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Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit für einen ehrlichen Blick zurück. Und der zeigt: Der Bausektor steckt in einer schwierigen Phase. Laut einer aktuellen Embuild-Umfrage kämpft rund die Hälfte der Unternehmen mit einer deutlich schwächeren Auftragslage. Und die Aussichten für 2026 kündigen sich leider wenig ermutigend an.
Doch jetzt den Kopf hängen lassen? Ganz sicher nicht! Denn es gibt auch positive Entwicklungen, die Mut machen. Ein echtes Highlight: Die mögliche Ansiedlung des Einstein-Teleskops in unserer Region. Was das für den Bausektor bedeutet und welche Chancen sich daraus ergeben, erfahren Sie im Dossier dieser Ausgabe. Wir planen übrigens eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema mit allen relevanten Akteuren Anfang 2026.
In dieser Ausgabe nehmen wir Sie außerdem mit auf eine Reise zu besonderen Baustellen in der Provinz. Lassen Sie sich von diesen Projekten inspirieren!
Und denken Sie daran: Gerade in Krisenzeiten lohnt es sich, in Qualität, Service und somit in die Zukunft Ihres Unternehmens zu investieren. Der Schlüssel dazu? Gut ausgebildetes Personal. Die Wintermonate bieten ideale Bedingungen für Schulungen. Unsere Zentren in Chaineux und Lüttich haben ein starkes Programm auf die Beine gestellt. Mehr dazu lesen Sie im entsprechenden Artikel.
Nicht zuletzt blicken wir auch auf gelungene Events zurück. Das Afterwork zum Thema „Digitalisierung und KI“ bei Vedia in Dison war ein voller Erfolg, ebenso wie unser Sommerempfang im Rahmen der Connection Tour am Liège Airport, gemeinsam mit Buildwise und Constructiv.
Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre, frische Impulse – und einen kraftvollen Endspurt ins neue Jahr!
Alain Kohn Astrid Covents, Präsident Embuild Chambre Präsidentin Embuild de la Construction Liège Verviers-Ostbelgien
Dossier : Das Einstein-Teleskop
4 Ein Jahrhundertprojekt vor unserer Haustür
Leuchtturmprojekte
14 Das Îlot Madeleine 4.0
16 Das Preventorium in Dolhain
18 Das „Homestorys Resort“ in Eupen
Aktualität
20 Raumordnung in Bewegung: Die DG auf dem Weg zu eigener Gesetzgebung
Verbandsleben
22 Schulungen in der Winterzeit
25 Elektronische Rechnungsstellung wird am 1. Januar Pflicht
26 Cyberangriffe: Auch der Bausektor ist anfällig
27 Afterwork von Embuild Verviers-Ostbelgien
28 Sommerempfang der Bauunternehmer am Flughafen
Perspektive Baufach ist eine Herausgabe der Bausektorverbände Embuild Verviers-Ostbelgien und Lüttich.
Vierteljährlich erscheinende Publikation mit einer Auflage von 2000 Exemplaren, die dreimal pro Jahr veröffentlicht wird.
Verantwortlicher Herausgeber:
Paul-Philippe Hick - Galerie de la Sauvenière, 5 - 4000 Liège
Redaktion: Dirk Vandriessche
Layout und Produktion: Frédérique Simar
Fotografie: Metdaform & BIG Architects (p. 3), Marco Kraan - Nikhef (p. 4, 7, 11, 13), Noshaq (p. 14-15), Groupe Gehlen (p. 17 - photos 2, 4, 5, 7, 8), Homestorys (p. 18-19), GrenzEcho (p. 20) , Tegec (p. 23), Adobe Stock (P. 2, 3, 25).
Anzeigen: Maxime Bebronne 0495/19.73.78 und Fabrice Minicucci 04/232.42.70
Kontakt und Abonnement: verviers@embuild.be
Zögern Sie nicht, uns Ihre Reaktionen und Vorschläge mitzuteilen.
Kostenlose Verteilung an die Mitglieder der beiden Verbände sowie an ausgewählte Interessengruppen in der Provinz Lüttich und Ostbelgien.
© 2025 Embuild Lüttich – Embuild Verviers-Ostbelgien
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung der männlichen, weiblichen und diversen Sprachformen (m/w/x) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten in gleicher Weise für alle Geschlechter.
1% von Bauteilen werden wiederverwendet
Laut einer Interreg-Studie werden in Nordwesteuropa nur rund 1 % der Bauteile (Türen, Fenster, Balken, Heizkörper, Pflastersteine usw.) nach Erstverwendung wiederverwendet. Vieles wird durch Zerkleinern oder Schmelzen recycelt oder entsorgt, was Umweltbelastung und Wertverlust bedeutet.
Embuild Wallonie sowie Firmen wie Retrival und BatiTerre fördern Demontage, Sortierung und Handel mit geprüften Gebrauchtbauteilen, die oft nur ein Drittel bis ein Viertel des Neupreises kosten. Dies schafft zugleich neue Jobs in der Dekonstruktion. Hürden sind gering verfügbare Mengen, fehlende Standards, aufwändige Logistik und Gewohnheiten im Bau. Rückbaubare Konstruktionen, frühzeitige Planung, ein größeres Angebot und angepasste Ausschreibungen würden die Wiederverwendung von Bauteilen wirtschaftlicher machen.
(Quelle: Interreg North-West Europe – FCRBE)

