dieser Sommer hat mit einem Verlust für die Krebshilfe begonnen. Mehr als zwanzig Jahre hat Margit Drabek Thies dem Krebs getrotzt. Sie hat sich mit Leib und Seele der Sache der Krebshilfe verschrieben und lange Jahre den Bezirk Meran-Burggrafenamt geleitet. Wir trauern um sie und werden sie und ihre Verdienste für die Krebshilfe nie vergessen. Die Landesversammlung. So gut besucht war sie noch nie. Es war eine Freude zu sehen, dass nicht einmal alle Teilnehmer einen Sitzplatz fanden. Eine Bestätigung für die Arbeit aller Freiwilligen, das Zeichen des großen Interesses der Mitglieder und der Beweis, dass die Krebshilfe tatsächlich eine große Gemeinschaft ist. Und Teil dieser Gemeinschaft war in dieser Landesversammlung ganz besonders auch unser Landesrat Richard Theiner. Sein „Outing“ als Mitbetroffener hat uns alle berührt. Sein Assessorat nimmt sich von jeher in vorbildlicher
Weise den Anliegen nicht nur der Krebskranken an. Südtirol hat in jeder Beziehung ein vorbildliches Sanitätswesen, um das uns viele beneiden. Jetzt wissen wir, dass wer die Fäden in der Hand hält, sich nicht nur durch politische Weitsicht, sondern auch durch große Menschlichkeit und Sensibilität auszeichnet!
Ich habe es schon das letzte Mal angesprochen. Die Zeiten sind nicht leicht. Jeder von uns muss den Gürtel enger schnallen. Jeder muss sich umorganisieren und schauen, wie er mit der Krise am besten zurecht kommt. Auch die Krebshilfe bekommt zu spüren, dass die Zeiten alles andere als rosig sind. Wer selber nicht genug hat, tut sich schwer noch für andere zu spenden. Aber wir werden uns mit allen Kräften dafür einsetzen, dass diese Situation nichts an den Dienstleistungen der Krebshilfe ändert . Wir werden wie überall anders auch, Korrekturen anbringen müssen, gewisse Dinge vielleicht et-
Renate Daporta Jöchler Präsidentin
was einschränken oder anders organisieren. Wie z. B. die Meeraufenthalte, die um ein paar Tage gekürzt werden mussten. Aber im Großen und Ganzen werden wir wie bisher unseren Mitgliedern als Stütze zur Seite stehen und niemanden mit seinen Sorgen und Nöten allein lassen!
Ich wünsche allen Mitgliedern einen wunderschönen Sommer. Geniesst’s die Sonne, nehmt´s Euch Zeit zum Rasten und sammelt Kräfte
Eure
Renate Daporta Jöchler Präsidentin
IMPRESSUM: DIE CHANCE: Kostenlose Zeitschrift für die Mitglieder der südtiroler Krebshilfe. Herausgeber: südtiroler Krebshilfe, Dreiheiligengasse 1, 39100 bozen, Tel: 0471 28 33 48, Fax: 0471 28 82 82 e-mail: info@krebshilfe.it in das Landesverzeichnis der ehrenamtlich eingetragen Dek. nr. 199/1.1-28.10.1997 einschreibung ins bozner Landesgericht nr. 3/2003
Sekretariat: südtiroler Krebshilfe
S. 19
Wird der Tumor rechtzeitig erkannt, kann der Großteil der brust erhalten werden. entfernt werden nur das befallene Gewebe und das direkte umfeld
Dank seines Mutes, neue Wege zu beschreiten und seiner Intuition zu folgen, hat für die Frauen eine Operation wegen Brustkrebs einiges an Schrecken verloren. Sein ganzes Leben hat er dem Kampf gegen den Krebs gewidmet. Mit Erfolg! Ein Gespräch mit dem wohl berühmtesten Onkologen Italiens, Professor Umberto Veronesi, ehemaliger Minister für Gesundheit und Wissenschaftlicher Direktor des Europäischen Instituts für Onkologie in Mailand.
Ch ance : Professor Veronesi, vor dreißig Jahren haben s ie mit einer neuen und wesentlich weniger invasiven Operationstechnik die traditionelle b ehandlung des b rustkrebses revolutioniert…
Umberto Veronesi: Die idee, kleine Tumore der b rust zu behandeln, ohne das gesamte brustgewebe zu entfernen, wie es damals weltweit üblich war, kam mir am Mikroskop. ich hatte bei meinen histologischen untersuchungen festgestellt, dass die Krebszellen in der Anfangspha -
se, also wenn der Tumor noch kleiner als ein Zentimeter ist, weniger aggressiv sind und sich wesentlich langsamer teilen als im fortgeschrittenen stadium. Dies schien mir dafür zu sprechen, nur den Tumor und das umliegende Gewebe zu entfernen und nicht die ganze brust. es war eine Theorie, die der üblichen Praxis zur Gänze widersprach. Onkologie hieß damals, den Krebs auf Teufel komm raus auszumerzen und dem Patienten damit das Maximum zuzumuten. Lebensqualität nach der behandlung war damals kein Thema.
Chance: Hatten sie nie Angst davor zu scheitern? Wie waren die Reaktionen ihrer Kollegen? Wie lange hat es gebraucht, um eindeutig nachweisen zu können, dass ihre Methode funktionierte?
Umberto Veronesi: Am Anfang wurde ich von allen s eiten angefeindet. e s war ein s kandal, man bezeichnete mich als Verrückten. Dennoch begann ich mit meinem Versuch, der acht Jahre lang dauern sollte. ü ber 700 Patientinnen waren daran beteiligt. Der Hälfte wurde nach der
seine Weitsicht gab vielen brustkrebskranken Frauen die Hoffnung auf Lebensqualität nach der Operation
herkömmlichen Methode die ganze brust abgenommen; die anderen wurden nach meiner brusterhaltenden Quadrantektonomie-Methode operiert. Acht Jahre lang war ich nacht für nacht von Zweifeln befallen, fürchtete mich auf einem irrweg zu befinden. Meine Forschungen, die Daten und meine Rationalität sprachen für meine Theorie. Aber jeden Tag, wenn ich im OP
Professor
stand, allein mit meiner Patientin, fühlte ich das Gewicht dieses Risikos. Als 1981 das new england Journal of Medicine die ergebnisse der studie veröffentlichte, gab es keine Zweifel mehr. beide OP-Techniken erzielten den gleichen Prozentsatz an Heilungen. Meine Technik hatte damit die brustamputation obsolet gemacht. Meine brusterhaltende Technik rettete den Pati-
entinnen nicht nur das Leben, sondern auch die Lebensqualität. Das war der beginn einer Revolution, die die gesamte Krebstherapie betraf.
Ch ance : u nd i hre Patientinnen? Wie reagierten die darauf?
Umberto Veronesi: n un am Anfang führte ich diese neue Technik nur bei wenigen Patientinnen aus, vornehmlich bei jungen Frauen, Frauen, die sich auf keinen Fall einer Amputation unterziehen wollten bzw. alte Frauen, für die die entfernung der ganzen brust eine zu schwerwiegende Operation gewesen wäre. Mit der Zeit kamen immer mehr betroffene zu mir, um in das Versuchsprogramm aufgenommen zu werden. Heute kennen die Frauen die unterschiedlichen Operationsmethoden und bestehen zu Recht auf der bestmöglichen Therapie. Vor dreißig Jahren zögerten Frauen den b esuch beim Arzt heraus aus Angst vor den verheerenden Folgen. Heute wissen sie um die Möglichkeiten des Wiederaufbaus und gehen regelmäßig zur Vorsorge. Die dia-gnostizierten Tumore sind daher in der Regel noch klein – die Heilungschancen und auch die Möglichkeiten des b rustaufbaus wesentlich größer. Heute können wir sagen, dass die Mortalitätsrate der an brustkrebs erkrankten Frauen wesentlich gesunken ist.
Chance: in dreißig Jahren ist demnach viel passiert. Dank der Frühdiagnose ist Krebs kein Todesurteil mehr.
Umberto Veronesi: Dank der Vorsorgeprogramme können wir heute sagen,
Der vollständige Lebenslauf von umberto Veronesi würde seiten füllen: nachstehend die wichtigsten Daten des berühmtesten Onkologen italiens.
Geboren in Mailand am 28. november 1925. staatsexamen in Medizin im Wintersemester 1950-51
Forschungsstipendium am Chester beatty Re- search institute in London zur Genetik der Tu- morzellen. spezialisierung zum Allgemein-Chirurgen 1956. Freier Dozent in Anatomie und Pathologischer Histologie, 1958.
Freier Dozent in Chirurgischer Pathologie, 1961. einjähriges studienstipendium am Leon berard Cancer Center in Lyon um neue therapeutische chirurgische eingriffe in der Tumorbehandlung zu erforschen, 1962
seit seinem universitätsabschluss hat umberto Veronesi in den verschiedensten Positionen am istituto nazionale Tumori von Mailand gearbei-
tet, Assistenzarzt, Oberarzt, Primar. Von 1976 bis 1994 war er Wissenschaftlicher Leiter des insti- tuts.
seit 1984 und bis heute Direktor der sis, "scuola italiana di senologia".
Von Mai 1994 bis April 2000 Wissenschaftlicher Leiter des europäischen Krebsinstituts in Mai- land.
Vom 26. April 2000 bis 30 Juni 2001 italienischer Minister für Gesundheit.
Von April 2008 bis Februar 2011 Abgeordneter im senat in Rom
seit dem 1. Juli 2001 erneut Wissenschaftlicher Leiter des europäischen Krebsinstituts in Mailand. umberto Veronesi hat mehr als 780 wissenschaft- liche Arbeiten veröffentlicht und ist Autor zahl- reicher Lehrbücher über Onkologie.
umberto Veronesi
dass sich die Zahlen umgekehrt haben. Vor dreißig Jahren konnten nur 30 bis 40 % der an brustkrebs erkrankten Frauen auf Heilung hoffen; heute sind mehr als 85 % nach fünf Jahren als geheilt zu definieren. Die Möglichkeit, die brust zu erhalten, hat außerdem die psychologische b elastung der Krankheit wesentlich verringert. Außerdem gilt in der modernen Onkologie das Prinzip der empathie, der Patient ist heute aktiv in seine behandlung miteinbezogen. er ist informiert und trägt Verantwortung.
Chance: sie sind Vegetarier, sind über achtzig Jahre alt und stehen aktiv mitten im Leben. Gibt es ein Rezept, um in so perfekter Form alt zu werden. Kann man der Krankheit, dem Krebs vorbeugen?
