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Dabuka Travel Magazine Issue #11 - Deutsch

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DABUKA TRAVEL VISIONS

Magazin Nr. 11

November 2025 – Januar 2026

IMRAMPENLICHT

EinGorillainRuanda

YogamitDabuka

Sonnenfinsternis2027

TOP4

GlampinginÄgypten

Liebe Leserinnen und Leser,

wir grüßen euch herzlich und sind stolz darauf, euch heute Ausgabe 11 unseres Reisemagazins zu präsentieren, frei nach dem Motto „Dabuka nimmt Fahrt auf“ – zu Lande und zu Wasser.

Kennt ihr dieses Gefühl wenn man merkt, „es ist Bewegung drin“, Dinge rücken an ihren Platz, Knoten lösen sich und neue Perspektiven tun sich auf? Bei uns ist es gerade soweit.

So laden wir euch in dieser Ausgabe herzlich ein, Silvester mit uns auf sehr besondere Weise zu feiern, nämlich mit einer Glamping-Erfahrung.

Oder möchtet ihr Ballett in den Sanddünen erleben? Damit starten wir ins Neue Jahr.

Und für alle Yogafans freuen wir uns riesig ankündigen zu können, dass wir auf unserer Dabuka Blue Yogareisen anbieten werden –professionell angeleitet von einer echten Insiderin.

Auch die Gorillas aus Ruanda lassen grüßen und laden zu einem Besuch ein und aktuell scheint es auch wieder Türen nach Libyen zu geben, wo wir bereits langjährige Erfahrungen haben. Ihr seht schon, wir haben viele neue Ideen und Angebote.

Manchmal hat man fast das Gefühl, wenn die Zeit reif ist, fallen sie quasi vom Himmel. So wie die drei Straßenhunde, die jetzt bei uns wohnen. Weder Tarek noch ich wollten jemals wieder Haustiere haben, weil wir wegen des Reisens natürlich frei sein wollten.

Eines Tages vor ein paar Monaten jedoch, lagen vor unserem Haus eine Mutter mit ihren drei Kindern und schauten uns erwartungsvoll an. Wir konnten nicht widerstehen und streichelten sie.

Und dies genau gefiel ihnen. So eroberten sie langsam ihr Terrain. Erst in den Vorgarten, dann in den Garten und nun auch teilweise ins Haus. Ein Hund ist verloren gegangen, die drei anderen haben wir Lexa, Sira und Rico getauft und inzwischen gehören sie zum Haushalt wie Kinder. Entsprechend werden sie gefüttert, gestreichelt,

erzogen? (Rico liebt es, alles zu zerbeißen). Und als Sira von einer nächtlichen Exkursion mit geschwollener Schnauze zurückkam, war Tarek geradezu außer sich.

Trotzdem – es sind und bleiben Straßenhunde und man weiß nie, wie lange sie bleiben. Aber aus irgendeinem Grund haben sie uns ausgewählt und wir haben die Wahl angenommen. Und so wie die Hunde plötzlich da waren, ergeben sich immer wieder neue Kontakte und Perspektiven. Wir bleiben im Flow und hoffen, euch bald bei uns oder irgendwo in der Welt begrüßen zu können.

Tatsächlich wird es in dieser Ausgabe außerdem schon wieder Zeit, euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen, denn dieses ist das letzte Magazin für 2025.

Wir bedanken uns für euer Interesse, eure Unterstützung und eure Ideen.

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“

Lasst‘ uns gemeinsam eine fröhliche Zukunft gestalten!

Herzlichst,

Dorothee und Tarek Kairo, November 2025

Inhalt

I. Einleitung

Vorwort3

Inhaltsverzeichnis,Impressum,Kontakt4 Folgen–Teilen–Gewinnen5 Kundenstimmen 6

II. ImBlick

Buchempfehlung:Usiwa–DurchdieWüste8

HinterderFassade:InsUnbekannte–DieÜberquerungdesKalansho-Sandmeeres9

III. ImRampenlicht

„Ichrülpse,wennichglücklichbin“EinGorillainRuanda12

YogamitDabuka–DieReisenachinnen14

DerTagandemdieSonneverschwindetVorbereitungaufdieSonnenfinsternis202716 Tourismusneudenken–KannTourismusdieWeltretten?18 Siwa2025–ZwischenStilleundAufbruch20

IV. Top4

BallettindenDünen–EinFestfürdieSinne26 GlampinginÄgypten–LuxusinderWüste27

NeueWegemitDabuka:RethinkEgyptTwice29 ZuGastbeidenEinheimischen–ÄgyptenmitMesser,GabelundHerz30

V. Verschiedenes

InterviewmitunsererFreundinKatharina32

DabukaIntern 33 Schongewußt?DasGayer-Anderson-Haus–einverborgenesJuwelimaltenKairo34

Editorial

DABUKA TRAVEL VISIONS AUSGABE 11

Herausgeber: Dorothee Rieche

Layout: Andreas Klostermaier Versand: Shada Mamdouh

Vermarktung: M. Ibrahim

Kontakt (Magazin): magazine@dabuka.de

Kontakt (Reiseplanung): +20 101 506 9061

Email: service@dabuka.de

Homepage: www.dabuka.com

Spezialreisen: www.eclipse-2027.com

Werde zum Gewinner!

Zeigt uns eure besten Dabuka Momente!

Seid ihr kürzlich mit Dabuka gereist?

Schickt uns eure besten Reisefotos – wir veröffentlichen eine Auswahl in unserem nächsten Magazin.

Die Community stimmt über ihren Favoriten ab –und das Gewinnerbild erhält einen 100$ Gutschein.

Schickt eure Fotos an: service@dabuka.de

(Betreff Magazinwettbewerb)

Einsendeschluss: 15. Januar 2026

Lasst uns gemeinsam weiter auf Entdeckungsreise gehen!

Gewinner in dieser Ausgabe ist: Rami Battani (BattaJ)

Wir laden alle Dabuka Kunden ein, Mitglied in unserer exklusiven Facebook Gruppe „Dabuka Insiders“ zu werden!

Kundenstimmen

Wir freuen uns, von euren großartigen Erlebnissen mit uns zu hören – euer Feedback ist jederzeit herzlich willkommen!

Mai 2025

Mein Mann und ich nahmen an individuell gestalteten Touren mit Dabuka rund um Kairo teil. Obwohl wir nur fünf Tage Zeit hatten, wurden daraus wunderbare Ausflüge und Erlebnisse.

An einem Tag starteten wir sehr früh in die Wüste – Ziel war Wadi al-Hitan. Da ich unter anderem als Redakteurin für UNESCO-Bücher arbeite, war es für mich ein ganz besonderes Highlight, das Tal der Wale persönlich besuchen zu dürfen. Tarek war zudem ein großartiger Fahrer unseres Jeeps.

Es folgten noch einige weitere Ausflüge, die man nur mit so erfahrenen und ortskundigen Menschen wie Dorothee und Tarek erleben kann – darunter Spaziergänge durch Kairos Basare, Besuche prächtiger Gold- und Schmuckläden oder eine FeluccaFahrt bei Sonnenuntergang auf dem Nil mit köstlichem Buffet.

Wir kommen auf jeden Fall wieder – dann mit etwas mehr Zeit im Gepäck!

Vielen Dank für die leidenschaftlich überzeugenden und gastfreundlichen Ideen und Aktivitäten

Isabel und Max, Deutschland

August 2025

Meine Träume sind in Ägypten mit Dabuka wahr geworden.

Vielen, vielen Dank an Dabuka für alles – ich habe mich rundum wohlgefühlt! Die Organisation war unglaublich hilfreich, meine Freundin und ich waren überglücklich. Wir besuchten die Pyramiden, spürten die Atmosphäre des alten Ägypten, den goldenen Sand – meine Seele war ganz erfüllt von dieser einzigartigen Erfahrung.

