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chilli – das Freiburger Stadtmagazin

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Ausgabe Oktober 11. Jahrgang / #103

Ausgabe 10- 11/14 2,50 Euro

Was da wieder los ist: Termine & Partys 18.10. – 16.11.14

ABSTIEG

Wie aus Abwasser Energie werden kann

Aufstieg

Wie das Keidel Bad Nummer 1 werden soll

(WERT-)ANSTIEG

Der neue Ruhm des alten Tragaltars

Ausstieg

Die Baumanns verkaufen ihre Minigolfbahn

mit T h emen H EF T

Studis, Azu bis & Co.

110 MILLIONEN FÜRS STADION Gutachter geben grünes Licht für Rasenrechteck am Flugplatz


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Möbelhäuser

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Wolfsbuck: Die Naherholungsfläche soll erhalten bleiben

Flugplatz: Motorflüge inkl. Organflüge sollen weiterhin möglich sein, Segelflieger und Fallschirmspringer müssen weichen

Stadion: Ein Rund für 35.000 Zuschauer

Busparkplätze

Autoparkplätze: ca. 2100

Radstellplätze: ca. 2200

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Trainingsplätze

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na l l Geplante Straßenbahnlinie: Mögliche Bedarfshaltestelle

Breisgau S-Bahn: Eventuell größere Fahrzeuge & häufigere Fahrten an Spieltagen

Technische Fakultät der Universität Freiburg

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Wohngebiet: Erste Häuser sind mindestens 400 Meter entfernt

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Erweiterung Uni & Fraunhofer IPM: Bau trotz Stadions möglich

Messe Freiburg


Titel Politik

Der Ball liegt bei den Bürgern

Katze aus dem Sack: 110 Millionen Euro für ein neues Stadion von Lars Bargmann und Tanja Bruckert

Grafik: @ chilli / Quelle: Stadt Freiburg

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in neues Fußballstadion für den Bundesligisten SC Freiburg kostet samt neuer Infrastruktur am Wolfswinkel auf dem Freiburger Flugplatzgelände rund 110 Millionen Euro. 70 Millionen für bis zu 35.000 Plätze, 38 Millionen für die neue Infrastruktur. Eine ganze Reihe von der Stadt beauftragter Gutachter hat bisher keine K.-o.-Kriterien für den Standort gefunden. Und das Finanzierungskonzept steht jetzt auch. Ein letztes K.-o.-Kriterium – neben etwaigen rechtlichen Attacken – könnte der Bürgerentscheid am 1. Februar sein. Denn an Unklare Zukunft: Der SC würde das Schwarzwaldstadion gerne zum Trainieren behalten. Foto: © ns jenem Sonntag stimmt Freiburg darüber te Busparkplätze für einheimische und auswärtige Fans, eine neue ab, ob die Stadt den SC beim Bau des Stadions auf Grundlage Straßenbahnhaltestelle westlich der Madisonallee, eine neue Verdes Finanzierungskonzepts unterstützen soll. Es ist nach dem bindungsstraße zwischen derselben und der Granadaallee, Auszum Bau des Konzerthauses (1988), zum Erhalt des Flugplatgleichsflächen für den Eingriff in die Natur sowie die Sicherung zes (1995), zu der Linienführung der Tram über den Rotteckring und teilweise Entsorgung der einstigen Deponie Wolfsbuck. (1999) und dem zum Verkauf der Freiburger Stadtbau GmbH samt Weichen müssten die Segelflieger und die Fallschirmspringer, Wohnungsbestand (2006) der fünfte Bürgerentscheid in der für die das Rathaus bereits ein Grundstück im Gewerbepark jüngeren Vergangenheit. Der Ball liegt erneut beim Bürger. Das Breisgau an der Rollbahn reserviert hat, auf das die Vereine umerste Spiel im neuen Stadion soll 2019 angepfiffen werden. ziehen könnten.„Wenn das Stadion kommt, werden wir uns für die Zukunft des Segelflugs einsetzen“, versprach FinanzbürgerEs ist der 22. November 2011, der die entscheidende Wende bei meister Otto Neideck. Der Motorflug und die Organflüge wäder Standortsuche für ein neues Stadion markiert. An diesem ren unberührt. Zusätzliche Sicherheit soll die Installation eines Tag schreibt die Grünen-Fraktionschefin Maria Viethen an ihren GPS-gestützten Anflugverfahrens bringen. Parteikollegen und Oberbürgermeister Dieter Die 70 Millionen Euro für die Arena sollen zu Salomon und beantragt eine Ergänzung zur weiten Teilen vom Sportclub aufgebracht, die Beschlussvorlage G-11/252. Diese sah vor, den Infrastruktur aus dem städtischen Haushalt Flugplatz als Option nicht weiter zu verfolgen. bezahlt werden. Sicher, dagegen regt sich WiEs geht nur noch um die Kleingartensiedlung derstand. Und die Fraktionen im Rathaus (sieHettlinger zwischen Messe und Güterbahnhe Seite 10) sind auch unterschiedlicher Auflinie und um die Hirschmatten am Zubringer fassung. Die Stadtspitze geht davon aus, dass Mitte. Die Grünen sind zwar noch skeptisch, das Land Baden-Württemberg mindestens elf ob es überhaupt ein neues Stadion braucht. Millionen Euro zuschießt. „Man kann schon sagen, dass das unWenn aber, dann soll der Flugplatz auch geprüft werden. Heute sere Minimalforderung ist. Elf Millionen hat der KSC bekommen bezeichnet Salomon den Wolfswinkel als „einzig möglichen und der spielt in der zweiten Liga“, sagt OB-Sprecher Walter Preker. Standort im Stadtgebiet“. Man sei mit dem Land in Gesprächen. Es wäre gut, wenn eine Den Laien mag es erstaunen, dass ein Stadion so dicht an eine konkrete Zusage bereits bis zum 18. November da wäre, denn an Landebahn gebaut werden kann. Die Experten aber sehen darin jenem Dienstag soll der Gemeinderat seinen Grundsatzbeschluss offenbar kein grundsätzliches Problem. Geplant sind neben dem fassen. Salomon glaubt fest an eine Mehrheit zugunsten des Stadion noch zwei Trainingsplätze, rund 2100 Parkplätze, getrenn-

