

Niederlande
CROSSBILL NATURFÜHRER
Niederlande
20 ROUTEN
39 NEBENZIELE
ÖKOLOGIE
LANDSCHAFT
FLORA UND FAUNA
VOGELBEOBACHTUNG
Dirk Hilbers – Constant Swinkels
Crossbill Natur Führer: Niederlande
Erste Ausgabe: April 2026
Initiatieve, Text und Recherche: Dirk Hilbers, Constant Swinkels
Übersetzung: Sibylle Eimermacher
Illustrationen: Horst Wolter
Karten: Dirk Hilbers / mapy.com
Layout: Oscar Lourens
Druck: ORO grafic projectmanagment
ISBN 978-94-91648-41-0

Dieses Buch ist auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt. Normalerweise kompensieren wir die CO2-Emissionen des Druckprozesses durch einen Beitrag an lokale Klimaschutzprojekte. Dieses Mal haben wir uns jedoch dafür entschieden, den Betrag der Klimakompensation in Biodiversitätsprojekte von Land van Ons zu investieren. Land van Ons ist eine Bürgergenossenschaft, die landwirtschaftliche Flächen aufkauft, dort die Biodiversität und Landschaft wiederherstellt und das Land an Landwirte verpachtet, die das Ziel der Initiative, um die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu fördern, unterschreiben.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website und auf: landvanons.nl
© 2026 Crossbill Guides Foundation, Arnhem, Nederland
Alle Rechte vorbehalten. Die Vervielfältigung des Buches (auch auszugsweise) durch Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder sonstige Verfahren ist nur mit vorhergehender schriftlicher Genehmigung der Crossbill Guides Foundation erlaubt.
Die Crossbill Guides Foundation und ihre Autoren haben ihr Möglichstes getan, um genaue und aktuelle Informationen zu liefern und nur Routen, Pfade und Wege zu beschreiben, die sicher zu erkunden sind. Dennoch können weder die Crossbill Guides Foundation noch ihre Autoren oder Verleger die Verantwortung für Verluste, Verletzungen oder Unannehmlichkeiten übernehmen, die den Lesern aufgrund der in diesem Führer enthaltenen Informationen entstehen.

CROSSBILL GUIDES FOUNDATION
Der vorliegende Naturführer ist ein Produkt der gemeinnützigen Stiftung Crossbill Guides. Mit der Veröffentlichung unserer Bücher möchten wir dem Leser die Schönheit des europäischen Naturerbes näherbringen und zum Verständnis der ökologischen Werte, die Naturschutzbemühungen zugrunde liegen, beitragen. Ein Großteil des Naturerbes steht aus ökologischen Gründen unter Schutz und wir möchten der breiten Öffentlichkeit einen Einblick in diese Hintergründe gewähren, um mehr Menschen zu einer aktiven Unterstützung des Naturschutzes zu bewegen. Weitere Informationen über uns und unsere Naturführer finden Sie auf unserer Website: crossbillguides.org
Über diesen Naturführer
Dieses Buch richtet sich an alle, die sich gerne in der Natur aufhalten und mehr über die Zusammenhänge und Interaktionen zwischen Tieren, Pflanzen und deren Lebensraum lernen möchten, unabhängig davon, ob Ihr Interesse an der Natur gerade erst geweckt wurde oder ob Sie ein erfahrener Naturliebhaber sind.
Die Crossbill Guides sind etwas anders aufgebaut als die meisten Naturführer. Anstelle reiner Ortsbeschreibungen, legen wir den Schwerpunkt auf die Erläuterung der naturgeschichtlichen und ökologischen Merkmale eines Gebietes. Wir haben uns für diesen Ansatz entschieden, da die Natur mit viel mehr Interesse, Freude und Wertschätzung wahrgenommen wird, wenn sie im Kontext ihrer komplexen ökologischen Beziehungen betrachtet wird. Das Zusammenspiel der verschiedenen Arten untereinander sowie mit ihrer Umwelt ist faszinierend. Die immer wieder überraschenden Lösungen, mit denen die Tiere und Pflanzen die Herausforderungen des Lebens meistern, sind ebenso fesselnd wie unzählig. Nehmen wir zum Beispiel unseren Namensvetter, den Fichtenkreuzschnabel (Crossbill): Auf den ersten Blick ist er lediglich ein großer Fink mit einem unförmigen Schnabel. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich mehr, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Der Schnabel ist hervorragend an das Leben in Nadelwäldern angepasst. Er wird wie eine Schere benutzt, um Kiefernzapfen aufzuschneiden und an die Samen zu gelangen, die für andere Vögel unerreichbar sind. In den skandinavischen Ländern, wo Kiefern und Fichten den größten Teil der Wälder ausmachen, haben mehrere Kreuzschnabelarten jeweils ihre eigene Antwort auf zwei der drängendsten Fragen des Lebens gefunden: Wie komme ich an Nahrung und wie vermeide ich direkte Konkurrenz? Durch die Entwicklung gekreuzter Schnäbel, die sich von Art zu Art auf subtile Weise unterscheiden, haben sich die Vögel ihr Monopol auf die Samen gesichert, die von Zapfen unterschiedlicher Größe produziert werden. Diese Beziehung ist so komplex, dass Wissenschaftler immer noch darüber streiten, wie viele verschiedene Arten von Kreuzschnäbeln es tatsächlich gibt. Das sollte die Wertschätzung für einen auf den ersten Blick plumpen Vogel mit einem Schnabel, der sich nicht richtig schließen lässt, erhöhen. Sobald man die Zusammenhänge erkennt, wird die Natur lebendig, egal wo man sich befindet.
Das Fernsehen hat uns virtuell mit der Wildnis des Amazonas, der Weite der Serengeti und der Erhabenheit des Yellowstone vertraut gemacht, und neben diesen Naturwundern mag die europäische Natur wie ein armseliges Surrogat erscheinen, das nur für einen gelegentlichen Spaziergang gut ist. Kurz gesagt, wenn man keinem Jaguar, Löwen oder Grizzlybären begegnet, kann man nicht von Wildnis sprechen? Das ist natürlich Unsinn.
Aber wohin soll ein Ausflug führen? Und warum? Und wie? Was gibt es dort zu sehen? Genau hier kommt dieser Naturführer ins Spiel. Wir beschreiben die schönsten und interessantesten Gegenden Europas und beantworten alle Fragen vom „Wie“, über das „Warum“ bis zum „Wann“. In verständlicher Sprache erklären wir die Naturbesonderheiten der Region und bieten detaillierte Routen an, auf denen sich die dort lebenden Tiere und Pflanzen und deren Lebensräume am besten erforschen lassen. Wir versuchen, die Niederlande für Sie lebendig werden zu lassen. Wir hoffen, dass uns das gelingt.
Zur Benutzung des Naturführers
Dieser Naturführer enthält einen theoretischen Teil und einen Teil mit Routen und Tipps. Er beginnt mit dem theoretischen Teil, der Ihnen einen Überblick über das Land bzw. die Region bietet und einen Einblick in die wichtigsten, markantesten und interessantesten Naturphänomene vermittelt. Der theoretische Teil besteht aus einem Abschnitt, der die Landschaft beschreibt (blau gekennzeichnet) und unter anderem Informationen über Geologie und Lebensräume beinhaltet, und einem Abschnitt über die Flora und Fauna der Region (orange gekennzeichnet). Der zweite Teil des Führers bietet praktische Informationen (grün gekennzeichnet). Hier haben wir eine Reihe von Wander- und Fahrradrouten und anderen interessanten Nebenzielen ausgewählt, die Ihnen einen guten Eindruck der Lebensräume, Flora und Fauna vermitteln, die die Niederlande zu bieten hat. Am Anfang jeder Routenbeschreibung geben eine Reihe von Symbolen einen schnellen Überblick über die Merkmale der jeweiligen Route. Diese Symbole werden am Rande dieser Seite erläutert. Der letzte Teil des Buches enthält grundlegende Reiseinformationen und einige Tipps zum Auffinden und Beobachten von Pflanzen, Vögeln und anderen Tieren. Es ist nicht nötig, das Buch von vorne bis hinten zu lesen. Jedes Kapitel kann für sich allein gelesen werden und verweist auf die Routen, die sich am besten zur Entdeckung des beschriebenen Themas eignen. Umgekehrt verweisen die Routenbeschreibungen auf die Kapitel, in denen die typischsten Merkmale, die entlang des Weges zu sehen sind, näher erläutert werden.
Eine Übersicht über das in diesem Buch beschriebenen Gebiet finden Sie auf der Karte auf Seite 11. Zu Ihrer Erleichterung haben wir auch die Innenseite der hinteren Umschlagklappe in eine Karte des Gebietes verwandelt, auf der alle beschriebenen Routen und Nebenziele eingezeichnet sind.
Symbolerklärung der Routen und ihrer thematischen
Schwerpunkte
5 22 48
Route
8
Routepunkt
Nebenziel
Fahrradknotenpunkt
Autoroute
Fahrradroute Wanderroute
Bushaltestelle
Bahnhof

€
Fähre
Ticket erforderlich Fotopunkt
Landschaft
Geologisch
Ökologisch
Geschichte
Flora
Säugetiere
Meerestiere
Vögel
Reptilien / Amfibien
Libellen
Schmetterlinge übrige Wirbellose


Fahrrad- oder Autoroute
Wanderroute
Inhaltsverzeichnis
Route 14: Fochteloërveen 262
Route 15: Dwingelderveld 270
Nebenziele im Norden der Niederlande* 275
Routen im Osten und Süden der Niederlande 287
Route 16: Weerribben-Wieden 288
Route 17: Die Randseen und das Reevediep 296
Route 18: Die Parklandschaft von Winterswijk 303
Route 19: Hoge Veluwe 311
Route 20: Gelderse Poort 318
Nebenziele im Osten und Süden der Niederlande* 326
Touristische Hinweise & Beobachtungstipps 339 Reise und Unterkunft 339
Liste der Vögel
Danksagung
* Eine Übersicht der Nebenziele finden Sie auf der Innenseite der hinteren Umschlagklappe

