+++ Geburtstags-Special chilli Stadtmagazin +++
Jubiläumsausgabe 10 Jahre Freiburger Stadtmagazin
Freudenhäuser
Festivals
Feierlaune
KRIEGT FREIBURG MIT DEM HÜHNERSTADL EIN LAUFHAUS?
DAS SIND DIE PROGRAMMMACHER DES SOMMERS
SO HAben die FREIBURGer DEM CHILLI GRATULIERT
10 Jahre
Jubiläumsausgabe • 3
Eine stolze Strecke Das freiburger stadtmagazin setzt auf unverwechselbare Inhalte
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iebe Leserin, lieber Leser, „it’s chilli-time“ stand über dem Editorial der ersten Ausgabe des Freiburger Stadtmagazins am 17. April 2004. Damals arbeiteten wir noch mit einem ganz kleinen Team im Posthof an der Heinrich-von-Stephan-Straße. Und weil wir nur so etwas Ähnliches wie einen Etat hatten, kaperten wir – dem Hausmeister sei Dank – kurzerhand zwei zusätzliche Büros und optimierten so unsere Bürokosten. Die Printbranche reagierte auf die neue Pflanze im Blätterwald entweder reserviert oder gar pikiert. Die Leser aber – und zum Glück auch viele Anzeigenkunden – hatten offenbar große Lust auf etwas Neues, Frisches, etwas Handgemachtes, auf ein journalistisch ambitioniertes Stadtmagazin, das Freiburg damals nicht hatte (die ZET war 1992 eingestellt worden), das weit über einen aufgehübschten Veranstaltungskalender hinausgeht, das Themen setzen kann und vor allem eine Zielgruppe kennt, die für Werbetreibende sehr interessant ist. Die 20- bis 50-Jährigen, junge und jung gebliebene Menschen, die wichtige Lebensentscheidungen treffen, die ihre Freizeit nicht vorm Fernseher verbringen, vielleicht nicht zum Tageszeitungsabo neigen, sich trotzdem informieren und auch mal Spaß an der Lektüre haben wollen. Freude hatten wir von Anfang an und vieles von den ersten Ausgaben ist bis heute fester Bestandteil des Magazins. Die Kolumne Nachgewürzt etwa, in der bei der Premiere der Kabarettist Volkmar Staub den frisch gekürten SPD-
Spitzenkandidaten Müntefering aufs Korn nahm. Oder das Schwarze Brett, der Kalender, der Partyticker, Portraits von oder Interviews mit besonderen Menschen in dieser besonderen Stadt, Reisereportagen, Geschichten aus Politik, Sport, Szene, Gastronomie, Wissenschaft und Wirtschaft. Die chillisten sind überzeugte Printtäter. Fürs Abdrucken von Pressemitteilungen recherchieren wir indes zu gerne. Es sind die unverwechselbaren Redaktionsinhalte, die uns antreiben, die wir auch bei unseren Seminaren für die Freiburger Universität den jungen Nachwuchsjournalisten vermitteln wollen. Diesem Mehrwert für unsere Leser geht ein Mehr an Aufwand im Haus voraus. Darum verneige ich mich heute vor allen Menschen, die für diesen Verlag arbeiten und sich mit ihm identifizieren. Und ich verneige mich vor unseren Lesern, von denen uns sehr viele seit jenem April 2004 die Treue halten. Und schließlich möchte ich mich bedanken, bei all den Unternehmen und Unternehmern, die mit ihren Anzeigen dieses Stadtmagazin erst möglich machen. Es ist eine stolze Strecke, die wir mit Ihnen und Euch schon gegangen sind. Wir werden unseren Weg weitergehen. Bleiben Sie, bleibt uns auf diesem Weg gewogen. Wir wünschen auch bei dieser Jubiläumsausgabe anregende Lektüre. It‘s chilli-time.
Herzlichst, Ihr Lars Bargmann, Chefredakteur & die chillisten Foto: © ns
Die aktuellen chilli-Stammspieler vor dem Redaktionssitz in der Lokhalle: Lars Bargmann, Erika Weisser, Michaela Moser, Uwe Bernhardt, Conny Brändle, Tanja Bruckert, Marlene Schick, Felix Holm, Johanna Klausmann, Jonas Stratz, Alexandra Huber und Beate Vogt. Es fehlen: Anke Huber und Simone Bednarek.
4 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
Die Hülle ist nicht ganz so sexy: Hier soll bald ein neuer Puff gebaut werden.
Laufhaus beim Bauhaus FKK-Palast-Betreiber Berthold Lorenz plant Hühnerstadl von Lars Bargmann
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er Bauantrag ist noch nicht eingereicht, die Pläne sind aber schon fast fertig: Berthold „Bobby“ Lorenz, der im Oktober 2011 den orientalisch inszenierten FKK-Palast an der Tullastraße eröffnete, plant die Ausweitung des horizontalen Gewerbes in Freiburg. Lorenz hat jetzt das rund 1200 Quadratmeter große Grundstück an der Ecke Schildackerweg und Wiesentalstraße erworben. Er bestätigt zudem – wenn auch zöger-
lich – die chilli-Informationen, wonach auf dem Grundstück mit der Adresse Wiesentalstraße 1 das bestehende Gebäude samt Halle abgerissen und einem Neubau für einen „Hühnerstadl“ weichen soll. Das wäre Freiburgs erstes Laufhaus. Von wem er für welchen Preis das Areal erworben hat, will er nicht sagen: „Keine Ahnung.“ Im Haus arbeiten aktuell sechs, sieben Frauen für sich. Nicht für ihn: „Ich vermiete ja nur die Räume.“
10 Jahre
Jubiläumsausgabe • 5
Ein weiteres Motiv der Verwaltung war, mit der LibeIm Rathaus weiß Sprecherin Edith Lamersdorf von den Plänen noch nichts. Der Standort im Gewerbegebiet ralisierung der Blowjob-Branche an anderen Stellen Süd wäre baurechtlich mit einem Laufhaus wohl verein- weitere Auswüchse des ältesten Gewerbes der Welt zu bar. Denn nach vielstimmiger Kritik an Freiburgs anti- verunmöglichen. Die Branche boomt: Bundesweit werquierter „Bordellkonzeption“ hatte die Stadtspitze unter den Milliarden mit der käuflichen Liebe umgesetzt, in Federführung des Baudezernenten Martin Haag im No- Freiburg gibt es derzeit rund 80 Bordelle und Terminvember 2012 in einer Pressekonferenz erklärt, dass sie wohnungen – etwa am Rankackerweg, an der Kronenneben den drei genehmigten Bordellstandorten (House straße, am Werderring oder auch südlich des Schwaof Love an der Wiesentalstraße 15, FKK-Palast an der bentors. In der Regel läuft das hin und wieder durchaus laute Tullastraße 79 und Moser-Areal Ecke Basler und Heinrich-von-Stephan-Straße) sieben weitere legalisiert. Das Geschäft nach außen still und ruhig ab. Hinweise über betrifft die bordellartigen Betriebe Studio Fantasy (Auf Revierkämpfe oder Buttersäurenattacken hat die Polizei derzeit nicht. „Die Szene ist total ruder Haid 1), das Erotikstudio Münzer (Bettackerstraße 25), Noblesse FreiHühnerstadl hautnah hig, es gibt keinerlei Vorfälle in jüngster Zeit“, sagt Polizeisprecher Walter burg (Todtnauer Straße 1), die Villa am Hexenhäusle Roth. Zuletzt war das Milieu im Juni Haslach (Haslacher Straße 21 a) und 2012 in die Schlagzeilen geraten, als das Studio 79 (Robert-Bunsen-Straße 11a), das als Bordell nach dem durch Lorenz erzwunge- der Freiburger Amtsgerichtsrichter Lars Petersen und nen Umzug aus der Tullastraße bis dahin baurechtlich Schöffen in einem Gnadenurteil milde Strafen gegen nicht zulässig war. Und zudem eben das Hexenhäusle zwei Angeklagte mit seitenlangen Vorstrafenregistern (Schildackerweg 30) sowie das Passion Palace, das heute aus dem Umfeld der Hells Angels verhängten. Ein damals 48-jähriger Koch, der zwei Gaststätten in Freiburg an der Wiesentalstraße 1 steht. Dem Freiburger Stadtmagazin chilli war damals die ent- und Lahr betrieben hatte und zuvor mal Vizepräsident sprechende Gemeinderatsdrucksache G-12/229 weit vor der Lahrer Hells Angels war, hatte im November 2010 der Pressekonferenz und der Sitzung des Gremiums zuge- versucht, das Massagehaus in der Mattenstraße und das spielt worden und hatte über eine neue Sexsteuer, mit der Hexenhäusle in seine Finger zu kriegen. Beide wurden die Verwaltung eine viertel Million Euro kassieren will, von einem in Thailand ansässigen Vermieter betrieben. Um seinem Ansinnen die nötige Ernsthaftigkeit zu verund die Legalisierung der Rotlichtszene berichtet. Der Hühnerstadl würde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hexenhäusle Fotos: © bar entstehen. Von den Hexen war trotz mehrfacher Anfrage keine Stellungnahme zu bekommen. Lorenz will das Laufhaus im Stile eines mittelalterlichen Bauernguts bauen: „Das wird was Sensationelles, das wird das schönste Puff in Freiburg.“ Hatte er das nicht schon über den FKK-Palast gesagt? Der Palast habe die Latte hochgelegt, aber das Laufhaus werde sicher mindestens so beeindruckend. In dem geplanten zweieinhalbgeschossigen Ge- FKK-Palast an der Tullastraße: Für Betreiber Berthold Lorenz das schönste Bordell Freiburgs. bäude werde es im Erdgeschoss eine Kontakt-Bar im Après-Ski-Stil geben. Ein Laufhaus funk- leihen, war der Koch mit einer Gruppe von acht Hells tioniert etwa so wie die berüchtigte Herbertstraße auf Angels aufgetreten – was nicht nur die Prostituierten, dem Kiez in Hamburg. Die Kundschaft kann sich in aller sondern auch deren Kundschaft einschüchterte. DirekRuhe in den offenen Zimmern anschauen, was anmacht te Folge: Der Umsatz sackte ab. Der Mann drohte wei– und dann die Tür zumachen. In einem Laufhaus kostet tere „Stubenrundgänge“ an. Er bekam sieben Monate, – anders als im FKK-Palast – nicht das Eintreten, nur das ausgesetzt zu einer vierjährigen Bewährung. 2003 hatten Richter des Freiburger Landgerichts eiEindringen. Bis zu 20 Frauen könnten im Hühnerstadl ihre Vorzü- nen 32-jährigen Deutschen wegen bandenmäßigen ge anbieten. Für ganz Freiburg geht das Rathaus von Menschenhandels und Zuhälterei für fünfeinhalb Jahre einem Bedarf von 120 Liebesdienerinnen aus. Auch hinter Gitter geschickt. Die aus dem russischen Raum SPD-Stadtrat Walter Krögner hatte seinerzeit über- importierten Frauen mussten in Freiburg erst einmal rascht auf die chilli-Informationen reagiert: „Das ist die Reisekosten abarbeiten. Das ist lange her. Als Loaber das offizielle Anerkenntnis eines Bedarfs, der bis- renz vor zweieinhalb Jahren die Türen seines Palasts her gerne kleingehalten wurde. Die Stadtverwaltung öffnete, meinte er im Gespräch mit dem chilli: „Mit sieht der Realität ins Auge, muss ins Konzept aber auch dem Palast ist der Bedarf in Freiburg jetzt eigentlich genoch den Schutz der Prostituierten an ihren Arbeits- deckt.“ Die Zeiten haben sich offenbar geändert. Das Laufhaus scharrt mit den High Heels. plätzen einarbeiten.“
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10 Jahre
Stimmen zum Jubiläum 10 Jahre chilli – viele Freiburger ziehen den hut chilli ist was für junge Leute, mit Szene-Tipps, angesagten Clubs und Events. Ein attraktives Stadtmagazin, mit Tipps, Trends, auch solide recherchiertem Hintergrund von Pop bis Politik Das ist der erste Foto: © ns Blick aufs bunte Cover. Aber chilli ist nicht nur was für junge Leute. In den ersten zehn Lebensjahren hat sich das Magazin zu einer beachteten Stimme im politischen und wirtschaftlichen Leben der Stadt entwickelt. chilli ist der erfolgreiche Beweis, dass auf Papier gedruckte Magazine auch in der jungen Generation noch attraktiv und eine lesenswerte Alternative zum Internet sein können – wenn sie gut und zielgruppengerecht gemacht sind wie chilli. Und chilli ist der Beleg dafür, dass Kommunalpolitik und Wirtschaft in einem Szene- und Veranstaltungsmagazin spannend rüberkommen können. Nicht nur knapp vor der Wahl. Herzlichen Glückwünsch zu zehn guten Jahren in der Freiburger Medienlandschaft, und Dank und Respekt den chilli-Machern, weiterhin alles Gute und viel Erfolg auf diesem Weg. (Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg)
Foto: © Albert Josef Schmidt
„Pfeffer ins Getriebe“ ist ein Buchtitel, der einen Streifzug durch 100 Jahre Kabarett bietet. Dem Kabarett, der Kultur und dem Vorderhaus der FABRIK ist das chilli durch seine Streifzüge durch das kulturelle Leben der Stadt verbunden. Wir verbinden mit dem herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag allerschärfenstens die Forderung nach „Chilli fürs Volk!“ (Martin Wiedemann, Geschäftsführer Vorderhaus)
