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Eske Bockelmann: Die Synthesis am Geld

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Eske Bockelmann DIE SYNTHESIS AM GELD: NATUR DER NEUZEIT Sichtbar ist das Geld heute in all seiner Macht und unabsehbar mächtig. Unsichtbar übermächtig aber ist es als eine Form, in der wir denken: eine Denkform, von der wir nichts wissen, die jedoch unser Wissen und Denken bis in Tiefen bestimmt, vor denen einem nur schwindeln kann. Es war Alfred Sohn-Rethel, dem sich dies als „halbintuitive Einsicht“ ergeben hatte und der ein langes Leben daran rückte, sie einzuholen; und tatsächlich liegt alles daran, dass sie wahrhaft endlich zur Einsicht wird. Denn keines der unabsehbar zahlreichen und unüberblickbar ausgedehnten Probleme globaler Zerstörung und planmäßiger Not, das nicht zwingend an die Geldvermittlung gekoppelt wäre, keines, das sich nicht unwiderruflich verschärft, solange es weiter nach der Logik der Geldvermittlung zu gehen hat. Die globalste Umweltkonferenz bleibt ohne einen Hauch von Ergebnis, weil sich vor jeder Veränderung gebieterisch, objektiv und in vollendeter Gleichgültigkeit die Geldlogik erhebt. Ein gutgemeintes Schlagwort wie das vom sustainable development, das sich den Fortbestand der Welt und den Wachstumszwang der Geldverwertung jedenfalls im Begriff schon einmal versöhnlich vorstellt, ist dabei so arg und so arglos wie das Credo, wenn erst der letzte Rest Welt noch übers Geld vermittelt werde, würde es mit der Verteilung schließlich und endlich gutgehen. Solch guter Glaube macht sich blind gegen die alles durchdringenden Widerwärtigkeiten, unter denen sich ein Leben im kapitalistischen Wirtschaften vollzieht, selbst und gerade wo es dem eigenen Maßstab nach erfolgreich ist; macht sich blind dagegen, dass der Weltmarkt unvermeidlich und in wachsender Überzahl diejenigen hervorbringt, die nicht auf ihm bestehen können, ohne dass ihnen deshalb die Notwendigkeit erlassen wäre, ihr Überleben gleichwohl nach Gesetzen dieses Weltmarkts zu organisieren; macht sich blind dagegen, dass eine „Entschleunigung des Marktes“, wie sie doch unvermeidlich wäre, wollte man das Geld Mores lehren und ihm das Zerstören endlich austreiben, den Markt augenblicklich zusammenbrechen ließe, der es schon so schlecht verträgt, wenn er zwar wächst und wächst, aber das nicht schnell genug. Zusammenbrüche solcher Art finden schon seit langem statt, in vielfältig schillernden Formen der Verarmung und Gewalt, und längst also sollte absehbar geworden sein, dass es nach der Logik der Geldvermittlung nur die beiden Möglichkeiten gibt, entweder unterhalb des Weltmarktniveaus zu kollabieren oder auf stets vorangetriebenem Weltmarktniveau schließlich das Marktgebiet insgesamt, nämlich die Welt selbst, zu


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Eske Bockelmann: Die Synthesis am Geld by conzettverlag - Issuu