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Analyse#61 – Nachhaltig verpackt um die Welt

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EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON EUROPEAN MEDIA PARTNER

Nr. 61 Dezember 2020

Nachhaltig verpackt um die Welt EUROPEAN

Sonderpublikation in Die Welt im Dezember 2020

MEDIA PARTNER

Effiziente Prozesse in der Logistik und Verpackungsbranche

Verpackungsindustrie

Martin Buchwitz, Packaging Valley Germany e.V.

„Deutschland ist in der Automatisierungstechnik weltweit führend“ Seite 7

Lesen Sie weitere interessante Artikel auf analysedeutschland.de Logistik

Intralogistik 4.0, läuft! Intelligente Technologien und Prozesse machen die Intralogistik zu einer zukunftsweisenden Branche, die sich fortwährend optimiert und wandelt. Seite 34

Großes Interview | Logistik

Großes Interview | Verpackungsindustrie

Die Krise als Chance für die Logistik

Innovative Verpackungsindustrie

„Die Pandemie hat Schwächen der Branche gezeigt, bietet aber die Chance, neue Lösungen zu erarbeiten“, sagt der BVLVorstandsvorsitzende Thomas Wimmer.

Im Gespräch mit Kim Cheng, Deutsches Verpackungsinstitut e.V., über neue Trends und Entwicklungen der Zukunft.

Seite 24

Seite 10

SICHTBARKEITSREPORT LOGISTIK 20 20 Jetzt kostenfrei downloaden: www.sichtbarkeitsreport-logistik.de

Wir sprechen fließend logistisch.

www.social-media-fulfillment.de


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Nachhaltig verpackt um die Welt

Eine unabhängige Kampagne von European Media Partner

ANALYSE

Recyclen oder weiterreichen!

analysedeutschland.de

WEITERE INHALTE Verpackungsindustrie 6. Experten über Herausforderungen 8. Kreislaufwirtschaft 12. Experten über Nachhaltigkeit

Logistik 19. Mobile Datenerfassung 26. Boomender Online-Handel 28. Kommissionierung 34. Intralogistik

ANALYSEDEUTSCHLAND.DE Von der Pappschachtel zum Marketinginstrument Die Verpackungsindustrie steht vor großen Herausforderungen.

NACHHALTIG VERPACKT UM DIE WELT

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Entwicklungen beeinflussen die Verpackungs- und Logistikbranche, welche eng miteinander verknüpft sind und in gewisser Weise voneinander abhängen. Dabei ist nicht nur das Coronavirus ein maßgeblicher Faktor, welcher für zwangsläufige Veränderungen verantwortlich ist. Dazu zählen in großem Maße ebenso die Prozesse der Digitalisierung, Globalisierung und Automation. Auch die Bedürfnisse der Kunden und politische Maßnahmen befinden sich im stetigen Wandel: Der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit wird, von beiden Seiten, aber auch den Unternehmen selbst, immer lauter und bedeutender. Zahlreiche Einflüsse und

erfahren Sie, was renommierte Expertinnen und Experten zu den Entwicklungen, neuen Trends und Zukunftsvisionen beider Branchen sagen.

In unserer Kampagne

ANALYSE #61 Verpackungsindustrie & Logistik

So können Sie beispielsweise mehr über die verschiedenen Verpackungsmaterialien erfahren. Außerdem gibt es spannende Einblicke in Verpackungstechnologien für Produkte, welche erhöhte Anforderungen haben – zum Beispiel medizinische Produkte. Besonders spannend sind auch neue Mobilitätslösungen der Logistikbranche, beispielsweise die Möglichkeiten der mobilen Datenerfassung. Insbesondere der Online-Handel boomt dank der Coronakrise und den damit verbundenen Zeiten von Lockdown (Light). Doch wie können Unternehmen, Versanddienstleister und am Ende auch die Endkonsumenten versuchen, die Verpackungsmaterialien und den logistischen Weg der Bestellungen möglichst nachhaltig und umweltschonend zu gestalten? Antworten liefert unsere Kampagne.

viel Spaß beim Lesen und Informieren!

Campaign Manager: Annika Winter, Alina Gurski Geschäftsführung: Nicole Bitkin Editor: Alicia Steinbrück Art Director: Aileen Reese Text: Alicia Steinbrück, Helmut Peters, Chan Sidki-Lundius, Armin Fuhrer, Kristen Schwieger, Katja Deutsch, Christian Litz Coverfoto: shutterstock, dvi Distribution&Druck: Die Welt, 2020, Axel Springer SE

In 2015 fielen in deutschen Haushalten

8,1 Millionen Tonnen Papiermüll an.

FOLGE UNS! Bleiben Sie mit unseren neuesten Kampagnen auf dem Laufenden auf unseren sozialen Kanälen.

EXKLUSIVE ONLINE INHALTE

Seite 8

Sehen Sie sich exklusive Filme und Videos auf unserer Website an.

Bernhard Reiling, Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

Seite 18

Auf unserer Website finden Sie viele weitere interessante Artikel und Interviews.

Rupert Freutsmiedl, Supply-Chain-Manager beim Kosmetik-Unternehmen Babor

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Wir wünschen Ihnen

Abfall, welcher nach 2005 abgelagert wird, emittiert fast keine klimawirksamen Gase mehr.

ANALYSEDEUTSCHLAND.DE Die Nachhaltigkeit bleibt Die Verpackung bleibt unverzichtbarer Begleiter des Produkts.

AUCH IN DIESER AUSGABE:

ANALYSE#61

uropean Media Partner präsentiert die neue Kampagne „Analyse. Nachhaltig verpackt um die Welt“.

ANALYSEDEUTSCHLAND.DE Logistik: Die Zukunft Die Logistik-Branche hängt bei der Digitalisierung weit hinterher und verpasst Chancen.

Prof. Dr. Dirk Engelhardt, BGL-Vorstandssprecher

European Media Partner Wir erstellen Online- und Printkampagnen mit wertvollen und interessanten Inhalten, die an relevante Zielgruppen verteilt werden. Unser Partner Content und Native Advertising stellt Ihre Geschichte in den Vordergrund.

Herausgegeben von: European Media Partner Deutschland GmbH Rödingsmarkt 20 DE-20459 Hamburg

Tel.: +49 40 87 407 400 Die Inhalte des „Partner Content” in dieser Kampagne wurden in Email: de@europeanmediapartner.com Zusammenarbeit mit unseren Kunden erstellt und sind Anzeigen. Web: www.europeanmediapartner.com

Im Jahr 2017 machten Heimtierfutter, Getränke und Nahrungsmittel über 60 % des Verpackungsverbrauchs privater Haushalte aus.

Im Versandhandel stieg der Verbrauch von Papierverpackungen von 1996 bis 2017 um

607%

43,6 % der pfandpflichtigen Getränke wurden 2017 in Mehrweg- oder ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen abgefüllt. Quellen: BMU, Umweltbundesamt


ANALYSE

Kaiser+Kraft – Partner Content

Eine unabhängige Kampagne von European Media Partner

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analysedeutschland.de

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„Nachhaltigkeit ist eine Passion von uns“ partner content

spielt heute noch die Größe des Unternehmens eine wichtige Rolle. Die großen fordern sehr viel mehr ein als die kleinen. Immer mehr Unternehmen begreifen aber, dass man über solche Maßnahmen auch Kunden gewinnen kann.

Und wie sieht es auf der Seite der Kunden aus? Wird von ihnen Umweltmanagement gefordert? Das ist unterschiedlich. Einige nehmen es hin, nach dem Motto: Das kann man machen. Für andere ist es dermaßen wichtig, dass man ohne dieses Management mit ihnen gar kein Geschäft machen kann. Da

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es

Welche Rolle spielen Umweltmanagement und Nachhaltigkeit heute für Nachwuchskräfte? Für junge Leute ist es sehr wichtig, dass ihr Arbeitgeber diese Themen großschreibt und es ist für sie ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Auswahl des Arbeitgebers. Unternehmen, die das nicht tun, haben Schwierigkeiten, guten Nachwuchs zu bekommen und ihn dann auch zu halten. Viele fragen, ob das Thema eigentlich in der Mission der Firma verankert ist, und das fällt in Zeiten des Fachkräftemangels ziemlich ins Gewicht.

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Ohne Klima-Engagement kann kein Unternehmen Kunde bei KAISER+KRAFT werden, so der Geschäftsführer des Ausstatters für Businessequipment, Rolf Schiffel.

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Rolf Schiffel, Geschäftsführer KAISER+KRAFT

„Die großen fordern sehr viel mehr ein als die kleinen. Immer mehr Unternehmen begreifen aber, dass man über solche Maßnahmen auch Kunden gewinnen kann.“

Wie misst man eigentlich, was ein Unternehmen in Sachen Umweltmanagement macht? Wir bei KAISER+KRAFT stellen einen Teil der Produkte selbst her und übernehmen sonst für unsere Lieferanten den Vertrieb der Produkte, die man in Betrieben, Büros und im Homeoffice benötigt. Natürlich kann man trotzdem das Umweltmanagement messen. Zunächst einmal funktioniert das anhand der Zertifizierungen. Das ist einmal die ISO 14 001 für Umweltmanagement sowie die ISO 50 001 für das Energiemanagement. Aber auch über das klassische KPI Management wie z. B. die Messung des Strom- oder Gasverbrauchs pro versendetem Auftrag. Ist ein anderes wichtiges Thema auch die CO2-Neutralität? Unser Ziel bei KAISER+KRAFT ist es ganz klar, dass wir CO2-neutral arbeiten wollen. Dabei kommen wir von einem pauschalisierten Ansatz, aber inzwischen

gehört die CO2-Neutralität zu jedem neuen Vertrag mit einem Transport Dienstleister. Ohne die Erfüllung dieser Bedingung machen wir das Geschäft gar nicht mehr. Das heißt, wir wollen den genauen Nachweis über den CO2-Fußabdruck haben. Das hängt meistens mit Menge, Volumen und den gefahrenen Kilometern zusammen. Also wer da nicht mitmacht, kann auch kein Lieferant werden? Es handelt sich um einen Prozess. Wir haben Bestandsunternehmen, die sich allmählich dahin bewegen müssen. Aber bei jeder neuen Ausschreibung handelt es sich um ein Muss-Kriterium. Wir würden mit keiner Firma mehr zusammenarbeiten, die dieses Kriterium nicht erfüllt oder es zumindest nicht mit uns gemeinsam kurzfristig entwickelt kann. Nicht alle Unternehmen sind schon so weit, aber wir wollen unsere Partner mitnehmen auf die Reise. Was ist mit den Energiekennzahlen? Diese Kennzahlen messen wir natürlich sehr genau. Darunter fallen klassische Kennzahlen wie Elektrizität und vor allem Gasverbrauch. Das sind bekanntlich große Kostentreiber, aber sie sind eben auch große, die Umwelt beeinflussende Faktoren. Das andere Thema sind Müllkonzepte, also die Mülltrennung sowie das Verkaufen oder Recyceln von Müll. Da haben wir ein eigenes Konzept, das wir demnächst auch unseren Kunden anbieten wollen, um sie an unseren Lernerfahrungen teilhaben zu lassen. Denn viele unserer Kunden stehen vor den gleichen Herausforderungen bei Lager- und Produktionsthemen. Und wir wollen ihnen dabei helfen, diese zu meistern. Wie weit machen Sie das alles freiwillig? Es gibt natürlich gesetzliche Vorgaben. Gerade beim Thema Umweltmanagement sind wir in einem Halbzwang. Das heißt, wir müssen einerseits den gesetzlichen Regelungen Folge leisten und andererseits ist es ohnedies erforderlich, jedes Jahr im Geschäftsbericht auch einen Umweltbericht zu veröffentlichen, da unser Mutterunternehmen TAKKT am Aktienmarkt gelistet ist. Wir unterliegen an dieser Stelle also auch einem Zwang. Aber den benötigen wir gar nicht, denn dass wir uns für das Thema Nachhaltigkeit engagieren, ist für uns ganz natürlich. Und der Mehrheitsaktionär der TAKKT, die Haniel-Gruppe, hat sich als Ziel gesetzt, enkelfähig zu sein. Bei uns gehört das Thema Nachhaltigkeit ganz einfach zur strategischen Agenda. Nachhaltigkeit ist eine Passion von uns.

www.kaiserkraft.de


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Verpackungsindustrie

Eine unabhängige Kampagne von European Media Partner

analysedeutschland.de

ANALYSE

@europeanmediapartnerdeutschland

Einfach Verpackung einleitung Machen Sie den Versuch und outen sich in geselliger Runde (sobald das Virus es wieder zulässt) als VerpackungsexpertIn. Erst werden Sie erstaunte Blick ernten – ganz nach dem Motto: „Ach, sowas gibt’s auch?“ Dann kommen Sie nicht unter einer Stunde Diskussionszeit davon: „Warum geht die Verpackung so schwer auf? Was haben die sich bei der Neugestaltung gedacht? Ich kann das nicht lesen! Was ist jetzt besser, Glasflasche oder Aludose? Das viele Plastik im Meer! Überhaupt viel zu viel Verpackung!“ Die Situation ist ein bisschen wie beim Fußball – alle sind Trainer und wüssten, wie es besser geht. Foto: Presse

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enken wir positiv. Ist ja schön, wenn sich so viele mit unserem Thema Verpackung beschäftigen! Verpackung sieht einfach aus – ist sie aber nicht. Bedenken Sie die Vielfalt der Materialien: Papier/Karton/(Well-)Pappe, die unzähligen Kunststoffe, Glas, Metalle, Holz, Kork und einige andere (Natur-)Stoffe. Diese Vielfalt führt zu einer Besonderheit der Verpackungsbranche: Sie ist nicht sehr gut organisiert, weil man sich als Verpackungshersteller eher dem verarbeiteten Material, denn dem Thema Verpackung an sich verpf lichtet fühlt.

Die Anforderungen an Verpackungen ändern sich ständig. Gerne wird vergessen: Verpackung ist kein Selbstzweck. Eine Verpackung hat immer nur dann einen Sinn, wenn sie Füllgut umschließt. Das klingt wieder so einfach – aber genau da setzen viele aktuelle Problematiken an: Es wird viel über den ökologischen Fußabdruck diskutiert. Der lässt sich bei seriöser Betrachtung nur in Zusammenhang mit dem Füllgut bestimmen. Die Frage, ob Glas- oder PET-Falschen ökologisch sinnvoller sind, hängt z. B. davon ab, welches Getränk es ist

und wie es abgefüllt wird, ob es einen Erhitzungsprozess gibt, wie die Logistik abläuft, wie lange es haltbar sein soll, wie und wo es konsumiert wird und welche Sammel- und Recyclingverfahren es am Ort des Verbrauches gibt. In dieser Aufzählung versteckt sich die, neben der Materialvielfalt, zweite Dimension der Verpackungskomplexität: Die vielfältigen Funktionen einer Verpackung, die da wären: Schutz, Ermöglichung von Lagerung/ Umschlag/Transport der Waren, Information und Kommunikation, Convenience – also die Verbrauchsfreundlichkeit sowie effizientes Abpacken/ Füllen. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist eine tägliche Herausforderung. „Täglich“ ist dabei keine Floskel. Die Anforderungen an Verpackungen ändern sich ständig. Verpackungssysteme, die jahrelang in bestimmten Märkten funktioniert haben, verschwinden rascher als je für möglich gehalten. Mein Lieblingsbeispiel hier: Korkverschluss für Weinf laschen. Noch vor fünf Jahren waren alle überzeugt, dass hochqualitative Weine ohne „Korkstoppel“ keine Chance am Markt hätten. Innerhalb von zwei Jahren drehte sich diese Realität vollständig. Heute werden in Österreich 90 % der Weißweine mit Schraubverschluss angeboten. Wenn man den Winzern glaubt, qualitativ sogar mit Gewinn. den nächsten Seiten erwartet Sie eine ungeahnte Vielfalt an Themen, Informationen und Diskussionen. Ein Dank an alle Autorinnen und Autoren, die sich der Verpackung angenommen haben und ihren Aspekt in dieser Ausgabe darstellen. Ich bin überzeugt, dass wir genau das brauchen: Mehr Information, mehr Diskussion, mehr Konzepte für die Verpackung von heute und morgen. Verpackung ist ein wesentlicher Teil unseres Lebens – und sie wird es bleiben. Sie merken: Auf

Dr. Johannes Bergmair, General Secretary der WPO World Packaging Organisation ANZEIGE

Wenn aus einem Dienstleister ein Partner wird ... Unsere Mitarbeiter beraten und betreuen Sie entlang der gesamten Supply Chain: Von der Entwicklung Ihrer individuellen Verpackungslösung über das Co-Packing bis zur Übergabe an den Logistiker.

Wir verpacken Ideen – seit 1980. RZ2_PS_Anzeige_248x121.indd 1

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Der Verbrauch von Glasverpackungen in Deutschland beträgt:

2,9 Mio. Tonnen

99,4% beträgt die Verwertungsquote von Kunststoffverpackungen.

3,2 Mio. Tonnen Kunststoffverpackungen werden in Deutschland verbraucht.

Der Inlandsumsatz der Verpackungsindustrie in Deutschland beträgt:

18,2 Mrd. € Der Verbrauch von Pappe- und Papierverpackungen in Deutschland beträgt: 8,2 Mio. Tonnen

46,2 % macht der Umsatzanteil der Papierverpackungsindustrie am Gesamtumsatz der deutschen Verpackungsindustrie aus. Im Jahr 2018 verbrauchte jeder Bundesbürger im Durchschnitt rund 227,5 kg Verpackungsmaterial.

1.676 Unternehmen in Deutschland sind in der Entsorgungswirtschaft tätig.

93,7 % beträgt die Verwertungsquote von Aluminiumverpackungen in Deutschland.

Für 26 % der Befragten ist Nachhaltigkeit als Kaufkriterium „wichtig“.

Wenn es um das Thema des nachhaltigen Konsums geht, achten die Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf in erster Linie auf schädliche Substanzen im Produktionsprozess sowie auf die Vermeidung von Verpackungsmüll. Quellen: Statista


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Verpackungsindustrie

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ANALYSE

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Marius Baader, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie e. V.

Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Glasindustrie e.V.

Für ein optimales Nachhaltigkeitsergebnis müssen Verpackungen das verpackte Produkt effizient schützen, die Verpackungen müssen recycelbar sein und am Ende auch tatsächlich recycelt werden. Durch die überragenden Barriereeigenschaften sorgt Aluminium für einen optimalen Produktschutz. Dies ist unter Nachhaltigkeitsaspekten bedeutsam, denn die Ressourcen für die Fertigung des verpackten Gutes übersteigen die der Verpackung oftmals deutlich. In puncto Rezyklierbarkeit überzeugt der Verpackungswertstoff Aluminium ebenfalls. Aluminium kann ohne Qualitätsverlust immer wieder im Kreislauf geführt werden; für neue Verpackungen oder für andere hochwertige Anwendungen. 75 Prozent des jemals produzierten Aluminiums sind heute immer noch im Umlauf, für das Recycling von Aluminium sind nur fünf Prozent des ursprüngli-

chen Energiebedarfs notwendig. Aluminiumverpackungen sind nicht nur optimal recycelbar, sie werden auch tatsächlich recycelt. Dazu trägt bei, dass Aluminium das mit Abstand werthaltigste Material im Verpackungsstoffstrom ist. Dank moderner Sortiertechniken lassen sich Aluminium- bzw. aluminiumhaltige Verpackungen aus dem Stoffstrom effizient aussortieren. Ergebnis: Eine beeindruckende Recyclingrate in Deutschland von 90 Prozent. Der Beitrag von Aluminium für mehr Nachhaltigkeit ist und bleibt beeindruckend.

Nachhaltigkeit spielt in der Verpackungsindustrie eine große Rolle – Ressourcenschonung, Klima- und Umweltfreundlichkeit sind dabei wichtige Aspekte. Die größte Herausforderung sehen wir darin, sowohl auf der Produkt- als auch der Produktionsebene nachhaltig zu agieren. Glasverpackungen werden seit jeher fast ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, die nahezu unbegrenzt in der Natur vorkommen und zum großen Teil in Deutschland abgebaut werden können. Der wichtigste Rohstoff für Glasverpackungen ist jedoch Recyclingglas, sein Anteil an neu produzierten Verpackungen beträgt im Durchschnitt 60 Prozent, bei der Farbe Grün sind es sogar bis zu 90 Prozent. Glas lässt sich immer wieder ohne Qualitätsverlust im geschlossenen Kreislauf recyceln. Im Mehrwegsystem lassen sich

Glasverpackungen bis zu 50 Mal wieder befüllen, bevor sie recycelt werden. Als Partner der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke hat die Glasindustrie fünf Energieeffizienz-Netzwerke gegründet mit dem Ziel, Einsparpotenziale bei der Produktion zu erkennen und zu heben. Mit Projekten wie „HyGlass“ zur Erforschung von Wasserstoff bei der Glasherstellung sowie dem „Furnace of the Future“ stellt sie zudem die Weichen für eine klimaneutrale Glasproduktion.

Durch die überragenden Barriereeigenschaften sorgt Aluminium für einen optimalen Produktschutz.

Die größte Herausforderung sehen wir darin, sowohl auf der Produkt- als auch auf der Produktionsebene nachhaltig zu agieren.

