Themenheft
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studis Azubis & Co.
Oktober 2015 Ausgabe Nr. 25 gratis
Special Bildungsmesse in der Region
Neustart von Gleis 25 Jugendberufsagentur in Freiburg
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Stark im Tandem Senior-Expertenservice Vera
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AUSBILDUNGSMESSEN
Orientierung für Schüler und Eltern Jobstartbörsen präsentieren regionale Angebote
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eit mehreren Jahren veranstalten die AOK Südlicher Oberrhein, die Arbeitsagentur Freiburg, die Badische Zeitung, die Handwerkskammer Freiburg, die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein und die örtlichen Sparkassen die Jobstartbörsen (JSB) in der Region.
welche Dinge sie gut können. Hierüber geben Hobbys und Lieblingsfächer in der Schule Aufschluss. Prioritäten setzen: Um die Angebote der Messe besonders effizient nutzen zu können, sollten sich die Schüler im Vorfeld konkrete Fragen zu favorisierten Berufen und deren Hintergründe notieren. Für Schüler mit konkreten beruflichen Vorstellungen ist es sinnvoll, dass diese bereits vorab überlegen, welche Messestände sie besuchen wollen.
Das Prinzip der Börse ist einfach: Ortsansässige Unternehmen sowie Unternehmen aus der näheren Umgebung stellen sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten vor. Die Jobstartbörse bietet dabei Gespräche einüben: auch Eltern die Chance, sich Mit Personalchefs und Ausüber Berufsbilder und Ausbilbildern Gespräche zu führen, dungsbetriebe, Verdienstmögist für Schüler ungewohnt. lichkeiten und Perspektiven zu Doch das kann man mit Elinformieren. Sie erfahren, was tern oder älteren Bekannten während der Ausbildung erüben. Auch zu trainieren, wie wartet wird und welche Karman die Messeteilnehmer rieremöglichkeiten sich bieten. Foto: © BZ anspricht, ist wichtig. Damit der Besuch der Job- Im Gespräch: Schüler und Auszubildender. startbörse für Schüler wie Vor- und Nachbereitung im Unterricht: Aussteller erfolgreich werden kann, haben JSB-Kenner Die unterrichtliche Vorbereitung der Schüler hat einen einmal fünf Tipps für Schüler zusammengestellt: großen Einfluss darauf, wie die Angebote auf der JobÜberblick der Berufssparten: startbörse genutzt werden. Ebenso relevant ist auch die Informationen über die einzelnen Berufssparten gibt unNachbereitung, bei der beispielsweise mitgenommene ter anderem „Berufenet“, die Internetdatenbank der Flyer ausgewertet werden. Agentur für Arbeit (berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/). BZ Eigene Fähigkeiten herausfinden: Schüler sollten sich überlegen, was sie interessiert und
Messeticker Bei den Jobstartbörsen können Jugendliche sich in den kommenden Wochen über das regionale Ausbildungsangebot informieren.
• Titisee-Neustadt Samstag, 17. Oktober, 9-13 Uhr Hans-Thoma-Schule • Müllheim Dienstag, 20. Oktober, 18-20 Uhr,
Informationen rund um die Jobstartbörse und zu Ausstellern im Internet unter jobstartboerse.de
Bürgerhaus; Mittwoch, 21. Oktober, 8-12 Uhr, Bürgerhaus • Endingen Donnerstag, 22. Oktober 18-20.30 Uhr, Stadthalle; Freitag, 23. Oktober, 9-12.30 Uhr, Stadthalle • Waldkirch Dienstag, 27. Oktober, 19-21 Uhr Stadthalle; Mittwoch, 28. Oktober, 8-13 Uhr, Stadthalle • Emmendingen Donnerstag, 29. Oktober, 8.30-21 Uhr,
Fritz-Boehle-Halle; Freitag, 30. Oktober, 8-13 Uhr, Fritz-Boehle-Halle
• Freiburg (2016) Die nächste JobStart-Börse, die in Freiburg in Verbindung mit dem Tag der beruflichen Bildung steht, findet am 27. und 28. Januar 2016 im Konzerthaus Freiburg statt. chilli
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STUDIUM
,,Das war der reinste Psychoterror“ Wie eine Freiburger Medizinstudentin an ihrem Studium zerbricht
Überfordert: Stress an der Uni macht jeden fünften Studierenden krank.
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rei Semester Medizin haben das Leben von Emilie Müller (Name von der Redaktion geändert) komplett auf den Kopf gestellt. Der Leistungsdruck war der 22-Jährigen zu groß. Irgendwann konnte sie weder schlafen noch essen. Dann kam sie in die Psychiatrie. Diagnose: schwere Depression. Jetzt fängt sie neu an.
