Themenheft
Karriere &CAMPUs
Fit für den Karrierestart
Juni 2016 Ausgabe Nr. 27 gratis
Im Trend
GAP
YEAR
T ip p s fü r F SJ & F ÖJ
Gut vorbereitet ins Gespräch dank digitalem Bewerbungstraining
Scheitern als Chance Neue Perspektiven für Studienabbrecher
Die chilli Freiburg GmbH ist ein wachsendes Unternehmen in der Medienbranche. Wir publizieren fünf Magazine für Freiburg und Region, mit denen wir unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Dazu gehören:
· B. Zettis findefuchs – Familienmagazin · f79 – Schülermagazin · chilli – Freiburger Stadtmagazin · cultur.zeit – Kulturmagazin für das Dreiländereck · business im Breisgau – Wirtschaftsmagazin Wir bieten zum 15. September 2016 zur Verstärkung unseres Teams einen Ausbildungsplatz zum/zur
Medienkaufmann/-frau Print und Digital Berufsbild: Durch die steigende Bedeutung der digitalen Medien in der Verlagsbranche gewinnt der Beruf des/der Medienkaufmanns-/kauffrau immer mehr Aufmerksamkeit. Neben gedruckten Erzeugnissen treten vermehrt auch crossmediale Dienstleistungen auf. Medienkaufleute lernen die gesamte Medienbandbreite kennen. Aufgaben: Innerhalb der Ausbildung werden alle kaufmännischen Bereiche durchlaufen. Schwerpunkte bilden die Bereiche Anzeigenverkauf, Zeitschriftenvertrieb, Messe-Events, Promotion und Social Networking. Kundenberatung, Abonnementverwaltung, Marketingstrategien, Rechnungswesen, Redaktionsassistenz und Sekretariatsaufgaben sind ebenso Bestandteile der Ausbildung. Interessiert? Dann senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum 31.7.2016 an: chilli Freiburg GmbH Personalabteilung Neunlindenstraße 35 79106 Freiburg oder per E-Mail an: personalabteilung@ chilli-online.de
Voraussetzungen: Kaufmännisches BK II, allgemeine Fachhochschulreife oder Abitur Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache (Englisch und/oder Französisch) Kontaktbereitschaft Kommunikationstalent Koordinationsvermögen Zielstrebigkeit Schnelle Auffassungsgabe Sorgfalt Zuverlässigkeit Ausdauer
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Wir wünschen uns ein vierwöchiges Praktikum zum gemeinsamen Kennenlernen.
FSJ & FÖJ GAP YEAR
START INS LEBEN
Freiwilligendienste sind stark im Trend
J
Foto © picture alliance / dpa
unge Menschen bis 27 Jahre können mit einem Freiwilligendienst die Zeit zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung oder Studium oder auch vor dem Berufseinstieg individuell gestalten. Ein Freiwilligendienst ist eine Orientierungsmöglichkeit, in der die Freiwilligen wichtige soziale und persönliche Kompetenzen erwerben, die als „weiche Faktoren“ am Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Sie schnuppern in Tätigkeitsfelder hinein und können testen, wie sie ihnen liegen. Damit verbessern sich Ausbildungs- und Erwerbschancen. Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) machen möchte, muss die Schule abgeschlossen haben und unter 27 Jahren sein. Tätigkeitsfelder für das FSJ sind beispielsweise: Kinderund Jugendhilfeeinrichtungen, Einrichtungen für behinderte Menschen, Krankenhäuser und Fachkliniken, Kirchengemeinden. Mittlerweile ist es auch möglich, ein FSJ in den Bereichen Kultur, Sport oder Denkmalpflege zu absolvieren. Das FÖJ kann man in der Landschaftspflege, bei Kartierungsarbeiten, bei Naturschutzmaßnahmen, aber auch bei Maßnahmen der Umweltbildung, in Forstbehörden oder anderen ökologisch ausgerichteten Tätigkeitsfeldern verbringen. Für alle, die sich in einem Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr engagieren, gilt: sie sind während diese Zeit gesetzlich sozialversichert, bekommen ein Taschengeld von bis zu 330 Euro im Monat, Verpflegung, Arbeitskleidung und Unterkunft; Kindergeldberechtigte erhalten in allen Freiwilligendiensten Kindergeld. mos
TIPP Ein Freiwilligendienst kann als Praktikum anerkannt werden. Wer bereits weiß, an welche Ausbildungsstätte oder Universität er nach dem Freiwilligendienst gehen möchte, sollte sich frühzeitig über eine Anerkennung des Freiwilligendienstes für die Ausbildung oder das Studienfach informieren.
