Ein Magazin wie das f79 herzustellen kostet viel Geld. Es müssen Redakteure und Grafiker bezahlt werden, die die Schülerredaktion betreuen und anleiten, deren Texte redigieren und das f79 layouten. Am Ende muss alles zusammengestellt, gedruckt und verteilt werden. Wenn da keiner etwas dazugeben würde, müsste das Schülermagazin sehr teuer verkauft werden. Für viele Jugendliche wäre es dann zu teuer. Daher suchen wir immer Firmen und Einrichtungen, die das Projekt toll finden und uns finanziell unterstützen. Diese Unterstützer nennt man Kooperationspartner. So eine Partnerschaft beruht immer auf Gegenseitigkeit. f79 bekommt Geld und der Partner erhält dafür ein Logo, eine namentliche Nennung als Unterstützer oder er kann sich ein Redaktionsmodul wünschen. Letzteres nennen wir ein „Testimonial“. Und wie funktioniert das? Schüler aus der Redaktion oder unser eigenes Redaktionsteam besuchen ein Unternehmen und befragen die Azubis nach ihren Aus- und Weiterbildungswegen. Hierbei entstehen Texte im Rahmen der Berufsorientierung für Schüler. Solche Texte sind als Testimonials gekennzeichnet. f79
Unser Jobstarter ist in Zusammenarbeit mit dem „Jugend & Beruf“-Extra der Badischen Zeitung erstellt worden.
Duzen auf Vormarsch
Mehr als die Hälfte der Angestellten tut es
Wie spricht man in deutschen Firmen die Chef*innen an? Laut einer Untersuchung des Software-Anbieters HR Works ist das Du auf der Überholspur. Weit mehr als die Hälfte der Beschäftigten nutzt es.
Du oder Sie? Das Du ist klarer Sieger. 71 Prozent der Beschäftigten in Deutschland duzen ihre Vorgesetzen. Das zeigt der „Leadership-Monitor“ von HR Works. Für die repräsentative Studie hat die Firma mehr als 2000 Beschäftigte befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Mehr als sieben von zehn Angestellten sagen du zu ihren Chef*innen. Glatte 61 Prozent sprechen sie oder ihn dabei mit dem Vornamen an. Weitere zehn Prozent nutzen das „Münchner Du“: Sie duzen die Vorgesetzten, nennen aber ihren Nachnamen. Für die Förmlichen gilt: 22 Prozent siezen und nennen den Nachnamen. Sieben
Prozent siezen, nennen aber den Vornamen. Zum Beispiel: „Nadine, könnten Sie bitte mal kommen?“
„Ob im Unternehmen geduzt oder gesiezt wird, hängt stark vom Führungsstil ab“, heißt es in der Studie. Es gelte die Faustformel: Je autoritärer der Führungsstil, desto förmlicher der Ton. Das lässt sich auch in Zahlen belegen: Schätzen die Beschäftigten ihre Führungskraft als autoritär ein, siezen 38 Prozent sie. Wird der Führungsstil als „laissez faire“ eingestuft, siezt nur noch ein Fünftel der Befragten.
Interessant: Das Geschlecht spielt kaum eine Rolle. Weibliche Führungskräfte werden zu 73 Prozent geduzt. Männliche zu 71 Prozent. Das Alter ist entscheidender: Bei Führungskräften über 50 Jahren liegt die Duz-Quote bei 67 Prozent, bei jüngeren Führungskräften unter 30 Jahren steigt sie auf 75 Prozent. Till Neumann
Foto // pixabay.com
Du oder Sie? Klarer Fall
Bitte was mit Tieren
Die Ausbildung als Pferdewirt*in ist vielfältig
Pferde trainieren, Reitschüler*innen ausbilden: Wer sich das als Beruf wünscht, kann eine Ausbildung zum/zur Pferdewirt*in ins Auge fassen. Aber zum Job gehören oft noch weitere Aufgaben.
Was alles zum Job gehört und was junge Menschen, die mit der Ausbildung liebäugeln, mitbringen sollten, verrät Pferdewirtschaftsmeister Jan Schulze Niehues im Job-Protokoll.
MEIN WEG IN DEN BERUF
„Meine Berufswahl lag nahe: Mein Vater führt als Pferdewirtschaftsmeister unsere Fachschule Reiten bereits in zweiter Generation. Mit Pferden und Gästen bin ich auf dem Hof aufgewachsen. Dann kamen die Lehre zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten und später die Meisterprüfung, um auf die geplante Betriebsübernahme möglichst gut vorbereitet zu sein.
SO SIEHT MEIN ALLTAG AUS
Auf unserem Hof bieten wir nicht nur Reitlehrgänge an, sondern trainieren auch
Sportpferde, um sie auf Reitturnieren vorzustellen. Mein Arbeitstag startet morgens um 7.30 Uhr mit Büro- und Verwaltungstätigkeiten. Hierzu gehören auch Mitarbeiter- und Teamgespräche über die Tages- und Wochenplanung und Organisationsmöglichkeiten. Von 10 Uhr bis 12 Uhr sind Reiteinheiten mit meinen Turnierpferden. Dabei arbeiten wir im Team, sodass die Pferde für das Training optimal vorbereitet sind. Nachmittags gebe ich meist drei Stunden Reitunterricht. Ab 17 Uhr werden wieder die Turnierpferde trainiert. Bis alle anfallenden Tätigkeiten erledigt sind, ist es meist 20 Uhr. Und: Eine Fünf-Tage-Woche gibt es in unserem Betrieb nicht. Sowohl die Gäste als auch die Pferde verlangen jeden Tag Engagement und Aufmerksamkeit – und das sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr.
