
denkmalgeschützte Gebäude hat die ARE im Bestand. Das JUSTIZGEBÄUDE SALZBURG wurde von klimaaktiv mit Gold für das sanierte Bestandsgebäude sowie mit Silber für den Zubau zertifiziert.
© Squarebytes
Im VILLAGE IM DRITTEN konnten rund
50.000
kg Material aus dem Rückbau der Altgebäude gewonnen werden.
Zahlen, Daten & Fakten 23%
als Kultur/ Denkweise
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als iterative Softwareentwicklungsmethode
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als Grundstein für Innovation
D EF I N I T I O N S F RAG E S o de f i n i e rt e n Be f ragt e e i n e r ö st e rre i c hi sc he n St u di e „ Agi li t ät “.
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als Praxis, die den Kunden in alle Geschäftsaktivitäten einbezieht
W U NS C H & W I R K L IC H K EI T
DER UNT ER NEH MEN
w e n de n „ Agi le “ n u r f ü r I T- Pro j e k t e an o d e r be f i n de n si c h i n de r Exp e ri me n t i e rp has e .
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Zwisc h e n h oh e n Ambi t i on e n u n d Rea l i t ät kl a fft i n ös ter re i c h isc h e n Un t e rn e h m e n n oc h e i n e Lü c ke .
D E R UNT E RNE H M E N
m öch t e n bi s 2024 d i e M e h rh e i t i h re r G es ch ä ft s proz e s se ag il g e s t a l t e n .
DER UNTERNE HME N
N EW WO R K BU Z Z WO RD S „ New Work Buz z w ords“ w i e Deskshari n g, Agi li t ät , Mi tges ta l t u n g e t c . i n St e l l e n a nz e i ge n :
2019: 2.200 ÖST E R RE I CH 02 • 2 0 2 3
2022: 5.300
habe n A g i l i tät i n di e g e s a m te O rgani s ati o n i n t e gr i e rt.
EUR
Ös ter rei ch (37 7 A n gab en )
59.500 121.900 65.200
EUR
De u t sc hlan d ( 2 0 7 7 An gabe n )
M O N E Y, MO N EY, M ON E Y Du rc hsc hn i tt li c h e s Ja h re s bru tt o ge halt e i n e s „ S c r u m M ast e r “ laut ku n u n u . S c ru m i st di e p o p u l ä r s te M e t ho de i m a g i l e n Pro j e k t mana g e m e n t.
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Sc h w e i z (161 An g a be n )
N EW WORK Die O n li n eJobbör s e Step Ston e analys i erte 1 ,4 M io. Stelle n an zei gen a us den Jahren 2 0 1 9 u n d 2022 . D er Vergleic h zeigt, d a s s „A gi lit ät “ verm ehrt i n I n s e rat e n aufta u cht.
AGILE ALPENREPUBLIK WA S V E R S T E H T M A N I N Ö S T E R R E I C H U N T E R „ AG I L I TÄT “ U N D W I E S E H R AG I E R E N U N T E R N E H M E N B E R E I T S „ AG I L “ ? VON KLAUS PUTZER
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Interview
IN IHREM NEUEN B U C H „ C R E AT I V E AC T S “ M AC H T S A R A H S T E I N G R E E N B E R G , D I R E K TO R I N D E R S TA N F O R D
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„KREATIVITÄT HILFT UNS, ALLES NEU ZU DENKEN“ VON HARALD SAGER
D . S C H O O L , A N H A N D VO N 80 Ü B U N G E N AU S D E R UNTERRICHTSPRAXIS VO R , W I E W I R U N S E R E K R E AT I V I TÄT F R E I S E T Z E N .
in: Was waren Ihre Beweggründe,
„Creative Acts“ zu schreiben? Sarah Stein Greenberg: Ich finde es immer wieder verblüffend, was die Menschen alles erschaffen können, sobald sie nur ein wenig Vertrauen in ihre Kreativität haben. Für mich bedeuten Kreativität und Design nichts anderes, als Probleme zu lösen und Dinge für die Menschen besser zu machen. Dazu braucht es Praxis – aber nicht jeder hat die Gelegenheit, bestimmte Dinge von einem neuen Blickpunkt aus zu betrachten, um sie zu verbessern. Dieses Buch ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, die Einsichten und Ideen in puncto Design und Kreativität, die wir an der Stanford d.school gewonnen haben, all jenen näherzubringen, die nicht bei uns studieren können. Wir beschäftigen uns seit über 15 Jahren damit, unsere Studierenden dabei zu unterstützen, ihre kreativen Fähigkeiten zu entwickeln – außerhalb unseres Instituts war das aber bisher zu wenig bekannt. Das soll sich mit diesem Buch nun ändern. In welcher Weise ist die Herangehensweise Ihres Buchs einzigartig? Ideen zu haben ist nur ein Teil des Wegs, manchmal brauchen Sie einen Anschub von außen, um mit etwas Neuem zu starten. Das Buch liefert Ihnen anhand von Übungssituationen eine Menge Tools bzw. Instrumente, um Ihre Kreativität freizusetzen. Jeder Mensch ist anders, und so auch jeder kreative Prozess – den einen Weg, um ihn zu durchlaufen, gibt es nicht. Die Menschen kommen von verschiedenen Ausgangspositionen: Der eine sucht vielleicht gerade nach Möglichkeiten, wie er mit anderen besser zusammenarbeiten kann; die andere möchte ihre Ideen mithilfe des
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Was ist in deinem Kühlschrank?
Die Übung dauert 20 bis 30 Minuten und eignet sich für Paare und Gruppen. Stellen Sie sich Ihrem Gegenüber vor, indem Sie ihm ein Foto vom Inneren Ihres Kühlschranks zeigen. Das mag zunächst etwas unangenehm sein. Vielleicht entdeckt Ihr Gegenüber in den Gegenständen in Ihrem Kühlschrank Vorlieben und Verhaltensweisen, die Sie lieber nicht mit anderen teilen möchten. Und was offenbart Ihnen der Kühlschrank Ihres Gegenübers? Mit dieser Übung trainieren Sie das genaue Beobachten. Was fällt Ihnen am Kühlschrank Ihres Gegenübers auf? Was sagt Ihnen das über die Person? Wenn Sie
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So geht’s
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Feedbacks, das sie bekommt, auf ihre Tauglichkeit hin überprüfen; ein Dritter interessiert sich für Übungen zur Selbstoptimierung, eine Vierte dafür, wie sie mit ihrem Team bessere Ergebnisse erzielen kann. Meine Hoffnung ist, dass die Übungen etwas in den Leserinnen und Lesern auslösen, dass sie die Anregungen auf ihre je eigene Weise verarbeiten und „remixen“.
