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Lust auf Regio

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INHALT

Titelthema

Lust auf … 06 – 07

Impressionen

Der Blattflüsterer 08 – 09

Erkunden & Erleben

Gartenkunst trifft Naturidylle in der Ermitage Arlesheim 10 – 13

Anzeigen

Kaffeeröstereien in der REGIO Handwerk mit Leidenschaft Wo Kaffee aus aller Welt veredelt wird: Röstereien in Freiburg, im Kaiserstuhl, in der Ortenau und im Hochschwarzwald. Mit Handwerk und Leidenschaft für besondere Geschmackserlebnisse 14 –19

Ortsporträt: Freiamt

Wandern, radeln, erleben und genießen in hügeliger Schwarzwaldlandschaft 20–21

Land & Leute

Auf Sinnsuche durch die Alpen: Detlev Lindner und seine Frau sind nach Sizilien gewandert 22–23

Kolumnen 13, 23, 29

Natur & Umwelt

Dynamischer Neubeginn: Wenn der Frühling durchstartet 24 – 25

Frühlings-erwachen

Haus & Garten

Gegen das Artensterben: ein Insektenhotel selbst bauen 26 –29

Kunst & Kultur

Geduldsprobe mit gutem Ende: das Augustinermuseum in Freiburg ist wiedereröffnet 30–31

Schlemmen & Sürpfeln

Restaurant Jägerhaus in Egerten: geschmackvoller Dreiklang aus Küche, Kunst und Natur 32–35

Vive la France: junge französische Küche für jeden Tag 36 –39

Merkles Küchenliebling: Geschmorte Lammhaxe mit Polenta und Bohnenragout 39

Kalender

Ausstellungen, Theater, Kino und Konzerte in der REGIO 40 – 49

Horche se mol

Von der Bauhütte an die Uni: Anne-Christine Brehm, Münsterbaumeisterin, verlässt Freiburg 50

Foto: © Wolfgang Speer

Individuelle Lieblingsstü

LUST AUF …

Frühlingsfrische fürs Interieur

Wenn die Sonne wieder öfter scheint, lädt diese detailreiche Vase dazu ein, Blumenarrangements stilvoll zu präsentieren und neue Dekoakzente zu setzen. Die formschöne Vase aus hochwertigem Material wird zum Blickfang auf Tisch oder Sideboard – gefüllt mit Tulpen, Narzissen oder Frühlingssträußen sorgt sie für lebendige Atmosphäre, ohne dabei opulent zu

wirken. Ihr Design harmoniert mit unterschiedlichen Wohnstilen und bringt frischen Schwung in jeden Raum. Ein kleines DekoHighlight, das Farbe ins Interior holt und jeden Blumenstrauß perfekt in Szene setzt.

Gesehen im Online-Shop robert-ley.de

Preis: ab 14,95 Euro

Foto: © Robert Ley

Stylische Riffel-Häschen

Modern, nachhaltig und mit feinem Gespür für Details: Die geriffelte Häschen-Deko von 3DPrintedDeko bringt zeitgemäße Osterstimmung ins Zuhause. Gefertigt im präzisen 3D-Druckverfahren, überzeugt jedes Stück mit charakteristischer Rillenstruktur und individueller Oberfläche – so wird jedes Häschen zum Unikat. Erhältlich in mehreren Größen und 12 Farben der umweltfreundlichen GreenLine-Reihe, besteht die Dekoration aus biologisch abbaubarem PLA auf Basis recycelter Materialien. Eine stilvolle Wahl für bewusste Frühlingsakzente.

Gesehen im Online-Shop etsy.de

Preis: 43 Euro im 4er-Set

Foto: © 3DPrintedDeko

Häschen im Waben-Look

Diese Hasen-Wabenbälle-Anhänger aus Papier bringen verspielte Osterlaune ins Zuhause. Der DekoSchmuck lässt sich leicht auffächern und ist ideal für Zweige, Ostersträuße oder Geschenke. Mit 6 Zentimetern Größe werden filigrane Akzente im Osterarrangement gesetzt. Leicht, dekorativ und vielseitig einsetzbar.

Gesehen im Online-Shop nanu-nana.de

Preis: 1,95 Euro je Stück

Foto: © Nanu-Nana

Edle   Deko FürS Osterf est

Ostern elegant serviert

Mit seinem klaren Glas und dem liebenswerten HasenohrenDeckel verleiht das Vorratsglas jedem Oster-Arrangement eine frische, verspielte Note. Befüllt mit bunten Eiern, Schokoleckereien oder kleinen Geschenken wird es zum dekorativen Hingucker auf dem Ostertisch. Die transparente Bonbonniere lässt die Sweets attraktiv zur Geltung kommen, das Material macht die Reinigung einfach. In zwei Größen

Farbenfroher Hühner-Charme für zu Hause

Diese Hühnerbande ist eine charmante und farbenfrohe Metalldeko, die mit ihrer lebendigen Lackierung sofort gute Laune verbreitet. Im Set sind vier unterschiedlich gestaltete Hühner enthalten, die mit einer Höhe von ca. 10 und 12 cm ideal auf Sideboard, Regal oder Fensterbank wirken. Jedes Huhn wurde liebevoll geformt und bringt eine verspielte, fröhliche Atmosphäre in den

Wohnraum. Die bunten Figuren setzen dekorative Akzente im Alltag und eignen sich zugleich als originelles Geschenk – besonders für alle, die Tiere und detailreiche Deko lieben.

Gesehen bei Butlers & Home24 Rathausgasse 10, Freiburg Preis: ab 10 Euro im 4er-Set

Foto: © Frank Flechtwaren

erhältlich, lässt sich dieses charmante Glasobjekt vielseitig befüllen und dekorativ ins Zuhause integrieren – perfekt als Geschenkidee zum Osterbrunch oder einfach, um saisonale Akzente zu setzen.

Gesehen bei Schafferer Kaiser-Joseph-Str. 236, Freiburg Preis: 34,95 Euro

Foto: © CorMulder GmbH

GRÜNE WUNDERTÜTE

Ermitage Arleshei m

Nur wenige Kilometer von der geschäftigen Basler Innenstadt entfernt befindet sich der größte englische Landschaftsgarten der Schweiz, die Ermitage Arlesheim. Mit einem einzigartigen Zusammenspiel aus Naturschönheiten und künstlich geschaffenen Erholungsinseln fasziniert die frei zugängliche Parkanlage seit über 200 Jahren Besucher aus der ganzen Welt.

Text & Fotos: Nicole Kemper

„O BEATA SOLITUDO, O SOLA BEATITUDO“, steht in kapitalen Lettern auf einem weißen Kalkfelsen inmitten der Ermitage. Am Fuß des Felsens liefert eine Infotafel die Übersetzung der vor über 200 Jahren entstandenen Inschrift: „O glückliche Einsamkeit, o einzige Glückseligkeit.“ Tatsächlich gehört mitunter ein wenig Glück dazu, die Sehenswürdigkeiten im weitläufigen Gelände alleine und in Ruhe genießen zu können. Der größte englische Landschaftsgarten der Schweiz ist zu allen Jahreszeiten ein Besuchermagnet. Die Ausflügler verteilen sich allerdings auf ein Labyrinth aus verschlungenen Pfaden, Höhlen und Felsentreppen auf dem Burghügel sowie auf die Spazierwege rund um die künstlich angelegten Weiher in der Talsenke.

Schon im 18. Jahrhundert wurde das Flanieren in der Ermitage folgendermaßen kommentiert:

„Man brauchet zwei Stund, um überall bequem herumzukommen; und dennoch dabey ist zu bemerken, dass man niemals zweymal den nämlichen Weg machen muss.“ Ein „Rundgang“ durch die Anlage wird somit zu einem individuellen Zickzack- und Hochrunter-Erlebnis, begleitet von vielen spontanen Entscheidungen an Abzweigungen und Höhleneingängen. Verlaufen wird man sich dennoch nicht –engmaschig aufgestellte Hinweisschilder und Geländepläne geben den Ortsunkundigen Orientierung.

Der zentrale Ausgangspunkt für alle Touren durch das 40 Hektar große Gelände ist das Gebäudeensemble aus einem alten Gärtnerhaus und der

Imposant erhebt sich die Burgruine Birseck auf dem mit Höhlen und Felsen durchsetzten Schlosshügel.

historischen Mühle von 1780. Vom historischen Zentrum Arlesheims gelangt man in wenigen Gehminuten dorthin. Die entschleunigte Annäherung zu Fuß ist ebenso im Sinne der Gründer wie auch der heutigen Eigentümerin, die „Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck“. „Ort der Stille –heisst der Wille – der über – der Ermitage webt, – schwebt“ steht auf einer von 35 Aphorismen-Tafeln einer temporären Kunstinstallation, die die Besucher durch die Anlage begleitet.