Emilie Müller war eine Musterschülerin. Ihr Abitur schloss die Freiburgerin 2012 mit 1,3 ab. Nach
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sechs Monaten Auslandsaufenthalt begann sie im Oktober 2013 ihr Studium an einer deutschen Universität. Sie entschied sich für Medizin – „aus strategischen Gründen“, wie sie heute sagt. Eigentlich wollte sie lieber Biologie machen. Aber mit einem Medizinstudium sah sie bessere Karrierechancen. Eine folgenschwere Entscheidung. Schon an den ersten Uni-Tagen wehte ein rauer Wind. „Viele Medizinstudenten kriegen Probleme, nur
Foto: PhotoDune
jeder Dritte schafft es bis ins Physikum“, warnte sie ein Studienleiter. Die Aussichten waren düster: „Sie werden in den nächsten zwei Jahren kein Leben mehr haben. Sie werden lernen“, sagte man ihr. Das empfand Müller als total demotivierend. Gerade für das Physikpraktikum nach dem ersten Semester hätte sie eine Ermutigung gebraucht. Denn die Veranstaltung in den Semesterferien „war der reinste Psychoterror“, erinnert sie sich. Bei der Arbeit im Labor seien re-
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STUDIUM
gelmäßig Studenten für Prüfungen abgeholt worden. Wer drankam, sei spontan entschieden worden. „Das war ein Haifischbecken, die Tür geht auf, der Prof kommt rein, man wird zufällig ausgewählt“, sagt Müller. Alle seien deswegen mega angespannt gewesen und hätten wahnsinnig viel lernen müssen. Zwei Mal habe sie einen Rettungswagen vorfahren sehen. „Das Physikpraktikum war die erste große Aussiebstation, vielleicht sogar die größte“, erzählt die Studentin. Den ganzen Tag habe sie nur gelernt, hatte Bauchschmerzen, war total verkrampft. „Trotz all der Mühe hatte ich dann nur eine Vier. Was soll ich denn noch mehr machen?“, fragte sie sich. Müllers Zustand verschlechterte sich rapide. „Ich habe vier Wochen lang fast nicht geschlafen, konnte nichts mehr essen und hatte Schweißausbrüche in der Vorlesung. Das war wie im Film“, erzählt die Studentin. Vor Prüfungen hatte sie mittlerweile panische Angst. Im dritten Semester wechselte Müller an eine baden-württembergische Uni. Doch es wurde nicht besser. Ihre Probleme empfand sie als Schwäche, eingestehen wollte sie sich das nicht. Deswegen erzählte sie keinem davon, nicht einmal ihren Eltern. Berichtete sie ihnen vom Leistungsdruck, lautete die Antwort: „Das war bei uns auch so, das wird schon.“ Doch es wurde eher schlimmer. Im Januar merkte Müller: „Ich brauche Hilfe!“ Schweren Herzens wandte sie sich an die Psychotherapeutische Beratung des Studierendenwerks ihrer Uni. Nach mehreren Gesprächen ging sie auf Rat einer Psychologin zum Hausarzt. Der verschrieb ihr Schlafmittel. Lösen konnte das ihr Problem nicht. Im Frühjahr 2015 verbrachte sie die Semesterferien dann bei ihren Eltern in Freiburg. Auch hier suchte sie die Psychotherapeutische Beratung des
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Fotos: © istock; Till Neumann
STUDIUM
Studierendenwerks auf. Dort riet man ihr, zum Psychiater zu gehen. Dieser empfahl ihr einen stationären Aufenthalt in der Klinik. Es war ein Schock. „Ich, in die Psychiatrie? Da gehe ich nicht hin!“, dachte sie sich. Nach einer Woche machte sie sich schließlich doch in die Uniklinik auf. Drei Monate verbrachte sie dort und bekam unter anderem Ergo-, Musik- und Sporttherapie. Die Ärzte diagnostizierten bei ihr eine schwere Depression. „Burnout hört sich zwar cooler an, ist aber ungefähr das Gleiche“, sagt Müller. Die Ärzte ermutigten sie: Sie habe nicht versagt, sondern eine ernsthafte Krankheit entwickelt und müsse behandelt werden. Auf der Station merkte Müller schnell, dass sie kein Einzelfall ist: „Da sind viele Studierende mit dem gleichen Scheiß.“ Dass Universitäten ihren Studen-
ten so sehr zusetzen, macht sie wütend. „Die sollen mal schauen, dass sich was ändert.“ Doch Müller sieht sich auch selbst in der Verantwortung: „Ich habe mir damals nix gegönnt. Habe keine Musik gemacht und auch keinen Sport.“ Pro Semester sei sie vielleicht einmal im Kino gewesen. „Der Anspruch an mich war zu hoch, so habe ich mich verbissen.“ Im Nachhinein bereut sie es, nicht früher Hilfe gesucht zu haben. Sich zu outen in einer Welt, in der „alles schneller, höher, weiter, größer, besser“ sein muss, war eine fast unüberwindbar Hürde. Es dann doch zu machen, war hart, aber richtig, sagt Müller. Die Behandlung hat ihr geholfen, die Ärzte raten ihr nun, sich richtig auszukurieren. Sie haben sie gewarnt: „50 Prozent der Patienten sind schon zum zweiten Mal da“, berichtet Müller. Das soll ihr erspart bleiben. Um wieder auf die Beine zu kommen, brauche sie aber einen strukturierten Tag. Deswegen hat sie sich nun wieder an der Uni eingeschrieben. Geografie. Das Studium möchte sie mit Ruhe angehen. Sie hat sich in einem Chor angemeldet, ihre Geige aus dem Schrank geholt und spielt auch wieder Klavier. „Ich will wieder Spaß haben an den Dingen, mich nicht immer zwingen“, sagt Müller. Weniger ist manchmal mehr. Till Neumann
Zu stressiges Studium Laut einer Studie ist jeder fünfte Studierende krank aut einem Report der Techniker Krankenkasse (TK) haben 21 Prozent der Studierenden an deutschen Universitäten im Jahr 2013 eine psychische Diagnose bekommen. Das ist mehr als jeder fünfte. Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Die größten Stressfaktoren sind Prüfungen, der Lernstoff und die Doppelbelastung von Uni und Nebenjob. Mehr als die Hälfte aller Studenten haben laut der Untersuchung regelmäßig Stress. Fast vier Prozent der Studenten bekamen Antidepressiva verschrieben. Das seien 43 Prozent mehr als noch 2006, so die TK.
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Studenten, die in Freiburg Probleme haben, finden unter anderem beim
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Studierendenwerk Hilfe. Das Team der Psychotherapeutischen Beratung (PSB) bietet kostenlose Gespräche bei Sorgen aller Art an. Von 550 Erstgesprächen pro Jahr berichtet Hubert Haaser, einer der Psychologen der PSB. Seit der Umstellung auf Bachelor und Master seien hilfesuchende Studierende deutlich häufiger geworden, sagt er. Der straffere Studienverlauf fördere Probleme stärker zutage. Dass immer mehr Studenten krank werden, ließe sich aber mit Zahlen nicht belegen. Fälle wie der von Emilie Müller, also Studenten mit schwerer Depression, sind Haaser bekannt. Das seien aber Ausnahmen. In vielen Fällen ließen sich Probleme der Hilfesuchenden schon in ersten Gesprächen klären. tln
Hat immer ein offenes Ohr: Hubert Haaser ist Psychotherapeuthischer Berater am Freiburger Studierendenwerk. Informationen zur Psychotherapeutischen Beratung des Studierendenwerks gibt es auf www.swfr.de
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DUALES STUDIUM
Paragrafen, Babys und Obdachlose Public-Management-Studium in Freiburg und Kehl
Begeistert: Amelie Kern vor dem Rathaus in Glottertal. Dort arbeitet sie derzeit.