Der SC zahlt die Arena fast allein

Oktober 2014 CHILLI 9


Titel Politik

Neubaus. Spätestens aber am 1. Februar, wenn die Stimme des Volkes über das neue Stadion entscheidet, müsste diesbezüglich Klarheit herrschen. Die Entscheidung liegt beim Koalitionsausschuss der Landesregierung. Wenn es nach dem Willen der Stadt geht, wandern diese elf Millionen plus X in die neu zu gründende SC Stadion Freiburg GmbH & Co. KG, die das 70 Millionen Euro teure Stadion bauen und betreiben soll. 20 Millionen hat der SC auf der hohen Kante, blieben, wenn das Land nur die Minimal-

»Absolut Vertretbares Risiko« forderung erfüllt, maximal 39 Millionen, die finanziert werden müssten. Für 80 Prozent dieser Summe bürgt die Stadt. Das garantiert möglichst niedrige Zinsen, weil das Risiko des Geldgebers an die GmbH & Co. KG damit äußerst gering ist. Die Stadt hat trotz der historisch niedrigen Zinsen mit 3,5 Prozent kalkuliert (keiner weiß, wie hoch sie in zehn, elf Jahren sind) und einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren. Das würde auf 39 Millionen Euro Kredit eine jährliche Zinslast von anfänglich 1,365 Millionen bedeuten. Hinzu kämen Tilgungen und Abschreibungen auf den Wert der Immobilie (3,6 Prozent per anno). Solange der SC erstklassig spielt, zahlt er 3,8 Millionen Euro Pacht, in der zweiten Liga 2,5 Millionen – womit die Zinsen immer noch lässig bedient werden könnten. Nur die dritte Liga brächte die Stadt in die Bredouille. Für SC-Boss Fritz Keller ist das ein „absolut vertretbares“ Risiko. Zudem bringt das Rathaus das – im Wert noch nicht bezifferte – Grundstück als Einlage in die neue Gesellschaft ein. Es sei, so Salomon, ein „sehr gutes Finanzierungsmodell“, das gemeinsam mit dem Sportclub erarbeitet worden ist. Neideck sprach von einer „sehr konservativen Rechnung“ mit Luft für Einsparungen. Dass der SC, der siebtgrößte Gewerbesteuerzahler in Freiburg, mit seiner Pacht die Arena weitestgehend selber finanziert, ist bundesweit beileibe keine Selbstverständlichkeit. 10 CHILLI Oktober 2014

das sagen die Fraktionen »Positiv überrascht« – »Grandiose Fehlpolitik«

Gerhard Frey, Vize-Fraktionsvorsitzender „Die Grünen“, 11 Sitze: „Wir waren nicht erstaunt über die Summe. Wir sind aber positiv überrascht, dass der SC solch eine ordentliche Rücklage gebildet hat und bereit ist, sie einzubringen. Wir sehen den SC als wichtige Institution nicht nur der Stadt, sondern der gesamten Region. Als größte Stadt dieser Region müssen wir unserer Rolle gerecht werden und den Verein unterstützen. Wir werden uns dafür aussprechen, dass das Stadion an dieser Stelle gebaut wird.“ CDU, 9 Sitze: Die Fraktion muss sich mit der Frage erst noch befassen. Eine Stellungnahme möchte Renate Buchen, Fraktionschefin der SPD, 8 Sitze, nicht abgeben, dafür seien zu viele Fragen zu Verkehrskonzept und Finanzierung offen: „Welchen Wert hat das Stadiongrundstück? Werden die Infrastrukturkosten so bleiben, wie sie jetzt geschätzt werden? Was passiert, wenn der Landeszuschuss geringer ausfällt?“ Michael Moos, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Listen, 7 Sitze: „47 Millionen Euro sind ein Betrag, der für uns überraschend hoch ist. Wir haben viele Fragen zu den Risiken für die Stadt als Bauherrin und Kreditnehmerin. Was ist etwa, wenn die Zinsen in zehn Jahren doppelt so hoch sind?“ Coinneach McCabe, Vize-Vorsitzender der Fraktion „Junges Freiburg / Die Partei / Grüne Alternative Freiburg“, 4 Sitze: „Die Stadionfrage wird in der Fraktion unterschiedlich bewertet. Mir sind die Investitionen der Stadt zu hoch. Zu den 38 Millionen kommt noch das Grund-

stück, und in der Politik ist es gang und gäbe, dass die erste Kostenschätzung zu niedrig ist.“ Gerlinde Schrempp, Vize-Vorsitzende der Fraktion „Freiburg Lebenswert / Für Freiburg“, 4 Sitze: „Wir halten die Berechnungen für unseriös, schließlich stehen noch Gutachten aus. Die veranschlagten fünf Millionen Euro fürs Abtragen der Mülldeponie kann man nur als Scherz bezeichnen. Jeder Gutachter kann Ihnen sagen, dass das nicht reicht. Außerdem sind die 47 Millionen ja nur ein Teil. Da kommt noch der Landeszuschuss, ebenfalls Steuergelder, so dass wir bei 60 Millionen liegen. Das Ganze ist eine grandiose Fehlpolitik. Es kann nicht sein, dass ein Profisportverein solche unglaublichen Summen in den Hals geworfen kriegt.“ Johannes Gröger, Fraktionsvorsitzender Freie Wähler, 3 Sitze: „Das ist ein sehr großer Happen, den die Stadt bringen muss. Fast 50 Millionen nur für die Infrastruktur. Es gibt noch einigen Klärungsbedarf. Im Grunde unterstützen wir, dass der SC ein neues Stadion kriegt. Ob es schlau ist, in der Beschlussvorlage 11 Millionen Euro vom Land reinzuschreiben, wenn man eigentlich mehr will, weiß ich nicht.“ Nikolaus von Gayling, FDP-Stadtrat, 2 Sitze:„Erstens sind die Kosten fürs städtische Grundstück noch nicht drin und zweitens werden die Summen wie bei allen großen Bauvorhaben am Ende höher liegen. Ich möchte, dass der SC mal alle Zahlen offenlegt. Grundsätzlich bin ich dafür, dass der SC ein neues Stadion kriegt. Aber ohne exaktere Zahlen hebe ich nicht meinen Arm.“

Landeplatz fürs Stadion: Hier soll die neue Arena gebaut werden.

