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ELO 7

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ELO – das E-Mobility-Magazin

07 Sommer 2022

Cabrio, Kombi und Coupé: 3 E-Autos, auf die wir schon gewartet haben 1 4 Jutta Kleinschmidt: „Der Motorsport muss wieder Vorreiter werden“ 3 6

Racing unter Strom

5,90 €

Können wir genug Grünstrom erzeugen?

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Spritpreis macht Elektroautos attraktiver

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E-Bike-Urlaub: Auf die gute Tour

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Die spektakulärsten Rennserien zu Land, zu Wasser und in der Luft 3 8


100% ELEKTRIFIZIEREND HYBRID & ELEKTRO FÜR ALLE FIAT MODELLE.

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DER NEUE (500)RED. JETZT IM FCA BANK GREEN LEASING MIT € 500,- LADEGUTHABEN° Keine Ladestation brauchen die sparsamen Hybrid-Versionen von FIAT Panda, 500, 500X und Tipo. 100% elektrisch sind Sie mit dem neuen FIAT 500 Elektro unterwegs. Und alle gibt es jetzt auch als (RED) Sondermodelle, mit denen FIAT die (RED) Organisation bei ihrem Kampf gegen weltweite Pandemien unterstützt. Verbrauchs- und Emissionswerte Fiat 500 Elektro: Stromverbrauch 13,0 – 14,9 kWh/100 km, CO2-Emission 0 g/km, Reichweite 190 – 322 km (WLTP kombiniert). Die tatsächliche Reichweite unter Alltagsbedingungen kann davon abweichen. Symbolbilder. ° FIAT 500 ICON Hatchback 42 kWh Batterie, Listenpreis: € 31.390,-, Aktionspreis für Privatkunden inkl. E-Mobilitätsbonus des Importeurs € 27.900,-, Laufzeit 48 Monate, monatliche Rate € 199,-, Restwertleasing, Fahrleistung/Jahr 10.000 km, Anzahlung € 3.600,-, Restwert € 18.610,-, Gesamtkreditbetrag € 28.417,-, FCA Restschuldversicherung Basis (optional): € 517,–, Gebühren inkl. staatl. Vertragsgebühr € 753,-, Sollzinssatz fix 3,30%, eff. Jahreszins 4,41%, Gesamtbetrag € 32.084,-. Ladeguthaben € 500,- inkl. USt. bei einem neuen Tanke Wien Energie Vertrag (Start/Plus/Expert) in Verbindung mit Green Leasing. Gutschrift bezieht sich auf eventuelle monatliche Grundgebühr sowie Gebühren für Ladungen im Wien Energie Netz oder bei österreichweiten BEÖ Roaming Partnern. Weitergabe oder Barablöse ausgeschlossen. Voraussetzung: Bankübliche Bonitätskriterien, Wohnsitz / Beschäftigung in Österreich. Freibleibende Angebote der FCA Bank Austria GmbH. Zusätzlich können € 3.000,- Bundesförderung beantragt werden (E-Mobilitätsbonus für Privatkunden gemäß der Förderrichtlinie klimaaktiv mobil auf Grund des Klima- und Energiefondsgesetz, genaue Informationen unter www.umweltfoerderung.at). Stand 05/2022. Fiat, Jeep® und RAM haben sich verpflichtet, zwischen 2021 und 2023 mind. 4 Millionen Dollar an den Global Fund zu spenden, um mit (RED) Pandemien wie COVID und AIDS zu bekämpfen. Jedes (FIAT)RED-Fahrzeug ist Teil dieser Verpflichtung.


Sta r t

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Wien ist bekanntlich die grantigste Stadt der Welt, und einer der zeitgemäßen Gründe für den Grant sind E-Scooter, die Gehsteige und Hauseinfahrten blockieren, unvermittelt zwischen Autos hervorschießen oder sich durch die Fußgängermassen schlängeln. Jetzt stellen Sie sich vor, die Dinger wären statt 25 km/h auf einmal mehr als 100 km/h schnell! Ein Traum für Grantler, ein Albtraum für andere Verkehrsteilnehmer? Jedenfalls ein Traum, der in Erfüllung geht – aber nicht im Stadtverkehr: Die „eSkootr Championship“ feierte jüngst ihre Premiere als erste Rennserie für E-Scooter. Sie ist allerdings sicher nicht der heißeste Kandidat, um die Formel 1 als „zweitschönste Sache der Welt“ (© Niki Lauda) abzulösen. Elektrische Rennligen schießen derzeit wie Schwammerln aus dem Boden. Ein paar davon haben wir für diese Ausgabe genauer unter die Lupe genommen (S. 38). Die bunten Spektakel sollen nicht nur unterhalten, sondern auch Werbung für Elektromobilität machen. Wenn ihnen das gelingt und VerbrennerFahrzeuge irgendwann aussterben, wäre das wohl ein Rückschlag für die Grantler. Immerhin fällt dann ja ein Thema weg, über das man sich so gut aufregen kann wie über kaum ein anderes: die Spritpreise. Zwar lässt es sich über die Strompreise auch gut keppeln, aber das konnte man ja bisher schon. Und falls Sie es nicht wissen: Im direkten Vergleich haben die Spritpreise als Grantgrund immer noch die Nase vorne – wir haben nachgerechnet (S. 20/22). Fragen, Wünsche, Anmerkungen, Kritik? Wir freuen uns auf Ihre Meinung! redaktion@elo-magazin.at

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Viel Vergnügen mit dem neuen ELO! Florian Streb, Redakteur bei Egger & Lerch

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H i n g u c ke r Die elektromobile Zukunft in Bildern

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B l i t z l i c h te r Erstaunliches aus der e-mobilen Welt

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3 E-Au to s , a u f d i e w i r s c h o n g ewa r te t h a b e n Endlich mehr als nur SUVs: Cabrio, Kombi und Coupé gibt’s jetzt in E 1 4

G i b t e s g e n u g G rü n s t r o m? Woher der zusätzliche Strom kommen könnte, den wir für Elektroautos benötigen 1 6

S p ri t p r e i s m a c h t E-Au to s a t t ra k t ive r

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Fachleute rechnen vor: Elektrisch fährt man auf Dauer günstiger 2 0

I m Ü b e rb l i c k Wie sich die höheren Strom- und Benzinpreise auf die Kosten pro Kilometer auswirken 2 2

Ko m m e n t a r „Fahren Sie gerne E-Auto?“, fragt Autorin und Mobilitätsexpertin Katja Diehl 2 4

Drei lesenswerte Neuerscheinungen

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I m p re s s u m

Gadgets Nützliches und Unterhaltsames für einen Sommer on the road 2 6

M i t B l a u l i c h t u n d Pe d a l e n Nach Niedersachsen setzen jetzt auch Wien und Vorarlberg auf E-Bike-Polizeistreifen. 3 0

E- B i ke - U rl a u b : Au f d i e g u te To u r Wie das Elektrofahrrad eine Reise nachhaltiger machen kann 3 2

„ D e r M o to r s p o r t m u s s w i e d e r Vo rr e i te r we r d e n“ Rallyepilotin Jutta Kleinschmidt im Interview

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R a c i n g u n te r S t r o m Die spektakulärsten Rennserien zu Land, zu Wasser und in der Luft 3 8

„ D e r n ä c h s te S c h ri t t : l e i c h te r e Au to s “ Louis Palmer geht mit dem „Solar Butterfly“ auf emissionsfreie Weltreise. 4 6

Quiz Drei faszinierende Geschichten – aber eine davon haben wir uns ausgedacht.

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ELO können Sie jetzt auch online bestellen – gehen Sie dazu auf: derStandard.at/Shop

Sie finden ELO außerdem auf den Plattformen Readly, read-it und PressReader.

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Chefredaktion Florian Streb Grafik Elisabeth Ockermüller (Art Director) Bildbearbeitung Reinhard Lang Coverfoto Cupra/Charly Lopez Lektorat Iris Erber, Ernst Böck Redaktionsanschrift Egger & Lerch Corporate Publishing, velcom GmbH, Vordere Zollamtsstraße 13, 1030 Wien, T +4 3 1 524 89 00, www.egger-lerch.at Anzeigen- und Promotionskontakt Cornelia Absenger, Absenger Media Taborstraße 20/ Top 11, 1020 Wien c.absenger@absengermedia.at T +43 1 890 33 23-0 Druck Walstead Leykam Druck GmbH & Co KG, Bickfordstraße 21, 7201 Neudörfl Eigentümerin (100 %)/Medien­­­i nhaberin, Verlagsort, ­ Verwaltungs- und Herausgeberadresse Egger & Lerch Corporate Publishing, velcom GmbH, Vordere Zollamtsstraße 13, 1030 Wien, T +4 3 1 524 89 00, www.egger-lerch.at Geschäftsführung Martin Kneschaurek Offenlegung gemäß § 25 Abs. 2 und 3 Mediengesetz www.egger-lerch.at /impressum

Fragen, Wünsche, Anmerkungen, Kritik? Wir freuen uns auf Ihre Meinung! redaktion@elo-magazin.at

© Gettyimages/Andriy Onufriyenko, © ABT Extreme E, Alpine Pearls/IDM Südtirol/Alex Moling

Buchtipps


In h a lt

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AMTRON 1/2 INSERAT ? ®

Compact 2.0 & 2.0s Einfaches Laden auf höchstem Level Mit der neuen Produktserie AMTRON® Compact 2.0 und 2.0s von Mennekes laden Sie zu Hause auf einem ganz neuen Level – so einfach, sicher und verlässlich wie noch nie! Bei unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen bieten die beiden Wallboxen als hochwertige Einsteigermodelle höchste Qualität und maximale Anwenderfreundlichkeit zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein weiterer Vorteil: Mit AMTRON® Compact 2.0s können Sie jetzt sogar Solarladen und Ihre Wallbox vor unberechtigten Zugriffen schützen. Funktional und Platz sparend designt, eignen sich AMTRON® Compact 2.0 und 2.0s selbst für die Montage in engen Garagen oder Stellplatzsituationen am Haus. Auch die Bedienung ist denkbar einfach und erfolgt am Gerät selbst.  +43 1 68 006-0 www.siblik.com

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© REGENT

H in g u c k e r

Fl i e g e n d e Fä h r e Es ist ein Boot, es ist ein Flugzeug, es ist ein Flugboot: Mit dem „Seaglider“ will das Bostoner Start-up Regent den Fährverkehr revolutionieren. Der rein elektrisch betriebene Seaglider soll als schnelles Shuttle zwischen Hafenstädten dienen und mit bis zu 290 km/h wenige Meter über der Wasseroberfläche dahinrasen. Dabei macht es sich den sogenannten „Bodeneffekt“ zunutze: Knapp über dem Boden ist der Auftrieb besonders groß. Geplanter Start: 2025 in einer Kleinversion, 2028 mit über 100 Passagieren.

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S a te l l i te n - S c h l e u d e r Haben Sie schon einmal Leichtathlethen beim Hammerwerfen beobachtet? Nach demselben Prinzip möchte das USStart-up SpinLaunch künftig Satelliten ins All befördern. In einer Zentrifuge wird eine kleine Trägerrakete von einem elektrisch angetriebenen Arm im Vakuum auf 8.000 km/h beschleunigt, losgelassen und schwupps, schon ist sie im Weltraum – so weit die Theorie. Seit Herbst 2021 laufen erfolgreich Tests eines Prototypen, der die Objekte „nur“ auf 1.600 km/h beschleunigt und einige Kilometer hochschießt.

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© SpinLaunch

Hi n g u c k e r


Der vollelektrische Kia EV6. Car of the Year 2022.

INSERAT

H in g u c k e r

Viele waren überrascht, als der Kia EV6 zum europäischen „Auto des Jahres 2022“ gekürt wurde. Dabei war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Kias kompromissloses Bekenntnis zur Elektromobilität bezahlt machen würde. Erlebe ihn selbst, den vollelektrischen Kia EV6 – jetzt bei deinem Kia-Partner. CO2-Emission: 0 g/km, 18,4-16,5 kWh/100km, Reichweite: bis zu 528km1) Symbolfoto. Abbildung zeigt Sonderausstattung. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. 1) 0 g/km setzt Nutzung von Strom aus 100% regenerativen Quellen voraus. Angeführte CO2-Emission und kWh/100km gemessen laut WLTP-Testzyklus. Änderungen vorbehalten. Bitte beachte, dass die Ladeleistung von Faktoren wie z. B. Außentemperatur sowie Ladezustand und Temperatur der Batterie abhängt. Angegebene Zeiten beziehen sich auf Optimalbedingungen (Ladezustand 10-80%, HV Batterietemperatur 25-29°C) unter Ausschluss zusätzlicher Nebenverbraucher (z. B. Sitzheizung, Klimaanlage). Verbrauchswerte sind WLTP-Idealwerte. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Fahrprofil, Umgebungstemperatur und Fahrbahnbedingungen ab.

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Wer hat’s erfunden? Die Holländer natürlich, wer sonst. Die „Stella Vita“ wurde von 22 Studierenden der TU Eindhoven entwickelt, die den solarbetriebenen Camper auch gleich einem Praxistest unterzogen und damit nach Andalusien fuhren. Das Fahrzeug ist als autarkes Haus auf Rädern gedacht. Neben den ins Dach integrierten Solarzellen lassen sich im Stand weitere ausklappen, in Summe sind es 17,5 Quadratmeter PhotovoltaikFläche. Damit soll der 60-kWh-Akku in zwei bis drei Tagen geladen sein.

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© STE/Rien Boonstoppel

C a m p e n m i t S o n n e n k ra f t


INSERAT

H in g u c k e r

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N o r we g e n : S e e d r o h n e s t a t t LK W - S t a u Das Unternehmen ASKO beliefert zahlreiche norwegische Supermärkte mit Lebensmitteln und betreibt dazu Lagerhäuser auf beiden Seiten des Oslofjords. Die schnellste Verbindung führt derzeit mit dem LKW durch die Hauptstadtregion. Das soll sich ändern: In Zukunft will ASKO die LKW-Anhänger (ohne Zugmaschine) auf unbemannte elektrische Transportschiffe verladen, die den Fjord überqueren. Die Jungfernfahrt soll bereits dieses Jahr stattfinden.

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Kurios und kurzlebig: 1898 präsentierte das britische Unternehmen Humber dieses elektrische Tandem mit vier Akkus – technische Details sind leider nicht überliefert. Ein Kassenschlager wurde es nicht, aber immerhin eine Aufgabe erledigte es (für wenige Jahre) besser als andere Alternativen: Es wurde bei Ausdauer-Radrennen als Tempomacher eingesetzt. Diese „Steherrennen“ lockten damals zehntausende Zuseher an, die die Radsportler anfeuerten, welche sich im Windschatten eines motorisierten Gefährts abstrampelten.

