Themenheft
Karriere &CAMPUs
April 2016 Ausgabe Nr. 26 gratis
4. / 5. Juni
H O R I ZO N Bildungsmesse in Freiburg
Einsteigen Journalistisches Grundwissen in chilli-BOK-Kursen
Durchstarten Karrierechancen ohne Abitur mit dualer Ausbildung
messe bildung
HORIZON
Bildungsmesse in Freiburg
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Foto © © SCOPE Messestrategie GmbH
enn am ersten Juni-Wochenende die Bildungsmesse stattfindet, haben die meisten Abiturienten ihren Abschluss so gut wie in der Tasche. Wie es danach weitergeht, wissen allerdings die wenigsten. Speziell für Abiturienten und Schüler der gymnasialen Oberstufe konzipiert, soll keine Frage der jungen Besucher nach dem Messebesuch offen bleiben. Ob Studium, duales Studium, Ausbildung oder erst einmal orientieren: Vor Ort kann man sich direkt bei den Ausstellern in persönlichen Gesprächen informieren. »Die Messe findet bewusst am Wochenende statt, da wir auf eine freiwillige Teilnahme Wert legen und es so zu keiner Überschneidung mit dem Schulunterricht kommt«, so die Veranstalterin Anette Petzoldt. Die HORIZON Freiburg lockt jedes Jahr tausende interessierte Besucher an und gastiert dieses Jahr bereits zum siebten Mal in der Messe Freiburg. Die beliebte Stadt im Breisgau ist Anziehungspunkt für junge Menschen
sa. & so.
4 ./5.6.2016 r
10 – 16 Uh
iburg
Messe Fre
i Eintritt fre
aus ganz Deutschland. Der Studienstandort überzeugt vor allem durch sein traditionelles Renommee, das breit gefächerte Studienangebot der zahlreichen Hochschulen und die Qualität der Forschung. Neben den Hochschulen aus der Region werden auch Aussteller aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland vor Ort sein, um über ihr Angebot zu informieren. Ergänzt wird die Bildungsmesse von einem umfangreichen Rahmenprogramm. In Vorträgen und Expertentalks wird unter anderem erklärt, wie man ein Studium finanziert, es gibt ein Special zum Thema Stipendium, Firmen gewähren Einblick in ihr Unternehmen und Studierende berichten von ihren Auslandsaufenthalten. Darüber hinaus gibt es kostenlose Workshops zu Themen wie Zeit- oder Stressmanagement und allgemeine Berufsorientierung nach dem Abitur. mm
Info:
HORIZON, Messe Freiburg Sa./So., 4./5. Juni. Von 10 – 16 Uhr, Eintritt frei
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seminar journalismus
Türöffner für Texter
BOK-Kurs des Stadtmagazins chilli geht in die elfte Runde
Überzeugt: Vom einstigen chilli-BOK-Kurs profitieren Steve Przybilla, Saskia Schuh und Julia Angstenberger heute noch.
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ars Bargmann, Chefredakteur des Freiburger Stadtmagazins chilli, leitete 2006 den ersten chilli-BOK-Kurs »Einführung in den Magazinjournalismus«. »Ich hatte sehr motivierte Teilnehmer, die aber von Journalismus noch wenig Ahnung hatten. Nur eins wollten sie alle: Geschichten schreiben. Am Ende hatten wir etwa eine Reportage über die unterirdische Universität (also unter Straßenniveau), eine Hintergrundgeschichte über den Frequenzkrieg zwischen den freien Radios oder ein Portrait des legendären Physik-Professors Volker Schmidt«, erinnert sich Bargmann.
rem für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung, Spiegel online und regionale Medien wie das chilli. Er erinnert sich gut an den Kurs: »Meine erste Aufgabe: Schreibe eine Reportage über die Mensa – und interviewe dabei einen Salatkopf.« Noch heute denkt er an das »Interview« zurück, wenn ihm zu einem Thema partout kein Zugang einfallen will: »Einfach mal querdenken, chillig eben!«, sagt Przybilla. Auch Saskia Schuh machte einst den chilli-BOK-Kurs: »Mir hat gefallen, dass der sehr praxisorientiert war. Wir haben Interviews und Umfragen geführt oder waren für eine Reportage unterwegs. Das wurden tolle Arbeitsproben für die spätere Volontariats-Bewerbung.« Nach dem Kurs schrieb die 31-Jährige als freie Mitarbeiterin fürs chilli. Mittlerweile arbeitet Saskia Schuh als Redakteurin beim Freiburger Wochenbericht. Auch für Julia Angstenberger hat sich die Teilnahme gelohnt. Die 30-Jährige ist heute Communications Manager am UWC Robert Bosch College in Freiburg. »Das chilli lag an der Uni aus. Ich habe es öfters gekauft und fand den Stil und die Geschichten spannend.« Das Seminar fand sie vielseitig und kreativ. »›Hands-on‹ ist vielleicht der Begriff, der mir am besten dazu einfällt. Als Teilnehmer lernte man schnell, Eigeninitiative zu entwickeln, dazu gab es konstruktives Feedback«, sagt Angstenberger.
Fotos © Iris Rothe, KS-Fotoatelier, privat
Interview mit einem Salatkopf
Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es das Angebot in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) der Uni Freiburg. Es besteht aus zwei Kursen: »Einführung in den Magazinjournalismus« und darauf aufbauend »Magazinjournalismus in der Praxis«. Die Teilnehmer lernen journalistische Grundtechniken, finden Themen, recherchieren und verfassen Magazinbeiträge. Diese werden in einer chilli-Sonderbeilage veröffentlicht. So manchem ebnete der BOK-Kurs den Weg zum Beruf des Journalisten. Zum Beispiel Steve Przybilla. Der 30-Jährige war Teilnehmer des ersten chilli-BOK-Kurses. Heute arbeitet er als freier Journalist unter ande-
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journalismus seminar
Foto © Till Neumann
»Aus Dankbarkeit«
Foto © privat
Kabarettist und chilliKolumnist Florian Schroeder
So habe man im Kurs viel über Freiburg gelernt, auch Dinge, die sonst vielleicht nicht aufgefallen wären. Es entstanden Kontakte zu Journalisten und Personen aus dem Pressebereich. Davon profitiert sie noch heute am Freiburger United World College. »So sitze ich zwar nun auf der anderen Seite, im Bereich PR, doch profitiere nach wie vor von den erlernten Fähigkeiten.« Das chilli liest sie immer noch gerne. Das Zentrum für Schlüsselqualifikationen schätzt die Kooperation: »Magazinjournalismus ist Infotain-
ment pur«, betont Wolfgang Krause, Leiter des Fachbereichs Medien. »Wie werden aus Meldungen Reportagen, Berichte und HintergrundStorys? Hier erlernen Studierende die Grundlagen unterhaltender Informationsvermittlung und produzieren selber mit.« Davon profitierten nicht nur am Journalismus Interessierte, sondern alle, die eigene Inhalte interessant präsentieren wollen. Eine heute in vielen Berufen geforderte Medienkompetenz.
