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Informationsdienst SPORT SCHÜTZT UMWELT, Ausgabe Nr. 144

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SP RT SCHÜTZT UMWELT

Informationsdienst

Im Fokus: Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit

– Rolle und Perspektiven des Sports

Nr. 144 · Mai 2026

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Liebe Leser*innen,

der Informationsdienst „Sport schützt Umwelt“ informiert Sie rund um die Themen Umwelt-, Klima- und Naturschutz und Nachhaltigkeit im Sport. Wir möchten darauf hinweisen, dass der Informationsdienst seit 2024 nicht mehr als PrintAusgabe erscheint. Gerne können Sie sich online unter folgender Adresse https://newsletter.dosb. de/anmeldung für den Infodienst anmelden.

Wir freuen uns, Sie zum Empfängerkreis des Infodiensts „SPORT SCHÜTZT UMWELT“ zählen zu dürfen.

Wir bedanken uns herzlich für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Ihr Team des Ressorts „Sportstätten und Umwelt“ des DOSB

Gemeinsam für mehr Umweltgerechtigkeit

(dosb umwelt) Im Fokus dieser 144. Ausgabe des Informationsdienstes „Sport schützt Umwelt“ stehen Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit und welche Rolle der Sport hier spielen kann. Zahlreiche Expertinnen und Experten verdeutlichen den wichtigen Zusammenhang von Lebensqualität, Umweltgerechtigkeit und Sport. So betont die Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbund, Verena Bentele, im Leitartikel: „Lebensqualität ist ohne Umweltqualität nicht denkbar.“ Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Teilhabe seien untrennbar mit den natürlichen Lebensgrundlagen verbunden. Gerade der organisierte Sport stehe dabei keineswegs am Rand, sondern wirke mit seiner enormen Reichweite tief in Gesellschaft und Alltag hinein.

Zugleich zeigt sich immer deutlicher, dass Umweltkrisen unmittelbare Auswirkungen auf Bewegung und Gesundheit haben. Hitze, Extremwetter oder fehlende Grünflächen betreffen besonders vulnerable Gruppen. Damit wird der Sport auch zu einem Seismografen sozialer Ungleichheit. Dass der Zugang zu gesunden Umweltbedingungen keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine Frage der Gerechtigkeit verdeutlicht Bundesumweltminister Carsten Schneider im Interview. Unabhängig von Einkommen, Bildung, Alter, Geschlecht oder Herkunft müsse dieser Zugang möglich sein. Das Ziel von Umweltgerechtigkeit seien gesunde Umweltund Lebensverhältnisse für alle Menschen. Sportvereine tragen, so der Bundesumweltminister, durch Bildung und Aufklärung zum Umweltschutz bei. Und: Gemeinsam arbeite man mit den Sportorganisationen an einer nachhaltigeren Zukunft.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Sportinfrastruktur selbst. Kann der organisierte Sport einen Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit leisten, fragten wir zahlreiche Akteur*innen aus Sport, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Antworten fielen positiv aus: Der organisierte Sport verfüge über ein enormes gesellschaftliches Mobilisierungspotenzial und könne durch bewusste Gestaltung von Infrastruktur, klimafreundlicher Mobilität und fairer Teilhabe maßgeblich zu mehr Umweltgerechtigkeit beitragen, sagt beispielsweise der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes, Otto Fricke. Der Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Hessen, Andreas Klages, betont die Bedeutung einer nachhaltigen und zugleich zugänglichen Sportinfrastruktur. Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Professor Kai Niebert, hebt hervor, dass der organisierte Sport durch Umweltbildung,

sozial gerechte Zugänge zu Sportangeboten und klimafreundliche Veranstaltungen wichtige Beiträge zu mehr Umweltgerechtigkeit leiste. Die Vizepräsidentin des Umweltbundesamtes, Professor Lilian Busse, betont, dass der Sport durch Kooperation, Partizipation und Bildungsarbeit Menschen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sensibilisieren und eine breite Bevölkerung in die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen einbinden könne.

Aus wissenschaftlicher Perspektive unterstreicht Thomas Preuß vom Deutschen Institut für Urbanistik in seinem Beitrag, dass es besonders in mehrfach belasteten Quartieren häufig an geeigneten Bewegungsräumen fehle. Hier entscheide sich konkret, ob Umweltgerechtigkeit gelinge. Es gäbe aber auch Beispiele für gelungene Orte für gesunde, spiel- und bewegungsorientierte Bewegung im Freien, wie beispielsweise der Sportpark in Kiel-Gaarden oder die Parksportinsel in Hamburg.

Die Beiträge in dieser Ausgabe machen deutlich: Es braucht verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine enge Verzahnung von Umwelt-, Gesundheits-, Sozial- und Sportpolitik. Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Diskussion um eine deutsche Olympiabewerbung in einem neuen Licht. Sie kann – richtig gedacht – weit mehr sein als ein sportliches Großereignis. „Wir sollten die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung vor Ort nutzen“, sagt Bundesumweltminister Schneider im Interview dazu. Die Perspektive auf das Jahr 2040 eröffnet eine Chance, nachhaltige Entwicklung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und sportliche Infrastruktur gemeinsam zu denken und sichtbar zu machen.

Zum Thema Nachhaltigkeit kommen in dieser Ausgabe Beiträge beispielsweise von Dr. Jutta Katthage vom Bundesinstitut für Sportwissenschaften, die einen neuen Schwerpunkt zu Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport vorstellt, sowie von Stefan Rostock von Germanwatch, der das Konzept „Handabdruck“ beschreibt und mit zahlreichen Vorschlägen für den Sport aufwartet. Daneben erwarten Sie wieder viele Beiträge der Vereine und Verbände aus der Praxis, für die wir uns hier ausdrücklich bedanken möchten!

Viel Freude und Anregung beim Lesen wünscht Ihnen wie immer ihr Redaktionsteam des Informationsdienstes „Sport schützt Umwelt“.

Von Verena Bentele, DOSB-Vizepräsidentin

Mit Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit Wir sollten

Meinungen

Von Thomas Preuß, Deutsches Institut für Urbanistik

Gemeinwohlorientierter Sport – Motor für Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit

Lebensqualität ist ohne Umweltqualität nicht denkbar. Gesundheit, Wohlbefinden, soziale Teilhabe und attraktive Lebenswelten hängen unmittelbar davon ab, wie wir mit Natur, Klima und Ressourcen umgehen. Der organisierte Sport ist in Zeiten des Klimawandels und wachsender sozialer Ungleichheit in dieser Debatte kein Randakteur. Mit zehntausenden Sportvereinen und Millionen Aktiven wirkt er täglich auf Umwelt und Lebensräume ein. Dabei übernimmt er zunehmend Verantwortung für nachhaltige Entwicklung und Umweltgerechtigkeit – getragen von den Werten des Sports, wie sie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) definiert: Respekt, Fairness, Vielfalt, Integrität, Menschenrechte und Demokratie. Er gestaltet aktiv Veränderungen, die über das eigene Handeln hinausgehen.

Gesunde Menschen brauchen eine gesunde Umwelt Sport lebt von intakten Umweltbedingungen. Saubere Luft, erträgliche Temperaturen, ausreichend Wasser und nutzbare Grün- und Freiräume sind Grundvoraussetzungen für Bewegung und Sport. Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher: Umweltbelastungen durch Klimakrise, Biodiversitätskrise und Verschmutzungskrise wirken sich unmittelbar auf sportliche Aktivitäten und die Gesundheit der Menschen aus. Hitzewellen, Extremwetterereignisse oder eingeschränkte Nutzbarkeit von Sportstätten treffen besonders Kinder, Ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen. Wer Gesundheitsschutz ernst nimmt, muss deshalb Umwelt- und Klimaschutz konsequent mitdenken – auch und gerade im Sport.

Sportvereine als Orte von Umweltgerechtigkeit

Sportvereine sind wohnortnah, niedrigschwellig und offen für alle Menschen. Gerade in dicht besiedelten oder sozial benachteiligten Quartieren bieten sie oft die einzigen frei zugänglichen Bewegungs- und Begegnungsräume. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Umweltgerechtigkeit: Sie ermöglichen sportliche Bewegung, Erholung und soziale Teilhabe auch dort, wo Grünflächen knapp und Umweltbelastungen hoch sind. Investitionen in bedarfsgerechte, nachhaltige Sportstätten, klimaangepasste Freiräume und umweltfreundliche Mobilität im Sport sind daher immer auch Investitionen in gleichwertige Lebensverhältnisse.

Nachhaltige Sportstätten als Schlüssel für lebenswerte Kommunen

Sportinfrastruktur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Ihre nachhaltige Planung, Realisierung und Nutzung entscheidet mit darüber, wie klimaresilient und lebenswert Städte und Gemeinden künftig sind. Energieeffiziente Sporthallen, wassersensible Sportfreianlagen, Entsiegelung, Begrünung und multifunktionale Nutzung können Hitze mindern, Wasser zurückhalten und biologische Vielfalt fördern. Sportanlagen werden so zu Bausteinen einer klimaangepassten, naturverträglichen Stadt- und Regionalentwicklung – mit Mehrwerten weit über den Sport hinaus.

Der organisierte Sport als Lern - und Gestaltungsraum für Nachhaltigkeit

Sport erreicht Menschen emotional, generationenübergreifend und unabhängig von Milieus. Diese Reichweite macht ihn zu einem wichtigen Partner für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Viele Sportverbände und -vereine integrieren bereits Umweltstandards in ihre Veranstaltungen, setzen auf ressourcenschonende Angebotsorganisation, sensibilisieren für nachhaltige Mobilität oder vermitteln Umweltwissen im Vereinsalltag. Damit trägt der Sport nicht nur zur Reduzierung eigener Umweltwirkungen bei, sondern stärkt Umweltbewusstsein und Verantwortungsübernahme in der Gesellschaft.

Verantwortung braucht politische Unterstützung Der gemeinwohlorientierte Sport unter dem Dach des DOSB ist bereit, seinen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Naturschutz zu leisten. Doch Verantwortung kann nur wahrgenommen werden, wenn auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Nachhaltige Sportstätten, klimaangepasste Grün- und Freiräume sowie naturverträgliche Sportangebote brauchen verlässliche Förderstrukturen, klare Zielsetzungen und die Einbindung des Sports in Umwelt-, Gesundheits- und Stadtentwicklungspolitik. Sport- und Nachhaltigkeitspolitik müssen stärker zusammengedacht werden.

Lebensqualität, Umweltgerechtigkeit und Sport stehen nicht im Widerspruch – sie bedingen einander. Der organisierte Sport kann einflussreicher Akteur für eine

Fazit

Sport ist mehr als Spiel. Er ist Gesundheitsmotor, Integrationsplattform und Wertevermittler. Wenn der Sport soziale und ökonomische Verantwortung übernimmt und seinen ökologischen Handabdruck vergrößert, wird er zu einer treibenden Kraft für eine lebenswerte und umweltgerechte Zukunft. Deutschland hat die Chance, hier eine internationale Vorreiterrolle einzunehmen –

nicht zuletzt durch die Überlegung des DOSB, sich um zukünftige Olympische und Paralympische Spiele zu bewerben. Eine solche Bewerbung muss konsequent die Werte des Sports mit den Prinzipien von Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit verbinden. Wenn Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland als Modell für in allen Dimensionen nachhaltige Großveranstaltungen dienen, kann der Sport glaubwürdig zeigen, dass er nicht nur begeistert, sondern auch schützt. Ein Sport, der seine Werte lebt, indem er Fairness und Respekt nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch gegenüber Natur und Gesellschaft praktiziert, wird zum Vorbild für die Welt.

Wir sollten die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung vor Ort nutzen

Carsten Schneider Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit sind wichtige Bedingungen für eine nachhaltige Zukunft – sowohl in Deutschland und Europa. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie in Zeiten des Klimawandels und wachsender Ungleichheit verschiedene gesellschaftliche Bereiche, darunter der Sport, zu mehr Umweltgerechtigkeit beitragen können. Dazu haben wir das nachfolgende Interview mit dem Bundesumweltminister geführt.

dosb umwelt: Herr Bundesminister, wie priorisiert das Bundesumweltministerium das Konzept der Umweltgerechtigkeit in seiner aktuellen Umweltpolitik? Und welche Rolle spielt Umweltgerechtigkeit in der ressortübergreifenden Zusammenarbeit, etwa mit dem Bundesgesundheitsministerium, den Bundesbauministerium oder dem Bundesverkehrsministerium?

Carsten Schneider: Wir alle haben im Kern doch die gleichen Bedürfnisse, wenn es um Umwelt und Natur geht. Wir wünschen uns saubere Luft zum Atmen, sauberes Wasser zum Trinken. Ein Ausflug ins Grüne gibt uns

Kraft und Zuversicht. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass uns allen das unabhängig von Einkommen, Bildung, Alter, Geschlecht oder Herkunft möglich ist. Menschen, die in Quartieren mit mehr Lärm leben, brauchen umso mehr ein Stück Natur wie einen Park oder eine öffentliche Wiese in der Nähe. Während die einen dort einfach die Seele baumeln lassen, sehen die anderen darin eine Einladung zu Bewegung und Sport. Das ist Gold wert für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden und das soll so bleiben. Mit Klimaschutz und Klimaanpassung bewahren wir uns und unseren Kindern auch solche grünen Kraftquellen. Womit wir wieder beim Stichwort Gerechtigkeit sind.

Carsten Schneider: Das Ziel von Umweltgerechtigkeit sind gesunde Umwelt- und Lebensverhältnisse für alle sozial-ökologische Transformation und nachhaltige Entwicklung sein, wenn seine Potenziale erkannt, genutzt und politisch unterstützt werden. Umwelt schützen heißt Lebensqualität sichern und Umweltgerechtigkeit herstellen – und der Sport ist Teil der Lösung.

dosb umwelt: Im Zusammenhang mit Umweltgerechtigkeit werden unter anderem die sozialräumliche Verteilung von Umweltbelastungen wie Lärm und Luftverschmutzung sowie der Zugang zu Natur und Grünräumen diskutiert. Herr Minister, welche konkreten Schritte unternehmen Sie, um mehr Umweltgerechtigkeit aktiv in nationale Strategien und Förderprogramme zu integrieren?

Menschen. Die Kommunen sind hier entscheidend, um Umwelt, Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung mit Grün- und Freiflächenentwicklung sowie Verkehr zusammenzudenken und danach zu planen. Aber auch der Bund macht viel. So schützt etwa das Immissionsschutzrecht Menschen vor Luftverschmutzung oder Lärm. Mit der Nationalen Wasserstrategie stellen wir uns Herausforderungen des Klimawandels wie Hitzeund Dürreperioden. Damit auch in Zukunft Wasser überall versorgungssicher und bezahlbar bleibt. Naturnahe Grünflächen in der Stadt zu fördern, spielt im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt sowie bei der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung eine wichtige Rolle.

dosb umwelt: Wie beurteilen Sie die Rolle von Sportvereinen und -verbänden bei Maßnahmen für mehr Umweltgerechtigkeit? Können Sportorganisationen als aktive Partner bei der Umsetzung umweltpolitischer Ziele, etwa einer klimaangepassten Stadtplanung oder der Verbesserung der Lebensqualität in sozial benachteiligten Quartieren, eingebunden werden? Planen Sie beispielsweise Kooperationsformate, bei denen Sportorganisationen als Multiplikatoren für sozial-ökologische Transformation wirken können?

Carsten Schneider: Der Sport hat da großes Potenzial –schon allein wegen der gesellschaftlichen Bedeutung von Sportvereinen: Sport verbindet uns – egal wie unterschiedlich wir sonst sind. Das Miteinander auf und neben dem Spielfeld tut uns individuell gut und stärkt den Zusammenhalt in unserem Land. Davon profitiert auch der Umweltschutz, der in einer gespaltenen Gesellschaft schnell unter die Räder gerät. Wer in der Natur Sport treibt, dem wird ihre Schönheit und Verletzlichkeit bewusst. Wir schützen, was wir schätzen – gerade der Sport ist auf eine gesunde Umwelt angewiesen. Das wissen Sportvereine und tragen durch Bildung und Aufklärung zum Umweltschutz bei. Wir sehen uns als Partner des nachhaltigen Sports und arbeiten schon lange mit den Sportorganisationen zusammen an einer nachhaltigeren Zukunft. Mit dem DOSB arbeiten wir – nach einer gemeinsamen Konferenz zu Klimaanpassung im Sport letztes Jahr – im Förderprojekt „Klima wandelt Sport“ daran, wie wir auch in Zukunft unter klimatisch veränderten Bedingungen –etwa mehr und längeren Hitzeperioden – Sport treiben können.

dosb umwelt: Welche Bedeutung sollte das Prinzip der Umweltgerechtigkeit bei einer möglichen deutschen Bewerbung um Olympische Spiele haben? Und sehen Sie die Chance, dass Deutschland mit einem konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewerbungskonzept eine internationale Vorreiterrolle übernimmt und zugleich eine positive Legacy schafft?

Carsten Schneider: Ich bin ein Olympiafan und unterstütze voller Begeisterung die deutsche Bewerbung. Ich bin sicher, dass diese nur erfolgreich sein kann, wenn sie konsequent nachhaltig gedacht und geplant wird. Die Menschen in Deutschland wollen kein UFO, das hier für ein paar Wochen landet und dann weiterzieht. Olympia soll und wird dem Breiten- und Leistungssport einen starken Schub geben. Wir sind ja grundsätzlich gut aufgestellt für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland – wie man an dem gemeinsam entwickelten Portal nachhaltige-sportveranstaltungen.de und an erfolgreich durchgeführten Welt- und Europameisterschaften zum Beispiel im Fußball oder Handball, bei den Special Olympics oder den World University Games sehen kann. Der Schub muss dann auch in die Breite gehen, nicht zuletzt in die Modernisierung der Sportstätten. Wir reden über olympische und paralympische Spiele in 10 bis 20 Jahren – das ist kurz vor der Klimaneutralität, zu der sich Deutschland rechtlich verpflichtet hat. Da kann Deutschland zeigen, wie Olympia konsequent sozial, partizipativ und ökologisch organisiert werden kann. Wir sollten die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung vor Ort nutzen. In was für einer Umwelt und Gesellschaft wollen wir im Jahr 2040 leben – und was müssen wir tun, um dort hin zu gelangen? So ein Projekt kann Mut machen und Gemeinschaft schaffen.

dosb umwelt: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Welches konkrete Projekt würden Sie gerne umgesetzt sehen, um Sport und Umweltgerechtigkeit in Deutschland effektiv miteinander zu verbinden?

Carsten Schneider: Mehr Natur, in der man sich bewegen kann. Städte mit besser vernetzten Grünzügen tun uns sportlich gut, sind grüne Lungen für die Klimaanpassung und sorgen für eine vielfältige Stadtnatur.

L Die Fragen stellten Karsten Dufft und Gabriele Hermani

Kann der organisierte Sport einen Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit leisten?

