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CHEMUNITY – Ausgabe 2/2025 Das Magazin der chemischen Gewerbe in Wien

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DAS MAGAZIN DER INNUNG DER CHEMISCHEN GEWERBE 02/2025

MADE IN AUSTRIA

STÄRKE DURCH QUALITÄT UND HERKUNFT

VERSORGUNG SICHERN

DIE SITUATION UM ROHUND AUSGANGSSTOFFE IN UNSEREM FOKUS

VON MORGEN INNOVATION UNTER DRUCK

NEUE TECHNOLOGIEN, STRENGE REGULATORIEN

EIN KONTO FÜR ALLE FÄLLE.

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INHALT EDITORIAL

Liebe Leser:innen,

in dieser Ausgabe steht „Made in Austria –Made in Vienna“ im Fokus. Doch was bedeutet dieses Gütesiegel tatsächlich? Wir beleuchten dieses Thema für Sie aus unterschiedlichen Perspektiven.

In der Kosmetik- und Pharmaproduktion zeigt sich dabei eine Ambivalenz: Während das Handwerk, das Wissen und die Marken aus Österreich stammen, fehlen oft heimische Grundstoffe.

Im Rückblick auf unsere „Sense of Beauty Vienna“-Messe lesen Sie alles über den erfolgreichen Event, der für Schönheit, Handwerk und Wohlgefühl steht, und über Wiener Kosmetikmacher:innen im Wandel der Zeit.

Vom digitalen Monitoring in der Schädlingsbekämpfung – als nachhaltige Alternative zu Bioziden – bis zu naturinspirierten Hightech-Formulierungen reicht das Spektrum unseres Artikels zur Schädlingsbekämpfung.

Ergänzend dazu finden Sie Infos zu Ihrer Unterstützung durch Wirtschaftsagenturen, Förderstellen und spezialisierte Netzwerke – denn „Made in Austria“ ist mehr als ein Label. Es ist ein Versprechen, das gelebt werden will.

Viel Freude beim Lesen von ChemUnity!

Mag. Wolfgang Lederhaas Innungsmeister Landesinnung Chemische Gewerbe, Wirtschaftskammer Wien

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MADE IN AUSTRIA 6

LEISTUNGSSTRATEGIEN ZUR VERSORGUNGSSICHERHEIT

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SENSE OF BEAUTY VIENNA

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WIENER KOSMETIK –DAS ERBE DER SCHÖNHEIT

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LABORFACHKRÄFTE VON MORGEN

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BIOZIDE MADE IN AUSTRIA

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IST DIE ZUKUNFT DIGITAL?

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FACHKOMPETENZ UND EXPERT:INNENWISSEN

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GEMEINSAM FÜR DIE ZUKUNFT

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EIN PRICKELNDER ABEND DER ERFOLGSBILANZ

Impressum

Medieninhaber:

Land Oberösterreich

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EXPORT – ABER WIE?

Herausgeber:

Impressum

Amt der OÖ Landesregierung

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Amt der OÖ Landesregierung

Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft

Medieninhaber: Land Oberösterreich

FÖRDERUNGEN FÜR DIE BRANCHEN

Abteilung Wasserwirtschaft

Kärntnerstraße 12, 4021 Linz

Herausgeber: Amt der OÖ Landesregierung

Tel.: (+43 732) 7720-12424

Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft

E-Mail: ww.post@ooe.gv.at

Abteilung Wasserwirtschaft

Projektleitung:

Kärntnerstraße 12, 4021 Linz

Dipl.-Ing. Christian Kneidinger (Abt. WW)

Tel.: (+43 732) 7720-12424

Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft

Abteilung Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht

Kärntnerstraße 12, 4021 Linz

Tel.: (+43 732) 7720-12599

E-Mail: auwr.post@ooe.gv.at

Amt der OÖ Landesregierung Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft Abteilung Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht Kärntnerstraße 12, 4021 Linz Tel.: (+43 732) 7720-12599

Projektbegleitung:

E-Mail: ww.post@ooe.gv.at

Dipl.-Ing. Gerald Steindlegger (Steindlegger ISS – Integrated Sustainability Solutions)

Projektleitung:

AutorInnen:

Dipl.-Ing. Christian Kneidinger (Abt. WW)

Dipl.-Ing. Christian Kneidinger (Abt. WW)

Projektbegleitung:

Dipl.-Ing. Gerald Steindlegger (Steindlegger ISS)

Dipl.-Ing. Klaus Wachtveitl (Abt. WW)

AutorInnen:

MMag.a Astrid Wagner (Abt. AUWR)

Dipl.-Ing. Christian Kneidinger (Abt. WW)

Dipl.-Ing. Gerald Steindlegger (Steindlegger ISS)

Dipl.-Ing. Klaus Wachtveitl (Abt. WW)

MMag.a Astrid Wagner (Abt. AUWR)

Dipl.-Ing. Gerald Steindlegger (Steindlegger ISS – Integrated Sustainability Solutions)

Fotos/Illustrationen: Land OÖ/Abt. Wasserwirtschaft ٠ Bayerisches Landesamt für Umwelt ٠ ©Trueffelpix - stock.adobe.com ٠ ©alexandrink1966 - stock.adobe.com ٠ ©Alex from the Rockstock.adobe.com ٠ ©Olivier Le Moal - stock.adobe.com ٠ ©Gajus - stock.adobe.com ٠ ©Robert Kneschke - stock.adobe.com ٠ ©smolaw11 - stock.adobe.com ٠ ©fotomek - stock.adobe.com

Fotos/Illustrationen: Land OÖ/Abt. Wasserwirtschaft ٠ Bayerisches Landesamt für Umwelt

Grafik/Layout: Julia Tauber

Art-Direktion: Gabriele Hübler

©Trueffelpix - stock.adobe.com ٠ ©alexandrink1966 - stock.adobe.com

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Die Landesinnung Wien der Chemischen Gewerbe, Straße der Wiener Wirtschaft 1, 1020 Wien, Österreich. Produzent / Hersteller: Fa. Christian Lerner, Löwengasse 45/5, 1030 Wien. Herstellung: Druckerei Haider, Schönau im Mühlkreis. Gedruckt in Österreich. Coverfoto: Stocksy. Redaktion: Irmie Schüch-Schamburek, Michaela Hocek, Claudio Honsal, Manuela Tiefnig, Eva Mang. Lektorat: Textfein.at.

Druck: Druckerei Haider Manuel e.U.

©Alex from the Rockstock.adobe.com ٠ ©Olivier Le Moal - stock.adobe.com

©Gajus - stock.adobe.com ٠ ©Robert Kneschke - stock.adobe.com ٠ ©smolaw11 - stock.adobe.com

1. Auflage, Mai 2021

E-Mail: auwr.post@ooe.gv.at Österreichisches

©fotomek - stock.adobe.com

umweltzeichen 1157.indd 1 12.10.16 11:41 gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens, Druckerei Haider Manuel e.U., UW 1157

Grafik/Layout: Julia Tauber

Um we lt zeichen UW 1157

Druck: Druckerei Haider Manuel e.U.