Foto: Presse

Foto: Presse

Was sind die größten Herausforderungen bei der Produktion nachhaltiger Verpackungen?

Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie

In unserer Welt mit schwindenden Ressourcen und einer schädlichen Belastung durch Kunststoffe ist die Rohstoff basis entscheidend. Verpackungsherstellung aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Bruch- und Durchforstungsholz, fördert das Wachstum der Wälder und ist gut fürs Klima: Verpackungen aus Pflanzenfasern wie Wellpappe speichern, ebenso wie Bäume, CO2 und sind biologisch abbaubar. Kreislaufwirtschaft ist nachhaltig. Daher sind Verpackungen aus Wellpappe nach Gebrauch kein Müll, da sie recycelt werden. In Deutschland werden sie fast vollständig erfasst und als wichtiger Sekundär-Rohstoff in der Papierindustrie eingesetzt. Wellpappenverpackungen bestehen zu durchschnittlich 80 Prozent aus Recyclingmaterial. Zur Recyclingfähigkeit gehört auch die Akzeptanz beim Verbraucher. Ein bewährtes Sammel- und Rückführungssystem, wie das des Altpapiers, sorgt dafür, dass die Menschen ihre Reststoffe trennen und der Kreislauf effizient ist. Nicht zuletzt muss die Verpackung ihre wichtigste Aufgabe erfüllen, das Packgut zu schützen. Denn auch Produktschutz ist Umweltschutz: Nachhaltige Verpackungen verhindern, dass beschädigte oder verdorbene Waren ungenutzt entsorgt werden müssen. Texte: Alicia Steinbrück ANZEIGE

NACHHALTIGKEIT HAT IHREN PREIS. Und wir haben ihn gewonnen.

ADDICTED TO GLASS


ANALYSE

Verpackungsindustrie

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„Deutschland ist in der Automatisierungstechnik weltweit führend.“ verpackungsmaschinenbau Im Gespräch mit Martin Buchwitz, dem Geschäftsführer vom Packaging Valley Germany e.V., über die Branche des Verpackungsmaschinenbaus und den Einfluss der Digitalisierung. Text: Chan Sidki-Lundius Foto: Packaging Valley Technologiezentrum, Possessed Photography/unsplash

technologisch führend bezeichnet werden, auch wenn diese Beschreibung oft inf lationär verwendet wird. Wir haben auf der einen Seite eine mehr als 150 Jahre alte Geschichte, gerade in der Region Stuttgart und Hohenlohe. Auf der anderen Seite haben es die Unternehmen geschafft, über viele Jahre eine technologische Führerschaft zu erhalten und sogar auszubauen. Die Unternehmen im Packaging Valley haben einen Exportanteil von über 70 Prozent, das allein spricht für sich. Was sind derzeit die wesentlichen Herausforderungen in Ihrer Branche?

Martin Buchwitz, Geschäftsführer Packaging Valley Germany e.V. Herr Buchwitz, wie ist der Verpackungsmaschinenbau in Deutschland aufgestellt?

Der deutsche Verpackungsmaschinenbau kann mit Fug und Recht als

Zum einen natürlich die durch gesellschaftliche Entwicklungen und politische Vorgaben vorangetriebene Thematik der Nachhaltigkeit, zum anderen natürlich auch die Herausforderungen durch COVID-19. Interessant ist, dass Verpackungen vor neun Monaten noch ein extrem schlechtes Image hatten, in der Zwischenzeit aber aufgrund der Pandemie wieder als systemrelevant betrachtet werden, insbesondere in den Bereichen Food und Pharma. Alles, was die Verpackungstechnik betrifft, schlägt auch auf den Verpackungsmaschinenbau durch.

Einige unserer Mitglieder sind wichtige Lieferanten von Maschinen für die Herstellung von Masken, Hygieneartikeln und das Abfüllen von Impfstoffen. Eine weitere Herausforderung ist der zunehmende Wettbewerb aus China. Wie ist der Stand der Dinge in puncto Digitalisierung?

Je komplexer die Maschinen und Anlagen sind, desto weiter ist die Digitalisierung fortgeschritten. Digitalisierung im Kontext des Verpackungsmaschinenbaus zu definieren würde hier den Rahmen sprengen. Im Wesentlichen geht es aber um Themen wie Virtual- und Augmented Reality, den digitalen Zwilling, Big Data im Maschinenbau, Künstliche Intelligenz und die Nutzung der IT- und Webtechnologien. Eine der Anwendungen ist die Onlineabnahme, FAT genannt, durch die

Alles, was die Verpackungstechnik betrifft, schlägt auch auf den Verpackungsmaschinenbau durch.

Kunden der Maschinen. Bislang war es so, dass die Kunden zu unseren Mitgliedsunternehmen gereist sind, um die Maschine beim Hersteller abzunehmen. Jetzt ist das online mit komplexer Video- und Internettechnologie möglich. Ein anderes Beispiel ist die Nutzung von Virtual- oder Augmented Reality, sowohl im Verkaufsprozess, als auch bei der Konstruktion und der Platzierung der Maschine in die bestehende Produktionsumgebung. Was muss geschehen, damit die Weltmarktführerschaft auch in Zukunft gehalten werden kann?

Die wesentlichen Innovationen im Maschinenbau kommen von Seiten der Elektronik, Automatisierungstechnik und Software. Daher ist es wichtig, in diesen Bereichen ganz vorn dran zu sein. Deutschland ist in der Automatisierungstechnik weltweit führend, sodass wir die Zulieferer direkt vor Ort haben. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Wichtig ist auch, dass die Unternehmen gemeinsam mit ihren Kunden innovative Lösungen für nachhaltige Verpackungen und Strategien entwickeln, wie dem wachsenden Wettbewerb aus Asien begegnet werden kann.


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Verpackungsindustrie

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ANALYSE

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„Design for Recycling“ soll dabei helfen, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und den Input für Recyclinganlagen qualitativ zu verbessern.

„Der Wille, das Ruder herumzureißen, fehlt.“ recycling Bernhard Reiling, Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., im Interview über aktuelle Entwicklungen der Verpackungsindustrie. Text: Chan Sidki-Lundius Foto: Presse, Jon Moore/unsplash

Das Papier-, Glas- und Metallrecycling kann als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Zukunftsbranche und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind. Doch die hiesige Kreislaufwirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Das gilt auch und gerade für den Bereich des Recyclings von Verpackungen. Da bleibt viel zu tun.

Bürgerinnen und Bürger für eine qualitativ gute Sammlung. Das gelingt aber nur, wenn das Material tatsächlich ins Recycling und nicht in die Verbrennung geht. Wie kann das erreicht werden?

Ziel muss sein, von der Produktidee, dem Produktdesign, der Produktion und der Verwendung bis zur Entsorgung dafür zu sorgen, dass die im Produkt verwendeten Materialien nicht verlorengehen, sondern immer wieder genutzt werden. Momentan greifen die Zahnräder zu wenig ineinander.

Da schwingt Skepsis mit.

Bernhard Reiling, Präsident des bvse – Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Wo stehen die Kreislaufwirtschaft und das Verpackungsrecycling in Deutschland?

Die Recycling- und Entsorgungsbranche erzielt einen Umsatz von rund 85 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 310.000 Menschen. Gegenüber 2010 hat sich der Umsatz um 18 % erhöht. Das zeigt, dass wir eine dynamische

Nein, ich bin optimistisch, dass wir deutliche Fortschritte machen können. Das Papier-, Glas- und Metallrecycling kann als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Allerdings bin ich mit dem Status quo im Kunststoff bereich alles andere als zufrieden. Der Recyclatanteil beträgt an der verarbeiteten Kunststoffmenge in Deutschland rund 12 %. Diese Recyclate stammen aber nur zu 40 % aus Abfällen, die von privaten Haushalten gesammelt wurden. Da kann man sich als Bürger schon fragen, warum der ganze Sammelaufwand betrieben wird. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin dafür, dass wir ordentlich sammeln. Aber am Ende des Tages sammeln wir für das Recycling und dieses Ziel scheint nicht jedem bewusst zu sein. Wir brauchen die Mitwirkung der

Wo liegen die Probleme?

Zum Beispiel in der Verwendung von Kunststoff-Papier-Kombinationen. Die werden verbrannt oder besser gesagt thermisch verwertet, weil Sortieranlagen sie nicht zuordnen können. Gleiches gilt für die Verwendung von dunklen oder schwarzen und metallisierten Verpackungen. Hier sieht man: Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn das Thema „Design for Recycling“ ernst genommen wird. Wenn wir nicht dafür sorgen, dass sich der Input für unsere Recyclinganlagen qualitativ verbessert, werden wir die Recyclingquoten nicht erreichen. Der bvse fordert deshalb, dass nur Verpackungen auf den Markt gebracht werden dürfen, die mit vertretbarem Aufwand auch recycelt werden können.

Gibt es weitere, neu zu justierende Stellschrauben?

Vor allem müssen Recyclate und Recyclingprodukte eingesetzt und nachgefragt werden. Was nützt das Recycling, wenn die Recyclingprodukte nicht eingesetzt werden? Aber ist hier nicht schon viel bewegt worden?

Es gibt zumindest jede Menge Absichtserklärungen. Die Praxis sieht aber anders aus. Speziell im Bereich der Kunststoffverpackungen hat sich praktisch nichts getan. Für 2020 rechnen wir sogar damit, dass der Recyclatanteil zurückgeht, weil vermehrt preiswerte Neuware eingesetzt wird. Es fehlt nach wie vor der Wille, das Ruder herumzureißen. Was kann die öffentliche Hand tun, um die Verwendung von Recyclingprodukten selbstverständlich zu machen?

Mit gutem Beispiel vorangehen! Das Umweltgutachten des Sachverständigenrats geht von einem direkten Beschaffungsvolumen von jährlich 122,5 Milliarden Euro von Bund, Ländern und Kommunen aus. Wenn dieses Beschaffungsvolumen konsequent auf Nachhaltigkeit getrimmt wird, dann wären wir der Kreislaufwirtschaft in Deutschland einen großen Schritt näher!


ANALYSE

BIOTEC – Partner Content

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Biologische Naturverpackungen partner content

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Verpackungen sind nützlich, notwendig und in erster Linie dazu da, Inhalt zu schützen. Doch es gibt auch eine Schattenseite: Viele Verpackungen sind, wenn sie ausgedient haben, nicht oder nur schwer recycelbar. Zum einen, weil sie aus mehreren Materialien bestehen. Darunter fallen vor allem Lebensmittelverpackungen, die besondere Barriere-Eigenschaften brauchen. Andererseits sind viele Verpackungen durch Lebensmittel verschmutzt, z. B. Teebeutel oder Kaffeekapseln. Drittens benötigt das Sammeln und Sortieren gewisser Verpackungsprodukte mehr Energie, als in ihnen enthalten ist. Dies trifft etwa auf Kunststoffe in der Agar-Industrie zu. Abgesehen davon eignen sich auch einige Produkte gar nicht zur Rezyklierung. So würde zum Beispiel niemand erwarten, dass Toilettenpapier recycelt wird. Und auch unter den Kunstoffen gibt es einige

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Ab in den Kompost: Recyclingfähig gestaltete Verpackungen und Mehrwegverpackungen fördern die Kreislaufwirtschaft und schützen die Umwelt.

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P o:

Stefan Barot, Geschäftsführer BIOTEC Produkte, die sich nur schwer rezyklieren und schon gar nicht kompostieren lassen. Eines der weltweit führenden Unternehmen bei der Entwicklung und Herstellung biobasierter, nachhaltiger Biopolymere für kompostierbare Materialien ist BIOTEC. Hier ein Interview mit dem Geschäftsführer Stefan Barot. Herr Barot, was erwarten Sie sich von der Politik in puncto Verpackungen? Die Politik sollte sich bei jeder Verpackungseinschränkung und bei jedem Kunststoff-Verbot über mögliche Alterna-

tiven Gedanken machen. Es wird so viel Energie in die Herstellung von Produkten gesteckt. Da wäre es angesagt, diese solange wie möglich im Kreislauf zu halten. Hier muss insbesondere Kunststoff von anderen Stoffen wie Glas, Aluminium und Papier noch viel lernen. Im Übrigen sollte man sich schon bei der Konzeption eines Artikels überlegen, wie dieser am besten entsorgt wird. Dadurch könnte die Abfall-Deponierung und -Verbrennung vermindert werden. Zudem bin ich der Meinung, dass die jeweilige Entsorgungslösung – also Rezyklieren oder Kompostieren – für den Konsumenten auf jedem Artikel klar kenntlich gemacht werden sollte. Dadurch könnten Verbraucher bei ihrer Entscheidung für ein Produkt auch die Belange unserer Umwelt miteinbeziehen. Und wie ist Ihre Sicht auf das Thema Müll? Schaut man auf den Haushaltsmüll, wird deutlich, dass wir zunächst einmal die Biomasse entfernen müssen. Dies funktioniert in Deutschland schon ganz gut. Allerdings wurden 2019 immer noch 5 Mio. Tonnen Biomasse verbrannt. Dies ist nicht sinnvoll, weil wir dabei einen Abfallstoff produzieren, der nicht wiederverwendet werden kann. Was schlagen Sie stattdessen vor? Biomasse sollte, wo immer möglich, kompostiert oder in Biogas-Anlagen in Energie und wertvollen Kompost umgesetzt werden. Dieses organische Recycling hilft der Umwelt, die Böden zu stärken und organischen Kohlenstoff als eine Art Dünger zurück in die Natur zu bringen. Dies hilft auch dem Restabfall, also auch dem Restkunststoff, weil dieser einfacher rezykliert werden kann. Was genau läuft beim organischen Recycling ab? Beim organischen Recycling, also beim Kompostieren, kommen die Biopolymere ins Spiel. Diese bestehen ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen, die sich im industriellen oder im heimischen Kompost abbauen. Ein klassischer industrieller Kompostierzyklus läuft unter kontrollierten Bedingungen über einen Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Wochen ab.

www.biotec.de

„Biomasse sollte, wo immer möglich, kompostiert oder in Biogas-Anlagen in Energie und wertvollen Kompost umgesetzt werden. Dieses organische Recycling hilft der Umwelt, die Böden zu stärken und organischen Kohlenstoff als eine Art Dünger zurück in die Natur zu bringen.“ Und Ihre Produkte aus den sogenannten BIOPLAST-Materialien integrieren sich vollständig in die Kompostierprozesse? Genau. Aus diesem Grund stellen zum Beispiel unsere Biopolymer-Beutel eine optimale Entsorgungslösung für Biomüll dar. Sie ermöglichen, nicht nur Lebensmittelabfälle, sondern auch mit Lebensmittelabfällen verschmutzte Verpackungen der Kompostierung zuzuführen. Können Sie uns noch einige Fakten über Ihr Unternehmen verraten? Und wo geht der Weg hin? BIOTEC wurde 1992 gegründet und ist seitdem rasant gewachsen. Wir verfügen über viele Patente sowie ein einzigartiges Know-how bei der Zusammensetzung sowie dem Abbau von Biopolymeren. Materialzusammensetzungen können wir nach Bedarf ändern. Zusammen mit unseren Kunden denken wir schon bei der Entwicklung eines Produkts an dessen nachhaltige Entsorgung. So versuchen wir, unsere Marktpartner herauszufordern, um mit ihnen ehrgeizige Ziele in einer Kreislaufwirtschaft zu erreichen.


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Eine unabhängige Kampagne von European Media Partner

ANALYSE

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fakten Kim Cheng ist Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi). Sie ist überzeugt, dass der Klimaaspekt nur ein Faktor in der GesamtÖkobilanz sein kann. Die Verpackungswirtschaft hält sie für eine hochinnovative Industrie, und Innovationen werden angesichts der globalen Herausforderungen weiter zunehmen.

Innovative Verpackungsindustrie


ANALYSE

Verpackungsindustrie

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großes interview

Nachhaltige Rohstoffe sollen Verpackungen klima- und umweltfreundlicher machen, ein vollständiger Verzicht etwa auf Kunststoff aber wäre auch nicht sinnvoll. Im Gespräch mit der Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e.V., Kim Cheng, über neue Trends und Entwicklungen der Zukunft. Text: Helmut Peters Foto: dvi

auch Verpackungslösungen, die den Verpackungsaufwand insgesamt minimieren – unabhängig vom eingesetzten Packstoff. Dazu gehören beispielsweise Mehrwegverpackungen oder Refill-Systeme, bei denen Kunden ihre Behälter an Nachfüllstationen im Markt selbstständig wieder befüllen können. Der gemeinsame Nenner der Innovationsarbeit ist die Kreislauffähigkeit der Verpackung.

und Verpackungsideen sind in der Verpackungsindustrie derzeit ganz neu auf dem Markt?

Die Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit sind zahlreich. Ein wichtiger Aspekt ist noch immer die Reduzierung oder Substitution von Kunststoff durch Papier, Glas oder Metall. Gerade Papier erobert dabei Anwendungsbereiche, die traditionell dem Kunststoff vorbehalten waren, beispielsweise bei Tiefkühl- oder Süßwaren. Meist sorgen dann extrem dünne Beschichtungen für die notwendige Barriere, die das Produkt vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit oder Sauerstoff schützt. Eine andere Stoßrichtung ist die Substitution von neuem „Virgin“-Kunststoff durch Kunststoffrezyklat. Auch hier sehen wir viel Innovationsarbeit, die den Anteil von Rezyklat stetig erhöhen und neue Produktgruppen erschließen. Dynamisch ist die Entwicklung auch im Bereich der Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sowie bei den kompostierbaren Kunststoffen. Ein weiterer Trend sind sogenannte „Einstofflösungen“, die gerade für die Rezyklierbarkeit eine hohe Bedeutung haben. Denn Verpackungen, die nur aus einer Art Material bestehen, lassen sich einfacher und effizienter recyceln. Zunehmend an Bedeutung gewinnen

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Fragen an

Ein Großteil der Klimabelastung fällt nicht zuletzt beim Transport an.

Ralph Spiering

Welche Hauptkriterien muss eine klimaneutrale Verpackung aus Ihrer Sicht und nach neuestem Forschungsstand vor allem erfüllen?

Haben sich die Erwartungen an das seit 2019 geltende neue Verpackungsgesetz erfüllt?

Welche umweltverträglichen Produkte

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Die grundsätzlich beabsichtigte Lenkungswirkung, die hinter dem Verpackungsgesetz steht, ist sicherlich der richtige Weg. Bisher allerdings sind die Auswirkungen nicht wirklich spürbar, wobei hier auch die Corona-Pandemie eine Rolle spielen dürfte. Insgesamt ist fraglich, ob die ehrgeizigen Quoten, die im Verpackungsgesetz festgeschrieben wurden, eingehalten werden können. In dem Zusammenhang wäre es sicherlich sinnvoll, stärker auf Förderung und Anreize zu setzen, beispielsweise im Bereich der Kunststoffrezyklate. Welche Vorgaben wünscht sich das Deutsche Verpackungsinstitut e.V. von der Politik darüber hinaus?

Vorgaben sind das eine, Voraussetzungen und Handlungsspielraum schaffen das andere. So hilft es beispielsweise wenig, nur die Quoten für das Recycling und den Rezyklateinsatz bei Kunststoff zu erhöhen, wenn gleichzeitig wenig dafür getan wird, um die notwendige Infrastruktur auszubauen. Hier könnte und sollte sicherlich mehr getan werden. Ein aktuelles Beispiel ist die zum 1. Januar 2021 in Kraft tretende Plastiksteuer. Hier werden zwar zukünftig Abgaben von 80 Cent pro Kilo nicht recycelten Kunststoff fällig, die Mittel fließen jedoch nicht in den Auf- und Ausbau des Recyclingsystems, sondern sie werden „zweckentfremdet“.

Der Klimaaspekt ist nur ein Faktor in der Gesamt-Ökobilanz. So ist Kunststoff aus Klimaperspektive oft vorteilhafter als andere Materialien. Solange jedoch die Kreisläufe beim Kunststoff nicht geschlossen sind, wird dieser Vorteil durch andere Nachteile mehr als kompensiert. Wichtig für eine reelle Evaluierung sind auch der Produktions- und Transportaspekt. Ein Großteil der Klimabelastung fällt nicht zuletzt beim Transport an.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Packservice Gruppe – seit 40 Jahren für Markenhersteller als Co-Packing Dienstleister tätig, spricht über die Zukunft von Verpackungen.

Wie steht es überhaupt um die Akzep-

Text: Alicia Steinbrück, Foto: Packservice

tanz klimafreundlicher Verpackungen in

Warum kann auch zukünftig auf Verpackung nicht verzichtet werden? Sie erfüllt elementare Funktionen und schützt die Ware. Verbraucher möchten einen einwandfreien Artikel aus dem Regal nehmen. Verpackung sorgt dafür, dass das Produkt sicher transportiert wird und ist Informationsträger z. B. für Inhaltsstoffe. Eine gut gestaltete Verpackung verschafft dem Produkt Wiederkennung und Aufmerksamkeit. Sie unterstützt Kunden bei der Kaufentscheidung durch attraktive Produktsets oder Aktionswaren.

der Öffentlichkeit?