Elektroautos geraten zwar seltener in Brand als Verbrenner, aber wenn doch, ist es für Feuerwehren eine große Herausforderung und Gefahr, weil die Akkus extrem schwer zu löschen sind. Das Unternehmen Rosenbauer hat dafür eine innovative und wassersparende Lösung entwickelt: Ein Löschdorn wird direkt in den Akku getrieben, um ihn von innen zu kühlen. Dabei können die Feuerwehrleute auf Abstand bleiben, denn das System lässt sich aus acht Metern Entfernung aktivieren.

nbaue

E i n Ta n d e m a l s Te m p o m a c h e r

Lö s c h sy s te m fü r b r e n n e n d e A k ku s

© Ro se

© B ib li o th è

que n a ti o

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BLITZ LICH


Ko m p a k t

© AS KO N O RG E

© Vo lv

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P ate n t fü r Fa ke - H a n d s c h a l t u n g Sie wollen ein Elektroauto fahren, aber vermissen das Gefühl zu kuppeln und zu schalten? Toyota hat die Lösung – zumindest auf dem Papier. Die Japaner haben Anfang des Jahres ein kurioses Patent für ein Kupplungspedal und einen Schaltknüppel eingereicht, die aber nicht wirklich ein mechanisches Getriebe bedienen. Stattdessen imitiert das System die Auswirkungen eines gewohnten Schaltvorgangs: Es ruckelt und vibriert und die Zugkraft wird unterbrochen.

HTER 2020

2021

6,1 %

Elektroantrieb (BEV) Plug-in-Hybride (PHEV)

13,7 %

Marktanteile bei Neuzulassungen in Österreich:

13,9 %

Ein zweirädriger Rollstuhl, der selbstständig die Balance hält – das wirkt, als hätte man einen klassischen elektrischen Rollstuhl mit einem Segway gekreuzt. Und im Prinzip haben Lukas Riegler und Dominik Lorenz, die Gründer von Hoss Mobility, genau das gemacht: Ein Rollstuhlfahrer interessierte sich für Rieglers gebrauchten Segway und inspirierte ihn so zu der Entwicklung. Nach mehreren Jahren ist das Gefährt nun marktreif und verspricht mehr Wendigkeit und Geländegängigkeit als herkömmliche Rollstühle. Über hundert Stück konnte das oberösterreichische Start-up bereits verkaufen.

6,1 %

Die RollstuhlS e g way Kreuzung

2021 gelang Elektroautos in Österreich und vielen anderen EU-Ländern der (durch gesetzliche Bestimmungen absehbare) Durchbruch: 33.366 in Österreich neu zugelassene Autos haben einen rein elektrischen Antrieb, 14.626 sind Plug-in-Hybride. Das bedeutet mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Heuer zeichnet sich bisher allerdings kein weiterer Boom ab.

6,4 % 3,1 %

© Hoss Mobility GmbH

E- A u to - M a r k t a n te i l m e h r a l s ve r d o p p e l t

2022 (Q1)

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© MG M o to r

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MG5 Ausgerechnet die Chinesen, die MG gekauft haben, bringen den ersten Kombi mit E-Antrieb nach Europa.

© BM W

G ro u p

3 E-AUTOS, AUF DIE WIR SCHON GEWARTET HABEN Endlich nimmt die Karosserievielfalt bei den E-Autos zu. Gab es früher nur bessere Seifenkistl mit E-Antrieb, dann irgendwann nur mehr SUVs, lusten uns jetzt Cabrio, Kombi und Coupé. Text: Guido Gluschitsch

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BMW i4 Der 3er von BMW gilt seit Jahren als das Parade-Coupé. Als i4 gibt es dieses Auto nun auch mit E-Antrieb.

Wenn man vor ein paar Jahren aus einem der ­ersten modernen E-Autos gestiegen ist, dann war eine der meistgestellten Fragen der Passanten: „Warum müssen E-Autos so schirch sein, dass man sie auf hundert Kilometer gegen den Wind als E-Auto erkennt?“ Heute ist das keine sehr gängige Frage mehr. E-Autos gibt es in allen Formen und Farben. Da ist für jeden was dabei. Das sagt zumindest das Marketing. Beim genauen Hinschauen fällt aber auf, dass das nur stimmt, wenn man einen SUV oder einen Kompaktwagen sucht. Abseits ­davon ist es ziemlich Essig mit der Auswahl. Andere Karosserieformen werden bis heute nachlässig


2 3 © F ia t

Fiat 500 Den neuen Fiat 500 gibt es nur mehr mit E-Antrieb – und es gibt ihn als Cabrio.

behandelt oder fehlen ganz am Markt. So gab es zum ­Beispiel bisher keinen Kombi mit reinem E-Antrieb. Doch das ändert sich dieser Tage.

M G 5 : C h i n a - Ko m b i n a c h e u r o p ä ­ i s c h e m G e s c h m a c k . Mit dem MG5 kommt bei uns der erste Kombi mit E-Antrieb auf den Markt. MG hat übrigens nichts mehr mit den kleinen spritzigen britischen Sportwagen zu tun. Die Chinesen haben sich die Rechte am Markennamen gesichert, in der Hoffnung, dass man unter einem bekannten Namen schneller erfolgreich wird. Jetzt wissen wir verständlicherweise nicht, ob dieser Plan aufgehen wird, aber es ist gut möglich, dass der Schachzug, den ersten E-Kombi nach Europa zu bringen, noch besser ist. Woandershin bräuchte man übrigens einen Kombi auch gar nicht zu bringen, denn diese Fahrzeuggattung ist lediglich in Mitteleuropa gefragt. Die Chinesen haben das Auto also für uns gebaut und sich streng nach dem gerichtet, was hier­ zulande Erfolg verspricht. Das beginnt beim Preis von 35.390 bis 39.990 Euro, geht über den 130 kW starken Antrieb vorn und 1.367 Liter Kofferraum­volumen hinten, bis es nach 320 Kilometer Reichweite beim gefälligen Design endet. Es gibt auch einen zweiten Antrieb, zwar mit 15 kW weniger Leistung, aber dafür mit 80 ­Kilometer mehr ­R­­eichweite.

Fi a t 5 0 0 : E n d l i c h t ra u t s i c h e i n e r o b e n o h n e . Weniger auf der Reichweite als vielmehr am Schickimicki liegt der Fokus des neuen Fiat 500, der nur mehr rein elektrisch angetrieben wird. Und eine Besonderheit gibt es obendrauf. Oder gerade oben nicht. Den Fiat 500 gibt es auch als Cabrio. Davon gibt es auch keine große Auswahl, hält man am E-Antrieb fest. Der Smart, ja, als Zweisitzer, aber sonst? Eben. Für den 500er gäbe es jetzt schon ein paar Tage, wo man mit dem ein wenig flanieren fahren möchte. Rund 300 Kilometer weit ginge das übrigens mit einer

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Aktu e lle M o d e lle

Ladung. Zumindest wenn man den 42-kWh-Akku ordert, der gemeinsam mit dem 87 kW starken Motor gereicht wird. Reichen 190 Kilometer Reichweite, genügt der 23,8-kWh-Akku, der einen 70 kW starken E-Motor mit Saft versorgt. Den kleinen Motor gibt es nur in der Ausstattung Red ab 31.090 Euro, Icon und La Prima um 33.990 und 38.990 Euro haben den großen Antrieb. Für den großen Auftritt ist der Antrieb aber wohl egal. Das wieder etwas weiter modernisierte ­Design des Fiat 500 übertrifft sich wieder selbst. Der Schmäh, den oberen Teil der Scheinwerfer in die Motorhaube zu integrieren, macht die Front noch spannender. Immer wenn man meint, der perfekte 500er sei endlich da, fällt den Designern noch ein Detail ein. Die Dachholme wegzunehmen, meinen einige, wäre noch gut. Dann käme noch mehr Cabriofeeling auf. Kommt gar nicht in Frage, sagen jene, die sich dadurch ein weiteres Mal an den Topolino aus längst vergangener Zeit erinnert fühlen.

B MW i4 : Coup é au f d ie m o d e rn e Tour. Wenn wir uns an die 1980er-Jahre zurück­erinnern, dann war das die Zeit der Coupés. Schnittige Viersitzer, der perfekte Mix aus Sportlichkeit und Alltagsnutzen. Letzteres zumindest, solange man Single oder DINK war – DINK, Sie erinnern sich, Double income, no kids –, weil ein Coupé hinten keine Türen hat und man immer umständlich die Lehne der vorderen Sitze umklappen musste. Das braucht man nicht mehr. Inzwischen hat man in die schönste aller Karosserieformen – nein, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren – einfach vier Löcher in die Seiten geschnitten und nennt das Ganze nun halt ein bisserl anders. Gran Coupé sagt etwa BMW dazu. Womit wir beim Dreier wären, einer automobilen Legende seit Jahrzehnten. Daran knüpft nun der BMW i4 an, und der i4 M50 xDrive Gran Coupé ist dann vielleicht so was wie der Nachfolger des M3. Er hat eine Leistung von 400 kW, 513 PS, eine Reichweite von über 500 Kilometern und beginnt bei 71.720 Euro. Da ist nach oben natürlich noch Luft, wenn man in der Zubehörliste ein paar Hakerl macht. Nach unten aber auch, denn der konventionelle i4 wechselt schon um 59.950 Euro den Besitzer, er hat 250 kW, 340 PS Leistung und eine Reichweite von 585 Kilometern. Der i4 würde also auch in der Brot-und-Butter-Variante einem alten und legendären M3 die Marmelade streitig machen. Dabei dürfen wir vermuten, dass BMW auf den M50 noch was draufsetzen wird, nämlich eine astreine M-Version des i4. Wann der kommt und mit welchen Daten er aufwarten wird, können wir an dieser Stelle nicht beantworten. Aber das passt schon so, denn wir wollen uns ja sicher auch nächstes Jahr nach einem Auto sehnen können.

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GIBT ES Nur wenn der Strom dafür auch aus erneuerbaren Quellen stammt, macht Elektromobilität wirklich Sinn. Woher soll der zusätzliche Strom kommen, wenn es immer mehr Elektroautos gibt? Experten haben das ausgerechnet. Text: Josef Puschitz

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© Gettyimages/Andriy Onufriyenko

In fr a s tr u k tu r

© privat

Ein Windrad produziert über das ganze Jahr betrachtet Strom für rund 2.700 Elektroautos.

Für Günter Pauritsch von der Energieagentur ist der Ausbau nur eine Frage des politischen Willens.

Die Rechnung ist recht simpel. Nimmt man eine durchschnittliche Jahresleistung von 14.000 Kilometern an, verbraucht ein Elektroauto im Betrieb knapp so viel Strom wie ein durchschnittlicher Haushalt. Das sind ca. 3.000 Kilowattstunden im Jahr, eine Zahl, die auf den ersten Blick viel erscheint – vor allem dann, wenn man sie mit den derzeit gemeldeten rund fünf Millionen Personenkraftwagen in Österreich multipliziert. Zum Vergleich: Haushalte gibt es rund vier Millionen. Wären also alle PKW elektrisch, bräuchten sie zusammen etwa gleich viel Strom wie alle Privathaushalte heute. Da drängt sich die Frage auf, wie sich das alles ausgehen soll?

Au s b a u m u s s d e u t l i c h s c h n e l l e r we r d e n . Schon jetzt steht Österreich vor der gewaltigen Herausforderung, den Stromverbrauch im Land bis 2030 bilanziell vollständig aus erneuerbaren Quellen zu speisen. Ein Stromverbrauch, der wohlgemerkt jedes Jahr stetig zunimmt. Derzeit hat Österreich eine Lücke von rund 20 Prozent

aufzufüllen, rund 80 Prozent des aktuellen Strombedarfs erzeugen wir aus Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik und Biomasse. Um das 2030er-Ziel zu erreichen, muss beim Ausbau der Erneuerbaren noch kräftig aufs Gas gedrückt werden – von jährlich zwei Prozent Zubau muss sich die Schlagzahl auf vier Prozent verdoppeln. Und das noch ohne Elektroautos, die so richtig erst im vergangenen Jahr in Fahrt gekommen sind: Der Bestand von E-Autos hat sich im Jahr 2021 fast verdoppelt – von 44.507 auf 76.539. Diese Dynamik dürfte sich angesichts der Spritpreise weiter beschleunigen.

H o h e E f f i z i e n z . „Das Match ist schon längst zugunsten des Elektroautos entschieden. Sogar bei leichten und mittleren Nutzfahrzeugen zeichnet sich ab, dass sich der batterieelektrische Antrieb durchsetzen wird“, sagt Günter Pauritsch. Er leitet das Center für Energiewirtschaft, Infrastruktur und Energiepartnerschaften bei der Österreichischen Energieagentur und interessiert sich für die Auswirkungen der Elektromobilität auf das Stromnetz. Der absehbare Wandel hin zur Elektromobilität macht ihn nicht nervös: Österreich verfüge über ausreichend Ausbaupotenziale für erneuerbare Energiequellen – es hänge vom politischen Willen ab, die auch auszuschöpfen, um den Individualverkehr vollständig zu elektrifizieren. Unterstützend wirksam ist dabei der hohe Effizienzgrad der elektrischen Energie. „Von 100 Kilowattstunden Strom

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© privat

I n f ra s t r u k t u r

In den Wintermonaten wird Österreich noch einige Zeit auf Gaskraftwerke angewiesen sein, prognostiziert TU-Experte Reinhard Haas.

bringe ich mit dem batteriebetriebenen Elektro­ motor 75 Prozent auf die Straße. Die ­fossilen ­Verbrennungsmotoren verwandeln vergleichs­ weise nur 30 Prozent in Bewegungsenergie, der Rest verpufft als Wärme“, sagt Pauritsch.

Te u r e E n e r g i e i m p o r te . Der Wechsel von fossilen Treibstoffen auf erneuerbaren Strom reduziert also den erforderlichen Energieaufwand deutlich – „eine massive Effizienzmaßnahme, und auch der Grund, warum alle anderen technologischen Ansätze kaum Chancen haben werden“, sagt ­Pauritsch mit Blick auf eFuels, bei denen 85 Prozent des eingesetzten Stroms in der Treibstoffherstellung und im Einsatz in PKW mit Verbrennungskraftmaschinen verloren gehen. Ein weiterer Faktor, der in die Gesamtrechnung einbezogen werden muss, sind die immensen Ausgaben, die Österreich jährlich für den Import von fossilen Energieträgern stemmen muss: 12 Milliarden Euro flossen 2021 aus unseren Taschen in die Öl- und Erdgasförderländer. „Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie man mit diesem Geld den Ausbau der Erneuerbaren im Land vorantreiben könnte – und dabei gleich die Wertschöpfung hier behält“, sagt Pauritsch.