Foto: © Norbert Blau


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Reportage abwasser

Energie aus dem Abfluss Wie in Südbaden Wärme und Strom aus Abwasser gewonnen wird

Ausflug in die Unterwelt: chilli-Redakteurin Tanja Bruckert hat sich ins Freiburger Kanalnetz abgeseilt.

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Fotos © tbr

as durch den Abfluss von Duschen oder Spülbecken fließt, hat mehr Potenzial, als mancher denken mag: Das „Abfallprodukt“ Abwasser lässt sich weiterverwerten, um Strom oder Wärme zu gewinnen. Ein Verfahren zur Stromgewinnung hat die junge Freiburger Forscherin Joana Danzer entwickelt – und dafür einen Innovationspreis des Landes erhalten. Ihre Forschung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Weiter ist die Technologie zur Wärmegewinnung, die etwa das Thermalbad in Bad Krozingen nutzt – womit die Betreiber jährlich rund 74.000 Euro Energiekosten einsparen. Versteckte Gänge, dunkle Schächte – Freiburgs Abwasser fließt normalerweise verborgen vor den Augen seiner Erzeuger durch ein 730 Kilometer langes Kanalnetz tief unter der Erde. Doch wo sonst ein Gullideckel liegt, tut sich nun ein schwarzes Loch auf, durch das es in das Regen-Überlaufbecken unter dem Komturplatz des Freiburger Stadtteils Brühl geht. Die 50 Jahre alte Anlage ist das älteste der sechs Freiburger Regen-Überlaufbecken, in die das Wasser nach heftigen Regenfällen schwappen kann, damit die Kanäle nicht überlaufen. Wer sich an den Abstieg machen will, verwandelt sich unter den wachsamen Augen der Mitarbeiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung zunächst in eine Art Marsmännchen: Ohne Schutzanzug, dicke Handschuhe, Helm und Sicherheitsgeschirr geht es nicht in die Tiefe. Auch der sogenannte „Selbstretter“ darf nicht fehlen – ein metallenes 12 CHILLI Oktober 2014

Kästchen mit einem Beutel zur Sauerstoffversorgung, falls sich Gase wie Kohlendioxid und -monoxid, Methan oder Schwefelwasserstoff bilden. Sauerstoffmangel, Ausrutschen, Ertrinken, elektrischer Schlag – die Liste der Gefahren, die unter Tage lauern, ist laut der obligatorischen Sicherheitsbelehrung groß. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, darf sich durch die enge Röhre abseilen und steht nur Sekunden später in einem großen unterirdischen Raum mit kahlen Betonwänden. Es ist fast etwas enttäuschend: Kein Gestank, keine Ratten, keine Fäkalien erwarten den Besucher – vor vier Tagen wurde das Überlaufbecken gereinigt. Auch der Kanal, der hier vorbeirauscht, gibt nur einen sehr leichten Fäkaliengeruch ab. Der Grund sind die regnerischen Sommertage, denn der Kanal führt eine Mischung aus dem Regenund Abwasser der nördlichen Altstadt, die zur Kläranlage in Forchheim fließen. Für die Wissenschaftlerin Joana Danzer ist das eine „zu dünne Brühe“ – für ihre Zwecke. Denn die Doktorandin am Institut für Mikrosystemtechnik der Uni Freiburg hat ein Verfahren entwickelt, bei dem durch Abwasser Strom erzeugt wird. Dafür wird das verbrauchte Wasser durch ein Rohr gepumpt, das es gleichzeitig reinigt und die herausgefilterten Bakterien als Katalysator für die Energiegewinnung nutzt. Für diese Entwicklung hat die Forscherin jetzt den f-cell award des baden-württembergischen Umweltministeriums bekommen. Die Jury zeigte sich von dem Nutzen für Umwelt und Gesellschaft überzeugt.


Foto © K.D. Busch

reportage abwasser

Technikchef Christian Bronner und Forscherin Joana Danzer wissen, wie man Abwasser noch sinnvoll nutzen kann.

Wer nun schon eine Stadt vor Augen hat, die ihren Strombedarf allein durch ihr Abwasser deckt, muss diesen Gedanken gleich wieder aufgeben. Denn dass diese mikrobielle Brennstoffzelle einmal überschüssigen Strom erzeugt, ist Utopie: Lediglich ein Teil der Energie, die sie zur Reinigung des Abwassers braucht, könne zurückgewonnen werden, erklärt die 29-Jährige. Wie groß der Teil ist? Das kann sie noch nicht sagen – ihre Berechnungen schwanken zwischen fünf und sechzig Prozent des Verbrauchs. Bis es soweit ist, dass die Zelle außerhalb des Labors zum Einsatz kommt, können noch Jahre vergehen – vor allem, da bisher noch keine Geldgeber für die Fortsetzung ihrer Forschungen gefunden sind. Einen großen Schritt weiter ist da das Thermalbad Vita Classica in Bad Krozingen. Hier wird das Abwasser jedoch nicht zur Strom-, sondern zur Wärmegewinnung genutzt. Das 38 Grad heiße Thermalwasser dampft, als Technikchef Christian Bronner den Hahn über der hölzernen Wanne im Gärtchen des indischen Bads aufdreht. Damit das Wasser seine Temperatur hält, während die Besucher hier entspannen, bleibt der Hahn während des Badens offen. Das überschüssige Wasser fließt ab. Früher wäre das immer noch zwischen 30 und 36 Grad warme Wasser direkt ins Abwassersystem geleitet worden, erklärt der Technische Leiter des Thermalbads, heute wird es in einem der Becken unter der Oberfläche

des Thermalbads gesammelt. Dort hinein fließt auch ständig ein Teil des Wassers der großen Becken, der wieder durch frisches Thermalwasser ersetzt wird. Im Laufe eines Jahres werden so 150 Millionen Liter Wasser ausgetauscht. Im Untergeschoss löst das dumpfe Brummen von Motoren die entspannte Musik des Besucherbereichs ab. Zwei hydrantengroße Pumpen leiten das Wasser zu Wärmetauschern und