Till Neumann
Anmeldung BOK-Kurs Der BOK-Kurs »Einführung in den Magazinjournalismus am Beispiel des Freiburger Stadtmagazins chilli« findet im Juni statt. chilliVerlagsleiterin Michaela Moser und chilli-Redakteur Till Neu-
mann, der selbst erste journalistische Erfahrungen bei BOK-Kursen der Uni Freiburg sammelte, leiten den Kurs. Studierende können sich beim ZfS anmelden.
www.chilli-freiburg.de | www.zfs.uni-freiburg.de
»Schöner Erfolg« Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer
Foto © Silvia Gehrke
Durchstarten: Im Juni bietet das chilli wieder ein Seminar zu Magazinjournalismus an.
»Ich schreibe fürs chilli aus Dankbarkeit, weil meine Medienkarriere in Freiburg begonnen hat. Wo wäre ich ohne das Patientenradio der Uniklinik, wo ich den sowieso schon geplagten Patienten AC/DC vorspielte, weil ich die Roy Black CD versteckt hatte und leider vergessen hatte, wo?«
»Der Erwerb von praxisorientierten Kompetenzen im Medienbereich ist ein Schwerpunkt im Angebot des Zentrums für Schlüsselqualifikationen der Universität Freiburg. Die Studierenden schätzen und nutzen diese Möglichkeit. Wesentlicher Bestandteil des Kompetenzerwerbs im Medienbereich ist das Angebot des Freiburger Stadtmagazins chilli, das nun schon seit zehn Jahren unser Programm in besonderer Weise bereichert. Besonders freut es mich, dass viele Teilnehmer von einst inzwischen Berufe im Medienbereich ausüben. Das ist ein schöner Erfolg.«
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Uni Freiburg Unter Tage
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as Unsichtbare sehen – Jürgen Steck von der Uni Freiburg kann das täglich. Das chilli hat ihn durch die unterirdischen Teile der Uni begleitet. Durch den giftigsten, kühlsten, nassesten und kleinsten Keller. Seine Freunde nennen Steck »U-Boot-Kapitän«. Bäume, Wiesen und Felsbrocken zieren den Geologischen Garten im Institutsviertel der Uni Freiburg. Weniger beschaulich geht’s darunter zu: Rund 20 Tonnen ätzende, brennende oder giftige Stoffe lagern unter der Albertstraße. Das Zentrale Sammellager der Uni. Explosionsgeschützt, luftüberwacht und voller Totenköpfe. Willkommen im gefährlichsten Keller der Uni.
Kaum einer kennt sich dort besser aus als Jürgen Steck, Leiter der Stabsstelle Umweltschutz der Uni Freiburg. Der 57-jährige Chemiker hat die abendliche Führung wochenlang vorbereitet. Das Sammellager ist um diese Uhrzeit außer Betrieb, sonst wäre eine Begehung unmöglich. Elektrische Geräte wie Handys, Herzschrittmacher oder Kameras sind eigentlich verboten – Funken könnten Lösemitteldämpfe entzünden. Ein Brand könnte schlimme Folgen haben. Seit Inbetriebnahme im Jahr 2001 gab es nicht einen Zwischenfall. »Da sind wir unheimlich stolz darauf«, sagt Steck.
Treten Dämpfe aus, schlagen zwei Infrarotdetektoren Alarm. »75 Dezibel, da bleibt keiner freiwillig«, sagt der Giftexperte. Für den Notfall gibt es eine CO2-Löschanlage, die im Brandfall den Raum mit Kohlenstoffdioxid flutet, um dem Feuer den Sauerstoff zu nehmen. Gearbeitet wird in Schutzanzügen, in denen Steck und seine Kollegen aussehen wie »Marsmenschen«. Sogar der Staubsauger ist explosionsgeschützt. Alle Sonderabfälle der Uni, Uniklinik und anderer Landeseinrichtungen lagern unter der Alberstraße 23. Zum Beispiel Ethanol, Natronlauge oder Salzsäure. Hauptlieferanten sind Pharmazie, Biologie und Medizin. Bis zu 75 Tonnen haben dort Platz. Die zentrale Lage ist kein Zufall: »60 Prozent der Abfälle werden zu Fuß angeliefert. Wäre das Lager außerhalb, hätten wir jeden Tag Gefahrguttransporte durch die Stadt«, erklärt Steck.
Im Reich des »U-Boot-Kapitäns«
Fotos © Till Neumann
Unter der Uni verbergen sich spektakuläre Keller
Verborgen: Jürgen Steck, Leiter der Stabsstelle Umweltschutz der Uni Freiburg, führt durch die unterirdischen Anlagen. 20 Tonnen gefährliche Stoffe lagern dort.