DIE LANDSCHAFT
Zumal – was ist in diesem Land Natur
Ein Wald, kaum größer als ein Blatt Papier
Ein Hügel mit ein paar Villen eingestreut
Diese Zeilen aus dem berühmten Gedicht „De Dapperstraat“ von J.C. Bloem gelten als vielzitiertes Klischee der niederländischen Natur und fassen die allgemeine Haltung der Niederländer gegenüber der eigenen Natur treffend zusammen: Wirkliche Natur gibt’s nicht mehr. Alles ist vom Menschen verändert oder beschädigt. Und kehrt dann doch einmal ein wirklich wildes Tier zurück, wie derzeit der Wolf, dann scheint es in unserem dicht besiedelten Land keinen Platz dafür zu geben. Natur in den Niederlanden – so die verbreitete Vorstellung – eignet sich vielleicht als Kulisse für einen Spaziergang oder eine Mountainbiketour, doch für „echte“ Natur muss man die Grenze überschreiten. Nichts könnte falscher sein. Auch im internationalen Vergleich ist die Natur in den Niederlanden außergewöhnlich und sie besitzt, gemessen an der geringen Fläche und nördlichen Lage, eine erstaunlich hohe Biodiversität. Die klassischen „holländischen“ Landschaften –Polder, Niedermoore, Salzwiesen, Dünen, Weichholzauenwälder und Atlantische Heiden – findet man ausschließlich in den Niederlanden und angrenzenden Gebieten in Nordwestdeutschland. Sie sind ebenso einzigartig und typisch niederländisch wie Van Gogh, Rembrandt, Holzschuhe und Techno, nur weit weniger bekannt. Vermutlich ist es das Minderwertigkeitsgefühl, das bereits in Bloems Versen mitschwingt, das zu dieser Wahrnehmung beiträgt. Die besondere Ausprägung der niederländischen Natur ist vor allem zwei Eigenheiten zu verdanken. Zum einen ist der größte Teil der Niederlande eine Deltalandschaft mit zahlreichen Wiesen und Poldern; zum anderen sorgt das milde Meeresklima für sehr gemäßigte Winter. Gerade für Vögel ist diese Kombination ungemein attraktiv: Brutvögel aus Nord- und Osteuropa überwintern hier, weil es ausreichend Nahrung gibt und die Gewässer selten zufrieren.
Ein dritter Faktor ist die Nutzung des Landes, die seit dem Mittelalter Landschaften hervorgebracht hat, wie man sie anderswo kaum noch findet: die “Eschdörfer-Parklandschaft” (s.S. 60), die eingedeichten Moorwiesen und das Wattengebiet – alles Landschaften, die typisch sind für die tiefgelegenen Anrainerstaaten der Nordsee. Dieser Führer präsentiert die niederländische Natur auf zugängliche Art und beschreibt eine Auswahl von Wander- und Radrouten, auf denen man Natur in ihrer schönsten Form erleben kann.
Niedermoor im Nationalpark Weerribben-Wieden.
Geografischer Überblick
Die Küstenlinie der Niederlande ist unverwechselbar. Die Nordseeinseln (die Niederländer sprechen von Watteninseln) markieren wie eine gestrichelte Linie die fließende Grenze zwischen Land und Meer. Darunter erstreckt sich die kurvenreiche Küste mit ausgeprägten Landzungen und Buchten, in die das Meer tief ins Land eindringt. Das Delta von Zeeland ragt wie ein Rippenbogen in die Nordsee hinaus – eine Küstenform, die ihresgleichen sucht.
Hinter Dünen und Deichen entfaltet sich ein faszinierendes Labyrinth aus Wasserwegen: mächtige Ströme, Gräben, Kanäle und Seen, die ein endlos verflochtenes Netz bilden. Dieses Wasserreich wird eingefasst von einer schier unermesslichen Zahl an Deichen, die alte und neue Wasserläufe zugleich umsäumen – Zeugen eines jahrtausendelangen Ringens zwischen Mensch und Meer. Wer näher herantritt, erkennt die klare Ordnung dieser Landschaft: eine feine Zonierung, geschaffen durch die gemeinsame Arbeit von Natur und Mensch, vom Nordseestrand bis ins sanfte Hügelland von Limburg. Im Laufe von Jahrtausenden hat das Wechselspiel von Ebbe, Flut und Wind eine Landschaft geformt, in der das Meer die Küste immer wieder durchbrochen hat. Hinter den Dünen entstanden weite Wasserflächen – im Norden das Wattenmeer und zahlreiche große Buchten, von denen das IJsselmeer die bedeutendste ist. Durch Eindeichungen hat der Mensch vielerorts neues Land gewonnen oder, wie in Zeeland, kleine Inseln miteinander verbunden. So entstanden die Marschgebiete und Meeresarme, deren Wasser – je nach Geschichte ihrer Eindeichung –süß, brackig oder salzig ist.
Das Marschland geht über in Moorniederung, die sich über die Provinzen Süd- und Nord-Holland, Utrecht, Friesland und Overijssel erstreckt. Wie die Küstenmarschen ist auch die Moorniederung flach und grün, doch zeigt sich die Natur hier auf andere Weise (s.S. 40). Die westlichen Teile der Moorniederung sind dicht besiedelt. Hier liegen die großen Städte Utrecht, Amsterdam, Haarlem, Leiden, Delft, Den Haag und Rotterdam, zusammen bekannt als die Randstad. Der friesische und overijsselse Teil dagegen ist weitaus offener, stiller und dünner besiedelt. Betrachtet man die Karte genauer, so liegen die holländischen Städte selbst meist nicht auf Moorböden, sondern auf alten Ufer- und Strandwällen – sandigen Höhenzügen entlang ehemaliger Fluss- und Meeresränder.
Das gesamte Gefüge aus Dünen, Watt, Salzwiesen, Schilfgebieten, Marsch- und Moorpoldern bildet das niederländische Tiefland: ein tief gelegenes, wasserreiches Land, das nach der letzten Eiszeit entstand. Östlich und südlich davon befindet sich die Geest, die höheren Lagen der Niederlande, geprägt von Sand- und Lehmböden der Eiszeiten,
TieflandGeest

Deutschland
Belgien
durchzogen von jüngeren Mooren und Bachtälern. Wälder, Heiden, Flugsandgebiete und vereinzelt Hochmoore bestimmen das Bild. Hier wird viel Landwirtschaft betrieben, doch in anderer Form als im Westen. Dieses höher gelegene Landschaftsbild dominiert in den Provinzen Drenthe, Overijssel, Gelderland, Teilen von Utrecht, Nord-Brabant und Limburg.
Quer durch das Land ziehen sich die großen Flüsse: Der Niederrhein fließt bei Nimwegen ins Land, teilt sich in Nederrijn und Waal, und erhält im Süden Zuwachs von der Maas. Drei Ströme fließen dann
Übersichtskarte der Niederlande mit den wichtigsten ökologischen Regionen. Die schwarzen Zahlen beziehen sich auf die Routen; die blauen auf die Nebenziele. Auf der Innenseite der hinteren Umschlagklappe ist ein Ortsverzeichnis der Routen und Nebenziele zu finden.
Die niederländischen Dünen. Die hell gefärbten sind die kalkreichen Dünen im Süden; die dunklen die kalkarmen im Norden.
Die Dünen
Die Routen 1, 2 und 9 sowie die Nebenziele 1, 17, 22 und 23 führen durch die überwiegend kalkarmen Dünen der nördlichen Niederlande. Auf Route 3 und an den Nebenzielen 5, 4, 10 und 11 stehen die kalkreichen Dünen im Mittelpunkt.

Kalkgrenze
Primäres Dünental mit im Hintergrund den hohen, offenen Vordünen.

Der Duft von Kiefern und MoorGagel, Hänge mit Bibernellrosen, warmer Sand und das klagende Geschrei von Silbermöwen… Dünen sind schön anzusehen, weitläufig und besitzen zudem eine hohe Biodiversität. Besonders die Anzahl der Pflanzen- und Insektenarten ist beeindruckend.
Ein klar strukturiertes Ökosystem
Obwohl man auf den vielen gewundenen Pfaden leicht die Orientierung verlieren kann, ist die Dünenlandschaft klar strukturiert. Schritt für Schritt kann man – vom Meer zum Land – die folgenden „Systeme“ entdecken: die Strandebene mit Vordünen und die weißen Randdünen (die erste hohe Dünereihe), die Weißdünen mit den primären, jungen Dünentälern, die Graudünen mit den sekundären, alten Dünentälern und schließlich die Wälder und den Dünensaum, die den Übergang zum flachen Hinterland bilden.
Interessant ist, dass man auf einer Dünenwanderung bei Bergen (Route 2), auf Texel (Route 1) oder Terschelling (Route 9) auf eine völlig andere Vegetation trifft als in den Dünen von Meijendel (Nebenziel 5) oder Castricum (Route 3). Das liegt an einer Besonderheit, die spezifisch für die niederländischen Dünen ist: Die nördlichen enthalten viel weniger Kalk als die südlichen. Etwa auf halber Strecke zwischen Egmond und Bergen in
Nord-Holland liegt die Kalkgrenze; südlich davon findet man kalkreiche Dünengrasländer, nördlich davon kalkarme Dünenheidefelder. Kalkliebende Pflanzen wie der Sanddorn sind in den südlichen Dünen weit verbreitet, im Norden wachsen sie jedoch nur in den Weißdünen und den primären Dünentälern. Aus den älteren Graudünen ist der Kalk nahezu vollständig ausgewaschen. Kalkmeidende Pflanzen findet man in den südlichen Dünen hingegen kaum. Zur Erklärung der Kalkgrenze muss man in die Vergangenheit eintauchen. Die mineralarmen Sandböden des uralten Eridanos-Flusses (s.S. 15) lagerten eine ganz andere Art von Sand ab als die südlichen Meeresböden, die durch das kalkreiche Rhein- und Meerwasser gespeist wurden. Der Sand in der nördlichen Nordsee enthält von Natur aus nur wenige Muschelteilchen.
Strandebene
Ausgedehnte Strandebenen wie die der Kwade Hoek und Voornes Duin sowie die Enden der Nordseeinseln sind spektakuläre Naturlandschaften. Hier ist der Sandzuwachs größer als die Abtragung. In der sich stetig vergrößernden Sandebene entstehen salzhaltige Senken, Lagunen und andere Landschaftsformen wie „grüne Strände“ und embryonale Vordünen, auf die später noch eingegangen wird. Solange der touristische Erholungsdruck begrenzt bleibt, sind diese Strandebenen ein Eldorado für Naturfreunde.

Der Strand ist der Ort, an dem das Meer Material ablagert, in dem sich wiederum Leben bildet und darunter findet sich viel interessantes. Sanderlinge rennen dem Wasser voraus, um, sobald sich die Wellen zurückziehen, im nassen Sand herumzustochern und zu sehen, was das Meer angeschwemmt hat. An der Hochwasserlinie liegt der Spülsaum, ein langer Streifen aus Muscheln, Resten von Algen, toten Quallen, Holzstücken und vielem mehr. Der Spülsaum liefert fortwährend Dünger für einen Boden, auf dem wegen des extrem salzigen Untergrunds kaum Pflanzen wachsen können. Nur Meersenf und Dünen-Quecke schaffen es hier, Fuß zu fassen. Bodentiere, Insekten und verschiedene Vogelarten suchen hier gern nach Nahrung. Eine Besonderheit ist der grüne Strand. Feuchte Senken, die nicht allzu weit von den Dünen entfernt liegen, werden neben dem salzigen Wasser auch von Süßwasser gespeist, das aus dem Dünensand sickert. Das reicht gerade aus, um Pflanzen wie verschiedene Binsen, StrandTausendgüldenkraut und Strand-Milchkraut keimen zu lassen. Wenn
Die Dünen bei Bergen (Route 2). In den kalkarmen Dünen sind nur die Weißdünen (im Vordergrund) mit Dünengrasland bewachsen. Etwas weiter landeinwärts (im Hintergrund) dominiert die Dünenheide.

Charakterart der kalkreichen Dünen. Die Beeren sind im Herbst bei Drosseln sehr beliebt.
der Salzeinfluss abnimmt, siedeln sich auch andere besondere Arten an, wie Sumpf-Herzblatt und mitunter massenhaft Sumpf-Glanzkraut, eine im europäischen Raum sehr seltene Orchidee. An grünen Stränden, ebenso wie entlang der Randdünen, kann man im Winter seltene samenfressende Vögel wie Schneeammer und Ohrenlerche beobachten. Verlassene Sandbänke und Strandflächen dienen Seehunden, Seeschwalben und Möwen als Ruheplatz. An menschenleeren Orten finden sich Brutkolonien von Brand- und Zwergseeschwalben und Seehunde bringen dort ihre Jungen zur Welt.
Weißdünen und primäre Dünentäler
Die allerjüngsten Dünen befinden sich in der Strandebene. Diese Vordünen sind nicht mehr als kleine Sandhügel, die von den Wurzeln von Strand-Quecke und Strandhafer festgehalten werden. Manchmal wachsen dazwischen andere Pionierpflanzen, die ausschließlich in sehr jungen und offenen Dünen vorkommen, wie Meersenf, StrandMannstreu und die in Deutschland nicht vorkommende DünenWolfsmilch (Euphorbia paralias).
Dann folgen die Randdünen, die erste Reihe hoher Dünen. Es handelt sich um Weißdünen, die wegen des durch die vielen Muschelreste hell gefärbten Sands ihren Namen erhielten. Strandhafer ist hier die dominierende Pflanze. Er kann nur gedeihen, wenn ständig neuer Sand zugeführt wird, über den das Gras dann hinauswächst, als wäre es ein Wettlauf.
Das Tal hinter der ersten Dünenreihe hat einen feuchten, manchmal sogar triefend nassen Boden. In der Fachsprache heißt dies das primäre Dünental, weil es noch nicht durch Verwehungen verändert wurde. Fast überall ist das primäre Dünental ein Spitzenstandort für Pflanzen und
Seehunde auf einer Wattfläche.