Wer so gut arbeiten kann, der kann sicher auch gut feiern. Die KRAMER GmbH wünscht dem Freiburger Stadtmagazin chilli ein Jubiläum, an das Sie sich noch lange und gerne erinnern werden. chilli war exklusiver Medienpartner unseres Pilotprojekts addhome study, welches auf dem Gelände der historischen Lokhalle in Freiburg, direkt neben der chilli Redaktion seinen Platz gefunden hat. Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit, wünschen weiterhin viel Erfolg und Schaffenskraft und gratulieren dem Kapitän und seiner Mannschaft zu zehn Jahren Erfolgskurs. Dass es so weitergehen soll, versteht sich von selbst … (Matthias Weckesser, Geschäftsführer der KRAMER GmbH)
Really Chilly! Eines Tages vor ca. 10 Jahren – ich chillte gerade in einem netten Freiburger Café – fällt mir eine Zeitschrift auf, die auf dem Stapel neben mir liegt. Ansprechend anders gestaltet. Ein Grafik: © schaps hübsches Gesicht schaut vom Titelblatt keck lächelnd zu mir hoch. Ich konnte gar nicht anders, als das Heft in die Hand zu nehmen und genauer zu beäugen. Das erste chilli! Was dann kam, waren zum einen achtzig klasse designte Seiten voller Szenetipps und Reports zu allen nur möglichen interessanten Themen; und dann entstand sehr bald eine tolle Zusammenarbeit und Freundschaft. Liebe Michaela, lieber Lars, liebes chilli-Team, damals habt ihr eure großartige Vision mit viel Mut und Know-how realisiert und mit viel Ausdauer und Gespür zu dem gemacht, was sie jetzt ist: DIE Zeitgeist-Zeitschrift für Freiburg und Regio. Dazu beglückwünsche ich euch ganz herzlich und wünsche euch weiterhin so viel Energie, Geschick, Ideenreichtum und natürlich Glück. Feiert schön, lasst euch feiern, und lasst uns bald mal wieder gemeinsam chillen! (Marc Boehlkau, Inhaber DIE KÜCHE Freiburg)
10 Jahre
Liebes Chilli-Team, wir gratulieren ganz herzlich zum zehnjährigen Bestehen! Immer wieder ist es spannend, die neuesten Artikel und Veröffentlichungen zu lesen und Themen anders aufbereitet zu sehen als in der Tagespresse. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich aus einer sehr kleinen Redaktion eine beachtliche Gruppe gebildet, die uns hoffentlich noch lange mit chilligen Artikeln versorgen wird. (Monika Stein und Coinneach McCabe für die Grüne Alternative Freiburg)
Liebe chillisten, da kann man unterwegs sein in dieser Republik, wo man will. Oft, ganz oft Fehlanzeige! Kein Stadtmagazin. Daher: Immer, wenn ich wieder nach Hause komme, freue ich mich darüber, dass es Euch gibt. Perfekte Recherche, knackige Texte. Ein vielfältiger Blick auf unsere Stadt. Einfach nur gut. Für die nächsten zehn Jahre von Herzen alles Gute. Und bitte das Niveau halten. (Hermann Dittmers, Geschäftsführer der S-Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Freiburg, Ortsvorsteher in Kappel und CDU-Kandidat für den Freiburger Gemeinderat)
Messen, Märkte, Feste, Musik, Theater, Ausstellungen – kurz: Events – für Junge und Junggebliebene: ich danke dem chilli für zehn Jahre umfang- und inhaltsreichen Veranstaltungskalender, spannende Hintergrundgeschichten und Kulturtipps für Freiburg und – mit der cultur.zeit – den gesamten Oberrhein. Weiter so und viel Erfolg für die nächsten zehn Jahre! (Klaus W. Seilnacht, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH)
Jung, ambitioniert, regional, kritisch – und meist frech: Das Freiburger Stadtmagazin chilli wird zum Teenager. Wir gratulieren dem ganzen Verlagsteam zu zehn Jahren Magazinjournalismus mit frischem Blick und immer wieder neuen Geschichten am und rund um den Standort Freiburg. (Bernd Dallmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH) Foto: © privat
Liebe Macher, Redakteure, chillisten, nicht selten habt Ihr es in den vergangenen 10 Jahren geschafft, über Ereignisse, Änderungen, Neues und Bewährtes zu berichten, bevor die Verlagskonkurrenz überhaupt im Thema war. Aber auch (erscheinungsbedingt) bereits bekanntes, wurde mit anderem Blickwinkel und neuen Fakten so aufgelegt, das es aktuell daher kam. Dies und vieles mehr (Veranstaltungskalender, cultur.zeit, Online Ticker, persönliche Interviews) zeichnen heute euer Blatt aus. Das Magazin und deren Positionierung sind gelungen. Gratulation!! Weiter so und nehmt euch die Zeit, dieses Jubiläum auch gebührend zu feiern. (Olaf Maier, Waldsee Freiburg)
Jubiläumsausgabe • 7
10 Jahre chilli, welch’ große Freude, ein Stadtmagazin für kluge, vernünftige Leute. Bester Journalismus und klarer Stil, sehr gute Artikel, und deren viel! Hervorragende Thematik mit größter Sorgfalt, wie es in früherer Zeit auch bei anderen Zeitungen galt. Aber leider heute bei letzteren meist abhanden gekommen! Drum habe ich mir nun einmal vorgenommen: Auch weiterhin chilli zusammen mit meiner Frau treu zu bleiben, bis in alle Ewigkeit, solange Ihre Redakteure schreiben! Gratulation zum 10-jährigen Jubiläum von ganzem Herzen allen chilli-Schreiberlingen samt Redaktionsleitung. (Rainer Jäger, treuer Leser)
Wo spielt die Musik? Wo geht die Post ab? Aber auch: Wo ist – auch politisch – der Wurm drin und wo entwickelt sich Spannendes in der Stadtgesellschaft? Seit zehn Jahren ist uns das Stadtmagazin chilli ein kompetenter, kritischer und leidenschaftlicher Lotse durch das Dickicht der Angebote und Entwicklungen in Freiburg. Für dieses andauernde Engagement für unsere Stadtkultur danke ich dem Team um Lars Bargmann und wünsche das Beste für das zweite Jahrzehnt. Besonderen Glückwunsch auch zum immerhin vierjährigen Jubiläum der chilli cultur.zeit, deren fachkundige Reportagen über das Kunst- und Kulturleben am Oberrhein in seiner journalistisch anspruchsvollen Form eine wunderbare Bereicherung der trinationalen Identität unserer KulturRegion darstellt. Weiter so! (Ulrich von Kirchbach, Kulturbürgermeister in Freiburg)
WM 1950: Tippschwäche – Mutterland England gegen Entwicklungsland USA. Eine klare Sache, aber nur auf dem Papier. England verliert 0:1. Noch gibt es keine TVÜbertragungen. Die Presse in England hält das Ergebnis aus dem Telegramm für einen Tippfehler und druckt stolz ein 10:1 für England. Anders als bei diesem Spiel stimmt die 10 für das Magazin Chilli. 10 Jahre klasse Journalismus auf den Punkt gebracht – WM-reif. Gratulation dazu. (Jörg Frey, Geschäftsführer Haufe-Lexware)
8 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre Wir gratulieren dem chilliMagazin recht herzlich zum 10-jährigen Bestehen. Die „chillisten“ entwerfen ein erfolgreiches und lesenswertes Magazin, das mittlerweile als eine „Stimme der Stadt“ nicht mehr wegzudenken ist – Weiter so! Für die Zukunft wünschen wir weiterhin viele kreative Ideen und ein anhaltend spannendes Stadtleben für die Berichterstattung. (Wendelin Graf von Kageneck, Fraktionschef der CDUStadtratsfraktion)
Das chilli bringt genau die richtige Würze in die regionale Berichterstattung. Großes Kompliment an die Macher! Wir freuen uns auf die nächsten 10 Jahre. Prost! Auf die nächsten 10 erfolgreichen Jahre! (Georg Schwende, Geschäftsführer der Fürstenberg-Brauerei)
Chilli macht Spaß! Uns als engagierten Kinomachern ganz besonders: denn CHILLI hat Heft für Heft ein großes Herz für gute Filme und fragt dabei nicht, ob sie schon in den Tagesthemen vorkamen. Das ist heutzutage selten und ehrt eine Redaktion, die lieber selber Themen setzt, als den Leithammeln der Medienwelt zu folgen. Ein herzliches Dankeschön und unseren Glückwunsch zum 10. Geburtstag – weiter so! (Ludwig Ammann, Presse Harmonie- & Friedrichsbau Lichtspiele)
chilli – immer mit Anlauf genau auf den Punkt! Alles Gute zum 10jährigen wünscht das (neue) Museum für Neue Kunst, Freiburg (Christine Litz, Direktorin)
Liebes chilli-Team, herzlichen Glückwunsch zum 10-Jährigen und macht bitte weiter so! Information ist für uns PR-ler wie das Salz in der Suppe, und Chilli liefert uns monatlich journalistisch gut recherchierte Informationen und Hintergründe zu vielfältigen Themen der Region. Das schätzen wir sehr! Weiterhin alles Gute! (Ursula Ellenberger, Agenturleiterin von ...e&p! in Gundelfingen)
Foto: © Sabine Schnell
Ehrlich, als es losging mit chilli, war mein erster Gedanke: „Wenn das mal gut geht.“ Ist aber tatsächlich gut gegangen. Am Anfang hatte ich den Eindruck, dass Kommunalpolitik eigentlich nicht so das Ding von Lars Bargmann ist oder der Leserschaft nicht oder nur in therapeutischen Dosen zugemutet werden sollte. Mittlerweile lese ich chilli sofort, wenn es eintrifft, weil Sie einen guten Riecher haben auch für die Themen, die wichtig sind, und das gut aufbereiten. (Maria Viethen, Fraktionschefin der Grünen)
Die Volksbank Freiburg gratuliert den Machern des Stadtmagazins chilli ganz herzlich zum zehnjährigen erfolgreichen Bestehen auf dem Freiburger Zeitschriftenmarkt. Wer einen vielseitigen Einblick in das Leben der Stadt haben möchte, wird in dem hochwertigen Magazin mit gut recherchierten Hintergrundberichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur versorgt. Der umfassende Veranstaltungskalender garantiert jeden Monat, dass man kein Event-Highlight verpasst. Die gute Mischung macht das Heft immer wieder lesenswert. Wir freuen uns auf viele weitere interessante Ausgaben und wünschen dem chilli-Team für die Zukunft viel Erfolg. (Uwe Barth, Volksbank Freiburg eG, Sprecher des Vorstandes)
Foto: © privat
Den chillisten herzlichen Glückwunsch zu 10 Jahren bester Lektüre zu allseits spannenden, brisanten und messerscharf recherchierten Themen. Gäbs Euch als Wein, wär‘s ein Grand Cru, und der wird mit den Jahren bekanntermaßen immer besser. Chapeau und weiter so. (Alixe Winter, Geschäftsführerin Alte Wache Freiburg)
Herzlichen Glückwunsch zum 10-Jährigen. Ich wünsche dem chilli weiterhin viel Erfolg. Mir persönlich gefallen vor allem die gut recherchierten Beiträge zu den Themen Bauen, Wohnen und Sparen. Aber auch die kulturellen Beiträge sind sehr interessant. (Werner Eickhoff, Geschäftsführer Familienheim Freiburg Baugenossenschaft eG)
Allen chillisten zum 10-Jährigen die herzlichsten Glückwünsche. Meine Frau und ich lesen seit Jahren gerne chilli, immer interessant und abwechslungsreich, ansprechendes Layout, meinungsstark und stets scharf gewürzt. Auch unsere Kunden lesen chilli, daher hat es einen festen Platz in unserer Mediaplanung. Aus der Freiburger Presselandschaft nicht mehr wegzudenken, wir wünschen weiterhin viel Erfolg! (Ralph Kollinger, Geschäftsführer Kollinger-Gruppe, Südbaden)
10 Jahre
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Many happy landings! wünscht man in der Fliegerei und meint damit „gute und sichere Reise“. Viel Erfolg auf der weiteren Reise wünschen wir dem chilli-Stadtmagazin von Herzen. Der EuroAirport begleitet das chilli seit vielen Jahren als Inserent und wir freuen uns, durch das Magazin eine große Zahl an Lesern unserer Zielgruppe zu erreichen. Weiter so! (Mario Eland, Marketing Director EuroAirport Basel-MulhouseFreiburg)
Lieber Herr Bargmann, Liebe chillisten, seit 2004 bieten Sie einer breiten Leserschaft immer gut recherchierte und stets sympathischfrech hinterfragte Berichterstattung zu allem, was Freiburg Foto: © ns bewegt. Inzwischen ist Ihr Stadtmagazin nicht mehr aus der hiesigen Medienlandschaft wegzudenken. Deshalb gratuliere ich herzlich zu den ersten zehn erfolgreichen Jahren und ich werde es auch zukünftig kaum erwarten können, die neueste Ausgabe des chilli in den Händen zu halten. (Marcel Thimm, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse FreiburgNördlicher Breisgau)