Drei von vier belgischen Haushalten sehen die hohen Kosten als unüberwindliches Hindernis für umfassende Energiesanierungen. Das meldet der Zentrale Wirtschaftsrat Belgiens (ZWR) in einem Gutachten nach Anhörung von Experten. Selbst Haushalte, die grundsätzlich finanziell in der Lage wären, zögern häufig.
Die EU will, dass alle Gebäude bis 2050 emissionsfrei sind. Um dieses Klimaziel zu erreichen, muss die Renovationsrate, laut ZWR, drastisch steigen. Deshalb fordert er eine groß angelegte Sensibilisierungskampagne, gezielte Förderung und Priorisierung.
(Quelle: Belga)
der Bevölkerung in Belgien lebt in einer Wohnung, die in den letzten fünf Jahren mindestens eine Energiesanierungsmaßnahme (z. B. thermische Dämmung, Erneuerung der Fenster oder des Heizungssystems) durchgeführt wurde. Damit liegt Belgien über den europäischen Durchschnitt von 25,5%.
(Quelle: Stabel & Eurostat)

Eine Kombination aus Überalterung, sinkenden Geburtenraten und einem starken Anstieg der Zahl der Alleinstehenden wird die Zusammensetzung der Haushalte in den nächsten 15 Jahren grundlegend verändern.
So werden laut dem Föderalen Planbüro 447.000 zusätzliche Haushalte hinzukommen, davon 71 % Einpersonenhaushalte. Besonders auffällig: Drei von vier Personen über 65 leben in deutlich zu großen Wohnungen. Alleinstehende über 65 verfügen im Schnitt über 14 % mehr Wohnfläche als Jüngere.
„Der Markt muss sich von familienorientierten Einfamilienhäusern hin zu kompakten, bezahlbaren und energieeffizienten Wohneinheiten wandeln. Das erfordert politisches Handeln (Verfahrensbeschleunigung, flexiblere Teilungsund Umnutzungsregeln) und unternehmerisches Umdenken im Baugewerbe“, heißt es in der jüngst veröffentlichten Immobilienstudie von ING Belgien.
(Quelle: ING Immobilienstudie, Juni 2025)

Das Skypark Business Center wird eines der größten Holzgebäude Europas und das erste Gebäude eines Masterplans, der das Luxemburger Flughafenviertel in ein florierendes Wirtschaftszentrum verwandeln soll.
Das Gebäude wird 366 Meter lang und 30,5 Meter hoch, nimmt mehr als 78.000 m² ein und wurde mit 13.000 m³ Holz errichtet. Die Fassade aus Kupfer besteht zu 80 Prozent aus recyceltem Metall.
Die hohe Leistungsfähigkeit des Gebäudes wird durch die Nutzung erneuerbarer Energien aus dem eigenen und nahegelegenen Umfeld ergänzt. Dazu gehören Photovoltaik-Solarzellen, Regenwassersammlung sowie begrünte Dächer und Terrassen. Die großzügigen Dachgärten bieten nicht nur auf drei Ebenen Raum für Erholung und Wohlbefinden, sondern reduzieren auch den Wärmeinseleffekt.
(Quelle: metaform.lu)
25% des IT-Budgets wird in KI investiert
Eine Umfrage des amerikanischen Forschungsbüros Hanover Research bei Architektur-, Ingenieur- und Bauunternehmen in Nordamerika, Europa und Asien hat ergeben, dass die Künstliche Intelligenz im Bausektor weltweit auf dem Vormarsch ist. Besonders in der Entwurfs- und Planungsphase ist die KI bereits weit verbreitet.Einige Firmen investieren bis zu einem Viertel ihres IT-Budgets in KI und planen, diese Mittel künftig weiter zu erhöhen. Doch der Alltag bremst: rund 30 Prozent der Befragten sehen Integrationsprobleme, Defizite in der Fortbildung und im Kompetenzaufbau von Mitarbeitenden sowie technische Hürden als zentrale Digitalisierungsbarrieren.
Mut zur Investition allein reicht nicht. Gezielte Schulung und Systemintegration entscheiden über den Nutzen.
(Quelle: bluebeam.com)
Dossier : Das Einstein-Teleskop

