10 Dr. Astner: Optimale psychosoziale Rahmenbedingungen
12 Dr. Heidegger Essentiell ist kompetente Beratung
13 Interview Landesrätin Martha Stocker
15 Wahlen: Gruppenbild mit Herrn
16 Wahlen: Ergebnisse der Bezirke
17 Wahlen: Von null zur Vorsitzenden
17 Bubi bringt Rekordpreis - Oster-Ochsenversteigerung zugunsten der Krebshilfe
18 Kosmetikkurs: Schön sein und die Seele streicheln
21 Letzte Bezirksversammlung: Rechenschaft, Dank und Abschied
24 Spenden-Steuerabzug angehoben
25 Frühschoppen: Scheck mit Musik
26 Mamazone-Patientinnenmappe: „für Sie“
27 Kommentar
27 ISO 9001:2008: Wir sind zertifiziert!
28 Was ist los in den Bezirken
38 Gut und G’sund: Vollkornkartoffelnocken
39 Südtiroler Krebshilfe - Kontakte
WIR ÜBER UNS
WIR ÜBER UNS
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Südtirol hat eine neue Landesregierung, wir –die Krebshilfe – haben eine neue Ansprechpartnerin im Assessorat für Gesundheit. Die neue Landesrätin ist Martha Stocker. Eine Politikerin mit großer Erfahrung und seit jeher sehr an allen Belangen interessiert, die die Krebshilfe betreffen und häufiger Gast bei unseren Landesversammlungen. Ich möchte an dieser Stelle auch dem scheidenden Landesrat Richard Theiner für seine Bemühungen herzlich danken. Er hatte stets ein offenes Ohr und eine besondere Sensibilität für die Bedürfnisse der Krebshilfe und hat uns im Rahmen des Möglichen unterstützt, gemeinsam mit ihm, gemeinsam mit seinem Landesamt konnten wir in den vergangenen Jahren viele Dinge erreichen und vorantreiben im Interesse unserer Mitglieder.
Als die Nachricht, dass Hollywood-Star Angelina Joli sich einer prophylaktischen Mastektomie unterzogen hat, die Runde der Klatschzeitungen in aller Welt machte, haben wir uns noch zurückgehalten. Jetzt ist ein erster Fall auch
Grafik und Layout:
in Südtirol aufgetreten. Anlass für uns, dieses Thema aufzugreifen und von allen Seiten zu beleuchten, um unsere Mitglieder zu informieren. Wir haben mit der jungen Frau und ihrer Mutter gesprochen, die sich beide dieser Operation unterzogen haben, wir haben mit den behandelnden Ärzten, einer Psychologin und einem Gen-Experten gesprochen. Es handelt sich sicher nicht um d i e neue Krebstherapie und betrifft nur einen kleinen Prozentsatz von Patientinnen, aber um eine der vielen Möglichkeiten, dem Krebs Schach zu bieten.
Die nächste Landesversammlung am 5. April –wenn Sie die Chance in den Händen halten, ist sie schon vorbei – steht im Zeichen der Erneuerung auch bei der Krebshilfe. Eine besondere Freude für mich ist die Zusage unseres neuen Landeshauptmanns Arno Kompatscher an der Versammlung teilzunehmen. Auch vergangenes Jahr war Kompatscher, damals noch als Vertreter des Gemeindenverbands, einer unserer Ehrengäste.
Renate Daporta Jöchler Präsidentin
Alle Bezirke haben ihre neuen Vorstände gewählt und aus den neuen – alten Vorsitzenden wird der oder die neue Landespräsident-in gewählt. Ich wünsche meinem Nachfolger/ meiner Nachfolgerin alles erdenklich Gute, viel Energie und Mut, viel Kreativität und Ausdauer, um die wichtigen Interessen der Krebskranken und ihrer Angehörigen in diesem Lande zu vertreten. Ich hatte das große Glück zwölf Jahre an der Spitze des Bezirks Eisacktal und sechs Jahre als Landespräsidentin die Geschicke unserer Vereinigung mitzubestimmen, die Südtiroler Krebshilfe wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen
Ihre
Renate Daporta Jöchler
S. 26
Man muss nicht…
…Angelina Jolie heißen - Dieses Problem kann alle Frauen betreffen
Eine Geschichte, die zwar nicht alltäglich, für viele betroffenen Frauen aber Alltag ist. Vor mehreren Monaten war das Coming-Out des schönen Hollywoodstars, deren Mutter und Tante an Krebs gestorben sind und die sich beide Brüste prophylaktisch hat entfernen und wieder aufbauen lassen, durch die Zeitungen in aller Welt gegangen. Angelina Jolies gibt es überall, nur dass niemand sie kennt. Ein Kommentar vorab.
Die prophylaktische Mastektomie ist kein häufiger Eingriff und wird auch in Zukunft keine alternative Krebstherapie werden, aber immer wieder sehen sich Frauen vor die Frage gestellt, was tun, wenn in der Familie Brustkrebs gehäuft auftritt.
In Südtirol wurde dieser Eingriff, die Entfernung beider Brüste und ihr Wiederaufbau, im letzten Jahr zum ersten Mal durchgeführt. Eine junge Frau Ende 20 hat sich zu diesem extremen Schritt entschlossen und ist ihren Weg konsequent und ohne
Bedenken gegangen. Aus Gründen der Privacy haben wir Namen und Lebensumstände abgewandelt, aber diese Geschichte soll dazu beitragen, Angst zu nehmen und Mut zu machen.
Angst bekämpft man am besten mit Offenheit. Tabus verstärken die Angst. Tabus isolieren. Auch Krebs bekämpft man am besten mit Offenheit und in dem man den Tatsachen in die Augen schaut. Schweigen, so tun als sei nichts, den Kopf in den Sand stecken - das ist leider typisch für Südtirol.
Krebs bekämpft man, indem man auf seinen Körper hört und bewusst Verantwortung für seine Gesundheit übernimmt, indem man auf einen gesunden Lebensstil achtet und die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnimmt. Indem man darüber spricht.
Die Südtiroler Krebshilfe kämpft seit Jahren darum, das Thema Krebs aus dem Schatten zu holen. Auch diese nachfolgende Reportage ist ein Schritt in diese Richtung. Ganz offen alles ansprechen. Ohne Tabu. • nd
Die Patientin zeitlebens begleiten
Primar Dr. Arthur Scherer - Erste prophylaktische Mastektomie in Südtirol
„Entweder die Patientin geht mit diesem Thema konsequent und ganz offen um oder sie verleugnet es. Der schlechteste Weg ist zwischendrin.“ Als Primar der Gynäkologie am Krankenhaus Brixen und als Direktor des Brustgesundheitszentrums Brixen hat er den Fall der ersten prophylaktischen Mastektomie in Südtirol von Anfang an verfolgt und betreut.
Bauchschmerzen hatte er zugebenermaßen, einer so jungen Frauen einen solch extremen Eingriff vorzuschlagen. Seit 30 Jahren ist Dr. Scherer Frauenarzt und hat diese ganz besondere Sensibilität, um die vor allem „Mann“ ein Leben lang ringt, an der jeder Gynäkologe ständig arbeitet, um seine Patientinnen immer besser zu verstehen. „Als letztverantwortlicher Arzt hat mich dieser Fall schon belastet, ich fühlte mich verantwortlich, gerade bei einer noch so jungen Patientin.“
Angefangen von der Analyse der Familienanamnese und dem Erstellen des Risikoprofils hat sich der Primar intensiv mit diesem ersten Fall einer prophylaktischen Mastektomie in Südtirol auseinandergesetzt. „Der Entscheidung der Patientin sind
viele Gespräche vorangegangen, in dem unser Team sich darum bemüht hat, alle Aspekte dieses Eingriffs von allen Seiten zu beleuchten.“ Die Patientin wurde über Risiken, mögliche Komplikationen und Problematiken, die sich auch erst nach mehreren Jahren einstellen können, aufgeklärt.
„Am Schluss haben wir sie dann aber mit ihrer Entscheidung allein lassen müssen. Der letzte Schritt lag bei ihr.“
Die Brustabnahme nimmt der Gynäkologe vor. Hierbei handelt es sich laut Dr. Scherer um einen relativ einfachen Standard-Eingriff. „Anders ist es bei dem Aufbau der Brust, den der plastische Chirurg vornimmt. Hier muss mit Komplikationen gerechnet werden, auch noch nach Jahren.
Hier spielen viele, auch psychologische Faktoren eine große Rolle.“
Die vorbeugende Brustamputation hat das Risiko der Patientin an Brustkrebs zu erkranken auf ca. 5 Prozent reduziert. Bei Eierstöcken und Gebärmutter liegt das Risiko bei ungefähr 50 Prozent, wenn eine Mutation des Gens BRCA1 vorliegt. Hier
Im Brustgesundheitszentrum Brixen wurde die erste prophylaktische Mastektomie in Südtirol durchgeführt
kann mit der vorbeugenden Entnahme von Eierstöcken und Gebärmutter abgewartet werden, bis die Frau ihre Familienplanung abgeschlossen hat, im günstigsten Fall
Der plastische Chirurg zeichnet die genaue Schnittfläche ein.
sogar bis zum Eintritt der Wechseljahre.
Das hängt vom Zeitpunkt der in der Familie aufgetretenen Krebsfällen ab. „Eine solche Patientin muss von ihren Ärzten
Die Narben sind so gesetzt, dass sie unter den BH-Trägern liegen.
jedenfalls zeitlebens geführt werden, mit ihnen in engem Kontakt stehen,“ betont Dr. Arthur Scherer. Kontrollvisiten, präventive Maßnahmen und immer wieder der Austausch in Gesprächen.
Ein Routineeingriff wird diese prophylaktische Mastektomie in der Krebsbehandlung sicher nicht, aber es werden weitere Fälle auftreten. Immer mehr Patientinnen entscheiden sich für einen Gentest. „In dieser Hinsicht sind wir Ärzte schon im Vorfeld sehr gefordert, in der Abschätzung, ob eine Patientin mit diesem Wissen leben kann und in der Lage sein wird, eine entsprechende Entscheidung zu treffen und zu tragen.“
Der Beruf des Gynäkologen, ein lebenslanges Lernen und nach Ansicht von Primar Dr. Arthur Scherer, der schönste Beruf überhaupt. Auch wenn er selbst, wie er zugibt, nur durch Zufall zu dieser Spezialisierung gekommen ist. „Aber es ist für mich das schönste Gebiet in der Medizin überhaupt. Umfassend technisch, ambulant, operativ, einfache und komplexe Pathologien, neues Leben und Leben, das geht.“ Und nun, nach der ersten prophylaktischen Mastektomie Südtirols um eine Nuance und eine wichtige, auch menschliche Erfahrung reicher. •
Vor der Mastektomie
Nach dem Brustaufbau
Gynäkologe und plastischer Chirurg führen den Eingriff gemeinsam durch.
Angst – Wovor denn?
Mutter und Tochter haben sich nach positivem Gentest operieren lassen
Heidrun und Evelyn, Mutter und Tochter.
Zwei starke Frauen. Zwei Frauen, die ganz bewusst die Verantwortung für ihr Leben und ihre Gesundheit in die Hand genommen haben. Heidrun hatte Krebs. Zweimal. Ihre Eltern und ihre Großmutter auch.
Evelyn will keinen Krebs. Beide haben sich einem Gentest unterzogen und die Konsequenzen daraus gezogen.
Heidrun hatte bei ihrer ersten Erkrankung 2000 bereits eine Brust entfernt bekommen. Nicht einmal vierzig war sie damals. Evelyn ein Teenager, ihr kleiner Bruder gerade 15 Monate alt. Nach zehn Jahren war auch die zweite Brust befallen. Ein neuer Krebs. Keine Metastase. Da bei der Familienanamnese weitere verhältnismäßig frühe Krebsfälle in der Familie zu Vorschein kamen, rieten die Ärzte Heidrun zu einem Gentest. Dieser Test ergab tatsächlich eine Mutation des Gens BRCA1. Im Klartext heißt das, ein etwa 85 prozentiges Risiko an Krebs zu erkranken.
„Man muss schon den Kopf fest auf den Schultern haben, wenn man das Testergebnis bekommt“, sagt Heidrun. „Sonst fällt die ganze Welt zusammen.“ Für sie gab es kein Nachdenken: sie ließ sich die Brust komplett entfernen und auch Gebärmutter und Eierstöcke. Das war vor drei Jahren.
Evelyn ist 29. Eine junge attraktive Frau. Mutter eines dreijährigen Mädchens. Als junges Mädchen hat sie die erste Krebserkrankung ihrer Mutter von Nahem miterlebt. Die damit verbundenen Sorgen und Ängste. Die Unsicherheit. Auch die Angst der Mutter vor dem Sterben. „Bei uns war das Thema Krebs und alles, was damit verbunden ist, nie ein Tabu.“ Evelyn hatte keinen Zweifel, auch sie wollte den Test machen. Für sich und für ihre kleine Tochter. Sie möchte sicher sein, ihre Kleine großwerden zu sehen, ihren Lebensweg so lange wie möglich begleiten.