Zehn Jahre jung möchte man sagen, aber durchaus Ernst zu nehmen. Ein Stadtmagazin, das nicht nur Szenenachrichten und Veranstaltungstipps beinhaltet, sondern kritisch die Politik und den Kulturbetrieb der Stadt hinterfragt. Da werden Trends gesetzt und neue Fragen aufgeworfen. Also, herzlichen Glückwunsch und bitte so weitermachen! (Tilmann von Stockhausen, Direktor der städtischen Museen Freiburg)
10 Jahre chilli, das sind 10 Jahre, in denen meine Skepsis, dass im 21. Jahrhundert ein Stadtmagazin noch funktionieren kann, eindrucksvoll widerlegt wurde. Und wie ich eines Besseren belehrt wurde! Das chili ist so frisch wie ein sonniger Frühlingstag, es ist kein Informationsblatt, sondern bietet Raum für Themen, nimmt Stellung und schaut über den Tellerrand Freiburg hinaus. Ich ziehe den Hut! (Marc Oßwald, Geschäftsführer Koko & DTK Entertainment sowie Zelt-Musik-Festival Freiburg)
180 Jahre Biertradition trifft 10 Jahre chilliges Magazin. Eine Partnerschaft, die man sich nicht spannender und reizvoller vorstellen kann. Wir genießen die journalistisch ambitionierte Berichterstattung mit ansprechenden Fotos in jeder Ausgabe, weshalb das chilli auch unsere erste Wahl als Freiburger Anzeigenpartner ist. Feingehopfte Glückwünsche aus dem Südschwarzwald – macht so weiter. (Dieter Schmid, Geschäftsführer Privatbrauerei Waldhaus)
Foto: © EuroAirport
Meinen herzlichsten Glückwunsch zu den sehr erfolgreichen 10 Jahren, die ich zunächst passiv als Leser und ab 2005 auch aktiv als Kolumnist begleitet habe. Der differenzierte Blickwinkel auf die lokalen Hintergründe hat mir immer sehr gut gefallen. Ich werde dem chilli als Leser verbunden bleiben, auch wenn ich mit meiner Kolumne nun in das auch im chilliVerlag erscheinende „business im breisgau“ wechseln werde. Wünsche noch viele gute Jahre und packende Stories. (Erik Herr, Steuerberater)
10 Jahre chilli – ein tolles Magazin, das aus Freiburg nicht wegzudenken ist. Ich kam in den Genuss, die Entstehungsgeschichte aus erster Hand zu erfahren. Das macht die Leistung umso eindrucksvoller. Alles Gute und weiter so, auf mindestens zehn weitere Jahre. (Dominik Seitz, Pressesprecher Europapark Rust)
Zehn Jahre begleitet das chilli die Kulturlandschaft in Freiburg und bringt sie nicht zuletzt selbst zum erblühen. Herzlichen Glückwunsch dazu und viel Erfolg für weitere zehn bunte und anregende Jahre! (Christoph Römmler, Geschäftsführer KAROevents)
Kompliment! Wer es schafft, das Magazin chilli am Markt dauerhaft erfolgreich zu platzieren, hat großes Lob verdient. Neben stets aktuellen und detailliert recherchierten Artikeln bietet das chilli genau das, was die Freiburger interessiert. Ich wünsche Dir, dass Du auch in Zukunft den hohen Anspruch und Dein gutes Gespür für die richtigen Themen beibehältst. Zum 10-jährigen Jubiläum gratulieren wir Lars Bargmann und dem gesamten Team recht herzlich. Wir bei Ganter freuen uns auf viele weitere interessante Artikel in den nächsten 10 Jahren. (Herzliche Grüße, Detlef „Franky“ Frankenberger, Geschäftsführer der Brauerei Ganter)
10 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
Liebe Chillis, herzlichen Glückwunsch Euch allen zum zehnjährigen Birthday – jetzt in angemessenen Räumen mit Gleisanschluss. Diese zehn Jahre sind eine runde Erfolgsgeschichte. Nicht Foto: © bar nur die Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern auch die Bereicherung in Freiburgs dünn gesäten Blätterwald ist ein großer Gewinn. Auf die Mischung kommt es an! Und da ist chilli sowohl politisch als auch tanzbar und der Kalender unverzichtbar. Manchmal auch leicht daneben! Freiburgs pikante Stadtzeitung eben! (Atai Keller, Kulturliste Freiburg – kult)
chilli informiert seit 10 Jahren bunt, spritzig und zuverlässig über sämtliche Events in Freiburg und der Region. Freiburg wächst weiter – und chilli bereitet immer wieder auch das große Thema Bauen Foto: © daw in unserer wachsenden Stadt und Region umfangreich und modern auf. Als Freiburgs Baubürgermeister freue ich mich darüber sehr und gratuliere daher recht herzlich zum runden Geburtstag. Nicht nur städtebaulich bleibt die Entwicklung in und um Freiburg bestimmt weiterhin bunt und vielfältig – es gibt also auch in Zukunft genug zu berichten für chilli. Ich wünsche den Machern viel Erfolg für die nächsten 10 Jahre! (Prof. Dr. Martin Haag, Baubürgermeister Stadt Freiburg)
10 Jahre stark und froh – chilli mach nur weiter so! (Gerhard Spiecker, Gastronom und Abonnent Nummer 0001)
Glückwünsche für 10 Jahre wohltuende Belebung der Freiburger Presselandschaft! Sportlich formuliert stellt chilli eine gelungene Mischung dar aus verlässlicher Hintermannschaft eines Veranstaltungskalenders mit wichtigen Tipps zu regionalen Kulturereignissen, verbunden mit journalistisch offensiv geführten Vorstößen in schwer betretbare Strafräume der lokalen Politik- und Wirtschaftsszene. chilli gibt der Freiburger Medienwelt einen wichtigen farbigen und kritischen Tupfer. Weiter so und danke für die stets angenehme Zusammenarbeit! (Wolfgang Schneiderhan, Rechtsanwälte Steiger, Schill & Kollegen)
Liebes chilli-Magazin, herzlichen Glückwunsch zu den 10 Jahren, raus aus den Kinderschuhen, rein in die Jugend. Denn die Mischung bei euch ist klasse: Gute (politische) Stadtgeschichten, interessante Kultur, und alles kommt schön daher. So kann‘s weitergehen, Ihr seid ein wichtiges Gewürz im Freiburger Medien-Gericht. (Karin Seebacher, Stadträtin der SPD-Fraktion)
Liebe chillisten, was, schon 10 Jahre? Jeden Monat ein Heft voll Aktuellem aus der Regio, oft mit Themen, die der Tagespresse entgangen sind. Was aber jeden Artikel auszeichnet, ist gute Recherche und anscheinend immer ein gesprächiger Insider. Respekt! Hier stimmt der Satz: Die Mischung macht´s. Ich freue mich auf jedes Heft von A-Z. (Markus Keune, Geschäftsführer Dürrschnabel Industriebau GmbH)
Immer bunt und unterhaltsam. Immer modern und treibend. Immer großartig recherchiert. Und das seit zehn Jahren! Ich gratuliere dem Freiburger Stadtmagazin chilli herzlich zum zehnjährigen Jubiläum und wünsche für die kommenden Jahre alles erdenklich Gute. (Marcus Sütterlin, Geschäftsführer Autohaus Sütterlin)
Chili ist ein anregendes, schärfendes und gleichzeitig ein ausgleichendes Gewürz. Das Magazin chilli, hat ein „l“ mehr im Namen und ist ein Maximum an anregender und genussvoller Lektüre! Es bietet nicht nur spannende Geschichten aus Freiburg, Kultur, Politik, Sport und Wirtschaft, sondern schärft auch die Medienlandschaft durch seine Vielseitigkeit. Zum 10-jährigen Jubiläum gratulieren wir Lars Bargmann und seinem Team sehr herzlich! Wir, der Freiburger Stadtbau Verbund, bedanken uns für die gute langjährige Zusammenarbeit, freuen uns auf weitere spannende Themen und wünschen dem chilli auch für die Zukunft intensiven Erfolg! (Ralf Klausmann, Geschäftsführer Freiburger Stadtbau Verbund)
Mit dem schon seit 10 Jahren glaubwürdig gelebten, investigativen Journalismus ist chilli die schärfste Freiburger Schote. (Stefan Meier-M., Geschäftsführer Arnold Einrichtungskultur)
12 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
„Ein Profi stürzt nie ab“ Dieter Bös über Alkohol, Stars und das Geschäft des Bookers
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ichtig lernen kann man den Beruf, den Dieter Bös seit über 40 Jahren ausübt, wohl kaum: Der 59-Jährige, der schon als Schüler kleinere Folk-Konzerte veranstaltete, bringt Musikstars in den Süden Deutschlands. Für Festivals wie das Southside, Rock am See, das Stimmen-Festival und auch das heimische ZMF ist der Mann mit dem abgebrochenen Literaturwissenschafts-Studium als Booker tätig. Mit chilli-Redakteur Felix Holm hat er über seinen Job und dessen Begleiterscheinungen gesprochen. chilli: Herr Bös, mit wem von den ganz Großen haben Sie denn schon ein Bier getrunken? Bös: Das ist schwierig. Zum einen bin ich kein Biertrinker, zum anderen: Wer sind die ganz Großen? In der deutschen Szene habe ich unter anderem die Toten Hosen, die Ärzte, die Beatsteaks, Herbert Grönemeyer, Ulla Meinecke und Hannes Wader kennengelernt. Status Quo würde ich soFoto: © fho gar als Freunde bezeichnen, mit denen war ich lange auf Tournee. chilli: Mit Rockern auf Tour, aber kein Bier? Wie geht das? Bös: Das hat sich so ergeben. Ist nicht so meine Welt. Aber ich trinke gerne mal einen guten Wein. chilli: Und haben Sie mal mit dem einen oder anderen hinter der Bühne einen richtigen Absturz erlebt? Bös: Auf keinen Fall. Nie. Ein Profi stürzt nicht ab. chilli: Muss man Bands vorher selbst einmal live gesehen haben, bevor man Sie für einen Act bucht? Bös: Naja. Ich muss Robbie Williams nicht gesehen haben, um ihn zu buchen. Bei einem ZMF-Programm ist es hingegen ungleich wichtiger, dass man sich auf dem Laufenden hält und nach interessanten, neuen Bands schaut. Aber ich muss gestehen: So sehr ich mich gefreut habe, dass ich Gregory Porter für die Eröffnung buchen konnte – ich habe ihn auch noch nicht live gesehen. chilli: Hat sich das Geschäft des Bookers in den vergangenen Jahren verändert? Man hört ja, dass Bands wieder mehr auf die Bühne wollen, um das Geschäft anzukurbeln …
Bös: Die Beobachtung ist richtig, die Live-Präsenz ist ungleich stärker geworden. Dazu sind in den vergangenen 20 Jahren sehr viele neue Events im Kalender dazugekommen. Früher waren ZMF und Rock am See ja sozusagen Solitärveranstaltungen. Heute gibt es an fast jedem Wochenende im Sommer Konzerte. chilli: Trotz des breiteren Angebots haben aber auch die Konzertpreisen angezogen. Bös: Alles hat angezogen: Benzinpreise, Lebensmittelpreise, Mieten, Hotelpreise. Das sind alles Kosten, die die Bands auch treffen. Und wenn ich eben weniger CDs und Platten verkaufe, muss ich einen Teil der entgangenen Einnahmen im LiveMarkt erwirtschaften. chilli: Wo erkennt man im umfangreichen Lineup von Southside und Hurricane Ihre persönliche Handschrift? Bös: Die findet sich nicht. Da gibt es nur Einflüsse und Tipps. Dass Arcade Fire ein toller Headliner sind ist klar. Das Line-up ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem sich verschiedene Leute austauschen und sich dann freuen, wenn Bands wie Tocotronic oder die Black Keys zusagen. chilli: Apropos Southside: Täuscht es, oder fehlen da in diesem Jahr die ganz großen Namen? Bös: Ich bin jemand, der seit Jahren – relativ erfolglos – gegen diese Headlinerhörigkeit ankämpft. Damit bin ich auch schon abgestraft worden. Aber Gott sei Dank funktioniert das Southside und sein Publikum anders. Die Leute haben kapiert, dass es Spaß macht, Leuten wie Tom Odell oder Angus & Julia Stone zuzuhören. Neue Namen, die man noch nie gehört hat – da gibt es so viel zu entdecken. Und Arcade Fire oder Volbeat sind schon große Namen. chilli: Jetzt geben Sie unseren Lesern doch bitte noch einen Hinweis, auf was sie sich bei Rock am See freuen dürfen. Bös: Es verdichtet sich. Ich habe gerade eine Mail bekommen: Unser geplanter Headliner tut sich noch ein wenig mit den Programmvorschlägen schwer, die ich um ihn herum gebastelt habe. Noch haben wir keine offizielle Confirmation, ich hoffe aber, dass wir vor Ostern bekanntgeben können, wer es ist. chilli: Ist es ein ganz großer Name? Bös: Für mich auf jeden Fall.