„Ja! Der organisierte Sport verfügt über ein enormes gesellschaftliches Mobilisierungspotenzial und kann – wie unser erster DOSB Sustainability Report zeigt –durch unter anderem bewusste Gestaltung von Infrastruktur, klimafreundliche Mobilität und faire Teilhabe maßgeblich zu mehr Umweltgerechtigkeit beitragen. Zugleich verstehen wir Umweltgerechtigkeit als zentralen Bestandteil nachhaltiger Sportentwicklung und setzen uns dafür ein, ökologische Belastungen zu reduzieren und allen Menschen den Zugang zu gesundheitsfördernder Bewegung zu ermöglichen.“

Dr. Mirjam Rebel

„Der organisierte Sport kann über den Gesundheitsschutz einen wichtigen Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit leisten. Hitzeschutzpläne – zum Beispiel Schatten, Trinkwasser – für Training und Wettkampf sind essenziell, um gesundheitliche Risiken besonders für vulnerable Gruppen zu minimieren.“

Andreas Klages Hauptgeschäftsführer, Landessportbund Hessen e. V.

„Der Sport übernimmt vielfältige gesellschaftspolitisch wirksame Verantwortung in ökologischer, sozialer sowie ökonomischer Hinsicht und leistet damit einen Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit. Hierbei ist eine nachhaltige, ressourcen- sowie klimaschonende und zugleich zugängliche Sportinfrastruktur von hoher Bedeutung, um Teilhabechancen zu stärken und Umweltgerechtigkeit umzusetzen.“

Prof. Dr. Lilian Busse Vizepräsidentin, Umweltbundesamt

„Der organisierte Sport kann einen wichtigen Beitrag zu mehr Umweltgerechtigkeit leisten, weil er auf intakte Stadt- und Naturräume als Grundlage gesunder körperlicher Aktivität angewiesen ist und dadurch zu deren Erhalt, Pflege und Weiterentwicklung beiträgt sowie das Bewusstsein für Umweltqualität stärkt. Gleichzeitig ermöglicht er durch niedrigschwellige und inklusive Angebote die Teilhabe von sozioökonomisch benachteiligten und vulnerablen Gruppen und fördert Vielfalt, Integration sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Durch Kooperation, Partizipation und Bildungsarbeit kann der Sport darüber hinaus Menschen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sensibilisieren und eine breite Bevölkerung in die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen einbinden.“

Prof. Dr. Ralf Roth

Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung, Deutsche Sporthochschule Köln & Vorsitzender, BMUKN-Beirat „Umwelt und Sport“

„Alle verantwortlichen Akteure mit entsprechenden Gestaltungsoptionen – Staat, Kommunen und Sportorganisationen – müssen Sportstrukturen konsequent nachhaltig entwickeln und allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu gesunden und sicheren Bewegungsräumen ermöglichen. Öffentliche Sportförderung muss deutlich erhöht und zugleich verbindlich an ökologische Standards, klimafreundliche Mobilitätskonzepte, Barrierefreiheit sowie eine sozial gerechte Verteilung von Sport- und Grünflächen geknüpft werden. Damit der organisierte Sport zukunftsfähig bleibt, müssen ökologische Verantwortung und soziale Teilhabe konsequent zusammen gedacht und umgesetzt werden. Nachhaltigkeit muss sich konkret in Planung, Förderung und Betrieb des Sports zeigen – nicht nur in Leitbildern und Absichtserklärungen.“

Prof. Dr. Kai Niebert

Präsident, Deutscher

Naturschutzring e. V.

„Der organisierte Sport leistet durch Umweltbildung, sozial gerechte Zugänge zu Sportangeboten und klimafreundliche Veranstaltungen wichtige Beiträge zu mehr Umweltgerechtigkeit. Durch eine gezielte Investition in eine nachhaltige Infrastruktur gerade in benachteiligten Quartieren sowie eine verbindliche Verankerung ökologischer Standards können Sportorganisationen wie der DOSB zudem Vorbildfunktion übernehmen und damit soziale Teilhabe mit Umweltund Klimaschutz verbinden.“

e. V.

„Der Sport in der freien Natur ist ein wesentlicher Faktor für wohnortnahe Erholung mit wenig Hürden, die in unserem fordernden Alltag und angesichts der beunruhigenden Weltlage für physische und mentale Gesundheit großer Teile unserer Gesellschaft wichtig ist. Die Outdoor Sportverbände leisten durch gezielte Ausbildungen zu naturschonendendem Verhalten, durch Mobilitätskonzepte, Umweltprojekte, Patenschaften für Schutzgebiete und umweltschonende Sportveranstaltungen einen substanziellen Beitrag zum Einklang von Sport in der Natur, sozialer Integration und effektivem Umweltschutz.“

Prof. Dr. Sebastian Braun

Leiter der Abteilung Sportsoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

„Die Sportpartizipation ebenso wie die Mitgliedschaft in einem Sportverein spiegeln auch einen bestimmten – unter anderem gesundheitsbezogenen – Lebensstil wider, der früh in der Familie sozialisiert wird. Im Sinne der sportpolitischen Leitidee von einem „Sport für alle“ sollten deshalb gerade auch in sozial benachteiligten Wohnregionen niedrigschwellige Sport- und Bewegungsräume partizipativ weiterentwickelt werden, um gesellschaftliche Teilhabechancen zu verbessern.“

Peter Südbeck

Vorstandsvorsitzender, Nationale Naturlandschaften e. V.

„Sport in der Natur verbindet Gesundheit, Lebensqualität und Naturerleben – vorausgesetzt, er erfolgt respektvoll gegenüber sensiblen Lebensräumen und empfindlichen Arten. In Partnerschaft mit Naturschutzorganisationen kann der organisierte Sport dazu beitragen, Naturzugänge sozial gerecht und verantwortungsvoll zu gestalten – fair für Mensch und Natur – und neben dem Naturerlebnis für alle zugleich den Naturschutz unterstützen.“

Jürgen Scholz

Präsident, Landessportverband

Baden-Württemberg e. V.

„Der organisierte Sport ermöglicht mit seinen vielfältigen Bewegungsangeboten niederschwelligen Zugang zu einem gesunden Lebensstil für alle Gesellschaftsschichten. Die Teilhabe an Bildungsangeboten und Gemeinschaftserlebnissen sowie die Wertevermittlung im Sport können sich positiv auf das gesamtgesellschaftliche Sozialgefüge auswirken – genau deswegen ist ein aktives Vereinsleben so wichtig“.

Friedel Heuwinkel

Präsident, Verband Deutscher Naturparke e. V.

„Der organisierte Sport ist ein wichtiger Partner des Naturschutzes, um das Erleben der Natur für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen. Weitere wichtige Beiträge für die Umweltgerechtigkeit kann der organisierte Sport leisten, indem Vereine und Veranstalter Verantwortung für unsere Natur und Schutzgebiete übernehmen und Sport so gestalten, dass Natur und Klima geschützt und für kommende Generationen erhalten werden und gleichzeitig die Sportlerinnen und Sportler durch Bildung für nachhaltige Entwicklung zu einem persönlichen Beitrag hierzu gewonnen werden .“

Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit

– Rolle und Perspektiven des Sports

Thomas Preuß

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu), Berlin, Forschungsbereich Umwelt, Wissenschaftler und Projektleiter mit den Themenschwerpunkten Umweltgerechtigkeit, Gesundheit in der Stadtentwicklung, kommunaler Umweltschutz, urbanes Grün und Flächenkreislaufwirtschaft

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Lebensqualität als vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden. Darauf hat jede bzw. jeder selbst Einfluss: mit gesunder Ernährung, Bewegung und Sport im Verein, in der Schule oder in eigener Regie beim Joggen oder Walken, unterwegs mit dem Fahrrad und zu Fuß, im Fitnessstudio, in den eigenen vier Wänden oder im Park. Neben dem individuellen Gesundheitsverhalten sind die Lebensverhältnisse in den Blick zu nehmen, in denen die Menschen leben. Hier rückt das Quartier in den Mittelpunkt.

Nicht jede oder jede möchte oder kann Sport in professioneller und geschulter Umgebung im Sportverein oder im Fitnessstudio treiben. Gerade Kinder brauchen täglich Bewegung im Freien als Ausgleich zum Lernen und als Alternative zu iPad und Spielkonsole. Welche Möglichkeiten bietet das Wohnumfeld im Quartier, um sich im Freien zu bewegen und Sport zu treiben?

Besonderer Handlungsbedarf besteht in mehrfach belasteten Stadtquartieren, in denen sich verschiedene umweltbezogene und soziale Herausforderungen überlagern: geringes Haushaltseinkommen, dicht bebaute und versiegelte Gebiete, starke Verkehrsbelastungen, Mangel an Grün- und Freiflächen. Oft fehlen attraktive Räume für Bewegung und Sport, Begegnung und Freizeit im Freien.

Der Ansatz der Umweltgerechtigkeit zielt darauf ab, gesundheitsrelevante Belastungen der Umwelt, wie Lärm-, Luftschadstoff- und Hitzebelastungen in sozial benachteiligten Quartieren zu vermeiden bzw. zu reduzieren und den Zugang der Quartiersbevölkerung zu gesundheitsförderlichen Umweltressourcen – beispielsweise Grün- und Freiflächen – zu ermöglichen. Mehr Umweltgerechtigkeit zu schaffen, ist in den Kommunen ein Querschnittsthema, das Fachbereiche betrifft, die für die Stadtentwicklung, den Immissionsschutz, die Grünplanung, die Klimaanpassung, aber auch Gesundheit und Sport zuständig sind. Zunächst geht es darum, mehrfach belastete Stadtteile im gesamtstädtischen Zusammenhang zu identifizieren sowie in und mit den betreffenden Quartieren den Ist-Stand und die Bedarfe für geeignete bzw. notwendige Maßnahmen zu ermitteln, also partizipativ vorzugehen. Hierbei sind auch Akteure außerhalb von Politik und Verwaltung, die einen Beitrag leisten können, einzubeziehen.

Das urbane Grün wird zunehmend multifunktional genutzt. Es ist der Ort auch für Sport im Freien, der Schatten und Kühlung bietet und vor Hitze schützt. Wiesen eignen sich für sportliches Spiel, Yoga oder Fitnessübungen. Callisthenics-Anlagen bzw. Fitness- und Bewegungsparcours in Parks bieten die Möglichkeit, entsprechend dem eignen Fitnesslevel zu trainieren. Wege, die durch Grünanlagen führen, können von Fußgängern, zum Joggen oder Walken bzw. Radfahren genutzt werden. Aber auch Schulhöfe können mit einer entsprechenden Gestaltung zum aktiven Bewegen und Spielen abseits der Sportanlagen einladen.

Der Sportpark in Kiel-Gaarden, die Angebote der Parksportinsel in Hamburg oder der Fitness-Parcours in den Münchner Isarauen stehen beispielhaft für viele kommunale Projekte für Sport für alle im Freien. In den Veränderungsprozess an der Schnittstelle Umwelt – Gesundheit – Soziales, der Quartiere hin zu mehr Lebensqualität verändert, sollten sich unbedingt Akteure des Sports aktiv einbringen, damit Orte für gesunde, spiel- und bewegungsorientierte Bewegung im Freien geschaffen werden, an denen Sport für alle möglich ist.

L Weiterführende Literatur: Böhme, Christa, Franke, Thomas, Michalski, Daniela, Preuß, Thomas, Reimann, Bettina, Strauss, Wolf-Christian (2022): Umweltgerechtigkeit in

Deutschland: Praxisbeispiele und strategische Perspektiven, hrsg. vom Umweltbundesamt, DessauRoßlau (UBA-Reihe Umwelt & Gesundheit 04/2022). https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ umweltgerechtigkeit-in-deutschland-praxisbeispiele

Böhme, Christa, Franke, Thomas und Thomas Preuß (2019): Umsetzung einer integrierten Strategie zu Umweltgerechtigkeit – Pilotprojekt in deutschen Kommunen, hrsg. vom Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau (UBA-Reihe „Umwelt & Gesundheit“ 02/2019). https://www.umweltbundesamt.de/ publikationen/umsetzung-einer-integrierten-strategie-zu

Difu – Deutsches Institut für Urbanistik (2021b): Toolbox Umweltgerechtigkeit. https://toolbox-umweltgerechtigkeit.de/

WHO – World Health Organization(1995): The World Health Organization quality of life assessment (WHOQOL): Position paper from the World Health Organization. Social Science and Medicine, 41(10), S. 1.403–1.409.

https://parksportinsel.de/ https://www.sportpark-gaarden.de/ https://hey.bayern/fitness-parcours-isarauen

Engagement im Sport mit Hand und Fuß – Lebensqualität und Gerechtigkeit mitgestalten

Stefan Rostock Germanwatch e. V., Bereichsleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung, NRW-Fachpromotor für Klima & Entwicklung

Jugendliche in Deutschland erleben eine Gesellschaft mit zunehmenden und sich zum Teil verschärfenden Herausforderungen in den Bereichen soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Artenvielfalt und Klimaschutz. Gerade der Sport wird von den verschiedenen Auswirkungen der Klimakrise, insbesondere Hitzewellen, stark betroffen sein. Auf diese kommenden Veränderungen zu reagieren und an zukunftsfähigen Gesellschaften aktiv mitzubauen, ist zentrales Eigeninteresse von Sporttreibenden und es ist Auftrag des UNESCO-Programms BNE2030. Das UNESCO-Programm BNE 2030 wurde 2019 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet und ruft nach transformativer Bildung, einer Form der Bildung, die Menschen „empowert“, Strukturen der Gesellschaft, in ihrem Wirkungsraum bleibend hin zu mehr Nachhaltigkeit zu verändern.

Fußabdruck verkleinern – Handabdruck vergrößern: Recht bekannt ist die Reduktion des individuellen Fußabdrucks, er misst die persönlichen Umweltauswirkungen in CO2-Emissionen, (virtuellem und realem) Wasserverbrauch oder globaler anteiliger Flächenverbrauch. Diese Bildungsarbeit sensibilisiert aber zumeist nur für das eigene Alltagsverhalten, es verändert die Gesellschaft und ihre Teilsysteme zu wenig. Für den Bildungsbereich ist eine besondere Herausforderung: Je besser gebildet Menschen sind, desto größer wird im

Durchschnitt ihr ökologischer Fußabdruck. Die Größe des eigenen Fußabdrucks hängt vom verfügbaren Einkommen, bzw. Vermögen ab und nicht von politischen Einstellungen (vgl. Kleinhückelkotten, Silke, u.a. (2016): Repräsentative Erhebung von Pro-Kopf-Verbräuchen natürlicher Ressourcen in Deutschland nach Bevölkerungsgruppen in UBA TEXTE 39/2016). Deutschland hat sich zu Umsetzung des Paris-Abkommens verpflichtet, und sich gesetzlich verpflichtet bis spätestens 2045 netto-treibhausgasneutral zu sein – und dies geht nur über strukturelle Veränderungen. Bildungsarbeit, die beim Fußabdruck stehen bleibt, transportiert die frustrierende Erwartung, sich in einer Gesellschaft mit nicht-nachhaltigen Strukturen nachhaltig verhalten zu sollen.

Strukturveränderndes Engagement mit dem Handabdruck: Engagement mit dem Handabdruck ist ein Angebot für alle Menschen, Gruppen und Verbände, ihre Lebenswirklichkeit hin zu mehr Nachhaltigkeit zu verändern. Im Centre for Environment Education in Indien zeigte die damals 10-jährige Srija in einer Veranstaltung zum Fußabdruck ihren Handabdruck. Sie wollte nicht nur ihren negativen Fußabdruck verkleinern, sondern auch ihr positives Engagement für die Gemeinschaft, ihren Handabdruck vergrößern. Das Handabdruck-Konzept für positives Handeln war geboren und wurde unter anderem durch Germanwatch übernommen und weiterentwickelt. Der Handabdruck

ermutigt und befähigt Menschen dazu, gesellschaftliche und politische Transformation in ihrem Wirkungskreis, mit ihren Themen und ihren Mitstreiter*innen mitzugestalten.

Im Engagement mit dem Handabdruck steht die Frage im Mittelpunkt, wie können Strukturen bleibend so verändert werden, dass nachhaltiges Verhalten für mehr Menschen leichter, preiswerter oder zum neuen „Normal“ wird, egal ob sie es merken oder nicht. Der Handabdruck zielt deshalb darauf ab, in engagierten Gruppen Nachhaltigkeitsherausforderungen zu erkennen, strukturelle nicht-nachhaltige Rahmbedingungen zu identifizieren und bleibend zu verändern. Die Wirkung ist umso größer, je höher die Ebenen der Veränderung ist. Der positive Impact des Handabdrucks kann unendlich groß werden und hat eine Wirkung auf die Reduktion vieler ökologischer Fußabdrücke. Wenn wir zusammen an strukturellen Änderungen arbeiten, stärkt dies außerdem häufig unser Gefühl der Selbstwirksamkeit, das Gruppengefühl und es steigert die Selbstwirksamkeitserwartung.

Der Handabdruck in der konkreten Umsetzung im Sport

Als Grundfragen erfolgreichen Handabdruck-Engagements im Sport erscheinen: Was trägt uns und was sind unsere gemeinsamen Werte? Wie können wir unseren

Zielen: Gesundheit, lebenswerte Umwelt, Gerechtigkeit, Räume für unser Engagement gemeinsam näherkommen? Daran schließen dann strategische Fragen an:

• Mit wem will ich aktiv werden? Meistens ist dies die Gruppe, in der man sich wohlfühlt, in der man gemeinsame Ziele hat, Ideen entwickeln kann und Freude daran hat, Dinge gemeinsam anzugehen.

• Welches ist unser Thema? Von Mobilität (bessere Busverbindungen oder Bedingungen für Fahrradfahrer*innen, gemeinsam zum Turnier…) über Ernährung (Vegetarische Veranstaltungen, Solidarische Landwirtschaft…) und Energie (PV-Unterstützung durch die Kommune, PV aufs Dach des Vereinsheims sowie Rohstoffen in Vereins-IT oder Vereins-Kleidung und vieles mehr.

• Auf welcher Ebene setzen wir an? Im Team, im Verein, auf kommunaler Ebene oder in den übergeordneten Strukturen auf Kreis-, Landes- oder Bundesebene? EU oder doch lieber die globale Ebene auf UN-Konferenzen? Meist gilt: Je höher die Ebene, desto größer der Hebel, aber auch die Komplexität und die Widerstände werden dann umfangreicher und es ist oft erfolgsversprechender, auf einer Ebene zu beginnen, auf der man Akteure und Entscheidungsprozesse kennt.