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Unter Tage Uni Freiburg 5
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Mehr als 100 Tonnen Giftstoffe im Jahr füllen Steck und seine neun Kollegen um. So schonen sie Kanister und Budget – knapp 100.000 Euro seien dadurch 2015 eingespart worden, sagt Steck. Die Stoffe werden bestmöglich recycelt. Falls sich jemand beim Umfüllen kontaminiert, gibt es in jedem der etwa zehn Räume Augen- und Körperduschen. »Im Notfall ist Wasser das Beste«, sagt Steck und stellt einen der Kanister mit Totenkopf-Symbol wieder ins Regal. Freunde nennen ihn »U-Boot-Kapitän«. Wer hier arbeitet, ist von der Außenwelt abgeschottet. Nur wenige Meter weiter geht’s in den verstecktesten Keller des Geländes. Unter dem Zentrum für Neurowissenschaften liegt ein ehemaliger Atomschutzbunker aus Zeiten des Kalten Krieges. Vier Personen hatten dort für eine Woche Platz. »Welche vier? Der Rektor und seine Familie?«, fragt Steck, der die heikle Frage selbst nicht beantworten kann. Mit einer gigantischen Kurbel hätte man im Ernstfall alle 30 Minuten frische Luft in den Bunker leiten können. Hinter der dicken Stahltüre standen einst Tisch, Stühle und Feldbetten, zudem gab’s ein Plumpsklo. Seit 15 Jahren ist der Bunker außer Betrieb. Heute ist dort der Internetknotenpunkt des Rechenzentrums. Kühl und sicher. Was einst als Zuflucht im Falle eines Atomangriffs diente, soll heute den digitalen Supergau verhindern. Keine Daten, sondern Laborabwasser laufen in die Neutralisationsanlage des Institutsviertels. Bis zu 200.000 Liter in der Stunde werden dort auf einen neutralen PHWert gebracht. Dann fließen sie ins reguläre Abwassersystem. Die meisten Laborabwasser kommen aus der chemischen Fakultät. Die Anlage aus den 70er-Jahren funktioniere einwandfrei, sagt Steck. Mit Wasser hat auch der kühlste Keller im Institutsviertel zu tun. Über eine verborgene Treppe geht’s in den 250 Meter langen Infrastrukturversorgungskanal. Optisch könnte der kreisrunde Tunnel locker für einen James-Bond-Dreh herhalten. Selbst Steck ist nicht mit allen Abzweigungen vertraut. Wo 007 einen kühlen Kopf bewahren müsste, verläuft heute unter anderem ein Kühlwasserkreislauf. Mit kaltem Wasser werden zum Beispiel das Rechenzentrum und die Kristallographie auf Temperatur gehalten. Jedes Gebäude einzeln zu kühlen, wäre viel teurer, sagt Steck. Aus zwei Brunnen können für den Kühlkreislauf jährlich bis zu 720.000 Kubikmeter Wasser entnommen und über einen Schluckbrunnen wieder zurückgegeben werden. »Wir wollen für alle Wissenschaftler optimale Bedingungen schaffen«, betont Steck. Damit oben alles klargeht, zieht der »U-Boot-Kapitän« die Fäden da, wo es keiner sieht: unter der Erde. Till Neumann Eine Bildergalerie gibt’s auf: www.bit.ly/uni_keller
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uni freiburg übersinnliches
Ghostguides
Freiburger Studenten entwickeln virtuellen Stadtrundgang zu Freiburgs okkulten Orten
Freiburg als »Locus Occultus«: Zum großen Interesse am Übersinnlichen haben auch Auftritte wie der des Hellsehers Fred Marion (rechts) beigetragen.
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as haben das Dorf Deia auf Mallorca, die Vulkaninsel Stromboli und Freiburg gemein? Glaubt man der Legende, so hat einst ein hinduistischer Guru diese drei Orte als besonders spirituell identifiziert. In zwei Seminaren an der Uni Freiburg hat die Historikerin Anna Lux gemeinsam mit Kollegen und Studenten untersucht, wie übersinnlich Freiburg tatsächlich ist. Ein virtueller Stadtrundgang führt nun zu den Schauplätzen von Spuk, Hellseherei oder Astrologie.
Menschen mit Einkaufstüten in der Hand hasten vorbei, ein Kind patscht mit den Händen im Bächle, ein Obdachloser bittet um eine Spende – in Freiburgs Kaiser-Joseph-Straße vor dem Breuninger ist nichts davon zu spüren, dass genau hier ein okkulter Ort sein soll. Das zeigt jedoch der Online-Stadtplan »okkultesfreiburg.de« an. Wer die Augen schließt und dem Podcast lauscht, kann sich 85 Jahre in die Vergangenheit versetzen lassen, zu einer Vorstellung des Hellsehers Fred Marion. Im Publikum sitzt auch ein
Freiburger Nervenarzt und ist so fasziniert, dass er Marion bittet, sich von ihm untersuchen zu lassen. Am Abend des 27. März versammeln sich nicht weniger als 160 Ärzte für Tests aller Art. Sie sind nicht die einzigen, die sich in Freiburg für das Thema Okkultismus begeistern lassen. Der Magnetiseur Carl Hansen lässt nach seinem Auftritt 1880 ein wahres HansenFieber aufkommen, Uri Geller sorgt 1974 dafür, dass sich bei Freiburgern reihenweise das Besteck verbiegt und stehengebliebene Uhren wie5
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übersinnliches Uni Freiburg 5
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der laufen, und sogar die Polizei greift in den 1920ern auf Dienste von Hellsehern zurück. 27 Orte können bei dem Stadtrundgang erkundet werden – von der okkulten Ballettschule bis hin zur Geheimgesellschaft der Freimaurer, von Spuk über Astrologie bis zur Esoterik. »Wir haben ein großes Spektrum des Okkulten abgedeckt«, erzählt Lux. Dabei gebe es noch einiges mehr, das man hätte mit aufnehmen können. Weitere Beiträge finden sich daher in dem Buch »Okkultes Freiburg«, das im vergangenen Oktober erschienen ist.* Freiburg ist offenbar ein wahrer »Locus Occultus« mit einer hohen Dichte an okkulten Angeboten und Anbietern: Für jede Epoche der vergangenen 140 Jahre fanden die Studenten Beispiele dafür, dass sich Personen mit übersinnlichen Fragen beschäftigt haben. Die okkulte Dichte begründet Lux unter anderem mit der Freiburger Sozialstruktur Ende des 19. Jahrhunderts. Die reizvolle Lage, das milde Klima und der Verzicht auf Schwerindustrie zog eine gut betuchte und gebildete Bevölkerungsschicht an, die sich für Übersinnliches interessierte und auch die Mittel hatte, okkulte und esoterische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Faszination für das Übersinnliche ist bis heute ungebrochen und wird vor allem für Stadtführungen gerne genutzt. »Grusel kommt super an – von Waldgeistern bis zu Legenden von Kutschen, die vom Weg abkommen«, weiß Historix-Gründerin Nicola Aly, die Führungen wie »Giftmord, Luder, Hexenhammer« oder »Rache, Geister, Erzrivalen« anbietet. Auch die Autoren Astrid Fritz und Bernhard Till schicken die Freiburger auf den Pfaden der Sagen und Legenden durch die Stadt. Der etwas andere Stadtführer »Unbekanntes Freiburg« – 2015 im Rombach Verlag erschienen – führt etwa in die Konviktstraße, wo Freiburgs erste Hexe lebte, zu einer ehemaligen Apotheke, in der angeblich Menschenfleisch verkauft wurde oder zu einem betenden Teufel am Münster. Dass sich das Übersinnliche bei näherer Betrachtung oft genug als Humbug herausstellt, tut der Faszination dabei keinen Abbruch. So hatte auch der Hellseher Fred Marion die Tests der Ärzte nicht bestanden: Bei ihm konnten keinerlei hellseherische Fähigkeiten festgestellt werden. Doch die Freiburger bekamen davon nichts mit – die Ergebnisse blieben unveröffentlicht. Freiburg blieb ein »Locus Occultus«. Tanja Bruckert *herausgegeben von Günther Klugermann, Anna Lux und Uwe Schellinger. Bildquellen: 1. Geliebte alte Stadt. Bilder aus Freiburg, Freiburg 1971 (Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Sammlung Leif Geiges) 2. aus: Marion, Frederick: In My Mind’s Eye, London 1949
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uni Freiburg neue perspektiven
Angesagt: Die UB ist seit bald einem Jahr in Betrieb. Das schicke Gebäude lockt nicht nur Studenten an. Freie Plätze sind rar.