Entdeckungen für Groß & Klein

Dies bedeutet aber nicht, dass der Park allein der Kontemplation vorbehalten ist, tatsächlich gleicht er einer überquellenden Wundertüte für die verschiedensten Interessenlagen. Neben den geologischen Besonderheiten bietet das Naturschutzgebiet im Talkessel von Arlesheim Lebensraum für tausende verschiedene, teils seltene Pflanzen- und Tierarten. Wanderer können den Besuch der Ermitage beispielsweise mit der acht Kilometer langen Drei-BurgenTour verbinden, die vom Schloss Birseck zu zwei weiteren Ruinen führt. Für Kinder wurde ein Rätselführer entwickelt, der zwölf

JEDE BOHNE ZÄHLT

Kaffeeröstereieninder R E G I O

Es gibt sie noch in der REGIO: kleine Röstereien, die Kaffee mit Leidenschaft, Erfahrung und Handwerk veredeln. Frisch geröstet und oft vor

Ort verkauft, entfalten die Bohnen aus aller Welt ihre Aromen – von kräftigem Espresso bis zu säurearmen Spezialitäten für besondere Geschmackserlebnisse.

Texte: Marianne Ambs & Erika Weisser

Mundwerk Waldkirch

Handverlesen in die Tüte

Im Café Mundwerk in Waldkirch gibt es außer einer großen Auswahl an hausgemachten Kuchen auch ganz besonderen Kaffee – zu trinken und zu kaufen: „Ellens Energie“ heißt eine Sorte, „Leonies Liebling“ eine andere, „Mias Mischung“ eine weitere. Sie tragen die Namen der Mitarbeiterinnen der zum Café gehörigen Rösterei.

Diese befindet sich nicht mehr in dem inklusiv betriebenen Café, wo 15 freundliche Menschen seit 2014 für das Wohlbefinden ihrer Gäste sorgen. Da die Nachfrage nach dem selbst gerösteten Kaffee zunahm, wurde sie in einem großen Raum im Verwaltungsbau des Sozialwerks Breisgau am Bruckwald eingerichtet. Dort sind zehn Menschen beschäftigt – rund um den High-TechTrommelröster, der zehn Kilo Rohbohnen innerhalb von wenigen Minuten in den gewünschten Röstgrad überführen kann.

Sie füllen die Rohbohnen aus Säcken in Eimer um, befüllen die Maschine, sortieren

Elephant Beans

Elefanten in der Wiehre

Der schmale Laden gegenüber der Johanneskirche ist erfüllt von Kaffeeduft. Hier kann man Kaffee aus Eigenröstung kaufen – und erst einmal probieren. Und dabei mit anderen Gästen ins Gespräch kommen: Gleich neben der Theke steht eine durchgehende Bank, davor drei Tische und Stühle, die nach Bedarf an- oder auseinandergerückt werden. Am Fenster lädt zudem eine kleine Bar mit erhöhten Stühlen zu einer Kaffeepause ein –mit Blick auf das auf der anderen Straßenseite gelegene Gärtchen, das an sonnigen Tagen geöffnet ist.

Bei „Elephant Beans“ in der Wiehre sind etwa 25 verschiedene Röstungsvarianten im Angebot. Sie werden vom Team um Martina und Jörg Volkmann in ihrer Rösterei in March-Buchheim hergestellt und sortenrein oder als spezielle Blends in wiederverwendbare Tüten verpackt. Verkauft werden die Spezialitäten außer im Laden an der Basler Straße 12a im jüngst

nach der Abkühlung hohle oder zu helle, geschmacksbeeinträchtigende Bohnen von Hand aus und bestücken die zuvor etikettierten Tüten mit der duftenden sortenreinen oder gemischten Ware. So garantieren sie Kaffeegenuss von höchster Qualität, wie Werkstattleiterin Angelique Müller sagt. Und werden damit dem hochwertigen Rohmaterial gerecht, das von ausgewählten Partnern aus sieben Ländern stammt, für die fairer Handel und nachhaltiger Anbau selbstverständlich sind.

eröffneten „Fachl“ in Unterlinden, bei einigen ausgewählten Partnern im Raum Freiburg sowie über einen Webshop.

Seit 15 Jahren gibt es die Firma; nach Auskunft von Geschäftsführer Jörg Volkmann ist Elephant Beans „eine der ersten und wenigen Spezialitätenröstereien mit Direkthandel in Deutschland“. Die Rohkaffeebohnen werden aus zehn verschiedenen Ländern direkt von Kaffeeanbauern bezogen, mit denen schon jahrelange Partnerschaften bestehen. Vor Ort sind sie oft in Kooperativen zusammengeschlossen und produzieren mit Unterstützung der von Volkmann mitgegründeten Genossenschaft „Roasters United“ nach biologisch-

CAFÉ MUNDWERK

Elzstraße 5 79183 Waldkirch

Tel.: 0 76 81/2 09 37 77

E-Mail: mundwerk@ sozialwerk-breisgau.de

Öffnungszeiten: Di.–Fr. 10–18 Uhr; Sa. 9–13 Uhr sozialwerk-breisgau.de

ökologischen Richtlinien und in Agroforstsystemen. Zur Unterstützung der finanzschwachen Kooperativen wird ihre Jahresernte meist im Voraus bezahlt. Dabei wird der Preis zuvor gemeinsam ausgehandelt und orientiert sich vor allem an der Qualität. Jede Tasse Elephant-Beans-Kaffee ist also fair und wertvoll.

ELEPHANT BEANS

Basler Straße 12a 79100 Freiburg

Tel.: 07 61/42 96 01 90

E-Mail: info@elephantbeans.de

Öffnungszeiten: Mo., Di., Do., Fr. 10–18 Uhr; Mi., Sa. 10–15 Uhr elephantbeans.de

Rösterei Burkhart

Biokaffee aus dem Weinberg

Marco Burkhart hat die bio-zertifizierte Privatrösterei auf dem elterlichen Weingut am Kaiserstuhl vor 15 Jahren gegründet. „Zwischen Wein und Kaffee gibt es unzählige Parallelen, vom Anbau der Pflanzen über den Schnitt bis zur Sensorik, wenn fruchtige Aromen und würzige Noten aufeinandertreffen“, erklärt der Kaffeeliebhaber, warum er das Weingut in den Reben 2011 durch eine Kaffeerösterei ergänzt hat. Zuvor war er auf Reisen, hat Kaffeebauern kennengelernt und viel über den Anbau der Kaffeebohnen erfahren.

In seiner Rösterei verwendet Marco Burkhart ausschließlich ausgewählte Rohkaffees von hoher Qualität. Geröstet wird in schonender Trommelröstung: Ein Röstverfahren, das Geduld sowie eine ruhige Hand erfordert. „Nur wenige Sekunden entscheiden über den optimalen Röstgrad der Bohne und damit den Geschmack des Kaffees“, erklärt Marco Burkhart den Prozess des Röstens. Die Röstkaffees und Espresso-Mischungen aus Jechtingen werden regelmäßig im Verkostungswettbewerb der Deutschen Röstergilde

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ausgezeichnet. In der Kategorie Espresso Blend erhielt der entkoffeinierte Espresso Kolibri dieses Jahr die höchste Auszeichnung in Gold, genauso wie der Kaffee Impano. Benannt ist der Kaffee nach einem Berggorilla aus der Susa-Familie, dem Burkhart auf einer Reise nach Ruanda begegnet ist – ein Erlebnis, das ihn bis heute prägt.

RÖSTEREI & WEINGUT BURKHART

Am Haberberg 1, 79361 Sasbach am Kaiserstuhl/Ortsteil Jechtingen Tel.: 0 76 62/94 70 50

E-Mail: info@burkhart-kaffee.de Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 8.30–12.30 Uhr und 13.30–16.30 Uhr burkhart-kaffee.de

Der Kaffeemacher

Alles Handarbeit

Mitten in den Reben setzt

Marco Burkhart auf die Verbindung von Kaffee & Wein.

Vor 26 Jahren hat Jürgen Schulz die Kaffeerösterei „Der Kaffeemacher“ gegründet. Heute genießt die Manufaktur in Villingen und Umgebung beinahe Kultstatus. Geboren in Bad Cannstatt, half Schulz in Stuttgart in jungen Jahren bei Feinkost Böhm aus, wo sein Vater als Kaffeeröster arbeitete. Der Kaffee ließ Jürgen Schulz nicht mehr los. Mit der Erfahrung aus zwei Generationen röstet er in Villingen Kaffeebohnen aus Indien, Kolumbien, Mexiko und Brasilien. Im Ladenlokal in der Altstadt können Besucher bis zu 40 Sorten Kaffee und Espresso probieren.