Fotos // Kirsten Neumann (dpa)
Hat nach der Ausbildung zum Pferdewirt einen Meister drangehängt: Jan Schulze Niehues
DAS BESTE AN MEINEM JOB
Der Umgang mit dem Pferd ist einzigartig und für mich eine Herzensangelegenheit. Die Ausbildung von Pferd und Reiter gefällt mir sehr und dabei auch die gute Zusammenarbeit im Team.
DAS ERSCHWERT MEINEN BERUF
Wie in vielen anderen Betrieben ist es auch bei uns nicht immer ganz einfach, ein passendes Team für die einzelnen Arbeitsbereiche zu finden. Wir versuchen dabei die Interessen der Mitarbeiter möglichst optimal zu berücksichtigen.
Ein Fakt spielt leider gegen uns: Das Lehrpferd als solches steht durch gestiegene Kaufpreise und die Haltungskosten inzwischen
– nur wirtschaftlich betrachtet – schwer in der Bilanz. Der hohe Kaufpreis sowie die gestiegenen Haltungskosten erscheinen oft sehr unwirtschaftlich. Aber mit Blick auf den Nutzen für die Kunden sind für uns diese Investitionen unabdingbar und gewollt. Gleichzeitig zwingen sie uns aber auch, neue Geschäftsmodelle zu denken und umzusetzen.
WAS VIELE DENKEN
Einen Berufsreiter stellen sich viele Menschen ganztägig im Sattel vor. Erzähle ich dann von unserem Betrieb und der Verantwortung für die Vielzahl der Mitarbeiter, verstehen die meisten sehr schnell, dass hier neben dem Reiten noch viele andere Bereiche abgedeckt werden müssen.
DAS EMPFEHLE ICH JUNGEN INTERESSIERTEN
Zunächst in einen entsprechenden Betrieb kommen, möglichst ein mehrwöchiges Praktikum dort absolvieren und Eindrücke gewinnen. Beim Pferdewirt Schwerpunkt Reiten sind gute Vorkenntnisse notwendig und werden meistens vorausgesetzt. Je besser der Leistungsstand, umso leichter hat man es in der Ausbildung.
Mein Tipp: Nach der Ausbildung möglichst die Weiterbildung zum Meister anstreben. Das ist in diesem Beruf genauso wie in anderen Ausbildungsberufen. Es gibt eine große Nachfrage an Fachkräften und die Arbeitsund Verdienstmöglichkeiten im Beruf sind dementsprechend.“
BZ/Marie von der Tann (dpa)
Tierisch guter Job: Wer Pferde liebt, ist hier richtig.
Pflegeberufe legen zu
Mehr Menschen entscheiden sich für die Ausbildung
Gefragt: Pfleger*in zu werden ist angesagt. Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Belastbarkeit sind wichtige Voraussetzungen.
Der Fachkräftemangel in der Pflege ist seit Jahren ein großes gesellschaftliches Problem. Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Um den Beruf attraktiver zu machen und die Ausbildung moderner zu gestalten, wurde die Pflegeausbildung im Jahr 2020 grundlegend reformiert. Nun zeigen aktuelle Zahlen, dass diese Maßnahmen offenbar Wirkung zeigen: Im Jahr 2024 haben deutlich mehr Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf rund 59.500. Das ist ein positives Signal für die Branche, die dringend Nachwuchs benötigt. Insgesamt blieb die Gesamtzahl der Auszubildenden zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann mit 147.100 Personen jedoch nahezu konstant. Das bedeutet, dass zwar mehr neue Verträge abgeschlossen wurden, sich die Gesamtzahl der Lernenden aber auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegt.
Seit der Reform im Jahr 2020 gibt es die generalistische Ausbildung zur Pflegefachperson. Diese dauert drei Jahre und fasst mehrere zuvor getrennte Berufsbilder zusammen, darunter die Ausbildung in der Gesundheitsund Krankenpflege sowie in der Altenpflege. Ziel der Reform war es, die Pflegeausbildung flexibler zu gestalten und den Auszubildenden breitere Einsatzmöglichkeiten zu eröffnen. Absolventinnen und Absolventen können dadurch in verschiedenen Bereichen der Pflege arbeiten und sind nicht mehr auf ein bestimmtes Tätigkeitsfeld festgelegt.
Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), betont jedoch, dass die Ausbildung anspruchsvoll ist. Wer in der Pflege arbeiten möchte, müsse bereit sein, eine intensive Ausbildung oder sogar ein Studium zu absolvieren. Neben fachlichem Wissen sind vor allem persönliche Kompetenzen gefragt. Dazu zählen Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich kontinuierlich fortzubilden. In einem Berufsfeld, das sich durch medizinische Entwicklungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ständig verändert, ist lebenslanges Lernen unverzichtbar.
Ebenso wichtig sind Empathie und Offenheit im Umgang mit unterschiedlichsten Menschen. Pflegekräfte arbeiten mit Patientinnen und Patienten verschiedener Altersgruppen, Kulturen und Lebenssituationen zusammen. Teamfähigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle, da die Arbeit häufig interdisziplinär erfolgt, also gemeinsam mit Ärztinnen, Therapeuten und weiteren Fachkräften. Ein grundlegendes Interesse an Medizin und pflegerischen Tätigkeiten sollte daher selbstverständlich sein.
