BevorichinsBettgehe,verriegeleichdieWohnungstürdoppelt;ichüberprüfe,ob die Kochplatte aus ist; dann schalte ich das Licht aus. Oft wache ich mitten in der Nacht auf, um noch einmal zu kontrollieren, ob die Wohnungstür verschlossen ist, obdieKochplattetatsächlichausist.WennichmichineinemHotelodereinerBibliothekbefinde,weißichimmer,woderNotausgangliegt.IchbetretedasHotelzimmer und prüfe sofort, wie ich im Brandfall entkommen kann. Wenn ich in einem Lokal bin, sitze ich immer mit dem Rücken zur Bar. Ich achte darauf, den Ausgang im Blick zu haben. Wo ich auch bin, halte ich Ausschau nach verdächtigen Bewegungen in der Nähe. Noch mehr seit den Anschlägen vom 13. November 2015 in Paris. Ich bin immer auf der Hut. Tag und Nacht. Immer. Oft unbewusst. Wenn das Wahnsinn bedeutet, dann bin ich wohl verrückt geworden.
Diese irren Vorsichtsmaßnahmen haben ihren Ursprung wahrscheinlich in meiner Kindheit. Ich wurde in Zaire geboren, einem Land, das es nicht mehr gibt. Ich bin in einer der schönsten Diktaturen Zentralafrikas aufgewachsen, mit all den damit verbundenenFolgenfürmeineFamilieundmichpersönlich.MeineElternundGroßeltern wurden während der Kolonialzeit geboren, mit all der sinnlosen, systematischen und dynamischen Gewalt, die diese mit sich brachte. Obwohl sie nicht über dieVergangenheitsprachen–dieKolonialisierungwareinTabuthema –,spürteich, dass ihr Leben in dieser Zeit tiefgreifend geprägt worden war, dass ihr Schweigen ein Weg war, der Realität zu entfliehen und gleichzeitig die Leere und Entmenschlichunganzuprangern.DerGrund,warumsieüberhauptimSüdendesLandeslebten, war schließlich, dass die Kolonialverwaltung damals viele Arbeitskräfte für die Minen benötigte. Seit Ende der 1990er Jahre toben Kriege im Osten des Kongo. Kriege,diefernunddochnahsind(unddieichmanchmaltiefinmirspüre).Dennes sind meine Landsleute, die erschossen werden. Hinter jedem Krieg stehen Kinder, die ohne Väter aufwachsen, Frauen, die ihre Ehemänner verlieren, ganze Familien, die auseinandergerissen werden, Kinder im Exil ohne Familien, Massenvergewaltigungen, Massaker, beispiellose Umweltkatastrophen…
Als ich nach Europa kam, dachte ich, ich hätte mit der Geschichte der Kriege abgeschlossen. Aber als Syrien in Flammen aufging, begegnete ich auch hier Menschen in den Straßen, die ihr Land, ihre Sprache, ihr Essen, ihre Familien, ihre Musik, ihre Geschichte zurückgelassen hatten. Dann kam der Krieg in der Ukraine und weckte
alteDämoneninmir.IcherinnertemichandieGeräusche,dieGerüche,dieSchreie–kurzum an all das, was ich mit eigenen Augen gesehen und gehört hatte, als die vonLaurent-DésiréKabilaangeführteRebellionmeineHeimatstadtLubumbashieinnahm. Ich durchlebte die Angst vor dem Tod erneut.
Ich habe immer noch das Gefühl, in einer gewalttätigen Welt gelebt zu haben und weiterzuleben,ichhabeimmerdasGefühl,dassetwasSchlimmespassierenwird: ein Verkehrsunfall, ein Brand, ein Terroranschlag, ein Schusswechsel… Im Kongo ist alles möglich. Alles kann sich von einer Minute auf die andere verändern. Ein Bürgerkrieg, ein Staatsstreich, ein sintflutartiger Regenguss, der die Straße in zwei Hälften teilt, eine pompöse Hochzeit… Mein mittlerweile verstorbener Vater sagte immer, ich müsse vorbereitet sein. Heute verstehe ich die Bedeutung dieser Aussage, und welchen Einfluss sie noch heute auf mich hat, viel besser. Ich habe den Kongoverlassen,bliebaberüberall,woichbin,stetswachsam.Lustigerweisesagt auch meine Mutter heute Dinge wie: «Mwanza Mujila, du solltest mit offenen Augen schlafen!»
Es ist immer noch erschreckend und unfassbar, wie viele Kriege (erinnerte wie vergessene)seitdemZweitenWeltkriegstattgefundenhaben.Kriegisteinesmeiner Lieblingsthemen. Wenn ich im Kongo bin, verbringen meine Geschwister und ich manchmal ganze Tage damit, über Kriege zu sprechen – ganz anders als die Generation meiner Eltern, die sich fast schämte, die Gewalt der Kolonialzeit oder die Kriege von Shaba I und Shaba II überhaupt zu erwähnen. Wir sollten aber mehr über den Krieg sprechen. Wir sollten immer wieder über Krieg sprechen. Wir sollten über Krieg und Gewalt sprechen, damit sie nicht mehr so alltäglich sind. Denn auch wenn wir nicht darüber reden, betreffen uns die Kriege alle auf die eine oder andere Weise.
Ich hasse Krieg und alles, was damit zusammenhängt. Ich schreibe seit Jahren gegen den Krieg oder für die Liebe, je nachdem. In meinen Büchern versuche ich die Mechanismen der Vernichtung zu erklären sowie die langfristigen, mittelfristigen und kurzfristigen Schäden, die sie anrichten. Ich schreibe auch über das Leben –denn das Leben soll auch nach der Apokalypse weitergehen. Ich hege immer noch einenTraum,denTraummeinerKindheitinderDiktatur:eineWelt,inderWaffenfabrikendurchBäckereienersetztwerden.VielleichtistesheutenichtmehreinTraum, sondern eine Utopie. Ob eine glückliche oder eine fehlerhafte und extravagante, weiß ich nicht. Heute fahre ich mit dem Zug nach Paris. Ich werde wieder wachsam sein. Ich werde schauen, wie ich im Brandfall aus meinem Zimmer fliehen kann. Ich werde nicht mit dem Rücken zur Restauranttür sitzen. Nachts werde ich wahrscheinlich mit offenen Augen schlafen.
Oper ist eine sinnliche Kunst
Was bringt die Deutsche Oper Berlin unter der neuen Leitung Neues, und wie begegnet das Haus der Tradition? Ein Gespräch zum Auftakt mit dem Intendanten AvielCahn,derChefdramaturginBeateBreidenbachundmitElisaErkelenz,Leiterin der neuen Sparte Unlimited
NeueMusikundUraufführungengehörennach WagnerundVerdiebensozurDeutschenOper Berlin.DiesePositionimSpielplanbesetztunter anderem Good Vibes Only derisländischen KomponistinBáraGísladóttir,alsComposerin Residence,unddesfranzösischenRegisseurs JorisLacoste.EineRiesenproduktion,achtsehr unterschiedlicheSängerinnen,fünfInstrumentalist*innenimRaum,dazudasOrchester.Nicht kleckernbeimNeuen,dieOffensivealsbeste Verteidigung?
AvielCahn UnddenChorbittenichtvergessen!Derist schonhieramHaus,dasOrchestersowiesoundauch einigeSänger*innen.AbersoeineUraufführungerschließt neueResonanzräume,wennsieAlternativenzudenklassischenOpernstimmenzeigtundauchElektronikeinbezieht.Außerdemnehmenwir Nixon in China vonJohn AdamswiederinsProgramm,derinvielemeineInspirationwarfürKomponist*innenwieGísladóttir.ZurFrage derGröße:AufdergroßenBühnemüssenwirkeineKammeropermachen,dazuhabenwirdieTischlerei.
BeateBreidenbach AuchunserneuesErscheinungsbild istvisuellstarkvoneinerjungenKünstleringeprägt:Die IllustratorinOIgaPraderhatfürjedeNeuproduktion,aber auchfürunsereUnlimited-ReihentolleVisualsmiteiner hohenWiedererkennbarkeitentwickelt.Wirfreuenuns schonsehr,dieseIllustrationenimStadtbildzuentdecken. ErwähnenmüssenwiraberunbedingtnochdieSparte JungeDeutscheOper,dieindenletztenJahrenwunderbaraufgebautwurde.Dieführenwirselbstverständlich fort,setzenallerdingseinpaarneueAkzente.Undwirzeigenmit In 80 Tagen um die Welt nachJulesVerneeine FamilienoperaufdergroßenBühne.
Erstmals gibt es an der Deutschen Oper Berlin ein Team aus drei Dirigenten statt eines Generalmusikdirektors: Maxime Pascal, Michele Spotti und Titus Engel haben ganz unterschiedliche künstlerische Profile und ergänzen sich ideal.
Titus Engel,Wahlberliner,geboren1975inZürich,komplettiertalsConductorinResidencedasDirigenten-Team derDeutschenOperBerlinundistindieserFunktionauch indieProjektevonDeutscheOperUnlimitedeingebunden.2020wurdeerbeiderKritikerumfragederZeitschrift Opernwelt als«DirigentdesJahres»ausgezeichnet,2025 erhielterfürseinkünstlerischesSchaffendenSchweizer Musikpreis.GeschätztfürseineExpertiseaufdemGebiet derhistorischenAufführungspraxisebensowiefürseine Dirigateklassisch-romantischerundzeitgenössischerKompositionen,istdervielseitigeKünstlerregelmäßigmitzentralenWerkenderOpernliteratursowieimKonzertsaalzu erleben.EristeinerderbevorzugtenSparring-Partner zahlreicherKomponist*innenfürOpern-Uraufführungen undaußergewöhnlicheProjektevonderOperFrankfurt überdieRuhrtriennalebisnachGenf.MusiktheaterbegreifteralseinkünstlerischesExperimentierfeld,aufdem gesellschaftlicheUtopiengedeihenkönnen.DieZusammenführungverschiedenerMusik-undKunstweltensowie dieÖffnungderklassischenMusikfüralleGesellschaftsschichtensindihminseinerArbeitbesondereAnliegen. ZuseinenOpernproduktionenderletztenJahregehören HansWernerHenzes Floß der Medusa (KomischeOper Berlin),aufgeführtimFlughafenTempelhof,undeine denStadtraumeinbeziehendeInszenierungvonOlivier Messiaens Saint François d’Assise inStuttgart.Letztere wurdevomMagazin Opernwelt ausgezeichnetals«ungewöhnlichsteOpernerfahrungdesJahres2023».Zuletzt leiteteerdieUraufführungenvonHèctorParras Justice (Genf),MichaelWertmüllers Echo 72 Israel in München (Hannover)undOlgaNeuwirths Monster‘s Paradise in Hamburg.Seit2023isterPrincipalConductorderBasel Sinfonietta.ZuseinerErnennungsagtTitusEngel:«Ich freuemichsehrdarauf,innovativeOpernprojekteund KonzerteanderDeutschenOperBerlinzurealisierenund mitzuhelfen,dieVerbindungdergroßenundehrwürdigen InstitutionmitdemsprühendenLebenderBerlinerSzene zuermöglichen.»
Bára Gísladóttir
Composer in Residence
Die isländische Komponistin schreibt für die Deutsche Oper Berlin eine neue Oper. Als Composer in Residence ist sie auch darüber hinaus immer wieder präsent – mit Aufführungen an verschiedenen Orten der Stadt, in der Gedächtniskirche und im Berghain. Zudem wird sie als Kontrabassistin zu erleben sein.
Die Deutsche Oper Berlin hat einen Poet in Residence! Fiston Mwanza Mujila schreibtnichtnurdasLibrettozumMusiktheaterSunville,ertrittauchselbstals Performer auf und ist in weiteren Formaten zu erleben.
ZurEröffnungderneuenIntendanzwagtsichdieDeutscheOperBerlinaneinProjekt, dasGrenzensprengtundneueRäumeöffnet:KarlheinzStockhausensMittwochaus Licht ist erstmals als szenische Opernproduktion im deutschsprachigen Raum zu erleben. Nicht weniger als ein kosmisches Welttheater um Mann und Frau, Gut und Böse,GeburtundTodentwirftderKlangvisionärStockhauseninseinemmonumentalen Zyklus LICHT. Die sieben Tage der Woche. Während in anderen Teilen des Zyklus der Kampf miteinander streitender Kräfte im Zentrum steht, deren Polarität unserLebenjedenTagaufsNeuebestimmt,wirdinMittwochdieUtopiederLiebe undderspirituellenVerbindungimGeistederMusikzelebriert–undderGlaubedaran, dass Gemeinschaft und Solidarität möglich sind. Kompromisslos war Stockhausen auf der Suche nach einer neuen Art von Musik; er gilt als einer der innovativsten,aberauchstreitbarstenKomponistendes20.Jahrhunderts.DerPionierder elektronischen Musik hat auch die Popmusik bis hin zu Kraftwerk und Björk über alle Genregrenzen hinweg inspiriert. Spektakuläres Herzstück des Mittwoch aus Licht ist das Helikopter-Streichquartett. Hier erweitert Stockhausen den musikalischen Raum über den Theaterraum hinaus: Die Mitglieder eines Streichquartetts sitzen in vier hoch über dem Publikum kreisenden Hubschraubern. Die Streicherklänge mischen sich mit den Geräuschen der Rotorenblätter und werden aus luftigen Höhen in den Zuschauerraum geschickt. Für unsere Produktion wird das Quartett als einmaliges Event live für die ganze Stadt aufgeführt; die filmische AufzeichnungdesQuartettswirdTeilderInszenierung.Dasmehrfachausgezeichnete Künstlerduo Susanne Kennedy und Markus Selg, das im Musiktheater mit Einstein on the Beach am Theater Basel sowie mit Parsifal an der Oper Antwerpen Aufsehen erregte, wird Mittwoch aus Licht in seiner ersten Opernproduktion in Berlin zu einem immersiven Ritual verdichten. Maxime Pascal, mit Beginn der neuen Intendanz Principal Guest Conductor, ist ein Kenner und leidenschaftlicher Anwalt der Musik Stockhausens und hat bis auf den Mittwoch bereits alle Teile des LICHTZyklus zur Aufführung gebracht.
MusikalischeLeitung
Regie
Bühnenbild/Video
Maxime Pascal
Susanne Kennedy
Markus Selg Kostüme
Licht
Sounddesign
ChoreinstudierungWeltparlament
Andra Dumitrascu
Marcel Weber
FlorentDerex
Jeremy Bines Dramaturgie
Performer*innen
Beate Breidenbach
Tarren Johnson, Marie Groothof, Dominic Santia, Ixchel Mendoza, LaurieYoung
Chöre
Chor der Deutschen Oper Berlin, LeBalcon Musiker*innen LeBalcon,StreichquartettausdemOrchester derDeutschenOperBerlin
Mit Der fliegende Holländer setzt sich der streitbare Theatermacher Milo Rau erstmals mit dem Werk und Kosmos Richard Wagners auseinander – und nutzt die romantischeOperalsAusgangspunktfüreineReiseindiepolitischenTiefenschichten der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht der verfluchte Seemann, der nur durch die Treue einer Frau Erlösung finden kann – und in Senta eine obsessiv entschlosseneVerbündetefindet.AusgehendvonWagnersideologischverbrämter Beschäftigung mit Ahasverus, der Figur des ewig wandernden Juden, seinem Antisemitismus und Erlösungskult richtet Rau den Blick auf die lange NachkriegsgeschichtevonSchuld,ErinnerungundderSuchenachVersöhnung.Wasbedeutetes, Wagner nach der Shoah zu lieben? Gibt es eine Erlösung für Wagner, eine Erlösung von der deutschen Schuld? Die Inszenierung verfolgt diese Fragen anhand der Figur des unerlösten Holländers wie ein Roadmovie durch die deutsche Kultur und Geschichte nach 1945 und die emotional aufgeladenen deutsch-israelischen Beziehungen bis ins Heute. Der Holländer erscheint als nationale Metapher: als Figur, dieimmerwiederanderÜberwindungihrereigenenGeschichtescheitert.Rauwagt damitdenSchrittinschmerzhafteArealedesDiskurses–ohneerträglicheAntwortenzuversprechen.Mitdokumentarisch-filmischerErzählweiseunddenMittelndes MusiktheaterswirddiePartiturzumDenkraumüberRezeptionundVerantwortung. Musikalisch trifft Wagners Geisteroper auf die energiegeladene Lesart der jungen DirigentinGiedrėŠlekytė,diemitdieserProduktionihrWagner-DebütanderDeutschen Oper Berlin gibt. Tomasz Konieczny verkörpert mit großer Rollenerfahrung diesen neuen Holländer; an seiner Seite gestaltet Aušrinė Stundytė, international gefeiert für ihre radikalen Frauenfiguren, erstmals die Senta.