Umberto Veronesi: und wie man das kann. Der Lebensstil ist dabei fundamental, z. b. das Rauchen. Wer raucht, zieht sich seinen Krebs selbst heran. Die ernährung ist von größter b edeutung. n icht nur als Gegenmittel gegen Krebs, auch um vielen anderen (Zivilisations)Krankheiten vorzubeugen. Gesundes Leben beginnt mit einer gesunden ernährung. Wenig essen und vegetarisch essen. e s ist erwiesen, dass eine Diät, die reich ist an gesättigten Fetten (tierischer Herkunft) viele schwere Krankheiten, darunter Krebs verursacht. Fleisch - und in besonderem Maße rotes Fleisch - stimuliert das Wachstum kranker Zellen und erhöht das Risiko für HerzKreislauferkrankungen. Obst und Gemüse sind reich an wertvollen Vitaminen, Antioxydanten und Fasern. Das heißt, sie sind nicht nur nicht-schädlich, sie haben auch noch einen positiven einfluss auf den Organismus. ein wichtiger Faktor ist, sich in b ewegung zu halten, regelmäßige, altersgemäße sportliche betätigung ist ein Gesundbrunnen. Das fördert den Muskeltonus, hält die Gelenke geschmeidig und wirkt sich positiv auf die Atmung und damit die sauerstoffversorgung des Körpers aus. ebenso wichtig ist das Gehirntraining, die b eschäftigung mit Projekten, i deen, i nteressen. Warum nicht, auch mit i ntelligenzspielen. u nd dann muss man sich einfach eine große neugierde bewahren, sie hält uns an, nach immer neuen Dingen Ausschau zu halten.
Ch ance : Wenn s ie zurückblicken, hat sich das Verhältnis Arzt – Patient geändert?
Umberto Veronesi: ich denke die wissenschaftliche Revolution, die die letzten Jahrzehnte charakterisiert hat und die immer weiter am Laufen ist, hat der Auffassung ein ende gesetzt, dass der Arzt ein
Regelmäßiges körperliches und geistiges Training ist ein
unfehlbarer Halbgott in Weiß ist, dessen urteil der Patient sich passiv zu unterstellen hatte. Parallel dazu hat gerade auch die entwicklung der Kommunikationsmedien, i nternet usw. dazu geführt, dass die Patienten mitbestimmen möchten und genau wissen möchten, was mit ihnen passiert. bei der ersten Visite ist der Patient heute meist schon genau informiert über sein Problem, über die verschiedenen b ehandlungsmethoden und auch über den Arzt, der ihm gegenübersitzt. Der Patient erwartet sich heute Anteilnahme, Aufklärung, Offenheit und möchte kompetent geführt werden. Die Revolution in der Medizin in den letzten 50 Jahren hat das Verhältnis Patient – Arzt völlig umgekehrt. Heute ist die b eziehung Arzt – Patient wichtiger b estandteil der Therapie. Die
Krankheit wird in der Tat je nach Hintergrund, Charakter, Geschichte des Patienten ganz unterschiedlich erlebt und als mehr oder weniger gravierend empfunden. Für den behandelnden Arzt ist es nicht immer leicht, dies zu verstehen, aber es ist wichtig für die entscheidung, welcher Therapie der Patient zu unterziehen ist
Chance: Was macht einen guten Arzt aus?
Umberto Veronesi: Arztsein ist nicht nur ein b eruf sondern eine Mission. i ch meine damit, es reichen nicht nur das Fachwissen und die Kompetenzen, es braucht vielmehr Courage, man muss sich ganz und gar diesem b eruf verschreiben und auch Opferbereitschaft zeigen, sich selbst zurücknehmen können. Aufgabe
Gesundbrunnen
Hoffnungsanker für viele: Das europäische Krebsinstitut in Mailand
des Arztes ist es, sich um den Menschen zu kümmern. n icht um ein Organ, nicht um eine Anhäufung von Zellen, sondern um den Menschen in seiner Ganzheit. Das bewusstsein um diese Verantwortung und der Mut, diese Verantwortung tatsächlich auf sich zu nehmen, helfen dem Mediziner diesen Weg zu beschreiten und die Mühen, die mit diesem Weg verbunden sind, auf sich zu nehmen. s chafft er das, dann übt er den faszinierendsten beruf der Welt aus! ein wichtiger Aspekt der Arbeit des Arztes ist die ständige Weiterbildung. Man darf nie stehen bleiben. Auch der beste spezialist, die erfahrene Koryphäe kommt nicht umhin, Weiterbildungsveranstaltungen zu besuchen. e in Arzt, der das nicht tut, fühlt sich bald unfähig, er begeht leichter Fehler, enttäuscht das Vertrauen der Patienten und verliert zudem das Vertrauen in sich selbst. Dieses Vertrauen ist aber Voraussetzung, um eine gute b eziehung zum Patienten aufzubauen, um mit ihm eine therapeutische Allianz einzugehen. Die beste strategie, um den Patienten zur Heilung zu führen.
Chance: …und den guten Patienten?
Umberto Veronesi: Der Patient kann sehr viel dazu beitragen, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis zum Arzt aufzubauen. Das fängt schon bei der Wahl des Hausarztes an. e r sollte eben nicht den Arzt wählen, dessen Praxis um die ecke liegt, oder der auf Anruf alle Rezepte ausstellt. nein, er sollte den Arzt wählen, der ihm am fähigsten vorkommt, der sich intensiv um seine Patienten kümmert und der sich regelmäßig fortbildet. es ist auch ein großer Fehler, allem zu glauben, was in
den Zeitungen geschrieben wird oder was irgendwelche bekannte erzählen und den Arzt zwingen zu wollen, Therapien in b etracht zu ziehen, die dieser aus erfahrung ablehnt und für gefährlich hält. Wichtig ist vielmehr, sich dem Arzt gegenüber offen zu zeigen, ihn anzuhören, seine Kompetenz anzuerkennen und deswegen aber nicht darauf zu verzichten, Fragen zu stellen. Die Verantwortung für ein gutes Verhältnis zum Patienten liegt aber schlussendlich beim Arzt.
Chance: Warum sind sie Arzt geworden und warum haben sie Onkologie als spezialisierung gewählt?
Umberto Veronesi: Meine berufswahl war durch die erfahrungen von Leid beeinflusst, die ich während des Krieges auch am eigenen Leib erlebt habe. ich bin Arzt geworden, weil ich Krankheit mit all meinen Kräften bekämpfen wollte. Am Anfang meiner Ausbildung hätte ich allerdings nie gedacht, dass ich Onkologe werden würde. im fünften Jahr des studiums begann ich eher aus Zufall das Tumor-institut in Mailand zu frequentieren und das einfach deshalb, weil ich ganz in der nähe wohnte. Die begegnung mit diesen Kranken, die zum Großteil allein sich selbst und ihrem Leid und ihrer Verzweiflung überlassen waren sowie der Fatalismus, mit dem die Ärzte diese Krankheit angingen, berührten mich zutiefst. Aus diesem Grunde beschloss ich gegen den Rat meiner Professoren, die mir schon eine erfolgreiche Karriere als Kardiooder n eurochirurg vorhersagten, meine Arbeit und mein Leben dem Kampf gegen den Krebs zu widmen. einfach, weil es mir als das schlimmste übel schien, dem ich je
begegnet war. und ich beschloss, alles zu tun, um den Patienten diese verwüstenden, menschenverachtenden Therapien zu ersparen, die damals an der Tagesordnung waren.
Chance: Viele Tumore sind heute heilbar, vor allem, wenn man sie frühzeitig erkennt. Wird der Krebs ihrer Ansicht nach irgendwann besiegt werden?
Umberto Veronesi: e s stimmt. Viele Krebsarten sind heute besser heilbar, dank der Forschungserfolge und dank der Möglichkeit diese Krankheit mittels imaging immer früher zu diagnostizieren. Chirurgie und strahlentherapie haben sich den mikroskopischen Dimensionen der Tumore angepasst, sind gezielter und damit weniger “giftig” geworden. Chirurgie und strahlentherapie haben sich weiterentwickelt und können gezielter und mit weniger nebenwirkungen den Tumor bekämpfen. Das Losungswort heißt heute, mitten ins Ziel treffen. Mit den strahlen, mit dem skalpell, mit den Medikamenten-Cocktails genau dort hinkommen, wo der Krebs sitzt, ohne gesundes Gewebe zu zerstören. Damit verbunden ist eine höhere Lebensqualität der Patienten. Vielleicht haben wir den Krebs noch nicht besiegt, aber zum Großteil haben wir ihn unter Kontrolle! so wie ich die entwicklung der Forschung heute sehe, denke ich, wir werden dank der neuesten erkenntnisse über die DnA den Krebs immer noch besser kontrollieren können.
Heute schon wird Krebs nicht mehr als Todesurteil wahrgenommen. eine Krankheit, die heilbar und vor allem, die vermeidbar ist. Die Zukunft der Onkologie liegt nicht nur in den Händen der Forschung, sondern hängt ab von der entwicklung des öffentlichen sanitätswesens und von der eigenverantwortung, die die bürger zeigen.
Chance: Welche botschaft möchten sie den Menschen mit auf den Weg geben, die an Krebs erkrankt sind?
Umberto Veronesi: Dass immer mehr Grund zur Hoffnung besteht. Vor vielen Jahren wurde als Lügner verschrien, wer Krebskranken Hoffnung machte. Heute heilen mehr als 55 % aller erkrankten. i n manchen Fällen, wie z. b. beim brustkrebs kommen wir gar auf Heilungschance von 80 bis 85 %. und in Wirklichkeit ist es doch so, dass kein Arzt, kein Onkologe einen Krankheitsverlauf vorhersagen kann, das hängt einfach von zu vielen individuellen Faktoren ab. Kein Mensch und kein Patient gleicht schließlich dem anderen. n
De R K OMM en TAR / Die nACHFOLG e in Me RA n Der Kommentar
Der Kommentar
Liebe Leserinnen, liebe Leser
es gibt Augenblicke, in denen ich stolz bin auf meine Arbeit. Glücksmomente erlebe. Momente, in denen ich mich nützlich fühle. Momente, in denen ich betroffen bin und Momente, in denen ich dankbar bin. b eim Zusammenstellen dieser sommer-Chance habe ich all diese Momente sehr intensiv erleben dürfen.
Darauf bin stolz
umberto Veronesi. i m Dezember habe ich in der Tageszeitung Repubblica ein i nterview mit ihm gelesen. u nd war beeindruckt. ein toller Mann. ein toller Arzt. e in b eispiel für jeden von uns. ü ber 80. Aktiv, drahtig und mitten im Geschehen. s o müsste man alt werden. u nd: Den würde ich auch gerne interviewen für die Chance. u nmöglich. Aber halt. Warum eigentlich unmöglich? Die idee ging mir nicht aus dem Kopf und im März habe ich angefangen, im internet herum zu suchen. Habe beim istituto europeo di Oncologia in Mailand angerufen und prompt die Zusage erhalten. umberto Veronesi hat tatsächlich eingewilligt, der Chance ein interview zu geben! Wow!
Ein Glücksmoment!
Auch an umberta savazzi bin ich über die Zeitung geraten. Die „altalena“ im Alto Adige. Wer geht rauf, wer geht runter. e ine tägliche kleine n eugierde. Vor ein paar Monaten war der Aufstieg umberta savazzi gewidmet. 60 Jahre alt, krebskrank und erfolgreich das Hochschulstudium abgeschlossen. Meine neugierde war geweckt. Das muss eine außergewöhnliche Frau sein. Als Mitglied der Krebshilfe war es nicht schwer, ihre Telefonnummer auszumachen und sie willigte auch gleich ein, sich von mir portraitieren zu lassen. Tatsächlich eine tolle Frau! in jeder Hinsicht. Couragiert, energisch, stark, offen, ein b eispiel für alle, die in einer schwierigen situation nicht ihre Würde verlieren wollen. bewundernswert, in jeder Hinsicht. ich schätze mich glücklich und bin dankbar, sie kennengelernt zu haben! Drei intensive stunden, die ich nicht vergessen werde.
