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chilli – das Freiburger Stadtmagazin

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Ausgabe September 11. Jahrgang / #102

Ausgabe 09- 10/14 2,50 Euro

Was da wieder los ist: Termine & Partys 1.09. – 19.10.14

ab

28.08.

i m kino

Der Sex und die Steuer

Warum Huren sich dem Finanzbürgermeister »verweigern«

FORSCHERIN

Hannah Bast über die Männerdomäne google

SCHAMANE Clubmacher Geistheilung im Gewerbegebiet

Die neue Passage46 im Theater

mit Themen H EF T Bauen & Wohnen


Titel minderheiten

Lustig ist das Zigeunerleben?

Sinti und Roma am Rande der Gesellschaft: Ein Freiburger Filmemacher auf der Spur einer unbekannten Minderheit von Tanja Bruckert

Am Rand der Gesellschaft: Bis in die 1960er Jahre lebten die Freiburger Sinti in Wagen am Stadtrand – heute wohnen sie in einer Reihenhaussiedlung in Weingarten. Fotos: Walter Schlecht


Titel Minderheiten

J

eder 76. Freiburger ist ein Sinti oder Roma. Und dennoch tauchen sie im Stadtleben kaum auf, die meisten leben kaum integriert in eigenen Siedlungen oder Heimen. Der Freiburger Filmemacher Bodo Kaiser will mit einem neuen Film auf die Sinti und Roma in Freiburg aufmerksam machen – und bringt damit das Freiburger Roma-Büro gegen sich auf. Dabei hat dessen Leiter Tomas Wald gerade alle Hände voll zu tun: Der Bundestag verschärft das Asylrecht, was eine Abschiebungswelle zur Folge haben könnte. Blick in das Flüchtlingswohnheim in der Hammerschmiedstraße: Hier wohnt die vierköpfige Familie Celic in einem Zimmer auf weniger als zwanzig Quadratmeter. Schnitt. Eine Wohnung in Haslach, auf dem Sofa sitzt die Roma-Familie Gasnyani mit ihren sechs Kindern und erzählt von dem Haus, das ihnen im Kosovo gehört hat. Schnitt. Eine Siedlung in Weingarten, der Sinto Beppo Reinhardt blickt in die Kamera, im Hintergrund steht ein NPD-Plakat auf dem Boden mit der Aufschrift: Geld für Oma – statt Sinti und Roma. Das sind Szenen aus dem neuen Dokumentarfilm „Sinti und Roma in Freiburg“ des Filmemachers Bodo Kaiser, der am 15. September im Kommunalen Kino zu sehen ist. „Ich wollte den Menschen einen Blick in die Familien ermöglichen“, beschreibt er, „ich habe das Gefühl, die meisten haben keine Ahnung, wie diese Menschen leben.“ Das bestätigt eine der ersten Filmszenen. Kaiser befragt Freiburger auf der Straße, ein junger Mann zuckt die Achseln: „Sinti und Roma? Die tauchen in meinem Leben nicht auf.“ So wie ihm geht es vielen, dabei leben in Freiburg nach Walds Erkenntnissen rund 1000 Sinti und 2000 Roma. 500 bis 600 Roma seien gut integrierte ehemalige Gastarbeiter aus Jugoslawien, die bereits seit mehr als 30 Jahren in Deutschland leben. Rund 700 seien von Abschiebung bedroht. Dass Sinti und Roma oftmals in einem Atemzug genannt werden, ist eigentlich falsch, denn die beiden Volksgruppen haben weniger gemein, als man annehmen könnte: weder Sprache, noch Religion oder Bräuche. Auf diese Unterschiede will Kaiser aufmerksam zu machen – doch er wählt nach Ansicht von Tomas

Wald den falschen Weg: „Mit dem Filmemacher Kaiser haben wir Stress, er respektiert nicht, dass viele Roma aus Tradition nicht fotografiert und gefilmt werden wollen.“ Ein Vorwurf, den Kaiser nicht versteht: „Die Familien haben alle eingewilligt, dass ich sie filmen darf.“ Er sieht den „Stress“ in persönlichen Unstimmigkeiten begründet. „Tomas Wald und ich können einfach nicht miteinander.“ Vor vier Jahren hat Wald das Roma-Büro ins Leben gerufen – als Selbsthilfeorganisation von Roma-Kriegsflüchtlingen. Neben der Beratung stehen hier etwa Jugendgruppen, Deutschkurse, Computerworkshops oder eine Fahrradwerkstatt auf dem Programm. Das Büro wendet sich vor allem an die Roma in den Asylheimen, denn eine eigene Roma-Siedlung – vergleichbar mit der Sinti-Siedlung in Wein-

»Roma möchten nicht gefilmt werden« garten – gibt es in Freiburg nicht. Stattdessen haben die beiden Asylantenheime in der Hammerschmied- und der Herrmann-Mitsch-Straße mittlerweile den Charakter von Roma-Dörfern. Hier leben Roma, deren Aufenthaltsstatus ungeklärt ist, und die daher ständig damit rechnen müssen, abgeschoben zu werden. Ihre Situation könnte sich schon bald verschärfen: Der Bundestag hat die Länder Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt. Geht das neue Gesetz auch durch den Bundesrat – was aufgrund des Widerstands der Grünen als unsicher gilt –, können Asylanträge aus diesen drei Balkanländern einfacher abgelehnt werden. Und für die Freiburger Roma könnte das eine Abschiebungswelle zur Folge haben. Allein in der ersten Augustwoche seien, so Wald, „fast 30 Abschiebungsbescheide“ an Freiburger Familien gegangen, mit der Aufforderung, das Land in den nächsten drei Wochen zu verlassen. Zuständig dafür ist das Regierungspräsidium Karlsruhe.