Mit Parkuhr im Rohdiamanten chilli-check: Ein Tag in der neuen Freiburger UB
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Fotos © Sandra Meyndt, Neithard Schleier, Kathrin Eyer
eit Juni ist Freiburgs neue Unibibliothek in Betrieb. Manche feiern das futuristische Gebäude als Schwarzen Diamanten, andere beklagen sich über fehlende Sitzplätze und langsames Internet. chilli-Autorin Kathrin Eyer hat den Stern am Architekturhimmel auf Herz und Nieren getestet. Ein grauer Sonntagmorgen in der Hauptprüfungsphase. Auf dem Vorplatz der neuen UB reihen sich Hunderte Fahrräder um den Glastempel. Der große Fahrradkeller mit 400 trockenen und sicheren Plätzen ist dagegen gähnend leer. Offenbar weiß kaum einer, dass es ihn gibt. Im großzügigen Foyer muss man sich entscheiden: Der rechte UB-Flügel bietet Genuss, Gesellschaft und Komfort. Hier lockt das Cafe Libresso – sieben Tage die Woche. Auch bei Tagestouristen ist der erschwingliche FairtradeKaffee beliebt. Unter die Studenten mischen sich hin und wieder Grauhaarige in Wanderschuhen. Über dem Café thront auf fünf Etagen das Parlatorium, wo an großen Gruppentischen laut geredet werden darf. Mit Glück lässt sich auch ein Vitra-Design-Sessel (Stückpreis 5000 Euro) direkt am Fenster ergattern. Der linke Flügel bietet Lesesäle zum stillen Arbeiten. Obwohl es noch nicht mal neun Uhr ist, sind alle Sitze belegt. 1700 Plätze hat die UB, zu wenig für derzeit 25.000 Studenten der Uni, von denen viele in den Lerntempel strömen. Zumal sogar Studenten aus Basel und Offenburg sowie Schüler und Azubis die hippe UB nutzen. Für die Prüfungsphase wurden 100 zusätzliche Tische angeschafft. Ein netter Versuch. Die zweite Maßnahme gegen das Platzproblem: die rote Parkuhr. Wer länger als
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eine Stunde seinen Arbeitsplatz verlässt, darf nun zur Seite geschoben werden. Was an manch anderen Unis gängige Praxis ist, wurde schnell positiv angenommen. Die UB ist zu klein und zu voll, so das Urteil der meisten Studis. Was viele nicht wissen: Der Neubau bietet im Vergleich zum Vorgänger von 1978 sogar 400 Arbeitsplätze mehr. Auch auf Nachhaltigkeit setzt die UB: Strom aus Solarzellen, warmes Wasser vom Dach und Kühlung mit Grundwasser. So sollen im Gegensatz zur alten UB pro Jahr 700.000 Euro Energiekosten eingespart werden. Ich habe Glück. In den vollen Reihen im dritten Obergeschoss ergattere ich einen Platz. Rechts ein Jurist, links ein Historiker. So packe ich zwischen Gesetzestexten und historischen Dokumenten meine Sachen aus. Schick sind die breiten Gänge zwischen den Bücherregalen, das riesige offene Treppenhaus auch. Dass man die Hautporen seines Gegenübers zählen kann, ist nicht so schick. Trotz der Offenheit des Gebäudes fühlt man sich hier beengt. Das YouTube-Video auf dem Laptop meines Nebensitzers stockt. Als High-Speed proklamiert, entpuppt sich das UB-Wlan als Enttäuschung. Wer per Handy Hilfe holen will, hat Pech: kein Handyempfang. Dafür ist die Bibliothek sieben Tage die Woche 24 Stunden geöffnet. Alle Nutzer ohne Studiausweis müssen um 22 Uhr gehen. Als ich aufbreche, ist es 21 Uhr. Draußen stürmt es, ein Drittel der Fahrräder ist umgefallen. Stand man früher an einer vierspurigen Straße, kann man jetzt autofrei über schwarzen Basalt schlendern. Der schwarze Klotz ist hell erleuchtet. Wie ein geschliffener Rohdiamant soll er aussehen. Und wer hat’s erfunden? Ein Schweizer. Kathrin Eyer
Physiotherapie studium
Studium statt Ausbildung
Studiengang Physiotherapie an der Hochschule Furtwangen
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Foto © Hochschule Furtwangen
gal, ob am Schreibtisch, vor dem Computer oder im Auto: Die meisten Menschen verbringen zu viel Zeit im Sitzen. Der Bewegungsmangel ist einer der Faktoren, der die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern in der Physiotherapie stetig steigen lässt. Darauf hat die Hochschule Furtwangen reagiert und bietet ab dem Wintersemester 2016/17 in Kooperation mit den Gesundheitsschulen Südwest den Studiengang Physiotherapie an. Das Studium vereint sowohl die berufspraktische Ausbildung als auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit therapeutischen Methoden und deren Weiterentwicklung. So erwerben die Studenten Fachwissen mit Bezug zur täglichen Praxis eines Physiotherapeuten, so dass sie
nach ihrem Bachelor-Abschluss physiotherapeutische Behandlungsmethoden, Techniken und Fertigkeiten ausüben können. Zudem sind sie in der Lage, diese auch wissenschaftlich zu betrachten und zu hinterfragen. Am Ende des Studiums stehen die staatliche Abschlussprüfung und die Berufszulassung als Physiotherapeut. Der Studiengang Physiotherapie ist in Deutschland noch recht neu:
Meist wird der Beruf als dreijährige Ausbildung angeboten. Die Hochschule Furtwangen ist eine der ersten staatlichen Hochschulen, die den Schritt zur Akademisierung dieses Berufs vollzieht. Dabei ist eine akademische Ausbildung etwa in der Schweiz und in Frankreich bereits Voraussetzung für den Fachberuf Physiotherapie. Die Berufsaussichten sind sehr gut, da derzeit ein erheblicher Fachkräftemangel herrscht. Und auch der praktische Teil kommt nicht zu kurz: Alle vorgeschriebenen Ausbildungseinsätze von 1600 Stunden sind in das Studium integriert. Die praktischen Studienphasen können zum Teil auch im Ausland wie der Schweiz, Frankreich oder Großbritannien absolviert werden. tbr
Info: www.hs-furtwangen.de
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Ausbildung Hilfe
»Ich war total planlos«
Michael und Lukas waren auf dem Abstellgleis Hilfsprogramm »Begleitete Ausbildung« bringt sie in die Spur
Gefordert: Michael hat zwei Ausbildungen als Hotelfachmann abgebrochen. Lukas macht eine Ausbildung zum Logistiker.