Fragen Sie immer wieder „Warum?“. Dass Sie auf dem richtigen Weg sind wissen Sie, wenn Ihr Gegenüber plötzlich aus dem Familiennähkästchen plaudert, peinlich berührt lacht, stolz wirkt oder Ängste, Hoffnungen und Rituale mit Ihnen teilt. Wann immer Sie spüren, da sind Emotionen im Spiel, halten Sie inne, und sprechen Sie gemeinsam darüber.
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Sie hat außerdem einen schönen Nebeneffekt: Wenn Sie diese Aufwärmübung mit Personen durchführen, die sich kennen, werden Sie fast immer Sätze hören wie: „Heute habe ich mehr über dich gelernt als in den letzten fünf Jahren, in denen wir Schreibtisch an Schreibtisch arbeiten!“
nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, legen Sie die beiden Fotos nebeneinander und finden Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Als Ausgangspunkt muss nicht unbedingt ein Kühlschrank dienen. Sie können auch ein Foto Ihres Badezimmerschranks, Bücherregals oder Kofferraums verwenden – Sie verstehen das Prinzip. Der Trick dabei ist, etwas auszuwählen, das thematisch mit Ihrer Arbeit zusammenhängt und persönlicher ist als das, was Sie normalerweise einer fremden Person zeigen würden, aber nicht so persönlich, dass keiner sich traut, darüber zu sprechen.
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Diese Übung hilft Ihnen, etwas Bekanntes auf neuartige Weise zu betrachten – und zwar durch die Augen eines anderen.
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Eine Idee von Lia Siebert
Wo soll man bei einem komplexen Thema bloß anfangen? Und wie gelingt es im Verlauf eines Projekts die Dinge durch eine individuelle, menschliche Brille mit neuen Augen zu sehen?
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B E G I N N eines Projekts nützlich sein kann, dass die Teilnehmer:innen Fotos ihrer Kühlschränke austauschen, wird in Übung 16 erklärt.
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DIE REISE BEGINNT
ZURÜCK AN DER D.SCHOOL SETZEN SICH EDITH UND KATY MIT JESSIE UND SHAHED ZUSAMMEN, UM IHRE BEOBACHTUNGEN ZU BESPRECHEN.
ÄNGSTLICHE, BESORGTE ANGEHÖRIGE MÜSSEN BEFÄHIGT WERDEN, SICH UM DIE GESUNDHEIT IHRER KRANKEN FAMILIENMITGLIEDER ZU KÜMMERN.
FALLS NICHT, AN WEN DANN? WIR BRAUCHEN EINEN KLAREN STANDPUNKT.
ERST WUSSTEN WIR QUASI NICHTS, JETZT WISSEN WIR ZU VIEL.
HEY, STOPP! ICH NEHME SPANNUNGEN WAHR. SIND WIR O.K.? ICH WÜNSCHTE ...
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MIR IST AUFGEFALLEN, DASS ES ALLEN DARUM GEHT, IN DER KLINIK ZU BLEIBEN. DIE PATIENTEN WOLLEN BLEIBEN. UND SELBST DIE ÄRZTE SCHICKEN SIE NUR WIDERWILLIG NACH HAUSE.
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VERGESST NICHT: WIR MÜSSEN ETWAS ENTWICKELN, DASS DIE KLINIK AUCH UMSETZEN KANN!
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SO VIELE BEDÜRFNISSE ... WO KÖNNEN WIR AM MEISTEN BEWIRKEN?
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SOLLTE SICH UNSERE LÖSUNG NACH WIE VOR AN DIE KLINIK RICHTEN?
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WIR MÜSSEN SCHNELLER WERDEN. ALLE DORT HABEN BEDÜRFNISSE: DAS ÜBERARBEITETE PFLEGEPERSONAL; DIE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE, DIE KEINE ZEIT HABEN, IHRE PATIENTEN AUFZUKLÄREN; DIE PATIENTEN SELBST, DIE ZU LANGE IM KRANKENHAUS BLEIBEN; GESTRESSTE FAMILIEN; VERWALTUNGSANGESTELLTE, DIE NUR DIE KOSTEN IM BLICK HABEN ...
Die ursprüngliche Inspiration half mir, ein Projekt mit Verantwortlichen im Gesundheitswesen zur Fettleibigkeit bei Kindern anzustoßen. Ich dachte mir: Direkt über Ernährungsregeln und -gewohnheiten zu sprechen könnte schwierig sein. Unser angestrebtes Verhalten unterscheidet sich häufig stark von unserem tatsächlichen Verhalten. Aber genau in diesem Zwischenraum verbergen sich wichtige Erkenntnisse über unsere Überzeugungen, Werte, Hürden, Herausforderungen und Motivationen. Wenn Menschen erst einmal in diesem Zwischenraum sprechen, ergeben sich weit mehr Chancen für kreative Lösungen. Diese einfache Übung hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele Erkenntnisse über das menschliche Verhalten geliefert, auf die sie während des gesamten Projekts zurückgreifen konnten.
WA R U M E S A M
Glauben Sie, dass jeder kreative Fähigkeiten in sich trägt, die erschlossen werden können? Absolut. Mensch zu sein ist gleichbedeutend mit kreativ sein – aber die meisten von uns benötigen von Zeit zu Zeit einen Anstoß dazu. Meine größte Freude ist es, wenn mir meine Studierenden davon erzählen, wie ihnen „Design Thinking“ bei ihren Herangehensweisen an die verschiedensten beruflichen Fragestellungen geholfen hat. Unter „Design Thinking“
V E R L AU F aus der Sicht des Illustrators Michael Hirshon. Auch in den Raum gestellte Fragen wie das uramerikanische: „Sind wir o. k.?“ gehören dazu.