Trotz der hohen Anforderungen bietet der Pflegeberuf attraktive Perspektiven. Laut Lux sind die beruflichen Möglichkeiten vielfältig und der Arbeitsplatz gilt als sicher. Zudem hat sich auch die Vergütung verbessert. Bereits während der Ausbildung erhalten angehende Pflegefachkräfte ein vergleichsweise gutes Gehalt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegt das monatliche Bruttoausbildungsentgelt im öffentlichen Dienst bei 1416 Euro im ersten, 1477 Euro im zweiten und 1578 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Damit liegt die Bezahlung über dem Niveau vieler anderer Ausbildungsberufe und stellt einen zusätzlichen Anreiz für junge Menschen dar, sich für die Pflege zu entscheiden. BZ/f79
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Lernen mit KI – Chance oder Risiko für die Schule?
Künstliche Intelligenz ist weder Wundermittel noch Bedrohung
Künstliche Intelligenz ist längst im Schulalltag angekommen. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen KI-Programme, um Hausaufgaben zu erledigen, Referate vorzubereiten oder schwierige Themen besser zu verstehen. Richtig eingesetzt kann KI das Lernen erleichtern, individualisieren und sogar spannender machen. Gleichzeitig stellt sie Schulen vor neue Herausforderungen, etwa beim Thema Abschreiben oder Leistungsbewertung.
Ein großer Vorteil von KI ist die schnelle Unterstützung bei Fragen. Programme wie ChatGPT oder der Gemini-Chatbot können Texte erklären, Zusammenfassungen erstellen oder bei der Ideenfindung helfen. Wer zum Beispiel ein Gedicht analysieren oder eine mathematische Aufgabe nachvollziehen möchte, kann sich einzelne Schritte erläutern lassen. Wichtig ist jedoch, die Antworten kritisch zu prüfen und nicht einfach zu übernehmen. KI kann Fehler machen oder Inhalte vereinfachen.
Auch Microsoft Copilot wird zunehmend genutzt. Das Programm ist in viele Office-Anwendungen eingebunden und hilft beim Formulieren von Texten oder beim Strukturieren von Präsentationen. Für Referate oder Projektarbeiten kann das eine echte Zeitersparnis sein. Dennoch ersetzt KI nicht das eigene Denken. Sie liefert Vorschläge, aber die inhaltliche Verantwortung bleibt bei den Lernenden. Für das Lernen von Fremdsprachen sind spezialisierte Apps besonders sinnvoll. Duolingo arbeitet mit KI-Elementen, um Übungen an das individuelle Lernniveau anzupassen. Fehler werden analysiert, Wiederholungen gezielt eingesetzt. So entsteht ein personalisiertes Training, das motivieren kann. Auch Übersetzungsprogramme wie DeepL helfen beim Verstehen fremdsprachiger Texte. Allerdings sollte man Übersetzungen nicht ungeprüft übernehmen, sondern sie als Lernhilfe nutzen.
Im Bereich Mathematik bieten Tools wie Photomath Unterstützung. Die App erkennt Rechenaufgaben per Kamera und zeigt Lösungswege Schritt für Schritt an. Das kann helfen, Rechenmethoden besser zu verstehen. Wer jedoch nur das Ergebnis abschreibt, lernt wenig. Entscheidend ist, die Erklärungen nachzuvollziehen und eigenständig zu üben. KI kann außerdem beim Organisieren des Lernens helfen. Lernplattformen passen Aufgaben automatisch an den Leistungsstand an und geben direktes Feedback. Dadurch wird selbstständiges Lernen gefördert. Schülerinnen und Schüler können in ihrem eigenen Tempo arbeiten und gezielt an Schwächen arbeiten. Trotz aller Vorteile gibt es auch Risiken. Wenn KI dauerhaft Denkprozesse übernimmt,
kann das die eigene Kreativität und Problemlösefähigkeit schwächen. Zudem stellt sich die Frage nach Datenschutz und dem verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten. Schulen stehen deshalb vor der Aufgabe, klare Regeln für den Einsatz von KI zu entwickeln und Medienkompetenz stärker zu vermitteln.
Fest steht: KI wird die Schule nachhaltig verändern. Sie ist weder Wundermittel noch Bedrohung, sondern ein Werkzeug. Entscheidend ist, wie es genutzt wird. Wer KI als Unterstützung versteht, kritisch hinterfragt und mit eigenem Wissen kombiniert, kann davon profitieren – und Lernen neu erleben.
Tatjana Forsthuber
Schnelle Hilfe mit Schwächen: KI-Tools sind in Schulen auf dem Vormarsch.
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Ausbildungs-
Azubis geben Tipps zum Berufseinstieg
Folge 40: Die Entscheidung
Foto // Volksbank Freiburg
Name // Florian Held
Alter // 20 Jahre
Beruf // Ausbildung zum Bankkaufmann mit Zusatzqualifikation privates Vermögensmanagement
Betrieb // Volksbank Freiburg
Florian Held steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung bei der Volksbank Freiburg. Dort bekam er viele Einblicke und konnte ein Netzwerk aufbauen. Jetzt steht die Entscheidung an, wie es weitergeht. Er merkt, wie hilfreich dabei all die Erfahrungen sind.
„Als Auszubildender durchläuft man viele Abteilungen. Das bedeutet Abwechslung, weil man neue Teams, Arbeitsweisen und Aufgaben kennenlernt. Genau das hat mir geholfen zu verstehen, wo meine Stärken liegen und was mir wirklich Freude macht.
Gleichzeitig habe ich Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Ein Netzwerk, das gerade jetzt in der Entscheidungsphase unglaublich wichtig für mich ist.
