Skip to main content

f79 – Das Schülermagazin für Freiburg und Region

Page 1


Wir sagen DANKE!

Das Bildungsprojekt f79 ist seit 2009 am Start. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 480 Schulen und 2600 Jugendeinrichtungen aus ganz Südbaden an verschiedenen Bildungs-, Berufs- und Medienangeboten beim f79 Schülermagazin: Von Freiburg bis Weil a.R., von

Rheinfelden bis Waldshut, BreisgauHochschwarzwald, von Emmendingen bis in die Ortenau, vom SchwarzwaldBaar-Kreis bis Bodensee. Somit sind alle Schulen aller Schularten und ein Großteil der Jugendeinrichtungen in Südbaden an das Projekt angebunden.

Nur mit Hilfe von Förderern der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft, Stiftungen, dem Land BadenWürttemberg und der EU kann diese Projektarbeit umgesetzt werden. Dafür möchten wir uns auch im Namen aller Schülerinnen und Schüler bedanken.

Wir suchen weitere Kooperationspartner. Interessiert? Infos unter bildungssponsoring@f79.de

IMPRESSUM

f79 // Das Schülermagazin für Freiburg und Region

Redaktionsbüro //

Paul-Ehrlich-Straße 13 // 79106 Freiburg fon // Redaktion 0761-76 99 83-85 fon // Anzeigen 0761-76 99 83-0 Website www.chilli-freiburg.de/chilli/f79/

Herausgeber // chilli Freiburg GmbH

Geschäftsführerin (V.i.S.d.P.) & Projektleitung // Michaela Moser // moser@f79.de

Redaktionsleitung // Till Neumann // redaktion@f79.de

Redaktion // Lilian Gerstenmeier

Koordination Schulen // Erika Weisser // weisser@f79.de

Pressearbeit // Erika Weisser

Publizistischer Berater // Lars Bargmann

Schülerredaktion dieser Ausgabe // Ida von Dreden, Loreen Bolz

Titelbild // © iStock.com/Javier Zayaz

Fotos // Schülerredakteure

Bildagenturen // iStock, magnific, pixabay

Grafik & Layout // Benedikt Schmidlin, Sarah Heinzel

Lektorat // Beate Vogt

Anzeigenberatung // Marion Jaeger-Butt, Nathalie Braun, Armando Sainovic beiermeister mediaberatung

Druckunterlagen // anzeigen@f79.de

Druck & Weiterverarbeitung // Freiburger Druck GmbH & Co. KG

Auflage // 15.000 Exemplare

Auslagestellen // an 480 HS, RS, Gymnasien, berufl. Schulen in Südbaden: von Freiburg bis Weil a.R., von Rheinfelden bis Waldshut, Breisgau-Hochschwarzwald, von Emmendingen bis in die Ortenau, vom SchwarzwaldBaar-Kreis bis Bodensee. Alle Agenturen für Arbeit in diesem Gebiet, alle BZ-Geschäftsstellen sowie über 2600 Jugendeinrichtungen in Südbaden (Jugendzentren, Vereine, Stadt- & Ortsverwaltungen, Büchereien, Fahrschulen, Haus- & Zahnärzte)

Druckunterlagenschluss für Heft-Nr. 68 // 14. August 2026. Es gilt die Preisliste Nr. 17.

Ein Unternehmen der f79 wird gefördert // vom Land Baden-Württemberg und dem Europäischen Sozialfonds

f79 ist Preisträger des SPIEGELSchülerzeitungswettbewerbs 2012, 2014 und 2015

f79 ist Mitglied der

TEURER FÜHRERSCHEIN

So soll er günstiger werden

Führerschein? Luxus. Mit Blick auf die Preise für einen Führerschein in Deutschland kann einem schwindlig werden. 3400 Euro kostet er im Schnitt. Soll heißen: Viele zahlen deutlich mehr. Manche sogar mehr als 7000 Euro. Muss das sein?

Nein, sagt auch die Bundesregierung. Verkehrsminister Schnieder von der CDU will den Führerschein günstiger und einfacher machen. Dafür hat er ein dickes Reformpaket vorgelegt. Größte Änderung: Ab 2027 sollen auch Mamas und Papas Fahrstunden geben können. Laienausbildung heißt das, was in Österreich schon länger gemacht wird.

Außerdem sollen es weniger Prüfungsfragen werden und der Theorieunterricht auch komplett online steigen können. Wie sinnvoll ist das? Und wie viel günstiger kann es einen Führerschein machen? Das haben wir einen Experten aus Freiburg gefragt. Er hat Lob und Kritik für die Pläne.

Das f79 hat sich außerdem mit KI in der Musik beschäftigt. Wir haben mit einem erfahrenen Produzenten mal probeweise einen Freiburg-Track gebastelt – mithilfe

des umstrittenen KI-Programms Suno. Das Ergebnis ist verblüffend, fast schon erschreckend.

Außerdem haben wir den Trendsport Padel getestet. Ein Mix aus Tennis und Squash. Rasant, aber recht einfach zu lernen. In Freiburg gibt’s dazu eine moderne Anlage. Wir waren probespielen und zeigen euch, was Padel so spannend macht.

Für alle Hobbypsycholog*innen gibt’s zudem den f79-Typentest. Dieses Mal die Frage von f79-Autorin Lilian: Was für ein Sonnencreme-Typ bist du?

Wer sich darüber hinaus schlaumachen möchte zu Jobs, Studium, Ausbildung, FSJ und Co, der sollte in den Jobstarter in diesem Magazin schauen. Wir geben euch Einblicke in Karrierewege und liefern Tipps und Tricks Richtung Berufswelt.

Viel Spaß beim Lesen

Till Neumann & das f79-Team

DIE REDAKTION DIESER AUSGABE

SCHULE // Abi am Ganztagsgymnasium

Osterburken

ALTER // 42

BEITRAG // Redaktion & Jobstarter

ÜBER MICH // Reden ist Silber, Schreiben ist Gold

IDA VON DREDEN

SCHULE // Abi am Theodor-Fliedner-Gymnasium, Düsseldorf

ALTER // 20

BEITRAG // Selbstversuch: „Stricken im Kino“

ÜBER MICH // Was würde Paddington tun?

BENEDIKT SCHMIDLIN

SCHULE // Gertrud-Luckner-Gewerbeschule

ALTER // 27

BEITRAG // Layout & Gestaltung

ÜBER MICH // Jede Entscheidung, die ich treffe, bringt mich zu Momenten, die ich nie verlieren möchte.

LILIAN GERSTENMEIER

SCHULE // Abi am Pädagogium Baden-Baden

ALTER // 23

BEITRAG // Test

ÜBER MICH // „Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ (Cicero)

LOREEN BOLZ

BETRIEB // Volksbank Freiburg

ALTER // 20

BEITRAG // Azubi-ABC

ÜBER MICH // #LächelnNichtVergessen

SCHULE // Gertrud-Luckner-Gewerbeschule

ALTER // 22

BEITRAG // Layout & Gestaltung

ÜBER MICH // „Sei du selbst. Alle anderen gibt es schon.“ (Oscar Wilde) SARAH HEINZEL

Seite 4 // Klassenfoto

Wir sind f79! Die Blattmacher dieser Ausgabe

Seite 5 //Promi-Ecke

Freiburg hat ein super modernes Dartzentrum

Seite 6-9 // Hauptfach

Wird der Führerschein endlich günstiger?

Seite 10-11 // Musik

KI in der Kunst – ein Gamechanger

Seite 12-13 // Sport

Trend Padel mischt Squash und Tennis

Seite 14-15 // Kunst

Stricken im Kino – kann das klappen?

Seite 16-18 // Test

Was für ein Sonnencreme-Typ bist du?

Seite 19-21 // Studie

Untersuchung zeigt Sorgen der Jugend

Seite 22-23 // Ausgezeichnet

Junge Menschen gewinnen Integrationspreis

Seite 24-25 // Ausbildung

Jedida Houngo macht Karriere an der BDH-Klinik

Seite 26-27 // Technik

Der Studiengang Sustainable Systems Engineering

Seite 28-29 // Karriere

Jérôme Bleile hat im Einzelhandel seine Berufung gefunden

Seite 29 // Tipps und Tricks

Loreen Bolz erklärt, warum sich Engagement lohnt

Seite 30 // Bewerbung

Wer gut vorbereitet ist, punktet beim Vorstellungsgespräch

Dein Thema nicht dabei?

Werde selbst f79-Reporter! // Kontakt: redaktion@f79.de

INHALTSANGABE

PROMI-ECKE

Dart boomt – auch in Südbaden. Mit dem „Dartzentrum Freiburg“ gibt es für Fans des Pfeilsports seit Januar eine hochmoderne Anlage in Denzlingen. Dort sind regelmäßig Turniere, die sogar gestreamt werden. Die Idee dazu hatte Frieder Lang (32). Im f79-Interview erzählt er vom Dart-Hotspot.

f79 // Frieder, wie kam dir die Idee zum Dartzentrum?

Frieder // Ich habe als ambitionierter Dart-Hobbyspieler gemerkt, dass die Nachfrage in der Region groß ist, es aber wenig Angebote gibt. Ich hatte Bock, das Ganze richtig groß zu machen. Dart soll ein anderes Gesicht bekommen.

f79 // Wie meinst du das?