Die Akzeptanz auf Verbraucherseite ist ohne Zweifel vorhanden. Umweltargumente sind jetzt schon ein wichtiges Argument und sie gewinnen trotz Corona weiter an Bedeutung. Bei einer repräsentativen Umfrage, die wir letztes Jahr durchgeführt haben, hat sich gezeigt, dass fast 70 Prozent der Konsumenten bereits einmal auf den Kauf eines Produkts verzichtet hat, weil die Verpackung in ihren Augen nicht nachhaltig genug war. Wie wird sich die Verpackungsindustrie in den nächsten Jahren ausrichten?

Die auf lange Sicht entscheidenden Bereiche sind Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Sie erzwingen und ermöglichen neue Lösungen gleichermaßen. Ob die Erfahrungen der Corona-Pandemie dazu führen wird, dass die Wertschöpfungsketten regionaler werden, lässt sich noch nicht abschließend sagen.

Ralph Spiering, geschäftsführender Gesellschafter der Packservice Gruppe

fokus

Welche Trends im Bereich Packaging beschäftigen Sie? Unsere Kunden machen sich Gedanken über die „richtige“ umweltverträgliche Verpackung, die ihr Produkt am Point of Sale hervorhebt. Hierfür bieten wir ihnen Beratung und Lösungen an – auch um sie in ihren Nachhaltigkeitsstrategien zu unterstützen. Vor kurzem wurde z. B. unser Mehrweg-Display „LOOPOS“ mit dem österreichischen Staatspreis als nachhaltiges Smart-Packaging-Konzept prämiert. ADVERTORIAL

Karton gewinnt! Das Thema Nachhaltigkeit ist so wichtig wie nie. Für viele Händler und Hersteller ist nachhaltiges Handeln ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsstrategie. Die Produktverpackung kann Unternehmen dabei helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen. Laut einer Umfrage im Auftrag von Two Sides, einer Initiative aus Unternehmen der Produktionskette von grafischen Medien, gibt die Mehrheit der Befragten an, dass Verpackungen aus Papier/Karton im Vergleich zu anderen Materialien wie zum Beispiel Glas oder Metall besser für die Umwelt sei und zudem leichter zu recyceln. Bei dem Großteil der Konsumenten findet eine Verpackung aus Karton daher mehr Anklang. Nachhaltigkeit auf der Tagesordnung Als einer der Technologieführer in Europa bietet colordruck Baiersbronn ein umfassendes Spektrum an innovativen Verpackungslösungen aus Vollkarton in höchster Qualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Für den Packaging-Dienstleister aus dem Schwarzwald steht nachhaltiges und ökologisches Handeln auf der Tagesordnung. Der Familienbetrieb fühlt sich der Natur in besonderem Maße verpflichtet und trägt mit seinem ökologischen Handeln stets

dazu bei, die Umwelt nachhaltig zu entlasten. Neben Photovoltaik-Anlagen, klimaneutral gestellten Produktionsmaschinen, 100 Prozent Öko-Strom, BiomasseHeizwerk, Abfallmanagement oder auch Wärmerückgewinnung bietet der Packaging-Dienstleister für seine Kunden auch klimaneutral produzierte Faltschachteln an. Hierbei wird je Auftrag der CO2-Ausstoß exakt ermittelt und durch den Ankauf von Emissionszertifikaten ausgeglichen. Einfach spürbar natürlich colordruck Baiersbronn sieht sich in der Verantwortung seine Kunden bei ökologisch nachhaltigen Projekten zu unterstützen und damit einen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft zu leisten. Für den Nudelhersteller ALB-GOLD von der Schwäbischen Alb, produzierte colordruck Baiersbronn eine Verpackung ohne Sichtfenster. „ALB-GOLD handelt nach den Prinzipien der Nachhaltig-

keit. Daher verzichten wir bei unseren Faltschachteln der Produktserie ALB-GOLD glutenfrei seit Beginn an bewusst auf ein Kunststoff-Sichtfenster. Fehlende Sichtbarkeit des Produktes wird durch eine ansprechende Abbildung kompensiert. Kunststoffeinsparung und verbesserte Recyclingfähigkeit sind positiv für die Umwelt. Dies honorieren unsere Kunden und das positive Feedback bestärkt uns in unserer Entscheidung“, so Birgit Ulbrich-Wenk, Leiterin des Brand Managements der Unternehmensgruppe ALB-GOLD. Damit das Produkt spürbar natürlich im Supermarkt-Regal platziert werden kann, spielte auch die Haptik der Faltschachtel und somit die Auswahl des Materials eine große Rolle bei der Herstellung.


12 Verpackungsindustrie

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Philipp Hengstenberg, Präsident des Lebensmittelverbands Deutschland

Karsten Hunger, Geschäftsführer des Industrieverbands Papier- und Folienverpackung e.V.

Grundsätzlich bedeutet Nachhaltigkeit bei Verpackungen für mich: So viel Verpackung wie nötig, so wenig Verpackung wie möglich. Denn die Lebensmittelverpackung ist grundsätzlich unverzichtbar aufgrund ihrer verschiedenen Funktionen: Sie schützt Lebensmittel vor Verunreinigungen und Einflüssen durch Licht, Luft oder Wärme; sie macht Lebensmittel transport- und lagerfähig. Bei zu wenig Verpackung würden viele Lebensmittel schneller verderben, das bedeutet Lebensmittelverschwendung und ist auch nicht nachhaltig – ein klassischer Zielkonflikt eben. Zudem ist die Verpackung Informationsträger, von der Zutatenliste mit Allergenkennzeichnung, über die Nährwerttabelle bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Nebenbei bemerkt: Auch wichtiger Botschafter für den Kunden und seine Kaufentscheidung. Nachhaltigkeit der Verpackungen selbst

bezieht sich auf das verwendete Material, das umweltverträglich hergestellt und gut wiederverwertbar sein sollte, das heißt in Stoffkreisläufe rückführbar. Das erfordert allerdings die Mitarbeit des Verbrauchers. Letztendlich sind es viele kleine Stellschrauben, die zu mehr Nachhaltigkeit bei Lebensmittelverpackungen führen.

Für das Design nachhaltiger Verpackungen gilt der Grundsatz – so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Die Verpackung muss sowohl perfekt zu den Anforderungen des zu schützenden Produkts als auch zu den Ansprüchen der jeweiligen Verbraucher passen. Da diese nicht zwingend deckungsgleich sind, sind Zielkonflikte unvermeidbar und müssen beim Verpackungsdesign gelöst werden. Nachhaltige Verpackungen sorgen für längere Haltbarkeit, Hygienesicherheit und den Schutz gegen äußere Einflüsse. Bei Wurst und Käse wurde errechnet, dass die richtige Verpackung den Verderb der Ware um bis zu 75 % reduziert. Das gilt auch bei Obst und Gemüsesorten, die beim Transport viel Wasser verlieren. Gleichzeitig hilft es, wenn die Packungsgrößen an das Verbraucherverhalten angepasst sind. Oft leben wir

nur in 1- bis 2-Personenhaushalten, da helfen kleine Verpackungseinheiten. Und ganz elementar: Die Entsorgung der Verpackung nach der Nutzung muss möglichst im Sinne der Kreislaufwirtschaft erfolgen. Wichtig beim Design ist, dass das jeweils sinnvollste Material unter Berücksichtigung aller Faktoren (Herstellung, Nutzung, Recycling) eingesetzt wird. Eine nachhaltige Verpackung schützt dann Produkt als auch Umwelt.

Bei zu wenig Verpackung würden viele Lebensmittel schneller verderben, das bedeutet Lebensmittelverschwendung und ist auch nicht nachhaltig – ein klassischer Zielkonflikt eben.

Nachhaltige Verpackungen sorgen für längere Haltbarkeit, Hygienesicherheit und den Schutz gegen äußere Einflüsse.

Foto: Bettina Volke

Foto: Sandra Ritschel

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit

Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller

Arzneimittel benötigen einen besonderen Materialschutz, damit ihre Sicherheit jederzeit gewährleistet ist. Wenn Arzneimittel in industriell kompostierbaren oder biologisch abbaubaren Materialien verpackt werden, weisen sie eine geringere Stabilität gegenüber Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff und Licht auf. Daher steht der schnelle Abbau unter natürlichen Bedingungen der Forderung nach Stabilität der Verpackung unter eben diesen Einflüssen entgegen – ein schwer lösbarer Konflikt. Gleiches gilt für kindersichere Verpackungen, die schwer zu öffnen sein müssen, um einen möglichst hohen Patientenschutz zu garantieren. Um den Fälschungsschutz von Arzneimitteln sicherzustellen, sollten Materialien für wiederaufbereitete Faltkartons so beschaffen sein, dass aufgedruckte, manipulationssichere Merkmale, beispielsweise QR-Codes oder Siegel, eindeutig auszulesen sind. Anhand von Stabilitätsstudien tasten sich die Arzneimittel-Hersteller an eine minimal nötige Barriere heran, um Packmaterial einzusparen und Arzneimittel nachhaltig, aber sicher zu verpacken. Da Monomaterialien wie Kunststoff-Polymere und Aluminium am einfachsten zu recyceln sind, sollten diese auch zunehmend zum Einsatz kommen. Langfristig sollte der Beipackzettel durch digitale Lösungen ersetzt werden, um einer offensichtlichen Papierverschwendung Einhalt zu bieten. Text: Alicia Steinbrück ANZEIGE

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ANALYSE

Superseven – Partner Content 13

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Voll für die (Bio-)Tonne partner content

Verpackungen sind in unserem Alltag nicht zu vermeiden. Klar, man kann sich bemühen, weniger Verpackungen zu verwenden und so den ständig wachsenden Müllberg zu begrenzen. Aber ohne geht es eben nicht. Nur ein Beispiel: Verderbliche Lebensmittel kommen zum Teil ohne Verpackungen, die sie vor Beschädigung, Aromaverlust, Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit schützen, schlicht nicht aus. Werden sie nicht in solchen Schutzverpackungen transportiert und aufbewahrt, drohen sie leicht zu verderben. Die Folge: Die Lebensmittel sind unbrauchbar und werden selbst zu Müll. „Wer keinen Verpackungsmüll produzieren möchte, muss also Waren und Produkte durch eine kreislauffähige Verpackung schützen“, sagt Hannes Füting vom Startup Superseven. Füting und seine Partner Katja und Sven Seevers haben daher mit der Marke Repaq kompostierbare Folienverpackungen entwickelt, mit denen sie herkömmliche Plastikverpackungen ersetzen können. Diese laufen auf konventionellen Verpackungsmaschinen und werden bereits heute unter anderem für frische Kräuter, Nüsse, Müsliriegel und Käse eingesetzt. „Repaq ist Bestandteil des biologischen Kreislaufs. In diesem Kreislauf entsteht kein Müll, sondern Wertstoffe – denn die Verpackung wird bei der Kompostierung wieder zu Nährstoff “, erklärt Füting. Sie wird in natürlicher Umgebung von Mikroorganismen, Pilzen, Insekten und Weichtieren innerhalb kürzester Zeit zersetzt. Das funktioniert an Land und mit etwas mehr Zeit auch im Wasser. Der Hauptbestandteil für Repaq ist Cellulose, die aus Resten von FSC zertifizierter Forstwirtschaft gewonnen wird. Hinzu kommen Stärke und Papier sowie umweltverträgliche Farben und Kleber. Alle Bestandteile der Verpackung müssen die weltweit höchsten Umweltstandards erfüllen. Der TÜV hat das Material auf seine Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit getestet und ist zu dem Ergebnis gekommen: Repaq ist voll für die (Bio-)Tonne. Das bedeutet, dass das Material stofflich betrachtet in der Biotonne entsorgt und dort zu 100 Prozent kompostiert werden kann. Aber auch in allen andern Entsorgungswegen verursacht Repaq zumindest keine Schäden an Umwelt und Gesundheit. Landet das Repaq Material im Restmüll oder der Werststofftonne, wird es schadstofffrei verbrannt. Die optimale Entsorgung besteht natürlich in der Zersetzung und Kompostierung des Repaq-Materials, denn so wird es zu 100 Prozent im Kreislauf erhalten. Aufgrund seiner Zusammensetzung ist die Beseitigung von Repaq-Materialen also in jedem Fall natürlich. Der Effekt für die Umwelt ist von CO2 neutral bis vorteilhaft. Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zum Recycling bleibt die Qualität der Wertstoffe durch die natürliche Verwertung zu 100 Prozent erhalten. Verbraucher können von dieser neuen, umweltverträglichen Verpackungsmethode profitieren, denn Repaq hat das erste als „heim- und

www.repaq.eu

„In diesem Kreislauf entsteht kein Müll, sondern Wertstoffe – denn die Verpackung wird bei der Kompostierung wieder zu Nährstoff.“ gartenkompostierbar“ zertifizierte Doypack mit wiederverschließbarem Ziplock und ausgezeichnetem Aromaschutz entwickelt. Repaq Doypacks bieten einen optimalen Produktschutz und lassen sich auf konventionellen Maschinen befüllen und verschließen. Sie verhindern die Migration sämtlicher Schadstoffe in das Produkt und sorgen damit für eine konstant hohe Produktqualität. Repaq kennzeichnet die Verpackungen im Handel mit dem Repaq Garden Standard, klärt Konsumenten auf ihrer Website auf und arbeitet im Konsortium für eine DIN Spec zum Thema Zero Waste im betrieblichen Abfallmanagement. Anders als in Deutschland wird in vielen Nachbarländern das Material bereits akzeptiert. Hierzulande lehnen viele der kommunalen Entsorger die Entsorgung von Repaq-Materialien bislang noch ab. Der Grund: Ihre Sortieranlagen, die den Müll automatisch trennen, können kompostierbare Materialien nicht von konventionellem Plastik unterscheiden. Der Bau neuer Anlagen aber ist teuer. Das Sortieren und sinnvolle verwerten kompostierbarer Verpackungen ist betriebswirtschaftlich nicht interessant genug. Das Verkaufen von Plastikmüll als Sekundärbrennstoff für die Industrie jedoch schon. Das findet Hannes Füting ärgerlich. „Niemand rettet die Welt alleine“, betont er. Doch die Verwendung von umweltfreundlichen Verpackungen wie die Repaq-Materialien sei ein sinnvoller Schritt, den jeder Konsument mitgehen könne. Füting: „Es muss nur noch gemacht werden: Das liegt an jedem einzelnen sich für die Kompostierung zu entscheiden.“

Bereit für ein Zero-Waste-Experiment? Interessierte können das Repaq Seedpaq einfach einpflanzen und beobachten, wie die Verpackung innerhalb von 42 Tagen kompostiert und dabei komplett verschwindet. Es muss nur das Porto bezahlt werden – probieren Sie es doch einfach mal aus. Experiment geglückt? Auf dem Repaq-Instagram-Kanal gibt es viele Seepaq-Erfolgserlebnisse zu bestaunen.

Fun-Fact für smarten Small Talk: Glückliche Würmer Kompostwürmer sind durch den Verzehr von Repaq-Verpackungen um 20 Prozent gewachsen. Der TÜV testet kompostierbares Material mit dem Einsatz von Würmern. Eintausend von ihnen müssen für drei Monate darin überleben, es darf keiner von ihnen sterben. Im Repaq-Kompost haben alle Würmer überlebt – und sind sogar um 20 % gewachsen! Eine Win-Win-Situation: Repaq Cellulose kompostiert nicht nur innerhalb von 42 Tagen, sondern liefert dabei wichtige Nährstoffe für Tier und Natur.

Neue Innovation: Die Repaq Doypacks Repaq hat das erste heim-und gartenkompostierbare Doypack mit wiederverschließbarem Ziplock und ausgezeichnetem Aromaschutz entwickelt – die nachhaltige Verpackungslösung für hochwertige Lebensmittel!


14 Verpackungsindustrie

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Megatrend Nachhaltigkeit entwicklung Umwelt- und Klimaschutz und damit einhergehend Ressourcenschutz sind zu einer globalen Herausforderung geworden. Die Verpackungsindustrie stellt sich dieser Herausforderung. Text: Chan Sidki-Lundius Foto: Pexels

Verpackung am 4. Juni hat das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) Konsumenten gefragt, was eine gute Verpackung ausmacht. Das Ergebnis der Social-Media-Aktion: Neben Hygiene, Convenience und Design ist Konsumenten vor allem Nachhaltigkeit wichtig, selbst in Corona-Zeiten. Zu den eingereichten positiven Verpackungsbeispielen gehörten neben Hygiene-Spendern und Einmachgläsern auch Obstnetze, Mehrwegbehälter für Speisen „to go“ sowie Flaschen und Beutel für Milch. Auch innovative Faltschachteln für Seife, Parfum und Tee waren dabei. „Bei aller Vielfalt wurde deutlich, dass der Nachhaltigkeitsaspekt eine herausragende Bedeutung Zum Tag der

hat – und zwar für Konsumenten und Unternehmen. Unter den eingereichten Verpackungen finden sich Lösungen für Mehrweg und Mehrfachverwendungen, Reduzierung von Verpackungsaufwand, Einsatz nachwachsender Rohstoffe, Recyclingfähigkeit und anderes mehr. Für uns ist das ein klares Zeichen, dass Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen müssen“, kommentiert dvi-Geschäftsführerin Kim Cheng. Tatsächlich forscht beispielsweise die Le-

bensmittelbranche derzeit an alternativen Materialien, unter anderem auf Basis von Bambus, Gras, Zuckerrohr oder Maisstärke. Verbraucher honorieren dies. Dass sie zum Beispiel mehr Glas als je zuvor kaufen, ist auf ihr wachsendes Bewusstsein für Recyclingfähigkeit und Umweltverträglichkeit zurückzuführen. Glas ist zu 100 Prozent recyclingfähig, wird fast ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und kann im geschlossenen Kreislauf unendlich oft wiederverwertet werden. Die Glassammlung und das Glasrecycling sollen aber weiter verbessert werden. Ein

Beispiel: Zum ersten Mal überhaupt haben sich europäische Behälterglashersteller zusammengeschlossen, um die weltweit erste große Hybrid-Elektro-Schmelzwanne zu bauen. Die zu 80 Prozent mit Ökostrom betriebene Schmelzpfanne, die bis 2022 in Betrieb gehen wird, soll in der Lage sein, alle Arten von Glas zusammen mit Recyclingglas zu schmelzen. Die angestrebte Reduzierung der CO2-Emissionen liegt bei 50 Prozent. Weitere positive Beispiele aus der Branche: Hoffmann Neopac, ein Anbieter von Verpackungen, entwickelt Monomaterial-Barriere-Tuben, die Schutz

Tatsächlich forscht beispielsweise die Lebensmittelbranche derzeit an alternativen Materialien, unter anderem auf Basis von Bambus, Gras, Zuckerrohr oder Maisstärke.

von Kosmetik-, Lebensmittel- und Pharmaprodukten bieten und mit bestehenden Recyclingverfahren übereinstimmen. Die Duo Plast AG, einer von zehn Preisträgern des PackTheFuture Award, setzt mit ihrer nachhaltigen Folieninnovation „Duo Earth 4“ wegweisende Akzente. In die Stretchfolie wird Post Consumer Regenerat (PCR) mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent eingebaut – ohne Leistungsverluste in der Performance der Folie. Ebenfalls mit dem Award ausgezeichnet wurde Boxon für die Herstellung von Big Bags aus gebrauchten PET-Flaschen, mit denen die Umweltbelastung durch Kunststoffverpackungen verringert und Meeresverschmutzung vermieden werden soll. stellt sich die Frage nach den Kosten für nachhaltige Verpackungslösungen. Nach aktuellem Stand der Dinge lassen sich diese im Vergleich zu bestehenden Lösungen teilweise nicht kostenneutral herstellen. Doch wie es scheint, sind Verbraucher immer mehr dazu bereit, einen Aufpreis für Produkte in nachhaltiger Verpackung zu zahlen. An dieser Stelle


ANALYSE

Coca-Cola – Partner Content 15

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Das Ziel ist eine Welt ohne Müll partner content

Coca-Cola hat sich viel vorgenommen: Der Getränkehersteller will bis 2040 klimaneutral sein. Ein wichtiger Baustein dafür sind nachhaltige Verpackungen. Bis 2040 will Coca-Cola in Europa klimaneutral arbeiten – und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Das beinhaltet, dass die Treibhausgas-Emissionen aus allen Geschäftsbereichen, von der Beschaffung und dem Einsatz von Rohmaterialien, Produktion, Verpackung bis hin zum Transport und der Kühlung der fertigen Produkte reduziert werden.

