Ausgabe 3/2026 56. Jahrgang ISSN 0341-5759 tierschutzbund.de
DU UND DU UND DAS MAGAZIN DES DEUTSCHEN TIERSCHUTZBUNDES
das Tier
ANIMAL HOARDING
Erstmals ist das bundesweite Ausmaß der Tiersammelsucht bekannt
TIERSCHUTZZENTRUM WEIDEFELD
Pat*innen aus ganz Deutschland besuchen ihre tierischen Schützlinge
STRAẞENTIERE IN RUMÄNIEN
Wie ein Modellprojekt vor Ort zum Schutz von Hunden und Katzen beiträgt
DAS VERSTECKTE LEID DER STRAẞENKATZEN
Zeit, Verantwortung zu übernehmen
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Editorial
Genau
hinsehen Liebe Leserin, lieber Leser,
das größte Tierleid bleibt häufig verborgen. Es geschieht dort, wo niemand hinsieht. Hinter Stalltüren, am Straßenrand, in privaten Wohnungen oder mitten in unseren Gärten kämpfen Millionen Tiere mit Schmerzen, Gefahren oder dem Tod. Viel zu oft nehmen wir dies nicht wahr – nicht, weil es uns gleichgültig ist, sondern weil wir es gar nicht mitbekommen. Genau deshalb müssen wir den Blick schärfen. Denn nur wer genau hinsieht, kann helfen und etwas verändern. Darum zeichnen wir mit unserem überarbeiteten „Großen Katzenschutzreport“ ein umfassendes Bild des Straßenkatzenproblems. Wir zeigen nicht nur, wie groß das Leid der Millionen Tiere hierzulande ist. Mit Umfrageergebnissen, aktuellen Daten und vertiefenden Erkenntnissen schaffen wir eine Grundlage, an der auch die Politik nicht vorbeikommt. Gleichzeitig legen wir mit der bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen die passende Lösung auf den Tisch (Seite 08). Auch in der Landwirtschaft schauen wir genauer hin und zeigen, wie das Leben
Judith Schönenstein, Vizepräsidentin
von Mastrindern in der industriellen Stallhaltung von der Geburt bis zur Schlachtung verläuft (Seite 26). Wir richten den Blick auf die über 600 Millionen Hühner, die jährlich kopfüber gefangen und verladen werden, und versuchen mit Nachdruck, auch in der Politik ein Umdenken herbeizuführen (Seite 16). Auch Animal Hoarding ist weiter verbreitet als bislang angenommen. Das zeigt unser interdisziplinäres Forschungsprojekt unter Beteiligung von 81 Prozent aller Veterinärämter (Seite 18). Oft ist das Leid der Tiere sogar unmittelbar vor unserer Haustür zu finden. Wenn wir nur kleine Veränderungen an Lichtschächten, Gullys oder Pools vornehmen, können wir viele Wildtierleben retten (Seite 30). Denn Hinsehen allein genügt nicht. Aber es ist der erste Schritt für mehr Tierschutz. Darum machen wir Missstände sichtbar, zeigen Lösungen auf und setzen uns Tag für Tag für die Tiere ein. Danke, dass Sie uns begleiten.
Mehr als 81.000 Menschen fordern die Bundesregierung dazu auf, ihre Pläne für ein neues Tierversuchsgesetz zu stoppen. Bis zum 31. August konnten Bürger*innen eine Bundestagspetition unterzeichnen, zu der der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit einem Bündnis aus neun weiteren Tierschutzorganisationen aufgerufen hatte (mehr dazu auf Seite 50). Somit wurde die erforderliche Mindestanzahl von 30.000 Unterschriften deutlich überschritten. Es ist ein starkes Signal an die Politik: Unsere Gesellschaft nimmt es nicht hin, wenn Millionen Tiere einfach aus dem Tierschutzgesetz ausgenommen werden sollen. Der Petitionsausschuss des Bundestags wird sich daher in einer Anhörung mit den Forderungen beschäftigen.