„Der Widerstand von Anrainern könnte beim Ausbau zum Problem werden.“ Reinhard Haas

angewiesen. Dementsprechend können auch Elektroautos nicht das ganze Jahr mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Bilanziell, also über das Jahr gesehen, ist die nachhaltige Stromversorgung für die Elektromobilität aber erreichbar: „Wir haben ein Szenario berechnet, in dem bis 2030 jedes Jahr 150.000 neue Elektroautos dazukommen. Dafür werden 2,6 Terawattstunden mehr Strom benötigt. Angesichts des aktuellen Stromverbrauchs von rund 70 Terawattstunden sehe ich da keine Dramatik“, sagt Haas.

M e h r a l s g e n u g Ö ko s t r o m - ­P o te n z i a l . Ke i n e D ra m a t i k . Egal wie schnell der Ausbau voranschreitet – ganz werde Österreich trotzdem nicht auf fossile Quellen bei der Strom­ erzeugung verzichten können, prognostiziert Reinhard Haas von der Energy Economics Group der TU Wien: „Wir werden auch 2030 nicht ohne Gaskraftwerke auskommen können, weil wir es in den Monaten Jänner bis März nicht schaffen, unseren Stromverbrauch aus Erneuerbaren zu decken. Besonders im Feber sind alle Wasserspeicher leer, es weht wenig Wind und die Sonne scheint auch nicht wirklich.“ Von Jänner bis Dezember gerechnet gleicht sich dieses Defizit wieder aus, weil im Sommer wieder mehr produziert und exportiert wird. Im Winter ist Österreich auf Atomstromimporte aus Deutschland und ­Tschechien

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Die 2,6 Terawattstunden könnten durch die Errichtung von rund 370 zusätzlichen Windrädern wieder hereingespielt werden, das ergibt sich aus einer Modellrechnung, die der Klima- und Energiefonds zusammen mit dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) angestellt hat. Sie gehen davon aus, dass ein Windrad mit einer Leistung von drei Megawatt übers Jahr genug Strom produziert, um damit 2.700 Elektroautos zu versorgen. Würden bis 2030 – kein realistisches Szenario – bereits alle fünf Millionen PKW in Österreich elektrifiziert sein, dann bräuchte es 1.857 Windräder, um


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Pr o g n o s t i z i e r te r ö s te rr e i c h i s c h e r S t r o m b e d a r f b e i s te i g e n d e m E-Au to - B e s t a n d i m Ve r g l e i c h z u m Ö ko s t r o m - Au s b a u p o te n z i a l i m J a h r 2 0 3 0

1.857

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744

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186

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zusätzliche jährliche Ökostrom-Kapazität bis 2030

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abgedeckt durch zusätzliche Windräder (beispielhaft)

5,2

5

1,3

T Wh

500.000 (10 %)

jährlicher Strombedarf bei entsprechendem E-Auto-Bestand

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1.000.000 (20 %)

2.000.000 (40 %)

5.000.000 (100 %)

Anzahl der E-Autos in Österreich (%-Anteil an Gesamtanzahl) Quelle: TU Wien 2017, eigene Kalkulation

sie mit sauberem Strom zu versorgen. Das sind 18 ­Prozent des aktuellen Gesamtstromverbrauchs oder rund 13 Terawattstunden zusätzlicher Strom, der benötigt würde. Die TU Wien schätzt das zusätzliche Ökostrom-Potenzial bis 2030 auf gut das Dreifache – 31 Terawattstunden.

L a n g s a m e r l a d e n b a l d b i l l i g e r ? Die

© Shutterstock/Airpixel, Drone imagery

Erzeugung der benötigten Energie für die Elektroautos ist nicht die einzige Baustelle, der Transport dieser Energie muss ebenfalls mitbedacht werden. Die hohen Ladeleistungen moderner E-Autos könnten die Stromnetze in die Knie zwingen, befürchten Kritiker. Pauritsch sieht auch diese Gefahr gelassen: „Batterieelektrische Fahrzeuge haben heute Ladekapazitäten, die locker für 300 bis 500 Kilometer Reichweite sorgen. Bei einer durchschnittlichen Jahreskilometerleistung von maximal 15.000 Kilometern fahren die Leute im Durchschnitt 300 Kilometer pro Woche. Sie laden also einmal alle sieben Tage.“ Hinzu komme, dass ein Auto 95 Prozent seiner Lebenszeit abgestellt verbringt – genügend Zeit also, auch mit geringerer Leistung zu laden. Das schont übrigens die ­Batterie und vielleicht bald die Geldbörse:

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„Bei 15.000 Kilometern im Jahr laden die Leute einmal pro Woche.“ Günter Pauritsch

Pauritsch schließt nicht aus, dass die Energie­ versorger in Zukunft stärker die bezogene Leistung bepreisen könnten und weniger die eigentliche Strommenge.

G r ö ßte H ü r d e : A n ra i n e rp r o te s te . Das größere Problem sieht Haas weniger im Ausbau der Stromnetze und Ladepunkte – der Umbau finde ohnehin kontinuierlich statt, sei finanziert, und auch die Zahl der Elektroautos wachse in einer Intensität, mit der die Netzbetreiber mithalten können. „Schwierig wird es aber bei der Akzeptanz, sogar gegen neue Leitungen auf der untersten Netzebene regt sich neuerdings der Widerstand der Anrainer. Das könnte auch beim Ausbau der erneuerbaren Energiequellen zum Problem werden“, sagt Haas. Ein wirksames Mittel, die Gegner ins Boot zu holen, sieht er in einer aktiven Bürgerbeteiligung: Wenn die lokale Bevölkerung beim Planungs- und Finanzierungsprozess einer neuen Anlage aktiv eingebunden werde, sei die Akzeptanz höher, als wenn sich nur Großinvestoren ins Projekt einkaufen.

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SPRITPREIS MACHT E-AUTOS ATTRAKTIVER Die hohen Benzin- und Dieselpreise lassen das Interesse an E-Autos weiter steigen, berichten Händler. Zu Recht, rechnen Fachleute vor: Elektrisch fährt man auf Dauer günstiger. Text: Ulrich Ahamer

„Das Auto der Zukunft ist elektrisch“, ist Josef Neuhold, Leiter Elektromobilität und Vertriebscontrolling bei Energie Graz, überzeugt. „Die Zahl der E-Autos mag vielleicht nicht so boomen, wie vor Jahren gedacht. Die Weiterentwicklung des Marktes ist aber keineswegs linear. Der Kipppunkt kommt sicher, die Frage ist nur, wann.“ Der enorme Preisschub an der Zapfsäule bewirke zweierlei: „Auf der einen Seite steigt die Nachfrage bei E-Autos, auf der anderen Seite wird das eigene Mobilitätsverhalten kritisch hinterfragt.“

Te u r e r B e g i n n – g ü n s t i g e r B e t ri e b . Martin Reis, Fachbereichsleiter Mobilität vom Energieinstitut Vorarlberg, hat zu den Mehrkosten eines E-Autos eine Faustzahl bei der Hand: Ein Elektroauto sei in der Anschaffung teurer als ein Auto mit Verbrennungsmotor der gleichen Klasse. Die Mehrkosten amortisierten sich im Betrieb aber in der Regel nach vier bis fünf Jahren. Habe man also vor, das Auto länger als fünf Jahre zu behalten, sei es günstiger, ein E-Auto anzuschaffen. ­Berücksichtigt man die Gesamtkosten inkl. Wiederverkaufswert, so falle der

„Das Elektroauto macht die eigene Photovoltaikanlage zum Sparschwein am Dach.“ Erich Gstettner, Hyundai Österreich

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Kostenvergleich noch eindeutiger zugunsten des ­batterieelektrischen Fahrzeugs aus.

N a c h fra g e „ ka n n ka u m g e s t i l l t ­we r d e n“. „Auf der einen Seite gibt es seit dem Preisschub bei Benzin und Diesel ein riesengroßes Interesse an E-Autos, die Nachfrage kann kaum gestillt werden“, sagt Andreas Reinhardt, Leiter des Bereichs Energiedienstleistungen bei der Linz AG und Vorsitzender Bundesverband Elektro­ mobilität Österreich (BEÖ). Wenn es um – kritische – Fragen der Elektromobilität geht, „ist jetzt die öffentliche Hand am Zug. Die Politik hat mit Maßnahmen wie dem maximalen CO2-Ausstoß bei Neuwagen Regeln vorgegeben. Deshalb muss jetzt auch der Gesetzgeber neben den Herstellern fundierte Antworten finden.“ Gleichzeitig kann Reinhardt laufende Vorurteile und Nörgeleien nicht mehr hören, denn „schlecht über E-Mobilität reden nur Menschen, die noch nie ein E-Auto gefahren sind.“

Ve ru n s i c h e r te Ku n d e n . „Bei vielen ­ undengesprächen merke ich eine große VerK unsicherung. Die Leute können nur schwer einschätzen, zu welchen Konditionen sie in Zukunft ein Auto mit einem Verbrennungsmotor noch ver­kaufen können“, so der Geschäftsführer eines renommierten Autohauses in Wien und in Graz. „­V­iele zögern dennoch mit dem Kauf eines E-Autos, weil sie keine Sicherheit haben, dass in Zukunft auch genügend Ladestellen mit entsprechender Leistung vorhanden sind. Privatkunden mit eigener PV-Anlage am Dach sind besonders von E-Autos angetan – jene, die sich die Lade­ station suchen müssen, sind verhaltener.“


Ko s te n v e r g le ic h In Kombination mit einer eigenen PV-Anlage sind E-Autos besonders attraktiv.

E- M o b i l i t ä t z a h l t s i c h a u s . Erich

© Shutterstock/Irina Strelnikova

Gstettner, Leitung Flotte und E-Mobilität bei Hyundai Österreich, rechnet gerne. Zu Beginn vergleicht er dazu zwei baugleiche Kleinwagen-SUVs von Hyundai. In der Anschaffung kostet der Stromer mit 136 PS gegenüber dem Turbo-Benziner mit 120 PS laut Liste noch rund 2.600 Euro mehr nach Abzug der Förderung. Doch dann wird es laut Gstettner rasch günstiger. Als Grundlage für den Vergleich wird eine Jahresleistung von 15.000 km herangezogen, ein Benzinverbrauch von 7 Liter auf 100 km bei 1,80 Euro pro Liter. Für den Strom werden 15 kWh pro 100 km veranschlagt zu einem Preis von 30 Cent pro kWh. „Bei sehr vorsichtiger Kalkulation ergibt sich daraus eine jährliche Ersparnis von 1.675 Euro, miteingerechnet sind günstigere Service- und

Wartungskosten sowie der Entfall der Versicherungssteuer“, so Gstettner.

S p a r s c hwe i n a m D a c h . Deutlich besser wird es bei einer eigenen PV-Anlage am Dach. Ein Drittel der Leute in Österreich lebt in einem Einfamilienhaus. „In Zukunft soll bei jedem Kauf eines E-Autos automatisch an eine PV-Anlage gedacht werden, wir werden das in Zukunft mit einem Partner offensiv anbieten“, sagt Gstettner. „Das Elektroauto wird in Folge zum Rentabilitätsbooster für die eigene Photovoltaikanlage und die PV-Anlage zum Sparschwein am Dach.“ Je nach Eigenverbrauch im Haushalt und der Einspeisung ins eigene Auto rentiert sich die 5-kWp-Anlage mit 25 m2 zwischen rund 3,5 und 6,5 Jahren. Bei dieser Rechnung sind laut Gstettner keine Förderungen für Photovoltaik am Dach, für Wallbox und Speicher berücksichtigt worden.

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klimateam.wien.gv.at

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57.825 € GESAMTKOSTEN ÜBER 5 JAHRE In der Anschaffung ist ein Elektroauto teurer – aber auf Dauer günstiger. Das ergibt auch eine aktuelle Berechnung des Klimaund Energiefonds, die dafür einen VW Golf (110 kW) mit Benzinmotor mit dem etwas stärkeren VW ID.3 (150 kW) verglichen hat. Nach fünf Jahren hat man demnach rund 4.000 Euro gespart.

7.654 € 3.808 € 10.301 €

Energiekosten: Wer rund 15.000 Kilometer pro Jahr fährt, spart 550 bis 900 Euro pro Jahr, wenn er Strom tankt, hat die Klimafonds-Berechnung ergeben.

53.838 €

Service & Wartung: Dafür fallen beim Elektroauto pro Monat rund 20 Euro weniger an – zugrunde liegt eine Berechnung des ÖAMTC.

3.741 € 2.631 € 7.796 €

Versicherung: Die Versicherung kommt beim eingeholten Angebot für den ID.3 pro Monat um 42 Euro günstiger.

Benzin wird teurer, Strom auch – aber wie wirkt sich das auf die Energiekosten pro Kilometer aus und was ist auf Dauer günstiger?

36.062 €

Anschaffungskosten: Beim E-Auto sind schon 5.000 Euro Förderung abgezogen, dafür die Kosten für eine Wallbox (1.399 Euro minus 600 Euro Förderung) enthalten.

Golf Style m H eV TS I D SG (110 kW, Ve rb re n n e r)

AB WANN IST EIN E-AUTO GÜNSTIGER? Dieselbe Berechnung des Klimafonds ergibt: Bereits nach zweieinhalb Jahren hat man die teureren Anschaffungskosten herinnen.

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39.670 €

ID. 3 Pro Pe r fo rm a n ce (1 50 kW, E-Auto)

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Monate

PREIS

Text: Florian Streb


ENERGIEKOSTEN PRO KILOMETER

+3,57 €

11,44 €

7,87 €

7,02 €

+3,27 € 3,75 € Strom

in

Sprit- wie Strompreise sind im letzten Jahr deutlich gestiegen, aber nach wie vor fährt man mit Strom deutlich günstiger. Für diese eigene Berechnung haben wir einen Benziner, der 6,5 Liter pro 100 Kilometer schluckt, mit einem E-Auto mit 19 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer verglichen; das sind typische Werte. Wer Strom billiger beziehen kann als in unserem Beispiel, steigt noch besser aus.