Southside-Festival
ZMF Freiburg
Rock am See
Mit: Arcade Fire, Volbeat, Seeed u.v.m. Wo: Neuhausen ob Eck Wann: 20. bis 22. Juni Wie viel: 156 Euro für drei Tage Netz: www.southside.de
Mit: Sportfreunde Stiller, Dieter Thomas Kuhn, Zaz u.v.m. | Wo: Mundenhofgelände Freiburg | Wann: 16. Juli bis 3. August Wie viel: variierende Preise Netz: www.zmf.de
Mit: t.b.a. Wo: Bodenseestadion Konstanz Wann: 6. September Wie viel: maximal 65 Euro Netz: www.rock-am-see.de
10 Jahre
Jubiläumsausgabe • 13
Foto: © Southside-Festival
Gute Zeit voraus chilli-Festival- und Konzertplaner 2014
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ass wir im Süden in einer tollen Ecke leben, ist ja klar. Landschaftlich gesehen. Aber auch kulturell geht Jahr für Jahr nicht nur der Punk in der Regio ab. Zahlreiche Konzerte und Fesivals locken auch 2014 wieder abertausende Freiburger an die Bühnen in der Stadt und in der Umgebung. Welche besonders lohnenswert sind, haben die chilli-Autoren und Festivalfans Tanja Bruckert, Sophie Jones und Felix Holm im Gespräch mit Organisatoren, Leitern und Bookern der Veranstaltungen herausgefunden.
Freiburgs neuestes Festival Das internationale Tanz und Theater Festival findet dieses Jahr zum ersten Mal statt und verknüpft die beiden namengebenden Künste miteinander. Wie genau die zwei zusammenpassen, weiß die stellvertretende Geschäftsführerin des E-Werks und Mitorganisatorin Laila Koller: „Sowohl die Tanz- als auch die Theaterszene gehen oft in Richtung Performance, und genau dort haben wir mit der Festival-Planung angesetzt.“ Das Programm beinhaltet viele internationale Künstler wie Ultima Vez, Needcompany und NIE. „Wir geben dem Publikum mit unserem Festival die Möglichkeit, viele Inszenierungen aus verschiedenen Ländern in Freiburg zu sehen. Das knüpft auch an die Tradition des Internationalen Tanz-Festivals an“, so Koller.
Die Programmauswahl wurde von einer Gruppe getroffen, die aus Mitgliedern aller Häuser besteht. Auffällig ist, dass viele belgische Ensembles am Festival teilnehmen. Die Orgainsatorin erklärt: „Belgien ist ein Schwerpunkt, den wir aber nicht absichtlich gesetzt haben. Das Land hat eine sehr freie und auch sehr performative Künstlerszene, das passt einfach gut zu unserem Festival.“
Tanz und Theater – Internationales Festival Freiburg Wo: E-Werk, Theater im Marienbad, Theater Freiburg Wann: 30. April bis 17. Mai | Wie viel: ab 13 Euro Netz: www.tanz-und-theaterfestival.de
Foto: © Thomas Kunz
10 Jahre
Zehn Highlights zu zehn Jahren Foto: © Christine Eyssel
Mit Shakespeare, Irene Fischer, Uli Böttcher und vielen weiteren feiert der Ebneter Kultursommer seinen zehnten Geburtstag. Passend dazu nennt Festivalgründer Atai Keller zehn Merkmale, die das Festival einzigartig machen: 1. Das herrliche Schlossambiente mit Scheune, Schlosshof und Gartensaal, welche der Kunst und der Kultur in dieser Zeit zur Verfügung stehen. 2. Das ehrenamtliche Team, welches über die vielen Jahre für die Organisation, das Programm und den Ablauf verantwortlich zeichnet. 3. Der Stadtteil, der hinter dem Festival steht. 4. Das Programm, das sich aus vielen Sparten der Kunst speist, aber auch dem Fußball und den Störchen gegenüber offen ist. 5. Der Gartensaal, in dem Adlige auf die traditionsreichen Kammerkonzerte herabblicken. 6. Der Schlossgarten, in dem schon Alexis Sorbas und der Sommmernachtstraum zur Aufführung kamen, und der als sommerliche Kulisse dieses Jahr Tom Sawyer als Theaterstück beherbergen wird. 7. Die Reithalle, die leider momentan geschlossen ist, in der schon Thomas Hengelbrock, Charlie Mariano, Matthias Deutschmann und Harry Rowohlt aufgetreten sind – natürlich nicht gemeinsam! 8. Der Kultursommer, der sich sowohl als Stadtteilfest, als auch als Freiburg-Festival einen Namen gemacht hat. 9. Das Programmheft, in dem auch Bollenhüte vorkommen. 10. Das Publikum, das seit 10 Jahren begeistert immer wieder kommt und den Ebneter Kultursommer als Teil der Kulturstadt Freiburg betrachtet.
„Wer sagt zu Metallica schon nein?“ Dort, wo sonst der FC Basel kickt, wird am 4. Juli dieses Jahr geheadbangt wie noch nie: Metallica kommt. Denise Frei von Festival-Veranstalter Goodnews.ch erklärt, wie man die mutmaßlich bekannteste Metal-Band der Welt nach Basel holt.
Foto: © goodnews
chilli: Wie läuft der Vorverkauf? Frei: Es gibt noch wenige Karten, aber wir sind fast voll. Wer noch kein Ticket hat, sollte sich beeilen chilli: Wie bekommt man solche Größen wie Metallica nach Basel? Frei: Meistens ist es so, dass wir eine Meldung bekommen, wenn eine Band auf Tour geht. Wir fragen dann beim Management an, ob sie nicht auch Lust hätten, in der Schweiz zu spielen. Bei Metallica ist es so, dass unsere Booker schon seit Jahren guten Kontakt zur Band haben, von daher wurden in dem Fall wir angefragt, ob wir das wieder machen möchten. Und wer sagt zu Metalica schon nein? (lacht) Foto: © Universal Music
14 • Jubiläumsausgabe
Ebneter Kultursommer Wann: 10. Mai bis 27. Juli | Wo: Schloss Ebnet in Freiburg Netz: www.ebneter-kultursommer.org 5 Anzeige
10 Jahre
Sonisphere – mit Metallica Wann: 4. Juli Wo: St.-Jakobs-Park, Basel Wie viel: ab 106 Euro | Netz: www.goodnews.ch
*** Kulturelle Unorte erschlieSSen
Foto: © privat
Die Invasion Kulturtage sind in Freiburg nicht brandneu – bereits vor fünf Jahren hat Michelangelo Mochi das lokale Kulturfestival in der Haslacherstraße gegründet. Doch was eine richtige Invasion sein will, muss sich ausbreiten. Und so sollen sich die Ausstellungen, Theaterstücke, Lesungen, Konzerte oder Partys in diesem Jahr erstmals nicht mehr auf einen Ort beschränken, sondern die Stadt erobern. Mochi will künstlerische „Unorte“ erschließen, sei es ein Ladengeschäft, das für die Festivalzeit eine Ausstellung beherbergt, oder ein Gartenhäuschen, in dem ein Konzert steigt. Freiburger, die einen Ort zur Verfügung stellen möchten, oder selbst einen Platz suchen, an dem sie kulturell tätig werden können, ruft Mochi dazu auf, sich im Organisationsbüro zu melden. „Das Besondere an unserem Festival ist, dass wir sehr offen sind“, sagt der 38-Jährige, „jeder kann mitmachen.“ Im Zentrum steht weiterhin die große Kunstausstellung im E-Werk mit jungen Künstlern aus ganz Deutschland. Fest stehen zudem auch eine Theaterinvasion mit dem Cala-Theater – dem ehemaligen Galli-Theater – und eine Klassik-Invasion mit einem Klavierkonzert von Maria Lelchuk. Das endgültige Programm sowie die Veranstaltungsorte werden erst kurz vor Beginn des Festivals bekannt gegeben.
Invasion Kulturtage
Foto: © fotolia.com
Wann: 10. bis 20. Juli | Wo: verschiedene Orte in Freiburg Netz: www.invasion-kulturtage.de
„Internationale Reputation“ Es ist das größte Musikereignis am Oberrhein: Das StimmenFestival wartet auch in diesem Jahr wieder mit großen Namen auf wie Elton John (der sein Konzert im vergangenen Jahr absagen musste), Billy Bragg, John Grant, The BossHoss oder den Babyshambles. 30 Konzerte in drei Wochen – das ist nicht ohne. Markus Muffler, Geschäftsführer des Veranstalters Burghof GmbH, legt den Fokus dennoch nicht auf die Quantität, sondern die Qualität. „Wir sind keine Abspielstätte“, betont Muffler, „bei uns steckt ein Konzept dahinter, und das heißt: Die Stimme steht im Vordergrund.“ Foto: © Juri Junkov
chilli: Offiziell ist es ja kein reines Metallica-Konzert, sondern läuft als „Sonisphere-Festival“ – was steckt dahinter? Frei: Das kommt auf das Land drauf an. Sonisphere gibt es in verschiedenen Ländern – in England, in Italien, in Deutschland – ist aber überall ein wenig anders. Sonisphere ist ein Festival, aber der Headliner ist bei uns in der Schweiz immer Metallica. chilli: Gibt es auch eine Vorband? Frei: Ja, sogar drei: die Grunge-Legenden von Alice in Chains, die Rocker von Airbourne aus Australien und aus Norwegen Kvelertak – eine Mischung aus Black-Metal und Punk.
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10 Jahre vor allem aber auf all jene, die ich bisher noch nicht auftreten gesehen habe, unter anderem sind das Pillow Talks, Soulclap oder Adriatique. Auch DJ Koze, der gerade einen Echo gewonnen hat, ist immer für eine Überraschung gut. chilli: Wie läuft der Ticket-Vorverkauf? Ebinger: Sehr vielversprechend: Wir sind mit den bisherigen Vorverkäufen in der Planungskurve und können mit einem vollen Haus rechnen. Vor allem aus der Schweiz, Frankreich, der Freiburger Region erwarten wir viele Gäste, aber auch aus dem Rest von Deutschland, es wird also ein bunt gemischtes Partypublikum sein.