• Welches sind unsere erwarteten und unerwarteten Verbündete? Am besten startet man in einer Gruppe Gleichgesinnter. Wie kann man durch Allianzen Überraschungseffekte auslösen: Zusammenarbeit

Handabdruck und der Whole Institution Approach

Der „Whole Institution Approach“, auf Deutsch oft als ganzheitlicher Lehr- und Lernansatz übersetzt, wird von vielen aktuellen Bildungsrahmensetzungen gefordert, so auch von UNESCO BNE 2030. Er unterstützt Institutionen dabei, ihren inhaltlichen Anspruch mit gelebter Realität zusammenzubringen. Er soll in allen Einrichtungen, in denen informelle Bildung aber auch Grund-, Aus-, Fortund Weiterbildung stattfindet, umgesetzt werden, da nur so die geforderten Nachhaltigkeits-, insbesondere Klimaschutzbemühungen authentisch umgesetzt werden können. Er bezieht sich auf die sechs in der Grafik enthaltenen Bereiche. Gelungene Ansätze führen zu mehr Identifikation, Mitarbeiter*innenzufriedenheit und -gesundheit. Der „Whole Institution Approach“ wirkt auch nach außen und kann dann zu einem „Whole Community Approach“ beitragen und relevanter Baustein für den notwendigen „Whole Society Approach“ werden.

mit Abgeordneten, Ärzten, Schulen oder Mobilitätsdienstleistern und wie steigere ich die öffentliche Aufmerksamkeit: Social Media, Medienpartnern oder Aktionen? Bleibt man eigenständig oder schließt sich die Gruppe anderen an?

• Was sind Orte und Formen des Engagements? Marktplatz oder Ratssaal, Radio oder Flugblatt, Social Media oder vertrauensvolle Gespräche? Leserbrief oder Petition? Demonstration oder wissenschaftliches Hintergrundpapier? Spoiler: Meistens hilft es, mehrere Formen zu kombinieren.

• Was ist das konkrete Ziel? Ja, es ist gut, wenn schon mal darüber gesprochen wird, etwa im Landtag. Noch besser, es wird etwas beschlossen. Es gilt: Ein besonders wirksamer Handabdruck entsteht, wenn bleibend Strukturen oder Rahmenbedingungen verändert wurden.

Beispiele für erfolgreichen Handabdruck im Sport können sein:

• Nachhaltigkeitsstandards verbindlich verankern: Entwicklung und Verabschiedung von Nachhaltigkeitsleitlinien zum Beispiel für Beschaffung, Energie, Mobilität) und ihre Verankerung in Satzung, Ordnungen, Beschaffungsleitlinien, Förderkriterien.

• Nachhaltige Beschaffung im Sport als Norm einführen: Ökologische und faire Kriterien für Sportartikel, Merchandising, Catering oder Veranstaltungslogistik entwickeln und mit Lieferanten, die nachhaltige Produkte in Standardangebote aufnehmen kooperieren.

• Nachhaltige Infrastruktur priorisieren: dazu gehören beispielsweise energieeffiziente Sportstätten, Sharing Modelle für Geräte, Photovoltaik auf Vereinsgebäuden, nachhaltige Mobilität im Verein.

• Demokratische und inklusive Teilhabe stärken: Strukturelle Verankerung von Teilhabemöglichkeiten für die Mitglieder aber auch Diversität wie zum Beispiel Einführung von Quoten, Partizipationsgremien für junge Menschen oder marginalisierte Gruppen.

• Politische Lobbyarbeit zugunsten nachhaltiger Sportstrukturen: Positionierung gegenüber Kommunen zum Ausbau nachhaltiger Mobilität zu Sportstätten sowie Einforderung von nachhaltigkeitsorientierten Förderprogrammen im Sport.

• Sich für Klimaschutz oder Biodiversität als Verein auch politisch betätigen. Schauen welche Dachverbände diese Ziele transportieren, etwa die KlimaAllianz Deutschland e. V. und dort Mitglied werden

Engagement mit dem Handabdruck hilft konkret gegen Fatalismus und Zukunftsängste. Längst sind wir weg von der „Verzichtsdebatte“ hin zu gelebter Solidarität und wirksamem Engagement zusammen mit den Hauptbetroffenen der Klimakrise im Globalen Süden, den jetzt jungen Menschen und vor allem für zukünftige Generationen. Engagement mit dem Handabdruck ist Abenteuer im Alltag, Mitgestalten der eigenen Zukunft, hin zu einem Wandel, auf den wir uns freuen können.

L Weitere Ideen unter: www.handabdruck.eu oder https://www.germanwatch.org/de/handprint

L Weitere Informationen: UNESCO (2021): Bildung für nachhaltige Entwicklung – Eine Roadmap. #BNE2030 https://www.unesco.de/sites/default/files/2022-02/ DUK_BNE_ESD_Roadmap_DE_barrierefrei_web-final-barrierefrei.pdf

Kostenlose BNE-Weiterbildung „BNEhoch3“: https://www.bne-portal.de/bne/de/infothek/bnehoch3.html (15.3.2024)

Konzept des Handabdrucks: https://www.germanwatch.org/de/handabdruck

Stich, Maria (2023): Vergiss den ökologischen Fußabdruck. Dein Handabdruck ist viel wichtiger. https://perspective-daily.de/article/2712/JIQrODhX

Rostock, Stefan (2021): Germanwatch-Zeitung: Weitblick (Mai 2/2021): Schwerpunkt: Transformatives Engagement: Lernorte der Transformation. https://germanwatch.org/de/20177 (28.2.2014)

UMWELT- UND KLIMASCHUTZ IM SP RT

In dieser Rubrik stehen die Wechselwirkungen zwischen Sport und Umwelt im Mittelpunkt. Vorgestellt werden Beiträge zu Klima- und Umweltschutz, Klimaanpassung sowie zu ökologischen Auswirkungen von Sport, Sportstätten und Sportveranstaltungen.

DOSB-Fachforum beleuchtet Umweltwirkungen von Sportstätten Deutscher Olympischer Sportbund

(DOSB) Wie wirken sich Sportstätten auf Umwelt und Natur aus, und welche Lösungen gibt es für eine nachhaltigere Entwicklung? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Fachforums „Sportstätten, Umwelt und Naturschutz im Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbundes das am 19. März 2026 an der Goethe-Universität Frankfurt (Campus Westend) stattfand. Die Veranstaltung war an das DOSB-Dialogforum Sportentwicklung angegliedert und brachte Fachleute aus Sportorganisationen, Wissenschaft und Praxis zusammen. Sportstätten beeinflussen die Umwelt in vielfältiger Weise – etwa durch CO2-Emissionen, Wasser- und Ressourcenverbrauch, Flächeninanspruchnahme oder Lichtemissionen. Das Fachforum griff diese Aspekte in verschiedenen Impulsvorträgen auf und bot Raum für Austausch und Diskussion.

Zum Auftakt begrüßte Moderatorin Meike Schröer von der Führungs-Akademie des DOSB die Teilnehmenden und führte mit einem Warm-up in das Thema ein. Anschließend beleuchteten Expert*innen unterschiedliche

Perspektiven auf die Umweltwirkungen von Sportstätten. So zeigte Anne Portscheller (KATE Umwelt & Entwicklung) in ihrem Beitrag „Klima wandelt Badminton“, wie sich der Klimawandel konkret auf den Badmintonsport auswirkt und wie der olympische Spitzenverband sich damit proaktiv auseinandersetzt. Jens Prüller und Malik Walters (LSB Hessen) widmeten sich der „Dekarbonisierung von Sportstätten“ und stellten Ansätze für eine klimafreundlichere Infrastruktur vor.

Im zweiten Inputblock ging Professor Ralph O. Schill (aquatil gGmbH) auf Herausforderungen bei Zuschlagstoffen für Reitböden ein. Er betonte die Notwendigkeit von sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxiserfahrungen orientierenden Vorgaben für den Bau und die Pflege von Reitplätzen. Karsten Dufft (DOSB) thematisierte die Wasserversorgung des Sports in Zeiten der Klimakrise. Er machte auf die Notwendigkeit einer Strategie für eine resiliente Wasserversorgung des Sports in Deutschland aufmerksam.

Ein zentrales Element der Veranstaltung war die interaktive Diskussionsrunde im Fishbowl-Format, in der sich alle Teilnehmenden aktiv einbringen konnten. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und zentrale Fragestellungen gemeinsam vertieft. Im anschließenden Open Space-Format entwickelten die Teilnehmenden eigene Themen und diskutierten diese in Kleingruppen. Die Bandbreite reichte von konkreten Praxisfragen bis hin zu strategischen Ansätzen für mehr Dekarbonisierung im Sportstättenbau und -betrieb. Im Fokus standen Erfahrungsaustausch, Entwicklung neuer Ideen sowie Vernetzung. „Die nachhaltige Gestaltung von Sportstätten ist keine Option, sondern eine gemeinsame Zukunftsaufgabe. Mit dem Fachforum haben wir den Dialog zwischen Sport, Wissenschaft und Praxis nochmals gestärkt und wichtige Impulse für Veränderungen gesetzt“, betonte Christian Siegel, Ressortleiter „Sportstätten und Umwelt“ im DOSB.

L Quelle: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/dosbfachforum-beleuchtet-umweltwirkungen-vonsportstaetten

Teilnehmende des Fachforums „Sportstätten, Umwelt und Naturschutz im Sport“

Recycling von Kunststoffrasen:

Bei RewitAl beginnt die Ökobilanzierung Landessportbund Baden-Württemberg

Seit zwei Jahren läuft das Kunststoffrasenprojekt RewitAl -„Reintegration hochwitterungsbeanspruchter Altkunststoffe in die Kreislaufwirtschaft“, ein gemeinsames Projekt der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Aalen, Furtwangen und Pforzheim in Kooperation mit weiteren Partner aus Industrie und Zivilgesellschaft, wie mit dem Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW).

Mittlerweile liegen die ersten Forschungsergebnisse zu verschiedenen Recyclingmethoden vor; nun startet unter Berücksichtigung zahlreicher Variablen die Ökobilanzierung. Eine Ökobilanz für den Rückbau eines Kunststoffrasens zu entwickeln, ist komplex. Maike Senk, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim, stellt dafür verschiedene Recyclingmethoden auf den Prüfstand. Berücksichtigt werden das mechanische Recycling und das chemische Recycling im Vergleich mit der thermischen Verwertung, bei der die Reststoffe unter Energiegewinnung verbrannt werden. Ziel ist, die umweltfreundlichste Methode ausfindig zu machen. „Am INEC machen wir eine Lebenszyklusanalyse ab dem Zeitpunkt, ab dem der Kunstrasen nicht mehr genutzt wird, und schauen beispielsweise auch, wie viel Material beim Abbau des Platzes in die Umwelt ausgetragen wird“, erläutert Maike Senk. Der vorherige Lebenszyklus eines Kunststoffrasensystems von der

Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis hin zur Nutzung wird also nicht berücksichtigt. Das Institut für Industrial Ecology (INEC) an der Hochschule Pforzheim arbeitet seit 15 Jahren an Ökobilanzierungen. Es entwickelt konkrete Lösungen für Unternehmen sowie Methoden und Tools zur Ökobilanzierung und berät die Politik auf Landes- und Bundesebene.

aller Stoff- und Energieströme

Um eine umfangreiche Ökobilanzierung zu erstellen, werden alle Stoff- und Energieströme quantifiziert. Während alte Kunstrasenplätze in der Vergangenheit vor allem auf Deponien im Ausland entsorgt wurden, verlangt das Kreislaufwirtschaftsgesetz nun mindestens eine thermische Verwertung. Das Altmaterial wird so noch genutzt, allerdings gehen wichtige Ressourcen verloren. Recycling reduziert den Ressourcenverbrauch. Wie es sich bei anderen Umweltwirkungen verhält, zum Beispiel den CO2-Emissionen im Vergleich zur thermischen Verwertung, gilt es herauszufinden.

Quantifizierung

Umweltingenieurin Maike Senk vergleicht deshalb den Rückbau und die anschließende energetische Verwertung mit dem chemischen und dem mechanischen Recycling. Bei den beiden letzten bleiben die Kunststoffe im Stoffkreislauf: „Was uns interessiert, sind die Umweltwirkungen der verschiedenen End-of-Life Szenarien“, sagt Maike Senk.

Das mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung Baden-Württemberg (EFRE) geförderte Vorhaben bringt viele Herausforderungen mit sich: Zwar gibt es Normen, welche die Grundsätze und Rahmenbedingungen für Ökobilanzen festlegen. Allerdings steht dort nichts über die Stoffe, die in den Kunstrasensystemen enthalten sind. Auf dem Markt gibt es verschiedene Hersteller, jeder hat eine eigene Kunststoffrezeptur, nicht immer ist diese öffentlich einsehbar. Zudem sind die Kunstrasenplätze in der Regel 15 bis 20 Jahre alt. Welche Rohstoffe damals wie verwendet und verarbeitet wurden, ist zum Teil selbst den Herstellern nicht mehr bekannt. Daten fehlen auch dazu, wie sich die Stoffe durch Witterung und UV-Strahlung verändert haben. „Aktuell arbeite ich an den Sachbilanzen. Dabei vergleiche ich verschiedene Datensätze und schaue, welcher in unserem Fall passend ist. So entsteht mein Modell, welches mir im nächsten Schritt die Emissionen aufzeigt, sodass ich anschließend Wirkungsabschätzungskategorien auswählen kann“, erklärt Maike Senk. Dafür ist sie zurzeit überwiegend mit der Recherche in Datenbanken beschäftigt. Regelmäßig stimmt sich die Wissenschaftlerin auch mit den anderen beiden an dem RewitAl-Projekt beteiligten Hochschulen sowie den wenigen vorhandenen Recyclingunternehmen ab. Die Hochschulen Furtwangen und Aalen haben erste Ergebnisse zum chemischen und zum thermischen Recycling präsentiert, die Maike Senk nun für die Ökobilanzierung verwenden kann.

Wenn ein alter Kunstrasenplatz vor Ort abgebaut wurde, analysiert sie das Vorgehen: Welche Maschinen waren im Einsatz? Wie viel Treibstoff haben sie benötigt? Wie viele Abgase sind in die Umwelt gelangt? Anteilig wird sogar der Rohstoffbedarf für die Herstellung der Maschinen berücksichtigt. Erfolgt ein chemisches Recycling, so wird der Kunststoff in einem Pyrolyseverfahren auf 550 Grad erhitzt – ein Prozess, für den auch sehr große Anlagen zum Einsatz kommen. Wie viel Strom wird dafür benötigt? Welche Ressourcen und Rohstoffe sind in den Anlagenbau geflossen? Wie können die Bauteile wieder abgebaut und zum Hersteller gebracht werden? Wird ein mechanisches Recyclingverfahren angewendet, so wird aus dem alten Material recycelter Kunststoff hergestellt. Anschließend wird dieser auf seine Eigenschaften geprüft. Auch dabei werden die Stoff- und Energieströme erfasst. Wie viel Strom wird benötigt? Wie viel Wasser wird zum Kühlen wird genutzt? Wie viel Wasser kann wiederverwendet werden? All das fließt in die Ökobilanzierung ein.

Als Berechnungsgrundlage dient ein Stück Kunststoffrasen mit einer Fläche von einem Quadratmeter, der bei Bedarf auf ein gesamtes Fußballfeld hochgerechnet werden kann. Bei allen Szenarien werden sowohl der Rückbau als auch der Weg zur Müllverbrennung oder zum Recyclingbetrieb betrachtet. Auch hier gibt es sogenannte Stoffströme, die alle eine Auswirkung auf die Umwelt und damit auf die Ökobilanz haben. Erste Ergebnisse, welche Recyclingmethode die umweltverträglichste ist und wie diese im Vergleich zur thermischen Verwertung abschneidet, liegen voraussichtlich Ende 2026 vor.

L Quelle und weitere Informationen: https://www.lsvbw.de/rewital-oekobilanzierung-recycling-kunststoffrasen/

Ambitionierter Kurs beim Klimaschutz wird beibehalten Deutscher Alpenverein

Mit großer Mehrheit hat sich die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) erneut entschieden, den ambitionierten Kurs des DAV im Klimaschutz beizubehalten. Bereits 2021 hat die DAV-Hauptversammlung beschlossen, bis 2030 klimaneutral zu sein. Im Klimaschutzkonzept wurde festgeschrieben, wie der DAV dieses Ziel erreicht: mit einer verbandsweiten Emissionsbilanzierung, Selbstverpflichtungen, DAVinternem CO2-Preis und Zwischenzielen. Im vergangenen Jahr wurde das Konzept sowie die Förderrichtlinien des Klimafonds durch den ehrenamtlich besetzten Klimabeirat evaluiert und ein Vorschlag zur Aktualisierung entwickelt, der auf der diesjährigen Hauptversammlung Ende November 2025 mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Angereist waren rund 600 Delegierte aus rund 280 Sektionen. Das Ergebnis bestätigt das intensive Engagement des DAV im Bereich Klimaschutz: Der DAV-interne CO2-Preis bleibt bis 2027 bei 140 Euro pro Tonne, um weiterhin zweckgebundene Mittel für Klimaschutz in den Sektionen bereitzustellen. Für den Zeitraum danach wird sich die Hauptversammlung erneut mit dem CO2-Preis befassen. Zudem wurden Änderungen in der Förderrichtlinie ebenfalls mit großer Mehrheit angenommen – am wichtigsten dabei: Es gibt deutlich mehr Klimaschutz-Maßnahmen, die gefördert werden können, zum Beispiel PV-Anlagen. Für die Sektionen stehen damit konkrete Vorschläge mit bestimmten Fördersätzen zur Verfügung, um einen Anreiz für möglichst effektive Emissionsreduktion zu schaffen.

Auf der Hauptversammlung wurde auch der „Wegweiser Hütten 2030“ vorgestellt und intensiv diskutiert. Hütten und Wege sind zentrale Infrastrukturen im

DAV und gleichzeitig sichtbare Aushängeschilder des Verbandes in den Alpen und Mittelgebirgen. Neben ihrer wichtigen Bedeutung für alle, die in den Bergen unterwegs sind, stehen sie besonders im Fokus, wenn es um Fragen der ökologischen Verantwortung, der gesellschaftlichen Vorbildfunktion und des Klimaschutzes geht. Der Wegweiser ist eine übergeordnete, wertebasierte Leitlinie für die Entwicklung von Hütten und Wege mit dem Ziel, diese nachhaltig, klima- und ressourcenschonend zu erhalten und zu betreiben. Inhalte des Wegweisers sind unter anderem:

• Beim Wegeerhalt richtet sich der DAV nach dem Besucherlenkungsbedarf und den naturräumlichen, klimawandelbedingten Veränderungen.

• Notwendige Einbauten werden einfach, wartungsarm und der Wegeschwierigkeit angemessen gestaltet.

• Schutzhütten sind einfach und suffizient, die Architektur ist bedarfsgerecht, die Gebäudetechnik reduziert.

• Die Hütten bieten ausgewogene, emissionsarme Verpflegung mit regionalen Zutaten an.

• Hüttenerweiterungen werden vermieden.

• Der Ausstoß an Treibhausgasemissionen wird auf den Schutzhütten auf das absolut Notwendigste reduziert.

• Die zum Betrieb notwendige Energie speist sich ausschließlich aus regenerativen Quellen.

Mit dem Wegweiser, der in engem Austausch mit der JDAV, ÖAV, AVS und den zuständigen DAV-Gremien entwickelt wurde, signalisiert der DAV sein klares Bekenntnis zu einer zukunftsorientierten, klimabewussten und wertebasierten Entwicklung seiner Hütten und Wege.