Zu dieser Aufwärmübung inspiriert hat mich der Künstler Mark Menjivar. Er hat das Innere von Kühlschränken von Personen auf der ganzen Welt fotografiert. Die Bilder waren überraschend intim, obwohl man die Besitzerin oder den Besitzer des Kühlschranks gar nicht sah. Ob Schichtarbeiterin, Jäger oder die Familie, die in der Nähe eines Supermarktes wohnt … die Fotos sahen alle ganz unterschiedlich aus.
– Lia Siebert
Wer hat sich die Übungen ausgedacht? Sie entspringen den persönlichen Perspektiven und Erfahrungen der Lehrenden hier an der d.school. Das macht sie so fabelhaft praxistauglich, beispielsweise die präzise nachhakende Feedbackrunde „Mir hat gefallen – ich hätte mir gewünscht“ für das Ende eines Projekts. Oder die „Monsun-Challenge“, bei der es darum geht, ein dringendes Projekt rasch und mit wenig Aufwand zu realisieren. Gerade diese Übung ist wunderbar, um vom Reden ins Handeln zu kommen, um desto schneller herauszufinden, ob eine Lösung funktioniert oder nicht.
B R A I N S TO R M I N G -
was ist in DEinEM kühlschRank?
CREATIVE ACTS
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WIE SCHRECKLICH, WENN MAN NICHT WEISS, WAS LOS IST! WÜSSTEN DIE LEUTE MEHR, WÜRDE IHNEN VIEL LEID ERSPART.
GEHT ES NUR MIR SO ODER SIND WIR DA GERADE AUF ETWAS GESTOSSEN?
DAS IST ES! ES GEHT UM DIE FAMILIEN. WIR MÜSSEN IHRE SITUATION VERBESSERN.
WENN DIE FAMILIE WEISS, WAS LOS IST, KÖNNTE DAS DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN ÄRZTEN UND PATIENTEN VERÄNDERN ...
ZUR PERSON Sarah Stein Greenberg ist Exekutivdirektorin der d.school – eigentlich „Hasso Plattner Institute of Design“ –, eines interdisziplinären Instituts der Universität Stanford, an dem Studierende aller Disziplinen zu kreativem Denken und Handeln sowie zu verschiedenen Herangehensweisen ans Thema Design angeregt werden. Ihr eigener Schwerpunkt sind die Schnittstellen von Design und sozialer Wirksamkeit. Sarah Stein Greenbergs „Creative Acts – Wie Sie auf unkonventionelle und überraschende Weise denken, gestalten und führen“ enthält 81 Übungen aus der Unterrichtspraxis an der d.school, die Illustrationen stammen von Michael Hirshon. Das Buch ist Mitte dieses Jahres im Verlag Franz Vahlen, München, erschienen.
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Redner Weißtund du Zuhörer noch …?
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WEISST DU NOCH …?
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Jede Gruppe unterscheidet sich auf natürliche Weise nutzen, die entsteht, wenn wir Dinge auf unerwartete darin, wie Menschen Informationen verarbeiten und Weise miteinander verbinden. ihre Gedanken äußern. Manche sprechen laut, um ihre Gedanken und zu andere lehnen Diese Übungzu ist,ordnen als würden Sieverstehen, ein besonders lustiges sich zurück, beobachten und denken nach. Dieses VerGedankenexperiment mehrmals wiederholen. Führen halten ist nicht festgelegt, sondern situationsabhängig. Sie sie direkt vor einem Brainstorming durch oder Das heißt bestimmt, eine wann immerder SieKontext kreativ sein wollen.wie Sielautstark lernen darihre Ideen äußert. inPerson ein Grundprinzip kreativer Zusammenarbeit: die Ideen andererspielen weiterdenken, anstatt sie abzuwürgen. Manchmal Machtverhältnisse eine Rolle: Eine Chefin hat in der Regel einen größeren Redeanteil als ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und die SoMeinung geht’s eines Arztes wird normalerweise höher geschätzt als die einer Krankenschwester. (In einer andeFür Übung Sie eine Partnerin oder rendiese Gruppe kann brauchen diese Krankenschwester dagegen die einen Partner.
1. Runde: Sich im Detail uneinig sein
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Zu häufig vergessen wir, anderen zu folgen. Zum Beispiel weil wir der Beste sein und die „genialste“ Idee entwickeln wollen. Oder weil wir Angst haben, etwas falsch zu verstehen, zu weit zu gehen oder blöd auszusehen. Doch wir können lernen, die kognitive Kraft zu
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Um neue, spannende Konzepte zu entwickeln ist es hilfreich, auf den Ideen anderer aufzubauen. Eine Idee, die zwischen zwei oder mehr Gehirnen hin- und herspringt, kann so viel cooler, verrückter oder einfühlsamer sein. Alles gute Dinge, die Sie in die Lage versetzen, ein breites Spektrum möglicher Lösungen in Betracht zu ziehen. Dieser Prozess verlangt, dass Sie zuhören und dann antworten, anstatt für sich allein Ideen zu generieren und diese dann zu äußern.
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Eine Idee von Leticia Britos Cavagnaro und Melissa Pelochino, inspiriert von Maren Aukerman und Mano Singham Eine Idee von Dan Klein, Patricia Ryan Madson und Improvisatoren überall auf der Welt
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I N Ü B U N G 22 geht es darum, auf den Vorgaben des Gegenübers mal in zustimmender, mal in widersprechender Weise aufzubauen. – Wenn in einer Arbeitsgruppe die Energie draußen ist, genügen ein paar Runden Schere, Stein, Papier (Übung 31).