Ein unvergessliches Erlebnis mit der bemerkenswerten Reiseleiterin Nagwan Helal!

Im Grand Egyptian Museum erklärte sie uns alles mitsovielWissenundLeidenschaft–wirklicheine unvergessliche Reise in Ägypten. Ich bin überglücklich und werde auf jeden Fall wiederkommen.

Sandra, Deutschland

September 2025

Beste Firma und großartige Erfahrung!

Ich empfehle Dabuka allen, die nach Authentizität, Qualität und echter Fürsorge suchen.

Omar, Italien

Buchempfehlung: USIWA – Durch die Wüste

Der Roman beruht auf einer wahren Geschichte: ein Flugzeugabschuss einer Zivilmaschine durch NATO-Jets über dem Tyrrhenischen Meer 1980, erst vertuscht, dann verleugnet, schließlich vergessen. Zwar nicht in Italien, wo es geschah, doch in Europa und den USA, die sich schuldig gemacht haben, auch Deutschland. 81 Menschen starben.

Dieses “Massacre di Ustica“ hierließ eine lange Blutspur. Immer ging es dabei um die Eliminierung von Zeugen. Um den „letzten Zeugen“ geht es in USIWA. Den Mann, der durch die Wüste ging.

Dazu reisen wir von Italien und Deutschland nach Ägypten in der Zeit des arabischen Frühlings. Dort, wo der Rommel war, spielt auch ein Großteil der Geschichte. Auf dem Weg begegnen sich drei Generationen -irgendwo zwischen Orient und Okzident, nicht zuletzt um den „letzten Zeugen“

ausfindig zu machen, einen libyschen Piloten, um ihn in Rom dem Gericht zu überstellen. In der Oase Siwa hält er sich versteckt …

Klappentext zum Roman USIWA

Vor der Insel Ustica durchsiebt 1980 eine Luft-LuftRakete die Itavia 870. „Guarda!“, schreit der Pilot. Dann bricht der Funkkontakt ab. Die Trümmer versinken im mehr als dreitausend Meter tiefen Meer. Zur gleichen Zeit fliegt Muammar alGhaddafi zum Gipfel des Warschauer Pakts. War es ein terroristisches Bombenattentat, wie hohe Militärs behaupten? Oder sollte Ghaddafi sterben?

Ein entscheidender Zeuge könnte der Pilot einer der beiden libyschen MIG 23 sein, der im Radarschatten der DC 9 geflogen ist. Doch dieser taucht in der Oase Siwa unter.

Acht Jahre später verschwindet Jae, die Stieftochter des Piloten von Flug Itavia 870 spurlos und kommt kurz darauf völlig verändert wieder zurück. Die Ermittler sind sich sicher, dass ihr Verschwinden mit dem Absturz zu tun hat.

2010 stößt der Lichtkünstler Torsten Winkel auf Geheimnisse im Nachlass seines Vaters. Welche Rolle spielte dieser im zweiten Weltkrieg? Die Spur führt ihn zu einem ominösen Erbe in der Oase Siwa, wo er überraschend auf Jae trifft. Doch die Schatten der Vergangenheit holen beide ein. �

Hinter der Fassade: Ins Unbekannte – Die Überquerung des Kalansho-Sandmeeres

Im äußersten Westen der ägyptischen Wüste, jenseits des flimmernden Horizonts von Siwa, liegt ein Meer – nicht aus Wasser, sondern aus Sand. Ein Ort so weit, so still und so geheimnisvoll, dass Karten ihn lange Zeit gar nicht benannten. Dies ist das Kalansho-Sandmeer, eines der am wenigsten erforschten Dünenfelder der Erde. Für Entdecker ist es zugleich Traum und Prüfung – eine sich ständig verändernde Welt aus Linien, Licht und Wind, in der Orientierung ebenso sehr von Instinkt wie von Karten abhängt.

Die ersten Entdecker

Im Jahr 1873 war es der deutsche Forscher Gerhard Rohlfs, der als Erster das „Große Sandmeer“ entdeckte und benannte – eine gewaltige Dünenlandschaft, die sich zwischen Ägypten und Libyen erstreckt. Fast sechzig Jahre später, 1932, gelang dem Briten Pat Clayton, Inspektor beim „Desert Survey of Egypt“, die erste motorisierte Durchquerung von Osten nach Westen. Am westlichen Rand errichtete er einen Steinhaufen, den er „Big Cairn“ nannte – als Markierungdessen,waserfürdasEndedesGroßen Sandmeeres hielt.

Zu jener Zeit stand Libyen unter italienischer Besatzung. 1926 hatten italienische Truppen Giarabub (Gharbub) besetzt, um den Widerstand unter Omar Mukhtar niederzuschlagen. Ein Jahr später, 1927, kehrte Clayton als Mitglied einer gemeinsamen ägyptisch-britischen Grenzkommission zurück, um dort eine italienische Delegation zu treffen und die Grenze zwischen Ägypten und Libyen festzulegen. Sie begannen am Mittelmeer und markierten die Linie mit Grenzpfählen, die die Italiener später durch einen 350 km langen Stacheldrahtzaun nach Süden absicherten.

Als beide Delegationen den Serir Dalma erreichten, einigten sie sich darauf, den 25. Längengrad als südliche Grenze zu verwenden. Die Italiener betrachteten das Große Sandmeer als natürliche Verteidigungsbarriere – unüberwindbar. Was sie nicht wussten: derselbe Pat Clayton würde bald einen verborgenen Durchgang finden.

Die Entdeckung des Kalansho-Sandmeeres Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Claytons umfassende Wüstenkenntnis von

unschätzbarem Wert. Im August 1940 erhielt er den Auftrag, das Gebiet westlich des Serir Dalma zu erkunden und die Route Jalo–Kufra auf feindliche Bewegungen zu überwachen. Von der Oase Siwa aus startete er mit zwei Fahrzeugen und fünf Neuseeländern Richtung Süden. Nach dem Überqueren der ägyptischen Grenze stieß er auf ein bis dahin unbekanntes Dünenfeld – eine endlose Weite aus Sand und Stille.

Er hatte das Kalansho-Sandmeer entdeckt. Obwohl er es sicher durchquerte und keine Feindaktivität meldete, zeigte sein Bericht: Hier lag ein neues, gewaltiges und kaum erforschtes Wüstengebiet, das bis heute fast unberührt geblieben ist.

Meine eigene Überquerung des Kalansho

In den 1990er- und 2000er-Jahren überquerte ich das Kalansho-Sandmeer selbst viele Male – meist von Gharbub nach Gebel Uweinat, also in NordSüd-Richtung. Nur einmal, 2006, durchquerte ich es von Ost nach West – und diese Expedition wurde zu einem unerwarteten Abenteuer.

Eines unserer Fahrzeuge – absichtlich sabotiert von einem ehemaligen Mitarbeiter aus Bahareya namens Lushi – erlitt tief in den Dünen einen schweren Motorschaden. Ich musste das defekte Auto abschleppen, während ich gleichzeitig die Route für den Rest des Konvois festlegte. Die libyschen Karten waren ungenau, und Satellitenbilder standen damals noch nicht zur Verfügung. Also blieb uns nur visuelle Navigation – Düne für Düne, Hügel für Hügel. Steckenbleiben, ausgraben, weitermachen – es wurde zur Routine.

Während einer Mittagspause beschloss ich, mit einem anderen Wagen vorauszufahren und eine Spur für die Gruppe zu legen. Ich rechnete mit etwa einer Stunde – eine halbe Stunde hin, eine halbe zurück. Mit fast 80 km/h raste ich durch das Meer aus Sand, zählte die Dünen, beobachtete, wie das Licht über sie glitt.

Nach einer halben Stunde überprüfte ich meine Position. Laut Karte müsste ich fast am Rand des Sandmeeres sein. Doch der Blick sagte etwas anderes: Vor mir lag immer noch nichts als rollende, goldene, endlose Dünen. Also fuhr ich weiter – zehn Minuten, zwölf Minuten. Immer noch Dünen. Die Karte hatte gelogen – die Wüste nicht

hatte Hans, der Fahrer, uns gesehen und rechtzeitig angehalten.