Insekten gleichermaßen. Der Boden zeigt meist offene, sandige Stellen, enthält viel Kalk (selbst in den Dünen nördlich der Kalkgrenze), aber das Tal ist noch so jung, dass sich kaum ein richtiger Humusboden gebildet hat. Das sind ideale Bedingungen für viele besondere Pflanzen, wie Sumpf-Herzblatt, Enziane und verschiedene Orchideenarten, die hier oft zu Tausenden vorkommen (s.S. 94).
Graudünen und sekundäre Dünentäler
Weiter landeinwärts liegen die Graudünen. Ihre graue, manchmal leicht bräunliche Farbe verdanken sie der Tatsache, dass hier schon länger Vegetation vorhanden ist, wodurch sich etwas Humus gebildet hat, der den Sand färbt. Zudem wachsen hier viele Flechten, die den Dünen ein graues Aussehen verleihen.

Südlich der Kalkgrenze sind die Graudünen von Dünengrasland mit einer Fülle wilder Blumen bedeckt: Duftender Weißwurz, Echtem Labkraut, Gewöhnlicher Sommerwurz, Drüsigem Reiherschnabel, SandLieschgras, Berg-Jasione, Dünen-Stiefmütterchen, usw. (s.S. 94 für weitere Flora). Nördlich der Kalkgrenze hingegen findet man Dünenheide mit Ginster und typischen Heidepflanzen. Diese Dünenheiden sind zwar kalkarm, enthalten aber dennoch mehr Kalk als die Heideflächen im Binnenland. Daher sind sie auch etwas weniger empfindlich gegenüber Versauerung. Viele der besonderen und selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten der Dünenheiden existieren hier noch in mehr oder weniger stabilen Populationen. Das gilt auch für die Schmetterlinge: Großer, Mittlerer und Kleiner Perlmutterfalter, Ockerbindiger Samtfalter, Kleiner-Würfelund Komma-Dickkopffalter kommen in manchen Dünengebieten noch vor. Je weiter man sich vom Meer entfernt, desto mehr verlieren die Dünen ihre Form als parallel zum Strand verlaufende Erhebungen. Der Wind hat sie zu sogenannten Parabeldünen umgeformt. Diese haben die Form eines umgedrehten C (also mit der Öffnung nach Westen zur Meeresseite hin). Der Bogen des C wird dabei immer weiter in das Dünental hineingeblasen, während in der Öffnung des C ein neues Tal entsteht: das sekundäre Dünental.
Primäre Dünentäler sind ein Hotspot für Pflanzen wie das Sumpf-Glanzkraut (oben) und das Breitblättrige Knabenkraut (unten).


Reihen von Torfsoden liegen zum Trocknen aus, bereit für den Abtransport per Schiff. Auf diese Weise wurde nahezu das gesamte niederländische Moorgebiet urbar gemacht. Dieses Foto wurde in der Diepholzer Moorniederung, in der Nähe von Osnabrück, aufgenommen, wo heute noch Torf abgebaut wird.
Das große Torfstechen
Die vielleicht größte Veränderung fand in den Moorniederungen statt. Obwohl das Torfstechen und die Moorbrandkultur seit dem Mittelalter betrieben wurden, wurde der Osten der Niederlande erst im 17., 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirklich großflächig verändert. Der Torfabbau begann ungeordnet, doch bald wurde ein regelmäßiges System von Gräben angelegt. Vom Ufer aus wurden die Torfsoden gestochen und zum Trocknen ausgelegt. Das riesige Bourtangermoor, dass sich entlang der gesamten niederländisch-niedersächsischen Grenze erstreckte und fast doppelt so groß war wie die heutige Provinz Utrecht, wurde im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts systematisch abgebaut. Fast das gesamte Moor ist verschwunden, mit Ausnahme des Bargerveens (‚veen‘ ist das niederlandische Wort für Moor; Nebenziel 28 auf S. 285).
Katastrophen und Romantik
Die Auswirkungen der Kombination aus Privatisierung, organisierter Kultivierung, neuen Techniken und Fortschrittsdenken vom 17. bis ins 19. Jahrhundert waren erheblich. Große Flächen der Moorniederung waren durch Bodensetzung und Torfabtragung inzwischen unter den Meeresspiegel abgesunken. So viel Torf war abgetragen worden, dass die verbliebenen dünnen Landstreifen, auf denen die Torfsoden zum Trocknen ausgelegt wurden, zu zerbrechen drohten. Genau dies geschah bei den Sturmflutkatastrophen von 1775 und 1776: In beiden Stürmen brachen die Landstreifen in den Mooren, Dörfer versanken mit Mann und Maus, und große Seen blieben zurück. Man wurde vorsichtiger, doch die Torfgewinnung endete nicht. 1825 brachen die Deiche erneut und wieder verschwanden Häuser in den Fluten.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die Niederlande ein ausgezehrtes Land. Wo einst Wald stand, wuchs nur noch karge Heide; wo Heide einst gedeihen konnte, wehte Flugsand und drohte das umliegende Land zu verschütten. Die Moorniederung war zu einem einzigen See geworden. Außerdem stellten Deichbrüche eine zunehmende Bedrohung dar, da der Meeresspiegel stieg. Allmählich wurde der Ernst der Lage erkannt.
Die Reaktion darauf war zweigeteilt. Einerseits begann man mit ambitionierten Projekten, um die Risiken einzudämmen. Große Probleme erfordern große Maßnahmen. So gründete man 1899 die staatliche

Forstverwaltung Staatsbosbeheer, die durch großflächige Anpflanzung von Nadelwald den Flugsand in Zaum halten sollte. Fast alle heutigen Nadelwälder auf den Sandböden stammen aus dieser Zeit. Im Kampf gegen das Wasser entstand der ehrgeizige Plan, die Zuiderzee und das Wattenmeer abzudämmen und vollständig einzupoldern. In abgeschwächter Form geschah dies schließlich im 20. Jahrhundert (siehe Kasten auf Seite 84).
Andererseits klopfte auch in den nüchternen Niederlanden die Romantik an die Tür. Diese Strömung, in der die Liebe zur Natur eine bedeutende Rolle spielte, war in den Niederlanden zwar weniger stark als in Deutschland, England oder den USA, trotzdem aber vorhanden. Einerseits beeinflusst durch die Verarmung der niederländischen Natur, andererseits durch die Entdeckung der Naturreichtümer in den Kolonien, begann man auch hier die Natur aus anderen Gründen als nur wegen ihres Nutzens zu schätzen. Der Naturtourismus entstand; die ersten Hotels öffneten ihre Türen. Die holländischen Dünen wurden beliebte Ausflugsziele, ebenso der hügelige Randbereich der Veluwe, wo formalistische Gärten in romantische, schattige Oasen verwandelt wurden. Aus dieser romantischen Naturbegeisterung erwuchs schließlich auch der Naturschutz (S. 86).
Nachkriegszerstörung
der Landschaft
Sandverwehung bei Kootwijk (Veluwe) im Jahr 1911: Flugsand, so weit das Auge reicht (rechts).
Um den wandernden Sand zu fixieren, wurden großflächig Kiefernwälder angepflanzt (unten).

Während für die niederländischen Bürger der Zweite Weltkrieg als das schwere Trauma des 20. Jahrhunderts in die Geschichtsbücher einging, war es der anschließende Wiederaufbau, der der Natur das Genick brach. Unter dem Motto „nie wieder Hunger“ wurde, mit finanzieller Unterstützung der USA und mit einer ganzen Reihe (landwirstschafts-)

FLORA UND FAUNA
2023 durften die Niederländer zur Wahlurne gehen, und zwar nicht wegen einer Kleinigkeit, sondern um ihre Nationalblume zu wählen. Der klare Gewinner: das Gänseblümchen. Diese Art illustriert, wie oft über die niederländische Natur gedacht wird: Die Niederlande sind ein Menschenland, in dem selbst die Nationalpflanze den Rasen dem Naturschutzgebiet vorzieht. Wer nur flüchtig schaut, findet scheinbar Bestätigung dafür. Die Niederlande haben fast keine Arten, die ausschließlich innerhalb ihrer Landesgrenzen vorkommen. Das gilt sowohl für die Flora als auch für die Fauna. Auch sind in den Niederlanden weniger Arten heimisch als in Deutschland.
Bei genauerem Hinsehen lässt sich jedoch eine andere Seite der Geschichte entdecken: die niederländische Natur als unterschätzte Perle –und das gilt auch für die Arten, die dort vorkommen. Nehmen wir den Nationalvogel, die Uferschnepfe. Ein großer Teil der europäischen Uferschnepfen brütet in den Niederlanden. Zusammen mit Austernfischer, Rotschenkel und Kiebitz gehört sie zu den Wiesenvögeln, einer Vogelgemeinschaft, die ausschließlich in den Niederlanden und unmittelbar angrenzenden Gebieten in Deutschland und Belgien vorkommt. Die Niederlande haben zwar nur wenige Arten, die ausschließlich dort vorkommen, doch eine beträchtliche Anzahl, deren Verbreitungsschwerpunkt in den Niederlanden und angrenzenden Gebieten liegt. Diese Arten leben dort gemeinsam mit anderen Arten in einzigartigen Gemeinschaften und Landschaften. Zum Teil lässt sich dies durch die zentrale Lage im westeuropäischen Tiefland erklären, einer Ebene, die sich von Nordfrankreich bis nach Dänemark und Polen erstreckt. Dieser zentrale Teil der sogenannten Atlantischen Ökoregion wird stark vom Meer beeinflusst, das einen mäßigenden Einfluss auf das Klima hat. Viele Arten sind an ein Leben mit milden Wintern und kühlen Sommern angepasst. Beispiele hierfür sind „alltägliche“ Arten wie der Säbelschnäbler, die Blässgans, das
Reiherente in der Vegetation aus Wasserfeder.
Übersehene Knabenkraut und die Glocken-Heide, die im europäischen Kontext durchaus besonders sind.
Zudem besitzen die Niederlande eine Vielfalt von Ökosystemen auf kleiner Fläche. Wer eine Reise vom Wattenmeer im Norden bis zum Hügelland im äußersten Süden Limburgs unternimmt, durchquert auf relativ kurzer Strecke viele stark unterschiedliche Ökosysteme. Meer, Strand, Dünen, Salzwiesen, Polder, Moore, Wälder, Heiden, Auen und Kalkgrasländer folgen rasch aufeinander. All diese Ökosysteme besitzen ihre eigenen Arten. An einem einzigen Tag kann man viele dieser Ökosysteme besuchen und damit eine Menge von Arten beobachten. Die Niederlande liegen nicht nur zentral im westeuropäischen Tiefland, sondern auch an einem Schnittpunkt mehrerer europäischer Ökoregionen. Neben den typischen Arten des westeuropäischen Tieflands erreichen Arten der borealen (nördlichen), mediterranen sowie zentral- und osteuropäischen Ökoregionen die Grenzen ihres Verbreitungsgebiets. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Seeschwalben. Ein erheblicher Anteil der europäischen Brandseeschwalben brütet entlang der Nordseeküste. Aus dem Süden kommt die Weißbartseeschwalbe, die dort ihre nordwestliche Grenze erreicht. Die Weißflügelseeschwalbe brütet seit kurzem in der Nähe von Groningen und ist eine östliche Art. Das gilt auch für die Trauerseeschwalbe, die – abgesehen von wenigen Standorten in Frankreich – in den Niederlanden und Nordwestdeutschland ihre westlichsten großen Populationen besitzt. Die Küstenseeschwalbe erreicht in den Niederlanden hingegen die Südgrenze ihres Brutareals. Die Flussseeschwalbe ist der Generalist, der in ganz Europa vorkommt. Und dann ziehen noch einige weitere Seeschwalbenarten durchs Land (s.S. 116).
Schließlich fällt auf, dass ein großer Teil der niederländischen Biodiversität an traditionelle Kulturlandschaften gebunden ist, deren Landnutzung oft viele Jahrhunderte zurückreicht. „Vom Menschen geschaffene Landschaften“ oder „Halbnatur“ werden sie oft genannt, doch richtiger wäre es, sie „Ko-Kreationen“ zu nennen: Die dort lebenden Arten und der Mensch fanden über Jahrhunderte ein Gleichgewicht, das sowohl die Landschaft als auch die Kultur formte. Uns so vertraute Ökosysteme wie Heideflächen, Äcker, Polder und Pfeifengraswiesen würden ohne menschliches Handeln nicht existieren.
Außerdem zeigt sich die lange Geschichte der Niederlande als Handelsland auch in den Arten, die von weiten Reisen mitgebracht wurden. Es gibt Wälder voller Frühlingsblüher aus Südeuropa, die oft auf Landgütern angepflanzt wurden (s.S. 106), und die Kaninchen in den Dünen wurden einst aus Spanien zur Jagd eingeführt (s.S. 26).
Noch exotischer sind die Stadtparks, in denen Sittiche Haussperlingen begegnen und Asiatische Marienkäfer sich an europäischen Blattläusen gütlich tun.
Flora
Pflanzen der Dünen sind auf Route 1, 2, 3 8 und 9 sowie an den Nebenzielen 1, 3, 5, 10, 11, 12, 13, 17, 22 und 23 zu finden. Der attraktivste Ort, um Pflanzen der Salzwiesen zu sehen, ist die Boschplaat auf Terschelling (Route 9), aber auch Route 1 und 8 sowie die Nebenziele 11, 13, 15, 17, 20, 21, 22 und 23 eignen sich dafür.
Für Pflanzen der Feuchtgebiete wählt man am besten die Routen 4, 12, 13, 16 und 18 sowie die Nebenziele 27, 30, 31, 35 und 37. Flussflora trifft man vor allem auf den Routen 7 und 20 sowie an den Nebenzielen 34 und 36 an.
Heide- und Hochmoorvegetation sind Schwerpunkte der Routen 9, 13, 15, 18 und 19 sowie der Nebenziele 17, 25, 28, 33 und 38. Möchte man die Frühjahrsflora von Wäldern erleben, so sind die Route 18 und die Nebenziele 13, 31, 33 und 39 zu empfehlen.
Die Niederlande sind ein kleines Land mit gemäßigtem Klima, nahezu flach und ohne die Vielfalt an Gesteinen, die die Flora bergiger Länder so artenreich macht. Unter diesem Blickwinkel erweist sich die botanische Vielfalt dieses ebenen Landes als verblüffend groß. In den Niederlanden gibt es etwa 1600 einheimische Pflanzenarten. Obwohl keine davon ausschließlich auf die Niederlande beschränkt ist, haben zahlreiche Arten hier einen Verbreitungsschwerpunkt, wie Übersehenes Knabenkraut, Seekanne, Moor-Greiskraut, Schachblume und Sumpf-Glanzkraut. Noch „niederländischer“ sind die Pflanzengemeinschaften, in denen diese Arten vorkommen. In den Niederlanden treffen Pflanzenarten aus dem atlantischen Gebiet, dem hohen Norden und dem Süden Europas zusammen. Zudem finden sich auf einer relativ kleinen Fläche viele unterschiedliche Lebensräume, die von feuchten, atlantischen Pfeifengraswiesen (den „Blaugraswiesen“, s.S. 62) bis zu trockenen Dünen und von sauren Hochmooren bis zu den Kalkmagerrasen in Süd-Limburg reichen, wodurch die unterschiedlichsten Übergangsräume entstehen.
In dieser Landschaft hinterließ der Mensch seine Spuren, und zwar überall auf eine etwas andere Weise. Lokale Traditionen führten zu kleinen, aber für Pflanzen wichtigen Unterschieden. So entstanden charakteristische Pflanzengesellschaften, die anderswo in Europa nicht gemeinsam vorkommen.
Schilf, Torfmoos und Sonnentau bilden einen Vegetationstyp, der nahezu ausschließlich in den Niederlanden vorkommt. Hier wächst dünnes Schilf, das tief in grundwassergespeisten Torfschichten wurzelt, zusammen mit Glocken-Heide und Sonnentau, die flach in saurem, regenwasser-gespeistem Torfmoos wachsen.