Frieder // Dart hat den Ruf als Kneipensport. Irgendwie dunkel und männlich dominiert. Man trinkt Bier und spielt nebenher Dart. Das möchte ich ändern. Hier haben wir 12 moderne Boards, schenken keinen harten Alkohol aus und es gibt ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Das ist die modernste Anlage in ganz Süddeutschland.

f79 // Ihr streamt sogar live?

Frieder // Genau, wir streamen unsere Termine live bei YouTube und Twitch. Es gibt viele Menschen, die das einfach gerne schauen – auch den Amateursport. Für uns ist das ein Marketing-Tool, es macht aber einfach auch richtig Spaß.

f79 // Was ist der Kick für dich beim Dart?

Frieder // Es ist diese Sucht nach dem perfekten Wurf. Wenn man das einmal geschafft hat, will man es immer wieder versuchen.

Dart schult – gerade bei Wettkämpfen – den Umgang mit Druck. Man schwitzt, zittert, der Puls geht hoch. Wenn du den perfekten Wurf schaffst, ist das einfach ein geiles Gefühl.

Mehr Infos instagram.com/dartzentrumfreiburg

Foto // © Faye Schicht

ELTERN ALS

Regierung will Führerschein günstiger machen – kann das klappen?

Rund 3400 Euro kostet der Führerschein im Schnitt in Deutschland. Extremfälle zahlen über 7000 Euro für den Lappen. Die Bundesregierung will die Kosten senken. Unter anderem sollen ab 2027 auch Familien angehörige beim Fahrenlernen helfen. Was genau ist geplant? Wie viel kann das bringen? Ein Freiburger Fahrschulbetreiber ordnet ein.

Text // Till Neumann Foto // iStock.com/DuxX

800 bis 1200 Euro kostet ein Führerschein in Tschechien. Zwischen 1200 und 2000 Euro sind es in Österreich. Bis zu 1300 Euro fallen in Italien an. Maximal 2100 Euro sind es in Frankreich. Der deutsche Führerschein hat mit durchschnittlich 3400 Euro einen stattlichen Preis. Das findet auch Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU): „Mobilität darf kein Privileg sein“, sagt er. Schnieder möchte, dass der Führerschein einfacher und bezahlbarer wird. Die Änderungen sollen im Januar in Kraft treten. Das vielleicht größte Update sieht vor, dass eine „Laienausbildung“ kommt. Familienangehörige können bald Übungsfahrten mit Fahrschüler*innen machen. Die Personen müssen seit mindestens sieben Jahren den Führerschein haben, die Schüler*innen müssen vorab sechs praktische Fahrstunden absolviert haben. Weitere Änderungen: Die Pflicht zum Präsenztheorie-Unterricht soll fallen. Die TheorieVorbereitung kann komplett online laufen. Die Prüfungsfragen sollen von knapp 1200 auf rund 840 reduziert werden. Verpflichtende Sonderfahrten werden von 12 auf 3 gekürzt: Es reicht dann je eine Nacht-, Autobahn- und Überlandfahrt. Was sagt ein erfahrener Fahrschulleiter dazu? Sascha Fiek leitet die Academy Fahrschule Fiek in Freiburg. Er begrüßt den Vorstoß der Regierung, hat aber auch kritische Punkte.

„Günstiger wird es insbesondere für solche, die schon Vorerfahrung haben und besonders motiviert sind.“ Die breite Masse würde jedoch nicht von den Änderungen profitieren. „Wir haben derzeit im Schnitt durchschnittlich 37 Fahrstunden.“ Wer mit wenig Verkehrserfahrung komme, werde diese Stunden auch in Zukunft brauchen.

Die Laienausbildung – in Österreich gängige Praxis – „klingt erst mal schön“, sagt Fiek. Doch wer sie nutze, müsse eine besondere Haftschutzversicherung vorweisen, was 200 bis 300 Euro extra kosten könne. Er sieht ihren Sinn eher in ländlichen Gebieten, im Ballungsraum Freiburg sei sie kein großes Thema. „Das wird nicht die große Lösung sein“, betont Fiek. Kritisch sieht der Fahrschulleiter vor allem den Wegfall des Präsenzunterrichts. „Es braucht weiterhin die Anbindung an eine Fahrschule“, sagt Fiek. Verkehrssicherheitsrelevante Einstellungsfragen sollten weiterhin vor Ort unterrichtet werden. Auch um Themen wie Risikofaktor Mensch oder den Umgang mit anderen Verkehrsteilenehmenden in der Gruppe besprechen zu können. Technische Aspekte oder Verkehrszeichen könne man dafür online erlernen. Entscheidend, um Kosten zu senken, findet er den Einsatz von Fahrsimulatoren. Mit solchen Programmen könne der Stundenpreis halbiert werden. Seine Fahrschule nutzt das bereits. Schüler*innen können so Anfahren, Schalten und Kuppeln lernen. Die Preisspanne für den Führerschein ist erheblich. Während die Besten bei ihm mit nur 23 Fahrstunden auskommen und 2900 Euro zahlen, können in Extremfällen Kosten von mehr als 7000 Euro entstehen. Das betreffe Menschen, „die noch nicht mal Fahrrad fahren können, die

FÜHRERSCHEIN-FAKTEN

Rund 3400 Euro kostet ein Führerschein in Deutschland

In Tschechien, Österreich, Italien oder Frankreich kostet er rund 1000 bis 2000 Euro 44 Prozent der Fahrschüler*innen sind 2025 in Deutschland bei der Theorieprüfung gescheitert

37 Prozent haben 2025 die praktische Prüfung nicht geschafft

Ab 2027 soll die Laienausbildung möglich sein: Fahrschüler*innen üben mit Familienangehörigen Autofahren

In Österreich und Luxemburg gibt es die Laienausbildung bereits

Die Nachfrage bei Fahrschulen ist derzeit niedrig; viele Menschen warten, bis der Führerschein günstiger wird

Eine bundesweite Umfrage des Verbands „Moving“ meldet für Großstädte einen Rückgang um 58 Prozent bei 9 von 10 Fahrschulen

überhaupt keinen Verkehrsbezug haben“, so Fiek. Die Zahl der Fahrstunden erhöhe sich dann drastisch, teilweise auf bis zu 100.

Wie viel günstiger kann das Reformpaket den Führerschein also machen? „Bei motivierten Leuten sind 10 bis 20 Prozent weniger drin“, sagt Fiek. Aus 3400 Euro könnten rund 3000 Euro werden. Auch die Fahrschulen seien gefragt: „Wir sind in der Verantwortung, die Schüler*innen engmaschig zu begleiten“, sagt Fiek. Bei ihm werden sie erst zur Prüfung zugelassen, wenn die hausinterne Vorbereitungsampel auf Grün steht. Das führt zu weniger misslungenen Prüfungen, die Extrakosten verursachen. „Da ist man schnell bei 400 bis 500 Euro mehr.“ Das zu vermeiden sei ein ganz großer Hebel.

Jungen Menschen rät er, vor dem Führerschein mit den Eltern auf Verkehrsübungsplätzen zu trainieren. Außerdem sei die Auswahl einer

guten Fahrschule wichtig. Empfehlungen von Bekannten seien hilfreich, aber auch, wie schnell eine Fahrschule auf Anfragen reagiert. Antwortet sie, wenn man eine Frage stellt? Wer auf solche Punkte achtet, könne schon vorab die Weichen stellen, um nicht in die Kostenfalle zu tappen.

Kritisiert und lobt: Sascha Fiek

WENN DIE KI SONGS SCHREIBT

Freiburger experimentert mit umstrittener Software Suno

Der Song „Papaoutai (Afro-Soul)“ eroberte im Frühjahr weltweit die Charts und ging viral. Doch das Afrobeat-Remake des Stromae-Hits ist ein KI-Track. Ist das die Zukunft?

Jein, findet der Freiburger Musiker Stefan Merkl. Er experimentiert intensiv mit KI – und hat mit f79Redakteur Till einen Freiburg-Track produziert. Das Ergebnis ist erstaunlich – schon nach 15 Minuten.

Text // Till Neumann Fotos // Till Neumann, magnific.com, Screenshot YouTube

„Wir brauchen nur WLAN.“ Das ist Stefan Merkls einzige Bedingung für ein Probe-KIProducing. Der 58-Jährige braucht abgesehen davon nur sein Tablet. Unser Ziel heute: Wir produzieren einen Freiburg-Track mithilfe von KI. So will Merkl zeigen, was sie mittlerweile kann – und was nicht. Seit einem halben Jahr beschäftigt sich der Komponist, Pianist, Bigband-Leiter und Musiklehrer intensiv mit KI-Producing. „Ich will checken, was up to date ist“, erzählt Merkl. Auch für seinen Job als Musiklehrer in Villingen, wo er sein Wissen an Schüler*innen weitergibt.