„Noch ist hier keiner abgeschoben worden“, sagt der Freiburger Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Es habe in den vergangenen Monaten nur einen einzigen Abschiebeversuch gegeben. Für den Flüchtlingsrat Baden-Württemberg steht aber fest: Roma haben kein sicheres Herkunftsland. In einem Appell an die Landesregierung stellen sie dar, dass Roma in ihren Herkunftsländern nicht nur absolute Armut, sondern auch soziale und rassistische Diskriminierung erwartet. Auch das zeigt Kaisers Film: Nicht eine Roma-Familie weiß vor seiner Kamera nicht von Armut und Gewalt zu berichten. Ein Frau berichtet von ihrem Leben in einem Bretterverschlag, eine andere von ständigem Hungern und Betteln auf der Straße, eine weitere war Zeugin, wie Menschen im Krieg die Hände oder Füße abgehackt wurden – und sie alle müssen fürchten, wieder in diese Länder abgeschoben zu werden. „Es ist eine Aufgabe der EU, hier die Länder zu verpflichten, Roma zu integrieren, und wenn das nicht gelingt, auch Sanktionen auszusprechen“, sagt von Kirchbach. Wenn diese Länder in der EU sind, dann müssten sie sich auch so verhalten. Es könne nicht das Ziel sein, dass alle Roma aus ihrer Heimat in andere Länder getrieben würden. Ist es überhaupt möglich, Menschen, die nicht wissen, wie lange sie bleiben dürfen, zu integrieren? „Der Stadt sind durch Bundes- und Landesgesetze enge Spielräume gesetzt“, weiß Wald. Zudem seien viele der Sozialarbeiter und Verwaltungsangestellten überfordert und zu wenig ausgebildet – so dass etwa die Unterschiede zwischen den beiden Völkern vielfach nicht erfasst würden. „Wir haben sicher landesweit die mit am besten ausgebildeten Fachkräfte“, entgegnet von Kirchbach. Keine andere Stadt in Baden-Württemberg habe freiwillig so viele Roma „jenseits des Asylverfahrens“ aufgenommen wie Freiburg:„Wir haben sehr viel geleistet.“ Das Innenministerium hat das bestätigt. Zu kritisieren sei allenfalls der Betreuungsschlüssel: Ein Sozialarbeiter ist für 130 Flüchtlinge zuständig. So sei aber die Gesetzeslage. Eine Möglichkeit zur besseren Integration hat das Roma-Büro selbst entworfen: Ein Konzept für ein Ankunftsquartier, das die bisherigen Asylantenheime ersetzen soll. Die Idee dahinter ist, dass sich die September 2014 CHILLI 9


Titel Minderheiten

„Wir wollen die Situation für die Roma aber dadurch verbessern, dass wir an der Hammerschmied- und der Bissierstraße neue Unterkünfte bauen und zwar so, dass die auch als Wohnungen genutzt werden könnten“, erklärt von Kirchbach. Denn das sei das zentrale Problem: „Wir haben nicht zu wenig Heimplätze, aber viel zu wenig Wohnungen.“ Doch der Film beleuchtet auch die Sinitis. Kaiser zeigt in seinem Film mehrere Mitglieder der größten Familie, der Reinhardts, zu der der 80-Jährige seit seiner Zeit als Lehrer an der Staudinger GeBlick in die Familien: Zwei Jahre lang hat Filmemacher Bodo Kaiser an seiner Dokumentation über Freiburger Sinti und Roma gearbeitet. Foto: © tbr samtschule Kontakt hat. Viele von ihnen arbeiten als Schrott-, Auto- oder Antiquitätenhändler. Bis Anfang der 70er Jahre lebten zahlreiche Sinti Ankommenden durch eigene Leistungen in die Gesellschaft intenoch in menschenunwürdigen Hütten im heutigen Rieselfeld, grieren – etwa, indem sie die Möglichkeit bekommen, sich mit die Situation änderte sich durch den Bau einer ReihenhausLadenlokalen, Fahrradwerkstätten, Nähstuben oder Ähnlichem siedlung in Weingarten. „Die Siedlung ist eine Art Ghetto am selbstständig zu machen, indem sie Hausmeisterarbeiten im Rand der Gesellschaft“, berichtet Kaiser, „wenn Sie dort hineinQuartier übernehmen oder nochmal die Schulbank drücken, um gehen, werden Sie sofort gefragt, was Sie dort wollen und ob Deutsch zu lernen. In Städten wie Duisburg, Mannheim oder Berman Ihnen helfen kann.“ lin gebe es solche Quartiere bereits und auch in Freiburg gebe es Gut integriert sind die Sinti nach Meinung des ehemaligen Gespräche mit der Stadtverwaltung, erzählt Wald. Eine ÜberleSozialarbeiters Max Heinke dennoch. Mehr als 30 Jahre lang gung sei,die Polizeiakademie an der Müllheimer Straße in solch ein hat der 70-Jährige im Verein Nachbarschaftswerk Sinti-FamiliAnkunftsquartier umzubauen. Momentan sind Stadt und Land in en bei der Integration unterstützt und weiß, dass es viele KonGesprächen, hier eine Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge takte und Freundschaften von Sinti mit der restlichen Freibureinzurichten. Eine weitere Aufnahmestelle ist dringend nötig, ger Bevölkerung gibt. denn nach aktuellen Schätzungen muss Baden-Württemberg in Auch Kaiser ist in der Siedlung mittlerweile ein bekannter diesem Jahr dreimal so viele Flüchtlinge aufnehmen wie 2013, als Gast. Seinen Film hat er hier in kleinem Kreis bereits vorgeführt es knapp 14.000 waren. Die Idee, eine neue Aufnahmestelle oder und positive Reaktionen erhalten. Besonders freut ihn, dass die gegenwärtigen Asylheime als Ankunftsquartier zu gestalten, sein Film auch zwischen den beiden Völkern vermitteln kann: sei zwar vom Grundsatz her positiv aufgenommen worden, be„Die Zuschauer haben mir gesagt, dass sie die Situation der richtet Wald, doch die praktische Umsetzung sei „ein langer Weg Roma jetzt mit anderen Augen sehen – genau das wollte ich mit dicken Brettern“. Diese Aufnahmestelle würde indes für die mit meinem Film erreichen.“ bereits hier lebenden Sinti und Roma gar nichts Neues bedeuten.

Sinti & Roma Geschichte

Sinti und Roma leben bereits seit 600 Jahren in Deutschland. Von ihrer ursprünglichen Heimat im Nordwesten Indiens wurden sie zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert von Arabern als Soldaten und Sklaven verschleppt. Es folgten Jahrhunderte der Diskriminierung und Verfolgung: Im 15. Jahrhundert durften Zigeuner auf dem eigenen Land straflos getötet werden, im 16. durften ihnen Polizisten ihren Besitz wegnehmen und sie aus dem Land vertreiben, im 18. wurden Kinder ihren Eltern wegge-

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nommen, damit sie sich nicht an das Zigeunerleben gewöhnten, und im 19. wurden sie aus den Gemeinden vertrieben, ertränkt, erhängt oder erschlagen. Ihren traurigen Höhepunkt erreichte die Verfolgung während des Zweiten Weltkriegs, als mehr als 500.000 Sinti und Roma deportiert und ermordet wurden. Freiburg machte da keine Ausnahme: 1943 wurden zahlreiche in Freiburg wohnende Sinti ins „Zigeunerlager“ nach Auschwitz geschafft. Erst am 28. November 2013 unterzeichne-

ten die grün-rote Landesregierung und der Landesverband Deutscher Sinti und Roma einen Staatsvertrag, mit dem die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den Angehörigen dieser vom Nationalsozialismus verfolgten Gruppe anerkannt wird. Denn während heute den meisten Menschen bewusst ist, was den Juden im Zweiten Weltkrieg angetan wurde, ist das Unrecht gegenüber den Sinti und Roma kaum ein Thema – noch schlimmer ist, dass ihre Diskriminierung bis heute reicht.