GiedrėŠlekytė / Anna Handler (13./20.Feb.)
Regie Milo Rau
Bühnenbild
Kostüme
Licht
Anton Lukas
Silvie Naumann
Jürgen Kolb
Video Moritz von Dungern
Dramaturgie
Choreinstudierung
Daland
Senta
Johanna Danhauser, Nathalie Rozanes, Giacomo Bisordi
Max liest für sein Leben gern. Nun hat ihn ein Buch gefangengenommen, das vor über150Jahrengeschriebenwurde:In80TagenumdieWeltvonJulesVerne.Nicht malseineFreundinJosikannMaxvomLesenabhalten,obwohlsiefindet,erkönne sichnichtimmeraufdenDachbodeninseineeigeneWeltverkriechen;schließlichist die Realität aufregend genug, lieber soll er mit ihr auf die wichtige Demo kommen! Max jedoch vertieft sich so sehr in sein Buch, dass die Figuren daraus plötzlich lebendig werden und er selbst eine zentrale Rolle in der Geschichte übernimmt: Phileas Fogg, der exzentrische englische Gentleman, macht Max zu seinem Diener. DieHälfteseinesVermögenshatFoggdaraufgesetzt,dasseresschafft,dieWelt in 80 Tagen zu umrunden; was heute natürlich kein Problem mehr darstellt, war vor 150 Jahren eine echte Herausforderung. Und so erlebt Max, der nun Passepartout heißt, gemeinsam mit Fogg eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit – und zu den ägyptischen Pyramiden, nach Indien, Hongkong und schließlich nach Amerika, mal mit dem Zug, mal mit dem Schiff, mal auf Elefanten reitend… Verfolgt werden sie dabei vom Kriminalbeamten Fix, der Fogg für einen gesuchten Bankräuber hält und ihm dicht auf den Fersen ist. Aber zum Glück hat Fogg tatkräftige UnterstützungnichtnurvonMaxaliasPassepartetout,sondernauchvonAouda,diesehr klug ist und gleichzeitig dafür sorgt, dass der immer kühle und beherrschte Fogg auf einmal Gefühle zeigt…
DerenglischeKomponistJonathanDoveließsichvondiesemweltbekannten,mehrfach verfilmten Stoff zu einer weltumspannenden Musik inspirieren. Das Libretto schriebPeterLund,derauchdieRegieübernommenhat.EntstandenisteinetemporeicheFamilienoper,diemiteinemneuen,augenzwinkerndenBlickaufeinefaszinierende Geschichte schaut. Wir freuen uns, mit dieser Produktion erneut eine Familienoperaufdergroßen BühnederDeutschenOperBerlinpräsentierenzukönnen.
Ein digitaler Irrgarten: Jede Sekunde entstehen weltweit zehntausende digitale Beiträge.Postswerdenabgesetzt,Tweetsverfasst,Videoshochgeladen.ZweiDrittel der globalen Bevölkerung nutzen regelmäßig soziale Medien, knapp die Hälfte täglich. Ein Strom aus Informationen prasselt auf unser Gehirn ein und zwingt zu EntscheidungenaufschrankenlosenBahnendurchdensichkontinuierlichvergrößerndenDigital-Dschungel.DabeischwankenwirzwischenExtremen:RührigeTiervideos weichenUnfallbildern,KochrezepteundLifehacksfolgenaufGewaltaktionen.Dieses heterogene Kreuzfeuer im Endlos-Feed aus permanent nachgespeistem Content formt einen Sog, dem das rezipierende Subjekt kaum entkommen kann. Um der Machtlosigkeit etwas entgegenzusetzen, begeben sich die isländische Komponistin Bára Gísladóttir und der französische Autor und Regisseur Joris Lacoste mit Good Vibes Only auf die Suche nach Mustern in diesem multidimensionalen Chaos. Für dieFörderpreisträgerinderSiemens-Musikstiftung,gefeiertfürihrendüsterenund zugleich einfühlsamen Stil, der Einflüsse aus Noise, Metal und klassischer Tradition vereint, ist es das erste abendfüllende Bühnenwerk. Der Multikünstler Lacoste, der mit seinen collagenartigen, dokumentarischen Theaterarbeiten Aufsehen erregt, debütiert in der Opernwelt. In ihrer gemeinsamen Kreation erkunden die beiden formale Strukturen und menschliches Verhalten, die sich aus dem mannigfaltigen Zusammenspiel im schier unermesslichen digitalen Raum ergeben. Die Datenwelt wird als Bühne neu gedacht. Durch das Re-Arrangieren realer Beiträge wird ein gigantischesSpektrumkognitiv-emotionalerÄußerungenüberunsereWeltsichtbar. Good Vibes Only macht die Masse an Mitteilungen im Datenstrom des digitalen Äthers transmedial als Musiktheater erfahrbar. Titus Engel, Conductor in Residence und erfahrener Partner für komplexe Uraufführungen, dirigiert seine erste OpernproduktionanderDeutschenOperBerlin.IneinemhochtechnisiertenRaumkonzept verbindensichverschiedenartigeGesangsstilemitOrchesterklängenundeinerausgefeiltenElektronik.SoentstehteinPanoptikumunseresdigitalenZeitalters.
MusikalischeLeitung
Regie
BühnenbildundLicht
Kostüme
Sounddesgin
Choreinstudierung
Dramaturgie
Julieth
Charlotte
Titus Engel
Joris Lacoste
Florian Leduc
Carles Urraca
Thomas Wegner
Marco Medved
Clara Pons, Konstantin Parnian
Julieth Lozano
Charlotte Mundy
Ty Ty Bouque
Andrew
Andrew Watts
Noa NoaFrenkel
Isaiah
Pascal
Tobias
Flöte
Bassklarinette
E-Bass
Percussion
Chor
IsaiahRobinson
Pascal Zurek
Tobias Kehrer
Björg Brjánsdóttir
Heather Roche
Skúli Sverrisson
Lorenzo Colombo, George Barton
Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
Termine
22./27./31.Januar2027
6./12.Februar2027
Dauer
ca.80Min.,keinePause
MitUnterstützungvon:
Good Vibes Only
Silva/Víddir
Cantadoras mitSainkhoNamtchylak
→Seite128
→Seite131
Sprache
EnglischmitÜbertitelungDE/EN Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
Preise Kartenab18Euro
Tischlereikonzert
UnlimitedSalon
ImKino mitBáraGísladóttir
LateNight
Werkstatt
→Seite135
→Seite138
→Seite139
→Seite140
→Seite143
Wolfgang Amadeus Mozart
Così fan
fan tutte
Così fan tutte
Makelove… orcryoutinjoy
Dramma giocoso Libretto von Lorenzo da Ponte
Drei Männer, die sich zu einer Wette verabreden. Zwei Frauen, die Gegenstand dieser Wette sind. Mit einem perfiden Spiel, das sich Don Alfonso ausgedacht hat, soll die Treue dieser Frauen getestet werden: Ferrando und Guglielmo sind davon überzeugt, dass Fiordiligi und Dorabella sie niemals betrügen würden. Zum Schein ziehen sie in den Krieg und kehren verkleidet zurück, um ihre Verlobten als vermeintlichFremdezuverführen:Wennesihnengelingt,habensiedieWetteverloren, und Don Alfonso triumphiert. So das Setting für Mozarts Così fan tutte. Ein zeitgemäßerOpernstoff?EsistinallerersterLinieMozartsMusik,diedieserOperbisheute ihren Platz im Repertoire sichert, denn sie schaut den Figuren tief ins Herz, ohne sie zu verurteilen. Wenn sich das, was als heiteres Spiel begann, zum grausamen Experiment entwickelt, das schließlich allen Beteiligten den Boden unter den Füßen wegzieht, dann legt die Musik die Gefühle der Figuren in all ihrer Vielschichtigkeit undWidersprüchlichkeitfrei;sielotetdieexistenziellenAbgründederLiebeaus,die wir alle, egal welchen Geschlechts, auf die gleiche Art und Weise erleben – heute wie 1790, als Mozarts Oper uraufgeführt wurde. Das belgische Regiekollektiv FC Bergman,dasaufderBiennalediVeneziamitdemSilbernenLöwenausgezeichnet wurdeundzuletztaufderRuhrtriennaleeinenfulminantenErfolgfeierte,istinseiner TheatersprachedembildgewaltigenSurrealismuszugeneigtunderzählt–erstmals in Berlin und in seiner erst dritten Operninszenierung – Cosí fan tutte als eine Geschichte über junge Menschen von heute, die spielerisch auf der Suche sind nach AntwortenaufdieFragendesLebens:WasbedeutetdieLiebefüruns?WelcheRollenspielenwirimLeben?Wermanipuliertwen?IstdieRealitätwirklichimmertragfähiger als die Fantasie? Der Italiener Riccardo Minasi, einer der interessantesten Dirigenten im Bereich der historischen Aufführungspraxis, trifft erstmals auf das Orchester der Deutschen Oper Berlin. Ein junges Solist*innenensemble, angeführt von Elsa Dreisig als Fiordiligi, erkundet die psychologischen Facetten dieses vielschichtigen Spiels um die Liebe.
MusikalischeLeitung
Regie
Bühnenbild
Kostüme
Riccardo Minasi
FC Bergman
(Stef Aerts, Thomas Verstraeten, Marie Vinck)
Joé Agemans
Rosa Schützendorf
Licht Peter Van Praet
Dramaturgie
Choreinstudierung
Fiordiligi
Beate Breidenbach
MarcoMedved
Elsa Dreisig
Dorabella Maria Warenberg
Guglielmo
Kyle Miller
Ferrando Josh Lovell
DonAlfonso
Despina
Chor
Tassis Christoyannis
Patrizia Ciofi
Chor der Deutschen Oper Berlin Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
Termine
28.Februar2027
3./5./8./13./15.März2027
Dauer
ca.3Std.30Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
Sprache ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro Così
Hamed&Sherifa
Cantadoras mitGolnarShahyar
Tischlereikonzert
UnlimitedSalon
Atelier
Werkstatt
Cosìfantutte
Otello
Otello Giuseppe Verdi
Otello Dramma lirico
Libretto von Arrigo Boito
KaumeineFigurderWeltliteraturverbindetsovieletragischeWidersprüche:Otello istTäterundOpfer,JägerundBeutezugleich–blutrünstigerMörderseinergeliebten Desdemona, aber auch der dämonischen Manipulationslust des heimlichen WidersachersJagoausgeliefert.VerdisOpernversionverschärftdengrausamenAusgang zusätzlich,weilhierderintriganteÜbeltäterentkommt.FürdieNeuinszenierungvon Otello kommt erstmals Kornél Mundruczó an die Deutsche Oper Berlin. Seine steile Karriere in der Filmbranche brachte ihm Auszeichnungen bei den Filmfestspielen in Cannes und Venedig und Erfolg auf Netflix. Seit Aviel Cahn ihn 2013 mit Herzog Blaubart/Winterreise fürs Musiktheater entdeckte, wendet sich der international gefragte Regisseur immer stärker der Oper zu. Seine psychedelische Bildsprache unddieexzeptionelleEinbindungvonFilmverleihenderGattungneueImpulseund eignen sich ideal, um uns die wahnhafte Innenwelt der Figur des Otello nahezubringen: Mundruczó führt uns direkt in die seelischen Abgründe des Protagonisten. AlsVerdiseinezweiteShakespeare-Vertonungbegann,hatteersichseitüberzehn Jahren keiner großen Neukomposition mehr gewidmet. Aus der Zusammenarbeit mit Arrigo Boito resultierte ein Werk, das eine Sonderstellung in Verdis Œuvre einnimmt.DasOrchestergewinntanBedeutungfürdieCharakterzeichnungundatmosphärischeAusgestaltungundwirdelementarerAntriebderHandlung.AmPultsteht Stefano Montanari, Spezialist für die ältere italienische Opernliteratur; er bewies sein Gespür für Verdis Spätwerk mit einem frischen Ansatz bei einem umjubelten Otello an der Stuttgarter Staatsoper. Mit der Partie des Otello, dem von heldischer Strahlkraft über lyrische Zartheit bis zu rabiaten Ausbrüchen jenseits des Schönklangs alles abverlangt wird, sprengte Verdi die Konventionen tradierter Stimmfächer.AlldiesbringtNajmiddinMavlyanovmit,derfürdiedramatischenTenorrollen des italienischen und russischen Fachs weltweit gefragt ist. An seiner Seite debütiert Ruzan Mantashyan als Desdemona; Luca Micheletti gibt den Jago erstmals außerhalb seiner Heimat Italien.
MusikalischeLeitung
Regie
Bühnenbild
Kostüme
Licht
Dramaturgie
Choreinstudierung
Otello
Jago
Cassio
Rodrigo
Lodovico
Montano
Desdemona
Emilia
Stefano Montanari
Kornél Mundruczó
Monika Korpa
MAREUNROL’S
Felice Ross
Kata Wéber, Konstantin Parnian
MarcoMedved
Najmiddin Mavlyanov
Luca Micheletti
Andrei Danilov
Thomas Cilluffo
Mark Kurmanbayev
Byung Gil Kim
Ruzan Mantashyan
Kristina Stanek
Herold ChristopherHumbertJr.
Chor
Chor der Deutschen Oper Berlin Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
Termine
16./20./25./28.April2027
2.Mai2027
Dauer
ca.3Std.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
Otello
UnlimitedSalon
ImKino mitKornélMundruczó
Atelier
Werkstatt
Otello
Benjamin Britten
War Requiem
Requiem
War RequiemRequiem, Text nach der Totenmesse und Gedichten von Wilfred Owen
Makelove… and lovelife
«Ich bin der Feind, den du getötet hast, mein Freund», schreibt ein englischer Leutnant 1918 an der nordfranzösischen Front. Am Tag des Waffenstillstands fällt WilfredOwenmit25Jahren.TotenglockeundFriedensgeläutüberlagernsich–ihr EchoklingtinBenjaminBrittensWarRequiemnach:einemantimilitaristischen,antinationalistischen Monument des Gedenkens, der kollektiven Trauer und des persönlichenVerlustes.GezeichnetvonderGewaltzweierWeltkriegewurdedasWerk 1962 zur Feier des Wiederaufbaus der Coventry Cathedral uraufgeführt. Wie dort die Ruine in die neue Architektur integriert ist, durchbrechen auch Owens Gedichte denAblaufderlateinischenTotenmesse.BrittensVertonungschöpftausdememotionalen Kraftfeld der Requiem-Tradition und bringt jene Menschenkenntnis ein, die ihnalsOpernkomponistenauszeichnet.WarRequiemstehtfürPazifismusalskünstlerischeHaltungundhatinunsererpolitischenGegenwartleidernichtanBedeutung verloren. Für Frieden tritt auch die international beachtete Produktion aus London –dort 2018 zur Erinnerung an das Ende des 1. Weltkriegs kreiert – ein, die auf Einladung der Deutschen Oper Berlin vom künstlerischen Team um Regisseur Daniel Kramer und Fotograf Wolfgang Tillmans neu einstudiert wird. In der Inszenierung verbindetsichKramerspoetisch-kraftvolleKörperarbeitmitdemunkonventionellen, weltzugewandten Blick von Star-Fotograf Tillmans, der hiermit sein Operndebüt in Berlin gibt. Beide schaffen zeitlose Situationen, in denen Trauma und Trost, Masse und Intimität wohnen. Fotografische Momentaufnahmen bekränzen den Raum, scheinenselbstzubeobachten,gerinnenzulautlosenLandschaften.ImZeichender künstlerischen Begegnung sollten die Solopartien bei der Uraufführung von einer russischen Sopranistin, einem britischen Tenor und einem deutschen Bariton gesungenwerden.ImletztenMomentverhindertediesowjetischeRegierungdieTeilnahmeihrerStar-Sopranistin.NunwirddiesesymbolischeBesetzungunterdermusikalischen Leitung des Britten-Kenners Sir Donald Runnicles mit Elena Tsallagova, NickySpence und Björn Bürger realisiert.
