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3. April 2024 · Nr. 14 · 45. Jahrgang Neu- Gebrauchtwägen und Reimporte: Innstr. 53
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Auf den Flügeln der Fantasie Der internationale Tag des Kinderbuchs erinnert an die große Bedeutung des (Vor)-Lesens Zum Verreisen braucht es nicht viel … nur ein bisschen Tinte, Papier, Fantasie und Muße. Seit 1967 wird am 2. April weltweit der „Tag des Kinderbuchs“ gefeiert. Die Idee für den Welttag geht auf das International Board on Books for Young People zurück - eine gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen weltweit die Freude an Büchern und Literatur zu vermitteln. Unter den Gründungsmitgliedern befanden sich bekannte Kinderbuchautoren wie Erich Kästner, Astrid Lindgren und Bettina Hürlimann. Kinder in Deutschland lesen immer weniger und schlechter. Dies offenbarten erst kürzlich die ernüchternden Ergebnisse der letzten Pisa-Studie. Digitalisierung, Hektik und Druck in der Schule… Es gibt viele Gründe für die mangelnde Leseerfahrung. Dabei setzt die Beschäftigung mit Büchern und Literatur in jungen Jahren schon den Grundstein für wichtige Entwicklungen im Erwachsenenalter. Das Lesen ist dabei nicht
Das frühe (Vor)-Lesen schult die Konzentrationsfähigkeit, soziale Kompetenz und Fantasie.
nur für die schulische und berufliche Laufbahn unerlässlich, sondern kann auch die Verbindung zwischen Kindern und Eltern stärken, die soziale Kompetenz schulen und kritisches Denkvermögen fördern. Frau Gabriela Schmidt arbeitet im Kinderhaus der Stadtbibliothek und setzt sich seit Jahrzehnten für die Leseförderung unserer Kleinsten ein. Das Wichtigste dabei - der Spaß an der Sache! Frau Schmidt, was bedeutet Leseförderung für Sie? Es gibt bei der Leseförderung zwei große Ansätze: Der schulische Ansatz, und der eher
„spaßige, spielerische“ Ansatz. Unserer ist der Zweite. Ich biete den Kindern das an, was für sie interessant ist. Mir ist es dabei egal, was die Kinder lesen - ob Comicheft oder Sachbuch.... Hauptsache sie lesen. Denn das Lesen ist das, was die Kinder in ihrem ganzen (schulischen) Leben begleitet. Es geht darum, das Interesse am Buch zu wecken und zu erklären: Lesen ist wie Radfahren. Hat man es einmal gelernt, kann man es ein Leben lang. Wie finden Sie den Ansatz an Schulen? Oft wird mir alles viel zu kompliziert gemacht. Es gibt zu
viele Richtlinien, Lesesysteme, an die sich die Lehrkräfte halten sollen. Die Studien haben ergeben, dass die Lesekompetenz der Kinder nicht gut ist. Als Lösungsansatz wurde vorgeschlagen, zusätzliche Deutschstunden in den Lehrplan aufzunehmen und dafür bei kreativen und musischen Fächern zu kürzen. Ich glaube nicht, dass das ein sinnvoller Lösungsansatz ist. Man sollte gerade die Kreativität schulen und interdisziplinär arbeiten. Wenn ich Sprache mit Musik und Bewegung mit Sprache kombiniere, lernen Kinder viel mehr. Man sollte wieder Spaß an der Sache mit einbringen, mehr Lockerheit - immer mehr Deutschstunden setzen die Kinder nur unter Druck. Warum ist das Vorlesen so wichtig? Wir werden seit Jahrzehnten aufs Multitasking getrimmt überall läuft Musik, gibt es neue Eindrücke - ob ich esse oder spazieren gehe. Lesen ist etwas, was die Fahrt aus Allem herausnimmt. Ich konzentriere mich nur auf eine Sache. Und der große Vorteil, wenn man das als Kleinkind schon lernt, ist, dass
sich dann die Fantasie erst aus dieser Ruhe entwickeln kann. Aus dem Vorlesen. Aus dem Erzählen. Auch die Haptik eines Buches spielt dabei eine große Rolle… es riecht, es raschelt. Menschen sind Wesen, die Dinge real spüren müssen. Das kann kein Handy ersetzen. Die fünf Sinne haben wir ja nicht umsonst. Alles will berührt werden. Es ist genauso wichtig, den Kopf in Form von Inhalten, von Inspiration zu berühren, wie, dass mich jemand in den Arm nimmt. Wenn beides gleichzeitig passiert - wie es beim Vorlesen der Fall ist ist es natürlich der Optimalzustand. Das Lesen fördert ja auch die Aufmerksamkeit… Genau! Das ist enorm wichtig, denn in der heutigen Zeit haben wir unglaublich viele Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörung. Das liegt daran, dass heute alles schnelllebig ist, oft zwei Elternteile arbeiten müssen. Dass die Kinder sehr früh aufstehen, bis nachmittags im Hort sind und abends gestresste Eltern vorfinden. Fortsetzung auf Seite 2