Drei Wege geht Merkl: „Ich lasse Songs produzieren, ich lasse alte Songs von mir per KI pimpen oder ich schaue, wie KI sie verändern kann.“ Dafür arbeitet er mit der US-Software Suno. Das Programm ist in den Schlagzeilen, da es von der Musikverwertungsgesellschaft Gema verklagt wurde. Suno hatte seine Systeme mit echten Songs trainiert – ohne zu bezahlen. Die Gema konnte das beweisen, da sie per Suno mit wenigen Prompts nahezu eins zu eins Songs reproduzieren konnte wie „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer.

GEMA VERKLAGT SUNO FÜRS FÜTTERN IHRER

PROGRAMME

Unser Ziel heute: Wir wollen eine FreiburgHymne produzieren lassen. Merkls erster Schritt: Er lässt ChatGPT den Text schreiben. Die Schlagworte soll ich liefern. „Wie wäre es mit Freiburg meine City und mit dem Fahrrad Richtung Sonne?“ „Cool“, sagt Merkl und tippt ins Feld: „Schreibe einen Raphit mit Assonanzen und Binnenreimen. Verwende ,Freiburg ist ne geile City, mit dem Fahrrad Richtung Sonne‘ als Hook. Be Creative.“

Sekunden später haben wir einen Vorschlag. Doch der ist zu eintönig. Wir bitten um

mehr Abwechslung. Auch Vorschlag zwei überzeugt nicht. „Sonne“ auf „Wonne“ zu reimen in einem Raphit? Da geht mehr. Wir bitten, das Wort zu ersetzen. Dann passt es:

„Freiburg ist ne geile City, mit dem Fahrrad Richtung Sonne / Freiheit in den Venen, jeder Atemzug pure Freude / Leichter Wind im Rücken, wir entkommen jeder Schwere / Zwischen Licht und Leben merkst du, dass ich hierher gehöre“

Zwei Strophen gibt’s on top. Jetzt wollen wir Musik draus machen. Also loggt sich Merkl auf Suno ein. Dort kopiert er die Lyrics hin und tippt Prompts ins Feld: uplifting HipHop Sounds with positive Vibes, include Soul Horn Section and backing vocals, energy riddim drums, club ready, female rapper.

„Deutsch ginge auch, aber besser auf Englisch“, erklärt Merkl. Ob das Ergebnis gut wird, weiß er nicht. Man brauche Geduld. Doch das Wichtigste komme erst. Bei „more options“ stellen wir die Parameter „vocal gender“, „weirdness“, „style influence“ und „duration“ ein. Dann drückt Merkl auf „create“.

Rund zwei Minuten später haben wir wie gewünscht zwei fertige Songs zur Auswahl: Stimme, Beat, moderner Clubsound und Freiburg-Vibe. Alles drin. Doch überzeugt ist Merkl noch nicht. „Da geht mehr.“ Er möchte eine männliche Stimme testen und ergänzt: „male sexy voice“, stellt die „weirdness“ von 0 auf 30 Prozent. Los geht’s.

Während Suno arbeitet, erzählt Merkl: „Die besten Ergebnisse habe ich, wenn ich eigene Ideen einbringe.“ Zum Beispiel Akkorde mit einem Piano, Drum Grooves oder eine Gesangsline. Sonst klinge es sehr von der Stange. „Es kann schon sein, dass ich 10-mal rumprobiere, bis es gut wird.” Suno ist bereit. Wir hören den neuen Track an. „Ooooh, Baby, das ist eine 8 von 10“, jubelt

Kreativ mit KI: Stefan Merkl beim Probe-Producing für einen Freiburg-Song

Merkl. „Den würde ich nehmen.“ Ich bestätige: krasser Song. Heftige Stimme, heftiger Beat. Das klingt nach einem Banger, wie er 2026 klingen muss.

Kriegt da Merkl keine kalten Füße? „Mir macht das keine Angst“, sagt er. Doch klar sei auch: „KI-Musik muss reguliert werden.“ Dass die Gema rechtlich vorgehe, sei richtig. Genau wie das Verbot des Musikportals Bandcamp, dort KI-Songs hochzuladen.

Andere Streamingplattformen tun das nicht: Spotify bekommt Kritik, da es eigene große Playlists mit KI-Musik füttert und so Abgaben spart. Deezer meldet, dass mehr als ein Drittel der Uploads KI-Tracks sind. Allein 60.000 neue KI-Titel werden dort täglich hochgeladen.

Dass Musiker mit KI Schotter machen, findet Merkl fragwürdig. „Die meisten SunoNutzer wollen damit Geld verdienen.“ Sie

würden Streamingportale überschwemmen, es ginge um Quantität statt Qualität. Er sieht Suno für sich eher als Co-Songwriter und Experimentier-Labor. „Ed Sheeran hat 20 Leute, die für ihn Sachen schreiben, ich probiere dafür Sachen mit KI.“ Die Ergebnisse seien manchmal sehr cool, manchmal oh mein Gott.

„IM BESTEN FALL IST MEINE KOMPOSITION INTAKT GEBLIEBEN“

Am besten gefällt ihm Suno, wenn es Ideen für seine bestehenden Songs generiert. Wie könnten Streicher dazu klingen? Wie könnte ich Percussion und Techno mixen? „Im besten Fall ist meine Komposition von vorne bis hinten intakt geblieben“, betont Merkl. Dann könne er sich inspirieren lassen von KI-Vorschlägen.

Eins ist für ihn sicher: „KI wird niemals Live-Musiker*innen ersetzen.“ Die Interaktion mit Menschen, ihre Energie, ihr Humor, ihr Schweiß, das schaffe keine Maschine. Doch die Entwicklung ist rasant – und Vorbehalte bleiben groß: Wenn er Freund*innen seine KI-gepimpten Songs schickt, kommt zurück: „Boah krass.“ Wenn er die KI-Hilfe transparent macht, heißt es auch mal: „Du Trickser.“

Eine Ipsos-Studie für Deezer zeigt: 97 Prozent der Musikhörenden können nicht unterscheiden, ob ein Song KI ist oder nicht. Deezer ist laut eigenen Angaben das einzige große Streamingportal, das KI-Songs kennzeichnet.

KI-Freiburg-Track hören: bit.ly/KI-Track-chilli

Ist ein Hit geworden: Der KI-Remix „Papaoutai Afro Soul“, das Original ist von Stromae.

GRÖSSTER FEHLER? DRAUFHAUEN!

Trendsport Padel erreicht Freiburg – ein Probetraining

Ein Mix aus Tennis und Squash. Schnell, unkompliziert, actionreich. Freiburgs erste Anlage gibt’s seit Juli am Silbersee. f79-Redakteur Till Neumann hat dort probetrainiert. Im Männer-gegen-Frauen-Doppel hat er wenig Punkte geholt, sich aber das Padel-Fieber eingefangen.

Text & Fotos // Till Neumann

Wer die Anlage am Silbersee sucht, bekommt Urlaubsfeeling on top: Die zwei blauen Courts liegen direkt beim Camping. Die Padel-Cracks Jule (29) und Tanja (51) erwarten uns auf dem Platz. Wir – das f79-Team Till und Philip – bekommen zwei Schläger und einen Crash-Kurs: Man spielt Doppel mit einem tennisähnlichen Ball, die Schläger werden per Schlaufe am Handgelenk festgemacht, die Bande kann genutzt werden – außer bei Angaben.

Los geht’s: Wir stellen uns wie beim Tennis nebeneinander an die Grundlinie. Wichtig: richtig zum Ball stehen und mehr auf Gefühl als auf Kraft setzen. „Der größte Fehler als Anfänger ist, einfach draufzuhauen“, sagt Tanja. Sie spielt dreimal die Woche und macht uns Mut: „Gleich am Anfang hat man Spaß.“

Viele Bälle landen im Feld. Den Tennisfrust, wo erst mal gar nix klappt, gibt‘s hier nicht. Die Schläger sind kleiner, das Feld kompakter, die Banden helfen ebenso. „Wow, schöner Ball“, ruft Jule, als uns ein starker Return gelingt. Sie ist uns aber um Längen überlegen, spielt Padel seit rund einem Jahr. „Ich bin Tennisspielerin, wollte das hier unbedingt mal auspro -

allem die „dritte Dimension“, also das Spiel mit Bande: „Das ist für mich komplett neu, es macht das Spiel unberechenbar.“ Wir merken: Fies werden Bälle vor allem dann, wenn man sie kurz bis vor die Bande

spielt. Wer sie weiterspielen möchte, muss die Flugkurve berechnen, blitzschnell vorausdenken. Nach rund 15 Minuten versuchen wir ein Match. Gezählt wird wie beim Tennis: 15, 30, 45, Spiel. Wer zuerst sechs Spiele gewinnt, holt den Satz. Das macht Laune. Auch wenn wir mit wehenden Fahnen untergehen. 0:6. Kollege Philip tut sich ohne Tenniserfahrung schwerer als ich. Meine fünf Jahre Tennisverein zahlen sich aus. Vieles gelingt ohne großen Anlauf.

