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1. Mai 2024 · Nr. 18 · 45. Jahrgang

Wochenzeitung für Stadt und Landkreis Rosenheim 83022 Rosenheim • Hafnerstraße 8 • Telefon 0 80 31 / 30 88-0 • Fax 0 80 31 / 30 88 20 info@echo-rosenheim.de • www.echo-rosenheim.de

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„Repariern‘s ma des!“ Interview mit Repair-Café-Mitinitiator zum Beschluss des „Rechts auf Reparatur“

In der vergangenen Woche war es soweit: Im EUParlament wurde das „Recht auf Reparatur“ beschlossen. Das Europäische Parlament und der Rat haben sich auf die von der EU-Kommission vorgeschlagenen neuen Regeln für das Recht auf Reparatur geeinigt. Wenn die gesetzliche Gewährleistung abgelaufen ist, sollen Verbraucherinnen und Verbraucher eine einfachere und kostengünstigere Reparatur von Defekten bei allen Geräten verlangen können, die technisch reparierbar sein müssen (etwa Tablets, Smartphones, aber auch Waschmaschinen, Geschirrspüler usw.). Die Hersteller werden verpflichtet, öffentlich Angaben über ihre Reparaturleistungen zu machen und dabei insbesondere auch anzugeben, wieviel die gängigsten Reparaturen ungefähr kosten werden. Neu ist darüber hinaus die Einrichtung einer europäischen Reparaturplattform, die es Verbraucherinnen und Verbrauchern erleichtern soll, über einfach zu bedienende Suchwerkzeuge passende Re-

paraturwerkstätten zu finden. Über die Plattform werden Reparaturwerkstätten, oft kleine und mittlere Unternehmen, ihre Dienstleistungen anbieten können. Wir sprachen darüber mit Georg Schmid, einem der Initiatoren des ersten Repair-Cafés in Rosenheim, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern kann. Der Beschluss des EUParlamentes, Verbrauchern ein „Recht auf Reparatur“ zu gewähren, wird von Ihnen sicherlich positiv aufgenommen? „Unser Motto lautet „Wegwerfen? Denkste!“ seit der Gründung im Januar 2015 im Bürgerhaus „MIteinander“ in der Lessingstraße 77, deshalb sehen wir das neue EU-Gesetz als Fortschritt und positiv, auch wenn der Weg im nationalen Gesetzgebungsverfahren noch für Diskussionen über Details sorgen wird. Im Repair-Café Rosenheim werden beschädigte Gegenstände von Ehrenamtlichen kostenlos repariert. Die Zielsetzung ist ja, die Müllberge zu reduzieren, da

genstände, die repariert wurden, konnten somit weltweit geschätzt bis zu zehn Millionen Kilogramm Co2-Ausstoß vermieden werden. Die Reparatur eines einzigen Produkts kann bis 24 Kilogramm CO2 Ausstoß vermeiden. Allein in Deutschland fallen jährlich durch die 38 wichtigsten Haushaltsgeräte 400 000 Tonnen Elektroschrott an. Die Herstellung der neuen Ersatzgeräte verursacht jährlich 2,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.“ Auch Mobiltelefone müssen nach dem EU-Gesetz repariert werden können.

jedes Jahr nach Berechnungen der EU-Kommission rund 35 Millionen Tonnen Abfall entsteht, weil Produkte zu früh weggeschmissen statt repariert zu werden. Davon ist der größte Teil Elektromüll. Ein Großteil des Elektroschrotts landet auf den Müllkippen in Ghana, wo Kinder und Jugendliche diesen Schrott verbrennen, um an verwertbares Metall zu kommen. Sie verdienen damit etwas Geld, doch sie zahlen dafür mit ihrer Gesundheit.

Reparieren ist wichtig für den Klimaschutz. Es hilft den CO2 Ausstoß zu reduzieren, denn bei der Herstellung neuer Produkte wird CO2 freigesetzt. Aus dem Jahresbericht 2019 von Repair-Café International geht hervor, dass durch die Repair-Cafés weltweit 2019 ungefähr 420 000 Kilogramm Abfall vermieden wurde. Ende 2019 waren weltweit über 2 000 Repair-Cafés aktiv. In Deutschland aktuell etwa 1 500. Durch die kaputten Ge-