L Mehr unter:

https://www.alpenverein.de/verband/ueber-dendav/struktur-des-dav/hauptversammlung-des-dav/ dav-hauptversammlung-2025

IOC mit „Low Carbon Award“ des Genfer Klimanetzwerks 2050 ausgezeichnet Internationales Olympisches Komitee

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den „Low Carbon Award“ des in Genf ansässigen Klimaschutznetzwerk „2050today“ erhalten. Wie die IOC-Nachrichten berichten, konnte das IOC zwischen 2021 und 2024 seinen CO2-Fußabdruck um 30 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2016 bis 2019 reduzieren. Angestrebt werden für das Jahr 2030 eine Reduzierung um 50 Prozent. Die Preisverleihung fand am 3. Dezember 2025 im Rahmen einer von 2050today in Genf organisierten Zeremonie statt und würdigte die Bemühungen des IOC, seine direkten und indirekten Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die Jury hob die Arbeit des IOC zur Reduzierung der Emissionen von Geschäftsreisen

hervor, die durch die Einführung interner CO2-Budgets unterstützt würden. Um die 30-prozentige Reduzierung zu erreichen, hatte das IOC eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die sich auf seine größten Emissionsquellen konzentrieren. Für Reisen, die einen erheblichen Teil seiner indirekten Emissionen ausmachen, hat das IOC die Häufigkeit und das Format der Treffen angepasst, den Einsatz von Videokonferenzen verstärkt und nachhaltige Reiseprinzipien eingeführt. Den Mitarbeitern wurden Tools zur Überwachung der CO2-Emissionen ihrer Reisen zur Verfügung gestellt, die dazu beitrugen, Klimaaspekte in alltägliche Entscheidungen einzubeziehen. IOC-Generaldirektor Christophe De Kepper sagte: „Es ist eine echte Ehre für das IOC, den „2050today Low Carbon Award“ zu erhalten. Der Klimawandel betrifft uns alle und als globale Organisation haben wir die Verantwortung, unseren eigenen Fußabdruck zu reduzieren, mit gutem Beispiel voranzugehen und das, was wir lernen, mit anderen zu teilen“. Das Klimaengagement des IOC geht allerdings weit darüber hinaus: ein besonderer Schwerpunkt liegt auf die Reduzierung des Fußabdrucks bei den Olympischen Spielen. So sind Organisationskomitees verpflichtet, die im Zusammenhang mit den Spielen entstehenden CO2-Emissionen zu minimieren und die Interessengruppen zu sinnvollen Klimaschutzmaßnahmen zu ermutigen.

2050today ist ein Klimaschutznetzwerk, das mehr als 60 Institutionen in Genf – darunter ständige Missionen, Organisationen der Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen wie die Europäische Organisation für Kernforschung CERN und die technische Hochschule EPFL – zusammenbringt, die gemeinsam daran arbeiten, ihre Treibhausgasemissionen zu messen und zu reduzieren. Die Jury für den Low Carbon Award bestand aus Vertretern des Kantons Genf, der Stadt Genf, der Industriedienste Genf (SIG) und 2050today.

Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Weitere Informationen zu den Klimaverpflichtungen und -fortschritten des IOC sind auf der Nachhaltigkeitswebseite des IOC und im neuesten IOC-Nachhaltigkeitsbericht zu finden: https://www.olympics.com/ioc/sustainability

L Weitere Informationen zum Klimaschutznetzwerk 2050Today: https://2050today.org

L Quelle: https://www.olympics.com/ioc/news/ioc-receiveslow-carbon-award-from-geneva-climate-network2050today

Klimawandel: LMU entwickelt Anpassungsstrategien zum Schutz der Gesundheit in Städten

Ein neues Forschungsprojekt namens MEDICUS unter Leitung der LMU München entwickelt Strategien, um die Gesundheit der Stadtbevölkerung angesichts des Klimawandels besser zu schützen. Beteiligt sind auch die Uni Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg und die TU München. Im Fokus stehen Risiken wie Hitze und Luftverschmutzung, die besonders für empfindliche Gruppen, aber auch für Sporttreibende relevant sind. Das Projekt verknüpft Klima- und Umweltanalysen mit medizinischem und städtebaulichem Wissen, um konkrete Maßnahmen zu entwickeln. In München und Augsburg werden diese in „Reallaboren“ gemeinsam mit Kommunen und Bevölkerung getestet. Ziel ist es, Städte widerstandsfähiger zu machen und gesundheitliche Belastungen zu reduzieren. Für die Praxis werden Handlungsempfehlungen, Bildungsangebote und digitale Tools wie eine Resilienz-App entwickelt. Auch Sportvereine können davon profitieren, etwa durch bessere Trainingsbedingungen und Schutzmaßnahmen bei Hitze.

L Weitere Informationen: https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/ news/klimawandel-anpassungsstrategien-zumschutz-der-gesundheit-in-staedten-75df1332.html

L Kontakt:

Prof. Dr. Ralf Ludwig, Fakultät für Geowissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität München, E-Mail: r.ludwig@lmu.de, T + 49 89 2180-6677

Klimaschutzprogramm 2026 im parlamentarischen Prozess

Das Bundeskabinett hatte Ende März 2026 das von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen. Wie das Bundesumweltministerium berichtet, enthalt das Programm 67 Maßnahmen, die im Jahr 2030 mehr als 25 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen und damit Deutschland moderner und unabhängiger von unsicheren fossilen Importen machen sollen. Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Dieses Programm wird einen neuen Schub für den Klimaschutz auslösen, der uns unabhängiger macht von teuren und unsicheren Öl- und Gasimporten. Wir machen die Wirtschaft moderner, die

Gesellschaft krisenfester und wir helfen der Natur, dass sie uns helfen kann“. Laut Klimaschutzgesetz war die Bundesregierung verpflichtet, ein Jahr nach Beginn der Legislaturperiode ein Programm vorzulegen, das die im Vorjahr auf Basis der Projektionsdaten 2025 festgestellte Lücke zum 65-Prozent-Minderungsziel in Höhe von 25 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030 schließt. Für die Maßnahmen des Klimaschutzprogramms werden ab 2027 bis einschließlich 2030 zusätzliche Mittel im Klima- und Transformationsfonds in Höhe von insgesamt 7,6 Milliarden Euro sowie zusätzlich 400 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereitgestellt. Das Programm enthält in verschiedenen Sektoren Maßnahmen, die strategische Weichenstellungen zur Erreichung der Klimaneutralität darstellen und bis 2040 wichtige Klimaschutzbeiträge leisten.

Die für das Klimaschutzprogramm 2026 notwendigen Gesetzentwürfe und Verordnungen werden nun in den Bundestag eingebracht, der diese in mehreren Sitzungen und in den zuständigen Ausschüssen berät. Nach Abstimmung im Bundestag müssen einige der geplanten Maßnahmen noch den Bundesrat passieren.

Kritik am Klimaschutzprogramm 2026 kommt unter anderem von dem von der Bundesregierung eingesetzten Expertenrat für Klimafragen. Vorbehaltlich einer vertiefenden Prüfung geht der Expertenrat davon aus, dass die bisherigen Maßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen werden, um die Erreichung der Klimaschutzziele sicherzustellen. Auch der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Prof. Kai Niebert, mahnte in einer Stellungnahme, das neue Programm „dringend nachzuschärfen“: „Wir erwarten von der Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm, das diesen Namen verdient: Mit verbindlichen Maßnahmen in allen Sektoren, mit ausreichender Finanzierung und mit dem klaren politischen Willen, die Klimakrise wirklich zu bremsen“.

Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Weitere Informationen zum Klimaschutzprogramm: https://www.bundesumweltministerium.de/ download/klimaschutzprogramm-ksp-2026

L Quellen: https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/klimaschutzprogramm-2026-machtdeutschland-moderner-und-unabhaengiger-vonoel-und-gas https://expertenrat-klima.de/presse/pressemitteilung-zur-stellungnahme-zum-entwurf-des-klimaschutzprogramms-2026 https://www.dnr.de/presse/pressemitteilungen/ klimaziele-gefahr-regierung-setzt-auf-stueckwerkstatt-strategie

SP RT UND NACHHALTIGKEIT

Diese Rubrik widmet sich der nachhaltigen Entwicklung des Sports in ihren ökologischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen. Im Fokus stehen strategische, strukturelle und gesellschaftliche Fragestellungen – von Governance und Bildung bis zur Rolle des Sports als Akteur nachhaltiger Transformation.

Neuer Schwerpunkt:

Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport Bundesinstitut für Sportwissenschaft

Von Dr. Jutta Katthage, Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp), Fachbereich III – Forschung und Entwicklung: Sport und Gesellschaft Fachgebietsleitung Sportökologie

Der Klimawandel stellt den Leistungssport vor neue, komplexe Herausforderungen. Neben den unmittelbaren Auswirkungen auf Trainingsbedingungen, Wettkampfumfelder und die Gesundheit der Athlet*innen steigen auch die gesellschaftlichen Erwartungen: Der Spitzensport soll nachhaltiger, klimabewusster und resilienter werden. Gefordert sind nicht nur klimaangepasste Sportanlagen und ressourcenschonende Mobilitätskonzepte, sondern auch ein grundlegendes Umdenken im Hinblick auf Organisation, Infrastruktur und Trainingsprozesse. Beispiele aus dem Leistungssport zeigen, wie konkret die Auswirkungen bereits heute spürbar sind: Marathonläufe müssen wegen Hitze in die frühen Morgenstunden verlegt werden, Wintersportarten stehen vor Herausforderungen wie beispielsweise Schneemangel, unvorhersehbaren Wetterlagen und Trainingslager im Ausland stehen zunehmend wegen ihres ökologischen Fußabdrucks in der Kritik. Die Gesundheit der Athletinnen und Athleten ist dabei zentral betroffen – durch Hitzestress, Luftverschmutzung oder die psychischen Belastungen einer sich wandelnden Sportwelt.

Mit dem neuen Forschungsschwerpunkt „NiKlas – Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport“ wurde ein zukunftsweisender Rahmen geschaffen, um praxisnahe wissenschaftliche Erkenntnisse zu entwickeln, Strategien zu erproben und den Leistungssport in Deutschland resilient und nachhaltig

aufzustellen. Im Zentrum von NiKlas steht dabei das Ziel: Die Gesundheit der Athlet*innen zu schützen und zu stärken.

Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaanpassung haben in den vergangenen Jahren auch im Sport an Bedeutung gewonnen. So haben die Sportverwaltung und -politik, zum Beispiel die Expertengruppe „Green Sport“ der Europäischen Kommission oder der „Beirat Umwelt und Sport“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), als auch der organisierte Sport, zum Beispiel das Internationale Olympische Komitee (IOC), das Europäische Olympische Komitee (EOC) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), sich mit Strategien, Handlungsansätzen und praxisorientierten Maßnahmen befasst. Das BISp hat ergänzend hierzu im Jahr 2023 ein neues Fachgebiet Sportökologie eingeführt, das unter anderem Aspekte zur Klima- und Umweltgerechtigkeit im Bereich der Forschungsförderung adressiert.

Athlet*innen sind unmittelbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Neben Faktoren wie Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, Stürmen oder Luftverschmutzung und deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit, ist auch die sportliche Infrastruktur von den klimatischen Veränderungen betroffen. Ausrüstung und Ausstattung müssen angepasst und weiterentwickelt werden, um gute Trainings- und Wettkampfbedingungen zu bieten. Gesundheitliche Risiken, höhere Belastungen und veränderte Wettkampfbedingungen gehören zu derzeit wahrnehmbaren Folgen.

Die Veränderungen des Klimas betreffen auch den Sport.

Das BISp folgt im Schwerpunkt NiKlas dem ausgewogenen Ansatz zur Ökologie, Ökonomie und Sozialem entsprechend des Rats für Nachhaltige Entwicklung. Ein zukunftsorientierter Blick auf Vorsorge und Prävention ist dabei zentral. Ziel ist es, kommenden Generationen ein intaktes, nachhaltiges Gefüge zu hinterlassen. Gemäß dem eigenen Wertekanon des BISp „Human. Gesund.Werteorientiert“ steht der Mensch, vor allem die Gesundheit und das Wohlergehen der Athlet*innen, im Einklang mit Umwelt und Klima im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport umfasst daher:

• Die Gesundheit der Athlet*innen sowie den Schutz von Umwelt und Klima.

• Einen bewussten und verantwortungsvollen Einsatz von Ressourcen bei der Ausübung des Sports.

• Den Beitrag des Sports zu einer gesunden und zukunftsfähigen Gesellschaft.

• Eine gleichrangige Betrachtung sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte im Sinne eines ganzheitlich nachhaltigen Handelns.

Ziel des Schwerpunkts NiKlas ist es, den Leistungssport nicht nur zukunftsfähig zu gestalten, sondern auch aktiv zur Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen beizutragen. Um eine gesunde und leistungsfähige Sportausübung trotz der Folgen der Klimaveränderungen zu gewährleisten, sind praxisorientierte und langfristig anwendbare Maßnahmen unerlässlich.

Die vom Bundeskabinett im Dezember 2024 beschlossene „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ stellt einen zentralen Rahmen dar. Als gemeinsames Projekt aller Bundesressorts unter Federführung des Bundesumweltministeriums legt sie erstmals klare Ziele und messbare Kennzahlen fest. So soll eine systematische Vorsorge gegen die Folgen des Klimawandels ermöglicht und deren Umsetzung kontrolliert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass sportaktive Menschen zu den besonders betroffenen Risikogruppen von Hitze zählen (vgl. Weltgesundheitsorganisation. Regionales Büro für Europa (Hrsg.) (2011) Öffentlichkeitsarbeit zur Vorbeugung von Gesundheitseffekten durch Hitze: Neue und aktualisierte Informationen für verschiedene Zielgruppen. Kopenhagen). Die Medizinische Fakultät Mannheim, die Universität Heidelberg, der DOSB und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e. V. haben im Jahr 2025 auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) Hitzeschutzpläne unter anderem speziell für den organisierten Sport entwickelt. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) nennt darüber hinaus auf dem Informationsportal „Klima-Mensch-Gesundheit“ Empfehlungen zur Anpassung der sportlichen Aktivität an die Hitzeentwicklung.

Bei der Umsetzung des Schwerpunkts NiKlas greift das BISp die aktuellen Entwicklungen zur Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport auf. Neben Ansätzen zur Förderung der Nachhaltigkeit in den Prozessen und Verfahren der Forschungsförderung bildet der Schwerpunkt auch die Basis für die kommenden Antragsphasen der Forschungsförderung. Ziel ist es, die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf den Leistungssport ganzheitlich zu erfassen, innovative Lösungsansätze zu entwickeln und daraus praxisrelevante Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Gestaltung des Leistungssports abzuleiten.

Neben der Forschungsförderung plant das BISp eigene Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2026. Ferner gehören Publikationen, die Erweiterung der Informations- und Wissensbasis in den Sportinformationsportalen sowie Maßnahmen zur papierlosen Antragsstellung zum Schwerpunkt Niklas.

L Weitere Informationen und Quellen: https://www.nachhaltigkeitsrat.de/ https://www.bundesumweltministerium.de/themen/klimaanpassung/die-deutsche-anpassungsstrategie-an-den-klimawandel https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/H/Hitzeschutzplan/ Bundesempfehlung_Musterhitzeschutzplan_Sport_ BMG_Layout_bf.pdf https://www.klima-mensch-gesundheit.de/ hitzeschutz/empfehlungen-bei-hitze/?sword_ list%5B0%5D=sport&no_cache=1

DOSB und GIZ vertiefen Zusammenarbeit Deutscher Olympischer Sportbund

(DOSB) Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH haben eine gemeinsame Absichtserklärung zur Vertiefung ihrer Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit durch Sport unterzeichnet. Ziel der Partnerschaft ist es, den Sport als Instrument für nachhaltige Entwicklung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und internationale Verständigung zu stärken.

Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit haben Auswirkungen auf das Klima

Mit der Vereinbarung bekräftigen beide Organisationen ihr Engagement, durch Sport einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu leisten. „Sport für Entwicklung“ wird im Kontext dieser Erklärung als Instrument und Querschnittsthema mit einer großen Breitenwirkung für persönliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung verstanden. Die Partner verfolgen das Ziel, die Potenziale des Sports in der Entwicklungszusammenarbeit interdisziplinär einzusetzen und den Sport und Sportveranstaltungen zur Präsentation von entwicklungspolitischen Wirkungszusammenhängen zu nutzen. Die Absichtserklärung sieht vor, in den kommenden Jahren insbesondere in folgenden Bereichen zusammenzuarbeiten:

• Gemeinsame Positionierung zu Sport in der Entwicklungszusammenarbeit

• “Sport für Entwicklung“-Aktivitäten in Partnerländern

• Ausrichtung des Fortbildungsformats „International Expert Training“ (IET)

• Internationales Engagement im Kontext einer möglichen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland

Sport als Motor für nachhaltige Entwicklung, internationale Kooperation und Zusammenhalt. Beim Fototermin hielten DOSB-Vorstandsvorsitzender Otto Fricke und GIZ-Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel gemeinsam das Ziel 17 der Agenda 2030 hoch.

Die Unterzeichnung markiert die Fortführung einer strategischen Partnerschaft, die den Beitrag des Sports zu gesellschaftlicher Entwicklung und internationaler Kooperation weiter sichtbar machen soll.

Sport fördert Entwicklung, Frieden und Zusammenhalt und ist weltweit als Motor für nachhaltige Veränderung anerkannt. Auch der DOSB engagiert sich in diesem Rahmen, um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu unterstützen und die Potenziale des Sports für Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Entwicklung sichtbar zu machen.

L Weitere Informationen: https://www.dosb.de/ueber-uns/internationales/sport-fuer-entwicklung/ sport-und-die-ziele-fuer-nachhaltige-entwicklung

Bundesliga wirkt: DFL veröffentlicht Bericht über Nachhaltigkeit im deutschen Profifußball Deutsche Fußball Liga

Bundesliga und 2. Bundesliga sind fest im gesellschaftlichen Leben in Deutschland verankert: 43 Millionen Fußballinteressierte und 2,3 Millionen Mitglieder in den Muttervereinen der 36 Proficlubs machen den Profifußball zu einem wichtigen Akteur im Land, der sich auch mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinandersetzt.

Der erste Report über Nachhaltigkeit im deutschen Profifußball, den die Deutsche Fußball Liga (DFL) jetzt veröffentlicht hat, verdeutlicht substanzielle Weiterentwicklungen in den vergangenen Jahren. So verfügen inzwischen alle 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga über eine Nachhaltigkeitsstrategie und beschäftigen eine Nachhaltigkeitsmanagerin oder einen Nachhaltigkeitsmanager. Zudem veröffentlichen rund 80 Prozent der Clubs einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht, was die Transparenz stärkt.

Über einen Beschluss zur Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien in der Lizenzierungsordnung hat die DFL-Mitgliederversammlung bereits 2022 verdeutlicht, dass die Verantwortung für Ressourcen, Gesellschaft und künftige Generationen als Teil der Managementaufgabe verstanden wird. Im Zuge dessen wurde die Kommission Nachhaltigkeit mit Vertreterinnen und Vertretern von insgesamt zehn Clubs sowie der DFL ins Leben gerufen, die seither dazu beiträgt, den Austausch zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit zu forcieren und den Transformationsprozess gezielt voranzubringen.