Info:
www.bundesfreiwilligendienst.de www.pro-fsj.de www.foej.de
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Studium Journalismus
Im Ameisenhaufen von Guangzhou
Foto © privat
Freiburger Journalismus-Student berichtet von Exkursion ins Reich der Mitte
Beeindruckt: Clément Grégoire (rechts) hat vier Wochen in Guangzhou recherchiert. Die schillernde Metropole hat ihn beeindruckt.
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Fotos © Matthieu Gorisse-Mondoloni
echerche unter Extrem-Bedingungen: Der Freiburger Journalismus-Student Clément Grégoire ist gerade von einer Studienreise nach China zurückgekehrt. Dort recherchierte der 28-Jährige vier Wochen lang unter widrigen Umständen. In der 18-Millionen-Einwohner-Metropole kam er sich zuweilen vor wie in einem Ameisenhaufen. Als Grégoire am 30. Mai aus dem Flugzeug steigt, ist er ziemlich erschöpft. Vier kraftraubende Wochen liegen hinter ihm, Wochen, in denen er an seine Grenzen gelangte. Aber auch beeindruckende Wochen, in denen er in die Kultur Chinas eintauchen konnte. Zugleich war die Exkursion Abschluss seines zweijährigen Masterstudiums Deutsch-Französische Journalistik in Freiburg und Straßburg. Das Doppeldiplom hat er nun in der Tasche. Mit 50 Studienkollegen der Straßburger Journalistenschule CUEJ war Grégoire einen Monat zuvor auf eine Exkursion ins Reich der Mitte gestartet. Darunter auch sechs Freiburger Studenten, die ihr zweites MasterStudienjahr in Straßburg absolvieren. Das exotische Ziel: Guangzhou. Mit 18 Millionen Einwohnern eine der größten Städte des Planeten. Die Mega-Metropole im Perlfluss-Delta wird wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch „Fabrik der Welt“ genannt. „Es ist unglaublich, ich habe noch nie so viele Häuser gesehen“, erzählt Grégoire. Auf den mehr als 60 Kilometern vom
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Flughafen zum Hotel reihte sich eins ans andere. „Ein Dschungel an Gebäuden“, berichtet der junge Journalist. Viel Zeit für touristische Streifzüge war nicht: Die Studenten erarbeiteten in Guangzhou Fernseh-, Radio- und Print-Beiträge rund um die rasante Entwicklung der pulsierenden Stadt. Kein leichtes Unterfangen, wenn man wie Grégoire auf Chinesisch nur Ni Hao (Guten Tag) sagen kann. „Studenten von der Uni haben uns begleitet, um zu übersetzen“, erzählt er. Zwei junge Chinesinnen unterstützten ihn bei der Recherche. Doch der Belgier konnte mit ihnen weder Deutsch noch Französisch sprechen. „Sie haben Englisch geredet, aber nicht wirklich gut“, sagt Grégoire. Auskunftsfreudige Ansprechpartner in Guangzhou zu finden, war die erste Hürde. Sich mit diesen zu verständigen, die zweite: „Wir haben einen Wirtschaftsexperten zum Interview getroffen, er konnte nur ein paar Wörter Englisch“, berichtet Grégoire. Also führte seine Übersetzerin das Gespräch auf Chinesisch. Eine Dreiviertelstunde saß er neben ihr und verstand nur Bahnhof. Rückfragen stellen? Unmöglich. Kurz darauf schickte seine Begleiterin ihm die Übersetzung ins Englische. „Sie hat offenbar mit dem Google-Translator gearbeitet. Vieles in dem Text war nicht wirklich klar“, erinnert sich Grégoire. Seinen Beitrag hat er dennoch fertig bekommen: „Ist nicht überragend geworden, aber immerhin.“
Journalismus Studium
Bis in die Wolken: 18 Millionen Menschen wohnen in der Hafenstadt. Der Fernsehturm Canton Tower (3. Bild) ist 600 Meter hoch.