FASZINATION

„DRITTE

DIMENSION“

Möglich gemacht hat die Anlage der Endinger Markus Strack mit seinem Kollegen Yannick. „Wir sind selber begeisterte Spieler und überzeugt, dass die Stadt und Umgebung mit ihrer sportbegeisterten und offenen Community perfekt für Padel ist.“ In vielen Ländern sei Padel bereits viel entwickelter. Ihm gefällt vor allem die Kombi aus Bewegung, Spaß und sozialem Miteinander: „Der Sport hat sehr großes Sucht-Potenzial.“

Der 37-Jährige schätzt den einfachen Einstieg: „Man braucht keine jahrelange Technik wie im Tennis, um schnell Spaß zu haben.“ Durch kleinere Felder und Glaswände entstehen längere Ballwechsel. Das mache es spannend und dynamisch. Ein Einstieg ist über die Padel-WhatsApp-Community möglich. Auch wir haben Feuer gefangen. Sogar ein Traumball ist in der ersten Session geglückt: Einen Volley am Netz treffe ich so gut, dass er aufspringt und über die Glaswand fliegt. „Das schaffen viele nicht mal nach ein paar Monaten“, lobt Jule. Na dann: Wir kommen wieder.

Einsteiger und Crack: Jule zeigt Philip, wie man beim Padeln punktet.

POPCORN TRIFFT

Selbstversuch: Wie ist das Strickkino im Kandelhof?

Im Freiburger Kino Kandelhof gibt es seit einem Jahr „Stricken im Kino“. f79-Autorin Ida von Dreden war mit Nadeln dabei.

Text // Ida von Dreden Fotos // Kandelhof, Ida von Dreden

An diesem Sonntag Anfang Mai regnet es – perfektes Kinowetter. Mit einer Freundin bin ich um Viertel vor drei am Kandelhof – mit Häkelnadeln und Wolle im Gepäck. Draußen warten Grüppchen auf Freund*innen. Wir besorgen uns schon mal Popcorn, machen es uns im Kinosaal gemütlich. Die Reihen füllen sich langsam, es wird bereits fleißig mit Strick- oder Häkelnadeln hantiert. Vor dem Film gibt’s eine kleine Begrüßung vom Kinoteam: Das „Stricken-imKino“-Programm feiert seinen ersten Geburtstag. Es werden Kinogutscheine und Wolle verschenkt. Dann dimmen sie das Licht, ohne Werbung startet der Film.

Der Trend, Popcorn mit Häkelnadeln zu kombinieren, kommt aus England und Skandinavien. Seit rund zwei Jahren ist er auch in deutschen Kinos angekommen. In Freiburg kam der Anstoß von Manuela Weikum. Die Betreiberin des Geschäfts „Nadel & Faden“ hat das Konzept in den Medien entdeckt und dem Programmkino Friedrichsbau vorgeschlagen.

Einmal im Monat, meist sonntagsnachmittags, gibt es seitdem im Kandelhof das Strickkino-Special. „Die Nachfrage war schon in der ersten Vorstellung sehr groß“, sagt Andrea Untch, Theaterleiterin vom Kandelhof. „Teilweise kommen um die 80 Strickbegeisterte zu einer Vorstellung“, erzählt sie. Auch heute sind die Reihen gut gefüllt. Die meisten sind Frauen zwischen 20 und 70. „Wie voll es hier wird, hängt natürlich aber auch von Film und Wetter ab“, sagt Untch.

Gezeigt werden Klassiker wie „Notting Hill“ oder „Mamma Mia“ sowie aktuelle Filme à la „Der Teufel trägt Prada 2“. Meist laufen FeelGood-Streifen mit nicht zu komplizierten Plots – es soll sich schließlich keiner verstricken. Und wir? Als Anfängerin fällt es mir gar nicht so leicht, mich auf Film und Häkeln zu konzentrieren. Es soll ein Oberteil werden. Mehr Übung haben dafür Amelie und Jannis. Die Studierenden sitzen hinter mir und sind auch zum ersten Mal dabei.

HÄKELNADEL

„Normalerweise stricken wir mit Freund*innen zu Hause und gucken dabei Serien“, erzählt Jannis. „Wir gehen aber auch voll gern ins Kino, den Film heute wollten wir eh schauen“, sagt Amelie.

„Natürlich kann man auch zu Hause auf dem Sofa stricken“, erklärt Theaterleiterin Untch. Der Vorteil im Kino sei, dass man nicht so leicht abgelenkt werde und dazu auch noch andere mit dem gleichen Hobby kennenlernen kann. Für mich hat das leise Klappern der Nadeln etwas Meditatives. Zum ablenkenden Handy greift man im Kino nicht.

Als der Film vorbei ist, bin ich nicht weit gekommen mit meinem Oberteil. Aber das liegt eher an meinen Häkelkünsten. Jannis hat hingegen richtig was geschafft: „Der Film war voll passend, weil man sich gut berieseln lassen konnte.“ Generell wirken die Besucher*innen entspannt nach der Vorstellung. Auch ich bin zufrieden mit meinem Sonntagnachmittag. Stricken und schauen – ein meditatives Match.

STRICKEN IM KINO

Das nächste „Stricken im Kino“ ist am 14. Juni Der Film: „Little Miss Sunshine“ (2006).

Ausprobiert: Ida strickt und schaut einen Film

Krebsroter Küstenkönig Schattensuchti oder

Wie schützt du dich vor der Sonne?

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Das hört sich zu Beginn immer wunderbar an – aber bei vielen geht bei den ganzen

Hochgefühlen oftmals der Schutz vor der Sonne unter. Wie sieht das bei dir aus? Bist du bestens informiert und vorbereitet

Text // Lilian Gerstenmaier Fotos // magnific.com

oder gerät das gerne mal in Vergessenheit? Finde es anhand dieses Tests heraus! Zähle dazu die Buchstaben hinter den Antworten zusammen. Welcher kommt am häufigsten vor? Die Auflösung findest du auf der nächsten Seite.

1

1. Was ist dein Abkühlsystem?

a) Ventilatoren und Klimaanlagen sind mein bester Freund in der Sommerzeit S

b) Egal ob Pool, Meer oder See: Hauptsache, ich kann ins Wasser springen K

c) Iced Coffee, Wasser, Limo – alle meine Getränke werden mit Eiswürfeln gestreckt! V

d) Einfach genug Wasser trinken und dann passt das B

2. Wie verbringst du am liebsten die Sommerferien?

a) Die besten Momente verbringe ich auf Balkonien – direkt bei mir zu Hause! B

b) Strandurlaub ist nicht ohne Grund ein Klassiker K

c) Mir egal wo, wie und was – Hauptsache, ich habe meine Liebsten um mich herum S

d) Ich liebe Städtetrips … Museen sind schließlich meist klimatisiert V 2

3

3. Was ist deine liebste klassische Eissorte?

a) Vanille B

b) Schokolade V

c) Stracciatella S

d) Erdbeere K

4. Bei welchem dieser Softgetränke greifst du am schnellsten zu?

a) Paulaner Spezi B

b) Bionade Holunder S

c) Fritz-Kola V

d) Arizona Iced Tea Peach K 4

5. Was ist beim Grillabend dein Job?

a) Barkeeperin K

b) DJ S

c) Grillmeisterin B

d) Beilagen-Beauftragte V 5

6. Was steht auf deiner diesjährigen Summer-Bucket-List

a) Lagerfeuer machen S

b) Nachtwanderung V

c) Ab in den Urlaub K

d) Eine neue Outdoor-Sportart ausprobieren B

7. Welches Sommer-Tier findest du am nervigsten?

a) Moskitos/Bremsen K

b) Zecken

c) Bienen/Wespen

Fruchtfliegen

8. Wie bleibst du im Sommer hydriert?

a) Ganz normal: einfach genug Wasser trinken V

b) Ich esse viel wasserreiches Obst und Gemüse S

c) Ich trinke am liebsten isotonische Getränke B

d) Ich hinke da oft viel zu sehr hinterher … K

9. Für welche Aktivität würdest du dich bei Regen entscheiden?

a) Ein Museum besuchen

b) Mich in ein Café setzen V

c) Zu Hause bleiben S

d) Ins Kino gehen K 9

10. Welche Ära spricht dich musikalisch am meisten an?

a) Walk-/Discman-Ära (Pop & R&B) – Madonna & Michael Jackson S

b) Mp3-Player-Ära (Hip-Hop & Alternative Rock) – Eminem & Linkin Park K

c) Schallplatten-Ära (Disco & Rock) – ABBA & David Bowie V

d) Streaming-Ära (EDM & Techno) – David Guetta & Charlotte de Witte B

K Krebsroter Küstenkönig

Sonnenschutz – was ist das? Früher gab es schließlich auch keine Sonnencreme, -milch oder wie auch immer, und damals hat man es doch auch überlebt. Diese Meinung vertrittst du zumindest in den Sommeranfängen jedes Jahr aufs Neue. Und jedes Mal wird After-Sun zu deinem besten Freund. Bislang ist kein Jahr ohne heftigen Sonnenbrand und oftmals sogar einen Sonnenstich verstrichen. Dennoch lernst du nicht daraus, denn das Gefühl, wenn sich die Haut anfängt zu schälen, ist zu Beginn etwas eklig und nervig, fühlt sich am Ende aber an, als wärst du frisch aus dem Kokon geschlüpft. Dennoch wäre ein Besuch beim Hautarzt vielleicht keine schlechte Idee.