Sie haben sicher schon vom Einstein-Teleskop gehört – jenem bahnbrechenden Forschungsprojekt, das Gravitationswellen messen und unser Verständnis des Universums revolutionieren soll. Möglicherweise wird es in der Grenzregion zwischen Belgien und den Niederlanden gebaut – und damit direkt vor unserer Haustür.
Was sind Gravitationswellen überhaupt, und warum sind sie so wichtig?
Wie misst man sie, und warum ist gerade die Euregio als Standort so interessant?
Was bedeutet das für die betroffenen Gemeinden? Und vor allem: Welche Chancen entstehen dadurch für den hiesigen Bausektor? Wie können regionale Unternehmen – vom Tunnelbau bis zur Gebäudetechnik – davon profitieren?
Erfahren Sie alles zum Jahrhundertprojekt Einstein-Teleskop in den nachfolgenden Artikeln.
Stellen Sie sich vor, jemand wirft einen Stein in einen stillen See. Von dem Punkt, an dem der Stein auftrifft, breiten sich Wellen aus – immer weiter, bis sie schließlich auch am Ufer ankommen. Ähnlich verhält es sich mit Gravitationswellen. Nur dass hier nicht Wasser in Schwingung versetzt wird, sondern das Gewebe von Raum und Zeit selbst.
„Gravitationswellen sind keine Schwingungen in der Raumzeit, sondern der Raumzeit selbst“, erklärt Prof. Maxime Fays, Astrophysiker an der Universität Lüttich.
„Wenn sie die Erde durchqueren, werden Abstände für einen winzigen Augenblick minimal gedehnt oder gestaucht – so, als ob ein Meterstab plötzlich kürzer oder länger würde.“
Wie entstehen Gravitationswellen?
Immer dann, wenn gewaltige Massen im All beschleunigt und dabei aus dem Gleichgewicht gebracht werden, entsteht dieses kosmische Beben. Besonders eindrucksvoll: wenn zwei Schwarze Löcher oder Neutronensterne miteinander verschmelzen. In diesem Moment wird ein Teil ihrer Masse – vergleichbar mit mehreren Sonnen – in pure Energie umgewandelt und als Gravitationswellen ausgestrahlt.
Das klingt gigantisch, doch bis die Wellen die Erde erreichen, sind sie unvorstellbar schwach. „Selbst die größten Kollisionen im Universum verändern die Messgeräte hier nur um den Bruchteil eines Atomdurchmessers“, so Fays. „Es ist, als wollten wir die Länge der Strecke Lüttich–Maastricht mit einer Präzision von einem Hundertstel eines Haares messen… aber indem wir die ganze Erde von Lüttich bis Maastricht umrunden.“
Wie messen wir das?
Um solche minimalen Effekte zu erfassen, nutzen Forschende Laser-Interferometer wie LIGO (USA) oder Virgo (Italien). Dabei wird ein Laserstrahl in zwei Richtungen geschickt, reflektiert und wieder zusammengeführt. Treffen die Lichtstrahlen exakt übereinander, löschen sie sich aus. Kommt jedoch eine Gravitationswelle vorbei, ändert sich winzig die Strecke in einem der Arme – und das Signal erscheint. Das geplante Einstein-Teleskop, möglicherweise in der Euregio, geht noch einen Schritt weiter: Es soll unterirdisch in bis zu 300 Metern Tiefe gebaut werden. Drei zehn Kilometer lange Tunnel bilden ein Dreieck, in dem Laserstrahlen in höchster Präzision überwacht werden. Unter Tage sind die Messungen besser geschützt vor störenden Einflüssen wie Verkehr, Wind oder Erdbeben.
Warum ist das wichtig?
Manche fragen: „Und was haben wir davon?“ Prof. Fays lächelt: „Auf den ersten Blick scheint es sinnlos. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wir können sehr viel davon lernen.“ Denn Gravitationswellen eröffnen eine völlig neue Art der Astronomie – wir „hören“ das Universum. Bisher waren wir darauf angewiesen, was uns das Licht zeigt. Doch Licht wird von Staub und Gas verdeckt. Gravitationswellen hingegen durchdringen alles. „Es ist wie der Unterschied zwischen Sehen und Hören: Auch hinter einer Tür kann man eine Stimme noch hören, selbst wenn man die Person nicht sieht“, erklärt Fays. So können Forschende Einblicke in Vorgänge gewinnen, die bisher unsichtbar blieben: Explosionen von Sternen, die Geburt von Schwarzen Löchern oder vielleicht sogar Spuren des Urknalls selbst. Jede Entdeckung zwingt uns, unser Bild vom Universum neu zu schreiben.

