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business im Breisgau

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Wirtschaft

business im breisgau

Mai 2014 Ausgabe Nr. 2 gratis

Auto

Spezial Die Branche in S端dbaden

Die Ausweitung der Industriezone Der Gewerbepark Breisgau plant Sprung 端ber den Rhein WIPS

Konkurrenten

Bauprojekte

Wie Erik Julliard das Basel Tattoo erfand

Freiburger Clubbetreiber im bib-Gespr辰ch

F端r 48 Millionen Euro: Green City Tower Freiburg


Wirtschaft Editorial

Menschen, Märkte, Meldungen business im Breisgau bringt Kunden und Unternehmen zusammen

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Foto © ns

ach der gelungenen Premiere im Februar haben wir unserem Verlagsneuling business im Breisgau (bib) schon mit der zweiten Ausgabe einen leichten Relaunch geschenkt, der die Eigenständigkeit des neuen Wirtschaftsmagazins für den südbadischen Raum betont. business im Breisgau ist kein Magazin für nur handgezählte Entscheider, sondern eines, das mit einer Auf lage von 25.000 Exemplaren auch beim Verbraucher ankommt. Kostenlos. Denn so bringt es Kunden und Unternehmen zusammen. Flächendeckend im Breisgau, punktuell aber auch in anderen Städten und Gemeinden in Südbaden.

In unserer Rubrik WIPS, wirtschaftliche interessante Personen, finden Sie die Geschichte eines Trommlers, der eigentlich Anwalt werden wollte, dann aber als Musiker beim weltgrößten Military &Brass-Musikfestival in Edinburgh war und 2004 mit dem Yshalle Tattoo das erste Kapitel einer Erfolgsgeschichte aufschlug: Erik Julliard hatte seinerzeit ein Budget von 380.000 Schweizer Franken – das diesjährige Basel Tattoo eines von 12,5 Millionen. Unter der Rubrik Miss Moneypenny versammeln wir Kommentare und Kolumnen zu wichtigen Wirtschafts-

themen in der Region. Hier haben wir uns dem neuen, 48 Millionen Euro schweren Green City Tower auf dem Freiburger Güterbahnhof gewidmet. Warum der noch viel grüner hätte werden können, als jetzt freudig verkündet, lesen Sie auf Seite 19. Neu hinzugekommen ist die Rubrik Konkurrenz belebt das Gespräch, in der wir fortan stets zwei Vertreter einer Branche gegeneinander antreten lassen. Den Auftakt machen zwei Freiburger Clubbetreiber. Zudem haben wir einen intensiven Blick auf den Gewerbepark Breisgau geworfen, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, und in dem die Macher schon jetzt an einen Brückenschlag aufs andere Rheinufer denken. Zudem setzen wir einen weiteren Schwerpunkt mit einem Blick auf die Automobilbranche in Südbaden. Und schließlich haben wir mit dem Freiburger Steuerberater Erik Herr auch noch einen neuen Wirtschaftskolumnisten gewinnen können. Und nun wünschen wir Ihnen anregende Lektüre. Herzlichst, Ihr Lars Bargmann, Chefredakteur

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Inhalt Titel 20 Jahre Gewerbepark Breisgau: Kaum fließen die ersten Gewinne, denkt die Chefetage schon über einen binationalen Park auf der anderen Rheinseite nach. Dafür aber müsste das Atomkraftwerk Fessenheim abgeräumt werden. 10–13

Unternehmen

Internet

Bauen

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie: Zur Bewegung gehören mittlerweile 1500 Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg nicht am Gewinn, sondern am Gemeinwohl messen – zwei kommen aus dem Kreis Freiburg. 5

Was eine neuseeländische Fischkonservenfabrik mit dem Offenburger Startup Stickin zu tun hat. 9

Freiburg bekommt für 48 Millionen Euro einen spektakulären Green City Tower auf dem Güterbahnhof. Weil hinter den Kulissen ein Kompromiss ausgehandelt worden ist. 18–19

Interview

Schwerpunkt

WIPS

Wirtschaftlich interessante Personen: Wie Erik Julliard vom Trommler zum Festivalmacher wurde und heute stolze 12,5 Millionen Franken ins Basel Tattoo steckt. 6 –7

Freizeit Wie Michael Mack mit seiner Mack Media den Europapark Rust bei Freiburg ins 2.0-Zeitalter begleitet. 8

IMPRESSUM business im Breisgau Herausgeber: chilli Freiburg GmbH Neunlindenstr. 35, 79106 Freiburg fon: 0761-292 70 60 | fax: 0761-292 70 61 bargmann@chilli-freiburg.de www.chilli-freiburg.de

Konkurrenz belebt das Gespräch: Die Clubmacher Gerrit Kossmann und Christian Rotzler über Musiknerds, Taschendiebe und dicke Luft am Tresen. 14–15

Vereine Die Wirtschaftsregion Freiburg feiert ihren 20. Geburtstag. Und blickt dabei auf eine stolze Bilanz des Handelns zurück. 16–17

Geschäftsführung: Michaela Moser (ViSdP) Redaktion: Lars Bargmann Autoren dieser Ausgabe: Felix Holm, Tanja Bruckert, Steve Przybilla, Erik Herr, Nicole Kemper

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Automarkt Südbaden: Von Flitzern, Fortschritten und Verbrauchern. Wie Händler und Innung den aktuellen Markt einschätzen und das Verhältnis mit den Herstellern bewerten. / Alles im Zeichen des Sterns: News von der Mercedes-Niederlassung in Freiburg, von Schmolck in Emmendingen und dem Autohaus Santo. 20 –27

Menschen & Meldungen Von ausgezeichneten Unternehmern, Millioneninvestitionen in den Klimaschutz, Neuansiedlungen und mutigen Winzern. 28 –30

Titel: ©Axel Killian Fotograf: Neithard Schleier Grafik: Anke Huber Lektorat: Beate Vogt Anzeigen: Alexandra Huber, Cornelia Brändle, Uwe Bernhardt, Karlheinz Binkert


Wo der Gewinn nicht die Hauptrolle spielt

Wenn der Chef nicht viel mehr als der Hausmeister verdient

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Matrix des internationalen Verbands der GemeinwohlÖkonomie vor. Unterm Strich steht hier kein Gewinn oder Verlust, sondern eine Skala bis zu tausend Punkten. Im Gegensatz zu Nachhaltigkeitsberichten, die jedes Unternehmen nach eigener Facon verfasst, können durch die Gemeinwohl-Bilanz Unternehmen miteinander verglichen werden. „Bisher gab es noch keine allgemein gültigen Werkzeuge für Nachhaltigkeit“, sagte Gitta Walchner, Auditorin für die externe Zertifizierung dieser Bilanzen neulich bei der bundesweit ersten GemeinMan schließe die Augen und stelle sich die perfekte wohl-Pressekonferenz in der GLS-Bank in Freiburg. Wirtschaftswelt vor. Eine Welt, in der nicht Wettbe- Für die Unternehmen habe dieses Verantwortungsbewerb, sondern Kooperation herrscht. Eine Welt, in wusstsein klare Vorteile. „Die Gemeinwohl-Orientierung der Menschenwürde, Menschenrechte und ökologi- stärkt die Bindung zu den Mitarbeitern, Lieferanten und sche Verantwortung an vorderster Stelle stehen. In der Kunden“, so Walchner, „hier geht es um qualitatives statt alles demokratisch entschieden quantitatives Wachstum.“ »Den Mitarbeitern in wird, Zeitarbeit ein Fremdwort Für Dirk Henn, der als Vorstand ist und der Chef nicht viel mehr gerade nur 2,31-mal so viel verdie Augen schauen« verdient als der am schlechtesten dient wie der am schlechtesten bebezahlte Mitarbeiter. Schwer, sich eine solche Welt ohne zahlte seiner Mitarbeiter, ist der Grund ein pragmatischer: pastellfarbenen Anstrich und grinsende Comicfiguren „Ich möchte meinen Mitarbeitern in die Augen schauen vorzustellen? Gut, dass es Menschen gibt, die mehr können – und zwar immer.“ Doch braucht es dafür die Fantasie haben und daran arbeiten, diese Welt in die zeitintensive Arbeit an einer Gemeinwohl-Bilanz? „Wir Realität zu übertragen. sind dadurch auf Sachen aufmerksam geworden, die wir Zwei dieser Menschen sind Dirk Henn, Vorstand vorher überhaupt nicht beachtet haben“, so Stephan Graf, der Freiburger Mediengenossen eG Freiburg, und „daran wollen wir jetzt arbeiten.“ Stephan Graf, Projektleiter des Handwerksbetriebs Graf Unterstützung könnte bald von ganz oben kommen: GmbH in Kandern. Sie haben im vergangenen Jahr ihre Im April hat die Europäische Kommission einen Richtlierste Gemeinwohl-Bilanz erstellt. Eine Bilanz, in der nienentwurf übernommen, wonach große Unternehmen nicht die nackten Zahlen bewertet werden, sondern Be- eine nicht-finanzielle Bilanz veröffentlichen müssen. Im reiche wie Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung, Sinn EU-Parlament arbeiten nun Gemeinwohl-Ökonomen und gesellschaftliche Wirkung der Produkte, gerechte daran, ihre Matrix in diese Richtlinie zu integrieren. Verteilung des Einkommens, Solidarität mit Mitunter- So könnte es die gemeinwohlorientierte Wirtschaftsnehmen oder die ökologische Gestaltung der Produkte. welt doch noch von der pastellfarbenen Traumwelt in Wie diese Bilanzen auszusehen haben, schreibt eine die Realität schaffen. Tanja Bruckert

Foto © Gemeinwohl-Ökonomie

irtschaftlichen Erfolg nicht am Gewinn, sondern am Gemeinwohl messen – das ist die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie. Die Bewegung hat sich vor dreieinhalb Jahren in Wien gegründet und mittlerweile mehr als 7500 Unterstützer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien oder auch in Südamerika. Rund 1500 Unternehmen leben die Gemeinwohl-Idee, auch zwei aus dem Kreis Freiburg.

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Wirtschaft Unterhaltung

Das Festival ist Anwalts Liebling

Wirtschaftlich interessante Personen (WIPS): Erik Julliard

Fotos © Veranstalter Tattoo

Ein Kasernenhof voller Künstler: Wer schon beim Basel Tattoo war, weiß, dass das mit altbackener Marschmusik sehr wenig zu tun hat. Rund 1000 Künstler betreten bei den Vorstellungen das Geläuf. Und ernten regelmäßig stürmischen Beifall.

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igentlich wollte er Rechtsanwalt werden. Das Studium hatte er fertig, nun hätte er noch zwei Praktika machen müssen. Aber es kam anders. Er war ja auch Trommler. Hatte das mittlerweile renommierte Top Secret Drum Corps mitgegründet. Hatte 2003 beim weltgrößten 6 | chilli | business im Breisgau | 05.2014

Tattoo-Festival in Edinburgh gespielt. Und fasste einen Entschluss: Aus dem designierten Rechtsbeistand wird ein dezidierter Festivalmacher. 2004 veranstaltete Erik Julliard das erste Yshalle Tattoo in Basel. Mit einem Budget von 380.000 Schweizer Franken. Ohne einen festen Mitarbeiter.