Dazu werden auch alle Geschäfts- und Vertriebspartner eingebunden. Ohne sie ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Zahlreiche Faktoren müssen dabei beachtet werden. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Einfluss, den Verpackungen auf die CO2-Emissionen haben. Wie alle Verpackungen, so erfüllen gerade auch solche für Getränke ganz bestimmte Zwecke, die sich aus der jeweiligen Verzehrsituation des Konsumenten ergeben. Wer wandern geht, wird beispielsweise eine leichte PET-Flasche der schweren aus Glas vorziehen, und wer nur eine kleine Handtasche bei sich trägt, kann darin eine

Dose verstauen, nicht aber eine 1,5-Liter-Flasche. Und klar ist natürlich auch, dass Getränke ohne Verpackungen nicht gelagert, transportiert und verkauft werden könnten. Ohne Verpackungen geht es also nicht. Damit die Umwelt aber nicht unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen wird, ist es unerlässlich, wieder befüllbare oder recyclingfähige Verpackungen zu nutzen und den Anteil an recyceltem Material in Verpackungen zu erhöhen. Kontinuierlich weiterentwickelte Technologien sorgen dafür, dass zum Beispiel immer weniger Material und Ressourcen bei der Getränkeproduktion eingesetzt werden muss. Vor allem aber muss das Ziel sein, dass zukünftig keine Verpackungen mehr im Meer, in den Wäldern oder im Müll landen. Ein wichtiger Baustein dafür ist es, den Wertstoff kreislauf für Verpackungen zu schließen. Bis 2025 will Coca-Cola in Westeuropa daher für jede in den Markt gebrachte Verpackung eine zurücknehmen. Zum Schutz von Umwelt und Klima hat das Unternehmen im Zuge seiner Nachhaltigkeitsstrategie „Handeln.Verändern“ allein in den vergangenen vier Jahren haben wir 250 Millionen Euro in Deutschland in die Mehrwegabfüllung investiert und neue Mehrweggebinde eingeführt. Zudem erhöht Coca-Cola sukzessive seinen Anteil von recyceltem PET in seinen Einwegverpackungen. „Eine der großen Herausforderungen, vor denen ein Getränkehersteller steht, ist

www.cocacolaep.com

allerdings die Verfügbarkeit von lebensmitteltauglichem Recyclingmaterial“, sagt Dr. Stefan Kunerth, Technical Director bei der „The Coca-Cola Company“. „Der Markt ist hart umkämpft, weil ein Teil des Materials von anderen Industrien, zum Beispiel für die Herstellung von Teppichen, T-Shirts oder Verpackungen von Reinigungsmittel verwendet wird.“ Aber auch an diesem Problem arbeitet die Forschung schon, damit mit nachhaltigen Lösungen und einem breiten Verpackungsmix das Ziel erreicht werden kann: eine Welt ohne Müll. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Coca-Cola einen spannenden und vielversprechenden neuen Weg eingeschlagen. Schon 2019 hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Start-up Ioniqa eine Musterflasche produziert, die mit Hilfe des sogenannten „enhanced Recycling“ hergestellt wurde. Dabei stammte ein Viertel des benötigtem PETs aus Plastikmüll aus dem Meer. Dieser Prozess beweist, dass es möglich ist, stark verdreckter Plastikabfall erfolgreich wieder für lebensmittelechte Getränkeverpackungen zu nutzen, was durch klassisches, sogenanntes mechanisches Recycling nicht möglich gewesen wäre. Bei dem enhanced Recycling wird PET in seine Grundbausteine aufgespalten. Dafür kann jeder PET-Abfall genutzt werden, zum Beispiel Polyestertextilien oder eben Plastik aus dem Meer. Bislang ist enhanced PET Recycling zwar noch nicht im großen industriellen Maßstab für die Produktion von Getränkeverpackungen eingesetzt – aber die Zukunft ist vielversprechend.


16 Logistik

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Treiber der Digitalisierung einleitung Als Wirtschaftszweig mit eigener Innovationskraft und hoher Beschäftigungswirkung bleibt die Logistik Grundlage für das Wachstum von Volkswirtschaften, in denen Speditionen zentrale Organisations- und Entscheidungsfunktionen ausüben. Foto: Presse, Marcin Jozwiak/unsplash

D

ie Corona-Krise hat deutlich

gemacht: Logistik ist systemrelevant! Der universelle Versorgungs- und Mobilitätsanspruch von Wirtschaft und Gesellschaft muss jedoch zunehmend mit einem wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit, Gesundheit und ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden.

Speditionen und Logistikdienstleister organisieren im Auftrag von Industrie und Handel als „Architekten des Transports“ die Versendung von Waren und Gütern und steuern nationale und internationale Lieferketten. Speditionen beauftragen Transportunternehmen aller Verkehrsträger und befrachten Lkw, Eisenbahnen, Flugzeuge sowie See- und Binnenschiffe. Die besondere, auf ständige Effizienzverbesserung gerichtete Bündelungsfunktion der Spedition liefert dabei einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung des Ressourceneinsatzes in der Logistik. Auch wenn in Folge der Corona-Krise punktuell über eine Regionalisierung der Warenproduktion und eine Verkürzung von Lieferketten entschieden werden dürfte, wird der Grad der Globalisierung und der internationalen Wertschöpfungsvernetzung nicht wesentlich abnehmen. Zum einen können die Automobil-, Chemie-, Textil- und die Elektronikindustrie Beschaffungs- und Absatzmärkte nicht zentralisieren, zum anderen lastet der Kostendruck globaler Märkte, so dass Outsourcing und just-in-time-Produktion kaum noch umkehrbar sind.

Lieferketten kontrollieren und Risiken minimieren müssen. Fraglich oder aktuell sogar noch unvorstellbar ist, ob Verbraucher langfristig bereit sein werden, für eine gesicherte und ständige Verfügbarkeit von Waren höhere Preise zu zahlen. Kompetenz und Qualifikation der

Beschäftigten werden eine wesentliche Basis für den wirtschaftlichen Erfolg bleiben. Auch wenn rasante Automatisierungsfortschritte die Personalstruktur in der Branche neu definieren, werden Menschen das Rückgrat der Logistik bleiben. Ressourcenschonung wird zur Prämisse

für die Akteure in der Logistik. Grund dafür sind internationale Vereinbarungen zur Senkung der CO2-Emissionen und Luftschadstoffe bei Logistikanlagen und -flotten. Für das Erreichen der Klimaschutzziele 2030 ist vor allem die Angebotspalette emissionsarmer Nutzfahrzeuge heute deutlich zu klein. Ein echtes Ausweichszenario gibt es für die Logistik noch nicht. Auch ein nachhaltiger modal shift kann zur Verkehrswende beitragen, argumentieren Politik und Logistikakteure seit langem. Doch wird es Jahrzehnte dauern, bis das System Schiene leistungsfähig genug ist. Der digitale Fortschritt unterstützt die Logistikbran-

che ebenso, wie er durch Speditionen geprägt wird. Die Digitalisierung wird aber auch Teilmärkte der Logistik schnell und spürbar verändern, weil nicht nur alternative Geschäftsmodelle entstehen, sondern auch neue Akteure in bestehende Märkte eindringen. Höhere Anforderungen an die Digitalisierung der Schnittstellen zwischen Verlader und Logistikdienstleister können den Effizienz- und Kostendruck abfedern und mehr Transparenz und Sichtbarkeit der Lieferketten herstellen. Daten zum Versandstatus, aktuelle Lagerbestände oder die operative Performance sind für Kunden und Logistiker gleichermaßen wichtige Parameter zur Lieferkettenoptimierung. Die Logistik bleibt weiterhin ein Treiber der Digitalisierung.

Das Supply-Chain-(Event)-Management wird zur

Reduzierung der Störanfälligkeit der Lieferketten für Speditionen zukünftig noch anspruchsvoller. Insbesondere bei internationalen Projekten werden Logistiker verstärkt Kosten und Kapazitäten der

Der Umsatz der Logistikbranche in Deutschland beträgt 265 Mrd. €.

Die gesamte Fahrleistung von Lkw in Deutschland beträgt 67 Mrd. Kilometer.

Lkw haben einen Anteil von 71,4 % an der Transportleistung im deutschen Güterverkehr.

Axel Plaß, Präsident des DSLV – Bundesverband Spedition und Logistik e. V.

Die Transportleistung im deutschen Staßengüterverkehr beträgt 506,9 Mrd. Tonnenkilometer.

35 % der Befragten sind der Meinung, dass die Logistikregion Ruhrgebiet sehr dynamisch ist.

Quellen: Statista


ANALYSE

Aon – Partner Content 17

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Foto: Agnieszka Boeske/unsplash

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2021 wird schwierig für Versicherer partner content

diese neue und völlig unerwartete Gefahr effizient einzurichten.

Die Pandemie-Folgen und das neue Versicherungsteuergesetz sorgen für Risiken, warnt Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer bei Aon.

Wer ist besonders betroffen? Der Mittelstand, Firmen bis zu 500 Mitarbeitern, sind von dieser Situation besonders betroffen. Um sich effizient vor Angriffen von Cyber-Kriminellen zu wappnen, müssen die Firmen für alle Mitarbeiter, die mobil arbeiten, geeignete Hardware anschaffen, die ausschließlich für den dienstlichen Gebrauch bestimmt ist. Netzwerk- und WLAN-Verbindungen müssen mittels neuester Sicherheitstechnik besonders geschützt werden. Das ist aber teuer. Die großen Unternehmen sind viel besser dran, da sie vielfach auf eine bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen können.

www.aon.de

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Herr Kremer-Jensen, viele Unternehmen setzen in der Pandemie auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten. Welche Auswirkungen hat das auf die Cyber-Sicherheit? Vor der Pandemie haben etwa fünf bis acht Prozent der Angestellten tageweise im Homeoffice oder mobil gearbeitet. In der Pandemie sind es bis zu 80 Prozent – das bedeutet also mehr als zehnmal so viel. Diese Verlagerung bringt ein großes Gefahrenpotenzial mit sich, denn es fällt Cyber-Kriminellen erheblich leichter, von außen auf Firmendaten zuzugreifen. In einem Homeoffice-Umfeld sind vielfach die Schutzmechanismen weit weniger ausgereift als im klassischen Büroumfeld.

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Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer und Chief Broking Officer bei Aon

Und was bedeutet diese Gefahr für die Versicherer? Wir gehen von einer nicht unerheblichen Schadenbelastung für die Versicherer im Zusammenhang mit der Pandemie aus. Dies reicht von den dargestellten Schäden in der Cyberversicherung über Schäden in der Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung wegen des Herunterfahrens der Produktion und resultierenden Engpässen in den globalen Lieferketten bis hin zu einer Zunahme von Ansprüchen in der Managerhaftpflicht-Versicherung wegen möglichen Organisationsfehlern im Zusammenhang mit der Pandemie. Gerade in der Managerhaftpflicht-Versicherung (D&O) gibt es einen wesentlichen Haftungs-Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown. Beim ersten Lockdown konnten sich Unternehmensleiter und Unternehmen gegebenenfalls noch darauf berufen, dass sie einfach so kurzfristig nicht in der Lage waren, sich auf

Was ist jetzt anders? Zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown liegen mehrere Monate, in denen die Firmen die Gelegenheit hatten, sich auf die Risiken der Pandemie vorzubereiten. Insbesondere durch die D&O-Versicherer wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass dies auch Auswirkungen auf den anzuwendenden Haftungsmaßstab habe. Der Anspruch – auch an den Mittelstand – sich besser zu schützen steige. Dies ist derzeit natürlich erst einmal eine theoretische Diskussion, die aber zeigt, auf welche Themen sich Manager und Unternehmen vorbereiten sollten. Gerade die Vorbereitung auf Risiken wie etwa eine Cyberattacke ist unerlässlich. Hinzu kommt, dass auch die Politik der Logistikbranche und ihren Versicherern das Leben zusätzlich schwermacht. Wieso das? Der Bundestag hat gerade eine Reform des Versicherungsteuergesetzes beschlossen. Diese sieht u. a. im Rahmen von internationalen Versicherungsprogrammen eine Besteuerung des Versicherungsschutzes für Betriebsstätten und sonstige Einrichtungen in Drittländern nach deutschem Steuerrecht vor. Da davon auszugehen ist, dass auch die Drittstaaten eine Besteuerung nach dem jeweiligen Landesrecht verlangen werden, kommt es zu einer doppelten Besteuerung. Der Versicherungsschutz wird hierdurch unnötig verteuert. Bei diesem Gesetz handelt es sich um ein echtes Bürokratiemonster.

„Vor der Pandemie haben etwa fünf bis acht Prozent der Angestellten tageweise im Homeoffice oder mobil gearbeitet. In der Pandemie sind es bis zu 80 Prozent – das bedeutet also mehr als zehnmal so viel. Diese Verlagerung bringt ein großes Gefahrenpotenzial mit sich, denn es fällt Cyber-Kriminellen erheblich leichter, von außen auf Firmendaten zuzugreifen.“

Wird 2021 besonders schwierig für die Versicherer? Neben dem, was ich gerade sagte, kommt ein Problem auf uns zu, das wir noch gar nicht übersehen können. Ab dem ersten Geschäftstag 2021 wird wieder das normale Insolvenzrecht gültig, das die Bundesregierung ja wegen der Pandemie vorübergehend praktisch außer Kraft gesetzt hat. Wir haben keine Ahnung, wie viele Firmen dann in die Insolvenz gehen müssen, aber wir befürchten, dass es zu einer großen Welle kommen wird. Das wird sich natürlich unmittelbar auf die Versicherer auswirken und auch unsere Branche in neue Turbulenzen stürzen.


18 Logistik

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„Digitalisierung gehört zu unserer DNA.“ einblick Das Kosmetik-Unternehmen Babor betreibt mit viel Engagement die Digitalisierung seiner Abläufe, erklärt Supply-Chain-Manager Rupert Freutsmiedl.

rem Herzstück, den Kosmetikinstituten, über Flughafen-Shops, und Apotheken bis hin zum Online-Vertrieb. Alle diese Bereiche haben unterschiedliche Anforderungen an die Logistik, die berücksichtigt werden müssen.

Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Pashminu Mansukhani/pixabay

Zum Beispiel?

eine Ampulle verschicken. Das ist ein großer Aufwand mit einer hohen Komplexität und erfordert eine sehr große Flexibilität. Das gilt besonders für das Weihnachtsgeschäft. Kosmetikinstitute sind geschlossen und der Verkauf in Flughafen-Shops ist stark zurückgegangen, da die Zahl der Fluggäste deutlich gesunken ist. Das merken wir natürlich. Dafür ist unser Online-Verkauf explodiert. Darauf müssen wir natürlich möglichst schnell und umfassend auch in der Logistik reagieren.

Rupert Freutsmiedl, Supply-Chain-Manager bei Babor Babor ist international aufgestellt, produziert aber ausschließlich in Aachen. Was bedeutet das für die Logistik?

Tatsächlich ist das ungewöhnlich, denn viele Firmen haben ihre Logistik ausgelagert. Für Babor gehört die Logistik aber zum Kernstück des Unternehmens. Wir möchten alles in einer Hand behalten. Wir wachsen unheimlich schnell. Unser Ziel ist es, bei neuen Entwicklungen stets ganz vorne dabei zu sein. Inzwischen liefern wir in 70 Länder weltweit. Zusätzlich wird die Zahl der Vertriebskanäle immer größer und reicht inzwischen von unse-

Die Lieferketten werden immer komplexer und angreifbarer, zum Beispiel durch Naturkatastrophen.

Aufwand, da auch die Rohstoffe und Verpackungsmaterialien angeliefert und gelagert werden müssen. Ist das nicht eine sehr große Herausforderung, diese beiden Prozesse gleichzeitig zu steuern?

Wie wirkt sich die Corona-Krise aus?

Die meisten anderen Unternehmen liefern ihre Waren auf Paletten oder in Kartons aus. Das machen wir natürlich auch, wenn es um große Kunden geht. Aber bei uns kann eben auch jeder einzelne Kunde kaufen und das bedeutet, dass wir oft nur einen Lippenstift oder

Hinzu kommt ein weiterer großer

Ja, das ist es. Bei uns kommen ständig Rohstoffe und Verpackungsmaterialien wie Tiegel und Flaschen rein, während Waren ausgeliefert werden. Unser Tagesgeschäft wird immer komplizierter und umfangreicher. Aber trotzdem ist es unser Ziel, dass wir – bei laufendem Tagesgeschäft – bei der Transformation zu digitalen Prozessen ganz vorne dabei sind. Wir haben insgesamt 21 Digitalisierungsprozesse laufen oder bereits abgeschlossen. Dazu gehört zum Beispiel ein Advanced Planning-System und ein Warehouse-Management-System. Jeder einzelne Prozess ist eine echte Herausforderung und dauert zwischen einem und fünf Jahre. Um das bewerkstelligen zu können, braucht man einen langen Atem. So etwas muss einfach zur DNA des Unternehmens gehören, sonst klappt das nicht. Zudem wachsen die Herausforderungen nicht nur in der Logistik, sondern auch beim Supply-Chain-Management ständig. Die Lieferketten werden immer komplexer und angreif barer, zum Beispiel durch Naturkatastrophen, Zollbarrieren und rechtliche Änderungen. Und die Zollbestimmungen sind eine Wissenschaft für sich und ändern sich häufig. Auch hier helfen digitale Prozesse ungemein. Können Sie sich Logistik und Supply Chain Management ohne Digitalisierung überhaupt noch vorstellen?

Digitale Prozesse helfen den immer komplexer werdenden Lieferketten und erleichtern den Unternehmensalltag.

Definitiv nicht. Ich wüsste nicht, wie das heute noch funktionieren sollte. Deshalb treiben wir den Prozess auch zielgerichtet immer weiter an. ANZEIGE

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TRANSPORT UND LOGISTIK

Zollmanagement Trade Compliance Lieferantenerklärungen Warenursprung und Präferenzen

Speditionsmanagement Hafenauftragserfassung Container Vorabanmeldung Container Statusauskunft Solas VGM Meldung

IT MANAGED SERVICES Versandsystem Dynamisches Slotmanagement Videoerkennung LKW/ Bahn

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ANALYSE

Logistik 19

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Mehr Ordnung und Überblick schaffen digitalisierung Mobile Datenerfassung erleichtert Unternehmen die Arbeit, sorgt für Zeit- und Kostenersparnis und steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Text: Armin Fuhrer Foto: David Dvoracek/unsplash

O

rdnung ist das halbe Leben, heißt es oftmals. Doch es gibt Bereiche in der Wirtschaft, da trifft der Spruch nicht die ganze Wahrheit. Denn wenn es um die Logistik von Waren zum Beispiel in Lagern oder Geschäften geht, ist Ordnung nicht nur das halbe Leben, sondern sogar das A und O. Wie in vielen anderen Bereichen, so bietet die Digitalisierung auch hier neue Möglichkeiten, die die Arbeit erleichtern und so zu einer Ersparnis an Zeit und Geld führen. Das Zauberwort lautet mobile Datenerfassung.

Das Zauberwort lautet mobile Datenerfassung. den Branchen Transport, Logistik, Handel, Industrie, Produktion und Field Service nutzen immer mehr Unternehmen die mobile Datenerfassung für ihre Geschäfte, das Lager mit dem Ein- und Ausgang oder auch die Rückläufe von Waren. Über spezielle Geräte, aber auch über handelsübliche Smartphones oder Tablets, können Daten an jedem Ort über Barcodes, Tastatur-Eingabe und Transponder aufgenommen und über Wireless LAN, GPRS oder über eine Docking Station an einen Computer gesendet werden. Die mobile Datenerfassung ermöglicht es unkompliziert, den Standort zu Vor allem in

Viele Prozesse der Logistik werden durch die Digitalisierung erleichtert.

bestimmen, den Verlauf einer Sendung zu verfolgen, die ausreichende Versorgung mit Waren zu gewährleisten und die Überwachung des Bestandes und die Produktion zu steuern. Bei der Wahl des Anbieters sollten ein paar Punkte bedacht werden, die den Alltag einfacher gestalten. So sollte man möglichst unabhängig bleiben von Herstellern und Gerätemarken und sich einen Anbieter aussuchen, der bereits über einen großen Erfahrungsschatz in den Branchen Transport, Logistik, Einzelhandel und Fertigung verfügt. Gerade die Umstellungsphase auf die mobile Datenerfassung der eigenen Bestände oder

Abläufe muss möglichst reibungslos verlaufen, sonst kann der Schaden zunächst größer sein als der Nutzen. Vorteilhaft ist es, wenn fremde Services in das System integriert werden können. Dazu gehören unter anderem auch mögliche Reparaturen. Und nicht zuletzt sollte das System auf die spezifischen Entwicklungen des Kunden eingehen können und die mobilen Anwendungen individuell konzipiert und programmiert werden. Vorteilhaft ist es zudem, wenn der Service komplett aus einer Hand kommt. Fazit: Sind solche Anforderungen erfüllt, führt die Verwendung der mobilen Datenerfassung zweifellos zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

fakten Vor der Einführung der mobilen Datenerfassung in einem Unternehmen sollte unbedingt mit dem jeweiligen Anbieter eine eingehende Evaluierung durchgeführt werden. Dabei wird untersucht, welche Aufgaben und Anforderungen die mobile Lösung bewerkstelligen muss. Ebenso muss geprüft werden, welche Hard- und Software notwendig ist.

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Wegweisende Lösungen für die mobile Datenerfassung

Die Circlon | group ist einer der größten deutschen Lösungsanbieter für mobile Datenerfassung in den Branchen Transport, Logistik, Handel, Produktion und Field Service. Führende Industrie- und Handelsunternehmen vertrauen auf die lösungsorientierten Hardware- und Software-Strategien sowie WLAN & Service Dienstleistungen der Firmengruppe zur Optimierung der kundenspezifischen Prozesse. Circlon | group ist sowohl national als auch international ausgerichtet und bündelt in seinen Entwicklungszentren einzigartiges Know-how, um kundenspezifische IT-Komplettlösungen entwickeln und umsetzen zu können. Zu dem Produktportfolio gehören u.a. modulare und individuelle Softwarelösungen vom Lifecycle der Endgeräte bis hin zur Tourenplanung und der ganzheitlichen Erfassung von Sensorik & Telematikdaten. Nach dem Motto „Enterprise Mobility – from Concept to Insight“, arbeiten 90 Experten seit mehr als 30 Jahren als der Anbieter für logistische Prozesslösungen aus einer Hand für mehr als 1.800 zufriedene Kunden.