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Tun Sie gemeinsam mit Ihrem Partner so, als seien Sie alte Freunde, die sich immer dann uneinig sind, wenn es um Details geht. „Erinnern“ Sie sich an eine gemeinsame Aktivität – eine fiktive gemeinsame Erinnerung. Diese kann langweilig oder spannend sein; sie darf nur nichts sein, das Sie tatsächlich einmal zusammen erlebt haben. Person A beginnt: „Weißt du noch, als wir …?“
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… Kaffee geholt haben? … in der Weinbar auf dem Marktplatz waren? … nirgendwo Pflaster gefunden haben? Person B bejaht dies, widerspricht aber in Bezug auf einige Details. Setzen Sie das eine Weile fort, und reichern Sie dabei Ihre gemeinsame Erinnerung an, seien Sie sich aber weiter uneins: „Nein, das stimmt so aber nicht.“ Oder: „Ach ja, ich erinnere mich. Aber so war das doch gar nicht.“
2. Runde: Sich in allem einig sein Spielen Sie das gleiche Spiel mit dem selben Partner noch einmal, nur diesmal sind Sie sich auf wundersame Weise in allem einig. Was auch immer Ihr Partner sagt, stimmt genau. Wenn Sie sich dabei erwischen, Ihrem Partner widersprechen zu wollen, sagen Sie einfach: „Oh nein, warte, du hast ja recht. Wie konnte ich das vergessen. Wir sind natürlich entführt worden!“ oder was auch immer Ihr Partner behauptet hat. Es geht darum, die andere Person in Ihrer gemeinsamen fiktiven Erinnerung gut aussehen zu lassen. Da alles erfunden ist, können Sie sie auch zu einem Helden machen. Setzen Sie Ihre Unterhaltung ein paar weitere Minuten fort. Vergleichen Sie nun die beiden Runden: Wie haben Sie sich in Runde 1 gefühlt, wie in Runde 2?
Schwelgen Sie 1 bis 1 ½ Minuten in Ihrer gemeinsamen fiktiven Erinnerung und beenden Sie die Runde dann.
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Am Ende des Turniers blicken alle in strahlende Gesichter und kehren mit neuem Schwung an die Arbeit zurück.
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Der Gewinner sucht sich nun einen anderen Gewinner. Dabei wird er von seinem größten Fan begleitet, der ihn während es gesamten Turniers anfeuert. Mit der Zeit gibt es immer weniger Gewinner und immer mehr Fans. Wenn es irgendwann nur noch zwei Spieler gibt,
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von denen jeder etwa die Hälfte des Raumes als jubelnde Fangemeinde hinter sich hat, haben Sie auf beeindruckende Weise einen Mob in sein genaues Gegenteil verwandelt.
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Die Paare spielen insgesamt drei Runden. Die Person, die zwei der drei Runden gewonnen hat, zieht in die nächste Runde ein, wobei der Verlierer zu ihrem größten Fan wird. Dieser grölt, jubelt, klatscht und trampelt mit den Füßen und ruft dabei den Namen des Gewinners (also seines einstigen Gegners).
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auch das eine oder andere über sich selbst zu erfahren, das Ihnen noch unbekannt war. Fazit: Kreativität kann helfen, alles neu zu denken.
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Design ist für jedermann da. Es ist eine Art zu
Kontext, insbesondere mit Blick auf soziale
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„Bau dir einen Bot“ zeigt das anschaulich: Sie lernen, zu träumen und wichtige Fragen dartiehnesewnA eid raw eluhcS red nI .nedruw tredrofegfua entwerfen die Sprache eines Roboters, mit dem über zu stellen, wie die Welt aussehen könnte Sie sich unterhalten können, und lernen dabei oder sollte. Die in meinem Buch vorgestellten sowohl, mit Daten zu arbeiten, als auch, die Anregungen und Methoden werden Sie dazu sozialen Auswirkungen dieser neuen Technolobringen, Ihre eigenen kreativen Fähigkeiten gien zu überdenken. aus sich herauszuholen. Und damit nebenbei
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Können Visualisierungen hilfreich sein? Absolut. Die Aufgabe „Stakeholder Mapping“ nutzt sie. Viele – insbesondere soziale – Projekte bewegen sich ja innerhalb von komplexen sozialen Systemen. Bei dieser Aufgabe geht es nun darum, mittels Visualisierung, also einer Zeichnung bzw. „Landkarte“, herauszufinden, von welchen Seiten in der Community Unterstützung kommt und wo die Hindernisse liegen. Das schafft buchstäblich Raum, um die unsichtbaren Machtdynamiken offenzulegen und dadurch der Projektverwirklichung einen Schritt näherzukommen.
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Kommentar
F R U C H T BA R E S Z U S A M M E N S P I E L
IST INNOVATION OHNE AGILITÄT ERFOLGREICH? VON MARTIN KOMPAN
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ie Geschäftswelt steht vor komplexen Herausforderungen, die sich nicht erst seit der Multikrise der letzten Jahre ergeben haben. Sich ständig verändernde Rahmenbedingungen beeinträchtigen Betriebsabläufe und wirtschaftliche Stabilität, traditionelle Geschäftsstrategien genügen nicht mehr. Oft geht das Finden und Umsetzen von Verbesserungen in Unternehmen nur sehr langsam vor sich, weil die etablierten Strukturen diese eher behindern als beschleunigen. In diesem Kontext gewinnt die agile Arbeitsweise zunehmend an Bedeutung. Diese ermöglicht es Unternehmen, flexibler auf Veränderungen zu reagieren, indem sie iterative Prozesse, kontinuierliches Feedback und Verbesserung in den Mittelpunkt stellt. Voraussetzung dafür sind Flexibilität, flache Organisationsstrukturen und schrittweise Abläufe. Durch offene Kommunikation und Zusammenarbeit im Team werden Ideen gefördert, während kurze Arbeitszyklen schnelle Anpassungen ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen ermöglicht eine umfassendere Betrachtung von Herausforderungen, wobei Fehler als wertvolle Gelegenheiten zum Lernen angesehen werden, unterstützt durch kontinuierliches Feedback.