MusikalischeLeitung
Regie
Bühnenbild
Sir Donald Runnicles
Daniel Kramer
Wolfgang Tillmans Kostüme
Licht
Regie-Mitarbeit
Nasir Mazhar
Charles Balfour
Elaine Tyler-Hall Choreografie
Ann Yee
ChoreografiederMilitärszenen
Nicky Moffat Choreinstudierung
MarcoMedved
EinstudierungdesKinderchores
Christian Lindhorst Dramaturgie
Luc Joosten, Johanna Danhauser
Sopran
Elena Tsallagova Tenor
Nicky Spence Bariton
Björn Bürger
Chöre
Chor und Kinderchor der Deutschen Oper Berlin Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
MozartwolltemitDieZauberflöteeinStückfüralleschreiben–dieMixturausWiener Volkstheater, Singspiel und italienischer Oper macht sie bis heute zum Publikumsliebling. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: von eingängigen Liedern über Arien bis hin zu humorvollen Sprechtexten und Märchenelementen. Die Inszenierung vonGünterKrämererschafftzweigegensätzlicheWelten:dasReichderKöniginder Nacht und den Tempel des Sonnenkönigs. Dazwischen bewegt sich Prinz Tamino in Begleitung des Vogelfängers Papageno. Auf ihrer abenteuerlichen Reise durchqueren sie Urwälder mit Löwen, Nashörnern und Schlangen. Mozarts Oper lädt fantasievollein,überGutundBöse,Träume,ÄngsteunddieLiebenachzudenken.Die liebevoll gestaltete, teils mechanisch betriebene Ausstattung erzeugt Bühnenmagie. TomášNetopil,gefragterMozart-Interpret,dirigiertdasOrchesterderDeutschenOper Berlin. Unser Solisten*innen-Ensemble darf mit Spiel- und Singfreude verzaubern.
MusikalischeLeitung
TomášNetopil/AnnaHandler(30.Dez.;15.Jan.)
Regie GünterKrämer
Sarastro
NicolaiElsberg/TobiasKehrer(ab28.Nov.)
Tamino KieranCarrel
Sprecher
KöniginderNacht
Pamina
ErsteDame
ZweiteDame
DritteDame
Papageno
Papagena
Monostatos
Chor
Orchester
Termine
2.★ /10.September2026
17.Oktober2026
16./24./28.November2026
22./30.Dezember2026
15.Januar2027
Dauer
3Std.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
VincenzoNeri
MariaSardaryan
Emily Pogorelc/Lilit Davtyan(ab16.Nov.)
Ann-KathrinNiemczyk
KarisTucker
StephanieWake-Edwards
PadraicRowan
SophieSalvesani
BurkhardUlrich
ChorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
DeutschmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
★Operntag34/10EuroEinheitspreis
LUCIA DI LAMMERMOOR
Gaetano Donizetti
Lange vor der cineastischen Popularität von Downton Abbey oder der Jane AustenMode wurde die ruchlose Innenwelt des britischen Landadels zum Schauplatz der italienischen Oper. Mit seiner Vertonung von Walter Scotts Erfolgsroman The Bride of Lammermoor schuf Gaetano Donizetti 1835 ein dramma lirico, das bis heute als Inbegriff der italienischen Romantik gilt. Die in Schottland um 1700 angesiedelte Tragödie ist auch das berühmteste Beispiel für die Transformation des virtuosen Belcanto-StilsineinehochexpressiveStilisierungemotionalerExtremzuständeund enthält die wohl berühmteste Wahnsinnsszene der italienischen Oper. Die Inszenierung von Filippo Sanjust beschwört mit gemalten Kulissen und Rampenlicht die AtmosphäreeinesOpernabendsausderEntstehungszeitdesWerks.MicheleSpotti, Principal Guest Conductor der Deutschen Oper Berlin, dirigiert zum ersten Mal in seinemneuenAmtdieEnsemblesdesHauses.AlsLuciabegegnenwirdervirtuosen Nina Minasyan, und als Edgardo kehrt mit Xabier Anduaga einer der brillantesten Belcanto-Tenöre zurück auf unsere Bühne.
Wofür lohnt es sich zu leben und zu sterben – für die Liebe, für die Kunst, für die Freiheit? Im Zentrum von Tosca steht diese Frage, und auf einmalige Weise verbinden sich hier musikalische Glanzmomente mit einer packenden Handlung und historische Begebenheiten mit Archetypen der Opernbühne. Eine einzige schicksalhafte Nacht hindurch begleitet das Publikum die Geschichte der Sängerin Floria Tosca,desMalersMarioCavaradossiunddesskrupellosenPolizeichefsScarpia,die füralledreitödlichendet.InderhistorischdetailgetreuenInszenierungvonBoleslaw Barlogpräsentierensichseitüber50JahrendiegrößtenStarsderOperngeschichte. In diese Chronik treten nun in der ersten Serie dieser Spielzeit erstmals u. a. auch Aleksandra Kurzak, welche die Tosca bereits an der New Yorker MET oder an der Royal Opera in London gab, sowie Roberto Alagna, der seinen Ausnahme-Tenor mit einerweiterenPartieanderDeutschenOperBerlinunterBeweisstellt.MitAntonino Fogliani gastiert am Dirigentenpult erstmals an der Deutschen Oper Berlin einer der begnadetsten Puccini-Dirigenten unserer Zeit.
MusikalischeLeitung
Regie
FloriaTosca
MarioCavaradossi
BaronScarpia
CesareAngelotti
DerMesner
Spoletta
Sciarrone
Chöre
AntoninoFogliani(Sept.) /PaoloCarignani
BoleslawBarlog
AleksandraKurzak/ElenaGuseva(April)
RobertoAlagna/LucianoGanci (April)
Najmiddin Mavlyanov (Juni/Juli)
VladislavSulimsky
MarkKurmanbayev
ArturGarbas
JörgSchörner
TomNicholson
ChorundKinderchorderDeutschenOperBerlin
Orchester OrchesterderDeutschenOperBerlin
Termine
6./12./22./29.September2026
1./3./10.April2027
26./30.Juni,3.Juli2027
Dauer
ca.3Std.15Min.inkl.2Pausen
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
LA FORZA DEL DESTINO
Giuseppe Verdi
Mit La forza del destino beschritt Verdi neue Wege. Auf den Paradigmenwechsel verweist schon der Titel, der nicht den Namen einer Figur oder eines historischen Ereignissesaufgreift,sondernallgemeingültigdie«MachtdesSchicksals»beschwört. Entsprechend verfasste der Komponist ein Ideendrama, welches das Los ganzer Gesellschaftsgruppen und Völker verhandelt. Daran anknüpfend schafft der legendäreFrankCastorfinseinereinzigenOpernregieinBerlinVerbindungenzumspanischen Bürgerkrieg des 20. Jahrhunderts sowie zum Kampf gegen den Faschismus im Zweiten Weltkrieg und verwebt die Einzelschicksale der Figuren mit den SchreckenderKolonialgeschichte.InCastorfsInszenierungwirddas«Schicksalsdreieck» diesmal von einem international gefragten Trio aus Guanqun Yu, Pavel Yankovsky unddemHausdebütantenLucianoGanciverkörpert.MassimoZannetti,früheroftan der Staatsoper Berlin zu Gast, erleben wir mit dieser Wiederaufnahme zum ersten Mal am Pult der Deutschen Oper Berlin.
MusikalischeLeitung
MassimoZanetti
Regie FrankCastorf
MarchesevonCalatrava
DonnaLeonora
DonCarlosdiVargas
DonAlvaro
PaterGuardian
FraMelitone
Preziosilla
Curra
Alkalde
MastroTrabuco
Feldarzt
Chor
Orchester
Termine
3./8./11./18.Oktober2026
Dauer
ca.3Std.45Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
TobiasKehrer
GuanqunYu
PavelYankovsky
LucianoGanci
GianlucaBuratto
ArturGarbas
KristinaStanek
LaurynDavis
PadraicRowan
MichaelJ.Scott
ByungGilKim
ChorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
CARMEN Georges Bizet
«Frei ist sie geboren, frei wird sie sterben» – um ihre Freiheit zu bewahren, nimmt Carmen sogar den eigenen Tod in Kauf. Mit ihrem kompromisslosen Willen zur Autonomie sprengte sie die Moralvorstellungen ihrer Zeit. Dadurch hebt sie sich von den vielen passiven, sich opfernden Frauenfiguren der Oper des 19. Jahrhunderts ab–einstalsSkandalsubjekt,späteralsIdentifikationsfigur,immeralsgroßeProjektionsfläche.RegisseurOleAndersTandberggreiftdieseAmbivalenzenaufundarbeitet mit ikonischen Bildern: dem knallroten Flamenco-Kleid, dem Torero-Kostüm und der Stierkampfarena. Doch bleiben diese Symbole nicht unkommentiert, sondernwerdenüberspitztbisinsGroteskeundMakabre.EineemotionaleAchterbahnfahrt mit Ohrwürmern wie der Habanera und dem Toréador-Lied, die noch lange im Gedächtnis bleiben. Der argentinische Dirigent Alejo Pérez, GMD des Teatro Colón in Buenos Aires, debütiert an der Deutschen Oper Berlin. Gaëlle Arquez sorgt als französische Carmen für Charme und Raffinesse, später stellt sich unser neues Ensemblemitglied Kristina Stanek als Carmen vor.
MusikalischeLeitung
Regie
AlejoPérez
OleAndersTandberg
Carmen GaëlleArquez/KristinaStanek(März)
Frasquita
Mercédès
Micaëla
DonJosé
Moralès
Zuniga
Escamillo
Remendado
Dancaïro
Chöre
Orchester
Termine
4./9./16./21./25.Oktober2026
4./6./12.März2027
Dauer
ca.3Std.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
JuliethLozano
MariaWarenberg/KarisTucker(März)
MartinaRussomanno/AminaEdris(März)
EdgarasMontvidas/AndreiDanilov(März)
TomNicholson
MarkKurmanbayev/NicolaiElsberg(März)
BonganiJusticeKubheka/ByungGilKim(März)
OmarMancini/ThomasCilluffo(März)
ArturGarbas
ChorundKinderchorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
FranzösischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
PIQUE DAME
Pjotr Tschajkowski
«Was ist unser Leben? Ein Spiel! Gut und Böse sind nur Träume, Arbeit und EhrlichkeitbloßLügen»,resümiertHermanninPique Damefatalistisch,alseramSpieltisch seinem Ende entgegenblickt. Auf der Novelle Puschkins fußend, zeichnet Tschajkowski eine Welt, in der ökonomische Unterschiede dominieren und das Recht des Stärkeren gilt. Um jeden Preis muss Hermann dem gesellschaftlichen Stand seiner GeliebtenLisagerechtwerden;erversprichtsichReichtumdurchdasfluchbeladene Kartengeheimnis der Gräfin. Doch die Hoffnung auf Glück verpufft in einer Spirale der Obsession, die Hermann in den Abgrund reißt. Doris Soffel kehrt als Gräfin zurück in die Inszenierung von Sam Brown. Die Lisa gibt neu Elena Guseva, als Hermann ist Hausdebütant Arsen Soghomonyan zu erleben – beide haben die Partien an Bühnen von Mailand bis New York verkörpert. Mit Stéphane Degout und Alexey Markov sind zwei große Baritone unserer Zeit als Prinz Jeletski bzw. Graf Tomski zu sehen. Die musikalische Leitung hat der ukrainische Dirigent Kirill Karabits.
MusikalischeLeitung
Kirill Karabits
Regie Sam Brown
Hermann
Tomski
FürstJeletzki
Gräfin
Arsen Soghomonyan
Alexey Markov
Stéphane Degout
Doris Soffel
Lisa Elena Guseva
Tschekalinski
Narumow
Surin
Polina
Chöre
Thomas Cilluffo
Michael Bachtadze
Mark Kurmanbayev
Karis Tucker
Chor und Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
Ballett Opernballett der Deutschen Oper Berlin
Termine
1./4.★ /7./13.November2026
Dauer ca.3Std.20Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
Sprache RussischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab28Euro
★Operntag34/10EuroEinheitspreis
ELEKTRA
Richard Strauss
Klänge, wie sie Richard Strauss in Elektra mit einem riesenhaften Orchesterapparat entfesselte, hatte man bis zur Uraufführung der Oper 1909 noch nicht gehört. Und die Radikalität und expressive Wildheit von Elektra haben bis heute nichts von ihrer Wirkungeingebüßt.DerarchaischeStofferschrecktundfasziniertzugleich:Elektra, eine unendlich einsame junge Frau, wird allein durch den Gedanken am Leben gehalten, den von ihrer Mutter begangenen Mord an ihrem Vater Agamemnon rächen zu müssen. Als die Rache vollbracht ist und ihr Bruder Orest die Mutter und deren
Geliebtenumgebrachthat,tanztElektraeinenekstatischenTanz,aufdessenHöhepunktsietotzusammenbricht.EineOperwieeinRollercoaster!MitRicardaMerbeth übernimmt eine der wichtigsten Wagner- und Strauss-Interpretinnen unserer Zeit die Titelrolle, die charismatische Okka von der Damerau debütiert als Klytämnestra. Der slowakische Dirigent Juraj Valčuha, seit Jahren einer der prägendsten Gastdirigenten der Deutschen Oper Berlin, leitet das monumentale Werk.
MusikalischeLeitung
JurajValčuha
Regie KirstenHarms
Klytämnestra
Elektra
Chrysothemis
Aegisth
OkkavonderDamerau
RicardaMerbeth
Ann-KathrinNiemczyk
MichaelJ.Scott
Orest TobiasKehrer
PflegerdesOrest
Aufseherin
Mägde
Chor
Orchester
Tänzer
Termine 6./14./17.November2026
Dauer
1Std.45Min.,keinePause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
ByungGilKim
BarbaraDobrzanska
StephanieWake-Edwards,LaurynDavis
JuliethLozano,MartinaRussomanno
ChorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
OpernballettderDeutschenOperBerlin
Sprache DeutschmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL
Wolfgang Amadeus Mozart
MozartsSingspielDieEntführungausdemSerailmagaufdenerstenBlickmärchenhaft und fast ein bisschen naiv erscheinen. Und auch die Handlung um Konstanze, die von Seeräubern geraubt wurde und nun im Harem von Bassa Selim festsitzt, scheint diesen Eindruck zu bestätigen. Doch Mozarts Musik sprengt den Rahmen des Singspiels. Sie macht aus den Figuren, die der im 18. Jahrhundert so beliebten, aber meist recht holzschnitthaften «Türkenoper» verhaftet scheinen, zutiefst menschlicheCharaktere,dieExtremsituationenausgesetztwerdenunddabeiwidersprüchliche Emotionen durchleben. Denn mehr als um die äußere Handlung ging es Mozart um die inneren Konflikte seiner Figuren, die seine Musik tiefenpsychologisch auslotet. Der argentinisch-spanische Autor und Regisseur Rodrigo García hatdieHandlunginsHeuteverlegtunddieDialogeneugeschrieben.Mitderfranzösisch-britischen Dirigentin Stephanie Childress stellt sich eine der interessantesten jungen Musikerinnen unserer Tage an der Deutschen Oper Berlin vor. Und mit KathrynLewek kehrt die Premieren-Konstanze zurück an die Bismarckstraße.