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Fotos © clipdealer.de
angzeitarbeitslose Jugendliche sind schwer zu vermitteln. Doch es kann klappen, wie das Freiburger Projekt »Begleitete Ausbildung« zeigt. Es hat im vergangenen Jahr 16 junge Menschen bei der Stellensuche unterstützt. Zwei von ihnen berichten dem chilli vom steinigen Pfad ins Berufsleben. Ihr Förderer ist nun insolvent. Michael (*) hat alles im Griff. Freundliches Lächeln, klare Sprache, sicheres Auftreten. Das war früher anders: »Ich stand mir immer selbst im Weg«, sagt der 21-Jährige. Seit einigen Monaten macht er eine Ausbildung in Freiburg. Der Weg dahin war holprig. »Meine Eltern waren wahnsinnig streng. Sie waren schon bei einer Zwei in Klassenarbeiten unzufrieden. Ich habe dann aus Trotz nicht gelernt«, sagt Michael. Stress habe es oft gegeben. 2011 schloss der verunsicherte junge Mann die Realschule ab, entschied sich für eine Ausbildung als Hotelfachmann.
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Der Job hat ihm Spaß gemacht, nicht aber die Arbeitszeiten. Er habe manchmal bis nachts um zwei Uhr gearbeitet, auch an Sonn- und Feiertagen musste er ran: »Ich hatte in dem Jahr zwei freie Sonntage.« So verlor Michael den Kontakt zu Freunden, hatte Zoff mit den Eltern, rauchte und trank. Nach einem Jahr
Nach 14 Tagen schmeißt er hin schmiss er die Ausbildung und zog zu seinem Vater. Dort begann er erneut eine Ausbildung als Hotelfachmann. Im Rückblick ein Fehler. Schon nach zwei Wochen brach er ab. »Wieder hat mir der Job Spaß gemacht, aber ich habe mich nicht richtig wohl gefühlt«, sagt er und schenkt Kaffee nach. Ein Jahr ging er aufs Berufskolleg, ein Jahr arbeitete er als Ein-Euro-Jobber in einem Möbelladen. Die Freizeit verbrachte er vor allem vorm PC – zwei Jahre lang. Er trieb keinen Sport,
hatte Handyschulden, ignorierte Abmahnungen vom Jobcenter. »Ich war total planlos«, sagt Michael. Ein paar Monate war er ohne Arbeit, bis ihm das Jobcenter vorschlug, bei der »Begleiteten Ausbildung« mitzumachen. Das Freiburger Projekt von Handwerkskammer, Stadt und Arbeitsagentur bot ihm konkrete Hilfe bei der Stellensuche. Michaela Rotermund-Kaplan von der Fördergesellschaft Handwerk (Föge), einer Tochterfirma der Handwerkskammer, betreute ihn. »Für mich war es wichtig, hier zu sein. Die Hilfestellung war gut«, sagt Michael beim Gespräch mit Rotermund-Kaplan und dem chilli. Er hat jetzt eine Ausbildung, Ziele, einen Lebensrhythmus. Ganz so rosig sieht es bei Lukas* nicht aus. Der 23-Jährige fühlte sich bei der Föge zwar bestens aufgehoben, hat aber trotz der Unterstützung noch keinen festen Ausbildungsplatz. Derzeit macht er eine sechsmonatige Qualifizierungsmaßnahme zum Citylogistiker. Ein erster Schritt.
Hilfe Ausbildung 5
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Bis Juli besuchte Lukas »quasi alle Hilfsmaßnahmen, die es in Freiburg gibt«, wie er erzählt. Doch er überwarf sich mit den Verantwortlichen, bekam sogar Hausverbot. »Ich bin ein netter Mensch, aber ich sage, was ich denke«, sagt der Kappenträger. Im Sommer kam er zur »Begleiteten Ausbildung«. Bei der Föge fühlte er sich zum ersten Mal richtig unterstützt. Lukas ist Sinti, sein Nachname Reinhardt. Der ist in Freiburg bekannt. Und den macht er mitverantwortlich für die erfolglose Stellensuche. Ein Kollege mit ähnlichem
sie fragen ihn, ob er Drogen nimmt Zeugnis habe sich wie er einmal für eine Stelle beworben. »Er wurde eingestellt, ich nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen«, sagt Lukas. Dank der Föge hatte er vor einigen Monaten nun doch ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung als Fachlagerist. »Sie wollten wissen, ob ich Drogen nehme und kriminell bin«, erzählt Lukas und macht wieder seinen Nachnamen dafür verantwortlich. Eingestellt wurde er trotzdem. Zweimal war er in den ersten Wochen krank, einmal fehlte er unentschuldigt, für die Arbeitgeber zu viel des Guten. Nach einem Monat feuerten sie ihn. »Biografie und Nachname haben wohl nicht gepasst«, sagt Rotermund-Kaplan dazu. Nach mittlerweile mehr also 100 Bewerbungen macht Lukas jetzt die Qualifizierung zum Logistiker. Seine Betreuerin ist optimistisch, die Prognose sei gut. Lukas zweifelt dennoch: »Viele sagen, jeder könne Arbeit finden. Das ist nicht so.« Die Vorurteile, mit denen Menschen wie er zu kämpfen hätten, seien zu groß. Till Neumann *Namen von der Redaktion geändert
Begleitete Ausbildung und Insolvenz Info Das Hilfsprojekt »Begleitete Ausbildung« von Handwerkskammer, Stadt Freiburg und Arbeitsagentur hat 16 junge Menschen beim Übergang von Schule zur Ausbildung unterstützt. 3000 Euro standen für jeden Teilnehmer zur Verfügung. Die Umsetzung lag in Händen der Fördergesellschaft Handwerk. Sie hat vier von 16 Teilnehmern in eine Ausbildung vermittelt. Das Projekt lief bis Dezember, bis Ende März wurden die Teilnehmer nachbetreut. Zum 1. April hat die verschuldete Fördergesellschaft Handwerk (Föge) ihren Betrieb eingestellt, 70 Mitarbeiter haben ihren Job verloren. Darunter auch Michaela Rotermund-Kaplan.