Nach der Geburt ihrer Tochter ließ sie sich vom Ärzteteam des Brixner Krankenhauses beraten. Der Primar der Gynäkologie und Direktor des Brustgesundheitszentrums Brixen, Dr. Arthur Scherer, die Gynäkologinnen Dr. Sonia Prader, Dr. Verena Thalmann, der plastische Chirurg Dr. Alexander Gardetto und die Psychologin Dr. Clara Astner.
Evelyns Angst vor einer möglichen Krebserkrankung war groß, größer als die Angst vor den möglichen Folgen eines positiven Testergebnisses. „Ich kontrollierte ständig meine Brüste, um einen möglichen Krebs festzustellen. Das war fast eine fixe Idee.“ Die Ärzte stimmten einem Gentest zu. „Sie haben mich ernst genommen. Ich habe mich in allem unterstützt und gut informiert gefühlt.“ Zur Blutabnahme für den Gentest nach Bozen ist sie gemeinsam mit ihrer Mutter gefahren.
„Ich wusste irgendwie schon wie der Test ausfällt“, erinnert sich Evelyn. Überrascht hat sie das positive Ergebnis jedenfalls nicht. Von Panik keine Spur. Ruhig hat sie es aufgenommen, bestätigt auch die Mutter. Das Schlimmste, erinnert sich Evelyn, war nicht die eigentliche Entscheidung, sondern das Warten nach dem Testergebnis bis zur Operation. „Ich bin fast narret geworden, bis es endlich so weit war.“
Fast sechs Monate dauerte es, bis ihr beide Brüste entfernt und mit Eigengewebe wieder aufgebaut wurden. Sie hat jede Phase des Eingriffs erklärt bekommen, hat entschieden, welche Technik des Brustaufbaus vorgenommen wird. „Ich war auch über alle Risiken und möglichen Komplikationen aufgeklärt.“ Nach weniger als drei Monaten war sie wieder am Arbeitsplatz. Die Wundschmerzen sind heute, ein Jahr nach dem Eingriff, blasse Erinnerung. Bereut hat sie es keinen Tag. „Ich kann wunderbar damit leben.“ Heidrun sagt das Gleiche. Und dass es stimmt, sieht man den beiden an.
Wenn Evelyn darüber redet, tut sie das ganz offen. Aber sie redet nicht mit allen darüber. „Dumme Bemerkungen oder gar Vergleiche mit Angelina Jolie will ich nicht.“ Die Narben am Rücken und an den Brüsten stö-
Die Analyse eine Bruströntgenaufnahme
ren sie nicht; ihre neuen Brüste fühlt sie als die ihren, sie sind Teil ihres Körpers geworden. „Ich will keinen Krebs!“ ist ihr Motto, das ihr Kraft und Mut gibt. Wenn sie 40 wird, das weiß sie schon jetzt, will sie sich auch Gebärmutter und Eierstöcke entfernen lassen.
Evelyn und Heidrun, zwei ganz normale Frauen, in einem ganz normalen Leben. Selbstständig und selbstbewusst. Sie haben sich bewusst für ihr Leben entschieden, haben Verantwortung für ihre Gesundheit übernommen. Und die Angst?
„Angst? Wovor, fragt Heidrun. Vor dem Restrisiko, davor, dass der Krebs woanders ausbricht. „Wenn man sich selbst um seine Gesundheit kümmert, sich regelmäßig kontrollieren geht, aktiv ist und auf sich schaut, dann braucht man keine Angst zu haben!“ Der Gentest BRCA 1hat bei Heidrun und Evelyn ein Risiko von 85 % ergeben an Brustkrebs, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Nach der Operation ist das Risiko auf unter 5 % gesunken. „Damit können wir leben!“
Der Kontakt mit dem Krankenhaus, mit den behandelnden Ärzten bricht nicht ab. Vorsorgeuntersuchungen in größeren Abständen für Evelyn, zwei Mal im Jahr für Heidrun. Aber das gehört dazu, gibt ihnen Sicherheit.
Und ihre Männer? Mutter und Tochter schauen sich an. „Unsere Männer? Die haben wir nicht gefragt. Das war unsere Entscheidung!“ Heidrun hält einen Moment inne. „Als alles vorbei war, habe ich meinen Mann gefragt, und was meinst Du dazu? Seine Antwort: Ich mag Dich lieber als Deinen Busen." Und damit war das Thema erledigt! •
Foto:
Die Patientin entscheidet
Dr.
Alexander Gardetto: Sich Zeit nehmen, den Eingriff vorzubereiten
„Wenn die Indikation gegeben ist und wenn das genetische Risiko sehr hoch ist, dann ist die prophylaktische Mastektomie ein sinnvoller Eingriff für Frauen jeden Alters.“ In Südtirol hat er die erste prophylaktische Mastektomie bzw. den damit verbundenen beidseitigen Brustaufbau durchgeführt, in Innsbruck hingegen hat der plastische Chirurg Alexander Gardetto diese Operation schon mehrmals vorgenommen.
Den Frauen, so Dr. Gardetto, „wird die Angst vor dem Tod genommen; die Angst vor dem Leid, das sie bei Verwandten, Müttern, Tanten, die an Brustkrebs erkrankt waren und den ganzen Behandlungsiter durchlaufen haben, miterlebt haben.“ Die Operation an sich stellt kein Problem dar und gehört zu den Routineeingriffen eines plastischen Chirurgen. Der Gynäkologe entfernt die Brüste, der plastische Chirurg nimmt den Wiederaufbau vor. Ob bei einer Brust im Rahmen einer Krebsoperation oder bei beiden Brüsten zur Vorsorge, mache keinen Unterschied.
„Wichtig ist“, betont Dr. Alexander Gardetto, „dass im Vorfeld alles mit der Patientin abgesprochen wird, dass sie über alle Details aufgeklärt ist und auch in die Entscheidung über die Operation und die verschiedenen Methoden mit einbezogen
wird.“ Dies ist die Aufgabe des Ärzteteams, das den Eingriff vorbereitet und durchführt, unterstützt von einem Psychologen. „Je besser die Patientin Bescheid weiß, desto besser kann sie mit dem Ergebnis leben.“
Für den Brustaufbau gibt es mehrere Methoden, führt Dr. Gardetto aus. Die unkomplizierteste Methode ist der Aufbau mit Silikon-Prothese. „Allerdings“, gibt Gardetto zu bedenken, „ist das Ergebnis nicht unbedingt ästhetisch perfekt und die Patientin muss damit rechnen, im Abstand von etwa zehn Jahren die Prothesen austauschen zu lassen.“ Allerdings liegt das Abstoßungsrisiko hier unter 4 - 5 %.
Häufig werden sowohl Silikon als auch Eigengewebe benutzt für den Aufbau der Brust. Beim Eigengewebe kann je nach Körperbau der Patientin Ei-
genfettgewebe vom Bauch, Gewebe vom Oberschenkel oder aber der breite Rückenmuskellappen, latissimus dorsi, verwendet werden. „Die freie Lappenplastik kommt ganz ohne Silikon aus; beim Rücken ist es gemischt. Eine kleine Silikonprothese kommt unter den Muskel.“
Dr. Alexander Gardetto: „Ich könnte natürlich die Patientinnen nach dem Schubladensystem zu einer Entscheidung drängen, aber ich lasse sie frei aussuchen.
Folgt
Brusttumor links: Subkutane Mastektomie
Brusttumor links: Rekonstruktion mit Silikonprothese
Foto: Othmar
Seehauser
Wenn wir die Entscheidungen treffen, ist die Enttäuschung dann bei einem (möglichen) Misserfolg größer.“
Auch wenn es sich bei diesen Transplantationen um Eigengewebe handelt, ist das Risiko einer Abstoßung nie ganz auszuschalten. Gardetto: „Auch das muss die Patientin wissen und abwägen und sie muss bereit sein, dieses Risiko zu tragen.“
Ist die Entscheidung für diesen Eingriff einmal getroffen, erklärt der plastische Chirurg, ist Zeit genug, die Patientin gründlich in mehreren Treffen mit dem ganzen Team aufzuklären. „Es handelt sich ja um Prophylaxe und nicht um einen Eingriff, der dringend ist und der sofort durchge -
führt werden muss. Ich erkläre lieber alles fünfmal als einmal zu wenig!“ Die Patientin hat Zeit, sich in aller Ruhe mit der Thematik auseinanderzusetzen und abzuwägen, was sie für sich möchte.
Auch im Fall von Evelyn war das so. Die junge Frau hat sich für eine Methode entschieden, die Rückenmuskelplastik, die nicht unbedingt die einfachste ist. Hierbei wird ein Lappen des Rückenmuskels seitlich nach vorne geklappt. Auf dem Rücken bleiben zwei Narben sichtbar, die der Chirurg allerdings so setzt, dass sie unter den BH-Trägern liegen. Vor der Operation zeichnet der Chirurg die Linien auf die Haut, damit sich die Patientin ein genaues Bild machen kann.
Der Eingriff ist mit Schmerzen verbunden, die Narben brauchen ihre Zeit, um zu verheilen. "Aber das ästhetische Resultat", betont Dr. Gardetto, "ist sehr natürlich. Die Narben verblassen mit der Zeit."
Evelyn war in dieser Beziehung eine perfekte Patientin. Sie war von Anfang an positiv eingestellt, hat sich Zeit genommen, um sich ihre Lösung auszusuchen. Jetzt, ein Jahr nach dem Eingriff, ist sie zufrieden mit dem Ergebnis und kann sich damit identifizieren. Sie hat die Angst hinter sich gelassen und sieht ihrer Zukunft optimistisch entgegen. •
Brusttumor links: Subkutane Mastektomie
Brusttumor links: Mastektomie
Brusttumor links: Brustaufbau mit freiem Unterbauchlappen
Brustaufbau mit latissimus dorsi Lappen und Prothese links
Wenn ein Gen mutiert
Der Genetische Dienst in Bozen: Tests zur Bestimmung von Genmutationen
Zweiundzwanzig Personen wurden im vergangenen Jahr vom Genetischen Dienst in Bozen nach einer ausführlichen Familienanamnese auf eine Mutation der Gene BRCA1 und BRCA 1 getestet; Hinweis auf ein erhöhtes Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Bei vier Personen wurde eine solche dann tatsächlich festgestellt. Dr. Franco Stanzial ist einer von drei Ärzten, die genetische Beratungen durchführen.
Der Gentest besteht aus einem einfachen Bluttest. Einfach im Sinne von nicht-invasiv. Die nachfolgenden Untersuchungen werden im Laboratorium des Onkologischen Instituts der Uniklinik Padua durchgeführt und sind so kompliziert, dass der Patient im Schnitt bis zu acht Monaten auf sein Ergebnis warten muss. In ganz dringenden Fällen ist es heute auch schon möglich, ein Ergebnis innerhalb von sechs Wochen zu erhalten, erklärt Dr. Stanzial.
Diese Genbestimmung wird bei Patienten unter fünfzig durchgeführt, deren Familienanamnese eine Reihe von Tumorerkrankungen an Brust, Eierstöcken, Bauchspeicheldrüse, oder Prostata bei Verwandten ersten Grades in relativ jungem Alter (unter fünfzig) ergeben hat. Die Ergebnisse der Anamnese werden von einem besonderen Software-Programm gecheckt, das überprüft, ob diese Erkrankungen auf eine Veränderung (= Mutation) der Gene BRCA1 oder BRCA 2 zurückzuführen sind. „Bei einem Ergebnis von über zehn Prozent“, so Stanzial, „wäre ein Gentest angeraten.“ Die(noch) relativ hohen Kosten, immerhin 5.000 €, werden vom staatlichen Gesundheitsdienst getragen.
Allerdings wird der Betreffende nur dann zu einem solchen Gentest eingeladen, wenn der/ die behandelnden Ärzte sicher sind, dass er das mögliche positive Ergebnis psychologisch verkraften kann und in der Lage ist, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Nicht alle können mit dem Wissen um ein erhöhtes Krebsrisiko leben, nicht alle wollen wissen. Die in Frage kommenden Patienten bzw. Ihre Angehörigen werden deshalb von einem Ärzteteam betreut, das eng zusammenarbeitet und sich regelmäßig austauscht. Je nach Fall sind in diesem Board Gynäkologen, Onkologen, Psychologen, Radiologen, Pathologen … Spezi-
alisten, die alle zur Verfügung stehenden Informationen zu diesem bestimmten Fall sammeln und den Patienten auf dem Weg zu einer Entscheidung begleiten.
Ist der Ausgang des Gen-Tests immer eindeutig? „Nein“, unterstreicht Franco Stanzial. Nicht alle Gen-Mutationen sind ganz eindeutig zu interpretieren; in diesen Fällen wird die korrekte Beratung des Patienten noch schwieriger und das multi-disziplinäre Team ist auf das höchste gefordert.
Panikmachen ist in jedem Fall nicht angesagt. Nur ein kleiner Prozentsatz der Träger eines veränderten Gens erkrankt tatsächlich an Krebs, gibt der Genetiker zu Bedenken. „Nur fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen und etwa zehn Prozent der Eierstock-Krebserkrankungen sind auf einen Defekt der Gene BRCA1 und BRCA2 zurückzuführen.