4. Ideengenerierung: Mitarbeitende werden aktiv zur Beteiligung ermutigt, vielfältige Perspektiven führen zu einem breiten Spektrum an Ideen und letztlich zu viel mehr Input aus der Organisation heraus. 5. Innovationschance: Offenheit, Zusammenarbeit und Kreativität schaffen optimale Bedingungen für Innovationen. AGILITÄT UND INNOVATION – EIN UNTRENNBARES DUO FÜR DEN UNTERNEHMENSERFOLG
Die Frage, ob Innovation ohne Agilität erfolgreich ist, lässt sich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Das beschriebene Vorgehen verankert beide Aspekte tief in der Unternehmenskultur. Unternehmen, die diese Ansätze als Kern ihrer Kultur etablieren, bewältigen geschäftliche Herausforderungen besser und erkennen aufkommende Chancen klarer. Kurz: Agilität und Innovation sind Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.
DER WEG ZU MEHR OFFENHEIT, ZUSAMMENARBEIT UND INNOVATION
1. Aktivierung der Organisation: Startpunkt für die Öffnung der Unternehmenskultur: Führungskräfte sind aufgerufen, eine Kultur der Offenheit zu fördern. Hierarchien werden aufgebrochen, dadurch entstehen Freiräume, die mehr Kreativität erlauben. 2. Agile Methoden: Erhöhung der Effizienz durch Abbau von Bürokratie und starren Strukturen. Agile Methoden ermöglichen ein viel schnelleres und zielgenaueres Vorgehen u. a. durch Ausprobieren und laufendes Lernen. 3. Kreativförderung: Befreiung von Routine ermöglicht Raum für innovatives Denken und unkonventionelle Lösungen 02 • 2023
M A R T I N KOM PA N unterstützt mit seinem Unternehmen Step2 Führungskräfte und Teams bei der Work-Life-Balance und gesunden Arbeitsbewältigung. Die von ihm entwickelte „Team-Transformation-Journey“ hilft, agiler zu agieren. Als Obmann der Initiative Intelligent Innovation (I3) engagiert er sich für den Innovationsbereich und bietet Unternehmen mit dem „House of Innovation“ eine Plattform zur Stärkung ihrer Innovationskraft.
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Porträt
D I E F I R M A C L A RO I M S Ü D E N S A L Z B U R G S H AT D E N GESCHIRRSPÜLMITTELM A R K T R E VO LU T I O N I E R T : VOM E R S T E N TA B M I T WA S S E R LÖ S L I C H E R F O L I E
HIGH END MIT HINGABE
BIS ZU EINER REZEPTUR, D I E O H N E P H O S P H AT E
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VON MARKUS DEISENBERGER
enn Josef Dygruber ein paar Minuten zu spät kommt, gibt es dafür einen guten Grund: Ein für die Herstellung seiner Geschirr spül-Tabs essenzielles Enzym, das dank explo dierender Rohstoffpreise teurer denn je ist, musste beschafft werden. Es gibt Dinge, die dulden keinen Aufschub, will man erfolgreich sein, und erfolgreich ist Dygruber, seit er das Unternehmen Claro im Sommer 1995 gegründet hat. Und innovativ. Seine Leidenschaft für Marken hat er bei Benckiser entdeckt, einem deutschen Konzern, der u. a. die Marken Calgon und Calgonit im Programm hatte und bei dem er fürs Controlling zuständig war. Es war die Zeit, als in Salzburg Minis mit großer Red-Bull-Dose auf dem Dach herumfuhren, um einen Energy Drink zu bewerben, der schon bald die Welt erobern sollte. Dietrich Mateschitz war sein Vorbild. „Eine
Marke von null weg so aufzubauen wie er“, war Dygrubers Traum, und er sollte dazu früher Gelegenheit bekommen als gedacht: Sein damaliger Chef war der festen Überzeugung, Geschirrspül-Tabs würden sich auf dem Markt nie durchsetzen. Dygruber jedoch glaubte trotzdem an die Kraft der kleinen Tablette und machte sich mit einem Chemiker und einer Maschine selbstständig. Mit „Claro“ war bald der Markenname gefunden. „Kurz, einprägsam, und im Spanischen steht er für hell, leuchtend, sauber.“ Und auch der Markenkern war von Anfang an klar: Das ökologischste Produkt mit der besten Performance auf dem europäischen Markt sollte es werden. Bevor das gelang, musste Dygruber allerdings erst einmal Eigenmarken für andere produzieren. Spülmittel-Tabs der Marke Alio für Hofer und der Marke Clever für Billa. Aber Dygruber sollte recht behalten. Schon bald ging der Markt für Tabs ab. ZUHÖREN FÜR DEN ERFOLG
ZUR PERSON Josef Dygruber (geboren 1967 in Hallein) gründete im Jahr 1995 die Marke Claro für nachhaltige Geschirrspülmittel und Waschmittel. Heute hat das Unternehmen 12 Prozent Marktanteil, und das als Nischenprodukt. Dygrubers Ziel für die Zukunft: „Innovativ bleiben und eine Öko-Fabrik mit Schauproduktion nach dem Vorbild von Zotter Schokolade.“
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Für den weiteren Siegeszug von Claro war von Vorteil, dass Dygruber ein guter Zuhörer ist. Im Supermarkt fragte ihn eine Verkäuferin, warum es keine Tabs mit wasserlöslicher Folie gebe. Sofort besorgte er sich Folien und begann mit dem Herumexperimentieren. Das Ergebnis waren die ersten Tabs mit wasserlöslicher Folie. Doch bald schon riefen erboste Kunden an: „Wir bringen die Folie nicht runter“, beschwerten sie sich. „Nicht alle lesen, was auf so einer Packung draufsteht“, lacht Dygruber,
ollautomatisch, sodass bei vollem Betrieb nur V zwei Leute erforderlich sind. Bis zu 25 Rohstoffe werden in einem Tab verarbeitet. „Als ich anfing, waren es zehn.“ Auch die 3-Phasen-Technologie, die für ein besseres Reinigungsergebnis sorgt, war seine Idee. Doch nicht alles in der Firmengeschichte war eitel Wonne. „2013 hätte ich meine Firma fast verloren“, erzählt der Selfmade-Mann. Als Stolperstein erwiesen sich die Fremdmarken. „Auf dem Diskontmarkt braucht man Kostenführerschaft. Die Nachteile im Einkauf kannst du sonst nicht mehr wettmachen.“ Am Ende des Jahres fehlte eine Million Euro. Und das trotz 23 Mio. Umsatz pro Jahr. KRISEN ALS INNOVATIONSTREIBER
Krisen wie diese schärften das Bewusstsein für künftige Herausforderungen. 2008 gab es plötzlich einen Phosphat-Engpass, weil ein paar Minen in Marokko zugesperrt hatten, erinnert sich Dygruber. Seine Entwicklungsabteilung wurde bei der Suche nach Ersatzstoffen zwar fündig, aber die neue Rezeptur funktionierte anfangs nur bedingt. „Wir hatten Leistungsdefizite und verloren Kunden.“ Heute sei man mit den Ersatzstoffen längst besser, als würde man immer noch mit Phosphat arbeiten.