Besondere Arten der Dünen
Ganzjährig: Zwergtaucher, Fichtenkreuzschnabel, Fasan
Sommergäste: Steinschmätzer, Schwarzkehlchen, Nachtigall, Karmingimpel (selten), Kolbenente, Löffler, Schwarzhalstaucher, Ziegenmelker, Wespenbussard, Bienenfresser (selten), Feldschwirl, Rohrweihe, Heidelerche, Blaukehlchen
Durchzug/Winter: Mornellregenpfeifer (selten), Ringdrossel, Gelbbrauen-Laubsänger, Raubwürger, Sumpfohreule, Kornweihe, Braunkehlchen, Wintergoldhähnchen, Rotdrossel, Wacholderdrossel, zahlreiche seltene Durchzügler und Irrgäste

Die Nachtigall ist ein ziemlich häufiger Brutvogel in den holländischen Dünen. Im Gegensatz zum Binnenland lässt sie sich hier manchmal hervorragend beobachten, wenn sie oben auf einem Strauch sitzend ihr Lied zum Besten gibt.
An Dünenseen brüten weitere Arten, wie Rohrweihe, Bartmeise, Kolbenente, Zwergtaucher und Schwarzhalstaucher.
Ein weiterer Grund, die Dünen zu besuchen, sind die großen Anzahlen von Zugvögeln, insbesondere Singvögeln. Sie folgen den Dünen nach Süden und nutzen das schützende Gebüsch zum Ausruhen oder als Versteck bei schlechtem Wetter. Welche Arten genau erscheinen, variiert von Jahr zu Jahr. Im einen Jahr schwirrt es in den Wäldern von Tausenden Goldhähnchen, im nächsten sitzt in jedem Strauch eine Rotdrossel. Jedes Jahr werden auch einige seltene Durchzügler gesehen, wie Gelbbrauen-Laubsänger oder Ringdrossel.
Für viele Irrgäste sind die Dünen das Erste, was sie nach einer langen Reise über das Meer sehen, oder aber das letzte Stück Land, bevor die endlose See beginnt. Erschöpft lassen sie sich dann im ersten (bzw. letzten) erreichbaren Busch nieder. Dies geschieht häufig an Landzungen, die ins Meer hinausragen, wie den Tuintjes an der Nordspitze von Texel und der Maasvlakte. Diese Orte sind daher bekannt für zahlreiche unerwartete Irrgäste.
Vögel der Feuchtgebiete
Die niederländische Vogelwelt besteht zu einem großen Teil aus Wasservögeln. Die Ufer und Schilfflächen bieten Schutz und Nistmöglichkeiten, und das offene Wasser ist eine Nahrungsquelle. Viele Wasservögel, wie Enten und Haubentaucher, bewegen sich daher ständig zwischen Ufer und offenem Wasser. Die Wassertiefe bestimmt schließlich, welche Arten genau zu erwarten sind. Im flachen Wasser suchen Gründelenten nach Nahrung, indem sie diese schwimmend mit dem Schnabel aus dem Wasser zwischen den Pflanzen herausfiltern.
Zu den Gründelenten gehören häufige Arten wie Stock-, Schnatter-, Krick- und Löffelente, aber auch seltenere wie die Knäkente, die eher versteckt in der Vegetation lebt. Unter den Wintergästen ist die Spießente eine typische Gründelente.
Taucher und Tauchenten suchen hingegen das tiefere Wasser auf, wo sie nach Fischen, Muscheln und Wasserinsekten tauchen.
In den Niederlanden sind Haubentaucher und Zwergtaucher weit verbreitet und besuchen die unterschiedlichsten Gewässertypen. Schwarzhalstaucher sind seltener und finden sich in flachen Moorgewässern, Heide- und Dünenseen sowie jungen, kürzlich angelegten Feucht-gebieten. Der Rothalstaucher erreicht in den Niederlanden die Westgrenze seines Areals. Es gibt daher nur wenige Brutpaare, hauptsächlich auf der Nordseeinsel Ameland (Nebenziel 22) und im Diependal (Nebenziel 26). Reiherente und Tafelente sind weit verbreitete Tauchenten, die im Winter zusammen mit der selteneren Schellente sowie Gänse- und Zwergsägern vorkommen. Für den Zwergsäger sind das Markermeer und das IJsselmeer europaweit besonders wichtige Überwinterungsgebiete, obwohl Zwergsäger durch den Klimawandel zunehmend auch auf der mittlerweile meist eisfreien Ostsee überwintern. Andere Fischjäger in Feuchtgebieten sind Reiher, Seeschwalben und der Fischadler. Im Inland kommen andere Seeschwalben vor als an der Küste. Die Flussseeschwalbe kann man fast überall antreffen, solange vegetationsarme Stellen in der Nähe des Wassers vorhanden sind, an denen sie ihr Nest bauen kann. In den Flussauen und im Niedermoor brüten außerdem Trauerseeschwalben. Im Gegensatz zur Flussseeschwalbe braucht diese Art schwimmende Wasserpflanzen, um darauf ihr Nest zu bauen. Leider ist diese Art der Vegetation durch Wasserverschmutzung und den niedrigen Grundwasserstand zugunsten der Landwirtschaft stark zurückgegangen. Mit Hilfe schwimmender Flöße als Nisthilfen wird der Bestand der Trauerseeschwalbe unterstützt und hat sich inzwischen mehr oder weniger stabilisiert. Im August sammeln sich große Mengen Trauerseeschwalben bei Texel und am IJsselmeer/Markermeer. Ende des 20. Jahrhunderts wurden manchmal mehr als 100.000 Individuen gezählt. Das ist ein Großteil der europäischen Population. Leider sind die Zahlen stark rückläufig und liegen momentan bei etwa 10.000 Exemplaren.

Die Wasserralle ist optimal an ein Leben zwischen dichten Schilfstängeln angepasst. Der englische Ausdruck „thin as a rail“ bezieht sich auf die schlanke Gestalt der Wasserralle.

Ein außergewöhnliches Bild: Eine Rohrdommel schwimmt lautlos zu einem Schilffeld hinüber, wo ihr Partner ein Nest baut (oben). Der Seidensänger hat eine bemerkenswerte Ausbreitung erlebt. Dieser ursprünglich südeuropäische Vogel brütet inzwischen häufig in den niederländischen Feuchtgebieten (unten).
Positiver verläuft die Ansiedlung der Weißbartseeschwalbe. Sie tritt in schwankenden Zahlen in den jungen Vernässungspoldern bei Groningen auf, in manchen Jahren zusammen mit der Weißflügelseeschwalbe. Reiher jagen bevorzugt vom Ufer aus, wobei sie unterschiedliche Vorlieben für die Art der Ufer haben. Der Graureiher ist die häufigste Art. Er jagt in den unterschiedlichsten Gewässertypen und manchmal sieht man ihn mutterseelenallein auf einer Wiese stehen, auf der Jagd nach Mäusen. Auch der Silberreiher, ein auffälliger Neuankömmling aus dem östlichen Mittelmeergebiet, jagt auf diese Weise. Der Purpurreiher, eine südliche Art, die in den Niederlanden die Nordgrenze ihres Areals erreicht, ist hier typisch für die Niedermoore. Echte Schilfbewohner sind die Rohrdommel und die seltene Zwergdommel, die mit ihrem braunen Tarngefieder im Schilf fast unsichtbar sind. Eine weitere Seltenheit, der Nachtreiher, kommt in Zeeland und Amsterdam vor und jagt am liebsten von verborgenen Ästen aus, die knapp über dem Wasser hängen. Der Kuhreiher ist ein Neuankömmling. Nach Jahrzehnten unregelmäßiger Besuche hat er sich 2024 dauerhaft angesiedelt. Für den Braunen Sichler gilt dies bislang nicht, aber auch diese Art wird immer regelmäßiger beobachtet, teilweise balzend und Nistmaterial sammelnd. Angesichts des explosiven Bestandsanstiegs in Spanien und Frankreich ist es gut möglich, dass auch er bald in den Niederlanden brüten wird.