Schlaglicht
duunddastier.de
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Du unddas Tier 3/2026
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Tier liebe Bis Ende September sammeln einige Wildbienen wie Sand- oder Mauerbienen Nektar und Pollen. dann sterben die Elterntiere – anders als die Königinnen der Honigbiene werden die meisten der etwa 600 heimischen Wildbienenarten nicht älter als ein Jahr. Nur die Jungköniginnen sowie Larven überleben und überwintern in verblühten Pflanzen, Totholz oder im Erdboden.
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3/2026 Titelthema 08 Straßenkatzen in Deutschland: Zeit für Verantwortung
inhalt Millionen Straßenkatzen leiden in Deutschland im Verborgenen. Die Lösung liegt auf dem Tisch – eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen würde das Tierleid reduzieren und Tierschutzvereine sowie Tierheime entlasten. Aber die Politik zögert (Seite 08).
Aktuell 16
Gerichtsurteil zum Kopfüberfang
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Neue Zahlen zu Animal Hoarding
Veranstaltungen 20
40 Jahre für die Tiere
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Pat*innentage in Weidefeld
Hinter den Kulissen 26
Das Leben eines Mastrindes
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Alltägliche Todesfallen
Tierschutz leben 33
Tiere im Alter: Sensible Senioren
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Rezept: Afrikanische Okra-Suppe
08 Die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes feiert ihr Jubiläum (Seite 20). Das Kopfüberfangen von Hühnern widerspricht europäischen Tierschutzvorgaben (Seite 16).
im Einsatz für die tiere 38
Modellprojekt in Rumänien
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Tierschutzlabel: Schweinehaltung
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Nachtaktive Kletterkünstler
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Tierschutz wirkt: Farm gestoppt
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Tierschutz vor Ort
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Jugend 48
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Tierschutzjugend aktiv
Standards 03
Editorial und Schlaglicht
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Tierliebe: Wildbienen
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Tierschutz weltweit
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Im Fokus: Tierversuche
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Wussten Sie schon, dass …
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Rekordverdächtig
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Kommentar und Impressum
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Medienwelten
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Für Wildtiere sind unsere Wohngebiete voller tödlicher Fallen. Worauf wir achten sollten, um ihre Leben zu retten (Seite 30). Wie tierische Senioren lange gesund bleiben und ihren Lebensabend genießen (Seite 33).
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WUSSTEN SIE SCHON, DASS …
… Faultiere den
LANGSAMSTEN STOFFWECHSEL aller Säugetiere haben? Die Verdauung einer Mahlzeit kann
MEHRERE WOCHEN DAUERN. … MÄNNCHEN DES SIERRA-
WUSSTEN SIE
schon,dass ... … DER INNERE KOMPASS VON
LAUBFROSCHES SCHNELLER QUAKEN, WENN DIE TEMPERATUREN STEIGEN? Sie signalisieren den Weibchen damit, dass die optimale Zeit zur Fortpflanzung gekommen ist.
TAUBEN WOMÖGLICH IN DER LEBER
sitzt? Darin befinden sich Immunzellen, die mit Eisen angereichert sind. Diese helfen den Tieren vermutlich dabei, sich im Erdmagnetfeld zu orientieren.
… manche AMEISEN
BEI EINER PILZINFEKTION ZEITWEISE IHRE ERNÄHRUNG UMSTELLEN … HUNDE ÜBERWIEGEND GELB-
UND BLAUTÖNE WAHRNEHMEN?
Grund dafür ist, dass sie von den für das Farbensehen verantwortlichen Zapfen nur zwei Typen haben. Rot und Grün können die Tiere kaum sehen.
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und mehr auf Blattläuse setzen? Das enthaltene
WASSERSTOFFPEROXID wirkt heilend und bremst die Ausbreitung.