Schwer beeindruckt haben ihn die vielen Menschen: „In der Metro am Morgen ist es krass. So viele Leute, so dicht gedrängt“, erzählt der Master-Absolvent. „In Guangzhou ist das Normalität. Für mich war es wie in einem Ameisenhaufen.“ Überrascht haben ihn auch die vielen Grünflächen der Stadt. Die Luft dort sei besser als gedacht. Riesige Einkaufscenter prägen das Bild der Hafenstadt. „Das ist ziemlich amerikanisch, die Chinesen stehen drauf“, sagt Grégoire. Anstatt sich abends in eine gemütliche Bar zu setzen, verbringen viele dort ihre freie Zeit lieber in Shoppingmalls. Beliebt bei jungen Menschen seien Karaokeabende. Wobei feiern die Ausnahme ist. „Die letzten Metros fahren um 22.30 Uhr. Die Wohnheime der Studenten schließen schon um 23.30 Uhr, berichtet Grégoire. Selten sind auch Katzen, Hunde und Schlangen auf dem Teller. Diese würden in der Metropole zum Essen serviert, heißt es in Reiseführern. Grégoire hat davon nichts mitbekommen. „Ich habe sehr, sehr gut gegessen, total lecker“, schwärmt der Belgier. Es habe viel Gemüse gegeben, dazu Reis oder Nudeln. Aber auch viel Fleisch. Als Vegetarier habe man es aber schwer. Ein gutes Essen gebe es für etwa 15 Yuan, also gerade mal zwei Euro. In den Straßen Guangzhous hat Grégoire viele teure Autos gesehen. Wer dort Geld habe, zeige das gerne. Riesige Straßen seien in den vergangenen Jahren gebaut worden. Doch viele seien wie leergefegt: „Man hat das Gefühl, irgendwas stimmt nicht“, erinnert er sich. „Die Straßen wurden gebaut, aber keiner braucht sie.“
Sein Studium hat Clément Grégoire jetzt abgeschlossen. Derzeit arbeitet er bei einer französischen Zeitung in der Bretagne. An Freiburg denkt er gerne zurück. Was er am meisten vermisst? „Ein Bier auf dem Schlossberg, chillen im Grethergelände oder Kino beim AkaFilmclub.“ Drei Dinge, die auch eine 18-Millionen-Stadt wie Guangzhou nicht zu bieten hat. Till Neumann
Binationale Journalistik Deutsch-Französische Journalistik kann man am Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg studieren. Bei dem zweijährigen Masterstudiengang lernen die Studenten im ersten Jahr in Freiburg. Das zweite Jahr verbringen sie an der Straßburger Journalistenschule CUEJ. Dort spezialisieren sie sich auf Print und Online, Radio oder TV. Der forschungs- und praxisorientierte Studiengang verknüpft medientheoretisches Wissen, Fragen zu Europa und den deutsch-französischen Beziehungen mit journalistischen Kompetenzen. Absolventen haben ein Doppeldiplom, das Wege in den französischen und deutschen Arbeitsmarkt eröffnet. Das Studium startet ausschließlich im Wintersemester. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni. Das Frankreich-Zentrum bietet zudem zwei weitere binationale Studiengänge an: „Interkulturelle Studien – Deutschland und Frankreich“ und „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“. tln
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Studienabbruch Ausbildung
Abbruch, Auszeit, Ausbildung Fabian findet nach erfolglosem Studium sein Glück in der Gastronomie
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Foto © Nora Heinz