Reiher bilden (oft gemischte) Brutkolonien in Auwäldern. Graureiher sind in den meisten Kolonien vertreten, lokal gemeinsam mit anderen Arten. Auch Kormorane und Löffler bauen ihre Nester in Bäumen. Beide Arten waren in den 1970er Jahren nahezu verschwunden, es gab nur noch zwei bzw. drei Brutkolonien. Seitdem haben sie sich dank des Verbots des Pestizids DDT und eines Jagdverbots spektakulär erholt und es gibt Kolonien in den Dünen, im Tiefland und in den Flussauen. Besonders für den Löffler sind die Niederlande als eines der wichtigsten Kerngebiete Europas von entscheidender Bedeutung. Die Vögel, die heute in Deutschland brüten, stammen aus der niederländischen Population.
Auwälder sind außerdem wichtige Brutgebiete für den Seeadler und (vor allem im Biesbosch) den Fischadler. Beide haben eine ähnliche Geschichte wie Löffler und Kormoran, jedoch erreichten sie die Niederlande erst, nachdem die Bestände in Nord- und Mitteleuropa durch reduzierten Pestizideinsatz und Schutzmaßnahmen zunahmen. Der Seeadler brütete erstmals 2006 in den Niederlanden und ist inzwischen im ganzen Land verbreitet; der Fischadler hatte seinen ersten Bruterfolg 2016 und breitet sich seitdem vom Biesbosch aus weiter im Land aus. Auwälder sind zudem attraktiv für kleinere Vögel. So sind Grauschnäpper, Seidensänger und Weidenmeise typische Arten feuchter Wälder. In Weiden baut die Beutelmeise ihre eindrucksvollen, hängenden Nester; sie brütet inzwischen jedoch nur noch sporadisch in den Niederlanden.
Die meisten großen Gewässer sind von breiten Röhrichtgürteln umgeben. Im Schilf leben neben den bereits erwähnten Reihern auch Rallenvögel. Neben dem häufigen Teichhuhn, das das Schilf noch gelegentlich verlässt, sind dies Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn (selten), Kleines Sumpfhuhn (sehr selten) und Zwergsumpfhuhn (noch seltener). Zudem sind ausgedehnte Röhrichte das Reich der Sänger. Rohrammer, Teichrohrsänger, Schilfrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Seidensänger, Rohrschwirl, Feldschwirl, Buschrohrsänger und der in den Niederlanden seltene Drosselrohrsänger verraten sich vor allem durch ihren Gesang. Kein Wunder, denn das überwiegend braune Federkleid tarnt sie perfekt im Schilf. Dennoch prunken einige Arten mit ihren Farben: Blaukehlchen und Bartmeise sind prächtige Vögel dieses Habitats. Jede Art bevorzugt dabei einen spezifischen Bereich des Röhrichts: Teichrohrsänger, Schilfrohrsänger, Rohrschwirl und Rohrammer sind stark abhängig von ausgedehnten, einförmigen Schilfflächen; Blaukehlchen und Seidensänger lieben die mit Weidenbüschen durchsetzten Röhrichte; hohe, krautige Vegetation und Seggenriede sind das Reich von Feldschwirl und Sumpfrohrsänger. An Schlickrändern mit verstreuter Vegetation suchen Watvögel nach Nahrung. Während des Zugs trifft man hier Grünschenkel, Bekassine, Rotschenkel, Uferschnepfe, Flussregenpfeifer, Goldregenpfeifer, Kiebitz, Alpenstrandläufer, Waldwasserläufer (selten) und Dunklen Wasserläufer (selten) an. An bestimmten Stellen an der Küste, besonders am Lauwersmeer, kommt im August/September auch das Odinshühnchen vor. Die Brutvögel beschränken sich auf Flussregenpfeifer,


Die Bartmeise ist stark an ausgedehnte Schilfgebiete gebunden (oben).
Die Bekassine (unten) ist vor allem auf dem Durchzug und in milden Wintern häufig zu sehen.

Der Kleiner WürfelDickkopffalter (oben) kommt vor allem auf trockenem Grasland vor. Der Ockerbindige Samtfalter (unten) ist auf Heideflächen mit offenem Sand beschränkt, sowohl im Binnenland als auch in den Dünen.
das Große Wiesenvögelchen und den Hochmoor-Bläuling (alle auf wenige Orte in Drenthe und Friesland beschränkt).
Die Wälder und Bachtäler in Nord-Brabant und in den östlichen Provinzen besitzen ihre eigenen Arten. Hier fliegen Gelbwürfeliger Dickkopffalter, Großer Fuchs, Kaisermantel und Kleiner Eisvogel. Sie bevorzugen sonnige, feuchte Stellen im Wald mit Brombeeren, Wasserdost und Disteln als wichtigsten Nektarpflanzen. Schwieriger zu sehen sind jene Arten, die die Baumkronen den offenen Stellen vorziehen, wie der Blaue Eichen-Zipfelfalter, Ulmen-Zipfelfalter und Große Schillerfalter. Der UlmenZipfelfalter ist dabei die extremste Art und lebt fast ausschließlich in den Kronen der Ulmen. Die Weibchen begeben sich nur zur Nektaraufnahme nach unten, während die Eier reifen. Große Schillerfalter lassen sich vor allem morgens am Boden nieder, um Mineralien aufzunehmen, meist aus verrottetem Obst oder Kot von Raubtieren (häufig Hunden).
Der Helle und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling sind zwei Arten, die ausschließlich an Großen Wiesenknopf gebunden sind, einer in den Niederlanden ziemlich seltenen Pflanze der Feuchtwiesen. Die Schmetterlinge sind noch seltener. Der Helle WiesenknopfAmeisenbläuling kommt nur in den Moerputten bei Den Bosch vor; der Dunkle ist leider in der jüngsten Vergangenheit in den Niederlanden ausgestorben. Vor einigen Jahren erlosch aufgrund falscher Straßenrandpflege sein letztes Vorkommen in Zentral-Limburg. Das Tiefland ist (wie in Deutschland) schmetterlingsärmer. Interessant sind hier vor allem die Niedermoore und die dazugehörigen Pfeifengraswiesen. Hier fliegt der Braunfleckige Perlmutterfalter, der lokal noch große Populationen hat, u.a. in Niedermooren, auf Terschelling und sehr lokal in Pfeifengraswiesen. Außerdem sind die Weerribben und die angrenzende Rottige Meente die Orte, an denen das Flaggschiff der niederländischen Schmetterlingswelt vorkommt, die endemische Unterart batava des Großen Feuerfalters. Batava ist etwas größer und intensiver orange gefärbt als alle anderen Unterarten. Leider geht es der Art schlecht und es laufen Renaturierungsprojekte, um sie vor dem Aussterben zu bewahren.

Darüber hinaus kommen im Tiefland vor allem weit verbreitete Arten vor. Einige, wie der Kleine Fuchs und der Mauerfuchs, scheinen eine besondere Vorliebe für diesen Landesteil zu haben.
Zum Schluss seien noch einige Tagfalterarten genannt, die entweder in den gesamten Niederlanden auftreten oder deren
Verbreitung schwer zu bestimmen ist. Die häufigsten Arten kommen praktisch überall zurecht: Admiral, Großes Ochsenauge, Tagpfauenauge, C-Falter, Kleiner und Großer Kohlweißling, Rapsweißling, Hauhechel-Bläuling, Faulbaum-Bläuling, Landkärtchen und Waldbrettspiel – viele davon auch in der Stadt. Andere hingegen treten vereinzelt auf, oft überraschend, darunter einige migrierende Tagfalter, wie der Distelfalter, der WeißkleeGelbling, der Postillon (auch Wander-Gelbling genannt) und ganz selten der Großer Wanderbläuling. Die Chancen auf diese Arten sind im Spätsommer am höchsten.
Libellen

Während sich die Suche nach Tagfaltern in den Niederlanden gelegentlich sehr mühsam gestaltet, gilt das für Libellen ganz und gar nicht. Die Niederlande sind ein echtes Libellenland. Hier treffen Arten aus dem Norden, Osten und Süden Europas zusammen, und viele von ihnen lassen sich zudem relativ leicht finden. Der Libellenreichtum hängt direkt mit dem Wasserreichtum zusammen. Libellenlarven leben
Besondere Schmetterlinge
Süd-Limburg: Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter, Malvendickkopffalter, Dunkler Dickkopffalter, Schwalbenschwanz, Postillon, Leguminosen-Weißling, Nierenfleck-Zipfelfalter, Ulmen-Zipfelfalter, Rotklee-Bläuling, Kurzschwänziger Bläuling, Zwerg-Bläuling, Kleiner Schillerfalter (selten), Kaisermantel, Brombeer-Perlmutterfalter, Wegerich-Scheckenfalter, Schachbrett (selten) Dünen, Heide, Magerrasen und Hochmoore: Kleiner Würfel-Dickkopfalter, Spiegelfleck, Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter, Komma-Dickkopffalter, Blauer Eichen-Zipfelfalter, Brauner Eichen-Zipfelfalter (selten), Grüner Zipfelfalter, Brauner Feuerfalter, Kleiner Sonnenröschen-Bläuling, Geißklee-Bläuling, Hochmoor-Bläuling (sehr selten), Enzian-Ameisenbläuling (selten), HochmoorPerlmutterfalter (sehr selten), Mittlerer Perlmutterfalter (selten), Kleiner Perlmutterfalter, Großer Perlmutterfalter (spärlich), Wachtelweizen-Scheckenfalter (sehr selten), Rotbraunes Ochsenauge, Ockerbindiger Samtfalter, Großes Wiesenvögelchen (selten)
Wälder, Waldränder und Bachtäler: Gelbwürfeliger Dickkopffalter (spärlich), Ulmen-Zipfelfalter, Nierenfleck-Zipfelfalter (spärlich), Heller WiesenknopfAmeisenbläuling (sehr selten), Kleiner Eisvogel, Großer Schillerfalter, Großer Fuchs, Kaisermantel (spärlich), Braunfleckiger Perlmutterfalter (spärlich), Rotbraunes Ochsenauge
Tiefland (Niedermoore): Großer Feuerfalter (sehr selten), Kleiner Fuchs, Mauerfuchs, Braunfleckiger Perlmutterfalter (spärlich)
Der Kleine Eisvogel ist eine Art feuchter Wälder mit viel Geißblatt. Im Gegensatz zum Kleiner WürfelDickkopffalter und Ockerbindigen Samtfalter (vorige Seite) hat sich sein Bestand gut entwickelt.
Nordsee
Routen im Westen der Niederlande


Unter West-Niederlande verstehen wir im Wesentlichen die Provinzen Nord-Holland, Süd-Holland, Flevoland und Zeeland. Die Provinzgrenzen wurden dabei nicht streng eingehalten, da es in einigen Fällen sinnvoller ist, Gebiete entlang der Grenze den angrenzenden Naturräumen der Nachbarprovinz zuzuordnen.
Der Westen der Niederlande ist bei Weitem der am dichtesten besiedelte Landesteil. Umso erstaunlicher ist es, dass sich gerade hier so viele Gebiete von internationaler Bedeutung befinden. Texel, die Oostvaardersplassen, die Marker Wadden, Waterland, der Biesbosch und Teile des Zeeland-Deltas besitzen – oder verdienen – weltweite Anerkennung. Eine beträchtliche Fläche der niederländischen Dünenland schaft liegt in dieser Region (Routen 1–3; Nebenziele 1, 4, 5, 10, 11 und 13). Viele der besonderen Niedermoorgebiete befinden sich ebenfalls im Westen (Route 1 und 4; Nebenziele 2, 6, 7 und 14). Schließlich sind auch die Ästuare, Küstenlagunen, Salzwiesen und Wattflächen prägende Landschaftselemente der West-Niederlande (Route 1, 4, 5, 6 und 8; Nebenziele 2, 8, 9, 10, 11, 12 und 13).
Mit dem Biesbosch (Route 7) liegt zudem das wichtigste Süßwassergezeitengebiet und das größte Flussdelta des Landes im Westen der Niederlande.
ROUTE 1: TEXEL
1-3 TAGE
Die größte und international berühmteste niederländische Nordseeinsel. Spektakuläre Vogelwelt, reiche Flora, wunderschöne Dünen und historische Polder.
Zahlreiche Hochwasserrastplätze und Kolonien von Küstenvögeln (hohe Vogeldichte).
Lebensräume: Polder, Salzwiesen, Rinnen, Röhrichte, Dünen und Dünentäler Charakteristische Arten: Breitblättriges Knabenkraut, Kleines Knabenkraut, Zarter Gauchheil, Gewöhnlicher Strandflieder, Weißwangengans, Ringelgans, Löffler, Brandseeschwalbe, Zwergseeschwalbe, Goldregenpfeifer, Säbelschnäbler, Rohrweihe, Raufußbussard, Uferschnepfe, Pfuhlschnepfe, Regenbrachvogel, Großer Brachvogel, Blaukehlchen, Mittlerer Perlmutterfalter, Kleiner Perlmutterfalter, Ockerbindiger Samtfalter

Texel ist die bekannteste der niederländischen Nordseeinseln. Der Lonely Planet zählt sie sogar zu den zehn schönsten Reisezielen Europas. Auch als Vogelbeobachtungsgebiet genießt die Insel, gemeinsam mit den Oostvaardersplassen (Route 6), internationalen Ruf. Die westlichste der Nordseeinseln bietet wunderschöne Dünen und Strände, mit alten Prielen durchzogen Poldern, Wattflächen, malerische Dörfer und vor allem eine außergewöhnlich reiche Vogelwelt. Texel unterscheidet sich deutlich von den übrigen Inseln: Die Insel ist nicht nur größer und leichter erreichbar, sondern auch geologisch anders aufgebaut.
Der Leuchtturm an der Nordspitze von Texel.


