Liebe Leserin, lieber Leser, hierzulande trinkt jede und jeder – rein statistisch betrachtet – pro Jahr eine ganze Badewanne Kaffee leer. In dieser Ausgabe blicken wir auf die Lieferkette des Getränks, das vielleicht auch für Sie zum Start in den Tag gehört. Der Artikel führt in Regionen, in denen tropische Wälder und Menschenrechte unter Druck stehen.
Anhand von Kaffee haben wir beispielhaft nachgefragt, wie die gesetzlichen Lieferkettenregeln greifen: ob Unternehmen Risiken kennen, Verantwortung übernehmen und Entwaldung verhindern. Zugleich kämpfen wir dafür, dass die Politik die Regelwerke nicht unter dem Schlagwort Bürokratieabbau aushöhlt.
Um die Verantwortung von Öl- und Gaskonzernen geht es in dem Beitrag über Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas. Wir machen uns dafür stark, dass Energie bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt: Methan, ein extrem klimaschädliches Gas, darf nicht heimlich aus Leckagen von Pipelines und anderer Infrastruktur in die Atmosphäre entweichen. Nur diejenigen Methanemissionen, die dokumentiert sind, können auch gestoppt werden! Deshalb prüfen wir jetzt rechtliche Schritte.
Mich stimmt zuversichtlich, dass unsere Argumente Wirkung zeigen. Unsere Pestizidklagen haben dazu beigetragen, dass Chemiekonzerne gefährliche Mittel vom Markt nehmen mussten oder dass die Anwendung deutlich eingeschränkt wurde. Ebenfalls mit Klagen haben wir in den letzten 20 Jahren die Luftqualität verbessert und bearbeiten das Thema konsequent weiter. Unser Hitze-Check erzeugt erneut große Aufmerksamkeit und stärkt diejenigen, die Städte hin zu mehr Grün entwickeln, damit die Menschen besser durch heiße Sommer kommen.
Beharrlichkeit lohnt sich für uns alle: für den Schutz von Natur und Klima und für kommende Generationen. Danke, dass Sie unsere Anliegen unterstützen!
Ihre
Was die konsumierte Menge angeht, ist Kaffee das Lieblingsgetränk in Deutschland und liegt sogar vor Bier. Wir gehen der Frage nach, mit welchen Umweltfolgen Anbau und Verarbeitung verbunden sind – darunter der Raubbau an tropischen Wäldern.
Der Bitterling ist eine Süßwasserfischart. Für seine Fortpflanzung ist er auf das Vorkommen von Großmuscheln angewiesen.
In fast allen deutschen Städten finden Bürgerinnen und Bürger immer weniger Schutz vor den Folgen der Klimakrise. Das zeigt unser Hitze-Check, der in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf den städtischen Baum- und Grünflächenbestand legt. Mehr als 900.000 Bäume sind demnach zwischen 2018 und 2025 aus den untersuchten 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern verschwunden. In der Gesamtauswertung schneiden Offenburg, Lahr und Mannheim besonders schlecht ab. Positiv stechen Kiel und Wuppertal hervor. Neben der Hitzebetroffenheit der Menschen haben wir erstmals auch die Baumüber-
schirmung, konkret den Grad der Bodenbedeckung mit Vegetation von mehr als 2,5 Metern Höhe, sowie den prozentualen Zuwachs der Flächenversiegelung in den vergangenen sieben Jahren untersucht. Nur sieben Städte erreichen den wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung – darunter Hamburg, Berlin, Oldenburg, Potsdam und Solingen. In allen untersuchten Städten sind neue Flächen versiegelt worden. Beim Hitzebetroffenheitsindex, der sich aus den Indikatoren Versiegelung, Grünflächenvolumen, Oberflächentemperatur und Bevölkerungsdichte zusammensetzt,
verschlechtert sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr sogar.
Die DUH fordert Hitzeschutzmaßnahmen gemäß der 3-30300 Regel: Bürgerinnen und Bürger sollten von ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume se-
hen können, in einem Umfeld mit 30 Prozent Baumbeschirmung leben und die nächste Grünfläche sollte höchstens 300 Meter entfernt sein.
Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz betont: „Alarmierend ist, dass in den untersuchten Städten in den vergangenen sieben Jahren nahezu eine Million Bäume verschwunden sind. Mit jedem gefällten Baum verlieren wir nicht nur Lebensqualität, sondern vor allem Schutz vor gesundheitsbedrohender Hitze. Von Bauministerin Hubertz und Gesundheitsministerin Warken fordern wir einen sofort wirksamen Hitzeschutz-Masterplan mit verbindlichen Standards für Stadtgrün – bei jeder Sanierung, jedem Straßenumbau und jedem Neubauprojekt.“ (jk)
Werden Sie aktiv für mehr Stadtbäume!
Unterzeichnen Sie die Petition:
www.mitmachen.duh.de/stadtgruen
Alle Ergebnisse des Hitze-Check 2026 finden Sie hier:
www.duh.de/hitzecheck
IMPRESSUM
Zeitschrift für Mitglieder und Förderer der Deutschen Umwelthilfe e.V. und des Global Nature Fund
Herausgeber: Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 9995-0, Fax: -77, info@duh.de, www.duh.de V.i.S.d.P.: Jürgen Resch Redaktion: Jutta Kochendörfer (jk), Gaby Schneider (gs) Autorinnen und Autoren: Svane Bender, Jakob Franke (jf), Helene Freitag (hf), Fabian Heitkemper (fh), Jens Hürdler (jh), Robin Kulpa (rok), Lotte Miehle (lm), Judith Paeper (jp), Nanne Richardsen (nr), Simon Sackers (sis), Agnes Sauter (as), Eva Schellenbeck (es), Kyla Sehner (ks), Ulrike Voß (uv), Claudia Wesemann (cw), Rupert Wronski (rw), Ceren Yildiz Gestaltung: Anke Thiele-Janzen
In DUHwelt-Artikeln verwenden wir in Bezug auf Personen oder ihre Funktionen nicht immer das grammatische Femininum und Maskulinum (z.B. Naturschützerinnen und Naturschützer) nebeneinander. Dort, wo aus Gründen der Vereinfachung nur die männliche Form gewählt wurde, sind aber dennoch alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht gemeint.
Druck: F&W Druck & Mediencenter, Kienberg Anzeigen: Jutta Kochendörfer; es gilt die Anzeigenpreisliste 2026 Verlag und Vertrieb: DUH Umweltschutz-Service GmbH, Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell Gedruckt auf 100 % Recycling-Papier Heftpreis: 2,00 Euro Spendenkonto: SozialBank Köln | IBAN: DE45370205000008190002 SWIFT/BIC: BFSWDE33XXX Deutsche Umwelthilfe und Global Nature Fund werden von zahlreichen Förderern finanziell unterstützt. Die Artikel der DUHwelt geben nicht in jedem Fall die Meinung der Förderer wieder.
Neue Ausstellung: Kunst für die Umwelt
Den Wald erweckt Rüdiger Tillmann mit Stahlfeder und Tusche, Aquarell und Kohle zum Leben. Die filigranen, beinahe realistischen Zeichnungen strahlen seine tiefe Verbundenheit mit dem Wald, seiner Inspirationsquelle, aus. Indem er ihn meist
als Wirtschaftswald darstellt, beleuchtet der Künstler die verwobene Beziehung zwischen Mensch und sensibler Natur. Tillmann bildet nicht nur ab, sondern lenkt und schärft unseren Blick. Hierfür nutzt er bevorzugt Schwarz-Weiß-Techniken.
Besuchen Sie die Ausstellung in unseren Geschäftsräumen in Berlin. Der Verkaufspreis der Kunstwerke enthält einen Spendenanteil, den der Künstler an die DUH spendet. Sie unterstützen mit dem Kauf eines Werkes somit unmittelbar unsere Arbeit. (jk)
Ihr Ausstellungsbesuch
Ansprechpartnerin für einen Besichtigungstermin oder zum Kauf eines Kunstwerkes:
Claudia Tauer
tauer@duh.de 030 2400867-641
Mehr Infos und Bilder: www.l.duh.de/umweltkunst
Juristische Hilfe für Umweltaktive
Umweltrecht ist ein entscheidender Hebel für wirksamen Umwelt- und Klimaschutz. Doch oft bleibt er ungenutzt, weil Wissen oder Ressourcen fehlen. Wir stellen Ihnen Umweltjuristinnen vor, die kostenfreie Beratungsangebote für Aktive einer Bürgerinitiative, einer NGO oder für privat Engagierte bereitstellen. Über den Bürgerschafts- und Engagementpreis „DRUCK MACHEN – Für die Umwelt!“ sind diese Juristinnen mit der DUH vernetzt.
Wer sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzt, stößt schnell auf rechtliche Fragen. Auch wenn es nicht immer um komplexe Verfahren geht, feh-
len oft konkrete Hinweise, etwa zum Umweltinformationsgesetz oder zu Beteiligungsrechten, um die eigenen Handlungsoptionen deutlich besser auszuschöpfen. Genehmigungsverfahren oder Klagemöglichkeiten sind häufig schwer zu durchdringen und ohne juristische Unterstützung kaum nutzbar. Genau hier setzen die beiden Beratungsangebote an.
Green Legal Impact veröffentlicht Informationspapiere zu zentralen Fragen des Umweltrechts, die wichtige rechtliche Grundlagen verständlich aufbereiten. Darüber hinaus gibt es sechs Mal im Monat eine kostenlose Online-Sprechstunde,
in der Engagierte juristische Fragen mit Umweltbezug individuell besprechen können. Verantwortet wird das Angebot von Geschäftsführerin Henrike Lindemann, die als Nominierte für den Bürgerschaftspreis ausgezeichnet wurde.
Die studentische Organisation „Roots – die Umweltrechtsklinik“
bietet kostenfreie rechtliche Unterstützung für Privatpersonen, Umweltverbände und NGOs an. Sie berät zu jeglichen Fragestellungen, die der Förderung des Umwelt- und Klimaschutzes dienen. Emma Stremplat, Gründerin von Roots, haben wir im März als „Umweltjuristin des Jahres 2026“ ausgezeichnet. (cw)
Bevor der Duft aus unserer Kaffee-Tasse aufsteigt, hat jede Kaffeebohne eine lange Reise hinter sich – von der Plantage über mehrere Verarbeitungsstationen hinweg bis in Supermärkte, Cafés, Büros und private Küchen. Die Spuren, die das Lieblingsgetränk der Deutschen auf seinem Weg hinterlässt, haben wir in den Blick genommen.
von Svane Bender
Wenn Unternehmen Produkte aus fernen Ländern nach Deutschland importieren, tragen sie eine Mitverantwortung für den Schutz von Umwelt, Menschenrechten und faire Wettbewerbsbedingungen vor Ort. Uns interessiert, wie verbindlich die Politik Entwaldungsfreiheit, soziale Gerechtigkeit und Transparenz von Rohstoffen regelt und wie weitgehend Unternehmen ihre Verantwortung für die Lieferkette wahrnehmen. Gemeinsam mit unserem Partner Coffee Watch haben wir Kaffee-Lieferketten untersucht und dazu eine Studie veröffentlicht.