Dank für die Mitarbeit an: Mag. Markus Einberger, Mag. Roland Graspon, Mag.a Ulrike Steinmair, Dipl.-Ing. Franz Josef Stiebitzhofer, Mag. Johannes Weichselbaumer, Dr. Harald Wimmer

1. Auflage, Mai 2021

Dank für die Mitarbeit an:

Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie unter: www.land-oberoesterreich.gv.at/datenschutz

Mag. Markus Einberger, Mag. Roland Graspon, Mag.a Ulrike Steinmair, Dipl.-Ing. Franz Josef Stiebitzhofer, Mag. Johannes Weichselbaumer, Dr. Harald Wimmer

Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie unter: www.land-oberoesterreich.gv.at/datenschutz

Foto: Mark Glassner

MADE IN AUSTRIA

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu zeigen, dass Sie ein österreichisches Unternehmen sind und diese Gegebenheit auch für ihren unternehmerischen Erfolg zu nutzen. Wichtig ist die Unterscheidung ob Produkte in Österreich hergestellt wurden, a la „Made in Austria“ oder ob Sie nur allgemein vermitteln wollen „Hier ist Österreich“, sprich, hier haben Sie es mit einem österreichischen Unternehmen zu tun. Beides kann sinnvoll sein. Hier ein kurzer Überblick:

BEZEICHNUNG „MADE IN AUSTRIA“

Innerhalb Österreichs und der Europäischen Union besteht kein genereller Zwang, Ursprungsangaben zu verwenden. Deshalb sind in der österreichischen Rechtsordnung direkt keine rechtlichen Regeln für das Anbringen bzw. die Verwendung der Herkunftsbezeichnung „Made in Austria“ definiert. Die Kennzeichnung einer Ware mit „Made in Austria“ erfolgt damit in den meisten Fällen freiwillig auf eigene Verantwortung des/der Hersteller:in. Wichtig ist aber folgendes zu beachten: Nach Wettbewerbsrecht darf eine Herkunftsangabe nicht irreführend sein (Irreführungsverbot). „Made in Austria“ ist nur

zulässig, wenn ein wesentlicher Teil der Herstellung in Österreich stattgefunden hat und der verständige Durchschnittsverbraucher die Angabe nicht anders verstehen würde. Bei Eigenerzeugung ist der Grad der Verarbeitungstiefe in Österreich entscheidend. Im Zollrecht festgelegte „Minimalbehandlungen“ sind keinesfalls geeignet, um eine Ware als „Made in Austria“ zu kennzeichnen. Darunter fällt beispielsweise ein einfaches Entstauben, Sieben,Sortieren, Waschen, Zerschneiden oder ein Zusammenfügen von Teilen einer Ware zu einer vollständigen Ware. Im Normalfall sollte bei Eigenproduktion einer Ware die Erzielung des nichtpräferenziellen Ursprungs als wichtiger Anhaltspunkt ausreichen. So gelten Waren, die vollständig in Österreich gewonnen oder hergestellt worden sind, automatisch als nichtpräferenzielle Ursprungswaren Österreichs. Unter Herstellung wird laut Oberstem Gerichtshof (OGH) mehr verstanden als Planung und Kontrolle oder die Gestaltung des Designs.

WAS BEDEUTET DAS URSPRUNGSZEUGNIS FÜR

UNTERNEHMER:INNEN

In vielen Ländern ist es am Zielmarkt vorgeschrieben, dass das importierende Unternehmen ein Ursprungszeugnis vorlegt. Es ist ein formaler Nachweis, mit dem der Ursprung der Ware objektiv nachgewiesen wird. Die amtlich zuständige Stelle für dieses gebräuchliche Dokument im internationalen Handel, das auf Papier und elektronisch ausgestellt wird, ist die Wirtschaftskammer. Kund:innen kennen es ebenfalls und schätzen den Nachweis in Form eines Ursprungszeugnisses.

Hier erfahren Sie alles rund um den Antrag:

DAS AUSTRIA-A UND WIE SIE ES FÜR IHREN AUFTRITT NUTZEN KÖNNEN

Das Austria-A ist eine in Österreich rechtlich geschützte Wort- und Bildmarke, die sich im Eigentum der Wirtschaftskammer Österreich befindet. Sie darf von allen Mitgliedern der Wirtschaftskammer Österreich unter Einhaltung der Nutzungsrichtlinien verwendet werden. Das Austria-A ist ein werbliches Orientierungszeichen für österreichische Unternehmen. Der Unterschied zu „Made in Austria“ ist, dass das Austria-A nicht auf Produkten, Waren oder beigelegten Zertifikaten abgebildet

„Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die österreichische Rechtsordnung keine genauen Regeln für das Anbringen bzw. die Verwendung der Herkunftsbezeichnung „Made in Austria“ definiert“

werden darf. Austria-A ist für Werbematerial, Drucksorten, Werbekampagnen, Messestände, Websites, Informationsunterlagen zum Unternehmen etc. geeignet. Die Verwendung muss der Wirtschaftskammer Österreich im Sinne des Markenschutzes und für statistische Zwecke gemeldet werden. Das Austria-A ist ein reines Image- und Orientierungszeichen nach dem Motto: „Hier ist Österreich!“. Es besitzt eine klare Identifikationsfunktion, ist aber weder Herkunftszeichen noch ein Qualitäts- oder Gütezeichen. Es soll zeigen: „Das ist ein österreichisches Unternehmen bzw. eine österreichische Dienstleistung“ und nicht: „Dieses Produkt stammt aus Österreich.“ Es ist eine starke Marke, die für Qualität und Innovationskraft steht und für ihren Werbeauftritt kostenlos genutzt werden kann.

Beides, sowohl „Made in Austria“ als auch Austria-A, sind gut sichtbare Qualitätshinweise für österreichische Unternehmen und können – richtig eingesetzt – ihren unternehmerischen Erfolg verstärken.

Nutzen Sie als österreichisches Unternehmen das Austria-A für Ihren Werbeauftritt.

VERSORGUNG BEGINNT

BEIM URSPRUNG

Der Ruf nach mehr Pharma- und Kosmetikproduktion im Inland ist laut – doch ohne heimische Rohstoffe bleiben selbst modernste Fabriken leer. Warum eine nationale Rohstoffstrategie entscheidend für die Versorgungssicherheit ist.

Ohne verlässliche Roh- und Ausgangsstoffe bleibt jede Pharma- und Kosmetikproduktion verwundbar.

Wer heute in Ausgangsstoffe investiert, reduziert morgen Engpässe und macht den Standort und das regionale Gesundheitssystem krisenfester.
Dr.

Anna K. Bräuer-Provasnek, Mitglied im Landesinnungsausschuss

Ob Medikamente, Desinfektionsmittel oder Kosmetikprodukte: Ihre Produktion beginnt nicht in der Fabrik, sondern beim Rohstoff. Genau dort liegt ein oft unterschätzter Schwachpunkt der Versorgungssicherheit in Österreich. Denn fast alle Ausgangsstoffe für die Pharma- und Kosmetikherstellung kommen aus dem Ausland – ein Großteil davon aus China. Selbst neue Produktionsstandorte in Europa können ohne diese Rohstoffe nicht liefern.

„Der Bau von Fabriken allein reicht nicht“, sagt Dr. Anna K. Bräuer-Provasnek. „Wir brauchen eine nationale Rohstoffstrategie, die die Produktion von Hilfs- und Wirkstoffen in Österreich gezielt fördert.“

Ein Blick auf die Zahlen bestätigt ihre Einschätzung: Laut EU-Kommission stammen bis zu 80 % der aktiven pharmazeutischen Wirkstoffe (APIs) aus China oder Indien. Noch höher liegt der Anteil bei Hilfsstoffen wie Bindemitteln, Emulgatoren, Füllstoffen oder Lösungsmitteln. Die Abhängigkeit betrifft aber nicht nur Arzneimittel: Auch Kosmetika basieren auf einer Vielzahl von Inhaltsstoffen, deren Ursprung oft außerhalb Europas liegt.