Bei der Uraufführung 1896 in Turin wurde La bohème mit Skepsis aufgenommen. ErstnachweiterenVorstellungeninmehrerenitalienischenStädtenstelltesichjener Erfolg ein, der Puccini und seinen Librettisten binnen kürzester Zeit internationalen Ruhmeinbrachte.MitihrererstenKollaboration,basierendaufHenriMurgersRoman Scènesdelaviedebohème,schufdasTriodenInbegriffderromantischenLiebesgeschichte auf der Opernbühne. Der Geschichte um eine Gruppe junger Menschen, deren Freuden und tragisch endenden Leidenschaften verlieh Puccini eine farbenreiche Musik, die einige der berühmtesten Arien und Duette der Musikgeschichte enthält. Götz Friedrichs Inszenierung in zeitloser Kulisse spannt den Bogen von derintimenKünstlerwohnungbiszumausladendenSpektakelimQuartierLatin.Der idealeBegleiterindieFesttags-Stimmung!MitderblutjungenJulianaGrigoryanund später der charismatischen Corinne Winters präsentieren sich zwei der innigsten Puccini-Sängerinnen in der Rolle der Mimì. Taschentuch nicht vergessen!
MusikalischeLeitung
Regie
GiampaoloBisanti
GötzFriedrich
Rodolfo AndreiDanilov
Marcello
Schaunard
Colline
Benoît
Alcindoro
Mimì
Musetta
Chöre
Orchester
Termine
11./13./15./17./20.Dezember2026
18./20./22./26.Mai2027
Dauer
2Std.30Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
VincenzoNeri
KyleMiller
MarkKurmanbayev/ByungGilKim(Mai)
JörgSchörner
BurkhardUlrich
JulianaGrigoryan/CorinneWinters(Mai)
MartinaRussomanno
Chor und Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
HÄNSEL UND GRETEL
Engelbert Humperdinck
Mit Hänsel und Gretel gelang Engelbert Humperdinck eine Märchenoper, die Kinder und Familien nicht nur in der Vorweihnachtszeit seit über 100 Jahren immer wieder aufs Neue in ihren Bann zieht. Zum anhaltenden Erfolg des Werks hat einerseits die spannende Geschichte um zwei Kinder beigetragen, die sich im dunklen Wald verirrenundvoneinerbösenHexebedrohtwerden,dieseaberschließlichmitListund Tücke besiegen können. Auch die Kombination von einfachen, eingängigen Volksliedmelodien wie «Ein Männlein steht im Walde» mit verschwenderisch instrumentiertem Orchesterklang und großen Opernstimmen ist bis heute für ein Publikum aller Altersstufen äußerst reizvoll. Die Inszenierung von Andreas Homoki erzählt die Geschichte geradlinig in poetischen Bildern, verzichtet dabei aber weder auf theaterwirksame Gruseleffekte noch auf komische Momente. Am Pult steht mit unserer KapellmeisterinAnnaHandlereinejungedynamischeDirigentin,diederAufführung ihrenmusikalischen Drive verleiht.
Isolation und Einsamkeit sind spätestens seit der Corona-Pandemie Teil der kollektiven Erfahrungswelt geworden. Violetta, die junge Edelkurtisane, muss sie am Sterbebett erleiden, weil sie wegen gesellschaftlicher Moralgebote gezwungen ist, ihrenGeliebtenvonsichzuweisen.DieeinzigeOperVerdis,dieinderbürgerlichen Lebenswelt seiner Zeit spielt, demonstriert die Doppelmoral einer Gesellschaft, die einer jungen Frau erst zu Füßen liegt und sie dann verstößt. Die Inszenierung von Götz Friedrich verstärkt die Emotionalität von Verdis Musik, indem sie Violettas Geschichte als Rückblende erzählt: Die Vorahnung des Todes ist von Anfang an präsent und schwebt wie ein Schatten über der Pariser Festgesellschaft. So entfaltet sich ein zeitloses Drama mit Requiem-Charakter. Mit Spannung erwarten wir das Violetta-Debüt von Federica Lombardi, Publikumsliebling an der Deutschen Oper Berlin. Michele Spotti, neuer Principal Guest Conductor, verspricht eine ausgereifte musikalische Interpretation.
MusikalischeLeitung
Regie
ViolettaValéry
AlfredoGermont
GiorgioGermont
Annina
Gaston
BaronDouphol
MarquisD'Obigny
DoktorGrenvil
Chor
Orchester
Termine
26./28./31.Dezember2026
2.Januar2027
5./9./11./20.Juni2027
Dauer
2Std.45Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
MicheleSpotti/GiovanniConti(Juni)
GötzFriedrich
FedericaLombardi/N.N.
AttilioGlaser
GeorgePetean/SimoneDelSavio(Juni)
LaurynDavis
MichaelJ.Scott/OmarMancini(Juni)
MichaelBachtadze
BonganiJusticeKubheka
ByungGilKim/NicolaiElsberg(Juni)
ChorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
NIXON IN CHINA
John Adams
ZeitgenössischeOperamPulsderZeit:AlsderUS-PräsidentRichardNixonaneinem nebligen Februarmorgen 1972 auf chinesischem Boden landet, hält die Welt den Atem an. Nach jahrzehntelangem Schweigen kommt es zur Annäherung der rivalisierenden Großmächte. Eine diplomatische Sternstunde und ein Medienereignis der Superlative – Kameras und Mikrofone begleiten Nixon und Mao Tse-tung auf Schritt und Tritt. Der amerikanische Komponist John Adams und Librettistin Alice Goodman haben historische Originaldokumente zu einer poppigen Erzählung über moderne Mythen und spektakuläre Bildpolitik verdichtet. Wie eine satirisch überhöhte TV-Dokumentation folgt die Minimal-Music-Oper dem Protokoll des Staatsbesuchs und zeigt Figuren zwischen überlebensgroßer Selbstinszenierung und maßlosem Selbstbetrug. Das Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen, bekannt fürseineanarchischeRegiehandschrift,fokussiertimBilderrauschaufdenpropagandistischen Aspekt des Gipfeltreffens und bietet einen furiosen Einblick in die Machtspiele des 20. Jahrhunderts.
Wenn er dieses Theaterstück genehmigen würde, könne er gleich die Bastille einreißen – so König Ludwig XVI., als er Le mariage de Figaro des Aufklärers Beaumarchais zu lesen bekam. Prophetische Worte wenige Jahre vor der französischen Revolution.DochkeinVerbothindertedenhochbrisantenStoffdaran,sichraschzu verbreiten. Zu sehr traf die Geschichte, in der sich alle gegen die Willkürherrschaft eines Patriarchen zur Wehr setzen, den Nerv der Zeit. Mit Le nozze di Figaro schufen Mozart und sein Librettist Lorenzo da Ponte eine zeitlose Sozialstudie, in der Humor und Gesellschaftskritik in perfekter Balance stehen. Götz Friedrichs Inszenierung rückt das turbulente zwischenmenschliche Geschehen ins Zentrum und schafft so die ideale Plattform, um spielfreudige Ensemblemitglieder und Gäste zu präsentieren.RiccardoMinasidirigiertalsVorgeschmackaufseineNeuproduktion CosìfantuttedieseWiederaufnahmemitMariaBengtssonalsGräfinunddenbeiden jungen Franzosen Florian Sempey als Graf und Adèle Charvet als Cherubino.
MusikalischeLeitung
Regie
GrafAlmaviva
GräfinAlmaviva
RiccardoMinasi
GötzFriedrich
FlorianSempey
MariaBengtsson
Susanna LilitDavtyan
Figaro
Cherubino
Marcellina
DonBasilio
DonCurzio
Bartolo
Antonio
Barbarina
Chor
Orchester
Termine
28.Januar2027
2.★ /4./9.Februar2027
Dauer
3Std.45Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
ArturGarbas
AdèleCharvet
SoniaGanassi
BurkhardUlrich
JörgSchörner
PadraicRowan
ChristopherHumbertJr.
SophieSalvesani
ChorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro ★Operntag34/10EuroEinheitspreis
RIGOLETTO Giuseppe Verdi
Ein Clown, dem das Lachen im Halse stecken bleibt, ein skrupelloser Liebhaber, ein Auftragskiller mit warmer Stimme: In Rigoletto montiert Verdi derbes Possenspiel, abgründige Charakterstudien und emotionale Überwältigungskraft zu einer schillernden Groteske über Macht und Verwundbarkeit. Die Oper ist viel mehr als «La donna è mobile»! Jan Bosse erzählt in seiner Inszenierung die Tragödie eines Menschen, der daran scheitert, privates Leben und öffentliches Handeln voneinander zu trennen. In seiner Version wird der Zuschauerraum der Deutschen Oper Berlin zum dekadenten Herzogshof von Mantua, die Unterbühne zum klaustrophobischenVersteck.DorthältRigolettoseineTochterGildavordenBlickenderEdelleuteverborgen.DochimVerlaufdesGeschehenswankendiesorgfältiggetrennten Rollen des zynischen Hofnarren und des sanftmütigen Vaters. Im vergeblichen Versuch, seine Tochter zu schützen, richtet Rigoletto unversehens seine Welt zugrunde–bisnurnocheineleereBühnezurückbleibt.KapellmeisterinAnnaHandler, bereits zum Publikumsliebling avanciert, dirigiert ihre erste Verdi-Produktion.
MusikalischeLeitung
Regie
HerzogvonMantua
Rigoletto
Gilda
GrafvonMonterone
GrafvonCeprano
GräfinvonCeprano
Marullo
Sparafucile
Giovanna/Maddalena
Chor
AnnaHandler
JanBosse
OmarMancini
RomanBurdenko
SerenaSáenz/LilitDavtyan(19.Feb.)
BonganiJusticeKubheka
MichaelBachtadze
SophieSalvesani
TomNicholson
TobiasKehrer
StephanieWake-Edwards
ChorderDeutschenOperBerlin
Orchester OrchesterderDeutschenOperBerlin
Termine
29.Januar2027
3./5./19.Februar2027
Dauer
2Std.35Min.inkl.Pause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
Sprache
ItalienischmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
LOHENGRIN
Richard Wagner
InZeiten,indenendieWeltkompliziertscheintunddiewirtschaftlicheLageschlecht ist, wird die Sehnsucht nach dem Einen, der vermeintlich einfache Lösungen für schwierigeProblemeanzubietenhat,übergroß.Dafürliefertdas20.JahrhundertAnschauungsmaterial, und auch die Gegenwart kennt Beispiele. In Richard Wagners LohengrinisteseingeheimnisvollerRitter,derfürElsavonBrabantzukämpfenverspricht; dabei wird er zur Projektionsfläche für die Sehnsucht eines zerrütteten Volkes nach einer charismatischen Führerfigur. Wagner, Mitte des 19. Jahrhunderts selbstRevolutionär,brachteimLohengrinseinepolitischeUtopievoneineranderen Weltordnung auf künstlerische Weise zum Ausdruck – eine Utopie von der Rettung der Welt durch die Kunst, hier jedoch zum Scheitern verurteilt. Mit Eric Cutler präsentiert sich in der Titelpartie ein am Belcanto geschulter jugendlicher Heldentenor, diefinnischeSopranistinMiina-LiisaVäreläbringtalsOrtruddasgeforderteGegengewicht. Ihre Landsfrau, die Dirigentin Susanna Mälkki, debütiert sowohl mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin als auch mit dem Werk.
Als«OperallerOpern»bezeichneteE.T.A.HoffmannDon Giovanni.DerPhilosoph Søren Kierkegaard räumte dem Werk gar einen Platz in seiner Hauptschrift ein, wo der Titelheld als «Inkarnation der Genialität alles Sinnlichen» bezeichnet wird. Don GiovannigiltwahlweisealserotischerFrauenheldoderruchloserLüstling,alsfleischgewordener Dionysos oder verachtungswürdiger Sexualstraftäter. Auch in Roland SchwabsInszenierungbegegneterunszersplittert.GetriebenvomunstillbarenVerlangen nach mehr taumelt er zwischen Partyexzess, Gewaltorgie und asketischer Zurückgezogenheit. Nach großen Erfolgen in dieser Produktion kehren Davide LucianoalsDonGiovanniundTommasoBareaalsdessenzynischerDienerLeporello zurück. Olga Peretyatko kommt erstmals als Donna Elvira an unser Haus. Stefano Montanari dirigiert diese Wiederaufnahme in seinem angestammten Fach, bevor er sich mit der Premiere von Otello von einer ganz anderen Seite präsentieren wird.
Dieses Oratorium erzählt von den letzten Tagen im Leben Jesu Christi. Vor genau dreihundert Jahren setzte Johann Sebastian Bach den Evangeliumstext in Töne: Die Uraufführung fand am Karfreitag 1727 statt. Benedikt von Peters Inszenierung nimmt die darin veranlagte Tradition des Kreuzwegs ernst: Bachs doppelchöriges Meisterwerk entfaltet sich als raumakustisches Kruzifix; das Publikum sitzt mitten im musikalischen Geschehen, setzt den eigenen Körper dieser Passion und ihrer verstörenden Schönheit aus. Verrat, Todesangst, Opfer und Vergebung erscheinen nicht als fernes Heilsgeschehen, sondern als nüchterne Frage an unsere Gegenwart: Worin bestehen die Sünden, für die Jahr um Jahr der Sohn geopfert werden muss? Nicht der Evangelist, sondern Kinder führen das Gleichnis vor Augen. Sie schultern das Kreuz, verhindern den Selbstmord des Judas mit einer Umarmung und stellen das Wertegerüst einer christlichen Gesellschaft zur Diskussion. Marc Minkowski, ausgewiesener Spezialist für barocke Vokalmusik und erstmals an der Deutschen Oper zu Gast, dirigiert diese besondere Wiederaufnahme exakt zum 300-Jahr-Jubiläum des Werkes!
Oscar Wildes Drama über die biblische Prinzessin, die den Propheten Jochanaan enthauptenlässt,umseinentotenMundzuküssen,fächerteinTableaumenschlicher Abgründe auf: von Mord über Nekrophilie bis zu sexualisierter Gewalt reiht sich ein Schockmomentandennächsten.EswarenabernichtnurdieseThemen,dieStrauss’ SalomezumSkandalwerdenließen,sondernauchseineradikalmoderne,überwältigende Musik, die ihrer Zeit weit voraus war. Der «Faust»-Preisträger Claus Guth lässtinseineInszenierungErkenntnissederPsychoanalyseeinfließen,diezurZeitder Uraufführung1905entstand,undtauchtinSalomesUnterbewusstseinein:Jüngere Versionen ihres Ichs begleiten Salome wie Schatten vergangener Verletzungen; gemeinsam ringen sie um die Bewältigung kindlicher Traumata. In einem Bühnenbild, das die Illusion einer makellosen Fassade aufrechterhält, beginnen Realität, Traum undErinnerungzuverschwimmen–derWegvonderOpferrollezurTäterinscheint unausweichlich. Marc Albrecht dirigiert, und mit Elisabeth Strid ist erstmals Barrie Koskys neue Londoner Brünnhilde als Salome zu erleben.