WARUM DAS SALZ BILLIGER WOANDERS KAUFEN, WENN DAS QUALITATIV HOCHWERTIGSTE IM SALZKAMMERGUT AUS DEM BERG GELÖST WIRD?
der sofort wusste, was zu tun war: eine Werbung mit Dagmar Koller drehen nämlich. Der Spot, in dem sie erklärt, wie so ein Tab mit wasserlöslicher Folie funktioniert, wurde zum Dauerbrenner, und die Marke Claro war über Nacht in aller Munde. Heute werden 50 Prozent der auf dem globalen Markt erhältlichen Tabs mit wasserlöslicher Folie gefertigt. Dygruber hat mit seiner Idee und seinem Mut den Markt verändert. Mittlerweile sind wir vom Büro in die Produktion gewechselt. 1.200 Tabs werden dort in der M inute von einer Maschine erzeugt.
„Die letzten sechzehn Monate leiden wir aufgrund der steigenden Rohstoffpreise“, erzählt Dygruber, der trotzdem sofort die Lagerbestände erhöhte. „So waren wir nie out of stock.“ Und auch die solide Eigenkapitalausstattung der Firma erwies sich als überlebenswichtig. Die Lage bleibt trotzdem weiter angespannt, schließlich hat man bei wichtigen Rohstoffen wie Aktivsauerstoff mit Preissteigerungen zwischen 40 und 60 Prozent zu kämpfen. Auch deshalb muss die Innovation immer weiter gehen. Es ist ein ständiges Tüfteln in allen Bereichen. Bei den Rohstoffen sei man dank biobasierter Tenside und gänzlichem Verzicht auf Benzotriazole schon ziemlich „High End“. Und sogar ökologisch vertretbarer Silberschutz, für den Claro ein Patent hat, ist heute möglich. Aber Luft nach oben gibt es immer, vor allem beim Packaging. Jüngste Errungenschaften etwa sind die trichterförmige Verpackung des Geschirrspül-Salzes. Und bei den Tabs sorgt die schmale 20er-Packung für Furore, die durch jeden Briefschlitz passt und sich bequem per Abo bestellen lässt. Die im Bio-Supermarkt erhältliche Claro-100%-Linie kommt gar im Graskarton. „Da spürt man
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schon beim Angreifen, dass das etwas anderes ist“, so Dygruber. Und damit keiner Kuh Nahrung weggenommen wird, werden dafür nur Flächen neben der Autobahn abgemäht. Natürlich hat die Qualität ihren Preis. Claro-Produkte sind zwischen 40 und 50 Prozent teurer als herkömmliche Industrieprodukte, aber die Qualität sei nicht verhandelbar. „Warum das Salz billiger woanders kaufen, wenn das qualitativ hochwertigste im Salzkammergut aus dem Berg gelöst wird?“ Den Unterschied mache jeder Labor-Schnelltest deutlich, so Dygruber.
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Die größte Konkurrenz sind Multis wie Henkel und Somat, börsennotierte Unternehmen, die aber mit ihren ökologischen Ansprüchen immer wieder auf die Nase fielen, „weil sie einfach nicht mit der Liebe und Hingabe am Thema dran sind wie wir“. Claro ist dagegen klein geblieben – und Dygruber der „etwas andere Chef“. Ein Tüftler, der für ein Projekt (Grasverpackungen, Anm.) sogar den landwirtschaftlichen Facharbeiter macht und gern mal Viktor Frankl und dessen Theorie zu sinnstiftender Arbeit zitiert.
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FAHR FREUDE Nachhaltig unterwegs mit starken Versicherungspaketen 02 • 2 0 2 3
Und dass es der Chef mit seinem Slogan „Grün, aber gründlich“ ernst nimmt, lässt sich nicht nur an den Ergebnissen der Stiftung Warentest nachvollziehen, die Claro Classic Geschirrspültabs 2019 zum Testsieger kürte, sondern auch anhand der Firmenautos: Die sind nicht nur elektrisch, sondern auch nützlich. Ein Großteil der Leute habe die Übersiedlung der Firma während der Pandemie von Mondsee nach Anif deshalb mitgemacht, weil sie für den Transport in die Arbeit keinen Cent zahlen, so Dygruber. Damals musste man mitten im Corona-Wahnsinn und bei laufender Produktion siedeln. Dygruber ist sichtlich stolz auf seine Mitarbeiter. Und genau deshalb hat er neulich auch auf die 4-Tage-Woche umgestellt. „Wenn ich zwei Stunden hergebe und wir eine Stunde länger am Tag arbeiten, schaffen wir die Arbeit einer Woche in vier Tagen.“ Bis Ende Dezember läuft das Experiment. „Dann werden wir evaluieren, wie sich das Ganze auf Krankenstände und Produktivität auswirkt. Ich bin gespannt.“
VON DER ERDE BIS ZUM MOND ZUVERLÄSSIGE VERNETZUNG FÜR DIE D I G I TA L E Z U KU N F T
Als TTTech vor 25 Jahren in Wien gegründet wurde, waren vernetzte und autonome Baumaschinen, Autos, Flugzeuge und Raumstationen noch Stoff für Science-Fiction-Filme. Heute schreitet die Digitalisierung aller Bereiche in Windeseile voran. Im „Internet of Everything“ werden mobile Maschinen, Produktionshallen, Flugzeuge und Energieproduktion digital, vernetzt und autonom. Dadurch eröffnet sich ein neues Spektrum an Möglichkeiten, die auf vielen Ebenen positiven Einfluss haben können. Die Herausforderung bei der Gründung von TTTech war, Computersysteme in der Luft- und Raumfahrt durch innovative Vernetzungslösungen für die Menschen sicherer zu machen.