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ie Arbeit in Verwaltungen gilt als trocken. Viele junge Menschen sehen das komplett anders. So auch Amelie Kern aus Glottertal. Die 21-Jährige macht seit zwei Jahren das duale Studium Public Management an der Hochschule Kehl. Den Praxisteil absolviert sie in Freiburg, Glottertal und Berlin. Nicht alles im Studium gefällt ihr. Doch ihre Begeisterung überträgt sich sogar auf die Familie. Zum Public-Management-Studium kam Amelie eher durch Zufall. „Bis kurz vor dem Abi wusste ich gar nicht, dass es das gibt“, sagt die
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Glottertälerin mit den langen blonden Haaren. Bei der Internetrecherche stieß sie auf den Studiengang Public Management. Das duale Studium an der Hochschule für Verwaltung in Kehl verbindet Theorie und Praxis – und garantiert ein Einkommen. Das gefiel ihr. Den Aufnahmetest an der Hochschule Kehl bestand sie. Für den Praxisteil bewarb sie sich bei der Stadtverwaltung Freiburg – und wurde genommen. Das Studium startete im Herbst 2013 mit einem Einführungspraktikum bei der Freiburger Stadtverwaltung. Drei Monate lang war sie beim Gartenund Tiefbauamt, drei Monate ar-
Foto: Nele Kern
beitete sie in der „Oase“ mit, einem Zentrum für Obdachlose in der Haslacher Straße beim Amt für Wohnraumversorgung. Die Arbeit dort hat ihr gut gefallen, dennoch ist sie nicht rundum zufrieden: „Mit der Praxis ins Studium zu starten, ist nicht so glücklich geregelt“, findet Amelie. Sie habe in den sechs Monaten nur wenig mithelfen können. Die nötige Erfahrung dafür habe gefehlt, sagt Amelie: „Ich war quasi eine Praktikantin.“ Nach dem ersten halben Jahr ging’s an der Uni weiter. Leichter wurde es dort nicht: „Die rechtlichen Sachen waren anfangs
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schwer. Das war komplett neu für mich“, sagt Amelie. Erst ab dem zweiten Semester habe sie die Systematik von Paragrafen verstanden. Dann konnte sie auch Fälle lösen. „Jetzt macht es großen Spaß“, schwärmt die Studentin. Neben Jura habe sie unter anderem VWL, BWL, Soziologie und Psychologie gelernt. Die Zahl der Prüfungen hat sich von Semester zu Semester gesteigert. Am Ende des dritten Semesters seien es sieben Examen gewesen. „Da muss man Prioritäten setzen“, sagt Amelie. Der Druck sei groß gewesen. Seit Juli ist sie nun wieder in der Praxis. Im Rathaus Glottertal lernt sie drei Monate lang die Abläufe dort kennen. „Ich bin wöchentlich woanders: Rechnungsamt, Sekretariat, Standesamt, Meldeamt, Hauptamt“, sagt Amelie. Die vielen Einblicke gefallen ihr. Am spannendsten findet sie das Standesamt. Geburten und Eheschließungen, das menschelt. Drei Monate Praxis müssen die Public-ManagementStudierenden im Ausland oder einem anderen Bundesland absolvieren. Amelie hat sich für Berlin entschieden. Ab Ende Oktober arbeitet sie für drei Monate im dortigen Amt für Kultur und Weiterbildung. Danach hat sie weitere Praxiseinheiten im Landratsamt Breisgau Hochschwarzwald und in der Freiburger Stadtverwaltung. Im abschließenden Vertiefungssemester in Kehl will sie sich auf Leistungsverwaltung spezialisieren, also den sozialen Bereich. Nach dem Studium würde sie am liebsten beim Jugendamt arbeiten: „Da habe ich viel Kontakt zu den Bürgern“, sagt Amelie. Vom Studium hat sie zu Hause offenbar ordentlich geschwärmt. Ihre Schwester Noemie (19) ist seit September ebenfalls an der Hochschule Kehl. Ihr Studienfach: Public Management. Till Neumann
Der duale Bachelor Public Management an der Fachhochschule Kehl dauert 3,5 Jahre. Wer vorher eine Ausbildung als Verwaltungsangestellter gemacht hat, studiert nur drei Jahre lang. Die Studierenden bekommen ein monatliches Gehalt von etwa 1000 Euro.
Foto: Pixelio
INFO
Justitia: An Jura kommen die Public-ManagementStudenten nicht vorbei.
Mehr Infos gibt’s auf www.hs-kehl.de
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JUGEND & BERUF
Viele Ziele, ein Gleis Baden-Württembergs erste Jugendberufsagentur startet im Hauptbahnhof
Beraten: Cindy Thomann vom Jobcenter im Gleis 25 hilft einem Auszubildenden.
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eit September hat der Freiburger Hauptbahnhof ein weiteres Gleis: Etwas versteckt liegt dort eine landesweit einzigartige Einrichtung: Gleis 25. Dort rangieren keine Züge, sondern junge Menschen. Die Jugendberufsagentur bietet ihnen vielseitige Unterstützung – von der Jobsuche bis zur psychosozialen Beratung. Der Weg aufs richtige Gleis soll so kürzer werden.
Obwohl Gleis 25 etwas jenseits der Hauptpfade am Nordausgang des Bahnhofsgebäudes liegt, ist der Eingangsraum an diesem Donnerstagnachmittag prall gefüllt. Etwa 30 Jugendliche sitzen etwas ungeduldig im Wartesaal im ersten Stock. Sie unterhalten sich gedämpft, tippen auf ihren Smartphones oder füllen Formulare aus. Zuvor haben sie eine Nummer gezogen und werden dann nacheinander aufgerufen. Drei Servicekräfte bearbeiten ihre Anliegen und vermitteln sie bei Bedarf weiter.