Danzers Erfindung schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: sie reinigt Abwasser und erzeugt dabei Strom.

von dort zu einer großen Wärmepumpe. Aus dem Abwasser gewinnt diese Pumpe stündlich 616 Kilowatt an Wärme, mit der dann die Saunalandschaft, die Schwimmbecken oder die Duschen beheizt werden. Jedes Jahr spart Bronner dadurch Heizkosten von 74.000 Euro. Das dadurch gekühlte Wasser wird dann in das Abwassersystem oder den

nahen Bach geleitet – oder es wird ein weiteres Mal genutzt – zur Reinigung der Wasserfilter. Seit acht Jahren nutzt das Thermalbad die Wärme des Abwassers, in Zukunft möchte Bronner noch einen Schritt weiter gehen: Bis 2016 soll die Energie im Sommer nicht zum Heizen, sondern zum Kühlen von Büros oder Fitnessräumen genutzt werden. Das Heizen oder Kühlen mit Abwasser ist nicht nur in dem relativ kleinen Maßstab eines Thermalbads denkbar. Experten sprechen davon, dass theoretisch jedes dritte Gebäude in Deutschland mit Wärmeenergie versorgt werden könnte. Auch in Freiburg hat der Energieversorger Badenova vor einigen Jahren untersucht, ob die Abwärme durch Einbau von Wärmetauschern in das Kanalnetz genutzt werden könne. Theoretisch könnten dadurch bis zu zwei Prozent des Energiebedarfs der Stadt gedeckt werden – praktisch aber steht diese Technik wirtschaftlich in Konkurrenz mit Wärmeanlagen wie Blockheizkraftwerken. Von Wärmetauschern ist im Kanal unter dem Komturplatz daher auch weit und breit nichts zu sehen, das Projekt wurde nie weiterverfolgt. Und so geht es gut angeseilt durch den engen Gullischacht wieder an die Oberfläche und sofort zum Händedesinfizieren. Denn soviel Energiepotenzial auch im Abwasser mitschwimmen mag, für die Gesundheit birgt es vor allem das Potenzial einer gefährlichen Infektion. Tanja Bruckert Oktober 2014 CHILLI 13


» Genuss und Lebenslust«

Bäderchef Oliver Heintz über Bäder als Ort für Erlebnisse und die Nummer eins im Dreiländereck

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Fotos: © Heink; FSB

eit gut einem Jahr ist Oliver Heintz als Geschäftsleiter des Keidel-Bads und der Regio Bäder GmbH (RBG) der neue Bäderchef von Freiburg. Im Gespräch mit den chilli-Redakteuren Lars Bargmann und Tanja Bruckert erzählt der 47-Jährige, wie sich das Keidelbad im Wettbewerb behaupten soll, was er von einem Freibad im Westbad hält und die große Wirkung von Kleinigkeiten. chilli: Sie waren für spektakuläre, bis zu 100 Millionen Schweizer Franken schwere Projekte zuständig, warum sind Sie ins vergleichsweise kleine Freiburg gekommen? Heintz: Das waren wirklich super Jobs, aber ich wollte wieder nach Freiburg, weil meine Frau hier ist, unsere Tochter, viele Freunde. Und in der Schweiz bleibst du einfach ein Ausländer. chilli: Welche Ziele haben Sie mit Freiburgs Bädern? Heintz: Mein Ziel ist die strategische Neuausrichtung auf der einen und die Weiterentwicklung des Bestehenden auf der anderen Seite. Wir machen eine strategische Marketingplanung, Events, Veranstaltungen, ich mache die betriebswirtschaftliche Steuerung, das Qualitätsmanagement … chilli: Eine konkrete Besucherzahl im Keidel, sagen wir 2017, ist kein Ziel? Heintz: Ich muss nicht eine Million Besucher haben, wenn ich mit denen

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Verlust einfahre. Wir müssen Gewinne erwirtschaften. Und dafür müssen wir erst einmal unsere Gäste weiter für uns begeistern. Wir haben im Einzugsgebiet von 30 Minuten vier Thermalbäder. Die Menschen gehen dahin, wo was passiert. chilli: Was passiert im Keidel? Heintz: Das Thermalbad muss sich zu einer Freizeiteinrichtung entwickeln, in der viele Zielgruppen Spaß haben können, in der man was erleben kann. Ich möchte einen Platz schaffen, wo die Leute hinkommen, wo sie sich mit Freunden verabreden. Wo du nicht nur im Wasser bist, sondern auch Spaß hast. Wo du Gesundheit erfährst als Kernkompetenz, aber auch

»Erst die hardware, Jetzt die software« Genuss findest. So wie man sich früher am Dorfbrunnen getroffen hat, wie man heute gemeinsam ins Restaurant oder ins Kino geht, muss man auch gemeinsam in Keidel kommen können und sich hier wohlfühlen. Es muss Konzerte geben, wir müssen die wunderbare Natur rund ums Keidel noch mehr einbinden. Das Keidelbad muss bei den Menschen für Gesundheit, Genuss und Lebenslust stehen.