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20 Logistik

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Das Vermeiden von Staus bringt viel für die Ökobilanz.

Klüger Auto fahren würde der Atmosphäre helfen trend Eigentlich ist Kohlenstoff lebenswichtig. Doch zu viel davon sorgt für den Treibhauseffekt. Es geht darum, dass Verbrennungsmotoren weniger erzeugen. Text: Christian Litz Foto: Iwona Castiello D‘Antonio/unsplash

E

s gibt inzwischen viel

zu viel des Guten und dafür sorgt eine eigentlich großartige Erfindung der Menschheit: Der Verbrennungsmotor. Er sorgte für Fortschritt, für die Industrialisierung und das Leben, das wir heute leben. Aber er erzeugt auch viel Kohlendioxid. In kleineren Mengen ist dieses Treibhausgas sowieso ein natürlicher Bestandteil der Luft. Pflanzen brauchen den, um bei der Photosynthese Kohlenhydrate, also Nahrung für Mensch und Tier, herzustellen. Ohne das geruchs- und farblose Gas gäbe es kein Leben. Menschen und Tiere wiederum erzeugen Kohlendioxid einfach indem sie leben. Etwa ein Kilo am Tag atmet ein Mensch laut Statistik im Durchschnitt aus. Ein Mittelklasse-Auto stößt im Durchschnitt auf 100 Kilometern etwa 25 Kilo aus, mehr im Stadtverkehr, eher weniger auf der Autobahn. Eigentlich ist Kohlendioxid auch

gut wegen seines zweiten Effekts: Es schützt die Erde wie ein Schild. Kohlendioxid und andere, bei weitem nicht so häufige, Treibhausgase absorbieren einen Teil der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlen und geben sie wieder ab. Die würden sonst in das All entweichen. So werden sie jedoch wieder zurück auf die Erde geworfenen und erwärmen sie wie ein Treibhaus. Deshalb hat die Erde ihr gemäßigtes Klima, das Leben erst möglich gemacht hat. Ohne Kohlendioxid wäre es

dreißig Grad kälter in der Atmosphäre, schätzen Wissenschaftler. Aber nun gibt es

zu viel davon und das seit Jahrzehnten, seit Motoren mit fossilem Brennstoff angetrieben werden. Zu viel Kohlendioxid bedeutet, es wird mehr der Wärme, die die Erde abgibt, von der Ozonschicht zurück auf die Oberfläche geschickt. Es wird dort immer wärmer. Das ist der Treibhauseffekt – oder der Klimawandel.

2018 wurden auf der

Welt 36,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Die Hauptquellen des künstlich erzeugten Treibhausgases sind die Energieerzeugung, die Industrieproduktion und der Verkehr. Wenn Kohle, Öl, Gas oder Holz verbrannt werden, um Energie in Form von Strom und Wärme zu erzeugen, entstehen 37,8 Prozent des Kohlendioxids, der auf der Erde künstlich freigesetzt wird. Die Industrie sorgt für 20,7 Prozent. Der Verkehr für 18,2 Prozent. Obwohl er der kleinste der drei Faktoren ist, heißt es überall: der Verkehr hat am meisten Einsparpotential. Als wegen der Corona-Pandemie kaum noch Flugzeuge starteten und viel weniger Autos fuhren, sank der Ausstoß von Treibhausgases stark. In Deutschland würden deshalb 2020, so prognostizierten Wissenschaftler, 100 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid freigesetzt, das ist etwa ein Achtel des Gesamtausstoßes eines Jahres. Zum ersten Mal hätte die Bundesrepublik Deutschland damit ihr Klimaziel erreicht. Bisher stieg der Ausstoß

des Straßenverkehrs in Deutschland Jahr für Jahr. Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit hatten noch 2017 98,4 Prozent aller Autos einen Verbrennungsmotor.

Der Ausstoß des Schadstoffs Kohlendioxid sei wegen des günstigen Benzins und wegen des Anstiegs des Straßengüterverkehrs angestiegen. 61 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes verursachen Autos, 35 Prozent Lastwagen. Der kleine Rest verteilt sich auf Schiffe, Flugzeuge und Dieselloks. Ziel sei es, den Kohlendioxid-Ausstoß im Straßenverkehr zu reduzieren. Es gibt dabei mehrere Möglichkeiten: die Fahrzeuge müssten effizienter werden, also weniger Treibstoff verbrauchen. Andere Kraftstoffe würden auch helfen. Solarenergie vor allem. Und: Einfach weniger Verkehr, mehr Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs. Effizientere Fahrzeuge können Elektroautos sein. Sie sind es aber nicht automatisch. Wenn ein E-Auto zu 100 Prozent mit Strom, das in einem Kohlkraftwerk erzeugt wird, fährt, ist es ein weitaus größerer Kohlendioxid-Verursacher, als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Nur wenn E-Autos mit Ökostrom fahren, werden sie auch wesentlich ökologischer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, Und: Noch haben E-Autos eine schlechte Umweltbilanz, weil bei ihrer Entsorgung mehr Kohlendioxid anfällt als bei einem herkömmlichen Auto. Im Straßenverkehr, da sind

sich die Experten einig, gibt es noch viele andere Möglichkeiten, den Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren – auch solche, die relativ einfach sind. Es hilft der Umwelt viel, wenn man mit einem sparsamen Auto mehrere Leute mitnimmt. Es macht die Statistik extrem viel besser, wenn drei oder vier Leute in einem Wagen fahren, als nur einer. Oder: Eine Studie sagt, dass jeder dritte Autofahrer, den man in einer deutschen Stadt fahren sieht, gerade

auf der Suche nach einem Parkplatz ist. Laut einer anderen Studie verursacht im Durchschnitt jede Parkplatzsuche einen Kohlendioxid-Ausstoß von 1,3 Kilo. Staus sind Dreckschleudern. Sie zu vermeiden bringt der Ökobilanz extrem viel. Der gute Effekt den Verkehrsleitsysteme, Parkplatz-Suchhilfen und genaues Navigieren mithilfe von Software hätten, ist also groß. In den vergangenen Jahren ist vor allem der Lieferverkehr stark angestiegen. Die Kunden bestellen immer mehr online und lassen es sich zur Haustür liefern. Die Routen des Lieferverkehrs möglichst gut zu planen, schlägt sich in Statistiken. Zurzeit laufen in vielen Städten Versuche, den Lieferverkehr effizienter zu gestalten, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern.

Es hilft der Umwelt viel, wenn man mit einem sparsamen Auto mehrere Leute mitnimmt. Verursacher von Kohlendioxid in Deutschland: Energieerzeuger: 37,8 % Industrie: 20,7 % Verkehr: 18,2 % Verkehr gilt als das Feld, in dem am einfachsten der Ausstoß reduziert werden kann.

Die Einzelanteile: Autos: 61 % Lastwagen: 35 % Schiffe, Flugzeuge und Dieselloks: 4 %


ANALYSE

Graphmasters – Partner Content 21

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Vernetztes Fahren

Kernelement für die Digitalisierung der Mobilität partner content

„Mit künstlicher Intelligenz (KI) und Vernetzung der Verkehrsteilnehmer, wie in der Natur zu einem Schwarm, kann man schon heute den Verkehrsfluss auf unseren Straßen deutlich verbessern. Das Fahren kann bei vielen Gelegenheiten sehr viel einfacher und angenehmer gemacht werden“, sagt Robert Dohrendorf, CEO des Routing-Scaleups Graphmasters, das als erstes Unternehmen weltweit auf kollaboratives Routing in der Navigation setzt. Unsere Gesellschaft wird immer mobiler und nutzt ein immer vielfältigeres Mobilitätsangebot. Das bedeutet mehr Verkehr und mehr Staus. Können wir den Verkehrskollaps noch verhindern? Wir verfügen zwar über ein hervorragend ausgebautes Straßennetz, aber die vorhandenen Kapazitäten reichen für das

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Unsere Gesellschaft muss den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit vollziehen, auch in der Mobilität. Wir müssen einerseits unnötigen Verkehr vermeiden, aber andererseits auch akzeptieren, dass Verkehr eine wichtige Lebensader unserer Gesellschaft ist. Dabei kann es nicht nur um Verzicht gehen, sondern vor allem auch darum, den Verkehr intelligenter zu organisieren. Wie das gelingen kann? Wir müssen auf die Wissenschaft hören und von der Natur lernen.

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Robert Dohrendorf, CEO, Graphmasters heutige Verkehrsvolumen nicht mehr aus. Zudem sucht sich jeder Verkehrsteilnehmer egoistisch seinen ‚besten‘ Weg ans Ziel. Die Folge: Jedes zusätzliche Fahrzeug sorgt für Zeitverluste für die anderen Verkehrsteilnehmer. Die gute Nachricht: Wie groß diese Zeitverluste sind, lässt sich für jeden Straßenabschnitt mit Hilfe künstlicher Intelligenz exakt vorhersagen. Mit diesem Wissen kann man bestehende Verkehre besser verteilen und unser Straßennetz um ein Vielfaches effizienter und effektiver nutzen. Stichwort „digitale Transformation“? Genau. Vielen bereitet „die digitale Transformation“ Unbehagen. Das ist nur zu verständlich. Gleichzeitig ist die Digitalisierung schon längst Wirklichkeit. So ist die Steuerung der hochfrequenten, globalen Kapitalmärkte nur noch mit KI-basierten

Egoistische Navigation

Kollaboratives Fahren

Egoismus gegen Kooperation: Die Grafik zeigt anschaulich, wo der Unterschied zwischen den heute gängigen Navigations-Anwendungen und dem Graphmasters-Ansatz vom kollaborativen Fahren liegt.

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Algorithmen möglich. Gleiches gilt im Online-Marketing: Innerhalb von 200 ms wird Ihnen im sozialen Netzwerk oder beim Online-Lesen dieses Artikels Werbung angezeigt, die individuell auf Sie zugeschnitten ist. Das geht nur mittels KI. Menschen können die dahintersteckende Komplexität nicht mehr effizient bewältigen. Graphmasters zeigt, wie Verkehr und Logistik von der KI-Technologie profitieren können. Welche Chancen und Möglichkeiten sehen Sie für die digitale Transformation des Verkehrs? Autofahren kann ganz neu gedacht werden, und zwar nicht nur als fahrendes Büro und Wohnzimmer. KI ermöglicht völlig neue User Experiences und Lösungen für den Verkehr. Denken Sie zum Beispiel an große Veranstaltungen, wie den Tag der Deutschen Einheit im letzten Jahr in Kiel, an große Messen oder an Festivals und Konzerte. Mit unserer Navi-App NUNAV können unterschiedliche Nutzertypen definiert werden. Ein VIP-Gast fährt dann direkt zu seinem reservierten Parkplatz, während ein Journalist zum Pressezentrum gelotst wird. Auswärtige Besucher hingegen werden auf einen verkehrsgünstig gelegenen P+R-Parkplatz geleitet und fahren ohne chaotische Parkplatzsuche ganz bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Veranstaltungsort. Herkömmliche Navis sind dazu nicht in der Lage. Die Veranstalter und das lokale Verkehrsmanagement können so das Gesamterlebnis für die Veranstaltungsbesucher auf ein noch nie dagewesenes Niveau heben. Wie erreicht man, dass solche KI-gestützten Lösungen von den potenziellen Nutzern angenommen werden? Denken Sie an eine Suchmaschine: Die Anwendung ist für uns Nutzer sehr einfach. Von der Komplexität und der KI, die hinter jeder Suchanfrage steckt, bekommen wir nichts mit. Was können wir davon lernen? Die Nutzung muss sehr intuitiv und einfach sein, und das sind wir doch schon längst von unseren Smartphones her gewohnt. Zudem ist entscheidend, dass mir als Anwender die Lösung einen ganz konkreten Vorteil verschaffen muss. Mittels KI können Betreiber großer Fahrzeugflotten, wie z. B. in der Paketlogistik, den Einsatz ihrer Fahrzeuge viel besser planen, und, was in der Praxis noch wichtiger ist, diese Planung auch umsetzen. Wenn jedes Fahrzeug am Tag aufgrund besserer Planung nur durchschnittlich 10 km weniger fährt, so spart der Flottenbetreiber mit 10.000 Fahrzeugen in sieben Arbeitstagen bereits die Strecke zum Mond und wieder zurück. Ein großer Beitrag zum Klimaschutz.

Die Umsetzung KI-gestützter Lösungen ist nur eine der großen Herausforderungen, vor denen die Automobilindustrie derzeit steht. Stichworte Big Data, Konnektivität der Fahrzeuge, autonomes Fahren, neue Antriebe, Fahrzeugelektronik, Multimodalität, Shared Mobility, … Für die Automobilindustrie geht es um die größte Transformation in ihrer Geschichte. Dies sieht man schon daran, dass VW eine eigene Software-Firma gegründet hat, in der bis Ende 2025 ca. 15.000 Mitarbeiter digitale Lösungen entwickeln sollen. Doch wo sollen die ganzen KI- und Software-Experten herkommen? Es gibt weltweit nur sehr wenige Teams, die überhaupt in der Lage sind, an solchen Themen zu arbeiten. Wir sind sehr stolz darauf, dass die Gründer von Graphmasters und Erfinder unserer KI-basierten NUNAV-Navigation zu diesen wenigen Teams gehören und dass sie unsere Plattform-Software stetig ausbauen und weiterentwickeln. Kernstück Ihrer Plattform-Software und Ihrer darauf aufbauenden RoutingServices ist die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer, das sogenannte kollaborative Routing. Was kann man damit erreichen und in welchen Bereichen ist diese Technologie nutzbar? Wenn sich nur 5 bis 10 Prozent der Verkehrsteilnehmer als Schwarm organisieren, können die Durchschnittsgeschwindigkeit und der Gesamtverkehrsfluss im Straßennetz um mehr als 20 Prozent verbessert werden. Gerade in den Stoßzeiten sind die Effekte des kollaborativen Routings massiv. Diese wären für die meisten westeuropäischen Städte innerhalb von nur drei Monaten erreichbar. Wir verbessern z. B. auch die Nutzung von P+R-Parkplätzen und Shuttle-Services. In der Logistik erreichen wir nicht nur eine deutlich bessere Kapazitätsauslastung, sondern sehen auch immer wieder, dass eine Erhöhung der Produktivität von rund 20 Prozent realisierbar ist. Auch die gefahrene Strecke sinkt je nach Anwendungsfall deutlich. Reicht das bereits aus? Oder sehen Sie noch mehr Optimierungspotenzial? Wir sehen, dass die Integration der Infrastruktur noch ein großes Potenzial bietet. Auch dazu ein Beispiel: Das Vernetzen von Ampelanlagen mit einem kollaborativem Routing bewirkt, dass sich die Verkehrsteilnehmer auf einer digitalen grünen Welle durch die Stadt bewegen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Es gibt also viele gute Gründe, warum wir uns auf einen digitalisierten Verkehr freuen dürfen.


22 Logistik

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ANALYSE

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Transporte spiegeln den Konsum wider trend Die Logistikbranche will den Klimaschutz fördern, braucht aber eine Entscheidung über den Antrieb der Zukunft, sagt BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt. Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, pixabay

längere Strecken andere Antriebskonzepte gefragt. Momentan wird hier von vielen Experten der Brennstoffzellen-Lkw favorisiert – der wird nach Herstellerangaben aber erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu erwarten sein. Dabei ist generell zu beachten, dass der verwendete Strom auch wirklich „grün“ ist. In welchem Zeitrahmen wäre eine Umstellung denkbar?

Professor Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz für den BGL?

Diese Themen spielen bei uns eine ganz herausragende Rolle. Die Mitglieder unseres Verbands wollen einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Die Umstellung wird sich über viele Jahre hinziehen, weil die Lkw mit den alternativen Antrieben einfach noch nicht in Serie produziert werden und manche Antriebstechniken schlicht und ergreifend überhaupt erst noch entwickelt werden müssen, so dass eine Förderung unerlässlich ist. Wichtig ist, dass die deutschen Lkw-Betreiber keine weiteren Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten erleiden müssen, sonst werden sich in der Zukunft die deutschen Speditionen und Transportunternehmen mit ihren sauberen Lkw noch weniger am Markt behaupten können: Bereits heute beträgt laut Maut-Statistik des Bundesamtes für Güterverkehr der Anteil ausländischer Lkw über 40 %. Ist es richtig, mehr Lieferverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern?

Es ist sicher grundsätzlich richtig,

mehr Lieferverkehr auf die Schiene zu verlagern. Aber das stößt in der Realität auf Probleme. Das wichtigste ist die zunehmende Urbanisierung – 80 Prozent der Deutschen werden in Zukunft in der Stadt leben. Die Bahn löst aber nicht das Problem, die Versorgung der Städte zu gewährleisten. Denn obwohl die Menschen immer umweltbewusster werden, wollen sie zugleich immer häufiger ihre Ware bis an die Haustür geliefert bekommen. Das ist aber mit dem Zug nicht möglich, sondern geht nur über die Straße. Alles, was transportiert wird, ist ja nur der Ausdruck der Nachfrage nach diesen Waren und Gütern, sie spiegeln den Konsum der Bevölkerung wider. Trotzdem arbeitet der BGL mit der Bahn in Projekten zusammen – und das als Gründungsmitglied der Kombiverkehr GmbH & Co. KG bereits seit über 50 Jahren.

Für ein starkes Flottenmanagement

Welche anderen Fahrzeugkonzepte sind in der Zukunft denkbar?

Neben dem Brennstoffzellen-Lkw, bei dem Wasserstoff zur Stromerzeugung verwendet wird, besteht noch die Möglichkeit, Wasserstoff direkt als Treibstoff z. B. in einem Erdgas-Motor zu verbrennen. Hier sind die Forschungen allerdings noch weit weniger fortgeschritten als dies beim Brennstoffzellen-Lkw der Fall ist.

Wo kann die Branche ansetzen?

Christian Calberg, Vertriebsleiter Truck & Bus Deutschland, Aral Fleet Solutions mobilität

Ganzheitliche Mobilitätslösungen zu Ende gedacht. Text: Alicia Steinbrück Foto: Presse

Das könnten wir beispielsweise beim Antrieb tun. Aber unser Problem ist, dass die Hersteller bislang noch keine einheitliche Meinung ausgebildet haben. Für den Antrieb bietet sie aktuell keine einsatzfähige Alternative zum Diesel an, mit der die Logistik-Branche langfristig arbeiten kann. Die Antriebswende muss jetzt also dringend vorangebracht werden. Erst dann können wir richtig loslegen.

Nun heißt Aral Card Service Aral Fleet Solutions. Warum? Wir wurden oft als reiner Tankkarten-Anbieter wahrgenommen, obwohl unsere Produkte schon immer mehr konnten, als Kraftstoffe abrechnen. Wir wollen ganzheitliche Mobilitätslösungen anbieten. Das geht ebenfalls mit dem Bestreben unseres Mutterkonzerns bp einher, bis spätestens 2050 ein klimaneutrales Unternehmen zu sein. Gleichzeitig werden wir uns weiterhin auf vertrauensvolle und partnerschaftliche Kundenbeziehungen konzentrieren.

Obwohl die Menschen immer umweltbewusster werden, wollen sie zugleich immer häufiger ihre Ware bis an die Haustür geliefert bekommen.

Gibt es bereits erste Produkte, die diese Ausrichtung umsetzen? Da wäre vor allem Aral Fuel & Charge zu nennen – eine Karte zum Laden und Tanken. Wir wollen den Einstieg in die Elektromobilität endlich praktikabel machen. Allein in Deutschland bietet die Karte den Zugang zu mehr als 96 Prozent aller öffentlich zugänglichen Ladepunkte. Eine höhere Netzabdeckung ist praktisch nicht zu finden.

Wo liegen denn die möglichen Lösungen – in der E-Mobilität?

Für den Nah- und Regionalverkehr könnte der batteriebetriebene Lkw das Mittel der Wahl werden. Aufgrund der großen Batteriegewichte und des damit verbundenen Nutzlastverlustes sind für

Die Bahn und der BGL kooperieren bei vielen Projekten.

Was gehört noch zu einem ganzheitlichen Angebot? Wir entwickeln unser Angebot für Flottenkunden ständig weiter. 2021 werden wir unser Portfolio erweitern und einen breiten Mix an Antriebsenergien bereitstellen, der auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet ist – von konventionellen über gasförmige Kraftstoffe bis hin zu Strom.