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So manch Wartender will zur Jugendagentur des Jobcenters im zweiten Obergeschoss. Dort berät Cindy Thomann einen jungen Auszubildenden in ihrem Büro. „Ich habe gestern mein Auto verkauft und fahre jetzt wieder Bus und Bahn“, sagt der dunkelhaarige junge Mann. Für das Ausfüllen und Einreichen der Papiere braucht er Unterstützung. Thomann hilft ihm dabei. Das Jobcenter im Hauptbahnhof gibt es schon lange. Doch Gleis 25 bietet jetzt 15- bis 25-Jährigen auf zwei Etagen noch viele weitere Angebote: zum Beispiel die Jugendhilfeberatung, die Psychosoziale Betreuung oder „Bleib dran“ für Azubis, die Probleme in der Ausbildung haben. Mehr als 50 Vollzeitbeschäftigte arbeiten Seite an Seite auf 1150 Quadratmetern unter einem Dach. „Bisher war das alles dezentral. Mit Gleis 25 wollen wir Reibungsverluste verringern und die Übergänge geschmeidiger machen“, sagt Boris Gourdial, stellvertretender Leiter des
Fotos: Till Neumann
städtischen Amts für Soziales und Senioren. Die Wege zwischen den Einrichtungen seien vorher zu weit gewesen. So sei es immer wieder vorgekommen, dass sich ein Jugendlicher bei einer Einrichtung melde, dann aber zu einer anderen geschickt werden musste. Auf dem Weg durch die Stadt habe er „kalte Füße bekommen“. Jetzt müsse er nur noch ein oder zwei Türen weiter. „Wir haben da keine Heerscharen junger Menschen verloren, aber so geht es einfach besser“, betont Gourdial im Sozialraum der Einrichtung. Nur wenige Meter weiter sitzt Werner Metzger im Büro der Zentralen Koordinations- und Beratungsstelle (ZKB). Er macht mit Haupt- und Werkrealschülern Bewerbungstraining. Tür an Tür mit den anderen Einrichtungen zu sein, findet er klasse: „Wir haben dadurch einen super Draht mit den Kollegen vor Ort. Es ist einfach effizienter, sie direkt nebenan zu haben“,
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JUGEND & BERUF
schwärmt Metzger. Der Austausch mache die Abläufe effizienter. Das bestätigt man auch in der Jugendhilfeberatung, die wieder nur wenige Meter entfernt ihr Büro hat. Dort wird jungen Menschen eine Orientierungsberatung geboten. Es kann über schulische, berufliche und familiäre Anliegen gesprochen werden. Sind die Probleme so groß, dass es an die Psyche geht, kann die Psychosoziale Betreuung weiterhelfen – auch diese ist in Gleis 25 integriert. Dort finden junge Menschen Hilfe, die wegen psychischer Probleme oder Entwicklungsverzögerungen Schwierigkeiten haben, Job oder Ausbildung zu finden. Jugendberufsagenturen wie Gleis 25 gibt es in anderen Bundesländern schon länger – die bekannteste ist in Hamburg. Für Baden-Württemberg ist es die erste. Das findet Gourdial sehr gut. Optimale Hilfe für junge Menschen ist ihm wichtig, alles sei das aber nicht: „Wir wollen die Jugendlichen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen.“ Jeder sei letzten Endes selbst verantwortlich, sich um seine Zukunft zu kümmern. Till Neumann
Freiburg ist Vorreiter Gleis 25 bringt vieles unter ein Dach
Etwas versteckt: Der Standort von Gleis 25 im Hauptbahnhof.
n der ersten Jugendberufsagentur Baden-Württembergs finden junge Menschen von 15 bis 25 Jahren Hilfe bei der Zukunftsplanung. Gleis 25 ist eine Kooperation der Stadt Freiburg, dem Jobcenter, der Arbeitsagentur und der Träger der freien Jugendhilfe (Caritas-Stadtverband, Jugendberatung, BBQ – Berufliche Bildung und Fördergesellschaft Handwerk). Die Stadt Freiburg hat für Gleis 25 im Haushalt 2015/16 200.000 Euro veranschlagt. Auch Arbeitsagentur und Jobcenter beteiligen sich an der Finanzierung. Bis Ende 2016 sollen in allen Regionen Baden-Württembergs ähnliche Einrichtungen an den Start gehen. Die Jugendberufsagentur Gleis 25 in der Bismarckallee 11-13 ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und am Freitag von 8 bis 12.30 Uhr geöffnet. Alle Angebote inklusive Ansprechpartner sind auf www.anschub.info zu finden. tln
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Freiwilligendienste als Wegweiser
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unge Menschen bis 27 Jahre können mit einem Freiwilligendienst die Zeit zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung oder Studium oder auch vor dem Berufseinstieg individuell gestalten. Ein Freiwilligendienst ist eine Orientierungsmöglichkeit, in der die Freiwilligen wichtige soziale und persönliche Kompetenzen erwerben, die als „weiche Faktoren“ am Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Sie schnuppern in Tätigkeitsfelder hinein und können testen, wie sie ihnen liegen. Damit verbessern sich Ausbildungs- und Erwerbschancen.
Freiwilligendienste beim IB Sich ausprobieren, Lebenserfahrung sammeln – für immer mehr junge Leute bieten die Freiwilligendienste eine Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und nebenbei auch eine berufliche Orientierung zu finden. „Rückblickend wird dieses Jahr häufig als die intensivste und wertvollste Zeit im Leben wahrgenommen“, so Ingrid Bockstahler, Leiterin der IB-Freiwilligendienste in Freiburg. Das FSJ gilt als persönliches Bildungsjahr, in dem ganztägig überwiegend praktische Hilfstätigkeiten im sozialen Bereich, aber auch im administrativen, ökologischen und handwerklichen Dienstleistungsbereich geleistet werden. Der Internationale Bund (IB), als einer der großen Dienstleister in den Bereichen Jugend-, Soziales- und Bildungsarbeit in Deutschland, ist seit mehr als 50 Jahren erfolgreich in der Freiwilligenarbeit tätig. Allein im südbadischen Raum bietet er 400 Plätze in den Bereichen: Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Bundesfreiwilligendienst (BuFDi) und seit Kurzem auch das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) an. Der IB hat dieses Jahr neben dem Standort Freiburg einen weiteren Standort für das FSJ in Offenburg eröffnet. chilli Weitere Infos für interessierte Freiwillige aber auch an einer Kooperation interessierte FSJ-Einsatzstellen: IB Freiwilligendienste Mühlhauser Str.9, 79110 Freiburg, Tel.: 0761/45986-210 E-Mail: Freiwilligendienste-Freiburg@internationaler-bund.de Bildungszentrum Offenburg Stefanie Dold, Freiburger Straße 6, 77652 Offenburg Tel.: 0781/63929-824 E-Mail: Stefanie.Dold@internationaler-bund.de www.ib-freiwilligendienste.de und www.internationaler-bund.de
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Erlebnispädagogik kennenlernen
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er gemeinnützige Verein EOS-Erlebnispädagogik vermittelt junge Menschen in Freiwilligendienste in Deutschland und weltweit. FSJ-ler haben die Chance, die faszinierende Welt der sozialen Berufe oder wie beim internationalen Freiwilligendienst (IJFD) andere Länder, deren Kulturen und die Sprache kennenzulernen. Einer sinnvollen, sozialen Arbeit nachzugehen, zu lernen, auf eigenen Füßen zu stehen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln, ist der Zweck der Freiwilligendienste. Die Einsatzfelder sind beispielsweise Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Kindergärten, Schulen, Alten- oder Pflegeheime oder Krankenhäuser. Dazu gehören aber auch landwirtschaftliche und freizeitpädagogische Einrichtungen.