Ihr Kern besteht aus einem glazialen Moränenrücken (s.S. 14), der ihr ein sanft hügeliges Relief verleiht.
Im Unterschied zu den anderen Routen in diesem Buch handelt es sich bei der folgenden Beschreibung nicht um eine Strecke von Punkt zu Punkt, sondern um eine Reihe von Beobachtungsorten, die, je nach Interesse und Zeit, beliebig miteinander verbunden werden können. Dabei empfiehlt es sich, die Gezeiten zu berücksichtigen, die die Aufenthaltsorte der Vögel auf der Insel stark beeinflussen (s.S. 116).
Zugänglichkeit und
Reisezeit: Texel ist ganzjährig lohnend. Die beste Zeit für die Vogelbeobachtung liegt zwischen Mitte August und Anfang Juni; die Blüte- und Insektenzeit reicht von Mitte Mai bis Mitte August. Zu erreichen ist Texel mit der Fähre ab Den Helder, das über einen bequemen Anschluss an Zug- und Busverbindungen verfügt. Die Überfahrt dauert nur etwa 15 Minuten (siehe teso.nl) und ist damit ideal für einen Tagesausflug vom nordholländischen Festland aus, wenngleich mindestens eine Übernachtung zu empfehlen ist, um die Insel in Ruhe erkunden zu können. Es besteht die Möglichkeit, das Auto mitzunehmen, doch einfacher ist es, direkt an der Fähranlegestelle auf der Insel ein Fahrrad zu mieten.
De Petten bilden einen Komplex aus Brackwasserteichen, etwa zwei Kilometer von der Fähranlegestelle entfernt. Es handelt sich um einen typischen Hochwasserrastplatz – ein Gebiet, das Watvögel
aufsuchen, wenn die Wattflächen bei Flut unter Wasser stehen. Mit sich zurückziehendem Wasser begeben sich die meisten wieder ins Watt zurück, doch stets bleiben auch genug Vögel, um den Ort für die Vogelbeobachtung dauerhaft interessant zu halten. Typische Arten sind Löffler, Brandgans, Gold-, Kiebitz- und Sandregenpfeifer, Brachvogel, Uferschnepfe, Pfuhlschnepfe, Säbelschnäbler, Alpenstrandläufer, Rotschenkel, Grünschenkel und Dunkler Wasserläufer. Im Winter kommen Pfeifente, Spießente, Weißwangen- und Ringelgans hinzu.
Die Petten lassen sich gut vom Sträßchen Molwerk aus überblicken (GPS: 53.010361, 4.755694). Auf der anderen Straßenseite liegt bereits der nächste Beobachtungspunkt, die Mokbaai.
2
De Mokbaai im Süden Texels zählt zu den besten Vogelbeobachtungsplätzen der Insel. Sie liegt ganz in der Nähe der Fähre und ist daher auch für einen kurzen Besuch ideal. In der breiten Gezeitenbucht tummeln sich sowohl bei Ebbe als auch bei Flut viele Vögel. Bei Niedrigwasser halten sie sich eher im Mündungsbereich der Bucht auf, bei Hochwasser ziehen sie in die höher gelegenen Zonen. Hier können regelmäßig Löffler, Brandgänse sowie zahlreiche Limikolen beobachtet werden. Im Sommer sind Brand-, Fluss- und gelegentlich Zwergseeschwalben zu sehen und immer wieder tauchen auch seltene Irrgäste auf.
Der beste Beobachtungsplatz liegt an der südlichen Uferstraße (Mokweg; GPS: 53.005361, 4.750917).
3
De Horsmeertjes und Kreeftepolder. Vom kleinen Parkplatz am Mokweg (siehe oben) führt ein Pfad durch die Dünen zu den Horsmeertjes. Folgen Sie diesem Weg weiter, dann gelangen Sie in den Kreeftepolder und zur dahinterliegenden Strandfläche, alles lohnende Ziele.
Die Horsmeertjes sind zwei große Dünenseen, auf denen im Winter zahlreiche Entenarten rasten (u.a. Löffel-, Reiher-, Krick-, Tafel-, Pfeif-

Die größte Löfflerkolonie der Niederlande befindet sich auf Texel.
Brandgänse im Watt bei Ebbe.

Nebenziele im Westen der Niederlande
1 – Zwanenwater
Das Zwanenwater ist ein Dünengebiet bei Callantsoog, in dem die beiden größten natürlichen Dünenseen Westeuropas liegen. Das Gebiet zeichnet sich durch seine Vielfalt an Dünenökosystemen aus, von kalkarmen Heidedünen bis hin zu gut entwickelten, kalkreichen Dünentälern. Entlang der breiten Sumpfstreifen, welche die Seen umgeben, liegen sogar kleine Moore. Diese Vielfalt spiegelt sich in der Flora wider, die im Mai und Juni ihren Höhepunkt erreicht. Es wachsen hier nicht weniger als zwölf Orchideenarten. Besonders auffällig sind die Zweiblättrige Waldhyazinthe, das Große Zweiblatt und das Übersehene und Fleischfarbene Knabenkraut. Auch die meisten typischen Dünenpflanzen kommen in diesem Gebiet vor. Die moorigen Ufer beherbergen Arten wie Fieberklee und Sumpf-Läusekraut. An Stellen mit saurem Bodenwasser wächst inmitten der Glocken-Heide außerdem Wald-Läusekraut, der seltene „kleine Verwandte“ des Sumpf-Läusekrauts. Für Vogelbeobachter ist das Zwanenwater ebenfalls interessant. In den breiten Schilfstreifen brüten Bartmeisen, Blaukehlchen und sogar Rohrdommeln. Im Winter halten sich viele Entenvögel auf den Seen auf, darunter Zwerg- und Gänsesäger. Kornweihen jagen über den nassen Flächen. Das Zwanenwater war das letzte Gebiet in den Dünen des Festlands, in dem diese Art brütete. Die äußerst seltene Zwerggans überwintert im nahegelegenen Gebiet „De Putten“ (siehe nächstes Nebenziel) und besucht regelmäßig die Dünenseen des Zwanenwaters. Am einfachsten lässt sich das Dünengebiet vom Parkplatz am Zuidschinkeldijk am Nordrand betreten (GPS: 52.829537, 4.701208). Hier hält auch ein Bus (Haltestelle Callantsoog, Zwanenwater), den man vom Bahnhof Schagen nehmen kann. Sie können zwischen zwei Wanderungen wählen: einer kurzen Runde um das „Eerste Water” und einer längeren Runde, die auch das „Tweede Water” einschließt. Beide Wege sind wunderschön und führen an mehreren Beobachtungsständen vorbei, von denen aus die Seen gut einzusehen sind. Der Zugang ins Gebiet kostet eine kleine Gebühr, die Sie vor Ort bezahlen.
2 – Die Putten
Die Putten sind mehrere zusammengewachsene Brackwasserteiche südlich von Petten. Das Gebiet ist Teil des größeren Harger- und Pettemerpolders. Die Putten entstanden durch den Abbau von Klei für den daneben liegenden Damm (Hondsbossche Zeewering), der Nord-Holland vor Überflutungen schützen sollte,

nachdem an dieser Stelle im Mittelalter die Dünen während einer Sturmflut weggespült worden waren. Wer heute den „Hondsbossche“ hinaufgeht, wird überrascht sein, über eine große Dünenreihe hinwegzublicken. Angesichts des Klimawandels und steigenden Meeresspiegels reichte der alte Deich nicht mehr aus. Statt ihn zu erhöhen, entschied man sich, eine neue Dünenreihe davor anzulegen.
Die Putten und umliegenden Polder sind bekannt für ihre Vogelwelt. Besonders während der Zugzeit sind hier viele Enten, Limikolen und Irrgäste zu erwarten. Die dahinterliegenden Polder gehören im Winter zu den vielversprechendsten Orten in den Niederlanden, um die äußerst seltene Zwerggans zu finden. Bei starkem auflandigem Wind lohnt sich ein Blick über das Meer, um eine verirrte Raubmöwe oder einen Seetaucher zu entdecken.
Wenn Sie ausschließlich die Putten besuchen möchten, ist dies mit dem Auto kein Problem; wollen Sie jedoch auch die kleinen Wege der dahinterliegenden Polder erkunden, empfehlen wir das Fahrrad. Es gibt Parkplätze am Hondsbossche Weg an der Südseite (GPS: 52.733565, 4.643572) und an der Nordseite (GPS: 52.739686, 4.645545) des Gebiets. Vom nördlichen Parkplatz erreichen Sie eine nahegelegene Vogelbeobachtungshütte, die einen guten Blick über die Inselchen und das offene Wasser der Putten bietet. Vom nördlichen Parkplatz führt zudem eine Straße weiter in die Polder hinein.
3 – IJmuiden Südpier
GPS: 52.458111, 4.539556. Die Piere von IJmuiden erstrecken sich wie ein Schnabel um die Mündung des Nordseekanals, der Amsterdam mit der Nordsee verbindet. Sie wurden gebaut, um zu verhindern, dass das Kanalbett versandete. Der Südpier ist der größere der beiden, ganze 2km lang und von beeindruckenden Steinblöcken flankiert. Es ist ein spektakulärer Ort zur
Die Putten in der Abendsonne.
ROUTE 12: ONNERPOLDER UND ONLANDEN
46 KM, ROUTE 1 (ONNERPOLDER); 33 KM, ROUTE 2 (ONLANDEN)
Eines der artenreichsten Brutvogelgebiete Nordwesteuropas.
Musterbeispiel für die Kombination aus Natur und Funktionalität für den Menschen.
Lebensräume: flache Seen, Schilfflächen, feuchtes Grasland, junge Moore
Charakteristische Arten: Moor-Greiskraut, Hermelin, Biber, Schwarzhalstaucher, Rohrdommel, Uferschnepfe, Knäkente, Stelzenläufer, Tüpfelsumpfhuhn, Wachtel, Seeadler, Fischadler, Raufußbussard, Rohrweihe, Kornweihe, Steppenweihe (selten), Trauerseeschwalbe, Weißbartseeschwalbe, Weißflügelseeschwalbe, Blaukehlchen, Rohrschwirl, Bartmeise, Raubwürger


Der ausgedehnte Polderkomplex südlich und westlich von Groningen gehört zu den besten Vogelbeobachtungsgebieten der Niederlande und weit darüber hinaus. Er besteht aus zwei Teilen, die durch die trockene Moräne (den Hondsrug) mit dem darauf gelegenen Dorf Haren getrennt sind. Östlich davon liegt das Gebiet des Zuidlaardermeers und westlich davon liegen die Onlanden.
Beide Naturschutzgebiete bestehen aus ausgedehnten Röhrichten und flachen Seen und werden von mäandrierenden Moorflüssen durchzogen, darunter die Drentsche Aa (siehe Route 13). Außerdem sind beide relativ jung – es handelt sich um ehemalige Torfabbaugebiete, die für den Wasserrückhalt und Naturentwicklung wiedervernässt wurden. So kann die Stadt Groningen trockene Füße behalten, und die Vögel finden geeignete Brutplätze.
Um eine natürliche Dynamik im Gebiet zu simulieren (wichtig für die Brutvögel), wird das Wasser von Jahr zu Jahr an wechselnden Stellen und in unterschiedlichen Mengen gespeichert. Dadurch entsteht ein Mosaik verschiedenartiger Feuchtgebiete, in denen sich nicht nur klassische Wiesenvögel wie Uferschnepfen und Rotschenkel wohlfühlen, sondern auch große Populationen von seltenen Sumpfvögeln wie Weißbart-, Trauer- und Weißflügelseeschwalbe, Stelzenläufer, Seeadler, Schwarzhalstaucher, Rohrdommel und Tüpfelsumpfhuhn. Im Herbst ziehen Vögel in großer Zahl durch das Gebiet, und im Winter hält sich hier meist zumindest ein Raufußbussard auf.