Während meiner Ausbildung habe ich erlebt, wie unterschiedlich die Abläufe in einzelnen Bereichen sind. Manche Abteilungen haben mich begeistert, andere haben mir gezeigt, wo ich meine berufliche Zukunft nicht sehe. Diese Vielfalt hilft enorm dabei herauszufinden, welcher Arbeitsplatz zu einem passt. Außerdem haben mich viele Kolleginnen und Kollegen unterstützt, mir ehrliches Feedback gegeben oder mich auf interne Stellen aufmerksam gemacht. So habe ich gemerkt, dass Entscheidungen nicht nur von Aufgaben abhängen, sondern auch vom Team, von der Zusammenarbeit und vom Gefühl, am richtigen Platz zu sein. Natürlich gibt es viele Wege, die man nach der Ausbildung einschlagen kann. Wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, Eindrücke zu sortieren und mit Menschen darüber zu sprechen. Gespräche mit Ausbildern, Teamleitungen oder Kolleginnen und Kollegen können Perspektiven eröffnen, die man vorher vielleicht gar nicht im Blick hatte. Mir hat das enorm geholfen. Mein Tipp an euch lautet daher: Nutzt die letzten Monate eurer Ausbildung bewusst, um herauszufinden, was euch wirklich liegt. Schaut auf die Abteilungen zurück, in denen ihr euch am wohlsten gefühlt habt, setzt euer Netzwerk ein, fragt nach ehrlichem Feedback und hört auf euer Bauchgefühl. So trefft ihr die Entscheidung, die zu euch passt.“ f79
Jobben ist kein Dauerzustand
Jeder Fünfte will nach der Schule erst mal Geld verdienen
Wer nach der Schule keinen Plan hat, wohin es beruflich gehen soll, will häufig erst mal jobben. Das kann viele Vorteile haben. Warum es aber auch problematisch sein kann, erklärt ein Experte.
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Nach der Schule direkt eine Ausbildung oder ein Studium beginnen? Für viele nicht die erste Option. So zeigt eine aktuelle Befragung der Bertelsmann Stiftung unter jungen Menschen: Jeder fünfte Schüler will nach der Schulzeit erst einmal jobben, anstatt während einer dualen Berufsausbildung oder an der Uni weiterzulernen.
WENN DIE PERSPEKTIVE FEHLT
Endlich: Eigenes Geld bekommen
Das kann durchaus Vorteile haben. Wie Matthias Riedel, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Thüringen Ost, im Interview mit dem Portal „abi.de“ erklärt, vermittele das Jobben realistische Vorstellungen von der Berufs- und Arbeitswelt. Im besten Fall würden sich „wertvolle Impulse“ für die Berufswahl ergeben – je nachdem, ob die eigenen Erfahrungen positiv oder ernüchternd sind. Eigenes Geld verdienen mache zudem unabhängig.
Der Berufsberater warnt aber, dass Jobben zum Dauerzustand werden könne. „Gefährlich“ werde das, „wenn man sich über einen längeren Zeitraum mit Jobs ohne weiterführende Perspektive durchhangelt“, so Riedel. Attraktive Berufe und sichere Arbeitsverhältnisse setzen überwiegend noch immer Ausbildungen oder Studienabschlüsse voraus. Ob es sich anbietet, vor Uni oder Ausbildung erst noch zu jobben, hängt Riedel zufolge auch davon ab, was Absolventinnen und Absolventen für ihre berufliche Zukunft planen. Wer ein theorielastiges Studium anstrebt, profitiert wahrscheinlich davon, einen Eindruck vom praktischen Arbeitsleben zu bekommen.
Geht die Tendenz hingegen ohnehin in Richtung Ausbildung, sind zusätzliche praktische Erfahrungen oft gar nicht nötig. Während der dualen Berufsausbildung wechseln sich ohnehin Phasen im Betrieb und Phasen in der Berufsschule ab.
RAT HOLEN UND BERUFLICHE ZUKUNFT PLANEN
Der Berufsberater rät , sich immer zu fragen, warum man vor dem Studium oder der Ausbildung jobben möchte. Will man Erfahrung sammeln, Geld verdienen oder einfach eine Pause vom Lernstress? Wer das reflektiert, kann auch besser planen, wie die berufliche Zukunft aussehen soll.
Riedel empfiehlt nicht zuletzt, Vertrauenspersonen einzubeziehen. Sie können bei der Entscheidungsfindung helfen.
Er verweist zudem auf die Unterstützung der Berufsberatung: Jugendliche können etwa über die Webseite der Agentur für Arbeit kostenlos persönliche Gespräche zur Studien- und Berufswahl (Anmeldung beispielsweise unter der Hotline 0800/4555500) vereinbaren.
BZ/Amelie Breitenhuber (dpa)
Kommen und finden
Jobmessen der Regio im Überblick
Noch kein Plan, wohin die Karriere gehen könnte? Auf der Suche nach Infos aus erster Hand? Dann könnte eine Jobmesse weiterhelfen. In den kommenden Wochen gibt’s gleich mehrere davon.
EINSTIEG FREIBURG, 21. MÄRZ
Traumjob, ich komme
Auf der „Einstieg“ gibt es von 10 bis 16 Uhr Infos, Beratung, Vorträge und vieles mehr rund um Ausbildung, Studium und Gap Year. Der Eintritt ist frei mit Online-Ticket. Vor Ort in der Messehalle sind Vertreter*innen von Ausbildungsunternehmen, Hochschulen, Organisationen, Vereinen und Behörden. Aber auch Berufswahlprofis stehen parat. Sie helfen dir dabei, die nächsten Schritte zu gehen.
Mehr Infos: www.einstieg.com/freiburg
BERUFSINFOMESSE OFFENBURG, 17. + 18. APRIL
Die Nr. 1 im Süden
Mit rund 400 Ausstellern und nahezu 2700 Angeboten zu Ausbildung und Weiterbildung, Berufen, Studium und Praktika im In- und Ausland ist die BIM in Offenburg am Start. Sie nennt sich „Bildungsmesse Nr. 1 in Süddeutschland“. Wer kommt, kann in der Messehalle von 9 bis 17 Uhr die Chance nutzen, einen Erstkontakt zu einem neuen Arbeitgeber aufzubauen und den ersten Schritt in eine berufliche Zukunft zu wagen.