Kaffee treibt Entwaldung an
Kaffeeanbau ist der sechstgrößte Treiber von Entwaldung weltweit. Schätzungen zufolge fielen ihm zwischen 2001 und 2015 weltweit fast zwei Millionen Hektar Wald zum Opfer. Als großer Kaffee-Konsument ist die EU allein für 30 bis 40 Prozent dieser Waldzerstörung verantwortlich. Mit den tropischen Wäldern schwindet deren Reichtum an Tier- und Pflanzenarten und ihre Funktion als natürliche Klimaschützer.
Auf Kaffeeplantagen kommen mehr als 150 Pestizide zum Einsatz. Über die Hälfte davon gilt als hochgefährlich und ist in der EU wegen großer Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt verboten. Der Wasserverbrauch vom Anbau bis zur Röstung ist immens: Bis wir eine einzige Tasse mit 125 Millilitern Kaffee füllen, sind im Durchschnitt rund 140 Liter Wasser verbraucht worden.
Der lange Weg der Bohne
Die Hauptanbauländer für Kaffee sind Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Äthiopien, Uganda und Honduras. Mit etwas weniger Produktion folgen Indien, Peru, Uganda sowie Mexiko. Kaffee gedeiht in tropischen Höhenlagen zwischen 1800 und 2600 Metern. Intensiv bewirtschaftete Monokulturen dominieren häufig. In genau diesen wächst Kaffee oft großflächig mit hohem Pestizideinsatz und negativen Folgen für die Region. Naturnaher Agroforst setzt dagegen auf Kaffeepflanzen zwischen schattenspendenden Bäumen. Das schützt Böden vor Erosion, hält Wasser zurück und schafft Lebensraum für Artenvielfalt.
Die roten Kaffeekirschen werden meist von Saisonkräften per Hand gepflückt – oft ohne Versicherung oder ausreichenden Arbeitsschutz. Pestizide erhöhen die Risiken zusätzlich. Auch der Wasserverbrauch ist hoch: Kaffee-Monokulturen müssen intensiv bewässert werden. Danach wird meist weiteres Wasser eingesetzt, um das Fruchtfleisch von der Bohne zu lösen. Ressourcenschonender ist eine Sonnentrocknung. Sie wird jedoch seltener genutzt, weil der Geschmack dabei stärker variiert als bei der Waschung.
Von dem Preis, den wir am Ende für eine Tasse Kaffee zahlen, kommen bei den Produzentinnen und Produzenten oft nur ein bis zehn Prozent an. Als Grünkaffee gelangt er per Schiff nach Europa und wird erst dann geröstet, verpackt und an den Handel weitergegeben. Somit findet hier auch der größte Teil der Wertschöpfung statt. »
Häufig wird Kaffee in Monokultur angebaut. Erst nachdem das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen entfernt worden ist, kommen die grünen Bohnen zum Vorschein. Für Endverbraucher werden die gerösteten, braunen Kaffeebohnen abgepackt.
Kaffee belegt Platz 6 unter den Agrarrohstoffen, die weltweit die Entwaldung antreiben.
Welche Unternehmen übernehmen Verantwortung?
Die DUH hat über 30 deutsche Unternehmen aus dem Kaffeesektor angeschrieben – darunter Unternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie und Verarbeitung. Wir wollten wissen: Wie reagieren sie auf gesetzliche Vorgaben? Und wie transparent gehen sie mit Risiken in ihren Lieferketten um?
Unternehmen
Alnatura
JDE Peet‘s
Seeberger
Nestlé
Tchibo
Kaufland
Kamps
Lidl
Rewe
Rückverfolgbarkeit & Transparenz
Datenerhebung & Umweltinformationen
Strategie & Managementsysteme
Risikoanalysen und -prävention
Zusammenarbeit & Unterstützung
Wiederherstellung & Beschwerdemechanismen
DUH-Gesamtwertung der Unternehmen
» Wir machen uns dafür stark, dass alle Lieferketten-Regelwerke unverändert bleiben und konsequent angewendet werden. Regeln allein reichen aber nicht: Es braucht politischen und unternehmerischen Willen, Aufklärung in den Anbauländern und eine konsequente Durchsetzung des Rechts. Besonders Kleinbäuerinnen und Kleinbauern müssen gezielt unterstützt werden. Und die öffentliche Beschaffung muss als Leuchtturm vorangehen – mit entwaldungsfreien und fairen Produkten. «
Svane Bender
Fachbereichsleiterin Naturschutz und Biologische Vielfalt der DUH, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den ökologischen Folgen des Kaffeeanbaus.
Penny
Edeka
Netto MarkenDiscount
Lekkerland
Aldi Süd
New Coffee
Melitta
Neumann
Kaffee Gruppe
Aldi Nord
Dallmayr KG
Bela
J.J. Darboven
BEWERTUNG: unzureichend verbesserungsbedürftig akzeptabel gut
Die Übersicht zeigt, wie gut Unternehmen ihrer eigenen Einschätzung nach bei Datenerhebung, Umweltinformation, Risikoanalyse, Präventionsmaßnahmen und Rückverfolgbarkeit aufgestellt sind. Grundlage ist die Befragung der Unternehmen. Eine inhaltliche Bewertung dieser Nachhaltigkeitsbemühungen war nicht Teil dieser Untersuchung.
Bei den Menschen in den Anbauländern bleibt in der Regel nur ein geringer Teil der Wertschöpfung aus Kaffee.
Bevorzugen Sie beim Einkauf …
sonnengetrockneten, bio-zertifizierten und fair gehandelten Kaffee. Ihre Nachfrage steuert Produktionsmethoden und Lieferketten mit. Fragen Sie im Handel und bei den Herstellerunternehmen gezielt nach, wenn solche Produkte oder Information dazu fehlen.
Risiken entlang der gesamten Lieferkette reduzieren
Zur Verantwortung der Unternehmen im Kaffeesektor gehört, Entwaldungsfreiheit sicherzustellen und Menschenrechts- und Umweltrisiken in der eigenen Lieferkette gezielt zu adressieren. Hierfür sind transparente Lieferketten unerlässlich: Nur wer weiß, woher der Kaffee stammt und unter welchen Bedingungen er produziert wurde, kann Risiken erkennen und wirksam reduzieren. Europäische Kaffeeimporteure müssen faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten. Zugleich dürfen sie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit der oft kostspieligen Umstellung auf nachhaltigere Anbaumethoden und Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben nicht alleinlassen. Gefragt sind Beratung, Wissensaustausch und Unterstützung bei den Kosten – etwa für natur- und klimaschonende Anbaumethoden wie Agroforst, weniger Entwaldung und Pestizide und einen geringeren Wasserverbrauch.
Verbindliche politische Vorgaben schaffen die Grundlage, dass Risiken systematisch erkannt, verhindert und behoben werden. Bei Lieferkettenregeln geht es darum, Entwaldung, Umweltbelastung, illegale Landnutzung oder schlechte Arbeitsbedingungen in der eigenen Lieferkette zu reduzieren bzw. zu beseitigen – und Unternehmen hierfür eine Mitverantwortung zu übertragen. Hier setzen drei zentrale Regelwerke an: EUDR, Lieferkettengesetz und CSDDD (siehe brauner Kasten).
Die transparente Rückverfolgbarkeit via GPS-Daten ist entscheidend für die EUDR, viele Betriebe haben sich bereits vorbereitet.
Doch diese europäischen und nationalen Regelungen werden aktuell unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus und infolge eines immensen Lobbydrucks abgeschwächt oder deren Anwendung verzögert. Die Folge: Unternehmen, die bereits verantwortungsvoll investieren, werden benachteiligt. Illegale Landnutzung, Sklaven- und Kinderarbeit sowie Entwaldung schreiten unkontrolliert voran. Natürlich betrifft das nicht allein Kaffee, sondern viele andere Rohstoffe. Die DUH hält konsequent dagegen: Eine von uns beauftragte Studie hat jüngst gezeigt, dass die EUDR schon jetzt in allen EU-Mitgliedsstaaten für mehr Rückverfolgbarkeit und Transparenz in Lieferketten sorgt. Sogar die EU-Kommission hat sich hierauf schon berufen. Das zeigt: Unsere Argumente dringen durch!
Die drei Regelwerke für Kaffeelieferketten
EUEntwaldungsverordnung, kurz EUDR
Sie verbietet das Inverkehrbringen bestimmter Rohstoffe und Produkte auf dem EU-Markt, wenn diese mit Entwaldung oder Waldschädigungsvorschriften des Erzeugerlandes produziert wurden.
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, kurz LkSG
Es verpflichtet deutsche Unternehmen, Risiken für und Auswirkungen auf Umwelt und Menschenrechte entlang der Lieferkette zu erkennen, zu verhindern und zu beheben.
EURichtlinie Corporate Sustainability Due Diligence Directive, kurz CSDDD
Sie sieht EU-weit ähnliche Pflichten wie das deutsche Lieferkettengesetz für große Unternehmen vor.
Mehr Informationen
Mehr zu nachhaltigen Lieferketten sowie unsere Studie „Wald in der Kaffeetasse?“ finden Sie hier:
www.l.duh.de/kaffee
Förderer und Partner: Coffee Watch
Nach Erscheinen dieser DUHwelt veröffentlichen INKOTA netzwerk, PAN International und Coffee Watch einen Pestizid-Report, an dem auch die DUH mitgewirkt hat. Der Report zeigt detailliert, welche Risiken mit dem Einsatz hochgefährlicher Pestizide auf Kaffeeplantagen verbunden sind.
Wald in der Kaffeetasse? Warum klare Regeln für eine nachhaltige Kaffeelieferkette unverzichtbar sind
Kaffee und seine bitteren Folgen
Unseren Kaffee-Lieferketten fehlt es an Transparenz hinsichtlich Entwaldungsfreiheit und Menschenrechten. Zudem leiden Böden, Wasser und die Biodiversität unter dem Einsatz hochgefährlicher Pestizide, denen oft auch die Anwender schutzlos ausgesetzt sind. Viele Kaffee-Kleinbäuerinnen und -bauern können kein ausreichendes Einkommen erwirtschaften und sich nicht adäquat auf Klimawandel und gesetzliche Vorgaben vorbereiten. Selbst Kaffee mit Bio- und Fairtrade-Siegel kann zu Lasten von Wald angebaut worden sein.
Kaffee ist in Deutschland Alltagsgetränk
In Deutschland lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2024 bei rund 163 Litern. Das entspricht ungefähr einer gut gefüllten Badewanne.
Quelle: Deutscher Kaffeeverband
So viel Wasser hat Ihr Kaffee verbraucht
Wenn wir eine Tasse mit Kaffee füllen, ist für Anbau, Verarbeitung und Transport bereits viel Wasser verbraucht worden.
Von dieser Bohne kann man kaum leben
25 Millionen Menschen weltweit bauen unseren Kaffee an. 5,5 Millionen von ihnen leben unterhalb der Armutsgrenze von weniger als 3,20 US-Dollar pro Tag.
1 Tasse Kaffee (125 ml)
1.120 Tassen (entspricht 140 l) virtuelles Wasser
Quelle: UNESCO-IHE Institute of Water Education
Quellen: FAO, Coffee Watch
Das Geschäft mit der Kaffeebohne
Von der Wertschöpfung profitieren vor allem die Länder, in die der Kaffee exportiert wird.