ie Qual der Berufswahl: Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) bricht jeder vierte Bachelorstudent sein Studium ab. Auch der Gundelfinger Fabian hat bereits zweimal sein Studium geschmissen. Jetzt macht er eine Ausbildung in einem Freiburger Restaurant. Ute Benninghofen von der Zentralen Studienberatung der Universität Freiburg (ZSB) kennt viele solcher Fälle. Zweimal hat Fabian ein Studium begonnen, zweimal hat er es wieder abgebrochen. Wenn er heute zurückblickt, merkt er: Von Anfang an ist er sich mit seiner Studienwahl nicht sicher gewesen. Den richtigen Weg hat er erst im dritten Anlauf gefunden. Aber von vorne: Im Sommer 2007 macht Fabian Abitur, danach den Zivildienst. Wie es dann weitergehen soll, weiß er nicht. Im Wintersemester 2009 entscheidet er sich kurzerhand für das Studium der Medienund Kommunikationstechnik in Kaiserslautern. Die Entscheidung kommt nicht von Herzen. Er weiß nicht, was ihn erwartet, will es auf sich zukommen lassen. Nach vier Semestern bricht er unmotiviert ab. Der Druck, seine Eltern nicht zu enttäuschen und schnell eine Alternative zu finden, wächst. Im Sommersemester 2012 schreibt der 28-Jährige sich für ein Studium als Grundschullehrer an der Pädagogischen Hochschule ein. Es folgen weitere vier Semester, in denen er nur halbherzig studiert. Schließlich bricht er nach inzwischen vier Jahren ohne Abschluss auch das zweite Studium ab. „Ich konnte mich nicht in dem Beruf sehen, und mit dem Studium konnte ich mich sowieso nicht anfreunden“, sagt Fabian. Er studiere einfach nicht gerne. Er flüchtet sich in einen Nebenjob als Kellner in einem Freiburger Restaurant. Seine Chefin ist es, die in dieser orientierungslosen Zeit auf ihn zukommt. Sie bietet ihm eine Ausbildung zum Restaurantfachmann an. Er nimmt das Angebot an. „Ich mache jetzt etwas, das von den Qualifikationen her unter meinem Niveau liegt“, gibt Fabian zu, „aber das macht mich glücklicher als alles andere, was mich bisher mehr gefordert hat.“ Fabian weiß noch nicht genau, wo es ihn nach der Ausbildung hinführt – aber zum ersten Mal bereitet ihm das keine Sorgen.
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So ein Fall ist nicht selten, sagt Ute Benninghofen. Die Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands für Studienund Laufbahnberatung, Orientierung und Information an Hochschulen in Baden-Württemberg (BS), berät für die Zentralen Studienberatung der Universität Freiburg (ZSB) junge Menschen, die sich bei ihrer Studienund Berufswahl unsicher sind. Sie und ihre Kollegen würden sich freuen, wenn Ratsuchende nicht erst zu ihnen kommen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist: „Man darf auch schon kommen, wenn man merkt, man fühlt sich nicht wohl im gewählten Studium, irgendetwas stimmt nicht.“ Warum fällt es jungen Leuten so schwer, sich für ein Studium zu entscheiden? Die Studienoptionen haben zugenommen, sagt Benninghofen. Spätestens seit der Umstellung auf Bachelor und Master gebe es viele Bereiche und Spezialisierungen. Das in den Schulen ausgegebene Buch „Studien und Berufswahl“ von A bis Z durchzublättern und auf eine Erleuchtung zu warten, sei der falsche Ansatz. In Deutschland gebe es rund 19.000 Studiengänge. Alle durchzugehen und zu hoffen, man käme so zu einer Erkenntnis, sei ein Irrglaube.
Zufrieden: Fabian macht eine Ausbildung in einem Freiburger Restaurant. Das gefällt ihm besser als zu studieren.
Ausbildung Studienabbruch Anzeige
Foto © Uni Freiburg, Bender
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Engagiert: Ute Benninghofen berät eine Studentin.