Sport Basketball

Fast Break

Freiburgs Erstligabasketballerinnen hoffen auf einen schnellen Umbruchprozess

Foto: © fho

Haben gut lachen: Eisvögel-Trainer Sascha Bozic und der sportliche Leiter Harald Janson.

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lassenerhalt geschafft, neuer Rekordzuschauerschnitt von 900 Besuchern pro Spiel und den Etat für die kommende Runde um 15 Prozent auf 230.000 Euro aufgestockt – also alles eitel Sonnenschein bei den Eisvögeln? Geht man nach der Berichterstattung in den lokalen Medien, haben Freiburgs beste Basketballerinnen eine „Chaos-Saison“ hinter sich. Vor allem der massive personelle Umbruch wurde zuletzt thematisiert: Neun Spielerinnen verließen den Verein, zudem wurde Trainer Stefan Mienack noch während der Runde beurlaubt. „Krankheiten, Verletzungen, Schlendrian, Sorglosigkeit, Selbstüberschätzung“ fasste die Badische Zeitung knapp zusammen. NeuCoach Sascha Bozic und der alte neue sportliche Leiter Harald Janson gehen dennoch entspannt in die kommende Saison. Janson muss lachen, wenn er gefragt wird, ob eine derartige Personalrochade normal sei. „Man muss das relativieren“, findet der Fachmann und verweist auf Verletzungspech, studien- und berufsbedingte Abgänge und darauf, dass der Abgang von Anneke Schlüter ja im Grunde sogar ein positives Signal sei. „Sie hat sich über ihre hervorragende Ar12 CHILLI September 2014

beit hier qualifiziert, in die USA ans College zu gehen. Dazu gratulieren wir ihr und das zeichnet schlussendlich auch unser Programm aus.“ Zudem herrscht auf den Positionen der ausländischen Spielerinnen traditionell eine hohe Fluktuationsrate. Diese meist aus den USA kommenden Ballkünstlerinnen sind in Freiburg wie auch in anderen Städten oft nur für eine oder zwei Saisons unter Vertrag und nutzen die Deutsche Liga nicht selten als Sprungbrett, um in einem anderen Land an einen lukrativeren Vertrag zu kommen. „Alles in allem kommt man auf neun Abgänge, das stimmt. Aber man muss eben die Einzelfälle sehen und differenzieren“, ist für Janson diese dramatisch klingende Zahl am Ende doch eher eine Fußnote. Allerdings eine, die für ihn und seinen NeuCoach Sascha Bozic zu einem turbulenten Sommer geführt hat: „Das war für uns beide eine stressige und arbeitsreiche Zeit. Wir haben viele Videos geschaut, in der ganzen Welt herumtelefoniert. Allerdings ist auch das nicht außergewöhnlich.“ Die beiden waren erfolgreich, der neue Kader steht: Neben den drei verbliebenen Spielerinnen und einigen jungen Nachrückerinnen aus der erfolgreichen

zweiten Mannschaft, die im vergangenen Jahr in die zweite Liga aufgestiegen ist, hat der Verein drei US-Amerikanerinnen mit vielversprechender Vita für die Eisvögel gewonnen. Im Aufbau wird die 22-jährige Bobbi Knudsen aus Montana die Fäden ziehen. Sie spielte bislang in der zweithöchsten College-Liga in den USA und erhielt dort mehrere Auszeichnungen. Auf dem Flügel soll die athletische Earlysia Marchbanks (23 Jahre) für Wirbel sorgen, und in der Mitte will die 1,88 Meter große Centerspielerin Kacie Sowell (22) aus Seattle Ordnung unterm Korb schaffen. Die spektakulärste Verpflichtung ist den Eisvögelmachern ihrer Meinung nach aber in Person der erst 20-jährgen Elisabeth Dzirma gelungen. „Um es mit unseren Nachbarn vom Fußball zu vergleichen: Wir sind natürlich auf der Suche nach dem neuen Matthias Ginter“, erklärt Janson, warum er sich über den Zugang der U20-Nationalspielerin vom DBB-Stützpunkt in Grünberg besonders freut. Jetzt ist zunächst Arbeit angesagt: Da die US-Spielerinnen erst Ende August zum Team gestoßen sind, bleibt gerade einmal ein Monat, sich auf die am 27. Sep-

»Es wird sicher erst mal hart« tember mit dem Auswärtsspiel in Herne beginnende Saison vorzubereiten. „Es wird sicher erst mal hart“, glaubt daher auch Juliane Hodapp. Sie ist eine der letzten Verbliebenen aus der Vorsaison und mit ihren 24 Jahren nun plötzlich eine der ältesten im rundum neu aufgestellten und verjüngten Team: „Unser erstes Ziel muss mit Sicherheit sein, als Mannschaft zusammenzuwachsen.“ Felix Holm


Sport Fussball

» Es geht härter zur Sache « chilli-Interview mit dem SCF-Talent Jonas Föhrenbach

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ein neuer Trainer Iraklis Metaxas traut ihm den Sprung zu. „Er muss sich an die härteren Zweikämpfe in der Regionalliga gewöhnen, doch er bringt vieles mit“, sagt der Trainer der zweiten Mannschaft des SC Freiburg über Jonas Föhrenbach, der neu ins Team gekommen ist – obwohl er noch ein Jahr A-Jugend spielen könnte. Das Freiburger Eigengewächs, das manchen schon als neuer Matthias Ginter gilt, soll in dieser Saison in beiden Teams jede Menge Spielpraxis sammeln. „Er ist für die Bank zu schade“, meint Metaxas. chilli-Autor Dominik Bloedner hat in Föhrenbach einen sehr selbstbewussten, für sein Alter aber erstaunlich geerdeten jungen Mann getroffen. chilli: Herr Föhrenbach, hat Sie die Nominierung für die zweite Mannschaft überrascht? Wie groß ist der Unterschied zur A-Jugend? Föhrenbach: Überrascht ist vielleicht das falsche Wort. Sicher habe ich gehofft, dass ich mittrainieren darf, und als dann der Anruf kam, habe ich mich natürlich sehr gefreut. Nun steigt die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche, es geht härter zur Sache, das ganze Spiel ist schneller, es ist körperbetonter. Körperlich muss ich noch etwas zulegen. chilli: Wann reifte bei Ihnen der Wunsch, das mit dem Fußball ernst zu nehmen? Der Konkurrenzkampf auch schon in jungen Jahren ist hart. Föhrenbach: In der D- oder C-Jugend spielt man nur, da denkt man nicht an eine mögliche Karriere bei den Profis. Beim Sprung von der B- in die A-Jugend kam dann der Gedanke, dass ich ja gar nicht mehr so weit weg bin. chilli: Gab es Zweifel, Rückschläge? Föhrenbach: In der C-Jugend haben mich für eine Saison Verletzungen zurückgeworfen, ich konnte die Vorbereitung nicht mitmachen und habe nicht ge-

chilli: Andere Teenager machen Party, müssen nicht auf ihre Ernährung achten, haben mehr Zeit für sich und andere Dinge. Sie hingegen haben stets Verzicht geübt, waren diszipliniert. Wie fühlt sich das an? Föhrenbach: Man muss schon auf sich achten. Wenn die Freunde abends weggehen, kann man nicht immer mit oder wenn, dann ohne Alkohol zu trinken. Mit meinen Mitspielern unternehme ich öfter etwas. Discotheken vermisse ich jetzt nicht in meinem Leben.