Nutzen für den Alltag?
Auch für unseren Alltag ist das Projekt bedeutsam. Die extrem präzisen Messmethoden erfordern völlig neue Technologien: hochreine Spiegel, neuartige Kühlsysteme, Laser der nächsten Generation. Viele davon finden Jahrzehnte später Anwendungen in Medizin, Energie oder Bauwesen. „Vielleicht werden wir dank solcher Entwicklungen in 50 Jahren Häuser effizienter kühlen können“, meint Maxime Fays.
Fazit
Gravitationswellen zu messen, heißt, dem Universum beim Flüstern zuzuhören. Sie verraten uns, wie Sterne sterben, wie Schwarze Löcher entstehen und vielleicht auch, wie alles begann. Und während die Wissenschaft Antworten auf die größten Fragen sucht, entstehen Technologien, von denen auch wir auf der Erde profitieren werden. Oder wie Prof. Fays es formuliert: „Es ist ein Gewinn auf zwei Ebenen – wir befriedigen unsere Neugier auf das Universum und entwickeln gleichzeitig Technologien, die unser Leben verbessern können.“
”Bisher waren wir darauf angewiesen, was uns das Licht zeigt. Doch Licht wird von Staub und Gas verdeckt. Gravitationswellen hingegen durchdringen alles.
Maxime Fays

Christophe Collette ist Professor an der Universität Lüttich im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik und Mechanik. Gemeinsam mit seinem Team und der auf dem Lütticher Sart Tilman ansässigen Hightech-Firma AMOS arbeitet er derzeit an einem Prototyp des Messsystems – dem Herzstück des geplanten Einstein-Teleskops.
Das Projekt klingt nach Science-Fiction:
Drei Tunnel tief unter der Erde, jeweils zehn Kilometer lang, in einem gleichseitigen Dreieck angeordnet. Von jedem Tunnelende aus wird ein Laserstrahl gespalten und durch kilometerlange, isolierte Röhren auf Spiegel am gegenüberliegenden Ende geschickt. Treffen die reflektierten Strahlen exakt an ihrem Ausgangspunkt wieder ein, ist alles ruhig. Verschiebt sich der Strahl jedoch auch nur minimal, bedeutet das: Eine Gravitationswelle hat den Raum selbst in Bewegung versetzt. „Es klingt einfach – ist in Wahrheit aber eine der größten technischen Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Collette.
Ruhe im Untergrund
Damit das überhaupt funktioniert, braucht es absolute Ruhe. An der Erdoberfläche ist das unmöglich: Autos, Fabriken, selbst Wind und Wellen verursachen ständig Vibrationen. Also verlegt man das Teleskop mindestens 200 Meter tief unter die Erde, wo die Erschütterungen nicht mehr durchdringen. Denn Gravitationswellen durchziehen das gesamte Universum –auch den Felsboden. Die Auslenkung, die sie verursachen, ist allerdings winzig: kaum vorstellbare 0,000000000000000001 Meter (ein Attometer).
Spiegel in klirrender Kälte
Um solch mikroskopische Abweichungen zu messen, braucht es Spiegel von nie dagewesener Präzision. Collettes Team baut derzeit ein erstes Modell: ein bewegungsabsorbierendes Gestell, dessen Sockel mit aktiver Steuerung jede kleinste Erschütterung ausgleicht.
Der Spiegel selbst hängt in einem System aus Pendeln und umgekehrten Pendeln, die auch die letzten Restbewegungen auffangen.
Auch die Temperatur spielt eine Rolle: „Schon winzige Wärmefluktuationen könnten das Signal überlagern. Deshalb schaffen wir mit Strahlungskühlung eine Umgebung von minus 250 Grad Celsius“, erklärt Collette. Eingekapselt, hochisoliert – damit jedes Newtonsche Rauschen verschwindet. Das sind die allerminimalsten Wechselwirkungen

zwischen Gegenständen, selbst in den hochsensiblen Geräten, wie sie zurzeit in Lüttich entwickelt werden.
Das Herzstück jedoch ist der Spiegel selbst. „Natürlich kein herkömmlicher Spiegel“, so Christophe Collette, „sondern ein Spiegel aus hochreinen Kristallen aus kostbarem Silizium – extrem reflektierend und ein Material, das auch die extremen Minustemperaturen aushält, die wir brauchen.“
Daten in Echtzeit
Alle Messdaten werden in Echtzeit in ein leistungsstarkes Datencenter übertragen, dort aufbereitet und anschließend an Forschungszentren in ganz Europa verteilt, wo sie studiert und analysiert werden können.
Drei Tunnel tief unter der Erde, jeweils zehn Kilometer lang, in einem gleichseitigen Dreieck angeordnet. Von jedem Tunnelende aus wird ein Laserstrahl gespalten und durch kilometerlange, isolierte Röhren auf Spiegel am gegenüberliegenden Ende geschickt…
Dass Christophe Collette das Projekt leitet, ist kein Zufall. Er forschte bereits am renommierten MIT und am Caltech in den USA, wo die beiden LIGOObservatorien stehen – die ersten, die je Gravitationswellen nachwiesen. Seit dieser Zeit gehört Collette zum internationalen Kreis der Experten, die die technische Entwicklung solcher Messgeräte vorantreiben. 2018 organisierte er in Belgien die erste große Konferenz zum Einstein-Teleskop – und legte damit den Grundstein für eine starke belgische Forschungscommunity in diesem zukunftsweisenden Feld.

Nahe der belgisch-niederländischen Grenze, rund um Aubel, Bleyberg und den Nachbargemeinden könnte schon bald eine der größten Baustellen Europas entstehen: dort, wo tief unter der Erde das Einstein-Teleskop gebaut werden soll. Aber warum gerade hier? Die Antwort liegt im Boden – und sie eröffnet auch für Bau- und Installationsbetriebe der Region spannende Perspektiven.