Betroffenheit
Die Landesversammlung. Alle Jahre war ich dabei, seit ich die Chance über-
Der neue Vorsitzende von Meran
Oskar Asam tritt im Bezirk Meran - Burggrafenamt die Nachfolge von Margit Drabek Thies an.
Dies hat der bezirksvorstand in seiner konstituierenden sitzung vom 11. Juni beschlossen. stellvertreterin bleibt nach wie vor Roberta Melosi neri und Kassiererin Annalisa Pircher Tribus.
Oskar Asam ist seit fünf Jahren betroffenes Mitglied der Krebshilfe. Der 71jährige ehemalige Fachlehrer für Kochen an der Hotelfachschule Kaiserhof wurde nach seiner e rkrankung an s peiseröhrenkrebs sozusagen überredet, sich für die Krebshilfe aufstellen zu lassen. „Am Anfang kannte
mich ja niemand und ich kannte auch niemanden“, erinnert sich Asam. Oskar Asam ist verheiratet, hat drei s öhne und ist begeisterter Großvater.
s ein neues Amt tritt er voll Zuversicht und elan an. „ich wünsche mir segensreich wirken zu können und hoffe mit der ganzen Krebshilfe auf Landesebene im i nteresse aller betroffenen gut und konstruktiv zusammenarbeiten zu können.“ Zunächst muss er sich einarbeiten und möchte als erstes Kontakt mit den betroffenen in seinem bezirk
nommen habe. Dieses Jahr ging es aus familiären Gründen nicht. und wie es mir leid tut. ein übervolles Plenum. Momente dichtester Menschlichkeit und Rührung. u nd ich war nicht dabei. Aber auch hier habe ich Glück gehabt. Landesrat Richard Theiner hat eingewilligt, nachträglich ein Gespräch mit mir zu führen.
Abschied
und dann ein Vorfall, der eben auch zur Krebshilfe gehört. Abschied nehmen. einen nachruf schreiben. ende Mai ist Margit Drabek Thies, Vorsitzende des b ezirks Meran burggrafenamt verstorben. Den Angehörigen mein tiefes beileid. Die Krebshilfe wird sie und ihre Verdienste nicht vergessen.
Aber, und auch das bedeutet Krebshilfe, das Leben geht weiter. Deshalb wünsche ich i hnen allen einen schönen s ommer. Genießen sie die Wärme, die unbeschwertheit, die diese Zeit mit sich bringt. Das Licht, die warmen Abende …
aufnehmen. Da er bisher als Mann bei allen Aktivitäten wie Turnen oder Malkurs immer alleine war, ist es ihm nicht zuletzt auch ein Anliegen, vermehrt Männer anzusprechen und diese davon zu überzeugen, dass auch sie ihren Platz in der großen Gemeinschaft der Krebshilfe haben. n
Nicole Dominique Steiner
Dr. Nicole Dominique Steiner Chefredakteurin
Leben gestalten, um Zukunft zu bauen
Die Landesversammlung der Südtiroler Krebshilfe am 21. April 2012 in Bozen
ein begeistertes Publikum
Nicht genug Stühle und ein Saal, der zum Bersten voll war. Das gab es schon seit Jahren nicht mehr bei der Landesversammlung der Krebshilfe. Aber dieses Jahr war überhaupt alles ganz anders als sonst.
Wie jedes Jahr war die Versammlung perfekt organisiert und Präsidentin Renate Daporta Jöchler und ihr Team hatten ein ebenso interessantes wie auch unterhaltendes Programm zusammengestellt. Als Moderator war der s chauspieler und Radio s üdtirol 1 Telefon- s chreck Peter s chorn engagiert. u nterstützt wurde er von Doris b runner und dem Landtagsabgeordneten Arnold schuler, der den Vorsitz führte. unter dem Motto „Das Leben gestalten, um Zukunft zu bauen“, wurde den Mitgliedern die Arbeit der Vereinigung präsentiert.
eine Arbeit, bei der der einzelne Mensch und seine bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. e ine Arbeit, die viele Menschen für
Menschen machen. Das große Heer der Freiwilligen. Die Krebshilfe bietet ihren Mitgliedern eine ganz Reihe von Dienstleistungen. Gesundheitsturnen und –schwimmen, Malkurse, selbsthilfe- und geleitete Gruppen, Ferienaufenthalte. sie hilft schnell und unbürokratisch bei finanziellen engpässen, verteilt beiträge für den Kauf von Perücken und anderem bedarf. Vor allem macht die Krebshilfe aber eines: sie schenkt Hoffnung und Gemeinschaft. Die wohl wichtigsten bausteine für die Zukunft.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung in diesem Jahr von Karl, Thomas, Martin, Christof und Paul vom saxquartett Taufers. Die Landesversammlung am 21. April 2012 wird so leicht nicht in Vergessenheit
geraten. Auch weil ein völlig unvorhersehbares ereignis die Anwesenden bis ins innerste berührt hat.
Landesrat Richard Theiner, e hrengast, der gleich am Anfang ein Grußwort sprechen wollte und dann, wie es bei Politikern eben so ist, bereits die nächste Veranstaltung auf dem Programm hatte, kam über die ersten Worte seiner Rede nicht hinaus. e r wurde von Rührung übermannt und konnte vor Tränen nicht sprechen. e ine Geste, die sich den Teilnehmern ins Herz geschrieben hat.
Kompetent und mitreissend. Die Landesvorsitzende Renate Daporta Jöchler
s eit Mai letzten Jahres weiß der Landesrat nämlich aus nächster nähe, was es heißt, an Krebs zu erkranken. Was es heißt für den betroffenen und was es heißt, für die Menschen, die mit ihm zusammen leben. i m letzten Jahr wurde Richard Theiners Frau birgit an brustkrebs operiert.
Mehr als eine stunde folgte der Landesrat der Versammlung, bis er genug Fassung fand, um zum nächsten Termin zu eilen. Zurück ließ er ein Plenum, das sich der Anteilnahme und der sorge dieses hohen politischen Vertreters um die belange der Krebskranken so sicher war wie nie zuvor.
Anstelle der Wiedergabe des b erichts der s üdtiroler Krebshilfe deshalb in diesem Jahr ein ausführliches i nterview mit Landesrat Richard Theiner. Wer sich ein bild über Ausgaben und einnahmen der Krebshilfe machen möchte, kann den bericht im büro in bozen anfordern. n
Landesrat Richard Theiner weiß wovon er redet
bauen für die Zukunft
Die Vorsitzende der sVP Frauen, Angelika
schön, wenn so viele kommen
Koordinator Markus unterkircher
Gruppenbild mit der Landesvorsitzenden
Luca Palatiello, Rechnungsprüfer
"baumeister" Arnold schuler
Margesin
sylvia Hofer, bozner Gemeinderätin Mariangela berlanda und ida schacher
Die L A n D es V e R s AMML un G 2012 D e R s ü DT i ROL e R K R ebs H i LF e
Die Lan D esversamm L ung 2012 D er s ü D tiro L er Krebshi L fe
eine sichere Zukunft
begeisterte Glückwünsche
Gar nicht so einfach, stundenlang konzentriert zuzuhören und jedes Wort simultan ins italienische zu übersetzen. Danke!
Fit mit Valentina Vecellio (3. v. li.)
Fotos:
baustein für baustein für
Eine Jahresversammlung der besonderen Art
ü berrascht war er aus zweierlei Gründen, der Landtagsabgeordnete der s VP, Arnold s chuler. „Jahresversammlungen sind im Allgemeinen eine äußerst trockene Angelegenheit. s o eine wunderbare Gestaltung und eine lockere Atmosphäre wie bei der Krebshilfe hatte ich noch nie erlebt.“ s elbst die Pflichtpunkte wie die Verlesung des Rechenschaftsberichts
waren so ansprechend gestaltet, dass der Langeweile keine Chance gegeben war.
Die größte ü berraschung aber waren für ihn die Mitglieder selbst. „Der saal gerammelt voll, das Gefühl, das ist eine große Gemeinschaft. Verbunden und motiviert.
in der südtiroler Vereinslandschaft komme der Krebshilfe eine ganz besondere Rolle zu: eine Organisation von Menschen für Menschen, die das gegenseitige Helfen in den Mittelpunkt ihres Wirkens gestellt hat.“ n
Überrascht von emotionaler Stimmung
er war zum ersten Mal dabei und hatte die Krebshilfe vor seinem e ngagement auch gar nicht gekannt. Gemeinsam mit Doris brunner ist Peter schorn, schauspieler und gefürchteter Telefonschreck von Radio südtirol 1, die Aufgabe zugefallen, die Landesversammlung locker zu moderieren. „ich war überrascht von der starken emotionalen stimmung. es hat alles stim-
so also sieht der südtirol 1 Radioschreck aus: Moderator Peter schorn
Der Landtagsabgeordnete der sVP Arnold schuler
Das saxquartett Taufers
mig Platz gefunden bei dieser Landesversammlung, i nformation, e motionen, b etroffenheit, Gemeinschaftsgefühl.“ i n seinem näheren umfeld ist s chorn bisher noch nie auf tragische Weise mit Krebs konfrontiert worden, die Landesversammlung der Krebshilfe hat ihn für dieses Thema sensibilisiert. Der s chauspieler über den u nterschied zwischen Theater und Moderation: „Als s chauspieler schlüpfe ich in eine Rolle, das gibt sicherheit, weil ich selbst ja nicht betroffen bin. Als Moderator bin ich schutzloser. nichts ist vorhersehbar, nichts ist geprobt, ich bin auf mich gestellt, muss spontan reagieren.“ Wie z. b. bei der Landesversammlung, die so ganz anders verlaufen ist als vorhergesehen. Die gezeigt hat, dass die Krebshilfe ein ganz besonderer Verein ist. ein Verein, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. n
Abstimmung
nach der Arbeit das Vergnügen sieht doch sehr
Fotos:
Fotos:
Othmar
Seehauser
Kleine Pause für die Musiker
„Ich sehe jetzt das Einzelschicksal“
Interview mit Landesrat Richard Theiner
Zur letzten Landesversammlung ist er als Landesrat gekommen und als Mitbetroffener geblieben. Über eine Stunde lang. Richard Theiner. Sein Ringen um Fassung und seine ehrliche Rührung haben ihm mehr Sympathien eingebracht als tausend Worte.
einer von uns. einer der uns versteht. Das war der allgemeine e indruck, den die Teilnehmer der Landesversammlung am 21. April in bozen mit nach Hause genommen haben. Landesrat Richard Theiner hat sich zu einem Gespräch mit der Chance bereit erklärt. ein offenes Gespräch über sein ganz persönliches s chicksal als ehemann einer an brustkrebs erkrankten Frau.
Den Mai 2011 wird Richard Theiner nicht so schnell vergessen. eine Zäsur in seinem Leben. i m Leben seiner Kinder, vor allem aber im Leben seiner Frau birgit. Die Diagnose Krebs. ein Thema, mit dem er sich als Landesrat für das sanitätswesen theoretisch hundertfach auseinandergesetzt hat. und da war es plötzlich ganz nah. Ganz konkret. n icht mehr die anderen. nicht die bürger, deren interessen er vertritt, die ihm ihr Vertrauen ausgesprochen haben. nein. Dieses Mal ging es um seine Familie, um seine Frau, mit der er vor 25 Jahren beschlossen hat, das Leben zu teilen.