Foto: © Juri Junkov
Und wie holt man diese großen Stimmen in die Oberrheinregion? Das Budget von rund 1,2 Millionen Euro, die Professionalität, das Einzugsgebiet mit etwa 850.000 Menschen und die Top-Stars, die hier bereits gespielt haben, seien die Top-Argumente. „Wir haben eine internationale Reputation“, weiß Muffler. Was nicht heißt, dass er bei der Programmgestaltung die Augen nur in die Ferne schweifen lässt. In diesem Jahr werden etwa die Basler Band „The Bianca Story“ und das Orchester „Basel Sinfonietta“ die Region vertreten. Ein Aspekt, der Muffler wichtig ist: „Ich finde es schön, wenn wir regionale Künstler dabei haben, solange die Qualität stimmt.“
Stimmen Festival Wann: 15. Juli bis 3. August | Wo: Lörrach, Riehen, Augst Netz: www.stimmen.com
*** Sonne, See und Techno Früher gab es eine Veranstaltung am Tunisee namens Sea of Love. Nach einjähriger Pause präsentiert die Firma cosmopop nun ein neues Eventformat aus ihrem Hause, das Sea You Festival am Tunisee. Was die Besucher dort erwartet, erklärt Robin Ebinger, Marketingleitung von cosmopop. chilli: Sie setzen mit dem Sea You Festival auf internationale und regionale Techno-Künstler, warum? Ebinger: Wir wollen regionalen Talenten eine Plattform geben, sie können zusammen mit dem neuen Festival wachsen. Mit der Programmauswahl wollen wir den Nerv der Zeit treffen, aber gleichzeitig authentisch bleiben. Wir wollen einfach ein qualitativ hochwertiges Festival organisieren, deshalb haben wir uns auch bewusst gegen Mainstream-Acts entschieden. chilli: Auf welchen Act freuen Sie sich am meisten? Ebinger: Das ist schwer, ich darf ja niemanden bevorzugen (lacht). Foto: © Moritz Vogt Ich freue mich auf alle Künstler,
Sea You Festival Wann: 18.Juli bis 20.Juli | Wo: Tunisee Freiburg Wie viel: ab 69 Euro | Netz: www.seayou-festival.de
*** „Direkter Draht zu Petrus“ Ein Festival inmitten eines Kurparks mit bekannten Künstlern, von denen die Zuschauer in der ersten Reihe keine anderthalb Meter entfernt sind. Für Veranstalter Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH, ist es genau diese Atmosphäre, die das Open Air in Bad Krozingen zu etwas so besonderem macht: „Wenn das Wetter stimmt und dieser Funke von der Bühne auf das Publikum überspringt – das ist einmalig.“ Er selbst freut sich vor allem auf die Größen seiner Jugendzeit wie Ian Anderson und Kansas, doch das Festival hat für fast jeden Geschmack etwas zu bieten. „Wir schauen, dass wir jedes Jahr eine Volksmusikveranstaltung, Foto: © privat ein Klassikkonzert mit großem Orchester und ein bis zwei Rock- und Popkonzerte im Programm haben“, erklärt Rubsamen das breit aufgestellte Programm. Und so werden in diesem Jahr Volksmusik-Stars wie Reiner Kirsten, Ab & Zu oder Lycienne zu sehen sein, den Pop-Bereich vertreten die Söhne Mannheims, und für alle, die es klassisch mögen, spielt das Glenn Miller Orchestra. Die große Herausforderung ist Jahr für Jahr das Wetter, ein Zelt für den Notfall gibt es nicht. Denn die Veranstalter kommen unter anderem deshalb mit ihrem Budget von 280.000 Euro hin, weil sie auf die bestehende Infrastruktur des Parks zurückgreifen – und zu der gehört nun mal kein Zelt. Stattdessen können die Klassik- und Volksmusikkonzerte ins Kurhaus verlegt werden, und für die vielen Rock- und Popfans gibt es Regencapes. Doch meist hat das Bad Krozinger Festivalvolk Glück. „Wir haben einen direkten Draht zu Petrus“, sagt Rubsamen lachend.
Open Air im Park Wann: 19. Juli bis 9. August | Wo: Kurpark Bad Krozingen Netz: www.bad-krozingen.info
10 Jahre Familiäre Atmosphäre
Foto: © Photodesign Sanchez
Wenn auf dem Emmendinger Schlossplatz afrikanische Klänge ertönen, dann hat das African Music Festival begonnen. Bereits zum 14. Mal holt Festivalgründer und künstlerischer Leiter Raphael Kofi Bentum bekannte und weniger bekannte Künstler aus den Bereichen Salsa, Reggae und Afro in die Kleinstadt.
chilli: Auf welchen Act freuen Sie sich am meisten? Bentum: Ich freue mich auf alle, auch wenn ich selbst eher der Reggae-Mensch bin. Angelique Kidjo war 2012 schon einmal bei uns und hat ein grandioses Konzert gegeben. In Frankreich ist sie ein Superstar – mit ihrer Mischung aus bekannten afrikanischen Liedern und Pop –, hier ist sie hingegen nicht so bekannt. chilli: Neben unbekannten Künstlern stehen aber auch Top-Acts wie Shaggy auf dem Programm ... Bentum: Wir achten auf eine gute Mischung. Unser Festival soll bekannter werden, deswegen setzen wir auch auf große Namen, wir wollen aber auch unbekannten Künstlern, die gut sind, eine Chance geben. Ein Beispiel dafür ist Jaqee – als ihre Agentur auf uns zu kam,
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haben wir sie selbst nicht gekannt, waren aber sofort begeistert. Ihr Auftritt am Samstag wird eine große Überraschung. chilli: Wie holt man denn einen bekannten Künstler wie Shaggy ins beschauliche Emmendingen? Bentum: Die Agenturen wissen von vornherein, dass wir mit zweieinhalb- bis dreitausend Zuschauern ein anderes Format haben als Festivals mit zehntausenden Zuschauern. Doch viele Künstler, die bereits bei uns waren, empfehlen uns eben wegen dieser familiären Atmosphäre weiter. Sie fühlen sich bei uns als Teil des Festivals und kommen nicht hierher, um zu spielen und gleich wieder zu gehen.
African Music Festival Wann: 1. bis 3. August | Wo: Schlossplatz Emmendingen Wie viel: Tagestickets zwischen 23 und 26 Euro, Festival-Pass 69 Euro | Netz: www.festival.afrikaba.com
Foto: © Afrikaba / Soneros de Verdad
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18 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
Lebendiges Trommelfestival Eines der spannendsten Festivals im Jahreskalender der Region ist mit Sicherheit das „Tamburi Mundi“. Beim heuer zum neunten Mal gefeierten Internationalen Festival für Rahmentrommeln kommen Künstler aus aller Welt zusammen, um nicht nur auf der Bühne ihre Künste zu demonstrieren, sondern auch, um Workshops abzuhalten, zusammen zu jammen oder bandübergreifende Performances zu zeigen. „Unser Festival ist in vielerlei Hinsicht ein sehr aktives, auch weil wir versuchen zu arrangieren, Foto: © Lars Guennewig dass die Künstler sich vorher schon untereinander treffen, zusammen proben und so gemeinsam ein takte nutzen wir dann für den Sommer. Es ist sehr anstrenganz spezielles Programm auf die Bühne stellen“, erklärt gend, aber es macht Spaß.“ So stehen alljährlich Gruppen aus Festival-Organisator Murat Coskon. So ist es auch kaum entfernten Winkeln auf der Freiburger Bühne – in diesem Jahr verwunderlich, dass es in jedem Jahr beim Tamburi Mundi kommt etwa Ju-Hong Kim aus Südkorea, mit dem Coskon ein Motto gibt – 2014 geht es um „Rituale“. auch schon selbst in dessen Heimat musiziert hat. Coskon selbst betreibt einen enormen Aufwand, um Jahr für Tamburi Mundi Jahr ein spannendes Line-up ins Wann: 2. bis 10. August | Wo: E-Werk, Freiburg E-Werk zu bringen: „Die KonNetz: www.tamburimundi.com takte entstehen über Jahre. Ich mache selbst viele Konzertreisen *** und habe auf anderen Festivals Foto: © Ellen Schmauss viele Begegnungen. Diese KonWenn Wein auf Hardrock trifft 5 Anzeige
Wer deutsche Weinfeste besucht, kann den Eindruck bekommen, dass zu einem guten Tropfen volkstümliches „Bufftata“ gehört. Die Franzosen beweisen, dass es auch anders geht und holen im Rahmen ihrer Colmarer Weinmesse Popsternchen und Hard Rocker auf die Bühne. Ihr Festival ist längst über die nahe Grenze hinaus bekannt, Programmleiter Claude Lebourgeouis weiß warum: „Wir machen nicht nur Rock oder nur Pop, sondern sind sehr breit aufgestellt. Das ist in Frankreich sehr selten.“ So spricht in diesem Jahr Neil Young die ältere Generation an, Motörhead oder Airbourne begeistern die Hardrockfans, und der junge Engländer James Blunt geht auf Schmusekurs. Während die international bekannten Künstler beim deutschen und Schweizer Publikum sehr beliebt seien, weiß Lebourgeouis, stehen die Franzosen vor allem auf Rock aus dem eigenen Land. So ist das Konzert der französischen Band Indochine bereits ausverkauft.
Foire aux vins Wann: 8.bis 17. August | Wo: Messe Colmar Netz: www.foire-colmar.com Foto: © Foire aux Vins
10 Jahre Urban und stimmungsvoll
Foto: © Veranstalter
Ende September steht Freiburg ganz im Zeichen des Jazz. Im Jazzhaus, im E-Werk, im Schützen, am Dreisamufer und in verschiedenen Kneipen im Stühlinger werden Künstler den so genannten Südstaatensound erklingen lassen. Festivalleiter Wolfgang Herbert stimmt schon einmal darauf ein:
chilli: Ist Freiburg eigentlich eine Jazzstadt? Herbert: Ja, in dem Sinn, dass es hier sehr viele Bands gibt. Mit unserem Festival wollen wir dafür sorgen, dass auch größere Namen in die Stadt kommen. chilli: Eine Besonderheit des Freiburger Jazzfestivals sind die unterschiedlichen Locations, an denen die Künstler auftreten … Herbert: Wir wollen, dass das ein vernetztes, urbanes Festival ist und so die ganze Jazzszene der Stadt daran teilhat. Deswegen versuchen wir auch immer mehr – auch kostenlose – Aktionen in die Innenstadt zu bringen. chilli: Treten denn auch Freiburger Künstler auf? Herbert: Wir haben jedes Jahr ein so genanntes „Freiburg-Projekt“, bei dem wir meistens Gäste mit Freiburger Jazzbands zusammenbringen. In diesem Jahr ist das
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ein Brass-Band-Projekt, bei dem wir Brassbands aus Italien mit hiesigen auf der Bühne vereinen. chilli: Worauf freuen Sie sich denn besonders in diesem Jahr? Herbert: Avishai Cohen aus Israel ist einer, den ich schon immer gerne hier haben wollte, das ist toll, dass das geklappt hat. Dann haben wir noch den Mini-Club-Abend im Stühlinger, der supertoll ist und bei dem an schönen Abenden bis zu 4000 Leute unterwegs sind. Aber auch die Veranstaltung am Dreisamufer, der Uferjazz, ist einfach wahnsinnig stimmungsvoll.
Jazzfestival Freiburg Wann: 20. bis 28. September 2014 | Wo: verschiedene Locations in Freiburg | Netz: www.jazzfestival-freiburg.de
Foto: © Martin Durban
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20 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
10 Jahre, 11 Bilder Impressionen, Exklusives und Attraktionen 2004
2006
2005
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2008
2009
10 Jahre
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2004
2007
Im alten Postbahnhof an der Heinrich-von-Stephan-Straße direkt an den Gleisen begann die Erfolgsstory des Freiburger Stadtmagazins chilli. Zwischendurch war der Verlag dann mal an der Unterwerkstraße auf dem BZ-Campus, jetzt sitzt die Redaktion in dem einzigartigen Kulturdenkmal Lokhalle Freiburg. Kurioserweise war der Verlagssitz übrigens immer gut aufgegleist: Alle drei Standorte hatten direkten Bahnanschluss.
Im Juni veröffentlicht Media Spectrum eine Titelgeschichte über Stadtmagazine und bewertet unter 184 Publikationen zwei positiv, weil sie ungewöhnliche Wege gehen: Das Bremer bremen4u und das chilli.
2005 Die chilli-Wall: Zum Einjährigen im April 2005 kreiert der Graffitikünstler Coek als Überraschungsgeschenk eine eigene chilli-Wall ans Rotteck-Gymnasium. Im November bringen wir mit „Kulinarisches“ unser erstes Themenheft heraus. Seither setzen wir in jeder Ausgabe noch einen (Themenschwerpunkt) drauf.
2006 Das chilli startet im Juni 2006 eine Kooperation mit dem Zentrum für Schlüsselqualifikationen der Universität Freiburg und gibt seither jedes Jahr ein Seminar über MagazinJournalismus an der Uni. Die Studierenden sind dann die Blattmacher der Study-Specials.
2008 Das erste chilli-car: Der Schlüssel zum Smart wurde von Mercedes-Chef Michael Pistecki persönlich an Verlegerin Michaela Moser überreicht. Im gleichen Jahr steht Chefredakteur Lars Bargmann auf der 17-köpfigen Nominierungsliste „Journalisten des Jahres“ des Fachblatts Medium Magazin in der Kategorie „Lokale Chefredakteure“. Etwa neben den KollegInnen vom Hamburger Abendblatt, tagessspiegel.de oder der WAZ.