Der Aufprall hatte die Vorderachse gebrochen; das Auto war nicht mehr zu retten. Wir mussten mit Hans’ Fahrzeug zum Lager zurück. Die Gäste, schon beunruhigt, weil nur ein Wagen zurückkam, atmeten erleichtert auf, als ich alles erklärte.

Dann, beim Hinauffahren einer weiteren Düne, spürte ich etwas. Ich nahm den Fuß vom Gas – zu spät. Das Auto fuhr noch immer 80 km/h, und Sekunden später hob es vom Boden ab

Für ein paar unwirkliche Sekunden flogen wir –die ganze Wüste wie eingefroren. Dann der Aufprall: alle vier Räder schlugen hart in den Sand. Der schwer beladene Dachgepäckträger riss sich los, flog zehn Meter weit und schlug vollgepackt vor uns in den Boden.

Ich drehte mich zu meinem Beifahrer: „Alles okay?“ – Er nickte. Wir sprangen hinaus. Mein erster Gedanke galt dem zweiten Wagen – ich rannte die Düne hinauf, um zu signalisieren. Zum Glück

An diesem Abend schlugen wir das Lager in der Nähe des Wracks auf – umgeben von Stille und Sternen. Eine dieser Nächte, wie nur die Wüste sie schenken kann.

Eine Wüste voller Geheimnisse

Bis heute bleibt das Kalansho-Sandmeer einer der abgelegensten und geheimnisvollsten Orte der Sahara – ein Gebiet von hypnotischer Schönheit und stiller Gefahr. Nur wenige haben es überquert, und noch weniger sind mit einer Geschichte zurückgekehrt. Für jene, die sich in sein Herz wagen, ist das Kalansho weit mehr als nur eine Landschaft – es ist eine Prüfung von Orientierung, Mut und Vertrauen in den eigenen Instinkt. �

Ein Gorilla in Ruanda: „Ich rülpse, wenn ich glücklich bin“

Ich bin Kibo, ein Silberrücken – das Oberhaupt meiner Familie hier im grünen Herzen Afrikas. Fast 200 Kilo schwer, stark, aber friedlich. Wir Gorillas sind die größten lebenden Menschenaffen, und obwohl wir so imposant wirken, sind wir sanfte Wesen. Unsere Gruppen bestehen aus Weibchen, ihrem Nachwuchs – und mir, dem Silberrücken, der mit Brusttrommeln für Ordnung sorgt.

Wir verbringen den größten Teil des Tages mit Fressen – Blätter, Kräuter, Früchte, Wurzeln. Wenn ichsattundzufriedenbin,rülpseich.Beiunsistdas ein Zeichen des Glücks. Wir kommunizieren über Blicke, Gesten und Laute, trauern um unsere Verstorbenen und zeigen Mitgefühl – nicht nur füreinander.

Manchmal, wenn ich in den Baumwipfeln sitze (ja, trotz meiner Größe kann ich klettern – bis zu 40 Meter hoch!), beobachte ich, wie Menschen im Volcanoes-Nationalpark in Ruanda auftauchen. Sie stehen still, flüstern ehrfürchtig, während sie uns betrachten. Ich glaube, sie spüren, dass wir uns ähnlicher sind, als sie denken – in unseren Gefühlen, unserer Familie, unserem Mitgefühl.

Wir Gorillas sind wichtig für unseren Wald. Indem wir Samen verbreiten, sorgen wir dafür, dass das Leben weiterwächst. Ohne uns gäbe es weniger Vielfalt, weniger Grün, weniger Zukunft.

Gorillas in Ruanda

Ruanda ist eines der wenigen Länder, in denen Berggorillas noch in freier Wildbahn leben – in den nebelverhangenen Wäldern der VirungaVulkane. Dank jahrzehntelanger Schutzarbeit ist ihre Zahl auf über 1.000 gestiegen. Nur zwölf Gorillagruppen im Volcanoes National Park sind an Menschen gewöhnt, und pro Tag dürfen nur acht Besucher eine Gruppe für eine Stunde sehen – begleitet von erfahrenen Rangern.

Das Trekking dorthin ist ein Erlebnis für alle Sinne: feuchte Erde unter den Füßen, Vogelrufe, das Knacken von Zweigen – und plötzlich, ganz nah, ein Blick in ein Gesicht, das uns erstaunlich vertraut ist.

Ein Land mit Geschichte und Hoffnung

Ruanda blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – vom alten Königreich über Kolonialzeit und Bürgerkrieg bis hin zur Tragödie des Genozids von 1994. Heute gilt das Land als eines der sichersten und grünsten in Afrika, geprägt von Versöhnung, Nachhaltigkeit und großem Stolz.

Gorillatourismus ist ein wichtiger Motor dieser Entwicklung: Zehn Prozent der Einnahmen aus den Permits fließen in lokale Projekte. Und einmal im Jahr feiert Ruanda die Kwita Izina – eine traditionelle Namenszeremonie für neugeborene Gorillas, die Mensch und Tier gleichermaßen ehrt.

Ausblick: Neue Reisen nach Ruanda

Ab dem kommenden Jahr wird Dabuka gemeinsam mit einem erfahrenen Partner vor Ort besondere Reisen nach Ruanda anbieten – zu den Berggorillas im Volcanoes National Park, zu kulturellen Begegnungen in Kigali und in die vielfältigen Landschaften zwischen Vulkanen, Teeplantagen und Regenwald.

Vielleicht begegnen Sie dort ja einem wie mir –der rülpst, weil er glücklich ist. �

Ruanda auf einen Blick

Lage: Ostafrika, zwischen Uganda, Tansania, Burundi und der DR Kongo

Hauptstadt: Kigali

Sprache: Kinyarwanda, Französisch, Englisch

Besonderheit: Heimat von über der Hälfte der weltweiten Berggorilla-Population

Beste Reisezeit: Juni bis September & Dezember bis Februar

Highlight: Gorilla-Trekking im Volcanoes National Park (Permit erforderlich)

Nachhaltigkeit: 10 % der Gorilla-Permit-Einnahmen fließen in lokale Projekte

Yoga mit Dabuka –Die Reise nach innen

Zwischen Himmel und Erde – Was Yoga wirklich bedeutet

Ein Weg zu Balance und Bewusstsein

Yoga ist heute allgegenwärtig – in Studios, Onlinekursen und Retreats auf der ganzen Welt. Doch was steckt eigentlich hinter dieser jahrtausendealten Praxis aus Indien?

Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit yuj und bedeutet „verbinden“ oder „anschirren“. Gemeint ist die Vereinigung von Körper, Geist und Seele –und letztlich die Erkenntnis, dass alles eins ist.

Ursprünglich war Yoga vor allem eine meditative Praxis. Die bekannten Körperhaltungen, die

Asanas, dienten nur zur Vorbereitung auf langes, stilles Sitzen. Heute ist Yoga ein weites Feld – von körperlich-dynamischen Stilen wie Vinyasa oder Ashtanga bis zu stillen Formen wie Yin oder Jivamukti Yoga. Fast alle verbinden Bewegung, Atem (Pranayama), Meditation und spirituelle Achtsamkeit.

Yoga in Zahlen

Yoga ist längst kein Nischenthema mehr: Laut einer Studie des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland (BDYoga, 2024) praktizieren rund 3,2 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig Yoga. Damit übt etwa jede:r Fünfte Yoga –viermal so viele wie noch 2018.

Besonders bemerkenswert: Immer mehr Männer entdecken Yoga für sich, und auch junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren zählen zu den eifrigsten Übenden. Ein Drittel derjenigen, die noch kein Yoga machen, kann sich vorstellen, bald damit zu beginnen – meist aus dem Wunsch nach mehr körperlicher und geistiger Balance.