Wirtschaft Unterhaltung

Das diesjährige Basel Tattoo hat einen Etat von 12,5 Millionen Franken. Und die Basel Tattoo Productions GmbH, an der er 70 Prozent hält und den Rest paritätisch Tomi Stauffer und Christoph Hagenbach, hat heute 23 fest Angestellte. Ob er davon 2004 geträumt hat? „Niemand hätte sich das damals träumen lassen. Es brauchte aber auch Glück“, sagt Julliard in seinem Büro in der Glockengasse. Das unternehmerische Wagnis lag 2006 darin, aus der Halle in die Kaserne zu ziehen. „Ich habe damals meine Deals so gemacht, dass ich alle Rechnungen erst sehr spät bezahlen musste. Wäre das kein Erfolg gewesen, hätten die Leute keine Karten gekauft, wären wir trotzdem mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt der noch im gleichen Jahr mit dem Basler Stern und 2010 dann mit Bürgerpreis Bebby-Bryys ausgezeichnete Unternehmer. Die Firmengründung sei keine schwierige, vielmehr eine coole Zeit gewesen, in der der damalige Single sich ausschließlich aufs Geschäft konzentrieren konnte, einen 15-StundenTag an den nächsten hängte und auch keine sofortigen Einnahmen brauchte. Ein Erfolgsmodell: Das Standort-Marketing Basel hat unlängst fürs Tattoo eine Wertschöpfung (vergleichbar der Umwegrentabilität) für die Stadt in Höhe von 25,5 Millionen Franken ermittelt. Von den 12,5 Millionen Etat entfallen drei auf die reine Produktion (Gagen, Unterkünfte für Künstler), je vier auf Operations (Technik und Infrastruktur in der Arena) und Administration (Personal, Raumkosten, Versicherungen, Lizenzen), eine aufs Marketing und eine stolze halbe Million wandert ans Schweizer Pendant zur Gema. Über Gewinne möchte der Gesellschafter Julliard nicht groß reden. Nur so viel: „Sie sind klein, aber

Der Macher und sein Festival: Erik Julliard ist mehrfach ausgezeichnet.

wir haben eine kleine Kriegskasse und noch nie eine rote Zahl produziert.“ Die Erlöse kommen zu 88 Prozent aus dem Verkauf der jährlich 120.000 Karten (von denen 100.000 meist in weniger als einer Woche den Besitzer wechseln), zu 10 Prozent von Sponsoren und zu 2 Prozent aus dem Merchandising, der Gastronomie oder Clubbeiträgen. Schirmherr des Basel Tattoo ist übrigens das Eidgenössische Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Und beim Aufbau helfen dann tatsächlich auch Soldaten mit. Was das Festival dadurch spart, geht dann in eine Stiftung, die jährlich rund 200.000 Franken an karitative Einrichtungen ausschüttet. Für Julliard ist der enorme Erfolg des Military&Brassmusikfestivals nur mit dem sehr speziellen Umfeld verbunden: einer sehr speziellen Location wie dem Kaserneninnenhof am Rhein, einer speziellen Mischung des Programms mit ernsten und lustigen Teilen, fremder und vertrauter Musik, ungewöhnlichen Showeinlagen, viel Humor und das Ganze dann noch

unter freiem Himmel. Der Rezeptmeister dieses Gerichts ist Julliard. Der aber weiß, dass es ohne einen musikalischen Direktor, ohne Sound- und Lichtdesigner, ohne sein ganzes Team nicht geht. Um sich inspirieren zu lassen – und auch zu wissen, was eher nicht ins Basler Programm gehört –, bereist Julliard jährlich rund 20 Tattoos. Noch weiter wachsen will der Festivalmacher nicht: „Wir haben jetzt eine ideale Größe, eine gute Balance im Budget, 500 freiwillige Helfer, wir fühlen uns sehr wohl.“ Eine Sorge aber hat der Mann: Es gibt in Basel gerade Diskussionen um die Zukunft seines Spielorts, die Kaserne. Ausgang offen. Wenn Julliard nicht gerade über neuen Rezepten für neue Tattoos brütet, dann haut er selber abends mit verschiedenen Formationen auf die Trommel: „Ich bin immer noch ein leidenschaftlicher Musiker.“ Und wenn er Ruhe braucht, dann zieht es ihn in die Heimat seiner Großeltern an die schwedische Westküste. Dort ist er dann beides nicht: Kein Rechtsanwalt, kein Festivalmacher. Lars Bargmann

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Wirtschaft Freizeit

Jenseits der Achterbahn Wie Michael Mack am Europa-Park 2.0 arbeitet Foto © Steve Przybilla

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ahrgeschäfte allein reichen nicht. Davon ist der Europa-Park in Rust bei Freiburg überzeugt. Denn die Besucher von heute wollen schon vorab im Internet bespaßt werden. Um diesem Trend gerecht zu werden, baut der Freizeitpark seine Tochterfirma Mack Media aus. Noch aber fehlt Personal, das die Vision umsetzt. Trends sind eine knifflige Sache. Wer sie erkennt, kann groß aufsteigen. So wandelte sich das finnische Unternehmen Nokia, das Anfang des 20. Jahrhunderts noch Gummistiefel produzierte, zum (ehemals) mächtigsten Mobilfunkkonzern der Welt. Trend erkannt, Geschäft gemacht. Nach der Jahrtausendwende verschliefen die Finnen den Hype um schicke Smartphones. Trend verpasst, Geschäft ruiniert. Der Europa-Park hatte bisher immer den richtigen Riecher. „Wenn wir vor 20 Jahren jemanden gefragt hätten, ob wir ein Hotel eröffnen sollen, hätten viele gelacht“, sagt Michael Mack. Heute stehen fünf Hotels und ein Gästehaus auf dem Gelände – alle gut besucht, wie Mack versichert. Der 35-jährige Sohn des Parkchefs Roland Mack arbeitet in leitender Position und will als Vertreter der jungen Generation das Familienunternehmen auf der Höhe der Zeit halten. Ganz oben auf der Agenda: Der Freizeitpark soll digitaler werden. Auf Facebook, Twitter und Youtube ist man schon aktiv – und natürlich auf der eigenen Website. „Bei den Hotels haben wir einen Trend früh erkannt“, sagt Mack, „und so ist es diesmal hoffentlich auch.“ Als Geschäftsführer des Tochterunternehmens Mack Media erinnert er sich an die erste DVD, die 2001 im eigenen Haus produziert wurde: eine Dokumentation über den Park. „So etwas gab’s damals nicht. Mein Vater hatte sogar Angst, dass irgendwo ein unaufgeräumter Backstage-Bereich zu sehen ist.“ Heute gehören selbst produzierte Videos zum Alltagsgeschäft. Man kann sie im Souvenirshop kaufen, auf DVD bestellen oder im Internet anklicken. Das jüngste Projekt: der 4D-Film „Das Geheimnis von Schloss Balthasar“, der im Park-eigenen Kino läuft (4D = Geruch, Wasser, Wind, wackelnde Stühle). Um den Film zu produzieren, hat Mack einen zweiten Kameramann eingestellt, damit stehen nun fünf Menschen bei Mack Media auf der Lohnliste.

Machen Geld mit selbst produzierten Filmen: Michael Mack und sein Kameramann Fabian Primsch

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Gleich 550.000 stehen derweil auf der Fanliste bei Facebook; den Youtube-Kanal haben 12.300 Personen abonniert. „Die wollen unterhalten werden“, sagt Matthias Schilling, Leiter digitale Medien im Europa-Park. Meist geschieht das klassisch mit Fotos auf Facebook oder Einträgen im Achterbahn-Baustellenblog. Darüber hinaus bespielen die Mitarbeiter aber auch einen eigenen Fernsehkanal, der in den Hotelzimmern als Endlosschleife läuft. Sogar eine eigene Musik-CD („Rustis“) wurde schon produziert. Da ein großer Teil der Besucher aus Frankreich kommt, muss auch die Digitalisierung des Parks zweisprachig sein. „Wir wollen wachsen“, sagt Mack, „der Markt ist da.“ Deswegen sucht er noch mehr Personal. „Die Grundfrage ist, wie wir unsere Marke auch außerhalb des Parks noch stärker aufbauen. Dafür suchen wir die richtigen Leute.“ Aber lohnt sich die ganze Mühe auch? „Man kann den wirtschaftlichen Effekt schwer messen“, gesteht Mack. „Was bringen denn 300.000 Likes? Stellen sich die Leute am nächsten Morgen alle in die Warteschlange?“ Trotzdem ist er überzeugt, dass an der digitalen Strategie kein Weg vorbeiführt. Vieles werde inzwischen einfach erwartet – so auch die Ausstattung des Parks mit 14 Wlan-Hotspots, die momentan allerdings noch kostenpflichtig sind. Das meiste Geld mache man derzeit mit selbst produzierten Filmen, sagt Mack. Allein „Schloss Balthasar“ sei inzwischen 16 Mal an andere Freizeitparks verliehen worden. Rund 1,7 Millionen Euro Umsatz macht Mack Media derzeit im Jahr. In welchem Verhältnis das zum Gesamtumsatz steht, bleibt allerdings ein Geheimnis: Zu diesen Zahlen macht der EuropaPark traditionell keine Angaben. Steve Przybilla


Kolumne

Start-up mit viel Potenzial Die Stickin AG hat schon 11.000 Nutzer

Am Steuerrad

D Foto © Stickin AG

er Steuerberater Erik Herr ist ein alter Hase in der Branche. Für business-imBreisgau berichtet er in jeder Ausgabe über Nützliches und Kurioses, Aktuelles und Steuerbares.

Immer greifbar: Noch nie war Bonuspunkte sammeln so einfach.

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egonnen hat die noch junge Geschichte des Offenburger Start-up-Unternehmens Stickin AG in einer Fischkonservenfabrik in Neuseeland. Dort stand am Fließband während einer Kreativpause Jeremias Endres und hatte eine Idee: Warum nicht das Bonussystem mit den Rabattmarken aufs Medium der Zukunft, das Smartphone übertragen? Dann würden

auch bei ihm die Kärtchen aus den Portemonnaies verschwinden, das begrenzte Repertoire würde uferlos werden, simpel, schnell, modern, unabhängig. Heute hat Stickin 11.000 Nutzer und 140 Unternehmen mit 165 Ausgabestellen in Mittelbaden und Freiburg zusammengeführt. Die Unternehmen zahlen mindestens einen Euro am Tag für das neue Kundenbindungsprogramm.

Endres hatte damals eine Teilzeitstelle bei der Avenit AG. Dessen Vorstandsvorsitzender war Seifert, der die Internetagentur mit seinen Brüdern und einem Freund im Keller des elterlichen Wohnhauses gegründet hatte. Ende 2011 kam Endres zurück, sprach mit seinem Freund Alexander Schulze und wollte sich eigentlich selbstständig machen. Es kam anders: Seifert hatte das Potenzial schnell erkannt, im Oktober wurde ein Investor gefunden, ein family-office aus dem Stuttgarter Raum, im November gründeten Seifert, Endres und Schulze die Stickin AG. Seit Anfang 2013 ist es dank der Stickin-App möglich, Treuepunkte bei Partnern des Programms mobil zu sammeln. Ein Riesenmarkt.