Das Gebiet ist weitläufig und verdient eine mehrtägige Entdeckungstour. Wir beschreiben hier zwei Fahrradrouten, die am Bahnhof Haren starten und zu den besten Vogelbeobachtungspunkten führen. Unterwegs passieren Sie alte Bauernhöfe und gewundene Eichenalleen, es gibt aber auch große Abschnitte durch offenes Polderland und mit wenig Schutz. Optional ist es möglich, mit dem Auto verschiedene Punkte anzufahren und von dort aus kürzere Spaziergänge zu unternehmen.
Geeignete Parkplätze befinden sich bei GPS 53.148142, 6.704575 und 53.166321, 6.670341 (Zuidlaardermeer-Tour) sowie 53.178526, 6.533503 und 53.154372, 6.528679 (Onlanden-Tour). Diese Punkte sind in der Karte eingezeichnet.
Startpunkt: Bahnhof Haren
Die Onlanden und das Gebiet rund um den Zuidlaardermeer beherbergen eine spektakuläre Vogelwelt mit vielen südlichen Arten, wie diesen Weißbartseeschwalben.
Fahrradtour 1: Zuidlaardermeer
Nehmen Sie den Radweg unter dem Bahnhof hindurch, Richtung KP77. Biegen Sie anschließend die zweite Straße rechts ab (Wederikweg) und danach an der Kreuzung die zweite links (Oude Middelhorst). Folgen Sie dieser Straße (die nach einer Rechtskurve in die Straße „Tussenziel“ übergeht) und nehmen anschließend die dritte links (Waterhuizerweg). Am Ende der Straße geht es geradeaus auf dem Radweg weiter in das Zuidlaardermeergebiet hinein.
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Zu Ihrer Linken blicken Sie auf buschiges Grünland, wo sich im Frühjahr die ersten Blaukehlchen zeigen. Im Winter hält sich hier manchmal ein Raubwürger auf. Kleine Durchblicke im Gebüsch auf der anderen Straßenseite (Vorsicht beim Überqueren) bieten Ausblicke auf die Harener Wildnis, wo die ersten typischen Poldervögel zu sehen sind. Halten Sie sich hier nicht zu lange auf, denn Sie erwartet noch viel mehr Sehenswertes.
Fahren Sie weiter bis KP78, wo Sie links abbiegen (Richtung KP28), um dem Radweg unter der Straße hindurch zu folgen.
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Der Radweg führt am Onnerpolder entlang, einem Moorwiesengebiet, das in Zusammenarbeit mit Landwirten als für Wiesenvögel geeigneter Lebensraum bewirtschaftet wird. Hier brüten die „Big Five“ der niederländischen Wiesen: Uferschnepfe, Kiebitz, Rotschenkel, Austernfischer und Großer Brachvogel. Schauen Sie auch gelegentlich nach oben, denn dies ist das Jagdrevier von Seeadlern und während der Zugzeit auch Fischadlern. Entlang des Radwegs kann man mit viel Glück ein Hermelin zu Gesicht bekommen, das hier in recht ordentlicher Zahl vorkommt. An Gräben und kleinen Gewässern sind zahlreiche von Bibern angenagte Baumstämme zu sehen. Von diesem ersten Abschnitt des Radwegs aus ist das Gebiet oft nur schwer einsehbar. Es kann sich lohnen, gelegentlich abzusteigen und den kleinen Deich hinaufzugehen, um nach Schwarzhalstaucher, Knäkente, Trauerseeschwalbe und Weißbartseeschwalbe Ausschau zu halten.
Fahren Sie weiter, bis Sie an einem Weidetor und einem Pumpwerk zu Ihrer Rechten ankommen (3,9km ab KP78). Stellen Sie hier das Fahrrad ab und überqueren Sie den Deich. Nach 800m, kurz hinter einer kleinen Windmühle, nehmen Sie den ersten Pfad rechts zur etwa 200m entfernten Vogelbeobachtungshütte.
Von der Hütte aus blicken Sie auf das zentrale Gewässer des Wiedervernässungsgebietes. Dies ist generell eine vielversprechende Stelle, doch welche Arten zu sehen sind, hängt stark vom Wasser3

stand ab. In der Nähe der Beobachtungshütte schwimmen oft Tafel-, Löffel- und Reiherenten, und mit etwas Glück sind im Frühjahr an den Ufern Knäkenten zu sehen. Im Winter halten sich hier Schellente, Zwergsäger und Gänsesäger auf. Fünf Seeschwalbenarten jagen hier regelmäßig; während der Brutzeit sind Flussseeschwalben häufig, es können aber auch Trauer-, Weißbart- und gelegentlich Weißflügelseeschwalben auftauchen; zur Zugzeit werden häufig Raubseeschwalben beobachtet. Schließlich halten sich an den Schlammbänken und kleinen Inseln neben verschiedenen häufigeren Watvögeln oft auch Stelzenläufer auf.
Kehren Sie zum Fahrrad zurück und setzen Sie Ihre Route fort. Halten Sie sich nach 500m rechts Richtung KP28.
Zu beiden Seiten des Radwegs liegen feuchte Binsenfluren. In manchen Jahren herrscht hier ein reges Treiben von Weißbartseeschwalben und Schwarzhalstauchern, die sich oft nahe am Radweg aufhalten. Nachdem der Radweg nach rechts abbiegt, erreichen Sie einen unübersehbaren Beobachtungsschirm mit Blick über den Polder und wiederum aussichtsreich, was die zuvor genannten Arten betrifft.
Fahren Sie weiter bis zu KP28 und folgen von dort KP25 (um die Route zu verkürzen, kann man hier im Frühjahr und Sommer rechts abbiegen und mit einer Fähre zu KP88 übersetzen, siehe Punkt 8). Kurz bevor Sie KP25 erreichen (nach 2,7km), steht zur Rechten eine auffällige Windmühle. Stellen Sie hier das Fahrrad ab und gehen Sie zum etwas weiter entfernten Aussichtsturm.
In manchen Jahren brütet der Schwarzhalstaucher mit mehreren Dutzend Paaren im Gebiet.

TOURISTISCHE HINWEISE & BEOBACHTUNGSTIPPS
Reisen in den Niederlanden
Es gibt nicht die eine beste Art, innerhalb der Niederlande zu reisen. Das öffentliche Verkehrssystem ist zwar generell gut ausgebaut, Gebiete in der Peripherie sind jedoch trotzdem oft schwer zu erreichen. In manchen Regionen (Zeeland, Friesland, Teilen von Drenthe) fahren nur wenige Busse und Züge. Das Auto ist dann –von Umweltaspekten abgesehen – eine naheliegende Wahl, hat aber den Nachteil, dass viele kleine Straßen und Deiche für motorisierten Verkehr gesperrt sind. Dadurch ist vielerorts das Fahrrad die bessere Alternative. Viele Landschaften eignen sich zudem perfekt zum Radfahren. Weil man langsamer unterwegs ist und jederzeit anhalten kann, sieht man einfach mehr als aus dem Auto. Gleichzeitig ist man deutlich schneller als zu Fuß – ideal für offene Landschaften, die beim Wandern mitunter etwas eintönig wirken können. Oft sind die schönsten Abschnitte dennoch nur zu Fuß erreichbar, da das Wanderwegenetz viel feinmaschiger ist als das Radwegenetz. Auch wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, empfiehlt es sich daher, regelmäßig abzusteigen und kurze Strecken zu Fuß zurückzulegen. Deshalb sind den meisten Radrouten in diesem Buch kleine Spaziergänge hinzugefügt. Wieder andere Gebiete sind ausschließlich zu Fuß oder per Boot erreichbar.
Kurzum: Je nach Situation können alle Verkehrsmittel sinnvoll sein, doch das Fahrrad steht klar im Mittelpunkt. Die größte Bewegungsfreiheit hat man, wenn man ein Fahrrad im Auto mitnimmt oder eines mietet (s.S. 340).
Radfahren in den Niederlanden
Fast überall in den Niederlanden gibt es separate, gut unterhaltene Radwege, auf denen man frei und sicher unterwegs ist – fern vom vorbeirasenden Verkehr. Das Fahrrad ist daher das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel, nicht nur für touristische Ausflüge, sondern vor allem auch für den täglichen Verkehr von A nach B. Viele Wege und Straßen in Naturschutzgebieten sind ausschließlich per Fahrrad (und zu Fuß) zugänglich. Das funktioniert über ein umfangreiches Knotenpunktnetz – eine belgische Erfindung, die so genial einfach ist, dass sie direkt in den Niederlanden übernommen wurde. In diesem Knotenpunktnetz für Radfahrer hat jede Kreuzung von Radwegen eine gut sichtbare Nummer, sodass eine Tour anhand weniger einfacher Nummern geplant werden kann. Das rosige Bild des seligen, sorgenfreien Radfahrens durch die Natur ist in den letzten Jahren allerdings etwas getrübt worden: durch das stark gestiegene Interesse am Radsport und zu schnell fahrende E-Bikes. Dadurch ist es auf den schmalen Radwegen nicht nur voller, sondern aufgrund der Geschwindigkeit mancher Radfahrer auch hektischer und manchmal sogar gefährlicher geworden.
Fahrradverleih
An allen touristischen Orten in den Niederlanden findet man Fahrradverleihe. Eine schnelle Suche im Internet, z.B. über Google Maps („fietsverhuur“ plus Region) liefert zahlreiche Treffer. Besonders auf den Nordseeinseln ist der Fahrradverleih hervorragend organisiert. Fast jeder Besucher ist dort auf einem Mietrad unterwegs. Neben Fahrradverleihen in nahezu jedem Dorf gibt es auch Verleihstellen im Hafen, unmittelbar am Fähranleger. Das Gepäck kann in der Regel zur Unterkunft gebracht werden, sodass man ohne schwere Taschen entspannt herumradeln kann. Besonders attraktiv ist das Verleihsystem der Bahn, das OV-Mietfahrrad. An den meisten Bahnhöfen kann man zu einem moderaten Preis (€4,65 für 24 Stunden im Jahr 2025) einfache Fahrräder ohne Gangschaltung mieten. Der Nachteil dieses Systems ist, dass es nur mit einer persönlichen OV-Fahrradkarte funktioniert. Diese ist für € 7,50 erhältlich, doch die Bestellung dauert einige Tage und ist aus dem Ausland umständlich. Mehr Informationen: ns.nl –> klantenservice –> OV-fiets. Der Nationalpark Hoge Veluwe (Route 19) bietet eine Fahrradnutzung innerhalb der Parkgrenzen, die im Tagesticket inbegriffen ist. Die vom Park zur Verfügung gestellten „weißen Fahrräder“ stehen an den drei Eingängen bereit.
Wandern
Vor allem die Dünen und die Wald- und Heidelandschaften eignen sich hervorragend, um sie zu Fuß zu erkunden. Es gibt ein dichtes Wanderwegenetz, das zu nahezu endlosen Entdeckungen einlädt.
Auch für Fußwege existiert ein Knotenpunktnetz, das genauso funktioniert wie das für Radwege (siehe oben). Wanderwege sind im Allgemeinen sehr gut begehbar. Zu beachten ist nur, dass sie regelmäßig durch Weidegebiete führen, in denen Pferde und Rinder frei herumlaufen. Halten Sie den Hund dort an der Leine – in vielen Naturschutzgebieten ist das sogar Pflicht, da freilaufende Hunde Wild und Brutvögel stören. Seien Sie, besonders im Sommer, auch aufmerksam was Zecken betrifft (s.S. 347).
Exkursionen
Ein Großteil der niederländischen Natur ist auf eigene Faust zu entdecken, doch für einige Besonderheiten, die man nicht verpassen sollte, muss man an einer organisierten Exkursion teilnehmen. Die Exkursionen können darüber hinaus unterhaltsam und lehrreich sein. Neben dem Angebot von Gebietsmanagern wie Staatsbosbeheer, Natuurmonumenten und den provinziellen Landschaftsorganisationen gibt es auch einige kommerzielle Anbieter (siehe Kasten auf Seite 344). Die meisten Exkursionen richten sich an ein niederländischsprachiges Publikum, die Mehrheit der Anbieter gibt jedoch ebenso gut Auskunft auf Englisch. Auch Deutsch wird manchmal gesprochen, verlassen sollte man sich jedoch nicht darauf. Im Folgenden nennen wir Ziele, die einen Besuch absolut wert sind, für den Sie jedoch auf eine organisierte Exkursion angewiesen sind.
1 – Seevogel-Exkursionen