Benz

RÄTSEL

Im Ü b e r b lic k

2021 Grundpreis* 1,21 €/Liter

2022

2021

Grundpreis* 1,76 €/Liter

Grundpreis* 0,20 €/kWh

2022 Grundpreis* 0,37 €/kWh

* Quelle Preise: Benzinpreise laut BMK per 29.3.2021 und 28.3.2022. Strompreise laut E-Control per 1.4.2021 und 1.4.2022 für Wien auf Basis von 3.500 kWh/Jahr.

Kopenhagen

WIE WEIT KOMMT MAN MIT 100 EURO?

Hannover Bonn Wien Mailand

Wer um 100 Euro* Benzin tankt, kommt damit 874 Kilometer weit – also etwa nach Bonn, Hannover oder Mailand. Mit Strom im selben Wert schafft man 1.424 Kilometer und kommt bis nach Kopenhagen, Marseille oder Bari.

Marseille Bari

E-Fuels:

WIE WEIT KOMMT MAN MIT 100 kWh PRIMÄRENERGIE? Wer bei den Energiekosten pro Kilometer aufgepasst hat, wundert sich vielleicht, warum die Kosten pro Kilometer beim Benzin stärker gestiegen sind, obwohl der Strompreis prozentuell noch weiter nach oben geschossen ist. Ganz Quelle: Klima- und Energiefonds

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einfach: Ein Elektromotor arbeitet deutlich effizienter, er braucht für dieselbe Strecke nur ein Viertel bis ein Drittel der Energie. Noch viel ineffizienter sind übrigens E-Fuels (mit Grünstrom produzierte synthetische Treibstoffe).

45 Kilometer Fossile Treibstoffe:

134 Kilometer E-Auto mit erneuerbarem Strom:

428 Kilometer 23


© Amac Garbe

K o mm e n t a r

Ka t j a D i e h l ist Mitglied des FTI-Beirats für Mobilität des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz. Die Deutsche bringt 15 Jahre Erfahrung in der Mobilaitäts- und Logistikbranche mit und setzt sich für das „Recht auf ein Leben ohne eigenes Auto“ und Inklusion im Verkehr ein. Mit ihrem Podcast „SheDrivesMobility“ und ihrem Twitter-Auftritt (@kkklawitter) hat Diehl Bekanntheit erlangt. Im Frühjahr erschien mit „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“ ihr erstes Buch.

FAHREN SIE GERNE AUTO? Wenn Sie jetzt sagen: Nein, aber es bleibt mir nichts anderes übrig, sind Sie nicht alleine. Viele Menschen wollen gar nicht Auto fahren, aber es fehlen ihnen die Alternativen. Das muss sich ändern. Wenn ich meine Eltern besuche, nehme ich das Auto. Denn öffentliche Verkehrsmittel oder Radwege gibt es für diesen Weg nicht. Sie wohnen aber nicht weit draußen am Land, sondern in einer 60.000-Einwohner-Stadt. Doch zum Auto gibt es keine ernstzunehmende Alternative. Das ist kein Einzelfall. Für mein Buch habe ich mit Dutzenden Menschen gesprochen und sie gefragt, wie sie zum Autofahren stehen: Viele wollen es gar nicht, aber tun es trotzdem.

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„Ich würde die Karre sofort verkaufen, wenn ich eine öffentliche Verbindung hätte“, sagte mir eine Krankenpflegerin.

W i r m ü s s e n Wa h l fr e i h e i t s c h a f fe n . Ich habe kein Problem damit, wenn Leute gerne Auto fahren, wenn sie daran Lust empfinden. Aber wir müssen Wahlfreiheit schaffen, das Auto gleichberechtigt mit anderen Verkehrsmitteln behandeln. Es ist einfach unsinnig, dass unsere Gesellschaft auf diese riesigen Autos im Privatbesitz aufgebaut ist. Dabei fahren immer nur maximal 10 Prozent aller PKW gleichzeitig, und durchschnittlich sitzen darin 1,3 Personen. Für zahlreiche Probleme fehlt einfach das Bewusstsein: Viele sind schon überrascht, dass es in Deutschland 13 Millionen Erwachsene ohne Führerschein gibt. Oder dass viele

Frauen deshalb Auto fahren, weil sie sich in Öffis nicht sicher fühlen. Es wird zu wenig darauf geachtet, dass Menschen oft nicht nur sich selbst dabeihaben, sondern auch Kinder, Gepäck oder einen Rollstuhl.

B i t te l a u te r we r d e n ! Ich habe einen Herrn kennengelernt, der wegen Rückenproblemen nicht lange stehen kann. An der Haltestelle gibt es keinen Sitzplatz – deshalb fährt er nun Auto statt Bus. Dass er sich einen Sitzplatz an der Haltestelle wünscht, hat er aber niemandem gesagt. Er macht sich passend, statt eine Sitzmöglichkeit einzufordern. Auch das ist kein Einzelfall: Statt das System an unsere Bedürfnisse anzupassen, passen wir uns an das System an und fahren Auto. Und genau das müssen wir ändern! Mein Ziel ist, dass die Leute laut werden und sagen: Ich will gar nicht Auto fahren!


B u c h tip p s Diogenes, gebunden, 128 Seiten € 12,40 ISBN 978-3-257-02182-0

Fa h r ve rg n ü g e n m it Lo riot herausgegeben von Susanne von Bülow und Peter Geyer Aus dem Fundus an Karikaturen des Humoristen schöpft dieser neue Bildband: Wie findet man den richtigen Gebrauchtwagen? Wie schafft man es, im Straßenverkehr höflich zu bleiben? Was tun bei einer Panne? Ob Auto-, Bei- oder Radfahrer, Polizeibeamter oder Fußgänger, in über 120 Zeichnungen hat Loriot für jeden Tipps und Tricks, um mit Groß- und Kleinwagen besser umzugehen – selbst wenn man keinen Führerschein besitzt. Im Zweifelsfall: „Tempo verringern und Mitfahrende durch ein Scherzwort beruhigen.“

B ewe g t e u c h . S e lb e r! von Martha Marisa Wanat und Stephan A. Jansen „Wie wir unsere Mobilität für gesunde und klimaneutrale Städte neu erfinden können“, so der Untertitel, wollen die Autoren anhand zahlreicher Beispiele erklären. Ihr Grundgedanke: Gesunde und klimaneutrale Städte aktivieren die Selbst-Bewegung – körperlich und politischzivilgesellschaftlich. Auf 200 Seiten zeigen sie, wie diese Bewegung aussehen kann. Sie erzählen Transformationsgeschichten von Hannover über Amsterdam und Barcelona bis nach La Paz und bringen gelungene Beispiele von Flughäfen, Wohnungsbaugesellschaften, Architekturprojekten und Arbeitgebern, die Mobilität und Stadt anders machen. Carl Hanser, gebunden, 200 Seiten € 30,83 ISBN 978-3-446-46973-0

dpunkt, Taschenbuch, 254 Seiten € 25,60 ISBN 978-3-864-90825-5

E-Au to e i nfa c h e rkl ä r t von Timo Kauffmann Der E-Mobilitätsberater Timo Kauffmann erklärt „von A wie Akku bis Z wie zu Hause laden“, was man wissen sollte, wenn man gedenkt, sich ein E-Auto anzuschaffen. Das Themenspektrum reicht von One-Pedal-Driving und Rekuperation über Ladekarten und -apps bis zur Installation einer Wallbox. Beispielrechnungen sind ebenso enthalten wie ein Überblick über verschiedene Stecker- und Kabeltypen und Tipps zur Wahl des passenden Modells, Reiseplanung und Reichweitenoptimierung.

> KFZ-Versicherung > www.hdi.at/kfz

PUNKT:GENAUE ZUSATZPAKETE FÜR NACHHALTIGE FAHR FREUDE > HDI E-Paket Für Elektrofahrzeuge und Hybride gibt es die Möglichkeit spezieller Deckungserweiterungen, z.B. mitversicherte Wallboxen und Heimladestationen, Schäden durch indirekten Blitzschlag, Schäden durch Hackerangriffe und weitere.

> KaskoPLUS (für Verbrennungsmotoren und Hybride) Mit dieser Erweiterung haben Sie die Möglichkeit eine Eigenschadenversicherung zu erhalten. Zusätzlich ist der Zeitraum der Neuwertentschädigung auf 36 Monate erweitert.

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GADG ON THE ROAD

Der Sommer ist da, aber was steht am Programm? Wir haben jedenfalls ein paar Tipps, was auf der Einkaufsliste stehen könnte und auf Tagesausflügen oder auf großer Camping-Tour ganz nützlich oder unterhaltsam ist. Text: Guido Gluschitsch

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KLEINKRAFTWERK

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© Ec oF

Das ist nicht nur ein Solarpanel, das ist ein tragbares Solarmodul, das sich außerhalb der Betriebszeiten ganz einfach verstauen lässt und einem nicht die Nacht über im Weg ist. Wichtiger aber ist, dass das Panel schnell aufgestellt ist und ohne großes Brimborium mit den meisten Speichermodulen am Markt kompatibel ist. Man kann auch mehrere Module zusammenschalten. Aber Achtung, hängt man verschiedene Fabrikate zusammen, kann es sein, dass die Garantie verfällt.

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Ecoflow 110W Solarpanel, 339 Euro Gefunden auf ecoflow.com

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JBL Tuner 2, 87,99 Euro Gefunden auf jbl.at

KLANGSCHALE Der kleine Ziegel hat es in sich. Neben einem normalen Radiotuner ist im JBL Tuner 2 auch schon das digitale Radio DAB+ verbaut, er streamt via Bluetooth und hält mit seinem Akku bis zu 12 Stunden lang. Noch dazu ist das Radio kompakt, wasserdicht nach IPX7, dudelt also auch im strömenden Regen und hat noch dazu mit seinen 5 Watt Nennleistung einen überraschend druckvollen Klang. Geladen ist der JBL in 3,5 Stunden. Wer nicht nur leidenschaftlicher Camper, sondern auch noch selbstbewusster Prepper ist, wird dieses Radio lieben.


GETS Nighthawk M5 5G WiFi, 830,29 Euro Gefunden auf Cyberport.at

© NETGEAR

© JB L

F r e iz e it

KOMMUNIKATIONSZENTRALE In manchen Unternehmen ist man in den vergangenen paar Monaten draufgekommen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gar nicht im Blickfeld des Chefs im Büro sitzen müssen, um produktiv zu sein. Und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mitbekommen, dass es durchaus reiz- und sinnvoll sein kann, abseits des Büros zu arbeiten. Etwa wenn man einen klassen Camper hat, der schon an einem See steht und man vor und nach der Arbeit direkt schwimmen gehen

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kann. Was man dann aber braucht, ist eine gute Internetverbindung. Nighthawk bietet die mit einem 5G-Router. Geht mit Strom oder ganztägig mit Akku und schafft bis zu 4 GBit/s Download. Das reicht auch für hochauflösendes Videostreaming. Wir raten in Videokonferenzen aber dazu, einen eher faden Hintergrund zu wählen, bevor man gach Besuch von Kolleginnen und Kollegen bekommt. Ach ja, einen Nachteil hat das Wunderkastl: den Preis.

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© Fritz Berger

© In te x

Intex Luftpumpe, 36,50 Euro Gefunden auf luftbett.com

MAILÜFTERL

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© Ma nu

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Sie sind Fluch und Segen in einem: Luftmatratzen. Bis sie aufgeblasen ist, ist einem mindestens drei Mal schwarz vor Augen geworden, man hat sich zwei Mal gefragt, was wohl die ganze Spucke in der Matratze machen wird, und einmal ist keinmal, weil mit der ersten Matratze rauscht sicher ein geliebtes Familienmitglied ab. Aber inzwischen gibt es ganz günstige Akku-Luftpumpen, welche die Arbeit gerne übernehmen. 650 Liter derschnauft diese Pumpe pro Minute. Das heißt, wenn Ihre Luftmatratze eher ein Schlauchboot ist, wäre das auch kein Problem.

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Solardusche, 8,99 Euro Gefunden auf fritz-berger.at

SACKRECOEUR Für fade Stunden bietet sich ein Zeppelin-Flug an. Nur mitfliegen kann man leider nicht. Im Grunde ist die Idee hinter diesem Zeppelin so einfach wie die Physik dahinter. Man füllt eine drei Meter lange, dünne, schwarze und zu einer Wurst geformte Plastikhaut mit Luft und bindet sie an ein Schnürl. Erwärmt die Sonne die Luft in der schwarzen Wurst, wird diese leichter als die Umgebungsluft und versucht nach oben zu steigen. Einige Kilometer hoch, verspricht der Hersteller, würde der Zeppelin fliegen. Wäre nicht wieder die Physik. Bindet man den Zeppelin an, dann bietet entweder die mitgelieferte 50 Meter lange Schnur dem Aufstieg ein Ende oder die Schwerkraft eines alternativen Seils. Weil das wird, wenn es mehrere Kilometer lang ist, auch nicht immer leichter. Ökologisch ist diese Spielerei mit Plastik ein Desaster. Wir raten zumindest die Zweitverwertung als Müllsack an.


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SPRITZGUSSBEUTEL Es ist wohl die einfachste und ökologischste Art, unterwegs eine Dusche zu nehmen, wenn sich zuvor das Wasser einfach in der Sonne aufheizt. Nicht nur Camper mit Campingplatzallergie schwören auf diese Dusche, auch Yachtis haben sie oft an Bord. Gemeinsam mit dem Sonnensegel hissen sie den schwarzen Beutel, kaum liegt der Anker in der Bucht. Mit ein wenig Übung und Ehrgeiz gehen sich sogar mehrere flotte Duschen mit 20 Liter Wasserinhalt aus. Großer Vorteil an dem System ist, dass man keinen Strom braucht, weder zum Heizen noch zum Pumpen, Sonne und Schwerkraft schaffen das. Der Nachteil ist, wenn man am dringendsten eine heiße Dusche bräuchte, bei Drieselwetter im kalten Schottland, taugt die Solardusche nicht einmal als Dudelsack.