Wenn eine Mutation dieser beiden Gene vorliegt, liegt es bei dem Patienten zu entscheiden, welchen Weg er einschlägt. Frauen können sich für eine prophylaktische Mastektomie entscheiden und zu einem späteren Zeitpunkt, kurz vor der Menopause prophylaktisch auch die Eierstücke und Eileiter entfernen lassen. Ein Restrisiko
von zirca fünf Prozent doch noch an Krebs zu erkranken, bleibt dennoch bestehen.
Die Alternative besteht aus regelmäßigen und in kürzeren Abständen als übliche Screenings durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen. Bei Frauen durch Ecographie, Tastuntersuchung und Mammographie bzw. PAP-Test, bei Männern durch Untersuchungen der Prostata. Bei frühzeitiger Erkennung ist Krebs heutzutage heilbar.
BRCA1 und BRCA2 handelt es sich um sogenannte Tumor-Sorpressor-Gene. Sie regeln den natürlichen Zell-Zyklus und verhindern unkontrolliertes Zellwachstum bzw. Veränderungen der DNA. Im Falle einer Mutation verliert die Zelle einen der Kontrollmechanismen, weitere Mutationen werden möglich und damit eben auch unkontrolliertes Zellwachstum, das zu Krebs führt.
Folgt
Indikationen für einen Gentest:
• mindestens zwei Frauen in der Familie sind oder waren an Brustkrebs erkrankt, davon mindestens eine vor dem 51. Lebensjahr
• drei Frauen mit Brustkrebs in der Familie (unabhängig vom Erkrankungsalter);
• ein Fall von einseitigem Brustkrebs vor dem 37. Lebensjahr;
• ein männlicher Verwandter ersten Grades, der an Brustkrebs erkrankt ist;
• ein Fall von beidseitigem Brustkrebs in der Familie, wobei die erste Erkrankung vor dem 50. Lebensjahr aufgetreten ist;
• eine Eierstock-Krebserkrankung vor dem 45. Lebensjahr;
• zwei oder mehr Fälle von Eierstockkrebs in der Familie.
Optimale psychosoziale Rahmenbedingungen
Vor- und Nachbetreuung ist von großer Bedeutung
Clara Astner ist die Verantwortliche „Einfache Struktur Psychologische Dienste Krankenhaus Brixen“. In dieser Eigenschaft ist sie auch in die onko-psychologische Betreuung der Krebspatienten eingebunden. Clara Astner hat Evelyn (Name von der Red. geändert) im Rahmen der prophylaktischen Mastektomie betreut.
C hance : Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Evelyn bzw. ihrer Mutter Heidrun?
Dr. Astner: Ich glaube vor etwa vier Jahren habe ich Evelyns Mutter kennengelernt, im Rahmen der üblichen Routinebetreuung von Krebspatienten. Sie hatte ausreichend Kompetenzen, um alleine mit ihrer Situation fertig zu werden und wir sind nach dem ersten Treffen auch so verblieben. Sollte sie das Bedürfnis nach psychologischer Betreuung haben, hätte sie sich spontan an unseren Dienst gewandt. Was nie passiert ist.
Chance: Das ist kein seltener Fall…
Dr. Astner: Nein, nur ungefähr 30 Prozent der Krebspatienten in Südtirol fühlen das Bedürfnis nach einer psychologischen Begleitung. Die anderen kommen alleine zurecht. Angeboten wird unsere Hilfe grundsätzlich allen. Aufgedrängt nicht!
Chance: Evelyn haben sie aber erst kennengelernt, als alles schon entschieden war, oder?
Dr. Astner: Richtig. Ich bin mit ihr auch nicht wegen einer primären Betreuung in Kontakt getreten, sondern aufgrund einer Fallstudie im klinischen Bereich.
Chance: Wie haben sie Evelyn erlebt?
Dr. Astner: Als eine selbstsichere, stabile junge Frau, die aber ein enorm hohes, subjektives Angsterlebnis in Bezug auf einen möglichen Brustkrebs hatte. Sie horchte auch zu dem Zeitpunkt, als ihre Entscheidung für eine Operation bereits gefallen war bis zum Zeitpunkt der Operation …
Chance : …das waren etwa sechs Monate?
Dr. Astner: Richtig! Auch zu diesem Zeitpunkt, als alles bereits entschieden
war, horchte sie ständig in sich hinein und suchte nach Symptomen in ihrem Körper. Dieses subjektive Angstgefühl habe ich mit einem Instrument zur Feststellung von Depressionen gemessen, dem Fragebogen des sogenannten HADS-Test (Hospital Anxiety and Depression Scale). Vor der Operation lag dieser Wert bei 95 %, drei Monate nach dem Eingriff lag er bei 5 %. Das ist sicher eine Indikation, die für einen solchen Eingriff spricht.
Chance: Evelyn, noch keine 30 Jahre alt und Mutter eines dreijährigen Mädchens hat sich aufgrund der zweiten Krebserkran-
Dr. Franco Stanzial: „Die meisten bösartigen Tumore an Brust, Eierstöcken, Pankreas oder Prostata treten sporadisch auf, d. h. auch hier liegt eine Genmutation vor, aber diese ist nicht erblich bedingt, sondern zufällig.“ Nur fünf bis zehn Prozent der bösartigen Tumorerkrankungen sind vererbt.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen mit nachgewiesener Mutation der Gene BRCA1 und BRCA2 ein 40 bis 80 Prozent höheres Risiko haben, im Laufe ihres Lebens an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Bei Frauen, die keine Genmutation auf -
weisen, liegt das Risiko bei etwa zwölf Prozent. Jüngste Forschungsergebnisse haben ergeben, dass mehr als die Hälfte der Frauen mit erwiesener Genmutation vor dem 50. Lebensjahr an Brustkrebs erkranken. “Außerdem”, gibt Franco Stanzial zu bedenken, “gibt es auch Männer, die an Brustkrebs erkranken.“ Ein bis zehn Prozent der Männer, die eine BRCA-Mutation aufweisen, erkranken an Brustkrebs.
Das Risiko für eine Krebserkrankung der Eierstöcke ist niedriger: es liegt zwischen elf und vierzig Prozent. Aus diesem Grund, raten die Ärzte den Patientinnen mit posi-
tivem Gentest auch mit einer prophylaktischen Entfernung bis kurz vor den Wechseljahren zu warten. Bei Patientinnen mit nicht veränderten Genen liegt das Risiko bei ein bis zwei Prozent.
Die Genmutation alleine, auf diese Feststellung legt der Genetiker Dr. Stanzial Wert, heißt nicht, dass der Betreffende auch den Krebs geerbt hat. „Der oder die Patientin hat die Veranlagung, an Krebs zu erkranken geerbt, nicht den Krebs.“ Ob die Krankheit dann tatsächlich auftritt oder nicht, das liegt am Lebensstil, an Umweltfaktoren und am Glück. •
kung ihrer Mutter, die damals Ende 40 war, dazu entschlossen, einen Gentest machen zu lassen. Als Sie ihr zum ersten Mal begegnet sind, lagen der Test, das Ergebnis, die Beratungen mit den Ärzten und die Entscheidung schon hinter ihr. Konnten Sie den Entscheidungsweg nachvollziehen?
Dr. Astner: Ja und ich habe zwei wesentliche Entscheidungskriterien feststellen können. Zum einen der starke Wunsch, dass ihre Tochter keine kranke Mutter erlebt und der Wunsch ihre Tochter erwachsen werden zu sehen. Der zweite Grund ist die Tatsache, dass Evelyn trotz ihres jungen Alters einen bereits sehr dezidierten Lebensplan hat. Sie hat ihre Kinderplanung abgeschlossen. Sie weiß, was sie sich von ihrer Zukunft erwartet und setzt alles daran, dass dies auch so ist. Sie hat zudem optimale psychosoziale Rahmenbedingungen. Ein stabiles und harmonisches Familienumfeld, eine Familie, in der ein offener Umgang untereinander gepflegt wird und alles offen angesprochen wird. Ohne Tabus.
Chance: Sicher hat auch ihre Erfahrung als Teenager mit der an Krebs erkrankten Mutter, die daraus resultierenden Ängste eine Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt?
Dr. Astner: Auf jeden Fall. Sie erinnert sich noch gut, wie sie die Krankheit der
Mutter erlebt hat. Erinnert sich auch, wie ihre Mutter, eine starke Frau, die auch während der Therapie weiter arbeiten gegangen ist, an ihre Grenzen gekommen ist. All das möchte sie sich und ihrer Familie ersparen.
Chance: Sie haben Evelyn drei Monate nach der Operation wieder gesehen…
Dr. Astner: Ja, die Nachsorge und weitere Betreuung der Patientin ist in diesem Fall sehr wichtig. Bei meinem ersten NachTreffen fand ich all das bestätigt, was sich schon vorher abgezeichnet hatte. Die positive Grundeinstellung, die es ihr ermöglicht hat, auch die negativen Seiten des Eingriff gut zu überstehen und wegzustecken. Den weitgehenden Verlust der Angst. Sie ist eine sehr selbstbewusste junge Dame mit starker Entscheidungskraft und dafür war sie auch bereit Schmerzen und anderes auf sich zu nehmen. Und auch der positive Umgang und die Annahme des eigenen Körpers nach der Operation.
Chance : Der Vorschlag mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen kam von Ihnen?
Dr. Astner: Ich habe sie vielleicht darin bestärkt. Mir ist aufgefallen, dass sie
ein starkes Sendungsbewusstsein hat. Sie möchte mit ihrer Geschichte anderen Frauen helfen, die in diesem Dilemma stecken. Evelyn hat ihre Entscheidung getroffen lange bevor Angelina Jolie an die Öffentlichkeit gegangen ist und es ist ihr ein Anliegen zu zeigen, dass es sich nicht um eine Sache für Hollywoodstars handelt, sondern dass auch Frauen wie Du und ich vor dieser Entscheidung stehen können.
Chance: Evelyn hat ebenso wie ihre Mutter die Entscheidung für den Eingriff alleine getragen. Keine der beiden hat ihren Mann gefragt, sondern ihn einfach mit dieser Entscheidung konfrontiert…
Dr. Astner: Frauen machen sich in der Regel viel zu viel Sorgen, wie ihre Männer mit der Krankheit Brustkrebs und den daraus resultierenden Folgen, der Operation, dem Brustaufbau etc. umgehen. Evelyn und ihre Mutter hatten diese Bedenken nicht und mit Recht. Den Männern geht es darum, dass ihre Frau gesund ist, dass sie mit ihr ihren gemeinsamen Lebensplan verwirklichen können. Leider sind es oft Frauen, die unsicher sind und deshalb mit ihrem Körper nicht fertig werden. Bei Evelyn und ihrer Mutter ist dies nicht der Fall. Sie akzeptieren sich so wie sie sind, stehen zu ihrem Körper und deshalb ist das auch kein Problem in der Partnerschaft. •
Das Krankenhaus Brixen
Essentiell ist eine kompetente Beratung
Dr. Herbert Heidegger: Vorsorgeangebot entscheidend
Angelina Jolie ist kein Einzelfall. In den USA und in Holland ist die prophylaktische Mastektomie ein relativ häufiges Instrument in der Krebsbekämpfung. Auch in Deutschland, Österreich und Italien werden immer öfter genetische Bestimmungen durchgeführt. „Aber nur ein geringer Prozentsatz der betroffenen Frauen entscheidet sich für den Eingriff“.
Im Vinschgau wurde eine genetische Studie auch im Hinblick der Gene BRCA1 und BRCA2 vorgenommen. „Das Ergebnis zeigte, dass wir es mit einer genetisch sehr homogenen Bevölkerung zu tun haben“, erklärt Dr. Heidegger Primar der Gynäkologie am Meraner Krankenhaus und Direktor des Brustgesundheitszentrums Meran. „Die Häufigkeit der Mutation dieses sogenannten Reparaturproteins ist gleich häufig wie in Deutschland oder Österreich und liegt zwischen 5 und 10 Prozent der untersuchten Personen.“
BRCA1 und BRCA2 sorgen dafür, dass der Zellzyklus einer Zelle nicht entartet. „Sind diese Gene defekt, kann es, muss es aber nicht zur Bildung von Krebszellen kommen“, so Dr. Heidegger. Wenn verschiedene Indikatoren wie häufige Tumorerkrankungen in der Familie bzw. eine Brustkrebserkrankung vor dem 31. Lebensjahr in einer Familie vorliegen, können Ärzte empfehlen bei der betroffenen Patientin, bzw. bei Verwandten ersten Grades eine genetische Untersuchung durchzuführen. „Essentiell ist die kompetente Beratung der betroffenen Person, das Abwägen des Lebenszeitrisikos und des individuellen Risikos.“ Kompetente Beratung, wie sie von den Teams in den Brustgesundheitszentren geleistet wird, die Faktoren wie Angst, Häufigkeit aber auch physiologische Bedingungen wie z. B. eine große Brust, die schwieriger zu kontrollieren ist als eine kleine, abwägen.