MusikalischeLeitung
MarcAlbrecht
Regie ClausGuth
Herodes
ThomasBlondelle
Herodias MartinaSerafin
Salome
Jochanaan
ElisabetStrid
NicholasBrownlee
Narraboth KieranCarrel
EinPage
Juden
Nazarener
Soldaten
Orchester
Ballett
Termine
17./27.April2027
4.★ Mai2027
Dauer
1Std.45Min.,keinePause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
MariaWarenberg
MichaelJ.Scott,ThomasCilluffo,JörgSchörner
BurkhardUlrich,PadraicRowan
NikolaiElsberg,KyleMiller
MarkKurmanbayev,TobiasKehrer
OrchesterderDeutschenOperBerlin
OpernballettderDeutschenOperBerlin
Sprache
DeutschmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
★Operntag34/10EuroEinheitspreis
NABUCCO
Giuseppe Verdi
Zweifellos eine der bekanntesten Melodien der Operngeschichte – das ist der populäreGefangenenchor«Vapensiero»ausNabucco,derzuVerdisZeitsogarals heimliche Nationalhymne Italiens galt. Daneben war es aber auch Verdis untrügliches Gespür für theaterwirksame Situationen, das Nabucco zum ersten großen Erfolg des Komponisten machte; auch fand Verdi hier zu seiner ganz persönlichen musikdramatischen Sprache. Den wirkmächtigen, kontrastreichen Chorszenen, die den babylonisch-hebräischen Konflikt, die Zerstörung des ersten Tempels zu Jerusalem und das babylonische Exil der Juden zum Thema haben, steht die GeschichtevomZerfalleinerHerrscher-Familiegegenüber:AbigailleundFenenasind Halbschwestern, die beide den jungen Juden Ismaele lieben; ihr Vater, der Babylonierkönig Nebukadnezar, verfällt Wahnsinn und Verzweiflung. In der Titelpartie ist mit Nicola Alaimo ein charismatischer Bariton zu erleben, der ganz in der italienischen Tradition zuhause ist, neben ihm die strahlkräftige Saioa Hernández als Abigaille. Mit Antonino Fogliani steht ein feuriger Verdi-Dirigent am Pult.
DiechinesischePrinzessinTurandotverweigertsichderEheunddemonstriertdies mit einem grausamen Ritual: Jeder Heiratswerber, der ihre drei Rätsel nicht löst, wird enthauptet. Dieser brutale Kreislauf führt sich fort, bis Calaf ihn durchbricht. Giacomo Puccini schuf mit seiner letzten, unvollendeten Oper Turandot über das berühmte «Nessun dorma» hinaus eine unvergleichliche Partitur: Um ein märchenhaftes Fantasie-China zu erzählen, vermischte er traditionell chinesische Musik, pentatonische Skalen, ungewohnte Klangfarben und schroffe Dissonanzen zu einemKolorit,daszwischenlyrischerZartheitundbrachialerWuchtchangiert.Franco Alfano vollendete die Oper und schrieb einen für Puccini ungewöhnlich versöhnlichen Schluss, der in dieser Inszenierung von Lorenzo Fioroni konterkariert wird: In einem zeitlosen Staat, der an gegenwärtige Militärdiktaturen erinnert, bleiben Brutalität und Trauma omnipräsent. Camilla Nylund, bekannt für ihre unvergleichlichen Wagner- und Strauss-Portraits, ist hier für einmal im italienischen Repertoire in der herausfordernden Titelrolle zu erleben.
DerÜberraschungserfolgderDeutschenOperBerlinseiteinigenSpielzeiten:Knapp zehnJahrevordemZweitenWeltkriegvollendet,beschwörtdieeinzigeOperdesdänischenKomponistenRuedLanggaardorakelhafteinenahendeApokalypse.Antikrist bildet einen Solitär der Musikgeschichte, in dem sich kaleidoskopartig machtvolle KlängemiteinerenigmatischenSpracheverbinden.Erst1999szenischuraufgeführt, fast50JahrenachdemTodseinesSchöpfers,istdasWerkeineabsoluteRaritätauf den internationalen Opernspielplänen. Ersan Mondtags Inszenierung bringt Antikrist in nie dagewesener Pracht auf die Bühne. Der Regisseur und interdisziplinäre Ausnahmekünstler wurde vielfach ausgezeichnet für seine monumentalen Arbeiten und seineimponierendeGestaltungskraft;indieserInszenierunglässterHorrorgestalten zwischenpopkulturellenReferenzenauftretenundvoninfernalenChoreografienumtanzen. Langgaards Endzeit-Mysterium wird so als expressionistisches Bewegtbild zumLebenerweckt.MitMartynBrabbinskehrteinerderinteressantestenDirigenten für Musik des 20. Jahrhunderts zurück an die Deutsche Oper Berlin.
MusikalischeLeitung
Regie
Luzifer
GottesStimme
DasEchoderRätselstimmung
DieRätselstimmung
DerMund
DerMissmut
DiegroßeHure
DasTier
DieLüge
DerHass
Chor
Orchester
Termine 16./21./27.Mai2027
Dauer
1Std.30Min.,keinePause
Einführung
45Min.vorVorstellungsbeginn
MartynBrabbins
ErsanMondtag
KyleMiller
JonasGrundner-Culemann
JuliethLozano
KristinaStanek
MichaelJ.Scott
StephanieWake-Edwards
Ann-KathrinNiemczyk
SamuelSakker
ThomasCilluffo
BonganiJusticeKubheka
ChorderDeutschenOperBerlin
OrchesterderDeutschenOperBerlin
Sprache
DeutschmitÜbertitelungDE/EN
Preise
Kartenab23Euro
IL BARBIERE DI SIVIGLIA
Gioachino Rossini
Wer in Sevilla Hilfe braucht, geht zu Figaro – der Friseur hat für jedes Problem eine Lösung, denn er kennt alle Köpfe der Stadt, ist bestens über Klatsch und Tratsch informiert,undnichtwenigeschuldenihmeinenGefallen.DiesmalsollerGrafAlmaviva helfen, die von ihrem Vormund eingesperrte Rosina zu befreien und für sich zu gewinnen. Der erst 23-jährige Gioachino Rossini soll Il barbiere di Siviglia in nur drei Wochen komponiert haben – eine Oper voller mitreißender Belcanto-Arien, temporeicher Ensembles und schwindelerregender Situationskomik. Den Witz der Vorlage greift Regisseurin Katharina Thalbach gekonnt auf: Sie verlegt die HandlunganeinenBadeort,andemeinesMorgenseinTheaterkarreneinfährt,derFiguren der Commedia dell’Arte im Gepäck hat. Tourist*innen werden zum Publikum eines Spektakels, das die Grenzen von großer und kleiner Bühne verschwimmen lässt, viele überraschende Wendungen bereithält und durch die Kostüme von Guido Maria Kretschmer nicht nur die Lachmuskeln, sondern auch die Augen verwöhnt. Unser junger italienischer Kapellmeister Giovanni Conti präsentiert sich am Pult, mit ihm zahlreiche neue virtuose Ensemble-Mitglieder.
Giuseppe Verdis Don Carlo verschränkt Familientragödie und Historienpanorama. 1867 wird diese «Grand opéra» uraufgeführt – und in den folgenden Jahrzehnten immer wieder umgearbeitet. In der vieraktigen italienischen Version öffnen sich die Abgründe des spanischen Absolutismus noch dramatischer: Willkürherrschaft, ein ausgezehrtes Volk, fanatische Autodafés – und die Erfahrung, dass Freundschaft stärkerseinkannalsBlutsbande.NachSchillers«dramatischemGedicht»rücktVerdi dieinnerenZerreißprobenzwischenpolitischerPflichtundpersönlichemBegehren ins Zentrum. In der Inszenierung von Marco Arturo Marelli verdichtet sich dieses Ringen zu einem archetypischen Spiel. Ein solches Drama braucht charismatische Stimmen; hier sind Sänger*innenpersönlichkeiten wie Tareq Nazmi als Filippo II, Ève-Maud Hubeaux als Eboli, Adriana Gonzáles als Elisabetta sowie Nicola Alaimo alsPosaneuzuentdecken.NajmiddinMavlyanovübernimmtdieTitelrolle.
Michaels Reise um die Erde aus Donnerstag aus Licht
JohnCage(1912–1992) 4’33’’
RichardWagner(1813–1883)
Ausschnitteaus Parsifal –III.Aufzug
Ort:KonzerthausBerlin
Dirigent
Parsifal
Gurnemanz
Solo-Trompete
Solo-Basetthorn
Klangregie
Orchester
TitusEngel
Attilio Glaser
Tareq Nazmi
PaulHübner
PaulaBreland
PaulJeukendrup
OrchesterderDeutschenOperBerlin
ImKontextvonMittwochausLichtverbindetTitusEngelfürseinerstesKonzertals Conductor in Residence die musikalische Schaffenswelt von Stockhausen mit der von Wagner. Beide Komponisten prägten nicht nur die Musik ihrer Zeit, sie polarisierten auch, sowohl ästhetisch als auch gesellschaftlich. Beide umgibt bis heute ein mystischer Nimbus; Kunstreligion und klassisches Heldenepos sind die zentralenElementeihrerbeidenSpätwerke.WenigeTagevorderPremieredesMittwoch gibtderzweiteAktausDonnerstag EinblickeineinenanderenTagdeswochenumspannenden Opernzyklus. Als reiner Instrumentalteil zeichnet Michaels Reise um die Erde einen Heldenweg mit abschließender Himmelfahrt. Offenkundig sind die Parallelen zu Parsifals Weg, der zutiefst von Wagners Affinität zur religiösen Spiritualität geprägt ist. Als Bindeglied und Einstimmung auf die quasi-sakrale StimmungdientJohnCagesStück4′33″,dasdurchdieEtablierungdermusikalischen Pause als Klangraum das Hören revolutioniert hat. Das Konzert ist Auftakt zu dem von Titus Engel mitkuratierten Themenschwerpunkt zu Stockhausen und Cage.
Richard Strauss‘ augenzwinkernde Walzerkomödie trifft auf seinen musikalischen Abschiedsgruß. Und Edward Elgar gibt dem Publikum ein großes Rätsel auf. Mit seinen Enigma-Variationen schuf Elgar vierzehn Charakterstücke für Orchester, in denen er Menschen aus seinem Umfeld musikalisch portraitierte. Das zugrunde liegende Thema sei der Kontrapunkt zu einer populären Melodie, die Elgar allerdings nie veröffentlichte. Die Vorlage von Richard Strauss’ Rosenkavalier-Suite ist hingegen ganz eindeutig in den absurd-amourösen Verstrickungen seiner Opernvorlage zu finden – als ironisch gebrochene Hommage an den Wiener Walzer und den Dreivierteltakt. Im Kontrast dazu stehen die Vier letzten Lieder, die Strauss am Ende seines Lebens komponierte. Die Vertonungen von Gedichten Hermann Hesses und Joseph von Eichendorffs sind von meditativer Abschiedsstimmung durchzogen–derToderscheinthieralstranszendenteErlösung.MitJonathanNott triffteinerdervielseitigstenundprofiliertestenDirigentenunsererZeiterstmalsmit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin zusammen. Mit Elgar teilt der Engländer das Herkunftsland, Strauss hingegen ist seine musikalische Heimat. Die Solistin Corinne Winters gilt als eine der wichtigsten Janáček-Interpretinnen weltweit. Diese Saison wird sie an der Deutschen Oper Berlin auch als Mimì zu erleben sein.
In jenem unaufgelöst auseinanderdriftenden Tristan-Akkord soll der Schlüssel zur musikalischenModerneliegen:RichardWagnersepochalesMusikdramaTristanund Isolde greift die Idee unstillbaren Verlangens aus dem hochmittelalterlichen Codex Menasseauf–undtreibtsieinsTranszendentale.VerkompliziertdurcheinenLiebestrank und ungebrochen im Liebestod spannen sich die Fasern des musikalischen Gewebes. Das Vorspiel erlangte auch durch Lars von Triers Film Melancholia Berühmtheit,indessenSogeinübergroßerMondaufdieErdezurast.DiesesBildhätte Olivier Messiaen gewiss gefallen, auch wenn seine Arbeit am Tristan-Thema fernab von Wagners Klangkosmos existiert. Turangalîla, zentraler Teil von Messiaens Tristan-Trilogie, ist ein Neologismus aus dem Sanskrit und verbindet «turanga» –die Zeit, die rennt wie ein galoppierendes Pferd – mit «lîla», dem kosmischen Spiel. Analyseversuche seiner einzigen Sinfonie in zehn Sätzen füllen ganze Bücher. Messiaen begnügte sich mit der Auskunft: «Dieses Werk ist ein Liebesgesang. Ich halte es nicht für notwendig, weitere Erklärungen abzugeben.» Maxime Pascal, Principal Guest Conductor der Deutschen Oper Berlin, dirigiert im Sommer 2026 in Salzburg Messiaens einzige Oper Saint François d’Assise; nun setzt er seine Auseinandersetzung mit diesem Komponisten fort.
Wagner Fantastique 29. 6. 27
RichardWagner(1813–1883)
Ouvertürezu Rienzi, der Letzte der Tribunen Wesendonck-Lieder
WieenghängenLebenundWerkeinesKünstlerszusammen?Isteinkünstlerisches WerkdenkbarohnedieInspirationdesgelebtenLebens?RichardWagnerundHector Berlioz hätten wohl beide diese Frage mit «nein» beantwortet; die WesendonckLiederlegenebensowiedieSymphoniefantastiqueZeugnisdavonab,wieuntrennbarfürdieseKomponistenLebenundWerkmiteinanderverbundenwaren.Wagner komponierteseineLiederaufTextevonMathildeWesendonck,dieseinDichtenund Komponieren mit schwärmerischer Begeisterung verfolgte; eines dieser Lieder, Träume, hat er Mathilde im Dezember 1857 als Geburtstagsgeschenk dargebracht. Vieles darin weist bereits auf Tristan und Isolde voraus. Berlioz’ Symphonie fantastique trägt sogar explizit autobiografische Züge. Der Komposition liegt ein Programmzugrunde,dasumeine«idéefixe»kreist–dieLiebezueinerFrau,fürdiees in Berlioz’ Leben ein ganz konkretes Vorbild gab. Neben diesem Programm war es auchdievollkommenneueKlangwelt,diezunächstdurchauskontroverseReaktionen hervorrief;heuteistdieInstrumentationskunstBerlioz’längstunumstritten.Michele Spotti,PrincipalGuestConductorderDeutschenOperBerlin,stelltsichalsKonzertdirigentaußerhalbdesitalienischenRepertoiresvor.KristinaStanek,dieneuzu unseremEnsemblegehörtundzuletztalsBrangäne(Genf)undKundry(Glyndebourne) Erfolgefeierte,kannihreWagner-AffinitätanihremneuenHausunterBeweisstellen.
BigBand der Deutschen Oper Berlin
Neben Verdi, Strauss und zeitgenössischer Musik widmen sich die Musiker*innen der BigBand der Deutschen Oper Berlin auch dem Jazz. Seit über 20 Jahren demonstrieren sie in ihren Programmen die Vielfalt dieses Genres – sowohl hier auf ihrerHeimbühnealsauchaufinternationalenFestivals.IhrKönnenstellensieauch indieserSpielzeitineinerbeschwingtenNeujahrs-JazzgalaunterBeweis.Undzum Ende der Saison erklingen Gershwin, Ellington, Bernstein und andere in Arrangements von Manfred Honetschläger. Und auch in kleineren Formationen sind sie präsent (siehe Jazz & Lyrics, S. 136).