VESPA ELETTRICA (RED) Mit dieser Vespa ist man umweltfreundlich unterwegs, spendet für einen guten Zweck und kann sich dabei noch den E-Mobilitätsbonus sichern: Nach der Vespa 946 und der Vespa Primavera erscheint mit Sommerbeginn die Vespa Elettrica in der (RED)-Sonderedition. Die ikonisch-rote Farbe zieht sich vom Chassis über die Sitzbank bis zu den Felgen. Neben der Statementfarbe ist die Vespa Elettrica (RED) eine starke Botschaft der Verantwortung und Einigkeit. Piaggio setzt damit ein Zeichen, da mit jedem Kauf einer Vespa Elettrica (RED) der globale Kampf gegen AIDS und Covid-19 unterstützt wird. Konkret werden 100 US-Dollar an den Global Fund von (RED) gespendet, der wiederum Programme und Regionen unterstützt, die am härtesten betroffen sind. Die für ihr dynamisches Fahrverhalten bekannte Vespa Elettrica symbolisiert damit abermals den hohen Stellenwert der Elektromobilität und das stets wachsende Umweltbewusstsein bei Piaggio. Verfügbar ab Juni in den Versionen 45 km/h und 70 km/h beim autorisierten Vespa-Händler in Österreich.

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vespa.com/at_DE/models/elettrica

Playmobil, Hipster mit E-Roller, 4,99 Euro Gefunden auf playmobil.at

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GRUNDAUSBILDUNG Die Mobilitätswelt von morgen erklärt man den Jüngsten am besten spielerisch. Das weiß auch Playmobil und liefert ein Spezialset. Nicht nur, dass da eine mannsgroße Ladestation eine wichtige Nebenrolle spielt, ist das Gefährt auch noch ganz spartanisch ein E-Roller, und bedient wird das alles von einem Hipster mit langem Bart, Tattoos und grüner Haube. Falls jemand so seinen Kindern nicht die Zukunft erklären will, kann man das Set auch als Unterstützung zu einem Klischee-Vortrag verwenden. Wenigstens ist es günstig.

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In Osnabrücks Innenstadt ist die Polizei mit dem Fahrrad oft schneller am Einsatzort als mit dem Auto.

MIT BLAULICHT UND PEDALEN E-Bike schafft Bürgernähe: In Norddeutschland setzt die Polizei schon länger auf dieses Konzept. Seit dem Vorjahr gibt es auch in Wien und Bregenz E-Bike-Streifen. Den Polizistinnen und Polizisten sowie der Bevölkerung gefällt der neue Auftritt. Text: Ulrich Ahamer

Im zweitgrößten deutschen Bundesland Niedersachsen sitzt die Polizei fest im E-Bike-Sattel. „Der Einsatz von E-Bikes und Pedelecs im Streifendienst bewährt sich seit einigen Jahren absolut“, berichtet Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück. Man wolle eine „moderne Bürgerpolizei und jederzeit ansprechbar sein. Das muss sich auch bei der Wahl der Fahrzeuge widerspiegeln“. Der Fuhrpark umfasst derzeit 45 Pedelecs und drei S-Pedelecs, die von Osnabrück bis zu den Ostfriesischen Inseln eingesetzt werden. Auf der Insel Norderney patrouilliert die Polizei jetzt auch mit E-Quads und E-Scootern, die induktiv geladen werden können. Der Bevölkerung wie auch der Polizei scheint das technologische Statement gut zu gefallen. Ein Gimmick sei das aber alles nicht, sagt Ellermann, „denn die Beamten erreichen ihre Einsatzorte in der Innenstadt oftmals zügiger als mit dem Streifenwagen, auch die Präsenz in Parks und Gärten ist deutlich höher.“

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Au c h B r e g e n z s e t z t a u f B i ke s . Ganz im Westen Österreichs geht – oder vielmehr: fährt – die Polizei mit der Zeit und hat ebenfalls E-Bikes angeschafft. „Im Bezirk Bregenz sind zehn Polizistinnen und Polizisten unterwegs, im Bezirk Feldkirch kommen weitere acht Kolleginnen und Kollegen hinzu“, sagt Michael Rösler von der Landespolizeidirektion Vorarlberg. „Die Leute reagieren sehr positiv darauf, der Bürgerkontakt ist im urbanen Bereich dadurch deutlich besser

„Der Bürgerkontakt ist im urbanen Bereich deutlich besser geworden.“ Michael Rösler, Landespolizeidirektion Vorarlberg


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geworden.“ Den „uniformierten Fahrraddienst“, wie es im Fachjargon heißt, gibt es im Ländle seit 2021 im Bezirk Bregenz, und er wird laufend erweitert. „Besonders präsent sind wir auf den Fahrradwegen, weil Vorarlberg ein Land der Radler ist.“

© Thomas Cerny

In Wien werden derzeit acht E-Bikes und zwei S-Pedelecs (diese fahren bis zu 45 km/h) getestet. „Die E-Bikes werden vorrangig in Bezirken eingesetzt, in welchen große Distanzen oder viele Höhenmeter zurückgelegt werden müssen. Konkret sind es der 21. und 22. Bezirk mit den Naherholungsgebieten Donauinsel und Lobau sowie der 19. Bezirk und hinauf zum Cobenzl“, sagt Kontrollinspektor Markus Dittrich, Pressesprecher der Wiener Polizei. „Den Kolleginnen und Kollegen des uniformierten Fahrraddienstes wird von Radfahrern eine höhere Akzeptanz entgegengebracht, da die Fahrradfahrer das Gefühl haben, dass die Begegnung bzw. die Gesprächsbasis eher auf Augenhöhe erfolgt.“

In Wien ist der „uniformierte Fahrraddienst“ vor allem in Nah erholungsgebieten unterwegs.

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der Wirtschaftskammer Wien

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Wirtschaftskammer Wien, Bereich Standort & Infrastrukturpolitik Straße der Wiener Wirtschaft 1, 1020 Wien T 01 51450-1645 | E emobilitaet@wkw.at Anrufzeiten: Mo-Do: 8.00 – 17.00 Uhr, Freitag: 8.00 – 14.00 Uhr

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Um dieser Herausforderung begegnen zu können, haben wir einen umfassenden Onlineratgeber „E-Mobility für Wiener UnternehmerInnen“ entwickelt, welcher Sie durch den Prozess der Fahrzeugumstellung auf E-Mobilität begleitet. Das Beratungsprogramm gibt Ihnen einen Überblick über alle relevanten Themenbereiche. Dazu gehören Informationen zur Ladeinfrastruktur, zu den Förderungen, über den Energiebedarf, bis hin zu einer Übersicht an verfügbaren E-Fahrzeugen. Wesentlich ist aber auch wo Sie in Zukunft laden werden. Dabei ist die Kooperation mit der Wiener Garagenwirtschaft und Wien Energie ein wichtiger Bestandteil für das künftige Angebot.

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Die Erreichung der Klimaziele und die Unterstützung der Mitglieder bei der Umstellung auf umweltfreundliche Fahrzeuge ist der Wirtschaftskammer Wien ein großes Anliegen.

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©shutterstock.com: Makstorm, M.Style

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© Polizeidirektion Osnabrück

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E-BIKE-URLAUB: AUF DIE GUTE TOUR

Zwischenstopp mit Aussicht: Der Blick auf die Gipfel der Geisslergruppe hoch über Vilnöss bildet die atemberaubende Kulisse des Südtiroler Bergdorfs.

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Re is e

Eine Runde um den See oder rauf auf die Alm? Das Elektrofahrrad ist im Urlaub ein beliebter Begleiter. Doch wer nachhaltig reisen will, sollte es nicht nur als Sportgerät betrachten.

Begeisterte Hobby-Radfahrerinnen und -Radfahrer kennen das: Da strampelt man im Schneckentempo auf den Berg, die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel, die Oberschenkel brennen, erste Schweißperlen tröpfeln auf den heißen Asphalt. Längst zieht man fluchend in Zweifel, warum man sich ausgerechnet im Urlaub diese „Tortur“ angetan hat. Und plötzlich: ein schnurrendes Geräusch zu seiner Linken. Mit unverschämter Leichtigkeit braust ein betagterer Radfahrer mit Sandalen, niedrigem ­Kraftaufwand und hoher Übersetzung den scheinbar so unüberwindbaren Anstieg hinauf. Ganz schön frech. Seine Energie bezieht das Freundchen freilich nicht allein aus seinen Oberschenkeln. Die stammt großteils aus dem Akku seines E-Bikes.

Au f w i n d fü r Fa h r t w i n d m i t A k ku . Das Pedelec ist mittlerweile aber längst nicht nur mehr Menschen höheren Alters vorbehalten. Die breite Masse hat in den letzten Jahren Gefallen an der zweirädrigen Fortbewegung mit elektro­nischem Helferlein gefunden. Über 200.000 E-Bikes wurden im Jahr 2020 in Österreich verkauft. Einer europaweit durchgeführten Studie von Deloitte ­zufolge haben die Pandemie und ein erhöhtes ­Klima- und Gesundheitsbewusstsein dieser Entwicklung buchstäblich Rückenwind gegeben. Neben der Nutzung für Alltagswege, beispielsweise für die Fahrt in die Arbeit, gab der Großteil der Befragten an, ihr E-Bike zur Sportausübung und zur Erholung im Urlaub auszufahren.

© Alpine Pearls/IDM Südtirol/Alex Moling

W i e wa n d e rn , n u r we i te r. Das ver-

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wundert nicht, steigt mit der elektrisch erhöhten Drehzahl doch auch die persönliche Urlaubsfreude. Denn mit einem E-Bike können ­Gelegenheitssportlerinnen und -sportler sowie ältere Menschen nun auch anspruchsvollere ­Routen in Angriff nehmen und den eigenen Bewegungsradius am Urlaubsort erheblich erweitern. „E-Biken ist mit Wandern zu vergleichen, aber über eine längere Distanz. Personen ab 65 Jahren haben dabei normalerweise einen Radius von bis zu fünf Kilometern, mit einem E-Bike kommen sie mit Leichtigkeit nun auch auf die Alm, die sie zu

© iBIKE BOX

Text: Christoph Grabuschnig

Out of the box: Die E-Bikes aus der iBIKE BOX sind bei der Entnahme sofort einsatzbereit.

„E-Biken ist wie Wandern, nur weiter.“ Mario Kraussler, Mitbegründer der iBIKE BOX

Fuß nie erreichen würden. Diese neu gewonnene Bewegungsfreiheit macht Freude und motiviert Menschen dazu, wieder mehr Sport zu machen“, erklärt Mario Kraussler. Er ist Mitbegründer der iBIKE BOX, eines steirischen Start-ups, das sich auf den E-Bike-Verleih in Tourismusregionen spezialisiert hat. Das 2018 gegründete Unternehmen aus Gleisdorf hat sich mit ausgewählten Beher­bergungsbetrieben zusammengetan, wo die Steirer eigene Elektrorad-Verleihboxen aufgestellt haben. Mittlerweile zählt man über 100 Standorte in ­Österreich und auf der Ferieninsel Mallorca.

E- B i ke s t a t t Au to? E-Biken schafft also, was anderen Sportarten oft nicht gelingt: Es verbindet Spaß mit Sport. Aber macht das den Urlaub automatisch auch nachhaltiger? „Als Sportgerät

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R e i se

Wo ra u f e s vo r O r t a n ko m m t . Wer in den sogenannten „Alpine Pearls“ Urlaub macht, dem fällt auf, dass sich dort tatsächlich ­weniger Autos auf den Straßen tummeln. 19 Alpenregionen – darunter Berchtesgaden, Weißensee oder Forni de Sopra – haben sich im Rahmen eines EU-Projekts zusammengetan. Ihr Ziel: Gästen einen autofreien und entspannten Urlaub zu ermöglichen. Dabei setzt man auf gute Erreichbarkeit mit der Bahn und ein umfassendes Mobilitätsangebot. „Der Erfolgsschlüssel dafür ist eine Kombination aus Kommunikation und

Komfort: Wir informieren unsere Gäste bereits bei der Buchung, dass sie ihr Auto gar nicht brauchen, weil wir vor Ort dafür sorgen, dass sie sich bequem und nachhaltig von A nach B bewegen können“, erklärt Karmen Mentil, Geschäftsführerin der Alpine Pearls.

© VCÖ/Rita Newman

allein macht es einen Urlaub noch nicht nachhaltig“, ist Christian Gratzer vom VCÖ überzeugt. Wie grün die eigene Reise ist, hängt von weiteren Faktoren ab. Neben der Anreise sei vor allem das Mobilitäts­verhalten vor Ort entscheidend: Wer beispielsweise mit der Bahn anreise, am Urlaubs­ ort auf ein Leihauto verzichte und stattdessen das Elektrorad auch für kurze Wege von A nach B verwende, verkleinere den eigenen CO2-Fußabdruck. „Wir legen bei 60 Prozent der Autofahrten eine Distanz von unter 10 Kilometern zurück. Das ist im Urlaub nicht anders. Gerade bei diesen Distanzen ist das E-Bike aber die bessere, weil umweltverträglichere Wahl“, so Gratzer.

Christian Gratzer ist Mobilitätsexperte des Verkehrsclubs Österreich, der sich u. a. für ein umweltgerechtes Verkehrssystem der Zukunft einsetzt.

„Der Erfolgsschlüssel ist die Kombination aus Kommunikation und Komfort.“

© Weißensee Information/Groeger

Karmen Mentil, Geschäftsführerin der Alpine Pearls

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Am besten ohne Auto: Am Weißensee mit seinem 160 Kilometer langen Radwegenetz setzt man auf sanfte Mobilität.

Der Knackpunkt sei die letzte Meile vom Bahnhof zum Hotel, die es zu überwinden gilt. „Viele unserer Regionen tun genau das, am Weißensee bringt Sie beispielsweise ein Shuttlebus direkt vom B ­ ahnhof ins Hotel“, so Mentil. Von dort setzt sich die Mobilitätskette fort, indem ich etwa um den See mit dem E-Bike Ausflüge unternehmen und kurze Wege klimafreundlich zurücklegen kann. Mentil ist jedenfalls überzeugt, dass es ein solch ganzheitliches Angebot brauche. Nur so würde das Auto als Transportmittel im Urlaub obsolet werden. Ein E-Bike ist dabei Bestandteil eines umfassenden Mobilitätskonzepts, das für das Fortkommen vor Ort positive Anreize schafft. Partnerbetriebe, mit denen wiederum die iBIKE BOX zusammenarbeitet, hätten zudem beobachtet, dass Gäste durch das Vor-Ort-Angebot an Bikes für Tagesausflüge verstärkt das E-Bike anstelle des eigenen Autos nutzen.