In Deutschland und Österreich, erklärt Dr. Heidegger, gibt es mittlerweile Zentren, die sich mit der Familiarität von Brust- und Eierstockkrebs befassen. Auch andere
in der Familie auftretende Krebsarten wie z. B. Prostata-, Darm- oder Pankreaskrebs werden dabei berücksichtigt. „In Deutschland dürften es mittlerweile tausende von Betroffenen sein, bei denen eine Mutation dieser Gene festgestellt wurde, den extremen Schritt zu einem Eingriff machen aber nur 5 bis 10 Prozent.“
„Neben den, nennen wir sie „Hochrisikogene“, BRCA1 und BRCA2, gibt es auch Niedrigrisikogene, die in Kombination mit anderen Faktoren, Umwelt, Lebensstil etc. zu Krebserkrankungen führen können.“
Die genetische Untersuchung sei mit Sicherheit nicht d i e neue Krebstherapie, betont der Direktor des Brustgesund -
heitszentrums Meran, aber ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg der Krebsbekämpfung.
Im Fall eines positiven Befundes muss gemeinsam mit der Patientin abgewogen werden, ob eine Operation in Frage kommt oder ob die Patientin zuwartet und sich einem engen Präventivprogramm unterwirft. „Das bedeutet alle sechs Monate einen Ultraschall, alle zwölf Monate eine Kernspin-Untersuchung oder eine Mammographie, regelmäßige Tastuntersuchungen und Pap-Tests.“
oder enges Präventivprogramm
Die Patientin, so Heidegger, „muss sich im Klaren sein, dass damit Schmerzen, Narben und auch nach Jahren noch eine ganze Reihe von Nachfolgeproblemen z. B. im sexuellen Bereich sowie weitere Eingriffe, z. B. zum Auswechseln der Prothesen, verbunden sind bzw. sein können.“ In Deutschland durchgeführte Studien hätten ergeben, dass gerade junge Frauen, die mit dieser Entscheidung konfrontiert seien, sich für eine defensive Haltung entscheiden, also häufige Kontrollen einem radikalen Eingriff vorziehen. „Dort gibt es eben anders als in den USA ein ausgezeichnetes öffentliches Vorsorgeangebot.“ •
On tour
Die neue Landesrätin für Gesundheit, Soziales und Sport Martha Stocker
Ihr Terminkalender ist hoffnungslos überfüllt und sie ist ständig on tour. Besucht Krankenhäuser, öffentliche, private und genossenschaftlich organisierte Einrichtungen im ganzen Land, spricht mit den damit verbundenen Menschen. Martha Stocker, neue Landesrätin für Gesundheit, Sport, Soziales, Arbeit und Chancengleichheit.
Martha Stocker hat von jeher ein besonderes Nahverhältnis zur Südtiroler Krebshilfe, war regelmäßiger Gast bei den Landesversammlungen. Oberschullehrerin, ehemalige Landesjugendsekretärin und Vorsitzende der SVP-Frauen, langjährige Landtagsabgeordnete, Regionalassessorin für die Bereiche Familienpaket und Sozialvorsorge, Ordnung der Pflegebetriebe und regionale Zusatzrenten. Ein Telefoninterview, morgens 8 Uhr, während Martha Stocker von ihrem Heimatort Kematen/ Taufers im Pustertal auf dem Weg nach Bozen ist.
Chance : Martha Stocker, mit Ihnen ist seit langem wieder eine Frau verantwortlich für dieses Ressort. Haben Frauen eine besondere Sensibilität für die damit verbundenen Themen?
Martha Stocker: Das würde ich nicht sagen. Männer können genauso sensibel sein. Mein Vorgänger war sicher auch sehr sensibel im Umgang mit diesen Themen. Vielleicht haben Frauen eine andere Sichtweise, das ergänzt sich.
Chance: Ihr Assessorat ist eines der größten und mit Sicherheit dasjenige, das von der Bevölkerung, von den Menschen am meisten wahrgenommen wird. Es ist auch eines, das am meisten von den anstehenden Sparmaßnahmen betroffen ist und möglicherweise unpopuläre Entscheidungen abverlangt…
Martha Stocker: Die Prozent-Rate der Kürzungen ist gleich wie in allen anderen Bereichen, nicht mehr und nicht weniger, aber sicher, es wirkt sich besonders aus, weil der Einzelne sich von den Sparzwängen direkter betroffen fühlt.
Chance: Sie haben von ihrem Vorgänger, nennen wir es so, einige heiße Kartof-
feln übernommen. Die Zahl der Krankenhäuser in Südtirol, die Reform der Tumorchirurgie, die immer noch Diskussionen auslöst, das umstrittene und mit hohen Kosten verbundene Rehabilitationszentrum in Sterzing.
Martha Stocker: Der Herausforderungen sind viele, was Sie aufgezählt haben, ist ja beileibe nicht alles. Die Patientenmobilität, das Vormerkungssystem, die Informatisierung und Vernetzung aller Dienste im Gesundheitsbereich, aber auch im sozialen Bereich. Entscheidungen für Menschen mit Handicap, die demographische Entwicklung, die Umstellung der Mietbeiträge, die veränderten Rahmenbedingungen im Bereich Arbeit, ohne die Möglichkeit Arbeitsplätze schaffen zu können… Ich werde mich mit all dem sehr intensiv befassen und sicher auch einige Entscheidungen meines Vorgängers, zum Beispiel die Zertifizierung, mit kritischem Auge prüfen.
Chance : Sie sind seit Wochen „on the road“…
Martha Stocker: Ich bin auf meiner ersten Südtiroltour, der sicher eine zweite folgen wird, um mir vor Ort ein Bild zu machen von der Situation, um die verschiedenen Einrichtungen kennenzulernen, um vor Ort zu sehen, wie funktioniert´s. Vor allem aber, um mit den Menschen in Kontakt zu treten, die damit verbunden sind. Einen persönlichen Dialog anzuleiern. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt für mich.
Chance : Sie haben vorhin die Patientenmobilität angesprochen. Seit Januar können Patienten in Europa frei wählen, wo und von wem sie behandelt werden. Ist da nicht ein Konflikt mit unserem Proporzsystem z. B. bei der Besetzung der Primarstellen vorprogram -
miert? Und drohen einige der bereits hoffnungslos überfüllten Dienste dann nicht vollends zusammenzubrechen?
Martha Stocker: Das sehe ich nicht so. Der Proporz hat mit der Mobilität nichts zu tun. Die neue Mobilität der Patienten zeigt aber, dass wir mit der Schaffung von Exzellenzzentrum sicher auf dem richtigen Weg sind. Das ist eine große Chance für Südtirol, weil ja nicht nur unsere Patienten nach draußen gehen, sondern auch Patienten von anderswo zu uns kommen.
Chance: Aber ich wiederhole, steht da nicht ein großer Konflikt an? Viele unserer Abteilungen, gerade im Landeskrankenhaus Bozen sind hoffnungslos überfüllt, ich denke da zum Beispiel an die Medizin oder an die Gastrologie und das Ambulatorium für die Darmspiegelung.
Martha Stocker: Das wird sich ausgleichen. Ich sehe da keinen Konflikt, sondern vor allem die Chance, dass unsere Leistungen, die Qualität, die den Patienten hier im Lande geboten wird, europaweit anerkannt wird. Damit wird der Standort Südtirol interessant; das zieht neue Kapazitäten an und das spornt uns an, noch besser zu werden.
Die Chance: Unsere Gesellschaft veraltert zunehmend, demzufolge fallen immer höhere Kosten an… Folgt
Martha Stocker: Das ist wahrscheinlich die härteste Aufgabe, die mich erwartet. Dieser europaweiten Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Menschen werden älter, was ja grundsätzlich positiv ist, aber sie haben immer mehr Notwendigkeiten, generieren immer höhere Kosten. Immer mehr Ärzte verschreiben immer mehr fachärztliche Leistungen, die Kosten für Medikamente steigen und steigen. Hier das rechte Gleichgewicht zu wahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen, das wird meine Hauptaufgabe in den nächsten Jahren. Eine harte Aufgabe, der ich mich aber zuversichtlich stelle.
Chance : Was fällt Ihnen spontan zur Südtiroler Krebshilfe ein?
Martha Stocker: Zwei Dinge. Zum einen die zwölfjährige intensive Zusammenarbeit im Rahmen des alljährlichen Primelverkaufs der SVP-Frauen. Eine Initiative, die wir mit
großer Begeisterung und großem Engagement angegangen sind. Eine Initiative, die einen unglaublichen Erfolg hatte und immer noch hat, die viele viele Mittel für die Arbeit des Tiroler Krebsforschungsinstituts, dem diese Gelder zugedacht sind,
zusammengebracht hat. Forschung ist nebenbei eine Sache, die ich auch sehr genau verfolgen und nach Kräften unterstützen werde.
Chance: Und das Zweite?
Martha Stocker: Das zweite sind die Menschen, die sich tagtäglich für die Krebshilfe und ihre Belange einsetzen. Die Vorstandsmitglieder, die Angestellten und die vielen, zum Teil namenlosen Freiwilligen, ohne die die Arbeit der Krebshilfe überhaupt nicht zu bewerkstelligen wäre. Menschen, die aus ihrem eigenem Leid die Kraft und den Willen geschöpft haben, anderen weiterzuhelfen. Ja und eigentlich fällt mir auch noch ein Drittes ein: die scheidende Präsidentin, Renate Daporta Jöchler, mit der mich mittlerweile eine besondere Freundschaft verbindet und die wirklich Unglaubliches geleistet hat während ihrer Amtszeit. •
Orlandi
Gruppenbild mit Herrn
Das Ergebnis der Neuwahlen – An der Spitze sechs Frauen und ein Mann
Alea iacta sunt. Die Würfel sind gefallen.
Die Krebshilfe hat in allen Bezirken des Landes neue Vorstände gewählt; die neuen Bezirksvorstände haben aus ihren Reihen die Vorsitzenden erkoren. Die Wahl erfolgte direkt bei den Bezirksversammlungen oder per Briefwahl. Die Wahlbeteiligung lag zwischen 43,5 und 63,9 Prozent.
Alles wie gehabt bis auf Eisacktal und Vinschgau. In den Bezirken Unterund Oberpustertal – Martha Feichter und Ida Schacher, Meran – Oskar Asam, Bozen – Monika Gurschler und Unterland – Mariangela Belanda, hat sich an der Spitze nichts geändert. Im Eisacktal ist Nives Fabbian De Villa, bisherige Stellvertreterin der Bezirksvorsitzenden (und scheidenden Landespräsidentin) Renate Daporta Jöchler nachgerückt.
Im Vinschgau steht hingegen mit Helga Schönthaler Wielander eine absolute
Newcomerin an der Spitze des Bezirks (s. eigenen Bericht, Anm. d. Red.).
Die Genderverteilung entspricht in etwa dem Verhältnis der Mitglieder, sechs Bezirke werden von Frauen gelenkt, in Meran hat mit Oskar Asam der einzige Mann den Vorsitz inne.
Der Bezirk Bozen, von jeher der heterogenste aller Bezirke, weil hier die Gegensätze Stadt und Land miteinander verbunden sind, verzeichnete die geringste Wahlbeteiligung mit 43,5 %; in der Sektion
Oberpustertal, nebenbei die kleinste Sektion der Krebshilfe, wählten die meisten Mitglieder: 63,9 %. Es folgen das Unterland mit 57,8 % und Meran mit 56,9 %. Im Unterpustertal nutzten 55,57 % der Mitglieder ihr Wahlrecht, im Eisacktal 54,78 %, im Vinschgau 51,87 %.
Das Gros der Wähler nutzte die seit 2000 eingeführte Briefwahl, an den einzelnen Bezirksversammlungen nahmen im Schnitt um die fünf Prozent der Mitglieder teil, in Meran waren es 8,79 %, im Eisacktal 13,54 und im Oberpustertal 19,5 %. •
Wahlergebnisse der Bezirken
Bezirk
Bezirk Überetsch - Unterland
Von null zur Vorsitzenden
Die Neue an der Spitze des Vinschgaus: Helga Schönthaler Wielander
Sie hatte Glück. Und von diesem Glück wollte sie etwas weitergeben. Helga Schönthaler Wielander ist einer der Lehrerinnen, denen es noch gelungen ist, mit der alten Regelung in Pension zu gehen. 58 Jahre ist sie alt und damit noch jung genug, um sich auf etwas Neues einzulassen. Die Krebshilfe.
Religionslehrerin in Schlanders und in Latsch, Pflegerfahrung durch Mutter und Schwiegermutter, die sie beide bis zum Sterben begleitet hat, seit zwei Jahren Erfahrungen im Rahmen der Hospizbewegung und eine große Fähigkeit zur Empathie. Dies sind die Voraussetzungen, die sie als Senkrechtstarterin mitbringt für das Amt der Bezirksvorsitzenden. Sie selbst ist nicht an Krebs erkrankt.