Nach dem Motto „Gut Ding will Weile haben …“ werden die Bohnen ausschließlich im Langzeit-Röstverfahren in einem traditionellen Trommelröster geröstet. „Dieses Röstverfahren verleiht unseren Kaffeesorten ein besonders mildes Aroma mit weniger Säure“, so Schulz. Vom Befüllen der Röstmaschine bis zur Verpackung seien bei ihm alle Arbeitsschritte reine Handarbeit.

RÖSTEREI „DER KAFFEEMACHER“

Gerberstraße 25 78050 Villingen-Schwenningen

Tel.: 0 77 21/40 96 79

E-Mail: laden@der-kaffeemacher.de Öffnungszeiten: Di., Do. Fr. 9–12.30 Uhr und 14–18 Uhr; Mi. 9–18 Uhr, Sa. 9–13 Uhr der-kaffeemacher.de

Fotos: © Rösterei
Burkhardt; Der Kaffeemacher

Schwarzwild

Rösterei

Leidenschaftlicher Röster: Krenar Goduni (u.) liebt Bohnen mit Charakter.

Inspiration und Geschmack

Vor knapp einem Jahr hat Krenar Goduni die Leitung der Rösterei „Schwarzwild“ in der Oberau übernommen. „Aus echter Begeisterung und Leidenschaft für Kaffee und das Handwerk des Röstens.“ Die Spezialitätenrösterei war 2011 von Andrea Jauch in einem Hinterhof an der Kartäuserstraße gegründet worden. Der neue Geschäftsführer ist in Freiburg kein Unbekannter: Er betreibt das Café Vikrego in der Salzstraße und ein Café-Restaurant im Jesuitenschloss in Merzhausen. Zudem ist Krenar Goduni ausgebildeter Barista und Coffee Master.

„Meine Leidenschaft für Kaffee treibt mich jeden Tag aufs Neue an und prägt meine Arbeit in der Rösterei“, sagt Krenar Goduni, der die Wildkaffee-Rösterei aus Garmisch Patenkirchen als weiteren Partner in die Freiburger Rösterei mitgebracht hat. „Wir entwickeln Schwarzwild behutsam weiter, mit viel Respekt vor der Geschichte der Rösterei“, so der neue Besitzer, der dieses Jahr mit seinem Team das 15-jährige Bestehen feiert.

„Kaffee ist für mich weit mehr als ein Getränk. Er ist Handwerk, Inspiration und ein echtes Geschmackserlebnis“, sagt der Coffee Master der sich 2016 bei Goran Huber in Innsbruck weitergebildet hat. Kaffee sei ein Naturprodukt, das Zeit, Erfahrung und Aufmerksamkeit brauche. „Jede unserer Röstungen wird sorgfältig entwickelt und regelmäßig weiter verfeinert.“ Bei Schwarzwild werde fast täglich in kleinen Chargen geröstet, „damit unsere Kaffees besonders frisch sind“. Ziel sei es, die Herkunft und das Aromaprofil jeder Bohne im Geschmack erkennbar zu machen. Das Sortiment ist bewusst vielfältig aufgebaut. Vom kräftigen Espresso bis zum fruchtigen Filterkaffee ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Von der Auswahl der Bohnen bis zur fertigen Tasse setzt das Team von „Schwarzwild“ auf einen bewussten Umgang mit Herkunft und Qualität der Bohnen. „Unser Ziel ist es, Menschen für die Vielfalt von Kaffee zu begeistern und zu zeigen, wie viel Herkunft, Charakter und Arbeit in jeder Bohne steckt.“ Es gehe nicht darum, welcher Kaffee der „beste“ sei, denn „Geschmack ist immer persönlich“.

Vielmehr wolle man bei „Schwarzwild“ Menschen einladen, Kaffee bewusster zu entdecken und neue Aromen kennenzulernen.

Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle – sowohl beim Einkauf der Bohnen als auch bei der Arbeit in der Rösterei. Besonders wichtig sind dem Schwarzwild-Team die Direct Trade-Beziehungen und ein transparenter Handel mit den Produzenten und Importeuren.

„Jede Bohne bringt ihre eigene Herkunft, Geschichte und Aromatik mit. Diese Vielfalt möchten wir erlebbar machen.“

RÖSTEREI SCHWARZWILD

Kartäuserstraße 60

79102 Freiburg im Breisgau Tel.: 07 61/29 08 88 05

E-Mail: info@roesterei-schwarzwild.de Öffnungszeiten: Mi.–Fr. 9–18 Uhr und Sa. 9–13 Uhr roesterei-schwarzwild.de

„MIT DEN FÜSSEN DENKEN...“

„Torschlussglück“: Nach 30 Jahren in einer Schopfheimer Firma hatte Detlev Lindner keine Panik vor dem Ende seines Arbeitslebens. Dankbar und glücklich wanderten der Ingenieur und seine Frau über die Alpen und dann nach Sizilien. Seine Gedanken hat er in einem Buch festgehalten.

Text: Erika Weisser

Die erste Etappe, die durch Dreisam- und Höllental, über die Ravennaschlucht zum Titisee und weiter zur Wutachschlucht führt, dürfte vielen Lust-auf-REGIO-Lesern bekannt sein. Auch wenn sie diesen Weg wohl bisher nicht zu Fuß zurückgelegt haben, zumindest nicht vollständig. Und schon gar nicht mit einem schweren Rucksack in großer Sommerhitze.

Detlev Lindner und Marietheres Reul gingen diese Strecke, die di rekt an ihrer Haustür begann, an einem heißen Augusttag im Jahr 2023 – und fanden wohltuende Abkühlung im Titisee. Dass sie da nach allmählich in ein Gebiet ge langten, das außerhalb ihrer bishe rigen kurzen Tagesausflüge lag, war kein Problem: Als „seit Kinderta gen begeisterte Pfadfinder“ haben

Sie hatten Zeit und nutzten sie bewusst: Er war im Ruhestand. Und sie hatte sich, um mit ihm gemeinsam dieses Abenteuer wagen zu können, ein Sabbatjahr erarbeitet. Dass ihr Weg sie schließlich bis auf den Ätna führen würde, wussten sie zum Zeitpunkt ihres Aufbruchs noch nicht. Eigentlich, erzählt der inzwischen 66-Jährige, sei erst einmal nur eine Alpenüberquerung geplant gewesen – inklusive der Freiheit, unterwegs immer wieder neu über den weiteren Verlauf zu entscheiden. Dabei verstanden sie den Weg als Ziel, als Möglichkeit, Landschaften nicht nur zu durchwandern, sondern in sich aufzunehmen, sich mit der sie prägenden Natur zu verbinden und sich auch mit offenem Herzen auf die Menschen einzulassen, die ihnen begegneten.

Resonanz erleben

Also wanderten sie drauflos –zunächst in Richtung Hegau und Bodensee. Sie verweilten an Orten, an denen es Wasser gab oder die für sie „besonders“ waren, etwa wegen eines zutraulich zwitschernden Vogels im Gebüsch oder wegen eines üppigen Waldhimbeerschlags auf einer Lichtung. Es gab unterwegs auch viele Gelegenheiten, sich über offenbar lange gehegte philosophische Fragen und Gedanken auszutauschen, die „beim Denken mit den Füßen“ in ihr Bewusstsein drangen, etwa über Freiheit und Verbundenheit, über Glück und Gott, über Sinn und Sein, über Unverfügbarkeit und Resonanz. Und natürlich darüber, welche veränderte Realität sie nach der Rückkehr vorfinden würden und wie sie mit der neuen Lebenssituation bewusst und sinnvoll umgehen würden.

So wanderten sie rund 2000 Kilometer – bergauf, bergab, entlang schroffer Abgründe, über verkehrsreiche Brücken und zwei Landesgrenzen, durch Hitze und Regen,

vom Sommer in den Herbst und in den Winter. Sie erspürten im Wandern die Verbindung der Füße mit der Erde, lernten, anders zu hören und wieder dreidimensional zu sehen. Und sie begegneten Menschen, deren Wärme und Herzlichkeit erstaunliche innere Räume öffneten und die bis heute nachhallt. Kurz vor Weihnachten erreichten sie Sizilien, wo sie in den frostigen Höhen des Ätna auf abenteuerliche Weise ihr Zelt aufbauten. Schließlich fanden sie ihr Winterquartier auf einem Bio-Bauernhof, auf dem sie über einen Monat blieben und bei der Zitrusernte und im Weinberg halfen.