D i e S a c h e m i t d e m A k ku . Neben dem Mobilitätsverhalten ist auch der Akku ein F ­ aktor, der sich auf die Umweltbilanz eines E-Bikes niederschlägt. Laut einer Studie des Instituts für Energie und Umweltforschung in Heidelberg werden bei der Produktion des Bikes rund 345 K ­ ilogramm CO2 ausgestoßen. Dies liege vor allem daran, dass Bestandteile des verbauten Lithium-Ionen-Akkus oft lange Transportwege zurücklegen müssen. Die Studienautoren aus Heidelberg kommen aber dennoch zum Schluss, dass das E-Bike im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln, egal ob im Alltag oder im Urlaub, immer noch die klimafreundlichste Alternative ist, vor allem dann, wenn damit gefahrene Autokilometer ersetzt werden. Ausschlaggebend ist auch, ob man mit einem eigenen E-Bike anreist oder auf eine bestehende Infrastruktur vor Ort zurückgreift. Bei den Elektro­bikes geht hier die Tendenz zunehmend in ­Richtung „Nutzen statt besitzen“. Denn die Räder sind in der Anschaffung nach wie vor teuer, weshalb sich für Hobbybiker, die sich nur im Urlaub auf den Sattel schwingen möchten, Verleihmodelle aufdrängen. Gehen die ausgeliehenen E-Bikes d ­ abei durch mehrere Hände, wirkt sich auch das positiv auf die eigene Klimabilanz aus. Das bestätigt auch Mario Kraussler von der iBIKE BOX: „Jedes u ­ nserer Bikes wird im Durchschnitt von 95 Personen genützt, bis es ausgetauscht wird. Das hat natürlich eine Auswirkung auf den CO2-Ressourcenverbrauch pro Kopf.“ Eine professionelle Wartung erhöhe darüber hinaus die Nutzungsdauer der Akkus und damit die Lebensdauer der Pedelecs.


Re is e tip p s

U rl au b fü r St ro m e r Lust auf eine mehrtägige Radtour mit elektrischem Rückenwind? Wir haben uns drei Mehrtages-Routen für Sportler, Familien und Genießer genauer angesehen und überprüft, ob ihre Ausgangspunkte umweltfreundlich erreichbar sind.

Region Joglland, Steiermark Länge: 187 Kilometer

S p o r t l i c h e To u r ü b e r m e h r e r e Et a p p e n Mit 187 Kilometern und 5.200 Höhenmetern ist der „Große Jogl“ (befahrbar ab April bis Ende Oktober) eine der längsten zusammenhängenden Radtouren der Steiermark. Mit guter Kondition und Akku sind die teils schweißtreibenden Anstiege gut zu bewältigen. Die Anstrengung wird belohnt mit grandiosen Aussichten vom Gipfel des Hochwechsel, der Pretul oder der Wildwiese. Tipp: Zur Stärkung in eines der ­gemütlichen Gasthäuser entlang der Strecke einkehren. Infos unter www.joglland-waldheimat.at

© TV Joglland/Waldheimat/Kurt Elmleitner

Klimafaktor: hoch Ausgangspunkt der Tour ist die ­Marktgemeinde Vorau, die bequem mit der S-Bahn zum Beispiel ab Wiener Neustadt oder Graz erreichbar ist.

Der Murradweg verläuft entlang des zweitlängsten Flusses Österreichs.

Murradweg Salzburg und Steiermark Länge: 475 Kilometer

A bwe c h s l u n g s r e i c h e To u r m i t i n te r e s s a n te n Au s f l u g s z i e l e n e n t l a n g d e r S t r e c ke Ab dem Start direkt an ihrem Ursprung im Lungau weicht einem die Mur nicht mehr von der Seite. Hat man die Gehöfte der Lungauer Almen einmal verlassen, geht es vorbei an mächtigen Schlössern und Burgruinen durch die Obersteiermark hinunter bis ins südsteirische Thermenland. Es empfiehlt sich, die Strecke auf ca. 7 Etappen aufzuteilen. Tipp: Im Holzmuseum in St. Ruprecht ob Murau mehr über den vielseitigen Werkstoff erfahren. Das Museum bietet zudem auf Familien zugeschnittene Programme wie Bastelworkshops an. Infos unter www.austria-radreisen.at

Der „Große Jogl“ belohnt mit herrlichen Weitblicken über das oststeirische Hügelland.

ELO

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Klimafaktor: mittel Züge fahren nur bis Tamsweg – wer in St. Michael oder beim Murursprung in Muhr starten will, muss davor ein Stück flussaufwärts radeln. Der Endpunkt Bad Radkersburg ist gut per Bahn erreichbar.

© Tourist-Information Traben-Trarbach

„Der Große Jogl“

© Steiermark Tourismus/Austria Radreisen

Hoch über Traben-Trarbach an der Mosel thront die Ruine Grevenburg.

Moselradweg Weinbauregion Mosel, Deutschland Länge: ca. 200 Kilometer

Vo n Tri e r b i s Ko b l e n z a n d e r M o s e l ra d e l n und genießen Deutschlands berühmtestes Weinbaugebiet kann mit landschaftlichen und kulinarischen Besonderheiten aufwarten. Von Trier bis nach Koblenz mäandert die Mosel entlang der Hügel, die mit Weinstöcken und Obstbäumen bewachsen sind. Die Route führt vorbei am steilsten Weinberg Europas, der Ruine Grevenburg und malerischen Weinbauorten wie Kröv oder Cochem. Tipp: Über 120 Weindörfer laden zum Genießen und Nächtigen ein. Infos unter www.radtour-mosel.com Klimafaktor: hoch Die Anreise ab Wien, Linz oder Salzburg nach Koblenz ist direkt möglich. Von Trier gehen ebenfalls Züge nach Österreich zurück, allerdings mit einbis zweimaligem Umsteigen.

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„DER MOTOR WIEDER VOR Der Auftakt zur Saison 2022 fand in Saudi-Arabien statt, weiter geht es im Juli auf Sardinien.

Interview: Die frühere Rallye-Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt startet nun in der Offroad-Rennserie Extreme E und setzte sich in den letzten drei Jahren als Funktionärin dafür ein, dass im Motorsport neue Fahrzeugtechnologien entstehen können. Text: Florian Streb

Jutta Kleinschmidt: Das Auto ist eher einfacher zu fahren: Man hat keine Kupplung, muss nicht schalten – nur Gas geben und bremsen, wie bei einem Go-Kart. Und man hat immer schön Leistung am Pedal, während man bei einem Verbrennungsmotor immer auf die richtige Drehzahl achten muss. Von der Bedienung her ist das also kein Problem. Ungewohnt ist, dass man nicht einfach einsteigen und starten kann, sondern das Rennauto benötigt etwas Zeit zum „Hochfahren“, wie ein Computer.

Wa s h a t S i e ü b e r z e u g t , i n d e r ­S e ri e a n d e n S t a r t z u g e h e n? Es ist die erste Rennserie mit Elektrofahrzeugen

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im Cross-Country-Sport, in dem ich seit Jahren engagiert bin. Davor hat es Elektro-Rennserien nur auf befestigten Rennstrecken gegeben. Als ich von den Plänen erfahren habe, habe ich die Organisatoren selbst kontaktiert, weil ich in irgendeiner Form mitwirken wollte. Und ich habe die Chance bekommen, als „Champion Driver“ dabei zu sein – also als Beraterin und Ersatzfahrerin des Veranstalters. Dass ich selbst zu einem Renneinsatz beim Team ABT Cupra XE komme, habe ich gar nicht erwartet.

Wi e i s t e s d o c h d a z u g e ko m m e n? Zuerst bin ich für ein Rennen für die erkrankte Claudia Hürtgen eingesprungen – es müssen ja immer ein Mann und eine Frau als Team starten. Und weil es gut geklappt hat und es sich bei ihr auch mit anderen Engagements nicht so gut vereinbaren hat lassen, bin ich den Rest der Saison fertig gefahren und auch dieses Jahr wieder dabei.

© ABT Extreme E

S i e s i n d a u c h i n d e r z we i te n S ­ aison d e r s p e k t a ku l ä r e n Re n n s e ri e ­E x t r e m e E (m e h r d a z u a u f S e i te 4 2 ) a m S t a r t . W i e u n te r s c h e i d e t s i c h d a s Re n n fa h r e n g e g e n ü b e r ko nve n t i o n e l l e n Fa h r z e u g e n?


In te r v ie w

SPORT MUSS REITER WERDEN“ Sie haben schon eine lange ­K a rri e r e – wa s t r e i b t S i e i m m e r n o c h a n , wa s s i n d I h r e Z i e l e? Es ist immer noch der Spaß am Fahren, auch wenn es gar nicht geplant war. Sportlich wäre es schon schön, wenn wir dieses Jahr gut abschließen, auch wenn das erste Rennen etwas durchwachsen war. Nasser (ihr Teamkollege ­Nasser Al-Attiyah, ebenfalls Dakar-Champion) war da das erste Mal dabei. Er musste sich zunächst an das spezielle Format gewöhnen – aber der Speed passt.

D i e Te a m s a u s e i n e m M a n n u n d ­e i n e r Fra u , d i e s i c h a m S te u e r ­a bwe c h s e l n : I s t d a s e i n g u te r Zu g a n g , u m m e h r Fra u e n i n d e n M o to r s p o r t u n d i n d i e Te c h n i k z u b e ko m m e n? Auf alle Fälle, das zeigt sich schon jetzt. Viele der Pilotinnen haben auf sich aufmerksam gemacht und dadurch weitere Engagements bekommen. Auch die Teams bemühen sich, dass sie in anderen Serien Einsätze bekommen. Bei der Extreme E sind die Rennen kurz und es gibt dazwischen keine Trainingsmöglichkeit, deshalb muss man auch woanders Rennkilometer sammeln. Aber es ist eine gute Plattform, auch um die Karriere anzuschieben.

We l c h e Ro l l e s p i e l t Re n n s p o r t fü r d i e We n d e h i n z u E l e k t r o fa h r ­ z e u g e n? Der Rennsport war immer Vorreiter für neue Technologien, da muss er auch wieder hin. Ich glaube fest daran, dass der Elektroantrieb viele Vorteile hat; es muss aber vielleicht nicht immer ­Batterie-elektrisch sein. Auch eine Brennstoffzelle kann sinnvoll sein oder ein zusätzlicher Energiegenerator für höhere Reichweite, der mit umweltfreundlichem Treibstoff betrieben wird. So ein Konzept hat Audi zuletzt bei der Rallye Dakar eingesetzt. Die Vorteile in den Dünen, beim Beschleunigen und in Höhenlagen waren beeindruckend. Es ist wichtig, dass der Motorsport durch seine Reglements solche Projekte ermöglicht, dafür habe ich mich auch in der FIA als Präsidentin der Cross Country Commission eingesetzt. Wenn die Hersteller selbst entwickeln dürfen, können sehr interessante, umweltfreundliche Technologien verwendet werden.

ELO

07 2022

S i e te s te n vi e l e E-Au to s . We l c h e ­E n t wi c kl u n g e n b e o b a c h te n S i e ­d a b e i u n d wo ra u f s o l l te m a n b e i m Ka u f a c h te n? Es tut sich viel in der Batterietechnologie – und mir gefällt, dass man bei immer mehr Modellen die Batteriegröße wählen kann. Wenn man nicht regelmäßig lange Strecken fährt, wählt man den kleineren und dadurch günstigeren Akku. Ich selbst fahre auch ein E-Auto, mir reichen 200 Kilometer Reichweite für meine üblichen Strecken. Und ich kann jedem empfehlen, vor dem Kauf einmal zu probieren, wie man damit zurechtkommt. Mir macht es Spaß und es ist günstig – hier in Monaco ganz besonders, weil man an allen öffentlichen Ladestationen gratis laden kann. Auch im Unterhalt ist es wesentlich günstiger, weil weniger Teile verbaut sind. Und wenn man wie ich die Rekuperation stark eingestellt hat, gewinnt man viel Energie beim Bremsen zurück und hat weniger Verschleiß an der Bremse.

ZUR PERSON

J u t t a Kl e i n s c h m i d t Die weltweit erfolgreichste Frau im Marathon-Rallyesport wurde 1962 in Köln geboren, wuchs in Berchtesgaden auf und kam erst als Erwachsene über Abenteuerreisen mit dem Motorrad zum Motorsport. Die studierte Physikerin arbeitete zunächst als Entwicklungsingenieurin bei BMW, bevor sie sich ganz dem Motorsport widmete. Erst auf zwei, dann auf vier Rädern nahm sie an der Rallye Dakar teil. Ihr Gesamtsieg in der Autowertung 2001 (nachzulesen im Buch „Mein Sieg bei der Dakar“) ist bis heute der einzige einer Frau, fünf weitere Male landete sie in den Top 5 der Gesamtwertung. Heute hält sie Vorträge über ihre Erfahrungen und neue Technologien im Automobilbereich, wenn sie nicht unterwegs zum nächsten Rennen ist.

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38 © LAT Images/FIA Formula E/Sam Bloxham

RACING


M o to r s p o r t

Zu Land, zu Wasser und in der Luft: Immer mehr spektakuläre Rennserien mit Elektroantrieb buhlen um Publikum und locken mit Stars. Text: Florian Streb

Nicht nur die Fahrzeuge sind innovativ, auch bei der Streckenwahl und den Regelwerken gehen elektrische Rennserien oft neue Wege, um Spannung und Spektakel zu erzeugen.

Offroad-Rallyes am Strand von Senegal und in der chilenischen Wüste, Autorennen auf Stadtkursen von Jakarta bis New York und elektrische Motorrad-Action auf dem Red Bull Ring – das ist erst der Anfang. Das Motorsport-Angebot mit Elektro­ antrieb wächst von Jahr zu Jahr, und in Kürze sollen sich auch Flugzeuge, Powerboote und sogar E-Scooter spannende Rennen liefern und dazu spektakuläre Bilder bieten.

Pr o m i s a l s We g b e r e i te r. Wettfahrten von Elektroautos sind eigentlich ein alter Hut. Schon in den 1890ern gab es erste Wettbewerbe (siehe Box Seite 40), doch bald übernahmen Verbrenner die Vorherrschaft. Seither nahmen Elektroautos nur vereinzelt an Rennen teil, bis man vor etwas mehr als zehn Jahren wieder begann, ihnen mit eigenen Klassen und Serien eine neue Rennbühne zu bieten. Größere mediale Aufmerksamkeit erregte aber erst die Formel E, die 2014 ihre Premiere feierte. Einer der Hauptverantwortlichen für deren Erfolg ist dabei zweifellos Promoter Alejandro Agag, der schon für die erste Saison zahlreiche prominente Namen anlocken konnte: Ex-Formel-1Piloten wie Nick Heidfeld und Jarno Trulli, Fahrer

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ELO

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UNTER STROM

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Der „RaceBird“ soll nächstes Jahr über das Wasser fliegen, nur die Schraube und der Tragflügel bleiben untergetaucht.