V Vorsichtsveteran

Von Kopfbedeckung bis Sandalen mit Socken: Du überlässt nichts dem Schicksal beziehungsweise legst dein Vertrauen lieber in deine eigene Hand als in Produkte, von deren Wirkung du nie ganz überzeugt bist. Du weißt, welche Stoffe atmungsaktiv, leicht und angenehm zu tragen sind, damit du auch im Sommer nicht vor Hitze dahinschmilzt, sondern voll bedeckt durch die Gassen schlendern oder auf der Picknickdecke chillen kannst und bedeckst dich selbst am Badesee mit Tuniken. Für dich steht vollkommen fest: Es gibt keinen besseren UV-Strahlenschutz, als von Kopf bis Fuß eingehüllt zu sein.

AUFLÖSUNG

B Braungebrannter Balkonbrutzler

Im Gegensatz zum krebsroten Küstenkönig weißt du ganz genau: Man muss nicht erst eine Hummerhaut abschälen, bevor man schön sommerlich braun werden kann. Mit ein wenig Geduld sowie regelmäßigem und großzügigem Nachtragen von Sonnencreme erreicht man den gebräunten Teint nicht nur gesünder, sondern auch deutlich schmerzfreier. Wer schön sein will, muss also nicht immer leiden – manchmal reicht es auch, die Dinge mit Vorsicht und Verstand anzugehen. Und genau diese Vorsicht zahlt sich aus. Deine Haut dankt es dir mit weniger Schäden und einer gleichmäßigen Bräune. Bei dir ist sonnen kein riskantes Abenteuer, sondern ein entspannter Weg zum Sommerlook.

S Schattensuchti

Wenn du ganz ehrlich bist, ist der Sommer für dich eine Jahreszeit, die du gerne skippen würdest. Es ist viel zu heiß, ständig blendet die Sonne, und nachts lassen einen die Moskitos kaum schlafen. Deshalb hast du über die Jahre gelernt, der Sonne so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Ganz automatisch wechselst du auf die schattige Straßenseite, sicherst dir draußen Plätze unter Bäumen oder Sonnenschirmen und passt deinen Sitzplatz ständig an den Stand der Sonne an. Taschenventilator, Fächer und Sonnenbrille sind für dich Essentials. Dein Schutz vor der Sonne besteht vor allem darin, ihr möglichst geschickt zu entgehen.

Was ist ein Testimonial?

Ein Magazin wie das f79 herzustellen kostet viel Geld. Es müssen Redakteure und Grafiker bezahlt werden, die die Schülerredaktion betreuen und anleiten, deren Texte redigieren und das f79 layouten. Am Ende muss alles zusammengestellt, gedruckt und verteilt werden. Wenn da keiner etwas dazugeben würde, müsste das Schülermagazin sehr teuer verkauft werden. Für viele Jugendliche wäre es dann zu teuer. Daher suchen wir immer Firmen und Einrichtungen, die das Projekt toll finden und uns finanziell unterstützen. Diese Unterstützer nennt man Kooperationspartner. So eine Partnerschaft beruht immer auf Gegenseitigkeit. f79 bekommt Geld und der Partner erhält dafür ein Logo, eine namentliche Nennung als Unterstützer oder er kann sich ein Redaktionsmodul wünschen. Letzteres nennen wir ein „Testimonial“. Und wie funktioniert das? Schüler aus der Redaktion oder unser eigenes Redaktionsteam besuchen ein Unternehmen und befragen die Azubis nach ihren Aus­ und Weiterbildungswegen. Hierbei entstehen Texte im Rahmen der Berufsorientierung für Schüler. Solche Texte sind als Testimonials gekennzeichnet. f79

Unser Jobstarter ist in Zusammenarbeit mit dem „Jugend & Beruf“-Extra der Badischen Zeitung erstellt worden.

Tschüss Deutschland?

Jugendstudie zeigt große Sorgen

41 Prozent überlegen, auszuwandern.

Die Welt wird von Krisen erschüttert.

Preise steigen, Konflikte rücken näher. Wie geht es jungen Menschen damit? Das hat die „Jugendstudie 2026“ unter die Lupe genommen.

Junge Menschen fühlen sich unter Druck. Berufliche Perspektiven wanken, das kann man der Studie entnehmen. Mehr als 2000 Menschen von 14 bis 29 Jahren wurden dafür Anfang 2026 befragt. „Die Ergebnisse zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die Belastungen den jungen Menschen zusetzen“, betont Studienleiter Simon Schnetzer.

29 Prozent der Befragten geben an, psychologische Unterstützung zu benötigen. Doch die Studie zeigt auch: Die große

Mehrheit ist bereit, zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Doch wo genau?

41 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, auszuwandern. Nur 31 Prozent wollen bleiben. Der Rest ist unentschlossen. Die größten Sorgen der Jugend: Krieg in Europa und Nahost (62 %), Inflation (53 %) und teurer Wohnraum (50 %).

Bildungsforscherin Nina Kolleck von der Uni Potsdam hat die Studie begleitet. Sie betont bei zdheute.de: „Wenn wir die Anliegen nicht ernst nehmen, riskieren wir, angesichts des Fachkräftemangels, wichtige Potenziale zu verlieren.“ Es lohnt sich also umso mehr, den richtigen Weg einzuschlagen. Tipps und Tricks dazu gibt’s auf den folgenden Seiten. Till Neumann

Foto // pixabay.com

Neues Leben aufgebaut

Wie eine Polin, eine Iranerin und ein Madagasse den Integrationspreis gewonnen haben

Integration bringt Zukunft, Remigration gefährdet den Standort Deutschland: Sara Dzida, Zahra Azadi und Rakingamanambinaskara sitzen in einem Konferenzraum der Freiburger Volksbank. Sie haben den von der Bank ausgelobten Integrationsförderpreis der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK) gewonnen. Und arbeiten weiter an ihrer Zukunft in der Wahlheimat.

Wenn Sara Dzida erzählt, ist schwer zu glauben, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Und sie kann sogar beides: Hochdeutsch und Badisch. Vor zwölf Jahren war sie aus Polen gekommen. Ihr Vater, der Deutschland schon als Arbeiter bei der Spargel­ und Erdbeerernte kannte, wollte sein Heimatland verlassen. Über eine Leihfirma bekam er einen Job im südbadischen Neuenburg. So wurde die Familie, zu der sechs Kinder zählen, in Südbaden sesshaft. Die Tochter startete bei der Drogerie Müller an der Freiburger Kajo ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Am Ende stand auf der Urkunde die Note 1,4. Dann sattelte sie die Handelsfachwirtin drauf, bestand die Ausbildereignungsprüfung, hat sich zur Betriebswirtin weitergebildet und leitet heute in einer Drogerie Müller­ Filiale in Emmendingen schon die Abteilung für Parfümerie.

KEINEN KONTAKT ZUR FAMILIE

Schwerer hatte – und hat – es aktuell Zahra Azadi. Als die gebürtige Iranerin mit dem Journalisten spricht, dauert der Krieg in Nahost neun Tage. Ihre ganze Familie lebt im Iran. „Ich habe seit einer Woche keinen Kontakt mehr“, sagt sie mit brüchiger Stimme. Das Mullah­ Regime hatte zuvor schon Zehntausende protestierende Bürger getötet. „Wir dürfen nicht mal sagen, dass wir keine Muslime sind, viele sind es nicht, aber auf dem Papier sind alle Muslime.“ Sie hofft, dass der Krieg mit dem Sturz des Regimes endet „und wir irgendwann selber unsere Regierung wählen können“.

Als sie vor einigen Jahren im Gespräch mit ihren Eltern den Wunsch äußerte, aus dem Iran wegzugehen, haben Vater und Mutter ihr keine Steine in den Weg gelegt.

Foto
Jens Hupperich, Rakingamanambinaskara, Joelle Sitraka, Sara Dzida, DM-Ausbildungsleiterin Esther Köpel, Zahra Azadi, Thomas Lehmann (v.l.).

„Im Iran ist eine Diktatur, wirtschaftlich ging es immer schlechter. Meine Eltern haben gesagt, es ist meine Entscheidung.“ Azadi heiratete, kam 2020 nach Deutschland, absolvierte – nachdem sie schon Telekommunikations ­ Ingenieurwesen studiert hatte – beim Medizintechnik­ und Strahlenmessungs ­ Experten PTW Freiburg GmbH ihre Ausbildung als Elektronikerin für Geräte und Systeme. Arbeitete erst in der Leiterplattenmontage, dann prüfte und testete sie die fertigen Apparaturen. 2024 schloss sie ihre Ausbildung ab und bekam den Förderpreis. Das Preisgeld investierte sie in eine Weiterbildung zur Fachkraft für Löttechnik.

AUS MADAGASKAR NACH FREIBURG

Ihr Ausbildungsleiter Thomas Lehmann ist „sehr froh darüber“, dass sich Azadi – als eine der ganz wenigen Frauen – für diese Ausbildung beworben hat, welche Leistungen sie dann erbracht hat und dass sie im Unternehmen geblieben ist.