Dabei gäbe es Alternativen. Österreich verfügt über funktionierende Bioökonomie-Strukturen, etwa in der Stärkederivate-Produktion (z. B. aus Mais und Weizen), der Zucker- und Alkoholherstellung sowie in der Gewinnung pflanzlicher Extrakte und Öle. „Diese heimischen Ressourcen könnten als pharmazeutische Hilfsstoffe qualifiziert werden“, betont Dr. Bräuer. „Wir haben dafür die Infrastruktur, das Know-how und ein hohes Qualitätsbewusstsein.“

Natürlich kann nicht alles lokal erzeugt werden – vor allem nicht komplexe Wirkstoffe. Aber viele wichtige Bestandteile lassen sich durchaus in Österreich oder zumindest in der EU gewinnen, verarbeiten und lagern. So ließen sich kritische Lieferketten verkürzen und Abhängigkeiten minimieren.

MÖGLICHKEITEN, DIE ROHSTOFFINDUSTRIE ZU UNTERSTÜTZEN:

1. Rohstoff-Förderfenster schaffen: Produktionslinien für Hilfsstoffe wie Bioethanol, Glycerin, Extrakte oder Lösungsmittel gezielt aufbauen und mit GMP/GDP-Standards qualifizieren.

2. Genehmigungen beschleunigen: Bioökonomie-Projekte für Rohstoffe aus Fermentation, Extraktion oder stärkehaltigen Pflanzen rasch ermöglichen.

3. Öffentliche Beschaffung anpassen: Resilienz-Kriterien einführen, etwa Punktvorteile für regional gesourcte Rohstoffe und Lieferantenvielfalt.

4. Cluster-Initiative etablieren: Ein nationales Netzwerk „Pharma & Cosmetics Inputs Austria“ für Know-how, gemeinsame Standards, Austausch und Qualifizierung von Rohstoffen.

FAZIT

Ohne eigene Rohstoffe bleibt Österreichs Pharma- und Kosmetikbranche im Krisenfall verwundbar. Wer heute in regionale Stoffströme investiert, sichert morgen den Standort und die Gesundheit der Bevölkerung. Es ist Zeit für eine echte Rohstoffstrategie made in Austria.

PHARMA

SENSE OF BEAUTY VIENNA

Die WKW hat mit der „Sense of Beauty Vienna“ einen Event geschaffen, der weit über eine klassische Messe hinausgeht – ein Erlebnis, das seinen Mitgliedern gewidmet ist und ihnen eine Bühne bietet, auf der ihre Marken in bestem Licht erstrahlen können.

v. l. n. r.: Erich Mähnert, Innungsmeister der Fußpfleger:innen, Kosmetiker:innen und Masseur:innen, Vizepräsidentin Wirtschaftskammer Wien KommR Margarete Kriz-Zwittkovits, Spartenobfrau Abg. z. NR KommR MMst. Mag. (FH) Maria Elisabeth Neumann, Mag. Wolfgang Lederhaas, Innungsmeister der Landesinnung Chemische Gewerbe, Wirtschaftskammer Wien

Das elegante Ambiente der Orangerie Schönbrunn bot den perfekten Rahmen für die Präsentation der feinen Beauty- & Wohlfühlprodukte.

„Es hat sich schon herumgesprochen, dass man auf der ‚Sense of Beauty‘Messe nicht nur eine feine Auswahl einzigartiger Kosmetikprodukte kennenlernen und kaufen kann. Besonders geschätzt wurde auch der rege Austausch direkt mit den Hersteller:innen, der für Besucher:innen wie Aussteller:innen gleichermaßen einen besonderen Anreiz zum Messebesuch bot.“

Mag. Wolfgang Lederhaas, Innungsmeister Chemische Gewerbe

Rund 1.000 Besucher:innen flanierten im bezaubernden Ambiente der Schönbrunner Orangerie, um eine Vielfalt hochwertiger Beauty-Experiences zu erleben. Das Repertoire reichte von feiner Nischen-, Wirkstoff- sowie Biokosmetik über handgefertigte Seifen, exklusive Parfums und duftende Öle bis zu funkelnden Nageldesigns und exklusiver Haarpflege. Darüber hinaus erhielten sie wertvolle Informationen zu Dienstleistungen wie TCM, IPL, Massage, Tattoos und Permanent-Make-up.

Diese Messe für Schönheit, Handwerk und Wohlgefühl vereinte auf einzigartige Weise die Expertise der Fußpfleger:innen-, Kosmetiker:innen- und Masseur:innen-Innung mit der Innovationskraft der österreichischen Kos-

metikhersteller:innen des Chemischen Gewerbes – eine Symbiose, wie man sie in dieser Form kaum findet. Die Veranstaltung bewegt sich elegant zwischen Fachmesse und Publikumsformat: So bot sie Branchenprofis die Möglichkeit, hochkarätigen Vorträgen zu folgen und neueste Entwicklungen zu diskutieren. Interessierte Besucher:innen hatten die Gelegenheit, technische Geräte für Kosmetik und Massage aus nächster Nähe zu begutachten – ergänzt durch Schauwerkstätten, die faszinierende Einblicke in die Anwendungspraxis gaben. Ein weiteres Highlight war die Möglichkeit, mit den Masterminds der Produkte und Dienstleistungen persönlich ins Gespräch zu kommen und so hautnah hinter die Kulissen der ausgestellten Marken zu blicken.

„Nachhaltigkeit, Clean Beauty und Biokosmetik sind mittlerweile Megatrends. Das spiegelt sich auch im Angebot der diesjährigen Aussteller:innen wider.“

Ein besonderes Highlight war der hautnahe und herzliche Austausch zwischen den Aussteller:innen und den Messebesucher:innen.

Die Besucher:innen bewegen sich frei durch eine harmonisch gemischte Ausstellung, ohne streng getrennte Bereiche – ein Konzept, das Austausch und Entdeckung fördert. Die Resonanz war entsprechend eindrucksvoll, erklärt Innungsmeister Wolfgang Lederhaas: „Immer wieder bildeten sich Schlangen vor den Erlebnis-Stationen. Menschen warteten geduldig, um eine Analyse

oder Demonstration zu erleben – ein klares Zeichen für das große Interesse und die gelungene Gestaltung des Formats.“

In Wien gibt es derzeit keine andere Messe, die den Kosmetikhersteller:innen eine derart fokussierte Bühne bietet. Es existieren zwar größere, internationale Formate – doch die „Sense of Beauty“-Messe widmet sich mit besonderer Hingabe den kleinsten Betrieben, jenen feinen Manufakturen, die oft aus budgetären Gründen nicht am konventionellen Messebetrieb teilnehmen würden. Hier jedoch erhalten sie dank fairer Konditionen und einer ästhetischen Umgebung die Chance, sich wertig und wirkungsvoll zu präsentieren.

Denn anders als bei kommerziell ausgerichteten Formaten, deren Fokus klar auf Gewinnmaximierung liegt, stand für die WK ein ganz anderes Ziel im Zentrum: erstklassiger Support für die Aussteller:innen. Damit die präsentierten Marken umso stärker glänzen, wurde mit der Orangerie ein edler Rahmen gewählt, der Raum, Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit schenkte – und das zu Konditionen, die weit unter jenen vergleichbarer Marktformate liegen. Es ist ein Servicegedanke, der sich durch jedes Detail zieht: ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ergänzt durch hochkarätige Vernetzungsmöglichkeiten mit Journalist:innen und möglichen Kund:innen.

„Das Feedback der Aussteller:innen fiel durchweg positiv aus“, so Innungsmeister Wolfgang Lederhaas: „Besonders geschätzt wurden die vielfältigen Möglichkeiten, direkt mit den Kund:innen in Kontakt zu treten. Zudem entwickelte sich der Verkauf während der Messe im Vergleich zur ersten Ausgabe äußerst erfreulich und auch die fachkundigen Beratungsangebote wurden vom Publikum vermehrt genutzt.“

IMPRESSIONEN VON DER „SENSE OF BEAUTY VIENNA“

WIENER KOSMETIK –DAS ERBE DER SCHÖNHEIT

Wien blickt nicht nur auf eine reiche Kosmetiktradition zurück, sondern zeichnet sich bis heute durch feine, lokale Beautyprodukte aus, die mit erlesenen Inhaltsstoffen und luxuriösen Texturen ein einzigartiges Wohlgefühl schenken.