Mehr Infos: www.berufsinfomesse.de/de
BEB!T RHEINFELDEN, 25. APRIL
Informieren und vernetzen
Die BeB!T bietet einen Berufs- und Bildungsinformationstag. Er steigt von 10 bis 13.30 Uhr auf dem Campus (Jahnstr. 1a) in Rheinfelden. Besucher*innen erwartet ein umfangreiches
Angebot an Ausbildungsbetrieben aus den Bereichen Dienstleistungen, Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Industrie sowie Pflege. Bis zu 35 Unternehmen und Einrichtungen präsentieren sich auf der BeB!T. Die Seite bebit-rheinfelden.de dient als Info- und Vernetzungsportal.
Mehr Infos: bebit-rheinfelden.de/die-bebit/ berufs-bildungsinformationstag
CULT LÖRRACH, 6. + 7. MÄRZ
Orientierung bitte
Cult ist die Messe für alle, die sich beruflich neu- oder umorientieren möchten. Sie bietet an zwei Tagen 130 Ausstellende auf 2700 Quadratmetern. Es gibt Vorträge, Mitmachaktionen, eine Beratungslounge und die Möglichkeit für viele Gespräche.
Mehr Infos: cult-loerrach.de
Foto // BeB!T, Andreea Naujeck
Foto // EinstiegGmbH
Foto // Marko Scheerschmidt
Foto // Cult
Die Strippenzieherin
Booker*innen sind Organisationstalente hinter den Stars
Ihr Ziel ist die perfekte Show: Booker planen, organisieren und kalkulieren Veranstaltungen – worauf es ankommt, damit Künstler*innen groß rauskommen.
Im Job-Protokoll erzählt Rebekka Bremer, die bei Neuland Concerts als Bookerin für Musikkonzerte und Lesungen arbeitet, von ihrem Beruf an der Schnittstelle zwischen Künstler*innen, Veranstalter*innen, Marketing und Produktion:
WEG IN DEN BERUF
„Musik hat schon früh eine große Rolle in meinem Leben gespielt. In meinem Elternhaus wurde immer in irgendeiner Form musiziert oder Musik gehört. Während meiner Schulzeit verdiente ich mir mit kleinen Nebenjobs etwas dazu. Damals habe ich bereits in der einen oder anderen kleinen Eventagentur ausgeholfen. Nach meinem Abitur habe ich es mit verschiedenen Praktika und einem Studium probiert und stieß schließlich auf den Ausbildungsberuf der Veranstaltungskauffrau, der damals ganz neu war. Ich absolvierte eine duale Ausbildung, bei der ich zur Schule ging und zusätzlich in einer Agentur arbeitete, die
auf Musikveranstaltungen spezialisiert war. Bis heute kann die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau/- kaufmann ein Weg in den Beruf sein, manch einer geht aber auch über ein Studium, etwa mit dem Fach Kulturwissenschaften.
ARBEITSALLTAG
Ich arbeite hauptsächlich am Computer. Dazu kommen Telefongespräche und Meetings. Ich bin die Ansprechpartnerin für zwei Seiten: die der Künstlerinnen, beziehungsweise deren Managements, und die der örtlichen Veranstalter. Ich habe ein Portfolio an Künstlern, die ich vertrete. Je nach Bekanntheitsgrad versuche ich, sie am Markt zu etablieren oder weiter auszubauen – darunter neben Musikerinnen auch Autorinnen. Dafür stimme ich mich mit den Künstlern und deren Managements ab: Wir schauen, wo wir stehen, wo wir hin wollen und wie wir dieses Ziel erreichen. Die Künstler biete ich dann den Veranstaltern bundesweit und zum Teil im
Foto // Markus Scholz (dpa)
Die Frau hinter der Bühne: Bookerin Rebekka Breme kümmert sich darum, dass Music-Acts ins Rampenlicht kommen.
Ausland an. Je bekannter der Act, desto mehr externe Anfragen kommen rein, und dann gilt es zu sortieren, welche Auftritte für die Künstlerin förderlich oder vielleicht sogar hinderlich, bezogen auf die Karriere des Künstlers, sind. Im Weiteren bin ich die Schnittstelle zwischen allen Bereichen, die für die Organisation einer Tournee oder einer Einzelveranstaltung erforderlich sind. Dazu gehören Strategie, Marketing, Kalkulation und Produktion.
SCHÖNE SEITEN
Als Bookerin bin ich von der ersten Veranstaltungsplanung bis zur Nachbereitung in fast alle Prozesse involviert. Dass ich künstlerischästhetisch, aber auch praktisch und kaufmännisch mitdenken kann und involviert bin – diese Abwechslung macht den Beruf so spannend. Ich arbeite teils seit vielen Jahren mit den gleichen Partnern zusammen, sodass ein Vertrauensverhältnis besteht, das ich sehr schätze. Schön ist auch, dass ich mit dem Konzert unmittelbar sehe, worauf wir im Team hingearbeitet und was wir geschafft haben. Das Gefühl, wenn der Künstler oder die Künstlerin am Abend auf der Bühne steht, ist auch nach 20 Jahren immer noch besonders.
HERAUSFORDERUNGEN
Klar ist, dass ein Beruf in der Unterhaltungsbranche auch persönliche Herausforderungen mit sich bringt. Die Veranstaltungen sind überwiegend abends oder am Wochenende. Als Bookerin muss ich zwar nicht zwangsläufig vor Ort sein, aber es ist mein eigener Anspruch, und ich ziehe eine große Motivation daraus, zu erleben, was ich im Team organisiert habe.