”Hier können wir Wissenschaft, Industrie und Baugewerbe direkt zusammenbringen
Luc Courard
Professor und Spezialist für Baumaterialien an der Universität Lüttich
An der Oberfläche pulsiert das Leben in der Euregio: verstopfte Straßen, Industriegebiete, startende und landende Flugzeuge. Doch in 200 Metern Tiefe ändert sich die Atmosphäre schlagartig – besonders in dem Untersuchungsgebiet, das die Wissenschaftler ausgewählt haben: eine der ruhigsten Regionen der Euregio. „Die Messungen der permanenten Bodenschwingungen zeigen dort eine starke Abschwächung mit zunehmender Tiefe“, erklärt Frédéric Nguyen, Professor für Geophysik an der Universität Lüttich. „Das liegt an einer Schichtabfolge von Sand, Ton, Kreide und schließlich Schiefer, bevor man auf das Gestein stößt, das wir wegen seiner mechanischen Eigenschaften suchen.
“ Laut dem Professor ein entscheidender Vorteil, um dort hochsensible Messinstrumente einzurichten.
Wasser als Herausforderung –und Chance
Die zweite Besonderheit ist das Grundwasser. Schon ab 20 Metern Tiefe stößt man darauf, und in 300 Metern Tiefe lastet es mit gewaltigem Druck (bis zu 25 Bar) auf den Felsen. Für die Tunnelbauer bedeutet das eine echte Herausforderung. Aber auch hier denkt man an Lösungen, die gleichzeitig Nutzen bringen. „Wir werden täglich mehrere tausend Kubikmeter Wasser abführen müssen“, erklärt Hydrogeologe an der Universität Lüttich, Philippe Orban. „Warum also dieses Wasser nicht gleich verwenden – zum Beispiel für die Betonherstellung oder für die lokale Landwirtschaft?“
Millionen Kubikmeter Gestein
Auch beim Gestein, das beim Tunnelbau anfällt, denkt man an Wiederverwertung. Beim Bau der unterirdischen Tunnel werden etwa 3,3 Millionen Kubikmeter Gestein anfallen. Eine unvorstellbare Menge, die nicht einfach entsorgt werden soll. „Unser Ziel ist es, alles wieder zu nutzen“, betont der Baustoffexperte, Prof. Luc Courard, ebenfalls an

der Universität Lüttich. „In der Region gibt es zahlreiche Betriebe, die Zement und Beton herstellen. Ein Teil des Materials könnte direkt dort eingesetzt werden.“
Damit kommen automatisch auch Transport- und Logistikbetriebe ins Spiel. Schon heute wird über Bahnanschlüsse, Schiffe auf dem Albertkanal oder sogar Förderbänder nachgedacht, um das Material so umweltfreundlich wie möglich zu bewegen. Kurze Wege sollen den Verkehr in den Gemeinden entlasten – und die Kosten im Griff halten.
Wissenschaft trifft Wirtschaft
Neben den geologischen Vorzügen ist es auch das wirtschaftliche Umfeld, das den Standort so interessant macht. In der Euregio Maas-Rhein gibt es nicht nur erfahrene Tunnelbauer, sondern auch eine starke Baustoffindustrie und ein dichtes Netz von Forschungseinrichtungen.
„Das ist ein unschätzbarer Vorteil gegenüber abgelegenen Regionen“, betont Courard.
„Hier können wir Wissenschaft, Industrie und Baugewerbe direkt zusammenbringen.“
Ein Projekt für Generationen
„Es ist ein Projekt für Generationen“, sagt Nguyen. „Und sollte es hier gebaut werden, wird es unsere Region nicht nur auf die Landkarte der Wissenschaft setzen, sondern auch zu einer der spannendsten Baustellen Europas machen.“