Foto: © dob

chilli: Was sind Ihre sportlichen Ziele? Föhrenbach: Erst einmal eine gute Saison spielen und dann, ganz klar: Profi beim SC Freiburg.

Der Spieler info > Jonas Föhrenbach, 18, wurde in Freiburg geboren und spielte zuerst beim PSV Freiburg, bevor er in der C-Jugend zum SC Freiburg wechselte. In diesem Jahr hat er an der Staudinger-Schule sein Abitur mit der Note 3,3 bestanden. Föhrenbach, 1,84 Meter groß und 74 Kilo schwer, spielte bereits sieben Mal in der deutschen A-Jugendnationalmannschaft. Vergangene Saison wurde er mit der A-Jugend DFB-Pokalsieger und erzielte in der Liga zwei Kopfballtore. spielt. In der B-Jugend habe ich mich wieder herangekämpft, da wurde ich auch zum Innenverteidiger. chilli: Was sagt Ihre Familie? Föhrenbach: Den Ball flachhalten (schmunzelt). Aber sie haben mich bislang wunderbar unterstützt, die Ausbildung in der Fußballschule ist ja recht zeitaufwändig.

chilli: Gibt es einen Plan B? Föhrenbach: Ein Sportstudium auf Lehramt. chilli: Was waren bislang Ihre größten sportlichen Erfolge? Föhrenbach: Der DFB-Pokalsieg mit der A-Jugend vergangene Saison, der zweite Platz mit der B-Jugend in der Liga und natürlich die sieben Einsätze für die Nationalmannschaft – unter anderem gegen die Niederlande und England. chilli: Wer sind Ihre Vorbilder? Föhrenbach: Mats Hummels ist einer der besten Innenverteidiger der Welt. Ich mag seinen Spielstil, er hat ein gutes Aufbauspiel, spielt gute Bälle nach vorne, ist zweikampfstark und hat ein gutes Auge. Und Borussia Dortmund mag ich auch. chilli: Ihr Vertrag läuft im Sommer 2015 aus. Wie geht es weiter, es gibt doch sicher Anfragen von anderen Clubs? Föhrenbach: Dann ist die A-Jugend offiziell vorbei. Der Verein und ich, wir beide haben dann eine Option.

Dominik Bloedner September 2014 CHILLI 13


Szene Prostitution

» Puddinggesetz«

Streit um die Freiburger Vergnügungssteuer

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eit Ende 2012 werden in Freiburg die Betreiber von Bordellen und bordellartigen Betrieben wie etwa Terminwohnungen zur Kasse gebeten: Für jede angefangenen zehn Quadratmeter, auf denen Sexarbeiterinnen ihre Dienste anbieten, will die Stadt 100 Euro im Monat. „Eine Heranziehung der Prostituierten ist nicht vorgesehen“, heißt es in der Beschluss-Vorlage für den Gemeinderat . Das st immt in der Realität jedoch nicht uneingeschränkt: Manuela K.* hatte 2013 für zehn Monate auf eigene Faust eine Wohnung angemietet, um dort dem Gewerbe nachzugehen. Jetzt wird sie zur Kasse gebeten. Hätte sie ihre Freier in den eigenen vier Wänden empfangen, hätte sie nichts bezahlen müssen. Daran will die Stadt nun etwas ändern.

1000 bis 2000 Euro – je nachdem, wie viel Fläche in den Augen der Verwaltungsbeamten als Arbeitsfläche einer Prostituierten geltend gemacht werden können – soll die 35-Jährige, die inzwischen in einer anderen Branche arbeitet, demnächst nachbezahlen. Viel Geld für jemanden, der sich gerade selbstständig gemacht hat und froh ist, nicht mehr Liebesdienste für Geld anbieten zu müssen. Und daher auch ein Grund, sich zu ärgern. „Es wird einfach unsauber kommuniziert, wer tatsächlich Vergnügungssteuer bezahlen muss“, findet die ehemalige Prostituierte, „das ist ein Puddinggesetz.“ Anfang des Jahres erhielt sie ein Schreiben mit der Aufforderung, die fällige Steuererklärung einzureichen. K., die sich durch die Formulierung der Beschluss-Vorlage befreit sah, schrieb ans Amt und erhielt als Antwort, dass nur die Frauen nicht zahlen müssten, die im eigenen Schlafzimmer arbeiten. Letzteres käme für die Freiburgerin, wie wohl auch für viele andere, aus Sicherheitsgründen aber nie in Frage: „Ich kenne keine Frau, die das macht.“ Ihr Rechtsanwalt und Steuerberater Jörg Mühlbacher, der in der Sache an die Stadtkämmerei und den Oberbürgermeister geschrieben hat, findet das nachvollzieh18 CHILLI September 2014

bar:„Man wünscht das doch keiner Frau, dass sie in ihrem eigenen Bett diesem Beruf nachgehen muss.“ Eine selbstbewusste Frau aber, die sich dafür eine eigene Wohnung anmietet, vielleicht auch, weil sie sich nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis mit einem Bordellbetreiber oder gar Zuhälter begeben will, würde zusätzlich durch die Steuer belastet. „Wir hatten früher auch mal eine Klientin, die ebenfalls als Prostituierte gearbeitet hat und ein Kind hatte, das dann bei der Nachbarin untergebracht wurde, wenn Freier kamen“, erinnert sich der Steuerfachmann, „aber so etwas finde ich schon dramatisch.“

