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Stránka 1
Martinů
27.11.2008
Das Phänomen Martinů
Panely NE
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„Musik ist für mich eine Vorstellung von Licht; Schatten entstehen naturgemäß je nach dessen Einfallswinkel. Aber ich mache keine Dunkelheit, um Licht entstehen zu lassen. Licht = Freude und Leben.” Bohuslav Martinů (1943)
m Jahr 2009 verstreicht das 50. Jahr seit dem Tod des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů (1890 Polička – 1959 Liestal, Schweiz), der in die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts als einer ihrer bedeutendsten Repräsentanten eingegangen ist. Er war der erste tschechische Autor, der kompositorisch im avantgardistischen Milieu von Paris, wo er sich 1923 niedergelassen hatte, groß herausgekommen ist. Die Stadt an der Seine hat er 1940 vor dem drohenden Naziregime verlassen, um in den USA ein neues Wirkungsfeld zu finden. Er hat schwer daran getragen, an der Neige seines Lebens aus politischen Gründen nicht in sein Vaterland zurückkehren zu können. Die notwendige Ruhe, Inspiration und sicheren Rückhalt hat er im schweizerischen Pratteln auf dem Landsitz seines Freundes und Mäzenen, des Dirigenten Paul Sacher gefunden. Unweit von dort ist er schließlich 1959 verstorben. Martinů hat mit seinem außerordentlich reichen und stilistisch vielgestaltigen Schaffen (sein Verzeichnis enthält über 400 Werke) praktisch alle kompositorischen Gattungen und Genres gestreift. In seinem schöpferischen Nachlass findet man umfangreiche Symphonie-, Konzert-, Kammer-, Klein- sowie musikdramatische Kompositionen vor. Die abschließende, hohe Zeit seines musikalischen Schaffens ist eine Synthese aus allen bisherigen Tendenzen, die in seiner letzten Oper Griechische Passion gipfelt.
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