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25. Jahrgang
ISSN 2941-2870 (Print) | ISSN 2944-3598 (Online)
Ausgabe 09/2026
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31. August 2026
Digitale Gesetze
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VITAKO
Thüringens CIO Milen Starke spricht über Law as Code und die Zukunft der Verwaltung
SPEZIAL
Lars Hoppmann spricht über die Rolle und Herausforderungen kommunaler IT-Dienstleister.
In dieser Ausgabe greifen wir Themen aus den Bereichen Smart City und Smart Country auf.
FITKO und BVA
Das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) ist seit kurzem bundesweit ratifiziert. Jetzt geht es um die Umsetzung. Eine Herausforderung, doch die Ansätze zeigen, dass man Fehler wie bei der OZG-Umsetzung nicht wiederholen will. Der NOOTS-Staatsvertrag ist bundesweit ratifiziert – diese Nachricht aus dem Bundesverwaltungsamt (BVA) vor knapp zwei Wochen stieß auf positive Resonanz, oft aber verbunden mit dem Hinweis, dass es nun auf die Umsetzung ankäme. Das ist richtig. Doch man hat ohnehin nicht gewartet, bis die Tinte unter der letzten Ratifizierungsurkunde getrocknet ist. Nicht nur ist der Staatsvertrag bereits seit Februar in Kraft, auch das Gesamtkonzept steht und die Organisation ist klar: Die Gesamtleitung der NOOTS-Umsetzung liegt bei der Föderalen IT-Kooperation (FITKO), während das Bundesverwaltungsamt die operative Umsetzung verantwortet. Grundsätzliche Entscheidungen über den Betrieb und
die Weiterentwicklungen liegen beim IT-Planungsrat. Nach einem arbeitsreichen Jahr 2025 hat sich auch in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits viel getan: Die erste funktionsfähige Version des NOOTS ging im Januar in den Livebetrieb. Auf den erfolgreichen Datenabruf aus dem Zentralen Fahrzeugregister des KraftfahrtBundesamts folgte mit der Gewerbeanmeldung der erste unternehmensbezogene Anwendungsfall. Im Juni setzten das BVA und der Freistaat Bayern mit seinen Partnern drei Anwendungsfälle aus den Bereichen Bau, Energie und Umwelt um. Ein weiterer Meilenstein konnte im Juli erreicht werden: Die Bundesagentur für Arbeit nutzt als erste registerführende Stelle den
Anschluss an das Fachverfahren zum Identitätsabruf (IDA). „Der Anschluss der Bundesagentur für Arbeit an den Identitätsdatenabruf zeigt, dass die Registermodernisierung den Praxistest besteht. Jetzt kommt es darauf an, dass weitere registerführende Stellen nachziehen“, sagte BVA -Präsidentin Katja Wilken. Nicht zu vergessen: die 16 NOOTS-Pilotprojekte, die BMDS und FITKO im Mai ausgewählt haben, und die nun mit Mitteln des Bundes gefördert werden. Dazu gehören Anschlussvorhaben zu Elterngeld, Unternehmensgründung, Sozialplattform oder Nachweise für die EUDI-Wallet, aber auch Register-as-a-Service-Projekte. Natürlich zählt am Ende, was in der Fläche, also bei Bürgerinnen und
Bild: FITKO
NOOTS umsetzen: aus Erfahrungen lernen Michael Pfleger, Gesamtleiter NOOTS, FITKO. Bürgern wie auch den Unternehmen, ankommt. Das Ziel war, im November ein ausgereiftes System für den Flächenrollout verfügbar zu machen, nunmehr soll das NOOTS in einer Ausbaustufe ab Anfang 2027 für den technischen Rollout bereitstehen. Die Herausforderungen sind sicher nicht zu unterschätzen.Gleichzeitig steht aber auf der Habenseite weit mehr als die einzelnen Projektabschlüsse und erreichten Meilensteine: Erfahrungen aus der gemeinsamen Arbeit an Projekten, gewachsenes Vertrauen und Miteinander-Reden, das Engagement und die Expertise der RegMo-Koordinatoren. Die Registermodernisierung, die eigentlich der erste Schritt hätte sein sollen, konnte aus den Fehlern der