Wertschöpfung aus Röstung, Marke, Handel, Gastronomie, Logistik und Steuern: 90 Prozent
FAO
Wertschöpfung der Kaffee-Landwirte: maximal 10 Prozent
Pestizide: Gefahr für Mensch und Natur
PAN Europe
Was den Wald verdrängt
Unter den Agrar-Rohstoffen gehört Kaffee weltweit zu den größten Treibern von Entwaldung.
Im Zeitraum zwischen 2001 und 2015 wurde so viel Wald für Agrarzwecke gerodet:
Ölpalme – 10,5 Mio. Hektar
Soja – 8,2 Mio. Hektar
Kakao – 2,3 Mio. Hektar
Kautschuk – 2,1 Mio. Hektar
Kaffee – 1,9 Mio. Hektar
PlantagenHolzfaser – 1,8 Mio. Hektar
World Resources Institute
Über 150 Pestizidwirkstoffe werden weltweit im Kaffeeanbau eingesetzt.
75 davon sind in der EU wegen zu großer Risiken verboten.
Rinderweide – 45,1 Mio. Hektar
Quelle:
Quelle:
Quelle:
Wir bringen den Methan-Missstand ans Licht
Das Verbrennen von Erdgas ist ohnehin treibhausgasintensiv. Wer zuhause damit heizt, hat keinen Einfluss auf Umweltschäden, die bei dessen Förderung oder dem Transport schon entstanden sind. Entweicht es aus Bohrlöchern, Pipelines, Verdichterstationen oder LNG-Terminals, verursacht das Gas zusätzliche Klimaschäden. DUH-Recherchen zeigen, wie lückenhaft viele Konzerne diese Methanemissionen melden.
W as als Erdgas durch unsere Leitungen fließt, besteht fast vollständig aus Methan, einem Treibhausgas, das rund 80mal klimaschädlicher als CO₂ ist und etwa ein Drittel der globalen Erderwärmung verursacht. Auch bei der Ölproduktion und im Kohleabbau entstehen erhebliche Methanemissionen. Nach der Landwirtschaft ist der fossile Energiesektor die größte menschengemachte Methanquelle.
Unternehmen, die fossile Energieträger fördern oder transportieren, müssen endlich offenlegen, wo Methan austritt, wie viel entweicht und was sie dagegen unter-
nehmen. Wie nötig unser Druck ist, zeigt ein Blick auf den Energiesektor: Rund 40 Prozent der weltweiten Methanemissionen stammen von dort.
Die EU schafft Regeln, hierzulande herrscht Chaos
Mit der EU-Methanverordnung gelten erstmals verbindliche Vorgaben für Öl- und Gasunternehmen, darunter Betreiber von LNGTerminals, Gasspeichern oder -netzen. Sie alle müssen ihre Methanemissionen melden, also undichte Infrastruktur offenlegen, und
Lecks reparieren. Ausblasen und Abfackeln von Erdgas werden eingeschränkt. Vereinfacht gesagt: Energie soll nicht länger klimaschädlich in die Atmosphäre entweichen, sondern bei den Verbrauchern ankommen. Deutschland hat die nationale Umsetzung der Methan-Verordnung monatelang verschleppt. Zehn Bundesländer haben bis heute nicht einmal Behörden benannt, die für die Kontrolle und das Veröffentlichen der Berichte zuständig wären. Das Umweltbundesamt musste notgedrungen einspringen, die Berichte sammeln und die Daten an die EU-Kommission weiterleiten.
In vielen Ländern fackelt die Ölindustrie entweichendes Erdgas ab. Allerdings verbrennt es nie vollständig – ein Teil davon gelangt immer in die Atmosphäre.
So haben wir die Transparenzlücke aufgedeckt
Über Anfragen nach dem Umweltinformationsgesetz haben wir die Herausgabe der Betreiberberichte erwirkt, die zuvor nicht öffentlich zugänglich waren. Erst hierdurch wurde offenkundig: Da klafft eine massive Transparenzlücke. Rund ein Drittel der Unternehmen hat in der ersten Berichtswelle überhaupt keinen Bericht abgegeben. Darunter sind nicht nur kleine Betreiber, sondern auch große Akteure wie VNG und Covestro. Für 2025 wurden zwar etwas mehr Berichte eingereicht, doch ausgerechnet die zentrale Infrastruktur der LNG-Terminals hat laut den Daten des Umweltbundesamts in diesem Jahr keine Berichte geliefert. Vielfach unzureichend ist auch die Qualität der Berichte. Selbst große Konzerne mit Milliardengewinnen wie ExxonMobil, die in Niedersachsen seit Jahrzehnten Erdgas fördern, unterschlagen zentrale Angaben über ihre Leckagen. Ohne Emissionsfaktoren, Aktivitätsdaten oder nachvollziehbare Methodik lassen sich die gemeldeten Methan-Emissionen nicht überprüfen. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet solche Unternehmen gleichzeitig gegen die Methanverordnung mobilisieren? Manche kleineren Stadtwerke zeigen, dass nachvollziehbare Angaben problemlos machbar sind.
Ein Sektor, der mit Fortschritten bei der Minderung von Klimaemissionen wirbt, schafft es nicht, diese transparent zu belegen. Bleibt die Frage: Kennen die Betreiber ihre eigene Infrastruktur nicht oder wollen sie bewusst etwas vertuschen? Für uns ist das Verschleiern unbequemer Fakten ein klarer Rechtsbruch. Dass die Betreiber sich immer noch sträuben, ihre Emissionen offenzulegen, ist ein Skandal!
Deutschland darf das Klimaschutzpotenzial nicht länger ignorieren
Schnelles und konsequentes Handeln ist unerlässlich, denn für wirksame Maßnahmen bleibt immer weniger Zeit. Das zeigt auch ein neues Rechtsgutachten der DUH, das Reduktionspotenziale über den Geltungsbereich der Methanverordnung hinaus aufzeigt. Insbesondere in der Rindermast und Milchviehhaltung sowie der Biogasproduktion gibt es enorme Potenziale, die dringend angegangen werden müssen.
Der Global Methane Pledge, eine Initiative getragen von rund 160 Staaten und der Europäischen Union, strebt eine Reduktion der globalen Methan-Emissionen um 30 Prozent bis 2030 an. Auch die Bundesregierung hat sich dazu verpflichtet. Zur Halbzeit droht dies zu einem Papiertiger zu verkommen: Zwar
haben internationale Aufmerksamkeit und sektorale Initiativen zugenommen, doch verbindliche Umsetzungsmechanismen und ausreichende Emissionsminderungen bleiben bislang aus. Global sind die Emissionen seit Verabschiedung dieses Versprechens nicht gesunken, sondern steigen immer weiter an.
Für die Bewertung besonders relevant ist die nationale Ebene: In Deutschland sind die Methanemissionen zwischen 2020 und 2024 zwar um rund acht Prozent gesunken – doch das ist deutlich zu wenig, um auf Kurs für das 30 Prozent-Ziel zu kommen. Eine erhebliche Ambitionslücke klafft beim Agrarsektor, für den die Bundesregierung noch nicht einmal einen Plan, geschweige denn effektive Minderungsmaßnahmen vorgelegt hat. Und neue LNG-Lieferverträge aus besonders methanintensiven Fördergebieten treiben die fossilen Vorkettenemissionen sogar noch in die Höhe.
Um das Ziel des Global Methane Pledge zu erreichen, fordern wir von der Bundesregierung und den Ländern, das Thema Methan ambitioniert anzugehen. Die Betreiberunternehmen haben wir an die Pflicht erinnert, ihre Methanemissionen nachvollziehbar offenzulegen und gehen juristische Schritte, um besonders eklatante Verstöße zu ahnden. (sis, jh)
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Die Energiewende vor Ihrer Haustür
Viele Menschen in Deutschland möchten die Energiewende selbst voranbringen: auf dem eigenen Dach, mit BürgerenergieProjekten, im Heizungskeller oder an der Ladesäule. Daher lohnt sich ein Blick auf die Gesetzeslage. Wir erklären die aktuellen energiepolitischen Entwicklungen.
Der Bundesregierung gelingt es bislang nicht, die Energiewende konsequent als Schlüssel für Klimaschutz, bezahlbare Energie und mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen zu begreifen. Stattdessen bremst sie die Energiewende an mehreren Stellen oder stellt Fortschritte infrage.
Solarstrom auf dem Dach: Die „Reiche-Kluft“ verhindern
Folgt auf die „Altmaier-Delle“ von 2012 nun die „Reiche-Kluft“ bei der Photovoltaik? Vieles deutet darauf hin. Seit ihrem Amtsantritt stellt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den bisherigen Kurs der Energiewende infrage – besonders bei Solarenergie auf Wohnhäusern und Bürgerenergie-Projekten.
Auch ihr Monitoringbericht zur Energiewende zeigte diese Richtung: Erneuerbare Energien wurden kritisch dargestellt, während Erdgas und Kohlenstoffspeicherung, kurz CCS, wieder aufgewertet wurden. Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe ist das ein gefährlicher Kurswechsel. Statt die Energiewende zu beschleunigen, droht die Politik fossile Infrastrukturen wie Erdgas länger zu stabilisieren. Besonders problematisch sind die geleakten Pläne zum Erneuerbare-EnergienGesetz und zum Netzpaket von Anfang 2026: Darin ist vorgesehen, die Förderung für private Aufdachanlagen zu streichen und eine Pflicht zur Direktvermarktung einzuführen. Weil dadurch Solarstrom vom eigenen Dach komplizierter und weniger wirtschaftlich würde, könnten viele Menschen ihre Investition verschieben – oder ganz verwerfen.
Damit droht eine neue soziale Spaltung der Energiewende: Wohlhabendere Haushalte können weiter investieren, kleinere Projekte und Menschen mit weniger finanziellem Spielraum werden abgehängt. Auch das Netzpaket droht die Bürgerenergie auszubremsen – etwa durch Eingriffe in den Anschlussvorrang, zusätzliche Zahlungen für den Netzanschluss und schlechtere Regeln bei der Abregelung, dem sogenannten „Redispatch-Vorbehalt“.
Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich dafür ein, diese Rückschritte zu stoppen und die dezentrale Energiewende zu verteidigen. Wir machen politisch Druck gegen neue Hürden für private Aufdachanlagen und Bürgerenergie – damit Menschen weiterhin selbst in saubere Energie investieren und die Energiewende vor Ort mitgestalten können.
Solarstrom vom Dach und Wärmepumpe am Haus zeigen, wie die Energiewende vor Ort gelingt: Sie machen unabhängiger von fossilen Energien und schützen langfristig vor steigenden Kosten. Dafür braucht es faire Regeln statt neuer Hürden.
Im Heizungskeller: Warum die Wärmewende Verbraucherschutz ist
Das Gebäudeenergiegesetz ist einer der zentralen Bausteine für den Ausstieg aus fossiler Wärme. Mit der 65-Prozent-Vorgabe organisiert es den schrittweisen Wechsel: Wenn eine Heizung ausgetauscht wird, soll die neue Lösung überwiegend erneuerbare Energien nutzen. Trotz der massiven politischen Instrumentalisierung als angebliches „Heizungsgesetz“ schafft diese Regel Planungssicherheit – für Haushalte, Hersteller und Handwerk. Dass sie in der Praxis angekommen ist, zeigt auch die Entwicklung am Markt: 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen installiert.
