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ChinaEvent Guder/Rudyak vom 13.3.2023

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China Forum Vortrags- und Diskussionszyklus «China – Herausforderung und Chance», 2023

Die chinesische Sprache im Zentrum – linguistische Grundlagen und Decodierung politischer Konzepte Quintessenz des Vortrags von Prof. Dr. Andreas Guder und Dr. Marina Rudyak, vom 13. März 2023 im Club Baur au Lac in Zürich. Chinesisch ist die Sprache mit den meisten muttersprachlichen Sprecher:innen der Welt. Und China hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem nicht mehr wegzudenkenden globalen Akteur entwickelt. Doch die chinesische Sprache birgt eine Menge Herausforderungen und Stolpersteine. Was macht sie so speziell und gleichzeitig schwer zu erlernen? Und weshalb ist heute ein gutes Verständnis der chinesischen Sprache und des dazugehörenden soziokulturellen Kontextes wichtiger denn je? In ihren China-Vorträgen vom 13. März im Club Baur au Lac in Zürich gingen Prof. Dr. Andreas Guder und Dr. Marina Rudyak diesen Fragen nach. Prof. Guder zeigte in seinem Referat auf, dass die heutige Volksrepublik ein Vielvölker- und multilingualer Staat ist – etwas, das man ob der fünf aufgedruckten Sprachen auch heute etwa noch auf den Geldscheinen sehen könne. Zwar dominiere das Hoch-Chinesisch (putonghua) als Amtssprache, doch auch heute noch würden in knapp der Hälfte des Landes so genannte «nicht-sinitische» Sprachen gesprochen – Sprachen von ethnischen Minderheiten, die insgesamt knapp 10% der Bevölkerung Chinas ausmachen. Die ältersten Funde zum chinesischen Schriftsystem stammen von ca. 1300 Jahre vor unserer Zeit. Somit ist das System über 3500 Jahre alt und heute das einzig noch existierende nicht phonographische Schriftsystem weltweit.

Doch was macht diese Sprache für uns so schwer zu erlernen? Ein Grund, so Guder, sei der Umstand, dass die chinesische Sprache nur ca. 400 Grundsilben kenne, durch die einzelne Wörter unterschieden werden können. Mit den vier unterschiedlichen Tönen sind es zwar ca. 1200, doch nur die japanische Sprache kennt noch weniger Grundsilben. So bestehen heute Wörter im Chinesischen oft aus mindestens zwei Zeichen oder Silben. Zur Vereinfachung führte die Volksrepublik 1964 ein System mit Kurzzeichen ein. Trotzdem kämen heutige Sinologinnen und Sinologen in Deutschland nach abgeschlossenem Studium gerademal auf ein B1-Sprachniveau, und erst ein längerer Sprachaufenthalt würde sie auf B2-Level hieven – ungefähr das Level von chinesischen 6. Klässlern, wo sie ca. 3000 Zeichen und damit 98% der im Alltag verwendeten Wörter beherrschen. Nicht zuletzt deshalb fordert Prof. Guder ein Umdenken in der Gewichtung von Spracherwerb innerhalb des europäischen Bildungssystems. Neben der Immersion im Sprachund Kulturraum selber sieht er auch Sprachakademien oder institutionalisierte Übersetzer- und Dolmetscherausbildungen als zentrale Elemente für die Stärkung der hiesigen China-Kompetenz. Im zweiten Teil des Abends gab Dr. Rudyak einen Einblick in das «Decoding China» Wörterbuch, das sie gemeinsam mit David Bandurski, Katja Drinhausen, Jerker Hellström und Malin Oud initiiert hat. Frau Rudyak sieht aktuell einen

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