TIERSCHUTZ LEBEN
Sensible Senioren
Wenn Hunde, Katzen und andere Haustiere älter werden, verändern sich ihre Bedürfnisse oft schleichend. Wer die Signale früh erkennt und den Alltag anpasst, kann dazu beitragen, dass tierische Senioren lange gesund bleiben und ihren Lebensabend genießen. Von Joscha Duhme
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rüher registrierte er jede kleine Regung und schoss zur Wohnungstür, noch bevor jemand Leine oder Schlüssel in die Hand nahm. Heute bleibt er selbst entspannt liegen, wenn Besuch kommt. Viele Halter*innen kennen diesen Moment: Eben noch schien ihr Hund den halben Tag herumzutollen, plötzlich wird er zum Senior. Wie bei uns verläuft auch das Altern von Haustieren schleichend. Doch mit der Zeit springen Katzen nicht mehr mühelos auf den Kratzbaum, Kaninchen buddeln weniger im Außengehege und Wellensittiche sitzen zunehmend länger auf ihrem Lieblingsast. Solche Veränderungen gehören zum Älterwerden. Entscheidend ist, sie wahrzunehmen und entsprechend zu reagieren.
Haustiere werden heute älter
„Ab wann das Altwerden eines Tieres einsetzt, ist ganz unterschiedlich. Bei Hunden beispielsweise hängt dies unter anderem von Größe, Haltung, Ernährung, Erbanlagen und Gesundheitszustand ab“, sagt Verena Wirosaf, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Kleine Hunde altern durchschnittlich mit zehn Jahren, bei sehr großen Hunden kann das bereits mit sechs Jahren der Fall sein. Ab etwa elf Jahren zählen Katzen zum älteren Semester, Kaninchen bereits ab fünf Jahren und Ratten schon ab 18 Monaten. i Du unddas Tier 3/2026
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i Haustiere werden heute deutlich älter als noch vor Jahrzehnten. „Dies kann zum einen daran liegen, dass die Besitzer*innen aufgeklärter sind und ihre Tiere besser pflegen und ernähren. Aber auch die tiermedizinischen Behandlungen haben sich kontinuierlich verbessert und werden regelmäßiger vorsorglich wahrgenommen“, erklärt Lisa Hoth-Zimak, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Darum werden Tiere mit dem Alter nicht automatisch krank. Auch wenn das Risiko für chronische Krankheiten mit den Lebensjahren steigt, bleiben viele tierische Senioren lange fit.
Genau hinschauen
„Weil Tiere schleichend altern, sollten schon kleine Veränderungen tierärztlich abgeklärt werden“, empfiehlt Hoth-Zimak. Alterserscheinungen und Krankheiten ließen sich oft schwer unterscheiden. „Aber der Alterungsprozess kann auf viele Krankheiten wie ein Verstärker wirken. Umgekehrt können Krankheiten dazu beitragen, dass Hunde schneller altern.“ Allgemein rät die Expertin, mit Seniorentieren am besten alle sechs Monate zum Check zu gehen – bei Katzen und Hunden idealerweise mit Blutbild, Urin-Untersuchung und Blutdruckmessung – und Veränderungen dort anzusprechen. Häufig werden Tiere zunächst ruhiger. Auch „rüstige Rentner“ spielen oft noch begeistert, allerdings immer kürzer. Mit der Zeit werden längere Spaziergänge beschwerlicher und Übermut seltener. Manche Tiere wirken aufgrund der körperlichen und geistigen Veränderungen eventuell sturer oder ziehen sich häufiger zurück. „Die Gründe können vielfältig sein, unter anderem aber auf Schmerzen, zum Beispiel durch Arthrose, hindeuten“, erläutert Wirosaf. Auch Katzen oder Kaninchen bewegen sich dann vorsichtiger oder putzen sich nicht mehr am gesamten Körper. Trinken Tiere auffallend viel, sollte tierärztlich abgeklärt werden, ob etwa Diabetes mellitus oder Nierenprobleme dahinterstecken. Wirken Hund oder Katze orientierungslos und reagieren weniger auf erlernte Signale, kann dies auf schlechtere Augen und Ohren hindeuten, aber auch ein Symptom für Demenz sein. „Solche Veränderungen sollten nicht als Alterserscheinungen abgetan, sondern immer tierärztlich untersucht werden, damit das Tier möglichst lange beschwerdefrei leben kann“, sagt Hoth-Zimak.