Eine gute Vororientierung ist wichtig, Studium und Beruf müssen zur Person passen. Man sollte in sich hineinhorchen und die Frage stellen: „Was bin ich für ein Mensch, was passt zu mir?“ Kommt es zum Abbruch, müsse man damit souverän umgehen. „Keine Entscheidung ist unumkehrbar, und eine vermeintlich falsche Entscheidung ist nicht nur negativ“, macht Benninghofen Mut. Unterstützen und neue Blickwinkel ermöglichen kann hierbei die Zentrale Studienberatung. So geht Benninghofen, die wie ihre Kollegen in ihrer Beratungsstunde unter Schweigepflicht steht, gezielt auf Fähigkeiten und Interessen ein. Denn das, was man gerne macht, falle einem leichter. Reine Vernunftentscheidungen, wie nur auf Geld und Sicherheit zu schauen, führten nicht selten auf lange Sicht zu Unzufriedenheit. Für diejenigen, die bei der Orientierungsphase Unterstützung benötigen, bietet sie das BEST-Seminar an. Bei dem zweitägigen Orientierungs- und Entscheidungstraining wird gezielt auf Interessen und Fähigkeiten der jungen Leute eingegangen. Auch Infomanagement und Entscheidungskompetenzen stehen auf dem Plan. Fabian bereut seinen Weg nicht, auch wenn viel Zeit dabei draufgegangen ist. Er sei nun reicher an Erfahrung und wisse, was ihm nicht entspricht. Sein Tipp an Ratsuchende: Manchmal kann es von Vorteil sein, in unterschiedliche Bereiche reinzuschnuppern. Man müsse unbedingt von diesem unbewussten Stress wegkommen, es anderen gleichzutun und nach Schema F „So machen es alle“ zu gehen. Gesellschaftlicher Druck sei ein weiterer Grund, es sich schwer zu machen. Es sei falsch zu denken: „Ich habe einen gewissen Bildungsstand, ich muss studieren“ oder „ich habe ein gewisses Alter, ich muss bald fertig sein“. Zum Glück sei ein perfekter Lebenslauf nicht mehr so wichtig. Die Persönlichkeit stehe im Vordergrund, glaubt Fabian: „Es gibt noch die altmodische Sichtweise, wie der Lebenslauf aussehen sollte. Viele Arbeitgeber setzten ihre Prioritäten heutzutage aber glücklicherweise anders.“ Nora Heinz
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Ausbildung Handwerk
Azubis haben »was Besseres vor«
Junge Handwerker berichten, wie sie zum Traumberuf gekommen sind
Überzeugt: Robert wird Fahrzeuglackierer, Vanessa Sattlerin und Johannes Stuckateur. Alle drei sind gerne im Handwerk.
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Fotos © Bastian Beuttel
en richtigen Beruf zu finden, ist oft eine große Herausforderung. Viele Jugendliche wissen nicht, wo ihre Stärken und Interessen liegen. Daher stehen sie in der Berufsfindungsphase oft unter großem Druck. Das Handwerk möchte sie deshalb zum Nachdenken anregen. Und sie ermutigen, ihren eigenen Interessen zu folgen. „Kleine Nummer im Konzern? Ich hab was Besseres vor.“ Mit diesem Motto will das Handwerk zum Thema Berufswahl ein Zeichen setzen. Der Slogan soll deutlich machen, dass viele vermeintlich „bessere“ Karrierewege auch eine Sackgasse sein könnten. Er hebt gleichzeitig die Vorteile einer handwerklichen Ausbildung hervor. Mit einem packenden Kurzfilm verdeutlicht das Handwerk das Dilemma vieler Berufseinsteiger: Ein junger Mann wird darin in einen „Schreibtisch-Beruf“ gedrängt. Man kämmt ihm die Haare, er rückt die Krawatte zurecht, Akten werden auf seinen Bürotisch gestapelt. Gequält nimmt er das zunächst hin. Doch dann bricht er aus der aufgezwungenen Rolle aus. Sein Umfeld zerrt dabei so sehr an ihm, dass sein feiner Anzug reißt. Zum Vorschein kommt, was eigentlich in ihm steckt – ein Handwerker. Der Film ist auf Infoscreens an U- und SBahnhöfen sowie im Internet zu sehen.