WAS DIE BRANCHE BEWEGT
Die Pandemie hat uns, auch im Vergleich zu anderen Branchen, vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Nicht nur, dass neue Azubis und somit unser beruflicher Nachwuchs ausblieben, es gab auch aufseiten der Konzertgänger ganze Altersgruppen, die in dieser Zeit Konzerte nicht als Freizeitbeschäftigung oder gar als Leidenschaft für sich entdecken konnten. Auch nach Ende der Pandemie standen wir noch lange unter ihrem Einfluss. Erfreulich ist es daher, dass der Veranstaltungsbereich mittlerweile wieder wächst – teils sind sogar weitere Formen von Veranstaltungen entstanden wie zum Beispiel Live-Podcasts oder immersive Ausstellungen.
BZ/Anke Dankers (dpa)
VERDIENST
Über den Verdienst gibt es keine offiziellen Erhebungen, er variiert stark. Eine grobe Orientierung bietet der Ausbildungsberuf Veranstaltungskauffrau/- kaufmann. Laut Bundesagentur für Arbeit beträgt das monatliche Vollzeit-Bruttoentgelt für ausgebildete Veranstaltungskaufleute etwa 3597 Euro.
Fit fürs Abitur und Leben danach
An der Paula Fürst Schule werden die Weichen gestellt
„Unsere Schüler*innen starten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die dreijährige Oberstufe. Deshalb werden in der Brückenklasse der Jahrgangsstufe 11 Inhalte und Arbeitsmethoden gezielt wiederholt und vertieft. So schaffen wir eine optimale Grundlage für den Übergang in die Kursstufe“, erläutert Gerd Pollok, Geschäftsführender Schulleiter der Paula Fürst Schule.
Die Privatschule bereitet ihre Lernenden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch in kleinen Lerngruppen mit maximal 15 Teilnehmenden individuell auf die jeweiligen Schulabschlüsse bis hin zum Abitur vor. In der Kursstufe können Leistungskurse und Basisfächer bereits ab fünf Teilnehmenden eingerichtet werden. Diese überschaubaren Gruppen ermöglichen eine intensive Förderung, persönliche Beratung und eine konstruktive Lernatmosphäre.
Eine besondere Ergänzung stellt das zusätzliche Angebot „MathePlus“ in Klasse 11 dar: Eine weitere Wochenstunde bietet Raum, Grundlagen zu festigen und Inhalte gezielt zu vertiefen. Darüber hinaus begleitet eine Lehrkraft die Heranwachsenden als Mentorin oder Mentor sowohl beim Lernen als auch bei der Organisation des Schulalltags.
Neben dem fachlichen Unterricht legt die Schule großen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung, Teamfähigkeit und soziales
Neben dem Fachunterricht spielen Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen eine wichtige Rolle.
Lernen. „Zwei pädagogische Fachkräfte stehen den jungen Menschen in lösungsorientierten Beratungsgesprächen bei persönlichen Anliegen, Leistungkrisen oder Konflikten zur Seite. Außerdem entwickeln die Klassen gemeinsam mit ihnen jahrgangsübergreifende Projekte und erlebnispädagogische Aktivitäten“, so Pollok. Er ergänzt: „Wer neben Englisch keine weitere Fremdsprache belegt hat, beginnt ab Klasse 11 mit Spanisch. Im Methoden- und Rhetoriktraining werden zudem Arbeitstechniken und Kommunikationsformen der Oberstufe systematisch vermittelt und eingeübt.“
Auch was die Orientierung für die spätere Studien- oder Berufswahl angeht, leistet die Schule anhand unterschiedlicher Module unterstützende Hilfe. So werden etwa Studienfahrten, Tagesexkursionen und Projekttage –beispielsweise zu Medienkompetenz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit – durchgeführt. Als moderner und ganzheitlicher Lernund Lebensraum hält die Paula Fürst Schule ihren rund 85 Jugendlichen, die aktuell einen eigenen Gebäudeteil der Schule nutzen, zwei Schülerküchen sowie weitere Aufenthalts- und Arbeitsbereiche bereit. Diese können eigenverantwortlich und in ruhiger Atmosphäre genutzt werden – sei es für Hausaufgaben, Recherchen, Lerngruppen oder zur gemeinsamen Vorbereitung auf Prüfungen. Die Klassenzimmer sind vollklimatisiert und mit zeitgemäßer Technik ausgestattet und stehen den Lernenden bei Bedarf bis 17 Uhr zur Verfügung.
Reinhold Wagner INFO
Anmeldungen und Beratungstermine für die Gymnasiale Oberstufe der Paula Fürst Schule, Basler Straße 61, 1. OG, sind jederzeit möglich. Ansprechpartnerin ist die Schulleitung Frau Beate Dettmann dettmann@paula-fuerst-schule.de www.paula-fuerst-schule.de
Fotos // Alexa Jung
Fast zu perfekt
Wenn die KI Bewerbungen übernimmt
Fancy, aber fehlerhaft: KI kann nicht jede Aufgabe lösen.
Job-Beschreibung kopieren und KI den Befehl geben: „Schreibe mir ein aussagekräftiges Anschreiben!“ Klingt einfach, ist aber nicht immer sinnvoll.
Ob ChatGPT, Gemini oder Perplexity: Chatbots, die mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten, können nützliche Helfer beim Verfassen von Texten sein. Geht es darum, ein Anschreiben oder einen Lebenslauf für eine Bewerbung zu gestalten, sollte man sie aber nur im allerersten Schritt nutzen.