2009 Riesensause zum Fünfjährigen: Das chilli feiert mit 150 geladenden Gästen sein Fünfjähriges im Dreisam-Ufercafé. Stefanie Stegmann, Chefin im Literaturbüro, schreibt: „Scharf gewürzte, herzlichste Glückwünsche zum fünfjährigen chilli-Jubiläum sendet das literaturbüro freiburg – unerschütterlich überzeugt, mit euch auch das Zehnjährige zu feiern.“ 5 Anzeige
22 • Jubiläumsausgabe 2011
10 Jahre 2012
2010
2014
2013
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10 Jahre 2010 Wär das machbar, Herr Nachbar? Als einziges Medium nimmt sich chilli bei der aufkommenden Stadiondebatte einen Architekten (Mathias Haller) und baut das Stadion einfach mal um: Logen, Sporthotel und eine höhere Nordtribüne inklusive. Sogar baurechtlich war der Vorschlag von uns vorgeprüft worden.
2011 Zum siebten Geburtstag haben wir ein großes Exklusivinterview mit Mister Tagesthemen Ulrich Wickert im Blatt. Der Starjournalist spricht dabei erstmals auch über seine ganz persönlichen Beziehungen zu Freiburg. Für neue Arbeitsplätze im Verlag gewinnt das chilli für 2011 den Job-Motor-Preis der Badischen Zeitung. Übergeben wird der von Sparkassenchef Marcel Thimm in der Meckelhalle.
2012 Schon seit 2006 fördert das chilli die Freiburger Fußballschule des SC Freiburg. Die kickenden chillisten holen beim Förderturnier im Nachwuchsleistungszentrum die Bronzemedaille. Der Verlag unterstützt zudem seit vielen Jahren den Round Table Freiburg beim alljährlichen Benefizkonzert im Historischen Kaufhaus oder auch beim Freiburger Entenrennen.
2013 Gegen den Zimmernotstand: Exklusiv beim chilli bewerben sich mehr als 80 Studierende für ein kostenfreies Semester in nagelneuen Study-Homes der Kramer GmbH. Mehrere Tausend verfolgen die Aktion im Magazin, auf facebook.com/chillifreiburg und auf www. chilli-freiburg.de. Noch heute wohnen die vier Auserwählten des bundesweiten Pionierprojekts direkt an der Redaktion auf dem Grundstück der Lokhalle. Ohne das chilli und deren Macher hätte es dieses Projekt 2013 gar nicht gegeben. Zur Pressekonferenz kommen rund 50 Journalisten.
2014 Und wieder eine Premiere: Neben dem Stadtmagazin chilli, dem Familien- und Kindermagazin B. Zettis findefuchs, dem Schülermagazin f79 und dem Kulturmagazin cultur.zeit bringt der Verlag im März die erste Ausgabe des neuen Wirtschaftsmagazins business im breisgau heraus. Die Gesamtauflage der Verlagsprodukte wächst damit auf jährlich mehr als eine Million Exemplare. Lars Bargmann
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24 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
Druck vorm Drucken Ein Rückblick auf ein paar Highlights aus 10 Jahren chilli
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s begann an einem warmen Herbstabend 2003 mit einem guten Roten auf einer Dachterrasse am Annaplatz in der Wiehre. Ein gutes Stadtmagazin braucht die Stadt, eins, das sich einmischt, das auch völlig ohne Pressemitteilungen und Verlautbarungen Dritter in der Lage ist, ein interessantes Blatt zu sein. Am 17. April 2004 war es so weit: Die erste chilli-Ausgabe kommt kostenlos auf den Markt. Und eckt mit Geschichten zu Fakekandidaten bei der Kommunalwahl 1989 oder einer großen Story über Roman Abramovich auch gleich an. Eine Stationenreise durch zehn Jahre Stadtmagazin für Freiburg. In unserer Titelgeschichte „Kunstobjekt Körper“ thematisieren wir im Februar 2005 erstmals – mit durchaus nackten Tatsachen bebildert – die Tattoo- und Body-Modification-Szene in Freiburg. Und kriegen haufenweise Leserpost. Im April 2006 feiern wir unser Zweijähriges mit einer Party im Kagan und dem Aufmacher „Das Flurstück 3315/1“. Ein Winzer aus Ballrechten-Dottingen war wegen eines umstrittenen Grundstücksdeals gegen seinen Bürgermeister Christof Nitz bis vor den Bundesgerichtshof gezogen. Die spektakuläre Exklusiv-Geschichte wird von mehreren baden-württembergischen Tageszeitungen aufgegriffen. Hin und wieder versuchen in der Folge auch Anwälte, den Druck von exklusivem Material zu verhindern. In der Geschichte „Erpressung nach Erotik“ (Juni 2010) über eine Freiburgerin, die einem Geschäftsmann bis zur Veröffentlichung schon sechsstellige Beträge wegen einer angeblichen Schwangerschaft abgepresst hatte, schaltet sich kurz vor der Drucklegung der Rechtsbeistand ein, fordert eine Unterlassungserklärung und droht mit Einstweiliger Verfügung. Wir drucken. Im Mai 2011 berichten wir in „Chaostage beim USC“ über die dubiosen finanziellen Machenschaften rund um die Bundesliga-Basketballer. Das chilli trifft sich mit dem freien Journalisten Werner Semmler. Der hatte in einem Blog erzählt, er habe exklusive Informationen, dass gegen den USC eine Anzeige beim Staatsanwalt liegt. chilli deckt auf, dass Semmler die Anzeige selbst erstattet hat. Der Mann droht uns vor Erscheinen des Stückes mit Konsequenzen. Wir drucken. Ein Insider
aus dem Vorstand erzählt später, dass wir das einzige Medium waren, „das immerhin 98 Prozent der wahren Geschichte recherchiert“ hatte. Im Juni 2008 bringen wir die Exklusiv-Geschichte „Bestechlichkeit im Bau“. Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier bestätigt dabei die chilli-Information, dass der Staatsanwalt im Gefängnis gegen einen Wärter wegen Bestechlichkeit und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Andere Medien ziehen nach. Im Dezember 2009 muss Maier wieder bestätigen: „Ja, bei uns liegt eine Strafanzeige gegen den Leiter des Freiburger Ordnungsamts vor, wir haben die Kripo gebeten, zu ermitteln.“ Wir bündeln die exklusiven Hintergründe im Aufmacher „Amt für öffentliche Willkür?“ Amtsleiter Walter Rubsamen schweigt. Wir können aber auch ironisch: Im Februar 2011 titeln wir: „KiezGröße kauft Arena-Bar“. Die frei erfundene Story zieht weite Kreise. Im Ältestenrat der Stadt Freiburg echauffiert sich – mit dem chilli in der Hand – ein Fraktionsvorsitzender. Er hatte nicht gemerkt, dass oben auf der Seite „Satire“ stand. Als erstes Medium in Freiburg küren wir im Mai 2010 die „50 wichtigsten Freiburger“. Natürlich sind längst nicht alle über ihre Platzierung glücklich. Und uns unterläuft ein Fauxpas: Wir vergessen den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Wenig Erfolg haben wir mit unserer Aktion „Leserreporter“ im November 2006, fast ohne Input bleibt unsere Seite www.freiburg-wikileaks.de. Zum Zehnjährigen bringen wir jetzt erneut eine exklusive Geschichte über den geplanten Bau eines neuen Bordells in Freiburg. Der Betreiber und ein Kumpel versuchen mit Nachdruck in Telefonaten die Geschichte zu verhindern. Was wir machen? Wir drucken. Weil wir nur einem verpflichtet sind: unserem Leser. Lars Bargmann
26 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
Fotos: © tbr
G’schichten aus’m Biergarten Selbstversuch: Wie viele Freiluft-Gasthäuser schafft man an einem Tag?
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aum zeigen sich im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen, werden die Bierbänke nach draußen gestellt, die Krüge durchgespült und die Fässer angehängt: Die Biergartensaison hat eröffnet! Eltern entspannen auf der harten Holzbank, während ihre Kinder auf dem Spielplatz toben, Studenten zwitschern mittags um 12 Uhr eine Halbe vor der ersten Vorlesung und Touristen, für die Deutschland gleich Bayern ist, erkunden die deutsche Kultur bei Weißbier und Weißwurst. chilli-Autorin Tanja Bruckert hat getestet, ob die Freiburger Biergärten auch in diesem Jahr halten, was sie versprechen – und wie viele Biergärten man eigentlich an einem Tag besuchen kann. Ein Selbstversuch.
10 Jahre Biergarten am Seepark Hefeweizen und Weißwürste zum Frühstück – ein perfekter Start in den Biergartentest. Noch ist es an diesem sonnigen Sonntagvormittag ruhig im Biergarten. Der Mittzwanziger am Zapfhahn hat deshalb noch Zeit und Muße für ein Schwätzchen – auch wenn er darüber den Kaffee des älteren Herren vergisst, der eigentlich vor uns dran war. Zu den Early Birds zählen vor allem Familien, deren kleine Kinder jeden Ausschlafversuch zunichte machen. Spielplatz, Minigolfplatz und Kasperletheater – welches Kind zieht da schon das Bett dem Seepark vor? Und auch die ersten Rentner, die die senile Bettflucht aus den Federn getrieben hat, machen hier nach ihrem Morgenspaziergang eine Kaffeepause. Blick auf den See, Schatten unter Kastanien, nettes Personal – hier passt alles. Einzig der Bierpreis ist mit 3,70 Euro für den halben Liter der höchste von allen getesteten Biergärten, wie wir am Ende der Tour feststellen werden.
Biergarten am Seepark Gerhart-Hauptmann-Str., 79110 Freiburg-Betzenhausen www.biergartenseepark-freiburg.de
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Für Touristen ist der Höhen-Biergarten dennoch „the place to be“, um uns herum hören wir englisch, französisch und einige Klänge, die wir nicht identifizieren können – möglicherweise von Einwohnern der Tuniberggemeinden, die einen Ausflug in „die Stadt“ machen. Die Speisekarte ist mit Putensteaks, Wurstsalat, Pommes & Co. reichlich bestückt, die Vegetarierin unserer Gruppe freut sich vor allem über den Tomate-Mozzarella-Flammkuchen. Der wird bei Bestellung frisch zubereitet – damit wir uns nicht die Füße in den Bauch stehen müssen, bekommen wir ein rotes Gerät mit, das wenig später wild anfängt zu blinken. Dazu gibt‘s eine Halbe für 3,60 Euro.
Kastaniengarten Schlossbergring 3, 79098 Freiburg-Altstadt www.kastaniengarten-freiburg.de
*** Feierling Biergarten
*** Ganter Hausbiergarten Geschlossen. Bei Anruf erfahren wir, dass der Biergarten offiziell am 1. Mai aufmacht, inoffiziell vielleicht auch schon früher, nämlich „sobald die Nächte wärmer werden“.
Ganter Hausbiergarten Leo-Wohleb-Str. 4, 79098 Freiburg-Wiehre/Oberau www.ganter-hausbiergarten.de
*** Kastaniengarten Wir lassen die Räder am Schwabentor stehen und machen uns an den Aufstieg auf Freiburgs Innenstadtberg. Die Lage des Kastaniengartens ist unschlagbar – wer oben ankommt, hat garantiert Durst und Hunger. Und klar, der Blick ist auch nicht zu verachten, auch wenn sich das Münster Unserer Lieben Frau mal wieder nicht oben ohne blicken lässt, sondern seine Reize sittsam verhüllt hält.
Für den Feierling Biergarten gibt es ein Argument, das sich nicht wegdiskutieren lässt: das Inselhopf. Dem naturtrüben Bier schmeckt man an, dass die Familie Feierling 120 Jahre Erfahrung sammeln konnte, um solch ein grandioses Bier zu brauen. Das übrigens mit 3,60 Euro den anscheinend stadtweit geltenden Bierpreis einhält. Bier gibt es am Ausschank, wer Hunger hat, überquert die Gasse, um sich im Gasthaus mit Vespergerichten einzudecken. Für den Biergarten gibt es die Speisekarte lediglich in einer abgespeckten Version – im wahrsten Sinne des Wortes, der Schwarzwälder Schinken fehlt nämlich beispielsweise. Dafür könnte die Karte unter dem Motto Bayern meets Baden stehen: Radi, Münchner Weißwürste, Presssack und Obatzter treffen auf Bibeleskäs, Bauernwürste und Elsässer Wurstsalat. Wer findet, dass sich die Autorin, die Weißwürste zum Frühstück hatte, nicht über diese Bayernifizierung beschweren darf, hat sicherlich recht. Daher enthalte ich mich hier eines Kommentars und lobe lieber noch einmal das fantastische Bier.