90 Prozent aller Konsumenten über 14 Jahren, zitiert Seifert eine Studie, sammeln Bonuspunkte. Im Schnitt haben sie 4,2 Rabattkarten in der Geldbörse. „Und dann stärkt Stickin auch noch die regionale Wertschöpfung, weil die so gebundenen Kunden eben weniger Geld über Amazon und Co. exportieren.“ Das Geschäftsmodell überzeugte auch den Badischen Verlag, der im Februar einstieg. Heute arbeitet schon ein knappes Dutzend Leute für Stickin. Ob aus dem kleinen Start-up mal ein richtiger Player im Internet wird, hängt davon ab, wie schnell sich Stickin verbreitet und ob es Marktführer werden kann – erst in den Regionen, später national. „Das“, sagt Seifert, „müssen wir schaffen.“ bar

Sanierung vor der Insolvenz: Falls Gläubiger ein eigenes wirtschaftliches Interesse am Überleben eines Schuldners haben, können sie die Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit selber beseitigen oder sich freiwillig außergerichtlich vergleichen. Beim Teilzahlungsvergleich mit Abzinsung wird über eine bestimmte Zeit eine feste Summe bezahlt. Wenn das läuft, ist der Gläubiger meist bereit, auf ein Viertel seiner Forderung zu verzichten. Beim Pool-Vergleich werden über ein Treuhandkonto, in das der Schuldner einzahlt, die Gläubiger paritätisch bedient. Beim klassischen Vergleich hingegen verzichtet ein Gläubiger auf eine individuelle Quote seiner Forderungen. Private Kfz-Nutzung (1-Prozent-Regel): Falls ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter, auch Gesellschafter-Geschäftsführern, die private Nutzung arbeitsvertraglich untersagt, ist sie nicht zu versteuern. Auch dann nicht, wenn der Mitarbeiter das Verbot bricht. Gibt es aber Anhaltspunkte, dass das Verbot nur pro Forma ausgesprochen wurde, würde der Bundesfinanzhof wohl anders entscheiden. Die private Nutzung von im Betriebseigentum stehenden PCs, Handys oder Tablets ist hingegen immer steuerfrei. Auch steuerfrei können Vereine an Übungsleiter nun jährlich 2.400 und an Ehrenamtliche 720 Euro zahlen. Zuletzt in eigener Sache: Am 14. März wurde ich als Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung (DStV e.V.) anerkannt. Dieses Know-how wird in die Wirtschaftsberatung der Mandanten und die Sanierung angeschlagener Unternehmen fließen. www.herr-stb.de chilli | business im Breisgau | 05.2014 | 9


Wirtschaft Gewerbe

Die Ausweitung der Industriezone Der Gewerbepark Breisgau feiert 20-jähriges Bestehen – und will nach Frankreich wachsen

Foto © Oliver Münzer

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s ist ein Gewerbegebiet, von dem die meisten Freiburger Bürger gar nichts mitbekommen: Aber der Gewerbepark Breisgau ist die Ausweitung der Freiburger Industriezone. Das Rathaus beteiligte sich vor 20 Jahren zusammen mit zehn weiteren Gemeinden und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald am Kauf der Fläche vom Bund und an der Erschließung. Auf dem insgesamt 564 Hektar großen ehemaligen Militärgelände stehen mehr als 200 Fußballfelder (150 Hektar) Gewerbefläche zur Verfügung. Das interkommunale Wirtschaftsprojekt steht jetzt kurz vor der Fertigstellung. Mehr als 100 Hektar sind bereits verkauft, weitere 40 vorreserviert und gerade einmal zehn Hektar noch frei verfügbar. Ab 2017 ist der Park abbezahlt – dann können die Gewinne sprudeln. Allerdings denken die Park-Chefs bereits laut über eine grenzüberschreitende Erweiterung nach.

Durchs schöne Markgräflerland vorbei an Spargelund Getreidefeldern führt der Weg in Freiburgs entferntestes Industrie- und Gewerbegebiet. Freiburg? Jawohl: Die gut 20 Kilometer entfernte Stadt zahlte bei der Gründung 1994 rund 30 Prozent oder 1,8 Millionen Mark in den Investitionstopf für Grundstück und Erschließung, aus dem sie erst seit 2013 – also nach dem Abbau der Verbindlichkeiten – dank der erwirtschafteten Gewerbesteuer nun partizipiert. 10 | chilli | business im Breisgau | 05.2014


Wirtschaft Gewerbe

Aus anhaltendem Platzmangel auf der heimischen Gemarkung suchte man bereits in den 90ern nach Möglichkeiten, dennoch von den Ansiedlungen von Unternehmen zu profitieren, die sich in der Nähe der Stadt niederlassen wollten. Initiator des gesamten Projekts war der damalige Freiburger Oberbürgermeister Rolf Böhme, wie sich Rathaussprecher Walter Preker erinnert: „Wir hatten hier in Freiburg nach der militärischen Konversion ja eine ähnliche Situation: Die Soldaten haben riesige Flächen wie etwa die Vauban hinterlassen, was für eine Stadt wie Freiburg natürlich ein Geschenk des Himmels war.“ Böhme, der im Ankauf solcher Flächen daher bereits erfahren war, wurde beim damaligen Wirtschaftsminister Dieter Spöri und später bei den Bürgermeistern der Umlandgemeinden vorstellig. Gemeinsam und mit Unterstützung durch zinslose Darlehen vom Land gründete man den Gewerbepark Breisgau. „Es ging für Freiburg vor allem darum, großflächigen Industrieansiedlungen, die unter Umständen auch Krach oder Müll machen, einen Platz zu bieten“, erklärt Preker.

Früher Jagdflugzeuge, heute Boom-Town Insgesamt wurden in das Projekt seit 1994 mehr als 50 Millionen Euro investiert. Heute ist der Park eine echte Boom-Town: Auf dem Gelände haben sich allerhand große Konzerne und Firmen mit Global-Player-Charakter angesiedelt: General Aerospace (Zulieferer für Boeing und Airbus), Eon, Foto Cewe Color, Lidl, General Logistics (GLS) – sie alle werden hier zu Nachbarn. Heute stehen dort, wo früher Jagdflugzeuge des Typs „Phantom II“ starteten und landeten, etwa 180

Betriebe, die fast 2000 Menschen Arbeit geben. Bis 2015 sollen es 200 Firmen mit 2500 Mitarbeitern sein. So langsam kommt dieser Boom auch bei den Geldgebern an: Bereits im vergangenen Jahr schüttete die Gewerbepark Breisgau GmbH erstmals 500.000 Euro an die elf beteiligten Gemeinden und den Landkreis aus. Spätestens im Mai 2017 sollen die ehemals 21 Millionen Euro Schulden abbezahlt sein. „Noch läuft da nicht besonders viel“, lässt Preker im Hinblick auf die Einnahmen durchblicken, dass die Stadt Freiburg, die mit 30 Prozent den größten Anteil am Zweckverband hält, sich in Zukunft noch einiges mehr erwartet, „im Moment ist das eher ein Nullsummenspiel.“ Das dürfte sich allerdings bald ändern, die Entstehungsphase ist so gut wie abgeschlossen. Mehr als 90 Prozent der Fläche sind bereits verkauft, und nimmt man die Marke aus dem vergangenen Jahr als Anhaltspunkt – alleine in 2013 veräußerte die Gewerbepark GmbH 16,7 Hektar Fläche –, könnte man wahrscheinlich noch viel mehr Industrie hier ansiedeln. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt der Geschäftsführer der Gewerbepark GmbH, Markus Riesterer, daher auch mit ein wenig Bedauern. „Wir haben fast keine Flächen mehr und werden das Ergebnis von 2013 nicht wiederholen können.“ Erste Priorität haben daher in naher Zukunft infrastrukturelle Maßnahmen: So soll ein Hotel mit 60 Betten entstehen, Tankstellen sollen gebaut und neue Fernwärmetrassen verlegt werden. Ein wenig Wachstumspotential ist noch im angrenzenden Umland vorhanden: Maximal 50 Hektar Erweiterungsfläche könnten dort noch erworben werden. Diese würchilli | business im Breisgau | 05.2014 | 11


Wirtschaft Gewerbe

de aber höchstens Platz für 20 Hektar Gewerbefläche bieten. Das liegt auch im eigenen Charakter der Wirtschaftszone begründet: Gut Dreiviertel des Parks dienen als Naturschutz- oder Ausgleichsfläche. „Dieser Parkcharakter soll erhalten bleiben“, stellt Harald Kraus fest, Eschbacher Bürgermeister und zugleich der Vor-

Bald binationaler Rheinpark? sitzende des Gewerbepark-Zweckverbandes, „denn unser Gelände wird von vielen als Naherholungsgebiet genutzt und bietet auch vielen Tieren eine Heimat.“ Und tatsächlich: Fährt man durch den Park, hat man kaum das Gefühl, in einem Industriegebiet unterwegs zu sein. Bis im Jahr 2017 Schuldenfreiheit herrscht, könnte bereits das nächste Projekt in den Startlöchern stehen:

Wenn das Atomkraftwerk in Fessenheim – wie von Frankreichs Präsident FranÇois Hollande angekündigt – 2016 endgültig seine Brennstäbe abklingen lässt, wollen die Parkbetreiber angeführt von Kraus und Riesterer möglicherweise sogar Grenzen überschreiten: Auf dem knapp 100 Hektar großen linksrheinischen Gelände, auf dem derzeit noch der Strom mit dem schlechten Gewissen produziert wird, soll ein mit dem Gewerbepark Breisgau verbundener binationaler Rheinpark entstehen. „Für mich ist das nicht nur eine Vision“, bekräftigt Kraus, „ich sehe darin eine echte Chance.“ Anfang Mai gab es bereits das erste Treffen mit vier französischen Bürgermeistern der Nachbargemeinden. Es deutet vieles auf eine weitere Ausweitung der Industriezone hin. Felix Holm

Info

Gewerbepark

Breisgau in Zahlen

> Gründung: 1994 > Fläche: 564 Hektar* *(davon 250 Hektar Industrie und Gewerbegebiet und flug affine Fläche) > Firmen: 180 > Mitarbeiter: 2000 > Durchschnittspreis pro Quadratmeter: 65 Euro (1997: 75 Mark) > Gewerbesteuerein nahmen 2013: 1,9 Mio. Euro (nach Abgaben)

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Konkurrenz belebt das Gespräch Gastronomie

„Trinken wir einen?“

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ie sind die Chefs von zwei der derzeit hippsten Läden der Stadt: Gerrit Kossmann ist der Geschäftsführer von Schmitz Katze im Stühlinger, Christian Rotzler macht unter anderem das The Great Räng Teng Teng im Stadtzentrum. Beide Läden haben eine sich überschneidende Zielgruppe: Junge Leute, die nicht auf Schicki-Micki, sondern auf gute Musik aus sind. Gute Laune ist ihr Geschäft – aber wie ist die Stimmung, wenn sie mit dem direkten Konkurrenten am Tisch sitzen? business-im-Breisgau-Redakteur Felix Holm hat’s rausgefunden.