Chance: im Mai 2011 also die Diagnose. brustkrebs. ein Thema, das sie theoretisch wahrscheinlich unzählige Male abgehandelt, bedacht haben. u nd nun das, ganz konkret.
lR Richard theiner: Trotz aller Hilfe ist die Diagnose, der Augenblick der Wahrheit für die b etroffenen und für alle jene, die das direkt mitleben ein harter schlag. Auch wenn heute die Diagnose Krebs nicht mehr einem Todesurteil gleichkommt, hat sie Auswirkungen, die jemand, der das nicht erlebt hat, sich gar nicht ausmalen kann. Körperlicher, geistiger, psychischer natur. in erster Linie für den b etroffenen, aber nicht nur. Auch für diejenigen, die nahe sind.
Chance: Das Leben vor und das Leben nach der Diagnose von dem viele Patienten sprechen…
theiner: Genau. Alles wird mit einem Mal bewusster, intensiver. Das war bei uns genauso. es gilt jetzt zu leben. Jetzt zu fühlen. Man bekommt einen ganz anderen blickwinkel. Lässt sich nicht mehr so leicht von b elanglosem ablenken. Heute stellt man sich die Frage, was ist wirklich wesentlich? es ist wichtig, im Hier und Jetzt zu leben und das Leben nicht auf die Zukunft zu verschieben.
Chance: Durch ihre Frau haben sie verifizieren können, was es heißt, in südtirol an Krebs zu erkranken.
theiner: Meine Frau hat in schlanders die Diagnose bekommen. es folgte eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus schlanders und dem Krankenhaus Meran, wo die Operation durchgeführt wurde. Dass bei der Operation ein plastischer Chirurg anwesend war, war ein großer Vorteil, weil sich dadurch eine zweite Operation erübrigt hat. schon lange vor der erkrankung meiner Frau bin ich für eine Ausweitung dieses Dienstes eingetreten. nun bin ich noch mehr davon überzeugt, dass die plastische Chirurgie sehr wichtig ist. i n vielen bereichen. i nsgesamt muss ich sagen, dass mir diese persönliche erfahrung nur bestätigt hat, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Chance: Haben sie durch die erfahrung in der eigenen Familie einen neuen blickwinkel bekommen auf die Krebsbehandlung in südtirol?
theiner: nein. sicher setze ich mich jetzt noch verstärkter und noch überzeugter für Dinge ein, die ich schon vorher vorangetrieben habe.
Chance: Zum beispiel…
theiner: Zum beispiel die Komplementärmedizin. ich habe es immer bedauert, auf welchen Widerstand diese von seiten der
Ärztekammer und von s eiten bestimmter Lobbys gestoßen ist. ich bin sehr froh, dass wir diesen Dienst trotz aller Widerstände eingeführt haben und ich habe jetzt durch meine Frau erkennen können, dass dies im sinne der Patientinnen ist.
Chance: ihre Frau hat die Komplementärmedizin demnach in Anspruch genommen?
theiner: Ja, meine Frau hat die angebotenen Dienstleistungen der Komplementärmedizin in Anspruch genommen, wohlgemerkt nicht als Alternative, sondern als u nterstützung zu ihrer Therapie und das Ganze hat, davon bin ich überzeugt, einen entscheidenden beitrag zur Gesundung geleistet. Aufgrund der heftigen Widerstände waren wir bei der einführung gezwungen, darauf zu achten, dass die Patienten einen erheblichen Teil der Medikamente selbst tragen müssen. i n unserem persönlichen Fall stellt das Finanzielle sicherlich kein Problem dar, für andere Patienten hingegen sehr wohl. nach unserer eigenen erfahrung mit der Komplementärmedizin möchte ich keinesfalls, dass jemand aus finanziellen Gründen auf diese Therapien verzichten muss. ich weiß, dass gerade auch die Krebshilfe hier einen großen b eitrag leistet und den Leuten unter die Arme greift. es ist ganz klar nachweisbar, dass die Komplementärmedizin beispielsweise die nebenwirkungen von Chemotherapie abschwächt.
Chance: Hand in Hand mit der schulmedizin also.
theiner: b eide müssen Hand in Hand zusammenarbeiten zum Wohle des Patienten. Das ist ganz klar. Die schulmedizin hat die Voraussetzungen für den Kampf gegen den Krebs geschaffen und die Komplementärmedizin kann unterstützend eingesetzt werden. Davon bin ich heute überzeugter denn je. Für meine Frau war das grundlegend. niemandem wird die Komplementärmedizin aufgedrängt, aber es ist wichtig, dass sie vom öffentlichen Dienst angeboten wird. Denn muss wirklich alles bis ins Letzte hinterfragt und nachvollziehbar sein? Wichtig ist doch, dass es hilft. Gerade auch im psychologischen bereich.
Chance: Auch da kann die Komplementärmedizin Hilfe geben?
theiner: Die betroffenen sind verzweifelt, haben Ängste, die sich ein Gesunder gar nicht vorstellen kann. Konfrontiert mit der eigenen Vergänglichkeit, mit der Angst vor dem Leiden, mit den existentiellen sorgen. sie müssen mit den körperlichen Veränderungen fertig werden. Mit der Reaktion der Mitmenschen.
Chance: sind sie sensibler geworden?
theiner: ich nehme mehr kleine Details wahr, über die ich früher hinweggeblickt habe. Wenn ich z. b. Zahlen zum Krebs lese. Denken s ie, jedes Jahr werden in südtirol ca. 2.500 neuerkrankungen verzeichnet. Teilen s ie das mal durch 365, dann wissen sie, wie viele Familien, wie viele Menschen in unserem Land sich täglich mit diesem Problem neu konfrontiert sehen. Das sind sechs bis sieben Personen. Dazu die Familie und der Freundeskreis.
Chance: Glauben sie, sie können i hre Aufgabe als Landesrat heute besser wahrnehmen als vor der erkrankung ihrer Frau?
theiner: Ob ich meine Aufgabe besser wahrnehmen kann, das weiß ich nicht. Aber ich habe sicher einen anderen blickwinkel. ich sehe heute hinter den Zahlen das einzelschicksal. ich weiß genau, was es bedeutet. ich kann nachfühlen. Wenn es die eigene Frau trifft, dann bekommt das Ganze auf einmal eine andere Dimension. es werden viele Fragen aufgeworfen. nicht auf alle gibt es eine Antwort.
Chance: Zum beispiel?
theiner: Zum b eispiel die Frage nach dem sinn. ich kenne kaum jemanden, der
Richard und birgit Theiner. Die ganz einfachen Dinge gewinnen an bedeutung
so gesund und verantwortungsbewusst lebt wie meine Frau. Gesunde ernährung, regelmäßiger sport… und dann diese Diagnose. Warum sie?
Chance: und die psychologische b elastung?
theiner: Das ist eine Herausforderung in jeder beziehung. Gemütszustände sind nicht immer leicht deutbar, s pannungen entstehen. Aber auch im positiven sinn. Wenn ich zurückblicke, dann bin ich jedes Mal wieder erstaunt über die Kraft, über den Lebenswillen und die Lebensfreude, die meine Frau in solchen Momenten ausstrahlt. eine urgewalt, die aus dem nichts, aus der totalen Verzweiflung entsteht. und das steckt an.
Chance : Das steckt so an, dass man auch als Mit- b etroffener seinem Leben eine Korrektur gibt?
theiner: Man lebt bewusster. Die ganz einfachen simplen Dinge gewinnen an bedeutung. schicki-Micki war noch nie unser Ding. Wir lassen uns nicht von scheinzielen beeinflussen. Wir stellen uns heute immer häufiger Grundsatzfragen.
Chance: Was machen sie in den bevorstehenden sommerferien?
t heiner: Wir machen das, was uns schon seit Jahren am besten gefällt: mehr-
tägige Wanderungen, z. T. auch von der eigenen Haustür aus.
Chance: sie haben zwei Kinder, einen s ohn und eine Tochter im Alter von 24 und von 13. Wie sind die Kinder mit dieser situation umgegangen?
t heiner: Wir haben von Anfang an ganz offen mit ihnen über die s ituation geredet. n ichts beschönigt. s ie haben alles hautnah miterlebt. n ach dem anfänglichen schock und der betroffenheit haben unsere Kinder viel Kraft entwickelt und sind meiner Frau eine große s tütze. Auch in so belastenden Momenten, wenn jemand im bekanntenkreis die gleiche Diagnose hat und daran stirbt. Da wird dann jedes Mal alles wieder aufgerollt. Jetzt geht alles viel tiefer.
Chance: in der Krebshilfe ist immer wieder davon die Rede, dass Männer schwierigkeiten haben, aus sich herauszugehen. sie nutzen die Hilfestellungen nicht, besuchen keine Kurse, lehnen die Psycho-Onkologie ab, verschweigen ihre Probleme. Wie sieht es mit ihnen aus? Haben sie im Zusammenhang mit dieser s ituation bei einem Psychologen um Hilfe angesucht?
theiner: ich war bei keinem Psychologen. ich habe mit vielen Fachleuten, aber vor allem mit meiner Frau sehr viel und immer und immer wieder geredet. in aller Offenheit. über alles. Ohne Tabus. n
“Ich
war schon immer eine Träumerin”
Umberta Savazzi
Ein Schicksal, das viele Frauen kennen: Arbeit verloren, zwei erwachsene Söhne. Das Haus leer. Einfach nur herumsitzen und auf den Mann warten – das kann’s nicht sein. Umberta Savazzi hat ihr Leben mit 57 Jahren noch einmal in die Hand genommen: Am 20. September 2008 besuchte sie die erste Vorlesung an der Uni Trient. Im Frühjahr 2012 wurde sie Dottoressa in Sociologia. Trotz Krankheit.
eine schöne Frau ist u mberta s avazzi und mit ihren 61 Jahren hat sie sich die begeisterungsfähigkeit eines jungen Mädchens zu bewahren gewusst. Wenn sie spricht, spricht alles an ihr. Augen, Gesicht, Hände. s ie ist ein offener Mensch, scheut sich nicht, die Dinge auszusprechen wie sie sind. Hat keine Angst, auch über sich selbst zu reden. “schon als Kind war ich eine Tagträumerin.” ihre Träume behielt sie allerdings für sich, bis sie sie nicht hartnäckig umgesetzt hatte. Mit dem soziologiestudium war es das gleiche. ganz wenige e ingeweihte wussten, dass umberta jeden Tag mit dem Zug zur Vor lesung nach Trient fuhr.
Das Leben hat es ihr nicht leicht gemacht. Von Anfang an. Aber die se zierliche Frau birgt in sich die Kraft einer Löwin. Gekämpft hat sie immer. Als Kind. Als junge Frau, als sie 21jährig nach nur 18 Monaten ehe die scheidung einreichte, weil sie sich nicht misshandeln lassen wollte. „Da mals war ich als geschiedene Frau gebrandmarkt.“ u nd sie kämpft auch heute. Gegen die Krankheit. Je den Tag. und sie gibt niemals auf.