Viele Menschen wählen also bereits eine Wärmeversorgung, die unabhängiger von fossilen Brennstoffen und Preissprüngen macht. Nun aber will die Bundesregierung zentrale Regeln wieder abschaffen oder aufweichen. Im geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz ist unter anderem von einer „Grüngasquote“ und einer sogenannten „Biotreppe“ die Rede. Das klingt nach Technologieoffenheit, droht aber, Gasheizungen künstlich attraktiv zu halten – obwohl so genannte klimafreundliche Gase knapp, teuer und teils klimapolitisch fragwürdig sind.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das riskant. Gasheizungen können zur Kostenfalle werden: Wenn mehr Haushalte aus dem Gasnetz aussteigen, verteilen sich Netzentgelte auf weniger Schultern und werden deutlich teurer. Zugleich bleiben fossile Brennstoffe anfällig für Preissprünge und geopolitische Abhängigkeiten.
Besonders Mieterinnen und Mieter tragen dabei ein strukturelles Risiko. Sie entscheiden nicht selbst, welche Heizung eingebaut wird, zahlen aber über die Nebenkosten mit. Deshalb arbeitet die DUH mit Sozial- und Verbraucherverbänden zusammen, um die Folgen falscher Weichenstellungen sichtbar zu machen. Denn entscheidend ist, welche Heizung auch in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren noch bezahlbar und klimaverträglich ist.
An der Ladesäule: Die THG-Quote zwischen Chance und Fehlanreiz
Die Treibhausgasminderungsquote (THGQuote) verpflichtet Mineralölunternehmen,
die Emissionen ihrer Kraftstoffe zu senken. Dafür kaufen sie Erfüllungsoptionen wie Ladestrom oder sogenannte alternative Kraftstoffe ein und geben die Kosten über Spritpreise weiter.
So ist ein Milliardenmarkt entstanden. Die Preise für THG-Quoten sind 2026 deutlich gestiegen. Doch bisher profitieren vor allem die Anbieter biogener Kraftstoffe mit meist problematischer Klimabilanz. Kraftstoffe aus Anbaubiomasse (Agrokraftstoffe) können Naturzerstörung, Flächenkonkurrenz und zusätzliche Emissionen verursachen. Vermeintliche Abfall- und Reststoffe sind begrenzt verfügbar und anfällig für Betrug.
Zuletzt wurde nicht nur die THG-Quote insgesamt angehoben, auch die Obergrenze für Agrokraftstoffe und der Mindestanteil bestimmter Abfall- und Reststoffe wurde ausgeweitet. Die DUH kritisiert das aufgrund der ökologischen Risiken massiv.
Mitmachen:
Außerdem kommt eine neue Quote für Wasserstoff und E-Fuels. Synthetische Kraftstoffe wie E-Fuels oder Wasserstoff sind allerdings knapp und teuer, außerdem im Straßenverkehr vergleichsweise ineffizient. Sie sollten dort eingesetzt werden, wo direkte Elektrifizierung schwierig ist wie im Flug- und Schiffsverkehr.
Strom hingegen spielt in der THG-Quote weiterhin nur eine Nebenrolle. Dabei liegt hier die eigentliche Chance: Eine klare Priorität für Strom als effizienteste und günstigste Lösung kann die Elektromobilität fördern. Die THG-Quote darf nicht als Förderinstrument für Scheinlösungen wie HVO100 oder E-Fuels die Elektrifizierung im Straßenverkehr verzögern. Aus Sicht der DUH muss sie den schnellsten und effizientesten Weg aus der fossilen Abhängigkeit stärken: direkte Elektrifizierung statt neuer Abhängigkeiten vom Verbrennungsmotor. (hf, lm, rw)
Unterstützen Sie unsere Petitionen „Energiewende jetzt!“ und „Raus aus Öl und Gas!“.
www.l.duh.de/mitmachenenergiewende
THGQuote spenden:
www.l.duh.de/mitmachengasausstieg
Wer ein Elektroauto besitzt, kann seine THG-Quote vermarkten und einen Teil seiner Erlöse spenden (z.B. über Fairnergy oder Instadrive).
Wer elektrisch fährt, vermeidet fossile Kraftstoffe.
Flaschenhals Smart Meter
Ohne ein vollständig digitalisiertes Stromsystem keine erfolgreiche Energiewende: In Deutschland blockieren bürokratische Sicherheitsbedenken und traditionelle Geschäftsinteressen den dringend notwendigen Smart-Meter-Rollout. Das gefährdet die Ausbauziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, treibt die Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher in die Höhe und beschränkt deren Beteiligungsmöglichkeiten an der Energiewende.
Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien – inzwischen rund zwei Drittel der Stromerzeugung – wird Flexibilität im Stromsystem immer wichtiger. Wind- und Solarstrom schwanken, Angebot und Nachfrage müssen daher besser aufeinander abgestimmt werden. Genau hier setzen intelligente Messsysteme an: Sogenannte Smart Meter schaffen Transparenz hinsichtlich des Stromverbrauchs und bilden die Grundlage für Lastverschiebungen und damit einen geringeren Netzausbaubedarf.
Doch der Blick auf die Realität ist ernüchternd: Laut Smart-Meter-Atlas, basierend auf Daten der Bundesnetzagentur, sind mit 3,1 Millionen von über 56 Millionen Messstellen bislang nur 5,5 Prozent mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Im europäischen Vergleich ist Deutschland damit untern den Schlusslichtern. Dies macht deutlich: Der schleppende Rollout ist kein technisches, sondern ein politisches und strukturelles Versagen.
Gesetzliche Vorgaben greifen nicht
Zwar gibt die Bundesregierung mit dem „Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende“ klar vor: Ab 2025 besteht ein Anspruch auf einen Smart Meter, für bestimmte Verbrauchergruppen ist der Einbau verpflichtend. In der Praxis jedoch werden Haushalte durch lange Wartezeiten, fehlende Angebote oder überhöhte Kosten ausgebremst.
Die Ursachen sind hausgemacht: Extrem hohe Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen haben zu einer überkomplexen, teuren Lösung geführt. Zertifizierung und Einbau sind aufwendig. Dadurch bleibt der Markt klein; die Zahl der Anbieter und die Handwerkskapazitäten sind begrenzt. Hinzu kommen mehr als 800 Verteilnetzbetreiber, die als grundzuständige Messstellenbetreiber zunächst für den Einbau verantwortlich
So funktioniert ein Smart Meter
Stromverbrauch wird gemessen
Stromverbrauch kann jederzeit am PC oder Smartphone abgerufen werden
sind, mit uneinheitlichen Prozessen und teils widerstrebenden Geschäftsinteressen.
Smart Meter light für die Energiewende in Bürgerhand
Wir setzen uns deshalb entschieden für die schnelle Einführung eines Smart Meter light für alle Haushalte ein, die keinen Pflichteinbaufall darstellen. Ein solches System mit reduzierter Komplexität, schlanker Zertifizierung und viertelstündlicher Messung würde den Rollout deutlich beschleunigen – so wie es in fast allen anderen EU-Staaten längst Standard ist.
Gleichzeitig müssen Verteilnetzbetreiber stärker kontrolliert und bei Blockade notfalls auch sanktioniert werden. Einen politisch ge-
Stromverbrauch wird an den Stromanbieter gesendet
Der Stromanbieter wertet Daten aus
steuerten Ausschluss von wettbewerblichen Messstellenbetreibern, die bereits zu einer Beschleunigung des Ausbaus beitragen, darf es nicht geben. Ohne einen flächendeckenden, bezahlbaren Smart-Meter-Ausbau wird das Ziel, das Stromsystem fast vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen, technisch nicht realisierbar sein. Noch dazu wird die Zustimmung der Menschen mangels Beteiligungsmöglichkeiten verloren gehen. Denn Smart Meter sind auch die Voraussetzung für Energy Sharing, das unkomplizierte Teilen von überschüssigem Strom, und für das Einbinden von Klein- und Heimspeichern in ein flexibles Stromsystem. (rw)
Förderer:
Smart Meter
* Wasserflaschen, Sonnencreme, Zigarettenfilter, Fast Fashion in der Trendfarbe der Saison. Etwa eine LKW-Ladung Plastik landet pro Minute im Meer. Ins Mittelmeer gelangen so im Sommer 40% mehr Plastikmüll als während der restlichen Monate. Er zersetzt sich im Meer durch Brandung, Wellengang, Salzwasser und UVStrahlung in seine kleinsten Teile. Gleichzeitig gelangt das Plastik teilweise auch schon als Mikroplastik ins Meer, aber auch in unsere Seen und auf unsere Äcker. Im Urlaub ist unser Plastik-Fußabdruck größer als im Alltag, die Recyclingquoten oft niedriger als zuhause. Eine klassische Wasserflasche aus PET braucht 450 Jahre, bis sie im Meer vollständig abgebaut ist. In 6500 Metern Tiefe wurde eine neue Krebsart entdeckt. Auch sie hatte eine PET-Faser im Bauch und bekam daher den Namen Eurythenes plasticus. Der Eindruck, dass der Höhepunkt der Wegwerfgesellschaft längst hinter uns liegt, täuscht: Laut Prognosen wird sich die Plastikproduktion bis 2050 mindestens verdoppeln. Who cares?
AUSGABEN 25 EURO
Essen fürs Klima beginnt beim Einkauf
Viele wissen inzwischen, wie klimafreundliche Ernährung funktioniert: weniger Fleisch und Milchprodukte, mehr Pflanzliches, dazu saisonal und möglichst regional einkaufen. Doch trotz wachsender Aufmerksamkeit für das Thema hat sich das Einkaufsverhalten bislang nur wenig verändert. Der Global Nature Fund (GNF) wirkt an einem Projekt mit, das dies ändern will. Konkrete Tipps gibt es auch für Ihren Alltag.
Das Potenzial ist enorm: Rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen entsteht durch unser Ernährungssystem – von der Produktion über den Transport bis hin zum Konsum. Wer klimafreundlicher einkauft, kann also einen spürbaren Unterschied machen. Doch wie gelingt das tatsächlich im Alltag?
In einem mehrjährigen Forschungsprojekt untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf Forschungseinrichtungen und Hochschulen in acht europäischen Ländern, welche Maßnahmen entlang der gesamten Lebensmittelkette wirken – von der Produktion über den Handel bis zum Konsum. Im Fokus stand dabei die Frage, welche Anreize nachhaltiges Verhalten tatsächlich fördern – auch beim Einkauf.
Warum gute Vorsätze oft nicht reichen
Viele Menschen haben durchaus die Absicht, nachhaltigere Lebensmittel einzukaufen, scheitern aber an Gewohnheiten, Kosten oder schlicht an der Situation im Supermarkt. Kaufentscheidungen werden häufig spontan getroffen, unter Zeitdruck und entlang vertrauter Routinen. Wer den Fleisch- oder Mol-
kereiwaren-Bereich betritt, hat meist schon im Kopf, was im Einkaufswagen landen soll. Pflanzliche Alternativen werden in diesem Moment oft gar nicht als echte Option wahrgenommen. Gleichzeitig sind nachhaltigere Produkte nicht immer so präsent, dass sie automatisch ins Auge fallen.
Die Studien haben deshalb gezielt untersucht, wie sich das Einkaufsumfeld so verändern lässt, dass klimafreundlichere Entscheidungen leichter fallen. Dazu wurden Experimente in mehreren europäischen Ländern durchgeführt – sowohl in realen Supermärkten als auch in simulierten On-
line-Shops. Getestet wurden unterschiedliche Maßnahmen, etwa Preisänderungen, Klimalabel oder die gezielte Umplatzierung von Produkten.