Vor wenigen Monaten erst ist sie als Vorstandsmitglied kooptiert worden für ein ausscheidendes Mitglied. Wenn man Helga Schönthaler, Mutter von vier Töchtern und einem Sohn und Großmutter von zwei Enkelsöhnen, nach ihren Zielen für die Amtszeit fragt, gibt sie sich zunächst bedeckt. „Erst einmal muss ich lernen, muss verstehen, wie alles funktioniert.“ Die Bezirkssekretärin Margit Stecher ist ihr eine wertvolle Stütze beim Erlernen der Aufgaben einer Bezirksvorsitzenden.
Über sich selbst mag sie nicht gerne reden. Nur so viel verrät sie: In der Freizeit beschäftigt sie sich am liebsten mit ihren Kindern. Der Sohn spielt Fußball, drei Töchter Volleyball und Helga Schönthaler gehört zu den treuen Fans auf der Tribüne. Wandern, Schneeschuhwandern und Skilanglaufen sind ihre Hobbies, wie könnte es für eine Vinschgauerin auch anders sein.
„Mit dem Thema Krebs werde ich mich jetzt bekannt machen, in der Praxis sieht es doch anders aus als in der Theorie.“ Was ihr wichtig ist: „Ich möchte helfen, das Lebensgefühl der Kranken zu verbessern, möchte dazu beitragen, die Freude am Leben zu erhalten.“
Drei Ideen für die Zukunft gibt sie dann doch preis. Ab Ostern jeden Freitag einen Pilgerweg organisieren, Start gegen 9.30 Uhr bis nachmittags gegen 16 Uhr. Montags einen gemeinsamen Nachmittag bei
Bubi bringt Rekordpreis
Tee, Basteln, Handarbeiten und Reden und das Aufstellen einer Art Task Force für den ersten Moment der Erkrankung. „Die Patienten sind am Anfang völlig konfus, müssen zum Arzt nach Schlanders, nach Meran, nach Bozen. Kennen sich hinten und vorne nicht aus. Die Angehörigen sind überfordert.“ Helga Schönthaler träumt von einer Gruppe von Freiwilligen, die den ein oder anderen Gang begleiten, einfach da sind und auch Fragen beantworten können.
Die Chance wünscht gute Arbeit!. •
Oster-Ochsenversteigerung zugunsten der Krebshilfe
Eine Tradition. Jedes Jahr erhält die Südtiroler Krebshilfe den Erlös eines versteigerten Gsieser Mastochsen.
Bubi heißt er. Gewicht stolze 850 Kilo. Ferdinand Seiwald hat ihn der Krebshilfe geschenkt. Am 25. März wurde er in St. Lorenzen zum Rekordpreis von 10,10 €/ kg versteigert, 8.850 €. Meistbietender war Elmar Pardeller von der ASPIAG. Ein kurzes aber schönes Leben haben die Gsieser Mastochsen. Zwei Jahre frei auf der Alm und dann in die Manege… •
Elmar Pardeller, Ida Schacher, Martha Erlacher und Ferdinand Seiwald mit Bubi (v. li. n. re.)
Schön sein und die Seele streicheln
Jeden ersten Mittwochnachmittag Kosmetikkurs in Meran mit Astrid Götsch
Aschermittwoch in Meran. Auf dem Tisch stehen zwei Bassins mit Wasser, ein Schwämmchen schwimmt darin. Kosmetiktücher, zwei Klappspiegel. Zwei Teelichter sorgen für Atmosphäre, Wasser steht bereit. Kosmetikstunde im Sitz der Krebshilfe mit Astrid Götsch.
Halina sitzt schon an ihrem Platz, ein wenig aufgeregt ist sie. Halina, blond mit großen blauen Augen, kommt aus Polen, vor ihrer Erkrankung im vergangenen September hat sie als Zimmermädchen gearbeitet. Operation und Chemotherapie hat sie bereits hinter sich, jetzt bekommt sie Bestrahlungen. „Ich bin eine starke Frau, aber jetzt fühle ich mich immer müde.“ Lust, schön auszusehen und Kontakte zu knüpfen hat sie aber und die Kosmetikstunde eignet sich bestens dafür.
„Ich habe mich extra nicht geschminkt“, sagt Francesca und setzt sich schnell an ihren Platz. Wie Halina ist auch sie heute das zweite Mal bei Astrid. Die junge Kosmetikerin begrüßt ihre beiden Damen herzlich und fragt: „Also, was machen wir heute?“
Astrid hat einen Kosmetik- und MassageSalon in Lana und ist über eine Kundin zur Krebshilfe gekommen. „Sie hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, etwas Ehrenamtliches zu tun. Das Thema Krebs ist mir aus der Familie bestens bekannt.“
Astrid hat sich über Bücher und Internet vorbereitet, seit vergangenen Herbst steht sie der Krebshilfe in Meran jeden ersten Mittwoch im Monat von 17 bis 20 Uhr zur Verfügung. Die ersten eineinhalb Stunden auf Deutsch, danach auf Italienisch. An diesem Mittwoch haben sich nur zwei Mitglieder angemeldet, deswegen macht sie es zusammen. Funktionieren tut es perfekt. Halina spricht ab und zu ein bisschen italienisch, Francesca deutsch, ansonsten spricht jede in ihrer Sprache und verstehen tun sie sich prächtig.
Astrid Götsch
Wenn eine Frau das erste Mal kommt, händigt ihr Astrid ein Merkblatt aus. Das ABC des Schminkens ist die Hautpflege. Abschminken, Reinigen mit Reinigungsmilch, Nachreinigen mit Gesichtswasser und dann eine Creme als Basis. Halina und Francesca reiben sich sorgfältig das Gesicht mit der Reinigungsmilch ein. Halina hat sich ihre Perücke ausgezogen,
damit sie nicht schmutzig wird. Darunter ist schon der Nachwuchs zu erkennen. Danach wischen sie mit dem nassen Schwämmchen nach und tragen das Tonikum auf. Beide schauen konzentriert in den Spiegel.
Astrid hat alle Produkte aus ihrem Salon mitgebracht. Hautschonend, ohne Konser-
vierungsstoffe und Alkohol, mit Aloe vera. „Gerade während der Chemotherapie ist es wichtig, die Haut nicht zu belasten.“ Einmal pro Woche empfiehlt sie den Frauen ein Peeling. „Nicht häufiger, weil während der Behandlung die Haut dünner ist.“
Francesca seufzt auf, ein weißer Klecks hängt noch an ihrer Wange. „Ich Folgt
Richtig schminken will gelernt sein. Wichtig ist: Nicht zu dick auftragen.
Astrid bringt alles mit, was es braucht.
Vor dem Schminken kommt die Hautpflege.
sehe mich so hässlich, und dabei war ich eine schöne Frau.“ Das ist auch der Grund, warum sie zum Kosmetikkurs kommt. „Ich will kein Mitleid und ich will auch nicht, dass die Leute sehen, dass es mir schlecht geht.“ Zuhause schaut sie ein Fernsehprogramm übers Schminken, „Gabriella“. Sie ist informiert. „Heute machen wir uns richtig schön!“ lacht sie zu Halina. „Als ob das so einfach wäre, ich bin ein altes Haus“, bekommt sie als Antwort zurück. „Von wegen altes Haus, du bist schön, hast so große blaue Augen“. Die Augen von Francesca sind hingegen tiefbraun. „Wie Oliven aus Calabrien.“
Blaue Augen klärt Astrid auf, sind schwieriger zu schminken als Braune. „Bei braunen kannst Du jede Farbe nehmen, bei blauen nur Blautöne, Grau, Grün und Violett. Welche Farbe wollt ihr denn heute?“ Halina entscheidet sich für blau, Francesca für violett. Zuerst aber werden rote Flecken und Hautunebenheiten
abgedeckt. Halina erhält einen grünen Abdeckstift gegen Couperose, Francesca einen hautfarbenen. Danach tragen die beiden Frauen kein Makeup auf, sondern „Terra“, ein feines Puder, das mit dem Pinsel verteilt wird. Abgerundet wird das Ganze mit „Lichtperlen“. Auch diese werden mit dem dicken Puderpinsel über das Gesicht verstrichen. „Es soll immer natürlich aussehen“, erklärt Astrid. „Die Patientinnen sollen ja nicht zugekleistert aussehen oder so als ob sie eine Maske trügen.. Für eine gute Kosmetik braucht es wenig. Wir wollen das Gesicht nicht anders machen, sondern schöner.“ Halina und Francesca hören aufmerksam zu. Sie sind einverstanden.
Die Augenfarbe wird mit Kajal aufgetragen. Am Rand des Augenlids dunkler zur Nase hin heller. Wichtig: Mit der Farbe nie über das Augenlid. Zum Abschluss noch etwas Wimperntusche und ein rosé-farbener Lipgloss. Damit er besser hält, rät
Astrid, die Lippen vorher mit dem Konturenstift nachzumalen.
Halt. Etwas fehlt noch, seufzt Halina. Natürlich, die Augenbrauen. Ihre sind noch nicht nachgewachsen. Astrid rät, sie mit braunem Lidschatten und einem Pinsel aufzutragen. „Mit dem Stift sieht das oft so hart aus.“ Sie zeigt Halina wie es geht. Aber Halina ist nicht einverstanden. Weder mit der Form noch mit der sanften Konturfarbe. Sie probiert es auf der anderen Seite mit dem Stift selbst und hat nun eine dunkle, gebogene, etwas höher angesetzte Augenbraue und eine zartere und etwas gerader gehaltene. Am Ende entscheidet sie sich für einen Kompromiss.
Und jetzt? „Jetzt gehen wir tanzen“, lacht Halina. „Auch wenn heute kein Fasching mehr ist!“ Schön sehen sie jedenfalls aus die Beiden und der Seele hat es auch gut getan. Im nächsten Monat sind sie sicher wieder mit von der Partie. •
Astrid mit ihren beiden Damen Francesca und Halina nach getaner Arbeit. Bereit zum Ausgehen.
Rechenschaft, Dank und Abschied
Renate Daporta Jöchler hielt nach zwölf Jahren die letzte Bezirksversammlung ab
Zwölf Jahre – zwölf intensive Jahre, in denen sich viel bewegt hat. Ende Februar hat Renate Daporta Jöchler ihre letzte Versammlung als Bezirksvorsitzende gehalten. Abschied nehmen… Renate Daporta nutzte diesen Moment, um Dank zu sagen, um mit berechtigtem Stolz Erfolge aufzuzählen und auch, um in gewohnt lockerer Art konstruktive Kritik anzubringen.
Der T ätigkeitsbericht des Bezirks Eisacktal der letzten vier Jahre kann sich sehen lassen. Über 50.000 € wurden an die Mitglieder verteilt für Perücken, BHs und andere sanitäre Hilfsmittel. Direkte finanzielle Hilfen an Familien, die durch die Krebserkrankung in Not geraten sind wurden in Höhe von 18.700 € verteilt. In Zusammenarbeit mit „Südtirol hilft“ konnten weitere 156.000 € an Hilfen gewährt werden. Die eingenommenen Spenden belaufen sich auf 185.700 €, 19.300 € kamen von den Gemeinden. An Landesbeiträgen konnte der Bezirk Ei-
sacktal 158.000 € einnehmen. Die Erlöse aus Weihnachtsmarkt und Blumenverkauf betrugen 105.000 €.
Die Anzahl der Mitglieder ist in diesen Jahren plus minus konstant geblieben. Renate Daporta Jöchler: „Bei den ordentlichen Mitglieder sind wir ja froh darüber, weil es heißt, es sind weniger Neuerkrankte.“ Bei den fördernden Mitgliedern allerdings weniger. „Wir haben 513 ordentliche Mitglieder, aber nur 324 fördernde Mitglieder. Da kann doch etwas nicht stimmen. Auf jeden Betroffenen sollte doch mindestens
ein förderndes Mitglied kommen.“ Daporta appellierte an die Angehörigen der Betroffenen, sich bei der Krebshilfe einzuschreiben. „Zehn Euro im Jahr, soviel sollte das der Familie doch wert sein!“
Stolz sein kann Renate Daporta Jöchler auf die lange Liste der von ihr eingeführten Neuerungen. Sie hinterlässt eine moderne, an den realen Bedürfnissen der Mitglieder orientierte gemeinnützige Organisation, die sowohl bei den Ärzten als auch bei der Landesverwaltung und in der Politik Gewicht hat. Folgt
Eingeführt wurden unter anderem die Rechtsberatung für Betroffene und ihre Angehörigen in Versicherungsfragen, Arbeitsrecht und Erbschaftsangelegenheiten. „Seit einem Jahr gibt es zusätzlich eine kostenlose Steuerberatung.“
Bei den Ferienaufenthalten konnte Renate Daporta Jöchler den Mutter-Kind-Turnus einführen für an Krebs erkrankte junge Frauen und Mütter. Seit 2011 gibt es den Kinderhilfsfond für Kinder von Betroffenen. „Oft vergisst man, dass gerade die Kinder von Krebskranken in starkem Maße Mitlei-
dende sind. Nicht nur durch die schwierige Situation in der Familie, sondern auch durch die finanziellen Nöte, in die eine Familie durch eine Krebserkrankung geraten kann“, betonte Daporta. Auch diese Kinder hätten ein Recht auf Ausbildung, auf Freizeitbeschäftigung, auf sportliche Betätigung. Alles Bereiche, die mit Ausgaben verbunden sind.