Dieser Aufenthalt ist im Buch nicht mehr Thema. Ebenso wenig wie die Rückkehr über Griechenland und die Balkanroute nach Freiburg, das sie Anfang Juni 2024 nach fast zehn Monaten Abwesenheit wieder erreichten. Diesen Weg legten sie indessen nicht zu Fuß zurück, sondern zu großen Teilen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, unterbrochen durch längere Wanderaufenthalte in den durchquerten Ländern.

Detlev Lindner hat einen Weg gefunden, seinen Ruhestand mit Sinn zu erfüllen. Zunächst schrieb er sein lesenswertes Buch, das sich weniger als Landschafts- und Wegbeschreibung, sondern vielmehr als Auseinandersetzung mit Fragen nach dem Sinn des gemeinschaftlichen Daseins alles Lebendigen liest. Inzwischen engagiert er sich ehrenamtlich in einem integrativ und inklusiv geführten Pferdehof mit Reitstation im Schliengener Ortsteil Liel. Mit großem persönlichem Gewinn.

TORSCHLUSSGLÜCK

Von Freiburg nach Sizilien Zu Fuß auf der Suche nach dem Sinn des Lebens von Detlev Lindner Verlag: hansanord, 2025 144 Seiten, Hardcover Preis: 16 Euro

Alemannisches vonStefan P fl mua

NACH DE WAHLE. UN

DENNOO?

Der Mundart-Autor aus Schallstadt über Stimmen & Streit

D Wähler hen gwählt. D Wahle sin gloffe.

D einde hen bigoscht nix z lache, s Ergebnis isch ä bös Erwache.

D andre juble wie nit gscheit, bis de Jubel ummekeit.

Wie s wittersch goht, bliibt offe.

Wahlkampf un Regiererei sin, des weiß mr, zweierlei.

Ei Partei het s vor de Wahl noch zimlig bös verwitscht, zack isch ruckzuck d Stimmezahl blitzschnell aabeglitscht.

Un mr weiß, au s kleinscht Debakel bliibt für langi Zit ä Makel.

Jetzt kummt s große Koaliere, do kannsch au nomol verliere oder gwinne, je nachdem, Politik isch nit bequem,

Parteie stritte au intern bsunders gern.

No gohts wittersch halt wie immer un s wurd besser oder schlimmer.

KOLUMNE
Land & Leute

NATUR IM TAKT

DerFrühling

Wenn die Tage länger werden, beginnt ein perfektes Naturschauspiel. Von den ersten Haselkätzchen bis zur Apfelblüte entfaltet sich der Frühling in drei Akten – und wandert mit 40 Kilometern pro Tag durch Europa. Während Frühblüher, Hummeln und Zugvögel im Wettlauf mit der Zeit stehen, zeigt sich: Der Lenz ist kein Datum, sondern ein dynamischer Neubeginn.

Text: Birgit Maier

Sobald die Sonne wieder Kraft gewinnt, beginnt eine der schönsten Zeiten des Jahres. Der kalendarische Frühling startet mit der TagNacht-Gleiche, die von Jahr zu Jahr variiert und auf einen Termin zwischen dem 19. und 21. März fällt. Der meteorologische Frühling fängt immer am 1. März an und endet am 31. Mai. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell:

Die Natur hält sich nicht an Kalenderdaten. Hier kommt die Phänologie ins Spiel, die Lehre von den im Jahresablauf wiederkehrenden Entwicklungsphasen in der Natur. Sie zeigt, dass der Frühling kein fester Zeitpunkt ist, sondern ein dynamisches Schauspiel, geprägt von Temperatur, Licht und regionalem Klima. Und dieses Schauspiel gliedert

sich in drei Akte: Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling.

Der Vorfrühling beginnt, wenn die Kätzchen der Haselsträucher stäuben und die Schneeglöckchen blühen. Meist geschieht das Ende Februar oder Anfang März. Die zarte Botschaft ist klar: Der Winter verliert seine Macht.

Foto:
©
Birgit Maier

Ihre Blüten sind längst verschwunden: Die Buschwindröschen bereiten sich im Verborgenen auf den nächsten Frühling vor, während Hummeln sich derzeit an Apfelblüten laben.

Ein unübersehbares Zeichen für den Beginn des Erstfrühlings sind die gelben Blüten der Forsythien. Gleichzeitig entfalten die Stachelbeeren ihre Blätter. Mit der Blüte von Stachel- und Johannisbeeren beginnt die Obstbaumsaison. Bald verwandeln die Blüten von Pflaume, Kirsche und Birne Gärten und Streuobstwiesen in pastellfarbene Kunstwerke.

Mit der Apfelblüte hält der Vollfrühling Einzug. Jetzt kennt die Blütenfülle keine Grenzen mehr. Obstbäume stehen in voller Pracht, Sträucher treiben kräftig aus, und Wildpflanzen setzen bunte Farbakzente in der Wiesenlandschaft. Spannend ist dabei die Reise des Frühlings durch Europa: Während er im Südwesten der Iberischen Halbinsel oft bereits im Februar Einzug hält, erreicht er das etwa 3600 Kilometer entfernte Finnland erst 90 Tage später. Mit einer Geschwindigkeit von rund 40 Kilometer pro Tag wan-

Während die Baumriesen ihre kahlen Äste dem Licht entgegenstrecken, drängen unten am Waldboden zarte Frühblüher ans Tageslicht. Beide verlangen nach Sonne, doch für Buschwindröschen, Lerchensporn & Co. bleibt nur ein kurzes Zeitfenster. Sie müssen blühen, bestäubt werden und Reserven anlegen, bevor sich über ihnen das Blätterdach schließt. Dann ist das Rennen entschieden und die Blütenpracht verschwindet so rasch, wie sie gekommen ist.

Noch vor dem Sommer ziehen sich die Pflanzen vollständig zurück. Ihre oberirdischen Teile sterben ab, während im Verborgenen die Zukunft gesichert wird: Die in den Blättern gebildeten Nährstoffe wandern in unterirdische Rhizome, verzweigte Sprossachsen, aus denen im nächsten Frühjahr neue Blütenteppiche entstehen.

und setzen den Kreislauf des Lebens in Gang. Wenn die Sonne spürbar wärmt, werden sie aktiv. Waldameisen, Marienkäfer oder auch die ersten Hummeln zieht es nach draußen.

Bereits im Februar kann man bei schönem Wetter Erdhummeln fliegen sehen. Im zeitigen Frühjahr legen die Königinnen ein Nest für die nächste Generation in einem Mäuseloch oder unter Steinen an. Dort bauen sie kleine, tonnenförmige Zellen für Nektar, Pollen und die Brut. Bis zu 600 Arbeiterinnen kann ein Hummelstaat im Laufe des Sommers umfassen.

mit der Zeit

Der Winter liegt erst rück, eine Zeit, in der scheinbar alles ruhte. Doch bereits un-

Schnee begann das neue Le-

Zum Schutz vor gefräßigen Waldbewohnern wie Wühlmäusen oder Wildschweinen sind sämtliche Teile dieser Pflanzen giftig. Ein leiser, aber wirkungsvoller Mechanismus in diesem perfekt getakteten Frühlingsdrama.

Frühlingserwachen

Wenn sich die ersten Blüten öffnen, Duft und Farbe verströmen, erfreuen sie nicht nur unsere Augen, sondern werden sogleich von Insekten umschwärmt. Ohne Insekten kein Frühling: Sie tragen zur Verbreitung der Pollen und Samen bei

Kaum steigen die Temperaturen, werden auch viele Tiere paarungsbereit. Besonders die Zugvögel haben nur wenig Zeit, um ihre Gene weiterzugeben. Nach ihrer Rückkehr aus dem Süden starten sie sofort mit dem Nestbau, denn nur wenige Wochen bleiben für Brut und Aufzucht. Die Vogelkinder wiederum sind auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen. So greift alles ineinander.

Selbst die Bäume stehen im Wettlauf mit der Zeit. Was jetzt austreibt und frisch grün leuchtet, wird sich in einem halben Jahr bereits wieder herbstlich verfärben. Doch noch gehört die Bühne ganz dem frischen Grün, der berauschenden Farbenpracht, dem vielstimmigen Vogelgesang und dem Summen und Brummen der Insekten. Der Jahreszyklus hat neu begonnen und das verheißungsvolle Schauspiel heißt: Frühling.

LOGIS FÜR NÜTZLINGE

Kaum ist der Frühling da, brummt und summt es wieder im Garten. Doch das große Konzert ist leiser geworden. Bienen, Hummeln, Marienkäfer und Schmetterlinge zeigen sich immer seltener. Der Insektenschwund ist längst kein fernes Naturphänomen mehr, sondern direkt vor der Haustür sichtbar. Umso wichtiger sind kleine, wirkungsvolle Schritte wie ein gut gebautes Insektenhotel als Beitrag zum Artenschutz.