Foto © fho

Zwei Freiburger Club-Betreiber im Dialog

Zwei Männer, eine Branche: Gerrit Kossmann und Christian Rotzler

bib: Welche Zielgruppe sprechen Sie mit Ihren

Geschäften an? Rotzler: Leute ab 21, Menschen, die die ganze Bandbreite von Rock’n’Roll zu schätzen wissen. Eigentlich bedienen wir alles abseits des Mainstreams, ohne zu skurril zu sein. Wie wollen den Laden mit Studenten, Musiknerds und sonstigem Spaßpublikum füllen. Kossmann: Vom Alter her sprechen wir mit unserem Kernprogramm auch bewusst Menschen ab 21 Jahren an. Alle musikbegeisterten Leute kommen zu uns. Wobei wir von der Musikschiene her verstärkt in die Elektrorichtung gehen. Wir machen aber auch Sachen für Kleine und ganz Kleine, etwa Kasperletheater oder Ähnliches. bib: Wo liegt die Schnittmenge der beiden Clubs? Rotzler: Ich glaube, es sind beides sehr kommunikative Läden ... Kossmann: Ja. Und auch beide mit einer klaren Linie geführt. So wie ich Deinen Laden kenne (blickt zu Rotzler), da merke ich Freundlichkeit, Hautfarbe und Sexualität spielen keine Rolle, alle sind willkommen. Rotzler: Außer junge Nordafrikaner, die anderen Gästen in die Tasche greifen wollen. Kossmann: Ja, das ist auch bei uns ein Problem. Seit Monaten. Mir haben sie das Portemonnaie im eigenen Laden aus der Hosentasche gezogen. bib: Ist das ein neues Problem in der Clubszene? Kossmann: Ja. Zumindest in der Häufigkeit. Seit einem halben oder dreiviertel Jahr ist das echt massiv. bib: Was gefällt Ihnen am Club Ihres Gegenübers? Kossmann: Als ich das letzte Mal im Räng war, das war, bevor ich die Katze überhaupt hatte, habe ich den Kicker sehr genossen. Ansonsten ist das einfach ein schöner, trash14 | chilli | business im Breisgau | 05.2014

iger Laden, wie man es liebt: dunkel, verraucht, nette und schnelle Bedienungen. Servicequalität ist ganz entscheidend dafür, wie gut ein Laden ist. Rotzler: Der Außenbereich in Schmitz Katze ist natürlich ein dickes Pfund, da können wir nicht mithalten (lacht). Ich muss zugeben, dass ich, wenn ich elektronisch feiern gehen will, mich dort genau richtig aufgehoben fühle. Kossmann: Hast du die neue Anlage schon gehört? Rotzler: Ja. Ich habe gerade überlegt, ob ich das auch noch sagen soll. Kossmann: Das muss ja jetzt nicht hier rein ... Rotzler: Doch! Soundtechnisch seid ihr auch echt gut. bib: Aber – unter uns – es gibt doch bestimmt etwas, was Ihnen beim anderen gar nicht gefallen hat? Kossmann: Habe ich nichts gefunden. Aber so gehe ich auch nicht in andere Läden rein, wenn ich nicht um ein Feedback gebeten werde. Was vorkommen kann. Rotzler: Was ich ansprechen würde – und das wäre wahrscheinlich genau der gleiche Punkt, wenn meine Gäste über meinen Laden reden –, ist die Luft. Kossmann: Wir haben einen Raucherraum, das ist die Bar. Da ist die Luft tatsächlich ein Problem. Aber die Clubgänger wollen rauchen. Und wenn du nicht mehr rauchen kannst, dann riechst du auf einmal den Schweiß – und das ist dann auch unangenehm. bib: Schauen Sie manchmal aufs Programm des anderen, um zu wissen, wie Sie selbst den Laden voll bekommen? Kossmann: Gar nicht. Rotzler: Ja gut. Es gab zwei, drei Veranstaltungen, die die in der Katze gehabt haben, wo ich gedacht habe, das ge-


Konkurrenz belebt das Gespräch Gastronomie

hört eigentlich zu mir. Leider fällt mir der Name nicht mehr ein. Aber im Großen und Ganzen gibt’s da keine Überschneidung. bib: Wenn ich einen Club aufmachen möchte, welchen Tipp würden Sie mir geben? Kossmann: Erstmal müssen Sie viel Geld mitbringen. Und dann muss eine gerade Linie zu erkennen sein – sowohl im Konzept als auch in der Arbeitsweise. Rotzler: Ganz klar: Man muss sich eindeutig positionieren. Das haben wir zum Beispiel mit unserem anderen Laden, dem Dreieck, bislang noch nicht geschafft. Da feilen wir noch an einem ganz klaren Konzept. Im Herbst wollen wir da einen Kurs einschlagen, vorher bleibt aber erst einmal alles beim Alten. Kossmann: Das ist eine große Aufgabe, die ihr da habt. Rotzler: (lacht) Ist ja auch ein großer Laden. Fast schon unverschämt groß. bib: Ein großes Thema, welches das Freiburger Nachtleben betrifft, ist die Einführung des kommunalen Ordnungsdienstes KOD. Ein Wort dazu? Kossmann: Uns betrifft das kaum, auch weil wir dafür zu weit ab vom Schuss sind. In dieser Situation ist das ein echter Vorteil. Trotzdem: Ich finde das mit dem KOD riskant und bin nicht davon überzeugt. Aber das Ordnungsamt hier ist law&order-geführt. Da wird ein großer Teil, der die Stadt sehr bereichert, sehr eng gehalten. Rotzler: Ich kann zu dem Thema nicht viel sagen. Mir war es nur wichtig, dass nicht die Sperrzeiten geändert wurden. Das wäre fatal gewesen, wenn man die auf drei Uhr verlegt hätte. Diese Probleme liegen aber in meinen Augen nicht unbedingt an der Stadtverwaltung, sondern an den Anwohnern. Kossmann: Ja. Aber es liegt auch an der Gewichtung. Du hast einen Anwohner, der Terror macht – EINEN – in einem Gebiet, das voll belebt ist. Und dann gibt es große Konsequenzen für viele andere, die viel Geld investiert haben. Allerdings muss man auch sagen, dass es eben ein Miteinander ist. Man muss einfach miteinander reden und beide Seiten sollten Verständnis füreinander aufbringen. Ich habe mich gewundert, dass die Wirte der Innenstadt nicht zusammengelegt und ein eigenes Sozialteam zusammengestellt haben. Rotzler: Wir haben ja unser Down-Town-Street-Team. Und als es um die Sperrzeitverlängerung ging, sind wir ja auch aktiv gewesen und haben schnell gehandelt. Das war aber auch ein kampagnenfähiges Thema, da sind die Leute gut drauf angesprungen, wir waren bei allen Gemeinderatsfraktionen vorstellig. Am Schluss ist dann der KOD auch ein wenig als Kompromiss durchgewunken worden. bib: Unterm Strich: Ist Freiburg eine gute Stadt für Clubbetreiber? Kossmann: Ja. Auf jeden Fall ist es eine sehr junge Stadt mit einer dementsprechend großen Zielgruppe. Und

wenn wir gucken, was es an Angebot gibt, bin ich doch immer wieder erstaunt, wie das für alle Beteiligten funktioniert. Insbesondere für diese ganzen Schicki-Micki-Läden, die eigentlich alle dieselbe Zielgruppe haben. Rotzler: Ich glaube, dass es schon auch Abende gibt, an denen es nicht so läuft. Bei uns ist das nicht so, aber ich finde es schon verwunderlich, dass insbesondere freitagabends doch manche Läden ein Problem haben, die Tanzfläche voll zu bekommen. Ich glaube, da wird es für manche auch so langsam schwierig. Kossmann: Ok. Das bekommen wir da draußen so gar nicht mit. Rotzler: Auch unter der Woche ging in meinen Augen früher mehr. Ich glaube ja, dass das auch mit diesen verkürzten Studiengängen wie Master und Bachelor zusammenhängt. So drängt sich alles aufs Wochenende. bib: An dieser Stelle: Danke für das Gespräch. Oder gibt es noch etwas zu sagen? Rotzler: Von meiner Seite aus nicht. Kossmann: Nein, von meiner auch nicht. (zu Rotzler) Aber wir trinken irgendwann mal einen, oder? Rotzler: Gerne.

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Wirtschaft Vereine

Im Dienste der Region

20 Jahre WRF – Wachstum, Regionalpolitik, Flächenmanagement

Wirtschaftsregion in der Kellerwirtschaft: Im neuen Weingut Franz Keller in Oberbergen feierten rund 180 Menschen aus Politik und Wirtschaft Anfang Mai 20 Jahre WRF.

Foto © Weingut Keller

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er Verein Wirtschaftsregion Freiburg (WRF) hat sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 180 Gäste kamen in die Keller wirtschaft des Weinguts Franz Keller in Oberbergen und ließen es sich gut gehen. Im Kern geht es bei der Organisation um die Kooperation der Wirtschaftsförderungen der Stadt Freiburg sowie der Landkreise Breisgau Hochschwarzwald und Emmendingen. „Die vergangenen zwanzig waren sehr dynamische Jahre, in denen Stadt und Region einen beispiellosen Aufschwung erfahren haben“, sagte die WRFVorstandsvorsitzende und Breisgau-Hochschwarzwald-Landrätin Dorothea Störr-Ritter.

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Bei der Gründung durch den damaligen Freiburger Oberbürgermeister Rolf Böhme, die Landräte Jochen Glaeser (Breisgau-Hochschwarzwald) und Volker Watzka (Emmendingen) sowie Bernd Dallmann als Geschäftsführer waren 16 Städte und Gemeinden am Start. Inzwischen hat der Verein 56 Mitglieder (Landund Stadtkreise, Gemeinden und Städte, Kammern, Verbände, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, regionale Institutionen) und konnte damit den Jahresetat von 170.000 Mark auf knapp 200.000 Euro erhöhen. Die Wirtschaftsregion ist mit 627.000 Einwohnern, 229.000 Beschäftigten und einem Bruttoinlandsprodukt von 19 Milliarden Euro eine der wachs-


Wirtschaft Vereine

tumsstärksten in Deutschland. Die Bevölkerungsentwicklung sowie die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Erwerbstätigen bewegen sich weit über dem Landesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote ist heute mit 4,3 Prozent deutlich niedriger als im Gründungsjahr 1994. 1988 lag sie noch bei 11,4 Prozent. Dallmann: „Regionalpolitik ist in hohem Maße Vertrauenssache. Jeder Partner muss seine Rolle übernehmen, um damit den Gesamtnutzen für die Region zu optimieren.“ Bei Firmenansiedlungen, heißt es in einer WFR-Pressmitteilung, stünden die Interessen der Unternehmen im Vordergrund und nicht „lokalpolitische Egoismen“. Denn viele Aufgaben wie Müllentsorgung, Energieversorgung oder der Nahverkehr sind nur regional zu bewältigen. Ein zweites Motiv für die Gründung war – schon damals – der Engpass an Gewerbeflächen. Daher war eine der ersten Aufgaben die Entwicklung eines Konzepts zur Nutzung und Vermarktung des ehemaligen Militärflugplatzes im Bremgarten zum Gewerbepark Breisgau (siehe Titelgeschichte). In der Folge initiierte der WRF die Gründung des trinationalen Netzwerks BioValley, schuf mit dem Verein Medien Forum Freiburg (heute bwcon: badenwürttemberg connected) eine Plattform für die Medienbranche (zu der aktuell rund 900 Betriebe zählen) oder schob auch 1997 die Eröffnung der Alten Wache als Haus der Badischen Weine auf dem Münsterplatz an.