Fa s t a l l e d e n ke n e l e k t ri s c h . Heute ist der Spanier Agag nicht nur für die Formel E verantwortlich, sondern kreiert nebenbei noch weitere E-Racing-Spektakel: Die Offroad-Rallye-Meister­ schaft Extreme E ist derzeit in ihrer zweiten Saison, die Speedboot-Rennserie E1 soll 2023 starten. Doch Konkurrenz gibt es mehr als genug – auf jedem erdenklichen elektrisch betriebenen Fortbewegungsmittel vom E-Scooter bis zum Flugtaxi. Und von den Platzhirschen im Motorsport gibt es kaum einen, der sich nicht mit dem Thema befasst: Die MotoE ist bereits etablierter Bestandteil der Motorrad-WM, die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft hat für 2023 einen E-Ableger angekündigt, die Rallye Dakar will ab 2030 ausschließlich alternativ betriebene Fahrzeuge zulassen – und die Rallyecross-WM WRX hat sich schon heuer von Verbrennern verabschiedet. Wer wird den Kampf um die Aufmerksamkeit der Rennsportfans gewinnen? ELO stellt einige Kandidaten vor.

© E1 Serie Kreisel Electric

aus bekannten Rennsport-Familien (Prost, Senna, Brabham, Piquet, Andretti) und Teams wie Renault und Audi.

RÜCKBLICK

E l e k t ri s c h e S i e g e r vo r ü b e r 1 0 0 J a h r e n Schon bei den allerersten überlieferten Autorennen waren Elektroautos mit dabei. Zum Beispiel bei einer Wettfahrt von Paris nach Rouen am 22. Juli 1894, wo vorwiegend Wagen mit Dampf- und Benzinantrieb am Start waren, aber auch einige, die mit Strom, komprimierter Luft oder gar einem Federmechanismus betrieben wurden. Das erste Rennen auf einem geschlossenen Kurs fand 1896 in Rhode Island statt; dort siegte das einzige teilnehmende E-Auto gegen mehrere Benziner. Vor allem machten elektrisch betriebene Automobile aber mit Geschwindigkeitsrekorden Furore: Das Fahrzeug „La Jamais Contente“ („Die nie Zufriedene“) erreichte 1899 als erstes ein Tempo von mehr als 100 km/h.

© Wikipedia/gemeinfrei

Vor mehr als 100 Jahren setzten E-Autos neue Tempo-Weltrekorde, bevor Verbrenner das Kommando übernahmen.

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M o to r s p o r t

E 1 - P O W E R B O AT

Re n n b oote wo ll e n a b h e b e n Bekannte ihre Finger im Spiel: Promotor A ­ lejandro Agag und das österreichische Unternehmen Kreisel Electric, das die Batterie­ module mit einer innovativen Kühltechnologie liefert. Die ersten Rennen der E-Tragflügelboote sollen 2023 stattfinden – teilweise im Rahmen­programm der ­Extreme E in ­spektakulären, abgelegenen ­Landschaften, auch in e ­ uropäischen Häfen.

© LAT Images/FIA Formula E/Sam Bloxham

Sieben Meter lang und bis zu 50 Knoten (93 km/h) schnell ist der „­RaceBird“, das elektrische Rennboot, das speziell für die neue Serie E1 ­designt wurde. Warum ein Boot Vogel genannt wird? Ganz einfach, weil es Flügel hat und sich die meiste Action in der Luft abspielen soll. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit hebt nämlich ein U-förmiger Tragflügel den Bootsrumpf aus dem Wasser. In der E1 haben zwei alte

Nyck de Vries (Mercedes) siegte im Jänner beim Saisonauftakt der Formel E in Saudi-Arabien.

FORMEL E

„ At ta c k M o d e“ in d e r Cit y Die prominenteste elektrische Rennserie ist seit vielen Jahren die Formel E, seit 2021 eine offizielle Weltmeisterschaft des Welt-Automobilverbands FIA. Mit vielen bekannten Gesichtern aus der Formel 1 und geschicktem Marketing hat sie es geschafft, in vielen Ländern im Fernsehen übertragen zu werden – in Österreich ist man via ORF live dabei. Optisch mögen die Autos an die Formel 1 erinnern, im Ablauf eines Rennens gibt es aber einige Unterschiede: Gefahren wird ausschließlich auf Stadtkursen in Metropolen wie Mexico City, Rom, New York und London. Die Rennen haben keine

fixe Distanz, sondern dauern 45 Minuten plus eine Runde. In den ersten Saisonen musste dabei aufgrund der kleinen Akkus mitten im Rennen bei einem Boxenstopp das Fahrzeug getauscht werden, sehr zum Spott vieler E-Auto-Skeptiker. Mit der aktuellen Fahrzeuggeneration ist das aber passé. Die 900 kg schweren Flitzer beschleunigen mit bis zu 250 kW (340 PS) in 2,8 Sekunden von 0 auf 100, der Topspeed liegt bei etwa 280 km/h. An Computerspiele erinnert der „Attack Mode“, mit dem jeder Fahrer mehrmals pro Rennen für einige Sekunden zusätzliche Motorleistung abrufen kann, wenn er über

eine bestimmte Markierung fährt. Solche Eigenheiten sowie das komplexe Batteriemanagement erfordern viel Geschick von den Fahrern und Teams. Es sei „wie Schachspielen bei 200 km/h“, sagte einmal Lucas di Grassi, der Meister der Saison 2017.

2022 wird erstmals auch eine Nachwuchs-Meisterschaft mit elektrischen Formel-Rennwagen ausgetragen: Die ERA – das steht für Electric Racing Academy – feiert dieser Tage in Istanbul ihre Premiere.

> ELO

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AI R R ACE E

Flü g e l a n Flü g e l m it 4 50 km/h Nach mehreren Verschiebungen soll es 2023 nun wirklich so weit sein: Air Race E will die weltweit erste Meisterschaft für vollelektrische Flugzeuge austragen. Davor müssen die Teams beweisen, dass ihre Flugzeuge auch flugtauglich sind. Dabei legte das Nordic Air Racing Team vor, das Anfang des Jahres den erfolgreichen Jungfernflug seines elektrischen Rennflugzeugs meldete. Der Organisator des Air Race E hat in der Vergangenheit schon Luftrennen mit konventionellen Flugzeugen

(Air Race 1) veranstaltet. Nächstes Jahr sollen dann acht E-Flieger wenige Meter über dem Boden mit bis zu 450 km/h ihre Runden entlang eines mit Pylonen markierten Ovals drehen – und das gleichzeitig. Anders als beim mittlerweile eingestellten „Red Bull Air Race“, bei dem die Piloten den Kurs nacheinander absolvierten, wird hier Flügel an Flügel geflogen. Wo die Rennen stattfinden werden, ist noch offen, Austragungsorte werden gesucht. Dafür ist mit Airbus seit drei Jahren ein namhafter Partner an Bord.

In der „Formel 1 der Lüfte“ ist das Team Race 9 Weltklasse – nun will es sein Flugzeug zum Elektro- Champion umbauen.

EXTREME E

O f froa d - S p e kta ke l m it g ute r Ab - u n d Au s s ic ht Besonders noble Ziele gibt die Extreme E an, die heuer ihre zweite Saison austrägt: Sie möchte durch die Wahl der Rennorte die schon heute sichtbaren Folgen des Klimawandels zeigen und die Gleichstellung der Geschlechter vorantreiben. Was den ersten Punkt betrifft, drängt sich die Frage auf, ob nicht doch eher das Spektakel im Vordergrund steht – orange leuchtende Sanddünen, Grönlands Gletscher oder die Wellen des Atlantiks bilden die Kulisse, in der die Offroad-Rallyeautos gegeneinander Der „Jurassic X Prix“ an Englands Südküste bildete den Abschluss der ersten Extreme-E-Saison.

antreten. Was das Geschlechterverhältnis betrifft, ist die Extreme E aber tatsächlich bemerkenswert: Jeweils ein Mann und eine Frau bilden ein Team und wechseln sich hinter dem Steuer ab – und das habe durchaus positive Effekte, berichtet Pilotin Jutta Kleinschmidt (siehe Interview auf Seite 36). Ebenfalls einzigartig: Ein ehemaliges Postschiff schippert Fahrzeuge und Equipment um die Welt zu den Rennorten und dient dort gleichzeitig als Fahrerlager. Auch hinter dieser Serie steht Promotor Alejandro Agag, und wie schon für die Formel E überzeugte er mit dem Konzept viel Prominenz: Am Start sind Rallye-Stars wie Sebastien Loeb, Carlos Sainz sen., Johan Kristoffersson und die erwähnte Jutta Kleinschmidt. Die wenigen Rennen – heuer sind fünf geplant, davon noch drei ausständig – kann man im TV auf ProSieben Maxx und online auf ran.de verfolgen.

© Extreme E/LAT Images

2024 soll die Extreme E mit der Extreme H ein Pendant mit Wasserstoffautos bekommen. Gefahren wird zu denselben Terminen auf denselben Strecken.

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M o to r s p o r t

E-X P LO R E R

Ü b e r Sto c k , Ste i n u n d Stie g e n

© FIM E-Xplorer

© Airbus

Der Motorrad-Weltverband FIM hat schon einige Elektro-Serien im Programm, zum Beispiel die Moto E im Straßenrennsport oder den E-XBike World Cup, bei dem mit E-Bikes auf Motocross-Strecken gefahren wird. Für diesen Herbst ist mit dem E-Xplorer World Cup eine neue Offroad-Serie für elektrisch

angetriebene Enduro-Motorräder angekündigt. Die zwölf Teams bestehen jeweils aus einem Mann und einer Frau, die sich im Sattel abwechseln. Gefahren wird auf jedem Terrain: offroad ebenso wie auf städtischen Kursen, gespickt mit Sprüngen, Wallrides und Stiegen. Der Rennkalender wurde noch nicht bekanntgegeben. Maximal 130 Kilo wiegen die Offroad-Motorräder mit Elektroantrieb, besagt das im April fixierte Reglement.

Wie auch in der Extreme E treten jeweils eine Frau und ein Mann als Team an.

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eSkootr

© eSkootr

M it Te m p o 10 0 au f d e m Ro ll e r

Klingt komisch, sieht auch komisch aus – hat aber durchaus Potenzial zum unterhaltsamen Fernsehsport.

Wer bei E-Scootern an die Dinger denkt, über die man regelmäßig auf dem Gehsteig stolpert, liegt richtig: Ja, genau auf solchen Gefährten wird diese Rennserie ausgetragen. Ein bisschen gepimpt sind sie zugegeben schon: Statt mit 25 flitzen sie mit bis zu 100 km/h über die speziellen Kurse. Das mag für viele nach einem Scherz oder einer Schnapsidee klingen, doch die Initiatoren und Unterstützer des Wettbewerbs sind gestandene Rennfahrer, darunter auch Alexander Wurz. Am Start stehen 12 Frauen und 18 Männer, die bisher in diversen Sportarten Karriere gemacht haben – neben Motocross-Fahrerinnen und BMX-Athleten finden sich darunter zum Beispiel auch ein Snowboarder, ein Skifahrer, eine Karatekämpferin und eine Feldhockeyspielerin. Der Auftakt war ursprünglich schon für 2021 geplant, coronabedingt verschob sich die Premiere aber auf heuer. Das erste Rennen fand nun Mitte Mai in London statt, wo in der Eventlocation Printworks, einer ehemaligen Großdruckerei, die temporäre Rennstrecke aufgebaut wurde. Weiter geht es in den nächsten Wochen in der Schweiz, Frankreich und Italien.

TIPP

N o c h m e h r E- Re n n s p o r t Für 2023 kündigte DTM-Chef Gerhard Berger den Start der DTM Electric an – mit 1.200 PS sollen die elektrischen Tourenwagen dabei doppelt so viel Leistung haben wie die bisherigen Boliden. Die FIA startet im Tourenwagen-Bereich schon heuer mit dem eTouring Car World Cup (ETCR). Nächstes Jahr soll es mit der FIA ­Electric GT losgehen. Bei der Rallye Dakar kam 2017 erstmals ein rein elektrisches Auto ins Ziel, 2022 gab es erstmals eine eigene E-Auto-Klasse und ab 2030 sollen gar keine Verbrenner mehr starten dürfen. Für 2023 plant die H ­ yraze-League ihr Debüt – eine Rennserie mit Brennstoffzellen-Autos, hinter der unter anderem der ADAC steht. Manche der Rennen sollen allerdings ganz ohne Fahrzeug stattfinden, ­n­ämlich

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am ­Simulator. Das exakte Gegenteil davon ist Roborace: echte Autos, aber keine Fahrer – die Boliden fahren autonom. Ebenfalls unbemannt, aber von Menschenhand gesteuert sind die Sportgeräte in der Drone Champions League, kurz DCL. Die Quadrocopter-Drohnen begeistern das Publikum an Orten wie der Champs-Élysées oder auf einem schneebedeckten Schweizer Berggipfel. Wem das noch nicht spektakulär genug ist, der sollte einen Blick auf die Airspeeder EXA Series werfen: Da treten nämlich nicht kleine Drohnen, sondern ausgewachsene Flugtaxis (genauer gesagt: senkrechtstartende Flugautos mit vier Rotoren) gegeneinander an – heuer ferngesteuert, aber laut Plan schon 2023 mit den Piloten an Bord.


M o to r s p o r t

R A L LY E C R O S S - W M

Österreich wird fix Weltmeister: Alle Autos in der WRX starten mit einem Antrieb von Kreisel Electric.

© Colin McMaster/Mcklein

Revo lu tio n i n d e r Ra d - a n - Ra d - Ra llye Die World Rallyecross Champion­ ship (WRX) ist nicht neu, sondern eine seit vielen Jahren etablierte FIA-Weltmeisterschaft. Aber heuer feiert sie eine Revolution: Statt mit Verbrennern wird ab sofort elektrisch gefahren. Der für alle Teams einheitliche Antriebsstrang kommt dabei vom oberösterreichischen Unternehmen Kreisel Electric. Während im klassischen Rallyesport die Autos einzeln gegen die Uhr antreten, matchen sich beim Rallyecross jeweils rund eine Handvoll Fahrzeuge Rad an Rad. Sie absolvieren dabei einen kurzen Rundkurs, der nur abschnittsweise asphaltiert ist. Mit

der Umstellung auf Elektroantrieb ist die Rallyecross-WM die bisher mit Abstand prominenteste Rennserie, die sich komplett von fossilen ­Treibstoffen verabschiedet. Dabei war der Rallyecross-Sport schon einmal Vorreiter: Bereits 2010 wurde bei der Trophée Andros, einem französischen Rallyecross-Cup auf Eis und Schnee, eine eigene Kategorie für E-Autos eingeführt. Die elektrische Premiere der WRX soll am 3. Juli in Höljes in Schweden gefeiert werden, das Saisonfinale ist für November in Kapstadt geplant. ServusTV und Sport1 übertragen die Rennen live.