Der Freier im eigenen Bett Die Wohnung in einem Wohnhaus in Haslach kostete Manuela K. monatlich 350 Euro Miete, hinzu kamen 100 Euro Werbekosten, die aufgrund der besonderen Besteuerung von Prostituierten nur schwer abgesetzt werden können. Zusätzlich rund 100 Euro seien für die Umsatzsteuer draufgegangen. Rechnet man jetzt noch eine Vergnügungssteuer von bis zu 200 Euro dazu, muss eine selbstständig tätige Sexarbeiterin bei in der Branche gängigen Tarifen erst einmal mit mehr als zehn Männern schlafen, bevor sie etwas verdient. Zudem sieht K. auch einen Wettbewerbsnachteil in der Art, wie die Steuer berechnet wird: „Es ist doch unfair, wenn eine Frau, die auf eigenes Risiko ein bis zwei Mal die Woche arbeitet und sich um alles selber kümmert, genauso viel zahlen muss, wie der Betreiber vom FKK-Palast. Bei dem teilen sich 20 Frauen für 12 bis 14 Stunden an sieben Tagen in der Woche die gleiche Fläche.“

Wettbewerbsnachteil? Der Betreiber des FKK-Clubs zahlt die gleiche Summe pro Quadratmeter wie früher Manuela K. (links). Fotos: © fho


SZENE Kolumnen Szene xxx

Schlussendlich hätte die Sexarbeiterin den ganzen Trubel vermeiden können, indem sie die Wohnung offiziell als Zweitwohnsitz angemeldet hätte. Allerdings entschied sie sich dagegen – sie wollte nicht ihren Echtnamen aufs Klingelschild schreiben. Solche Dinge werden von den Steuerfahndern kontrolliert, das Amt weiß heute genau, welcher Name an der Tür der Wohnung von Manuela K. stand. „Wenn ich Müller oder Schneider heißen würde, hätte ich das so gemacht“, gibt die Frau offen zu, deren Nachname in der Hinsicht allerdings zu exotisch und damit aus steuerlichen Gründen eben teuer ist. Dieses Schlupfloch soll demnächst aber auch geschlossen werden. Bei der Stadt findet nach dem Streit mit Manuela K. offenbar ein Umdenken statt, wie Nußbaumer auf Anfrage des chilli mitteilen ließ: „Es ist nicht Intention der Satzung, sexuelle Dienstleistungen in Privatwohnungen zu verlagern. Derzeit bestehen verwaltungsinterne Überlegungen, die Steuer generell auf sexuelle Dienste gegen Bezahlung zu erheben, unabhängig von der Art der Einrichtung.“ Heißt also: Dann würden auch Prostituierte, die in Privatwohnungen ihre Arbeit verrichten, der Vergnügungssteuerpflicht unterliegen. Über ein Puddinggesetz könnte sich dann wohl niemand mehr beschweren. Und die Stadt könnte noch ein wenig mehr kassieren. Felix Holm *Name auf Wunsch geändert

OUT war in diesem Jahr jedenfalls das Baden in Freibädern. Ob’s am Wetter lag oder einfach nur daran, dass wir zunächst mit Fußballgucken und dann mit Titelfeiern (beides: IN!) okkupiert waren, darüber lässt sich trefflich streiten. Nicht aber über Geschmack. Den besten besitzt natürlich chilli-Trendchecker Felix Holm. Daher kann er auch in diesem Monat wieder profund behaupten, was en vogue ist und was nicht:

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Zeigen, dass man (zu) viel Geld hat

Foto: © fho

„Kugelschreiber? Ist das Ihr Ernst? Ja sind wir denn ein ehrenamtlicher Verein?“ Ein Unternehmen, dem es gut geht, will das heutzutage zeigen. Werbegeschenkchen, wie es sie früher gab, sind nicht mehr. 2014 zeigt man, was man hat und produziert – naja – „tolle“ Erinnerungsstücke. So erhielten die knapp 70 Gäste der Einweihung des neuen Blockheizkraftwerks von Chiphersteller Micronas eine verspiegelte runde Scheibe mit einem großen Holzsockel. Wirklich:„toll“! Das „Teil“ steht jetzt bei uns im Büro, und wir freuen uns jeden Tag darüber. Auch wenn wir gerade mal wieder keinen Kugelschreiber zur Hand haben. IN!

OUT

Keine Medienstadt sein

Woran erkennt man eine Medien-Metropole? Richtig: Hier entsteht großes Fernsehen. Denken wir an Straßenfeger wie „Berlin – Tag & Nacht“ oder „Köln 50667“. Endlich ist auch Freiburg auf der Weltkarte des Unterhaltungsfernsehens aufgetaucht: Kein geringerer als Basti („Der Promieinrichter“) hat jüngst in Ihringen eine Folge eines noch nicht im Programm eingeplanten Formats abgedreht. Auch abgedreht: seine Gäste. Tatjana Gsell, Djamila Rowe und Yvonne Welke (alle aus der Kategorie: Busenwünderchen) sind dabei. Keine Starpower haben: OUT! Foto: © aiware presse

Wer Müller heisst, Hat’s leichter

IN & OUT

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Auch für Mühlbacher ist das unverständlich: „Wenn nachweislich keine bordellähnliche Situation vorliegt, wo sich eine Person an der Arbeit mehrerer Frauen bereichert, sondern nur eine Frau ganz alleine in einer privat angemieteten Wohnung anschafft – das will nicht in meinen Kopf, dass man da keinen Unterschied macht. Hier wird unterstellt, dass es sich um ein Bordell oder eine Terminwohnung handelt.“ Es ist ein Streit um Begrifflichkeiten. Wo endet Wohnungsprostitution? Was ist ein bordellartiger Betrieb? Wer ist ein sogenannter Betreiber? In einem Antwortschreiben, das von Stadtkämmerer Bernd Nußbaumer unterschrieben ist, heißt es: „Das Verwaltungsgericht Freiburg nimmt zu Recht an, dass eine schlichte Wohnungsprostitution nicht vorliegt, wenn in der betreffenden Wohnung nicht das Wohnen, sondern das gewerbliche Anbieten von Sexdienstleistungen im Vordergrund steht.“ Zudem können laut Verwaltung „Betreiberinnen im Einzelfall ohne weiteres auch die Dienstleisterinnen sein.“ Also eine Terminwohnung? Manuela K. nutzte die Wohnung nicht ausschließlich, um dem horizontalen Gewerbe nachzugehen. „Es gab Tage, an denen ich zwölf Stunden in der Wohnung war, ohne dass jemand vorbei kam.“ Dann lernte sie an einem extra aufgestellten Schreibtisch auf Prüfungen. Sie bereitete vor Ort also zeitgleich ihren Ausstieg aus dem Gewerbe vor. „Sie hat dort also auch eine berufliche Fortbildung gemacht“, schlussfolgert Mühlbacher, „und das ist für mich privat und nicht vergnügungssteuerpflichtig.“

September 2014 CHILLI 19


James Blunt / Rothaus Arena, Messe Freiburg / 18.10.2014, 20.00 Uhr / Foto: © Scarlet Page

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1.9. – 19.10.