Swingin’ 27
1. 1. 27
Dirigent
Kuration
Simon Harrer
Rüdiger Ruppert, Sebastian Krol, Guntram Halder Orchester
BigBand derDeutschenOperBerlin
Gershwin, Ellington and beyond 21. 6. 27
Dirigent
Kuration
ManfredHonetschläger
Rüdiger Ruppert, Sebastian Krol, Guntram Halder Orchester
BigBand und OrchesterderDeutschenOperBerlin
Die neue Sparte der Deutschen Oper Berlin
Was passiert, wenn die Oper ihre verborgenen Räume öffnet? Wenn das Kulissendepot zur Bühne wird, die Schneiderei zum Konzertsaal, wenn Musiktheater zum poetischen Raum wird und wir uns ganz anders begegnen können? Wenn die Oper keine Grenzen kennt?
Mit Unlimited wird die Oper zur Gastgeberin. Wir legen überraschende Verbindungen: zwischen Oper und Straße, zwischen Komposition und Clubkultur, zwischen Geschichte und radikaler Gegenwart, zwischen Stadt und Opernhaus. Unser Programm folgt der Neugier, wohin sie uns treibt: ins Berghain für Bára Gísladóttirs Kontrabass-Drones, ins Kino mit Susanne Kennedy, in die Kaiser-WilhelmGedächtniskirche für immersive Klanginstallationen. In der Tischlerei – unserer Zentrale – wird afrofuturistisches Musiktheater mit kongolesischer Science-Fiction und spirituellem Jazz zur Vision einer neuen Gesellschaft. John Cage fragt: Wie klingt Demokratie, wenn alle gleichzeitig spielen? Jennifer Walshe und Philip Venables erkunden Einsamkeit als gemeinsame Erfahrung. Und in den Nachtmusiken trifft Mozarts Original-Clavichord auf leuchtende Nähmaschinen und die Letzen Tage der Menschheit.
Wir feiern das Musiktheater als Raum für transformative, experimentelle Kunst. Für Geschichten, die warm sind und trotzdem Grenzen verschieben. Wir geben einem BildendenKünstlerzweiTagedenSchlüsselderDeutschenOperBerlin,versammeln mit der neuen Konzertreihe Cantadoras Frauenstimmen verschiedener Musiktraditionen,WissensträgerinnenundStoryteller,dieunsandiverseOrteBerlinsführen. Unsere Salons bringen Astrologen mit Stockhausen zusammen, Countertenöre mit Sommelières. Und wenn die Nacht kommt, wird die Bühne zum Floor – in den Late Nights atmet die Oper aus und wirft sich in die Nacht.
Unlimited passiert überall: in versteckten Winkeln des Opernhauses, in Berliner Clubs, Galerien, auf dem Vorplatz und im Foyer. Wir laden ein – zu tanzen, zu flackern, zu streiten, zu träumen, ohne Grenzen.
Unless the people kuratiert von Rirkrit Tiravanija
people live here
NUR WENN DIE MENSCHEN
HIER
LEBEN von Rirkrit Tiravanija
An meine lieben Berliner*innen, als ich eingeladen wurde, mir die Eröffnung der Spielzeit 2026/27 an der Deutschen Oper Berlin vorzustellen, wollte ich nicht über ein Eröffnungswochenende im herkömmlichen Sinne nachdenken. Stattdessen habe ich mich gefragt, was es bedeuten könnte, das Haus noch weiter zu öffnen: für Zeit, für die Menschen der Stadt und für die vielen Formen des Machens, ohne die die Oper überhaupt nicht existieren könnte.
NURWENNDIEMENSCHENHIERLEBENgreiftdieIdeedesGesamtkunstwerksauf, umdenBlicküberdieBühnehinauszulenken.Operwarimmerschoneinekollektive Leistung – getragen von Musiker*innen und Sänger*innen, Kostümbildner*innen und Techniker*innen,vomEinlasspersonal,vonVerwaltung,Haustechnikundvielen anderen, deren Arbeit mit dem Öffnen des Vorhangs meist unsichtbar wird. Dieses ProjektgehtvonderÜberzeugungaus,dassalldieseElementegleichermaßenzählen und dass das Opernhaus selbst als ein lebendiges System verstanden werden kann, geprägt von Zusammenarbeit und Fürsorge.
Dasfür30StundengeöffneteHaus,dasdenBeginnderSpielzeitmarkiert,entfaltet sich als offenes Gefüge, das über Tag und Nacht hinweg zugänglich und in Bewegung bleibt. Im Laufe des Wochenendes werden in Berlin lebende Künstler*innen dasHausmitortsspezifischenInterventionenbespielen,diesichdurchdasgesamte Gebäudeziehen.SiearbeitenaufdenBühnenebensowieinWerkstätten,inFoyers undBüros,inKüchenundtechnischenBereichen.Zielistesnicht,dasOpernhausin etwas anderes zu verwandeln, sondern seine inneren Abläufe in den Vordergrund treten zu lassen.
DieDeutscheOperBerlinwurdealsOpernhausFÜRDIEMENSCHENgegründet,und dieseGeschichteistinjederdieserInterventionenvonBedeutung.DasHausistdabei weder bloße Kulisse noch reine Bühne, sondern ein aktiver Mitspieler. Während Sie sich durch das Gebäude bewegen, können Ihnen Momente begegnen, die vertraut wirken, und andere, die eine leise Verschiebung erfahren. Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg durch das Wochenende und keine Erwartung, alles zu sehen. Entscheidend ist die Zeit, die man im Haus verbringt.
Ich hoffe, Sie begleiten uns am letzten Augustwochenende – sei es für einen kurzen Besuch oder für längere Zeit – und lassen die gemeinsam verbrachte Zeit Gestalt annehmen, während Sie sich durch das Haus bewegen. Nachdem wir diese zwei Tage miteinander verbracht haben: Was mag über das Haus hinaus bei Ihnen bleiben? Was verändert sich, wenn die Mechanismen des gemeinsamen Lebens sichtbar werden?
Überlebende des Meeres, Geflüchtete, Exilierte, kommen auf einer Insel zusammen. Aus dem Nichts errichten sie eine neue Gesellschaft, ohne die alten Regeln von Herkunft,vonMacht.Kannesdasgeben,eineGemeinschaft,dieaufLiebegründet? GastgeberdesAbendssindzweiintergalaktischeKollaborateure:SunRa,Vordenker des Afrofuturismus als Antwort auf den omnipräsenten Rassismus, und Karlheinz Stockhausen,welcherderEngederKunstweltentfliehenwollte.Beidesindfasziniert voninterplanetarischenVibrationen,leseninden70erndasgleichespirituelleBuch über die Liebe und drehen den Kosmos frei.
«The truth about the planet earth is a bad truth», singt Sun Ra 1972. Als Fluchtpunkt wählt er die Musik – und, mit etwas Ironie, das All. Im Afrofuturismus geht es «um WiderstanddurchImagination»(AdyamTesfamariam)–dieserSpurfolgtderAbend und sucht nach neuen Antworten. Der kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila nimmt uns mit in die «Second World» – eine Zone, in der afrikanische Kosmologien, Black Science-Fiction und beißende Satire kollidieren. Manchmal hilft es nur, in Gelächter auszubrechen, bevor wir weiter träumen können.
SofiaJernbergsMusikistResonanzraumundGegenredezugleich:Zeitgenössische Komposition trifft auf spirituellen Jazz, Improvisation auf Griyo-Tradition. Beide –Jernberg und Mujila – sind auf der Bühne, als Sängerin und Storyteller, mit dabei. In Stephanie Thierschs Choreografie wird der Raum zum fluiden Körper, Sprache, Klang und Bewegung vibrieren in permanenter Spannung. Was ist wahr, was Fiktion? Was Vergangenheit, was Zukunft? Sunville taucht in eine ungewisseUnterwasserweltderFantasie–undstelltdiescheinbareinfacheFrage: Wie wollen wir leben?
DerDirigentTitusEngelundderTheatermacherThomLuzentwickelnfürUnlimited einenZyklus,indemsieStockhausenmitseinemnichtminderradikalenZeitgenossen John Cage in Dialog bringen.
John Cage und Karlheinz Stockhausen verkörpern zwei Extreme ihrer Zeit: Cage suchte durch Zufall und Zen-Philosophie das Komponisten-Ego auszulöschen, während Stockhausen als Meister totaler Kontrolle jedes Detail seiner Werke durchorganisierte. Wo Cage Stille und Nicht-Intention zelebrierte, inszenierte Stockhausen sich selbst als entgrenztes Gesamtkunstwerk. Ihre Beziehung war komplex – geprägtvongegenseitigerWertschätzung,künstlerischemAustauschundharterKritik. Ihre Begegnung in Darmstadt wurde zum Aufeinandertreffen von zwei scheinbar unvereinbaren Wegen, Musik radikal neu zu denken, die sich dennoch gegenseitig befruchteten. Ihre Polarität berührt eine zeitlose gesellschaftliche Frage: Was braucht es, um als Gesellschaft zusammenzukommen? Wieviel Kontrolle, Chaos, Zufall, Determination?
Music of ChangesMusiktheater nach Kompositionen von John Cage Urau ührung
«I can’t understand why people are frightened of new ideas. I‘m frightened of the old ones.» John Cage
GemeinsammitdemBerlinerZafraanEnsembleentwerfendermusikalischverspielte und vielseitige Theaterkünstler Thom Luz und Titus Engel, Conductor in Residence derDeutschenOperBerlin,einenMusiktheaterabend,indemsichJohnCagesWerk in seiner gesamten Weite erleben lässt: von den überraschend mitreißenden Perkussionsstücken der Anfangsjahre über die nachdenklicheren Ausdünnungs- und Auflösungsharmonien der mittleren Schaffensperiode bis zu den völlig von Zufall undEigeninitiativeihrerInterpretatorikgestaltetenKlangmeditationendesSpätwerks. In Cages Werk liegt – über hundert Jahre nach seiner Geburt – immer noch eine der radikalsten musikalischen Antworten auf die dringendste Frage unserer Gesellschaft:Wiekannesunsgelingen,eineStrukturzuerschaffen,inderdieunterschiedlichsten Töne koexistieren können, ohne dass ein Ton den anderen dominiert, beherrscht, verdrängt, umdeutet oder gar auslöscht? In einem Bühnenraum zwischen KonzertbühneundmusikalischerTurnhallewerdenCagesKompositionenundKonzepte aufgeführt und umgesetzt: Das Publikum erlebt, wie Cages klanggewordene Weltordnung sich auf der Bühne ausbreitet und den Raum verändert: Was wie ein klassischer Konzertabend beginnt, entpuppt sich als vom Zufall orchestrierte Gründungsversammlung einer zukünftigen Gesellschaft, die völlig nach musikalischen Prinzipien funktioniert: Freiheit ist der Raum zwischen fünf Notenlinien, Harmonie isteineFormvonOrdnung,dieauchUnvereinbarkeiteinschließt.DieInklusiondes Zufallsprinzips als strukturgebendes Element wird dabei fürs Publikum zur nachvollziehbaren und fesselnden Begegnung mit den Möglichkeiten des nicht-deterministischen Entscheidungsprinzips: Jede Aufführung ist eine Uraufführung, in keiner VorstellunggeschiehtzweimaldasexaktGleiche.SoentstehteinneuartigesPortrait des Komponisten – und ein Auftrag an uns Menschen der Jetztzeit: Begebt euch in Resonanz, und vergesst die Idee vom Menschen im Macht- und Bedeutungszentrum der Schöpfung.
Konzept,Regie,Bühne
MusikalischeKonzeption
Thom Luz
Titus Engel Konzept,Dramaturgie
Musiker*innen,Performer*innen
Stephan Müller
Zafraan Ensemble
Liam Mallett(Flöte), Miguel Pérez Iñesta(Klarinette), MartinPosegga(Saxofon),EmmanuelleBernard(Violine), Josa Gerhard(Viola), Martin Smith(Violoncello), Beltane Ruiz Molina(Kontrabass), Daniel Eichholz(Schlagzeug), Anna Viechtl(Harfe), Clemens Hund-Göschel(Klavier) Performer N.N.
Wie wäre es, wenn es keine Ungerechtigkeiten mehr gäbe auf der Welt? Wenn wir dieMachtstrukturen,durchdieMenschenunterdrücktwerden,überwundenhätten? Wenn niemand mehr die Erde zerstören und endlich Frieden herrschen würde? Und alle so leben und lieben könnten, wie sie wollen? Das Märchen von König Hamed und Prinzessin Sherifa erzählt von einer anderen Zeit.DamalswurdenMännerundFrauenmeistinSchubladengesteckt,indenensie dann bitteschön auch bleiben sollten. Die meisten Menschen dachten, alle Frauen liebtenRosaundweicheStoffeundtratschtendenganzenTag,undMännermochten KriegundscharfeGewürzeundwürdensichniewaschen.ErstalsPrinzessinSherifa sichalsMannverkleideteundKönigHamedbesuchte,derausWutalleFrauenaus seinem Reich verbannt hatte, gerieten diese Gewissheiten plötzlich durcheinander. König Hamed begann sich zu wundern: Sind wirklich nur Männer stark und lieben Fußball? Könnten Mut und Ehre vielleicht auch Frauensache sein? Haben vielleicht auch Männer weiche Haut und sanfte Lippen? Und lässt sich die Liebe wirklich in Schubladen stecken? Gibt es vielleicht noch weitere Geschlechter? Warum müssen wir alles in zwei Kategorien verpacken, und wer hat das eigentlich entschieden? Ausnahmekünstler*in Heinrich Horwitz erzählt die Familienoper Hamed & Sherifa des libanesischen Komponisten Zad Moultaka als Rückblick aus einer utopischen Zukunft – also aus einer Zeit, in der alle Lebens- und Liebesformen möglich und akzeptiert sind. Eine Zeit auch, in der alle Grenzen überwunden sind, auch die zwischen ZuschauerraumundBühne,sodassamSchlussderAufführungallegroßen und kleinen Zuschauer*innen Teil einer einzigen bunten Gemeinschaft werden.
MusikalischeLeitung
Regie
BühnenbildundKostüme
Lichtdesign
Miguel Pérez Iñesta
Heinrich Horwitz
Magdalena Emmerig
Raquel Rosildete
Dramaturgie Beate Breidenbach
Countertenor Edu Rojas
Bariton Tom Nicholson
Musikensemble
Termine
30.April2027
1./2./8.(2x)/9./10./11./12./13.Mai2027
Tischlerei
Schulvorstellungen(+7Jahren)
10./11./12./13.Mai2027
Jeweils10.30Uhr
Musiker*innen ausdemOrchesterder Deutschen Oper Berlin
Sprache Deutsch
Dauer ca.1Stunde,keinePause
Preise
25/10Euro
Schulklassen8Euro
Musiktheater von Jennifer
Walshe und Philip Venables
The Alonetimes
The Alonetimes führt sechs außergewöhnliche Performer*innen durch ein Geflecht ausErinnerungen,ZeitenundParallelwelten:eineDruidinamFeuerauszerbrochenen iPads, zwei Jungen am Klavier kurz vor dem Meteoriteneinschlag, die Stimme einer verlorenen Liebe im Walkie-Talkie. Szenen wie Fundstücke persönlicher Vergangenheit. Für dieses Projekt treffen zwei hochspannende und sehr unterschiedlicheKomponist*innenaufeinander:JenniferWalsheundPhilipVenableserkunden in ihrem neuen Musiktheater Einsamkeit – geschärft durch digitale Dauerpräsenz, verstärkt durch Pandemie und Krisen. Die Solist*innen erscheinen als fragile Zeitreisende, ein «gebrochener Consort», der erst im Miteinander Resonanz findet. In Musik, Sprache und Bewegung legen sie vergrabene Geschichten frei – komisch, schmerzhaft, zart. Ein Abend über das Loslassen alter Lasten und die Erkenntnis, dass Einsamkeit nur gemeinsam überwunden werden kann. Walshe und Venables verbinden ihre Leidenschaft für Collage, Stimme und ein direktes, offenes Musiktheater.PersönlicheErfahrungenwerdenzueinemlebendigenNetzwerkverwoben, in dem niemand ohne die anderen existiert. Aus zerbrochenen Bindungen und verschütteten Erinnerungen entsteht so eine neue Form von Gemeinschaft.