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„DER NÄCHSTE SCHRITT: LEICHTERE AUTOS“ Louis Palmer zeigt seit den 90er-Jahren vor, wie nachhaltige Mobilität geht. Sein nächster Coup ist eine emissionsfreie Reise um die Welt im „Solar Butterfly“. Text: Josef Puschitz

H e rr Pa l m e r, e s ra u s c h t e i n we n i g i n d e r Le i t u n g . H ö r e n S i e m i c h g u t ? Louis Palmer: Herr Puschitz, das ist der Fahrtwind, ich bin gerade auf dem Rad unterwegs zu einem Termin. Ich muss nach Obwalden, das dauert etwa eine halbe Stunde. Ich sitze auf einem Elektrorad, ich werde also nicht zu viel schnaufen. Fangen wir an mit dem Interview?

S e h r g e rn e . H e u te s t ra m p e l n S i e a m E l e k t r o ra d l , a n s o n s te n s i n d S i e m i t e i n e m I h r e r d r e i E-Au to s u n te r we g s . Wa s b e g e i s te r t S i e s o s e h r a n der Elektromobilität? Man fährt ohne schlechtes Gewissen. Für mich bedeutet das absoluten Fahrspaß, wenn man ­seine Mobilität genießen kann, ohne dabei Schäden für den Menschen oder die Umwelt zu hinterlassen.

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Kri t i ke r m o n i e r e n a b e r, d a s s a u c h E- Fa h r z e u g e Re s s o u r c e n ­ve rb ra u c h e n . Was ist die Alternative? Weiter mit Benzin und Diesel zu fahren? Elektromobilität ist absolut vereinbar mit dem Umweltgedanken – gegenteilige Argumente kommen vor allem aus gewissen Kreisen, die ein Interesse daran haben, dass sich die Elektromobilität und Solarstromerzeugung nicht durchsetzen. Sie arbeiten mit Fakten, die aus dem Kontext gerissen werden, und verunsichern so auf unnötige Art und Weise. Für mich ist klar, dass an der Elektromobilität kein Weg mehr vorbeiführt.

A b e r S i e h a b e n a u c h Vo r s c h l ä g e , wi e d a s E l e k t r o a u to n o c h u mwe l tfr e u n d l i c h e r we r d e n kö n n te . Verbesserungen müssen vor allem noch am Gewicht der Fahrzeuge vorgenommen werden.


In te r v ie w Der „Solar ­ utterfly“ soll B ­s einem Zugfahrzeug den nötigen Strom liefern.

Mit dem „Solartaxi“ reiste Palmer schon vor 15 Jahren um die Welt und traf dabei unter anderem UNOChef Ban Ki-moon.

ZUR PERSON

Denn auch wenn wir die Mobilitätswende schaffen, bleibt uns das wenig intelligente Verhalten von Menschen, alleine im Auto mit fünf Sitzplätzen zur Arbeit zu fahren und wieder zurück. Da müssen wir noch umdenken, weg von schweren, großen Elektroautos, hin zu kleinen Fahrzeugen mit PV-Modulen am Dach, die auch unabhängiger von der Steckdose sind. Und deren Batterien auch überschüssigen Solarstrom aufnehmen und unser gesamtes Netz stabilisieren können. Das wird der nächste Schritt sein, nachdem wir jetzt vom Benzin wegkommen. Die leichten Fahrzeuge brauchen dann nur mehr kleine Batterien, weniger Ressourcen, so wie mein Solartaxi.

A l s S i e vo r 1 5 J a h r e n m i t d e m S o l a r ­ t ax i u m d i e We l t g e r e i s t s i n d , h a t d a s vi e l Au f s e h e n e rr e g t . S p ä te r rä u m te n S i e i n I n te r vi ew s a b e r

Lo u i s Pa l m e r : Pi o n i e r a u f Re i s e n

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© SolarButterfly, Palmer

„Wir müssen hin zu kleinen Elektroautos mit PV-Modulen am Dach.“

Vom Brotberuf her Lehrer, von der Berufung Elektro­mobilitätsPionier und Motivational ­Speaker: Louis Palmer, geboren 1971 in Budapest, aufgewachsen in Luzern, ist eines der bekanntesten G ­ esichter des Schweizer Umweltaktivismus. Seine erste Aktion war eine 10.180 Kilometer lange Fahrradtour quer durch ­Afrika, sieben Monate lang in den Jahren 1993 und 1994. Drei Jahre später überquerte er die USA in einem Ultraleichtflugzeug. Weltweite Aufmerksamkeit erlangte er mit seinem Solartaxi – die Reise um den Globus dauerte von 2007 bis 2008, ­Palmer bereiste dabei mit seinem solarbetriebenen Leichtfahrzeug 36 Länder und kutschierte damit Promis von Bianca Jagger über Jay Leno bis hin zum damaligen General­sekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon.

Louis Palmer

ELO

07 2022

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Interview

Im September soll die Route unter anderem durch Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt führen.

ZUM PROJEKT

S o l a r B u t te r f ly: Kl e i n e s H a u s a u f g r o ß e r To u r

Schon das Gefährt selbst ist kaum zu übersehen: Als rollendes Tiny House mit allem Nötigen a ­ usgestattet,

nimmt das Design Anleihe am Schmetterling. Wenn der seine Flügel ausbreitet, hat das Auto 120 Quadratmeter an PV-Fläche zur Verfügung und produziert damit pro Tag Strom für bis zu 300 Kilometer Fahrtstrecke. Dieses Jahr wird der Solar Butterfly im Rahmen der Wave Trophy durch Europa touren. ­Diese von Palmer organisierte E ­ -Auto-Rallye ist eine der größten weltweit. Dabei führt die Strecke vom 12. bis 19. September auch durch Österreich. solarbutterfly.org

e i n , d a s s t r o t z d e r A k t i o n d i e CO 2 -­ E m i s s i o n e n we i te r g e s t i e g e n s i n d . Wa ru m t u n S i e s i c h d i e s e ­S t ra p a z e n j e t z t m i t d e m „ S o l a r B u t te r f ly “ n o c h e i n m a l a n? Das Echo auf meine erste Reise war sensationell, aber ich bin auch nicht so größenwahnsinnig, anzunehmen, dass wegen mir allein die Welt plötzlich weniger CO2 ausstößt. Mein Ziel ist nicht, die Welt auf den Kopf zu stellen, sondern zu zeigen, dass jeder Einzelne Teil der Lösung sein kann. Das macht mir Spaß – voranzugehen und zeigen, was möglich ist.

D i e M ö g l i c h ke i te n d e r E l e k t r o ­ mobilität nehmen bei uns schön l a n g s a m Fa h r t a u f. G e h t I h n e n d a s s c h n e l l g e n u g? In der westlichen Welt steigen die Absatzzahlen inzwischen wirklich rasant, aber ich sehe keine ­Anzeichen, dass der Boom auch nach Afrika, Indien, Südamerika kommt. Das müssen wir uns immer vor Augen halten, wenn wir uns in Europa auf die Schulter klopfen. Aber wie bei jeder

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­ echnologie ist davon auszugehen, dass sie sich T erst in den wohlhabenden Staaten verbreitet, bevor sie die ärmeren erreicht. Und das geht noch nicht schnell genug.

S i e ke n n e n e i n e n d i e s e r ­a rm e n ­S t a a te n a u s n ä c h s te r N ä h e : ­A fg h a n i s t a n , wo S i e 2 0 02 e i n e ­To u ri s te n g ru p p e h i n g e fü h r t ­h a b e n – d i e e r s te s e i t d e r I nva s i o n d e r S owj e t s 1 97 9. Kö n n e n S i e s i c h ­v o r s te l l e n , d a s s s i c h d o r t d i e E l e k tr o m o b i l i t ä t d u r c h s e t z e n w i r d? Absolut, das ist ein Land mit sehr viel Sonnenschein und wenigen Kraftwerken. Elektroautos mit Solarzellen können dort hervorragend energieautark unterwegs sein. Nicht nur dort, überall auf der Welt kann Solarenergie einen großen Beitrag zu Wohlstand und Mobilität leisten.

I h r e l i e b s te A r t d e r M o b i l i t ä t i s t d a s Re i s e n . S e i t d e n 1 9 9 0 e rn ­z e i g e n S i e vo r, wi e m a n d a s m ö g l i c h s t ­u mwe l t s c h o n e n d m a c h e n ka n n . ­W e l c h e Ti p p s h a b e n S i e fü r U rl a u b e r, d i e I h n e n n a c h e i fe rn wo l l e n? Möglichst auf das Fahrzeug verzichten, möglichst in der Region bleiben, und wenn man wirklich das Gefühl hat, es muss nach Übersee gehen, sollte man die CO2-Emissionen des Flugs kompensieren. Wer fliegt, sollte länger fortbleiben und nicht nur für eine Woche davonjetten. Reisen tut gut, ist eine Entdeckung von fernen Ländern und von sich selbst, dafür sollte man sich die Zeit nehmen. Und Europa lässt sich auch sehr gut von oben bis unten mit dem Zug oder dem E-Auto bereisen. Und lokal mit dem Fahrrad.

© SolarButterfly

Ein mobiles Fernsehstudio, energieautark durch PV-Module und gezogen von einem Tesla Model X – damit wollen Louis Palmer und sein Team ab Mai die Welt bereisen. Zum zweiten Mal macht sich der Schweizer auf, um Lösungen für die Klimakrise aufzuzeigen. Vier Jahre lang wird der „Solar Butterfly“ unterwegs sein, um 1.000 Klimaschutzinitiativen auf sechs Kontinenten zu besuchen und ihnen weltweite Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.


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Qu i z

G’SCHICHT’LDRUCKER Eine Eisenbahn, die durchs Meer fährt, ein unfassbar günstiges E-Auto und ein batteriebetriebener Helikopter: Drei faszinierende Geschichten – aber eine davon haben wir uns ausgedacht. Können Sie erraten, welche beiden stimmen und welche nicht?

Ei n E-Au to fü r unte r 1 .000 Euro Im Online-Versand aus China ist bekanntlich alles günstiger erhältlich, wenn auch oft nicht in der erhofften Qualität. Das gilt auch für Elektro­ autos: Den Chang Li Freeman findet man auf Alibaba.com bereits ab 930 US-Dollar, das sind rund 850 Euro. Diesen Schnäppchenpreis gibt es zwar nur, wenn man mindestens hundert Stück nimmt, aber auch wer nur einen bestellt, zahlt weniger als 1.000 Euro – zuzüglich Versand und Zollgebühren. Amerikanische Blogger haben das Gefährt, das etwas kleiner ist als ein Smart, getestet und waren positiv überrascht: Zwar schafft der Freeman nur etwa 35 km/h, dafür sind sogar eine Heizung, ein Dachgepäckträger und eine Rückfahrkamera vorhanden.

Auflösung zum Quiz: Gourmets wissen Bescheid: Reblochon ist ein Käse. Die Geschichte mit den AA-Batterien haben wir uns ausgedacht. Es gab allerdings tatsächlich Versuche, den S-300C mit einem Elektroantrieb auszurüsten. Die anderen beiden Geschichten sind wahr – die Überreste der Gleistrasse des Stelzenzugs lassen sich vor Brightons Küste noch heute erkennen, und Freeman-Erfahrungsberichte kann man auf jalopnik.com nachlesen und -sehen.

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Ei s e n ba h n au f Ste lze n Die „Brighton and Rottingdean Seashore Electric Railway“ verband ab 1896 zwei englische Seebäder miteinander. Das Besondere: Sie fuhr durchs Meer. Das Fahrzeug sah mehr wie ein Boot auf Stelzen aus als wie eine Eisenbahn und erhielt deshalb den Spitznamen „Weberknecht“. Die Schienen lagen bei Ebbe im ­Trockenen, bei Flut unter ­Wasser. Das erwies sich als nicht sehr praktisch: Wegen des Wasserwiderstands kam die Bahn bei Hochwasser nur im Schritttempo voran. Nach wenigen Jahren wurde der Betrieb eingestellt.

M it A A- B at te rie n n a c h Afri ka f lie g e n Paris–Dakar, diese Strecke ist schon für Rallye-Autos eine Herausforderung. Der Franzose Joel Reblochon wollte sie auf noch ausgefallenerem Weg bewältigen: Er baute 1993 einen Leichthubschrauber (Modell S-300C) so um, dass er mit einem Elektromotor und gewöhnlichen Haushaltsbatterien des Typ AA fliegen sollte. Zur Überraschung seiner Kritiker funktionierte das „­Cigogne“ („Storch“) getaufte Fluggerät: Jeweils rund 30 Kilometer weit kam Reblochon, bevor die 1.300 Akkus neu geladen werden mussten. Nach Dakar schaffte er es dennoch nicht: In der Nähe von Biarritz stürzte die Maschine ins Meer, der Pilot konnte sich retten.


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DIE GROSSGLOCKNER E-GENUSSTOUR DURCH DEN NATIONALPARK HOHE TAUERN 230 km genussvoll-nachhaltiges E-Mobility-Fahrvergnügen

07 2022

Emissionsfreies Reisen durch den Nationalpark Hohe Tauern – QR Code scannen und E-Genusstour entdecken.

Die Großglockner E-Genusstour ist Österreichs erster Roadtrip für Elektro-Autos. Dabei führt der insgesamt 230 km lange Rundkurs durch Österreichs schönste Landschaften im Nationalpark Hohe Tauern in Salzburg, Osttirol und Kärnten und über die schönste Panoramastraße der Alpen, die Großglockner Hochalpenstraße. Ein dichtes Netz an Ladestationen entlang der gesamten Route garantiert sicheres und sauberes Fahrvergnügen. Das Beste an der Tour: Eine Fülle an Genusspunkten, die speziell unter nachhaltigen, ökologischen und regionalen Aspekten ausgewählt wurden, laden ganz nach Lust und Laune zum Anhalten, Verweilen und natürlich zum Genießen ein. Die Glockner E-Genusstour – ein nachhaltiger Genuss in jeder Hinsicht! www.grossglockner-genusstour.at

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