Glauben Sie, die Umsetzung des Gesetzes könnte die Repair-Cafés überflüssig machen? „Nein, denn das Recht auf Reparatur heißt ja nicht, dass die Reparatur jetzt für jeden selbst ganz einfach wird. Eine Schwierigkeit ist immer das Öffnen des Geräts, dazu ist meistens spezielles Werkzeug nötig, das im Repair-Café vorhanden ist. Wenn das Gesetz dazu führt, dass die Geräte nicht mehr unzugänglich verklebt werden, dann können auch die Reparaturerfolge erhöht werden. Fortsetzung auf Seite 2

Notfalldosen für Rosenheim Rosenheim führt effiziente Informationssysteme für den Notfall ein

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Bei gesundheitlichen Notfällen ist es oft entscheidend, dass der Rettungsdienst, aber auch Angehörige und Ersthelfer schnell, effizient und im Sinne der betroffenen Person handeln können. Damit in solchen Fällen auch die notwendigen Informationen schnell und übersichtlich zur Hand sind, werden in Stadt und Landkreis Rosenheim jetzt Notfalldosen verteilt. Das Angebot ist ein gemeinschaftliches Projekt der Gesundheitsregionplus des Landkreises Rosenheim und dem Hospizund Palliativ-Netzwerk für Stadt und Landkreis Rosenheim. Die sogenannte Notfalldose ist ein einfaches Informationssystem für wichtige Patientendaten. Die kleine, aber gut sichtbare Dose enthält wichtige gesundheitliche Informationen, beispielsweise zu Allergien, Medikamenten oder be-

Stefanie Schlüter vom Hospizund Palliativ-Netzwerk, links, und Katrin Posch von der Gesundheitsregionplus haben die Notfalldose gemeinsam auf den Weg gebracht. sonderen Wünschen der medizinischen Behandlung. Die Informationen werden im Vorfeld als standardisierte Selbstauskunft ausgefüllt. Die Notfalldose wird im heimischen Kühlschrank aufbe-

wahrt, da dieser in jedem Haushalt steht und für die Helfer schnell zu finden ist. Damit ist die Notfalldose ein effizientes Informationssystem, mit dem im häuslichen Umfeld wichtige Notfall- und Patientendaten zu finden sind. Die Notfalldosen werden in Apotheken, Beratungsstellen und Rathäusern kostenfrei an Bürgerinnen und Bürger des Landkreises und der Stadt ausgegeben. Eine vollständige Liste der landkreisweiten Ausgabestellen ist online zu finden. Die Aufgaben der Gesundheitsregionplus des Landkreises Rosenheim ist die regionale Vernetzung zu Verbesserung der Prävention, Gesundheitsversorgung und Pflege, und damit die Stärkung der gesundheitlichen Situation der Bürgerinnen und Bürger der Region Rosenheim. Fortsetzung auf Seite 2

Diese Woche im Eine saubere Sache ..................... S. 6 Gewerbegebiet Am Oberfeld ..................................... S. 7 Oberaudorf – mei Hoamad ...................................... S. 8 Fit für den Führerschein ..............S. 10 Frühlingsfest Großkarolinenfeld ..................S. 12-13

Samerberger Wanderbus Ab Bad Feilnbach, Bad Aibling und Rosenheim Der Samerberg und die Hochries sind gerade für Wanderer ein beliebtes Ausflugsziel an Sonn- und Feiertagen. Besonders dann ist das Verkehrsaufkommen auf dem Samerberg hoch und so hält die Gemeinde Samerberg an der Sonderlinie 493 gerne fest. Bis zum 20. Oktober 2024 fährt auch in diesem Jahr der Samerberger Wanderbus. Vom Mangfalltal über Rosenheim bis zum Samerberg können Wanderfreudige an allen Sonn- und Feiertagen mit dem RegionalBus gemäß Sommerfahrplan des MVV ihr Wandervergnügen autofrei und somit nachhaltig starten - ganz

nach dem Motto „zurücklehnen und genießen, Parkplatzsorgen ausgeschlossen“. Die Linie Nr. 493 fährt morgens zweimal zu den beliebtesten Wanderparkplätzen auf dem Samerberg und bringt die Gäste am Nachmittag mit zwei Fahrzeitangeboten wieder zurück. So kann man zum Beispiel um 6.55 Uhr mit dem Zug in München starten, um kurz nach 8 Uhr am Wanderparkplatz Spatenau eine Hochriestour zu starten. Vom Gipfel hinab geht’s bequem mit der Hochriesbahn und wahlweise um 14.54 oder 16.54 Uhr wieder zum Bahnhof Rosenheim. Fortsetzung auf Seite 8

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