MONTAG

1.9.2014 EVENTS

The Someday Sessions Nu Jazz Open Mic Session. Live Opener: Jazz’min Tutum & Band The Great Räng Teng Teng, Freiburg ★ 21 Uhr Info: www.raengtengteng.com

Kurpark-Meeting Party- & Gourmetmeile, 29.8.-7.9. Kurhaus, Baden-Baden ★ 16 Uhr Info: www.badenbadenevents.de

Barrikaden, Blut & Gassenhauer Tour durch die Revolution von 1848/49 Hauptportal der Martinskirche, Freiburg ★ 19.30 Uhr Info: www.historix-tours.de

KINO Sommernachts-Kino Rosie Im Schwarzen Kloster, Freiburg ★ 20.45 Uhr Info: www.sommernachts-kino.de

MUSIC Monday Life Club mit der Freiburger Blues Association Guten Abend, KaJo 278, Freiburg ★ 20.30 Uhr Info: www.gutenabend-freiburg.de

26 CHILLI SEPTEMBER 2014

PARTY Oldies but Goldies Hits von gestern Heuboden, Umkirch ★ 20 Uhr Info: www.heuboden.de

tageins Cocktail Lounge mit wechselnden Plattenlegern Waldsee, Freiburg ★ 22 Uhr Info: www.waldsee-freiburg.de

THEATER Es sagt mir nichts, das sogenannte draußen Theaterstück von Sebastian Nübling & dem Maxim Gorki Theater Junges Theater, Kasernenareal, Basel ★ 19 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

MUSIC

DIENSTAG

Internationale Orgelkonzerte 2014

2.9.2014 AUSSTELLUNGEN Der Erste Weltkrieg – Die zerrissene Region

Es spielt der Organist Simon Johnson Freiburger Münster ★ 20.15 Uhr Info: www.muensterorgelkonzerte.de

Oliver Pellet Quinteto

200 Exponate aus Frankreich, Deutschland & der Schweiz, 23.6.-23.11. Dreiländermuseum, Lörrach Info: www.dreilaendermuseum.eu

Spannender Mix aus brasilianischer Musik & Jazz Bird’s Eye Jazz Club, Basel ★ 20.30 Uhr Info: www.birdseye.ch

Alexander Paeffgen Trio

EVENTS Kurpark-Meeting Party- & Gourmetmeile, 29.8.-7.9. Kurhaus, Baden-Baden ★ 16 Uhr Info: www.badenbadenevents.de

in der Reihe Jazz ohne Stress Waldsee, Freiburg ★ 21 Uhr Info: www.waldsee-freiburg.de

PARTY

Sommerfestival

Party mit loopin ‘louie

Energie im Himmel & auf Erden Planetarium, Freiburg ★ 19.30 Uhr Info: www.planetarium-freiburg.de

Indietronic, Britpop, Elecroclash, New Wave & Indie-Rock EL.PI, Freiburg ★ 22 Uhr Info: www.elpi-freiburg.de

KINO Sommernachts-Kino

We Love 90’s

Ziemlich beste Freunde Im Schwarzen Kloster, Freiburg ★ 20.45 Uhr Info: www.sommernachts-kino.de

Das Beste der 90er Agar Discothek, Freiburg ★ 23 Uhr Info: www.agar-disco.de

➔ Das volle Programm auf chilli-freiburg.de


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VERANSTALTUNGSKALENDER

Jazz

THEATER Wo warst du am 8. Januar? Theaterstück von Amir Reza Koohestani Theater Roxy, Birsfelden ★ 20 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

MITTWOCH

3.9.2014 AUSSTELLUNGEN

Alexander Paeffgen Trio Di., 2.9., 21 Uhr Foto: © Sandra Then

Wiedersehen Dienstags ist seit 22 Jahren im Waldsee „Jazz ohne Stress“ angesagt. Nach langer Zeit tritt hier nun wieder das Alexander Paeffgen Trio auf. Zusammen mit Paeffgen spielen Bassist Christoph Sauer und Schlagzeuger Christof Jaussi und bilden ein Trio, das mit seiner Spielfreude immer wieder für einzigartige Konzerte sorgt. www.waldsee-freiburg.de

Kabarett

Letzte Ölung Nigerdelta

Foto: © Harry Schnitger

Alltagskomik Kabarett im Doppelpack. Den Anfang bei der neuen Ausgabe von BADzille macht Nils Heinrich, der bizarre Geschichten aus dem Alltag mit scharfzüngigen Liedern mischt. Danach folgt Marco Tschirpke mit seinen „Lapsusliedern“, in denen er seine geistreichen Beobachtungen wiedergibt. www.badenbadenevents.de Karten-Infos: 0761/496-8888

Party- & Gourmetmeile, 29.8.-7.9. Kurhaus, Baden-Baden ★ 16 Uhr Info: www.badenbadenevents.de

Ansichten, Einsichten, Aussichten Schweizerisch-deutscher Dialog Literaturhaus, Basel ★ 19 Uhr Info: www.literaturhaus-basel.ch

Drama der Erdölförderung in zeitgenössischer Fotografie, 24.5.-25.1. Museum Natur & Mensch, Freiburg Info: www.freiburg.de/museen

BADzille – Kleinkunst & Kabarett Kurhaus, Baden-Baden ★ 20 Uhr Info: www.badenbadenevents.de

EVENTS

Cyclope

Kurpark-Meeting Party- & Gourmetmeile, 29.8.-7.9. Kurhaus, Baden-Baden ★ 16 Uhr Info: www.badenbadenevents.de

Cyclope Artistikspektakel nach J. Tinguely, 10.7.-6.9. Am Klybeckquai, Uferstr. 84, Basel ★ 20 Uhr Info: www.cyclope2014.ch

KINO

Nils Heinrich & Marco Tschirpke

Artistikspektakel nach J. Tinguely, 10.7.-6.9. Am Klybeckquai, Uferstr. 84, Basel ★ 20 Uhr Info: www.cyclope2014.ch

KINO Sommernachts-Kino Das erstaunliche Leben des Walter Mitty Im Schwarzen Kloster, Freiburg ★ 20.45 Uhr Info: www.sommernachts-kino.de

Sommernachts-Kino

MUSIC

Mit ganzer Kraft Im Schwarzen Kloster, Freiburg ★ 20.45 Uhr Info: www.sommernachts-kino.de

Jazz Native – The Grand Opening

MUSIC

Jazz mit Angela Mink, John Sahutske u.a. Schlosskeller, Emmendingen ★ 20.30 Uhr Info: www.schlosskeller-emmendingen.de

Jazz-Stammtisch

Colin Vallon Trio

mit den Redhouse Hot Six Großer Meyerhof, Grünwälderstr. 1, FR ★ 20 Uhr Info: www.grosser-meyerhof.de

Feinsinnige Spielereien & variantenreiche Spielfreude Bird’s Eye Jazz Club, Basel ★ 20.30 Uhr Info: www.birdseye.ch