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Fünf junge und begeisterte Handwerker standen zudem für die Motive vor der Kamera. Sie erzählen nun stellvertretend für viele erfolgreiche Handwerker ihre Geschichten. So zum Beispiel Fahrzeuglackierer Robert Schneider. Er wusste am Ende der Schulzeit nicht, welchen Beruf er ergreifen sollte. „Dann bekam ich einen Praktikumsplatz in meinem jetzigen Betrieb, und die Arbeit machte mir gleich großen Spaß. Während viele andere noch studieren und nicht wissen, was sie machen wollen, habe ich von Anfang an mein eigenes Geld verdient“, schwärmt Robert. Johannes Schroeter-Behrens hatte ein abgeschlossenes Studium in der Tasche. Dann machte er eine Ausbildung zum Stuckateur: „Als Diplom-Prähistoriker hätte ich hauptsächlich am Computer gesessen. Etwas Handwerkliches passt besser zu mir.“ Und Vanessa Sell hat als Sattlerin ihr Hobby zum Beruf gemacht: „An meinem Beruf liebe ich, dass ich kreativ sein kann.“ Dass unter den rund 130 Ausbildungsberufen für jeden der richtige dabei ist, davon kann man sich auf www. handwerk.de überzeugen. Dort sind alle Berufe übersichtlich zusammengefasst und umfassend erläutert. f79
Den Film gibt es auf:
www.handwerk.de/wasbessereszusehen
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chilli | karriere & campus | 06.2016 | 9
BERUFSKOLLEG Ausbildung
Zum Abitur ab Klasse 8
Fotos © Angell Akademie Freiburg
Gymnasien der Angell Akademie unterrichten praxisnah und anschaulich
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oziales und Gesundheit oder Wirtschaft: Die zwei staatlich anerkannten Gymnasien der Angell Akademie Freiburg führen ab der achten Klasse zum Abitur. In sechs Jahren erwerben Schüler ihren Abschluss. Die Akademie setzt auf Praxisnähe.
Was steckt in einem Fruchtjoghurt? Sind Bioprodukte teurer als andere Lebensmittel? Und vor allem: Sind sie
gesünder? Die Achtklässler des Sozialund Gesundheitswissenschaftlichen Gymnasiums der Angell Akademie Freiburg wollten’s wissen. Sie haben im Fach „Ernährung, Gesundheit, Soziales“ den Praxistest gemacht. Das Projekt zeigt: Wissen anschaulich vermitteln und Raum für praktische Erfahrungen bieten, vor allem darum geht’s am Sozial- und Gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium sowie am Wirtschaftsgymnasium. Dort nähern sich die Schüler in ihrem Profilfach wirtschaftlichen Themen mit Planspielen, Projektarbeiten oder Betriebsbesichtigungen. Zum Beispiel mit dem Test von Bioprodukten. Auch Exkursionen, Klassenfahrten, Schüleraustausch, Outdoor-Teamtrai-
ning und viele weitere Projekte stehen auf dem Plan. Das ermöglicht den Schülern Lernerfahrungen außerhalb des Unterrichts. Umfassende Angebote der Berufs- und Studienorientierung (Berufswahlsiegel Baden-Württemberg seit 2012) und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen sind ebenfalls zentraler Bestandteil. Kleine Klassen, zusätzliche Förderangebote und nicht zuletzt die moderne Infrastruktur schaffen optimale Bedingungen für den erfolgreichen Schulbesuch. Aufgenommen werden Gymnasialschüler nach Klasse 7 und gute Realschüler. tln
Mehr Infos auf
www.angell-akademie-freiburg.de 5
10 | chilli | karriere & campus | 06.2016
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fachkräftemangel gastronomie 5
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»Hand in Hand« arbeiten Café Extrablatt sucht Mitarbeiter