„Manches

wird genauso klassisch-traditionell produziert wie damals, Leimseifen beispielsweise.“

„Die Bedeutung als Wirtschaftsstandort für Kosmetikprodukte ist sicher so alt wie die Stadt selbst“, so Wolfgang Lederhaas, Innungsmeister Chemische Gewerbe. Doch anfangs gab es keine professionelle Kosmetikindustrie. Man mischte üblicherweise tierische Fette mit Kräuterauszügen, denen man heilende oder verschönernde Eigenschaften zuschrieb. Diese Salben wurden oft in Apotheken nach individuellen Rezepten hergestellt oder im Haushalt selbst angerührt.

Die ersten professionellen Seifensieder in Wien lassen sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Herstellung von Parfums und feineren Kosmetikprodukten kam in Wien erst mit dem Aufstieg des Adels und dem Einfluss des französischen und italienischen Hofes auf. Eine Schlüsselrolle spielte Kaiserin Eleonora Gonzaga, die – so heißt es – im 17. Jahrhundert eine Seifensiederei im heutigen Bezirk Landstraße gründete. Sie brachte italienische „Seifenkünstler“ nach Wien, die erstmals parfümierte Luxusseifen und Puder herstellten. Dies kann als der eigentliche Beginn der Wiener Luxuskosmetik-Tradition angesehen werden.

Die ersten Parfümerien, Kosmetiksalons und k. u. k. Hoflieferanten nach Pariser Vorbild etablierten sich im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie prägten den Ruf Wiens als Zentrum für exklusive Düfte und Schönheitsprodukte. „Damals gab es auch schon am Stadtrand erste Fabriken, die nicht nur Seifen, sondern üblicherweise auch Kerzen herstellten“, so der Innungsmeister.

Mit dem wachsenden Wohlstand des Bürgertums und dem luxuriösen Leben am kaiserlichen Hof entstanden die ersten professionellen Kosmetikhersteller, etwa „J. B. Filz“ (gegr. 1809) oder Wilhelm Sirk (gegr. 1867). Sie boten nicht nur Düfte, sondern auch eine breite Palette an Pflegeprodukten an. Kaiserin Sisi war berühmt für ihren aufwendigen Schönheitskult. Ihre bevorzugte Creme war die „Crème Céleste“, eine Cold Cream auf Basis von weißem Wachs, Mandelöl und Rosenwasser, die sie in der Hofapotheke anfertigen ließ.

Dieses Erbe an Handwerkskunst und Eleganz prägt bis heute Wiener Kosmetikmanufakturen, die traditionelle Rezepturen mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Innovationen verbinden und teilweise weltweit exportieren. Feine Seifensiedereien zählen ebenso dazu wie exklusive Wirkstoff- und Biokosmetik sowie dekorative Kosmetik.

„Manches wird genauso klassisch-traditionell produziert wie damals, Leimseifen beispielsweise“, weiß Wolfgang Lederhaas. „Aber natürlich gibt es auch modernere Zugänge: Vakuummaschinen, die im Vakuum ohne Lufteinschluss Cremen emulgieren können, sowie viele weitere technische Aufrüstungen.“ Auch bei den Rohstoffen hat sich viel getan. Green Chemistry oder Hightech-Rohstoffe ermöglichen heutzutage weitaus bessere Resultate – sowohl in ihrer Wirkmächtigkeit als auch als Wohlfühltexturen.

So schließt sich der Kreis von den duftenden Salben der Kaiserin bis zu den innovativen Beautyprodukten von heute. Das beweist: Wiener Kosmetik war schon immer eine Frage von Zeitgeist, Qualität und Leidenschaft für Schönheit.

LABORFACHKRÄFTE VON MORGEN

Absolvent:innen mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg werden jährlich auf der Fachgruppentagung der Landesinnung Wien der Chemischen Gewerbe geehrt.

Chemische Laboratorien leisten täglich Präzisionsarbeit: Sie analysieren Stoffe, prüfen Produkte, sichern Qualität und schützen Umwelt und Gesundheit. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht die Branche bestmöglich ausgebildeten Nachwuchs.

Wichtige Werte können nur dann weitergetragen werden, wenn junge Menschen die Chance bekommen, sie zu erlernen. Lehrlinge sind somit eine Investition in die Zukunft Ihres Betriebes. Sie bringen frische Ideen, Begeisterung für Naturwissenschaften und ein hohes Maß an Lernbereitschaft mit. Gerade im Laborbereich, wo Erfahrung und Genauigkeit zählen, ist es entscheidend, Wissen frühzeitig weiterzugeben. Unterstützen Sie junge Talente auf ihrem Weg – werden Sie Lehrbetrieb und ge-

„Laborfachkräfte sind das Fundament für Fachkompetenz und Qualität.“
Foto: Max Slovencik
„Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft unserer Branche. Lehrlinge bringen neues Wissen, Neugier und Begeisterung in die Betriebe – und das ist unbezahlbar.“

Mag. Wolfgang Lederhaas, Innungsmeister Chemische Gewerbe

stalten Sie mit uns die nächste Generation qualifizierter Chemielabortechniker:innen.

GUTE BERUFSAUSSICHTEN

Die Lehre im chemischen Labor ist anspruchsvoll, vielseitig und bietet jungen Menschen einen sicheren Beruf mit Perspektive. Lehrlinge lernen, Proben zu nehmen, Messungen durchzuführen, Ergebnisse zu interpretieren und mit modernster Labortechnik umzugehen. Die Ausbildung vermittelt dabei nicht nur Fachwissen, sondern auch Verantwortungsbewusstsein – denn im Labor geht es oft um sicherheitsrelevante oder umweltkritische Themen. „Es freut uns besonders, dass wir jedes Jahr im Rahmen der Fachgruppentagung jene Absolventinnen und Absolventen ehren dürfen, die in Wien ihre Lehrabschlussprüfung in der Labortechnik mit gutem oder

ausgezeichnetem Erfolg bestanden haben. Diese jungen Fachkräfte sind das beste Beispiel für die hohe Qualität der Ausbildung.“ Die Landesinnung Wien der Chemischen Gewerbe setzt sich daher weiterhin dafür ein, die Lehre im Labor zu fördern und Ausbildungsbetriebe zu unterstützen – damit auch in Zukunft Qualität und Fachwissen Hand in Hand gehen.

BERUFSBEZEICHNUNG:

Lehre Labortechnik

LEHRZEIT:

3,5 bis 4 Jahre

• 3,5 Jahre: Grundmodul + ein Hauptmodul

• 4 Jahre: Grundmodul + ein Hauptmodul + ein Spezialmodul

• 4 Jahre: Grundmodul + zwei Hauptmodule

AUFBAU DER LEHRE:

Die Ausbildung im Modullehrberuf Labortechnik umfasst verpflichtend eine zweijährige Ausbildung im Grundmodul „Labortechnik“ und eine eineinhalbjährige Ausbildung in einem der folgenden Hauptmodule:

• Biochemie

• Chemie

• Lack- und Anstrichmittel

Zusätzlich kann in einem weiteren halben Ausbildungsjahr ein zweites Hauptmodul oder das folgende Spezialmodul gewählt werden:

• Laborautomation

AUSBILDUNGSORT:

Berufsschule für Chemie, Grafik und gestaltende Berufe 1150 Wien, Hütteldorfer Straße 7–17

Tel.: +43 (0)1 / 4000 95212 www.cgg.at

WEITERE INFOS:

BIOZIDE MADE IN AUSTRIA

Die Oxford Antibiotic Group mit Sitz in Tulln an der Donau hat mit einem neuen Produkt ein von der Branche als „Leuchtturm-Projekt“ bezeichnetes Biozid entwickelt. Der renommierte Forscher und GF Mag. Dr. Alexander Pretsch erklärt im Interview, was das innovative Produkt für heimische Schädlingsbekämpfer:innen bedeutet und wie die aufwendigen Kriterien einer Zulassung den praktischen Start beeinflussen.