In den vergangenen Jahren wurde die Homepage erstellt die Krebshilfe ist auf facebook, seit 2012 gibt es mit der Agenda ein nützliches Instrument, das den Betrof-
fenen einen Überblick über die Angebote der Krebshilfe im ganzen Land gibt.
Sensibilisierungskampagnen wie das Begehbare Brustmodell (2012) und zahlreiche Vorträge haben dazu geführt, dass Krebs heute kein Tabuthema mehr ist. „Auch wenn immer noch 15 Prozent unserer Mitglieder ihre Post von der Krebshilfe in einem neutralen Kuvert bekommen, damit niemand weiß, dass sie Krebs haben!“
Und zum Abschluss der Dank von einer sichtlich gerührten Renate. Allen voran
Team: Renate Daporta Jöchler und Koordinator Marcus Unterkircher.
Unermüdlich: Ein besonderer Dank an Bruna Stefani Filipetto.
Ein Rechenschaftsbericht der letzten vier Jahre, der sich sehen lassen kann.
ihrer Familie, ihrem Mann Karl und ihren beiden Töchtern. „Sie haben für die Krebshilfe viel auf mich verzichten müssen und ohne ihren Rückhalt hätte ich das alles nie leisten können!“
Dank auch allen Vorstandsmitgliedern. „Ich war keine einfache Chefin, aber ihr wisst, ich habe von jedem viel gefordert, weil es mir um die Sache ging.“ Mit Umarmung und einem kleinen Präsent verabschiedete sich Renate Daporta Jöchler auf´s Herzlichste von Bruna Stefani Filipetto, Elfriede Burger Scapin, von ihrer bishe -
rigen Stellvertreterin und Nachfolgerin als Bezirksvorsitzende Nives Fabbian De Villa, von Marialuise Ploner Morando, Elisabeth Berger Oberhofer, Maria Kircher Agostini, Hanni Gorfer Garfiller und Margit Schwarz Rabensteiner. Die Sekretärin Carmen und die Therapeutin Edith bezeichnete die Landespräsidentin als Visitenkarte der Krebshilfe.
Zum Abschluss verlas Renate Daporta Jöchler das Ergebnis der Bezirkswahlen. 275 Wahlzettel, davon 273 gültige waren an diesem Nachmittag ausgezählt worden.
Die Mehrheit der Mitglieder hatte die Gelegenheit zur Briefwahl genutzt.
Der neugewählte Vorstand des Bezirks setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzende Nives Fabbian De Villa, Stellervertreterin Elfriede Burger Scapin; einfache Mitglieder sind Marialuise Ploner Morando, Elisabeth Berger Oberhofer, Maria Kircher Agostini, Rita Glira, Rita Ploner und das kooptierte Mitglied Maria Zanesco.
Mit einer Marende klang der Nachmittag im Hotel Grüner Baum in Brixen aus. •
Der neue Vorstand des Bezirks Eisacktal (v. l. n. re.): Rita Ploner, Marialuise Ploner Morando, Elfriede Burger Scapin, Elisabeth Berger Oberhofer, Nives Fabbian De Villa, Rita Glira, Maria Kircher Agostini. Fehlt im Bild Maria Zanesco.
Gaben ihrer Vorsitzenden das letzte Mal die Ehre, die Mitglieder des Bezirks Eisacktal.
Spenden-Steuerabzug angehoben
Ab Januar 2014 können 26 % abgesetzt werden – Obergrenze von 2.065,00 Euro
Gemeinnützige Organisationen (Onlus) wie die Südtiroler Krebshilfe sind auf konkrete und bürgernahe Art dort tätig, wo die öffentliche Hand nicht hinreicht. Voraussetzung für ihre Arbeit sind vor allem zwei Dinge: die Mitarbeit zahlreicher Freiwilliger und die Unterstützung durch Spenden.
Die Krebshilfe finanziert sich über 52 Prozent selbst, durch Mitgliedsbeiträge, vor allem aber durch Spenden. Egal ob groß oder klein, jede Spende ist konkrete und kostbare Hilfe für die Betroffenen, für Menschen, die durch ihre Krebserkrankung in Not geraten sind, die Beistand und Therapien benötigen, die sie im Krankenhaus nicht erhalten können. Spenden sind von der Steuer absetzbar. Die diesbezüglichen Regelungen sind - wie im allgemeinen Steuergesetze - häufigen Änderungen unterworfen. Nachfolgend ein Überblick über die aktuell geltenden Regeln, Stand März 2014. Wichtigste Änderung 2014: Ab Januar ist der von der Steuer absetzbare Betrag von 24 auf 26 Prozent angestiegen.
Mit dem Gesetz, Nr. 96 vom 6. Juli 2012, wurden neue Bestimmungen bezüglich der steuerlichen Behandlung von freiwilligen Spenden an gemeinnützige Organisationen (Onlus) und an politische Parteien eingeführt. 2013 konnten 24 % anstelle von bisher 19 % von der Steuer abgesetzt werden. Für das Jahr 2014 ist dieser Prozentsatz auf 26 % angehoben worden. Unverändert bleibt für die Vereine und gemeinnützigen Organisationen die jährliche Obergrenze von Euro 2.065,00 auf welche der Steuerabzug getätigt werden kann.
Beispiel: Für eine freiwillige Spende an eine ehrenamtliche Organisation in der Höhe von 400 € konnten 2013 96 € von der Steuerschuld abgezogen werden. Zum Vergleich konnten für dieselbe Spende im Jahr 2012 nur 76 € (19 %) abgesetzt werden. Im Jahr 2014 können für immer dieselbe Spende 104 € abgesetzt werden.
Um zu verhindern, dass Unwesen mit Spenden getrieben wird und um Transparenz zu garantieren, hat der Staat bestimm-
te Voraussetzungen für die Absetzbarkeit von Spenden erhoben.
a) Die Einzahlung muss verfolgbar sein, darf also nicht in Bargeld sondern muss mittels Bank- oder Postüberweisung erfolgen;
b) Die betreffende Organisation für die die Spenden bestimmt sind, muss bestimmte subjektive Voraussetzungen erfüllen und diese nachweisen: ehrenamtliche Organisationen, Vereine mit Onlus-Status, sowie Vereine, Komitees und Stiftungen, welche humanitäre und religiöse Tätigkeiten ausüben und über eine entsprechende Anerkennung verfügen.
Geldspenden an ehrenamtliche Organisationen und gemeinnützige Einrichtungen (Onlus) können außerdem gemäß Art. 14, Gesetzesdekret, Nr. 35/2005 steuerlich abgesetzt werden. Diese Gesetzesbestimmung sieht für Privatpersonen und Unternehmen die Möglichkeit vor, den Spendenbetrag in der eigenen Steuererklärung vom Gesamteinkommen (imponibile) und nicht wie im Beispiel oben von der Nettosteuer abzuziehen.
Absetzbarer Höchstbetrag sind in diesem Fall 10 % des Gesamteinkommens mit dem Höchstbetrag von 10 % auf 70.000 € (also max. 7.000 €). Der absetzbare Betrag entspricht dem Steuersatz laut progressiver Besteuerung.
Beispiel: Für eine freiwillige Spende an eine ehrenamtliche Organisation in der Höhe von 400 € können – vorausgesetzt, dass der/die Spender/in laut progressiver Besteuerung bei 27% liegt, 108 € abgesetzt werden. Hingegen nur 92 € können abgesetzt werden, wenn der/die Spender/in laut progressiver Besteuerung bei 23% liegt.
Beim Abfassen der Steuerklärung kann jeder Steuerzahler den Vergleich angestellen, welche der beiden möglichen Regelungen im jeweiligen Fall die günstigere ist.
Neben den freiwilligen Spenden gibt es eine weitere Möglichkeit, gemeinnützige Vereinigungen zu unterstützen, die sogenannte Fünf-Promille-Regelung. Jeder Bürger kann in seiner Steuererklärung angeben, welcher Verein in den Genuss dieses Anteils von Fünf-Promille der Steuer kommt. Gibt man keinen Verein an, geht dieser Betrag an den Staat. Eine ähnliche Regelung gibt es für Kirchen und anerkannte religiöse Vereinigungen. Hier sind es acht Promille.
Wer keine Steuererklärung abgibt wie z. B. Rentner, kann die Fünf-Promille Erklä-
rung auf dem CUD, certificato unico dipendente, angeben und zwar innerhalb März.
Wir danken Moritz Schwienbacher vom „NPO-Büro“ in Lana, dem Dienstleistungsbüro für Non-Profit-Organisationen, für die Bereitstellung der Informationen bezüglich der Anhebung des Steuerabzugs von Spenden und Steuerberater Peter Gliera aus Bozen für die Informationen über die Fünf-Promille-Regelung. •
Moritz Schwienbacher Peter Gliera
Scheck mit Musik
Frühschoppen mit Walter Messner Windschnur – Live im Radio
Ein zünftiger Frühschoppen mit viel Musik, Unterhaltung und deftigem wie Weißwurst, Meraner, Brezl, Bier und Weißwein war der Rahmen für eine Scheckübergabe der besonderen Art im Bezirk Eisacktal.
Trotz schönsten Wetters hatten sich am 9. März über hundert Leute im Mühlbacher Vereinshaus eingefunden. Ab 11 Uhr wurde die Veranstaltung im RAI Sender Bozen live übertragen. Norbert Rabanser führte durch die Sendung und interviewte den einen oder anderen Ehrengast. Die Schirmherrin des Frühschoppens, Martha Stocker, den Abgeordneten der Grünen, Hans Heiss, den Präsidenten des Gemeindenverbands, Andreas Schatzer, die Landespräsidentin der Krebshilfe, Renate Daporta Jöchler u. a.
Im Mittelpunkt stand er, Walter Messner Windschnur. Der Verkauf der von ihm für die Südtiroler Krebshilfe produzierten CD (wir berichteten, Anm. d. Red.) hat 15.000 €uro Reinerlös ergeben, die er im Rahmen des Frühschoppens nach Beendigung der Radioübertragung um 12 Uhr feierlich und
mit berechtigtem Stolz an die scheidende Präsidentin Renate Daporta Jöchler übergab.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten neben Walter Messner Windschnur,
der es sich natürlich nicht nehmen ließ mit seiner Gruppe „Die 7 Eisacktaler“ aufzutreten, die „Soliden Oberkrainer mit Martina“ sowie Sepp Messner Windschnur. •
Musikalischer Dank: Die CD für die Krebshilfe.
Walter Messner Windschnur
Sepp Messner Windschnur Fotos:
„für Sie“
Mamazone stellt Patientinnenmappe vor - Verteilung durch Breastcare Nurses
Eine Betroffene, die im vergangenen Jahr an Brustkrebs erkrankt und operiert worden ist, hat den Anstoß gegeben. Irma Nussbaumer wollte mehr Informationen, wollte festhalten, was wer wann und wie mit ihr machte. Im Gespräch mit Breastcare-Nurse Hertha Leiter vom Brustzentrum Meran kristallisierte sich die Idee für eine Patientinnenmappe heraus.
Seit 17. März werden diese Patientinnenmappen durch die BreastcareNurses an den Krankenhäusern Bozen, Meran, Brixen und Bruneck an die BrustkrebsPatientinnen verteilt. Insgesamt tausend Mappen wurden gedruckt. Irma Nussbaumer suchte einen Sponsor für ihre Idee und wurde bei den Lionsclubs Neumarkt und Meran, bei Raiffeisen und der Abteilung 23 Gesundheitswesen der Autonomen Provinz Südtirol fündig. Die Patenschaft des Projekts übernahm mamazone Südtirol, die Südtiroler Krebshilfe unterstützt die Patientinnenmappe ebenfalls.
In nur wenigen Monaten wurden die Mappen entworfen und in der zweiten Märzwoche der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz im Hotel Laurin vorgestellt. Prof. Christian Marth, Vorstand des Frauenhauses der Universitätsklinik Innsbruck hat die Mappe öffentlich aus der Taufe gehoben.
In Tirol wurden ähnliches Mappen bereits vor einiger Zeit mit Erfolg eingeführt.
„Diese Mappe ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg von der behandelten zur handelnden Patientin“, betonte Dr. Marth. „Informierte Patientinnen sind bessere Patienten.“
Die gesammelten Informationen über Untersuchungen, Therapien, Befunde, Arztgespräche werden in der Mappe abgeheftet und geordnet. Die Patientin kann mit ihrer Breastcare-Nurse oder mit ihrem Arzt im Gespräch Dinge vertiefen, nachfragen und klären. Praktisch ist die Mappe auch, sollte sich die Patientin an eine weitere Struktur wenden wollen.
