Lisa Saruj Oehler 25.1.2023
Neue Ökonomische Bildung? Eine empirische Analyse
Einleitung «Wir leben in einer Gesellschaft, die außerordentlich ökonomisiert ist (…). Viele Menschen allerdings haben wenig Sinn für die Zusammenhänge der Ökonomie und das Wechselspiel zwischen Ökonomie, Politik, Gesellschaft und Kultur», sagt der Autor Roger de Weck. Aus dieser Beobachtung ergibt sich die Frage, wie derartige Kenntnisse und Zusammenhänge vermittelt werden können und wie und was Ökonomische Bildung auszeichnet. Wie wird Ökonomische Bildung von Menschen wahrgenommen und eingeschätzt? Wird sie für erneuerungsbedürftig befunden? Ich beschloss diesen Fragen zu folgen und ganz unterschiedliche Menschen hierzu zu befragen. Entstanden sind 30 kurze Interviews mit Menschen aus der Theorie und Praxis, mit und ohne expliziten Hintergrund im Finanz- und Bildungsbereich. Die Leitfragen-gestützten Interviews wurden bewusst möglichst offen und damit niedrigschwellig gehalten. Der hier vorliegende Text stellt die Essenz der Beschäftigungen mit den Impulsen der Befragten dar. Durch die Arbeit mit dem Interviewmaterial habe ich wiederkehrende Aussagen ebenso herausgearbeitet wie unterschiedliche Aspekte festgestellt und diese in Beziehung zueinander gesetzt. Für Alistair Guggenbühl, Gründer eines Finanzunternehmens, ist «die Ökonomische Bildung ein wichtiger Bestandteil im Leben von eigentlich jedem, weil wir Menschen davon abhängig sind, wie wir uns in der Wirtschaft bewegen – volkswirtschaftlich als Land und betriebswirtschaftlich als Individuum oder Unternehmen, das ein Erwerbseinkommen bestreiten muss» (Alistair Guggenbühl). Dem stimmt Theo Wehner, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie, zu: «Ökonomisches Denken und Handeln spielt sich in jedem Leben ab. Jede*r muss haushalten.» Ökonomische Bildung stellt somit einen Bereich dar, in dem wir als Bürger*innen zumindest grundlegende Kenntnisse haben sollten.
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