Die Gemeinden im Dreiländereck, wo das Einstein-Teleskop gebaut werden könnte, bezeichnen das Vorhaben als ein gemeinsames Zukunftsprojekt, wie aus einem Gespräch mit Gemeindeverantwortlichen aus Bleyberg, Aubel und Kelmis (stellvertretend für alle betroffenen Gemeinden) hervorgeht.
Während die Entscheidung über den Standort noch aussteht, bereiten die Gemeinden sich bereits auf mögliche Auswirkungen vor – mit Hoffnung, aber auch mit Realismus.
„Für uns ist das Einstein-Teleskop eine große Chance, aber auch eine Herausforderung“, sagt Michelle Habets, Bürgermeisterin der Gemeinde Bleyberg. Ihre Gemeinde liegt mitten im potenziellen Baugebiet. Besonders der ausgediente Güterbahnhof in Montzen macht Bleyberg zu einem logistischen Knotenpunkt. „Wenn das Projekt kommt, wird dieser Bahnhof eine zentrale Rolle spielen, auch wenn wir jetzt noch nicht wissen, wo genau das Teleskop gebaut wird.“
Daniel Hilligsmann, Bürgermeister von Kelmis, sieht das Projekt als „eine Gelegenheit von monumentaker Bedeutung“. Er vergleicht es mit dem CERN in Genf: „Die Auswirkungen werden nicht nur lokal spürbar sein, sondern in der gesamten Euregio Maas-Rhein.“
Ein Bollwerk gegen den Bergbau
Für Michelle Habets hätte das EinsteinTeleskop noch einen sehr interessanten Nebeneffekt. „Wenn das Einstein-Teleskop in unsere Region kommt, ist ein Wiederaufleben des Bergbaus in der Region definitiv
vom Tisch. Das Teleskop und Bergbau schließen sich gegenseitig aus. Für uns ist das Teleskop deshalb auch ein Schutzschild gegen eine Entwicklung, die wir nicht wollen.“
Innovativ – aber mit Nebenwirkungen Die Euphorie über das wissenschaftliche Prestige wird jedoch auch von praktischen Bedenken begleitet. „Vier Millionen Kubikmeter Erde müssen bewegt werden – das bleibt nicht ohne Folgen“, warnt die Bleyberger Bürgermeisterin. Sie fordert Transparenz gegenüber den Bürgern: „Es wird nicht einfach ein stilles Projekt unter der Erde. Die Bauphase wird spürbar sein. Da sollten wir uns nichts vormachen, und darüber sollten wir sehr transparent kommunizieren.“
Frédéric Debouny ist Gemeinderatsmitglied in Aubel und Geschäftsführer der Firma Tube Meuse Protection. Das Unternehmen ist spezialisiert in kathodischem Schutz und wendet üblicherweise Bohrtechniken an. Als Fachexperte ergänzt er: „Die Bohrungen selbst sind kaum hör- oder sichtbar. Aber die Extraktionspunkte sind der Knackpunkt.

”Für uns ist das Einstein-Teleskop eine große Chance, aber auch eine Herausforderung
Michelle Habets
Bürgermeisterin von Plombières

”Das Projekt kann bestehende Freundschaften und Kooperationen mit den Nachbargemeinden und -regionen über Grenzen hinweg stärken
Daniel Hilligsmann
Bürgermeister von Kelmis

”Schon jetzt arbeiten lokale Unternehmen an verschiedene Komponenten für das Teleskop. Und wenn es kommen sollte, dann wird es einen regelrechten Innovationsschub geben.
Frédéric Debouny
Gemeinderat in Aubel und Direktor des Unternehmens Tube Meuse Protection

Deshalb ist die Nähe zum Montzener Bahnhof entscheidend. Der Transport per Bahn ist ökologisch und logistisch sinnvoller als tausende Lkw-Fahrten.“
Wirtschaftliche Impulse für die Region
Trotz aller Herausforderungen überwiegt die Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse. „Das Projekt wird Arbeitsplätze schaffen, sowohl direkt als auch indirekt“, sagt Frédéric Debouny. „Schon jetzt arbeiten lokale Unternehmen an verschiedene Komponenten für das Teleskop. Und wenn es kommen sollte, dann wird es einen regelrechten Innovationsschub geben.“
Daniel Hilligsmann sieht außerdem Chancen für den Arbeitsmarkt: „Das Projekt wird neue wissenschaftliche und in der Folge Innovationsperspektiven eröffnen. Es wird zweifellos ein Magnet für Talente aus aller Welt und unsere Region sehr attraktiv machen.“
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Stärke
Ein zentraler Vorteil der Euregio ist zweifellos die gelebte grenzüberschreitende Kooperation. „Das ist unser Plus gegenüber der Konkurrenz in Sardinien“, meint Michelle Habets. „Drei Länder, drei Universitäten, eine gemeinsame Vision. Das ist europäische Zusammenarbeit in ihrer besten Form.“
Der Kelmiser Bürgermeister, Daniel Hilligsmann, sieht darin sogar eine symbolische Dimension: „Das Projekt kann bestehende Freundschaften und Kooperationen mit den Nachbargemeinden und -regionen über Grenzen hinweg stärken. Es ist ein europäisches Projekt par excellence.“
Die Aussagen unserer Gesprächspartner spiegeln die Hoffnungen, Fragen und Erwartungen wider, die in der gesamten Region zu spüren sind. Regelmäßige Treffen, gemeinsame Veranstaltungen und ein reger Austausch zeigen: Das Projekt bewegt nicht nur Wissenschaft und Politik, sondern auch die kommunale Ebene.
Noch viele offene Fragen – aber große Erwartungen
Die Entscheidung über den Standort wird frühestens 2026 fallen. Bis dahin bleibt vieles ungewiss. Doch die Gemeinden sind bereit, ihren Teil beizutragen.
„Wir wollen alle Chancen nutzen“, sagt Daniel Hilligsmann. „Schon die Vorbereitungsphase beinhaltet viel Lernpotenzial.“ Frédéric Debouny bringt es auf den Punkt: „Vielleicht erleben wir hier etwas so Großes wie die Mondlandung – und das direkt vor unserer Haustür. Was für ein Glück!“