G E O RG KO P E T Z , Mitgründer und CEO TTTech, weiß, wie sich die Sicherheitsstandards aus der Raumfahrt in anderen Branchen nutzen lassen.
25 Jahre später ist klar, dass Digitalisierung nicht mehr nur zu Sicherheit, sondern auch zur Lösung der größten aktuellen Herausforderung beitragen muss: des Klimawandels. Ressourcenschonendere Produktion und Landwirtschaft, Shared Mobility, effizientere Energieproduktion und -einsatz, Fernwartung oder optimierte Flugrouten können Bausteine für eine nachhaltigere Zukunft sein. Eine grundlegende technologische Komponente ist dabei das Datenkommunikationsnetzwerk der eingesetzten Systeme, auf das sich TTTech spezialisiert hat. Diese Schaltzentrale sorgt dafür, dass alle Elemente in komplexen sicherheitskritischen Systemen optimal aufeinander abgestimmt sind und Daten zuverlässig und sicher übertragen werden, z. B. für die Steuerung oder Lebenserhaltungssysteme von Flugzeugen oder Raumstationen. TTTech beschäftigt 2.300 Mitarbeiter:innen in 15 Ländern und arbeitet unter anderem mit der Europäischen Weltraumagentur ESA und der NASA zusammen. Technologie von TTTech wird in der NASA Orion Raumkapsel und auf der NASA Gateway Raumstation eingesetzt. Die Erfahrungen mit hohen Sicherheitsstandards in der Luft- und Raumfahrt hat TTTech im Laufe der Jahre auch auf andere Industrien übertragen und bietet Lösungen für Hersteller mobiler Maschinen und landwirtschaftlicher Fahrzeuge sowie die industrielle Fertigung, die Energieproduktion und die Automobilbranche an.
© Robert Fritz, TTTech
A DV E R TO R I A L
Alt, aber gut
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P H I LO S O P H I E U N D D E MO K R AT I E , O K AY. ABER WUSSTEN SIE, DA S S D I E A LT E N G R I E C H E N AU C H H A N D F E S T E P RO D U K T E E N T W I C K E LT E N ?
GRIECHENLAND HAT’S ERFUNDEN VON ARNDT MÜLLER
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ECKER
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Der vor allem als Philosoph bekannte Platon entwickelte im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (v. u. Z.) eine Wasseruhr mit Alarmfunktion, die als erster Wecker gilt. Die von ihm erfundene Version bestand aus mehreren Keramiktöpfen: Der obere Behälter führte dem nächsten Behälter über einen Hahn eine definierte Menge Wasser zu. Wenn dieser zum festgelegten Zeitpunkt gefüllt war, ergoss sich das Wasser durch ein Rohr in das nächste, luftdicht verschlossene Gefäß und zwang die darin enthaltene Luft dazu, unter Druck durch eine Art Flöte ins Freie zu entweichen. Der so erzeugte Ton beendete den Schlaf des Philosophen.
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Heron von Alexandria hatte offenbar eine Schwäche für große Auftritte. Jedenfalls entwickelte der irgendwann zwischen 200 vor und 100 nach unserer Zeitrechnung lebende Tüftler den ersten automatischen Türöffner und versetzte damit Gläubige in Erstaunen. Sobald nämlich ein Priester im Tempel ein Feuer auf einem Altar entzündete, dehnte sich das Wasser in einem darüber angebrachten Kessel aus und floss durch ein Siphon in einen Eimer. Das Sinken des zunehmend schwereren Eimers wurde über ein ausgeklügeltes System von Waagen und Riemen auf die Tempeltore übertragen, die sich schließlich wie von Geisterhand – oder eben Gotteshand – öffneten. Wurde das Feuer gelöscht, sorgte der Unterdruck dafür, dass sich die Tore wieder schlossen.
NTFERNUNGSMESSER
Auch der Entfernungsmesser, altgriechisch Hodometer (Wegmesser), stammt aus der Antike. Man schließt das daraus, dass bereits unter der Ägide Alexanders des Großen (336 – 332 v. u. Z.) ungewöhnlich genaue Entfernungsangaben gemacht wurden, verantwortlich dafür waren die sogenannten Bemantisten (Schrittzähler). Mit Alexander dem Großen begann das Zeitalter des Hellenismus, daher wird die Erfindung den antiken Griechen zugeschrieben. Erste schriftliche Erwähnungen eines entsprechenden Geräts finden sich allerdings beim römischen Tüftler Vitruv (1. Jhd. v. u. Z.) und seinem griechischen Kollegen Heron von Alexandria.
ÜBER 1 .9 0 0 JA H R E
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U TOM AT I S C H E T Ü R E N 33
Geschichtenerfinder
K AU M E I N E T E C H N O LO G I E H AT H E U E R S O V I E L F U RO R E G E M AC H T W I E D I E N E U E N KÜ N S T L I C H E N I N T E L L I G E N Z E N . DA B E I S I N D AU C H ÄU S S E R S T
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KU R I O S E E X E M P L A R E
QUIZ: KI – KURIOS INTELLIGENT VON ARNDT MÜLLER
E N T S TA N D E N . Z W E I D E R DREI, DIE SIE UNTEN F I N D E N , S I N D E C H T. E I N E S H A B E N D I E N AT Ü R L I C H E N I N T E L L I G E N Z E N AU S D E R R E DA K T I O N D E S „ I N “
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K Ü NST L IC H E NASE
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KI muss nicht aufs Internet beschränkt bleiben: Die künstliche Nase, die ein Ingenieur von Microsoft erfunden hat, nimmt tatsächlich Kontakt zur Außenwelt auf. Eigentlich wollte der Besagte nur wissen, wann der Sauerteig bereit fürs Brotbacken ist. Er schaltete einen Gassensor, der beispielsweise CO2, Schwefeldioxid und Ethylalkohol wahrnehmen kann, mittels Mikrocontroller mit einer KI für die Zusammensetzung von Gasen zusammen, und fertig war die intelligente Nase. Solche Geräte könnten künftig etwa eingesetzt werden, um zu überprüfen, ob Lebensmittel noch genießbar sind.