Das hat auch Rakingamanambinaskara getan. Der 32­Jährige kommt aus Madagaskar und hat nur diesen einen Namen, in der Kurzform „Skara“. Skara ist seit vier Jahren in Deutschland. Seine heutige Frau Goelle Sitraka kam schon 2014 als Au ­ pair hierher. Er hatte in Kamerun seinen Master in Internationalem Handel und Management gemacht, kam dann nach Deutschland, absolvierte einen Deutschkurs und startete seine Ausbildung bei der Tria Technologies GmbH in Eschbach als Lagerist.

Im vergangenen Jahr schaffte er seinen Abschluss und erhielt ebenfalls den Förderpreis. „Mit dem Preis konnte ich meine Weiterbildung finanzieren. Mein Plan ist, dass ich in diesem Jahr einen speziellen Deutschkurs im Beruf Logistik mache und nächstes Jahr eine Weiterbildung zum Logistiksteuerer.“ Aktuell arbeitet Skara als Staplerfahrer. Seine Frau, die beiden haben schon ein Töchterchen, arbeitet mittlerweile bei der Caritas in der Pflege. Auch der Pflegebereich kommt ohne Migration und Integration nicht aus.

Im Berufsleben sind die drei Preisträger Paradebeispiele für gelungene Integration. Aber Integration bedeutet mehr als das. Dzida hatte es auch im Privaten am einfachsten. „Wir hatten da, wo wir wohnten, Nachbarskinder im gleichen Alter. So sind wir direkt zusammengekommen und haben uns direkt verstanden.“ Während andere Teenager ihre Mittagspause machten, büffelte sie weiter Deutsch. Ihre Eltern legten aber auch Wert darauf, dass sie mit polnischen Mädchen und Jungen in Kontakt kam.

Azadi kam mitten in der Corona ­ Krise, in der man sich kaum treffen durfte. Zum Glück hat die Schwester ihres Mannes drei Kinder, die Online ­ Kurse hatten. „Durch die Kinder habe ich es viel weiter geschafft. Das war echt gut mit den Kindern. Und bei der Arbeit habe ich auch viel Deutsch gelernt.“ Nur wenn einige ihre Lehrer manchmal mit badischem Akzent gesprochen haben, hatte sie zuweilen ein Fragezeichen im Gesicht – wer nicht im Badischen gebürtig ist, braucht kein Perser zu sein, um das nachempfinden zu können. Private Kontakte hat sie natürlich zu ihren Landsleuten, aber beim Tanzkurs etwa auch zu südamerikanischen und italienischen Menschen.

Skara hat seine privaten Kontakte über ein Basketballteam beim USC Freiburg geknüpft. Er spielt leidenschaftlich gern: „Dort fühle ich mich sehr

gut.“ Mit seiner Frau spricht er madagassisch, aber die Tochter, sie besucht eine Kita, sage immer alles auf Deutsch. Alle drei leben gerne in Freiburg, vor allem, weil die Menschen so offen und nett seien. Aber auch, weil die Natur in der Region vieles zu bieten habe. Bei der Volksbank ist Jens Hupperich als Personalchef für das Engagement verantwortlich. Vor zehn Jahren, erzählt er, habe mal eine Volksbank­ Azubine den Sparkassen ­ Förderpreis gewonnen. Bei der Preisverleihung habe der damalige IHK­ Präsident Steffen Auer ihn gefragt, ob seine Bank nicht auch einen Preis stiften möchte.

„IMMER WIEDER GÄNSEHAUT“

Hupperich brauchte nicht lange zu überlegen. Es wurde ein Integrationspreis. „Migration ist für unser Land etwas Gutes, Bereicherndes. Wir haben bei all den Verleihungen so viele unglaublich tolle Geschichten gehört, da kriegt man immer wieder Gänsehaut.“ Allerdings stellt die Volksbank ein paar Bedingungen. Die Preisträger in spe dürfen nicht in Deutschland oder im deutschsprachigen Ausland geboren worden sein, auch die Eltern müssen einen Migrationshintergrund haben, eine Ausbildung muss erfolgreich geschafft sein, die Bewerber müssen angeben, was sie mit den 2500 Euro Preisgeld machen wollen. Und ob sie bei ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben wollen. „Auch der Betrieb und die Ausbildungsleiter sollen mit dem Preis belohnt werden“, sagt Hupperich. Er selber habe übrigens auch einen Migrationshintergrund. Er kommt aus Köln.

Lars Bargmann

ANZEIGE

„Geduld
Jedidia

und Gefühl“

macht eine Pflege-Ausbildung bei der BDH-Klinik Elzach

Von Westafrika nach Südbaden – für seinen Traumberuf. Jedidia Houngo (22) aus Togo macht seit Oktober die einjährige Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegehelfender an der BDH-Klinik Elzach. Eine TV-Serie inspirierte ihn –schon jetzt plant er längerfristig.

Als Kind schaute Jedidia die Serie „The Good Doctor“. Er war so fasziniert, dass sein Traumberuf feststand: Er will Chirurg werden. Am liebsten in Deutschland wegen der „vielen Möglichkeiten“, wie er sagt. Der 22­Jährige landete 2024 in Elzach. Nur wenige Kilometer entfernt von seiner Tante, die in Breisach lebt. Sie empfahl ihm die BDH ­ Klinik, er bewarb sich als FSJ ­ler. In Elzach bekam er eine Zusage und konnte so zehn Monate ins Gesundheitswesen reinschnuppern. Dort half er bei der Versorgung von Patient*innen mit neurologischen Problemen. Und merkte: Sprachlich ist es eine Challenge, aber die Arbeit liegt ihm und das Team nimmt ihn herzlich auf.

Seit Oktober macht er nun die einjährige Ausbildung zum Gesundheits­ und Krankenpflegehelfer an den BDH ­ Kliniken Elzach und Waldkirch. Die Aufgaben sind vielfältig: „Ich kann Vital­Werte messen: Blutdruck, Puls, Sauerstoff, Atemfrequenz, Temperatur, manchmal auch Blutzucker.“ Außerdem hilft er beim Anziehen, der Körperpflege und der Dokumentation.

Bei der Arbeit merkt Jedidia immer wieder: „Für diese Ausbildung braucht man Gefühl und Geduld.“ Menschen ein Ohr zu schenken, für andere da zu sein, auch mal mit deren Launen klarzukommen, wenn es ihnen schlecht geht – das ist wichtig. Jedidia kann sagen: „Mir macht das viel Spaß.“ Und auch hier erlebt er die Kolleginnen und Kollegen als herzlich und hilfsbereit.

Geduld hat Jedidia schon vor der Ausbildung bewiesen: Nach dem Abitur wollte er direkt nach Deutschland. Doch die Botschaft in Togo brauchte zwei Jahre für sein Visum. Also studierte er Biologie, bis die Zusage kam. Die Hochschulerfahrung hilft

Mit Leidenschaft dabei: Jedidia Houngo

ihm heute beim Schulunterricht. „Vieles hat mit Biologie zu tun“, erklärt Jedidia. Er spricht fast fließend Deutsch.

Seinen Sprachnachteil gleicht er mit Extra­ Motivation aus: im Unterricht viel mitschreiben, zu Hause überarbeiten, weitermachen. Kürzlich lobte eine Ausbilderin seine großen Fortschritte. „Ein schöner Moment“, sagt Jedidia. Er ist aufgeweckt und zugewandt. Dass er morgens um 4 Uhr rausmuss, um hier um 5.55 Uhr einsatzbereit zu sein, merkt man ihm nicht an. Die Schulblöcke ab 7 Uhr sind dagegen schon Tage zum Ausschlafen. Zum Ausgleich spielt er Vollbeyball im Verein.

Jedidia hat Abschlussprüfungen im Sommer. Also kann er schon weiterplanen: Er

will eine Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) machen. An der BDH ­ Klinik geht das nicht. Doch am liebsten würde er hierbleiben. In Deutschland. Und an der BDH ­ Klinik.

AUSBILDUNG

Die staatlich anerkannte Ausbildung zur Gesundheits­ und Krankenpflegehilfe startet im Oktober. Azubis bekommen 1677 Euro brutto monatlich, haben mindestens 30 Tage Urlaub und profitieren von Benefits wie Hansefit oder Jobrad.

Mehr auf: www.bdh-jobs.de

Foto // Till Neumann

Technik neu denken

Der Studiengang Sustainable Systems Engineering in Freiburg

Klimawandel, Energiewende, nachhaltige Produktion – viele der großen Fragen unserer Zeit haben eine starke technische Dimension. Ingenieurinnen und Ingenieure spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Lösungen. Genau hier setzt der Bachelorstudiengang Sustainable Systems Engineering (B.Sc.) an, der an der Technischen Fakultät der Universität Freiburg (INATECH) angeboten wird.

Foto // iStock.com/Peach_iStock

Der Studiengang verfolgt ein klares Ziel: technische Kompetenz mit Nachhaltigkeitsdenken zu verbinden. Studierende sollen lernen, innovative Technologien zu entwickeln und gleichzeitig deren ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen zu berücksichtigen. Damit reagiert die Universität auf den wachsenden Bedarf an Fachkräften, die nachhaltige Technologien gestalten können.