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ANALYSE

GLS – Partner Content 23

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Reduzieren, vermeiden und kompensieren partner content

Die Logistik verursacht rund 14 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Davon entfallen 75 Prozent auf den Transportsektor. 6,7 Gigatonnen CO2 hat die Internationale Energieagentur für den TreibhausgasAusstoß des globalen Transportsektors bis 2050 prognostiziert, sollte alles so weitergehen wie bisher. Viele Akteure in der Transportbranche sind sich dieser Tatsache bewusst. An Lösungen, Maßnahmen und Ideen, um die anfallenden CO2-Emissionen zu senken, mangelt es allerdings noch vielfach. Positiv zu bewerten sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie, an der unter anderem die Logistik-Initiative Hamburg beteiligt war. 84 Prozent der Unternehmen sind danach bereit, konkret in den Klimaschutz investieren zu wollen. Um der Situation Schritt für Schritt zu begegnen, werden Emissionsdaten immer wichtiger. Damit Unternehmen ihre Klimabilanz optimieren können, müssen sie wissen, wann wie viel Treibhausgas emittiert wird. Zwar stellen 88 Prozent der befragten Unternehmensvertreter in der Studie ein gestiegenes Klimabewusstsein fest, jedoch haben nur die wenigsten einen klaren Überblick über ihre vollständigen Emissionsdaten. Oft wird mit Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes gearbeitet. Erst das genaue Messen der Verbrauchsdaten ermöglicht jedoch die effektive Prüfung, inwieweit konkrete Maßnahmen wie Leerfahrtenvermeidung zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen.

Zu den Unternehmen, die sich aktiv für den Klimaschutz engagieren, gehört GLS Germany. Seit mehr als einem Jahrzehnt betreibt der Paketdienstleister ressourcenschonende Depots und optimiert Touren durch moderne IT-Tools oder nachhaltige City-Logistik-Lösungen. Im Oktober 2019 ging GLS mit dem Programm GLS KlimaProtect noch einen Schritt weiter. Dieses basiert auf zwei Säulen: Kompensation sowie Reduktion und Vermeidung von Emissionen. „Die durch den Pakettransport und unsere Geschäftstätigkeit erzeugten Emissionen werden durch ein zertifiziertes Aufforstungsprojekt über die Organisation Primaklima e.V. kompensiert. Im ersten Jahr waren es über 200.000 Tonnen CO2“,

Das EuropeanEcoHub ist mit 880 Photovoltaik-Modulen ausgestattet.

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„Neben der Nutzung von 100 Prozent nachhaltigem Strom an allen deutschen Standorten bauen wir unter anderem die Flotte von E-Fahrzeugen sowie die dazugehörige Ladeinfrastruktur aus und wir treiben die emissionsfreie Zustellung in Innenstädten voran.“

Das EuropeanEcoHub in Essen ging im September 2020 an den Start.

berichtet Dr. Karl Pfaff, Vorsitzender der Geschäftsführung der GLS Germany. „Zusätzlich investieren wir in Maßnahmen, um Emissionen zu reduzieren und zu vermeiden. Neben der Nutzung von 100 Prozent nachhaltigem Strom an allen deutschen Standorten bauen wir unter anderem die Flotte von E-Fahrzeugen sowie die dazugehörige Ladeinfrastruktur aus und wir treiben die emissionsfreie Zustellung in Innenstädten voran.“ Bereits im Sommer 2016 stellte GLS Germany in Konstanz erstmals Pakete mit einem E-Bike zu. Seitdem kommen laufend weitere Städte und Fahrzeugtypen wie E-Scooter, E-Vans und E-Lkw hinzu. Mittlerweile sind weit über 150 E-Fahrzeuge in mehr als 20 deutschen Städten im Einsatz. „Unser Schlüssel ist ein ganzheitliches City-Logistik-Konzept. So werden die Innenstädte von Düsseldorf, Hamburg und Karlsruhe bereits emissionsfrei versorgt und in Städten wie Berlin, Leipzig, Nürnberg oder Essen bauen wir unsere bestehenden Aktivitäten weiter aus“, erläutert Dr. Karl Pfaff. Die Anschaffung vieler E-Vans erfolgt im Rahmen des Bundesmodellprojekts ZUKUNFT.DE. Darüber fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Einsatz von E-Vans auf der letzten Meile und treibt den Ausbau der Ladeinfrastruktur voran. Auch wenn der Anteil der Fahrzeuge mit Elektronantrieb in der Paketzustellung stetig steigt und die Auswahl an Modellen zunimmt, erfüllen die E-Fahrzeuge die Anforderungen der Branche bisher nur bedingt. Der Grund: Geringe Reichweiten und geringerer Laderaum beschränken die Einsatzmöglichkeiten. Um

diese auszugleichen, setzt GLS Germany auf die Kombination von E-Fahrzeugen mit City- und Mikro-Depots. Hier lassen sich die Fahrzeuge während der Zustelltour mit neuen Paketen beladen, um so die geringeren Ladevolumina auszugleichen. Die Versorgungskonzepte sind grundsätzlich abhängig von den Gegebenheiten vor Ort. Sie werden daher individuell den Anforderungen angepasst. Neue Standards setzen Mit dem EuropeanEcoHub in Essen, welches im September 2020 an den Start ging, setzt GLS mit autarker Stromversorgung, emissionsfreier Zustellung, geschlossenen Ressourcenkreisläufen und Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt neue Standards. Im ersten GLS KlimaProtect-Jahr wurden rund zwei Millionen Euro allein in Photovoltaik-Anlagen und Ladestationen investiert. Bisher sind rund 60 Ladepunkte an GLS-Standorten installiert. „Wir sind stolz auf das, was wir bisher erreicht haben, und werden unsere Bemühungen noch weiter verstärken“, bilanziert Dr. Karl Pfaff. In der Tat werden derzeit KlimaProtect-Maßnahmen an über 20 Standorten umgesetzt, weitere 20 sind in den nächsten sechs Monaten in Planung. Bleibt zu hoffen, dass andere Akteure aus der Branche zeitnah nachziehen!

GLS bietet zuverlässige Versandlösungen – national, in Europa und weltweit. Insgesamt deckt die GLS Gruppe mit ihren Paketdienstleistungen 40 Länder ab, den Großteil mit eigenen Gesellschaften, weitere über Partner.


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fakten Professor Thomas Wimmer kam 1999 als Geschäftsführer zur Bundesvereinigung Logistik (BVL). Seit März 2020 ist er Vorstandsvorsitzender des Vereins. Seit 2009 ist er Honorarprofessor an der Uni Bremen und war von 2015 bis 2020 Vice President der European Logistics Association in Brüssel.

Die Krise als Chance für die Logistik


ANALYSE

Logistik 25

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großes interview „Die Pandemie hat Schwächen der Branche gezeigt, bietet aber die Chance, neue Lösungen zu erarbeiten“, sagt der BVL-Vorstandsvorsitzende Thomas Wimmer. Text: Armin Fuhrer

Ware künftig weiterhin von einem Lieferanten oder von mehreren? Die Suche nach resilienten Lösungen ist in vollem Gange. Es gilt zu gestalten, statt unter dem Druck der Ereignisse gestaltet zu werden. So können aus der Krise heraus Chancen ergriffen werden.

Foto: Presse/Jan Meier

Überall wird über das Thema Klima-

Welche Auswirkungen hat die

schutz und Nachhaltigkeit gesprochen.

Corona-Pandemie auf die Logistik?

Wie wirkt sich das auf die Logistik aus?

In der Hochphase des Lockdowns wurden Lieferketten empfindlich gestört. Die Logistik in Deutschland hat aber unter Beweis gestellt, wie leistungsfähig sie ist und wie schnell und flexibel sie reagieren kann. Doch es sind auch Schwächen sichtbar geworden, beispielsweise, dass die Kommunikation der Akteure häufig nicht intensiv genug ist. Durch die Ausnahmesituation der COVID-19-Pandemie ist der Handlungsdruck gestiegen – und mit ihm, so mein Eindruck, auch die Kreativität und die Umsetzungsgeschwindigkeit von Veränderungen. Die Krise wirkt als Katalysator – insbesondere bei Themen wie Umgang mit Kostendruck und Vereinbarkeit von ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.

Je weniger Ressourcen verbraucht werden, desto wirtschaftlicher ist ein Arbeitsablauf. Nachhaltig zu denken und zu handeln ist für die Logistiker in Industrie, Handel, Dienstleistung und Wissenschaft nicht neu. Es wird kontinuierlich an nachhaltigen Lösungen gearbeitet – in allen drei Dimensionen: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Das Jahresmotto der BVL „Nachhaltig gestalten – Winning the Next Decade“, umfasst viele Dimensionen logistischen Handelns, bekannte und neue. Erwarten Sie in einem gewissen Grad eine Rückentwicklung auf mehr Regionalität oder anders gesagt, eine teilweise Entwicklung weg von der Globalisie-

Die Krise wirkt als Katalysator – insbesondere bei Themen wie Umgang mit Kostendruck und Vereinbarkeit von ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit. fragten zwischen 16 und 69 Jahren beim Einkaufen vermehrt auf Kartenzahlung. Diese Entwicklungen gingen innerhalb von Tagen oder Wochen vor sich. Welche Chancen ergeben sich daraus für den Wirtschaftsbereich?

Der Datenaustausch entlang von Lieferketten und insbesondere in Echtzeit verfügbare Daten verbessern die Entscheidungsgrundlagen für Produktions- und Logistik-Verantwortliche in Industrie, Handel und Logistik-Dienstleistung. Lieferketten werden flexibler, widerstandsfähiger und nachhaltiger.

rung? Glauben, Sie, dass die LogistikBranche einen erneuten Lockdown überstehen würde?

Ja, mit großen Schäden. Aber der Blick kann nicht auf die Logistik allein gerichtet werden. Bei einem erneuten Lockdown würde die gesamte Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen – und damit auch die Logistik. Wir sind im Moment konjunkturell auf einem guten Weg. Weitere Schocks müssen vermieden werden.

Nein. Es wird aber mehr Sicherheit in den logistischen Systemen geben. Das Primat des Kostendrucks wird auf den Prüfstand gestellt. Aber es wird weiterhin einen lebhaften internationalen Austausch von Waren und Dienstleistungen geben. Fairer globaler Handel nutzt allen Beteiligten. Ein weiteres großes Thema ist die Digitalisierung. Sind die Chancen oder die Belastungen, die dadurch entstehen, größer?

Wird die Krise dauerhafte Änderungen bewirken oder spielt sich alles wieder ein wie vor der Krise, wenn Corona eingedämmt ist?

In der Krise sind die Schwachstellen auch höchst leistungsfähiger Abläufe sichtbar geworden. Diese werden jetzt sukzessive behoben. Bezieht man seine

Die Digitalisierung ist eine richtige Antwort auf viele Fragen. Eindeutig überwiegen die Chancen. Im Lockdown erlebten wir in Deutschland einen Schub der Digitalisierung. Der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice hat sich auf 23 Prozent mehr als vervierfacht. Laut Infas setzen jetzt 57 Prozent aller 1.475 Be-

Megatrends wie künstliche Intelligenz und Automatisierung sind ein wichtiger Bestandteil vieler Innovationen in der Logistikbranche.

Die Zahl der Online-Käufer in Deutschland soll sich im Jahr 2024 auf 68,2 Millionen belaufen.

Um mehr auf digitales Arbeiten umzustellen, sind erst einmal Investitionen sinnvoll. Kommen Unternehmen, die in der Zukunft noch eine Chance haben wollen, überhaupt darum herum?

Es gibt rund 80.000 Logistik-Dienstleistungsunternehmen in Deutschland – von Global Playern bis hin zu mittelständischen und Kleinstunternehmen. Eine aktuelle Studie von PwC hat ergeben, dass man sich dort sehr bewusst ist, dass Logistik 4.0 notwendig ist, aber ohne Investitionen nicht gelingen kann: 34 Prozent wollen in den kommenden fünf Jahren über fünf Prozent ihrer gesamten Investitionen in die Digitalisierung stecken. Wer konsequent altes Denken und herkömmliche Strukturen überwindet und sich auf digitale Prozesse einlässt, kann viele Kosten einsparen.

Der E-CommerceUmsatz (B2C) in Deutschland beträgt 59,2 Mrd. €.

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Fragen an

Steffen Bersch

Steffen Bersch, CEO SSI Schäfer Gruppe zukunft

Der CEO der SSI Schäfer Gruppe im Gespräch über die Zukunft der Logistik. Text: Alicia Steinbrück, Foto: SSI Schäfer

Welchen Stellenwert übernimmt die Digitalisierung in der Logistik? Die Digitalisierung hat völlig neue Geschäftsszenarien ins Leben gerufen, die sich immer stärker durchsetzen und Unternehmen eine enorme Flexibilität im Kundenumgang, in der Fertigung und in der Logistik abverlangen. Viele Unternehmen benötigen hochleistungsfähige, automatisierte Lösungen für die rasche Auftragsabwicklung, denn die Kunden fordern rasche Reaktionszeiten bei gleichzeitig höchstem Servicelevel. Wie sieht die Logistik der Zukunft aus? Die Corona-Pandemie hat den Automatisierungstrend weiter beschleunigt. Wir erarbeiten für jedes Unternehmen die optimale Kombination von intelligenten Lager- und Logistiksystemen. Dabei setzen wir auf neueste Technologien, wie fahrerlose Transportsysteme, Robotik, Künstliche Intelligenz und vorausschauende Wartung. Welche Rolle spielt die Nachhaltigkeit in der Logistik und welche Potenziale birgt sie? Nachhaltigkeit wird mehr und mehr zu einem Schlüsselfaktor für den künftigen Geschäftserfolg. Nachhaltig ausgerichtete Unternehmen profitieren von Effizienzgewinnen und sind oft widerstandsfähiger im Umgang mit Herausforderungen wie der aktuellen Pandemie.

Die Branche mit dem größten OnlineUmsatzanteil in Deutschland ist Fashion & Accessoires. Die Gesamtverkaufsfläche im deutschen Einzelhandel beläuft sich auf 125,1 Mio. m2.

Quellen: Statista, Der Spiegel


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Der gesamte E-Commerce-Bereich, insbesondere dessen Logistik, befindet sich in einem Wandel.

Immer mehr Deutsche kaufen im Netz e-commerce In Zeiten der Pandemie boomt der Online-Handel wie nie. Das stellt die Fulfillment-Strategien der Unternehmen vor neue Herausforderungen. Text: Armin Fuhrer Foto: Austin Distel/unsplash

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ur Weihnachtszeit überschwemmt Deutschland

jedes Jahr eine Paketflut, aber dieses Jahr wird es sich wohl eher um einen Tsunami handeln. Seit Corona unser Leben stark beeinflusst, hat sich der Online-Handel in Deutschland stark entwickelt. Schon ohne das weihnachtliche Zusatzgeschäft stieg er um 35 Prozent. Weihnachten und der erneute Lockdown Light geben dieser Entwicklung nochmals einen ordentlichen Schub. Laut einer Umfrage von Criteo unter 1.100 Deutschen sagten 45 Prozent aus, dass sie sich wohler fühlen, wenn sie online Waren bestellen, statt in einem Geschäft einzukaufen. Das Verhalten der Verbraucher ändert sich rasant, und so erwartet die Express-Sparte der Post in der Weihnachtszeit ein Wachstum der Sendungsmengen von sage und schreibe

50 Prozent. „Aus der Perspektive des E-Commerce könne man sagen, dass wir durch COVID-19 im Jahr 2020 bereits auf dem Stand des Jahres 2030 sind“, frohlockte kürzlich Post-Manager Michiel Greeven. Das DAX-Unternehmen hat gleich mal 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt, um die Herausforderung bewältigen zu können. Auch für die Logistik-Branche bedeutet diese rasante Entwicklung eine große Herausforderung. Denn sie erfordert eine schnelle und passgenaue Lagerung, einen stetigen Überblick über die Menge und den Standort der Waren und über die Auslieferung bis hin zum Kunden. Damit nicht genug: Gleichzeitig zur rasant wachsenden Zahl der Bestellvorgänge wachsen auch die Ansprüche der Kunden. Die Lieferungen sollen möglichst schnell erfolgen und bitteschön möglichst kostenlos sein. Und immer häufiger werden Aufträge im Nachhinein geändert oder storniert und zudem kommen ausgelieferte Waren immer öfter als Retoursendung zurück.

Lieferkettenprozesse müssen an Fulfillment-Strategien Das bedeutet auch:

angepasst werden. Das funktioniert aber nur noch mit digitalen Mitteln. Unternehmen müssen mithilfe von Technologien datengeschützte Umgebungen für eine intelligente E-Commerce-Logistik schaffen. Da der Druck immer größer wird, können sich Logistiker Fehler und Verzögerungen immer weniger leisten. Die Zeiten, in denen Mitarbeitern händisch in Lagern nach der benötigten Ware suchten, sind unter diesem Druck endgültig vorbei. Sie benötigen möglichst minutengenaue Erkenntnisse über den Standort der Ware oder über den Stand der Auslieferung. Laut der aktuellen „Future of Fulfillment Vision Study“ von Zebra glauben Transport- und Logistikunternehmer ebenso wie Hersteller und Händler, dass die Bestandsgenauigkeit höher als 76 Prozent liegen müsse, um den gestiegenen Herausforderungen

Gleichzeitig zur rasant wachsenden Zahl der Bestellvorgänge wachsen auch die Ansprüche der Kunden.

gerecht werden zu können. Viele rechnen aber nicht damit, dass sie diesen Wert erreichen. Zumindest derzeit noch nicht. Echtzeitdaten und Analysen können helfen, Peaks wie das Weihnachtsgeschäft leichter zu verarbeiten. Klar ist: Transparenz muss heute in der Logistik und Fulfillment-Strategie ganz großgeschrieben werden – dann klappt es auch mit besonderen Herausforderungen wie einer Pandemie oder dem jährlich wiederkehrenden Weihnachtsgeschäft.

fakten Keine andere Branche profitiert mit ihrem Online-Handel so stark von der Corona-Pandemie wie der Lebensmittelhandel. So stiegen die Umsätze im dritten Quartal 2020 um 50 Prozent über denen des Vorjahres. Die Angst vor einer Ansteckung und die Entwicklung zum Homeoffice waren Treiber dieser Entwicklung.


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Nachhaltige Logistik fördert den Erfolg partner content

2020 ist das Jahr der Pandemie – bremst eine solche Krise nicht zwangsläufig das Interesse, nachhaltig zu arbeiten? Ganz im Gegenteil. Es erweist sich nämlich, dass nachhaltige Unternehmen oft widerstandfähiger sind und die Heraus-

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Herr Bersch, welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit in der Logistik-Branche? Viele Jahre wurde unser Wirtschaftssystem von dem Prinzip „höher, schneller, weiter“ geprägt. Im Mittelpunkt stand die Steigerung der Rentabilität. Sie bleibt natürlich wichtig, aber inzwischen ist deutlich zu spüren, dass das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich zu einem Schlüsselfaktor für den Erfolg eines Unternehmens entwickelt. Die Logistik ist für viele Branchen das Rückgrat, ohne welches die immer komplizierter werdenden Lieferketten gar nicht funktionieren. Da ist es für die gesamte Wirtschaft von Bedeutung, wenn Logistik sich zunehmend nachhaltig entwickelt.

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Innovative Lösungen für die Intralogistik schützen das Klima und steigern die Effizienz, erklärt Steffen Bersch, CEO der SSI Schäfer Gruppe.