Text & Fotos: Frank von Berger

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass es in den letzten Jahren immer weniger dieser zart geflügelten Wesen gibt? Am deutlichsten ist der Artenschwund vielleicht bei den Schmetterlingen zu bemerken, die immer seltener zu beobachten sind. Genauso rar geworden sind die weniger auffälligen Wildbienen, Hummeln und andere Blütenbesucher und -bestäuber.

Gründe dafür sind nicht zuletzt die intensive Landwirtschaft mit einer immer artenärmeren Vegetation, aber auch penibel aufgeräumte Gärten, in denen es für Insekten kaum noch Rückzugs-, Brut- und Überwinterungsorte sowie Nahrung gibt. Honigbienen sind von der Verarmung der natürlichen Lebensräume kaum betroffen, denn sie sind quasi Haustiere und ihnen wird von Imkern ein artgerechtes Zuhause gestellt.

Hartholzblöcke mit Bohrlöchern sollten abgeschmirgelt werden, damit sich Wildbienen und Co. die Flügel nicht verletzen – dann sind sie wertvolles Baumaterial fürs Insektenhotel.

Aber ihre wilden Artgenossen – es gibt in Deutschland etwa 565 Wildbienenarten – sowie viele andere nützliche Insekten suchen zunehmend erfolgloser nach einem Lebensraum, um sich zu vermehren und zu überwintern.

Nur eine Heimstatt mit Alibi-Funktion?

Um dem Abhilfe zu schaffen, werden sogenannte Insekten- oder Nützlingshotels immer populärer. Sie bieten einen künstlich geschaffenen Ersatz-Lebensraum für bedrohte Insekten, wenn es in der kultivierten Natur daran mangelt. Marienkäfer übrigens brauchen die Insektenhotels zwar nicht zum Überleben, nehmen sie aber gern als zeitweiligen Unterschlupf und als Überwinterungsquartier an.

Die menschengemachten Ersatzheime für Flattertiere auf Wohnungssuche gibt es in vielfältiger Form und Größe in Gartencentern und Baumärkten sowie im Internet zu kaufen. Natürlich finden sich bei diesen Insektenrefugien besser und weniger gut geeignete Modelle. Die im Handel erhältlichen Ausfertigungen haben aber zum großen Teil leider eher eine Alibi-Funktion und weisen oft gravierende Aufbau- und Bestückungsfehler auf. Im harmlosesten Fall werden die angebotenen

Modelle gar nicht besiedelt. Im schlimmsten Fall stirbt die Brut bei falscher Konstruktionsweise durch zu hohe Populationsdichte, Verpilzung oder Parasiten ab. Die Brutund Überwinterungshilfen für Wildbienen und andere Insekten lassen sich jedoch auch mit wenig Aufwand und Kosten leicht selbst herstellen. Mit ein paar Tipps gelingt das nachhaltig und effektiv.

Bauen mit geeigneten Materialien

Eine alte Obstkiste oder ein selbst gezimmerter Holzrahmen können dazu dienen, die Füllung zur Beherbergung der Insekten und ihrer Brut aufzunehmen. Die Bestückung mit geeigneten Materialien ist entscheidend, ob das Insektenhotel von den Tieren angenommen wird. Gut geeignet sind markhaltige Stängel von Stauden wie etwa die von Astern, Disteln, Sonnenblumen oder auch von Sträuchern wie Himund Brombeeren, sowie Abschnitte von hohlen Bambusrohren. Eine Länge von etwa 15 Zentimetern ist dabei ausreichend.

Holzblöcke, vorzugsweise aus Hartholz, mit mindestens zehn Zentimeter tiefen Bohrlöchern, sind ebenfalls gut geeignet, um die Insekten anzulocken. Der ideale Durchmesser der Bohrlöcher

Ein insektenfreundlicher Garten mit praxistauglichen Brut- und Nisthilfen lockt Wildbienen und Hummeln, allesamt fleißige Blütenbestäuber.

liegt dabei zwischen drei und sechs Millimetern. Die Bohrlöcher sollten allerdings mit Schleifpapier geglättet werden, damit sich die Insekten ihre Flügel nicht an splittrigen Rändern verletzen.

Steilwände aus Lehm lassen sich relativ einfach aus Erde oder Löss simulieren. In Hohlräume verschmiert, lockt das mineralische Material beispielsweise Masken-, Pelz- und Seidenbienen an, die ihre Brut sonst in lehmigen Steilwänden anlegen. Die erdartigen Strukturen brauchen aber einen guten Regenschutz, damit sie nicht ausgewaschen werden. Manche Wildbienen-Arten, wie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), die in der Natur in Mauerritzen brüten, weichen auch gern auf angebotene Nisthilfen in Form von Pflanzenstängeln aus. Zudem kann morsches Holz für Wildbienen bereitgestellt werden, die ihre Nistgänge selber graben, wie etwa die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea).

Schneckenhäuser gehören allerdings nicht in Insektenhotels, denn sie werden nur angenommen, wenn sie Erdkontakt haben

oder im Gras oder Gestrüpp deponiert werden. Auch Zapfen, Borke und organische Reststoffe wie Holzwolle sind nur nutzloses Material, das Volumen ohne echten Nutzen vorgaukelt. Und Lochziegel aus gebranntem Ton sind als Nisthilfen unattraktiv, weil ihre Löcher zu groß sind und zu raue Kanten haben.

Den richtigen Standort wählen

Wichtig ist zudem die richtige Standortwahl für das Insektenhotel. Am besten wird es unter einem Dachüberstand und somit vor Regen geschützt angebracht. Dabei sollte die Überdachung das Inventar nicht zu stark beschatten, damit die Brut ausreichend Sonnenwärme bekommt. Eine Südwestlage mit guter Belüftung, aber ohne Zugluft ist optimal. Wichtig sind zudem Wasserstellen in der Nähe, denn auch Bienen haben manchmal Durst. Eine flache Schale mit ein paar Kieselsteinen darin zum Landen und Rasten ist dafür gut geeignet.

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Pfanzenwissen

Und vergessen Sie nicht, an eine abwechslungsreiche, insektenfreundliche Bepflanzung Ihres Gartens zu denken. Denn ohne Nektartankstellen sind auch noch so gut ausgestattete Insektenhotels nicht mehr als ein „Hotel Garni“ ohne sättigendes Buffet. Deshalb ist im Garten ein Mix aus einheimischen Blütenpflanzen (vulgo auch „Unkraut“ genannt), blühenden Kräutern, Stauden und Gehölzen, alle mit möglichst ungefüllten Blüten, ein willkommenes Nahrungsangebot für die nützlichen Insekten. Wenn ein verzinktes, engmaschiges Gitter aus Hasendraht, angebracht in einigen Zentimetern Abstand zu den Nistmaterialien, die Konstruktion einhüllt, verhindert das außerdem die Plünderung des Insektenhotels durch Vögel wie Spechte sowie das Herausfallen des Nistmaterials.

Damit das Logis für Wildbienen und andere Nützlinge auf Dauer bewohnt werden kann, ist nur eine minimale Pflege nötig. In Abständen von einigen Jahren sollten die Nisthilfen von Verunreinigungen, Pollenund Kokonresten sowie von Larvenkot befreit werden. Das kann durch das Ausputzen mit Pfeifenreinigern, kleinen Pinseln oder auch einfach durch den Austausch des Füllmaterials erfolgen, sofern dieses nicht gerade besiedelt ist.

Keine Angst vor den gefügelten Gästen

KLEIN UND OHO!

Kräuterpädagogin

Monika Wurft über ein duftes Kräuterlein

Unscheinbar durchwebt er das frische Grün der Wiese, doch sein wunderbarer Duft verrät ihn sofort: der Gundermann (Glechoma hederacea) wird ohne seine kleinen lila Lippenblüten gerne übersehen, aber am Geruch erkennt ihn beinahe jeder. Verwandt mit Thymian, Minze und Co. bringt er Duft und Geschmack ins Spiel.

Erkennen kann man ihn an seinen langen Ausläufern mit herzförmigen Blättchen, vor allem aber an den kerzenartigen Blütenständen, die er derzeit keck nach oben streckt. Mit der Blüte zieht der Gundermann alle Blicke auf sich, um sich danach wieder in ein kriechendes Wildkraut zu verwandeln, das durch Zäune lugt, sich in Blumentöpfen ausbreitet und als Bodendecker betätigt.