Was Yoga uns heute lehrt

Yoga ist kein Sport, sondern eine Haltung zum Leben. Es geht um innere Ruhe, um Klarheit, um Verbindung – mit sich selbst und mit der Welt. Der Yogi übt, achtsam zu handeln – beim Arbeiten, Kochen oder Spazierengehen. Yoga erinnert uns daran, dass Balance nichts ist, was man „hat“, sondern etwas, das man immer wieder sucht.

Wenn wir auf einem Bein stehen, in der Haltung schwanken und uns neu ausrichten, spiegelt das unser Leben: Wir fallen, richten uns auf, finden zurück in die Mitte.

Und genau darin liegt die Freiheit, die Yoga schenkt – auf Sanskrit Moksha: die Befreiung von dem, was uns eng macht oder festhält.

Yoga ist keine Religion – aber eine Philosophie

Auch wenn Yoga im Hinduismus und Buddhismus verwurzelt ist, ist es selbst keine Religion. Es bietet einen Rahmen für persönliches Wachstum, ohne Glaubenssätze vorzuschreiben.

Manche finden in der Meditation ihre Ruhe, andere im Singen von Mantras oder einfach darin, dass sie für eine Stunde das Smartphone beiseitelegen. Was bleibt, ist ein Gefühl von Frieden, das lange nachwirkt.

Yoga-Reisen mit Isabelle Morin Larbey

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Isabelle Morin Larbey eine erfahrene Yogalehrerin- und ausbilderin aus Frankreich gewinnen konnten.

Ab November 2026 wird sie exklusive Yogareisen für Dabuka leiten – sowohl auf der Dabuka Blue auf dem Nassersee als auch in der Wüste. Beide Orte sind wie geschaffen für Yoga: still, weit und kraftvoll – ideale Plätze, um zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu schöpfen.

Einladung zur inneren Reise

Ob du Yoga schon seit Jahren übst oder erst beginnst – auf dieser Reise wirst du erfahren, was Yoga wirklich bedeutet: Stille, Klarheit und Verbindung. Gleichzeitig lernst du ein wunderschöne Stück Natur kennen.

Denn manchmal muss man nur die Perspektive wechseln – und plötzlich ist alles im Fluss. �

Yoga & Stille auf dem Nassersee

20. – 30. November 2026

Eine Reise zwischen Wasser, Tempeln und innerer Einkehr:

Von Assuan geht es mit der Dabuka Blue bis Abu Simbel und zurück.

Unterwegs werden die Tempel von Kalabsha, Wadi Sebua, Amada, Qasr Ibrim und Abu Simbel besucht.

Jeder Tag beinhaltet verschiedene YogaSessions mit Isabelle – teils an Deck, teils an magischen Orten am Ufer.

Die spirituelle Atmosphäre des Nassersees schafft ideale Bedingungen für Meditation, Bewegung und Begegnung mit sich selbst.

Preis:

Doppelkabine (pro Person): 2.490 €

Einzelkabine: 3.290 €

Mindestens 6 Teilnehmer:innen (in Doppelkabinen)

Im Preis enthalten:

Transfer vom Flughafen oder Bahnhof in Assuan, Vollverpflegung, Eintritte, Yogakurse, Guide und Permits.

Nicht enthalten:

Trinkgelder und Anreise nach Assuan.

Der Tag, an dem die Sonne verschwindet

Vorbereitung auf die Sonnenfinsternis 2027 – Ein Bericht von Didier Basset

Während wir uns bei Dabuka auf die große Sonnenfinsternis im Jahr 2027 vorbereiten, die in Ägypten eines der eindrucksvollsten Naturereignisse dieses Jahrhunderts sein wird, tauschen wir uns mit Menschen aus, die solche Momente schon erlebt haben.

Unser Freund Didier Basset – passionierter Wüstenreisender und erfahrener Beobachter zahlreicher Sonnenfinsternisse – hat uns seinen persönlichen Bericht über die Finsternis von 2006 zur Verfügung gestellt.

Seine Erzählung führt uns mitten in die Libysche Wüste und lässt uns spüren, was dieses seltene Ereignis so einzigartig macht.

Schwarze Sonne über der Libyschen Wüste von

Didier Basset

Nach einem Bericht von Didier Basset über die Sonnenfinsternis 2006 in der Libyschen Wüste. Redaktionell bearbeitet von Dabuka.

29. März 2006. Die Sonne erhebt sich über den Dünen, zwischen denen vereinzelt EphedraSträucher wachsen. Wir befinden uns tief in der Libyschen Wüste, westlich der Oase Tazerbo. Eine kleine Gruppe von Wüstenliebhabern bereitet sich auf ein außergewöhnliches Ereignis vor: Noch

heute wird die Sonne ein Rendezvous mit dem Mond – und mit uns – haben.

Doch die Spannung ist groß: Halten die Fahrzeuge durch? Noch liegen 150 Kilometer vor uns, ein Drittel davon durch die schwierigen Dünen des Erg Rabiana. Viele der Mitreisenden sind Wüstenprofis, aber Neulinge, wenn es um Sonnenfinsternisse geht. Für mich ist es die neunte Begegnung mit dem König Sonne und der blassen Selene.

Der Zauber des Unwiederholbaren

Warum also diese Leidenschaft, mitten im Nirgendwo dem Tageslicht beim Verschwinden zuzusehen? Vielleicht, weil es zu den letzten wahren Abenteuern gehört. Eine totale Sonnenfinsternis ist ein Schauspiel, das sich kaum in Worte fassen lässt – jedes Mal anders, jedes Mal überwältigend.

Die rosafarbenen Protuberanzen, die sich wie Flammen über den Sonnenrand erheben, können viele Male größer sein als die Erde. Die Korona, dieses silbrig-weiße Strahlenband, verändert ihre Form mit der Aktivität der Sonne. Und dann ist da noch die Zeit selbst: vier Minuten Ewigkeit, bevor das Licht zurückkehrt.

Im Reich des Schattens

Wir erreichen den Beobachtungsort – eine weite Fläche aus hellem Sand und Gestein, am Fuß des Djebel Al-Maruf. Der Himmel ist makellos klar. Die Spannung wächst, als die Sonne langsam eine Kerbe bekommt. Das Schauspiel beginnt. Langsam frisst sich der Schatten voran. Die Gespräche werden leiser, die Luft kühler. Ein feiner Wind kommt auf – der „Wind der Finsternis“. Das Licht nimmt eine eigenartige, violette Färbung an, die Schatten werden hart und lang. Dann, in einem einzigen Augenblick, stürzt die Dunkelheit herab.

Venus leuchtet hell am Himmel. Die Temperatur ist um zwölf Grad gefallen. Die Sonne ist verschwunden, ersetzt durch eine schimmernde Krone aus Licht – die totale Phase. Alles steht still. Kein Geräusch, kein Atemzug.

Vier Minuten, die sich dehnen wie eine Ewigkeit. Dann erscheint plötzlich ein gleißender Lichtpunkt – der „Diamantring“. Der Tag kehrt zurück, die Spannung löst sich, und alle lachen, reden, atmen wieder.

Doch etwas bleibt: das Gefühl, für einen Moment Zeuge der vollkommenen Harmonie zwischen Licht und Dunkel gewesen zu sein. �

Tourismus neu denken –kann Tourismus die Welt retten?

Unser Freund und Mitstreiter Prof. Dr. Fekri Hassan hat uns diesmal die Freude gemacht, unser Magazin durch einen eigenen Artikel zu bereichern. Als Archäologe und Ägyptologe hat er sich vor allem auch dem Thema „Cultural Heritage“ verschrieben.