chilli: Mit Bad Bellingen, Badenweiler und Bad Krozingen gibt es drei erfolgreiche Konkurrenten … Heintz: Mittelfristig wollen wir die Nummer eins werden. chilli: Bei den Besucherzahlen dürfte Bad Krozingen mit rund einer halben Million vorne liegen … Heintz: Noch. Wir sind bei 470.000, also nicht weit weg. chilli: Liegen in Frankreich und der Schweiz noch Potenziale? Heintz: 35 Prozent unserer Gäste kommen jetzt schon aus Frankreich und 5 Prozent aus der Schweiz. Ich glaube dass vor allem der Anteil der Franzosen noch wachsen kann, deswegen werden wir auch verstärkt dort in den Markt gehen. chilli: Ins Keidel sind schon in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro gesteckt worden. Heintz: Das war auch nötig. Wir haben in die Hardware investiert, jetzt aber muss auch die Software kommen. chilli: Es sieht so aus, als ob derzeit viel in ein jüngeres Publikum investiert wird. Heintz: Wir haben viele Zielgruppen, aber ja, im Keidel wollen wir ganz klar auch die Jüngeren ansprechen. Bei der Fitness-Night neulich hatten wir sehr viele 20-Jährige. Es kommt eben auf die Angebote an. chilli: Zahlt der 20-Jährige knapp 20 Euro, damit er im Keidel entspannen, saunen und erleben kann?


wirtschaft kurz und bündig

Heintz: Ich sage ja. Wir sind mittlerweile Trend geworden. Tagsüber haben wir viele Patienten und ältere Gäste, gegen Abend haben wir eine erhebliche Verjüngung. Wir haben ganze Gruppen, die Mitte zwanzig sind und sich das mittlerweile gönnen. chilli: Gehen die 20-Jährigen nicht eher ins Badeparadies nach Titisee? Heintz: Dahin geht man, wenn man Action haben will. Bei uns gibt es Genuss und Lebenslust. Und bei uns gibt es die Heilwirkung des Mineralthermalwassers. Heute sind ja auch die jungen Leute gestresst und müssen mal abtauchen. chilli: Die Freibäder erlebten angesichts dieses „Sommers“ einen rekordverdächtigen Besucherschwund um mehr als 100.000 auf knapp 331.000. Hat das Keidel profitiert? Heintz: Eindeutig. Auch das Haslacher Hallenbad. Wir haben davon unabhängig im Keidelbad auch im Sommer spezielle Angebote geschaffen. Und viele wichtige Kleinigkeiten gemacht, die aber sehr wichtig sind.Wir haben etwa neue Liegen gekauft, weil die alten so schwer waren, dass man die kaum bewegen konnte. Und wenn du aufstehst, hast du auch kein Muster mehr auf dem Rücken. Wir haben eine Boule-Anlage gebaut, weil unsere Gäste ja nicht den ganzen Tag nur im Wasser sind – und weil wir viele Franzosen haben. Da kamen dann ganze Gruppen an, die sich sinnbildlich die Kugel gegeben haben. Was hat das für eine Konsequenz? Irgendwann kriegen die mal Hunger und Durst. Wie gesagt, es geht darum, den Menschen Erlebnisse zu ermöglichen. chilli: Mit den Frei- und Hallenbädern hat die RBG 2013 rund 150.000 Euro erwirtschaftet, da ist kein so großer Spielraum. Heintz: Bei denen machen wir ja auch nur das Management für die Stadtwerke. Hier können wir nur kleinere Sprünge machen. chilli: Wie die Minigolfanlage im Strandbad oder das geplante Beachvolleyballfeld im Haslacher Bad? Heintz: Ja, die Golfanlage ist sehr cool geworden. Damit, wie auch mit den neuen Aquacyclingangeboten oder Aquazumba, wollen wir ständig neues Publikum in die Bäder holen. Es geht ums Gesamtpaket: Ich kann baden, schwimmen, eine Runde Erlebnisminigolf spielen und hinterher was essen. Wir sind wieder am Punkt: Gemeinsam etwas Schönes erleben.

chilli: Ein Dauerthema in Freiburg ist das seit Jahren geschlossene Freibad im Westbad. Heintz: Das wäre sicher eine Bereicherung, aber das kostet viel Geld. Das muss die Stadt entscheiden. Wir nicht. chilli: Was macht Oliver Heintz, wenn er sich nicht um die Bäder kümmert? Heintz: Dann geht er tauchen, biken, macht Dinge mit der Familie. Am Wochenende nehmen wir ein Zelt, gehen auf den Campingplatz. Einfach draußen sein und genießen.

gute Nachrichten Rekord bei Ganter Interior

Der Waldkircher Ladenbauer und Inneneinrichter Ganter Interior hat im 20. Geschäftsjahr einen Rekord hingelegt: Der Umsatz der Ganter-Gruppe wuchs um rund 15 Prozent auf 126 Millionen Euro. „Als wir hier 1995 zu zweit anfingen, habe ich mal von 20 Millionen Euro geträumt“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Michael Ganter bei einer Führung durch die sehenswerten Geschäftsräume. Heute beschäftigt Ganter 353 Mitarbeiter. Das jüngste Geschäftsfeld sind teure Einrichtungen in luxuriösen Häusern.

Zuversicht bei Handwerkern

Zur Person Oliver heintz Der gelernte Sportphysiotherapeut, Sport- und Tourismusmanager und Europaökonom wurde im Mai 1967 in Neustadt/Weinstraße geboren. Er betreute von 1990 bis 2001 deutsche National- und die Atlanta-Olympiamannschaft (Rad, Rudern, Ski Nordisch), war von 1992 bis 1999 Abteilungsleiter Therapie und Sauna im Keidel, von 1999 bis 2001 Betriebsleiter der Cassiopeia-Therme in Badenweiler und arbeitete dann bis 2007 als Geschäftsführer, Kur- und Tourismusdirektor für die Balinea Thermen und die Bade- und Kurverwaltung GmbH in Bad Bellingen. In Bern konzipierte er die exlusivste Freizeitanlage der Schweiz und führte bis 2010 die Geschäfte am Bernaqua. Mit der aquabaselia eröffnete er dann die vielfältigste Wasserwelt der Schweiz. Und schließlich arbeitete er als Projektleiter für Andermatt Swiss Alps, eines der größten Tourismusprojekte Europas.