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ausbildung fotoservice Anzeige
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Hightech mit Herz
Foto: © CEWE Stiftung & Co. KGaA
CEWE Stiftung & Co. KGaA bildet aus
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ie Fotobücher von CEWE sind vielen ein Begriff. Was aber die wenigsten wissen: CEWE ist Europas führender Fotoservice mit 3200 Mitarbeitern in zwölf Produktionsstätten in 24 europäischen Ländern. Einer dieser Standorte ist im Gewerbepark Breisgau in Eschbach bei Freiburg. Hier werden verschiedene Ausbildungsberufe und Praktika angeboten. Das Geschäft von CEWE umfasst die drei Bereiche Fotofinishing, Online-Druck und Handel. Dementsprechend breit gefächert sind auch die Ausbildungs- und Stellenangebote. Eine Ausbildung als Fachinformatiker ist hier ebenso möglich wie als Mediengestalter, Medientechnologe oder in der Verwaltung. Und auch Berufserfahrene sowie Saisonkräfte sind bei CEWE gerne gesehen. Als Hightech-Unternehmen arbeitet CEWE immer mit neuesten Technologien. Das Unternehmen legt daher großen Wert darauf, die Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten. So reicht das Weiterbildungsangebot von Schulungen rund um Office-Anwendungen über Fremdsprachenunterricht bis hin zu Workshops, die auf den Unternehmensleitlinien basieren. Besonders wichtig sind bei CEWE die Unternehmenswerte: Loyalität, Erfolgsorientierung und Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und der Gesellschaft. Ein positives Miteinander, Offenheit für Ideen und Teamgeist stehen dabei ganz oben auf der Agenda. tbr
Info: www.cewe.de 14 | chilli | karriere & campus | 04.2016
Unterstützung ausbildung 5
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Wege ins soziale Foto: © clipdealer.de
Caritas bietet viele Möglichkeiten
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st die Schule geschafft, fragt sich mancher wie es weitergeht. Dann kann ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), der Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Praktikum helfen. Über den Caritasverband Freiburg-Stadt lernen jedes Jahr rund 100 junge Erwachsene den sozialen Bereich näher kennen. Sie sammeln so neue Erfahrungen und orientieren sich beruflich. Ob Werkstätte, Wohneinrichtung, Kindertagesstätte, Beratungsstelle, Pflegeheim, ambulanter Dienst oder Kaufhaus: Viele der rund 60 Dienste und Einrichtungen des Verbandes in Freiburg und dem Umland bieten die Chance, sich einzubringen. Dabei können sie während ihrem FSJ oder BFD auch die internen Fort- und Weiterbildungsangebote nutzen, und bei Bedarf sorgt der Verband für eine Unterkunft. Auch ein Vorpraktikum, Semesterpraktikum oder Anerkennungsjahr sind möglich. Ausbildungen werden in den Bereichen Heilerziehungspflege, Altenpflege oder Altenpflegehilfe angeboten. Der Caritasverband Freiburg-Stadt e. V. ist Träger von 60 sozialen Diensten und Einrichtungen in Freiburg und Umgebung. Er unterstützt und begleitet Menschen, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. tln
Info:
Für FSJ & BFD: Tel.: (07 61) 319 16-65 | fsj@caritas-freiburg.de Für Praktikum & Ausbildung: Tel.: (07 61) 319 16-39 | personal@caritas-freiburg.de www.caritas-freiburg.de | www.facebook.com/caritas.freiburg
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ausbildung mobilität
»Dein Ticket – dein Tag«
Den ganzen Sommer mobil mit dem SemesterTicket!
A Foto © RVF
n die Uni oder an den See? Mit dem SemesterTicket des Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) könnt ihr diese Frage jeden Tag neu beantworten. Das SemesterTicket gilt im gesamten Verbundgebiet des RVF. Ausflüge beispielsweise zum Schluchsee oder zum Wandern an den Kaiserstuhl sind jederzeit möglich. Das Ticket kostet nur 89,- Euro und gilt ganze sechs Monate in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in der
2. Klasse. Studierende der acht beteiligten Freiburger Hochschulen erhalten das SemesterTicket nach Eingabe der Matrikelnummer an DB-Automaten, ferner in den Verkaufsstellen der VAG, SBG und der DB. Studierende der Uni Freiburg, der PH und der Hochschule für Musik können das SemesterTicket unter www.vag-onlineticket.de erwerben. Mit den kostenlosen Fahrplanauskunft-Apps »FahrPlan+« oder »VAG mobil« kann das Ticket dann auch direkt über das Smartphone vorge-
zeigt werden – das Ausdrucken erübrigt sich. Mit den Apps für iOS und Android ist auch der Kauf von MobilTickets wie badisch24 für Fahrten in die Nachbarverbünde möglich. chilli
Info: www.rvf.de
Karrierechancen ohne Abitur Management-Zentrum bietet Weiterbildung und berufsbegleitende Studiengänge
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Foto © Management-Zentrum
rüher war der Karriereweg mit einem Hauptoder Realschulabschluss oft mühsam. Heute bieten Fortbildungen und Aufbaustudiengänge viele Möglichkeiten. Diese bietet das ManagementZentrum in Villingen. Auch ohne Abitur kann man dort studieren. Ein mittlerer Bildungsabschluss und eine Berufsausbildung genügen. Das Management-Zentrum (MZ) ist Spezialist für die nebenberufliche Qualifizierung von kaufmännischen Fach- und Führungskräften. Die Weiterbildungen und Seminare ermöglichen ein praxisorientiertes Lernen – parallel zum Beruf. Auch die Hochschulabschlüsse Bachelor of Arts und Master of Business Administration sowie Technische Spezialisierungen und Firmenseminare werden dort angeboten. »Gerade in der süddeutschen Region bieten sich durch den Fachkräftemangel für junge motivierte Menschen vielfältige Karrieremöglichkeiten in mittelständischen Unternehmen«, betont Ralf Schrödinger, Geschäftsführer des Management-Zentrums in Villingen-Schwen-
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ningen. »Nach einer abgeschlossenen Ausbildung kann daher jeder seinen individuellen Weg der beruflichen Bildung wählen. In allen Bereichen sind Weiterqualifizierungen und Aufstiegsfortbildungen möglich.« Ralf Schrödinger weiß, wovon er spricht. Der DiplomBetriebswirt und Executive Master in Business Marketing hat selbst auf dem zweiten Bildungsweg Karriere gemacht. »Wir achten besonders auf eine praxisnahe Vermittlung der Lehrgangsinhalte, um dem Weiterbildungsteilnehmer und seinem Arbeitgeber schnelle Erfolgserlebnisse im Berufsalltag zu bescheren«, sagt Schrödinger. Der vermeintlich steinige Weg der berufsbegleitenden Weiterbildung hat für den MZ-Geschäftsführer einen entscheidenden Vorteil: »Die Absolventen verfügen nicht nur über theoretisches Wissen, sie haben auch Praxiserfahrungen, sind leistungsfähig und verfügen über soziale Kompetenz.« tln