Was bleibt von einer Familie, wenn ihre Heimat immer wieder verschwindet? The Relatives folgt der Familiengeschichte des Komponisten Sergej Newski. Basierend auf Interviews mit seiner Großmutter Anna Timofeevna Kravchenko und einzigartigen Super 8-Aufnahmen aus dem Jahr 1968 entsteht eine multimediale Erzählung übervierGenerationenhinweg,von1912bisheute.DieFormistradikal:eineVideokonferenz zwischen den Zeiten und augmented reality als dramaturgisches Prinzip. Interviews und Dokumentarmaterial werden zu einem Gespräch, das die Grenzen zwischenVergangenheitundGegenwartauflöst.Cutting-edgeAImorphtLive-Cams und Archivmaterial ineinander – nicht als technisches Spektakel, sondern auf der Suche nach einer glaubhaften Form, diese Geschichte zu erzählen. Gezeigt werden Menschenaufscheinbarendloser,generationenübergreifenderFlucht,dieunterunmöglichsten Umständen ihr Ethos bewahren. Die ihre Empathie nicht verlieren. Die lachenkönnenundimKampfumsÜberlebendieunkonventionellstenLösungenfinden.EineinternationaleKoproduktion,diefragt:WieerinnertmandasUnerzählbare? Wie gibt man dem Verschwinden Gestalt?
Die isländische Komponistin schreibt in der Saison nicht nur die Musik für Good VibesOnly(s.S.32)–imRahmenihrerResidencyistsiemitverschiedenenProduktionen bei Unlimited zu erleben.
Der kongolesisch-österreichische Ausnahmekünstler, Performer und Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila ist in der Saison in verschiedenen Formaten und Zuständen zu erleben – vom großen Musiktheater Sunville in der Tischlerei (s. S. 110) über eine Performance beim Internationalen Literaturfestival Berlin bis zur Schreibwerkstatt.
Was kann eine Stimme sein? Ritual, Widerstand, Mythos und Wissensträgerin? Visionärin, Gedächtnis und Heilung? Die neue Reihe versammelt herausragende Künstlerinnen, die diese Fragen radikal stellen – jede auf ihre Weise, in ihrer Tradition, mit ihrer Praxis. Verschiedene Stimmtechniken treffen auf Improvisation und Performance, spirituelle Praxis auf politischen Widerstand, jahrhundertealte Überlieferungen auf progressive Klangkunst. In der ersten Saison vereint die neue Konzertreihe von Unlimited Obertongesang aus Tuwa, persische VokaltraditionenausdemIran,karnatischeMusik,ukrainischePolyphonieundäthiopischschwedische Vokalkunst.
Wenn die Oper ihre Türen schließt und das Licht im Foyer erlischt, erwachen die verborgenen Räume des Hauses – die Schneiderei zwischen leuchtenden Nähmaschinen, die Hinterbühne zwischen lagernden Kulissen, die Tischlerei im dämmerndenLicht.DerBaritonGeorgNiglöffnetdieseheimlichenOrtefürdreiintime Begegnungen zwischen Lied und Text.
Mozarts Clavichord
5. & 6. 12. 26 mit August Diehl
Atemlinie –Eine Annäherung an Käthe Kollwitz
13. & 14. 2. 27 mit Nina Hoss
Letzte Tage der Menschheit 20. 6. 27 mit Nicholas Ofczarek
Die Tischlereikonzerte sind das kammermusikalische Herz der Tischlerei. Hier entscheiden die Musiker*innen selbst: Was bewegt uns? Was wollen wir teilen? Inspiriert von den Neuproduktionen im Großen Haus und in der Tischlerei entstehen sechs Abende, die Bekanntes und Verborgenes zusammenbringen. Diese Konzerte sindpersönlich,unerwartet,lebendig,diegeheimenLeidenschaftendesOrchesters. Musik für Herz und Kopf. Sechs Abende in der Tischlerei. Kommt vorbei und hört, was unsere Musiker*innen bewegt.
SeitüberzehnJahrenstehtdieJazzreihederBigBandderDeutschenOperBerlinin der Tischlerei für besondere musikalische Begegnungen im intimen Setting. Jedes Konzert verbindet Jazz mit Lyrik, Poesie oder biografischen Einblicken bedeutender Komponist*innen und Jazzlegenden. Kuratiert und präsentiert wird die Reihe von den BigBand-Mitgliedern Rüdiger Ruppert, Sebastian Krol und Guntram Halder.
Der Salon lädt ein zu einem experimentellen Zugang zu den Opernstoffen. Ob ein berühmter Berliner Astrologe mit Stockhausen und Sun Ra in die Sterne schaut, wir Wein und Arien verbinden oder einen Workshop zu Digital Detox machen: Wir blicken aus Perspektiven auf die Oper, die aus dem echten Leben kommen. Und natürlich gibt’s einen Drink dazu, aufs Haus.
Im Kino
Save the Date
30. 9. 26 mit Susanne Kennedy
4. 11. 26 mit Fiston Mwanza Mujila
13. 1. 27 mit Bára Gísladóttir
3. 2. 27 mit Maxime Pascal
24. 3. 27 mit Kornél Mundruczó
30. 6. 27 mit Björn Bürger
Mit Unlimited geht die Oper ins Kino: In einem der Säle des delphi Lux zeigen Künstler*innen,denenwirinderOpernsaisonbegegnen,ihregeheimenLieblingsfilme, guilty pleasures oder kinematografische Inspirationspunkte im Kontext der Opernproduktionen – und stellen sie persönlich vor. Alles im Zeichen unseres Saisonmottos Make Love…
InKooperationmit: YorckKinogruppe
In den Late Nights wird die Bühne zum Tanzraum, Stimmen werden verzerrt, die Foyers zu offenen Floors. Wir verbinden uns mit Partner*innen der Berliner Clubszene und befragen die Oper aus der Perspektive der Nacht: Was heißt zusammen sein, wenn sich die Ordnung verschiebt? Die Nacht ist offen, kommt und tanzt! Vor derPartygibteseinemusiktheatraleIntervention:StudierendederMusikhochschule Hanns Eisler bilden eine schnelle Eingreiftruppe und suchen nach Antworten auf die Frage, wie Oper auf unsere atemlose Gegenwart reagieren kann.
Nights
9. 10. 26
nach Carmen
11. 12. 26
nach La bohème
19. 2. 27
nach Rigoletto
21. 5. 27
nach Antikrist
Make Love... to the night: Nach ausgewählten Vorstellungen, zu denen wir das Publikum einladen, sich herauszuputzen wie es ihm gefällt, wird das Foyer der DeutschenOperBerlinzurextravagantenChillout-Party-Lounge.Elegant,vielleicht sogarglamourösmitDJ,DrinksundTanzlassenwirdenOpernabendweiterleben. Für alle, die drin waren und Lust haben, die Nacht in der Oper zu verlängern.
InteresseanMusiktheateristkeineFragedesAlters,sondernderNeugierundAufgeschlossenheit!AlsJungeDeutscheOperöffnenwirTürenhinterdieKulissenund in Proben, bauen spielerisch und kreativ Schwellen ab und machen das Haus zu einem Gestaltungsraum für alle, die Spaß daran haben, zu hören, zu spielen und Klänge zu erschaffen: Kinder, Jugendliche, Familien, junge Erwachsene und alle, die neugierig genug geblieben sind, um bei uns etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren.
Mit der Spielzeit 26/27 und der neuen Intendanz von Aviel Cahn und seinem Team setzt die Deutsche Oper Berlin neue Impulse: Die Oper wird zu einem Ort der BegegnungunddesDialoges,indemTraditionaufradikaleGegenwarttrifft.DieJunge DeutscheOperleistetdazueinenentscheidendenBeitrag,indemsieRäumeschafft, um Musiktheater altersgerecht kennenzulernen und sinnlich zu erfahren. Dafür bauen wir auf dem Fundament auf, das sich bewährt hat, und führen beliebte Angeboteweiter.ZugleichwollenwirunserAngebotaberaucherweitern,umnoch mehr Zugänge und Möglichkeiten der Beteiligung und Mitgestaltung für alle Altersgruppenzuschaffen.DennjungsindnichtnurBabys,Klein-undGrundschulkinder oderJugendlicheindenKontextenFamilie,KitaundSchule,sondernauchalle(jungen) Erwachsenen, für die ein Opernbesuch etwas Neues ist und für die der Blick hinter die Kulissen und kreativen Prozesse neue Welten eröffnet. In diesem Sinne freuen wir uns besonders auf unser erstes großes CommunityProjekt, mit dem wir uns ganz direkt mit dem Charlottenburger Kiez vernetzen wollen. «Du wirst nichts hören: du wirst alles hören.» Unter diesem Motto, das von John Cage stammt, öffnen wir zum Abschluss der neuen Spielzeit das Opernhaus alseinenOrtderGleichzeitigkeit,andemalle–wirklichalle!–eingeladensind,zu Akteur*inneninJohnCagesMusicCircus zuwerden.UnterderGesamtleitungvon Titus Engel kommen zu den professionellen Musiker*innen und Sänger*innen der Deutschen Oper Berlin Chöre, Ensembles und Einzelpersonen dazu, um in einem großen Musik-Happening vor und im Opernhaus zu einem einzigen Klangkörper zu verschmelzen!
Eine separate Saisonvorschau der Jungen Deutschen Oper erscheint im Juni 2026 mit ausführlichen Informationen zu den Angeboten.
Das Staatsballett Berlin ist als eigenständige Institution der Stiftung Oper in Berlin auf allen drei Opernbühnen der Hauptstadt zuhause. In der Deutschen Oper Berlin zeigt die Kompanie in der Saison 2026/27 mit «Der Nussknacker» von Christian Spuck und «William Forsythe II» zwei Premieren. Aus dem Repertoire stehen «Bovary», «Nurejew» und «Chicxulub oder Der Floh des Teufels» auf dem Programm.
Freuen Sie sich auf Tanz in großer Vielfalt, begleitet von Workshops und Gesprächen.
Willkommen in der neuen Ballettsaison!
Der Nussknacker Neuproduktion von Christian Spuck
Der Nussknacker zur berühmten Musik von Pjotr I. Tschaikowski gehört seit seiner Uraufführung 1892 zu den meistgespielten Klassikern des Balletts. Dem Werk liegt eineliterarischanspruchsvolle,fantastisch-romantischeErzählungNussknackerund Mausekönig von E.T.A. Hoffmann zugrunde. Für die Ballettfassung wurde der Stoff jedoch bereits im Original-Libretto von Marius Petipa und Iwan Wsewolowski gezielt andieKonventioneneinesklassischenHandlungsballettsangepasst.Dabeirückten die geheimnisvollen und dunkleren Seiten von Hoffmanns Erzählung immer mehr in denHintergrund.StattdessenstandeneineübersichtlicheHandlung,festlicheBilder und prachtvolle Tanzeinlagen im Mittelpunkt. Besonders der zweite Akt entwickelte sichzueinerglanzvollenAbfolgevonTänzenundSchauwerten,inderwenigerdie Geschichte als vielmehr die Vielfalt der Figuren, Kostüme und Bühnenbilder im Vordergrund steht. In seiner Berliner Neuproduktion rückt Christian Spuck die traumhafte und unheimliche Dimension der Vorlage wieder ins Zentrum. Im Mittelpunkt steht Marie, die nachderWeihnachtsbescherungineineWeltderFantasieeintaucht.Spuckzeigtsie nicht als Kind, sondern an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Ihr Nussknacker wirdsozurProjektionsflächeersterLiebeserfahrungen,vonSehnsüchten,Ängsten und den verzerrten Bildern einer Erwachsenenwelt. Weihnachtszauber, Dunkelheit und große Gefühle treten gleichberechtigt neben einander und machen diese Version des beliebten Balletts Nussknacker zu einer Reise durch Traum, Begehren und das Erwachsenwerden.
ChoreographieundInszenierung
Bühnenbild
Kostüme
Licht
LibrettoundDramaturgie
MusikalischeLeitung
Orchester
Premierengespräch
8.November2026,11Uhr
Premiere 27.November2026
Termine 29.(2x)November2026 4./6.(2x)/12./14./19./ 25.(2x)/29.Dezember2026 16./17./24.(2x)/25.Januar2027
Dieser Abend verbindet zwei Schlüsselwerke des Choreographen William Forsythe. Of Any If And (1995) ist ein intimes und zugleich virtuoses Duett, in dem Sprache undBewegungzuArchitekturenwerden.EinTextfragmentrückwärtsgeschriebenener Zeilen aus Lucretius’ De rerum natura, in denen der römische Dichter die Auflösung eines Körpers beschreibt, schwebt auf textbeschrifteten Tafeln um zwei Körper. Lucretius, römischer Dichter und Philosoph des ersten Jahrhunderts v. Chr., entfaltet in seinem epischen Lehrgedicht De rerum natura (dt. Über die Natur der Dinge) die Philosophie der Epikureer, untersucht Ordnung, Kausalität und Zusammenhänge der Welt und reflektiert die Stellung des Menschen innerhalb dieser Struktur. Forsythe übersetzt diese philosophische Reflexion in choreographische Präzision: der Körper selbst wird zum Medium des Denkens. Entstanden ist das Werk kurz nach dem Tod seiner Frau 1994. Aus dieser Erfahrung heraus gewinnt das Duett eine außergewöhnliche Ernsthaftigkeit und Emotionalität. MitArtifactSuite(2004)greiftForsytheseinepochalesStückArtifact(1984)aufund kondensiert es zu einer formgesteuerten und energiegeladenen Variante. Ausgehend von Bachs Chaconne aus der d-moll-Partita erweitert durch Kompositionen von Eva Crossman-Hecht entsteht ein kaleidoskopisches Feld aus eindrucksvoller Ensemble-Motorik, Gruppenbildern und Präzisionskaskaden. Forsythe modelliert das klassische Ballettvokabular neu: Der Raum wird gleichsam Apparatur,dasCorpsdeballetwirdOrganismus,TechnikwirdMetapher.DieWerke vonForsytheverbindenTraditionmitRadikalität.SiestellendenKörperalsInstrument von Erkenntnis und Wahrnehmung in den Mittelpunkt und zeigen, wie Tanz nicht nur als ästhetisches Erlebnis, sondern als komplexe intellektuelle Praxis verstanden werdenkann,inderjedeBewegungdasVerhältnisvonRaum,Zeitundmenschlicher Wahrnehmung untersucht.