„Wir sprechen von Milliardeninvestitionen und Bauaufträgen, die über viele Jahre verteilt werden“, erklärt Vivian Lausier, Business Developer für die unterirdische Infrastruktur des Projekts auf wallonischer Seite beim GRE-Liège. „Das ist eine Jahrhundertchance für den Sektor.“
Es wird viele Teilaufträge geben, wofür regionale Unternehmen gerade wegen ihrer geografischen Nähe zum Projekt interessante
Kernstück des Vorhabens sind unterirdische Tunnel mit einer Gesamtlänge von rund 30 Kilometern. Für ihre Realisierung müssen nach aktuellen Schätzungen 1,5 bis 4 Millionen Kubikmeter Gestein bewegt werden. Das bringt enorme Anforderungen an Logistik und Materialwirtschaft mit sich.
„Wir werden unterschiedliche Arten von Aushubmaterial haben – von Kalkstein über Sandstein bis hin zu schlammigen Restmassen aus Tunnelbohrmaschinen“, so unser Gesprächspartner. „Das Material muss recycelt oder sinnvoll verwertet werden. Hier sind innovative Lösungen gefragt.“
Auch an der Oberfläche sind Arbeiten vorgesehen: Zufahrtswege, logistische Infrastrukturen, Werkstätten, technische Gebäude und ein Besucherzentrum.
Dadurch entstehen Baustellen, die weit über den Tunnelbau hinausgehen – von Erdund Straßenbau über Betonfertigteile bis hin zu Gebäudetechnik und Innenausbau.
Nachhaltigkeit als Leitprinzip
Die Entscheidung fällt zwar erst 2027, doch sollte das Einstein-Teleskop in der Euregio Maas-Rhein gebaut werden, stünde der Bauwirtschaft in der Region ein Projekt bevor, das es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat.
Besonders betont wird die Kreislaufwirtschaft. „Das Projekt verpflichtet sich selbst zu hohen Standards: Materialwiederverwendung, minimale CO2-Emissionen und ein Maximum an‚sanfter Logistik‘, etwa mit Bahn- und Schiffsverkehr“, unterstreicht Lausier. Als Beispiel nennt er den möglichen Einsatz des Rangierbahnhofs Montzen als Umschlagplatz. „Wir wollen unbedingt vermeiden, dass tausende Lkw täglich durch die Dörfer rollen.“ Darüber hinaus
sehen die vom Projekt auferlegten Umweltauflagen vor, dass die Auswirkungen auf die Landschaft so gering wie möglich gehalten werden. Beispielsweise müssen die während der Bauphase erforderlichen Anlagen weitgehend wieder abgebaut und die Standorte in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.
Vergabemodelle:
Chancen auch für KMU
Die zentrale Frage für Unternehmer: Kommen überhaupt lokale Firmen zum Zug – oder machen internationale Großkonzerne das Rennen? „Ganz klar: Es wird viele Teilaufträge geben, wofür regionale Unternehmen gerade wegen ihrer geografischen Nähe zum Projekt interessante Angebote einreichen können“, betont der Projektverantwortliche. Zwar seien die Tunnelbohrungen Großaufträge, die wahrscheinlich an große Konsortien gehen. „Aber daneben gibt es dutzende Lose: Kilometerweise Kabel, Lüftung, Entwässerung, Oberflächenbauten. Das ist für regionale Unternehmen absolut machbar – zum Teil auch allein, zum Teil in Kooperation.“ Hinzu kommt: Der Standortvorteil ist real. Kurze Wege, Verfügbarkeit von Personal und die Kenntnis lokaler Vorschriften können ausschlaggebend sein.
Vivian Lausier wurde von Wallonie Entreprendre verpflichtet, in der wallonischen Task Force für das Einstein-Teleskop mitzuwirken, die vom GRE-Liège (Vereinigung zur wirtschaftlichen Neuausrichtung Lüttichs) geleitet wird. Diese Einrichtung koordiniert strategische Entwicklungsziele der Region und identifiziert große Zukunftsprojekte – so fließen die Interessen der lokalen Wirtschaft direkt in die internationale Projektorganisation ein.
Zeitplan und Organisation
Sollte die Euregio den Zuschlag erhalten, könnten erste Ausschreibungen schon ab 2027 veröffentlicht werden. Dabei gilt: Nicht alles wird gleichzeitig vergeben. „Wir gehen von einer schrittweisen Vergabe in vielen Losen aus“, so der designierte Projektleiter für den Bau der unterirdischen Infrastruktur. „Tunnel- und Kavernenbau zuerst, später die Installation von Technik, Kabeln, Belüftung und Gebäuden.“ Für kleinere und mittelständische Unter-