„ChatGPT kann ein Impulsgeber sein, wenn ich nicht weiß, wie ich starten soll, um mir Inspiration für Formulierungen zu holen“, sagt Sebastian Kohler, Co-Founder und Managing Partner bei der Personalberatungsfirma Kempkens x Kohler. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Kohler zufolge kann etwa ChatGPT schnell entlarvt werden, „wenn es zu generisch und fast schon zu perfekt klingt“. Damit gehe sämtliche Glaubwürdigkeit eines Profils verloren. Personalentscheider kommen so schnell zu dem Ergebnis, dass ein Bewerber oder eine Bewerberin nicht kreativ ist, sich nicht in Sachverhalte hineindenken und keine eigenständigen Ergebnisse produzieren kann. „Ich finde es klug, sich inspirieren zu lassen. Aber die eigene Handschrift und Persönlichkeit müssen immer erkennbar sein“, sagt auch die Karriereberaterin Esther Kimmel. Oft müssen Bewerber einem Anschreiben, das ein KI-Chatbot verfasst hat, wieder mehr Leben und Individualität einhauchen.
Wichtig: Den Ergebnissen niemals blind vertrauen, sondern mit ein bisschen Abstand so finalisieren, dass der eigene Stil erkennbar ist.
BZ/tmn
Foto // freepik.com
Weniger Ausbildungsplätze
Warum es für
Jugendliche gerade schwieriger wird
Wer nach der Schule eine Ausbildung beginnen möchte, merkt schnell: Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist angespannt. Die schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland wirkt sich deutlich auf die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze aus – und damit direkt auf die Chancen vieler Jugendlicher.
Fotos // freepik.com
Im Jahr 2025 wurden bundesweit rund 476.000 duale Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 10.300 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 2,1 Prozent entspricht. Die Entwicklung verläuft allerdings nicht in allen Bereichen gleich. Während in den Freien Berufen, etwa in Arztpraxen oder Kanzleien, die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge um 4,6 Prozent gestiegen ist, gab es im Handwerk ein leichtes Plus von 0,4 Prozent. Deutlich schlechter sieht es dagegen in Industrie und Handel aus. Dort sank die Zahl der neuen Verträge um 4,6 Prozent, was einem Minus von 12.600 Verträgen entspricht. Auch im Öffentlichen Dienst wurden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen.
Noch gravierender ist der Rückgang beim Angebot an Ausbildungsplätzen.
Insgesamt wurden rund 530.300 Stellen gemeldet – das sind 25.300 weniger als im Jahr zuvor. Besonders stark betroffen ist das betriebliche Ausbildungsangebot, das um fünf Prozent zurückging. Seit 2009 ist das Angebot nur im ersten Jahr der Corona-Pandemie noch stärker gesunken. Für Jugendliche bedeutet das: weniger freie Plätze und damit mehr Konkurrenz.
Gleichzeitig steigt die Nachfrage leicht an. Rund 560.300 Bewerberinnen und Bewerber suchten 2025 einen Ausbildungsplatz, das sind 3700 mehr als im Vorjahr. Mehr junge Menschen bewerben sich also auf weniger Stellen. Diese Entwicklung verschärft die Situation auf dem Ausbildungsmarkt spürbar.
Auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze ist gesunken. Etwa 54.400 Stellen blieben vakant – 15.000 weniger als
Schlechtere Chancen: Die Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt waren schon rosiger.
im Jahr zuvor. Der Anteil der unbesetzten Plätze an allen betrieblichen Angeboten liegt nun bei 10,6 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit 2020. Auf den ersten Blick wirkt das positiv, tatsächlich zeigt es jedoch vor allem, dass insgesamt weniger Stellen angeboten wurden.
Besonders deutlich wird die angespannte Lage beim Blick auf die Zahl der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz. Zum Stichtag 30. September 2025 hatten rund 84.400 junge Menschen noch keine Stelle gefunden und suchten weiterhin aktiv. Das entspricht einem Anstieg von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist der höchste Wert seit 2010. Der Anteil der noch suchenden Bewerberinnen und Bewerber an der gesamten Nachfrage liegt bei 15,1 Prozent – so hoch wie zuletzt nach der Finanzkrise 2009.
Fachleute führen diese Entwicklung auf die wirtschaftliche Unsicherheit zurück. Viele Betriebe halten sich mit neuen Ausbildungsplätzen zurück. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Fachkräften langfristig hoch. Wenn weniger ausgebildet wird, könnte sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Für Jugendliche heißt das vor allem: frühzeitig informieren, mehrere Optionen prüfen und flexibel bleiben. Neben klassischen Wunschberufen können auch verwandte Ausbildungsberufe oder andere Regionen neue Chancen bieten. Trotz der schwierigen Lage bleibt eine Ausbildung ein wichtiger Einstieg ins Berufsleben und bietet langfristig gute Perspektiven.
Tatjana Forsthuber
Dranbleiben: Wer sich früh auf den Weg macht, ist gut beraten.
Richtig bewerben
Tipps für deinen erfolgreichen Start ins Berufsleben
Struktur gefragt: Ein Lebenslauf kann überzeugen, wenn er das Wesentliche auf den Punkt bringt.
Das zweite Halbjahr hat begonnen, der Schulabschluss rückt näher – und damit auch der nächste große Schritt: Ausbildung, duales Studium oder direkter Einstieg ins Berufsleben. Eine gute Bewerbung ist dabei deine Eintrittskarte. Sie entscheidet oft darüber, ob du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst oder nicht. Umso wichtiger ist es, sich Zeit zu nehmen und sorgfältig zu arbeiten.