Zu guter Letzt sei angemerkt: Selbst, wenn es nicht das optimale Insektenhotel ist, was seinen Platz im Garten findet, ist auch eine halbwegs praxistaugliche Lösung besser, als gar keine Nist- und Überwinterungsstation für die Tiere anzubieten. Angst vor den Gästen im „Hotel zur Wildbiene“ braucht übrigens niemand zu haben. Denn solitär lebende Wildbienen und Hummeln sind grundsätzlich friedfertig gegenüber Menschen und Haustieren, weil sie keinen Staat zu verteidigen haben.

Mit seinen ätherischen Ölen peppt der Gundermann Salate, Suppen und Desserts auf, darüber hinaus lindert er Insektenstiche und kleine Wunden.

Gundermann ist der Star in der süßen Kräuterküche. Für ein geniales Wiesenkonfekt bepinselt man seine Blättchen einfach mit geschmolzener Schokolade!

KOLUMNE
Foto: ©Monika Wurft
Fotos: © Frank von Berger

IDYLL FÜR DIE SINNE

GasthausJägerhausKanderngE netre

Das Restaurant Jägerhaus in Egerten ist an drei Tagen in der Woche geöffnet. Wer hier gut essen will, sollte rechtzeitig reservieren. Wer einmal da ist, kann aber in aller Ruhe genießen. Jolanda Wermuth und Küchenchefin Melanie Guttwein vergeben ihre Tische nur einmal pro Abend. Die beiden wünschen sich vor allem eines: glückliche Gäste.

Text: Marianne Ambs

Ein guter Braten braucht Zeit. Morgens aufgesetzt, köchelt er leise vor sich hin, bis er – garniert mit Beilagen der Saison – auf den Tisch kommt. Melanie Guttwein freut sich, wenn die Gäste ihre Kochkunst schätzen und entspannt genießen. Freitag- und Samstagabend servieren Jolanda Wermuth und die Küchenchefin im Jägerhaus ein wechselndes Vier-Gänge-Menü. Zudem gibt es eine überschaubare Karte mit saisonalen Gerichten.

Am Sonntagmittag finden sich die Gäste im kleinen Restaurant am Rande des Kanderner Ortsteils zum „Rundum-Sorglos-Menü“ mit Panoramablick ein. „Die Speisenfolge ist immer eine Überraschung“, verspricht Jolanda Wermuth.

Zum Auftakt gibt es einen Gruß aus der Küche: frisch gebackenes Jägerhausbrot aus Wollbacher Mehl mit dreierlei Dips. Der

Jolanda Wermuth (l.) und Melanie Guttwein ernten Bärlauch und andere Kräuter im eigenen Garten. Bei schönem Wetter wird die Terrasse mit Ausblick geöffnet.

Zurück aufs Land

Brotteig wird täglich frisch angesetzt und darf in aller Ruhe gehen. Klassiker auf der Jägerhaus-Karte sind zum Beispiel das zarte Châteaubriand vom Lavasteingrill oder saftiges Roastbeef an Aussie-Bush-Pfeffer-Jus. Der australische Touch kommt nicht von ungefähr: Jolanda Wermuths Mutter Tiffany Buckingham-Wermuth ist gebürtige Australierin, ihr Vater Christoph brachte aus seiner Zeit dort nicht nur seine Frau, sondern auch viele Rezepte nach Egerten mit. Dazu gehört auch Lamm mit Minzsoße. Die Minze für die würzige Soße erntet Melanie Guttwein im weitläufigen Garten. Auch Vegetarier sind im Jägerhaus gut aufgehoben: Für sie steht zum Beispiel „Cheeky Chicks“ auf der Karte, ein vegetarisches Kichererbsen-Curry mit Harissa, Honig-Curry-Feta und Couscous.

Kennengelernt haben sich die beiden Gastgeberinnen in Stuttgart. Beide bringen reichlich Erfahrung mit: Jolanda Wermuth lernte ihr Handwerk in Sternehäusern, reiste nach Asien und Australien und leitete schließlich ein Szenerestaurant. Melanie Guttwein war Küchenchefin im „Goldenen Adler“. 2015 beschlossen die beiden, das Restaurant Jägerhaus in Egerten zu übernehmen. Für Jolanda Wertmuth ging damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Das wollte ich schon immer“, sagt sie. Die damals 24-Jährige ist im Jägerhaus aufgewachsen und hat schon als Kind ihrem Vater in der Küche in die Töpfe geschaut. Auch Melanie Guttwein war sofort überzeugt. In Egerten konnten die beiden ihren Traum vom Landleben verwirklichen, mit Pferden, Hund und Gänsen. Auch ihre zwei Kätzchen fühlten sich im Markgräflerland wohler als in der Stadtwohnung.

Während Jolanda Wermuth schon immer Köchin werden wollte, fand Melanie Guttwein über Umwege in die Gastronomie. 1996 war sie die erste weibliche

Auszubildende zur Kfz-Mechanikerin im Bodenseekreis. Mit Ende Zwanzig landete sie als Küchenhilfe in einem Stuttgarter Gasthaus, entdeckte ihre Leidenschaft fürs Kochen und machte noch eine Ausbildung zur Köchin. Im Jägerhaus kümmert sich Jolanda Wermuth heute um den Service, während Melanie Guttwein die Küche führt. Die Menüs planen sie gemeinsam, inspirieren sich gegenseitig und profitieren jeweils vom Können und den Ideen der anderen.

Markgräfer Wein zum Hummer

Die Karte wechselt je nach Jahreszeit und lokalem Angebot. Melanie Guttwein arbeitet nebenher in der Landwirtschaft und kennt die Bauern persönlich. „Wir wollen vor allem kleine Familienbetriebe unterstützen“, sagen die Gastgeberinnen. So kommt das Bier von einem Bauernhof in Tannenkirch, wo noch in überschaubaren Mengen gebraut wird, und auf der Weinkarte stehen ausschließlich regionale Tropfen. „Wenn Gäste uns nach französischen Weinen zum Hummermenü fragen, dann

müssen wir passen, den gibt es bei uns nicht“, sagt Jolanda Wermuth mit einem Lächeln. Hummer allerdings schon, aber nur im März.

Dann werden die Tiere im kalten Nordatlantik in Reusen nachhaltig gefangen und anschließend roh schockgefrostet. „Das können wir vertreten, den Lebendtransport nicht“, erklärt Jolanda Wermuth.

Auch andere Produkte suchen

Gäste auf der Speisekarte vergeblich: Froschschenkel, Thunfisch, echten Kaviar ebenso wie Fleisch aus Massentierhaltung.

Blühendes Gartenparadies

In Egerten haben die beiden ihr Paradies gefunden, das sie mit ihren Gästen teilen. Im Frühling und Sommer zeigt sich der große Garten im englischen Stil von seiner schönsten Seite, wenn 354 Rosenstöcke nach und nach ihre Blütenpracht entfalten. Die Gäste sitzen auf der Terrasse mitten im Grünen. Zwischen den Gängen

lohnt sich ein Rundgang durch den Garten mit Teichen und Biotopen. Der schwarze Schwan „Sydney“, der seit fast 30 Jahren hier lebt, ist ebenso ein Publikumsliebling wie die Entenfamilie, die durch den Garten watschelt. Dazu summen Insekten, Vögel zwitschern. „Im Sommer hören wir sogar den Ruf eines Pirols“, freut sich Jolanda Wermuth. Kein Wunder, dass der Garten immer wieder zur Kulisse für freie Trauungen wird. Auch die beiden Gastgeberinnen haben sich hier das Jawort gegeben.

Bilder des Malers Max Böhlen zieren die Gasträume. Schwan „Sydney“ taucht seit 30 Jahren im Gartenteich ab.

Zum Gebäudeensemble des Jägerhauses gehört auch ein kleines Museum: Im benachbarten Malerhaus ist das Max-Böhlen-Museum untergebracht, das Jolanda Wermuths Großvater für die 3500 Werke umfassende Sammlung des Künstlers eingerichtet hat. Max Böhlen, Jolandas Urgroßvater, hatte das Jägerhaus 1939 für sich und seine Familie gekauft. Der aus der Schweiz stammende Maler lebte hier bis zu seinem Tod 1971. Sein Sohn Andreas eröffnete 1965 eine kleine Gastronomie für Wanderer und Einheimische, bevor Enkel

Christoph Wermuth, Jolandas Vater, 1988 daraus ein Restaurant machte. 1995 wurde in den ehemaligen Wohnräumen des Malers das Museum mit seinem künstlerischen Nachlass eröffnet. Einige seiner Werke hängen heute auch in den beiden Gasträumen mit etwa 20 Sitzplätzen. „Je nach Jahreszeit wechsle ich die Bilder immer wieder aus“, erzählt die Urenkelin, die Besucher auf Anfrage gerne persönlich durch das Museum führt.