Trotz einer deutlichen Verunsicherung der Weltwirtschaft „kommt bei den Handwerkern im Kammerbezirk Freiburg keine Krisenstimmung auf“, so Johannes Burger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Freiburg (HWK). Das gehe aus der vierteljährlichen HWK-Konjunkturumfrage hervor. Demnach lag der Konjunkturindikator, der Saldo aus Geschäftslage und -erwartungen, im dritten Quartal mit +48,1 Zählern knapp unter dem Vorjahreswert. Den kommenden Monaten sieht das Handwerk optimistisch entgegen. 60,9 Prozent der Betriebe in der Region rechnen mit guten Geschäftserwartungen (Vorjahr: 65,1 Prozent); nur 9,0 Prozent gehen von einer negativen Geschäftsentwicklung aus (Vorjahr: 10,9 Prozent).

Leser wird Leiter

Martin Leser, derzeit Vizechef des Garten- und Tiefbauamts, wird neuer Leiter des Eigenbetriebs Friedhöfe. Die Wahl im Gemeinderat war einstimmig. Leser wird Anfang 2015 Nachfolger von Bernhard Keller, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht. bar Oktober 2014 CHILLI 21


KINO Filmtipp

Bilder aus der Hölle

Wim Wenders’ Hommage an Den

I Das Salz der Erde Eine Reise Mit Sebastião Salgado

Frankreich 2014 Regie: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado Mit: Sebastião Salgado u. a. Verleih: NFP Laufzeit: 109 Minuten Start: 30.10.2014

n einem schwach beleuchteten Raum sitzen zwei ältere Männer, betrachten Fotos und erinnern sich an Erlebnisse, die damit verbunden sind. Das ist nicht außergewöhnlich, hat etwas Beschauliches. Doch die Bilder, die sie anschauen und gleichzeitig großformatig auf die Kino-Leinwand projiziert werden, sind alles andere als das: Die kontrastreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen scheinen direkt aus der Hölle zu kommen. Ein lichterloh brennendes Ölfeld ist zu sehen, eine Frau, die mit letzter Kraft ihr zum Skelett abgemagertes totes Kind in den Armen hält, hass- und angstverzerrte Gesichter von Menschen, die im Begriff sind, zu töten und getötet zu werden. Bilder aus dem Golfkrieg, aus der Sahel-Zone, aus Ruanda. Einer der beiden Männer ist Sebastião Salgado. Er ist im Februar 70 Jahre alt geworden.

Und seit ziemlich genau 40 Jahren ist der Brasilianer als Fotojournalist in der ganzen Welt unterwegs: Mehr als sein halbes Leben. Seine Reisen führten ihn zu den Schreckensorten dieser Erde, zu den Menschen am unteren Ende der Gesellschaft. Und die dort entstandenen monumentalen Bildserien haben ihn berühmt gemacht. Denn sie enthüllen mehr über Hunger, Krieg, Völkermord, Ausbeutung und ökonomisch oder politisch erzwungene Migration als so manche wortreiche Reportage. Der andere Mann ist Wim Wenders, der fast gleichaltrige deutsche Filmemacher. Zusammen mit Sebastiãos Sohn Juliano Ribeiro Salgado hat er diesen Dokumentarfilm über das Leben des Ausnahmefotografen gedreht – er ist zu einer Verneigung vor seinem Lebenswerk geraten. Salgado spricht auch von seinem jüngsten Projekt. Genesis heißt es und zeigt den Planeten Erde in unberührtem, fast paradie-

Fotos: © Donata Wenders / NFP, Sebastião SALGADO / Amazonas images

Foto: © Juliano Ribeiro Salgado / NFP

Wenders & Salgado im Gespräch.

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KINO FILMTIPPS

und dem Paradies

Hirngespinster

Fotokünstler Sebastião Salgado sischem Zustand: Landschaften, Tiere, fast keine Menschen. Von dieser mörderischen Spezies habe er sich nämlich abgewandt, sagt er – insbesondere nach seinen Erlebnissen an den Stätten des Völkermords in Ruanda, im Jahr 1994. Denn seine Seele sei krank geworden angesichts dieser Massaker und der sich anschließenden Flüchtlingskatastrophe. Das einzige Gefühl, dessen er damals fähig gewesen sei: Dass „niemand, kein Mensch, es überhaupt verdient habe zu leben“. Man glaubt ihm – angesichts der Abbilder des Wahnsinns und des Grauens, die auf der Leinwand noch überwältigender wirken als in einem Bildband oder einer Galerie. Danach, erzählt er, habe er erst einmal Bäume gepflanzt. In Brasilien. Dort, wo aus wirtschaftlicher Gier Wälder gerodet worden waren; dort, wo er Jahre zuvor Menschen fotografiert hatte, die wie Ameisen in einer Goldmine schuften – ebenfalls aus Gier. Und dabei sei die GeSebastião Salgado fotografiert bei den Yali in Papua für sein Genesis-Projekt.

nesis-Idee entstanden. Dafür ist er wieder um die Welt gereist, acht Jahre lang. Um festzustellen, dass es noch Hoffnung gebe, dass die Erde „zu 46 Prozent noch im unerschlossenen Stadium des Schöpfungsbuchs Genesis“ sei. Die Bilder beweisen es – und muten denn auch ziemlich biblisch an. Und Salgado selbst fast wie ein Mahner, wie ein Prophet: Während er spricht, spiegelt sich sein Gesicht in den gerade gezeigten Fotografien, und sein kahler Kopf ist so beleuchtet, dass er von innen zu leuchten scheint. Die Bewunderung des Regisseurs Wenders für den Kamerakünstler Salgado ist unübersehbar. Sie kommt auch im Filmtitel zum Ausdruck: Salgado heißt salzig. Und dass Wenders ihn als einen der Menschen versteht, die die Welt gemäß des Auftrags aus der Bergpredigt als Salz der Erde vor dem Verderben bewahren, zeigt seine Hommage an den Fotografen: pathetisch, berührend, beeindruckend. Erika Weisser

Deutschland 2014 Regie: Christian Bach Mit: Tobias Moretti, Jonas Nay, Stephanie Japp u.a. Verleih: movienet Start: seit 9.10. im Kino