Steffen Bersch, CEO SSI Schäfer Gruppe

„Wir beschäftigen uns schon lange mit dem Wandel hin zu einer nachhaltigen und wirtschaftlicheren Intralogistik.“

forderungen einer globalen Krise besser meistern. Nachhaltigkeit fördert den Erfolg. Wir beschäftigen uns schon lange mit dem Wandel hin zu einer nachhaltigen und wirtschaftlicheren Intralogistik. Deshalb ist SSI Schäfer den „50 Sustainability and Climate Leaders“ beigetreten. Auf dieser Plattform präsentieren 50 international führende Unternehmen ihre nachhaltigen Lösungen und welchen Beitrag sie zur Erreichung der 17 Klimaziele der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals) leisten. Man darf aber auch nicht vergessen, dass gerade eine nachhaltige Organisation zu Effizienzsteigerungen in den Logistikprozessen und Lieferketten unserer Kunden führt. Und dies gilt sowohl für den Mittelstand als auch für große Konzerne. Nachhaltigkeit sorgt also auch für Effizienzsteigerung und wirtschaftlicheres Arbeiten und dies wiederum wirkt sich positiv auf das Geschäft aus. Aus welchen Elementen besteht eine nachhaltige Logistik? Die Bandbreite möglicher Ansätze ist groß. Daher muss man sich jedes Unternehmen individuell anschauen, um die richtige Lösung zu finden. Zu den einzelnen Elementen zählen vor allem Energie-

effizienz und das umweltfreundliche Betreiben von Lager- und Logistikprozessen, kurze Lieferketten, ökologische Bauweisen, gesunde Arbeitsbedingungen, weniger Abfall und eine Reduzierung von CO2-Abgasen, um nur einige wichtige zu nennen. Und schließlich steht über allem der Aspekt der Langlebigkeit, das heißt, die möglichst lange Nutzungsdauer der Anlagen. Können Sie mal ein Beispiel nennen, wie das aussehen kann? Da kann ich beispielsweise unseren Kunden Orca Cold Chain Solutions auf den Philippinen nennen – ein Tiefkühl-Logistikdienstleister. Wichtig ist zu wissen, dass weltweit bis zu 37 Prozent der hergestellten Lebensmittel aufgrund einer unzureichenden Verpackung, Lagerung oder Handhabung verderben. Orca verfügt über ein neues, sehr effizientes und automatisiertes Logistikzentrum. Damit können die Lebensmittel frisch und unversehrt gelagert werden. Die Folge: Die Verlustrate sinkt deutlich. Hat dieses Automatik-Lager auch Vorteile beim Energieverbrauch? Oh ja, durch das kompakte Tief kühllager konnten die Stromkosten um 35 Prozent gesenkt werden. Das ist zugleich gut für die Umwelt und für die Energiekosten des Unternehmens. Das Lager von Orca ist übrigens auch ein gutes Beispiel dafür, dass individuelle Lösungen nötig sind. Denn es ist auf die spezifischen klimatischen und seismischen Herausforderungen der Philippinen konzipiert. Welche Empfehlung geben Sie Unternehmen, die aktuell über eine Optimierung ihrer Prozesse nachdenken? Ganz klar, wir empfehlen uns als Partner. Wir haben bei allen Unternehmen, egal welche Branche und Größe, den Anspruch, die optimale Logistikstruktur zu erarbeiten. Dabei schöpfen wir aus einem Portfolio von bewährten Systemen und neuesten Technologien wie fahrerlose Transportsysteme, Robotik, Künstliche Intelligenz und vorausschauende Wartung, um die Unternehmen nicht nur effizient und nachhaltig aufzustellen, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Inbetriebnahme des ersten automatisierten Tiefkühllagers von Orca auf den Philippinen – in Kooperation mit SSI Schäfer

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Die Bedeutung der Logistik wächst kommissionierung Die Pandemie, Phasen wie die Weihnachtszeit und wachsende Ansprüche der Kunden stellt die Branche vor immer größere Herausforderungen. Text: Armin Fuhrer Foto: The Blowup/unsplash

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ie Logistik nimmt in

der globalisierten Wirtschaft eine immer wichtigere Rolle ein, und das gilt nicht nur für Pandemiezeiten. Die Ansprüche der Kunden steigen und werden immer individueller – mit der Folge, dass die Dauer, in der Waren und Produkte im Lager verwahrt werden, bevor sie wieder in die Auslieferung kommen, immer kürzer werden. Das ist ohne eine möglichst weitgehende Transparenz gar nicht mehr zu schaffen. Um stets den Überblick über den ständig wechselnden Bestand im Lager zu behalten, ist eine Automatisierung der Prozesse unerlässlich. Dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Lösungen auf dem Markt. So können Mitarbeiter mit Handheld-Geräten, Tablets und

kann zum Beispiel auch schnell auf die Stornierung eines Auftrags reagiert und so die Gefahr eines unnötigen Arbeitsvorgangs vermieden werden. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn in Deutschland werden pro Jahr fast eine halbe Milliarde Artikel retourniert, wie die Forschungsgruppe Retourenmanagement am Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre der Universität Bamberg errechnet hat. Besonders stark von diesem Kundenverhalten betroffen ist unter anderem die Textilbranche. Ohne eine Automatisierung der

Prozesse ist eine hohe Produktivität der Materialflüsse unter diesen gestiegenen Anforderungen heutzutage gar nicht mehr zu erzielen. Die Schablone für alle passt aber nur selten, gefragt sind dagegen intelligente Automatisierungslösungen, die an die jeweiligen individuellen Anforderungen angepasst und abgestimmt sind. Denn jedes Lager kann spezielle Anforderungen stellen, und das gilt mindestens genauso

für die unterschiedlichen Waren und Produkte. Eins ist klar: Die Logistikbranche kommt um eine Digitalisierung auf dem neuesten Stand der Technik nicht herum. Unternehmen, die hier noch Nachholbedarf haben, sollten sich sputen, denn die Herausforderungen wachsen mit den Ansprüchen der Kunden ständig – auch ohne die Pandemie und Weihnachten. Digitalisierung der Kommissionierung

ohne Vernetzung ist aber nur die halbe Miete. Beispiel Flottenmanagement: Durch die Vernetzung können wertvolle Daten gewonnen werden, mit denen man genau erkennen kann, wann ein Fahrzeug gewartet werden muss. Die Folge: Unnötige Kosten durch einen Ausfall fallen weg. Auch die Sicherheit der Mitarbeiter wird dadurch erhöht. Apropos Flotte: Fahrzeuge wie moderne Gabelstapler sind in größeren Lagern sehr wichtig für den reibungslosen und raschen Ablauf der Kommissionierungsprozesse.

Nicht nur sparsame Fahrzeuge

sorgen für Kostensenkung, sondern auch solche, die den Mitarbeiter möglichst gut schonen. Ein Kommissionierer sitzt tägliche viele Stunden auf seinem Fahrzeug – das bringt eine Belastung für den Körper mit sich und kann zu ergonomischen Schäden führen. Und diese wiederum zu langen Ausfallzeiten durch Krankheit. Dieses Problem kann durch eine möglichst ergonomische Gestaltung des Fahrzeugs sicher nicht völlig beseitigt, aber doch immerhin deutlich gemindert werden. Und selbst, wenn der Mitarbeiter sich „nur“ fitter fühlt, steigert das seine Produktivität. Das gleiche gilt, wenn Lärm und Emissionen im Lager auf einem möglichst niedrigen Niveau gehalten werden, denn sie stellen eine andauernde Belastung da.

Um stets den Überblick über den ständig wechselnden Bestand im Lager zu behalten, ist eine Automatisierung der Prozesse unerlässlich. Wearables ebenso ausgestattet werden, wie mit Computern in den Fahrzeugen, die mit Scannern, RFID-Technologie, Ortsbestimmungssystemen, Druckern und Software kombiniert werden. Anstatt durch die Gänge zu laufen und die angeforderte Ware zu suchen, können die Produkte mit digitalen Hilfsmitteln leicht gefunden werden – das spart Zeit und Geld und erhöht die Produktivität. Zunehmend wichtig in der Logistik, wie überhaupt in der gesamten Lieferkette, werden Echtzeitdaten und Analysen. Mit ihrer Hilfe können beispielsweise auch einzelne Peaks in der Bestellmenge zum Beispiel in der Weihnachtszeit besser bewerkstelligt werden. Auch Vorkommnisse wie die Hamsterkäufe von Toilettenpapier während der Anfangsphase der Pandemie, zu denen es in Deutschland im Frühjahr 2020 kam, können durch Echtzeitdaten besser ausgeglichen werden. Anhand solcher Echtzeitdaten

Es geht dabei auch, aber längst nicht nur um die Betrachtung der Kosten. Auch andere Aspekte sind für die Intralogistik eines Unternehmens von Bedeutung – und können für eine signifikante Steigerung der Wertschöpfung sorgen. Es reicht heutzutage nicht mehr aus, die Wirtschaftlichkeit der Flotte nach den Kosten pro Betriebsstunde der Fahrzeuge zu errechnen, wie das lange der Fall war. Denn bei einer solchen Aufstellung bleibt die effektive Fahrt- und Transportleistung oftmals links liegen. Das sollte sie aber nicht, denn über eine effiziente Fahrleistung können die Personalkosten durchaus signifikant um mehr als ein Viertel gesenkt werden – zum Beispiel, weil eine effektive Flotte weniger Zeit für die Arbeit benötigt und dadurch die Mitarbeiter mehr Arbeit in der gleichen Zeit schaffen. Der Effekt dürfte nicht zu unterschätzen sein, wenn man bedenkt, dass die Kosten für die Mitarbeiter im Durchschnitt rund 90 Prozent der gesamten Kosten eines Unternehmens ausmachen. Und ganz nebenbei können durch effektiv arbeitende Fahrzeuge auch die Kosten für den Energieverbrauch und die Wartung gesenkt werden.

fakten

Nicht nur sparsame Fahrzeuge sorgen für Kostensenkung, sondern auch solche, die den

Kommissionierung ist auch ein Thema für Sicherheitsexperten. Laut einer Studie der DGUV kam es deutschlandweit im Jahr 2018 zu 145 Unfällen in Warenlagern. Und laut einer Studie von EUROSTAT gingen 2017 innerhalb der Europäischen Union fast 18 Prozent aller Betriebsunfälle auf das Transportund Lagerwesen zurück.

Mitarbeiter möglichst gut schonen. ANZEIGE


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Fachkräftemangel als Wachstumsbremse fachkräftemangel In der Logistikbranche fehlen Fachkräfte in dramatischem Ausmaß. Das schränkt Transportkapazitäten ein. In der Lagerhaltung sieht es kaum besser aus. Text: Helmut Peters Foto: Fotolia

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s ist kein Geheimnis, dass sich der Fachkräftemangel in der Transport- und Logistikbranche zu einer Wachstumsbremse entwickeln kann. Besonders die Spediteure bekommen das zu spüren, fehlen dort inzwischen doch mehr als 10.000 Fahrzeugführer, allen voran die Lkw-Fahrer. Und eine Verbesserung der angespannten Lage ist kaum zu erwarten. Es geht um Personal mit hohen Qualifikationen und einem nicht immer attraktiven Arbeitsalltag. Um Fachkräfte, denen eine hohe Einsatzbereitschaft abverlangt wird und denen die Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten in ihrer Branche viel zu wenig bekannt sind.

Gründe für den Fachkräftemangel und wie ist die Stimmung in der Branche angesichts der alarmierenden Zahlen? Die Mehrheit der Unternehmen sieht den Geschäftserfolg bedroht und erwartet auch in den kommenden Jahren wenig Besserung. Es sind die Logistikdienstleister, die die Folgen am härtes-

ten zu spüren bekommen. Die meisten Fachkräfte fehlen nun einmal in den Bereichen IT, Fahrzeugführer sowie den Bereichen Disposition und Lager. Transportwesen so viele Arbeitskräfte fehlen, ist in Deutschland auch etwas hausgemacht. Der Beruf des Lkw-Fahrers etwa setzt hohe Zugangshürden. Allein die Beschaffung eines Lkw-Führerscheins ist ein teures Vergnügen. Und mittlerweile springt ja auch die Bundeswehr nicht mehr in die Bresche, wo man den Schein während der Wehrpflicht früher problemlos erwerben konnte. Fachkräfte müssen außerdem verpflichtend Zusatzqualifikationen für gewerbliche Transporte vorweisen. Dass gerade im

gegen, wo sie nur kann. Sie arbeitet an Unternehmensleitbildern und bemüht sich, den Herausforderungen der Migration mit multikulturellen Trainings entgegenzutreten. Einige Unternehmen bieten zudem Kurse mit dem Abschluss „Fachkraft für Lagerlogistik“ an.

Die Logistikbranche steuert

Was sind die

Ein wenig muss sich die Logistkbranche aber auch an die eigene Nase fassen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ist der Ansicht, dass von den einzelnen Branchen wohl nur jede zweite offene Stelle bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet wird. Außerdem

werden von den Unternehmen Speditionskaufleute und Logistikspezialisten weit weniger ausgebildet, als benötigt werden.

Strafzoll-Politik der US-Regierung derzeit hoch, was zu entsprechenden Unsicherheiten bei den Unternehmen führt.“

Wie die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für

Supply Chain Services in ihrer Studie „Top 100 der Logistik 2018/2019“ konstatiert, sind weiterhin „wichtige trendbeeinflussende Themen der nächsten Jahre der Fachkräftemangel an Fahrern und in den Lägern, die Produktivitätssteigerung auf der letzten Meile der Sendungsauslieferung sowie die Entwicklungen im internationalen Handelsgeschehen unter dem Aspekt der Globalisierung. Hier ist die Dynamik durch den Brexit und die

fakten Mehr als 10.000 Fahrzeugführer fehlen in der Speditionsbranche. Das liegt auch an hohen Qualifikationsanforderungen und einem wenig attraktiven Arbeitsalltag. Die Branche steuert gegen und muss ihre Kommunikationsstrukturen verbessern.

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Dem Kunden die Arbeit leichter machen partner content

Anforderungen hat, dem helfen wir aber natürlich ebenfalls gerne. Kommissionieren ist sehr individuell. Nur ganz selten gibt es mal einen Kunden, der genau die gleichen Anforderungen hat wie ein anderer.

Wegen des boomenden Onlinehandels wird eine moderne Kommissioniertechnik immer wichtiger, erklärt Georg Kranefeld von Linde Material Handling, Aschaffenburg. Der Onlinehandel boomt. Hat das Auswirkungen auf die Warenlager und die Kommissionierung? Selbstverständlich! Wir stellen fest, dass Warenlager häufig gar nicht mehr als Lager im ursprünglichen Sinn dienen, sondern als reine Kommissionierzellen. Die eingelieferte Ware wird praktisch sofort kommissioniert und wieder ausgeliefert. Das bringt natürlich einen extremen Zeitdruck mit sich. Das klingt nach einer hohen Arbeitsbelastung der Menschen, die in der Kommissionierung arbeiten. Das ist richtig. Im Lager können pro Tag mehrere Tonnen bewegt werden. Das ist eine große körperliche Belastung für die Mitarbeiter. Bei Linde Material Handling legen wir daher großen Wert auf die Ergonomie der Fahrzeuge – und damit auf die Gesundheit der Menschen, die sie bedienen. Welche Rolle spielt hier die Technik? Eine ganz entscheidende. Wir haben zum Beispiel selbstjustierende Kommissionier-Ebenen entwickelt. Da passt sich etwa die Gabelhöhe, auf der die zu bestückende Palette liegt, automatisch dem Füllungsgrad an. So ist sichergestellt, dass sich der Kommissionierer nicht jedes Mal

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Foto: Wol

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Georg Kranefeld, Senior Director Product Management Industrial Trucks – Warehouse, Linde Material Handling bis zum Boden bücken muss. Andere Geräte können auch als Personenlift genutzt werden, um den Kommissionierer auf eine höhere Greifstelle zu führen. Und das sind nur zwei Beispiele der zahlreichen Arbeitserleichterungen, die durch neueste Technik möglich sind. Wie wichtig sind individuelle Anforderungen Ihrer Kunden? Das flexible Eingehen auf Kundenwünsche hat bei Linde Material Handling Tradition – darin sind wir richtig gut. Im speziellen Fall der Kommissioniergeräte liefern wir schon ab Werk 23 unterschiedliche Modellvarianten allein im horizontalen Bereich – da ist für viele Kunden schon genau die richtige Lösung für das jeweilige Picking-Konzept dabei. Wer darüber hinaus spezielle

Was muss ein gutes Kommissioniergerät können? Oh, die Ansprüche sind vielfältig. Ich nenne nur ein paar Beispiele: Das Gerät muss sicher in der Bedienung sein, aber natürlich auch hoch effizient. Darüber hinaus sollten die Steuerelemente intuitiv und eingängig sein, damit der Bediener sich auf seine Aufgabe konzentrieren kann. Welche Rolle spielt digitale Technik? Beim Flottenmanagement macht sie den Unterschied aus. Welches Fahrzeug steht zum Service an? Welches ist gerade im Einsatz? Welcher Energiebedarf besteht? Hat der Fahrer eigentlich eine Zulassung für das jeweilige Gerät? Das sind nur ein paar der vielfältigen Aspekte, die mit digitaler Technik beantwortet werden. Ohne digitales Flottenmanagement geht es eigentlich nicht mehr. Das Fazit ist also: Es wird schneller und komplexer? Ja – aber nicht für unsere Kunden. Unsere Aufgabe ist es, diese Komplexität vom Kunden fern zu halten und ihm seine Arbeitsprozesse in der Logistik so einfach wie möglich zu gestalten. Dann kann er sich auf seine eigene Arbeit konzentrieren.


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„Corona hat uns vor neue Aufgaben gestellt.“ logistiksysteme „Die Pandemie zeigt die Bedeutung von robusten Lieferketten für den Erfolg von Unternehmen“, sagt Kay Schiebur, Vorstand Services bei der Otto Group. Text: Armin Fuhrer Foto: Presse, Elevate Di/unsplash

wusste Geschäftspraktiken müssen in die Kernprozesse integriert werden. Und neben der Automatisierung wird die Digitalisierung immer wichtiger, also die Fähigkeit, Daten entlang der Lieferkette zu erheben und zu verarbeiten. Diese Faktoren erhöhen die Komplexität der Supply-Chain enorm und daher ist das Management von Lieferketten in der Tat wichtiger denn je. Wie hat sich die Coronakrise ausgewirkt?

Die Pandemie hat uns auf unterschiedlichen Ebenen vor neue Aufgaben gestellt. Zum einen bei der Versorgung von Waren, die in Asien hergestellt und in Europa

vertrieben werden. Da die Corona-Pandemie in China ausbrach, konnten viele Bestellungen in den dortigen Fabriken nicht rechtzeitig fertiggestellt und nach Europa transportiert werden, sodass die Bestände in den Warenlagern der Otto Group zum Teil auf kritische Niveaus gesunken sind. Die Einschränkungen in der Lieferfähigkeit betrafen auch andere asiatische Beschaffungsmärkte, da viele Materialen wie Reißverschlüsse, Knöpfe oder auch Stoffe aus China in diese Märkte importiert werden. Als die Pandemie Europa erreicht hatte, kamen Schließungen von EU-Grenzen hinzu, die den grenzüberschreitenden Warenverkehr empfindlich

Kay Schiebur, Konzern-Vorstand Services bei der Otto Group Herr Schiebur, warum ist Supply-ChainManagement heute wichtiger denn je?

Krisen wie die Corona-Pandemie decken die Schwachstellen der bestehenden Systeme auf. Und so nervenaufreibend die Krisenbewältigung auch sein mag, ist es wichtig, aus diesen Krisen zu lernen und die Systeme noch besser zu machen. Zudem wirken übergeordnete Trends stark auf die Logistik ein. Die Themen Nachhaltigkeit und verantwortungsbe-

Vier wichtige Entwicklungen umfassen die Themenfelder Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Robotik und künstliche Intelligenz.

gestört haben. Zudem haben wir viele Hygiene-Maßnahmen umgesetzt, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Besteller möglichst gut zu schützen. Was macht ein gutes Logistiksystem aus?

Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung von robusten Lieferketten für den Erfolg der Otto Group in besonderem Maße verdeutlicht. Während wir die Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter*innen und die Paketempfänger relativ schnell umgesetzt werden konnten, müssen wir bei der Beschaffung eine taktische Neujustierung vornehmen. Das Schlagwort lautet: Resilienz durch eine Diversifizierung der Lieferkette. Dazu gehört, dass bei der Auswahl von Lieferanten auf eine breite geographische Verteilung der Produktionsstätten geachtet wird. Auch die tiefere Lieferkette – also die Vorlieferanten für die Produktionsbetriebe – wird künftig genauer geprüft. Zudem müssen wir über die weitere Flexibilisierung von Lagerstrukturen nachdenken, um Risiken zu umgehen, die sich aus Sperrungen von Gebieten oder Quarantänemaßnahmen ergeben. Haben Sie eine Vision für die Logistik der Zukunft? Wohin geht die Entwicklung, welche Trends gibt es?

Die Trends Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Robotik und künstliche Intelligenz spielen zunehmend auch in der Logistik eine große Rolle.

Die Globalisierung mit ihrer Arbeitsteiligkeit in den Wertschöpfungsketten wird sich nicht grundsätzlich ändern. Vier wichtige Entwicklungen umfassen die Themenfelder Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Robotik und künstliche Intelligenz. Um den immer wichtiger werdenden Bereich Nachhaltigkeit mit konkreten Beispielen zu beschreiben: Hier geht es um emissionsarme Gebäude, effiziente Förder- und Kommissioniertechnik genauso wie lokal emissionsfreie E-Fahrzeuge oder auch innovative Verpackungslösungen. ANZEIGE

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Nicht nur der Preis ist entscheidend partner content

Wie wichtig ist eine möglichst frühzeitige Berücksichtigung der Logistik? Etablierte Logistikfirmen kommen heute nicht erst dann zum Einsatz, wenn der Kun-

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Welche Entwicklung sehen Sie für die Einkaufs- und Produktionsstrategie Ihrer Kunden? Global sourcing, das heißt, die weltweite Arbeitsteilung im Anlagenbau, bleibt trotz der jüngsten Störungen durch die Covid 19-Krise erhalten und dürfte in den kommenden Jahren durchaus noch komplexer werden. Im Anlagenbau gibt es jedoch zwei weitere Trends. Auf der einen Seite versucht man möglichst viele Bauteile containerisiert und damit standardisiert zu planen, um teure Spezialtransporte bis hin zu notwendigen Infrastrukturmaßnahmen bedingt durch Übermaß und Schwergut weiter zu reduzieren. Ein Gegentrend besteht darin, hohe Montagekosten und den Zeitaufwand auf der Baustelle einzusparen, indem sehr komplexe Bestandteile der Anlagen teilweise in Modulbauweise bereits am Produktionsstandort kostengünstig vorgefertigt werden.

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In der Logistik sind Risiko-Management und Vertrauen des Kunden wichtig, sagt Jan-Dirk Schuisdziara, Managing Director bei Hansa Meyer Global Transport.