Shady and the Vamp Garage/Punk/Sixties fuzz Slow Club, Haslacher Str. 25, FR ★ 20 Uhr Info: www.slowclub-freiburg.de

Oliver Pellet Quinteto

Do., 4.9., 20 Uhr

Abstrakte Malerei aus China, 25.5.-14.9. Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach Info: www.museum-hurrle.de

Kurpark-Meeting

mit Ellen Heydgen Historisches Kaufhaus am Münsterplatz, FR ★ 20.15 Uhr Info: www.reservix.de

Nils Heinrich & Marco Tschirpke

Die Übermacht des Unsichtbaren

EVENTS

Werke von Krištof Kintera, 11.6.-28.9. Museum Tinguely, Basel Info: www.tinguely.ch

MUSICAL Hänsel wird gegretelt Rockige Musiktheatershow Galli Theater, Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.galli-freiburg.de

PARTY Ladies Night Wo Tanzen am schönsten ist ... Heuboden, Umkirch ★ 20 Uhr Info: www.heuboden.de

Spannender Mix aus brasilianischer Musik & Jazz Bird’s Eye Jazz Club, Basel ★ 20.30 Uhr Info: www.birdseye.ch

I am Party

PARTY

Students Day

Move To Groove

Charts, House, Black, Classics ... Agar Discothek, Freiburg ★ 23 Uhr Info: www.agar-disco.de

mit DJ Jimmy, DJ Mensa, DJ JoVibe u.a. Waldsee, Freiburg ★ 21 Uhr Info: www.waldsee-freiburg.de

HipHop/Black Music/Charts/Party ... Universal D.O.G., Lahr ★ 21 Uhr Info: www.universaldog.de

Disco Update

mit olDJ Max Mehlsack, Emmendingen/Mundingen ★ 21 Uhr Info: www.mehlsack.de

hosted by Anina Owly, Mandibula, Felix Plazek, Farid Zakari, e.M.i. & MikeL Drifters, Freiburg ★ 23 Uhr Info: www.drifters-club.de

Students College Clubbing

THEATER

Best House & R’n’B Mix in Town! Schneerot, Freiburg ★ 23 Uhr Info: www.schneerot.de

Frontex Security

Rock Bistro

THEATER

Theaterstück von Hans-Werner Kroesinger Kleine Bühne, Theater Basel ★ 18 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

Wo warst du am 8. Januar?

Yellow Towel

Theaterstück von Amir Reza Koohestani Theater Roxy, Birsfelden ★ 19 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

Performance von Dana Michel Junges Theater, Kasernenareal, Basel ★ 19 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

Frontex Security

Open-Air-Theater: Ehen werden im Himmel geschlossen

Theaterstück von Hans-Werner Kroesinger Kleine Bühne, Theater Basel ★ 19 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

Ganesh versus The Third Reich Theaterstück von Bruce Gladwin & dem Back to Back Theatre Reithalle, Kaserne Basel ★ 21 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

➔ Alle Termine auf chilli-freiburg.de

Wein

AUSSTELLUNGEN

Hundertwasser & Ernst Fuchs, 5.4.-14.9. Kunsthalle Messmer, Riegel Info: www.kunsthallemessmer.de

Sanft, wild & virtuos – Meine Blockflöte im Barockensemble

Kurhaus, Baden-Baden

4.9.2014

Die Wiener Malerfürsten

I am not you

Waldsee, Freiburg

DONNERSTAG

Rasante Komödie von Walter Hasenclever Theater der Immoralisten, FR ★ 20.30 Uhr Info: www.immoralisten.de

Macho Dancer Tanz & Performance von Eisa Jocson Rossstall, Kaserne Basel ★ 21 Uhr Info: www.theaterfestival.ch

Alte Wache, Freiburg

Herbsthock 5.9. bis 25.10. Foto: © Albert Josef Schmidt

Neuer Süßer und Zwiebelkuchen Woran erkennt man, dass der Sommer in den Herbst übergegangen ist? Am Zwiebelkuchen auf dem Teller und dem Neuen Süßen im Glas. Beim Herbsthock der Alten Wache lässt sich wunderbar beides genießen. Neben dem neuen Wein werden hier natürlich auch ausgereifte badische Weine und spritziger Winzersekt angeboten. Mit Blick auf das Münster können die Gäste Herbstsonne tanken und sich im herbstlich dekorierten Ambiente mit Zwiebel- und Flammkuchen stärken. Der Herbsthock vor der Alten Wache ist im September montags bis samstags von 11–21 Uhr, im Oktober bis 20 Uhr geöffnet. Doch der Besuch lohnt sich nicht nur aufgrund des Neuen Süßen: Ganzjährig stehen rund 100 badische Weine in der Alten Wache zum Probieren bereit. Träger des Hauses sind schließlich unter anderem 23 Winzergenossenschaften und 11 Weingüter aus dem Kaiserstuhl, Tuniberg, Markgräflerland, Breisgau und Ortenau. Neben dem Verkauf und der Beratung bietet das Haus am Münsterplatz auch zahlreiche Seminare rund ums Thema Wein. www.alte-wache.com Tischreservierung: 0761-202870

SEPTEMBER 2014 CHILLI 27


MusiK Jazz

d n u So Ein t d a t S e i d n i t m kom

V

Foto: © Maximilian Hans

Macher: Wolfgang Herbert & Thomas Fenselau

Foto: © Benoit Peverelli

Foto: © fho

W

ht tiva l entste s e f z z Ja r e urg ie das Freib

Stacey Kent: 21.9., 20 Uhr, Jazzhaus

Gently Disturbed: 24.9., 22 Uhr, E-Werk

om 19. bis 28. September steht die Breisgau-Metropole wieder ganz im Zeichen der amerikanischen Südstaaten-Musik: Das 11. Freiburger Jazzfestival befindet sich in den Startlöchern und bringt namhafte Künstler wie die US-Sängerin Stacey Kent oder den israelischen Bassisten Avishai Cohen in die Clubs der Stadt. Vorwiegend werden die Künstler und Kombos auf den Bühnen des E-Werks, des Schützen und natürlich im Jazzhaus auftreten. Aber auch der „Minigipfel“, bei dem sich mehrere Innenstadt-Kneipen in Jazzclubs verwandeln, und der „Uferjazz“ am letzten Festivalnachmittag an der Dreisam sind feste Bestandteile des seit drei Jahren wieder jährlich steigenden Festivals. Bevor es so weit ist, haben die drei Hauptverantwortlichen Wolfgang Herbert, Thomas Fenselau und Michael Musiol allerdings alle Hände voll zu tun.

und riefen den „Gipfel du Jazz“ ins Leben. Organisiert wurde dieses Fest vom hiesigen Kulturamt, das die seit jeher in Freiburg vorhandene Jazz-Szene an einem Tisch vereinte. Thomas Fenselau, der heute immer noch für die Programmgestaltung zuständig ist, war schon damals mit am Start: „Das war eine Chance für die Szene. Einzelne Clubs wie das Jazzhaus oder das E-Werk hatten nicht die Mittel, so etwas alleine zu stemmen.“ Zusammen und mit der Unterstützung von Stadt und Land keimte etwas, was auch heute noch Bestand hat – und inzwischen die Szene mit am Leben hält.