Sie haben ein innovatives Biozid entwickelt – was genau ist daran neu oder besonders? Wir haben ein neues, polymeres Biozid namens OxfoCID entwickelt, das sich durch eine exzellente Verträglichkeit und Toxikologie von den bestehenden Produkten dieser Gruppe deutlich abhebt. Zudem haben wir einen völlig neuen Herstellungsprozess erfunden, der eine umweltverträglichere, günstigere und sicherere Produktion des Produkts im Tonnenmaßstab ermöglicht.

OxfoCID ist das erste österreichische Produkt in diesem Bereich. Eine kleine wissenschaftliche Sensation? Könnte man so sagen, denn bislang wurden solche Produkte nur in Russland oder den USA produziert und nicht von BioTechs. Daher ist das Ding für uns unglaublich wertvoll und wir sind sehr stolz.

Was war die Motivation, dieses Produkt zu entwickeln?

Gab es eine konkrete Lücke im Markt oder ein spezielles Anwendungsproblem, das Sie lösen wollten? Infolge des zunehmenden Bewusstseins der Gesellschaft für den Verzicht auf schädliche Substanzen im Alltag ist eine signifikante Anzahl an chemischen Stoffen, die über Jahrzehnte hinweg Anwendung fanden, vom Markt verschwunden. Die Entwicklung einer neuen Polymergruppe wurde vorrangig mit der Intention vorgenommen, die bislang in der Forschung eher vernachlässigte Gruppe der Guanidine, beispielsweise PHMB oder PHMG, zu substituieren. Aufgrund der Implementierung der neuen Biozidrichtlinie in der EU, den USA und China ist diese Gruppe in diesen Regionen mit einer signifikanten Reduktion ihrer Anwendungsgebiete konfrontiert, die auf eine als inakzeptabel eingestufte Toxikologie zurückzuführen ist. Die vorliegende Lücke wird durch die Entwicklung des ersten Guanidin-Polymer-Materials geschlossen, das eine breite Anwendung ermöglicht und einen hohen Sicherheitsstandard aufweist.

„Im kleinen Österreich steht kaum noch Kapital für die Finanzierung solcher Projekte zur Verfügung.“

Mag. Dr. Alexander Pretsch

Wie unterscheidet sich OxfoCID in seiner Wirksamkeit, der Umweltverträglichkeit oder seiner Anwendersicherheit von anderen? Es zeichnet sich durch eine vergleichbare, hochaktive Wirksamkeit aus, wobei im Gegensatz zu den vorhergehenden Produkten eine deutlich bessere Verträglichkeit und Sicherheit zu verzeichnen sind. Die vorteilhaften Eigenschaften des Polymers manifestieren sich bereits

im Herstellungsprozess. Hier wird vollständig auf den Einsatz von Hexamethylendiaminen als Linker verzichtet, um die Bildung toxischer Rückstände zu vermeiden. Des Weiteren wurde von uns als Erstes ein Verfahren für die Herstellung von Polymeren dieser Art entwickelt, bei dem das Polymer rückstandsfrei und mit sehr hoher Ausbeute produziert wird. Dadurch wird das toxische Verhalten vieler Konkurrenzprodukte übertroffen.

Was sind konkret die Hürden bei der Zulassung in Österreich bzw. der EU-Biozidverordnung?

Der Prozess hat sich in Österreich und der EU seit Inkrafttreten der neuen Biozidverordnung im Jahr 2013 signifikant modifiziert. Gemäß der aktuellen Regelung sind sie dazu verpflichtet, alle erforderlichen Studien vorab in einem Dossier zu erbringen. Im Anschluss erfolgt eine Bewertung der eingereichten Dokumente, die die Grundlage für die Zulassung bilden. Der Prozess hat das Potenzial, eine Zeitspanne von bis zu einem Jahr innerhalb der Europäischen Union zu erfordern. Der Prozess selbst stellt eine signifikante Hürde dar und muss primär von der ECHA in Finnland sowie den nationalen Behörden initiiert und durchgeführt werden. Er ist mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Risiko verbunden.

Läuft die Zulassung anderswo unbürokratischer ab?

Derzeit wird an der EU-Zulassung gearbeitet, um anschließend in die einzelnen Staaten zurückzukehren, die ebenfalls eine nationale Zulassung genehmigen müssen. Derzeit liegt der Fokus auf Zulassungen in den USA und China, da man vor allem in diesen Märkten Potenzial für interessante wirtschaftliche Aktivitäten sieht.

Gibt es technische/wissenschaftliche Einwände oder sind es regulatorische/administrative Barrieren?

Die Faktoren, die die Zulassung beeinflussen, umfassen die finanziellen Mittel, die erforderlich sind, um die erfor-

derlichen Studien zu liefern, sowie die zeitlichen Vorgaben, da die Aufrechterhaltung eines Betriebs mit Kosten verbunden ist.

Wie fühlt es sich an, wenn man in Österreich forscht, entwickelt und produziert – und das Produkt dann hier noch nicht verkaufen kann?

Das ist zwar nicht angenehm, aber ein durchaus üblicher Prozess. Es ist einfach erforderlich, die festgelegten Kriterien zu erfüllen. Das Polymer wird auch in Österreich vermarktet, sobald es in der EU seine Zulassung hat. Derzeit befindet es sich in der regulativen Entwicklung mit geplanter Zulassung Ende 2027.

Glauben Sie, dass der aktuelle Zulassungsrahmen Innovation eher fördert oder behindert?

Es lässt sich feststellen, dass jeder Wirtschaftsstandort spezifische Vor- und Nachteile aufweist. Ein wesentliches Problem in unserer Branche, der biotechnologischen pharmazeutischen Forschung und Entwicklung, besteht darin, dass der internationale Wettbewerb die Wahrnehmungsschwelle unterschreitet. Die Krisen der letzten Jahre sowie das Investitionsgesetz von 2021 haben dazu beigetragen, dass in unserem kleinen Österreich kaum mehr Kapital für die Finanzierung solcher Projekte zur Verfügung steht. Die vorliegende Situation ist als äußerst problematisch zu erachten, insbesondere in Bezug auf den österreichischen Forschungssektor.

Was muss sich ändern, damit innovative Biozide aus Österreich hier schneller eingesetzt werden können?

Nach erfolgter Zulassung ist die Vermarktung von OxfoCID auch in diesem Land vorgesehen. Die Fragestellung, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist eher wirtschaftlicher Natur und betrifft die Einschätzung der Attraktivität des Marktes für ein neues Produkt. Die Tatsache, dass die Forschung und Arbeit in einem internationalen Umfeld stattfinden, impliziert, dass die Herkunft – sei es aus Österreich oder einem anderen Land –irrelevant ist. Die Anwendung von OxfoCID findet global statt.