In der Mappe sind zudem die verschiedenen für die Klassifizierung von Befunden und Ergebnissen verwendeten Kürzel aufgeführt, so dass die Patientin jederzeit nachschauen kann, was z. B. Tis, LX oder R1 bedeuten. „Ich habe meist nicht gewusst, was ich mit diesen ganzen Ergebnissen anfangen sollte“, erinnert sich auch Erika Lana von mamazone. „Ich hatte das Gefühl, das
ist Arabisch. Dank der Mappe kann jede Patientin ihren ganz individuellen Fall nachvollziehen und damit besser mittragen.“
Professor Christian Marth kam im Rahmen der Vorstellung der Patientinnenmappe auch auf die besondere Rolle der Breastcare-Nurses zu sprechen. Diese (relativ) neue Berufsbild stellt ein ganz wichtiges Bindeglied zwischen Arzt und Patientin dar. Frauen brauchen in dieser Situation eine permanente und kompetente Ansprechperson. An der Uniklinik Innsbruck werden Breastcare-Nurses aus ganz Österreich, aus Südtirol und aus dem Süddeutschen Raum ausgebildet.
Zur Pressekonferenz im Damensalon des Hotels Laurin waren auch die Brustschwestern Herta Leiter aus Meran, Anna Pürgstaller aus Brixen, Gabriela Auer aus Bruneck und Katharina Stuefer aus Bozen gekommen. •
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Kommentar
Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist alles schon vorbei. Renate Daporta Jöchler ist abgetreten, ihr/e Nachfolger/in schon in Amt und Würden. Ich möchte an dieser Stelle Renate, die in den vergangenen Jahren darf ich fast sagen zur Freundin geworden ist, meinen herzlichen Dank aussprechen. Sie ist immer bereitwillig auf meine Themenvorschläge eingegangen, oft mussten wir lachen, weil wir zur gleichen Zeit die gleichen Ideen hatten. Es war ein großes Glück und eine Bereicherung mit ihr zusammenzuarbeiten.
Dass sie nun ihren Abschied genommen hat, mag dem einen oder anderen als frühzeitig erscheinen, glücklich war darüber niemand, auch nicht die Ärzte und die Vertreter der Landesverwaltung, die mit ihr zu tun hatten. Renate war kompetent und hartnäckig. Mutig, wenn es darum ging, neue Wege einzuschlagen. Eine Frau, die es schaffte, komplizierte Dinge in einfache Wor-
te zu kleiden, Delikates direkt anzusprechen, zu den Herzen der Menschen zu sprechen. Pragmatisch. Jeder Mensch hat das Recht auf sein Privatleben. Ehrenämter sind sehr zeitaufwändig und ich möchte Renate Daporta Jöchler für ihren unermüdlichen Einsatz in den letzten Jahren danken und ihr das Beste für den neuen Lebensabschnitt wünschen.
Vereine leben von den Menschen, die Krebshilfe lebt von ihren Mitgliedern und von allen ehrenamtlichen und bediensteten Helfern. Es liegt nicht nur in der Natur der Sache, es ist auch notwendig, dass hier ein regelmäßiger Erneuerungsprozess stattfindet. Ohne das Verdienst der langjährigen Mitarbeiter schmälern zu wollen, irgendwann ist es an der Zeit, den Generationswechsel zu vollziehen, neuen, frischen, unbelasteten Geistern mit neuen zeitgemäßen Ideen Platz zu machen. Wohlgemerkt, ohne deshalb auf die wertvollen Erfahrungen der „alten Garde“ zu verzichten.
Wir sind zertifiziert!
ISO 9001:2008
Zwei Jahre haben die Vorbereitungen dafür in Anspruch genommen, im Oktober 2013 war es dann soweit. Die Südtiroler Krebshilfe hat das Audit für die Zertifizierung nach ISO 9001:2008 für Management und Arbeitsorganisation erfolgreich abgeschlossen und bestanden.
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it der Vorbereitung waren vor allem das Zentralbüro in Bozen unter der Leitung von Koordinator Marcus Unterkircher und die Landespräsidentin Renate Daporta Jöchler befasst. Eine langwierige Kleinarbeit, bei der es darum ging, alle Arbeitsprozesse der Südtiroler Krebshilfe, die Führung und die Ausführung von Dienstleistungen sowie die Beschaffung der Ressourcen zu analysieren und zu optimieren.
Das Audit fand in Bozen und Brixen statt. Gecheckt wurden von den Auditoren Belange, die das sogenannte Qualitätsmanagement betreffen, also Ausbildung, Wei-
terbildung der Mitarbeiter, die Arbeitsprozesse, Budgetplanung, Dokumenten- und Datenverwaltung, interne Arbeitsabläufe, die Kapazität im Team zu arbeiten, ob die Effizienz der Tätigkeit nachgeprüft wird, d. h. ist die Zielgruppe mit den geleisteten Diensten zufrieden u. v. a. Dinge mehr.
Koordinator Marcus Unterkircher: „Man muss nicht unbedingt ISO zertifiziert sein, aber es ist gut, wenn man dieses Zertifikat vorweisen kann, es wird vor allem von unseren institutionellen Partnern sehr begrüßt und es ist eine zusätzliche Qualitätsgarantie für die geleistete Arbeit der Südtiroler Krebshilfe.“ •
Nicht nur unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, auch die Krebskranken und ihre Erwartungen entsprechen nicht mehr der Typologie von vor dreißig Jahren. Immer mehr sind auch junge Menschen von dieser Krankheit betroffen. Männer und Frauen, die mitten im Arbeitsleben, im Familienaufbau stehen, Mütter mit kleinen Kindern. Kurz Menschen, die ganz besondere Anliegen haben und auf ganz besondere Antworten warten. Informations- und Kommunikationswege sind erneuert, im Zeitalter von Internet und facebook heißt es, Schritt zu halten, wenn man nicht ins Abseits geraten will.
In der Krebshilfe hat dieser Erneuerungsprozess eingesetzt, ich wünsche der Vereinigung, dass sie zum Wohle ihrer Mitglieder auf diesem von der scheidenden Landespräsidentin eingeschrittenen Weg weitergeht. Unter Renate Daporta Jöchler ist die Krebshilfe zu einem ernstzunehmenden, gleichwertigen Partner geworden. Ein wichtiger Ansprechpartner für die Ärzte, aber auch für die Landesregierung und die Verwaltung. Dem/der Nachfolger/ in also viel Kraft und Energie für seine/ ihre neue Aufgabe; ich freue mich auf die Zusammenarbeit.
Zum Abschluss noch ein paar Zeilen zur neuen Ausgabe der Chance. Wir haben in dieser Ausgabe wieder einmal ein starkes Thema. Ich hoffe, es ist mir gelungen, viele Fragen, die die prophylaktische Mastektomie betreffen aufzugreifen und entsprechend zu beleuchten. Mein herzlicher Dank geht an die erste Patientin in Südtirol, die diese Entscheidung für sich getroffen hat und die bereit war, darüber ganz offen zu reden, weil sie es wichtig findet, dass die Frauen Bescheid wissen und weil sie hofft, dass ihre Geschichte Mut macht. Um ihre Privacy zu schützen haben wir ihren Namen geändert. Dazu wie immer Information aus den Bezirken, eine Reportage und bunt gemischtes Allerlei. Unser Rezeptvorschlag für ein leichtes Frühlingsgericht kommt dieses Mal von einem Koch, Manuel Thaler von der Berufsschule in Brixen.
Gute Lektüre wünscht •
Nicole Dominique Steiner
Dr. Nicole Dominique Steiner Chefredakteurin
WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“ „WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
Geschenkkartons füllen
Die Firma RIWEGA in Neumarkt hat die Freiwilligen der Krebshilfe Neumarkt angestellt die Geschenkkartons für die Kunden mit Speck und anderen Leckereien zu füllen, und hat dafür eine großzügige Spende zur Verfügung gestellt.
Weihnachtsfeier 2013
Die Weihnachtsfeier in Tramin ist immer ein besonderer besinnlicher Moment, mit stimmungsvoller Dekoration, festlicher Stimmung und einem köstlichen Menu, welches von den Freiwilligen zubereitet wird. Danke!
DjStivo
„Christmas in ElectroLove“ war der Titel des Festes, das DjStivo zugunsten der Krebshilfe organisiert hat.
Geschenkpapier, Scheren, Klebestreifen und bunte Bänder Schon seit Jahren packen Freiwillige in der Vorweihnachtszeit zu Gunsten der Südtiroler Krebshilfe Bezirk Überetsch-Unterland im Einrichtungszentrum Jungmann in Neumarkt, im Maxi Mode Center in Eppan und in diesem Jahr zum ersten Mal auch im „Tigotà“ in Leifers Päckchen ein. Eine Gelegenheit, die Arbeit der Krebshilfe vorzustellen, die Bevölkerung für das Thema Krebs und die damit verbundenen Problematiken zu sensibilisieren und auch um Spenden zu sammeln. Ein Dank an die jeweiligen Geschäftsführungen für das kostenlose Bereitstellen des Materials und Dank allen Freiwilligen, die mitgearbeitet haben.
Erinnern Sie sich an die Termine der verschiedenen Veranstaltungen in der Agenda. Vergessen Sie nicht, falls Sie teilnehmen möchten, sich im Bezirkssitz ab einem Monat vorher anzumelden! Tel. 0471 820466
Solidarität in der Weihnachtzeit!
„WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
Weihnachtsmarkt in Leifers
Die Freiwilligen im „Häuschen“ auf dem Weihnachtsmarkt in Leifers beim Verkauf von Selbstgebasteltem.
Tag des Kranken
Pater Bernhard Frei vom Kapuzinerkloster in Neumarkt findet immer die treffenden Worte, um den Kranken Hoffnung und Trost zu spenden. Nach der Hl. Messe begeben sich alle in das Refektorium der „Oase der Stille“, um sich mit einer kräftigen Gulaschsuppe aufzuwärmen und alte Freundschaften aufzufrischen oder auch neue zu knüpfen.
Neuer Bezirksauschuss
Der neue Bezirksausschuss setzt sich zusammen aus: Maria Angela Berlanda Poles (Vorsitzende), Berta Tschigg Ambach (Vize), Pietro Fisichella (Schriftführer), Marika Pichler Santoni (Kassiererin), Margereth Aberham Degasperi, Giorgio Nones, Tamara Poles Chistè.
Goldene Hochzeit
Das Leben hat ihnen ein Geschenk erteilt, das nicht allen zugedacht ist. Fünfzig gemeinsame Jahre in Glück und Gesundheit. Als Dank haben Linda Pomarolli und Pietro Furlani auf die Geschenke verzichtet und um Spenden für die Krebshilfe gebeten. Herzlichen Dank!
IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
PUSTERTAL
SEKTION OBERPUSTERTAL
Klöcklnachtsingen
Die Klöcklnachtsänger von Wahlen unterwegs in der Winternacht!
Vortreffliche Wildspezialitäten und auserlesene Weine gab es beim diesjährigen Wild- und Weinfestival im Hubertushof in Toblach zu verkosten. Jede Arbeit, sei es in der Küche als auch im Service wurde unentgeltlich erledigt; der Reinerlös ging an die Südtiroler Krebshilfe Oberpustertal. Dem Komitee vom Wild- und Weinfestival, der Gastgeberfamilie und allen freiwilligen Helfern ein herzliches Dankeschön für den außerordentlichen Abend. Im Bild die Mitglieder des Veranstaltungskomitees mit Walter und Elisabeth Baur vom Hotel Hubertushof in Toblach.
Spende der Förster von Welsberg und Toblach Wie jedes Jahr haben die Förster von Welsberg und Toblach bei der Verteilung von Latschen und Christbäumen Spenden für die Südtiroler Krebshilfe eingesammelt. Ein herzliches Vergelt’s Gott!
Unsere Landesvorsitzende
Renate Daporta Jöchler gab uns mit ihrem Gatten Karl die Ehre.
Das Team in der Küche.
Die fleißigen Frauen vom Service.
Wild- und Weinfestival
„WAS
Die Vorsitzende
Ida Schacher mit dem Bürgermeister von Toblach, Guido Bocher und „Hans“ Chaplin.
Vollversammlung der Sektion Oberpustertal Am Samstag, 22. Februar wurde in der Aula der Mittelschule Toblach die Vollversammlung der Sektion Oberpustertal abgehalten. Trotz Schneefalls kamen viele Mitglieder. Für gute Stimmung sorgten „Hans“ Chaplin und die Hausmusik der Familie Hackhofer aus Aufkirchen.
Verabschiedung und Dank an die scheidenden Ausschussmitglieder Mirella Girardelli Toller und Wolfgang Kamenschek.
Ausschussmitglieder Sektion Oberpustertal mit Landesrätin Waltraud Deeg, Koordinator Marcus Unterkircher, Bm. Guido Bocher und „Hans“ Chaplin.
„WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
PUSTERTAL
SEKTION UNTERPUSTERTAL
Weihnachtsfeier
Im Pfarrsaal in Bruneck ist alles vorbereitet für die Adventsfeier.
Vollversammlung am 19. Februar
Impressionen von der Vollversammlung im Pfarrsaal von Bruneck.
Weihnachtsfeier Fröhliches Zusammensein nach dem Rorate.
Alt
Die Malgruppe Schmetterlinge in den alten Räumlichkeiten in der DelagoStraße.
Vorstand
Der neue Vorstand: Martha Erlacher Feichter (Vorsitzende), Monika Wolfsgruber Plattner (Vize), Gertraud Karner Hopfgartner, Martina Knapp, Maria Magdalena Obermair und Christine Faller de Bortoli.