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Jan-Dirk Schuisdziara, Managing Director bei Hansa Meyer Global Transport

„Global sourcing, das heißt, die weltweite Arbeitsteilung im Anlagenbau, bleibt trotz der jüngsten Störungen durch die Covid 19-Krise erhalten und dürfte in den kommenden Jahren durchaus noch komplexer werden. Im Anlagenbau gibt es jedoch zwei weitere Trends.“

de seine Anlage fertig geplant hat, beziehungsweise turnkey in Übersee erfolgreich verkauft hat. Vielfach nutzt die Industrie die umfangreiche Erfahrung der Projektspediteure für Beratungsleistungen bereits in der Konstruktionsphase. Schließlich ist es für jedes Projekt wichtig „in time“ und „im Budget“ die Ware unversehrt auf der Baustelle abzuliefern. Das ist entscheidend für Erfolg oder Misserfolg des Projektes. Fehler und damit Vertragspönalen gehen schnell in den siebenstelligen Bereich. Welche Rolle spielt die Digitalisierung? In der Projektlogistik zählt nicht nur der Preis, sondern das Konzept und das Vertrauen des Kunden. Konsequent verfolgen viele Fachfirmen den technischen und kaufmännischen Beratungsansatz als „value add“ zu der klassischen Projektspedition. Ziel ist es „End-to-end“, also den kompletten Materialfluss ab der Blaupause im Planungsstadium bis zur Endmontage auf der Baustelle datentechnisch optimal zu managen. Operative Systeme und historische sowie aktuelle Kundendaten gilt es smart durch ein cleveres Datenmanagement zu verknüpfen um die Kapazitäten weiter zu optimieren, Synergien auszuschöpfen. Welche neuen Trends und Technologien haben großen Einfluss auf die Logistik im internationalen Anlagenbau? Viele EPCs und Projekt-Zulieferer sind

dazu übergegangen, analog ihrer Materialbestellungen auch Logistikleistungen vermehrt über Online-Plattformen vorab qualifizierten Projektdienstleistern, beziehungsweise vorab konzeptionell überzeugenden Dienstleistern aus dem Ausschreibungsprozess final per Online Auktion anzubieten. Das Primärziel des Einkaufs liegt immer in der Kostenoptimierung. Das führt dazu, dass der vermeintlich günstigste Anbieter vielfach per E-bidding den Auftrag erhält, später aber häufig sein Lieferversprechen nur schwer einhalten kann. Ob es sich bei einem Projekt für den Logistiker um ein gutes Geschäft handelt, entscheidet immer der Logistikvertrag sowie das notwendige Risk-Management des Dienstleisters. Erst, wenn kritische Anforderungen vollumfänglich identifiziert und verlässlich gemanagt werden können beziehungsweise Haftungsrisiken für den Ernstfall auch versicherbar sind, empfiehlt es sich als Logistiker, die Verantwortung für einen reibungslosen Transport zu übernehmen. Wie bereitet sich Ihre Firma auf die Zukunft vor? Wir haben bereits vor Jahren gezielt in unsere IT investiert und setzen im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens stark auf Open Innovation. Die Fachbereiche haben einen regelmäßigen und offenen Austausch mit unseren Stabs-Bereichen, aber auch mit vielen Entscheidungsträgern auf der Kundenseite. Innovationen entstehen durch gemeinsamen vertrauensvollen Dialog und Leuchtturm-Projekte. Wir veranstalten häufig Workshops auch mit Studierenden unterschiedlicher Hochschulen, schulen unsere Mitarbeiter und bieten dabei insbesondere Qualifizierungsmöglichkeiten im Auf bau digitaler Kompetenzen und neuer Arbeitsmethoden. Neben dem Ausbau und der ständigen Weiterentwicklung unseres Service Portfolios – jüngst haben wir „IT Innovation & Consulting“ ergänzend als separate Dienstleistung etabliert, fokussieren wir uns auch auf den Netzwerkausbau und die Entwicklung ganz neuer Märkte.


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Logistik: Den Schritt in die Zukunft wagen zukunft Die Logistik-Branche hängt bei der Digitalisierung weit hinterher und gefährdet damit ihre Zukunftschancen. Dabei bieten sich ihr viele Möglichkeiten.

vorherrschende Rolle in der Branche spielen, gefährdet die Chancen der Unternehmen beträchtlich. Das gilt besonders für die Mittelständler. Großunternehmen sind dagegen auf dem Weg in die digitale Zukunft schon deutlich weiter.

Text: Armin Fuhrer Foto: Fotolia

Die Unternehmen, die

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1 Prozent der deutschen

Logistik-Unternehmen arbeiten entweder oder nur zum Teil digital, elf Prozent glauben, dass die Digitalisierung für sie keine Rolle spielt. Und mehr als ein Drittel der Unternehmen haben keine ausreichend ausgebildeten Mitarbeiter. Diese Zahlen sind das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Befragung der Bundesvereinigung Logistik unter ihren Mitgliedsunternehmen. Dass auch im Jahr 2018 Papier und Telefon noch eine

Big Data und Vernetzung aller Komponenten sind die Zauberworte der Zukunft für die Logistik-Branche.

sich schon auf digitale Technik stützen, haben dagegen längst erkannt, dass hier die Zukunft liegt. Wer nicht mitzieht, wird untergehen – da sind sich die Experten einig. Die Zurückhaltung verwundert, da die Digitalisierung unübersehbare Vorteile mit sich bringt: Arbeitsabläufe werden erleichtert und beschleunigt und können erheblich besser geplant werden. So können Fehlplanungen leichter vermieden und Kosten gespart werden.

der Telematik bietet den Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, die die Arbeit erleichtern. Mit ihrer Hilfe können Routen geplant, die Flotten gemanagt, die Temperatur der Ladung überwacht oder der Lkw geortet werden. Nicht zu vergessen, dass die Entwicklung der nächsten Jahre klar in Richtung selbstfahrende Autos gehen wird – auch das ist eine Entwicklung, die für die Logistikbranche hochinteressant ist. Aber auch sie ist nur ein Stein im Mosaik, denn die selbstfahrende Lkw-Flotte wird eines Tages in nicht ferner Zukunft komplett mit dem sich selbst organisierenden Lager zusammenarbeiten – und zwar mit dem eigenen ebenso wie mit dem des Kunden. Auch der Einsatz

Vernetzung aller Komponenten sind die Zauberworte der Zukunft für die Logistik-Branche. Papier aber kann sich nicht verlinken und eine manuell betriebene Belieferung eines Kunden kann in Zukunft viel zu langsam vonstattengehen, zumal die Same-Day-Delivery schon heute immer beliebter wird. Und die Konkurrenz schläft nicht – wenn erst einmal 3D-Drucker f lächendeckend zum Einsatz kommen, können komplette Big Data und

ist beispielsweise die Fähigkeit, mit Hilfe intelligenter Technik Simulationen durchzuführen. Auf diese Weise können ganze Modelle entworfen werden. Sogar eine dreidimensionale Darstellung ist möglich. Gerade dieses Beispiel zeigt, wie einfach digitale Technik die Arbeit machen kann, zumal eine umständliche Programmierung das Tool aufgrund seiner einfachen Bedienungsoberfläche fast ganz unnötig macht. Ein großer Vorteil

Datensätze vom Produzenten zum Kunden geschickt und vor Ort ausgedruckt werden. Die Forcierung der Digitalisierung stellt übrigens auch eine gute Chance dar, dem Mangel an Fachkräften, über den viele kleine und mittelständische Unternehmen der Logistikbranche klagen, zu beheben. Denn junge Leute haben keine Lust, bei einem analogen Dinosaurier zu arbeiten, der ihnen keine zukunftsträchtigen Arbeitsplätze bieten kann. Die Fortbildung schon vorhandener Mitarbeiter wird trotzdem unumgänglich sein, wenn der Schritt in die digitale Zukunft gelingen soll.

fakten Die Digitalisierung ist in allen Bereichen der Wirtschaft auf dem Vormarsch, aber ausgerechnet die LogistikBranche hinkt hinterher. Dabei sind intelligente Lösungen eine Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu erleichtern und zu beschleunigen sowie Kosten zu senken.


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Fotos: Presse/ Toyota Material Handling

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„KI wird eine bedeutende Rolle spielen“ partner content

Martina Möller, Mitglied der Geschäftsleitung von Toyota Material Handling, erläutert die neue Dynamik bei der Digitalisierung der Intralogistik. Frau Möller, die Pandemie hat die Digitalisierung vorangetrieben. Ist das auch in der Intralogistik zu beobachten? Durch die Pandemie ist tatsächlich eine höhere Dynamik in das Thema gekommen – auch in der Intralogistik. Digitalisierung steht oft als ein großes Wort im Raum. Dahinter verbergen sich aber nahezu alle Prozesse, Produkte und Lösungen, die es zu analysieren und zu verändern gilt. In welchen Bereichen ist der Drang zur Digitalisierung derzeit denn am meisten zu spüren? In Zeiten der Pandemie spielen vor allem der Kostendruck, die Flexibilität und die Schaffung von Kapazitäten eine große Rolle. Wir sehen, dass während der Corona-Pan-

Martina Möller, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Geschäftsbereiche „Strategische Kunden, Logistics Solutions und Digitalisierung“ bei Toyota Material Handling demie vor allem das Thema Automatisierung der Lager und Lieferketten einen ganz neuen Drive bekommen hat. Automatisierte Flurförderzeuge hatten wir natürlich auch zuvor in unserem Portfolio, aber nun erkennen die Kunden verstärkt deren Vorteile.

Bedeutet das, dass der Mensch zukünftig im Lager nicht mehr gebraucht wird? Nein, es geht bei der Automatisierung vor allem darum, die Mitarbeiter zu unterstützen, damit diese wertschöpfenderen Tätigkeiten nachgehen können. Fahrerlose Transportsystemen, sogenannte AGVs oder AMRs, können einfacher denn je in bestehende Intralogistikprozesse integriert werden und eine effiziente und hochproduktive Ergänzung zu den manuellen Prozessen darstellen. Vielerorts entstehen neue Logistikzentren. Wird dabei die Digitalisierung mitgedacht? Aus unserer Sicht hat die Intralogistik eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung der Logistik, aber auch der gesamten Industrie. Vor allem bei Neubauprojekten spielt die Automatisierung eine immer wichtigere Rolle. Verschiedene Analysen zum weltweiten Warehouse Automation Market zeigen eine Verdopplung bis 2025 und eine jährliche Wachstumsrate von über elf Prozent. Dieser Markt beinhaltet voll- bzw. teilautomatische Läger, Dark Warehouses, fahrerlose Transportsysteme bis hin zu Drohnensysteme für die Logistik. Welche Vorteile ergeben sich aus vernetzen Geräten? Als Pionier auf dem Sektor Connectivity stattet Toyota bereits seit 2018 nahezu alle Lagertechnikgeräte serienmäßig mit Telematik-Technologie aus. So haben wir aktuell etwa 150.000 vernetzte Flurförderzeuge europaweit im Einsatz. Diese „Smart Trucks“ senden permanent Daten an ein Flottenmanagementsystem, über das der Nutzer die volle Transparenz erhält und seine intralogistischen Prozesse optimieren kann. Zu den weiteren Vorteilen zählen die Möglichkeiten der vorausschauenden Wartung, eine erhöhte Sicherheit im Lager und ganz nebenbei kann sogar die CO2-Bilanz verbessert werden.

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Gutes Stichwort: Was sind die Stellschrauben in der Intralogistik, um CO2-Emmissionen zu senken? Toyota Material Handling hat sich dazu verpflichtet bis 2030 in den eigenen Betrieben CO2-neutral zu arbeiten. Unser Werk in Mjölby, Schweden, hat dies schon umgesetzt und unsere Fertigung in Italien konnte ihre CO2-Emissionen bereits halbieren. Auch deshalb wurden wir mit dem Platinum-Level von EcoVadis ausgezeichnet und gehören somit zu den Top ein Prozent von 70.000 weltweit analysierten Unternehmen. Der wesentlich größere Anteil der CO2-Emissionen entsteht allerdings bei der Nutzung der Geräte. Wir unterstützen unsere Kunden dabei ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, in dem wir alternative Antriebstechnologien, wie Lithium-Ionen-Batterien oder Brennstoffzellen, anbieten. Insbesondere von der Brennstoffzelle als Antriebstechnologie der Zukunft sind wir bei Toyota überzeugt. Als Teil des Toyota Konzerns profitieren wir von den Erfahrungen aus der Automobilindustrie und können gleichzeitig auf erfolgreich umgesetzte Projekte in der Intralogistik verweisen. Was wird den Logistikmarkt noch bewegen? Aus meiner Sicht wird zukünftig Künstliche Intelligenz eine noch größere Rolle in der Logistikbranche spielen. Das heißt, ganze Logistikprozesse werden sich auf Basis von KI selbst organisieren. So kann KI selbständig über die Verkaufszahlen einzelner Supermarktfilialen die nächste Bestellmenge ermitteln. Mit dieser Information stellen automatisierte oder autonome Stapler im Großlager ganz von allein die nächste Bestellung zusammen und beladen am Abend den Lkw.


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Intralogistik 4.0, läuft! intralogistik Intelligente Technologien und Prozesse machen die Intralogistik zu einer zukunftsweisenden Branche, die sich fortwährend optimiert und wandelt. Text: Kirsten Schwieger Foto: Presse, Tiger Lily/pexels

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nnovative Gabelstapler und fahrerlose Transportsysteme, die eigenständig entscheiden, wohin sie fahren oder welcher Arbeitsschritt als nächstes sinnvoll ist. Vollautomatisierte Förderanlagen und Warenlager mit Paletten und Behältern, die untereinander kommunizieren. Da-

Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Fördertechnik und Intralogistik im VDMA

tenbrillen, die es Menschen ermöglichen, Waren schnell und fehlerfrei zu kommissionieren. Die Intralogistik, also die Steuerung von innerbetrieblichem Materialfluss und Informationsströmen in Industrie, Handel und öffentlichen Einrichtungen, bedient sich bereits heute innovativer Technologien und Prozesse. Ausgeklügelte Technik und integrierte Software haben deren Lieferketten in den vergangenen Jahren massiv verbessert – Bestellungen sind heutzutage oft schon am selben oder nächsten Tag beim Kunden. Mit einem jährlichen Produktionsvolumen

von rund 24 Milliarden Euro zählt die Intralogistik zu den Wachtumstreibern im deutschen Markt. Triebfeder dieses Wachstums sind die Digitalisierung und der boomende E-Commerce. Wobei das Optimierungspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. „Automatisierung, Digitalisierung und moderne Antriebstechnologien werden künftig in der Intralogistik eine noch bedeutendere Rolle spielen. Ebenso wie alternative Antriebsformen der Flurförderzeuge und Staplerflotten, wie beispielsweise Brennstoffzellenantriebe oder E-Mobilität mit modernen Lithium-Ionen-Batterien“, prognostiziert Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Fördertechnik und

Intralogistik im VDMA. Das Internet der Dinge, moderne Sensorik, Virtual Reality, mobile Robotik, Machine Learning und zukunftsweisende Software und Cloudlösungen sind die Grundlagen dieser Entwicklung. Eine Entwicklung, die zugleich

ganze Branchen verwandelt: „Die Industrie verändert sich derzeit dramatisch. KION beispielsweise entwickelt sich mehr und mehr von einem Hardware- zu einem Software-Unternehmen. Innovative Software ist für den zukünftigen Erfolg in der Intralogistik entscheidend, denn Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Mit dem Zusammenspiel von führender Hard- und Software schaffen Komplettlösungsanbieter enorme Wettbewerbsvorteile für die Kunden. Damit kommen aber natürlich auch neue, zusätzliche Wettbewerber ins Spiel, die für ‚klassische Maschinenbau-Unternehmen‘ in der Intralogistik bisher keine große Rolle gespielt haben“, skizziert Riske, der auch Vorstandsvorsitzender der KION GROUP AG ist, diesen Wandel mit seinen Chancen und Risiken. Der VDMA begleitet seine 250 deutschen

und europäischen Mitgliedsunternehmen auf diesem spannenden Weg. „Deshalb haben wir beispielsweise die Fachabteilung

Automatisierung, Digitalisierung und moderne Antriebstechnologien werden künftig in der Intralogistik eine noch bedeutendere Rolle spielen. ‚Fahrerlose Transportsysteme‘ gegründet“, berichtet Riske und fügt hinzu: „Die Corona-Krise führt uns eindringlich vor Augen, welch große Bedeutung Digitalisierungsinitiativen haben und dass wir diese künftig noch intensiver vorantreiben müssen.“

fakten Deutsche Intralogistikhersteller sind Technologie- und Exportweltmeister. 2019 wuchs der Export von Staplern, Kranen, Lager- und Fördertechnik „Made in Germany“ um sechs Prozent auf einen Gesamtwert von 16,8 Mrd. Euro. Die wichtigsten Kunden sind die europäischen Nachbarn sowie die USA.


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Mit nachhaltiger Intralogistik in die Zukunft

Für Brzoska liegen die Vorteile auf der Hand: Neben ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen die Batterien durch Wartungsfreiheit und Sicherheit. Gleichzeitig sinken die Kosten für die Technologie seit Jahren, was ihre Wirtschaftlichkeit signifikant erhöht. Die Expertise bei den Energiesystemen stellt der Konzern inzwischen auch anderen Unternehmen zur Verfügung. Zusammen mit den Hamburgern elektrifizieren derzeit namenhafte Hersteller aus der Bau- und Landmaschinen-Branche ihr Portfolio. Auch und gerade für die Umwelt ein Schritt in die

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Nicht nur draußen auf der Straße schwindet das Ansehen des Verbrennungsmotors. In den Produktionshallen und Lagern rund um die Welt ist dieser Trend schon weiter fortgeschritten. „Der Diesel stirbt“, sagt Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG. Und er hat harte Fakten: Rund 98 Prozent der von seinem Unternehmen produzierten Fahrzeuge werden inzwischen elektrisch angetrieben – Spitzenreiter in der Branche. Bereits seit seiner Gründung 1953 setzt das Unternehmen auf Elektroantriebe. Jahrzehntelang kamen dabei Blei-Säure-Batterien zum Einsatz. Eine zuverlässige und preisgünstige, aber auch veraltete Technologie. Seit einigen Jahren vollzieht sich ein radikaler Wandel hin zu modernen Lithium-Ionen-Batterien.

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Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG richtige Richtung. Ein Lithium-Ionen-Fahrzeug emittiert während seiner Lebenszeit im Vergleich zu einem mit Dieselmotor rund die Hälfte weniger CO2, die Wiederverwendung der langlebigen Batterien noch nicht mitgerechnet. Eine Besonderheit: Jungheinrich setzt bei seinen selbst gefertigten Batterien auf eine Zellchemie, die ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt auskommt – auch das besonders nachhaltig. Kürzlich wurde der Konzern von EcoVadis als eines der nachhaltigsten Unternehmen zertifiziert. „In unserer Strategie 2025+ ist das Thema Nachhaltigkeit fest verankert“, sagt Brzoska. „Wir wollen nachhaltig Werte schaffen und auch soziale und ökologische Verantwortung übernehmen.“ Aus diesem Grund ist das Unternehmen kürzlich auch der Initiative „50 Sustainabi-

„Automatisierte Anlagen sind in vielen Einsatzfeldern effizienter, prozesssicherer und nachhaltiger als konventionelle Anlagen.“ lity and Climate Leaders“ beigetreten. Auch der zweite große Trend innerhalb der Intralogistik hat etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Die Intralogistik gilt als eine der Herzkammern der vierten industriellen Revolution. Automatisierung und Digitalisierung schreiten rasant voran. Lagerhaltung, Fördertechnik und Software bilden dabei ein großes Ganzes und sorgen dafür, dass Mensch, Maschine und Lager miteinander kommunizieren, kooperieren und sich einander komplettieren. Jungheinrich gilt auch hier als Vorreiter: „Wir sind heute Maschinenbauer, Anbieter von Automatisierungslösungen und Softwareschmiede in einem“, erklärt Brzoska. Das zeigt sich im Kleinen durch automatisierte Fahrzeuge (AGV, Automated Guided Vehicle) und im Großen bei

automatisierten Hochregallagern von über 40 m Höhe (ASRS, Automated Storage / Retrieval System). Vollautomatische Lager und AGVs sind schon lange nicht mehr nur Science-Fiction, sondern bei Jungheinrich gelebte Realität. Im alltäglichen Betrieb eines Warenlagers bringen sie enorme Entlastung. „Automatisierte Anlagen sind in vielen Einsatzfeldern effizienter, prozesssicherer und nachhaltiger als konventionelle Anlagen“, so Brzoska. Außerdem bieten sie vielen Firmen die Lösung für eines ihrer drängendsten Probleme: den Fachkräftemangel. Weltweit fehlen der Logistik Facharbeiter und Staplerfahrer. AGVs, die Güter vollautomatisch und sicher an ihr Ziel bringen, schaffen hier Abhilfe. Dabei gehen Automatisierung und Digitalisierung Hand in Hand. Mit dem Jungheinrich Warehouse Management System (WMS) hat Jungheinrich ein „Hochleistungsgehirn“ für effiziente Lagerprozesse geschaffen. Sämtliche Schritte wie Lagerbewegungen, Aufträge und Buchungen werden zentral über die Software gesteuert. Brzoska erwartet, dass der Bereich der Automatisierung in den kommenden Jahren weiter erheblich wachsen wird. Vor diesem Hintergrund treibt das Unternehmen den Ausbau seines Automatisierungsportfolios in den Bereichen AGVs, automatisierte Lager, Software und Robotik voran. „Wir werden unseren Kunden zukunftsweisende Lösungen und Technologien bieten“, kündigte der Vorstandsvorsitzende an.


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