Beim Bau der Neuen Messe in Freiburg beteiligte sich der WRF an der Messe Freiburg GmbH & Co. KG mit 100.000 Mark und half später bei der Etablierung des Location Office Freiburg zur Stärkung des Medienstandorts mit 11.500 Euro. Der Verein war auch beteiligt beim branchenübergreifenden Cluster Green City, das von 2009 an Unternehmen aus der Region einen Zusammenschluss unter den Schwerpunktthemen Erneuerbare Energien, Umwelttechnologien, Nachhaltiges Planen und Bauen, Mobilität sowie Bildung, Forschung und Entwicklung im Bereich Nachhaltigkeit ermöglichte. Seit 2012 verfolgt die Clusterinitiative HealthRegion Freiburg – ebenfalls mit ideeller Beteiligung der WRF – das Ziel, die Innovationsstärke und Wettbewerbsfähigkeit der Region durch die Verknüpfung von Gesundheitswirtschaft, Gesundheitstourismus und E-Health zu stärken. Und im kommenden Juli soll das von der EU geförderte Projekt Welcome Center als zentrale Anlaufstelle für internationale Fachkräfte eröffnet werden. International geht es beim ebenfalls von der EU geförderten Upper Rhine Valley zu, das die Region am Oberrhein stärker gemeinsam vernetzen und vermarkten soll. In Zukunft wird der Erfolg der Wirtschaftsregion noch stärker davon abhängen, in welchem Maße es gelingt, hoch qualifizierte Fachkräfte anzuziehen und dauerhaft zu binden. Die Versorgung der prosperierenden Region mit Wohn- und Gewerbeflächen gehört deshalb zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben: Wachstum braucht Raum. bib/bar


Wirtschaft Bauen

Der AC/DC-Tower von Freiburg Architekt Frey baut einen Power-Tower am Güterbahnhof

Die schachbrettartige Matrixstruktur windet sich um die Baukörper des Hightech-Towers, liefert dabei Statik, Balkongeländer und die Konstruktion für die Solarmodule.

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Visualisierungen © Architekten Frey

as Hickhack um einen städtebaulichen Akzent am Südosteingang zum Güterbahnhof hat ein Ende: Zwischen Zollhof und Extrol-Tankstelle baut der Architekt Wolfgang Frey vom kommenden Sommer an zwei Jahre lang einen 48 Meter hohen, 17-stöckigen, doppelten Green-City-Tower. Investition: 48 Millionen Euro. Ohne das 5600 Quadratmeter große Grundstück, für das er geschätzt noch einmal 4,5 Millionen hingeblättert hat.

Bis zu 80 Mietwohnungen auf 5000 Quadratmetern wird der konische Turm von Freiburg haben, die restlichen Räume (Bruttogeschossfläche: 16.000 Quadratmeter) stehen für gewerbliche Nutzer offen. Neben der markanten Architektur besticht das Vorzeigeprojekt vor allem dadurch, dass es jährlich

eine halbe Million Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugen kann – und dass es zwei parallele Stromkreise hat: einen für Wechselstrom, einen für Gleichstrom – mithin geht Frey wohl als Erbauer des ersten AC/DC-Towers von Freiburg in die Stadtgeschichte ein.

Zukunftsweisende Technologie Solarstrom ist Gleichstrom, und egal, wie fortgeschritten die Wechselrichter sind, die es braucht, um daraus den haushaltsüblichen Wechselstrom zu machen – es geht Energie verloren. Fahrstühle, Allgemeinbeleuchtung wird es im Green City Tower nur auf Gleichstrombasis geben. Womöglich auch GleichstromHaushaltsgeräte – jede Einheit bekommt so unterschiedliche Steck-

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dosen. Hieran arbeiten vor allem Siemens-GebäudemanagementExperten in Zürich. Zukunftsweisend sind im Tower vor allem die Speichermedien: Es gibt Lithiumbatterien für die kurzfristige Speicherung des Solarstroms und Vanadium-Redox-Flow-Batterien, die die umweltfreundlichere Energie bis zu 10 Wochen lang aufbewahren können. Somit kann beispielsweise in Schwachlastzeiten Strom aus Sonnenkraft zur Ladung der Batterie verwendet werden, während zu Spitzenlastzeiten regenerativ erzeugter Strom zusätzlich aus der Batterie in das Netz eingespeist werden kann. Und das hört sich viel einfacher an, als es ist. „Der Green City Tower Freiburg ist ein Vorzeigeprojekt für die Entwicklung des Güterbahnhofareals. Das Gebäude enthält einen Nutzungsmix aus Gewerbe, Wohnen


Kommentar

Kompromiss auf turmhohem Niveau

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a lächelten sie in die Runde, Baubürgermeister Martin Haag, FWTMChef Bernd Dallmann und der Architekt Wolfgang Frey. Ein Vorzeigeprojekt, ein Leuchtturm, ein wegweisendes Konzept hatten sie zu verkünden, der Green City Tower an der Neunlindenstraße auf dem Güterbahnhof-Areal. Dabei ist das, was nun gebaut werden soll – nach schier endlosen Diskussionsrunden, in denen sich längst nicht alle ständig grün waren – nur ein Kompromiss. In der ursprünglichen, energetisch noch ambitionierteren Variante, hätte der Turm vom Boden bis zur Spitze 72 Meter gezählt und ein Windrad auf dem Dach gehabt. Das war dem Rathaus dann doch zu hoch.

und Dienstleistung. Es ist ein städtebaulicher Akzent und zeigt, was energiepolitisch derzeit möglich ist“, sagte Baubürgermeister Martin Haag neulich vor Journalisten. „Die moderne Architektur symbolisiert das zukunftsweisende integrative Quartierskonzept des Güterbahnhofs, das Wohnen und Arbeiten in einem Gebäude ermöglicht“, findet Bernd Dallmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, die die schwierigen Verhandlungen moderiert hatte. Der jetzt final geplante Tower ist deutlich niedriger als sein 72 Meter hoher Vorgänger und spricht auch architektonisch eine andere Sprache. „Es war das gemeinsame Ziel von uns, den Ingenieuren und dem Stadtplanungsamt, Architektur und Technologie zu versöhnen“, sagt Frey.

An die AC/DC-Towers angedockt werden zwei auseinanderlaufende Seitenflügel (5 bis 7 Etagen, 16 bis 22 Meter hoch), in dem sich hinter den Gebäuden öffnenden Innenraum setzt Frey ein viergeschossiges Parkhaus mit 260 Stellplätzen. Beiläufig ezählt er, dass er schon eine schriftliche Zusage des Stadtplanungsamts gehabt habe, wonach er keine Tiefgarage bauen müsse, weil eine Hochgarage nicht mit zur im Bebauungsplan festgeschriebenen GFZ (Geschossflächenzahl) zähle. Dann kam das Baurechtsamt und kassierte diese Einschätzung wieder ein. Nun muss er zwei Stockwerke in die Erde bauen. Zusätzliche Kosten: 2,5 Millionen Euro. Am anderen Ende des Gebäudes gibt es dafür noch ein Leckerli: einen Skygarden. Lars Bargmann

Der querdenkende Architekt hätte sehr gerne energetisch noch viel anspruchsvoller gebaut – nicht zuletzt mit einem Windrad auf dem Dach –, aber das war bau- und auch privatrechtlich nicht möglich. Erstens hätte der Bebauungsplan für die Höhe geändert werden müssen, was vonseiten der Stadt keiner wollte. Zudem verbietet der – der Redaktion vorliegende – städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und der Güterbahnhofsentwicklerin aurelis aus 2009 allen Käufern, eigene Wärme zu erzeugen. Die darf auf dem Areal nur Badenova liefern. Ein Megawatt Strom sollte der Green-CityTower in seiner ursprünglichen Fassung erzeugen, ein halbes ist nach dem ganzen Hin und Her nun übrig geblieben. Das aber ist keineswegs schlecht. Auch in seiner abgespeckten Version ist der Turm ein sehr ambitioniertes Projekt, das zu Freiburg passt und für das sich mit Siemens, dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, den Firmen ads-tec (Speicherenergie) und SI Solarmodule sowie Badenova ein schlagkräftiges Team zusammengefunden hat. Ob der Haus- und Hofversorger sich in diesem Gremium lange sehr wohlfühlt, bleibt aber abzuwarten. Denn Strom braucht Frey nicht. Und das bisschen Wärme wird für die Badenova sicher kein Geschäft. Lars Bargmann

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Wirtschaft Automarkt

Von Flitzern, Fortschritt & Verbrauchern business im Breisgau Branchengespräch: Automobile

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und 460 Autohäuser und Kfz-Betriebe gibt es in Freiburg sowie den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Rund 4000 Mitarbeiter beschäftigt die Branche. Das Wirtschafts-

Auch der Automarkt ist ein hart umkämpfter. Auf der einen Ebene zwischen den einzelnen Händlern in der Region, auf der anderen aber – die wirtschaftlich noch gewichtigere – zwischen Händlern und Herstellern. „Die Hersteller versuchen verstärkt den Direktvertrieb zu forcieren und die Vorgaben an die Händler werden immer anspruchsvoller“, sagt Jürgen Henninger, der Sprecher der Freiburger Kfz-Innung. Einerseits werden die Händler genötigt, neue Autohäuser, en vogue sind Glaspaläste, nach sehr detaillierten Herstellervorgaben zu bauen – was durchaus bis zur Farbe der Fliesen und des Schreibtisches gehen kann. Und auf der anderen werden die Vertragslaufzeiten und damit die finanzielle Planbarkeit der Erträge immer kürzer. „Die Pflichten und Kosten steigen, die Rechte und Erträge sinken“, kritisiert Henninger. Hier seien aber die der Innung übergeordneten Stellen wie der Landesverband und der ZDK (Zentralverband der Kraftfahrzeugbetriebe in Deutschland) gefordert. „Die müssen mit aller Macht den mittlerweile oft überzogenen Forderungen der Hersteller Einhalt gebieten und die Positionen der Vertragshändler stärken.“

Fotos © ns

Hersteller und Händler

Zwei dieser Händler sind Ralph Kollinger und Marcus Sütterlin. Der eine bedient eher den Premiummarkt (Range Rover, Land Rover, Jaguar, Volvo, aber auch Alfa Romeo, Fiat und Mitsubishi), der andere steht eher für den kleineren Geldbeutel (Skoda, Honda, zudem Honda-Motorräder). „Die Hersteller haben in den vergangenen 20 Jahren vieles an den Handel delegiert, was sehr kostenintensiv ist, es fehlt aber im Gegenzug jede neue Ertragsmöglichkeit“, sagt Sütterlin, der mit 34 Beschäftigten etwa 15 Millionen 20 | chilli | business im Breisgau | 05.2014

magazin business im breisgau startet jetzt eine lose Reihe von Branchengesprächen. In der Premiere geht es um Margen und Märkte, Mitarbeiter und das Tauziehen zwischen Herstellern und Händlern.