Info: www.management-hwk.de
TRANSPORT AUSBILDUNG
Könige der Straße
Berufskraftfahrer sind Tag für Tag auf Achse
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Foto © Breidenbach
erufskraftfahrer werden Könige der Straße genannt. Das Lenkrad ist ihr Zepter, ihr Königreich aus Asphalt. Doch was steckt hinter dem Job? Zwei Mitarbeiter der Freiburger Spedition Klotz erzählen von ihrem Traumberuf. Schon als kleines Kind war Nick Beraldi im Laster unterwegs. Sein Vater, selbst Berufskraftfahrer, nahm ihn mit auf Tour. Der Drang in die Ferne ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. Seit September macht der gebürtige Flensburger nun eine dreijährige Ausbildung als Lkw-Fahrer bei der Freiburger Spedition Klotz. »Dafür muss man geboren sein«, sagt der 19-Jährige.
Seit wenigen Wochen hat Beraldi seinen Lkw-Führerschein, jetzt fährt er seine eigenen Touren. Teilweise muss er schon morgens um 3 Uhr auf die Straße. Für Beraldi kein Problem. »Wenn ich durch den Schwarzwald fahre, den Sonnenaufgang sehe, das geile Panorama genießen kann, dann fühle ich mich frei«, schwärmt Beraldi. Für ihn sind Lkw-Fahrer »Kings of the Road«, Könige der Straße. Flexibel muss man sein, technisches Verständnis mitbringen und reaktionsschnell, sagt Beraldi. Seine Ausbilderin Katja Scharnagl kann das bestätigen. Auch Leidenschaft fürs Unterwegssein, Selbstständigkeit und die Offenheit gegenüber anderen seien entscheidend. In einer regi-
Begeistert: Katja Scharnagl in ihrem Lkw.
onalen Spedition wie Klotz fahre sie täglich mehrere Touren und habe viel Kontakt zu Menschen. Die 39jährige Kraftverkehrsmeisterin transportiert Waren mit einem Wert von bis zu einer halben Million Euro. Für Scharnagl, eine der wenigen Frauen in dem Beruf, ist Berufskraftfahrer ein Traumberuf. Man sei ständig auf Achse, nicht dauernd vor dem Bildschirm. Zumal sie als Fahrerin im Nahverkehr jeden Abend wieder zu Hause ist, Freunde und Familie sieht. tln
Info: www.klotz-fr.de
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Ausbildung Fleischer
Alles aus einer Hand
Metzgerei Reichenbach setzt auf Nachhaltigkeit und bildet aus
Familienbetrieb: Ulrich Reichenbach (unten) setzt mit seiner Metzgerei auf Tradition und Moderne.
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ie Freiburger Münsterwurst ist weit bekannt. Ein Anbieter ist die Metzgerei Reichenbach. Der Familienbetrieb aus dem Glottertal setzt auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Innovation. In der Reichenbach Akademie kann man »den schönsten Beruf der Welt« lernen.
Fotos: © Metzgerei Reichenbach
Nicht nur auf dem Freiburger Münsterplatz bringt das Team um Ulrich Reichenbach seine Waren an Frau und Mann. An mehr als zehn Verkaufsstellen in der Region gibt es die herzhaften Fleischerzeugnisse im Direktverkauf. Dass sie nicht im Lebensmittelhandel oder beim Discounter zu finden sind, ist Teil der Philosophie: Alles aus einer Hand, heißt es bei Reichenbach. Etwa 900 Schweine und 800 Rinder werden im Betrieb in Buggingen
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und im Glottertal aufgezogen, die Tiere bekommen dort Futter aus eigenem Anbau, Antibiotika und Wachstumsförderer sind tabu. Alle Fleischprodukte sind bei Reichenbach zu 100 Prozent selbst produ-
Die »Goldstücke« werden speziell gelagert ziert, die Tiere werden im Glottertal geschlachtet, zerlegt und weiterverarbeitet. Das Unternehmen verfügt über eine der umweltfreundlichsten Kälteanlagen in Deutschland. Etwas Besonderes sind die Reichenbacher Hinterwälder und LimousinRinder. Sie werden selbst gezüchtet
und haben von Natur aus eine feine Marmorierung im Fleischbereich. In einem speziellen Kühlraum lagert die Metzgerei einzig die »Goldstücke«. Mindestens acht Wochen reifen sie dort. Black Forest Prime Beef nennt Ulrich Reichenbach das. Für seine Produkte hat er in den vergangenen Jahren mehr als 200 Medaillen und Pokale bekommen. Besonderen Wert legt die Metzgerei auf den Nachwuchs. In der hauseigenen Akademie werden FleischerFachverkäufer/innen und Fleischer/ innnen Produktion ausgebildet. Die Jahrgangsbesten bekommen den Führerschein bezahlt und einen Firmenwagen für ein Jahr zur privaten Nutzung. tln
Info: www.metzgerei-reichenbach.de
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Ausbildung an der uni
Nicht nur Studiengänge an der Uni
Die Universität Freiburg kennt nicht nur die akademische Bildung, sondern bietet auch Ausbildungsberufe an
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Foto: © Ingo Schneider/BZ
ie ist technikbegeistert, und er hat Freude am Handwerk? Er war schon immer gerne im Grünen? Oder zählen die Arbeit mit dem Computer und das Organisieren zu ihren Stärken? Es gibt viele Wege, seine Talente und Interessen zum Beruf zu machen – auch an der Universität als Arbeitgeber. Das Wichtigste dabei: Es soll Spaß machen. Für die, die einen interessanten Beruf suchen, kann es sich deshalb lohnen, auch an der Universität Freiburg vorbeizuschauen. Denn diese bietet nicht nur Studiengänge, sondern auch verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Mit 6500 Beschäftigten ist die Albert-Ludwigs-Universität einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe der Region. Rund 80 Lehrlinge lassen sich aktuell in der Verwaltung, im Labor, in der Werkstatt, im Botanischen Garten und in der Universitätsbibliothek ausbilden. Eine Besonderheit: Im Gegensatz zur Industrie produziert die Universität nicht für den Vertrieb. Die Auszubildenden profitieren stattdessen von der Nähe zur Forschung. Ein Beispiel sind die Lehrwerkstätten, in denen Unikate für Dozierende und Promovierende gefertigt werden. Dabei lernen etwa angehende Feinwerkmechanikerinnen und -mechaniker zum einen spezifische handwerkliche Fähigkeiten, zum anderen qualifizieren sie sich im Umgang mit allen Materialien – von Kupfer und Edelstahl über Messing und Aluminium bis hin zu Plexiglas – und in al-
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Der futuristische Neubau der Freiburger Uni-Bibliothek: Auch hier wird ausgebildet.