Wie wird der konkrete Anwendungsbereich Ihres innovativen Produkts für Schädlingsbekämpfer:innen sein? Das läuft dann so ab, dass die Schädlingsbekämpfer:innen vom Großhandel ein völlig neues, zugelassenes Produkt und parallel dazu ihre Protokolle und die Registrierungsnummern bekommen. Als konkreten Anwendungsbereich sehen wir vor allem Vernebelungen und die Funktion als Additiv, denn es soll in erster Linie das PHMB ersetzen, das in der Vergangenheit ziemliche Probleme mit einem enthaltenen Building-Block gemacht hat, der nicht gerade gesund ist. Das ist der Hauptgrund, warum wir dieses neue Produkt überhaupt entwickelt haben.

Danke für das Gespräch.

IST DIE ZUKUNFT DIGITAL?

Mit zunehmender Digitalisierung ist es möglich, Schädlingsbekämpfung und Prävention auf ein völlig neues Level zu heben. Zwei renommierte Fachleute der Branche, Shirin Safer und Christoph Kohsem, beurteilen kurz und prägnant die Vor- und Nachteile des digitalen Monitorings und philosophieren über die Zukunft der Schädlingsbekämpfung.

Digitales Monitoring in der Schädlingsbekämpfung nutzt fortschrittliche Technologien wie Sensoren, Kameras und Fallen, um Schädlinge kontinuierlich in Echtzeit zu überwachen und zu erkennen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Reaktion auf Befall, die präzise Steuerung von Bekämpfungsmaßnahmen und eine deutliche Reduzierung des Chemikalieneinsatzes. Digitale Systeme liefern Daten zur Analyse von Aktivitätsmustern, was eine präventive und strategische Bekämpfung statt einer Reaktion auf akute Probleme ermöglicht. Doch wie leistbar sind diese kostenintensiven digitalen Systeme für kleinere Schädlingsbekämpfer:innen und sind sie in absehbarer Zeit die Zukunft einer ganzen Branche?

Was sind die Vorteile von digitalem Monitoring?

Frau Safer: Mit dem fortschreitenden Verbot bestimmter Biozid-Wirkstoffe auf EU-Ebene schrumpft das Arsenal klassischer Schädlingsbekämpfung. Der Trend ist klar: Prävention und Monitoring statt akuter Bekämpfung. Digitale Monitoring-Systeme – etwa vernetzte Köderstationen oder Sensoren mit Fernüberwachung – gelten zunehmend als neue Standardlösung, insbesondere in

„Digitale Systeme können viel, aber ohne Wissen und Erfahrung bleiben sie doch nur Technik.“
Shirin Safer
„Die Schädlingsbekämpfung wird sich künftig mehr in Richtung Consulting, Prävention und Risikobewertung bewegen.“

sensiblen Bereichen wie der Lebensmittelindustrie oder im Pharmaumfeld.

Herr Kohsem: Vorteile sind eine sofortige, digitale Alarmierung. Man muss keine Kontrollgänge abwarten, sondern kann sofort reagieren, da man genau weiß, wo der Schädlingsbefall aufgetreten ist. Biozide können so ganz zielgerichtet eingesetzt und geringer dosiert werden.

Für welche Art von Betrieben zahlt sich dieses kostenintensive digitale Monitoring aus?

Herr Kohsem: Momentan ist es so, dass digitales Monitoring vor allem in großen Lebensmittelbetrieben, Pharmakonzernen, Spitälern oder Logistikunternehmen angewendet wird, wo eben noch mehr Standards eingehalten werden müssen. Überall dort, wo man lückenlos und sehr genau überwachen muss, damit es erst gar nicht zu Schäden durch Schädlingskontamination kommt.

Frau Safer: Sensoren, Kamerafallen, vernetzte Monitoringboxen, automatische Protokolle – all das ist kein Zukunftsszenario mehr. Für anspruchsvolle Industriekund:innen ist digitale Schädlingsüberwachung längst Standard. Und die Großen in unserer Branche liefern mit. Aber was ist mit kleinen Familienbetrieben, die seit 30 Jahren zuverlässig Häuser, Bäckereien oder Supermärkte betreuen? Die ihre Kund:innen persönlich kennen – aber keine fünfstellige Summe für ein neues digitales System übrig haben?

Wie wirkt sich das auf kleinere Betriebe aus, die sich schwerer tun als große Unternehmen?

Frau Safer: Gerade die, die oft am meisten Erfahrung haben, stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Denn wer keine digitalen Lösungen bietet, verliert Kund:innen. Wer

weiterhin mit Papierprotokollen arbeitet, gilt als veraltet. Und wer Biozide einsetzen will, muss seitenlange Dokumentationen liefern – oder bekommt schlicht nur noch eine eingeschränkte Auswahl an zugelassenen Produkten. Was als Fortschritt verkauft wird, fühlt sich für viele wie ein Rausschmiss an.

Herr Kohsem: Kleine Betriebe haben das Know-how und die Skills, um so ein Monitoring anzubieten, aber die initialen Kosten sind mit einem hohen Risiko belastet. Es geht dabei nicht nur um die Anschaffung der Technik, sondern auch um Mitarbeiter:innenschulung und Softund Hardware. Keiner weiß, wie viele Kund:innen er für digitales Monitoring haben wird.

Was bedeutet die Umstellung auf digitales Monitoring für die Branche der Schädlingsbekämpfer:innen?

Herr Kohsem: Man könnte einwerfen, ob die Schädlingsbekämpfung durch digitales Monitoring günstiger wird. Nein, denn ein laufender Vertrag mit herkömmlicher, analoger Schädlingsbekämpfung ist kurzfristig sicher günstiger, aber langfristig bedeutet es höhere Qualität der Leistung, geringeren Biozideinsatz und bessere Nachvollziehbarkeit für Qualitätsmanager:innen und Auditor:innen, aber eben auch höhere Technik- und Systemkosten.

Frau Safer: Mit dem fortschreitenden Verbot bestimmter Biozid-Wirkstoffe auf EU-Ebene schrumpft das Arsenal klassischer Schädlingsbekämpfung. Der Trend ist klar: Prävention und Monitoring statt akuter Bekämpfung. Digitale Monitoring-Systeme – etwa vernetzte Köderstationen oder Sensoren mit Fernüberwachung – gelten zunehmend als neue Standardlösung, insbesondere in sensiblen Bereichen bzw. Unternehmen mit hohen Hygieneanforderungen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Schädlingsbekämpfung?

Frau Safer: Die Schädlingsbekämpfung steht an einem Wendepunkt. Biozide verschwinden zunehmend – und mit ihnen ein ganzer Arbeitsstil. Digitalisierung ist kein Trend mehr, sondern Voraussetzung. Aber wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir dabei die, die das Handwerk am besten beherrschen. Und das wäre nicht nur für die Betriebe, sondern für die ganze Branche ein Fehler, den wir uns nicht leisten können. Digitale Systeme können viel –aber ohne Wissen und Erfahrung bleiben sie nur Technik. Herr Kohsem: Digitales Monitoring ist sicherlich ein Teil der Zukunft, aber ich glaube nicht, dass es die herkömmliche, analoge Schädlingsbekämpfung in absehbarer Zeit verdrängen wird. Denn für eine kleine Wirtshausküche würde sich der finanzielle Aufwand nicht lohnen. Es kommt sehr darauf an, wie schnell sich die Technik verändern wird. Die Zukunft der Branche ist ohnehin schon digitaler und datengetriebener, weil es eben digitale Nachweise braucht. Schädlingsbekämpfung wird sich von der Bekämpfung mehr in Richtung Prävention mit Consulting und Risikobewertung bewegen.

FACHKOMPETENZ UND EXPERT:INNENWISSEN

Im Rahmen des ausgebuchten Fachseminars in den Räumen der renommierten Schädlingsbekämpfungsakademie hatten wir die Gelegenheit, im Interview mit DI Neubauer von Kwizda Agro die aktuellsten Trends und Entwicklungen in der professionellen Schädlingsbekämpfung aus erster Hand zu erfahren.