Was unser Einkaufsverhalten wirklich lenkt
Das Ergebnis: Besonders wirksam ist das Zusammenspiel aus klarer Kennzeichnung, Preisanreizen und einer veränderten Produktplatzierung. Ein Klimalabel, das ähnlich wie eine Ampel auf einen Blick zeigt, wie stark ein Produkt das Klima belastet, könnte
Bio-Gemüsehof in Schottland: Nachhaltigkeit beginnt beim Anbau – und beim Austausch von Wissen.
Fotos: VISIONARY
In
Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei helfen, Unterschiede besser zu erkennen. In Kombination mit einer gut sichtbaren Platzierung pflanzlicher Alternativen – etwa direkt im Fleisch- oder Milchregal – führte das in den Simulationen zu klimafreundlicheren Einkaufsentscheidungen.
Auch der Preis spielt eine wichtige Rolle. Die Studien zeigen, dass günstigere klimafreundliche Produkte häufiger gekauft werden. Gleichzeitig sinkt der Konsum emissionsintensiver Lebensmittel vor allem dann, wenn diese teurer werden. Entscheidend ist also nicht nur, nachhaltige Optionen attraktiver zu machen, sondern auch klimaschädliche Produkte weniger attraktiv.
Auch wenn viele dieser Veränderungen vom Handel oder von politischen Rahmenbedingungen abhängen, lassen sich einige
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NACHSPIELZEIT
Die offene Gesellschaft liegt schwer im Rückstand. Wie drehen wir das Ding noch?
Mit: Daniel Cohn-Bendit, Karoline Eichhorn, Alina Frieske, Ruth Fuentes, Dana Giesecke, Maja Göpel, Diana Kinnert ,Reinhard Loske, Wolf Lotter, Anna-Verena Nosthoff, Lukas Rietzsche, Hartmut Rosa, Uwe Schneidewind und Harald Welzer
Erkenntnisse direkt in den eigenen Alltag übertragen. Wer bewusst einkauft, kann sich die Mechanismen zunutze machen, die in den Studien sichtbar werden.
So schont Ihr Einkauf das Klima
Halten Sie gezielt nach pflanzlichen Alternativen Ausschau – gerade dort, wo man sie vielleicht nicht erwartet. Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie liefern viel Eiweiß, verursachen aber deutlich weniger Emissionen als Fleisch und können dieses in vielen Gerichten ersetzen.
Schärfen Sie Ihren eigenen Blick für Unterschiede. Auch ohne einheitliches Klimalabel lassen sich oft Hinweise auf die Umweltwirkung von Produkten erkennen,
etwa über Herkunft, Verarbeitungsgrad oder Zutaten.
Jede unserer einzelnen Kaufentscheidungen trägt dazu bei, die Nachfrage zu verändern und langfristig auch das Angebot im Supermarkt zu beeinflussen.
Der Schlüssel liegt im System – und im Alltag
Die Ergebnisse aus dem Projekt machen deutlich, dass klimafreundliche Ernährung nicht allein eine Frage individueller Verantwortung ist. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Angebot, Preisgestaltung und Information. Menschen entscheiden nachhaltiger, wenn die bessere Wahl die einfachere ist. (es)
Das Projekt VISIONARY VISIONARY ist ein EU-gefördertes Projekt von Wissenschaftlern, NGOs und Praktikern aus ganz Europa, die das europäische Lebensmittelsystem in eine nachhaltigere Zukunft lenken wollen. Der GNF verantwortet die Kommunikation der Forschungsergebnisse und fungiert unter anderem als Schnittstelle zur Lebensmittelindustrie.
www.visionaryproject.eu
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Italien nahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wertvolle Impulse für ihre Forschung zur Emissionsreduktion in der klimaintensiven Milchwirtschaft mit.
Mit Pestizidklagen gegen das Insektensterben
Unsere Kinder sehen heute immer weniger Schmetterlinge. Arten wie Maivogel, Apollofalter oder Ameisenbläulinge sind vielen kaum noch bekannt. Bereits zwei Drittel unserer Tagfalter und die Hälfte unserer Nachtfalter sind gefährdet — und mit ihnen die Ökosysteme, in denen sie leben. Ein wesentlicher Grund ist der hohe Einsatz giftiger Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft. Wirkstoffe wie Neonikotinoide bekämpfen sogenannte Pflanzenschädlinge, dezimieren aber auch viele andere Insektenarten. Gegen den Einsatz solcher umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestizide gehen wir mit Fachwissen, politischem Druck und Klagen vor.
Dank der Unterstützung unserer Pestizid-Klagen-Paten konnten wir bereits wichtige Erfolge erzielen. Eine seit März 2025 laufende Klage vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig gegen das extrem klimaschädliche Pestizid ProFume mit dem Wirkstoff Sulfurylfluorid führte zum Widerruf der Anwendung bei Exportholz. Das Gas wurde in großen deutschen Seehäfen ein-
gesetzt, um Holz für den Export in Drittstaaten zu behandeln. Sulfurylfluorid ist bis zu 7.500-mal klimaschädlicher als CO₂ und verschärft damit auch die Bedrohung empfindlicher Lebensräume.
Auch am 3. November 2025 erreichten wir vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einen wichtigen Fortschritt für den Insektenschutz.
oben: Der Maivogel ist in ganz Europa vom Aussterben bedroht.
Im Mittelpunkt stand das Pestizid Cadou SC mit dem Wirkstoff Flufenacet. Die EU hatte die Genehmigung aus Umwelt- und Gesundheitsgründen nicht verlängert. Trotzdem gewährte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Deutschland noch weitreichende Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.
Das Gericht stellte klar: Pauschale Übergangsfristen sind rechtswidrig. Behörden müssen gründlich prüfen, ob und wie lange ein Pestizid nach dem Ende seiner Genehmigung noch verkauft oder verwendet werden darf. Das ist ein wichtiger Präzedenzfall für strengere Pestizidkontrollen.
links: Hierzulande landen jedes Jahr 30.000 Tonnen Pestizide auf Äckern und in der Umwelt.
Damit Schmetterlinge wieder Lebensräume finden
Unser Ziel ist klar: Besonders gefährliche Herbizide, Insektizide und Fungizide müssen vom Markt verschwinden – überall dort,
In Mitteleuropa gibt es verschiedene Arten von Ameisenbläulingen. Der Name verrät es: Sie leben in Symbiose mit Ameisen.
wo sie den dramatischen Artenschwund weiter antreiben. Auch gegen die Ausbringung von Pestiziden per Hubschrauber gehen wir juristisch vor. In Rheinland-Pfalz wird diese Praxis regelmäßig per Sondergenehmigung erlaubt. Nach unserer Auffas-
sung ist das rechtswidrig. Deshalb haben wir Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz eingelegt.
Ein weiteres Verfahren richtet sich gegen die Zulassung des Glyphosat-Mittels Roundup Future der Bayer CropScience Deutschland GmbH. Hier kämpfen wir mit einem Beschwerdeverfahren vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht weiter gegen den Sofortvollzug der Zulassung.
Auch Glyphosat und EU-Rückschritte im Blick
Auch auf EU-Ebene drohen Rückschritte: Die EU-Kommission plant in einem sogenannten Omnibusverfahren, die bislang vorgeschriebenen regelmäßigen Risikoprüfungen für Pestizidwirkstoffe abzuschaffen. Ein von uns gemeinsam mit anderen NGOs beauftragtes Gutachten zeigt: Dieses Gesetzespaket verstößt massiv gegen europäische Schutzstandards und Rechtsprechung.
Die Unterstützung unserer PestizidKlagen-Paten ermöglicht diese Verfahren – gegen gefährliche Wirkstoffe, fragwürdige Zulassungen und unzureichende Kontrollen. So setzen wir uns dafür ein, dass Schmetterlinge wieder mehr Lebensräume finden: auf Wiesen, an Waldrändern und in unseren Gärten. (as)
Tipps für Balkon und Garten
Achten Sie auf ungefüllte Blüten: Schmetterlinge und andere blütenbesuchende Insekten finden nur dort Nektar und Pollen.
Setzen Sie auf heimische Pflanzen: Viele Schmetterlinge brauchen bestimmte Pflanzen für ein reichaltiges Nektarangebot, für Eiablage und als Raupenfutter. 90% der Blätter exotischer Pflanzen bleiben unangetastet, da sie für die Raupen ungenießbar sind.
Gärtnern Sie ohne Pestizide: Wer auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichtet, schützt Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Tiere. So wird der Garten zu einem sicheren Lebensraum für die Insektenwelt.
Auf diesen Wegen ist Unterstützen ganz einfach:
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Ihre Spende an uns ist von der Steuer absetzbar. Ab einem Betrag von EUR 50.- stellen wir Ihnen automatisch eine Spendenquittung aus.
Widersprüche: Bayer und das Pestizidgeschäft
Bayer stellt sich seit Jahren als Vorreiterin einer nachhaltigen Landwirtschaft dar. Auf den Webseiten des Agrarchemieund Pharmakonzerns wirbt Bayer mit Begriffen wie „Biodiversitätsschutz“, „verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen“ und „weniger Umweltauswirkungen“.
Der zentrale Widerspruch: Bayer bewirbt Produkte und Strategien als nachhaltig. Doch gerade Pestizide, industrielle Landwirtschaft und Monokulturen treiben den Verlust der biologischen Vielfalt an. Pestizide bleiben nicht auf den Äckern oder im Obstbau, wo sie ausgebracht werden. Über Wind und Wasser oder über Tiere können sie in andere Lebensräume gelangen, oft fern der ursprünglich behandelten Flächen. Auch dort belasten sie Böden, Gewässer und Organismen.
Die DUH als Anwältin der Natur
Warum wir hier einschreiten: Pestizide verschmutzen nachweislich das Grundwasser und stehen im Verdacht, den menschlichen Hormonhaushalt sowie die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Manche Wirkstoffe verursachen Resistenzen gegen Medikamente. Auch für die Natur sind die Folgen gravierend: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Pestizide Insekten und Bodenlebewesen schaden, die gar nicht
Ziel der Anwendung sind – etwa, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Besonders bekannt ist Glyphosat, ein Totalherbizid von Bayer.
Gegen Pestizid-Zulassungen, die wir für rechtswidrig halten, gehen wir juristisch vor. Wir fordern, dass die Zulassungsbehörden ökologische Risiken und wissenschaftliche Unsicherheiten ausreichend berücksichtigen – zum Beispiel mögliche Langzeitfolgen für die Gesundheit oder Auswirkungen auf Ökosysteme. In vielen Fällen ist die Bayer AG die Zulassungsinhaberin. Die wissenschaftlich belegten Risiken weist sie in den Verfahren jedoch vehement zurück.
Wenn Nachhaltigkeit zum Werbeversprechen wird
Wir kritisieren einen weiteren Punkt: die Lücke zwischen öffentlicher Kommunikation und tatsächlichem Handeln. In einer im April 2026 beim Landgericht Köln eingereichten Klage werfen wir dem Agrarchemie-Konzern vor, mit ehrgeizigen Klima -
zielen zu werben, ohne nachvollziehbar zu erklären, wie diese erreicht werden sollen. Formal geht es dabei um das Versprechen einer ausgeglichenen CO₂-Bilanz ab 2050. Inhaltlich verweist die Klage aber auf ein übergreifendes Muster: große Nachhaltigkeitsversprechen gepaart mit geringer Transparenz bei den konkreten Schritten.