Die erste Auflage des Nachhaltigkeitsberichts zeigt: Auch im Bereich Klima und Umwelt sind deutliche Fortschritte zu verzeichnen. 80 Prozent des durch die Clubs bezogenen Stroms stammt heute aus erneuerbaren Quellen und 15 Clubs setzen bereits vollständig auf Ökostrom. Hinzu kommt: Sämtliche Clubs bilanzieren mittlerweile ihre Treibhausgasemissionen und schaffen damit eine verlässliche Grundlage für individuelle Maßnahmen, insbesondere mit Blick auf die An- und Abreise von Fans. Alle Clubs fördern bereits aktiv nachhaltige Mobilität für Fans durch die Planung und Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen.

Im Bereich Anspruchsgruppen und soziale Verantwortung, der seit langem durch individuelle Aktivitäten an vielen Club-Standorten sehr ausgeprägt ist, verfügen alle Clubs über Fanbeauftragte für das Themenfeld Inklusion und Vielfalt. Außerdem bieten alle Clubs preisreduzierte Tickets für ausgewählte Personengruppen, wie beispielsweise Menschen mit Behinderung oder Auszubildende und Studierende, an.

„In den vergangenen Jahren hat sich viel getan: Wir sehen, dass die zunehmende Integration von Nachhaltigkeit in den Profifußball konkrete Fortschritte gebracht hat“, sagt DFL-Geschäftsführer Marc Lenz. „Der erste Nachhaltigkeitsbericht der DFL verdeutlicht: Clubs und Liga übernehmen auf vielfältige Weise gesellschaftliche Verantwortung.“

Neben einem Überblick über die Entwicklungen der vergangenen Jahre enthält der Nachhaltigkeitsreport für jeden Club einen kompakten Überblick, wie das Thema Nachhaltigkeit jeweils auf individuelle Weise mit Leben gefüllt wird. Enthalten ist zudem eine Zusammenstellung von ligaweiten Maßnahmen, mit denen die DFL auf einen ganzheitlichen Ansatz setzt. Dazu gehören unter anderem Programme und Aktionsspieltage gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus sowie für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Insbesondere über die DFL Stiftung werden Programme zur Unterstützung von Bildung und Demokratie sowie zur Förderung von Bewegung bei Kindern und Jugendlichen umgesetzt.

L Der erste DFL-Nachhaltigkeitsbericht „BundesligaWIRKT“ ist ab sofort digital abrufbar: https://report.dfl.de/2425/de/_assets/downloads/ Bundesliga+sustainability_GER_DIGITAL.pdf

L Ein aktueller Überblick über den gesellschaftlichen Einsatz des deutschen Profifußballs ist hier zu finden: bundesliga-wirkt.dfl.de

L Quelle: https://www.dfl.de/de/aktuelles/bundesliga-wirktdfl-veroeffentlicht-ersten-bericht-ueber-nachhaltigkeit-im-deutschen-profifussball/

DAV-Stellungnahme zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz-Entwurf Deutscher Alpenverein

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat eine Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG) veröffentlicht. Der DAV erkennt das Ziel an, Planungs- und Genehmigungsverfahren effizienter zu gestalten. Der vorliegende Entwurf geht jedoch deutlich über eine Verfahrensmodernisierung hinaus und führt an zentralen Stellen zu einer strukturellen Schwächung von Umweltstandards und Beteiligungsrechten.

Als anerkannte Umweltvereinigung nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz und Bergsportverband mit über 1,6 Millionen Mitgliedern setzt sich der DAV für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums sowie der deutschen Mittelgebirge ein.

„Beschleunigung ist legitim – sie darf aber nicht zulasten von Naturschutz, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz erfolgen“, sagte DAV-Vizepräsident Wolfgang Arnoldt. Besonders kritisch bewertet der DAV die geplante Neuregelung des Erörterungstermins im Verwaltungsverfahrensrecht. Künftig könnte eine solche Erörterung nur noch stattfinden, wenn sie aus Sicht der Behörde „erforderlich“ ist. Damit würde ein bislang zentrales Instrument der Transparenz und Konfliktlösung zu einer Ermessensentscheidung.

Der DAV warnt: Die Erörterung ist kein formaler Zwischenschritt, sondern wesentlich für die fachliche Klärung komplexer Sachverhalte, die Transparenz der Abwägung und die Akzeptanz großer Infrastrukturprojekte. Ihr Wegfall würde Verfahren nicht beschleunigen, sondern Konflikte lediglich verlagern.

Der Gesetzentwurf stuft unter anderem Autobahnen, vierspurige Bundesstraßen, Schienenwege und weitere Verkehrsinfrastruktur pauschal als im „überragenden öffentlichen Interesse“ liegend ein. Eine solche generelle Privilegierung ganzer Vorhabenkategorien verschiebt das Abwägungssystem strukturell zulasten von Natur- und Umweltschutz.

Kritisch sieht der DAV auch die vorgesehene Gleichstellung von Ersatzzahlungen mit realen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Bundesnaturschutzrecht.

„Geld ersetzt keine Naturausstattung“, so Wolfgang Arnoldt. Monetäre Leistungen könnten laut Arnoldt ökologische Funktionen nicht orts- und zeitnah wiederherstellen und keine verlorenen Lebensräume kompensieren – insbesondere nicht im Alpenraum, wo

Baumaßnahme im alpinen Naturraum

geeignete Ersatzflächen häufig fehlen. Die Gleichstellung von Ersatzgeld mit realen Maßnahmen schwäche die Steuerungswirkung des Naturschutzrechts. Der Entwurf eröffnet zudem die Möglichkeit, bei bestimmten Energie- und Verkehrsprojekten auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu verzichten. Gerade in sensiblen Räumen – etwa in FFH-Gebieten, Naturschutzgebieten oder alpinen Habitaten – ist eine vollständige Umweltprüfung jedoch zwingend erforderlich.

Für Vorhaben im Alpenraum verweist der DAV auf die völkerrechtlich verbindliche Alpenkonvention sowie auf landesplanerische Schutzinstrumente wie den Bayerischer Alpenplan. Diese Instrumente haben sich seit Jahrzehnten als wirksame Grundlagen für den Schutz naturnaher Berglandschaften bewährt und dürfen durch bundesrechtliche Privilegierungen nicht ausgehöhlt werden.

„Nachhaltige Beschleunigung entsteht durch gute Planung, frühzeitige Beteiligung und rechtssichere Verfahren – nicht durch die Absenkung von Schutzstandards“, sagte DAV-Vizepräsident Wolfgang Arnoldt.

L Stellungnahme des DAV zum InfZuG im Wortlaut: https://www.alpenverein.de/files/dav-stellungnahme-infzug.pdf

L Quelle:

https://www.alpenverein.de/verband/presse/pressemeldungen/infrastruktur-zukunftsgesetz-davwarnt-vor-absenkung-von-umweltstandards-undbeteiligungsrechten

Acht Projekte beim NachhaltigkeitsWettbewerb 2025 ausgezeichnet Landessportverband Baden-Württemberg

Der Wettbewerb Sport und Nachhaltigkeit wurde 2025 zum siebten Mal ausgeschrieben und stand ganz im Zeichen der N!-Charta Sport. Acht Projekte von baden-württembergischen Fachverbänden wurden ausgezeichnet. Der Nordbadische Volleyballverband, der Triathlonverband Baden-Württemberg und der VolleyballLandesverband stehen auf dem obersten Podestplatz.

Die N!-Charta Sport ist eine freiwillige Selbstverpflichtung und ein unkomplizierter Einstieg in ein Nachhaltigkeitsmanagement für Sportvereine und -verbände in Baden-Württemberg. Mit ihren zwölf Leitsätzen aus den Bereichen soziale Belange, Umweltbelange und Vereins-/ Verbandserfolg war sie die thematische Grundlage für die eingereichten Projekte der Sportfachverbände, die mit der Ausschreibung des Wettbewerbs Sport und Nachhaltigkeit angesprochen waren.

Der Wettbewerb prämiert innovative Ansätze. In diesem Jahr lag dabei ein besonderer Fokus auf der Einbindung von Kindern und Jugendlichen. Die Jury, bestehend aus Vertretern des Sports, des Landes und der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg konnte das Preisgeld in Höhe von 86.000 Euro an acht Verbände verteilen. Herausragend bewertet wurden das Bildungsprojekt im Peer-to-Peer-Format des Nordbadischen Volleyball-Verbandes, die Tauschzone 2.0 des Baden-Württembergischen Triathlonverbandes und das Leadher-Projekt des Volleyball-Landesverbandes Württemberg.

Der Präsident des Landessportverbandes Württemberg (LSVBW) Jürgen Scholz, ist begeistert vom Engagement der Fachverbände: „Mit den Projekten zeigen unsere Verbände, wie Nachhaltigkeit im Sport umgesetzt werden kann, welch vielfältige Facetten Berücksichtigung finden und wie Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit in der Vereins- und Verbandslandschaft Hand in Hand gehen“.

Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, zeigt sich angetan: „Es ist toll zu sehen, wie viele Ansatzpunkte es gibt, um das Thema Nachhaltigkeit im Sport zu verankern. Mit jedem dieser Vorhaben zeigen die Verbände auch den Kindern und Jugendlichen: Nachhaltigkeit ist wichtig, Nachhaltigkeit hat viele Gesichter und jeder kann helfen, sie umzusetzen.“

Der Wettbewerb wird im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg aus Mitteln der Glücksspirale.

Die Preisträger im Kurzporträt:

Nordbadischer Volleyballverband (15.000 Euro)

Green-Game-Changer – N!achhaltigkeit spielerisch lernen – Ein Bildungsprojekt im Peer-to-Peer-Format Der Nordbadische Volleyball-Verband (NVV) startet mit der Hochschule Fresenius Heidelberg ein Kooperationsprojekt, das Wissenschaft und Vereinspraxis kreativ verbindet: Studierende entwickeln gemeinsam mit Volleyballvereinen einfache, wirkungsvolle Nachhaltigkeitsideen, die direkt im Vereinsalltag umgesetzt werden – von der Mülltrennung am Spieltag bis zur regionalen Verpflegung und klimafreundlichen Anreise. Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestalten aktiv mit – durch eigene Kampagnen, kreative Medienbeiträge und konkrete Aktionen. Die Hochschule bringt ihr Know-how in Kommunikation und Mediengestaltung ein, begleitet die Umsetzung wissenschaftlich und erstellt einen praxisnahen Leitfaden für nachhaltiges Volleyballspielen.

Baden-Württembergischer Triathlonverband (13.000 Euro)

Tauschzone 2.0 – Nachhaltigkeit im Sport sichtbar machen

Das Konzept „Tauschzone“ wurde als eine der Maßnahmen im Rahmen der N!-Charta Sport-Mitgliedschaft des Triathlonverbandes entwickelt. Ziel ist es, Vereine und Veranstalter bei der Umsetzung ressourcenschonender Maßnahmen zu unterstützen und die nachhaltige Nutzung von Sportartikeln zu fördern. Die Umsetzung der „Tauschzone“ auf einer digitalen Plattform ist Ziel des Antrags. Die Plattform soll umfassende Informationen zur Einrichtung und Organisation von Tauschzonen bieten. Mit einem Tauschzonen-Kit und einem Nachhaltigkeits-Kit für Wettkämpfe werden den Vereinen Materialien zur Umsetzung bereitgestellt. Die „TauschZone“ ist ein wiedererkennbares Format bei Triathlon-Wettkämpfen, bei dem gebrauchte Artikel mit Bezug zu den Triathlon-Disziplinen weitergegeben, getauscht oder verschenkt werden – dies erfolgt auf der Basis einer Spende oder durch „normalen“ Verkauf, wie auf einem Flohmarkt.

Volleyball-Landesverband Württemberg (15.000 Euro)

Leadher – Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Sport

Das Projekt „Leadher“ setzt sich zum Ziel, die Rolle von Frauen im Ehrenamt und in Führungspositionen zu stärken, Vorbilder sichtbar zu machen, sie zu befähigen, ihre Kompetenzen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen, um so Entscheidungsprozesse des Verbandes zu verbessern und die nachhaltige Verbands- und Vereinsentwicklung zu fördern. Durch eine Sensibilisierungskampagne, Netzwerkveranstaltungen, eine Vortragsreihe mit Mentoring sowie die Einbindung Jugendlicher stärkt der VLW die Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen im Ehrenamt und fördert frühzeitig den Nachwuchs. Das Projekt zeigt, dass Gleichstellung und Vielfalt nicht nur zentrale Werte, sondern auch wesentliche Treiber für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gestaltung des Sports und der Gesellschaft sind.

Badischer Leichtathletikverband (12.500 Euro) KILANA Feriencamps

Mit dem KILANA- (Kinderleichtathletik und Nachhaltigkeit) Projekt sollen Feriencamps entwickelt werden, um Kinderleichtathletik und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu verbinden – gerade auch im Hinblick auf das Recht auf Ganztag. KILANA bietet eine verlässliche und pädagogisch fundierte Ferienwoche mit sportlichem Schwerpunkt, eingebettet in eine alltagsnahe, werteorientierte Lernumgebung. Im Zentrum steht die Verbindung von Bewegung, Naturerfahrung, sozialem Lernen und nachhaltigem Denken. Ziel ist es Kinder zu ermutigen, sich selbst als wirksam zu erleben – im Umgang mit dem eigenen Körper wie auch

mit ihrer Umwelt. Das Camp soll in Kooperationen mit Kommunen sowie idealerweise einer Grundschule und einem Leichtathletikverein vor Ort stattfinden.

Badischer Turner-Bund (11.500 Euro) Nachhaltigkeit beim Landesturnfest 2026 – Ein ganzheitlicher Ansatz Mit dem Landesturnfest 2026 in Konstanz mit mehr als 12.000 Teilnehmenden soll gezeigt werden, wie Großveranstaltungen als Motor für nachhaltige Entwicklung wirken können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einem Awareness-Konzept, das gezielt Strukturen für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und inklusives Miteinander schafft. Es sensibilisiert für gesellschaftliche Verantwortung, fördert Beteiligung und vermittelt zentrale Werte wie Achtsamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme. Sichtbare Anlaufstellen, Schulungen und klare Kommunikationsmaßnahmen sorgen für ein sicheres Umfeld für alle Beteiligten – von Teilnehmenden über Ehrenamtliche bis hin zu Besucherinnen und Besuchern.

Baden-Württembergischer Golfverband (7.500 Euro) Wildbienenhotels im Golfsport – Nachhaltigkeit erleben mit Kindern und Jugendlichen Mit dem Projektantrag soll ein niederschwelliges, kreatives Mitmachangebot für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, das Umweltbildung, Artenschutz und Teamarbeit verbindet – ganz im Sinne des grünen Klassenzimmers. Die Teilnehmenden bauen in moderierten Workshops zusammen mit lokalen Akteuren des NABU Wildbienenhotels sowohl für Zuhause als auch in größerer Variante für den Golfplatz. Sie lernen dabei spielerisch ökologische Zusammenhänge kennen. Die Workshops kombinieren handwerkliches Tun mit fachlichem Input – auf Augenhöhe und altersgerecht vermittelt. Die Umsetzung erfolgt flexibel: in Feriencamps, Jugendtagen, Projekttagen oder als offene Angebote im Club.

Württembergischer Radsportverband (7.500 Euro)

Fachgerechte Entsorgung von sportbezogenen Plastikmüll und Sondermüll bei Radrennsport-Großveranstaltungen Bei mehrstündigen Radrennsportveranstaltungen ist eine gezielte Ernährung notwendig. Dabei kommen sogenannte Sport-Gels und Sport-Riegel zum Einsatz. Die Umverpackungen landen aufgrund der Geschwindigkeit der Radfahrer in der Regel entlang der Strecke und nicht in Müllbehältern. Ziele des Konzeptes der fachgerechten Entsorgung sind sowohl die Kommunikation im Rahmen von Radrennen und die Sensibilisierung der Teilnehmenden als auch die Kanalisierung des Mülls sowie die fachgerechte Entsorgung der chipversehenen Startnummern. Bestehende Müllkonzepte werden berücksichtigt und auf die entsprechenden Gegebenheiten (z.B. lange Strecken, Geschwindigkeit) angepasst.

Schachverband Württemberg (4.000 Euro)

C Trainer – Damen only

Der Schachsport ist in Baden-Württemberg (und deutschlandweit) durch einen äußerst niedrigen Frauenanteil gekennzeichnet, der sich in den Trainer- und Funktionärsebenen noch weiter verschärft. Das Projekt „C Trainer – Damen Only“ ist ein innovativer Lehrgang zur C Trainer-Lizenz im Schachsport, der sich exklusiv an junge Eltern richtet. Ziel ist die signifikante Steigerung des Frauenanteils in Trainer- und Ehrenämtern im Schach, um weibliche Vorbilder zu schaffen und den Mädchen- und Frauenschachbereich nachhaltig zu stärken. Kerninnovation ist eine kostenfreie, professionelle Kinderbetreuung während der gesamten Ausbildungsdauer, um eine der größten Barrieren für Mütter beim Erwerb einer Lizenz zu beseitigen.

L Mehr zur N!-Charta Sport als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg unter: https://www.nachhaltigkeitsstrategie.de/gesellschaft/vereine-und-organisationen/n-charta-sport

L Quelle:

https://www.lsvbw.de/wettbewerb-sport-nachhaltigkeit-preistraeger-2025/

Olympischen Sportstätten und Dörfer sind langfristiges Vermächtnis

Internationales Olympisches Komitee

(DOSB) 86 Prozent aller permanenten olympischen Sportstätten und Dörfer seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 werden bis heute noch genutzt. Das ergab die aktualisierte Studie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die den Status der Sportstätten und Dörfer untersucht hat. Erstmals war die Erhebung im Jahr 2022 veröffentlicht worden – nun sind die Olympischen Spiele Tokio 2020 und Peking 2022 hinzugekommen. Schaut man auf die im 21. Jahrhundert genutzten olympischen Sportstätten und Dörfer steigt die Prozentzahl sogar auf 94 Prozent.

Die aktualisierte Studie trägt den Titel „Über 125 Jahre olympische Sportstätten und Dörfer: Nutzung nach den Spielen“ und war bei einem Forum zum Thema Olympische Vermächtnisse in Pyeongchang, Südkorea, vorgestellt worden. Untersucht wurden 982 olympische Sportstätten, in denen Medaillenwettbewerbe, Eröffnungs- und Abschlussfeiern bei 53 Olympischen Spielen von Athen 1896 bis Peking 2022 stattfanden. Auch Olympische Dörfer, in denen die Athletinnen und Athleten während der Spiele gelebt haben, sind einbezogen worden.

Die Nutzung der olympischen Sportstätten und Dörfer ist vielseitig und reicht von sportlichen Aktivitäten wie Training und Wettkampf bis hin zu nicht-sportlicher Nutzung für Kultur, Freizeit, Gemeinschaft und Wirtschaft.