Der erste Eindruck zählt. Das beginnt schon beim Anschreiben. Es sollte individuell auf das Unternehmen und die Stelle zugeschnitten sein. Standardtexte, die an zehn Betriebe gleichzeitig verschickt werden, fallen schnell auf. Informiere dich deshalb vorab über das Unternehmen: Was stellt es her? Welche Werte vertritt es? Warum möchtest du genau dort arbeiten? Im Anschreiben erklärst du, warum du dich bewirbst, was dich motiviert und welche Stärken du mitbringst. Bleibe dabei konkret. Statt zu schreiben, dass du „teamfähig und freundlich“ bist, kannst du Beispiele nennen –etwa Gruppenprojekte in der Schule, Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten.
Auch der Lebenslauf muss übersichtlich und gut strukturiert sein. Er enthält deine persönlichen Daten, deinen schulischen Werdegang, praktische Erfahrungen, besondere Kenntnisse und Hobbys. Achte auf eine klare Gliederung und eine einheitliche Formatierung. Rechtschreibfehler oder ein unordentliches Layout wirken schnell unprofessionell. Lass deine Bewerbung am besten von Eltern, Lehrkräften oder Freunden gegenlesen.
Praktische Erfahrungen sind ein großes Plus. Dazu zählen Schülerpraktika, Nebenjobs, Ferienarbeit oder Engagement im Verein. Sie zeigen, dass du zuverlässig bist und Verantwortung übernehmen kannst. Auch besondere Fähigkeiten wie Fremdsprachen, Computerkenntnisse oder soziales Engagement gehören in die Bewerbung.
Viele Unternehmen setzen heute auf Online-Bewerbungen. Das bedeutet: Alle Unterlagen werden als PDF-Datei hochgeladen oder per E-Mail verschickt. Achte darauf, dass die Dateien sinnvoll benannt sind, zum Beispiel „Bewerbung_Max_Mustermann.pdf“. Verwende eine seriöse E-Mail-Adresse mit
deinem Namen – Spitznamen oder lustige Begriffe sind hier fehl am Platz.
Wenn du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhältst, hast du die erste Hürde geschafft. Bereite dich gut vor: Informiere dich noch einmal über das Unternehmen, überlege dir Antworten auf typische Fragen und denke auch an eigene Fragen. Pünktlichkeit, gepflegte Kleidung und ein freundliches Auftreten sind selbstverständlich. Wichtig ist, authentisch zu bleiben. Niemand erwartet Perfektion, aber Ehrlichkeit und Motivation kommen gut an. Nicht jede Bewerbung führt sofort zum Erfolg. Absagen gehören dazu und sind kein Grund, den Mut zu verlieren. Nutze sie als Chance, deine Unterlagen zu überprüfen und dich weiter zu verbessern. Wer dranbleibt, sorgfältig arbeitet und sich gut vorbereitet, erhöht seine Chancen deutlich.
Eine Bewerbung ist mehr als nur Papier oder eine Datei – sie ist deine persönliche Visitenkarte. Mit Engagement, Vorbereitung und Selbstbewusstsein legst du den Grundstein für deinen beruflichen Weg. f79
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Abitur an der Paula Fürst Schule
An der dreijährigen Oberstufe zur allgemeinen Hochschulreife / Brückenklasse der Jahrgangsstufe 11
Die dreijährige Oberstufe der Gemeinschaftsschule in Freiburg führt Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Schullaufbahnen zur allgemeinen Hochschulreife.
Aufgenommen werden:
• Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, 10. Klasse der Real- oder Gemeinschaftsschule
• Schülerinnen und Schüler mit Versetzungszeugnis in Klasse 10 (G8) oder Klasse 11 (G8 und G9)
• Quereinsteigerinnen und -einsteiger aus der Oberstufe anderer G8- und G9-Gymnasien
• Schülerinnen und Schüler von freien Schulen und Waldorfschulen
• Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger nach einer Schulunterbrechung
Die Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die dreijährige Oberstufe. Daher werden in der
Brückenklasse der Jahrgangsstufe 11 die Unterrichtsinhalte und Methoden gezielt vertieft und wiederholt. So findet eine optimale Vorbereitung auf die Anforderungen in der Kursstufe statt.
Die Kurse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch werden in Klasse 11 geteilt und in Lerngruppen von maximal 15 Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Als weitere Besonderheit wird in Mathematik wöchentlich eine zusätzliche Stunde (Mathe-Plus) angeboten, um Grundlagen aufzuarbeiten und Gelerntes zu vertiefen.
In der Kursstufe kommen Leistungskurse und Basisfächer bereits für Lerngruppen ab fünf Teilnehmenden zustande, was individuelle Förderung und Beratung ermöglicht.
Schülerinnen und Schüler, die besonderen Förderbedarf in den Fächern Mathematik, Deutsch oder Englisch haben, können ein individuelles Nachhilfeangebot von Studierenden an der Paula Fürst Schule wahrnehmen.
Neben dem Erlernen von schulischen Inhalten werden die Persönlichkeitsbildung sowie die Teamfähigkeit und soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gefördert. Ein Team aus einer Sozialpädagogin und einem Sozialpädagogen unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei persönlichen Belangen, Leistungskrisen oder Konflikten.
Die Paula Fürst Schule ist Lern- und Lebensraum. Die Jugendlichen können Computerräume, iPads, zwei Schülerküchen und verschiedene Aufenthalts- und Arbeitsbereiche nutzen.
Anmeldungen und Beratungstermine für die Gymnasiale Oberstufe der Paula Fürst Schule, Basler Straße 61, 1. OG, sind jederzeit möglich. Weitere Infos: Tel.: 0761 / 888 57 05 0 E-Mail: info@paula-fuerst-schule.de