Hausbrauerei Feierling Gerberau 46, 79098 Freiburg-Altstadt www.feierling.de
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10 Jahre Mundenhof
Foto: © bar
Café Extrablatt an der Dreisam Zugegeben: Ein paar Tische an der Dreisam machen noch keinen Biergarten im engeren Sinn, aber wir wollen den Begriff mal weiter fassen, denn noch mehr Bier geht einfach nicht! Wir brauchen dringend eine Abwechslung. Und die bietet das Extrablatt am Ufer: fruchtig-sahnige Cocktails, aus der Mode gekommene Modedrinks à la Hugo, Eiskaffee, Smoothies. Und auch die Bierliebhaber kommen hier mit 3,60 Euro (hallo Innenstadttarif!) auf ihre Kosten. Zum Drink gibt’s Leckeres zum Knabbern wie Pizzaschnecken oder Bruschetta und Leckeres zum Schauen. Tipp für die Mädels: Vorher checken, an welchem Tisch ihr von dem Kellner mit den hellblausten Augen in ganz Freiburg bedient werdet. Es lohnt sich – auch, wenn sich die Tischwahl an einem Sonntagnachmittag nicht ganz einfach gestaltet: Für ein lauschiges Plätzchen an der Dreisam heißt es hier schon mal Schlange stehen.
Begeisterungsschreie im Tierpark: Die Meerschweinchen haben Nachwuchs! Wir machen einen Bogen um kreischende Menschenkinder, die versuchen, verschreckte Tierkinder zu streicheln und begeben uns dahin, wo sich der Mundenhof von seiner schönsten Seite zeigt – in den Biergarten. Zwar heißt es an diesem frühen Sonntagabend erstmal Schlange stehen, doch der Mittzwanziger an der Kasse macht ordentlich Dampf und so sitzen wir schon wenige Minuten später mit je einer Halben für 2,90 Euro – Freiburg-Rekord! – wieder am Biertisch. Die Karte, die an die Wand geschrieben weithin sichtbar ist, verspricht eine große Auswahl von den obligatorischen Pommes bis hin zu Salat mit Putenstreifen oder Fleischküchle. Wer denkt, dass wir nach Weißwürsten, Flammkuchen, Wurstsalat und Bruschetta endlich satt wären – weit gefehlt: Eis geht immer. Vor allem das Hofeis, das – wie übrigens auch der Kuchen und das Brot – direkt auf dem Mundenhof hergestellt wird. Unser Fazit (das wir nach fünf getesteten Biergärten tatsächlich kreativ finden): Tier + Bier = herrlich hier!
Hofwirtschaft Mundenhof Mundenhof, Haus 15, 79111 Freiburg-Rieselfeld www.mundenhof.de
Café Extrablatt Schreiberstr. 1, 79098 Freiburg-Altstadt www.cafe-extrablatt.com
Foto: © tbr
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10 Jahre Wir haben die großen Biergärten in Freiburg durch und unsere Bierbäuche können sich sehen lassen. Doch so schön es ist, wir machen schlapp. Da es in Freiburg aber noch weitere lauschige Plätzchen gibt, in denen man im Sommer ein kühles Bierchen trinken kann, werden wir auch in den nächsten Tagen fleißig weiter testen.
Waldsee Foto: © C. Clare
Waldsee – klar, das ist die Location, in der man montags gediegen abzappeln kann. Doch wer sich hier mittags einfindet, trifft keine schweißdurchtränkten Partypeople, sondern Familien und Pärchen, die gemütlich auf der Terrasse am See sitzen. Und tatsächlich: Wenn keine elektronische Musik aus den Lautsprechern schallt, ist es hier richtig idyllisch. Die Karte kann sich sehen lassen: Es gibt sowohl die Vesper-Klassiker wie Wurtsalat, Flammkuchen und Rindfleischsalat als auch Ausgefalleneres wie gegrilltes Lachsforellenfilet mit hausgemachter Café-de-Paris-Butter, Rosmarinkartoffeln und Salat vom Buffet. Das Bier ist hier für den kleinen Durst, das 0,4-LiterGlas kommt mit 3,30 Euro daher. Wer etwas Neues probieren will, greift zum Vollmondbier von Ganter. Das Etikett verrät, dass das Bier ausschließlich in Vollmondnächten gebraut wurde, und jaha, man schmeckt das! Wirklich!
Waldsee Gaststätte Waldseestr. 84, 79117 Freiburg-Waldsee www.waldsee-freiburg.de
Jubiläumsausgabe • 29
S’Wirtschäftle am Tunisee Der Name ist Programm: Es ist eine Wirtschaft, sie ist klein und sie liegt am Hochdorfer Tunisee. Soviel dazu. Was der Name noch nicht verrät: Es gibt nicht nur die für einen Badesee fast schon obligatorischen paar Tische, an denen man Pommes und Eis essen kann, sondern zudem eine große Terrasse, auf der auch „richtiges“ Essen serviert wird. Und das Beste: Diese Terrasse liegt auf der vom See abgewandten Seite, so dass einem zu Sommerbeginn keine winterbespeckten, käseweißen Körper den Appetit verderben. Das wäre auch zu schade, denn die Speisekarte macht Hunger. Versprochen wird unter anderem Deftiges vom Grill, auch wenn der leider nicht zu sehen ist. Doch egal, ob tatsächlich vom Grill oder aus der Pfanne, der „Tunisee Teller“ mit den Schweinemedaillons ist absolut zu empfehlen. Und auch der Vegetarier muss nicht hungrig heim, sondern kann sich die Wampe mit Spaghetti, Käsespätzle oder den Salaten vom Büffet vollschlagen.
S’Wirtschäftle am Tunisee Seestr. 30, 79108 Freiburg-Hochdorf www.tunisee.de
*** Waldrestaurant St. Valentin Tipp 1: Hochlaufen ist schöner als hochfahren. Deswegen das Auto am besten unterhalb des Klosters St. Lioba abstellen oder die Straßenbahnlinie 2 nehmen und immer dem Weg nach oben folgen. Tipp 2: Für den Rückweg Fackeln oder Taschenlampen mitnehmen und sich Gruselgeschichten ausdenken. Ein einsamer Wald bei Nacht ist die ideale Kulisse für unheimliche Erzählungen. Tipp 3: Dienstag ist Gambas-Tag. Wer auf die rosa Meerestiere steht, kann sich hier den Bauch vollschlagen, bis nichts mehr geht (All you can eat für 13,50 Euro). Da das leider kein Geheimtipp mehr ist, unbedingt vorher einen Platz reservieren (Tel. 0761-7077748). 5 Anzeige
30 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre Gasthaus zum Stahl Der Biergarten in einem Wort: Ambiente. Die Tische schmiegen sich an das 400 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude mit dem spitzen Giebel und den grünen Fensterläden, eine dicht bewachsene Mauer hält die Straßengeräusche draußen und im Hintergrund erhebt sich der Schlossberg. Wie beliebt der Biergarten ist, zeigt sich an der Vielzahl von Fahrrädern, die sich vor dieser Mauer dicht an dicht drängen. Im lauschigen Innenhof sitzt man unter mehr als hundert Jahre alten Rosskastanien, Sommerlinden und Ulmen, was im Hochsommer oder nach einer schweißtreibenden Radtour die Kartäuserstraße hoch besonders angenehm ist. Der Biergarten ist in zwei Teile unterteilt: An den meisten Tischen herrscht Selbstbedienung, hier holt man sich Currywurst, gegrillte Hähnchen oder Kräutersteaks an der Grillstation. Wer eine edlere Karte bevorzugt, wählt einen der Tische, die vom Restaurant aus mit feinen badischen Gerichten bedient werden. Foto: © Gasthaus Stahl
Foto: © St. Valentin
Tipp 4: Der Heidelbeerwein ist wunderbar süffig – aber Achtung, er steigt auch schnell zu Kopf. Wer sich lieber ans Bier hält, ist mit 3,20 Euro für die Halbe dabei. Tipp 5: Kein St. Valentin ohne Pfannkuchen. Die dicken, lockeren Eierfladen sind vor allem in der süßen Variation mit Apfel oder Heidelbeeren ein absolutes Muss.
Waldrestaurant St. Valentin
Gasthaus zum Stahl
Valentinstr. 100, 79100 Freiburg-Günterstal www.sanktvalentin.eu
Kartäuserstr. 99, 79104 Freiburg-Oberau www.zum-stahl.de
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Rappen am Münsterplatz Sie liegt einfach herrlich, die Freiterrasse vorm Hotel Rappen am Münster. Vorne sitzt ein französisches Pärchen, neben uns erfreuen sich Einheimische am Grauburgunder, andere lassen sich ein kühles Ganter (0,4 für 3,70 Euro) bringen, zwei ältere Damen sitzen noch (oder schon wieder?) vor Kaffee und einem Stück Kuchen. Die Sonne taucht das Münster in warmes Licht, das Glockenspiel übertönt Gespräche, die Marktbeschicker bauen ihre Stände ab, Menschen schlendern Arm in Arm mit neuen Einkaufstaschen übers alte Kopfsteinpflaster – beim Rappenwirt Nino Ebner sitzt man stets in der ersten Reihe. Die Bedienung strahlt auch, „gerne“ bringe sie noch ein Bierchen, ob es für die Dame auch etwas sein dürfe. Am Mittag gab es für 18 Euro ein Dreigang-Menü etwa mit Flädlesuppe, Rinderschmorbarten an hausgemachten Tagliatelle und Schokoladenmousse. Auf der Abendkarte stehen gebackene Garnelen im Kartoffelmantel oder auch badische Ochsenbrust, die mit einem Viertele Roten herrlich schmeckt. Wer gar nicht mehr nach Hause will, kann auch einfach bleiben. Der Rappen bietet 18 frisch gemachte Zimmer. Frühstück inklusive. Foto: © chilli
Hotel Rappen Münsterplatz 13, 79098 Freiburg im Breisgau www.hotel-rappen-freiburg.de
10 Jahre
Jubiläumsausgabe • 31
NEWS Prämiertes Familienunternehmen Lörracher Brauerei Lasser bekommt Libella-Preis
Pils, Export, Radler, Urbock – wer an die Privatbrauerei Lasser denkt, denkt wohl zunächst einmal an ihre prickelnden Biere. Doch Lasser zeigt, dass eine Brauerei nicht nur für alkoholischen Genuss steht und hat dafür bereits zum zweiten Mal den „Libella Quality Award“ abgeräumt. Denn die Familie Lasser füllt in ihrer Lörracher Brauerei bereits seit über vier Jahrzehnten auch Libella-Erfrischungsgetränke ab.