Of Any If And
Choreographie
William Forsythe Musik Thom Willems
BühnenbildundLicht
William Forsythe Kostüme
Stephen Galloway
Tänzer*innen des Staatsballetts Berlin
Artifact Suite
Choreographie
William Forsythe Musik vonTonträger:Johann Sebastian Bach (Partita Nr. 2 d-moll BWV 1004,Chaconne),Eva Crossman-Hecht
Bühnenbild,KostümeundLicht
Premierengespräch
7.März2026,11Uhr
Premiere 19.März2027
Termine
20./27.März2027
2./9./11./14.April2027
12./19./24./25./27.Juni2027
MitfreundlicherUnterstützungvon: Weberbank
William Forsythe Tänzer*innen des Staatsballetts Berlin
Dauer
1Std.45Min.inkl.Pause
Einführung 45Min.vorVorstellungsbeginn
Preise
92/72/52/32/24Euro
108/90/64/40/26Euro 144/112/82/50/30Euro
Bovary Christian Spuck nach dem Roman von Gustave Flaubert
Gustave Flauberts Roman Madame Bovary zählt zu den Meisterwerken der Weltliteratur und löste bei seinem Erscheinen im Jahr 1856 einen Skandal aus. Er erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die gefangen ist in der Enge der Provinz, in der Monotonie einer lieblosen Ehe und in den Sehnsüchten, die ihr Leben zu sprengen drohen.MitjederZeileausGroschenromanenundjederModeillustrationausParis wächst Emma Bovarys Leidenschaft für ein unerreichbares Leben voller Schönheit, Glanz und Vergnügen. Auf der Suche nach Selbstbestimmung verliert sie sich in Trugbildern,versuchtihrerRealitätmitAffären,LuxusundflüchtigenGlücksmomenten zu entfliehen und gerät dabei in eine Spirale aus Schuld, Scham und Verzweiflung, die in ihrem tragischen Selbstmord endet.
Das Ballett Nurejew, choreographiert von Yuri Possokhov, komponiert von Ilya Demutsky und inszeniert von Kirill Serebrennikov, feierte im Dezember 2017 am Bolschoi-Theater in Moskau seine Uraufführung und wird außerhalb Russlands nur am Staatsballett Berlin gezeigt. Ballett, Oper und Schauspiel verschmelzen in diesem Gesamtkunstwerk zu einem szenischen Portrait Rudolf Nurejews, einem der größten Tänzer des 20. Jahrhunderts. Sein Mut, politischen und sozialen Konventionen zu trotzen, machten ihn auch außerhalb der Tanzwelt zur Ikone. Die Inszenierung verknüpft Szenen aus Nurejews Leben, von seiner außergewöhnlichenKarriereinderSowjetunionbiszuseinerspektakulärenFluchtindenWesten und seinem prägenden Einfluss auf die westliche Ballettszene.
Ein Tanzstück für Kinder und alle, die keine Scheu vor skurrilen Begegnungen mit Dinosauriern, überdrehten Charakteren und einer bunten fiktiven Welt haben! Im ZentrumsteheneinjungerPrinzundseineSchwester,dieausihremAlltagineinedigitaleParallelweltflüchten.DorttreffensieunteranderemaufeineGruppemoderner Held*innen und einen geheimnisvollen Superstar-Teufel. Doch die Videospielwelt ist kein sicherer Rückzugsort, und die Geschwister müssen entscheiden, wie sie mit den Herausforderungen der Realität umgehen. Die Handlung verbindet Elemente ausComics,GamesundAbenteuerfilmenineinertemporeichenChoreographie.Am Ende geht es darum, gemeinsam über sich hinauszuwachsen, Herausforderungen anzunehmen und mit Fantasie und Mut den eigenen Platz in einer komplexen Welt zu behaupten.
Entdecken Sie die Welt des Tanzes aus einer neuen Perspektive! In der Gesprächsreihe Forum geht Dramaturgin Katja Wiegand tiefer auf gesellschaftliche Fragestellungen und ihre Verbindungen zum Tanz ein. Zusammen mit Expert*innen aus anderen Kunstdisziplinen, aus Wissenschaft und Praxis wird auch in der Spielzeit 2026/27 ein interdisziplinärer Austausch unternommen. Anhand von Stücken aus demaktuellenSpielplanwirddieVerknüpfungzukulturellenundsozialenThemen im Tanz aufgezeigt. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Englische Passagen werden auf Deutsch zusammengefasst.
Wir lieben Oper ... ... und ganz besonders die Deutsche Oper Berlin!
Werden Sie Mitglied im Förderkreis und unterstützen Sie ein Opernhaus, das mit zukunftsweisender Mission, Leidenschaft und Können das Publikum begeistert.
Liebe Opernfreundinnen, liebe Opernfreunde,
in den Händen halten Sie die Vorschau auf die Spielzeit 26/27, die unser traditionsreiches Haus auf eine neue Umlaufbahn im Kosmos der internationalen Opernwelt führen wird.
Den Mitgliedern im Förderkreis der Deutschen Oper Berlin e. V. kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Wir sind mit unserem finanziellen wie ehrenamtlichen EngagementeinetragendeSäuleeinerbeeindruckendenEntwicklung,diewiraktiv und engagiert unterstützen.
Im Förderkreis sind wir ganz nah an der Opernleitung und ihren Ideen, erhalten exklusiveEinblickeindasgroßartigeOrchester,begleitenwichtigeProbenundkennen die sonst nicht zugänglichen Seiten eines der größten Opernhäuser der Welt wie unsere Westentasche. Wir feiern unsere Gemeinschaft in Berlin, reisen gemeinsam zu spannenden Aufführungen im In- und Ausland, kooperieren mit wichtigen Organisationen weltweit und erweitern so kontinuierlich unseren Horizont.
Unser über viele Jahre gewachsenes, fröhliches Miteinander macht uns stark bei der Unterstützung all jener Bereiche, in denen Zukunft entsteht: bei der Förderung junger Talente, der Ermöglichung anspruchsvoller Produktionen und der Nähe zu künstlerischen Höhepunkten, die weit über den Vorhang hinaus in die Welt des Musiktheaters wirken.
Es wäre uns eine große Freude, Sie im Förderkreis der Deutschen Oper Berlin e. V. begrüßenzudürfenundgemeinsammitIhnendieZukunftdiesesHausesaktivzu gestalten.
Herzlich, Ihre
Heike Maria von Joest Vorsitzende des Vorstands
Wir lieben Oper… …unser Engagement:
Die Deutsche Oper Berlin zählt zu den größten Opernhäusern der Welt. Sie steht für künstlerische Qualität, für ein starkes Ensemble und für ein Musiktheater, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Seit Jahrzehnten begleitet der Förderkreis die Oper mit großer Verbundenheit. Unsere Mitglieder tragen mit Engagement, Förderbereitschaft und Begeisterung für Musik und Kunst zum Gelingen exzellenter Opern bei.
Die Deutsche Oper Berlin zählt zu den herausragenden Institutionen des internationalenMusiktheaters.AufhöchstemkünstlerischenNiveauschenktsieihrenGästen bewegendeErlebnisse,schöneStundenundunvergesslicheMomente.Dieseeinzigartige Kunstform in diesem besonderen Haus dauerhaft und langfristig zu stärken –und für kommende Generationen zu bewahren –, ist das zentrale Anliegen der Stiftung für die Deutsche Oper Berlin.
Mit der Bereitstellung des Gründungskapitals hat der Förderkreis der Deutschen Oper Berlin den Grundstein für die Stiftung gelegt. Sie eröffnet die Möglichkeit, unabhängigvomjeweiligenSpielplan,vontagesaktuellenAnforderungenoderhandelndenAkteuren,diesesaußergewöhnlicheOpernhausnachhaltigzuunterstützen. DieStiftungistdabeibewusstlangfristigangelegt:SiebietetRaumfürEngagement, dasüberdaseigeneLebenhinauswirkt–seiesdurchZustiftungen,Spendenoder durch ein Vermächtnis. Auf diese Weise können persönliche Werte weitergegeben und kulturelle Verantwortung dauerhaft verankert werden. Trotz der weltweit angespannten Rahmenbedingungen können wir heute sagen: Die Stiftung ist stabil –und sie wächst.
So konnte die Stiftung im Jahr 2025 die Deutsche Oper Berlin mit einer Zuwendung in Höhe von 50.000 Euro unterstützen. Diese Förderung ermöglichte es, nach den deutlichen Etatkürzungen im Berliner Kulturhaushalt eine Erhöhung der Ticketpreise für Kinder und Jugendliche zu verhindern und damit jungen Menschen weiterhin einen bezahlbaren Zugang zur Welt der Oper zu sichern.
IhreAnsprechpartner
ThomasFehrle, Geschäftsführender Direktor Tel:+493034384680 kontakt@stiftungfuerdiedeutscheoperberlin.de
UlrikeSweetwood, Leitung der Geschäftsstelle FörderkreisderDeutschenOperBerline.V. Tel:+493034384240 sweetwood@deutscheoperberlin.de
eine Stiftung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.
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Als Förderer*in oder Partner*in der Deutschen Oper Berlin verbinden Sie sich mit einemdergroßenOpernhäuserEuropas–festverankertinBerlinundzugleichinternationalausstrahlend.SiebegleiteneinHaus,daskünstlerischeExzellenz,Innovation und gesellschaftliche Öffnung als untrennbare Einheit versteht.
Jede Spielzeit entwickelt die Deutsche Oper Berlin Musiktheater, das die großen FragenunsererZeitberührt.Produktionen,dieTraditionundGegenwartmiteinander ins Gespräch bringen. Künstlerische Handschriften, internationale Perspektiven und neueFormate,diedasErlebenvonOpererweiternundvertiefen.Mitderneuen Sparte Unlimited entstehen zusätzliche Räume für neue Erzählweisen, neue ästhetische Zugänge, neue Begegnungen und Publika.
Ihr philanthropisches Engagement macht diese Ambitionen möglich. Es erlaubt künstlerischeWagnisse,fördertneueProduktionen,innovativeFormate,technologischeEntwicklungundstärktdieOffenheitdesHausesfürunterschiedlicheGenerationen, Hintergründe und Lebensrealitäten. Sie tragen dazu bei, Oper als lebendige Kunstform zu gestalten – zugänglich, relevant, vernetzt und zeitgenössisch. Die Formen des Engagements sind vielfältig: die Unterstützung einer Produktion, eines Künstlers oder einer gesamten Spielzeit; die Förderung neuer künstlerischer Entwicklungen; das Engagement für kulturelle Bildung, Nachwuchsförderung und Teilhabe;dieBegleitungvonProjekten,dieneueZugängezurOpereröffnen,Kooperationen ermöglichen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Ob als Privatperson, im Rahmen einer Stiftung oder als Unternehmen: Ihr Engagement entsteht im engen, persönlichen Austausch mit der Leitung der Deutschen OperBerlin.EsorientiertsichanIhrenVorstellungen,kannsichtbaroderdiskretsein, punktuell oder langfristig angelegt. In jedem Fall eröffnet es Ihnen eine besondere NähezumkünstlerischenProzess,exklusiveEinblickehinterdieBühneunddieMöglichkeit, große künstlerische Momente gemeinsam mit den prägenden Künstler*innen unserer Zeit zu erleben.
Die Deutsche Oper Berlin heißt Sie willkommen als Teil eines Hauses, das seine Zukunft gemeinsam mit engagierten Partner*innen gestaltet.
Weitere Mitglieder SonjaBisgiel, TimDietrich,AndreasFrohnhoefer, BarbaraGlücksmann,InesMöring, ThomasNick,TobiasRaue, AndreaRammisch,Florian Scherer,HenryRost
Im Großen Haus, in Philharmonie und Konzerthaus ZurneuenSaisonkommtBewegung inunserePreisgestaltung:Eswird einfacher,übersichtlicherunddynamisch.DieAnzahlderPreiskategorien wurdereduziert–sofälltIhnendie Entscheidungnochleichter.
Marc Albrecht, Giampaolo Bisanti, Martyn Brabbins, Paolo Carignani, Daniel Carter, Stephanie Childress, Antonino Fogliani, Miguel Pérez Iñesta, Kirill Karabits, Susanna Mälkki, Riccardo Minasi, Marc Minkowski, Stefano Montanari, Tomáš Netopil, Jonathan Nott, Alejo Pérez, Sir Donald Runnicles, Giedrė Šlekytė, Ole Morten Vågan, Juraj Valčuha, Massimo Zanetti
Sänger*innen
Gaëlle Arquez, Maria Bengtsson, Adèle Charvet, Patrizia Ciofi, Okka von der Damerau, Jennifer Davis, Barbara Dobrzanska, Elsa Dreisig, Amina Edris, Sonia Ganassi, Adriana González, Juliana Grigoryan, Elena Guseva, Saioa Hernandez, Ève-Maud Hubeaux, Sofia Jernberg, Noa Frenkel, Aleksandra Kurzak, Kathryn Lewek, Loré Lixenberg, Federica Lombardi, Ruzan Mantashyan, Nina Minasyan, Ricarda Merbeth, Hye-Young Moon, Charlotte Mundy, Camilla Nylund, Sainkho Namtchylak, Olga Peretyatko, Emily Pogorelc, Mariana Sadovska, Serena Sáenz, Maria Sardaryan, Martina Serafin, Golnar Shahyar, Doris Soffel, Heidi Stober, Elisabet Strid, Aušrinė Stundytė, Elena Tsallagova, Miina-Liisa Värelä, Corinne Winters, Derya Yıldırım, Guanqun Yu
Robin Adams, Nicola Alaimo, Roberto Alagna, Xabier Anduaga, Tommaso Barea, Thomas Blondelle, Ty Bouque,
Nicholas Brownlee, Björn Bürger, Gianluca Buratto, Roman Burdenko, Tassis Christoyannis, Eric Cutler, Stéphane Degout, Simone Del Savio, Nahuel Di Pierro, Luciano Ganci, Alfred Kim, Matthias Klink, Serge Kakudji, Tomasz Konieczny, Carlo Lepore, Josh Lovell, Davide Luciano, Alexey Markov, Najmiddin
Mavlyanov, Luca Micheletti, Oskar McCarthy, Edgaras Montvidas, Petr Nekoranec, Georg Nigl, Tareq Nazmi, Mattia Olivieri, George Petean, Isaiah Robinson, Samuel Sakker, Florian Sempey, Jordan Shanahan, Taras Shtonda, Arsen Soghomonyan, Nicky Spence, Vladislav Sulimsky, Eduardo Rojas Faúndez, Roberto Tagliavini, Alexander Vinogradov, Andrew Watts, Pascal Zurek
Performer*innen
Marie Groothof, Pauline Jacob, Tarren Johnson, Chris Lüers, Ixchel Mendoza, Shlomi Moto Wagner, Fiston Mwanza Mujila, Cathrin Romeis, Dominic Santia, Laurie Young
Schauspieler*innen
August Diehl, Yevgeniya Dodina, Jonas Grundner-Culemann, Nina Hoss, Annabelle Mandeng, Nicholas Ofczarek
Regisseur*innen
Stef Aerts (FC Bergman), Heinrich Horwitz, Susanne Kennedy, Daniel Kramer, Joris Lacoste, Peter Lund, Thom Luz, Kornél Mundruczó, Milo Rau, Stephanie Thiersch, Thomas Verstraeten (FC Bergman),
Marie Vinck (FC Bergman), Philip Venables, Jennifer Walsh
Bühnenbildner*innen
Joé Agemans (FC Bergman), Magdalena Emmerig, Monika Korpa, Florian Leduc, Anton Lukas, Markus Selg, Ulrike Reinhard, Hanna Sophie Stejskal, Wolfgang Tillmans
Kostümbildner*innen
Aedín Cosgrove, Andra Dumitrascu, Magdalena Emmerig, MAREUNROL’S, Nasir Mazhar, Silvie Naumann, Ulrike Reinhard, Rosa Schützendorf, Lauren Steel, Hanna Sophie Stejskal, Carles Urraca
Lichtdesigner*innen
Charles Balfour, Aedín Cosgrove, Franck Evin, Jürgen Kolb, Florian Leduc, Peter van Praet, Felice Ross, Marcel Weber
Videodesigner*innen
Andreas Ivancsics, Markus Selg, Moritz von Dungern
Bildende Künstler*innen
Markus Selg, Rirkrit Tiranajiva, Wolfgang Tillmans
Dramaturg*innen
Giacomo Bisordi, Stephan Müller, Clara Pons, Nathalie Rozanes, Kata Wéber