Goldfolie gegen Aliens Simons Vater ist schizophren. In stressigen Zeiten hat er Schübe von Verfolgungswahn, die ihn in völlig unsinnige Handlungen treiben. Darunter leidet auch seine ganze Familie, denn ihr zunehmend isoliertes Leben gestaltet sich völlig unberechenbar. Als der ehemals gefeierte Architekt in der Hoffnung auf einen Auftrag an einer Ausschreibung teilnimmt, wittert er allenthalben Außerirdische, die seine Pläne über nachbarliche Satellitenschüsseln ausspionieren wollen. Um sich gegen die zu schützen, greift er nicht nur zur Goldfolie, mit der er das Innere seines Hauses tapeziert, sondern auch zur Axt. Er kommt in die Psychiatrie, verweigert aber jede Therapie. Der 22-jährige Simon, der verzweifelt versucht hat, die Familie zusammenzuhalten, merkt, dass er seinen eigenen Weg finden muss. Auch wenn er seine kleine Schwester zurücklässt, um die er sich bisher liebevoll gekümmert und der er die Krankheit des Vaters sehr einfühlsam begreiflich gemacht hat. Überzeugende Darstellung von innerer Zerrissenheit. ewei


VERANSTALTUNGSKALENDER

Termine

Partys

Foto: © Sandra Ludewig/Music GmbH

XX 18.. 10.– XX.– XX. 16. 11. XX.

Ina Müller & Band Tour 2014 – am 14. 11. um 20 Uhr in der Rothaus Arena Freiburg

VERANSTALTUNGSKALENDER VERANSTALTUNGSKALENDER

Samstag

18.10.2014 Ausstellungen ‌Jeff Wall

‌ lte & neue Arbeiten, 18.10.-11.1. A Kunsthaus, Bregenz Info: www.kunsthaus-bregenz.at

‌Frontstadt

‌ renzüberschreitende Ausstellung über G den Ersten Weltkrieg, 26.7.-30.11. Museum für Stadtgeschichte, Freiburg Info: www.freiburg.de/museen

4‌ 0 Jahre Sammlung – 10 Jahre Museum ‌ ighlights der eigenen Sammlung, 12.7.-26.10. H Museum Frieder Burda, Baden-Baden Info: www.museum-frieder-burda.de

‌Vielfalt in Gemeinschaft

‌ usstellung des Quiltclubs Freiburg, A 19.9.-7.11. Carl-Schurz-Haus, Freiburg Info: www.carl-schurz-haus.de

‌Unterwegs in der Zeit der Karolinger ‌ er Adelhausener Tragaltar, 20.9.-28.1. D Augustinermuseum, Freiburg Info: www.freiburg.de/museen

32 CHILLI Oktober 2014

‌Getrennte Welten. Formen des Eigensinns

‌ er 1. Weltkrieg & die D Garnisonsstadt Müllheim

‌ unst in Ost & West vor der Wende, K 18.10.-21.6. Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach Info: www.museum-hurrle.de

i‌ m Rahmen eines trinationalen Netzwerks, 26.7.-11.1. Markgräfler Museum, Müllheim Info: www.markgraefler-museum.de

‌Krieg spielen

‌ rte Popular aus Lateinamerika, 18.10.-18.1. A Museum der Kulturen, Basel Info: www.mkb.ch

‌ unst & Propaganda vor dem 1. Weltkrieg, K 20.9.-1.3. Museum LA8, Baden-Baden Info: www.la8.de

‌China im Spiegel der Zeit ‌ unst aus 5 Jahrhunderten, 20.9.-1.3. K Kunsthalle Messmer, Riegel Info: www.kunsthallemessmer.de

‌Die Krawatte. Männer Macht Mode ‌ om Schlips bis zum Jabot, 19.9.-18.1. V Landesmuseum Zürich Info: www.nationalmuseum.ch

‌ eträumtes, Ersehntes, G Entschwundenes, nie Besessenes Z‌ eichnungen von Mirabelle Korfsmeier, 28.9.-26.10. Haus am Stockbrunnen, Merdingen Info: www.merdinger-kusntforum.de

‌Der Papageienkoffer

‌Antique & Art ‌ unst- & Antiquitäten K Verkaufsausstellung, 17.-19.10., 11-18 Uhr Halle 1, Messe Freiburg ★ 11 Uhr Info: www.messe-freiburg.de

‌Münster, Tore, Stadtlegenden ‌ nterhaltsamer Spaziergang durch die U Freiburger Altstadt Am Predigertor, Freiburg ★ 11 Uhr Info: www.historix-tours.de

‌Freiburger Herbstmess‘

Events

‌ paß für Groß & Klein, 17.-27.10. S Messe, Freiburg ★ 13 Uhr Info: www.freiburgermess.freiburg.de

‌Halloween ‌Schaurig-Schönes Spektakel für Groß & Klein, 27.9.-1.11. Europa-Park, Rust ★ 9 Uhr Info: www.europapark.de

‌25. Kulturwoche Staufen

3‌ 7. Internationale Mineralien- & Fossilienbörse Freiburg 1‌ 8.-19.10., 10-18 Uhr Halle 1, Messe Freiburg ★ 10 Uhr Info: www.messe-freiburg.de

‌ eutschland – Ein Wintermärchen D Stubenhaus am Marktplatz, Staufen ★ 16 Uhr Info: www.stadt-staufen.de/kultur/kulturwoche

‌45. Freiburger Presseball ‌ eiße Sohlen & tolle Shows H Konzerthaus, Freiburg ★ 19 Uhr Info: www.freiburger-presseball.de

‌Herbsthock ‌ euen Wein, Zwiebel- & Flammkuchen N genießen, 5.9.-25.10., 11-21 Uhr Alte Wache am Münsterplatz, Freiburg ★ 11 Uhr Info: www.alte-wache.com

‌SWR3 Comedy Live ‌ it Christoph Sonntag m Kurhaus, Baden-Baden ★ 20 Uhr Info: www.badenbadenevents.de

› Das volle Programm auf chilli-freiburg.de


VERANSTALTUNGSKALENDER ‌Horror Nights

‌Konzertinstallation I

T‌ auche in deinen eigenen Horrorfilm ein, 24.9.-1.11. Europa-Park, Rust ★ 20 Uhr Info: www.horror-nights.de