Seit dem Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ von 1987 und den daraus hervorgegangenen UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung gibt es seit 2016 auch konkrete Richtlinien für nachhaltigen Tourismus – mit direktem Bezug auf daskulturelleErbe.Heutebestehtmehrdennjedie Notwendigkeit, einen kulturellen Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft zu fördern. Ich vertrete hier die Ansicht, dass der Tourismus – das Mittel, durch das sich jährlich 1,4 Milliarden Menschen aus unterschiedlichsten Hintergründen begegnen –ein enormes Potenzial besitzt, die Welt zu retten.

Dazu müssen wir jedoch den Komfort des business as usual verlassen und uns auf kreative, innovative Formen des Tourismus einlassen. Dies erfordert ein transformatives Handeln, das auf der schöpferi-

schen Kraft des Einzelnen sowie auf Partnerschaften zwischen Privatwirtschaft, NGOs, lokalen Gemeinschaften und nationalen wie internationalen Organisationen aufbaut – um die aktuellen Defizite unseres globalen Systems zu überwinden. In diesem Zusammenhang kommt Reisenden, Reiseveranstaltern und touristischen Unternehmen eine entscheidende Rolle zu.

Der Beginn der Transformation

Diese Veränderung beginnt mit der Erfahrung des Reisenden – im Sinne gegenseitigen Verständnisses, echter interkultureller Begegnung und reflektierter Auseinandersetzung mit Reisezielen. So entstehen Räume für Toleranz, Frieden und Zusammenarbeit – auf der Grundlage von Vertrauen und Respekt gegenüber traditionellen Kulturen und kultureller Vielfalt.

Dazu gehört auch das Bewusstsein für gesellschaftliche Strukturen und historische Wandlungsprozesse sowie die Erkenntnis der Einheit der Menschheit und ihrer gemeinsamen Hoffnungen und Sorgen.

Kultur als Quelle der Erkenntnis

Ein solcher Ansatz birgt ein enormes emanzipatorisches Potenzial. Das Staunen in einer weiten Wüstenlandschaft, die einst grün und fruchtbar war, lässt uns die Zerbrechlichkeit unserer Existenz erkennen – und weckt den Wunsch, aktiv zum Schutz der Umwelt beizutragen.

Das Verständnis für die Organisation und Leistung hinter den großen Monumenten offenbart die Komplexität staatlicher Strukturen und den Einfluss religiöser Überzeugungen.

Kultur sollte daher stets in ihrer Gesamtheit präsentiert werden – ohne künstliche Trennung zwischen materiellem und immateriellem Erbe. Der Fokus sollte auf dem lebendigen Erbe liegen: Handwerkskunst, Küche, Feste, Musik, Traditionen und die Kulturlandschaft.

Und wenn man nach einem Tag voller Entdeckungen am Lagerfeuer inmitten der Stille zusammensitzt, zeigt sich das Wesentliche unserer Menschlichkeit – Wärme, Nähe und Gemeinschaft.

Ökologische Verantwortung

Ein wirklich transformativer Tourismus (TT) muss sich auch den ökologischen Bedrohungen unseres Planeten stellen. Er sollte Lebensqualität fördern und aktiven Naturschutz unterstützen. Tourismus bietet ideale Voraussetzungen, um sowohl bei Einheimischen als auch bei Reisenden ein ökologisch bewusstes Denken zu fördern. Dies gelingt, wenn das Bewusstsein für Umweltzerstörung, Klimawandel und die enge Verbindung zwischen Mensch und Ökosystem gestärkt wird.

Da Natur und „natürliches Erbe“ stets kulturell geprägt sind, können Ökosysteme nur verstanden werden, wenn auch der Einfluss menschlichen Handelns berücksichtigt wird.

Nachhaltiger, naturorientierter Tourismus erfordert daher die aktive Beteiligung lokaler Gemeinschaften an Planung und Management solcher Reiseziele.

Gut konzipierte Ökotouren und Ökolodges spielen eine Schlüsselrolle: Sie fördern das Verständnis für kulturelle Landschaften und deren Wandel. Besonders wertvoll sind Besuche an Orten, die von früheren Klimaveränderungen zeugen – sie zeigen, wie alte Gesellschaften mit Umweltkrisen umgingen.

Kulturelles Erbe bewahren

Kulturelles Erbe besitzt einen hohen Bildungs- und Aufklärungswert und muss daher geschützt, erhalten und weitergegeben werden. Dies erfordert Bewusstsein für den Wert dieser Ressourcen, den Kampf gegen illegalen Handel mit Kulturgütern sowie die Rückführung gestohlener Artefakte.

Entscheidend ist Kapazitätsaufbau – die Grundlage jeder Initiative, die auf langfristige Nachhaltigkeit zielt. Qualifiziertes Personal und Wissensmanagement sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg touristischer Projekte.

Tourismus als Motor der Entwicklung

Tourismus gehört weltweit zu den wichtigsten Einnahmequellen. Richtig gesteuert, kann er zur Verbesserung der Lebensbedingungen beitragen und noch größere Erträge erzielen.

Er sollte auf partizipativen Projekten basieren – mit klaren Strukturen für Governance, Zielsetzung, Standortmanagement, Marketing, Ausbildung, Erhaltung und Interpretation.

Doch Tourismus darf sich nicht allein darauf beschränken, Arbeitsplätze zu schaffen oder Einnahmen durch den Verkauf traditioneller Handwerkskunst zu erzielen. Er sollte Wege finden, lokale Gemeinschaften durch transformatives Lernen zu stärken – damit sie ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre kreativen Potenziale entfalten können. So werden sie zu aktiven Mitgestaltern ihrer eigenen Zukunft. Ein zentraler Bestandteil dieses Bildungsprozesses ist die Förderung von Mut und Innovation, etwa durch Unterstützung der Creative Industries.

Nur wenn wir den Menschen und seine Lebensräume gemeinsam in den Blick nehmen, können wir auf eine bessere Zukunft für alle hoffen. �

Siwa 2025 –Zwischen Stille und Aufbruch

Ein Gastbeitrag für das DABUKA Magazin von Marcel G. Seyppel

Wenn der Mond nicht mehr tanzt

Nur ein verwittertes Schild erinnert noch an das Syaha-Festival, einst die wichtigste Feier der Oase Siwa. Drei Nächte lang tanzten, sangen, kochten und feierten die Bewohner am Fuß des heiligen Dakrour-Bergs, um Frieden zu schließen und alte Feindschaften zu beendigen.

Heute ist es still. Seit Corona ruht das Fest. Zu viele Touristen hatten sich zuletzt zwischen die Feiernden gedrängt, Selfies statt Versöhnung. Die Kosten stiegen, die Behörden wurden misstrauisch – und so verschwand ein Stück lebendige Kultur.

Ich hatte gehofft, Syaha wiederzuerleben, leider vergebens. Doch kann ich das Oasenleben auch ohne Fest genießen. Die Oase zeigt sich im Wandel noch immer als ein Ort des Staunens – voller Kontraste zwischen Tradition und Aufbruch.

Im Herzen von Shali

Mein erster Halt ist das Open-Air-Restaurant Abdu im Zentrum der Oase Shali, Treffpunkt für Reisende, Handwerker und Touriführer. Hier treffe ich Hussein, Töpfer aus Tunis-Fayoum, der sich vor Jahren in Siwa niederließ.

„Fayoum wurde zu einer chaotischen Stadt“, sagt er. „Siwa aber bleibt ruhig. Hier ist noch Raum, Stille, Frieden.“

Trotz des Knatterns, Hupens und Geschreis vor uns auf der staubigen Straße meint es ernst. Man muss dafür freilich etwas raus aus dem wuseligen Zentrum Shali. Freiheit sei für die Menschen hier wichtiger als Besitz. „Geld? Nur Papier“, lacht er –und ich glaube ihm.

Wachstum im Zeitlupentempo

Siwa ist eine Welt für sich: 90 mal 40 Kilometer Dattelhaine, Olivenplantagen, heiße Quellen und stille Salzseen. Doch der Wandel ist spürbar. Über 50 Lodges und Hotels säumen inzwischen die Oase, neue Cafés und Souvenirshops reihen sich entlang der Straßen.