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Liebevolle und geduldige Versorgung ist für alte Hunde, Katzen und Co. essenziell, um sich sicher zu fühlen. – Verena Wirosaf Spezialfutter statt Leckerlis
Bewegung, Denksport und gute Ernährung können den Alterungsprozess verlangsamen. Mit der Zeit sinkt der Stoffwechsel. Bewegen Tiere sich weniger, steigt das Risiko für Übergewicht. Das gilt vom Hund bis zum Wellensittich. „Bei Letzteren sollten Halter*innen die Futtermenge anpassen, um einer Verfettung entgegenzuwirken. Kaninchen hingegen sind im fortgeschrittenen Alter tendenziell eher sehr schlank“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Leiterin des Referats Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Für Hunde- und Katzensenioren gibt es eigens Seniorfutter, das leicht verdaulich ist, eine geringere Energiedichte aufweist, aber dennoch alle nötigen Nährstoffe enthält. Halter*innen sollten auch bei Leckerlis sparen, die wahre Kalorienbomben sein können. „So senken sie das Risiko für Übergewicht, das Gelenke, Sehnen und Organe der Tiere zusätzlich belasten würde“, berichtet Hoth-Zimak. Auch neue, an die Kondition angepasste Spazierrouten oder „Gehirnjogging“ halten fit. Seniorentiere freuen sich über Klickertraining, Nasenarbeit wie beispielsweise Futtersuchspiele, Physiotherapie und weitere Übungen, die Körper und Kopf anregen, ohne zu überfordern.
Den Alltag leichter machen
Ganz aufhalten lässt sich das Altern natürlich nicht. Wenn Tiere nach und nach schwerfälliger werden, können ihre Besitzer*innen ihnen außer durch tierärztliche Behandlung helfen, indem sie den Alltag und das Umfeld ihrer Schützlinge anpassen. Schon kleine Veränderungen erhöhen die Lebensqualität der sensiblen Senioren deutlich, etwa kürzere und dafür häufigere Gassirunden. „Teppiche und Matten helfen zudem, damit sich ältere Hunde und Katzen auf rutschigen Böden sicherer fühlen, und spezielle orthopädische Liegekissen sind bei Arthrose sinnvoll“, erläutert Wirosaf. Wenn sie erblinden, können bekannte Wege und Routinen ihnen helfen, weiterhin in ihrer Umgebung zurechtzukommen. Halter*innen sollten dann in der Wohnung möglichst nichts umstellen. Liegeplätze und Lieblingsorte sollten für Katzen, Hunde, Ratten oder andere Tiere über einen niedrigen Einstieg verfügen oder gut und ohne große Sprünge erreichbar sein, ebenso wie die Katzentoilette. Dahingehend hilft es, Futter- und Wassernäpfe etwas höher aufzustellen, wenn
TIERSCHUTZ LEBEN
Hunde oder Katzen sich schlecht herunterbeugen können. Rampen oder andere Hilfsmittel erleichtern Tieren das Treppensteigen und den Weg ins Auto.