Herzkissen
Neu Im Januar ist die Malgruppe Schmetterlinge in die Bachlechner- Grundschule in Bruneck übersiedelt.
Die Vorsitzende der Sektion Unterpustertal
Martha Erlacher mit Monika Wolfgruber bei der Übergabe der Herzkissen an Primar Dr. Bruno Engl und Schwester Gaby.
„WAS IST LOS IN DEN
BOZEN - SALTEN - SCHLERN
Schöne Messe zum Tag des Kranken in der Dreiheiligenirche
Wie jedes Jahr haben sich die Bezirksmitglieder anlässlich des Tags des Kranken am 11. Februar zur gemeinsamen Feier der Hl. Messe in Dreiheiligenkirche in Bozen eingefunden. Don Jimmi hat die zweisprachig abgehaltene Messfeier mit viel Einfühlsamkeit gestaltet. In diesem Jahr wurde allen Anwesenden die Krankensalbung gespendet, was bei den Besuchern großen Anklang gefunden hat.
Nach der seelischen Stärkung in der Messe, fand dann im Hotel Post in Gries ein kleiner Umtrunk statt, bei der auch auf das leibliche Wohl geschaut wurde.
Wahl des Vorstandes des Bezirks Bozen-Salten-Schlern
Am 11. Februar fanden anlässlich des Tages des Kranken im Vereinssaal der Dreiheiligenkirche in Bozen die Wahlen des neuen Vorstandes des Bezirks Bozen-Salten-Schlern statt. Es stellten sich 9 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl, die alle gewählt wurden. Insgesamt wurden 259 gültige Stimmen abgegeben und 5 nichtige. Die neuen Mitglieder des Vorstandes sind: Monika Gurschler aus Tiers (Vorsitzende), Marianne Engl aus Klobenstein (Vize), Maria Dellantonio aus Bozen, Agathe Eschgfäller aus Durnholz, Nicole Irsara, Elisabeth Kuppelwieser und Rino Luppi aus Bozen sowie Norman Rungger aus Völs.
Nicht mehr zur Wahl gestellt, haben sich die stellvertretende Vorsitzende des scheidenden Vorstandes Donatella Di Stasio, Barbara Hasler, Toni Gamper und Josef Brugger.
Ein aufrichtiges Vergelt´s Gott für die wertvolle Unterstützung insbesondere an Donatella Di Stasio, die sich mit viel Engagement für die Krebshilfe Bozen-Salten-Schlern eingesetzt hat.
Infostand des Bezirks Bozen-Salten-Schlern im Krankenhaus Bozen Am 12. und 13. Februar 2014 hat der Bezirk Bozen-Salten-Schlern einen Informationsstand im Krankenhaus Bozen durchgeführt. Der Stand hat reges Interesse geweckt und viele Menschen, Betroffene und Interessierte haben sich mit verschiedenen Fragen an die Veranstalter gewandt und sich auch mit Spenden erkenntlich für die Arbeit der Südtiroler Krebshilfe gezeigt.
BEZIRKEN“ „WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
WAS IST LOS
EISACKTAL
Weihnachtsmarkt 2013
Immer ein ganz besonderes Event: die Eröffnung des Weihnachtsmarkts der Eisacktaler Krebshilfe in den Räumlichkeiten des Bezirkssitzes. Ehrengast war LR Martha Stocker.
“Aktiv gegen Krebs“
„Den Geist stärken und den Körper in Bewegung halten“ dieses Motto zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch von Valentina Vecellio. Vorgestellt zusammen mit Primar Herbert Heidegger.
Benefizaktion von Optik Brugger Das eigene Leid zum Anlass nehmen, anderen zu helfen. Ein schönes Beispiel wie man Trauer bewältigen und seinen Lieben ehren kann, war eine BenefizInitiative von Optik Brugger in Brixen im Gedenken an den im vergangenen Jahr an Krebs verstorbenen ehemaligen Geschäftsinhaber. Im Bild die Übergabe des Schecks von 1.300 Euro an die Präsidentin Renate Daporta Jöchler.
“La straordinaria normalità di Ada“ Luigino Scaggiante hat ein Buch über die “außergewöhnliche Normalität” seiner Mutter geschrieben, erstes weibliches Mitglied des Brixner Stadtrats und ehemaliges Vorstandsmitglied der Krebshilfe des Bezirks Eisacktal.
Benefiz-Frühschoppen
Viel Musik, Weißwürste, Meraner, Bier und Wein und eine Live- Übertragung im Radio waren der Rahmen für die Übergabe des Schecks in Höhe von 15.000 € durch Sepp Messner Windschnur, der den Erlös seiner CD, “Trompetenklänge zu Gunsten der Südtiroler Krebshilfe” gespendet hat.
Bezirksversammlung und Neuwahl Am 28. Februar versammelte sich der Bezirk Eisacktal für den Jahresbericht und die Neuwahlen des Vorstands. Gewählt wurden: Nives Fabbian De Villa (Vorsitzende), Elfriede Burger Scapin (Stellvertreterin), Marialuise Ploner Morando, Elisabeth Berger Oberhofer, Maria Kircher Agostini, Rita Glira und Rita Ploner. Es fehlt das kooptierte Vorstandsmitglied Maria Zanesco.
WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“ „WAS IST LOS IN DEN BEZIRKEN“
Krippenfreunde
Die Krippenfreunde von Rabland und Partschins luden alle Interessierten in der Vorweihnachtszeit zu ihrer Krippenausstellung ein. Am 26. Januar wurde bei der Jahreshauptversammlung in Rabland die Spende in Höhe von 4.000,00 € an die Südtiroler Krebshilfe Bezirk Meran Burggrafenamt übergeben.
Im Foto v.l.n.r.: Anna Kofler Alber, Raimund und Waltraud Raffeiner, Olga Burgmann, Rosmarie Österreicher, Anna Tappeiner, Annalisa Pircher Tribus, Lydia Eder.
Jahresversammlung mit Wahlen des Bezirks Meran Burggrafenamt
Am 13. Februar fanden sich 30 Mitglieder ein, um bei der Auszählung der Wahlscheine zum neuen Bezirksvorstand dabei zu sein.
Neuer Vorstand Bezirk Meran/Burggrafenamt
Der neue Bezirksvorstand der Südtiroler Krebshilfe
Bezirk Meran Burggrafenamt (v. l. n. r.) Anna Kofler Alber, Annamaria Trafoier Schwienbacher (kooptiert), Oskar Asam (Vorsitzender), Roberta Melosi Neri (Vize), Annalisa Pircher Tribus. Vorne kniend: Manuela Anna Pfattner und Berta Kasseroler Gamper (kooptiert).
Maturaball
Die Schüler/innen der 5. Klasse der FOS Marie Curie Meran haben einen Teil aus dem Erlöses ihres Maturaballes der Südtiroler Krebshilfe gespendet.
VINSCHGAU
Weihnachtsfeier
Das Restaurant „Spondinigerhof“ war der Treffpunkt der Weihnachtsfeier.
Ein gemütlicher Abend in sorgloser Stimmung. Das Jahresende ist immer Anlass für einen besinnlichen Rückblick.
Miteinander, füreinander Pilgern
Großzügig!
Die Bürgerkapelle und der Kirchenchor von Latsch veranstalteten das Adventkonzert zugunsten der Krebshilfe. Sie überreichten der Vorsitzenden einen Beitrag von € 1.500,00.
Heilende Bewegung zur Stärkung von Gesundheit und Wohlbefinden, sowie wirksame Verbesserung der Lebensqualität macht unser Leben lebenswerter. Miteinander, füreinander Pilgern stärkt auch unser individuelles Bewegungsbewusstsein und kann somit unser Körpergefühl nachhaltig verbessern. Pilgerwege sind geheimnisvolle, kleine Abenteuer, die uns kostbare Zeit, erste Überwindungen und etwas Mut abverlangen, vielleicht aber, denen die sich darauf einlassen, ganz unerwartet neue Möglichkeiten auftun, Pilgerwege laden uns herzlich ein, mit guten Schuhen, wetterfester Kleidung, gesunder Jause und genug Getränk im Rucksack, sowie Wanderstöcken, Kopfbedeckung und frohen Herzens sich jeweils am Freitag, um 9:30 Uhr vor dem Kloster in der Kapuzinerstraße in Schlanders zum gemeinsamen Kennenlernen zu treffen. Für eventuelle Hoppalas haftet jeder Pilger für sich selbst. Das erste mal am 25. April.
Rückenschule
Das tut gut! Begeisterte Teilnehmer - ein jeder bemüht sich, den Anweisungen zu folgen, um Rücken und Geist zu stärken.
Neuwahlen
Der neue Vorstand, frisch in Amt und Würden (v. l. n. r.): Margareth Zwick Steck, Elisabeth Platzgummer Heel, Helga Wielander Schönthaler (Präsidentin), Hinten stehend von links: Heinrich Stecher, Bernhard Staffler, Margareth Telser Kurz ( Vizepräsidentin), Rebekka Wallnöfer Lechner, Kurt Kaufmann.
Miteinander, füreinander da sein!
Stricken, basteln, filzen, papierschöpfen, malen, zuhören, lachen, erzählen, Freude bereiten und…, wir treffen uns, um unsere Freude am Handarbeiten zu teilen und in Gemeinschaft schöne Dinge herzustellen. Durch das gegenseitige Lernen dürfen wir unsere Fähigkeiten weiter entwickeln. Unser Ziel ist, in entspannter Atmosphäre ein bisschen gutes Lebensgefühl zu erfahren, indem wir eintauchen in die Freiheit künstlerischen Suchens und uns gemeinsam neu entdecken. Dazu treffen wir uns im Herbst im Kreativraum der Krebshilfe in Schlanders, Krankenhausstraße Nr. 13.
Vollkornkartoffelnocken mit
Kirschtomaten Rucola und Feta
Rucola und Kirschtomaten schmecken nach Frühling, Feta-Käse erinnert sogar schon an den Sommer, an Griechenland, mit wolkenlosem Himmel, tiefblauem Meer und frischer Meeresbrise. Der Frühling steht ins Land und mit ihm erweitert sich der Speiseplan um jede Menge frisches Gemüse und Salate. Farbe kommt auf die Teller. In dieser Ausgabe
haben wir einen Profi um ein Rezept gebeten, Manuel Thaler lehrt Kochen an der Landesberufsschule Hellenstainer in Brixen. In seinem Gericht hat er bunten Frühling mit gesundem Vollkornmehl und nahrhaften Kartoffeln verbunden. Je nach Menge eine appetitanregende Vorspeise oder zusammen mit einem Salat auch ein komplettes, vegetarisches Hauptgericht.
Vollkornkartoffelnocken
Zutaten (ca. 4 Port.) :
800 g mehlige Kartoffeln
2 Eigelb
150g Dinkel-Vollkornmehl
50 g Weizenmehl
Salz, weißer Pfeffer, Muskatnuss
Eine Prise Salz
Zubereitung:
• Kartoffel waschen, schälen und anschließend teilen.
• Die geteilten Kartoffeln in einen Topf geben und Wasser dazugeben. Wasser nur so viel, dass die Kartoffeln bedeckt sind.
• Aufstellen und sobald die Kartoffeln gekocht sind, abseihen wieder in den Topf geben und auf den Herd stellen. So werden die Kartoffeln unter ständigem rühren von der übriggebliebenen Feuchtigkeit befreit.
• Danach mit einer Kartoffelpresse ausdrücken; wichtig: beim Pressen schön verteilen es darf kein „Haufen“ gebildet werden, da sie ansonsten wieder feucht werden.
• Sobald die Kartoffeln dann abgekühlt sind, zuerst die Eigelbe und die Gewürze dazugeben und gut vermischen.
Sauce
Zutaten (ca. 4 Port.) :
12 Kirschtomaten
70 g Feta
2 Bund Rucola
Zubereitung:
• Kirschtomaten waschen und vierteln;
• Feta in kleine Würfel schneiden;
• Rucola waschen und klein schneiden.
• In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, dann die geviertelten Kirschtomaten dazu geben und mit Salz, Pfeffer würzen.
• Nach 2 min. Feta und Rucola hinzu geben, kurz mitschwenken und die Pfanne vom Herd nehmen.
• Anschließend kommen die beiden Mehlsorten dazu und alles wird zu einem Teig verknetet. Nur so lange kneten bis alles vermischt ist, knetet man zu lange wird der Teig zäh.
• Natürlich muss der Teig gleich weiterverarbeitet werden. Stücke schneiden, aus diesen Stücken Rollen formen und Gnocchi schneiden.
• Gnocchi in reichlich Salzwasser kurz aufkochen oder (mit Mehl bestäubt, damit sie nicht kleben) evtl. einfrieren.
• Die gekochten Gnocchi darin schwenken und auf Teller anrichten.
• Evtl. mit etwas Rucola und Feta ausgarnieren und servieren. Wir danken Manuel Thaler, Koch-Lehrer an der Landesberufsschule Emma Hellenstainer in Brixen für das leckere Frühlingsrezept.