BAB YGENE R ATO R Sie möchten wissen, wie Ihr Nachwuchs aussehen wird? Nichts leichter als das: Laden Sie einfach zwei Bilder – eines von Ihnen, eines von dem Menschen, dem Ihr Herz gehört – beim AI Baby Generator hoch und freuen Sie sich auf die fotorealistischen Bilder Ihres potenziellen Babys. Wer sich scheut, die KI mit Bildern zu versorgen,
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kann auch versuchen, sich möglichst genau per Text zu beschreiben. Und wer nicht nur den Basis-Service nutzt, sondern sich für die Luxus-Variante entscheidet, erhält sogar einen detaillierten Bericht über die Persönlichkeit des noch nicht gezeugten Lebens. Wenn Menschen vom Aussehen auf die Persönlichkeit schließen, geht das zwar regelmäßig in die Hose, aber hier ist immerhin eine KI am Werk.
D ER LETZ T E AT EMZ U G Tatsächlich können die neuen künstlichen Intelligenzen nicht nur ungeborenes Leben einschätzen (siehe oben), sondern auch das Ende des Lebens. Hierfür benötigt Le Petit Mort AI, programmiert von einem Team aus französischen IT- und Medizinfachleuten, nur ein paar Angaben wie Alter, Blutgruppe, Gewicht und Größe und berechnet aufgrund dessen das wahrscheinlichste Todesjahr. Besonders pikant: Im Partner-Modus wirft die Software auch aus, wann beide Partner das Zeitliche segnen werden, und gibt Tipps, durch welche Verhaltensweisen sich die Todeszeitpunkte einander angleichen lassen. Denn wer möchte schon alleine sterben?
Schummelgeschichte: die Le-Petit-Mort-AI-Geschichte
E R F U N D E N . W E LC H E S ?
A DV E R TO R I A L GESAMTSIEGERIN Birgit van Duyvenbode, REEDuce, die auch den Titel Female Startup des Jahres holte, mit Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse (li.) und Fabian Stenzel, Head Retail Erste Bank (re.)
GRÜNDER:INNEN STARTEN MIT DER #GLAUBANDICH CHALLENGE DURCH D I E # G L AU BA N D I C H C H A L L E N G E VO N E R S T E BA N K U N D S PA R K A S S E G E M E I N S A M M I T T R E N D I N G TO P I C S I S T Ö S T E R R E I C H S G RÖ S S T E R S TA R T U P -W E T T B E W E R B . A L S F I X P U N K T D E R H E I M I S C H E N S TA R T U P - S Z E N E B I E T E T S I E D E N H E I M I S C H E N G R Ü N D E R : I N N E N E I N E G RO S S E
Neben dem Aufbringen des notwendigen Startkapitals ist Sichtbarkeit eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmen. Dem haben sich Erste Bank und Sparkasse gemeinsam mit Trending Topics angenommen und bieten mit der #glaubandich CHALLENGE eine Plattform, auf der sich innovative Startups mit medialer Unterstützung präsentieren und Kontakte zu potenziellen Geldgebern knüpfen können. Sieger-Team der #glaubandich Challenge 2023 war das Wiener Jungunternehmen REEDuce. Das Startup baut Lärmschutzwände aus Schilf, die in Sachen Haltbarkeit und Schalldämmung mit den konventionellen Lärmschutzwänden mithalten. Mit diesem Produkt qualifizierte sich REEDuce in einem der zehn City Pitches für das große Finale in Wien und konnte sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Gründerin Birgit van Duyvenbode hat ihr Startup mit dem Ziel ins Leben gerufen, mehr Nachhaltigkeit zu schaffen und die Gesundheit der Menschen zu verbessern, denn Lärm ist ein großes Umweltproblem. MILLIONEN-INVESTMENT FÜR KI-STARTUP
Neben REEDuce gab es 2023 einen zweiten großen Gewinner bei der #glaubandich Challenge: Shopstory konnte bei den Investor:innen, die mit der #glaubandich Challenge zusammenarbeiten, punkten. Das niederösterreichische Startup unterstützt Unternehmen dabei, das Marketing von Onlineshops mithilfe von KI-basierter Software zu automatisieren. Die Investoren Calm/Storm Ventures und Hardlymountain Capital waren von der Idee überzeugt und gaben auf der Bühne eine
s iebenstellige Finanzierungsrunde bekannt, bei der auch die Bestandsinvestoren Hansi Hansmann, Tecnet Equity und Patrick Pöschl mitgezogen sind. Dieses Investment will Shopstory nutzen, um weiter zu expandieren. AUCH 2024 WIRD DAS „STARTUP DES JAHRES“ GESUCHT
REEDuce und Shopstory sind gute Beispiele für die hohe Innovationskraft und Qualität der Kandidat:innen, die bei der #glaubandich Challenge 2023 neue Maßstäbe setzten. Durch die Bank beschäftigen sich die Startups mit den wichtigen Zukunftsthemen, allen voran Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Auch im kommenden Jahr findet die #glaub andich Challenge wieder statt. Wer überzeugt ist, selbst das Zeug zum „Startup des Jahres 2024“ zu haben, meldet sich bis 31. Dezember unter www.glaubandich-challenge.at an. Als Gewinn warten ein Preisgeld von 10.000 Euro von Erste Bank und Sparkassen und ein Medienpaket im Wert von 10.000 Euro von trending topics. Alle Teilnehmer:innen bekommen die Möglichkeit, ihre Idee und ihr Startup auf einer großen Bühne zu präsentieren und vielleicht – wie es Shopstory gelang – neben der Jury auch die Investor:innen zu überzeugen. #glaubandich
N Ä H E R E I N F O S und Anmeldung bis 31.12.2023 unter www.glaubandich-challenge.at
© Daniel Hinterramskogler
BÜHNE FÜR IHRE IDEEN.
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