HAUTPILZ
So schützen Sie sich
WIE WIRD PILZBEFALL BEHANDELT?
Fußpilz wird in der Regel äußerlich durch Pilzgifte behandelt. In der Apotheke sind dafür rezeptfreie Präparate in Form von Cremes, Gels oder Sprays erhältlich. Diese enthalten antimykotische Wirkstoffe, die das Wachstum der Pilze hemmen oder sie abtöten. Wenn eine rein äußerliche Behandlung nicht ausreicht oder der Befall stark ausgeprägt ist, werden nach ärztlicher Abklärung manchmal auch Tabletten eingesetzt. Diese enthalten oft die Wirkstoffe Terbinafin oder Itraconazol. Terbinafin kann häufig Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge und erhöhte Leberwerte verursachen. Bei der Anwendung von Itraconazol wurden Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Hautreaktionen beobachtet.
Gegen Fußpilz werden manchmal auch Hausmittel empfohlen, z. B. Fußbäder mit Salz oder verdünntem Apfelessig, Kräuter-Fußbäder sowie Teebaumöl, Honig oder ätherische Öle. Für die Wirksamkeit vieler dieser Maßnahmen gibt es allerdings keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Dennoch empfinden viele sie als wohltuend. Bei Brennen, starker Rötung oder Reizungen sollte die Anwendung aber besser abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
HYGIENE-TIPPS GEGEN HAUTPILZ
Pilze mögen es warm und feucht. Entsprechend finden sie sich besonders häufig auf nassen Schwimmbadböden und überall dort, wo viele Menschen barfuß unterwegs sind. Weil Fußpilz ansteckend ist, sind Badeschuhe eine simple, aber wirkungsvolle Vorsichtsmaßnahme. Nach dem Baden sollten die Füße außerdem gründlich
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abgetrocknet werden, vor allem zwischen den Zehen. Im Alltag lohnt es sich, auf atmungsaktives, nicht zu enges Schuhwerk zu achten. Durchgeschwitzte Turnschuhe bieten Pilzen günstige Bedingungen, denn hier bleibt Feuchtigkeit lange „gefangen“. Socken sollten täglich gewechselt und – sofern es das Material zulässt – möglichst heiß gewaschen werden, um das Risiko einer Wiederansteckung zu senken. Zu einer guten Fußhygiene gehört auch die regelmäßige vorsichtige Nagelpflege.
Unbehandelter Fußpilz kann sich auch auf die Zehennägel ausbreiten. Nagelpilz ist oft deutlich hartnäckiger als Fußpilz. Wie Fußpilz wird er meistens durch Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht. Auch an den Händen kann es zu einer Infektion mit diesen Fadenpilzen kommen. Das passiert häufig, wenn die Erreger durch direkten Kontakt oder über gemeinsam genutzte Textilien und Pflegeutensilien (z. B. Handtücher, Nagelschere oder Feile) übertragen werden. Dementsprechend gilt auch hier: Gute Hygienemaßnahmen sind die beste Vorsorge.
WANN BESTEHT EIN ERHÖHTES
PILZ-RISIKO?
Kleine Risse, aufgeweichte Haut oder wiederholte Mikroverletzungen, die beispielsweise durch Druck und Reibung verursacht werden, können es Pilzen erleichtern, sich festzusetzen. Dies gilt insbesondere, wenn Wärme und Feuchtigkeit hinzukommen. Eine intakte Hautbarriere und ein stabiles Hautmikrobiom wirken jedoch normalerweise wie ein Schutzschild gegen Keime. Kommt es zu einer Dysbalance der Haut, zu Durchblutungsstörungen oder ist das Immunsystem geschwächt, haben die Erreger leichteres Spiel. Einige Hautpilze verfügen zudem über Mechanismen, mit denen sie leichte Immunreaktionen teilweise
umgehen können. Dadurch werden sie besonders hartnäckig. Nagelpilz tritt zudem bei bestimmten Risikofaktoren, wie beispielsweise Diabetes, häufiger auf. Eine familiäre Veranlagung kann das Risiko zusätzlich erhöhen.