Euro im Jahr umsetzt. „Die Konzerne denken ja völlig anders als wir Mittelständler. Konzerne sind renditeorientiert, wir setzen auf lange Kundenbeziehungen und auch langfristige Beschäftigungsverhältnisse. Das passt gelinde gesagt nicht immer optimal zusammen“, sagt Kollinger beim Autogespräch in der Redaktion. Er setzt mit 112 Mitarbeitern knapp 40 Millionen Euro um. Die Hersteller löschen ihren Ertragsdurst beim Einkauf (Zulieferer), beim Verschlanken eigener Strukturen und vor allem bei den Händlern. Die Händler aber können und wollen weder ihre Mitarbeiter noch ihre Kunden „ausmosten“. „Wir befinden uns in der Auslaufzone der Konzerne und müssen schauen, dass wir denen so weit es geht, nicht zuletzt auch rechtlich, auf Augenhöhe begegnen“, so Kollinger. Doch die Hersteller sitzen am längeren Hebel. „Die bauen einen enormen Investitionsdruck auf, den wir managen müssen“, berichtet Sütterlin. Das gilt nicht nur beim Bau neuer Autohäuser: Wenn der Lasterfahrer mit den neuen Autos am Standort an der Tullastraße die Fahrertür aufmacht, geht das Geld für die Ware gleichsam in diesem Moment an den Hersteller. Bis die Autos dann den Hof wieder verlassen, müssen die Händler große Summen über Haus- oder Herstellerbanken zwischenfinanzieren. Bei Kollinger sind so ständig zweistellige Millionenbeträge in der Waagschale. Dabei sind im Massensegment die Margen für Neuwagen bei den Händlern oft nur knapp über der Nachweisgrenze. Da geht es um die Stückzahlen und die damit verbundenen Leckerlis der Hersteller. Die Deckungsbeiträge fürs große Risiko liegen so eher im Kleinen, im Service, der etwa ein Fünftel des Umsatzes ausmacht, oder auch bei den Gebrauchten.


Wirtschaft Automarkt

Die Technik

„Der, der im Jahr 2000 ein Top-Monteur war und sich nicht weitergebildet hat, würde heute nur noch das Altöl wegbringen“, finden Sütterlin und Kollinger ein krasses Bild für den Technikfortschritt in der Automobilbranche. „Die rasante Entwicklung erfordert die ständige Schulung der Mitarbeiter. Hier wird es auch noch viele weitere Clusterungen für die Mechatroniker geben. In ein paar Jahren werden sicher schon Ingenieure in den Werkstätten arbeiten“, erzählt Henninger. Doch auch diesen enormen Schulungsaufwand müssen die Händler alleine stemmen. Die Leute fehlen an der Front in den Betrieben. Zudem müssen die Händler immer teurere Diagnosegeräte vorhalten. Sütterlin hat gerade eins gekauft: für 60.000 Euro. Die logische Folge des Fortschritts: Service, Reparaturen und Wartungen werden künftig für die Verbraucher sicher nicht günstiger.

Der Markt

Die Ausbildung

Was das Wohl bei den Kunden ist, die Lage im Dreiländereck, ist das Wehe bei den Fachkräften. „Hier im Süden leiden nicht wenige Betriebe darunter, dass gute, geschulte, bei uns ausgebildete Arbeitskräfte dann in die Schweiz zur Arbeit abwandern“, sagt Henninger. Es herrsche, auch wegen des hohen Beschäftigungsgrads, akuter Fachkräftemangel. Die Innung kann längst nicht alle offenen Ausbildungsstellen besetzen, auch wenn sie viel Unterstützung leiste, etwa durch das Entsenden von Botschaftern (Azubis im dritten Lehrjahr) in die Schulen. Oder den AzubiPool, der von der Innung organisiert wird, und wo etwa Bewerbungen bei Betrieben, die schon voll sind, an Kollegen weitervermittelt werden.

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Die Zahl der Neuzulassungen stagniert – trotz steigender Bevölkerungszahlen – seit Jahren. 1993 wurden auf der Freiburger Zulassungsstelle 7693 neue Nummernschilder an die Autos geschraubt, 2003 waren es 7862, im vergangenen Jahr 7242, so Stadtsprecher Toni Klein. Diese Zahlen sind indes nicht zu verwechseln mit den Verkaufszahlen, da viele Händler auch weit über ihr Einzugsgebiet hinaus verkaufen: an die Fuhrparks großer Chemiebetriebe am Hochrhein, Medienhäuser in Offenburg oder große Betriebe anderswo. Man befinde sich in einem „gesättigten Markt“, sagt Henninger. Da gleichzeitig die Serviceintervalle der Fahrzeuge immer länger würden, sei die Auslastung der Werkstätten „immer schwieriger“. Davon können Sütterlin und Kollinger indes nicht berichten.

Freiburger Besonderheiten

Die Käufer in Green City sind beim Autokauf keineswegs grün. „Der Kohlendioxidausstoß der Fahrzeuge ist bei der Kaufentscheidung kein priorisiertes Merkmal“, sagt Sütterlin. Der Freiburger kauft keine besonders ökologischen Autos. „Als wir als einer der ersten in Deutschland den Honda Hybrid im Angebot hatten, hat das zu überhaupt keiner Steigerung des Absatzes dieses Modells geführt.“ Eine andere Besonderheit: Während schon im nahen Emmendingen, aber auch weiter nördlich oder südlich viele getunte Autos die Häuser verlassen, ist das in Freiburg nahezu gar kein Thema. Und: Es gibt in Freiburg wenig Großkunden, weil es kaum Industrie gibt. In der Ortenau schon, im Markgräfler Land oder eben im Grenzgebiet auch. Aber: Die Kaufkraft hier ist groß, und die Nähe zu Frankeich und zur Schweiz bringt den Händlern auch zusätzliche Kunden – im Service und im Verkauf. Dieses Geschäft geht an Regionen, die nicht an Landesgrenzen liegen, vorbei. chilli | business im Breisgau | 05.2014 | 21


Wirtschaft Automarkt

Zwei mit Liebe zum Automobil: Marcus Sütterlin im De Lorean, Ralph Kollinger neben einem E-Type.

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Elektromobilität

Da schütteln Kollinger und Sütterlin kollektiv den Kopf. Kaum Nachfrage. Das Thema werde von der Politik in der Marktfähigkeit für die breite Masse überschätzt. Trotz schwieriger Bedingungen machen Sütterlin und Kollinger unterm Strich aber ein „ordentliches Geschäft“.

Es gibt übrigens noch eine Besonderheit: „Es gibt sehr viele Menschen, die Oldtimer sammeln und Luxusautos haben und die auch fahren. Aber das eben meistens nicht in Freiburg“, sagt Kollinger. In der Öko-Hauptstadt mit einem Ferrari spazieren fahren, ist vielen offenbar politisch nicht korrekt genug. Lars Bargmann

24 Stunden am Tag mobil Mercedes Schmolck nun auch am Kaiserstuhl

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igentlich sind wir ja noch ein Teenager, uns gibt es erst seit 1998“, sagt Jürgen Henninger, selbst 52 und seit über 30 Jahren fest mit der Emmendinger Firma Schmolck verbandelt. Das Unternehmen gibt es schon seit 1947, doch zuerst standen Landmaschinen und Kommunaltechnik im Vordergrund: Pflüge, Mähdrescher sowie der legendäre, robuste Unimog, den die Gemeinden von Lörrach bis nach Achern vom Generalvertreter Schmolck erwarben, um ihre Waldarbeiter und Schneeräumer damit auszustatten.

„Während der Ernte musste nun mal gewährleistet sein, dass der Mähdrescher 24 Stunden am Tag läuft, und auch im tiefsten Winter konnten wir bei einer Panne eines Räumfahrzeugs nicht sagen‚ da kommen wir erst am Montagmorgen vorbei“, erzählt Henninger. Rund um die Uhr erreichbar, damit der Kunde rund um die Uhr mobil ist. Diesen Servicegedanken aus der Gründerzeit hat das Unterneh-

men dann 1998 auf den Nutzfahrzeugbereich übertragen. Durch das Geschäft mit dem Unimog, der seit 1951 zum Daimler-Konzern gehört, wurde die Brücke zu den Transportern und Lastwagen mit dem Stern geschlagen. Trucker mit Problemen haben stets einen Ansprechpartner und Mechaniker zur Hand – auch in tiefster

40 Millionen Euro Umsatz Nacht. „Bei uns im Haus kann alles mit einem Stopp erledigt werden, von den Reifen über die Karosserie und Bremsen bis hin zu Reparaturarbeiten am Kranaufbau von Lastkraftwagen“, sagt Henninger. Das Unternehmen, das 1998 mit 70 Mitarbeitern begann, hat nun in fünf Betrieben an drei Standorten 290 Mitarbeiter (darunter 80 Monteure), die einen Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro erwirtschaften – durchaus eine Hausnummer in Südbaden, vor allem für einen Teenager.

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In Emmendingen sind drei Betriebe zu Hause: der Nutzfahrzeugbetrieb, der Bosch- und VW-Service und der Bereich Pkw für Mercedes und Smart. In Vogstburg-Bischoffingen kümmert man sich neuerdings um Pkw und Transporter, in Müllheim um Pkw und Lkw. Auch Neuwagen können in Zusammenarbeit mit der Freiburger Niederlassung verkauft werden. Und für Kunden mit Pkw gilt das Gleiche wie für die Brummis: Mobilität ist – auch durch Mietfahrzeuge – stets garantiert, und alle Arbeiten werden im Haus erledigt, auch Schäden in Windschutzscheiben werden behoben. Die Aussichten für die Branche in Südbaden beurteilt Henninger, der im Vorstand der Freiburger Kraftfahrzeug-Innung ist und dort unter anderem als Pressesprecher fungiert, durchaus positiv: „Die ersten vier Monate des Jahres waren gut.“ Gerade auf dem Land herrsche nach wie vor ein großer Wunsch nach Mobilität, zudem gebe es nur eine geringe Arbeitslosigkeit und daher auch eine hohe Kaufkraft. dob


Wirtschaft Automarkt

Heilig’s Blechle? Nein, lieber Fahrrad! Ein Statussymbol im Wandel der Zeit

Autofrei glücklich: Leo Hoffmann hat seinen Lappen schon mit 17 gemacht, radelt aber lieber.

Foto © nike

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ackeldackel und Häkelklorollen auf der Hutablage, samstägliche Lackpflegerituale und freie Fahrt ohne Geschwindigkeitsbeschränkung: Die Liebe der Deutschen zu ihren Automobilen ist legendär. Doch der Kultstatus des „Heilig’s Blechle“ gerät ins Wanken. Für die junge Generation ist das Auto nicht mehr so oft Dreh- und Angelpunkt des mobilen Lebens.