OZG-Umsetzung lernen. Die Ansätze, die sich in der Umsetzung widerspiegeln, geben Anlass zur Hoffnung: Von Anfang an ist im Fokus, dass Kommunen Hilfe brauchen. Dafür wurden und werden Unterstützungsangebote erarbeitet. Im Sinne des Flächenrolloutkonzepts soll die Anbindung für jeden Registertyp nur einmal entwickelt werden. Hinzu kommt der Anspruch der NOOTS-Umsetzungsorganisation, sich selbst immer weiter zu verbessern – in der Begleitung oder der Bereitstellung von Informationen. „Mit der Ratifizierung des NOOTS-Staatsvertrags durch den Bund und alle Länder haben wir einen klaren politischen Rückhalt für den Flächenrollout des NOOTS im kommenden Jahr“, erklärte Michael Pfleger, NOOTSGesamtleiter. „Die bereits erfolgten Anbindungen an das NOOTS und die vom IT-Planungsrat und Bund zentral finanzierten Anschlussvorhaben lassen eine deutlich steigende Nutzung des NOOTS in den kommenden Monaten erwarten.“ nh Weitere Informationen Warum die Umsetzung des Once-OnlyPrinzips erst der Anfang ist und was das NOOTS darüber hinaus leisten kann, erklärt Michael Pfleger im Interview:
[ voge.ly/NOOTS_Interview ] [ noots.gov.de ]
Kurz gemeldet Schleswig-Holstein und Dänemark stärken Partnerschaft Noch vor Neujahr 2026 sind in Dänemark die letzten öffentlichen Briefkästen von den Straßen verschwunden. Bereits am 17. Dezember 2025 endete laut dpa der Verkauf der letzten Briefmarken. „Die Dänen sind immer digitaler geworden, und das, was früher als Brief verschickt wurde, erhalten die allermeisten heute digital“, hieß es dort vom staatlichen Postunternehmen PostNord. Dänemarks ist vor allem im Bereich der nutzerzentrierten digitalen Verwaltung führend. Auch Schleswig-Holstein nimmt bundesweit eine Vorreiterrolle ein und verfügt über umfassende Erfahrungen in
digitaler Souveränität, Open Source und offenen Standards. Diese Erfahrungen sollen nun im Rahmen einer Kooperation gebündelt und die digitalen Verwaltungen beider Digitalregionen gestärkt werden. Die Staatskanzlei SchleswigHolstein und die Dänische Botschaft luden Mitte August zum deutsch-dänischen „GovTech Dialogue“ nach Flensburg ein, wo sie die Zusammenarbeit beim Ausbau digitaler Zukunftsthemen verkündeten. „Dänemark und Schleswig-Holstein verbindet weit mehr als geografische Nähe“, teilte der Digitalisierungsminister Dirk Schrödter mit. „Wir teilen den
Anspruch, Verwaltung digital, sicher und bürgernah weiterzuentwickeln.“ Während des Kongresses kamen deutsche und dänische Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Technologie und Innovationsökosystemen zusammen, um konkrete Ansätze für eine engere Zusammenarbeit bei der Digitalisierung des öffentlichen Sektors zu erörtern, voneinander zu lernen und gemeinsame Projekte zu entwickeln. „Wenn wir Dänemarks Erfahrung mit konsequent nutzerorientierten digitalen Services und Schleswig-Holsteins Weg zu digitaler Souveränität und offenen Standards zusammen-
führen, dann entsteht daraus ein europäischer Mehrwert“, e rklärte Schrödter. „Genau darum geht es: nicht voneinander abzugrenzen, sondern gemeinsam handlungsfähiger zu werden.“ Für den dänischen Generalkonsul Klaus Juel Werner ist es außerdem eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherheit. Er stimmte zu, dass Digitalisierung nicht durch nationale Grenzen eingeschränkt werden sollte. Die Landesregierung SchleswigHolstein plant als nächsten Schritt gemeinsame Projekte mit Dänemark in den Bereichen Digitalisierung der Verwaltung, Cybersicherheit und OpenSource-Technologie. se