Die Idee

„Heute ist es eine tolle Gelegenheit, auch jungen und regionalen Jazz zu fördern“, weiß E-Werk-Geschäftsführer Wolfgang Herbert. „Das Festival ist eine Werbemaßnahme für Jazz und deswegen haben wir auch einen hohen Anteil Freiburger Beteiligung“, ergänzt Fenselau. Gewährleistet wird dies auch, weil das Kulturamt sowie das Land niedrige fünfstellige Beträge zuschießen und so

Im Jahr 2001 kamen Deutschlands hochrangigste Politiker und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac zu einem deutsch-französischen Gipfel in Freiburg zusammen. Die Liebhaber der freiheitsbeschwörenden, multikulturellen und immer wieder auch politisch-aneckenden Jazz-Musik nahmen dies zum Anlass

60 CHILLI September 2014

Talentsichtung in Bremen

den Spielraum ermöglichen, mit einem Etat von insgesamt etwa 80.000 Euro ein völlig nicht-kommerzielles und umso interessanteres Programm auf die Beine zu stellen.

Die Organisation Los geht’s jedes Jahr mit einem Treffen im Spätherbst. „Dann tragen wir Vorschläge zusammen, wer im kommenden Jahr auftreten könnte“, erklärt Fenselau. Allerdings könne es durchaus sein, dass die eine oder andere Gruppe auch schon mal zwei Jahre im Voraus gebucht wird. „Vieles ist schon bei der Vorbereitung des vorhergehenden Festivals in den Köpfen“, weiß Herbert. So habe man etwa seit Jahren versucht, die Sängerin Stacey Kent für einen Auftritt zu gewinnen – 2014 ist es endlich so weit: Am 21. September tritt sie im Jazzhaus auf. Vor allem die größeren Namen versuchen die Macher schon früh klarzumachen.„Die haben oft einen engeren Terminkalender“, sagt Herbert. Ein anderer ist der, dass die großen Namen die sind, die Geld ins Festivalbudget spülen, welches an anderer Stelle für Newcomer wieder ausgegeben werden kann. Und je eher man einen großen Namen ankündigen kann, desto mehr Aufmerksamkeit erhält die Veranstaltung und umso eher können die ersten Kar-


Lisbeth Quartett: 25.9., 20.30 Uhr, Schützen

ten verkauft werden. Einen Endpunkt der Booking-Phase markiert oft die Jazzahead-Messe in Bremen, bei der sich immer Ende April die Szene trifft – ein guter Ort für die Talentsichtung. Organisatorisch eher im Vorbeimusizieren können die Spielorte abgehakt werden. „Die sind ja im Vorfeld schon relativ klar“, verweist Fenselau auf E-Werk, Jazzhaus und den Schützen. Umso brisanter ist es hingegen an einer anderen Front: Die Künstler, die von außerhalb kommen, wollen irgendwo untergebracht werden. „Freiburg ist nicht ganz so reich an Hotels – das ist schwierig, zumal wir im September oft mit vielen Messen und Kongressen konkurrieren“, erklärt der E-Werk-Geschäftsführer, „wir versuchen daher immer schon recht früh, uns ein Kontingent an Betten zu sichern.“

Der finale Countdown Der Minigipfel ist etwas, was bis zum Schluss geplant werden muss. „Viele Kneipen und Wirtshäuser warten lange mit der Zusage, weil sie eventuell noch eine private Veranstaltung reinbekommen, mit der sie am Ende mehr verdienen können“, weiß der Booker Fenselau, „am Ende sind aber eigentlich immer genug dabei – und notfalls schieben wir Künstler dann zum Uferjazz.“

Avishai Cohen Trio: 26.9., 20 Uhr, E-Werk

Ein weiterer Vorteil des Festivals ist der, dass sich die Veranstalter nicht um die Bewirtung kümmern müssen. Alle Konzerte finden in Lokalitäten statt, die das selber in die Hand nehmen. Auch um die für den Auftritt notwendige Technik kümmern sich die Clubs selbst. Ist dann scheinbar alles organisiert, geht es meist mit den „Feuerwehreinsätzen“ los: Musiker sagen spontan ab und müssen ersetzt werden, andere bringen ein weiteres Bandmitglied mit und brauchen ein zusätzliches Hotelzimmer; ein Fahrservice, der die Jazzer vom Flughafen ins Hotel und zurück fährt muss organisiert werden; dann werden Flüge gestrichen und der Fahrservice muss erneut umbestellt werden. „Das alles ist aber keine große Katastrophe, eher tagesüblich“, zuckt Fenselau mit den Achseln, der auch schon mal selbst für Till Brönner als Fahrer eingesprungen ist.

Das Festival Wenn dann endlich die ersten Töne erklingen, können die Festivalmacher, wenn nicht noch mehr Unvorhersehbares passiert, die meisten Konzerte selber genießen. Tagsüber treffen sie sich mit den Stars, gehen essen und pflegen Kontakte. „Das ist ganz wichtig“, betont Her-

Foto: © f-cat productions

Foto: © YouriLenquette

Foto: © JQuast

Musik Festival

Taksim Trio: 27.9., 20 Uhr, Jazzhaus

bert, „wir versuchen hier, eine gute Atmosphäre zu schaffen, die die Künstler dann in die Welt hinaustragen.“ So schafft sich das kleine, aber feine Festival einen guten Ruf in der Szene. Für die Macher sind solche Treffen auch eine Art Lohn für elf Monate harte Arbeit.

Die Zeit danach Nach dem Schlussapplaus fällt auch für die Organisatoren erst einmal ein Vorhang. Einen guten Monat gönnen sich Fenselau, Herbert und Co. dann Pause und Abstand vom Festival, ehe sie das Team noch einmal zusammenrufen, um bei einer Rückschau zu besprechen, was gut lief und was nicht. Und genau genommen ist das dann auch der Startschuss für das kommende Jahr. Felix Holm

Festival Info Freiburger Jazzfestival vom 19. bis 28. September Tickets bei Reservix Online oder beim BZ-Kartenservice www.jazzfestival-freiburg.de

September 2014 CHILLI 61


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Dies war eine Leseprobe der September-Ausgabe 2014.

Sie haben lust auf mehr? Das komplette Heft ist unter abo@chilli-online.de oder im Handel erh채ltlich.


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