Bläserklasse begeistert Kinder in Frasdorf Gemeinsames Musizieren begeistert Schüler zum Mitmachen beim Förderverein der Musikkapelle Wildenwart Jeden Dienstagvormittag schallt fröhliche Blasmusik aus dem Schulhaus der Wastl-Fanderl-Grundschule in Frasdorf. Eine der beiden Bläserklassen probt. Elf Kinder der 3. Klassen haben sich entschieden alternativ zum schulischen Musikunterricht an dem Angebot des Musikfördervereins der Musikkapelle Wildenwart teilzunehmen. Die jungen Musiker haben nach eifrigem Ausprobieren schon vor Beginn des Schuljahrs ihre Lieblingsinstrumente ausgewählt, die der Verein ihnen als Leihgabe zur Verfügung stellt. Die kleine Kapelle besteht jetzt aus Querflöten, Trompeten, Tenorhörnern, Klarinette und Saxofon. Eva-Maria Gruber ist Jugendleiterin des Vereins und unterrichtet die Bläserklassen. Mit viel Geschick begeistert sie die Kinder für das gemeinsame Musizieren. Ab-
Die Bläserklasse der Wastl-Fanderl-Grundschule in Frasdorf. wechslungsreich ist ihr Unterricht, die Freude an der Musik und der Arbeit mit den Kindern spürbar. Warum die Kinder so gut mitmachen, beantworten sie selber so: „weil es so schön klingt, die Frau Gruber nett ist, wir viel lernen, nicht nur musizieren sondern auch singen und spielen“. Eine Schülerin fügt
noch hinzu: „und weil zusammen Musik machen viel mehr Spaß macht als allein“. Diese Unterrichtsstunde ist ein Gemeinschaftserlebnis, das die Kinder mitgestalten können. Frau Gruber beteiligt sie bei der Auswahl der Musikstücke und wie sie gespielt werden, ob im Canon oder als Konzertversion dürfen die
Musiker per Mehrheitsentscheid beschließen. Demnächst findet eine Preisverleihung an der Schule statt bei der die Bläserklasse den musikalischen Rahmen gestaltet. Da die Leiterin zu dem Termin nicht an der Schule sein kann, probt sie jetzt mit der Gruppe den Ablauf und die Musikstücke. Die Kinder teilen sich die Aufgaben so, dass sie den Auftritt eigenständig meistern können. Alle bringen sich nach ihren Fähigkeiten in die Gruppe ein und lustig darf es auch mal zugehen, zum Beispiel, wenn beim Einpacken der Instrumente Frau Gruber auf dem Klavier „meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ spielt. In der Bläserklasse haben die Kinder nicht nur die Möglichkeit, ihre musikalischen Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch wertvolle Lektionen über Teamwork, Kreativität und Zusammen-
halt zu lernen. Für sie ist die kleine Schulkapelle nicht nur ein Ort zum Musizieren, sondern ein Ort, an dem sie Gemeinschaft erleben, neue Dinge entdecken und vor allem Spaß haben können. Durch die Bläserklasse lernen die Kinder Jugendleiterin und Verein kennen, der Schritt in der Zwergerlkapelle des Musikvereins Wildenwart ist dann für Viele schnell gemacht. Der Kreisjugendring Rosenheim unterstützt Vereine im Landkreis organisatorisch und finanziell bei Schulprojekten, dies können auch einzelne Schnupperstunden sein. Weitere Informationen finden Sie unter: kreisjugendring-rosenheim.de/schulbezogene-jugendarbeit/projekte oder claudia.kreutzer@kjr-rosenheim.de, Telefon 0 80 31/9 00 54 44.
Diese Woche im Ganzheitliche Gesundheit ............ S. 5 Leichter leben mit Handicap ........ S. 6 Das Maler- und Lackiererhandwerk ......................... S. 9
Parkgebühren Bewirtschaftung der Loretowiese startet
Am Dienstag, 2. April, beginnt die Bewirtschaftung der Loretowiese. Die Parkgebühren werden künftig werktags zwischen 8 und 18 Uhr erhoben und liegen bei 2,50 Euro für ein Fünf-Stunden-Ticket und bei fünf Euro für ein Tagesticket. Insgesamt stehen an der Loretowiese vorerst vier Park-
scheinautomaten zur Verfügung. Damit kann über die Parkscheinautomaten mit Münzgeld und über die App „Parkster“ bargeldlos bezahlt werden. Mit den Einnahmen werden beispielsweise Verbesserungen im ÖPNV, der Radinfrastruktur oder die Instandhaltung von Parkhäusern finanziert.
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