An den Verkaufsständen herrscht geschäftige Goldgräberstimmung – Tee inklusive. Besonders Reisende aus Asien entdecken Siwa neu. Doch trotz des Andrangs bleibt die Atmosphäre entspannt.

Abendgold über der Burg

Zum Sonnenuntergang zieht es alle zur alten Burg Shali. Die aus Salzlehm und Palmholz errichtete Festung wurde nach ihrer Zerstörung vor hundert Jahren liebevoll restauriert. Heute ist sie ein begehbares Labyrinth aus Mauern, Treppen und Bögen.

Von der Dachterasse im Café/Restaurant Salama aus sehe ich, wie die Sonne die Mauern in warmes Gold taucht. Das Essen ist ausgezeichnet, die Preise angenehm. Unten in den Gassen herrscht quirliges Treiben – Tuk-Tuks, Eselskarren, Kinderlachen. Wer Entspannung sucht, findet sie in den Salzseen im Osten, wo man schwerelos auf der Wasser-

oberfläche treibt. Oder in den stillen Hotsprings wie dem Hayat im Süden. Am legendären Kleopatra-Brunnen laden nun kleine Cafés zum Verweilen ein.

Ein Garten voller Zeit

Später besuche ich Saleh, einen alten Freund. „Retired“, sagt er lachend, „aber das Sammeln hört nie auf.“ Sein Garten am Fuß des Dakrour-Gebirges ist ein kleines Museum: Meteoriten, Fossilien, alte Tongefäße – Fundstücke seiner Spaziergänge und Wüstenausritte.

„Siwa kommt von innen“, sagt Saleh. „Es ist eine Haltung.“

Seine Worte bleiben hängen. Vielleicht liegt darin das Geheimnis dieser Oase: Trotz aller Veränderungen hat sie ihre Seele bewahrt. Keine Fastfoodketten, keine grellen Malls, keine Graffiti. Nur flache Häuser, Palmen, Licht. Fünfmal am Tag hallt der Ruf des Muezzins durch die Oase – sanft, beständig.

Die Zukunft der Stille

Und doch wächst Neues: eine Villa auf dem Hügel, ein modernes Gästehaus, ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte dieses Ortes. Schon im 19.

Jahrhundert nutzten Beamte alte Tempelsteine, um sich Residenzen zu bauen – auch das ist Siwa: Wandel und Wiederverwendung.

Wer die Oase besucht, sollte sich Zeit nehmen. Für die Pharaonengräber im Berg der Toten, für den Blick über das endlose Palmenmeer, für einen Ritt auf einem Araberhengst in die Wüste. Asphaltierte Straßen fehlen noch – zum Glück, möchte man sagen.

Denn vielleicht ist genau das der Schlüssel zu einem sanften Tourismus: Langsamkeit. Sich einzufügen in den Rhythmus der Menschen, des Lichts, der Stille.

Siwa verändert sich, ja. Aber noch ist es ein Ort, an dem man spürt, wie kostbar Einfachheit sein kann. Und wenn der Vollmond über dem Dakrour-Berg steht, hört man vielleicht – ganz leise – das alte Lied des Syaha-Festes wiederklingen. �

Ballett in den Dünen –Ein Fest für die Sinne

Im Laufe der Jahre haben wir immer wieder von besonderen Momenten berichtet – von Veranstaltungen, die unsere Träume und die vieler Gäste Wirklichkeit werden ließen. Ob Iftar, Filmabend oder Musikevent – alles, was man sich normalerweise in einem geschlossenen Raum vorstellt, wirkt in der freien Natur ganz anders.

Im Jahr 2012 organisierten wir unseren ersten Ballettabend in den Sanddünen – eine magische, unvergessliche Erfahrung unter dem offenen Himmel.

Mehr als zehn Jahre später ist die Idee wieder da. Als wir vor Kurzem Tatiana, unsere ukrainische Freundin und ehemalige Primaballerina, wiedertrafen (über sie berichteten wir bereits in Ausgabe 10), war sofort klar: Wir wagen es noch einmal! Ähnlich wie damals – und doch wieder ganz neu.

Am 6. Februar 2026 ist es soweit: Die Dünen werden erneut zur Bühne. Tatiana wird gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern tanzen –eine Choreografie aus Anmut, Kraft und Emotion. Und auch unser britischer Freund Martin, der im letzten Mai bei Ain Sokhna am Klavier begeisterte, wird wieder dabei sein und den Abend musikalisch begleiten.

Natürlich gehört auch diesmal ein stilvolles Dinner unter den Sternen dazu – und erstmals gibt es die Möglichkeit, in einem unserer neuen Glampingzelte zu übernachten Wir wissen schon jetzt, wie es laufen wird: Kurz vor dem Event werden wir uns fragen, warum wir uns das wieder antun – und danach werden wir lächeln, glücklich über ein weiteres unvergessliches Dabuka-Erlebnis.

Tickets sind ab sofort erhältlich!

Fragt uns gern nach Details – und nutzt unseren Early-Bird-Preis! �

Glamping in Ägypten –Luxus in der Wüste

Im Sand zuhause

Ich gehöre zu den Menschen, die am liebsten „im Sand schlafen“. Meine erste Nacht unter dem Sternenhimmel war in der algerischen Wüste – ein Moment, so intensiv, dass mir die Tränen kamen. Seit ich in Ägypten lebe, ist die Wüste fast Teil meines Alltags geworden – und doch schafft sie es immer wieder, mich zu verzaubern.

Unterwegs zu den Abu-Mohareq-Dünen

Diesmal ging es zu den Abu-Mohareq-Dünen, einem der längsten Dünenzüge der Welt zwischen Bahareya und Kharga. Nach Stunden auf der Asphaltstraße heißt es: Luft raus aus den Reifen –hinein ins Sandmeer. Das Fahren wird zum Tanz: Auf und ab, mal sanft, mal steil. Und wenn ein Wagen steckenbleibt, hilft jeder mit. Eine schöne Mischung aus Abenteuer, Geduld und Teamgeist.

Die goldene Stunde

Wenn das Licht weicher wird und die Schatten länger, beginnt die schönste Zeit des Tages. Früher hieß das: Zelt aufbauen, Schlafsack ausrollen. DiesmalaberwarteteschonunserGlamping-Camp

– ein kleines Zeltdorf mitten in den Dünen. Mit Betten, Teppichen, Lampen und sogar einem Toilettenzelt!

Luxus mitten in der Natur

Anfangs fragte ich mich: Ist das noch echtes Wüstenabenteuer? Doch spätestens beim Abendessen unter dem Sternenhimmel wusste ich: Komfort und Natur schließen sich nicht aus. Unser Koch bereitete Hähnchen über der Glut zu, wir tranken Tee und ließen die Stille auf uns wirken. Dann erloschen die Lichter – und der Sternenhimmel über uns schien endlos.

Ein Zuhause im Sand

Am nächsten Tag brechen wir zu neuen Erkundungen auf, während die Zelte auf uns warten – fast wie ein Zuhause im Sand. Dieses Jahr wollen wir den Jahreswechsel genau hier feiern: weit weg von allem, umgeben von Stille, Licht und Freunden.

Für mich steht Glamping für Glück, Licht, Abenteuer, Magie – und für einen Neubeginn unter freiem Himmel.

Silvester-Glamping in der Wüste –feiert das neue Jahr unter Sternen

Startet das neue Jahr im Herzen der ägyptischen Wüste – fernab von Lärm und Menschenmengen, umgeben von Stille und Sternen. Zum ersten Mal bieten wir eine exklusive SilvesterGlamping-Tour mit begrenzter Teilnehmerzahl und ganz besonderer Atmosphäre an.

Unser Safari-Camp mit großen Canvas-Zelten, echten Betten, weicher Bettwäsche und warmem Licht bietet Komfort, ohne das Gefühl des Abenteuers zu verlieren. Ein separates Dusch- und Toilettenzelt sorgt für Bequemlichkeit mitten in der Natur.