Museum im Malerhaus

Den Dreiklang aus „Küche, Kunst, Natur“ im Jägerhaus empfinden Jolanda Wermuth und Melanie Guttwein selbst als „Idyll für die Sinne“. Wenn sie nicht kochen oder die Gäste bewirten, kümmern sie sich um Gänse, Enten, Hund und Pferde, um den weitläufigen Garten, um das Anwesen. Und um Jolanda Wermuths Großmutter, „damit sie bis zum Schluss in ihrem Haus bleiben kann“. Deshalb ist das Restaurant derzeit nur drei Tage in der Woche geöffnet. Für kleine Gesellschaften, Wandergruppen oder Betriebsfeiern öffnen die Gastgeberinnen aber auch außerhalb der regulären Zeiten gern ihre Türen. „Einfach anfragen“, sagen sie. „Wir machen vieles möglich.“

Rezept desMonat s

ASTHAUSJÄGERHAUS

Pavlova* mit Sahne, frischen Beeren und Holunderblüten

Zutaten

Für den Boden

225 g Eiweiß

300 g Zucker

1 EL Speisestärke

1 ½ EL heller Essig

Zum Anrichten

Geschlagene Sahne

Früchte der Saison: Im Frühling und Sommer frische Erdbeeren und Himbeeren

Holunderblüten und frische Minzeblättchen zum Dekorieren

Puderzucker zum Bestäuben

Das Eiweiß mit Zucker steif schlagen. Den Zucker dabei löffelweise zugeben und schlagen, bis er sich

aufgelöst hat. Am Schluss die Speisestärke und den Essig dazugeben und 5 Minuten weiterschlagen.

Den Ofen auf 150 Grad vorheizen. Die Masse in einer 24er Springform mit Backpapier auf einem Backblech in den Ofen geben und bei 120 Grad 40 Minuten backen. Danach im Ofen bei offener Tür abkühlen lassen.

Die Pavlova auf einem großen Teller oder einer Platte mit geschlagener Sahne anrichten und mit frischen Früchten, zum Beispiel Erdbeeren und Himbeeren, Holunderblüten und Minze-Blättchen garnieren. Mit Puderzucker bestäuben und sofort servieren.

Jeder kann sich von der Pavlova dann mit einem Löffel ein Stück auf seinen Teller nehmen und die Nachspeise genießen.

Restaurant Jägerhaus

Wollbacher Straße 28 79400 Kandern-Egerten

Tel.: 07626/8715

restaurant-jaegerhaus.de

Öffnungszeiten:

Fr. & Sa. ab 18.30 Uhr

So. ab 12 Uhr

* Die Pavlova, benannt nach der russischen Primaballerina Anna Pavlowa, stammt ursprünglich aus Australien und Neuseeland. In Australien gilt sie als Nationalgericht.

VIVE LA FRANCE

Texte, Rezepte und Fotografie: © 2025 by Géraldine Leverd La Cuisine deGé

Französisch kochen ohne Schickschnack! Géraldine Leverd zeigt, wie sich ohne großen Aufwand Bistro-Feeling auf den Tisch zaubern lässt. Frisch, unkompliziert und lecker, ob als schnelles Mittagessen oder als kleine kulinarische Showeinlage.

Gerösteter Fenchel und Rucolapesto

Für 4 Personen

Zubereitungszeit: 10 Minuten

Kochzeit: 30 Minuten

Für den gerösteten Fenchel

4 große Fenchelknollen (siehe Tipp)

2 EL Olivenöl

Salz und schwarzer Pfeffer

Für das Rucolapesto

60 g Rucola

60 g ganze Haselnusskerne, geröstet

60 g Parmesan, gerieben

2 Knoblauchzehen, geschält

120 ml Olivenöl

3 EL Zitronensaft, frisch gepresst

1 Prise Fleur de sel oder Meersalz

Den Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Die Enden der Fenchelknollen und das Grün abschneiden (das Grün kann man zum Garnieren aufheben). Die Fenchelknollen aufrecht stellen und 5 oder 6 dünne Scheiben der Länge nach abschneiden und auf das vorbereitete Blech legen.

Scheiben auf beiden Seiten mit 2 EL Öl bestreichen, salzen und pfeffern. 25–30 Minuten im Ofen zart rösten.

Alle Pestozutaten in einen Mixer geben und cremig pürieren.

Den gerösteten Fenchel auf einer Servierplatte anrichten, mit etwas Rucolapesto und, falls verwendet, mit dem Fenchelgrün toppen. Das übrige Pesto separat servieren.

Dieses Rezept kann mit jeglichem ofengerösteten Gemüse abgewandelt werden, wie Babykartoffeln, Zucchini, Karotten oder Kürbis.

Hähnchen

mit Estragon und Champignons

Für 4 Personen

Zubereitungszeit: 10 Minuten

Kochzeit: 30 Minuten

Für das Hähnchen

4 Hähnchenbrüste mit Haut, ohne Knochen (à ca. 80 g)

Salz und schwarzer Pfeffer

30 g Weizenmehl Type 405, 2 EL Olivenöl

Für die cremige Sauce

250 g Champignons, klein geschnitten, Olivenöl (optional), Salz

1 große Schalotte, geschält und gehackt

2 EL Butter, 30 g Weizenmehl Type 405

60 ml trockener Weißwein

480 ml Hühnerbrühe, 160 ml flüssige Sahne

60 g Babyspinat oder gehackte Spinatblätter

17 g frischer Estragon, gehackt

Hähnchenbrüste auf beiden Seiten salzen und pfeffern. Mehl in einen flachen Teller geben und das Fleisch darin wenden, um es vollständig zu ummanteln; überschüssiges Mehl ab klopfen.

Das Öl bei mittlerer Temperatur in einem Schmortopf erhitzen. Die Hähnchen -

brüste darin etwa 3 Minuten je Seite anbraten, bis sie goldbraun sind, währenddessen nicht bewegen. Danach aus dem Topf nehmen.

Im selben Topf die Champignons anbraten. Falls nötig, etwas Öl nachgießen, und bei mittlerer Temperatur 5–10 Minuten braten, bis sie weich und braun sind. Salzen und aus dem Topf nehmen.

Im selben Topf die Schalotte 2 Minuten bei mittlerer Temperatur anbraten. Butter hinzufügen und schmelzen, Mehl hineinrühren und eine Mehlschwitze herstellen. Weißwein dazugießen und ablöschen, eventuellen Bratensatz mit einem Kochlöffel vom Topfboden lösen. Die Hälfte der Brühe hinzufügen, dann die zweite Hälfte, unter ständigem Rühren eine cremige Sauce zubereiten. Die Hähnchenbrüste wieder in den Topf legen und bei mittlerer Temperatur 15–20 Minuten kochen lassen, bis die innere Temperatur mindestens 74 Grad beträgt, und das Fleisch, damit es gleichmäßig durchgart, gelegentlich wenden. Kurz vor dem Servieren die Sahne, die gebratenen Pilze, den Spinat und den Estragon hinzufügen. Gut umrühren und etwa 2 Minuten köcheln lassen, bis die Sahne warm und der Spinat zusammengefallen ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Hähnchenbrüste sofort mit der Sauce servieren.

Zitronen-Meringue-

Törtchen

Für 6 Törtchen

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Kühlzeit: 2 Stunden 10 Minuten

Kochzeit: 30 Minuten

Für den süßen Mürbeteig

Butter zum Einfetten

1 Kugel süßer Mürbeteig, gekühlt

Mehl zum Bestauben

Für den Lemon Curd

3 mittelgroße Eier, 130 g Zucker

Abrieb von 1 mittelgroßen unbehandelten Zitrone

120 ml Saft von 2 mittelgroßen Zitronen, 3 EL Speisestärke

60 g Butter, zimmerwarm

Für die Meringue

2 mittelgroße Eiweiß, 65 g Zucker

Den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Sechs Mini-Tarteförmchen (Ø 10 cm) mit Butter einfetten.

Die gekühlte Teigkugel auf einer leicht bemehlten Oberfläche in sechs gleich große Teile teilen, jedes gut 3 mm dick ausrollen

und in eine der vorbereiteten Formen einpassen, überschüssigen Teig von den Rändern abschneiden. Mit einer Gabel ein paarmal in den Boden stechen. Ein Backpapier auf den Teig legen und mit getrockneten Bohnen belegen. 20–25 Minuten blindbacken, bis die Oberfläche goldbraun und durchgebacken ist. Auf einem Gitterrost 10 Minuten abkühlen lassen und aus den Förmchen lösen.