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öche und Servicekräfte werden in der Gastronomie dringend gesucht. Da macht auch das Café Extrablatt an der Dreisam keine Ausnahme. chilli-Redakteurin Tanja Bruckert hat sich mit der Freiburger Betriebsleiterin Tatjana Nichami (29) unterhalten. chilli: Wieso hat es gerade die Gastronomie so schwer, Mitarbeiter zu finden? In Freiburg gibt es doch zahlreiche Studenten, die sich etwas dazuverdienen wollen. Nichami: Aushilfen zu finden ist nicht so schwer. Aber wir brauchen auch immer einige Festangestellte, die Verantwortung übernehmen und sich darum kümmern, dass alles reibungslos läuft. chilli: Welche Voraussetzungen müssen die Bewerber erfüllen? Nichami: Sie müssen flexibel, pünktlich und zuverlässig sein und gut mit den Gästen umgehen können. Wenn ein Gast mal sauer ist, ist es wichtig, ruhig zu bleiben
und nach einer Lösung zu suchen. Wir schmeißen dabei aber auch niemanden ins kalte Wasser: Unsere Servicekräfte fangen erstmal als Foodrunner an, die Speisen und Getränke an die Tische bringen, und so den Laden kennenlernen. Wer sich eingearbeitet hat, steigt dann zum Bonierer auf, der die Bestellungen aufnimmt. chilli: Ist das die einzige Aufstiegsmöglichkeit? Nichami: Nein, da gibt es viele. Ich selbst habe auch als Aushilfe angefangen und bin jetzt Betriebsleiterin. Und weil das Café Extrablatt eine Kette ist, gibt es auch immer die Möglichkeit, eine eigene Filiale aufzumachen. chilli: Müssen Ihre Mitarbeiter besonders stressresistent sein? Bei schönem Wetter oder während des Frühstücksbuffets platzt ja das Café aus allen Nähten ... Nichami: Es kann schon mal stressig werden – aber gerade dann macht die Arbeit am meisten Spaß, weil alle Hand in Hand arbeiten. 5
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chilli | karriere & campus | 06.2016 | 11
Ausbildung vorbereitung
Bewerbungstraining
Mit der qualiboXX fit für den Karrierestart
Modul 1
Modul 2
Modul 4
Screenshots © www.qualiboxx.de
Digitaler Helfer: Die qualiboXX bietet ein virtuelles Bewerbungstraining. Sie lehrt, worauf es im Vorstellungsgespräch ankommt.
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ine aussagekräftige schriftliche Bewerbung zu schreiben ist für viele eine Herausforderung. Einiges muss beachtet werden, Details können entscheiden. Sich im Vorstellungsgespräch gut zu präsentieren, ist ebenfalls eine Kunst. Denn nicht nur formale Kriterien müssen erfüllt werden. Noch ganz andere Aspekte spielen eine Rolle. Diese sollte man kennen.
Nicht jeder Jugendliche weiß, wie er sich in einem Vorstellungsgespräch richtig verhält. Schon kleine Fehler können auf dem Weg zum Traumjob entscheidend sein. Körperpflege, Kleiderwahl und Begrüßungsritual spielen zum Beispiel eine entscheidende Rolle. Mit der qualiboXX kann man sich gezielt auf solche Situationen vorbereiten. Hier die vier Trainingsmodule im Überblick: 5
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vorbereitung Ausbildung 5
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Das Training thematisiert:
›
– wie Lebenslauf und Anschreiben verfasst werden können
›
– worauf es bei Körperpflege, Styling und Kleiderwahl ankommt
›
– wie sich Umgangsformen, Körpersprache und Verhalten im Bewerbungsgespräch auswirken
›
– was Ausbilderinnen und Ausbilder im Vorstellungsgespräch erwarten
Und so funktioniert’s Modul 1
Anschreiben- und Lebenslaufgenerator Im ersten Modul des Bewerbungstrainers werden Regeln für die schriftliche Bewerbung vermittelt. Mit Hilfe eines Generators können Anschreiben und Lebenslauf verfasst und ausgedruckt werden. Dabei werden die User angeleitet und lernen so die geltenden formalen Standards kennen.
Modul 2
Körperpflege, Styling und Kleiderwahl Das zweite Modul besteht aus drei kurzen Spielsequenzen. Darin werden Körperpflege, Styling und Kleiderwahl angesprochen. Anhand eines Avatars durchläuft der User die Gesprächsvorbereitungen virtuell.