Die b egegnung mit ihrem zweiten Mann Marco vor 35 Jahren, führte zur Wende in ih rem Leben. „Das größte Glück meines Lebens.“ Als sie ihn das erste Mal sah, in der bar Dolores in bozen, wusste sie: "Das ist er, der Mann meines Lebens." war es! Heute kreist ihr Leben um drei Männer. Zu Marco haben sich die beiden söhne Gianluca und Michele gesellt, 29 und 31 Jahre alt.
Am studium von umberta hat die ganze Familie teilgenom men. Die s chwiegertochter,
die s öhne, Marco. Auf Reisen mit Marco hörte sie sich im Auto über den MP3 die Vorlesungen an. Philosophie, Geschichte. „und dann redeten wir darüber.“ Das empfand sie als Geschenk nach 35 Jahren ehe. „Wir sind ein glückliches Paar, aber nach so vielen Jahren; ist es nicht leicht, noch Gesprächsstoff zu finden.“ Das studium brachte Abhilfe.
Während der Prüfungsvorbereitungen bekam Marco am Abend, wenn er von
der Arbeit heim kam, alles erzählt. „An seiner Reaktion konnte ich feststellen, ob ich auch wirklich alles verstanden hatte.“
m Herbst 2010 begann sie sich schwach zu fühlen. Die Treppen des ahnhofs und der u ni wurden mit einem Mal zur Hürde. Alles fiel ihr schwer. und dann dieser seltsame Druck auf der brust. Aber umberta musste die e nglischprüfung vorbereiten und hatte keine Zeit für Arztbesuche. Als sie dann doch ging, wurde sie beschwichtigt. „sie sind gestresst, überlastet.“ Aber tief drinnen spürte umberta, das dem nicht so war. nach der Prüfung ging sie wieder zum Arzt und erhielt die gleiche Antwort: Gestresst und überlastet.
Dann eines nachts, ihr Mann war auf Geschäftsreise, wurde der schmerz unerträglich. u mberta rief den n otarzt und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Verdacht auf Herzinfarkt. u nd jetzt endlich nahm ihr jemand blut ab. Die Werte waren alarmierend. s folgten radiologische untersuchungen in der bonvicini-Klinik. Als ihr Mann dann am frühen nachmittag in der Tür stand mit den ergeb-
"Für mich ist die Hoffnung immer stärker als das Leiden"
nissen in der Hand, wusste sie schon, dass es keine guten nachrichten sein konnten, die er brachte.
Thymus-Karzinom lautete die Diagnose. bösartig. s chon sehr groß. n icht operierbar. e in äußerst seltener Krebs. “Das ist der schlimmste Augenblick”, erinnert sich umberta. “Der Moment, in dem du es erfährst, da leidest du am meisten.” bevor die Therapie beginnt. „Wenn du diesen Moment überwindest, dann hast du die halbe Krankheit überwunden. Danach musst du hoffen, und kämpfen und daran glauben, es zu schaffen. Für mich ist die Hoffnung immer stärker als das Leiden.“
eine Diagnose, die vielen jede Hoffnung rauben würde. nicht umberta. sechs Chemotherapien hat sie bereits hinter sich. Obwohl nur zehn Prozent Aussicht auf erfolg waren, hat sie sich auch für eine radiologische Therapie entschieden. „ich war einen Monat mit meinem Mann in Mailand in einer Ferienwohnung. Jeden Vormittag war
ich in der Klinik für die bestrahlungen. Am nachmittag war ich in urlaub mit Marco.“
umberta erzählt das alles ohne Hader, ohne Verzweiflung. „ich bin Atheistin, aber ich glaube an das schicksal. Dies scheint nun mal meines zu sein.” es gebe schlimmeres. Menschen, die an Depression leiden zum beispiel. Die tun ihr leid. “ich kämpfe wie ich immer gekämpft habe. ich bedauere nichts in meinem Leben. Auch wenn es nicht immer leicht war, es war mein Leben. e s geht gar nicht so sehr darum, ob ich gewinne oder verliere. Wichtig ist, dass ich kämpfe, mit dem Ziel weiter zu leben.“ seit einigen Wochen hat umberta eine neue Therapie angefangen. Die letzte.
Die letzten u niversitätsprüfungen hat umberta ohne Haare abgelegt. sie hat das versteckt. nicht aus scham. nein. “ich wollte nichts geschenkt. ich wollte eine ganz normale studentin sein, wie jede andere auch.” Die letzten examen hat sie nachts vorbereitet. Wecker um 2 uhr 30 und dann
lernen bis sieben oder acht uhr morgens. Von ihrer uni-Zeit erinnert sich umberta an alles. An die vorletzte Prüfung. Geschichte der Religionen. Der Professor befragte sie fast eine s tunde. Die Vorlesungen über Moderne Geschichte. “Der Professor war so phantastisch, dass ich am e nde der Vorlesung immer sagte, was, ist es schon vorbei?“
u nd dann der Tag des Abschlussexamens. e ine so große Freude, wie sie nur verstehen kann, wer sich auch einen Traum erfüllen konnte. immens. Am Abend dann noch eine ü berraschung. u mberta lag schon im bett, müde von all den emotionen. ihr Mann saß neben ihr. ihr sohn und seine Freundin treten ein, zwei kleine Päckchen in der Hand. „Für euch.“ Zwei kleine b abyschuhe. i m Oktober wird u mbertas e nkelkind zur Welt kommen. u nd schon hat sie das nächste Ziel vor Augen: Mit dem Kleinen im Kinderwagen spazieren gehen, ihm die bäume zeigen, die Vögel und den Himmel… n
Good Feelings
Gesundheitstraining des Bezirks Pustertal in Montal
Alle Jahre wieder im Frühling. Für viele schon ein fester Termin im Terminkalender. Das Gesundheitstraining des Bezirks Pustertal mit den beiden Psychologen Anton Huber und Christine Centurioni. Für Patienten, Familie und Freunde. Vom 4. bis 6. Mai im Hotel Alpenrose in Montal.
Das Rezept ist bewährt. Gastreferenten. s piele und Gespräche. Gefühle artikulieren. Qi Gong und Wellness. Gutes essen. um rundum zufrieden, erleichtert, versorgt mit informationen, positiven Gemeinschafts- und Körpererlebnissen und neuen erkenntnissen ein weiteres Jahr in Angriff zu nehmen. bis zur nächsten Tagung!
Auf der straße nach Montal geht es vorbei an blühenden Wiesen. im Hintergrund noch weißbedeckte bergspitzen. Die Temperaturen doch um einiges niedriger als in bozen oder brixen. und ein feiner sprühregen fällt auch noch, der aber der schönheit der Landschaft nichts abtut. beim Ausstei-
gen am Hotelparkplatz atmet man automatisch tief ein. Frisch! Herrlich!
Die Tagung ist in vollem Gange. Der erste nachmittag und Abend vorbei. b ereits zwei Referenten abgehakt. Roman Paluzzi, Psychologe und Kampfsportmeister in Yoseikan budo und Aikido und Dr. Wolfgang s chullian vom Dienst für Komplementärmedizin. Gertrud Oberbacher hat auch schon ihre Qi Gong übungen abgehalten. Jetzt am samstagnachmittag, es ist 16.30 uhr, bereiten sich alle auf den Abend vor. Festessen mit Programm. erscheinen soll man mit einem besonderen b ekleidungsstück. Man darf gespannt sein. Wer nichts vorzubereiten hat, nutzt
Folgt
blühende Wiesen in Montal
Helga und Christine
Foto: Nicole Steiner
die Zeit für einen s aunagang oder für einen besuch des schwimmbads.
Anton Huber und Christine Centurioni sind alte Hasen. s ie arbeiten seit Jahren zusammen. Das merkt man auch, ohne dass sie es sagen. Abgesehen von Hubers kleinem „Arbeitsunfall“ – er hat sich den Daumen an der Leinwand eingeklemmt, geht es den beiden blendend. s ichtlich genießen auch sie dieses Wochenende, auch wenn es für sie harte Arbeit bedeutet. Zweieinhalb Tage durchweg konzentriert da zu sein, Gespräche leiten, spiele organisieren usw. ist beileibe kein Zu -
ckerschlecken. Aber, wer seine Arbeit liebt, nimmt das in Kauf und die beiden sind mit Leib und seele Psychologen.
Die 18 Teilnehmer sind zwi schen 18 und 70. Mehrere sind schon zum zweiten, dritten oder sogar vierten Mal dabei. Auch zwei Männer sind mit von der Partie. e in u rlaub en miniature mit allem, was da zu gehört. Kostenpunkt 240 euro. Für drei Tage. i mpulse, Kommunikation, neue b e
ein eingespieltes Team
kanntschaften, die oft über Jahre halten, entspannung. eine ungemeine intensität. u nd ein ungeschriebenes Gesetz: Die Krankheit bleibt außen vor. Hier geht es um Gesundheit. Tipps, wie es einem besser geht, wie man fit bleibt, beweglich und sich gut fühlt. nur good feelings. Was nicht heißen soll, dass Problembereiche ausgeklammert werden. Positiv dürfen sie angegangen werden. Hier geht es darum, wie man lernt, besser, gesünder und bewusster zu leben, sich ein kleines Alltagspaket zu schnüren, dessen wohltuende Wirkung lange anhält.
Anton Huber und Christine Centurioni
Foto: Nicole Steiner
Fotos: Nicole Steiner
Folgt
Ein eingeschworenes Team
Außer der jährlichen Gesundheitstagung leiten sie noch gemeinsam die angeleitete Patientengruppe „Mein zweites Leben“, die sich monatlich in bruneck trifft. Auch diese folgt übrigens demselben Konzept. Probleme nicht ausklammern, Fröhlichkeit, gute information, gute stimmung. Anton Huber und Christine Centurioni.
Anton Huber, Leiter des psychologischen Dienstes am Krankenhaus Bruneck: „Das seminar ist anstrengend für uns, aber es ist eine durch und durch befriedigende Arbeit. Wir sind ein gut eingespieltes Team, arbeiten seit 15 Jahren zusammen und das merkt man. Wir können spontan auf die bedürfnisse der Teilnehmer eingehen, brauchen uns nicht lange abzusprechen, weil jeder weiß, was der andere denkt. Das Konzept haben wir gemeinsam entwickelt.“
Christine Centurioni, Psychologin: sie kann auf eine mehr als 30jährige erfahrung zurückblicken, war in den verschiedensten bereichen tätig, Krankenhaus, Forschung, Organisation, Wirtschaft, Patientenversorgung und hat sich vom aktiven berufsleben verabschiedet. „Das Gesundheitsseminar
und die angeleitete Gruppe, die ich gemeinsam mit Anton leite, sind die einzigen Tätigkeiten, die ich noch beibehalten habe. Mich fasziniert immer wieder, dass es sich hier um eine durch und durch sinnhafte Arbeit handelt. es geht um das Wesentliche. Der Kontakt mit der Gruppe ist intensiv und direkt.“
Kurzurlaub mit Langzeitwirkung
es ist nicht ihr erstes Gesundheitsseminar und es wird auch nicht das letzte sein. Christine und Helga genießen diese Tage jenseits des Alltags und lassen sich von der entspannten Atmosphäre im Wirtshaushotel Alpenrose gerne verwöhnen.
Christine aus Vintl: „ich bin schon zum dritten Mal dabei. Jedes Mal ist es anders, jedes Mal kann ich neue, positive erfahrungen mit nach Hause nehmen. es sind immer Tage, wo ich so richtig aus vollem Herzen lachen kann! ein richtiger Kurzur-
laub, der noch lange nachwirkt. bevor ich hierher gekommen bin, war ich irgendwie oberflächlicher, auch was meine Gesundheit, was meinen Lebensstil anbelangt. ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr."