PILZ-PROPHYLAXE DURCH GESUNDE ERNÄHRUNG
Wer den Hautpilz nur mit Giftstoffen bekämpft, wird häufiger oder sogar regelmäßig mit seinen unangenehmen Erscheinungsformen zu tun haben. Denn diese akuten Strategien beheben nicht die Ursache der Anfälligkeit. Um Pilzen wirklich keine Chance mehr zu geben, lohnt es sich, das Immunsystem mit einer Ernährungsweise zu stärken, die viel Gemüse, zuckerarmes Obst, Vollkornprodukte sowie ballaststoffreiche und fermentierte Lebensmittel enthält. Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, Kuhmilch sowie Schweinefleisch und Wurstwaren sollten hingegen reduziert werden, um dem Pilz keine energiereiche Nahrung zu geben. Hochwertige pflanzliche Öle, fetthaltiger Fisch und antientzündliche Gewürze wie Kurkuma, Ingwer oder Oregano stärken die Abwehrkräfte. Als Snacks eignen sich Beeren, Nüsse, Mandeln oder dunkle Schokolade mit mindestens 70 % Kakao. Wichtig ist auch, täglich mindestens 1,5 Liter zu trinken, bevorzugt Kräutertees. Pro- und Präbiotika aus Sauerkraut, Brottrunk oder Wurzelgemüse fördern die Darmflora und das Immunsystem – wichtige Verbündete, die uns gut tun, es den Pilzen aber ungemütlich machen.
WELCHE MIKRONÄHRSTOFFE
HELFEN BEI PILZERKRANKUNGEN? Man kann auch noch gezielter vorgehen! Für eine widerstandsfähige Hautbarriere, die es Pilzen erschwert, sich festzusetzen, sind bestimmte Mikronährstoffe wichtig. Besonders vorteilhaft ist Vitamin C: Als Cofaktor ist es an der Bildung von Kollagen beteiligt,
das für die Stabilität von Haut und Bindegewebe sorgt. Zugleich wirkt Vitamin C als Antioxidans und schützt unsere Zellen vor oxidativem Stress. Oxidativer Stress kann das Hautgewebe zusätzlich schädigen und anfälliger für Infektionen machen.
Kollagen selbst besteht als unser häufigstes Strukturprotein in unserem Körper aus Aminosäure-Bausteinen, Prolin und Lysin sind die zwei wichtigsten davon. Sie liefern die Grundlage für stabile und widerstandsfähige Gewebestrukturen und unterstützen damit die Hautbarriere, die bei Reibung, Druck und örtlichen Mikroverletzungen immer wieder „repariert“ werden muss.
Polyphenole aus Grüntee wirken ebenfalls stark antioxidativ und entzündungshemmend. Sie neutralisieren freie Radikale, die Zellmembranen und Strukturen der obersten Hautschicht schädigen können, und dämpfen entzündliche Prozesse – beides wichtige Faktoren für eine intakte Hautbarriere.
Die Heilung chronischer Wunden und die Wiederherstellung einer gesunden Hautbarriere sind vielschichtige Prozesse. Umso wichtiger ist es, die Haut auch von innen mit einer gesunden Ernährung und einer optimalen Versorgung mit bioaktiven Mikronährstoffen zu unterstützen. Zusammen mit einem starken Immunsystem ist das als Vorbeugung schon die beste Hautpilzabwehr. Im Falle einer Pilzinfektion müssen hier die ersten Versorgungsmaßnahmen stattfinden, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen und gereizte oder rissige Haut schnell zu lindern.
Quellen
https://www.dr-rath-foundation.org/2018/10/thebenefits-of-micronutrients-for-wound-healing-andhealthy-skin/?lang=de
https://www.drrathresearch.org/latest-news/item/ 9-micronutrient-synergy-may-prevent-antimicrobialresistance