Hinzu kommt eine politische Dimension: Der Agrarchemie-Konzern lobbyiert massiv für das Vorhaben der EU-Kommission, das Pestizidzulassungsrecht aufzuweichen. Mit aus unserer Sicht vorgeschobenen Argumenten einer Wirkstoffknappheit und einer drohenden weltweiten Ernährungskrise will Bayer erreichen, dass Behörden Giftstoffe wie Glyphosat künftig unbefristet und ohne regelmäßige Risikoüberprüfung genehmigen.
Dieses Gesamtbild steht im klaren Widerspruch zur Nachhaltigkeitskommunikation des Konzerns. Genau deshalb geht der Goldene Geier, der Schmähpreis der DUH, in diesem Jahr an Bayer. Danke an alle, die beim Voting dabei waren! (as)
Foto:
Paul
Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz und ihr Team übergeben im April 2026 den Goldenen Geier vor der Bayer Konzernzentrale in Leverkusen.
Gemeinsam für wilde Landschaften
Ökosysteme, die Wasser speichern und langsam wieder abgeben, sind wichtige Verbündete im Hochwasserschutz und gegen die Klimakrise. Mit Fachwissen zur Beweidung solcher Schwammlandschaften stärken wir die Akteure vor Ort.
Karpatische Wasserbüffel halten das Alperstedter Ried in Thüringen halboffen.
Nach Jahrhunderten, in denen Auen und Moore entwässert und teils bebaut, teils zu Äckern umgewandelt worden sind, besinnt man sich auf deren ursprünglichen Nutzen: Sind sie intakt, puffern solche Landschaften Dürre und Starkregen ab wie ein Schwamm. Zudem speichern ihre Böden Kohlenstoff und leisten damit einen gewichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Mit dem Nationalen Wiederherstellungsplan und diversen Strategiepapieren will die Bundesregierung zu gesunden Feuchtgebieten zurücklenken. Doch für die Umsetzung vor Ort braucht es mehr: mutige Politik, wirksame Instrumente und ausreichend Finanzierung von Bund und Ländern, Motivation, Knowhow und Kooperationsbereitschaft von den lokalen Akteuren und Behörden.
Mit Biss und Tritt
Als Nutzungsform für Feuchtgebiete, Auen und Übergangsbereiche wiedervernässter Moore hat sich das ganzjährige extensive Beweiden mit Wasserbüffeln, robusten Rindern oder Pferden bewährt. Die großen Pflanzenfresser sind hervorragende Landschaftspfleger und schaffen Hotspots der Artenvielfalt. Noch sind solche Beweidungsvorhaben rar. Doch dank unserer Praxisprojekte an
Fließgewässern und in Auen sind wir gut vernetzt. Jetzt gilt es, neue Projekte anzuschieben und Synergien zu nutzen. Hierfür haben wir Know-how von drei etablierten Wilde-Weide-Standorten in einem Wegweiser veröffentlicht. In Interviews thematisiert er sowohl Erfolgsfaktoren als auch Erkenntnisse aus Fehlern und Hindernissen. Er richtet sich vor allem an Akteure aus Lokalpolitik und -verwaltung, an Flächeneigentümer und -pächter sowie Naturschutzvereine. Mit konkreten Hinweisen zu Finanzierung, rechtlichem Rahmen, Tierwohl und mehr ermutigt er dazu, ein Wilde-Weide-Projekt zu starten. (jk)
Erfahren
Sie mehr!
Unser Wegweiser zeigt, wie große Weidetiere Artenvielfalt, Klimaschutz und Wasserrückhalt in die Landschaft bringen
Hier herunterladen: www.l.duh.de/auenweiden
Der Bürgerschafts- und Engagementpreis der Deutschen Umwelthilfe
Jetzt bewerben bis 1. August 2026!
Wir würdigen Menschen, die sich mutig für Natur, Klima und eine lebendige Zivilgesellschaft einsetzen – auch und gerade dann, wenn ihnen der Wind ins Gesicht bläst.
Ob Umweltheldin aus der Zivilgesellschaft, Umweltjurist oder Umweltschützerin im Staatsdienst: Sie möchten sich selbst bewerben oder kennen jemanden, der den Preis verdient hat? Dann reichen Sie Ihren Vorschlag jetzt ein!
Wir unterstützen herausragendes Engagement ganz konkret: mit einem Preisgeld von 50.000 Euro in der Kategorie Umweltheld/Umweltheldin des Jahres!
Jetzt Vorschlag einreichen: Wir suchen Menschen, die DRUCK MACHEN! www.l.duh.de/vorschlag
Ob die Verkehrswende gelingt, hängt davon ab, ob klimafreundliche Mobilität für alle erschwinglich und verlässlich verfügbar ist. Ein bezahlbares Deutschlandticket, ein elektrifiziertes Schienennetz und gute Anbindungen auch außerhalb der großen Städte gehören untrennbar zusammen.
Unser Vorschlag für eine Sofortentlastung in der fossilen Energiekrise: Deutschlandticket zum attraktiven Preis von monatlich 29 Euro.
Dank Deutschlandticket sind Bus und Bahn für Millionen Menschen erstmals zur bezahlbaren und attraktiven Alternative zum Auto geworden. Sein größter Nutzen für Klimaschutz und Gesellschaft liegt darin, dass frühere Gelegenheitsnutzende häufiger umsteigen und das Auto stehen lassen –auch solche, die im ländlichen Raum leben. Der Ticketpreis ist ein entscheidender Hebel: Er bestimmt maßgeblich, wie viele Menschen Bus und Bahn nutzen. Weniger Autos bedeuten weniger Unfälle, sauberere Luft, geringerer CO₂-Ausstoß und mehr Platz im öffentlichen Raum.
Attraktives Deutschlandticket für 49 Euro
Ein DUH-Gutachten zeigt: Ein dauerhaft günstigeres 49-Euro-Ticket könnte bis 2030 über 18 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Das ist fast so viel, wie Österreichs Verkehrssektor in einem Jahr ausstößt. Über 20 Millionen Menschen würden das Deutschlandticket zu
diesem Preis perspektivisch nutzen, also rund sechs Millionen mehr als jetzt. Steigende Preise hingegen gefährden diese Entwicklung und schwächen die Klimaschutzwirkung. Doch genau das droht: Derzeit kostet das Ticket 63 Euro und die nächste Preiserhöhung ist angekündigt. Allerdings weiß niemand, auf welchen Betrag. Da auch Energiekosten in die Preisgestaltung einfließen, ist die Gefahr erheblicher Preissprünge so groß wie nie. Verlässlichkeit sieht anders aus. Hier braucht es eine Kehrtwende und ein klares Bekenntnis zum ÖPNV: Als sofortige Entlastung während der Ölkrise brauchen wir ein 29-Euro-Deutschlandticket für mindestens zwölf Monate. Dauerhaft darf das Deutschlandticket maximal 49 Euro kosten und muss um eine ermäßigte Variante für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende sowie Rentnerinnen und Rentner erweitert werden.
Außerdem fordern wir eine Ausbauoffensive und eine Mobilitätsgarantie auch außerhalb großer Städte. Denn gut gemacht,
holt die Verkehrswende die Menschen dort ab, wo sie stehen und nimmt mit einem bezahlbaren Deutschlandticket auch alle mit.
Die Gäubahn bleibt angebunden!
Eine Mobilitätsgarantie brauchen auch die Menschen im Südwesten der Republik. Deshalb wehren wir uns dagegen, dass die Deutsche Bahn und die Bundesregierung die direkte Anbindung der Gäubahn und damit einer ganzen Region leichtfertig aufs Spiel setzen.
Mit unserer Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg ist uns ein erster Erfolg gelungen: Die Deutsche Bahn hat zugesagt, die Kappung der Bahnstrecke vom Stuttgarter Hauptbahnhof auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Wir machen weiter Druck für eine durchgängige Verbindung von Stuttgart über Singen nach Zürich und Mailand und werden für eine höchstrichterliche Klärung vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ziehen.
Abfahrt, aber bitte elektrisch.
Die Zugverbindungen in der Fläche bilden das Rückgrat der Verkehrswende – angetrieben werden die Züge aber oft noch mit Diesel. Trotz bewährter Technik ist der Ausbau von Oberleitungen in der Fläche nahezu zum Stillstand gekommen.
Nur 62,5 Prozent der Schienenwege liegen unter Oberleitungen. Für den Regionalverkehr und den Gütertransport ist das ein Problem, denn diese Lücken, sogenannte Dieselinseln, verhindern durchgehende und leistungsfähige Verbindungen. Das schwächt die Direktanbindung vieler ländlicher Regionen und verlagert Güter auf die Straße. Der Bau von Oberleitungen ist Klimaschutz, denn
das reduziert die Emissionen der Bahn und verlagert Transporte vom dieselbetriebenen Lkw-Verkehr auf die Schiene.
Der von der Deutschen Bahn angestrebte Umstieg auf synthetische Dieselkraftstoffe wie HVO100 aus angeblichen Rest- und Abfallstoffen löst das Problem der Dieselinseln nicht. Batterieelektrische Züge können dagegen auf einigen Stichstrecken Teil der Lösung sein. Ziel muss ein vollständig elektrischer Bahnverkehr bis 2035 sein – und zwar weitestgehend unter Oberleitung.
Für konkrete Verbesserungen im ÖPNV, für Tempolimits auf den Straßen und gegen Subventionen für spritdurstige Verbrenner setzen wir uns hartnäckig ein. (nr)
Unterzeichnen Sie unsere Petition!
Fordern Sie mit uns gemeinsam ein temporäres 29-Euro-Deutschlandticket statt Verbrenner-Subventionen!
www.l.duh.de/deutschlandticket
Altes Handy? Gerne her damit!
Wenn ein ausrangiertes Smartphone friedlich in der Schublade schlummert, geht Potenzial für die Umwelt verloren. Denn der Rohstoffhunger für neue Handys ist enorm. Jedes Altgerät, das in den Wertstoffkreislauf zurückkehrt, bremst die Nachfrage nach neu abgebautem Gold, Kupfer, Silber und seltenen Erden.
Als Sammelinitiative erhalten Sie kostenlos eine Box. Die volle Box schicken Sie ebenfalls kostenlos und versichert zurück.
In deutschen Haushalten ruhen rund 167 Millionen ungenutzte Mobiltelefone. Werden sie wiederverwertet oder recycelt, helfen sie, den Abbau wertvoller Metalle und seltener Erden zu verringern. Oft verletzt dieser Rohstoffabbau Menschenrechte, immer schadet er Natur und Klima. Mit der bundesweiten Aktion „Handys für die Umwelt“ ruft die DUH wieder dazu
auf, ausgediente Handys zu sammeln und einzusenden. Unser Projektpartner, der Inklusionsbetriebs JuRec-IT, prüft jedes Gerät sorgfältig. Ist eine Wiederverwendung möglich, bereitet er es für eine weitere Nutzung auf. Andernfalls recycelt er die wertvollen Rohstoffe fachgerecht.