Der etwas andere Freiwilligendienst bei EOS-Erlebnispädagogik Mit einem Freiwilligendienst bei EOS entscheidest du dich für den Träger mit erlebnispädagogischem Hintergrund. Übrigens dem einzigen dieser Art in Deutschland. Ein unvergessliches Highlight sind die Begleitseminare. Hier treffen sich alle EOS-Freiwilligen aus den verschiedensten Einsatzstellen. Man lernt viele Leute kennen, kann sich offen austauschen und Freundschaften knüpfen. Es werden Fragen gestellt, Ideen entwickelt und jeder erkundet seine Lebensaufgabe. Damit verbunden ist der Einblick in die Erlebnispädagogik, die in ganz besonderer Weise Lernen, Erleben, Action, Gemeinschaft und Spaß verbindet. Das EOS-FSJ steht für eine Kultur des Herzens und des Miteinanders. chilli Der Weg zum EOS-FSJ: • Bewerbung online ausfüllen • Die passende Einrichtung wird gemeinsam gesucht • Überprüfung der Bewerber durch eine Hospitanz • Die EOS-Betreuer stehen beratend zur Seite Weitere Informationen über Erlebnispädagogik und den speziell entwickelten Ansatz der Erlebenspädagogik finden sich auf der EOS-Erlebnispädagogik Website. EOS Erlebnispädagogik e.V. Wildbachweg 11, 79117 Freiburg, Tel.: 0761/600 80-06 www.eos-fsj.de
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ADVERTORIAL
Sprachen lernen mit Spaßfaktor Eurocentres bietet Sprachreisen nach London, Paris oder New York
Fremdsprachen lernen: Ob Miami, Paris oder das Outback Australiens, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
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ie eigenen Sprachkenntnisse mit jungen Leuten in London, Paris oder New York verbessern, dabei eine Menge Spaß haben sowie Land und Leute kennenlernen: Das ermöglicht Eurocentres. Die mehrfach ausgezeichnete Stiftung ist mit ihren Sprachschulen an den schönsten Orten der Welt zu finden.
Spezialisiert ist Eurocentes auf Englisch und Französisch, doch auch viele weitere Fremdsprachen stehen auf dem Programm. Für den optimalen Lernerfolg setzt Eurocentres auf maßgeschneiderte Kurse, kleine Gruppen und den Aufenthalt vor Ort mit dem Kontakt zu gastfreundlichen Einheimischen. Das Konzept von Eurocentres ist ebenso einleuchtend wie erfolgreich: Die Stiftung für Sprachreisen mit Sitz in Zürich bevorzugt das Lernen in der Gesellschaft von Muttersprachlern. An 38 Destinationen wird die Sprache unterrichtet, wo sie gesprochen wird. Das sichert eine hohe Qualität für jeden einzelnen Sprachkurs. Angesprochen werden gezielt junge Menschen von 16 bis 26 Jahren sowie deren Eltern. Alle Kurse sind genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Die 38 Destinationen verteilen sich auf alle fünf Kontinente. Egal ob Neuseeland, Südafrika, Frankreich oder Peru. Sogar Italienisch,
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Russisch, Japanisch oder Chinesisch kann man in den EurocentresSprachschulen lernen. Dahinter steckt ein durchdachtes lernpädagogisches Konzept: Durch maximal 14 Schüler pro Gruppe kann jeder Lehrer genau auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen. Anfänger lernen in einem Einsteigerkurs schnell die Grundlagen zum Sprechen und Verstehen. Fortgeschrittene optimieren ihre Kenntnisse beim Hören, Sprechen und Schreiben. Profis kriegen Tipps, wie sie ihre Schriftsprache optimieren können, lernen wichtige Vokabeln zu einem spezifischen Thema (zum Beispiel Wirtschaft) oder machen einen Examenskurs wie das DELF. Eurocentres setzt immer auf den Kontakt mit der lokal gesprochenen Sprache. Nach dem Unterricht stehen dazu gemeinsame Unternehmungen auf dem Plan. Die Freizeit darf gerne mit der Gruppe geplant werden. Fremde Städte und ihre Umgebung wollen schließlich zusammen erobert werden. Man wagt sich als Gruppe viel einfacher zu Veranstaltungen der Einheimischen. Dank der großen Gastfreundschaft kommt man schnell ins Gespräch. So lernen Eurocentres-Sprachschüler die Sprache im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort schnell und effizient. Ganz nebenbei haben sie noch eine Menge Spaß mit
Fotos: © Eurocentres
Gleichaltrigen und Menschen aus fremden Kulturkreisen. Wichtiger Bestandteil der Eurocentres-Philosophie sind die Gastfamilien. Sie stellen nicht nur die gemütliche Unterkunft der Schüler sicher. Durch den täglichen Kontakt mit der Gastfamilie entsteht schnell eine persönliche Beziehung, die so wichtig für das erfolgreiche Erlernen der Fremdsprache ist. Fast wie von selbst taucht man ein in die englische oder französische Sprache und die Kultur des Landes. Eine vor vielleicht wenigen Stunden noch fremde Kultur wird vertraut. Das Geheimnis besteht in den sorgfältig ausgewählten Gastfamilien, die ihre Schüler liebevoll und individuell betreuen und die ganz wesentlich zu einem unvergesslichen Aufenthalt im Ausland beitragen. tln/f79 INFO
Eurocentres Sprachaufenthalte Seestrasse 247, 8038 Zürich Telefon: 0221 97 30 92 22 info@eurocentres.com www.eurocentres.com
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BILDUNGSMESSEN
Ein Ort, drei Messen 17. Deutsch-Französisches Forum in Straßburg
Fotos: © Deutsch-Französisches-Forum; Fotolia
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as 17. Deutsch-Französische Forum findet wieder am 20. und 21. November im Palais des Congrès in Straßburg statt. Dieses Jahr wird die Messe gemeinsam mit dem Studentenmagazin „l’Etudiant“ organisiert, die die Messe um folgende Themenschwerpunkte bereichern: Ausbildungen im Bereich Kunst, Kommunikation und Informationstechnologie, sowie Ausbildungen im Bereich Gesundheitswesen und sozialer Arbeit. 2 Tage lang gibt es Informationen rund um Studienangebote, vom Bachelor bis zum Doktorat, Wege zum Berufseintieg und deutsch-französische Karrieremöglichkeiten. Mehr als 7.000 Schüler, Studierende und Doktoranden, sowie 150 Aussteller werden zum Kongress und den Ausstellungen erwartet. Zahlreiche Vertreter von
Hochschulen und Institutionen, wie die Deutsch-Französische Hochschule, das DFJW oder der DAAD, sowie private Unternehmen präsentieren sich vor Ort. Ein umfangreiches Begleitprogramm aus Podiumsdiskussionen und Workshops beantwortet Fragen und informiert rund um die Themenbereiche Arbeit, Studium und Leben im jeweiligen Partnerland. Das Programm ist ab Ende Oktober auf der Website des Forums unter www.DFF-FFA.org abrufbar. chilli
INFO: 17. Deutsch-Französisches Forum 20. und 21.11.2015 Palais de la musique et des Congrès Place de Bordeaux, Straßburg Der Eintritt ist frei.