60 Teilnehmer:innen aus 32 Unternehmen aus ganz Österreich nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zum Netzwerken – ein deutliches Zeichen für das große Interesse und Engagement der Branche. Kwizda Agro stellte in diesem Rahmen u. a. die wichtigsten Produktinnovationen und die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich Schädlingsbekämpfung vor.

Was sind in den nächsten Monaten die wichtigsten Themen und Neuerungen zu diesem Thema?

DI Neubauer: Sicherlich die LED-Technologie in Insektenfallen, die bis 2027 in sämtlichen Geräten zum Einsatz

„Kwizda

Agro bietet seit 2010 als Großhändler für Schädlingsbekämpfung alles, was man in diesem Bereich braucht. Das Know-how in dieser immer wichtiger werdenden Sparte stärkt unsere Kund:innen und deren Dienstleistung.“

kommen muss. Hier ist es unsere Aufgabe, die Konsument:innen von der Effizienz und Nachhaltigkeit der neuen LED-Aufrüstung zu überzeugen. Durch die LED-Röhren, die nur alle drei Jahre ausgetauscht werden müssen (bisher war ein jährlicher Röhrentausch notwendig), und die Energieersparnis lässt sich relativ rasch und übersichtlich die Amortisation der Neuanschaffung darstellen.

Wie sieht es mit dem 2026 erforderlichen Sachkundenachweis für berufsmäßige Verwender:innen (Landwirt:innen, Schädlingsbekämpfer:innen etc.) aus?

DI Neubauer: Die Rodentizidsachkundeverordnung stärkt sicherlich die Position der professionellen Schädlingsbekämpfer:innen, da es den Endverbraucher:innen ab 2026 nicht mehr möglich sein wird, Ratten- oder Mäuseköder im Handel zu erwerben. Diese Verkaufsbeschränkungen bei den Händler:innen, die betroffene Rodentizide nur noch an Personen mit Nachweis verkaufen dürfen, bergen jedoch die Gefahr, dass der unseriöse Verkauf in ausländischen Internetshops mit at-Kennung ansteigen wird. Ab 1.7.2026 kommt dann das Aus für das kontinuierliche Auslegen von Giftködern zur Vorbeugung. Auch hierzu stehen Ihnen die PCOs von Kwizda Agro gerne mit allen notwendigen praxisbezogenen Informationen zur Verfügung.

Volle Ränge und großes Engagement bei sämtlichen Fachvorträgen. Ein Beweis für die hohe Akzeptanz solcher Veranstaltungen.

Herr DI Bernhard Neubauer, Manager PCO & Farm Hygiene, Kwizda Agro GmbH
Fotos: Nikki Harris

GEMEINSAM

FÜR DIE ZUKUNFT

Bei der Strategieklausur der Landesinnung Wien der Chemischen Gewerbe erarbeiteten die Ausschussmitglieder wichtige Schwerpunkte und Fokusthemen, um die Branche in den kommenden Jahren zu stärken.

Hier stimmte die Chemie: Die Ausschussmitglieder der Landesinnung Wien der Chemischen Gewerbe kamen bei der Strategieklausur zusammen, um weitere Entwicklungen und Ziele des Berufsstandes zu diskutieren.

Voller Tatendrang trafen sich die Ausschussmitglieder der Landesinnung Wien der Chemischen Gewerbe bei der Strategieklausur. Anlässlich der 2025 beginnenden fünfjährigen Funktionsperiode galt es, die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Die Landesinnung vereint unterschiedliche Berufsgruppen – von Kosmetikhersteller:innen über Schädlingsbekämpfer:innen bis hin zu chemischen Laboren und Pharmaunternehmen. Gemeinsam wurde über aktuelle Herausforderungen und Chancen der Branche diskutiert, um die zukünftige Entwicklung des gesamten Berufsstandes bestmöglich zu gestalten. So sollen etwa Sichtbarkeit und Selbstbewusstsein gestärkt werden, damit die vielfältigen Leistungen der Branchen von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Damit qualifizierter Nachwuchs gesichert ist und bestehende Fachkräfte ihr Know-how erweitern kön-

nen, sind Aus- und Weiterbildung weiterhin zentrale Themen. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Unterstützung kleiner und mittelständischer Firmen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Durch einen intensiven Austausch und gemeinsame Projekte sollen die Branchenvernetzung und das Vertrauen weiter vertieft werden. Ein geplanter Neuanstrich der Kommunikation nach innen und außen verfolgt die Absicht, die Gemeinschaft innerhalb der Branchen sichtbarer zu machen. Neue Technologien dürfen als Chance verstanden werden – sie dienen dazu, die Innovationskraft und Effizienz der Betriebe zu erhöhen. Zusätzlich stellt das Thema Versorgungssicherheit einen wichtigen Faktor dar, um mögliche Herausforderungen zu meistern. Mit Engagement, definierten Zielen und einem klaren Blick in die Zukunft starten wir nun los – und zwar gemeinsam!

Eine Ehrung für besondere Verdienste : v. l. n. r. Spartenobfrau Abg. z.

Altinnungsmeister KR. Dr. Veit Nitsche und Innungsmeister

EIN PRICKELNDER ABEND DER ERFOLGSBILANZ

Die zahlreich erschienenen Mitglieder der Fachgruppen erwarteten an diesem Abend gleich mehrere anregende Programmpunkte. Noch bevor die „Tagesordnung“ der Fachgruppentagung begann, durfte man im Rahmen einer spannenden Führung durch die 300 Jahre alten Kellergewölbe die Geheimnisse von Schlumberger erfahren.

Derart erfrischt begab man sich dann zur Begrüßung und zum Themenvortrag durch Herrn Mag. Wolfgang Lederhaas, der gemeinsam mit Elias Schröder M.Sc. eloquent und interessant Eröffnung und Begrüßung, die Feststellung der Beschlussfähigkeit und die Genehmigung des Protokolls moderierte. Spannend der Bericht des Innungsmeisters, der nicht nur über die erfolgreiche Entwicklung und die hohe Akzeptanz der durchgeführten Branchenevents wie etwa des Branchenfrühstücks, des besonders gelobten, neugestalteten Mitglieder-

magazins „ChemUnity“ oder der zahlreichen Fortbildungsseminare berichtete, sondern auch den Erfolg der Fachmesse für Schönheit „Sense of Beauty Vienna“ in der Orangerie Schönbrunn hervorhob. Mit Genehmigung des Vorschlages 2026 und der Grundumlage 2026 durch Beschluss waren die wesentlichen protokollarischen Punkte abgeschlossen. Ein besonders wichtiges Thema des Abends war die Würdigung der Leistungen der neuen Berufsschule für Schädlingsbekämpfung, die durch Berufsschuldi-

Fotos: Max Slovencik
NR KommR MMst. Mag. (FH) Maria Neumann.
Mag. Wolfgang Lederhaas.

rektor Gerald Ammer vertreten war. „Die angehenden Schädlingsbekämpfer:innen durchlaufen bei uns nicht nur eine fundierte theoretische Ausbildung, sondern erhalten auch praxisnahen Unterricht und Einblicke in die neuesten Technologien und Methoden der Schädlingsbekämpfung. Eine umfassende Ausbildung, die den steigenden Anforderungen der Branche gerecht wird.“ Durch den SBK-Meisterkurs wird die geforderte hohe Qualität dieser Berufsgruppe unterstrichen. Dem Berufszweig „Herstellung von kosmetischen Mitteln“ widmete man spezielle Aufmerksamkeit, da dieser bei den Endkonsument:innen im Alltag wörtlich „hautnah“ wahrgenommen wird. Laufende Überarbeitung der KosmetikVO inkl. Stoffdiskussion, Verzahnung Naturkosmetik/Biokosmetik, Herausforderungen Allergenkennzeichnungsvorschriften, Mustersicherheitsbewerbungen für unterschiedliche Erzeugnisse, Ausbildung/ WIFI-Lehrgang sowie branchenspezifische Förderung waren die Themen der Berichte.