Helga aus Pfalzen: „Genau, es ist einfach befreiend. ich fühle mich Teil einer eingeschworenen Gemeinschaft. Jeder versteht ohne viele Worte, worum es geht. Wenn ich heimkomme, sagen mein Mann und mein b ub immer, dass sie mir ansehen, wie gut es mir getan hat. und was toll ist: Die Gesundheitstipps lassen sich so leicht in den Alltag einbauen, dass sie noch lange nachwirken. Was ich hier aber vor allem gelernt habe ist: Dass ich wichtig bin und dass ich selbst etwas für mich und mein Wohlergehen tun muss!“ n
Good feelings. besser, bewusster und gesünder den Alltag bewältigen
Fotos: Nicole Steiner
Das Hotel Alpenrose in Montal
Ein paar Minuten im Monat
Sensibilisierungskampagne gegen Brustkrebs/ lebensgroßes Organmodell
Eine Brust, in die man hineinsteigen kann. Was klingt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Roman, wird ab Herbst Realität. Das Projekt „Organmodell“ ist ein weiterer Schritt in der Info-Kampagne der Südtiroler Krebshilfe zum Thema Brustkrebs.
brustkrebs ist in den Ländern der industrialisierten Welt der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Die Tendenz war in den letzten 20 Jahren in ganz europa deutlich steigend. Auch in südtirol. im Jahr 2007 sind laut Krebsatlas 387 neuerkrankungen verzeichnet worden.
Allerdings sind auch die Heilungschancen wesentlich gestiegen. Vor allem dank der sensibilisierung der Frauen für die s elbstuntersuchung. Gerade bei jungen Frauen ab 20 ist die s ensibilisierung für dieses Thema von größter bedeutung. brustkrebs betrifft nämlich beileibe nicht nur Frauen über 40.
i m Herbst wird in den b rustgesundheitszentren brixen und Meran je ein menschengroßes Organ-Modell einer brust aufgestellt, entsprechend begleitet von informationsschriften. eine brust zum begehen, um sich deutlich vor Augen zu führen, was es mit dem brustkrebs auf sich hat.
Das Ziel dieser Kampagne? Die brustselbstuntersuchung soll so selbstverständlich wer-
den wie Zähneputzen. Präsidentin Renate
Daporta Jöchler: „ein paar Minuten s elbst-
Je
untersuchung und dies einmal im Monat –so viel sollten wir uns alle wert sein!“ n
Rippe Fettgewebe
Milchgang Muskelbündel
Ausführungsgang
brustwarze Warzenhof
Milchsäckchen
Druenkörper
bindegewebe Lunge
Größe des Modells: Gewicht: 300 kg, Höhe: 2,05 m, breite: 2,20 m, Länge: 2,90 m, Mindesttürbreite: 1,20 m, Mindesttürhöhe: 2,10 m
ein solches Modell steht ab Herbst in den brustgesundheitszentren brixen und Meran
Foto: www.organmodelle.de
Eine „Agenda“ für alle
Alle Termine der Südtiroler Krebshilfe im ganzen Land auf einen Blick
Alle Veranstaltungen, Initiativen und Kursangebote der Bezirke und auch bezirksübergreifend auf einen Blick – mit der neuen „Agenda“ sind die Mitglieder der Südtiroler Krebshilfe in Zukunft bestens informiert. Im Herbst erscheint erstmals diese neue Broschüre. .Zwei Ausgaben pro Jahr sind vorgesehen.
somit werden nun alle infos zu den einzelnen Terminen und Aktionen gebündelt vorgestellt und nicht wie bisher in einzelnen bezirksbroschüren. Die „Agenda“ ist dabei in zwei Teile gegliedert: in einem Teil finden sich allgemeine informationen über die südtiroler Krebshilfe sowie die landesweiten Aktionen wie beispielsweise der Landesmitgliederausflug oder die kostenlose Rechtsberatung.
Die übrige broschüre ist ganz den bezirken gewidmet: in eigenen Abschnitten stellen die jeweiligen bezirke ihr Kursangebot und ihre Veranstaltungen wie beispielsweise benefizkonzerte oder Weihnachtsfeiern vor. „Die einzelnen bezirke sind sehr aktiv und bieten ihren Mitgliedern viele Möglichkeiten, vom nachsorgeturnen bis hin zum offenen Treff“, erläutert die Landespräsidentin Renate Daporta Jöchler, „diese Vielfalt, die vor Ort organisiert wird, soll auch aufgezeigt und damit wertgeschätzt werden“.
Zusätzlich enthält die b roschüre sämtliche Kontaktdaten der einzelnen b ezirke, sodass die Mitglieder auf einen b lick alle i nformationen wie Adressen der b ezirksbüros und Ambulatorien, Ansprechpartner oder bankverbindungen haben.
Die „Agenda“ erscheint zwei Mal jährlich: die Herbst-Ausgabe enthält die Veranstaltungen von september bis Dezember; die Frühjahrsausgabe jene ab Januar. Die broschüre ist sowohl in deutscher wie in italienischer sprache erhältlich und wird den Mitgliedern direkt per Post zugeschickt.
Weitere exemplare sollen in öffentlichen einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken oder bibliotheken aufliegen, sodass auch nicht-Mitglieder auf das Angebot der südtiroler Krebshilfe aufmerksam gemacht werden.
Dank dieser broschüre haben die Mitglieder in Zukunft einen überblick, was in den
Veranstaltungen, Kurse und Angebote der Südtiroler Krebshilfe
Herbst 2012 / Winter 2013
nachbarbezirken vor sich geht und können auch an Veranstaltungen in anderen bezir-
ken teilnehmen. ein weiterer schritt zum Zusammenwachsen der südtiroler Krebshilfe. n
Lese R b R ie F e Leserbriefe
Leserbriefe
und endlich haben wir sie doch, die Leserbriefe. nachdem ich schon jede Hoffnung aufgegeben hatte und die Rubrik wieder aus der Zeitung herausgenommen habe, sind uns zur s ommerausgabe der Chance gleich zwei Leserbriefe eingetroffen, die wir nachstehend veröffentlichen. ich hoffe, damit ist das eis gebrochen und wir werden auch in Zukunft briefe oder Mails erhalten. e s muss ja nicht immer
Lob sein (obwohl wir das natürlich sehr gerne annehmen), wir sind auch offen für Kritik. schließlich wollen wir immer besser werden und eine Zeitung für unsere Leser machen!
Lassen sie uns doch bitte wissen, wie sie die Chance finden, was ihnen gefällt und was ihnen nicht gefällt, was sie vermissen und was sie gerne lesen würden. Gerne in
briefform an die verschiedenen bezirksbüros oder an den Zentralsitz in b ozen, als Mail, an info@krebshilfe.it oder auch an mich direkt: steiner@nicdo.name. Nd
Diese Mail schickte uns Claudio Tait, ein ehemaliger Patient der Hämatologie in Bozen, die wir in der letzten Ausgabe vorgestellt haben.
sehr geehrte Krebshilfe
ich wollte ihnen meine Anerkennung für die schöne Reportage über die Abteilung Hämatologie am b ozner Krankenhaus in der Märzausgabe der Chance aussprechen. Der Artikel hätte besser nicht sein können und hat zur Gänze die besondere stimmung in dieser Abteilung erfasst. so als hätte es ein Patient geschrieben.
Auch ich habe einige Monate meines Lebens in dieser Abteilung zugebracht und bin immer noch Patient des DayHospitals für Therapien und Kontrollen. Die Abteilung ist genauso, wie i hr es beschrieben habt. Absolut professionell und einfach einmalig, was die menschlichen beziehungen anbelangt. ich erinnere mich, dass wir Patienten uns blind der Leitung von Ärzten und Pflegern anvertraut haben. Der Kampf gegen diese Krankheit ist sowohl physisch als auch psychisch sehr hart und belastend, das größte Anliegen all jener, die in dieser Abteilung arbeiten, war immer, dass die Patienten sich unter diesen umständen so wohl wie nur möglich fühlen konnten.
Für mich persönlich sehr berührend war der Teil, in dem von den sterilen isolierZimmern die Rede ist. Von den wenigen schritten am Abend auf dem stationsflur, wenn das Krankenhaus schläft und das infektionsrisiko am Geringsten ist. Als ich das gelesen habe, konnte ich die Tränen
nicht zurückhalten. ich selbst habe 30 Tage nach der Knochenmarktransplantation warten müssen, bis ich die Tür dieses isolierzimmers wieder von innen öffnen und hinaustreten durfte. Was man da empfindet, ist nur schwer in Worte zu kleiden. in diesem Zimmer, abgeschnitten von allem, vergisst man fast, dass es draußen auch noch eine Welt gibt und man beginnt daran zu zweifeln, ob das, was man draußen vor dem Fenster sieht, wirklich existiert oder ob es nur eine Täuschung ist. nach einer Transplantation sich das alltägliche Leben s chritt für s chritt wieder zu erobern, ist eine absolut phantastische, einmalige erfahrung. Tatsächlich ein zweites Leben!!
Auch das Day Hospital ist genauso wie es beschrieben wurde. super. Das Pflegepersonal kennt tatsächlich jeden Patienten mit namen und im Lauf der Zeit wächst man zu Freunden zusammen.
Dank dieser Reportage habe ich auch erfahren, dass es Wolfgang gut geht. Welche Freude! Wir hatten uns ende 2004 in der Abteilung kennengelernt und immer wieder Gelegenheit gehabt, unsere emotionen und Ängste auszutauschen. Dann haben wir uns aus den Augen verloren und die Tatsache, dass ich ihm bei meinen häufigen besuchen im Day Hospital nie wieder begegnet bin, hat mich schon das s chlimmste befürchten lassen. Welche Freude, zu wissen, dass es ihm gut geht und dass er glücklich ist mit seiner Familie.
nochmals meine Anerkennung Claudio Tait
Das Saxquartett Taufers hat dieses Jahr bei der Landesversammlung in Bozen für die musikalische Umrahmung gesorgt. Eine Aufgabe, die die Musiker als Ehre empfunden haben. Das Mitglied Christof Haidacher wollte es sich nicht nehmen lassen, der Präsidentin zu danken.
„Hoila Renate,
ohne eine unnötige Kette von gegenseitigen Dankesreden beginnen zu wollen, liegt es mir doch am Herzen, Dir oder besser euch allen für die Gelegenheit zu danken, der Jahresversammlung der südtiroler Krebshilfe beizuwohnen. es hat uns gut getan. bei der darauffolgenden Probe und beim gemeinsamen Abendessen am s amstag in Klausen, haben wir über diesen besonderen samstag-nachmittag sehr beeindruckt diskutiert. Wenn unsere Musik auch noch gut angekommen ist, dann freut uns das natürlich ganz besonders. Aber wir hatten ja einen souveränen Fürsprecher. bitte richte auch ihm nochmals unseren Dank aus. Zum schluss muss ich noch ein großes Kompliment, auch im namen meiner Freunde, an dich richten: dieser Vereinigung vorzustehen, würde uns alle überfordern. s o wie du das aber machst und wie du die Versammlung inszeniert hast, hat dir unseren großen Respekt und unsere Hochachtung eingebracht. Wir wissen auch, dass wir dabei nicht alleine sind.