Keine Strafen bei Inkontinenz
Helfen Sie
den Tieren!
und automatisierte Abläufe und Signale nicht mehr funktionieren: Nur liebevoll und geduldig versorgt fühlen sich Hund, Katze und Co. sicher.“
Kostbare Zeit mit Senioren
Ein alterndes Tier zu begleiten, kos„Ältere Vögel profitieren von getet Zeit, Kraft und oft auch Geld. Mit dem Konzept „Senioren für Senioren“ bietet der Deutsche Tierschutzbund polsterten Sitzstangen und bequeEin tierischer Senior ist aber weder auf dem Sonnenhof vor allem älteren men Ruheplätzen, wenn sie wegen automatisch schwer krank noch ein Personen die Gelegenheit, ein Tier bei Gelenkproblemen schlechter greiGrund, vor einer Adoption zurücksich aufzunehmen. fen können“, berichtet Dr. Miriam zuschrecken. Im Gegenteil: Viele Bitte helfen auch Sie mit Ihrer Spende, Willasch, Referentin für Heimtiere bleiben lange fit, sind gelassener als damit alte Hunde beim Deutschen Tierschutzbund. Jungtiere und bauen oft eine besonliebevoll versorgt Dann benötigen sie zudem mehr ders enge Bindung zu ihren Menwerden und ein neues tierärztliche Krallenpflege. Auch schen auf. In vielen dem Deutschen Zuhause finden. Kaninchen, Hamster oder MeerTierschutzbund angeschlossenen schweinchen nutzen ihre Krallen im Tierheimen warten Seniorentiere Alter manchmal nicht mehr ausreichend ab. „Dann müs- auf eine zweite Chance. Zudem übernimmt der Verband sen sie gekürzt und die Zähne wie bei den meisten anderen auf seinem Sonnenhof im bayerischen Rottenbuch SeTieren regelmäßig kontrolliert werden“, so Mackensen. niorenhunde, deren Adoption aussichtslos scheint, von Wenn Tiere ihr Fell nur noch eingeschränkt pflegen kön- Mitgliedsvereinen und vermittelt sie in ein passendes nen, sollten Halter*innen es bürsten und besonders die „Zuhause-für-immer“, vornehmlich bei menschlichen Afterregion kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Das Senior*innen. Auch danach unterstützt das Team diese häufige Problem Inkontinenz kann viele medizinisch weiter, etwa bei medizinischen Fragen. Wer sich für ein zwingend abzuklärende und zu behandelnde Gründe ha- solches Tier entscheidet oder das eigene lange Jahre beben. „Egal, aus welchem Grund ein Tier in die Wohnung gleitet, kann ihm das Älterwerden nicht ersparen. Aber macht: Es darf niemals dafür bestraft werden. Das verun- mit Aufmerksamkeit, Geduld und Fürsorge lässt sich sichert es noch mehr“, sagt Wirosaf. „So schwer es fallen diese Lebensphase zu einer besonders schönen machen mag, wenn alles gefühlt endlos dauert und einst eingeübte – voller Nähe, Vertrauen und Erinnerungen, die bleiben. ◊
tierschutzbund.de/sonnenhof-dudt
1. Auch gefiederte Schützlinge zeigen ihr Alter: Wellensittiche sitzen dann oft länger auf ihrem Lieblingsast und profitieren von gepolsterten Sitzstangen, die ihre Gelenke entlasten. 2. Ältere Katzen schlafen häufig mehr und freuen sich über gut erreichbare Liegeplätze. 3. Eine Einstiegshilfe erleichtert Seniorenhunden den Weg ins Auto und schont dabei Gelenke und Wirbelsäule.
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Tierschutz zum Anfassen Vielen Dank, dass Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe von werfen. Diese exklusive Gelegenheit ist üblicherweise unseren Fördermitgliedern vorbehalten, die das Magazin des Deutschen Tierschutzbundes viermal jährlich frei Haus erhalten. Seit über 50 Jahren erscheint es in gedruckter Form. Auf 54 Seiten klären wir über Missstände auf, informieren über aktuelle Entwicklungen und geben Anregungen, wie jeder Einzelne Tieren helfen und sie schützen kann. Dabei widmen wir uns Heim- oder Wildtieren gleichermaßen wie den Tieren in der Landwirtschaft oder in Tierversuchslaboren.
© Shutterstock - Chumash Maxim
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