„Ab und zu wäre es nett, ein Auto zu haben, aber nicht so, dass ich mit dem Gedanken spielen würde, mir eines zuzulegen“, sagt Leo Hoffmann, Biologiestudent in Freiburg. Der 21-Jährige hat seinen Führerschein zwar schon mit 17 gemacht, einen Wagen besitzt er aber nicht. Momentan wären die eigenen vier Räder für ihn auch eher hinderlich als nützlich: „Hier in der Stadt gibt es ja gar keine Parkplätze vorm Haus, und an die Uni komme ich

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mit dem Fahrrad sogar schneller.“ Er könne sich gut vorstellen, auch nach seinem Studienabschluss autofrei zu leben: „Es kommt natürlich stark darauf an, wo und wie man lebt. Solange ich in der Stadt lebe und keine Kinder hin und her fahren muss, muss ich kein Auto vor der Tür haben.“ Mit dieser Einstellung zum Auto ist Leo Hoffmann in seiner Generation kein Einzelfall. Nach einem Bericht des Deutschen Insti-


Wirtschaft Automarkt

tuts für Wirtschaftsforschung (DIW) setzen sich junge Menschen immer seltener hinters Steuer. Fuhren jüngere Personen bis 29 Jahre 1994 noch 28 Kilometer pro Tag mit dem Auto, waren es 2011 nur noch 17 Kilometer. Waren 1994 noch 17 Prozent der Autos im Besitz von unter 30-Jährigen, ist dieser Anteil jetzt auf 7 Prozent gesunken. Das Verkehrsaufkommen wird trotzdem nicht weniger, weil im Gegenzug die Senioren ab 65 mit 20 Prozent heute sogar den doppelten Anteil aller Fahrzeuge haben als noch vor 18 Jahren. Dieser Trend macht sich auf dem Automarkt bemerkbar: War der durchschnittliche Neuwagenkäufer 1995 knapp über 46 Jahre alt, ist er heute bereits über 52 – die Jungen kaufen immer weniger, die Alten immer mehr Autos. Die Gründe für die Abkehr der Jugend vom Auto sind vielschichtig.

Andreas Knie, Soziologieprofessor und Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), erklärt die Entwicklung mit einem Wertewandel – das Auto habe die zentrale und übermächtige Bedeutung als Statussymbol eingebüßt. Das Auto befände sich im

»Das Auto gewinnt nicht immer gegen Smartphone und Co.« Wandel vom ‚Heiligtum‘ zum alltäglichen Konsumangebot: „Es ist einfach da, wie Strom, Wasser und Wärme.“ Als reiner Gebrauchsgegenstand konkurriert das Auto zunehmend mit anderen Anschaffungen und Kostenfaktoren und muss nicht selten hinter den neuen Fetischen Smartphone und Co. zurückstehen.

Die Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2010 nennt darüber hinaus die Sensibilisierung für das Thema Klimawandel als Grund für das veränderte Mobilitätsverhalten von Jugendlichen. Das Mobilitätsverhalten verändert sich, weg vom Besitzen und hin zum flexiblen Nutzen von Verkehrsmitteln. Dies bedeutet neue Herausforderungen für Städte- und Verkehrsplaner – und neue Chancen. In einem Zukunftsszenario, das Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entworfen haben, sind die Städter im Jahr 2050 in gemeinschaftlich genutzten (elektrisch betriebenen) Fahrzeugen unterwegs. So könnte sich die mobile Zukunft entwickeln: autolärm- und staufrei in grünen Städten mit frischer Luft und neu gewonnenen Freiflächen. Nicole Kemper 5 Anzeige

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Wirtschaft Automarkt

Da, wo der Stern im Zentrum steht

Mercedes-Niederlassungsleiter Volker Speck über den Markt und die Zukunft

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ie Mercedes-Niederlassung in Freiburg ist ein Schwergewicht im südbadischen Automarkt. Das 330-köpfige Team um den Niederlassungsleiter Volker Speck verkauft jährlich rund 2500 neue und 2500 gebrauchte Pkws und Laster, darunter auch 250 Smarts. Zu den Umsätzen in Verkauf und im Service macht Speck hingegen keine Angaben.

Für den Niederlassungschef ist der südbadische Markt „nach wie vor erfreulich innovativ und engagiert“. Die Region sei geprägt von einem sehr guten Mittelstand. Und wenn es dem Mittelstand gut geht, „ordnen wir uns da gerne ein“. Die Niederlassung versorgt das Gebiet von Emmendingen bis nach Bad Säckingen und verzeichnete dort in den vergangenen Jahren durchaus Wachstum. „Wir können mit unseren Produkten und Serviceleistungen überzeugen. Der Markt bleibt aber sicher anspruchsvoll.“ Eine zentrale Stärke seines Hauses sei das breite Portfolio: „Wir sind in jedem Segment von klein bis stark mit unseren vielseitigen, schnittigen Produkten gut aufgestellt.“ Während nicht wenige Händler von einem immer härteren Geschäft mit den Herstellern sprechen, weil sie

zum Bau neuer Häuser nach festgeschriebener Corporate Identity verpflichtet werden, ist Speck überzeugt, dass die Vorgaben für die Wiedererkennung wichtig sind. „Über allem steht jedoch, dass man sich bei uns zurechtfinden und wohlfühlen soll und die Atmosphäre stimmt.“ Auch die immer aufwändigere Technik und die damit verbundenen kostspieligen Schulungen der Mitarbeiter nimmt der Mann positiv: „Wir werden den Technikfortschritt nicht aufhalten.“ Der Drang nach sparsameren und umweltschonenderen Fahrzeugen bleibe bestehen, und dies gehe eben nur durch den Einsatz von Elektronik und besserer Technik: „Wir freuen uns auf die Zukunft!“ Die wichtigste Investition sei bei ihm derweil die in die Mitarbeiter. Bei der Niederlassung hätten inzwischen mehr als die Hälfte aller Servicekräfte einen Meisterbrief. Und er sei überzeugt, dass gute Mitarbeiter ein gutes Haus ausmachen. Größere Investitionen in den Standort sind derzeit indes nicht in der Pipeline. „Wir investieren kontinuierlich, und unsere Betriebsstätten erfüllen technisch alle erforderlichen Standards eines modernen Autohauses.“ bar

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Info

Mercedes History > April 1931: Karl Sprich gründet in Freiburg eine Firma und übernimmt die Mercedes-Benz Generalvertretung – in einem Mietshaus an der Talstraße 11-15. In den Verkaufsraum passen drei Autos. > 1939 hat Sprich 30 feste und 65 freie Mitarbeiter. > Im Oktober 1957 beginnt der Neubau auf einem 22.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Basler Landstraße. > 30 Jahre später wird das erste Grundstück im Industriegebiet Haid erworben. > Am 10. Januar 1985 wird der Neubau in der St. Georgener Straße 1 eröffnet. Grundstücksfläche: 53.492 Quadratmeter. Im November 1997 wird smart neuer Vertriebsstützpunkt Im Januar 2004 wird die Fahrzeug-Präsentation an der Besançonallee um 1060 Quadratmeter vergrößert.


Traum erfüllt Heiko Ehret übernimmt Autohaus Santo

Fotos © chilli

Wirtschaft Automarkt

Rarität: Das Autohaus Santo besticht durch Innenstadtlage. 5 Anzeige

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er Meister für Kraftfahrzeugelektrik, Heiko Ehret, hat jetzt den Mercedes-Benz-Partnerbetrieb Santo samt 35 Beschäftigten und der Immobilie in der Wilhelmstraße 3a von Heinz Santo übernommen. Was das gekostet hat, wollte Ehret nicht preisgeben.

Eine Besonderheit: die Lage am Rande der Innenstadt, denn Autohäuser sind heute in Gewerbegebieten zu Hause. Bundesweit, hat Ehret gehört, gebe es nur drei vergleichbare Betriebe so dicht am Zentrum. Eine zweite: „Dadurch, dass Santo früher ja auch ein Taxiunternehmen war, sind wir natürlich auch Anlaufstelle für Taxis“, sagt der neue Inhaber. Das Autohaus wird weiter nach seinem Gründer heißen, so bleibt auch der in der Vergangenheit erarbeitete Status quo erhalten, wonach Ehret gebrauchte Fahrzeuge reparieren und verkaufen kann sowie neue vermitteln – denn diese werden ausschließlich über die Hauptniederlassung an den Mann oder die Frau gebracht. Was er anders machen möchte als Heinz Santo? „Ich will die von meinem Vorgänger hervorragend gelebte Nähe zu den Kunden weiterführen, aber auch versuchen, neue Kundschaft in meiner Generation anzusprechen“, so der 40-jährige Betriebswirt. Zudem warten mit dem Ausbau von Elektromobilität und Produktpalette (etwa Smart und Transporter) neue Aufgaben auf den zweifachen Familienvater, der zuletzt für die Karlsruher S&G-Autohausgruppe vier Standorte geleitet hatte. KSC oder SCF? „Ganz klar der SC.“ Denn Ehret ist „mit Leib und Seele“ ein St. Georgener und hat dort auch gebaut. Acht Jahre lang pendelte der studierte Betriebswirt. Mit dem eigenen Autohaus zu Hause, in dem seine Frau Kerstin die Buchhaltung macht, hat er sich nun „einen Traum erfüllt“. Lars Bargmann

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Wirtschaft News

Menschen & Meldungen In der Kaiser-Joseph-Straße 261-263 hat ein Brand Store der dänischen Designmöbelmarke BoConcept eröffnet. Auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigt das Lifestyle-Label seine Designmöbelkollektion. Inhaber Hajo Dechau ist glücklich, die internationale Marke BoConcept nach Freiburg gebracht zu haben: „Freiburg ist meine Wahlheimat, in die wir als Anbieter von urbanem, dänischem Design gut passen.“

re-lounge gewinnt Innovationspreis

Gleich zweimal wurde die Freiburger Digitalagentur re-lounge jetzt vom INNOVATIONSPREIS-IT mit dem Prädikat „BEST OF 2014“ ausgezeichnet: einmal in der Kategorie „Web 2.0 & Social Media“ für den Corporate Blog „nurguteseiten.com“, zum zweiten in der Kategorie „Human Resources“ für die RecruitingKampagne „Fancy Frontendentwickler gesucht!“ Damit heimsten die Freiburger bereits zum sechsten Mal beim INNOVATIONSPREIS-IT Prämierungen ein.

Auszeichnung für Makler Müller

Das Portal ImmobilienScout24 hat in Kooperation mit dem Magazin WirtschaftsWoche Christian Müller Immobilien als einen der 1000 besten Immobilienprofis in Deutschland ausgezeichnet. Grundlage ist das bundesweit größte Verbrauchervotum zur Immobilienwirtschaft, für das rund 900.000 Mieter- und Käuferbewertungen aus 2013 und 2012 ausgewertet wurden.

Foto: © Koko

Urban Danish Design neu in Freiburg

Foto: © FFB

Fürstenberg erhält 15. DLG-Auszeichnung

Die Fürstenberg Brauerei ist beim jährlichen DLG-Qualitätswettbewerb mit ihren Bieren seit vielen Jahren erfolgreich. Nun kommt für die Brauer zu erst vor Kurzem gewonnenen fünf Goldmedaillen noch eine weitere Auszeichnung hinzu: der Preis für langjährige Produktqualität. Braumeister Daniel Haag: „Das motiviert uns alle natürlich noch mehr, in unserem täglichen Bemühen um Nachhaltigkeit in der Qualität nicht nachzulassen. Wir müssen uns immer wieder aufs Neue beweisen. Das ist gut so in einer Brauerei, die eine über 730-jährige Brautradition hat.“

Der berufene Dieter Bös

Dieter Bös, Geschäftsführer des Konstanzer Konzertveranstalters KOKO & DTK Entertainment GmbH, wurde von der Generalversammlung der e-maxx holding in St. Gallen einstimmig zum neuen Verwaltungsratsmitglied gewählt. Zur e-maxx holding gehören etwa die OpenAir St. Gallen AG sowie die SummerDays Festival AG.