Alles Gute und nochmals vielen Dank Christof Haidacher“ (Mitglied des Saxquartetts Taufers)
Dr. Nicole Dominique Steiner Chefredakteurin
In Memoriam Margit Drabek Thies
Die Vorsitzende des Bezirks Meran Burggrafenamt verstarb im Mai
„Ich lebe jeden Tag bewusst, anders als vor meiner Erkrankung. Und mein Hauptanliegen ist, diese Einstellung auch den anderen Kranken zu vermitteln.“ Dies war das Motto unter das Margit Drabek Thies in den letzten mehr als 20 Jahren ihr Leben gestellt hat.
ihr geschenktes Leben, so hat sie es empfunden, hat sie vor allem auch der Krebshilfe gewidmet. s eit 1989 war sie Mitglied, seit 1994 arbeitete sie im Vorstand mit und seit 1998 war sie ununterbrochen Vorsitzende des b ezirks Meran – burggrafenamt.
Margit Drabek Thies, Jahrgang 1937, war eine typische Frau ihrer Generation. n ach der Heirat blieb sie zu Hause, versorgte ihren Mann Walther und ihren s ohn. i n den letzten Jahren war sie begeisterte Großmutter von zwei e nkeln. eine Dame. i mmer gepflegt. Zurückhaltend, höflich und einfühlsam, aber auch couragiert und bestimmt. Das ist das bild, das den vielen Menschen, die sie gekannt haben, in erinnerung bleiben wird.
Fast 25 Jahre hat Margit Drabek Thies der Krankheit getrotzt, 1988 ist sie das erste Mal erkrankt. Am 28. Mai 2012 hat
sie sich schließlich doch ergeben müssen. ihre eigene erfahrung mit dem Krebs hat ihr die Kraft gegeben, vielen anderen Menschen beizustehen. Das b üro der Krebshilfe in der Ariston-Galerie in Meran ist ihr fast zur zweiten Heimat geworden. i n diesem Raum hat sie die Kranken zur sprechstunde empfangen und ihr größtes Glück war, zu sehen, dass die Menschen zuversichtlicher hinausgingen, als sie hineingekommen waren. Zu sehen, dass sie ihnen Mut und Hoffnung mit auf den Weg geben konnte.
ihr eigenes schicksal hat sie tapfer und mit Philosophie getragen. Trotz allem hat sie stets gewusst, dem Leben seine positive s eiten abzugewinnen. u nd wenn tatsächlich ein Moment der Verzweiflung kam, dann hat sie ihn hingenommen wie einen Regenschauer im April und ist danach mit neuem Mut an ihre Aufgabe gegangen. Der Rosenverkauf, der Glückstopf
anlässlich der Weihnachtsfeier, die bezirksausflüge und die Patientengespräche –das waren die Angelpunkte ihres Lebens. und auf ihre Krebshilfe war sie stolz. s o wie die Krebshilfe stolz auf sie ist. u nd dankbar. Möge sie in Frieden ruhen. n
Gedächtnisfeier
Viele Jahre ist Margit Drabek Thies mit der Krebshilfe ans Meer gefahren. Die letzten Jahre war ihr das zu anstrengend und so wählte sie den Ferienaufenthalt am Gardasee. Jahr für Jahr traf sie dort mit denselben Personen zusammen. Freundschaften, die jedes Jahr erneuert wurden. Gemeinsame spaziergänge, Gespräche, Kartenspiele.
i n diesem Jahr konnte Margit Drabek Thies nicht mehr mitkommen. Die Teilnehmer des Ferienaufenthalts in Misano trafen sich, um das Andenken der langjährigen bezirksvorsitzenden zu ehren. n
Gedenkfeier für Margit DrabekThies in Misano
Anderen Menschen etwas geben
Die Vorsitzende der Sektion Unterpustertal Martha Erlacher Feichter
Als ihr Schwager, ihre Schwägerin und ihre Schwiegermutter vor zwölf Jahren gleichzeitig an Krebs erkrankten, beschloss sie der Südtiroler Krebshilfe beizutreten. Seither ist sie im Vorstand. Vor drei Jahren wurde die Gadertalerin Martha Erlacher Feichter zur Vorsitzenden der Sektion Unterpustertal gewählt.
HHelfen und sich um andere Menschen kümmern, das muss ihr wohl im blut liegen. Vor ihrer Pensionierung arbeitete die Mutter von drei söhnen als Krankenschwester. 25 Jahre im pneumologischen Dienst im Krankenhaus bruneck. „schon als Krankenschwester habe ich mitbekommen, wie sehr die kranken Menschen auf ein gutes Wort, auf Anteilnahme angewiesen sind. und ich habe gemerkt, dass ich anderen Menschen etwas zu geben habe.“
Mit 40 wurde Martha erlacher nochmals Mutter; ihr dritter sohn wurde 1994 geboren. Keine leichte Zeit für Martha, die schon einen fünfzehnjährigen und einen zwölfjährigen s ohn hatte und zudem Vollzeit im b runecker Krankenhaus arbeitete. „Damals gab es keine Teilzeit, das wurde erst 1995 eingeführt; ich musste mich irgendwie arrangieren.“ 1997 ging sie dann in Frühpension, der Familie wegen.
Aber nur Zuhause, das war dann doch zu wenig für die sozial engagierte Frau, die auch Mitglied im KVW ist. „es ist sehr wichtig für mich neben der Familie noch einen weiteren s inn im Leben zu haben, mich für etwas Öffentliches einzusetzen.“ Als sie bei der Krebshilfe in bruneck wegen einer Perücke für ihre schwägerin vorsprach, wurde sie prompt angesprochen, ob sie nicht mitarbeiten möchte. und bei den nächsten Wahlen gleich auf die Liste gesetzt.
i m Vergleich zu den anderen sektionen ist es im unterpustertal etwas schwierig. „Wir
sind einfach zu verstreut. ich selbst lebe ja auch in enneberg. Der Vorstand und damit meine ich auch mich, ist einfach nicht präsent genug.“ Hauptansprechperson ist daher die sekretärin, sie empfängt die Leute. Martha erlacher selbst ist einmal in der Woche im büro der sektion, wie auch die anderen Mitglieder des Vorstandes, sieben gewählte und zwei kooptierte.
„Das Gadertal ist einfach zu abgelegen, wie auch das Ahrntal oder andere Gegenden unseres bezirks.“ Die Vorstandsmitglieder leisten deshalb die betreuungsarbeit
hauptsächlich vor Ort, rund um ihre Heimatgemeinde. Martha erlacher würde das gerne ändern, aber sie weiß nicht wie. Die entfernungen sind einfach zu groß. über die enge Zusammenarbeit mit dem Oberpustertal und ihrer Kollegin ida s chacher ist sie sehr froh.
Auch ihr Privatleben dreht sich um´s Helfen. Zuhause ist nur noch ihr jüngster s ohn. Aber ihre Mutter ist neunzig und ihr b ruder ist an Lungenkrebs erkrankt. „Da schaut man dann jeden Tag nach dem Rechten.“
eine sehr wichtige Funktion in ihrem Leben spielt der Glaube, erzählt Martha e rlacher. „Das gibt mir inneren Frieden und ein starkes Zugehörigkeitsgefühl.“
Wenn man sie nach ihrem Hobby fragt, muss sie erst einmal nachdenken. „Früher habe ich viel gehandarbeitet. Aber jetzt?“ eigentlich pflegt sie zur Zeit kein Hobby. „ i ch mach gerade eine Pause. Vielleicht Zeitung lesen, spazieren gehen, ab und zu ein buch - ja und dann natürlich die Krebshilfe. Jedenfalls könnte ich nie sagen, ich habe nichts zu tun.“
Hat sie noch einen versteckten Traum? etwas, das sie in ihrem Leben gerne noch machen würde? Auch hier muss Martha erlacher nachdenken. „nein eigentlich nicht“, meint sie dann. „Die Gesundheit, meine Freiheit, das zu tun, was ich für wichtig erachte. Mehr brauche ich nicht. ich will auch nicht jedes Jahr in urlaub fahren oder so. eigentlich bin ich rundum zufrieden!“ n
Was
Scheckübergabe
Othmar Tammerle hat seinen runden Geburtstag zum Anlass genommen, der südtiroler Krebshilfe bezirk Meran burggrafenamt eine spende zukommen zu lassen. Anstelle von Geschenken hat er um Geld für die südtiroler Krebshilfe gebeten. Dabei ist eine stattliche summe zusammengekommen, die den Vertretern des bezirksvorstands Oskar Asam, Annalisa Pircher und Anna Kofler mittels scheck übergeben wurde.
Benefizkonzert Lana
Renate Daporta Jöchler mit Michl Gamper. Orchester, Chor und solisten des benefizkonzerts.
Faschingsfeier 2012
Am 14. Februar feierten die Mitglieder im Restaurant siegler im Thurm die alljährliche Faschingsfeier. Mit fröhlicher Musik, Tanz, kleinen Leckereien und anderen Köstlichkeiten verbrachten die zahlreichen Teilnehmer einen angenehmen und unterhaltsamen nachmittag. Ganz links eine vergnügte Margit Drabek Thies mit Hut und rosa schal.
Frühlingsfahrt 2012
Wenn engel reisen, lacht der Himmel, heißt es und genau so war es. Die Frühlingsfahrt des bezirks am 15. Mai auf die Regole di Malosco am nonsberg stand ganz im Zeichen von gutem Wetter und fröhlicher stimmung. Alle erfreuten sich an einem mehr als köstlichen Mittagessen sowie an der schönen natur und den Wander- und spazierwegen. Wer wollte, spielte Karten oder plauderte mit seinen bekannten. Auf dem Heimweg wurde noch in unsere liebe Frau bei der Muttergottes ein kleiner Halt eingelegt. Gelegenheit, um in der Kirche ein paar besinnliche Momente zu genießen oder um in den Geschäften eine Kleinigkeit einzukaufen.
„WA
Bildungsausflug zum Schloss Thun im Nonstal ein Kulturerlebnis der besonderen Art: Der besuch der majestätischen Residenz der Adelsfamilie Thun im nonstal. ebenso beeindruckt waren die Teilnehmer aber auch von der natürlichen schönheit der blühenden Apfelbäume und von den köstlichen Trentiner spezialitäten, die zum Mittagessen serviert wurden.
Jedes Jahr ein erfolg:
eine Rose für das Leben
“Kampf dem Krebs” unter diesem Titel stand der Vortrag, den Dr. Christoph Mayr am 7. Mai in sarnthein gehalten hat. er gab darin einen kompletten überblick, nicht nur über die situation der Tumorerkrankungen in südtirol, sondern auch über den gesamten Ablauf von der Vorsorgeuntersuchung, über die Diagnose bis hin zur behandlung am beispiel der beiden häufigsten Tumorarten, brustkrebs und Dickdarmkrebs. Dr. Mayr erläuterte anhand von Diapositiven die unterschiedlichen chirurgischen eingriffe, auch im bereich der Wiederherstellungschirurgie und erklärte die Vor- und nachteile der unterschiedlichen behandlungsarten, Chemound/ oder bestrahlungstherapie. ein ausführlicher überblick, der auch vor Augen geführt hat, wie der Patient vom Augenblick der ersten Diagnose an von den behandelnden Ärzten in jeder Phase der Krankheit begleitet wird.
