Ausgabe 01 – Januar 2026
DR. RATH GESUNDHEITSBRIEF Wer jedes Jahr im Winter von einer Erkältung niedergestreckt wird, ist möglicherweise schlecht mit Zink versorgt. Ohne dieses Mineral gerät die Immunabwehr ins
ZINK
Wanken und der Körper wird anfälliger für Infektionen. Schwächelnde Abwehrkräfte sind aber nur eine von vielen möglichen Folgen eines Zinkmangels.
Nicht nur im Winter unverzichtbar
WOFÜR WIR ZINK BRAUCHEN Zink gehört zu den Mineralstoffen und ist für uns Menschen ein essenzielles – also lebensnotwendiges – Spurenelement, das zahlreiche Funktionen im Körper unterstützt. Besonders bedeutend ist seine Rolle fürs Immunsystem: Zink ist an der Entwicklung, Aktivierung und Kommunikation verschiedener Immunzellen beteiligt und schützt sie zugleich vor oxidativem Stress, der zum Beispiel bei Infektionen verstärkt auftritt. Doch das ist längst nicht alles. Zink wirkt an hunderten Enzymreaktionen mit und ist damit an ebenso vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, unter anderem dem Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Außerdem spielt das Spurenelement eine Schlüsselrolle bei DNA-Synthese, Zelltei-
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lung, Wundheilung sowie bei Wachstum, Regeneration und im Hormonhaushalt. Besonders gut erforscht ist seine Bedeutung für die Speicherung und Stabilisierung von Insulin in den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Nicht zuletzt sorgt Zink dafür, dass Geschmack und Geruch normal wahrgenommen werden können. Angesichts dieses breiten Wirkungsspektrums ist es kaum überraschend, dass ein lang anhaltender Zinkmangel weitreichende Folgen haben kann.
2016 die Finger- und Fußnägel eines Besatzungsmitglieds und fanden Hinweise auf einen langanhaltenden, ausgeprägten Zinkmangel. Nach Einschätzung der Forscher könnte dieser entscheidend dazu beigetragen haben, dass die Männer unter den extremen Bedingungen der Arktis nicht überlebten. Vermutet wird, dass ihr stark geschwächtes Immunsystem sie besonders anfällig für hartnäckige Infektionen machte und sie zudem körperlich extrem geschwächt waren.
HEIMTÜCKISCHER ZINKMANGEL Ein ausgeprägter Zinkmangel beeinträchtigt vor allem das Immunsystem und macht den Körper anfälliger für Infektionen. Welche dramatischen Konsequenzen das haben kann, verdeutlicht ein berühmter Vorfall aus der Geschichte der Polarforschung.
Ein Zinkmangel kann jedoch auch weitere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Bei Kindern äußert er sich beispielsweise in einem verlangsamten Längenwachstum. Auch Ekzeme, Haarausfall oder langsam heilende Wunden können Hinweise auf einen Mangel sein. Ebenso möglich sind Verdauungsprobleme wie Durchfall sowie Einschränkungen der Wahrnehmung und des Gedächtnisses. Auch die Leberfunktion kann unter Zinkmangel leiden. Umgekehrt können Lebererkrankungen den Zinkhaushalt stören, wodurch die Wirkung des Spurenelements im Körper beeinträchtigt wird.
Im Jahr 1845 unternahm der britische Polarforscher Sir John Franklin mit zwei Schiffen und 129 Mann Besatzung eine Expedition, um die Nordwestpassage zu finden. Bereits im ersten Winter verloren viele Crewmitglieder ihr Leben; letztlich kehrte keiner von ihnen zurück. Einige der Verstorbenen wurden auf Beechey Island, einer kleinen Insel in der kanadischen Arktis, beigesetzt. Ihre Körper wurden in den 1980er Jahren exhumiert und untersucht. Die Schiffe selbst blieben über 160 Jahre lang verschollen und wurden erst 2014 bzw. 2016 in der Arktis entdeckt. Lange blieb unklar, welche Faktoren zum Tod der Männer führten. Diskutiert wurden Kälte, Hunger, Infektionen sowie Lebensmittel- oder Bleivergiftungen. Neuere Forschungen werfen jedoch ein anderes Licht auf das tragische Schicksal der Expedition: Wissenschaftler der University of Saskatchewan in Kanada analysierten
QUELLEN FÜR ZINK Da unser Körper über keine nennenswerten Zinkspeicher verfügt, sollte der Mineralstoff täglich über die Nahrung aufgenommen werden. Reich an Zink sind vor allem tierische Lebensmittel wie Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Eier, Milch und Käse. Auch pflanzliche Quellen liefern Zink – zum Beispiel Vollkornprodukte. Allerdings kann der Körper das Zink aus pflanzlicher Kost nicht so gut aufnehmen wie aus Fleisch. Der Grund: Einige pflanzliche Lebensmittel enthalten Phytate, die Zink binden und seine Aufnahme im Körper erschweren. Wer sich überwiegend
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vegetarisch oder vegan ernährt, sollte deshalb über eine ergänzende Zufuhr nachdenken. In bestimmten Situationen steigt der Zinkbedarf zusätzlich, zum Beispiel bei intensiver körperlicher Aktivität, Diabetes oder dauerhaftem Stress. Auch dann können Zinkpräparate sinnvoll sein, um den Körper optimal zu versorgen. Nicht zuletzt ist eine ausreichende Versorgung mit Zink natürlich auch in der Erkältungszeit wichtig. SYNERGIEPARTNER VON ZINK Vitamin C und Zink ergänzen sich optimal, wenn es um die Stärkung der Abwehrkräfte geht. Vitamin C unterstützt die Wirkung von Zink im Immunsystem, indem es die weißen Blutkörperchen aktiviert und die Zellen vor freien Radikalen schützt. Zusammen bilden die beiden Mikronährstoffe ein starkes Duo, das die Widerstandskraft gegen Infektionen stärkt und nachweislich die Dauer und Schwere von Erkältungssymptomen reduziert. Eine weitere sinnvolle Kombination ist Zink und Selen. Selen ist bekannt dafür, als Bestandteil antioxidativer Enzyme die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Gemeinsam mit Zink trägt das Spurenelement dazu bei, die Immunfunktion aufrechtzuerhalten, Entzündungsreaktionen zu regulieren und die Widerstandsfähigkeit der Zellen gegenüber oxidativem Stress und Infektionen zu erhöhen.
Quellen NutraIngredients. (21. März 2024). Call to action over zinc: ‘The most insidious’ of all deficiencies. Abgerufen von https://www.nutraingredients.com/ Article/2024/03/21/call-to-action-over-zinc-themost-insidious-of-all-deficiencies scinexx.de. (12. Dezember 2016). Woran starben die Männer der Franklin Expedition? Abgerufen am 12.01.2026 von https://www.scinexx.de/news/ geowissen/woran-starben-die-maenner-derfranklin-expedition/
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