Am Silvesterabend genießen wir ein frisch zubereitetes Dinner am Lagerfeuer, Musik und die friedliche Magie der Wüstennacht.

Wenn Mitternacht naht, blicken wir in den Sternenhimmel – und heißen das neue Jahr willkommen, auf eine Weise, die man nie vergisst: schlicht, elegant und tief berührend. �

Preise Silvester 2025

3 Tage / 2 Nächte:347 $

4 Tage / 3 Nächte:472 $

5 Tage / 4 Nächte:597 $

6 Tage / 5 Nächte:722 $

Jetzt Plätze sichern für das New Year’s Eve Desert Glamping 2025!

Neue Wege mit Dabuka: Rethink Egypt Twice

Wissenschaftliche Reisen jenseits des Mainstreams

Dabuka geht weitere neue Wege. Weil wir für das Besondere stehen – und überzeugt sind, dass Ägypten weit mehr zu bieten hat als nur Tauchsafaris und Nilkreuzfahrten – stellen wir heute unsere nächste Reiseserie vor: RETHINK EGYPT TWICE – Scientific Tours beside the Mainstream.

Diese thematischen Reisen verbinden Kultur mit wissenschaftlicher Neugier und kreativer Reflexion. Sie richten sich an Menschen, die tiefer blicken möchten – an kulturell Interessierte, Forschende, Medienvertreter und Bildungseinrichtungen, die auf der Suche nach inhaltlich wertvollen und inspirierenden Reiseformaten sind.

Was erwartet die Teilnehmenden

■ Tägliche Exkursionen zu archäologischen, kulturellen und landschaftlichen Orten –begleitet von lokalen Expert:innen.

■ Interaktive Vorträge, die historische Erkenntnisse mit aktuellen Fragestellungen verknüpfen.

■ Abendliche Reflexionsmomente mit Musik, Kunst oder Geschichten.

■ Filmabende, Talks und offene Diskussionen, die zum Weiterdenken anregen.

■ Abschlussrunde, um Erkenntnisse und Eindrücke gemeinsam zu reflektieren.

Diese Reisen sind mehr als Sightseeing – sie sind eine Einladung zum Innehalten, Nachdenken und Neuentdecken.

Jede Tour wird von einem/einer Spezialist: in aus den Bereichen Archäologie, Geologie oder Astronomie begleitet.

Veröffentlichungen und Reisedetails folgen demnächst auf unserer zweiten Website:

www.eclipse-2027.com

Beispiel:

Aton und Ra –Auf den Spuren der Sonnengötter

Ein Reiseentwurf von Steffen Kirchner

Diese Tour richtet den Blick zur Sonne –und damit zu den Wurzeln ägyptischer Spiritualität.

Wir schauen nach oben zu den Pyramiden, nach Osten zum Sonnenaufgang in Amarna und nach Westen zum Sonnenuntergang über den Gräbern und Totentempeln. Unterwegs erfahren wir mehr über die ägyptischen Sonnengötter Aton und Ra –und über die symbolische Bedeutung der Sonne im Denken des alten Ägypten.

Zu Gast bei den Einheimischen –Ägypten mit Messer, Gabel und Herz

„Wenn ich erregt bin, gibt es nur ein Mittel, mich völlig zu beruhigen: das Essen.“

Oscar Wilde

Wer ein Land wirklich kennenlernen möchte, muss mehr tun, als Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zwischen dampfenden Töpfen, frisch gebackenem Brot und herzlichem Lachen lassen sich Geschichten entdecken, die in keinem Reiseführer stehen. In Kairo kann man genau das erleben – bei einem gemeinsamen Kochabend in einem privaten Zuhause.

Ein Blick hinter die Kulissen Kairo bietet kulinarisch alles: von Straßenimbissen bis hin zu eleganten Restaurants. Doch das Besondere an diesem Erlebnis ist seine Nähe zum echten Alltag. Nach einer kurzen Anmeldung werden Gäste in ein privates Wohnhaus eingeladen, wo sie gemeinsam mit der Gastgeberin ein traditionelles ägyptisches Menü zubereiten.

Schon beim Eintreten liegt der Duft von Gewürzen in der Luft. Auf dem Speiseplan stehen Klassiker wie cremiges Tahina, rauchig-würziges Babaghanough, gefüllte Weinblätter, Reisgerichte und verschiedene Fleischspezialitäten. Gegessen wird

gemeinsam an einem großen Tisch – ganz so, wie es in ägyptischen Familien üblich ist.

Essen verbindet

Während geschnippelt, geknetet und gekocht wird, entstehen Gespräche, wie sie in keinem touristischen Programm vorgesehen sind. Man spricht über das Leben in Kairo, über Traditionen, Alltag und kleine Anekdoten, die das Bild eines Landes lebendig machen. Die Stimmung ist ungezwungen, herzlich und familiär.

Gerade das macht den Abend so besonders: Statt von außen auf die Kultur zu blicken, ist man mittendrin – für ein paar Stunden Teil des Lebens einer ägyptischen Familie.

Ein Erlebnis, das bleibt

Wer danach wieder in die belebten Straßen Kairos eintaucht, nimmt mehr mit als den Geschmack von Kreuzkümmel und frisch gebackenem Brot. Es ist das Gefühl einer echten Begegnung, einer Nähe, die Reisen unvergesslich macht.

Praktisch:

■ Teilnahme nur nach Anmeldung

■ Kleine Gruppen für persönliche Atmosphäre

■ Keine Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugier und Appetit

■ Preis inkl Abholung vom Hotel: 75,00 Euro pro Person – min. 5 Personen

Interview

mit unserer Freundin Katharina

Dorothee: Liebe Katharina, wir haben dich noch gar nicht so lange über einen gemeinsamen Freund kennengelernt–aberdieChemiehatsofortgestimmt. Umso mehr freuen wir uns, dass du uns heute ein bisschen von dir und deinem Leben in Kairo erzählst. Was hat dich hierher verschlagen? Und wo hast du vorher gearbeitet?

Katharina: Danke für die Einladung zum Gespräch! Mich hat der Beruf nach Kairo geführt. Ich bin zoologische Managerin und habe vorher in den Vereinigten Arabischen Emiraten gearbeitet. Während meiner letzten Stelle bei einer internationalen Beratungsfirma habe ich vom Projekt zur Neugestaltung des Giza Zoos erfahren – und mich sofort darin verliebt.

Der Giza Zoo wurde bereits 1891 eröffnet und hat eine beeindruckende Geschichte. Die Chance, hier internationale Standards zu etablieren, hat mich sehr gereizt. Als ich den Zoo das erste Mal gesehen habe, war ich besonders von der schönen Anlage und den alten Bäumen fasziniert.

Ich habe zuvor in Nürnberg, Dubai und Abu Dhabi gearbeitet, zuletzt für eine Consultancy mit internationalen Projekten. Seit Juni bin ich nun dauerhaft in Ägypten.

Dorothee: Und wie unterscheiden sich diese Stationen voneinander – vor allem im beruflichen Alltag?

Katharina: Die Unterschiede sind wirklich enorm. In Deutschland gibt es hohe Standards, eine

fundierte Ausbildung zur Zootierpflegerin und einen hohen Frauenanteil im Beruf – allerdings leider auch schlechte Gehälter und einen Fachkräftemangel. Es gibt viele qualifizierte Menschen, aber zu wenige, die tatsächlich in diesem Bereich arbeiten möchten.

In den UAE sind die Teams sehr international und meist männerdominiert. Die Standards sind hoch, die Bezahlung gut – aber es fehlt an einer regulierten Ausbildung. Man lernt vieles direkt in der Praxis, was durchaus herausfordernd sein kann – gerade in so interkulturellen Teams.