Foto: © Lasser
Die Auszeichnung „Libella Quality Award“ wird unter anderem für schonende Herstellungsverfahren und ständige Qualitätssowie Hygienekontrollen vergeben. Die Auszeichnung kommt für die Privatbrauerei nicht von ungefähr – Lasser ist für die qualitativ hochwertige Produktion bekannt: Das Traditionsbrauhaus wird regelmäßig für Qualität, Geschmack und Genuss seiner vielfältigen Produktpalette von der Deutschen-Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet. Dieser zuverlässige Qualitätsstandard wurde im vergangenen Jahr mit dem „Preis der Besten“ in Gold belohnt. Aber nicht nur in Lörrach ist die Brauerei bekannt, das Absatzgebiet von Lasser reicht von Lörrach und der Nord-Schweiz über die Bodenseeregion bis nach Baden-Baden. Die Privatbrauerei, die heute von Dorothee Walter und ihrem Sohn Andreas geführt wird, besteht schon seit mehr als 150 Jahren. Damit gehört sie zu den ältesten Familienunternehmen in Lörrach. Wer einen Blick hinter die Kulissen der Brauerei Lasser werfen möchte, kann das bei einer Führung durch die Traditionsbrauerei tun. Anschließend kann in der zugehörigen Gaststätte gut badisch gegessen werden. chilli www.lasser.de 5 Anzeige
32 • Jubiläumsausgabe 5 AnzeigeN
10 Jahre
chilli-History Me and Mo – mein längstes Interview ever
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ugegeben, ich bin ein bisschen früh dran. Es ist ein schöner Frühlingstag im Jahr 2010, die Rentner kiebitzen beim Sportclub-Training, Mo Idrissou, unsere Torfabrik aus Kamerun, hat die größte Klappe. Ihn will ich fürs chilli interviewen, der rührige Pressechef Rudi Raschke kredenzt schon mal Kaffee und Gebäck. „Dauert nicht mehr lange.“ Nach einer halben Stunde heißt es: „Mo ist nun im Ermüdungsbecken.“ Naja. Eine kleine Ewigkeit später kommt er wieder und sagt: „Mo ist jetzt doch noch zur Massage – aber danach.“ Ich bin bei der dritten Tasse und habe die Bild-Zeitung zum dritten Mal gelesen, als der beflissene Herr Raschke wieder kommt und sagt: „Oje, jetzt sind die Spieler beim Essen, aber dann …“ Ich würde nach inzwischen zwei Stunden Wartezeit auch gerne einen Happen nehmen Foto: © ns – ein guter Journalist muss da aber durch. Eine weitere halbe Stunde später kommt der hilflose Herr Raschke wieder, weckt mich und sagt: „Mo müsste auf dem Weg sein.“ Ist er nicht. Wir rufen an. Nichts. Dafür bekomme ich – große Ausnahme! – die persönliche Nummer des Spielers. Indes, er geht nicht ran. Vergnügt sich wohl mit blondem Stöckelwild im Coucou oder sonstwo. Und dann war Mo Idrissou auch bald weg aus Freiburg, er wollte bekanntermaßen Champions-League spielen. Seine Handynummer habe ich noch – aber wen interessiert heute noch ein alter Dackel aus dem Mittelmaß der Zweiten Liga? Eben. Dominik Bloedner
Impressum – chilli Jubiläumsausgabe 2014 Herausgeber: chilli Freiburg GmbH Neunlindenstraße 35, 79106 Freiburg www.chilli-freiburg.de Geschäftsführerin (ViSdP): Michaela Moser / moser@chilli-freiburg.de
Grafik: Johanna Klausmann / grafik@chilli-freiburg.de Autoren/innen dieser Ausgabe: Tanja Bruckert, Felix Holm. Dominik Bloedner, Sophie Jones redaktion@chilli-freiburg.de
Chefredaktion: Lars Bargmann / bargmann@chilli-freiburg.de
Lektorat: Beate Vogt
Anzeigenleitung: Alexandra Huber / presse@chilli-freiburg.de
Druck & Belichtung: Freiburger Druck GmbH & Co. KG
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NEWS Fotos: © Schwarzwaldmilch
Alles in Butter
Rekordjahr bei der Molkerei Schwarzwaldmilch In China wächst die Lust auf Milch. Anders als der berühmte Sack Reis, der unbeachtet umfallen könnte, war der wachsende Milchkonsum dort ein Baustein fürs Rekordergebnis der Schwarzwaldmilch Gruppe im Geschäftsjahr 2013. Ein Umsatzplus von 16 Prozent auf 183 Millionen Euro verkündete jüngst Schwarzwaldmilch-Geschäftsführer Andreas Schneider – so viel hat das genossenschaftliche Molkereiunternehmen noch nie erwirtschaftet. An zwei Standorten wird produziert, in Offenburg und Freiburg. Nach China und in alle Welt gehen die Produkte aus Offenburg, wo vornehmlich Milchpulver hergestellt wird. Am Standort Freiburg entstehen hochwertige Milchprodukte, von Butter über Joghurt, Schoki und Dessert bis zu handgefertigten Brotaufstri-
chen. Auch hier gabs ein Rekordergebnis: Als absoluter Renner erwiesen sich die lactosefreien Produkte, die ein Umsatzplus von 28 Prozent erzielten. Lactosefreies von Schwarzwaldmilch findet sich inzwischen „zwischen Kiel und Passau“ in ganz Deutschland im Kühlregal, vermeldete Schneider. Etwa 210 Millionen Liter Milch, das war die Basis der Erfolgsprodukte. 1600 Landwirte aus der Region, die Eigentümer der Genossenschaft Schwarzwaldmilch, produzierten diese Menge im Jahr 2013. Auch sie profitierten vom Rekordjahr, denn der Auszahlungspreis, den sie für angelieferte Rohmilch erhielten, lag über dem Bundesdurchschnitt, bei Bio-Milch sogar um 1,5 Cent. Alles in Butter also für die Schwarzwälder Milchbauern – wenn allerdings die Preise für Butter weiter fallen, dann werden die Karten neu gemischt. chilli 5 Anzeige
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Hingelegt Wenn redaktion und grafik den doppelpass spielen: Kreationen aus 10 Jahren chilli
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10 Jahre
Zehn Jahre, zehn Zitate SC-Berichterstattung des Freiburger Stadtmagazins im Rückblick
V
on wegen Fahrstuhlmannschaft: Seit das chilli über den SC berichtet, ist der Verein gerade ein einziges Mal aus der ersten Liga abgestiegen (2005). In den zehn Jahren sind aber einige Champions-Leaguewürdige Zitate zustande gekommen. An dieser Stelle hat Redakteur Felix Holm die Highlights zusammengestellt.
>> Ömer Toprak, Jugendspieler, im September 2006 Von dem Jungen hätte sich der oben erwähnte Gjasula mal eine Scheibe abschneiden sollen: Ömer Toprak (damals 17 Jahre alt) gibt sich in seinem ersten Interview als Fußballer überhaupt dem chilli gegenüber sehr bodenständig. Heute kickt er mit Bayer Leverkusen in der Champions-League – und dort auch schon mal gegen Real Madrid.
2004
2007
„Wir hatten im letzten Jahr mit 96 Prozent die beste Auslastung aller Erstligisten und sie ist immer noch gut. Klar ist aber, dass wir im Servicebereich deutlich besser werden müssen. (...) Ein Stadion, das so wenige Parkplätze hat, genügt den AnsprüFoto: © ns chen vieler Leute nicht. Man kann nicht von jedem erwarten, dass er sein Auto irgendwo abstellt und dann die öffentlichen Verkehrsmittel nimmt. Wenn da was passieren würde, würde uns das helfen. Wir müssen um jeden Zuschauer kämpfen ...“ >> Volker Finke, Trainer des SC Freiburg, im November 2004 Der Mann war schon seit jeher ein Visionär. Ob Finke damals bereits ahnte, dass spätestens in zehn Jahren ganz Freiburg über die Nötigkeit eines Umzuges aus dem Dreisamstadion diskutieren würde?
„Wir haben zu diesem Zeitpunkt der Saison immer eine gewisse Planungsunsicherheit, was die Klassenzugehörigkeit und damit auch das Budget anbelangt. Neu ist allerdings, dass mit der Person Finke eine Konstante fehlen wird, an der sich auch viele Vertragsverhandlungen orientiert haben.“ >> Andreas Bornemann, SC-Manager, im April 2007 Der damalige sportliche Leiter des Sportclubs war von der Vereinsführung mit der Entlassung Finkes vor eine schwere Aufgabe gestellt worden. Allerdings musste er sich nicht allzu lange damit rumärgern: Zwei Monate nach dem chilli-Interview wurde er durch Dirk Dufner ersetzt.
2005 „Hätte ich bei den Amateuren versauern sollen? Ich glaube, Volker Finke wollte mich nicht auf die große Bühne lassen. Er wollte nicht, dass andere, größere Vereine auf mich aufmerksam werden. Irgendwann einmal für den AC Mailand oder Real Madrid zu spielen – das wäre ein Traum.“ >> Jürgen Gjasula, Fußballprofi, im März 2005 Es blieb ein Traum. Gjasula, der 2005 einen umstrittenen Wechsel von Freiburg nach Kaiserslautern hinlegte, weigerte sich als Jugendspieler, beim SC einen Amateurvertrag zu unterschreiben. Weil er sich bereits als Profi fühlte, wechselte er zum FC Kaiserslautern. Heute kickt Gjasula übrigens beim großen FC Litex Lovetch. Fußballfachmänner wissen: Erste bulgarische Liga.
2006 „Meine Freunde sind die Jungs von hier, wir sind hier irgendwie wie eine große Familie. Partyleben gibt’s eher weniger. Wenn wir am Sonntag ein Spiel haben, kann man Samstagabend nicht weggehen, freitags haben wir noch Schule, Donnerstagabend fällt also auch flach. Die meisten hier haben eine Freundin, die kommt dann, genau wie Kumpels, zu Besuch hierher. Übernachten darf sie aber nicht.“
2008 „Wir sind ein normaler Verein, weil wir erfolgreich wirtschaften und spielen wollen. Wir zahlen Gehälter, wir haben Sponsoren, wir haben professionelle Strukturen, wir haben klar definierte sportliche Ziele. Dennoch wollen wir die BesonFoto: © fho derheiten erhalten – die aber auch nicht mehr unbedingt „anders“ sind.“ >> Dirk Dufner, SC-Manager, im September 2008 Der Mann mit der luftigen Frisur im chilli-Interview zu dem Satz „Wir wollen ein ganz normaler Verein sein.“, den er so nie gesagt haben wollte. Aber rechtfertigen wollte er sich dafür dennoch.
2009 „Wenn du langfristig als Co-Trainer arbeitest, kommst du auch in diese Schublade. Es ist einfach so, dass du nur im eigenen Verein vom Co-Trainer zum Chef-Trainer aufsteigen kannst. Eigentlich wäre das für mich hier der Perspektivschritt gewesen, aber als das Foto: © fho im Gespräch war, ging es nicht mehr.“ >> Achim Sarstedt, Co-Trainer VfL Wolfsburg, im September 2009 Unter Finke war Sarstedt der unermüdliche und bescheidene zweite Mann. Im chilli-Gespräch ließ er aber durchblicken, dass er auch gerne mal das Ruder übernommen hätte.
10 Jahre 2010 „Klar war das ein schweres Jahr für mich, aber ich hatte Glück im Unglück. Es hätte ja alles wesentlich schlimmer kommen können, nämlich, dass ich gar nicht mehr spielen kann oder auch, dass wir abgestiegen wären. Es ist schwer zu sagen, ob ich daran gewachsen bin oder ob ich durch den Prozess etwas dazugelernt habe. Ich weiß auf jeden Fall zu schätzen, dass ich wieder Fußball spielen kann.“ >> Ömer Toprak, SC-Profi, im September 2010 Im Juni 2009 hatte der Nachwuchsfußballer einen schweren Kart-Unfall erlitten. Im chilli sprach er über sein Comeback und seine Träume. Ein weiteres Jahr später wechselte er zum ChampionsFoto: © fho League-Teilnehmer nach Leverkusen.
2011 „Cheftrainer wird man, wenn die Leute in einem Verein glauben, dass man das werden sollte. Marcus Sorg wird unser Cheftrainer, mich haben sie gefragt, ob ich Co-Trainer werden möchte – wir haben beide zugestimmt.“ >> Christian Streich, Co-Trainer, im April 2011 Er sei kein uneingeschränkter Optimist, ließ Streich in seinem ersten Interview als Bestandteil des Profitrainerteams durchblicken. Acht Monate später war er plötzlich selber Chef und führte die Mannschaft noch einmal ein Jahr später in den Europa-Cup. Das hätten wohl auch Foto: © fho Optimisten kaum für möglich gehalten.
2012 „Kruse, Schuster, Flum, Ginter, Sorg, Caligiuri und Baumann – einer von denen wird noch während seiner Zeit beim SC A-Nationalspieler werden.“ >> Stefan Spohn, Mannschaftsbusfahrer SC Freiburg, im Dezember 2012 Foto: © fho Der Mann hat Ahnung: Max Kruse gab Ende Mai 2013 sein Debüt in der Nationalmannschaft. Damals stand er – gerade noch – in Diensten des SC Freiburg.
2013 „Das absolute Highlight war für mich die Entwicklung, die Christian Streich gemacht hat, die deutschlandweit für Furore gesorgt hat. Das zweite Highlight ist, dass er bei uns verlängert.“ >> Fritz Keller, SC-Präsident, Foto: © ns im Mai 2013 Bemerkenswert: Der SC wird Fünfter in der Bundesliga und dringt im DFB-Pokal ins Halbfinale vor. Für den Präsidenten ist das am Ende aber alles zweitrangig.
Jubiläumsausgabe • 37 5 Anzeige
Foto: © Matthias Koch
38 • Jubiläumsausgabe
10 Jahre
10 Jahre – das wird gefeiert Party am 25. Juli rund um die Redaktion
K
urz vor den Sommerferien, am 25. Juli, werden die chillisten zum Zehnjährigen ein kleines Fest rund um die Redaktion in der Lokhalle Freiburg machen. Auch der Verlag öffnet an diesem Tag seine Türen. Zum Zweijährigen hatten wir mal die Wodanhalle gerockt, später den Smart-Tower bei der Freiburger Mercedes-Niederlassung zum Festturm umfunktioniert oder auch mal ins Dreisam-Ufercafé geladen. chilli-Abonnenten sind herzlich eingeladen, natürlich
auch unsere Anzeigenkunden und Magazinverkäufer und Freunde. Wer sich einen Platz in der ersten Reihe reservieren möchte, schickt bitte eine Mail mit dem Betreff „10 Jahre chilli-Party“ an Marlene Schick (schick@ chilli-online.de). Eine öffentliche Veranstaltung ist das aber nicht, weil das bei der momentanen baurechtlichen Lage an der Lokhalle nicht geht. Es wird aber sowohl für das kulturelle wie fürs kulinarische Wohl bestens gesorgt sein. Wir freuen uns drauf. 5 Anzeige