len Bearbeitungsmöglichkeiten ihres Berufes. Es wird gefräst, gedreht, gebohrt und gefeilt. »Die Universität Freiburg hat das Ziel, ihren Auszubildenden die bestmöglichen Qualifikationen sowohl in den jeweiligen Berufen als auch darüber hinaus zu bieten«, bekräftigt Kanzler Matthias Schenek. Um das zu gewährleisten, gibt es einen jährlich stattfindenden »Aktionstag Ausbildung«, an dem Auszubildende die Gelegenheit haben, sich über ihre Berufe hinaus weiterzubilden. Bei Exkursionen lernen sie auch Betriebe in der Region kennen. Auch bei Fragen oder Problemen gibt es Ansprechpartnerinnen und -partner: In der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Universität engagieren sich Auszubildende und stehen einander mit Rat und Tat zur Seite. Denn wer an der Universität Freiburg lernt, solle sich wohl fühlen, so das Selbstverständnis. BZ / Volker Huber
Info:
Harald Schindler, Tel.: 0761/203-4344 www.mehr.bz/uniausbildung
Auszubildende an der Uni: »Im Botanischen Garten ist eine Vielzahl von Pflanzen aus der ganzen Welt vertreten. Man lernt unheimlich viel darüber, was unterschiedliche Pflanzen brauchen. Dazu braucht man ein großes Wissen, viele unterschätzen das.« Gregor Frank, Ausbildung zum Gärtner
»Mir gefällt die Vielfalt. In der Elektronikerwerkstatt gibt es keine Massenanfertigungen. Wir produzieren nach Auftrag und stellen ständig immer wieder Dinge her.« Pascal Lorenz, Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme
»Bei einem Praktikum habe ich die Lehrwerkstatt des Physikalischen Instituts kennengelernt und mich sofort wohlgefühlt. Technik hat mich schon immer interessiert und mir gefällt, dass ich am Ende des Tages sehe, was ich geleistet habe.« Nesrin Chako Fares, Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin
duale ausbildung 5
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Duale Ausbildung
Studierendenbefragung zur beruflichen Bildung
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Foto © clipdealer.de
und ein Drittel der Studierenden zweifelt daran, dass sie ihr derzeitiges Studium erfolgreich abschließen werden. Für sie ist eine Ausbildung im dualen System eine attraktive Alternative. Dies sind Ergebnisse einer Studierendenbefragung mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zur Attraktivität der beruflichen Bildung. Die Befragung wurde mit über 12.000 Studierenden an deutschen Hochschulen durchgeführt. Insgesamt findet die duale Berufsbildung bei den Studierenden positive Anerkennung: Auf einer Skala von 1 (gering) bis 5 (hoch) bewerten die Studierenden sie mit einem Wert von 3,72 als überdurchschnittlich gut. Gefragt nach ihrer Einschätzung zu spezifischen Berufen zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede: Das beste Image genießen Berufe wie »Fachinformatiker/-in«, »Medizinische/-r Fachangestellte/-r« und »Forstwirt/-in«, vergleichsweise schlecht stellt es sich bei Berufen wie »Gebäudereiniger/-in«, „Friseur/-in« und »Kaufmann/frau im Einzelhandel« dar. Die Befragungsergebnisse zeigen auch, dass es ein großes Interesse an betrieblicher Bildung gibt: Rund 70 Prozent der Studienzweifler, die in einer dualen Berufsausbildung bisher keine Option sehen, geben an, dass ihnen die Entscheidung für eine Ausbildung leichter fallen würde, wenn sie den Betrieb bereits im Vorfeld innerhalb eines Praktikums kennenlernen könnten. Wichtig ist dieser Gruppe von Befragten, dass im Falle eines Wechsels in die duale Berufsausbildung entweder die bisher im Studium erbrachten Lernleistungen auf die Abschlussprüfung angerechnet werden oder durch eine Anrechnung der hochschulischen Lernleistungen die Ausbildungsdauer verkürzt wird. mm
Info: www.bibb.de/bibbreport
IMPRESSUM – Themenheft 04-2016 Das »Karriere & Campus«Themenheft erscheint im Freiburger Stadtmagazin chilli Herausgeber: chilli Freiburg GmbH Neunlindenstr. 35 79106 Freiburg www.chilli-freiburg.de Geschäftsführung: Michaela Moser (ViSdP) Chefredaktion: Lars Bargmann
Redaktion: Michaela Moser (mm) Till Neumann (tln), Tanja Bruckert (tbr) Autoren/innen: Kathrin Eyer, Volker Huber (BZ) Titelbild: benik.at / fotolia.com Grafik: Anke Huber Lektorat: Beate Vogt Anzeigen: Uwe Bernhardt, Jonas Stratz, Malika Amar, Theresa Glünkin Druck: Freiburger Druck GmbH & Co. KG
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