Selbstverständlich löscht unser Projektpartner alle persönlichen Daten auf den Smartphones sicher und vollständig. Er nutzt dafür seine herstellereigene Löschmethode „Freddy, der Datenfresser“ und er zerstört SIM- sowie Speicherkarten physisch. Der Prozess ist DEKRA-zertifiziert und erfüllt höchste Sicherheitsstandards des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.
Jetzt brauchen wir Ihre Unterstützung: Sammeln Sie alte Handys – aus eigenen Schubladen oder dem Keller, aber auch im Freundeskreis, im Unternehmen, im Verein, in der Schule oder in der Nachbarschaft. Werden Sie Teil der Aktion: Jedes Handy zählt.
Ihre Einsendung hilft dabei doppelt: Mit jedem abgegebenen Gerät bringen Sie noch
funktionierende Produkte oder Wertstoffe in den Kreislauf zurück und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz. Denn schon die Wiederverwendung eines einzelnen Smartphones spart etwa 14 Kilogramm Ressourcen und 58 Kilogramm CO₂Äquivalente. Gleichzeitig erhält die DUH aus jedem eingesendeten Handy einen Anteil des Erlöses, der direkt unseren Umwelt-, Natur- und Klimaschutzprojekten zugutekommt. (jf)
Gefördert von den Teilnehmenden der
Möglich sind Einzel-Einsendungen und das Sammeln per Box.
www.l.duh.de/handysammlung
Saubere Luft 2030
Für die Luftreinhaltung in Deutschland ist 2026 ein Schlüsseljahr. Wir decken Missstände auf, gehen an die Öffentlichkeit und machen politischen Druck auf allen Ebenen, damit die neuen EU-Grenzwerte pünktlich eingehalten werden.
Mit Abgasmessungen im Straßenbetrieb deckt die DUH betrügerische Abschalteinrichtungen auf.
Bis spätestens Dezember dieses Jahres muss Deutschland die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in nationales Recht umsetzen und ab 2030 gelten deutlich strengere Grenzwerte für Feinstaub und das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid. Entscheidend ist schon das laufende Jahr: Wo die neuen Grenzwerte in 2026 verfehlt werden, müssen die Behörden Luftqualitätsfahrpläne erarbeiten, die die Einhaltung im Jahr 2030 sicherstellen.
Schlechte Luft ist ein riesiges Gesundheitsproblem
Nach Berechnungen der Europäischen Umweltagentur starben in 2023, dem Jahr der aktuellsten Datenauswertung, in Deutschland 57.600 Menschen an den Folgen von Feinstaub; 23.000 an denen von Stickstoffdioxid. Diese Zahlen zeigen: Auch wenn viele Städte die bisherigen Grenzwerte auf dem Papier einhalten, macht Deutschlands Luft weiterhin krank. Fast überall überschreitet die Schadstoffkonzentrationen unserer Atemluft die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO deutlich. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch kündigt an: „Wir sorgen dafür, dass Grenzwerte in Deutschland nicht noch einmal jahrelang ignoriert werden. Die Menschen haben ein
Recht auf Saubere Luft, in der die neuen EU-Grenzwerte spätestens 2030 sicher eingehalten werden und langfristig auch die deutlich strengeren WHO-Richtwerte.“
Eigene Messdaten stützen unsere Argumente
Mit eigenen Messungen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern decken wir Hotspots der Luftbelastung auf und schaffen die Grundlage dafür, dass Behörden handeln müssen. Unser Emissions-Kontroll-Institut prüft Abgaswerte von Dieselfahrzeugen und Benzinern, um auf den schmutzigen Verkehr in den Städten aufmerksam zu machen. So können wir Fake-Austauschkatalysatoren und unwirksame Abgasreinigungsanlagen an Müllfahrzeugen, Dieselbussen und Baumaschinen entlarven.
Parallel dazu nehmen wir Emissionen aus der Landwirtschaft sowie Holzöfen ohne Filter in den Blick, welche Hauptquellen der hohen Feinstaubbelastungen sind.
Wir machen Druck für ein ambitioniertes Luftreinhalteprogramm
Auch die Bundesregierung nehmen wir in die Pflicht. Wir erstreiten ein wirksames
Nationales Luftreinhalteprogramm mit unserer gewonnenen Klage gegen die Bundesregierung, deren Revision das Bundesverwaltungsgericht im September diesen Jahres verhandeln wird. „Unsere Klage zielt darauf ab, dass die Bundesregierung ihren Teil zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt, statt die Städte und Bundesländer alleine zu lassen“, sagt Resch.
Unsere Lösungsansätze für die Saubere Luft bringen auch die Verkehrswende in Städten voran: Tempo 30, ein besser ausgebauter ÖPNV, sichere Rad- und Fußwege und emissionsarme Busse.
Unsere Schwerpunkt-Aktion
„Die gravierenden gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung sind eindeutig belegt. Was fehlt, ist der politische Wille, die Belastung schnell und wirksam zu senken“, erklärt Resch. Mit unserer Schwerpunkt-Aktion und dem neuen Bündnis „Saubere Luft 2030“ mit Akteuren aus dem Gesundheitsbereich, der Zivilgesellschaft und Wissenschaft bauen wir Druck auf Industrie, Bund, Länder und Kommunen auf.
Seit Bestehen der DUH zählt Luftqualität zu unseren wichtigsten Anliegen. Mit Klagen haben wir in den letzten 20 Jahren Bewegung in die lahmende Luftreinhaltepolitik gebracht und versprechen Ihnen: 2030 atmen wir alle endlich Saubere Luft! (ks)
Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch setzt sich mit der DUH für Saubere Luft ein.
Foto:
DUH (o), Robert Lehmann (u.)
Klar, zugewandt und humorvoll
20 Jahre war Dorothee Saar ein ganz besonderer Teil der Deutschen Umwelthilfe. Am 6. Mai ist unsere Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung nach schwerer Krankheit mit nur 59 Jahren verstorben. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie.
Dorothee sitzt auf der Terrasse, ins Gespräch vertieft und winkt mich dennoch aufmerksam zu sich, um mich jemandem vorzustellen. Sie schert sich nicht darum, welch hochrangiger Politiker beim Sommerfest den Saal betritt, sondern ist dort, wo die spannenden Gespräche sind. Oder: Die spannenden Gespräche sind halt da, wo Dorothee ist.
Nach Stunden konzentrierter Unterhaltungen fährt sie auf und eilt zur Tanzfläche, als die Textzeile „du bist wirklich saudumm“ eines ihrer Lieblingslieder von den „Ärzten“ ankündigt. Bereichsleiterin, über die Grenzen der Deutschen Umwelthilfe hinweg als Umweltexpertin anerkannt und immer auch ein bisschen Punkrock.
Mit großer Trauer und in tiefer Dankbarkeit nehmen wir von Dorothee Saar Abschied. Zwei Jahrzehnte prägte sie die Arbeit der Deutschen Umwelthilfe. Als Leiterin des Bereichs „Verkehr und Luftreinhaltung“ gehörte sie zu den bekanntesten Stimmen für Saubere Luft, wirksamen Klimaschutz und eine zukunftsfähige Verkehrspolitik in Deutschland. Dorothee war Herz und Seele unseres Teams und für viele Menschen innerhalb und außerhalb der DUH eine enge Vertraute, Ratgeberin und Freundin.
hoffe, ich habe keinen Mist erzählt.“ Diese besondere Mischung aus Stärke und Selbstzweifel, aus Professionalität und Bodenständigkeit machte sie so außergewöhnlich.
Viele Erfolge, für die die DUH heute steht, tragen ihre Handschrift: die Klagen auf saubere Luft, tausende Abgasmessungen, mit denen die DUH immer wieder betrügerische Machenschaften der Automobilindustrie aufgedeckt hat oder zuletzt unsere erfolgreichen Klimaklagen.
Doch auch abseits dieser „großen“ Themen, wollte sie Dinge ändern – für Mensch und Natur. Sie kämpfte gegen den Lärm ungedrosselter Motorräder, gegen Ammoniak- und Methan-Emissionen aus der Massentierhaltung oder umweltschädliche Kältemittel in Autoklimaanlagen. Oft lagen ihr die vermeintlich „kleinen“ Umweltthemen besonders am Herzen. Dorothee ging es nie um die große Bühne. Sie wollte nicht im Vordergrund stehen. Es ging ihr um die gemeinsame Sache für die Umwelt und das Klima – und um die Menschen, mit denen sie dafür kämpfte.
Nach einem brillanten Vortrag oder einem wichtigen öffentlichen Auftritt sagte sie nicht selten mit einem Lächeln: „Oh Scheiße – ich
Sie verstand es wie kaum jemand, aus Kolleginnen und Kollegen eine Gemeinschaft zu formen. Sie konnte kämpfen und organisieren, aber genauso lachen, tanzen und feiern. Und sie hatte etwas, das heute selten geworden ist – echtes Vertrauen in Menschen: Sie schenkte Freiheiten. Sie ließ Menschen wachsen. Sie gab ihnen Raum für eigene Ideen und ließ sie eigene Wege finden.
Bis zuletzt blieb Dorothee eng mit ihrem Team und der DUH verbunden. Trotz ihrer schweren Krankheit strahlte sie Optimismus, Interesse und Lebensfreude aus. Auch in dieser Zeit blieb sie immer der Mensch, den so viele geschätzt haben: klar, zugewandt und humorvoll.
Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrem Mann Martin sowie ihren Söhnen Bruno und Alfons und ihrer gesamten Familie. Ihr Rückhalt und ihre Unterstützung haben es Dorothee über viele Jahre ermöglicht, mit so großer Leidenschaft und Kraft für ihre Überzeugungen einzustehen.
Liebe Doro, mit dir verlieren wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine kluge Strategin, vor allem aber einen warmherzigen Menschen. Wir vermissen dich sehr. (rok, uv)
Starker Partner für Pionierprojekte
Flexible, unabhängige Förderung stärkt das Potenzial der DUH, auf politische Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Wo klassische Geber ablehnen, weil sie ein Vorhaben als zu riskant einordnen, setzt der Venture and Nature Fund (VNF) der Familie Blank an. Er versteht sich als Partner der DUH und fördert Projekte mit außergewöhnlicher Hebelwirkung.
Was den VNF auszeichnet, ist eine Kombination aus Mut, Flexibilität und strategischem Denken. Er ermöglicht es, neue Themen frühzeitig zu besetzen, Debatten anzustoßen und konkrete Veränderungen zu erreichen. Viele der heute sichtbaren Erfolge der Deutschen Umwelthilfe – von sauberer Luft über weniger Plastik bis hin zu besseren Regeln im Natur- oder Klimaschutz – wären ohne die Anschubfinanzierungen des Funds kaum denkbar gewesen.
Der VNF begleitet uns seit 2017 und hat bislang 20 Projekte ermöglicht. Er folgt einem klaren Prinzip: Seine Spenden fließen in das Vermögen der DUH, die eine transparente Mittelverwendung verantwortet. Über die Auswahl der Projekte entscheiden die Stifterinnen und Stifter und die DUH-Geschäftsführung gemeinsam. So ist sichergestellt, dass sowohl strategische Expertise als auch die Perspektive der Fördernden in die Entscheidungen einfließen.