Modul 3
Körpersprache und Verhalten im Bewerbungsgespräch Unabhängig vom Arbeitsplatz, gibt es typische Situationen in Vorstellungsgesprächen. Körpersprache und das eigene Verhalten spielen immer eine wichtige Rolle. Im dritten Modul werden je drei Interaktionsmöglichkeiten zwischen Arbeitgeber und Bewerber als verschiedene Bildmotive nebeneinandergestellt. Der User muss entscheiden, welches Verhalten richtig ist.
Modul 4
Simulation eines Vorstellungsgesprächs Modul vier simuliert ein Vorstellungsgespräch. Der Lernende nimmt dabei die Rolle des Ausbilders ein. Er wählt die Fragen aus, die er stellen möchte. Dann kann er sich die Antworten der drei Bewerber anhören. Die Entscheidung liegt nun bei ihm: Wer bekommt den begehrten Ausbildungsplatz? Weitere Tipps und Infos rund um die Berufsorientierung sowie Berufs- & Ausbildungsvorbereitung stehen unter www.qualiboxx.de
chilli
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Ausbildung Journalismus Anzeige
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Schüler werden Reporter
f79-Magazin bietet Praktika und Workshops in Freiburg
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lle drei Monate berichtet das Freiburger Schülermagazin f79 über spannende Themen aus Freiburg und Umgebung. Das Besondere daran: Schüler machen selbst das Heft – als Praktikanten, Workshop-Teilnehmer oder freie Mitarbeiter. Mit Hilfe von Profi-Journalisten suchen sie sich ein Thema, recherchieren dazu und schreiben ihren eigenen Artikel. Wer beim f79 mitmacht, arbeitet nicht für die Schublade: Eure Texte werden im Magazin veröffentlicht oder erscheinen auf www.f79.de. Was in der Redaktion so los ist, seht ihr auf der f79-Facebook-Seite. I n der f79-Redaktion auf dem Freiburger Güterbahnhof-Gelände könnt ihr bei einem Praktikum oder mehrtägigen Workshop zum Nachwuchsreporter werden. Keine Sorge, ihr müsst dabei nicht alles alleine machen. Erfahrene Redakteure zeigen euch, worauf ihr achten müsst: Wie finde ich ein gutes Thema? Wie führe ich ein Interview? Was frage ich dabei überhaupt? Wie schieße ich ein schönes Foto? Und wie mache ich aus all dem einen spannenden Text?
Foto © tln
Schüler beim f79-Workshop an der Freien Christlichen Schule in Freiburg
Das Schöne daran: f79-Autoren können sich mit Dingen beschäftigen, die sie wirklich interessieren. Der Fußballfan schreibt über das neue SC-Freiburg-Stadion, der Vegetarier erzählt, wie es ist, kein Fleisch mehr zu essen, und die Bildungsexperten recherchieren, ob Hausaufgaben überflüssig sind. Ihr kennt den coolsten DJ Freiburgs? Yeah, dann interviewt ihn. Wie das geht, lernt ihr beim f79. tln Die Redaktion freut sich
auf eure Bewerbung an: redaktion@f79.de
IMPRESSUM – Themenheft 06-2016 Das »Karriere & Campus«Themenheft erscheint im Freiburger Stadtmagazin chilli Herausgeber: chilli Freiburg GmbH Neunlindenstr. 35 79106 Freiburg www.chilli-freiburg.de Geschäftsführung: Michaela Moser (ViSdP)
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Chefredaktion: Lars Bargmann Redaktion: Michaela Moser (mos) Till Neumann (tln) Tanja Bruckert (tbr) Autoren/innen: Nora Heinz Titelbild: © clipdealer.de
Grafik: Anke Huber Lektorat: Beate Vogt Anzeigen: Uwe Bernhardt: bernhardt@chilli-online.de Jonas Stratz: stratz@chilli-online.de Malika Amar: amar@chilli-online.de Druck: Freiburger Druck GmbH & Co. KG