Eier und Zucker in einer Schüssel zu einer blassen Mischung verrühren. Die geriebene Schale von 1 Zitrone, 120 ml Zitronensaft (aus beiden Zitronen) und Speisestärke in einem Topf verrühren, bis die Speisestärke aufgelöst ist. Die Ei-Zucker-Mischung in den Topf geben und bei mittlerer Temperatur unter ständigem Rühren erhitzen, bis der Curd eindickt. Vom Herd nehmen, Butter hinzufügen und einrühren. Den Curd sofort auf den abgekühlten Formen verteilen. Mind. 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Eiweiß in einer großen Schüssel mit einem Handrührer schlagen, nach und nach den Zucker dazugeben, bis sich feste Spitzen bilden. Die Meringue über den Curd löffeln. Die Tartes für 5–10 Minuten bei 200 Grad in den Ofen stellen, bis die Meringue Farbe annimmt. Sofort servieren oder bis zu 48 Stunden kühlen.

KÜCHENLIEBLING

Geschmorte Lammhaxe, Polenta & Bohnenragout

4 Lammhaxen

Je 1 Karotte, Zwiebel

7 Knoblauchzehen

2 Schalotten, ½ Sellerie

1 EL Tomatenmark, Rotwein

1 l Lammfond

Je 1 Zweig Rosmarin, Thymian, Petersilie

Lammhaxen mit Salz und Pfeffer würzen, ringsum knusprig braten. Gemüse und 3 Knoblauchzehen mitrösten. Tomatenmark zugeben. Mehrfach mit Rotwein ablöschen und reduzieren. Mit Lammfond auffüllen, Kräuter zugeben, im Ofen bei 100 Grad circa 1,5– 2 Stunden schmoren.

Haxen aus der Sauce nehmen und warmstellen, Sauce passieren. Restlichen Knoblauch in Olivenöl andünsten, mit Rotwein ablöschen, reduzieren, zur Sauce geben.

La Cuisine de Géraldine. Die junge französische Küche von Géraldine Leverd

Verlag: Christian Verlag, 2025

192 Seiten, Hardcover Preis: 29,99 Euro

Für die Polenta je ½ Liter Milch und Sahne mit je einem Bund Thymian und Rosmarin aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen. 110 Gramm Polenta einrühren, quellen lassen, 100 Gramm Parmesan unterheben und mit Salz, Muskat, Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

400 Gramm Bohnen in Salzwasser bissfest garen, in gewünschte Größe schneiden. Eine Zwiebel in Butter glasig dünsten, Bohnen zugeben und mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut abschmecken.

JOHANNES OERDING MITTWOCH, 29. APRIL 19.30 UHR

MesseFreiburg, Sick-Arena

KALENDERApril

Ausstellungen

NATURKUNDEMUSEUM

Versammelt

Die Vielfalt des Lebens auf der Erde Karlsruhe, bis 12.4. www.smnk.de

SPIELZEUG WELTEN MUSEUM

Teddy

Von Legende bis Lifestyle Basel, bis 31.1.27 www.spielzeug-weltenmuseum-basel.ch

HISTORISCHES

MUSEUM BASEL

Schatzfunde

Versteckt, verschollen, entdeckt Basel, bis 28.6. www.hmb.ch

ZKM

Eva-Maria Lopez: PhytoTravellers

Projekt im Rahmen von „Fellow Travellers“ Karlsruhe, bis 26.10. www.zkm.de

NATURHISTORISCHES

MUSEUM BASEL

Wildlife Photographer of the Year

Die 100 weltbesten Naturfotografien Basel, bis 28.6. www.nmbs.ch

KUNSTMUSEUM BASEL

The First Homosexuals Die Entstehung neuer Identitäten 1869–1939 Basel, bis 2.8. www.kunstmuseumbasel.ch

MUSEUM.BL

Fix it!

Vom Glück des Reparierens Liestal, bis 30.8. www.museum.bl.ch

AUGUSTINERMUSEUM

Zukunfts(t)räume

Museum im Wandel Freiburg, bis 21.2.27 www.museen.freiburg.de

GALERIE HEITZ, PALAIS

ROHAN

Eine unumgängliche Vergangenheit

Archäologische Entdeckungen auf der A355 Straßburg, bis 21.6. www.musees.strasbourg.eu

DOKUMENTATIONSZENTRUM NS

Ende der Zeitzeugenschaft? Vom Erzählen zum Bewahren. Wie Erinnerung weiterlebt Freiburg, bis 13.9. www.museen.freiburg.de

FONDATION BEYELER

Cezanne

Bahnbrechende Werke des Pioniers

Basel/Riehen, bis 25.5. www.fondationbeyeler.ch

TROMPETENMUSEUM

400 Jahre Trompetengeschichte Das breite Spektrum der Trompetenbaukunst Bad Säckingen www.trompetenmuseum.de

Foto: © Thomas Leidig

KERAMIKMUSEUM

STAUFEN

Jugendstil international Keramische Kunst ohne Grenzen Staufen, bis 28.11. www.landesmuseum.de

VITRA DESIGN MUSEUM

Hella Jongerius

Whispering Things

Weil am Rhein, bis 6.9. www.design-museum.de

MUSEUM TINGUELY

Nicolas Darrot

Fuzzy Logic Basel, bis 7.3.27 www.tinguely.ch

MUSEUM FRIEDER BURDA

Wettstreit mit der Wirklichkeit

60 Jahre Fotorealismus Baden-Baden, bis 2.8. www.museum-frieder-burda.de

KUNSTHALLE MESSMER

Hermann Hesse Bereit zum Aufbruch Riegel, bis 11.10. www.kunsthallemessmer.de

CARTOONMUSEUM

José Muñoz

Broken Voices Basel, bis 21.6. www.cartoonmuseum.ch

DREILÄNDERMUSEUM

Burg Rötteln

Neue Methoden in der Archäologie Lörrach, bis 14.6. www.dreilaendermuseum.eu

VITRA SCHAUDEPOT

Science Fiction Design

Vom Space Age zum Metaverse Weil am Rhein, bis 10.5. www.design-museum.de

KUNSTMUSEUM BASEL

Helen Frankenthaler Werke aus sechs Jahrzehnten. Basel, 18.4. bis 23.8 www.kunstmuseumbasel.ch

DREILÄNDERMUSEUM

Legal – Illegal

Graffiti, Street Art & Murals Lörrach, 22.4. bis 12.7. www.dreilaendermuseum.eu

Kabarett/Comedy

FREITAG, 3.4.2026

Kellerkinder Comedy Stand-up-Comedy, Open Mic Harmonie Gewölbekeller, Freiburg, 19 Uhr www.harmonie-gewoelbekeller.de

FREITAG, 10.4.2026

Matthias Brodowy

„Bis es Euch gefällt ...“ Theater Kumedi, Riegel, 20 Uhr www.kumedi.de

DONNERSTAG, 16.4.2026

Liese-Lotte Lübke

„Die beste Entscheidung der Woche“ Theater im Teufelhof, Basel, 20.15 Uhr www.theater-teufelhof.ch

FREITAG, 17.4.2026

Django Asül

„Am Ende vorn“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr www.vorderhaus.de

Bülent Ceylan „Diktatürk“ Messe, Freiburg, 20 Uhr www.messe.freiburg.de

Oropax-Experimental Demo-Version 0.0.1 der neuen 2026er-Show

E-Werk, Freiburg, 20 Uhr, auch am 18.4. www.ewerk-freiburg.de

SAMSTAG, 18.4.2026

Rasmus Syman „Alles Ego“ Burghof, Lörrach, 20 Uhr www.burghof.com

Toni & Max Uthoff

„Einer zuviel“ Paulussaal, Freiburg, 19.30 Uhr www.vorderhaus.de

Inka Meyer

„Highway to Health“ Roccafé, Denzlingen, 20 Uhr www.roccafe.de

Luksan Wunder „Dr. Edeljoghurts Multimedia Panoptikum 2“ Vorderhaus, Freiburg, 20 Uhr www.vorderhaus.de

Illustration: © José Muñoz, «Alack Sinner: Begegnungen» (Ausschnitt), 1981 Szenario von Carlos Sampayo Casterman, Paris, 1984

Ausstellung

28.3. bis 21.6.2026 Cartoonmuseum Basel www.cartoonmuseum.ch

BROKEN VOICES

Mit Hardboiled-Storys um den Privatdetektiv und Ex-Polizisten Alack Sinner, in Schwarz-Weiß-Kontrasten gehalten, haben der aus Argentinien stammende Comiczeichner José Muñoz und sein Landsmann Carlos Sampayo einen Meilenstein der Comicgeschichte geschaffen. Das Cartoonmuseum zeigt das Lebenswerk des Zeichners erstmals in einer Retrospektive in Europa.

Dies war eine Leseprobe der April-Ausgabe 2026.

SIE HABEN LUST AUF MEHR?

Das komplette Heft ist ab dem 27. März im Handel.

R EGIO

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