SOLIDE GRUNDLAGEN DER

INGENIEURWISSENSCHAFTEN

Zu Beginn des Studiums erwerben die Studierenden eine klassische ingenieurwissenschaftliche Basis. Mathematik, Physik und Informatik gehören ebenso zum Curriculum

wie Grundlagen der Elektrotechnik, Materialwissenschaften und Systemtechnik. Diese Inhalte bilden das Fundament für das weitere Studium.

Darauf aufbauend rücken zunehmend nachhaltigkeitsbezogene Themen in den Mittelpunkt. Dazu gehören etwa erneuerbare Energiesysteme, nachhaltige Produktionsprozesse, Ressourceneffizienz oder Lebenszyklusanalysen technischer Produkte. Studierende lernen dabei, wie technische Systeme so gestaltet werden können, dass sie langfristig umweltverträglich und effizient sind.

SYSTEMISCH DENKEN, NACHHALTIG HANDELN

Ein besonderes Merkmal des Studiengangs ist sein systemischer Ansatz. Technische

Lösungen werden nicht isoliert betrachtet, sondern immer im Kontext größerer Zusammenhänge analysiert. Welche Ressourcen werden benötigt? Welche Auswirkungen hat eine Technologie auf Umwelt und Gesellschaft? Und wie lassen sich komplexe Systeme so planen, dass sie langfristig nachhaltig funktionieren?

Methoden des Systems Engineering helfen dabei, solche komplexen Fragestellungen zu strukturieren und innovative Lösungen zu entwickeln.

PRAXISNAH STUDIEREN

Neben der Theorie spielt auch die Praxis eine wichtige Rolle. Laborübungen, Projektarbeiten und interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichen es den Studierenden, ihr Wissen anzuwenden und eigene Ideen umzusetzen. Der Standort Freiburg bietet dafür besonders gute Voraussetzungen: Die Region gilt als wichtiger Forschungs ­ und Innovationsstandort für Umwelt­ und Nachhaltigkeitsthemen.

PERSPEKTIVEN FÜR DIE ZUKUNFT

Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs verfügen über ein breites Kompetenzprofil. Sie können nachhaltige technische Systeme entwickeln, komplexe Projekte koordinieren und technologische Innovationen verantwortungsvoll gestalten. Berufliche Möglichkeiten ergeben sich unter anderem in den Bereichen erneuerbare Energien, Umwelttechnik, nachhaltige Produktion oder Forschung.

Mit dem Studiengang Sustainable Systems Engineering setzt die Albert­ Ludwigs­ Universität Freiburg ein klares Zeichen: Die Technologien der Zukunft müssen nicht nur leistungsfähig sein – sie müssen auch nachhaltig gedacht werden.

Moser

STUDIENGANG IM ÜBERBLICK

Studiengang: Sustainable Systems Engineering (B.Sc.)

Fakultät: Technische Fakultät der Universität Freiburg (INATECH)

Studienbeginn: Wintersemester

Regelstudienzeit: 6 Semester

Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.)

Unterrichtssprache: überwiegend Englisch

Inhalte:

• Grundlagen der Ingenieurwissenschaften (Mathematik, Physik, Informatik)

• Elektrotechnik und Materialwissenschaften

• Systems Engineering

• Erneuerbare Energiesysteme

• Nachhaltige Technologien und Ressourceneffizienz

• Lebenszyklusanalysen und Umweltbewertung

Berufsperspektiven:

Absolventinnen und Absolventen arbeiten beispielsweise in den Bereichen erneuerbare Energien, nachhaltige Produktion, Umwelttechnik, Beratung oder Forschung. Auch ein weiterführendes Masterstudium im Bereich nachhaltiger Ingenieurwissenschaften ist möglich.

Gut beraten – Jobporträt Einzelhandel

Jérôme Bleile zeigt, welche Chancen die Ausbildung heute bietet

Von wegen nur an der Kasse stehen – wie abwechslungs- und perspektivenreich der Beruf der Einzelhandelskaufleute tatsächlich ist, zeigt das regionale Jobporträt.

Sie sind nah am Kunden, beraten und verkaufen, bestellen, nehmen an und verräumen – kurz: Sie organisieren den gesamten Warenfluss und helfen letztlich dabei, dass zu Hause der Tisch gedeckt ist. „Man sollte Spaß an Lebensmitteln und Spaß daran haben, mit Menschen zu arbeiten, Bereitschaft zum Arbeiten im Team mitbringen und die Motivation, Neues zu lernen“, fasst Jérôme Bleile die wichtigsten Voraussetzungen für die dreijährige, duale Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann zusammen.

WEG IN DEN BERUF

Zwar zählt der Einzelhandelskaufmann beziehungsweise die Einzelhandelskauffrau schon seit Jahren zu den beliebtesten Top Ten der Ausbildungen in Deutschland, aber dennoch hat der 22­Jährige nicht den direkten Weg in die Ausbildung gewählt. Er hat zwar schon direkt nach dem Abi im Einzelhandel gejobbt, aber zuerst ein Physikstudium

begonnen. Das jedoch brach er nach eineinhalb Semestern ab.

„Weil mir aber die Arbeit im Einzelhandel so viel Spaß gemacht hat, wurde mir das Abiturientenprogramm vorgestellt: Das beinhaltet eine verkürzte, zweijährige Ausbildung mit angehängtem Handelsfachwirt“, erzählt Jérôme. Am Ende dieses Weges steht ein Bachelorabschluss, das Programm selbst dauert drei Jahre. Übrigens können auch Azubis, die das Ausbildungsziel in kürzerer Zeit erreichen, die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzen. Aktuell arbeitet Jérôme im Hieber’s Frische Center Breisach und wird im September seinen Handelsfachwirt in der Tasche haben. Im Breisacher Markt bildet Hieber insgesamt sechs Auszubildende aus. „Außerdem haben wir noch zwei Auszubildende aus Indien im Rahmen eines unternehmensweiten Programms. Dabei kommen junge Menschen aus Indien zu uns und machen eine Ausbildung zum Bäckerei­ oder Metzgereifachverkäufer“, so Ausbilder Stiven Fix.

Foto // Anita Fertl
Liebt das Arbeiten mit Menschen und mit Lebensmitteln: Jérôme

VORAUSSETZUNGEN & AUSBILDUNG

Für ihn zählt als Voraussetzung für den Job vor allem Sozialkompetenz: „Man sollte auf Menschen zugehen können, offen sein und nicht mit Scheuklappen durch die Gegend laufen“, sagt Fix und schmunzelt. Auch das selbstständige Arbeiten sei wichtig. Üblich ist ein Realschulabschluss. „Aber wir versuchen, so gut wie möglich jedem eine Chance zu geben, denn die Praxis ist noch mal was anderes als die schulische Theorie.“

In der Ausbildung durchlaufen die Kaufleute jede Abteilung, vom Trockensortiment und der Getränkeabteilung über die Frischebereiche wie Obst und Gemüse, den Backstand bis hin zu den Metzgerei­, Wurst­, Käse ­ und Fisch­ Frischetheken. „Dazu kommen neben der Kasse die Prozesse hinter den Kulissen wie Lagerarbeit, Warenannahme, Lieferscheine buchen und das gesamte Rechnungswesen“, erklärt Jérôme.

In der Schule werden parallel und vertiefend zu den Abläufen im Betrieb im ersten Jahr die Bereiche Verkaufsgespräche, Kassenführung, Warenpräsentation und Verkaufsförderung unterrichtet, im zweiten Jahr kommen Warenbeschaffung und ­annahme sowie Preiskalkulation dazu.

Im dritten Jahr steht der Fokus darauf, Marketingkonzepte zu entwickeln und den Personaleinsatz zu planen. Und: „In jeder Abteilung betreut die Abteilungsleitung und gibt ihr Wissen weiter, man wächst Schritt für Schritt in alles hinein. Ziel ist, nach drei Jahren einen Bereich gefunden zu haben, der besonders viel Spaß macht, in dem man sich spezialisieren und weiterlernen möchte“, erklärt Jérôme die Abläufe.