1,8 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds Der südbadische Energieversorger Badenova fördert auch in diesem Jahr wieder 13 Klimaschutzprojekte aus dem Innovationsfonds mit knapp 1,8 Millionen Euro. „Die Vielfalt der Projekte zeigt deutlich, wie erfindungsreich und kreativ die Klimaschützer hier im Südwesten Deutschlands vorangehen“, sagt Badenova-Vorstand Mathias Nikolay. Die mit 250.000 Euro höchsten Förderungen gehen an ein Forschungsprojekt über das Vorkommen und die Vermeidungsstrategien von Abbauprodukten von Pflanzenschutzmitteln und an die Abfallwirtschaft Freiburg, die biogene Abfälle auf der Deponie Eichelbuck energetisch nutzbar machen möchte. Die Badenova-Tochter Wärmeplus bekommt 210.000 Euro dafür,

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dass sie beim Freiburger Neubaugebiet Gutleutmatten mit Fernwärmeversorgung erstmals dezentrale Solaranlagen so nutzen möchte, dass im Sommer das Netz abgeschaltet werden kann. Das Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik kriegt 245.000 Euro für eine mögliche Wirkungsgradsteigerung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) dank thermoelektrischer Generatoren, die erstmals überhaupt in ein BHKW eingebaut werden sollen. Unter den genehmigten Projekten sind zudem welche aus Weil am Rhein, Ühlingen, Offenburg, Umkirch, Teningen, Achern und Glottertal. Der Innovationsfonds hat insgesamt bereits 24 Millionen Euro für 223 Umweltprojekte zur Verfügung gestellt.


Visual: © Kuratorium Freiburger Schlossberg

Wirtschaft News

Neue Schlossbergmedaille

Auf Initiative des ehemaligen Oberbürgermeisters der Stadt Freiburg, Rolf Böhme, verleiht das Kuratorium Freiburger Schlossberg in diesem Jahr erstmals eine mit 5000 Euro dotierte Schlossbergmedaille für Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft. Diese bekommen bei der Premiere nach der Entscheidung einer deutsch-französischen Jury am 25. Juli im Historischen Kaufhaus Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident Erwin Teufel und der letzte Kommandeur des französischen Militärs in Freiburg, Roland Bock. Mit der Medaille soll 100 Jahre nach dem Ausbruch die Erinnerung an den Ersten Weltkriegs wach gehalten werden. Böhmes Nachfolger Dieter Salomon und Marcel Thimm als Vorsitzender des Kuratoriums Freiburger Schlossberg sagten sofort ihre Unterstützung zu.

Inxmail ausgezeichnet

Der E-Mail-Marketingspezialist Inxmail zählt nach einem von Handelsblatt, Universität St. Gallen und ServiceRating ausgerichteten Wettbewerb in diesem Jahr zu Deutschlands kundenorientiertesten Dienstleistern. Gleich die erste Teilnahme am Wettbewerb war erfolgreich. Geschäftsführer Martin Bucher: „Die Auszeichnung zeigt uns, dass wir sowohl dank unserer leistungsstarken E-Mail-Marketinglösung als auch wegen der hohen Servicequalität von unseren Kunden als kompetenter und zuverlässiger Partner geschätzt werden.“

Schweitzer Group zieht in die Lokhalle

Die Schweitzer Group bezieht im Sommer ihren ersten Standort in Baden-Württemberg. Der international erfolgreiche Südtiroler Ladenbauer lässt sich im „bedeutendsten Beispiel von Industriearchitektur aus der Zeit der Jahrhundertwende in Freiburg“ (Auszug Landesdenkmalliste), der Lokhalle Freiburg, nieder. Das inhabergeführte Unternehmen mit mehr als 700 Mitarbeitern ist eines der führenden in der Entwicklung und Realisierung von

Läden. Die Schweitzer Group mit Hauptsitz in Naturns betreibt insgesamt 16 Niederlassungen, etwa in Moskau, London, Mailand, San Francisco, Hongkong, Padua, Paris, Basel, in den ungarischen Städten Sopron und Csot. Im deutschen Raum sind die Ladenbauer bislang in Rosenheim, Leipzig und Hildesheim vertreten. Leiten wird die Freiburger Niederlassung, die als Schweitzer Vertrieb GmbH firmiert, Sebastian Hundehege.

Solvay bei Weltumrundung

Neuer Großaktionär bei der SAG

Der Chemiekonzern Solvay, der auch das Werk der früheren Rhodia in Freiburg gehört, hat nach Firmenangaben im ersten Quartal den Umsatz auf 2,6 Milliarden und den Gewinn um 20 Prozent auf 121 Millionen Euro gesteigert. Solvay ist beteiligt am spektakulären Solar Impulse 2-Flugzeug, das Anfang 2015 zur ersten Etappe der Weltumrundung aufbrechen und bei der Tour ohne einen einzigen Tropfen Treibstoff auskommen soll. Solvays Expertise bei innovativen Werkstoffen und nachhaltiger Energie ermöglicht dem „fliegenden Labor“, ausschließlich mit Sonnenenergie Flüge rund um die Uhr.

Die VR-Bank Westmünsterland in Coesfeld hat 9,4 Prozent der insolventen Freiburger Solarstrom AG (SAG) gekauft, die Sonnenstromkraftwerke plant, baut und betreibt. Die Genossenschaftsbank hält nun die Anteile, die zuvor dem SAG-Vorstandsvorsitzenden Karl Kuhlmann gehört hatten. Auf der Gläubigerversammlung, die vom Amtsgericht Freiburg für den 16. Mai anberaumt wurde, wollen der Freiburger Insolvenzverwalter Jörg Nerlich, der Vorstand und der vorläufige Gläubigerausschuss eine klare Zukunftsperspektive für den einstigen Branchenstar aufzeigen.

Badeparadies investiert

Josef Wund, der Chef des Badeparadieses Schwarzwald in Titisee, will weitere 24 Millionen Euro in das Freizeitbad stecken – und zwar ausschließlich in die Ausweitung der Saunalandschaft. Damit erhöht sich das Investitionsvolumen auf 71 Millionen Euro. Bisher gibt es vier Saunen auf 840 Quadratmetern, sieben neue auf dann 1950 Quadratmetern sollen dazukommen. Darunter eine Lebendsauna mit Fischen und Vögeln und eine Kinosauna. Das Badeparadies hatte 2013 rund 600.000 Besucher, 700.000 plus X wollen Wund und sein Geschäftsleiter Jochen Brugger erreichen – ab 2016.

Foto: © Badeparadies

Badeparadies: Mit der neuen Saunalandschaft erhöht sich die Gesamtinvestition auf 71 Millionen Euro.

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Wirtschaft News

Am 5. Juni steigt in Freiburg der 2. BusinessRun. Die Veranstalter rechnen mit 3000 Teilnehmern. „Die Premiere hat gezeigt, dass sich das Konzept aus gemeinschaftlichem Sporttreiben und geselligem Beisammensein bewährt“, sagt Kai Lucius, Geschäftsführer der BusinessRun Veranstaltungs GmbH. Firmen aus der Region sind aufgerufen, ihre laufbegeisterten Mitarbeiter in Dreier-Teams für die sechs Kilometer lange Strecke mit Zieleinlauf im MageSolar-Stadion zu motivieren. Nach der Siegerehrung im BusinessRun-Village findet im Stadion eine AfterRun-Party statt.

Preis für Querdenker GmbH

Die Freiburger Querdenker GmbH hat den Deutschen CSR-Preis 2014 in der Kategorie „Biodiversitätsmanagement zum Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt“ gewonnen. Die Jury des CSR-Preises würdigt damit die Leistungen, die sich als Initiatorin von BaumInvest, das Thema Vielfalt auf die Fahnen geschrieben hat. „Dieser Preis bestätigt uns, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind“, freute sich Leo Pröstler, Öko-Entrepreneur seit 25 Jahren und Geschäftsführer der Querdenker GmbH.

Innovativer Metzgermeister

(fho). Mehr als fünf Millionen Eurohat Metzgermeister Hermann Linder aus dem Glottertal in die Hand genommen, um in der Nachbargemeinde in Denzlingen einen hochmodernen Fleischverarbeitungsbetrieb mit 3000 Quadratmetern Arbeitsfläche zu errichten. „Wir wachsen jährlich im zweistelligen Prozentbereich, diese Produktionskapazitäten hat das Glottertal nicht mehr hergegeben“, begründet Linder den Neubau außerhalb der Heimat, „außerdem hat die Gemeinde nicht signalisiert, dass sie etwas für uns tun können. Hier hat man uns mit offenen Armen empfangen.“ Besonderes Augenmerk liegt in dem Betrieb auf dem innovativen Energiekonzept, welches sowohl vom „Energieeffizienzprogramm Mittelstand“ der KFW als auch mit 175.000 Euro aus dem Innovationsfonds der Badenova gefördert wird. Insgesamt hat Linder 1,163 Millionen Euro ins Energiekonzept gesteckt. Das Unternehmen verwendet am neuen Standort fast ausschließlich Energie aus Wind-, Wasserkraft und Biomasse, überschüssiger Strom kann in einer Strom-Pufferbatterie zwischengespeichert werden.

Foto: © fho

2. Businessrun

Der im April fertiggestellte Bau ermöglicht dem Familienunternehmen jetzt ein tägliches Produktionsvolumen von bis zu vier Tonnen. Die hier hergestellte Linie reicht vom Wurstsalat und Grillfleisch bis hin zum Schwarzwälder Schinken. Von der Zerlegung, über das Räuchern nach Reiberauch-Verfahren mit heimischem Fichtenholz und Lagern bis hin zur Verpackung der Endprodukte werden alle Arbeitsschritte durchlaufen. Ebenfalls innovativ und in der Form einzigartig ist das RollTransport-System, mit dem im Haus die Lagerkisten von Raum zu Raum geschickt werden können.

Winzer baut WG Staufen zu Weinhaus um

(tbr). Zwanzig Jahre lang hat er mit seinem Bruder zusammen ein Weingut in Freiburg-Waltershofen geführt, dann war die Zeit reif für eine neue Herausforderung. Peter Landmann hat die in der Auflösung begriffene Winzergenossenschaft (WG) Staufen übernommen. Nachdem zwei große Winzer abgesprungen waren, war die WG zu klein geworden, um auf eigenen Füßen zu stehen – daher führt Landmann den Betrieb jetzt zusammen mit seiner Frau als „Weinhaus Peter und Judith Landmann“ weiter. „Es läuft sehr gut an“, erzählt der Winzermeister, „wir haben uns gut eingelebt und mittlerweile gibt es auch unsere ersten neuen Weine: Gewürztraminer, Muskateller und Riesling.“ Zusätzlich zum Weinhaus betreibt der Winzer auch das Weingut Landmann, auf dessen 15 Hektar großen Flächen er selbst Weine anbaut. Landmann ist froh, dass ihn die Staufener so gut angenommen haben und er viele neue Kontakte knüpfen 30 | chilli | business im Breisgau | 05.2014

Foto: © tbr

konnte. „Am Anfang haben sich die Leute schon gefragt, ob wir jetzt alles auf den Kopf stellen“, sagt Landmann rückblickend, „doch wir haben bewiesen, dass wir den Betrieb nicht ausschlachten, sondern nach vorne bringen wollen.“ So konnte Landmann die Anbaufläche von 12 wieder auf 25 Hektar ausbauen, zwölf Winzer liefern ihre Trauben dem Weinhaus an. Und auch den Ausschank in der Innenstadt, den sogenannten „Weinbrunnen“, hat der Waltershofener beibehalten.


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