In Ägypten arbeiten vor allem Einheimische im Zoo. Es gibt hier bislang keine geregelte Ausbildung und wenig Erfahrung im professionellen Umgang mit Tieren. Für mich ist das aber eine sehr spannende Aufgabe: Wissen weiterzugeben, neue Standards zu etablieren und langfristig etwas aufzubauen.

Dorothee: Und im Alltag – wie erlebst du die kulturellen Unterschiede?

Katharina: Viele der klassischen Stereotypen bestätigen sich tatsächlich: Deutsche sind sehr planungsorientiert und legen Wert auf Pünktlichkeit, während Ägypter oft spontaner und flexibler sind. Familie hat hier einen sehr hohen Stellenwert –deutlich mehr als in Deutschland, wo Arbeit häufig Vorrang hat.

Was mir in Ägypten besonders gefällt: die große Herzlichkeit! Man wird sofort freundlich aufgenommen. In Deutschland ist es da manchmal etwas schwieriger, Anschluss zu finden. Auch der Umgang mit Tieren ist unterschiedlich – hier werden ihre Bedürfnisse oft noch nicht so ernst genommen wie in Deutschland.

Dorothee: Wir leben ja selbst in einem deutschägyptischen Kontext. Was gefällt dir persönlich an Kairo?

Katharina: Ich finde Kairo toll! Nach über zehn Jahren in den UAE, wo alles sehr durchorganisiert und manchmal künstlich wirkte, liebe ich hier die Lebendigkeit. Man sieht Menschen auf der Straße, echtes Leben, Alltag.

Ägypten ist so vielfältig – landschaftlich, kulturell, geschichtlich. Ich entdecke ständig Neues und freue mich, hier zu sein. Natürlich ist nicht immer alles

einfach – aber es ist definitiv ein spannender Ort zum Leben und Arbeiten.

Dorothee: Was gefällt dir neben deiner Arbeit – und was vielleicht eher weniger?

Katharina: Klar, Müll und der ständige Lärm sind manchmal anstrengend. Aber wenn man sich seine Rückzugsorte schafft, kann man gut damit umgehen. Ich habe zum Glück eine Wohnung, in der ich mich sehr wohlfühle – mein Balkon ist mein kleines Refugium.

Dorothee: Hast du dich eigentlich schon immer für Tiere interessiert? Und hast du ein Lieblingstier?

Katharina: Ja, Tiere haben mich schon immer fasziniert. Ich habe viel gelesen, war viel in Ställen unterwegs, habe Rettungshunde trainiert – Tiere waren für mich immer ein Ausgleich zum Alltag.

Früher mochte ich besonders Pferde und Hunde. Heute ist mir vor allem die individuelle Beziehung zu einem Tier wichtig. Ich hatte schon sehr besondere Bindungen zu Löwen, Hyänen, Nashörnern – aber generell faszinieren mich Raubtiere, mit denen ich beruflich auch viel zu tun hatte.

Dorothee: Dein aktuelles Projekt ist ziemlich fordernd, und auch Kairo ist eine energiegeladene Stadt. Wie gehst du mit Stress um?

Katharina: Manchmal hilft tatsächlich nur noch Schlaf. (lacht) Aber ich lese gerne, reise viel – und wie gesagt: meine Wohnung ist ein wichtiger Rückzugsort für mich. Auf dem Balkon kann ich richtig gut abschalten und neue Energie tanken.

Dorothee: Du kennst ja inzwischen auch unsere Firma ein wenig. Hättest du Lust, mal mit uns auf eine Tour zu kommen – und wenn ja, wohin?

Katharina: Auf jeden Fall! Ich würde super gerne mit euch auf den Nassersee fahren. Darauf freue ich mich jetzt schon!

Dorothee: Und wie sieht es mit deinen Zukunftsplänen aus – hast du konkrete Vorstellungen oder lebst du eher im Moment?

Katharina: Ich glaube, da passt der Spruch ganz gut: „Der Mensch macht Pläne – und Gott lacht.“ Ich möchte erstmal in Ägypten bleiben, hier etwas Stabilität finden. Gleichzeitig will ich offen bleiben für das, was kommt. Mal sehen, wohin die Reise noch geht.

Dorothee: Liebe Katharina, vielen Dank für diesen spannenden Einblick in dein Leben! Wir wünschen dir weiterhin viel Freude und Erfolg mit deinem Projekt – und hoffen, dich bald mit an Bord auf dem Nassersee begrüßen zu dürfen! �

Dabuka intern

Im nächsten Jahr sind wir dabei:

Zweite Webseite

Ab sofort gibt es eine zweite Webseite, die zu uns gehört und speziell für Touren zur Sonnenfinsternis und davor gedacht ist.

Unsere neue Reihe der Wissenschaftstouren wird hier zu finden sein und viele Geschichten und Informationen um Himmelspektakel.

Schaut gern vorbei unter: www.eclipse-27.com

Neue Gestaltung

Und – wie alle sicher schon gemerkt haben, sieht unser Magazin aktuell noch professioneller aus als bislang. Ein großer Dank an unseren Freund Andreas, der – als Profi auf diesem Gebiet – uns angeboten hatte, hier ans Werk zu gehen. Ziel war, einen Wiedererkennungswert zu erhalten, aber gleichzeitig neue Wege zu gehen.

Wir freuen uns sehr über das Ergebnis.

Schreibt uns gern euren Eindruck: service@dabuka.de

Schon gewusst?

Das Gayer-Anderson-Haus –ein verborgenes Juwel im alten Kairo

Direkt neben der Ibn-Tulun-Moschee im Herzen des islamischen Kairos befindet sich eines der stimmungsvollsten und am besten erhaltenen historischen Wohnhäuser der Stadt – das GayerAnderson-Haus. Dieses Gebäude aus dem 17. Jahrhundert bietet einen faszinierenden Einblick in das elegante Leben wohlhabender Familien während der osmanischen Zeit und bewahrt die Atmosphäre einer vergangenen Epoche.

Das Museum besteht eigentlich aus zwei miteinander verbundenen Häusern, die 1631 und 1632 erbaut wurden. Ihre Architektur ist typisch für traditionelle islamische Wohnhäuser: schattige Innenhöfe, kunstvoll geschnitzte Mashrabiya-Fenster und ruhige Räume, die sich um offene Lichthöfe gruppieren. Diese Bauweise diente nicht nur der Ästhetik, sondern auch der Privatsphäre und Kühlung in den heißen Sommermonaten Kairos.

In den 1930er-Jahren erhielt das Haus neues Leben, als Major Robert Gayer-Anderson, ein britischer Offizier und leidenschaftlicher Sammler, das Anwesen mit Genehmigung der ägyptischen Regierung mietete und restaurierte. Er füllte es mit seiner umfangreichen Sammlung von Kunstwerken, Möbeln, Teppichen, Manuskripten und kunsthandwerklichen Gegenständen aus Ägypten, Syrien, Persien, der Türkei, Indien und China. Als er 1942 Ägypten verließ, schenkte er das Haus und seine Sammlungen dem ägyptischen Staat – daraus entstand das heutige Museum, das seinen Namen trägt.

Jeder Raum erzählt eine eigene Geschichte: Das Haremzimmer mit farbigen Glasfenstern und Perlmuttmöbeln, der Damaskusraum mit vergoldeten Holzvertäfelungen und arabischen Inschriften oder die Dachterrasse, die einen herrlichen Blick auf die Minarette der Ibn-Tulun-Moschee bietet.

Das Gayer-Anderson-Haus ist weit mehr als ein Museum – es ist eine Reise durch Kulturen und Epochen. Es verbindet ägyptische, islamische und europäische Einflüsse auf harmonische Weise. Auch Filmfans erkennen den Ort vielleicht wieder: Szenen des James-Bond-Films „Der Spion, der mich liebte“ (1977) wurden hier gedreht.

Ein Besuch dieses verborgenen Schatzes ist eine Zeitreise in das alte Kairo – authentisch, atmosphärisch und unvergesslich. �

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