Das Gebiet „Labortechnik“ war an diesem Abend besonders stark und „jung“ vertreten. Die Ehrungen der Berufsschüler:innen, die ihre Ausbildung mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abschlossen, bildeten einen erfreulichen Höhepunkt der Fachtagung, bewiesen sie doch die Attraktivität dieses Berufszweiges. Die jungen Menschen arbeiten im Team mit Berufskolleg:innen, Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen und anderen Fachkräften im Bereich Chemie und Biochemie und waren sichtlich stolz auf die Anerkennung durch ihre Landesinnung. „Ausbildung ist eine

Investition in die Zukunft unserer Branche. Lehrlinge bringen neues Wissen, Neugier und Begeisterung in die Betriebe – und das ist unbezahlbar“, betont der Innungsmeister Mag. Lederhaas.

Anerkennung und Dank gab es an diesem Abend auch für Herrn Alt-Innungsmeister KommR Dr. Veit Nitsche, der durch sein jahrzehntelanges engagiertes Wirken weit über die Grenzen der Fachgruppen hinaus in Sachen Schönheit und Kosmetik bekannt und beliebt wurde. Im Rahmen eines kleinen Umtrunks gab es zum Abschluss noch angeregte Gespräche und Plaudereien.

Die Schlumberger-Keller erzählen 300 Jahre „prickelnde“ Geschichte. Eine interessante Führung.

Mag. Wolfgang Lederhaas und Elias Schöder M.Sc. führten charmant und eloquent durch den Abend.

www.go-international.at

EXPORT –ABER WIE?

Immer mehr Wiener Betriebe wollen ihre Produkte „Made in Austria“ erfolgreich im Ausland vermarkten. Doch der Schritt über die Grenze ist oft mit Hürden verbunden – von Marktkenntnissen über rechtliche Fragen bis hin zu Finanzierung und Logistik. Die WKO bietet hier gezielte Unterstützung.

STEP BY STEP

1. Wenn Sie neue Märkte erschließen wollen, sollten Sie zunächst eine fundierte Marktanalyse durchführen.

2. Passen Sie Ihre Produkte an die Bedürfnisse des Ziellandes an.

3. Prüfen Sie rechtliche sowie zolltechnische Anforderungen.

4. Nutzen Sie das Qualitätsimage „Made in Austria“. Es ist ein starkes Verkaufsargument.

Um Exporthemmnisse zu überwinden, stehen Wiener Unternehmen zahlreiche Förder- und Beratungsangebote offen. Die WKO unterstützt etwa mit geförderten Unternehmensberatungen, Export-Workshops und dem Zugang zu internationalen Netzwerken. Ergänzend dazu bietet die Wirtschaftsagentur Wien finanzielle Förderungen für den internationalen Markteintritt – etwa für Messeauftritte, Marketing oder Marktanalysen.

Unter dem Dach der Außenwirtschaft Austria profitieren Start-ups, KMUs und alle exportinteressierten Mitgliedsbetriebe bei Fragen rund ums Auslandsgeschäft: von Zoll und Vertragsrecht über Export, Import und Finanzierungen bis hin zu Investitionen, Recruiting und Technologie-Kooperationen. „Viele unterschätzen, wie wertvoll es ist, frühzeitig Beratung in Anspruch zu nehmen. Eine gute Vorbereitung spart später viel Geld und Ärger“, so Innungsmeister Wolfgang Lederhaas.

INTERNATIONALISIERUNGSSCHECK

WER WIRD GEFÖRDERT?

Aktive Mitglieder der Wirtschaftskammern, die ihre eigenen Produkte oder Dienstleistungen exportieren möchten und substanzielle Wertschöpfung in Österreich erbringen.

WAS WIRD GEFÖRDERT?

Finden Sie hier die Richtlinie zur Direktförderung von Markteintrittskosten inklusive Förderungshöhen, förderbarer Kosten, Antrags- und Auszahlungsprozedere. Das Ende der Förderperiode ist am 31. März 2027.

Foto:
Gerd Altmann auf Pixabay

FÖRDERUNGEN

FÜR DIE BRANCHEN

Bitte beachten Sie die Bedingungen in der entsprechenden Förderrichtlinie. Diese finden Sie inkl. Informationen zur Antragstellung unter diesem QR-Code.

KOSMETIKHERSTELLER:INNEN, ERZEUGUNG CHEMISCH-TECHNISCHER PRODUKTE UND CHEMISCHE LABORATORIEN

Gefördert werden Projekte und Schulungen, die für die Umsetzung von Maßnahmen notwendig sind, die in Gesetzen, Normen und Ähnlichem von den Betrieben verlangt werden. Schwerpunkte: REACH und EU-Kosmetikverordnung, branchenspezifische Aus- und Weiterbildung, branchenspezifische Beratungen, branchenspezifische Geräte und Maschinen.

FÖRDERHÖHE

Branchenspezifische Maßnahmen werden pro Mitgliedsbetrieb zweimal im Jahr mit maximal € 750,–(€ 1.000,– für biozertifizierte Mitgliedsbetriebe) jeweils für eine Maßnahme und davon maximal 50 % der eigentlichen Kosten von der Innung gefördert.

Die gesamte Fördersumme beträgt pro Jahr € 15.000,– und ist mit dieser Summe gedeckelt.

FÖRDERUNG ABSOLVIERUNG DES KURSES „KOSMETIKHERSTELLER:IN MIT GEPRÜFTEM KNOW-HOW“

Um die Herausforderungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels und im Speziellen die umfangreichen Reglementierungen im Bereich der Kosmetikherstellung besser bewältigen zu können, wird der Kurs „Kosmetikhersteller:in mit geprüftem Know-how“ durch die Landesinnung gefördert.

FÖRDERHÖHE

50 % der Kurskosten für Absolvent:innen, die den Kurs im Jahr 2026 absolviert haben, und vorbehaltlich der budgetären Bedeckung bis längstens 31.12.2026 möglich.

FÖRDERUNG SCHÄDLINGSBEKÄMPFER:IN ZUR ABSOLVIERUNG VON BASISKURS, VORBEREITUNGSKURS LEHRABSCHLUSSPRÜFUNG UND MEISTERPRÜFUNGSVORBEREITUNGSKURS

Um die Herausforderungen und die umfangreichen Anforderungen im Bereich Schädlingsbekämpfung besser bewältigen zu können, werden die Kurse durch die Landesinnung nach positiver Absolvierung gefördert.

FÖRDERHÖHE

€ 100,– für den Basiskurs Schädlingsbekämpfung

€ 250,– für den Vorbereitungskurs zur Lehrabschlussprüfung

€ 500,– für den Meisterprüfungsvorbereitungskurs

FÖRDERUNG ZERTIFIZIERUNG CEPA CERTIFIED – EN 16636 FÜR SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSDIENSTLEISTUNGEN

Diese Zertifizierung stellt ein entsprechendes Qualitäts- und Sicherheitsniveau sicher und bestätigt Tierschutz und Einhaltung von Umweltschutzvorgaben. Sie wird ins CEPA Certified® Dienstleistungsanbieterverzeichnis aufgenommen.

FÖRDERHÖHE

Es werden € 500,– nach nachweislicher Zertifizierung und geleisteten Kosten gefördert.

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CHEMUNITY – Ausgabe 2/2025 Das Magazin der chemischen Gewerbe in Wien by Very Media GesmbH. - Issuu