SCHATTEN- UND SONNENSEITEN

Mit dem Schichtbetrieb und gegebenenfalls Samstagsarbeit hat Jérôme sich arrangiert: „Das lässt sich gut managen“, sagt er. Und auch wenn der Umgang mit schwierigen Kunden auf der Negativseite zu verbuchen ist, so überwiegt doch das Positive: „Es macht Spaß, wenn man den Kunden eine Freude bereiten kann, das macht einen selber auch glücklich“, sagt Jérôme und gerät ins Schwärmen vom Miteinander im Team, den Aufgaben, die auch das Präsentieren neuer Produkte und Saisonaufbauten umfassen. „Das mag ich am Einzelhandel: Kein Tag ist wie der andere, es ist abwechslungsreich.“

KARRIEREOPTIONEN

Auch nach der Ausbildung seien die Möglichkeiten vielfältig, so Ausbilder Fix: „Wie man bei mir sieht, kann man in jungen Jahren schon viel erreichen. Ich habe in der Realschule in Mathe nicht geglänzt und mir wurde trotzdem eine Chance gegeben.“ Bei Hieber seien die Karrieremöglichkeiten breit gefächert, reichten bis zur Marktleitung. „Mit Engagement kann man sich hocharbeiten“, ist der stellvertretende Marktleiter überzeugt. Dem stimmt auch der künftige Handelsfachwirt Jérôme zu. „Wenn man Bock hat, was zu bewegen und anzupacken, dann kriegt man die Chance.“ Jérôme selbst war dank Vorkenntnissen und Engagement schon nach dem ersten Ausbildungsjahr Schichtleiter. Er hat nach seiner mit Bestnoten abgeschlossenen Ausbildung einen Förderpreis erhalten und will sich damit seinen Betriebswirt finanzieren. Und irgendwann den eigenen Markt aufmachen? Jérôme lacht. „Ich bin noch jung und am Anfang meiner Karriere. Von so großen Schritten kann ich im Moment nur träumen.“

Ausbildungs-

Azubis geben Tipps zum Berufseinstieg

Folge 41: Engagement

Name // Loreen Bolz Alter // 20 Jahre Beruf // Ausbildung zur Bankkauffrau mit Zusatzqualifikation „Privates Vermögensmanagement“ Betrieb // Volksbank Freiburg

Loreen ist Auszubildende bei der Volksbank Freiburg. Neben ihrer Ausbildung ist sie auch auf dem Instagram­Profil des Unternehmens aktiv und engagiert sich im jungen Kundenbeirat. Warum es sich lohnt, dort mitzumischen, erzählt sie im Azubi­ABC.

„Der junge Kundenbeirat besteht aus jungen Erwachsenen, die sich zwei­ bis dreimal im Jahr mit Vertreter*innen der Bank treffen. Dort bringen sie ihre Ideen ein, wie die Volksbank attraktiver für junge Leute werden kann. Es geht also um echte Mitbestimmung. Es ist spannend, direkt mitzuerleben, wie unsere Vorschläge aufgenommen werden. Mitmachen ist unkompliziert: Junge Erwachsene brauchen ein Konto bei der Volksbank Freiburg und können dem Kundenbeirat beitreten. Anschließend werden sie zu Treffen eingeladen.

Neben dem Austausch kommt auch das Miteinander nicht zu kurz. Oft diskutieren wir über Themen wie Geldanlage oder digitale Angebote. Es ist wichtig, dass junge Menschen mitreden – nur so kann sich die Bank weiterentwickeln und relevant bleiben. Zum Beispiel konnten wir bei der ersten Sitzung des Kundenbeirats unsere Meinung zu den Beratungsräumen äußern, Verbesserungsvorschläge einbringen und sagen, wie wir uns dort wohlfühlen würden. Ohne junge Stimmen würde die Bank vielleicht an den Bedürfnissen der nächsten Generation vorbeiplanen, etwa bei digitalen Services oder nachhaltigen Projekten.

Mein Highlight beim Kundenbeirat war der Austausch beim gemeinsamen Essen, weil man sich dadurch viel besser kennenlernen konnte. Wir haben die anderen Mitglieder näher kennengelernt und mehr über ihre Hintergründe und ihren Alltag erfahren. Durch mein Engagement habe ich gelernt, wie wichtig es ist, seine eigene Meinung zu äußern und aktiv mitzugestalten. Viele Dinge versteht man erst richtig, wenn man selbst dabei ist und mitreden kann.

Mein Tipp an euch: Traut euch, euch einzubringen – egal ob in der Bank oder woanders. Man sammelt wertvolle Erfahrungen, lernt neue Leute kennen und kann wirklich etwas bewegen.“ f79

Foto // privat

Schwächen-Falle im Bewerbungsgespräch

Wer gut vorbereitet ist, kann mit einer ehrlichen Antwort überzeugen

Die Frage nach den eigenen Schwächen gehört zu den Klassikern im Vorstellungsgespräch. Viele Bewerber fühlen sich dabei unwohl, doch eine gute Antwort kann einen positiven Eindruck hinterlassen. Wer vorbereitet ist, zeigt Selbstreflexion und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten.

Karriereexperten raten davon ab, die Frage zu umgehen oder gar nicht zu beantworten. Das könne schnell desinteressiert oder arrogant wirken. Gefragt seien stattdessen Ehrlichkeit und eine realistische Selbsteinschätzung.

DIESE FEHLER SOLLTEN VERMIEDEN WERDEN

Zu den größten Stolperfallen gehören sogenannte „versteckte Stärken“. Aussagen wie Perfektionismus oder Ungeduld gelten mittlerweile als Standardantworten und wirken oft wenig glaubwürdig. Sie vermitteln eher den Eindruck, dass die Antwort aus dem Internet übernommen wurde, statt auf echter Selbstreflexion zu beruhen.

Auch Schwächen, die für die angestrebte Stelle problematisch wären, sollten nicht genannt werden. Wer sich auf eine Position mit viel Teamarbeit bewirbt, sollte beispielsweise nicht mangelnde Teamfähigkeit als Schwäche anführen. Außerdem gilt: Im Vorstellungsgespräch müssen nicht alle persönlichen Schwächen offengelegt werden. Ein oder zwei Beispiele reichen aus, um Ehrlichkeit zu zeigen.

MIT VORBEREITUNG PUNKTEN

Vor allem Berufseinsteigern fällt es oft schwer, passende Schwächen zu benennen. Dann können Beispiele aus Schule oder Privatleben helfen, etwa anfängliche Zurückhaltung in größeren Gruppen oder eine manchmal zu direkte Art. Diese Eigenschaften lassen sich meist gut erklären, ohne die Eignung für den Job infrage zu stellen.

SCHWÄCHEN KONSTRUKTIV DARSTELLEN

Wichtig ist, die genannte Schwäche nicht einfach stehen zu lassen. Dafür empfiehlt sich eine einfache Drei­ Schritt­ Methode:

1. Eine ehrliche Schwäche nennen, die für die Stelle nicht entscheidend ist.

2. Erklären, wie daran gearbeitet wird.

3. Aufzeigen, welche Fortschritte bereits erzielt wurden.

Wer anfangs schüchtern ist, kann erklären, dass die Unsicherheit schnell nachlässt. Wer manchmal zu direkt kommuniziert, kann zeigen, wie daran gearbeitet wird.

Entscheidend ist die Glaubwürdigkeit: Authentische Antworten und der Wille zur Weiterentwicklung kommen meist besser an als einstudierte Floskeln

BZ/Elena Hartmann (dpa)

ANZEIGE
Foto // magnific.com

Anzeige

Abitur an der Paula Fürst Schule

An der dreijährigen Oberstufe zur allgemeinen Hochschulreife / Brückenklasse der Jahrgangsstufe 11

Die dreijährige Oberstufe der Gemeinschaftsschule in Freiburg führt Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Schullaufbahnen zur allgemeinen Hochschulreife.

Aufgenommen werden:

• Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, 10. Klasse der Real­ oder Gemeinschaftsschule

• Schülerinnen und Schüler mit Versetzungszeugnis in Klasse 10 (G8) oder Klasse 11 (G8 und G9)

• Quereinsteigerinnen und ­einsteiger aus der Oberstufe anderer G8­ und G9­Gymnasien

• Schülerinnen und Schüler von freien Schulen und Waldorfschulen

• Wiedereinsteigerinnen und ­einsteiger nach einer Schulunterbrechung

Die Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die dreijährige Oberstufe. Daher werden in der

Brückenklasse der Jahrgangsstufe 11 die Unterrichtsinhalte und Methoden gezielt vertieft und wiederholt. So findet eine optimale Vorbereitung auf die Anforderungen in der Kursstufe statt.

Die Kurse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch werden in Klasse 11 geteilt und in Lerngruppen von maximal 15 Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Als weitere Besonderheit wird in Mathematik wöchentlich eine zusätzliche Stunde (Mathe­Plus) angeboten, um Grundlagen aufzuarbeiten und Gelerntes zu vertiefen.

In der Kursstufe kommen Leistungskurse und Basisfächer bereits für Lerngruppen ab fünf Teilnehmenden zustande, was individuelle Förderung und Beratung ermöglicht.

Schülerinnen und Schüler, die besonderen Förderbedarf in den Fächern Mathematik, Deutsch oder Englisch haben, können ein individuelles Nachhilfeangebot von Studierenden an der Paula Fürst Schule wahrnehmen.

Neben dem Erlernen von schulischen Inhalten werden die Persönlichkeitsbildung sowie die Teamfähigkeit und soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gefördert. Ein Team aus einer Sozialpädagogin und einem Sozialpädagogen unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei persönlichen Belangen, Leistungskrisen oder Konflikten.

Die Paula Fürst Schule ist Lern­ und Lebensraum. Die Jugendlichen können Computerräume, iPads, zwei Schülerküchen und verschiedene Aufenthalts­ und Arbeitsbereiche nutzen.

Anmeldungen und Beratungstermine für die Gymnasiale Oberstufe der Paula Fürst Schule, Basler Straße 61, 1. OG, sind jederzeit möglich. Weitere Infos: Tel.: 0761 / 888 57 05 0 E­Mail: info@paula­fuerst­schule.de

https://paula-fuerst-schule.de

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
f79 – Das Schülermagazin für Freiburg und Region by chilli Freiburg GmbH - Issuu