Foto: © Fotolia
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Ein Tandem, das weiterbringt Senior-Experten helfen bei der Initiative „Vera“ ehrenamtlich Jugendlichen
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ie einen stehen am Anfang ihres Berufslebens, die anderen haben es bereits hinter sich. Und dennoch können sie als Tandem eine konstruktive Beziehung eingehen, die den einen den Einstieg erleichtert oder erst ermöglicht und den anderen die Befriedigung sinnvoller ehrenamtlicher Arbeit beschert: Die Rede ist von „Vera“.
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Der Gedanke, der dahinter steht, ist, vorwiegend jungen Leuten mit Ausbildungsproblemen eine Chance zu geben und potenzielle Abbrecher in Zeiten des Facharbeitermangels als Ressource für die azubisuchende Wirtschaft wiederzugewinnen. Denn immerhin rund 20 Prozent brechen den Angaben zufolge ihre Ausbildung vorzeitig ab.
Vera, so klärt eine Broschüre auf, steht für „Verhinderung von Abbrüchen und Stärkung Jugendlicher in der Berufsausbildung durch SES-Ausbildungsbegleiter“. Das hört sich komplizierter an als es ist. SES heißt Senior-Experten-Service und ist eine große Ehrenamtsorganisation von Fach- und Führungskräften im Ruhestand, die zusammen mit Verbänden der Industrie,
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AUSBILDUNG
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des Handwerks und der freien Berufe die Initiative Vera ins Leben gerufen hat. Unterstützt wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Zwei Repräsentanten aus der Region sind Michael Moser und Hans-Joachim Schneider, der eine Regionalkoordinator Region Freiburg, Regionalkoordinator Region Offenburg der andere. Beide können auf ein langes, vielseitiges Berufsleben zurückblicken, unter anderem als Berufsschullehrer. Sie sind heute nicht als Betreuer tätig, sondern helfen, die Betreuung zu organisieren. Dabei greifen sie auch auf die Kontakte zurück, die sie in ihrem Berufsleben sammeln konnten. Wie sie betonen, sind sie deshalb auch stets für neue Kontakte, für neue Interessenten offen, die sich hier engagieren möchten. Und sie kennen die Probleme. „Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist die schwierigste Phase im Leben“, sagt etwa Schneider, und Moser weiß, dass „bei der Betreuung das menschliche Verhältnis sehr wichtig ist“, wenn sie erfolgreich sein soll. Die Probleme, mit denen sich Jugendliche (oder auch ältere Auszubildende) an Vera-Betreuer wenden können, können unterschiedlicher Natur sein: Probleme in der Berufsschule, Prüfungsangst, Persönliche Probleme, Mobbing, Motivationsprobleme, Probleme mit dem Chef oder Kollegen, Sprachprobleme bei Migranten, Ausbildungsabbruch. Die Hilfe durch Ausbildungsbegleiter, also jenen Männern und Frauen im beruflichen Ruhestand, ist kostenlos und unverbindlich. Man bemühe sich, möglichst jemanden auszuwählen, der in einem branchenverwandten Bereich gearbeitet hat oder dem speziellen Problem in besonderer Weise gerecht werden kann. Das Tandem, also das Duo Betreuer – Auszubildender, kann auch noch weitere Fachleute (etwa von der Arbeitsagentur, der IHK, HWK oder Berufsschule) hinzuziehen, wenn erforderlich oder gewünscht. Dabei geht es um Interessenten kurz vor und während der Ausbildung, die Dauer der Begleitung ist variabel, „nach oben offen“, wie Moser sagt. Unterstützung können nicht nur Auszubildende oder Jugendliche in der Berufsvorbereitung selbst anfordern, sondern auch Ausbilder und Berufsschullehrer oder Eltern und Angehörige von Jugendlichen. Vera-Ausbildungsbegleitungen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nach der Statistik (Stand 31.12.2014) wurden bundesweit seit 2009 bislang mehr als 5000 Ausbildungsbegleitungen dieser Art in Anspruch genommen. In gut 80 Prozent konnten Ausbildungsabbrüche vermieden werden. Das Konzept, das hier entwickelt wurde, scheint aufzugehen. Volker Huber KONTAKT: Ausbildungsinitiative Vera des Senior-Experten-Service Buschstraße 2, 53113 Bonn, Tel. 0228/26090-40 www.vera.ses-bonn.de
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STUDIUM & AUSBILDUNG
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Als Praktikant im Ausland Studenten wie Azubis können von einem Aufenthalt profitieren
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er für ein Praktikum ins Ausland geht, machtwert volle Erfahrungen – und sammelt Punkte für den Lebenslauf. Das ist nicht nur für Studenten attraktiv, auch Auszubildende können davon profitieren. Eine Zeit im Ausland gelebt zu haben, gehört für viele junge Akademiker dazu. Doch es muss nicht immer ein Studienaufenthalt sein: Ein Praktikum im Ausland bietet Einblicke in eine fremde Arbeitswelt. Das beeindruckt auch Personaler: „Von Ehemaligen hören wir oft, dass es sich bezahlt macht, wenn im Lebenslauf ein Praktikum an einem ungewöhnlichen Einsatzort steht“, sagt Karin Pankau. Sie ist Teamleiterin beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Der DAAD vermittelt Fachpraktika mit Bezug zum Studium oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit. Darunter sind auch außergewöhnliche Ziele. Viele der Praktikumsstellen, die unter dem Dach des DAAD angeboten werden, liegen in Brasilien, Russland, Indien oder China. Doch nicht immer ist weit weg auch besser. „Viel wichtiger als der Exotikfaktor ist die Frage, was vor Ort gemacht wird“, erklärt Robert Helm-Pleuger. Er ist Berater bei dem Netzwerk Eurodesk. Das Netzwerk unterstützt alle, die einen Auslandsaufenthalt planen. Egal, ob als Aupair, Freiwilliger oder Praktikant. Gerade für Jugendliche sei ein Praktikum oft nicht das Richtige: „Die meisten wollen vor allem Auslandserfahrung sammeln.