Der Gospelchor Chorioso gestaltete ein benefizkonzert in der stiftskirche der benediktiner in bozen Gries
„WA
Was ist los in den Bezirken“
Frühlingsausflug
Die Mitglieder besichtigten die Churburg in schluderns und bummelten anschließend durch das städtchen Glurns.
„WA s is T LO s in D en b e Z i RK en“
Primelaktion
Die sVP Frauen von Klausen bei ihrer jährlichen Primelverkaufsaktion. in der bildmitte Renate Daporta Jöchler mit bürgermeisterin Maria Gasser Fink.
Rosenaktion
Alle Jahre wieder: Die Rosenaktion. Fleißige Helferinnen, der mit fast 90 älteste Freiwillige Johann Zingerle, das Rosenteam und die Firmlinge bei den Vorbereitungen.
Was
P US te R tal se KT i O n O be RP us T e RTAL
2. G EDäCHTNIS -S KIRENNEN E GON K AHN
Der Tod setzte seiner vielversprechenden skifahrerkarriere und seinen Träumen ein jähes ende. Die erinnerung an ihn lebt weiter. 2004 verstarb egon Kahn erst 14jährig an Krebs. Am 4. März 2012 organisierten der skiclub Toblach und egons ehemaliger Trainer Armando Tavola am Trenkerlift in Toblach zum zweiten Mal ein benefizrennen zum Gedächtnis an das junge skifahrertalent. Der Gewinn des Gedächtnis-skirennens wurde der Krebshilfe Oberpustertal übergeben. ein besonderer Gast dieser Veranstaltung war der kleine Mike Leon, für den Trainer Armando Tavola und egons schwester iris eine kleine überraschung vorbereitet hatten.
Die südtiroler Krebshilfe Oberpustertal bedankt sich herzlich bei den Organisatoren und bei allen eltern. ein großer Dank geht auch an alle sponsoren, an die spender und all jene, die tatkräftig zum erfolg dieser Veranstaltung beigetragen haben.
skiclubpräsident Franz Troger, Vizepräsident erwin schiller und das Ausschussmitglied der südtiroler Krebshilfe Oberpustertal, Wolfgang Kamenschek (v. li. n. re.).
Für speis und Trank sorgten die fleißigen Freiwilligen
Dabeisein ist alles
Leon Mike mit iris Kahn und Trainer Armando Tavola
„WA s is T LO s in D en b e Z i RK en“
P USTERTALER B ENEFIZ -L AUF 2012
Zum neunten Mal wurde am samstag, 9. Juni 2012 das traditionelle benefiz-Rennen zugunsten krebskranker Menschen in Toblach ausgetragen. Zum ersten Mal auch mit der Möglichkeit, das Ziel wandernd zu erreichen. Wie jedes Jahr war die begeisterung der Teilnehmer groß: es wurde gelaufen, gewandert, gefeiert und… großzügig gespendet!
ein herzliches Dankeschön all jenen, die zum Gelingen beigetragen haben, in besonderem Maße dem Luchsverein und seinem Vorsitzenden Peppo Trenker, den vielen sponsoren, den vielen freiwilligen Helfern und den institutionen wie der Gemeindeverwaltung, Polizei, Carabinieri, Weißes Kreuz und bergrettung sowie Lucia Recchia, Patin des Kinderhilfsfonds der südtiroler Krebshilfe.
ins Ziel mit Lucia Recchia egal ob laufen oder gehen, Hauptsache ist Mitmachen.
ein flottes Quartett
bildtext
P US te R tal
se KT i O n un T e RP us T e RTAL
B EZIEHUNGSPROBLEME E RNST NEHMEN
Kaum ist der erste schock überwunden, die Phase der Operation, der behandlungen usw. einigermaßen abgeschlossen, sehen sich viele Krebskranke mit einem neuen Problem konfrontiert: Probleme in der Partnerbeziehung. Die südtiroler Krebshilfe unterpustertal hat den nestor der österreichischen sexualmedizin, Prof. Dr. Kurt Loewit, am 20. April zu einem Vortrag über dieses Thema eingeladen.
immer wieder werden beziehungsprobleme in Patientengesprächen angesprochen. in der medizinischen Ausbildung ist dieses Thema aber nicht vorgesehen. Das medizinische Personal ist in dieser situation oft überfordert. Viele Patienten fühlen sich deshalb hilflos und auf sich allein gestellt, sind frustriert. Gerade wer krank ist, braucht den Rückhalt aus einer stabilen beziehung. „Der Mensch ist ein beziehungswesen“, betonte Prof. Loewit, „und daher auf die erfüllung seiner psychosozialen bedürfnisse angewiesen.“ Damit eine beziehung sich gesundheitsför-
dernd auswirkt, muss sie vor allem eines: Zugehörigkeit vermitteln. Akzeptanz, menschliche nähe und Zuwendung sowie Kommunikation sind in einer Lebenskrise wie sie die erfahrung der Krankheit mit sich bringt, fundamental. „Auch die sexualität ist eine Form der Kommunikation“, erklärte Loewit. und gerade dieser delikate bereich werde oft durch die Krankheit negativ beeinflusst.
Loewit gab zum schluss seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich immer Menschen, vor allem auch medizinisches Personal, dieses Themas annähmen. „es ist nicht mehr zu verantworten, dass wir die Patienten mit diesen Problemen allein lassen.“
Wassergymnastik in Sand in Taufers
Zum ersten Mal im neuen schwimmbad Cascade in sand in Taufers und gleich ein Riesenerfolg: die Wassergymnastik
Prof. Loewit ein Thema, das viele interessierte. Prof. Dr. Kurt Loewit hielt in der Alten Turnhalle in bruneck einen Vortrag zum Thema: „beziehung in Gesundheit und Krankheit“.
Achtung!
Am 6. September 2012 bleibt das büro der südtiroler Krebshilfe in Bruneck wegen einer internen Fortbildung der Vorstandsmitglieder geschlossen.
Vortrag in der „Alten Turnhalle“ in bruneck mit univ. Prof. Dr. Kurt Loewit
V INSC h G aU
Wassergymnastik
Das element Wasser wird als wohltuend empfunden. Die körperliche Aktivität in einer Gruppe steigert das Wohlbefinden, wirkt hilfreich bei der Genesung und vermittelt ein positives Körpergefühl.
„WA s is T LO s in D en b e Z i RK en“
Informationsabend mit Dr. Norbert Längerer, Leiter des Psychologischen Dienstes Meran
Die Diagnose Krebs ist für viele Menschen ein schock. sie ruft Ängste hervor und kann persönliche Krisen verursachen. in dieser situation leistet die Psycho-Onkolgie wertvolle Hilfe.
Ü B e R etSC h - UNte R la N d
Wallfahrt nach „Madonna della Corona“ im Mai ist Zeit zum Wallfahrten. in diesem Jahr ging es zur Gottesmutter von Caprino Veronese .nach der Hl. Messe und dem Verlesen der Fürbitten war es Zeit für das Mittagessen. Der Verdauungsspaziergang durch Malcesine fiel leider wegen Regens aus, die Gruppe musste mit dem nahen einkaufscenter Vorlieb nehmen.
Siegi’s Motofete
Trotz schlechten Wetters war die Motorradsegnung bei siegi in Oberplanitzing/ Kaltern ein voller erfolg. im bild Christian Andergassen bei der übergabe der spende mit der Vizepräsidentin des bezirks, berta Ambach Tschigg.
In Erinnerung an Nicola Bellini
Die Freiwilligen von neumarkt haben einem ihrer Kollegen, nicola bellina, der plötzlich aus ihrer Mitte gerissen worden ist, diese Zeilen gewidmet. ich habe Dich eigentlich nur sehr wenig gekannt, nico. Aber die kurze Zeit hat mir genügt, um zu verstehen, was für eine wunderbare Person Du warst. Voll Lebensfreude und Lebensmut. All dies ist nun nicht mehr. Die erinnerung an Dich wird aber weiterleben. nico, Du bist nicht mehr bei uns, aber Deine seele lebt weiter in den Worten und Taten der Freiwilligen der südtiroler Krebshilfe neumarkt, in den erinnerungen aller Personen, die Du zu den verschiedenen Therapien begleitet hast. nico Du wirst immer bei uns sein. Du warst der perfekte Freiwillige. Wir werden an Dich denken, wenn wir die langen Gänge in den Krankenhäusern entlanggehen, wenn wir einem Patienten zulächeln, weil es dein Lächeln sein wird; dieses Lächeln, das Du immer auf den Lippen trugst. nico Du bist uns allen zum schutzengel geworden. ein engel, der allen, die Dir nahe standen, die Kraft gibt, weiterzumachen. Du wirst für immer in unseren Gedanken und in unseren Herzen weiterleben. Pfiati nico!
„WA s is T LO s in D en b e Z i RK en“
30 Jahre Bezirk Überetsch - Unterland
Der vergangene erste Mai stand im bezirk überetsch unterland ganz im Zeichen des 30jährigen Jubiläums der bezirksgründung. nach der gemeinsamen Feier einer Hl. Messe, zelebriert von Dekan Vitus Dejaco, ging es im Haus unterland in neumarkt weiter mit Ansprachen, erinnerungen und Dankesreden. ein Anlass, um allen spendern und allen Freiwilligen, die während dieser dreißig Jahre mit Passion, stetigkeit und Ausdauer mitgearbeitet haben, herzlichst zu danken.
Landesmitgliederausflug 27.09.2012
Liebe Mitglieder, dieses Jahr führt uns der Mitgliederausflug ins Oberpustertal am Donnerstag, den 27. September 2012 zu einem geselligen beisammensein.
Vormerkungen
Innerhalb 07. September 2012 in den jeweiligen bezirksbüros. Vortrittsrecht haben ordentliche Mitglieder. begleitpersonen, die Mitglieder der Vereinigung sein müssen, können teilnehmen, falls noch Plätze zur Verfügung stehen.
Programm
9:30 uhr ca. Ankunft
Teilnahmequote ordentliche Mitglieder € 25,00 eventuelle begleitpersonen € 40,00
Der Kostenbeitrag ist ausschließlich über die b ezirksbüros oder mittels überweisung innerhalb 21. September 2012 zu begleichen.
Ort und Abfahrtszeiten der einzelnen busse werden i hnen nach ihrer Anmeldung schriftlich mitgeteilt. Wir
freuen uns auf Ihre Teilnahme.
10:00 uhr Messe in der Pfarrkirche Toblach
11:00 uhr Gemeinsamer umtrunk
12:30 uhr ca. Mittagessen im Gustav Mahler saal des Grandhotels Toblach
Der Komponist Gustav Mahler (1860–1911) besuchte 1908 zum ersten Mal Toblach als s ommergast. er durchlebte gerade eine schwierige Lebensphase und litt an Herzbeschwerden. i m Trenkerhof fand Mahler drei sommer lang Ruhe und komponierte hier das „Lied von der erde“ sowie die „neunte symphonie“. Die „Zehnte symphonie“ wurde hier begonnen. Mahler starb im Juni 1911. Der große Musiksaal mit exzellenter Akustik im neuen Kulturzentrum Grand Hotel Toblach, wurde ihm gewidmet. n