Katalysator für Umweltpolitik
Der VNF schafft Raum für Innovation und ermöglicht es, Umweltpolitik aktiv mitzugestalten, statt nur auf Entwicklungen zu reagieren. Rund 90 Prozent der geförderten Projekte hatten einen starken politischen Fokus – also genau jenen, der entscheidend für strukturelle Veränderungen ist, vor dem öffentliche Förderer aber zurückschrecken.
63 Prozent der Projekte entstanden aus neuen Themenfeldern heraus:
Bereits früh setzte die DUH-Kampagne „Kein Palmöl in den Tank“ ein starkes Signal. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass die Europäische Union – allen voran Deutschland – die bis dato als „Erneuerbare Energie“ klassifizierte Beimischung von Palmöl im Diesel beendet hat. Ein riesiger Erfolg, denn Palmöl ist ein zentraler
Fotos:
R. Lehmann/Montage
DUH (o.), DUH (u.)
Stiftungsrat (von links): Michael und Erika Blank; Bundesgeschäftsführung der Deutschen Umwelthilfe: Sascha Müller-Kraenner, Barbara Metz und Jürgen Resch
Eines der ersten Projekte, das durch den VNF ermöglicht wurde: Kein Palmöl in den Tank.
Treiber von Entwaldung in Südostasien, Lateinamerika und Afrika. Dieses Thema, das lange als politisch heikel galt, haben wir erfolgreich auf die Agenda gesetzt – mit konkreten Fortschritten für den weltweiten Tropenwaldschutz.
Im VNF-Förderprojekt „Blaues Ticket“ haben wir die Idee eines günstigen Jahrestickets für den öffentlichen Nahverkehr ausgearbeitet und damit die politische Debatte entscheidend mitgeprägt. Sie war ein wichtiger Vorläufer für das spätere 9-Euro-Ticket und das Deutschlandticket – Angebote, die heute Millionen Menschen nutzen und die als größte Klimaschutzimpulse im Verkehrssektor gelten.
Mit unserer Mehrwegkampagne sind wir dank des VNF während der Corona-Pandemie der wachsenden Verpackungsflut entgegengetreten. So haben wir den Druck auf Handel und Politik erhöht und wirksame Regeln für Mehrweg errungen. Auch innovative Ansätze wie kommunale Ver-
packungssteuern hat die DUH angestoßen und öffentlich sichtbar gemacht.
Ein lernendes System
Die besondere strategische Stärke des VNF liegt darin, auf politische Zeitfenster zu reagieren. Jedes zweite Projekt ist aus konkreten politischen Anlässen entstanden – etwa neuen Legislaturperioden oder Gesetzgebungsverfahren. Die Fähigkeit, schnell zu reagieren, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. So konnten wir etwa bei der EU-Batterieverordnung oder bei Regelungen zu Erneuerbaren Energien wichtige Umweltstandards einbringen.
Ein Großteil der VNF-Projekte wirkt über Deutschland hinaus: Beim Schutz von Lieferketten, beim Kampf gegen Entwaldung oder beim Ausbau Erneuerbarer Energien agiert die DUH im internationalen Kontext.
Nicht jedes Projekt verläuft geradlinig, denn politische Prozesse sind oft langwierig
und unvorhersehbar. Doch gerade daraus entstehen wichtige Erkenntnisse: etwa dazu, wie wir Projekte robuster gestalten können oder wann es sinnvoll ist, von politischer Arbeit hin zu juristischen Schritten zu wechseln. (jp)
Gewinne 1 Jahr lang Freigetränke in Mehrwegflaschen im Wert von 1.000 EURO!
Mehr erfahren:
Auf unserer Webseite finden Sie die aktuelle Zwischenbilanz des Venture and Nature Fund zum Download sowie ausführliche Informationen zu allen Projekten, die durch den VNF angestoßen wurden.
www.duh.de/vnf/
Mehrweg ist Klimaschutz
Liebesakt mit Muschel-Spezialität
Die Hürden für das Überleben der Art sind hoch, denn Bitterlinge sind auf bestimmte Großmuscheln angewiesen, in denen sich ihre Larven entwickeln. Doch diese Muscheln kommen nur in strukturreichen Teichen und Flüssen mit ausreichendem Sauerstoffgehalt vor, die möglichst frei von Feinsedimenten aus der Landwirtschaft sind. Zwar stellen die Bitterlinge selbst wenig Ansprüche an ihr Heimatgewässer, hängen aber immer von den Muschelvorkommen ab.
von Jutta Kochendörfer
Der junge Laborant tritt an einem warmen Junitag 1929, seine erste Arbeitsstelle an. Die Ärmel seines etwas zu großen weißen Kittels krempelt er hoch, während er misstrauisch die BitterlingWeibchen betrachtet, die in den vier Aquarien umherschwimmen. Dann vertieft er sich in die Anleitung für den Schwangerschaftsnachweis: Man gebe fünf Milliliter Urin auf einen Liter Aquariumswasser. Und schon am nächsten Tag staunt der Labor-Neuling über die deutlich verlängerte Legeröhre, die das Bitterling-Weibchen, angeregt durch menschliche Schwangerenhormone im Urin, ausgebildet hat. Neben Fröschen, Mäusen und Kaninchen dienten Bitterlinge als lebender Schwangerschaftstest. Innerhalb von maximal 48 Stunden war das Ergebnis gut sichtbar und erreichte immerhin eine 80-prozentige Sicherheit.
Bitterlinge zählen zur Familie der Karpfenfische. Angeblich schmeckt ihr Fleisch bitter. Das zierliche Fischlein wird sechs, selten neun Zentimeter lang. Sein Körper ist hochrückig, seitlich abgeflacht, oben graugrün, an Seiten und Bauch silbrig gefärbt mit blaugrüner Längsbinde und kurzer Seitenlinie.
Die dressierte Muschel
Nur wenn Großmuscheln im Gewässer anwesend sind, legt das Männchen sein Hochzeitskleid an. Ab April schillern die paarungsbereiten Männchen an Kehle, Brust und vorderer Bauchseite rötlich, der restliche Körper färbt sich intensiver grün und je ein blauer
Fleck ziert ihn hinter den Kiemen. Auf die Laichzeit bereiten sich die Weibchen vor, indem sie am Unterleib eine Legeröhre von zwei bis drei Zentimetern Länge ausbilden.
In ihrem Revier wählen die Männchen etwa drei Muscheln als künftige Kinderstube aus. Regelmäßig steuern sie diese an, um sie an einen Berührungsreiz zu gewöhnen: Das Bitterling-Männchen stößt immer wieder mit seiner Schnauze an die Einströmöffnung der Muschel, bis ihr Reflex erlahmt, die Schale bei Berührung zu schließen. Das erlaubt es dem Weibchen, seine Legeröhre in den Kiemenraum des Schalentiers einzuführen und dort Eier abzulegen. Direkt danach sondert das Männchen Sperma ab, das mit dem Atemwasser der Muschel in deren Kiemenraum strömt und dort die Eier befruchtet.
In der Paarungszeit nehmen die Männchen eine kräftigere Färbung an.
Die Legeröhre des Bitterling-Weibchens ist in der Laichzeit deutlich verlängert.
Der Muschel-Trick schont die eigenen Ressourcen
Die einzigartige Fortpflanzungsbiologie sichert der Art eine Überlebenschance, ohne eine große Überzahl an Eiern zu produzieren. Jedes Weibchen laicht innerhalb der Monate April bis August mehrfach ab; insgesamt legt es in einer Saison nur 80 bis 250 Eier. Zum Vergleich: Bei anderen Karpfenfischarten legt ein einziges Weibchen bis 100.000 Eier.
Der Muschel schaden die Bitterling-Gäste nicht direkt, können aber bei hoher Dichte deren Wachstum beeinträchtigen. Die Larven ernähren sich vom eigenen Dottersack. Nach etwa fünf Wochen, wenn sie schwimmfähig und etwa elf Millimeter lang sind, verlassen sie die geschützte Stube. Als Jungtiere fressen Bitterlinge Zooplankton, Larven und Würmer. Später steigen sie auf vorwiegend Vegetarisches um: Algen und weiche Pflanzenteile.
Wohnträume eines Bitterlings
Die Art lebt in naturnahen Teichen und kleinen Seen sowie in flachen, meist üppig bewachsenen Buchten von Bächen oder Flüsschen ohne starke Strömung. Eingesetzte Nutzfische wie Aal, Zander, Barsch oder Hecht konkurrieren mit den Bitterlingen um Nahrung oder erjagen sie.
Entscheidend bleibt: Nur dort wo ausreichend große Bestände an Fluss- und Teichmuscheln leben, kommen auch Bitterlinge vor. Die Muscheln sind Filtrierer, sie ernähren sich von schwebenden
Dem Bitterling dienen Großmuscheln als Kinderstube. Er kommt nur in Gewässern vor, wo auch solche Muscheln leben.
Zerfallsstoffen und Bakterien. Wenn Nährstoffe aus Gülle, Mist oder Kunstdünger zu Sauerstoffmangel führen, stirbt der Muschelbestand. Dezimiert werden die Schalentiere auch durch die aus Nordamerika eingewanderten Bisamratten.
Ungewisse Zukunft
Die Zeiten, in denen der Bitterling in manchen Gewässern so häufig war, dass man ihn mit Sieben herausfischte und an Schweine verfütterte, sind längst vorbei. Berichte hierzu stammen aus dem 19. Jahrhundert. Heute ist die Art in Deutschland stark gefährdet, teils bereits verschollen. Wo der Mensch Altarme in den Auen beseitigt und Bäche mit Beton verbaut hat, sind die Muscheln mitsamt den Bitterlingen verschwunden. Auch Gewässerpflege und andere Eingriffe in Bäche, Flüsse und Teiche beeinträchtigen geeignete Lebensräume.
Um den Bitterling zu schützen, braucht es den Erhalt und die Entwicklung strukturreicher Biotope mit guter Wasserqualität, immer auch in Hinblick auf die Muscheln. Grenzen landwirtschaftliche Flächen an, sind ausreichend dimensionierte Gewässerrandstreifen erforderlich, um den Eintrag von Nähr- und Schadstoffen zu reduzieren.
Steckbrief
Bitterling (Rhodeus amarus)
Verwandtschaft: Familie der Karpfenartigen (Cyprinidae)
Aussehen: 6 bis 9 cm Körperlänge, hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper, graugrün und silbrig gefärbt. Geschlechtsdimorphismus in der Laichzeit: rötliche Färbung nur beim Männchen.
Lebensraum: Strukturreiche, flache Stillgewässer oder langsame Fließgewässer. Vorkommen nur dort, wo Großmuscheln leben.
Ernährung: Als Jungfisch Zooplankton, Larven, Würmer; später Algen, weiche Pflanzenteile.
Fortpflanzung: Eiablage in Großmuscheln der Gattungen Unio (Flussmuschel), Anodonta und Pseudanodonta (Teichmuschel) sowie Margaritifera (Flussperlmuschel). Mehrfaches Laichen. Auffallend geringe Anzahl an Eiern: 80 bis 250 pro Weibchen und Laichperiode.
Schutzmaßnahmen: Schonende Gewässerpflege auch mit Rücksicht auf Muschelbestände; Erhalt naturnaher Kleingewässer; Biotopvernetzung; Schutz vor Eutrophierung; kein Fischbesatz.
Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe mache ich mich stark gegen giftige Pestizide wie Glyphosat.
Und das wirkt: Erste gefährliche Produkte wurden schon verboten. Jetzt kommen die anderen dran.