Seevögel beobachtet man am besten vom Boot aus während des Herbstzugs (September–Oktober). Einige Exkursionsanbieter chartern einen Fischkutter und bringen Vogelbeobachter hinaus aufs Meer. Durch das Überbordwerfen von Fischabfällen werden Seevögel angelockt. Verschiedene Möwen, Raubmöwen, Basstölpel und manchmal auch Eissturmvögel „hängen“ hinter dem Boot in der Luft und lassen sich fantastisch fotografieren. Mit etwas Glück gesellt sich ein Sturmtaucher dazu, fliegen ein paar Tordalken, Trottellummen und Seetaucher vorbei – und Sie haben einen großartigen Trip. birdingholland.nl, deltasafari.nl und dagjeindenatuur.nl haben das größte Angebot, doch die Internetsuche wird noch weitere Möglichkeiten zum Vorschein bringen.
2 – Hompelvoet

Hompelvoet ist eine ehemalige Sandbank im Grevelingenmeer (GPS: 51.776139, 3.928833), die eine feste Form annahm, als der Meeresarm 1971 vom Meer abgetrennt wurde. Süßwasser sammelte sich im Untergrund, was das Wachstum eines blütenreichen Dünengraslands begünstigte. Die Top-Art auf Hompelvoet ist die Herbst-Drehwurz, eine seltene Orchidee, die hier in spektakulären Mengen vorkommt – bis zu 45.000 Exemplaren! Sie blüht von Ende August bis in den September. Ein weiteres Highlight ist die Massenblüte einer anderen seltenen Orchidee: des Kleinen Knabenkrauts. Dieses blüht im April, und die Bestände werden auf mehr als 100.000 Exemplare geschätzt. Weitere charakteristische Pflanzenarten sind u.a. Sumpf-Herzblatt, Gelbes Teerkraut, Knotiges Mastkraut, Gewöhnliche Natternzunge und Bitterling. Hompelvoet kann nur im Rahmen einer organisierten Exkursion besucht werden (staatsbosbeheer.nl ) und mit Rücksicht auf die Brutzeit erst nach dem 15. August. Prüfen Sie die Verfügbarkeit rechtzeitig über die Website.
3 – Bootsexkursionen zu De Kreupel

De Kreupel ist eine künstliche Insel im nordwestlichen IJsselmeer. 2003 wurde sie mit Schlick aus der Vertiefung des Fahrwassers zwischen Amsterdam und dem friesischen Lemmer aufgespült. Seitdem wird die Insel vegetationsfrei gehalten, damit sie ein optimaler Lebensraum für Brutvögel offener Sandflächen bleibt.
Die Vögel entdeckten De Kreupel schnell. Heute beherbergt die Insel die größte Kormorankolonie der Niederlande, und es brüten in wechselnder Zahl Schwarzkopfmöwen. Um 2010 beherbergte De Kreupel kurzzeitig eine der größten Flussseeschwalbenkolonien Europas, die Vögel sind jedoch größtenteils weitergezogen, u.a. zu den Markerwadden (Route 5).
Im Spätsommer ist De Kreupel für kurze Zeit ein wichtiger Schlafplatz für Trauerseeschwalben, die aus ganz Europa ins IJsselmeer und Wattenmeer kommen, um sich Fettreserven anzufressen, bevor sie nach Westafrika fliegen.
Unter anderem bietet Staatsbosbeheer Bootsexkursionen als Umrundung von De Kreupel an.
LISTE DER VÖGEL
Die Zahlen in den Klammern () beziehen sich auf die Routen (R) und Nebenziele (Z) ab Seite 145.
Schwäne, Gänse und Enten Der Höckerschwan ist ein häufiger Brutvogel an Süßwasserseen. Zwergschwan und Singschwan sind Wintergäste, vor allem am Lauwersmeer, im Biesbosch und an den Veluwerandseen (R7, R10, R17). Graugans und Kanadagans sind ganzjährig häufig in Feuchtgebieten und Grünländern anzutreffen. Im Winter ist die Blässgans auf Äckern im ganzen Land häufig (große Zahlen bei den Rijnstrangen, Z34). Die Tundrasaatgans ist seltener, und große Anzahlen sind Drenthe und dem angrenzenden Groningen vorbehalten (u.a. R12, R15 und Z27, Z28). Weißwangengans und Ringelgans sind vor allem entlang der Küste zu finden (R1, R8, R9, R10). Die Kurzschnabelgans kommt selten und nur lokal, schwerpunktmäßig in Südwestfriesland (R11). Die Zwerggans ist selten und nur an der Westküste zu finden (Z2, Z7). Rothalsgans, Taigasaatgans, Schneegans und Zwergschneegans tauchen als Irrgast auf.
Die Nilgans ist eine nicht-heimische Art, inzwischen aber in den gesamten Niederlanden verbreitet. Die Brandgans ist ein häufiger Vogel von Seen, Marschland und Dünen (R1, R8) und oft an den großen Flüssen zu finden. Rostgänse werden immer öfter beobachtet, mit auffälligen Dichten in NordLimburg und Groningen. Stockente, Schnatterente, Reiherente, Tafelente und Löffelente brüten regelmäßig in den meisten Feuchtgebieten und sind ganzjährig anwesend. Die Kolbenente brütet in Dünenseen (Z5) und rund um das IJsselmeer (R4 und R17). Der Mittelsäger ist ein seltener Brutvogel und ziemlich häufiger Wintergast in Zeeland (R8). Die Knäkente ist ein Brutvogel von Feuchtwiesen und

Mooren (R4, R7, R12, R17 und Z28). Pfeifenten halten sich im Winter recht häufig in den Poldern auf. Spießente, Zwergsäger, Schellente, Bergente und Gänsesäger sind Winterenten großer Wasserflächen, insbesondere des IJsselmeers (R4, R5, R10, R11, R12, R20, Z18, Z19)). Trauerenten sind im Winter auf dem Meer häufig, dazwischen taucht sehr vereinzelt die Samtente auf (R1, R8, R9). Die Eiderente ist eine häufige Ente der Küste und des Wattenmeers (R1, R9, R10). Die Eisente ist ein relativ seltener Wintergast im Wattenmeer und in Zeeland (R8).
Hühnervögel Das Rebhuhn ist ganzjährig eine ziemlich seltene Art der Äcker, besonders in Zeeland und auf den Sandböden. Die Wachtel kann als Brutvogel in vielen Grünländern auftauchen, erreicht ihre höchsten Dichten aber im Nordosten (R12 und R13). Fasane kommen in den gesamten Niederlanden vor, am häufigsten in Zeeland und auf den Nordseeinseln (R1, R8 und R9). Das Birkhuhn kommt nur auf dem Sallandse Heuvelrug vor.
Seetaucher und Lappentaucher Sterntaucher sind im Winter ziemlich häufig, Prachttaucher selten und Eistaucher sehr selten. Für alle Seetaucher gilt, dass sie meist entlang der Küste und manchmal auf großen Binnengewässern zu finden sind (R8; Z3). Der Haubentaucher ist ganzjährig auf fast allen Gewässern und sogar den Grachten großer Städte weit verbreitet. Im Winter kommt er auch auf Salzgewässern entlang der Küste vor. Zwergtaucher sind ganzjährig relativ häufig auf flachen, vegetationsreichen Gewässern. Der Schwarzhalstaucher ist ein seltener Brutvogel von Dünen- und Moorseen (R12, R14, R15; Z5) und überwintert häufig in Zeeland (R8, Z13). Der Rothalstaucher brütet auf Ameland und in Diependal (Z22, Z26) und überwintert entlang der Küste. Der Ohrentaucher ist ein ziemlich seltener Wintergast, vor allem in Zeeland (R11, Z13).
Sturmtaucher, Basstölpel und Sturmvögel Dunkler Sturmtaucher, Atlantiksturmtaucher und Wellenläufer sind selten und werden vor allem im Herbst bei starkem auflandigem Wind an der Küste gesehen. Basstölpel kommen manchmal in größeren Zahlen auf dem Meer vor, besonders von August bis Dezember (R1 und R8, Z3 und Z9).
Kormorane Kormorane sind weit verbreitet. Die Krähenscharbe ist ein seltener Wintergast der Küste, vor allem in Häfen und auf steinigen Dämmen (R8; Z3, Z9).
Störche, Flamingos, Löffler und Brauner Sichler Der Weißstorch ist entlang der Flüsse und im Nordosten des Landes häufig (Route 7, 12, 13, 16, 17 und 20). Jährlich werden auch ein paar Schwarzstörche beobachtet, vor allem nach der Brutzeit in Flussnähe. Eine gemischte Population Chileflamingos und Rosaflamingos brütet im Zwillbrocker Venn (Deutschland) und zieht über die Randseen (R17) nach Zeeland (R8). Löffler brüten vor allem im Tiefland und verbreiten sich später im Jahr entlang der Flüsse (R1, R6, R7, R8, R9, R10, R12, R16, R17; Z2, Z10). Der Braune Sichler wird immer öfter im Tiefland gesehen, ist aber noch kein Brutvogel. Reiher, Kuhreiher und Rohrdommeln Der Nachtreiher ist ein seltener Brutvogel in Middelburg (Z13) und Amsterdam, der sporadisch auch in anderen Feuchtgebieten brütet. Die Zwergdommel ist ein seltener Brutvogel der Röhrichte und schwierig an feste Standorte zu koppeln. Rohrdommeln sind in großen Röhrichten ziemlich weit verbreitet (aber nicht leicht zu finden; R4, R6, R7, R10,
CROSSBILL GUIDES FOUNDATION

Das kleine, flache Land an der Nordsee – die Niederlande – hat in Sachen Natur eine Menge zu bieten. Weitläufige Moore, Wattflächen, Flüsse und Stillgewässer ziehen Vögel aus ganz Europa an. Das milde Winterklima und die nährstoffreichen Böden bieten unzähligen Arten einen idealen Lebensraum. Jahrhunderte der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Natur haben zudem einzigartige Landschaften hervorgebracht, in denen eine reiche Flora und Fauna ihren Platz gefunden haben.
Auf 20 ausführlich beschriebenen Rad- und Wanderrouten sowie an 39 Nebenzielen lässt sich die Natur der Niederlande entdecken.
• Der Reiseführer, der Sie über Wildblumen, Tagfalter, Vögel und andere Tierarten informiert
• Routen, Informationen zum Ökotourismus und Beobachtungstipps
• Wissenswertes über Landschaft, Geologie und Ökologie
„Der Crossbill Guide liefert spannende Informationen als Grundlage für die perfekte Naturbeobachtung auf machbaren Routen. Ein Feldführer, wie es ihn im deutschen Sprachraum noch nicht gab und wie man ihn sich immer gewünscht hat.”
Jan Haft – Autor / Naturfilmer
(u.a. „Magie der Moore” und „Unsere Wälder”)