„Wir können mit Stolz bestätigen, dass 86 Prozent der olympischen Sportstätten und Dörfer auch heute noch genutzt werden. Dies ist ein klarer Beweis für das langfristige Vermächtnis der Olympischen Spiele”, sagte Christophe Dubi, der IOC-Exekutivdirektor für die Olympischen Spiele. „Die Ergebnisse sprechen für sich: Die jüngsten Spiele haben ein stärkeres und nachhaltigeres Vermächtnis für die Gastgeberstädte und ihre Bewohner geschaffen. Wir hoffen, dass jede neue Ausgabe der Spiele darauf aufbauen wird.“

Marie Sallois, IOC-Direktorin für Nachhaltigkeit, erklärte: „Indem wir die Nutzung ehemaliger olympischer Sportstätten und Dörfer untersucht haben, konnten wir auch Strategien identifizieren, die ihren langfristigen Wert maximieren“, sagte Sallois. „Durch eine ganzjährige, vielseitige Nutzung werden die Anlagen fit und relevant gehalten. Indem sie bestehenden oder temporären Sportstätten Vorrang einräumen und nur dann neu bauen, wenn ein klarer, langfristiger Bedarf besteht, können Gastgeberstädte die Olympischen Spiele mit ihren Entwicklungszielen in Einklang bringen.“

Ein Fokus der aktualisierten Studie waren die Olympischen Spiele Tokio 2020 und die Olympischen Winterspiele Peking 2022. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

• Alle 33 permanenten Sportstätten sowie das Olympische Dorf von Tokio 2020 werden weiterhin genutzt, darunter fünf Sportstätten der Spiele von 1964 wie das Yoyogi-Nationalstadion (eine Sporthalle) und das Reit-Stadion. Jede Sportstätte hat einen Betreiber sowie einen Nachnutzungsplan und beherbergt Veranstaltungen für Breiten- und Spitzensport, von Fitness- und Schnupperkursen bis hin zu internationalen Wettkämpfen.

• Alle 16 permanenten Sportstätten der Olympischen Winterspiele Peking 2022 – darunter zwölf Wettkampfstätten, von denen vier ursprünglich für die Olympischen Spiele Peking 2008 gebaut und später

für Eissportarten umfunktioniert wurden – sind weiterhin in Betrieb. Sie sind vielseitig nutzbar und das ganze Jahr über aktiv und beherbergen sportliche, kulturelle und Freizeitaktivitäten, unterstützen Spitzensportler und werden von lokalen Gemeinschaften genutzt.

Weitere wichtige Ergebnisse mit Blick auf den Gesamtzeitraum 1896 bis 2022:

• 87 Prozent der komplexen Stätten (Olympiastadien, Olympische Dörfer, Schwimmbäder, Radstadien, Skisprungschanzen, Rodelbahnen und Eishockey-Arenen) werden weiterhin genutzt.

• Permanente Sportstätten sowie Olympische Dörfer, egal ob sie neu gebaut worden sind oder bereits vorhanden waren, werden in ähnlichem Umfang weiter genutzt.

• Der Anteil temporärer Sportstätten hat im 21. Jahrhundert zugenommen. So wird der Bau permanenter Strukturen vermieden, wenn es keinen langfristigen Bedarf gibt.

Im Einklang mit der Olympischen Agenda des IOC passen sich die Olympischen Spiele an die Gastgeberregionen und deren langfristige Entwicklungspläne an. Sie können helfen, diese zu beschleunigen. Gleichzeitig wird die Umweltbelastung minimiert wird.

Paris 2024 nutzte zu 95 Prozent bestehende oder temporäre Sportstätten, wodurch die Organisatoren ihren CO2-Fußabdruck im Vergleich zum Durchschnitt von London 2012 und Rio 2016 um die Hälfte reduzieren konnten.

Bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 werden die Wettkämpfe auf bestehende Standorte verteilt, wodurch Neubauten auf ein Minimum reduziert werden konnten. Gleichzeitig baut man so auf Italiens Erfahrung mit der Ausrichtung von WeltklasseSportveranstaltungen auf.

Los Angeles 2028 wird die Spiele ohne den Bau einer einzigen neuen permanenten Sportstätte ausrichten und dabei einen Ansatz der „radikalen Wiederverwendung“ verfolgen, der Effizienz und Nachhaltigkeit maximiert.

L Weitere Informationen:

https://stillmed.olympics.com/media/Documents/ Olympic-Games/Olympic-legacy/Full-report-venues-post-games-use.pdf

L Quelle:

https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/86-prozent-aller-permanenten-olympischen-sportstaetten-werden-bis-heute-genutzt

EU Green Sport Manifesto unterzeichnet

Deutscher Golf Verband

Der Deutsche Golf Verband (DGV) ist einer der ersten Sportverbände, der das „EU Green Sport Manifesto“ unterzeichnet hat. Mit diesem Schritt bekennt sich der DGV auch im internationalen Kontext klar zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz und verantwortungsvollem Handeln im Sport. Das Manifest ist eine Initiative der Europäischen Kommission und vereint Sportorganisationen in ganz Europa unter einem gemeinsamen Rahmen für ökologisch nachhaltige Entwicklung.

Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich der DGV zu fünf zentralen Handlungsfeldern:

• Etablierung klarer Governance-Strukturen für Nachhaltigkeit,

• Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie,

• regelmäßigen Messung und Berichterstattung von Fortschritten,

• Förderung von Kooperation und Wissensaustausch im Sport sowie

• Entwicklung und Nutzung praxisnaher Nachhaltigkeitsinstrumente.

Der DGV unterstreicht mit diesem Schritt seine Vorreiterrolle im organisierten Sport. Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren ein integraler Bestandteil der Verbandsarbeit – unter anderem durch Projekte zur Förderung der Biodiversität, den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen auf Golfanlagen sowie durch Beratung, Wissenstransfer und Leitfäden für Golfclubs und Landesgolfverbände.

„Mit der Unterzeichnung des „EU Green Sport Manifesto“ übernehmen wir bewusst Verantwortung und setzen ein klares Zeichen über den Golfsport hinaus“, sagt Alexander Klose, Vorstand Services, Recht und Kommunikation im DGV. „Als einer der ersten Sportverbände, der diesen Schritt geht, wollen wir zeigen, dass Nachhaltigkeit und Sport untrennbar zusammengehören. Der Golfsport verfügt über besondere Voraussetzungen – große Flächen, fachliche Kompetenz und eine enge Verbindung zur Natur -, um konkrete und messbare Beiträge für Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.“

Auch auf europäischer Ebene setzt der Golfsport ein klares Zeichen: Die European Golf Association (EGA) hat das „EU Green Sport Manifesto“ ebenfalls unterzeichnet und bekennt sich damit zu gemeinsamen Nachhaltigkeitsstandards im europäischen Sport.

Das EU Green Sport Manifesto versteht sich als Plattform für Zusammenarbeit und Austausch innerhalb des europäischen Sports. Der DGV bringt sich aktiv in diesen Prozess ein und unterstützt die Weiterentwicklung

gemeinsamer Standards, Datenmodelle und praxisnaher Instrumente, etwa im Bereich nachhaltiges Flächen- und Rasenmanagement.

L Quelle:

https://www.golf.de/news/dgv-news/artikel/dgvunterzeichnet-eu-green-sport-manifesto.html

Bundesnaturschutzgesetz:

Nach 50 Jahren aufs Abstellgleis?

Deutscher Naturschutzring

Zum Abschluss des 38. Deutschen Naturschutztags (DNT) in Berlin haben Teilnehmende der Veranstaltung in einem Appell an die Politik in Bund und Ländern gefordert, die bewährten Instrumente und Standards des Naturschutzes beizubehalten und deren Umsetzung wirksam zu verbessern. Aktuell geraten die Belange des Naturschutzes zusehends in die Defensive, in zahlreichen Gesetzesvorhaben werden wichtige rote Linien überschritten.

Der Appell verdeutlicht, dass ausgerechnet im fünfzigsten Jahr des Bundesnaturschutzgesetzes dessen wesentliches Kernelement – die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung – ihrer Wirksamkeit beraubt wird und die überbordende Ausweitung des „überragenden öffentlichen Interesses“ auf Infrastrukturvorhaben das Gewicht der Naturschutzbelange in der Abwägung schwächt.

Zudem sollen Klagerechte von Naturschutzverbänden eingeschränkt und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger*innen und Verbände durch zahlreiche Beschleunigungsregelungen reduziert werden. Konstruktive Beschleunigungsmöglichkeiten wie eine adäquate Ausstattung von Behörden oder die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung werden demgegenüber nicht genutzt. Die Unterzeichnenden des Appells stellen sich gegen die substanzielle Schwächung des Naturschutzes und rufen zu einem wirkungsvollen Gegensteuern auf.

L Der Appell wurde im Rahmen eines Fachforums erarbeitet; Download unter: https://www.dnr.de/sites/default/files/202603/2026-03-Appell-DNT-2026.pdf

L Quelle: https://www.dnr.de/presse/pressemitteilungen/ bundesnaturschutzgesetz-nach-50-jahren-aufsabstellgleis-appell-von

SP RT IN NATUR UND LANDSCHAFT

In dieser Rubrik werden Beiträge zum Sport in Naturund Landschaftsräumen zusammengeführt. Thematisiert werden Fragen der des Naturschutzes, des Erhalts der biologischen Vielfalt sowie Ansätze für eine naturund landschaftsverträgliche Ausgestaltung sportlicher Aktivitäten – auch im Wald.

Naturschutztag 2026: Sport setzt auf Dialog und Impulse Deutscher Olympischer Sportbund

(DOSB) Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich im März 2026 beim 38. Deutschen Naturschutztag (DNT) in Berlin unter dem Motto „Natur –Mensch – Zukunft“ aktiv in den fachlichen Austausch eingebracht.

Gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein und dem Landessportbund Berlin war der DOSB mit dem Stand „Sport schützt Umwelt“ vertreten. Im Mittelpunkt standen Naturschutzprojekte im und mit dem Sport, Klimaschutzziele und -maßnahmen sowie die Beiträge des Sports zu nachhaltigem Handeln von Sportvereinen. Der Besuch von Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, unterstrich die Rolle des Sports als relevanten Akteur im Naturschutzdialog.

Inhaltlich setzte der Deutsche Naturschutztag 2026 Schwerpunkte unter anderem auf die Zukunftsfähigkeit bestehender Instrumente und Strategien des

Naturschutzes, gesellschaftliche Mehrwerte von Natur, Fragen des Stadtnaturschutzes sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Diese Themen sind eng mit den Interessen und Wirkungsfeldern des Sports verknüpft – insbesondere dort, wo Sport im urbanen Raum stattfindet.

Deshalb war auch der Sport im Fachprogramm vertreten: Karsten Dufft (DOSB) brachte in das Modul „Gesellschaftlicher Mehrwert / Gesundheit und Lebensqualität durch Stadtnatur“ einen Impuls unter dem Titel „Grün bewegt – Sport aktiv für Stadtnatur“ ein. Er machte deutlich, dass Sport und Stadtnatur, richtig geplant und gemeinsam gedacht, sich gegenseitig stärken können, um Gesundheit, Lebensqualität, Biodiversität und urbane Resilienz zu fördern.

Darüber hinaus gestalteten Karsten Dufft und David Kozlowski vom Landessportbund Berlin eine Fachexkursion der Naturschutzstiftung Berlin mit. Im Rahmen der DNT Exkursion „Grunewald – Naturschutz im Spannungsfeld zwischen Moor, Wald und Großstadt“ stellten sie gemeinsam Herausforderungen und Potenziale von Naturschutz und Natursport praxisnah vor.

Der Deutsche Naturschutztag hat damit erneut gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Dialog zwischen Sport, Naturschutz, Wissenschaft und Politik für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Sporträumen und einen gesellschaftlich getragenen Naturschutz ist.

L Quelle: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/ naturschutztag-2026-sport-setzt-auf-dialog-undimpulse

Klettern und Naturschutz – Verantwortung für Fels, Natur und Lebensqualität Deutscher Alpenverein

Der Deutscher Alpenverein (DAV) ist mit über 1,6 Millionen Mitgliedern einer der größten Naturschutzverbände Deutschlands. Natur- und Klimaschutz sind satzungsgemäße Kernaufgaben. Ziel ist es, Bergsport naturverträglich zu gestalten und zugleich Lebensqualität durch Bewegung in der Natur zu fördern – verantwortungsvoll,

v. l. n. r.: Karsten Dufft (DOSB), Sabine Riewenherm (BfN), David Kozlowski (LSB Berlin), Nicolas Gareis, Roxanne Roth, Steffen Reich (alle DAV)

sozial ausgewogen und zukunftsfähig. Im Bereich Klettern hat der DAV früh eine bundesweit anerkannte Betreuungsstruktur aufgebaut. Herzstück sind ehrenamtliche Felsbetreuer*innen, die in enger Abstimmung mit Behörden, Grundeigentümer*innen und Naturschutzverbänden arbeiten. Sie koordinieren Zugangsregelungen, informieren über sensible Bereiche und begleiten Maßnahmen vor Ort. Dabei werden explizit auch andere Klettervereine wie zum Beispiel IG Klettern, Naturfreunde oder die Pfälzer Kletterer einbezogen. Grundlage des naturverträglichen Klettersports sind differenzierte Kletterkonzeptionen mit Zonierungen, saisonalen Sperrungen – etwa zum Schutz von Felsbrütern (wie Uhu und Wanderfalke) –und einer klaren Beschilderung. Rechtlich bewegen sich diese Maßnahmen im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes, der jeweiligen Landesnaturschutzgesetze sowie gebietsbezogener Schutzverordnungen, wie beispielsweise Natura- 2000- oder Landschaftsschutzgebiete. Ziel ist stets Kooperation statt Konfrontation. Diese Maßnahmen tragen maßgeblich dazu bei, Konflikte zu entschärfen und Planungssicherheit für Sport und Naturschutz zu schaffen. Rund 300 saisonale Sperrungen während der Brutzeit sind bundesweit etabliert, und akzeptiert, weil sie transparent kommuniziert und fachlich begründet sind. Damit werden gleichzeitig Biodiversität und Attraktivität naturnaher Bewegungsräume erhalten – ein zentraler Beitrag des Sports zur Umweltgerechtigkeit. Aktuelle Herausforderungen verschärfen jedoch den Handlungsdruck: steigende Nutzerzahlen, Digitalisierung, Klimawandel sowie Flächennutzungskonflikte. Gleichzeitig wächst der Anspruch, Nachhaltigkeit umfassender zu denken –ökologisch, sozial und ökonomisch. Der DAV entwickelt seine Ansätze daher weiter. Neben klassischem Artenschutz rücken klimaresiliente Infrastruktur, nachhaltige Mobilität zu Klettergebieten und naturverträgliche Sanierungen in den Fokus. In Kletterhallen werden Energieeffizienz, Photovoltaik und sozial verträgliche Eintrittsmodelle diskutiert. Veranstaltungen sollen möglichst klimaverträglich organisiert werden. Zudem investiert der Verband in Umweltbildung: Ausbildungsmodule zu Naturschutz, digitale Informationsangebote und Dialogformate stärken die Eigenverantwortung der Aktiven. In der Zukunft werden Kletterkonzeptionen weiterentwickelt, Naturschutz- und Klimaschutzstrategien stärker verzahnt und weitere Ehrenamtliche

qualifiziert. Dabei ist es genauso wichtig, Erreichtes zu sichern: Bewährte Lenkungsinstrumente müssen gepflegt, wissenschaftlich begleitet und transparent kommuniziert werden – gegenüber Politik, Öffentlichkeit und der eigenen Community. Nur so bleibt eine breite Akzeptanz erhalten. Gleichzeitig sollten noch bestehende Sperrungen fachlich auf mögliche Kompromisslösungen überprüft werden. Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich in seiner DAV-Sektion als Felsbetreuer*in engagieren, bei Pflegeeinsätzen helfen oder Umweltbildungsangebote unterstützen.

Aktuelle Informationen zu Zugangsregelungen und Sperrungen bietet die digitale Plattform „DAV-Felsinfo“ (alpenverein.de/thema/felsinfo). Sie bündelt gebietsgenaue Hinweise und ist ein zentrales Instrument, um Sperrungen zu kommunizieren. Das Klettern am Fels steht exemplarisch für die Rolle des Sports, wenn es um Fragen hinsichtlich Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit geht: Natur ist Bewegungsraum, Erholungsort und schützenswertes Gut zugleich. Der DAV zeigt, wie organisierter Sport Verantwortung übernehmen und nachhaltige Entwicklung aktiv gestalten kann.

L Weitere Informationen zur Kampagne „Natürlich klettern“: https://www.alpenverein.de/verband/naturund-klima/naturvertraeglicher-bergsport/ natuerlich-klettern

Sportverein und Naturschutzverein gewinnen als Team Ideenwettbewerb

BioFrankfurt

Der Frankfurter Stadtteil Bonames blüht! Diese Vision begeisterte auch die Expert*innenjury – und kürte die gleichnamige Projektidee zum Gewinner des Ideenwettbewerbs Biodiversität Frankfurt 2025/26. Das Vorhaben verbindet Sport, Vielfalt und Natur: Zukünftig wollen der Sportverein TSV Bonames e. V. und der Naturschutzverein Bonames e. V. zusammenarbeiten und Grünflächen naturnah umgestalten: Durch Pflanzaktionen, den Bau von Insekten- und Vogelhabitaten und die Einrichtung eines „Sport- & Natur-Pfads“ sollen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie Bewegungsräume für Menschen entstehen. Gemeinsam mit Schulen, Kitas und Anwohner*innen werden Flächen bepflanzt, gepflegt und als Lernorte genutzt. Für die Umsetzung der Projektidee erhielten die beiden Vereine ein Preisgeld von 15.000 Euro.

Der Ideenwettbewerb Biodiversität Frankfurt zeichnet zum zweiten Mal innovative Projekte aus der Stadtgesellschaft aus, die die urbane Biodiversität stärken. Der Wettbewerb ist eine gemeinsame Initiative von BioFrankfurt e. V., dem Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie der Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Insgesamt wurden Preisgelder Preisgeldern der Stiftung der Frankfurter Sparkasse in Höhe von 30.000 Euro vergeben.

Im Verein BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität e. V. setzen sich führende Einrichtungen aus dem Rhein-Mail-Gebiet aus den Bereichen Forschung, Bildung, Zivilgesellschaft und Naturschutz – darunter auch der DOSB – gemeinsam für die Erhaltung und eine nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt ein und stärken gleichzeitig das öffentliche Bewusstsein für ihre Bedeutung.

Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Quelle:

https://biofrankfurt.de/wp-content/uploads/2026/03/Pressemitteilung-IdeenwettbewerbBiodiversitaet_Preisverleihung-27032026.pdf

L Mehr unter: https://www.ideen-biodiversitaet-frankfurt.de/ und https://biofrankfurt.de/

Citizen Science – Wie aus Golfern Wildbienen-Experten werden Deutscher Golfverband

Im Rahmen des bundesweiten Forschungs- und Aufwertungsprojektes GolfBiodivers haben Golfer*innen aus zwölf Clubs gemeinsam mit der Albert-LudwigsUniversität Freiburg erstmals ein Citizen-Science-Monitoring zu Wildbienen auf Golfanlagen umgesetzt. Ziel des einjährigen Einsatzes war es, Daten zum Vorkommen und zur Entwicklung von Wildbienen und

Wespen zu erheben und zugleich das Bewusstsein für Biodiversität im Golf zu stärken. Was passiert eigentlich, wenn man Golfer*innen für eine Saison damit beauftragt, sich auf dem Golfplatz ihres Clubs um Nisthilfen für Wildbienen zu kümmern? Wie verändert sich das Engagement von Golfer*innen, wenn sie eine Saison lang regelmäßig Nisthilfen öffnen, Wildbienennester per App bestimmen und ihre Beobachtungen sorgfältig dokumentieren? Wächst dadurch ihr Interesse am Thema „Biodiversität auf dem Golfplatz“? Fragen, die zahlreiche Golfer*innen aus zwölf deutschen Clubs jetzt beantworten können. Sie haben an einem sogenannten Citizen-Science-Projekt teilgenommen, das von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt wurde. „Es war manchmal schon aufwändig“, resümiert Oliver Brambrink, der im Golf- und Landclub Coesfeld als Greenkeeper in das Projekt eingebunden war, das im Rahmen des bundesweiten Forschungs- und Aufwertungsprojekt GolfBiodivers stattgefunden hat.

Teil von GolfBiodivers ist auch eine gezielte Beobachtung von Wildbienen. Mehr als 50 Prozent aller Wildbienenarten in Deutschland stehen auf der bundesweiten Roten Liste der bedrohten Arten. An der Universität Freiburg leitet die Doktorandin Anna Klopstock deshalb einen Forschungsschwerpunkt von GolfBiodivers, der sich mit der Frage auseinandersetzt, wie sich Aufwertungsmaßnahmen auf Golfanlagen positiv auf das Wildbienen- oder Wespenvorkommen auswirken. Ein zentrales Element dabei ist Citizen Science, also die Beteiligung von Freiwilligen, die nicht aus dem wissenschaftlichen Betrieb kommen. In diesem Fall wurden Golfer*innen, Angestellte des Golfclubs und auch externe Interessierte in die Forschung eingebunden, indem sie eine Patenschaft für Nisthilfen übernahmen. Mithilfe der App iDLogics wurden seit April bei den teilnehmenden Golfanlagen die relevanten Fotos und Daten hochgeladen, die anschließend von Anna Klopstock an der Universität Freiburg ausgewertet werden. Ein Prozess, der derzeit noch nicht abgeschlossen ist. Die freiwilligen Helfer allerdings haben ihre Aufgaben beendet. Wer mit den Beteiligten spricht, erkennt: Das Engagement für die Insekten hat ihr Interesse für das Thema Biodiversität noch vertieft. Klaus Schneiderhahn, pensionierter Biologielehrer vom GC Bad Waldsee, war mit viel Vorwissen in seine Aufgabe gestartet. „Trotzdem habe ich noch einmal viel dazugelernt“, resümiert er rückblickend. „Dass auf den Blühwiesen derzeit noch nicht so viele Bienen sind, hat mich überrascht“, lautet seine Bilanz. Gerade mit Blick auf seine Golf-Kollegen in Bad Waldsee hat er es sich nun zum Ziel gesetzt, seine aktuellen Informationen auch direkt an sie weiterzugeben. In die verstärkte Kommunikation wollen auch Verena Denning und Verena Ettig-Röhrl in den nächsten Monaten gehen. „Die Tatsache, dass Golfanlagen als Trittsteinbiotope enorm viel leisten, konnten wir schon in einem großen Pressebericht

Vertreter *innen der TSV Bonames e. V. und des Naturschutzvereins
Bonames e. V. gemeinsam mit Mitgliedern der Expert *innenjury

zeigen“, erklärt die Schriftführerin des GC Hochstatt. Aber Ettig-Röhrl hat nicht nur bei den Medien der Umgebung, sondern auch in der eigenen Mitgliedschaft, „viel Interesse für das Thema Artenvielfalt verspürt, das wir eigentlich nur aktivieren müssen“. Ein großes neues Wildbienenhaus trägt dazu bei, auf Dauer das Engagement der Golfer für die Förderung der Insekten zu erhalten.

Oliver Brambrink, der vor seiner Greenkeeper-Tätigkeit als Gärtner tätig war, hofft darauf, dass im Golf- und Landclub Coesfeld das Interesse an der Förderung der Wildbienen erhalten bleibt. Er stellt aber auch fest, „dass das in Golfclubs ja meistens sehr stark davon abhängt, ob das jeweilige Präsidium Interesse an der Thematik hat“. Um die Konstanz der Förderung der Biodiversität auf Anlagen zu unterstützen, wäre eine kontinuierliche Betreuung des Themas über die ehrenamtliche Vorstandstätigkeit hinweg wünschenswert.

Für Anna Klopstock von der Universität Freiburg war das Citizen-Science-Projekt zwar sehr zeitaufwändig, gleichzeitig aber auch sehr befriedigend. „Das Engagement der Golfer und Golferinnen war enorm“, berichtet sie. Deren Wissen zum Thema Wildbienen wurde zuerst in einem Workshop auf ein deutlich höheres Niveau gebracht. Dann lernten die Teilnehmer*innen konstant durch die Betreuung der Nistkästen dazu. Mit der praktischen Arbeit wuchs auch die Neugier. So manche*r kann inzwischen auf Anhieb ein paar bedrohte Wildbienenarten nennen, die in den Nisthilfen vorkamen. „Die Akzeptanz des Projektes war insgesamt sehr hoch“, lautet das Fazit der Wissenschaftlerin, die auch mit den Monitoring-Resultaten aus den Nistkästen sehr zufrieden war. „Dass die Blattlaus-Wespe in diesem Jahr so häufig vertreten war, hat mich wirklich überrascht“,

sagt sie. „Letztes Jahr und auch 2023 konnten wir sie nur vereinzelt feststellen.“ Dies, so ihre Mutmaßung, könne auch daran liegen, dass auf den Golfanlagen inzwischen mehr Totholzhaufen angelegt worden seien. „Die fördern eben die Wespe.“

Eine erste Tendenz des Monitorings ist schon erkennbar gewesen: „Es sind auf jeden Fall mehr Brutzellen in den Nistkästen gebaut worden als in den Jahren davor und es sind auch teilweise mehr Arten erkennbar“, sagte Klopstock, die genaue Zahlen erst nach der wissenschaftlichen Auswertung der Studie vorlegen wird. Die Motivation der Teilnehmer ist, so merkte man im Gespräch, ungebremst. Die Nisthilfen für die Wildbienen bleiben den Golfclubs erhalten. Je besser und artenreicher ihre Flächen jenseits von Fairways und Grüns gestaltet sind, desto reger wird auch der Betrieb in den Nisthilfen werden. Die Teilnehmer*innen des CitizenScience-Projektes werden all‘ das weiterhin interessiert verfolgen. Aus Golfer*innen ohne großes Wissen beim Thema Wildbienen sind in gewisser Weise WildbienenExperten geworden und damit Kommunikatoren auf ihrer Golfanlage. Das Thema Biodiversität ist bei ihnen also in besten Händen.

Das Projekt GolfBiodivers wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

L Weiterführende Informationen zum Forschungsund Aufwertungsprojekt „GolfBiodivers“ sind über das DGV-Serviceportal zu finden: Hintergrundinformationen: https://serviceportal.dgv-intranet.de/umwelt-platzpflege/umweltmanagement/golf-biodivers/allgemeine-informationen-zum-p.cfm

News GolfBiodivers: https://serviceportal.dgv-intranet.de/umwelt-platzpflege/umweltmanagement/ golf-biodivers/news-golfbiodivers.cfm Universität Freiburg: https://uni-freiburg.de/unrnature/golfbiodivers/

L Ansprechpartner: Jörg Vowinckel-Ewald – Projektmanager GolfBiodivers des Deutschen Golf Verbandes e. V. und Anna Klopstock, Doktorandin an der Albrecht-Ludwig-Universität Freiburg.

L Presseinformationen und Bildmaterial dauerhaft abrufbar unter https://serviceportal.dgv-intranet. de/mediacenter/presseinformationen/pressemitteilungen/i32894_1.cfm

Trapnest mit verschieden großen Öffnungen für unterschiedliche Wildbienenarten

Startschuss für mehr Artenschutz

Baden-Württembergischer Golfverband

(dosb umwelt) Lebensraum Golfplatz –Wir fördern Artenvielfalt, so lautet das Pilotprojekt baden-württembergischer Golfanlagen, des Baden-Württembergischen Golfverbandes (BWGV) und des Deutschen Golf Verbandes (DGV), das vom Umweltministerium Baden-Württemberg als weiterem Projektpartner unterstützt wird. Ziel des zunächst auf zwei Jahre angelegten Projektes ist es, die vorhandenen Biodiversitätsflächen auf baden-württembergischen Golfanlagen quantitativ und qualitativ auszubauen.

Auftakt dazu war das 1. Umweltsymposium des BWGV am 22. November 2025 in Ludwigsburg unweit des Golfclubs Schloss Monrepos. Mehr als 100 Vertreter von Golfanlagen aus dem ganzen Bundesgebiet verfolgten die Vorträge von Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Umweltministerium Baden-Württemberg, von Thomas Graner, dem stellvertretenden Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz sowie von Martin Klatt vom NABU Baden-Württemberg, der die Chancen eines derartigen Vorhabens am Beispiel von „Natur nah dran“, einem Projekt, das biologische Vielfalt in badenwürttembergischen Kommunen fördert, eindrucksvoll aufzeigte.

Mit seinem wissenschaftlichen „Blick über den Fairwayrand“ hinaus, zog Prof. Dr. Martin Elsäßer, Fachbereichsleiter beim Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg, die Zuhörer in seinen Bann. Eine 2019 durchgeführte Untersuchung von 15 Golfanlagen – gefördert im Rahmen eines Sonderprogramms durch das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz – brachte Bemerkenswertes zu Tage. Da Wiesenflächen besonders artenreich sind, lassen sich in den Roughflächen von Golfanlagen – abhängig von deren Pflege – bis zu 100 verschiedene Pflanzenarten finden. Es wurden 33 Arten gefunden, die auf der Vorwarnliste stehen, 21 gefährdete und weitere 4 stark gefährdete wie die „Traupen-Trespe“ im GC Domäne Niederreutin. Artenreichste der untersuchten Golfanlagen war die in St. Leon-Rot mit 105, gefolgt vom Golfclub Rickenbach mit 94 und dem Waldsee Golfresort mit 92.

Was das Pilotprojekt „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt“ im Einzelnen genau beinhaltet und wie es die Golfanlagen umsetzen können, darüber informierten Marc-Frederik Elsäßer (Leiter Golfanlagen Hofkammer) und Marc Biber (Teamleiter Umwelt & Platzpflege beim DGV). Im Zentrum stehen dabei Maßnahmen aus den Bereichen Insekten- und Vogelschutz, die Schaffung von Lebensräumen wie etwa Totholzhaufen sowie Maßnahmen zur Förderung der Naturbildung.

Zum Abschluss eines mehr als gelungenen Symposiums stellten die Vertreterin des GC Kirchheim-Wendlingen, Jutta Mack, der Geschäftsführer des GC Domäne Niederreutin, André Kette und der Naturbeauftragte des GC Steißlingen, Harald Messmer, exemplarische Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt und zur Ökobildung auf ihren Anlagen vor.

Die Absichtserklärung zur Teilnahme an dem Pilotprojekt im Zeitraum von 2020/2021 unterzeichneten 30 der beim Symposium anwesenden Golfanlagen aus Baden-Württemberg. Bis Mitte Januar 2026 hatten alle 88 Golfanlagen Zeit, ihre Teilnahme an dem Projekt offiziell beim BWGV anzumelden. Für die Teilnahme am Pilotprojekt erhalten die Golfanlagen die aufmerksamkeitsstarken Schilder „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt“, mit denen die jeweiligen Maßnahmen prominent und deutlich sichtbar auf den Golfplätzen gekennzeichnet werden können.

L Die ausführliche Projektbeschreibung gibt es auf der Webseite https://www.lebensraum-golfplatz.de, die pünktlich zum Kick-Off online ging.

L Quelle: https://www.bwgv.de/nachrichten/artikel-lesen/ startschuss-zum-pilotprojekt-lebensraum-golfplatz-wir-foerdern-die-artenvielfalt-des-bwgv.html

DOSB und Bundesamt für Naturschutz vertiefen strategischen Austausch Deutscher Olympischer Sportbund

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) haben ihren regelmäßigen strategischen Dialog auf Leitungsebene fortgesetzt. Der Austausch fand auf Einladung der Präsidentin des BfN, Sabine Riewenherm, im Bundesamt für Naturschutz in Bonn statt. Der DOSB wurde durch Otto

v. l .n. r.: Dr. Brigitte Schuster (BfN), Michaela Röhrbein (DOSB), Sabine Riewenherm (BfN), Otto Fricke (DOSB), Barbara Engels (BfN), Karsten Dufft (DOSB)

Fricke, Vorstandsvorsitzender, Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung, und Karsten Dufft, Referent Sportstätten und Umwelt, repräsentiert.

Das Gespräch knüpfte an frühere Meinungs- und Informationsaustausche auf Leitungsebene an und setzte die vereinbarte Praxis eines regelmäßigen Dialogs zwischen behördlichem Naturschutz und organisiertem Sport fort. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen und Kooperationspotenziale an der Schnittstelle von Sport, Naturschutz und gesellschaftlicher Entwicklung.

Beide Seiten betonten die Bedeutung des organisierten Sports als wichtigen gesellschaftlichen Akteur für naturverträgliche Bewegung, Gesundheitsförderung und Naturbewusstsein. Zugleich wurde hervorgehoben, dass erfolgreiche Naturschutzpolitik auf Information, Dialog und Kooperation setzt.

Themen des Austauschs waren unter anderem die Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030, die Erfordernisse der EU-Wiederherstellungsverordnung sowie Synergien von Naturschutz, Gesundheit und Sport. Der DOSB unterstrich seine Bereitschaft, sich konstruktiv in Beteiligungs- und Umsetzungsprozesse einzubringen und die Belange des organisierten Sports frühzeitig und fachlich fundiert einzuspielen. Ziel sei es dabei, ambitionierte Naturschutzziele mit verlässlichen Rahmenbedingungen für Sportorganisationen zu verbinden.

Ein weiteres Thema des Austauschs waren aktuelle Aktivitäten des BfN zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz. Dabei wurde vom BfN betont, dass zivilgesellschaftliches Engagement – insbesondere in Vereinen und Verbänden – eine zentrale Rolle für die Umsetzung naturschutzpolitischer Ziele spielt und angesichts gesellschaftlicher Veränderungen zukunftsfähig weiterentwickelt werden muss. Der DOSB verwies in diesem Zusammenhang auf die langjährigen Erfahrungen des organisierten Sports in der Engagementförderung und begrüßte den fachlichen Austausch zu möglichen Anknüpfungspunkten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs waren die aktuellen Aktivitäten des BfN zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz. Dabei wurde vom BfN betont, dass zivilgesellschaftliches Engagement – insbesondere in Vereinen und Verbänden – eine zentrale Rolle für die Umsetzung naturschutzpolitischer Ziele spielt und angesichts gesellschaftlicher Veränderungen zukunftsfähig weiterentwickelt werden muss.

Der DOSB machte deutlich, dass der organisierte Sport mit seinen Vereinen und Verbänden eines der größten zivilgesellschaftlichen Engagementsysteme in Deutschland trägt und über langjährige Erfahrungen in der Gewinnung, Qualifizierung und Bindung Ehrenamtlicher verfügt. Vor diesem Hintergrund begrüßte der DOSB den Austausch mit dem BfN und sieht Anknüpfungspunkte für einen Wissenstransfer und eine stärkere Verzahnung von Engagementförderung in Sport und Naturschutz.

Der regelmäßige Austausch zwischen DOSB und BfN soll sowohl auf Leitungs- als auch auf Arbeitsebene fortgeführt und weiter vertieft werden.

Projekt zur Flussnatur verbessert Lebensqualität im städtischen Raum

(dosb umwelt) Das Projekt „Hamburg, deine Flussnatur“ geht in die konkrete Umsetzungsphase und soll in den kommenden zehn Jahren die Fließgewässer in Hamburg ökologisch aufwerten, Biotope besser vernetzen und gleichzeitig die Lebensqualität im städtischen Raum erhöhen. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesumweltministerium sowie fachlich begleitet durch das Bundesamt für Naturschutz. Insgesamt stellt der Bund rund 17,3 Millionen Euro zur Verfügung, ergänzt durch Mittel der Freien und Hansestadt Hamburg und der Stiftung Lebensraum Elbe.

Für Sporttreibende und Sportvereine entstehen durch die Maßnahmen langfristig bessere Rahmenbedingungen, da naturnah gestaltete Gewässer und Uferbereiche neue Möglichkeiten für Bewegung, Training und Erholung bieten. Gleichzeitig tragen intakte Flusslandschaften dazu bei, städtische Hitze zu reduzieren und die Auswirkungen von Starkregen abzumildern, was die Nutzbarkeit von Sportflächen stabilisiert. Darüber hinaus werden durch die Verbindung von Naturschutz und nachhaltiger Nutzung neue Räume geschaffen, in denen sportliche Aktivitäten naturverträglich stattfinden können. Insgesamt profitieren sowohl die Umwelt als auch die Menschen in der Stadt, da die aufgewerteten Gewässerlandschaften mehr Aufenthaltsqualität bieten und den Zugang zu Naturerlebnissen im Alltag erleichtern.

L Mehr unter: https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/ bmukn-und-bfn-staerken-hamburgs-flussnatur

MULTIMEDIA SERVICE

Toolbox auch für Sport-Gruppen ermöglicht Klimaschutz spielerisch zu erleben

Eine rauszeit!-Box bietet 22 sofort umsetzbare Spielideen für draußen – entwickelt mit Praxispartner *innen und kostenlos verfügbar. Ob Familie, Jugend- oder Kindergruppen: Alle können mitmachen, Altersbeschränkungen gibt es nicht. Neben einer Familienversion gibt es eine angepasste Ausgabe für Gruppen ab zwei Personen, die sich auch für Sportgruppen eignen. Der Nutzen auf einen Blick:

• Freispiele und Aktionen zu Klimaschutz, nachhaltiger Mobilität und Ernährung

• Mehr Bewegung und gemeinsame Zeit im Freien

• Natur und eigenes Quartier neu entdecken

Die Toolbox wird im Printformat, online zum freien Download und als Smartphone App zur Verfügung gestellt. Damit wird dem unterschiedlichen Nutzungsverhalten der Zielgruppe Rechnung getragen. Die Sammlung verbindet Bewegung mit alltagsnahen Nachhaltigkeitsthemen. Statt Theorie steht das eigene Erleben im Mittelpunkt: draußen aktiv sein, Zusammenhänge verstehen und klimafreundliches Handeln ausprobieren. Das Projekt „raus! Gemeinsam spielerisch Klimaschutz erleben“ stärkt so die Handlungskompetenz von Kindern und Erwachsenen –praxisnah, niedrigschwellig und sofort einsetzbar. Für Multiplikator *innen werden Workshops angeboten, um die Toolbox über verschiedene Kanäle weiter zu verbreiten.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundeswirtschaftsministerium. Projektpartner sind die Technische

Universität München und die Universität Konstanz. Raus! wird zudem von Praxispartnern wie der Stadt Konstanz, den Bildungslokalen München und Ökoprojekt mobilspiel unterstützt.

Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Mehr unter: www.gemeinsamraus.de

L Kontakt: Dr. Barbara Eigenschenk, E-Mail: barbara.eigenschenk@tum.de ; Uni Konstanz: Dr. Sarah Spengler und Nils Jakubzig

Podcast „Neu Denken“ mit Maja Göpel

NEU DENKEN ist ein Video- und Audiopodcast für einen konstruktiven gesellschaftlichen Dialog. Nachhaltigkeitswissenschaftlerin und Moderatorin Maja Göpel spricht mit Stimmen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über die großen Fragen unserer Zeit – von Demokratie und Wachstum bis Innovation und Marktwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen systemisches Denken, neue Perspektiven und die Suche nach Lösungen, die verbinden, statt zu polarisieren.

L Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Quelle: https://www.mission-wertvoll.org/ neu-denken-podcast/

„Anpassungsscanner“: Neues Tool zeigt Stand der Klimaanpassung

Zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre und Starkregen gefährden Bevölkerung und Infrastruktur und erfordern rasche und wirksame

Klimaanpassungsmaßnahmen – auch im Sport. Die notwenigen Aktivitäten – von der Starkregenvorsorge bis zum Hitzeschutz – sind dabei komplex und auch für Verbände und Vereine eine große Belastung. Ein vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) entwickeltes, praxisnahes Excel-Tool soll nun dabei unterstützen, eine strukturierte Standortbestimmung der jeweiligen Klimaanpassung vorzunehmen, Potenziale für die Weiterentwicklung zu erkennen und Handlungsbedarf benennen. Der Anpassungsscanner wurde ursprünglich für Kommunen entwickelt und steht als Download zur Verfügung. Es handelt sich um ein frei zugängliches und leicht zu bedienendes Excel-Tool, das Mitarbeitenden nicht nur den Stand, sondern nach mehrmaliger Nutzung auch den Fortschritt ihrer Klimaanpassungsaktivitäten anzeigt. Der Anpassungsscanner ist eines von drei Werkzeugen, die das Umweltbundesamt für Kommunen in der „KomPass-Serie“ bereitstellt. Der Anpassungsscanner enthält einen Katalog mit Leitfragen für Aktivitäten und Handlungsbedingungen im Bereich Klimaanpassung in den fünf Anpassungsbereiche Werte, Ziele und Leitbilder, Wissen, Zusammenarbeit und Zuständigkeiten, Ressourcen

und Kapazitäten sowie Strategien und Maßnahmenumsetzung. Der Katalog enthält außerdem Fragen zur spezifischen lokalen Betroffenheit durch den Klimawandel. Die Beantwortung der Fragen ist einfach gestaltet, es stehen Auswahloptionen mit Punktwerten zur Verfügung, die mit eigenen Notizen ergänzt werden können. Bereits beim Ausfüllen des Fragenkatalogs werden die Eingaben automatisch gewertet und die Ergebnisse anschaulich dargestellt. Es ermöglicht eine flexible Nutzung und hilft dabei, Schwerpunkte, Stärken und Schwächen im Anpassungsprozess zu identifizieren. Zugleich ist der Anpassungsscanner auch für die interne Reflexion und Kommunikation ein hilfreiches Instrument.

Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Der Anpassungsscanner ist als Download verfügbar und kann nach dem Herunterladen frei genutzt werden: www.umweltbundesamt.de/ anpassungsscanner

L Quelle: https://www.isoe.de/aktuelles/anpassungsscanner-neues-tool-zeigt-kommunen-den-standihrer-klimaanpassung

VERÖFFENTLICHUNGEN

DOSB veröffentlicht ersten Sustainability-Report

(DOSB) Mit seinem ersten „Sustainability Report“ macht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) transparent, wie Nachhaltigkeit im organisierten Sport bereits gelebt wird und wo er künftig ansetzen will.

Mit der Veröffentlichung seines ersten Nachhaltigkeitsberichts setzt der DOSB ein deutliches Zeichen für verantwortungsvolles Handeln im organisierten Sport. Der 1. DOSB „Sustainability Report“ 2024/2025 dokumentiert erstmals systematisch, wie Nachhaltigkeit in sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen im DOSB verankert ist.

Der Bericht ist Teil der 2024 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie des DOSB und orientiert sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Ziel ist es, das eigene Handeln transparent darzustellen, Fortschritte sichtbar zu

machen und den nachhaltigen Wandel im Sport aktiv zu gestalten.

Der Nachhaltigkeitsbericht richtet sich an Mitgliedsorganisationen, Politik, Partner und Sponsoren ebenso wie an Aktive, Ehrenamtliche und alle, die den Sport in Deutschland mitgestalten. Gleichzeitig versteht der DOSB den Bericht als Impulsgeber: Er soll inspirieren, motivieren und Orientierung bieten – insbesondere für Organisationen, die sich auf den Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Sport machen. Damit wird deutlich, dass nachhaltige Entwicklung immer ein Gemeinschaftswerk ist.

Inhaltlich gliedert sich der Bericht nach den fünf Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie: Gesundheit leben, Bildung fördern, Gemeinschaft stärken, verantwortungsvoll zusammenarbeiten und ökologisch

handeln. In 16 Themenbereichen – von Gesundheit über Jugendbeteiligung oder Menschenrechte bis hin zur Energie oder Klimabilanz – werden konkrete Projekte, Initiativen und Maßnahmen vorgestellt. Ergänzt werden diese durch Zielsetzungen, Verantwortlichkeiten, Kooperationen sowie einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Auch die Perspektiven und Aktivitäten der DOSB-Mitgliedsorganisationen fließen in die Darstellung mit ein und geben so auch einen Einblick in die Entwicklungen in Sportdeutschland.

Der Bericht zeigt, dass Nachhaltigkeit im Sport bereits in vielfältiger Weise gelebt wird und oft auf bestehenden Strukturen aufbaut. Gleichzeitig macht er deutlich, dass nachhaltige Entwicklung ein fortlaufender Prozess ist. Der DOSB versteht den ersten Nachhaltigkeitsbericht daher nicht als Abschluss, sondern als Ausgangspunkt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

L Download:

https://cdn.dosb.de/Relaunch_2024/Sustainability/ DOSB_Booklet_Nachhaltigkeitsbericht_05_12_2025_ digital_2.pdf

L Quelle:

https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/ dosb-veroeffentlicht-ersten-sustainability-report

Dokumentation „Sport und Wasser“ erschienen

(DOSB) Mit dem Klimawandel nehmen Wetterextreme zu. Häufigere Hitzewellen und langanhaltende Trockenperioden erschweren die Pflege von Sportflächen und beeinträchtigen die Ausübung vieler Sportarten im Freien. Gleichzeitig führen Starkregenereignisse und Überflutungen immer häufiger zu erheblichen Schäden an Sportstätten und Infrastruktur.

Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt des 29. Bodenheimer Symposiums „Sport und Wasser“, das am 12. und 13. Dezember 2024 in Bodenheim/ Rhein stattfand. Expert*innen aus Sportverbänden,

Kommunen, Wissenschaft und Politik diskutierten dabei über notwendige Anpassungsstrategien, nachhaltige Wassernutzung und den Schutz der Sportinfrastruktur.

Die Dokumentation fasst die Beiträge und Diskussionen des 29. Bodenheimer Symposiums „Sport und Wasser“ zusammen und beleuchtet die Bandbreite der Herausforderungen: von der Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie über Wassermanagement im Golfsport bis hin zu den Auswirkungen von Hoch- und Niedrigwasser im Kanusport. Zudem werden konkrete Handlungsmöglichkeiten für Kommunen und Sportorganisationen aufgezeigt, wie ein bewussterer Umgang mit der Ressource Wasser gelingen kann.

L Herausgegeben vom DOSB in Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist die Publikation als Band 40 der Schriftenreihe „Sport und Umwelt“ erschienen.

L Download: https://cdn.dosb.de/Relaunch_2024/Sportraeume/ Umwelt/DOSB-Dokumentation_Bodenheim2024_ Wasser.pdf

L Quelle: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/ dokumentation-sport-und-wasser-erschienen

Neues E-Book mit 17 Zielen für einen nachhaltigen Kanusport erschienen

Deutscher Kanu-Verband

Von Petra Schellhorn, Deutscher Kanu-Verband, Ressortleiterin Umwelt und Gewässer

Der Ausschuss „KanuMorgen“ im Deutschen KanuVerband (DKV) hat ein neues eBook mit dem Titel „17 Ziele für nachhaltigen Kanusport“ herausgegeben. In dem Ratgeber werden Handlungsempfehlungen für

1. DOSB Sustainability Report 2024/2025

Kanu-Vereine vorgestellt, die sich an den 17 Zielen für „Nachhaltige Entwicklung“ (SDG: Sustainable Development Goals) der UN orientieren, aber für den Kanusport neu gedacht wurden.

Die Ziele sind eine Verpflichtung gegenüber unserer Umwelt, unseren Mitmenschen und kommenden Generationen. Als naturverbundene Sportart trägt der Kanusport eine besondere Verantwortung: Unsere Aktivitäten finden auf Flüssen, Seen und an Küsten statt – in sensiblen Ökosystemen, die Schutz und Respekt verdienen. Der Deutsche Kanu-Verband ist sich dieser Verantwortung bewusst und hat mit den 17 Zielen für nachhaltigen Kanusport ein wegweisendes Leitbild entwickelt, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte vereint.

Diese Ziele orientieren sich an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und übertragen sie auf die Welt des Kanusports. Sie zeigen, wie wir durch bewusstes Handeln – sei es beim Training, bei Wettkämpfen, in Vereinen oder auf Touren – aktiv zum Klimaschutz, zur Ressourcenschonung und zur sozialen Gerechtigkeit beitragen können. Dabei geht es nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um Bildung, Inklusion, Gleichstellung und die Förderung gesunder Lebensweisen.

Mit den 17 Zielen lädt der DKV alle Kanusportler und Kanusportlerinnen sowie Vereine und Verbände ein, Teil einer Bewegung zu werden, die den Sport als Plattform für nachhaltige Entwicklung versteht. Gemeinsam können wir zeigen, dass Kanusport nicht nur Spaß macht, sondern auch Verantwortung übernimmt – für Mensch und Natur.

L Download unter www.kanu-morgen.de und unter www.kanu.de/nachhaltig

L Quelle:

https://www.kanu.de/Neues-eBook-erschienen-17Ziele-fuer-nachhaltigen-Kanusport--93542.html

Leitfaden bietet praktische Ratschläge, die sowohl erfolgreiche Veranstaltungen als auch eine gesündere Natur fördern

Sportveranstaltungen aller Art stehen in Wechselwirkung mit der Natur – ganz gleich ob sie in unberührter Natur, in Grünanlagen oder in Hallen stattfinden, deren

Materialien und Umgebung sie dennoch mit der Natur verbinden. Während diese Umgebungen den Charakter des Sports mitprägen, können Sportveranstaltungen unbeabsichtigt der Tierwelt und Lebensräumen schaden, wenn die Natur nicht von Anfang an berücksichtigt wird.

Ein neuer Leitfaden in englischer Sprache bietet nun eine klare und praxisnahe Einführung in die Organisation von Sportveranstaltungen unter Berücksichtigung der Natur. Der von „Sports for Natur“ angebotene Leitfaden richtet sich insbesondere an Veranstaltungsorganisatoren und Sportstättenbetreiber, denen es möglicherweise an ökologischem Fachwissen mangelt, die aber dennoch Risiken minimieren, negative Auswirkungen vermeiden und einen positiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten möchten.

Ganz gleich, ob sie eine kleine Breitensportveranstaltung vorbereiten oder einen größeren Wettkampf organisieren – diese Ressource bietet Ihnen einfache Schritte, die Ihnen helfen, die Wechselwirkungen Ihrer Veranstaltung mit der natürlichen Umwelt zu verstehen und verantwortungsvolle, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Zusammenfassung: Redaktion SPORT SCHÜTZT UMWELT

L Download unter: https://sportsfornature.org/wp-content/uploads/2025/12/S4N_Managing-Sports-Events-forNature_FINAL.pdf

L Quelle: https://sportsfornature.org/resource/ managing-sports-events-for-nature/

VERANSTALTUNGEN

30. Symposium zur nachhaltigen Sportentwicklung:

Mehr ökologische Nachhaltigkeit im Sport durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz?

(DOSB) Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) bieten beträchtliche, aber bislang noch zu wenig ausgeschöpfte Potenziale für eine ökologisch nachhaltigere Entwicklung des Sports. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmenden des 30. Symposiums zur nachhaltigen Sportentwicklung. Dieses fand auf Einladung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Mitte Dezember 2025 in Bodenheim am Rhein statt und wurde erneut von Thomas Wilken (Kontor 21) konzeptionell begleitet und moderiert.

Vertreter*innen aus Sportorganisationen, Ministerien, Wissenschaft und aus der Praxis diskutierten über aktuelle Entwicklungen, Praxisbeispiele sowie strukturelle Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien im Sport.

Digitalisierung wird längst nicht mehr nur als Umwandlung analoger in digitale Informationen verstanden, sondern als umfassende digitale Transformation nahezu aller gesellschaftlichen Bereiche. Eine neue Qualität erhält diese Entwicklung durch den Einsatz von KI, die große Datenmengen analysieren, Muster erkennen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten kann. Damit eröffnen sich auch für den Sport neue Möglichkeiten, ökologische Nachhaltigkeit systematischer und effizienter zu fördern.

Im Fokus des zweitägigen Symposiums standen drei zentrale Anwendungsfelder: Aktivitätslenkung im Outdoorsport, Ressourcenmanagement von Sportstätten sowie die Klimabilanzierung im Sport.

„Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass sie gezielt dort eingesetzt werden, wo sie ökologische Wirkung entfalten – etwa durch bessere Steuerung von Aktivitäten, effizientere Nutzung von Sportstätten oder fundiertere Entscheidungsgrundlagen für Klimaschutzmaßnahmen. Dafür brauchen wir praxistaugliche Lösungen, die auch für Sportvereine und -verbände handhabbar sind“, betonte Christian Siegel, Ressortleiter Sportstätten und Umwelt im DOSB.

Ein erprobtes Tool zur naturverträglichen Lenkung von Kanutinnen und Kanuten ist die canua-App des Deutschen Kanu-Verbandes, die zwei über viele Jahre

ehrenamtlich entwickelte Datenbanken zu Gewässern und zur Lenkung nutzerfreundlich zusammenfasst und in der Basisversion für Android und IOS allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung steht.

Einen aktivitätsübergreifenden Ansatz verfolgt dagegen die vom Verein Digitize the Planet in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und weiteren Partnern entwickelte Aufbereitung von Naturschutzdaten. Diese werden interessierten Organisationen kostenfrei zur Integration in deren eigene Apps und Portale zur Verfügung gestellt und können mit eigenen Tourenvorschlägen, Verhaltensempfehlungen und weiteren Informationen verknüpft werden. Genutzt wird dieses Angebot bereits in diversen Tourenapps sowie in digitalen Angeboten des Deutschen Alpenvereins und mancher Tourismusorganisationen.

Auch im Ressourcenmanagement von Sportstätten bieten digitale Lösungen erhebliche ökologische Optimierungspotenziale. Insbesondere in den Bereichen Energie und Wasser können intelligente Steuerungssysteme für Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Beregnung auf Basis aktueller Belegungs- und Wetterdaten zu deutlichen Einsparungen beitragen. Zudem sind die Erfassung und Steuerung der Belegung wesentliche Voraussetzungen für eine optimale Flächennutzung. Geeignete Hardund Softwarelösungen für die genannten Punkte sind bereits verfügbar, bedürfen jedoch weiterer Optimierung und breiterer Anwendung.

Die Klimabilanzierung von Sportorganisationen und Veranstaltungen stellt derzeit noch einen hohen personellen und damit auch finanziellen Aufwand dar. Zwar kann der Einsatz optimierter Datenerfassungssysteme und KI-gestützter Auswertungen diesen Prozess perspektivisch erleichtern, zugleich wurde jedoch kritisch

Expert *innen-Runde beim 30. Symposium zur nachhaltigen Sportentwicklung in Bodenheim am Rhein

diskutiert, ob Aufwand und Nutzen stets in einem angemessenen Verhältnis stehen. Für den Vereinsbereich könnten praxisnahe Musterbilanzen für unterschiedliche Vereinstypen einen effizienteren Ansatz darstellen, aus denen sich konkrete Handlungsoptionen zur CO2Reduktion ableiten lassen.

Insgesamt machte das Symposium deutlich, dass Digitalisierung und KI wichtige Impulse für einen ökologisch nachhaltigeren Sport liefern können. Voraussetzung hierfür sind eine gezieltere Datenerfassung, der Aufbau kompatibler Schnittstellen sowie organisationsübergreifend abgestimmte Datenstrategien. Ebenso notwendig sind tragfähige, langfristig angelegte Organisationsstrukturen zur Verstetigung dieser Arbeit.

Zugleich wurde aber auch betont, dass die mit fortschreitender Digitalisierung und insbesondere KI verbundenen Risiken nicht außer Acht gelassen werden

dürfen. Die Verarbeitung stetig wachsender Datenmengen geht mit einem erheblich steigenden Energiebedarf einher, der – sofern er nicht aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird – den Klimawandel weiter verschärfen kann. Ein verantwortungsvoller, reflektierter Einsatz digitaler Technologien bleibt daher eine zentrale Voraussetzung für deren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Sport.

Der DOSB und der DFB werden die Impulse und Anregungen des Symposiums aktiv aufgreifen und ihre Mitglieder bei der Konzeption und Umsetzung eigener Maßnahmen unterstützen. Die Dokumentation des Symposiums soll im kommenden Frühjahr vorliegen.

L Quelle: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/mehroekologische-nachhaltigkeit-im-sport-durch-digitalisierung-und-kuenstliche-intelligenz

Impressum

Titel: SPORT SCHÜTZT UMWELT · Informationsdienst

Herausgeber: Deutscher Olympischer Sportbund e. V. · Geschäftsbereich Sportentwicklung · Ressort Sportstätten und Umwelt Otto-Fleck-Schneise 12 · 60528 Frankfurt am Main · T +49 69 6700-360,· F +49 69 67001-360 · umwelt@dosb.de https://www.dosb.de/themen/sportraeume/umwelt-und-sport/umweltkommunikation https://www.dosb.de/themen/sportraeume/umwelt-und-sport

Redaktion: Gabriele Hermani, Christian Siegel, Karsten Dufft und Katharina Latzel (v. i. S. d. P.)

Alle Beiträge sind mit Quellenangaben ausdrücklich zum Abdruck/zur Kopie freigegeben. „Der Informationsdienst ist das Umweltforum des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers und dessen Mitgliedsorganisationen wieder.“

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Gestaltung: Kreativbüro Schlosser · Burgbernheim · kommunikationsdesignschlosser@gmail.com 1. Auflage (digital) • Mai 2026

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