Chris Newman: Explanation Alte Molkerei, Donaueschingen ★ 14 Uhr bis 20 Uhr, Einlass stündlich Info: www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen

‌Wolf & Beuel

‌Konzertinstallation II

‌ lles Gute – Ein Jubiläumsprogramm A Salmen, Offenburg ★ 20 Uhr Info: www.kulturbuero.offenburg.de

F‌ rançois Sarhan: Zentral Park Reitturniergelände, Donaueschingen ★ 14 Uhr, bis 19 Uhr, Einlass stündlich Info: www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen

‌Ist das Politik, oder kann das weg? ‌ olitisches Erzähltheater von Anny Hartmann P Spiegelzelt, Staufen ★ 20 Uhr Info: www.stadt-staufen.de/kultur/kulturwoche

‌Internationale Evergreens ‌ its der 70er, 80er & 90er Jahre mit DJ H Markthalle, Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.markthalle-freiburg.de

‌JazzNight: Nigel Kennedy ‌ ach meets Kennedy B Festspielhaus, Baden-Baden ★ 19 Uhr Info: www.festspielhaus.de

‌Musiksprechen Lautkompositionen von J. A. Riedl u. a. Donauhalllen, Donaueschingen ★ 15 & 18 Uhr Info: www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen

‌Mein Gott, auf den ich traue J‌ ohn Sheppard Ensemble St. Bonifatius, Emmendingen ★ 19.30 Uhr Info: www.reservix.de

‌Mario Biondi ‌Soul/Jazz Jazzhaus, Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.jazzhaus.de

‌SWR2 NowJazz Session

‌Salamitaktik L‌ esung mit Ralf H. Dorweiler im Rahmen der Oberkircher Literaturtage Buchhandlung Bücherinsel, Oberkirch ★ 20 Uhr Info: www.oberkirch.de

‌ it Tobias Delius Sextett m Sporthalle der Gewerbeschule, Donaueschingen ★ 20 Uhr Info: www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen

‌Ohne erkennbare Mängel

‌James Blunt

Music

‌Hiob & Morlockk Dilemma

‌ ompetente Komik mit Helge & das Udo K Vorderhaus, Freiburg ★ 20.30 Uhr Info: www.vorderhaus.de

‌ eiko Enomoto, Lous Chaintreuil K & Hana Akiyama L‌ ieder & Kammermusik von Brahms, Debussy & Fauré Galerie depot.K, Freiburg Info: www.depot-k.com

‌Ensemblekonzert I ‌ hiyoko Szlavnics, Wolfgang Rihm & C Salvatore Sciarrino Donauhallen, Donaueschingen ★ 11 Uhr Info: www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen

‌Cher Richard!

‌ ommage zum 150. Geburtstag von H Richard Strauss Salle Paul Bastide, Straßburg ★ 11 Uhr Info: www.operanationaldurhin.eu

‌ oon Landing 2014 World Tour M Rothaus Arena, Messe Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.koko.de ‌Kapitalismus jetzt Schmitz Katze, Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.schmitz-katze.com

‌The G-men

‌Graceland

‌Hiss

‌Unverbesserlicher Rock‘n‘Roller mit Soul

‌ it ihrer neuen CD ‚Das Gesetz der Prärie‘ m Bürgerhaus Au, Dorfstr. 25 ★ 20 Uhr Info: www.reservix.de

ChaBah, Kanderner Bahnhof ★ 20.30 Uhr Info: www.chabah.de

‌Musikalische Hommage an Simon & Garfunkel KIK – Kultur in der Kaserne, Offenburg ★ 21 Uhr Info: www.kik-online.de

‌Miles Griffith & Tony Pancella Trio

Musical

‌Ungetrübter Vocal-Jazz-Genuss

‌Schöne neue Welt

‌Multicore goes Crash ‌ it Cycle Beating, Crossing Lines, Code m Red Organisation & Blindfall Crash, Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.crash-freiburg.de

Bird‘s Eye Jazz Club, Basel ★ 20.30 Uhr Info: www.birdseye.ch

‌Bouncin Bactum Boys

‌Rock&Roll BigBlock

‌Unberechenbarer Hardcore

‌Rockabilly Schlosskeller, Emmendingen ★ 20.30 Uhr Info: www.schlosskeller-emmendingen.de

Slow Club, Haslacher Str. 25, Freiburg ★ 21 Uhr Info: www.slowclub-freiburg.de

‌ usical nach dem Roman von Aldous Huxley M Freie Waldorfschule, FR-Wiehre ★ 20 Uhr Info: www.waldorfschule-freiburg.de

‌Zartbitter

‌Die Schokoladen-Revue Musiktheater im E-Werk, Freiburg ★ 20 Uhr Info: www.privattheaterfestival.de

Foto: © Frank Eidel

Foto: © Promo

Foto: © Wolfgang Grabherr

Ball

Freiburger Presseball Konzerthaus, Freiburg | Sa., 18.10., 20 Uhr | Info: www.freiburger-presseball.de

Freiburg tanzt Der Freiburger Presseball ist mittlerweile nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender der Stadt wegzudenken. Die 45. Auflage steht unter dem Motto „Freiburg tanzt“. Dass auch jeder die dafür passende Musik findet, dafür sorgen das Orchester Fink und Steinbach im Rolf-BöhmeSaal, die Jim Rockford Band im Foyer und DJ Raimund Flöck in der Geldermann-Lounge.

› Noch mehr Termine auf chilli-freiburg.de

Auch in den Tanzpausen ist für Unterhaltung gesorgt: Der Kabarettist Jess Jochimsen gibt Satirisches zum Besten, das argentinische Duo Laos zeigen eine Hand-auf-Hand-Akrobatik und der Artist Paul Herzfeld begeistert mit Figuren am chinesischen Mast. Durch das Programm führt der Kabarettist und Moderator Florian Schroeder. oktober 2014 CHILLI 33


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Dies war eine Leseprobe der Oktober-Ausgabe 2014.

Sie haben lust auf mehr? Das komplette Heft ist unter abo@chilli-online.de oder im Handel erh채ltlich.


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