“ In diesem Fall rät der Experte zu einem internationalen Freiwilligendienst. Auszubildende könnten dagegen von einem Auslandspraktikum durchaus profitieren. Sinnvoll sei das gegen Ende der Ausbildung. Doch wie kommt man an das erhoffte Auslandspraktikum? Am einfachsten ist es, wenn es bereits Kooperationen an der Uni oder im Betrieb gibt. Gute Anlaufstellen für Azubis sind die Industrie- und Handelskammern. Für Hochschüler gibt es an den meisten Hochschulen eigene Beratungsstellen beim Akademischen Auslandsamt oder dem internationalen Büro, die bei der Suche nach Praktikumsstellen und dem Antrag auf Fördergelder helfen. Auf dem Markt fur Auslandspraktika tummeln sich auch etliche kommerzielle Wettbewerber. Bei kommerziellen Anbietern sollte man sehr genau hinschauen, wofür Kosten entstehen. Peter Neitz (tms)
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AUSBILDUNG
Die Vielfalt macht’s Das Emmendinger Autohaus Schmolck bildet in zwölf verschiedenen Berufen aus
Volles Haus: Bei Schmolck werden 81 Azubis an drei Standorten ausgebildet.
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usbildung im Autohaus: Da fällt vielen gerade einmal die Lehre zum PKWMechatroniker ein. Dass es daneben noch zahlreiche weitere Ausbildungsberufe gibt, zeigt das Autohaus Schmolck: 81 Auszubildende lernen hier an den drei Standorten in Emmendingen, Müllheim und Vogtsburg zwölf verschiedene Berufe. Die Bandbreite reicht dabei vom Informatiker über den Außenhandelskaufmann bis hin zum Fahrzeugbauer. Bewerber auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz sollten sich beeilen, denn bei Schmolck gilt: Wer zuerst kommt, lernt zuerst.
Die ersten Bewebungsgespräche für die Ausbildung ab 2016 hat Jürgen Henninger bereits geführt. „Die ersten haben sich gleich nach der Zeugnisausgabe bei uns gemeldet“, so der Geschäftsführer. „Wir sind in der glücklichen Lage, jedes Jahr eine ordentliche Zahl an Bewerbungen zu bekommen.“ Warum das so ist, fällt schnell auf. Da ist etwa das sehr breite Ausbildungsfeld, das es den Bewerbern er-
laubt, während der ersten Ausbildungshälfte vier bis sechs Abteilungen kennenzulernen. Je nachdem, wo die Stärken und Interessen liegen, werden dann für die zweite Hälfte ein oder zwei Abteilungen ausgewählt. So sei etwa die Ausbildung zum Nutzfahrzeug-Mechatroniker zunächst eher unbeliebt, weiß Henninger – ein oftmals anstrengender Job, bei dem man sich auch mal die Hände schmutzig machen muss. Doch wer hier reinschnuppert, merkt, wie abwechslungsreich dieser zukunftsträchtige Job ist: schließlich ist jeder LKW ein Unikat. Möglich macht den umfassenden Überblick die breite Aufstellung von Schmolck. „Wir sind kein typisches Autohaus“, betont Henninger, „sondern ein Komplettanbieter rund um die Mobilität.“ Anders als die meisten Mitbewerber hat Schmolck auch ein eigenes Rechenzentrum, in dem IT-Spezialisten angehende Informatiker und Informatikkaufleute ausbilden. Obwohl das Autohaus 280 Mitarbeiter beschäftigt, herrschen flache
Foto: Autohaus Schmolck
Hierarchien. Die Stimme eines Auszubildenden zählt genauso viel wie die eines langjährigen Mitarbeiters. Mitdenken statt mitlaufen ist hier das Motto. Wer teamfähig ist und Initiative zeigt, hat dann auch gute Chancen, langfristig im Betrieb bleiben zu können. „Wer gut ist, wird garantiert übernommen“, verspricht Henninger. So bleiben von den 23 Auszubildenden, die in diesem Jahr ihre Ausbildung beenden, 19 bei Schmolck. Zwei haben sich entschieden, mit einem Studium weiterzumachen, nur zwei haben den Anforderungen nicht standgehalten. Ob sich jemand für seinen Wunschberuf eignet, merken die SchmolckMitarbeiter nämlich meist schon vor der Ausbildung. Wer beim Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck gemacht hat, wird zu einem dreitägigen Praktikum eingeladen. „Gerade im technischen Bereich ist uns weniger wichtig, ob jemand gute Noten hat“, so der Geschäftsführer, „sondern ob er Benzin im Blut hat.“ Tanja Bruckert
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AUSBILDUNG
Jeder Achte arbeitet im Gesundheitswesen Mehr Auszubildende in Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen
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eben rund 1,4 Millionen Jugendlichen im dualen System befinden sich derzeit in Deutschland rund 450.000 Schüler und Schülerinnen in einer beruflichen Ausbildung außerhalb von Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO), davon allein rund 360.000 im Bereich der Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe.
Eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) weist kontinuierlich steigende Schülerzahlen in diesem Bereich und rückläufige Zahlen in den übrigen vollzeitschulischen Ausbildungsgängen nach. Die Studie zeigt aktuelle Entwicklungen ANZEIGE
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bei den vollzeitschulischen Ausbildungsgängen auf und liefert mit Blick auf unterschiedliche Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten eine Systematisierung dieses sehr vielfältigen Bereichs. Das Spektrum der vollzeitschulischen Ausbildungsangebote ist breit, die Schülerzahlen variieren stark, je nach Ausbildungsgang. Die Studie gibt einen Überblick über die Vielzahl der beruflichen Abschlüsse an Vollzeitschulen und analysiert die Entwicklung der Schülerzahlen sowie wichtige strukturelle Entwicklungen auf Einzelberufsebene. Die Analysen erfolgen differenziert nach vier Bereichen: • Unter den landesrechtlich geregelten Gesundheits-, Erziehungs-
und Sozialberufen sind die Ausbildungsgänge mit den Abschlüssen Erzieher, Altenpflegehelfer, Sozialassistent sowie Kinderpfleger stark vertreten. Die Zahl der Schüler ist im Vergleich zu 2007/08 um rund 38 Prozent auf rund 160.000 im Schuljahr 2013/14 gestiegen • Zu den bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufen zählen insbesondere die drei Pflegeberufe (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege), die Therapieberufe (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie) und die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Auch hier steigen die Schülerzahlen insgesamt kontinuierlich: Mit rund
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AUSBILDUNG
Fotos: © dpa
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200.000 im Schuljahr 2013/14 gibt es hier ein Plus von mehr als 11 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008. Allerdings zeigen sich auf Einzelberufsebene unterschiedliche Entwicklungen. So steigen die Schülerzahlen beispielsweise bei den Pflegeberufen, rückläufig sind die Zahlen dagegen unter anderem bei den Ausbildungen Pharmazeutisch-technischen Assistenten und Diätassistenten. • Die gestiegenen Schülerzahlen sind insbesondere vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs im Gesundheitssektor zu sehen. So war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Ende 2012 etwa jeder achte Beschäftigte in Deutschland im Gesundheitswesen tätig. Die Beschäftigtenzahl ist seit dem ersten Berechnungsjahr 2000 um 22,6 Prozent auf 5,2 Millionen gestiegen. Die Zahl der Arbeitsplätze wuchs im Gesundheitswesen somit wesentlich stärker als in der Gesamtwirtschaft. • Im Bereich der vollzeitschulischen Ausbildungsgänge sanken dagegen die Schülerzahlen insgesamt in den letzten Jahren kontinuierlich. Im Schuljahr 2013/14 sind noch rund 21.000 Schüler zu verzeichnen; im Vergleich zu 2007/08 entspricht dies fast einer Halbierung der Zahl. Zu den hier nach wie vor am stärksten besetzten Ausbildungsgängen zählten im Schuljahr 2014 unter anderem kaufmännische Berufe, Hauswirtschafter, Elektromechaniker, Maßschneider. • Bei Ausbildungsgängen in sogenannten Assistentenberufen sind die Schülerzahlen um rund 20 Prozent zurückgegangen. Der Grund für diesen Rückgang liegt im derzeitigen besseren Ausbildungsmarkt. BZ/Huber
IMPRESSUM – Themenheft 10-2015 Das »Studis, Azubis & Co.«Themenheft erscheint im Freiburger Stadtmagazin chilli
Redaktion: Michaela Moser Till Neumann, Tanja Bruckert Autoren/innen: Volker Huber (BZ)
Herausgeber: chilli Freiburg GmbH Neunlindenstr. 35 79106 Freiburg www.chilli-freiburg.de Geschäftsführung: Michaela Moser (ViSdP) Chefredaktion: Lars Bargmann
Titelbild: Fotolia.de Grafik: Michaela Moser Lektorat: Beate Vogt Anzeigen: Jonas Stratz, Malika Amar, Marlene Schick, Uwe Bernhardt Druck: Freiburger Druck GmbH & Co. KG
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AUSBILDUNGSMESSE
Eine Halle voller Chancen Berufsmesse marktplatz: ARBEIT SÜDBADEN
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Die Messe marktplatz: Arbeit Südbaden hat auch in diesem Jahr wieder über 200 Studiengänge, rund 150 Weiterbildungsangebote und Ausbildungsberufe von insgesamt rund 100 Ausstellern im Angebot. „Ziel der Messe ist es, vor allem Jugendlichen Einblicke in ihre beruflichen Möglichkeiten zu vermitteln und eine Plattform für die Kontaktanbahnung zu Unternehmen, Berufsfachschulen und Hochschulen zu schaffen“, so Projektleiterin Stefanie Salzer-Deckert. Das breit aufgestellte Angebot macht die Berufsmesse zum lohnenden Ziel für alle, die sich in der Region Südbaden mit ihrer Berufsoder Studienwahl oder dem Thema beruflicher Veränderung beschäftigen. Ob duale Ausbildung oder diverse BA-, Fern- oder Vollzeitstudiengänge, das Angebot ist groß. Um möglichst viel Praxisbezug ins Messeprogramm zu bekommen, setzen die Veranstalter immer wieder auf neue inhaltliche Impulse. Dazu zählt das Rahmenprogramm, das an beiden Messetagen mit rund 30 informativen Vorträgen und Workshops läuft, sowie Mitmachangebote wie beispielsweise das „live“ Bewerbertraining auf der Bühne. Ein weiteres wichtiges Feature ist der Bildungsnavigator, der seit eini-
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Foto: © marktplatz: Arbeit Südbaden
n diesem Herbst feiert die Messe marktplatz: Arbeit Südbaden auf dem Freiburger Messegelände ihre elfte Auflage! Hier können junge Menschen mehr über ihre Karrierechancen erfahren, erhalten Praxistipps für Berufseinsteiger, Informationen für Umsteiger und wertvolle Weiterbildungsangebote.
Breites Angebot: Reinschnuppern beim Praxistest, Kontakte knüpfen und Informationen sammeln.
gen Jahren in der Messehalle direkt am Stand von marktplatz: Arbeit Südbaden aushängt. Hier setzen die Messebesucher den richtigen Kurs in Sachen Karriere, denn hier werden übersichtlich aufbereitet die meisten Ausbildungsberufe, Weiterbildungsangebote und Studiengänge aufgezeigt, die auf der Messe zu finden sind. chilli INFO: marktplatz: ARBEIT SÜDBADEN 13. und 14.11.2015; tägl. 10-17 Uhr Messe Freiburg, Halle 3; Eintritt frei www.marktplatzarbeit.de
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