nehmen bedeutet das: Zeit, sich vorzubereiten. Denn während Großprojekte wie Tunnelbohrungen vor allem Großunternehmen anziehen, könnten die Folgearbeiten in einem zweiten Schritt auch breiter gestreut werden.
Die Bauwirtschaft steckt derzeit in einer schwierigen Lage: hohe Materialpreise, stagnierender Wohnungsbau, zurückhaltende öffentliche Investitionen. In dieser Situation könnte das Einstein-Teleskop zum Rettungsanker werden. „Es ist ein Projekt, das für Stabilität sorgt, wo der Markt schwächelt“, betont der geborene Lütticher. „So eine Chance hatten wir seit Jahrzehnten nicht.“
Arbeit für alle
Ob das Einstein-Teleskop tatsächlich in der Euregio Maas-Rhein gebaut wird, entscheidet sich bestenfalls Ende 2026. Doch klar ist schon jetzt: Für die Bauwirtschaft und andere Sektoren in der Region wäre es ein Impuls von historischer Dimension mit Chancen für Tunnelbauer, Ingenieurbüros, Installateure, Logistiker und viele andere. Der Investitionsrahmen liegt laut aktuellen Schätzungen bei 2 bis 3 Milliarden Euro, wovon rund zwei Drittel auf die unterirdischen Infrastrukturen und ein Drittel auf die wissenschaftlichen Instrumente entfallen. Den möglichen wirtschaftlichen Rückfluss für die gesamte Region beziffern Experten auf bis zu 12 Milliarden Euro. „Das kann sich sehen lassen“, schlussfolgert Vivian Lausier.
Das Gesamtbudget wird derzeit auf 2 bis 3 Milliarden Euro geschätzt
Unterirdische Infrastruktur Wissenschaftliche Instrumente 66% 33%


Zwischen Rue de la Madeleine und Rue Souverain-Pont pulsiert neues Leben.
Wo einst ein etwas müdes Häuserkarree stand, zeigt das „Îlot Madeleine 4.0“, wie moderner Städtebau mitten in der Altstadt funktionieren kann, mit Wohnungen, Büros und Geschäften.
Das Projekt, getragen vom Investitionsfonds Noshaq und umgesetzt vom Generalbauunternehmen Batitec aus Hermalle-sur-Argenteau, verbindet, was auf den ersten Blick kaum vereinbar scheint: historische Fassaden und modernste Bautechnik.
Urbanes Leben neu denken
Die Noshaq-Gruppe treibt die wirtschaftliche und urbane Entwicklung der Region an. In diesem Sinne arbeitet sie an der Neubelebung des Viertels “Cathédrale Nord“ im Herzen der Stadt Lüttich. Die Große Post, das Relais der Großen Post, die aktuellen Büros der Noshaq an der Place Saint-Etienne und das Fiacre wurden bereits vollständig saniert und einer neuen Zweckbestimmung zugeführt.
Dieses System der Energieverteilung ermöglicht einen Eigenverbrauch von bis zu 88 % unserer Produktion
16 hochwertige Wohnungen, u. a. sechs Penthouses, mit Blick über die Dächer von Lüttich. Unterirdisch und ebenerdig entstanden Parkplätze für 65 Fahrzeuge und großzügige Fahrradabstellplätze. „Das Projekt zeigt, wie wir heute urbanes Bauen denken: funktional, technisch leistungsstark und trotzdem tief verankert im städtischen Gefüge“, so der Development Manager bei Noshaq, Thomas Chevau. „Das Gesamtbudget beträgt 22 Millionen Euro. Ohne einen einzigen Euro Subsidien“.
Das Projekt „Îlot Madeleine 4.0“ passt in dieses Vorhaben. So konnte Noshaq im Jahr 2018 eine ganze Häuserzeile im Madeleine-Viertel erwerben, um sie abzureißen und dort auf 8.700 Quadratmetern ein hochmodernes, vielseitiges Ensemble zu errichten: kleine Läden im Erdgeschoss, darüber moderne Büroflächen, und ganz oben
Präzision auf engstem Raum „Routine war das hier nicht“, sagt Stéphane Wuidar, Geschäftsführer von Batitec, zur Umsetzung des Projekts. Enge Gassen, denkmalgeschützte Gebäude, laufender Verkehr und parallele Baustellen – darunter die neue Tram – machten die Arbeiten zu



einer logistischen Herausforderung. Hinzu kam, dass RESA den Bau einer neuen Hochspannungskabine im Îlot Madeleine nutzte, um das Stromnetzwerk in den umliegenden Straßen zu erneuern. „Da war zeitweise kaum ein Durchkommen möglich“, erinnert sich Stéphane Wuidar.
„Außerdem mussten erhaltenswerte Fassaden abgestützt und neue Strukturen punktgenau eingepasst werden. Wir konnten daher kaum zusätzlichen Zugang zur Baustelle schaffen“, fügt Projektleiter Fabrice Dewandre hinzu. Und dann war da noch die Nähe zur Maas: „Schon nach wenigen Metern unter der Erdoberfläche stießen wir beim Graben auf Grundwasser. Wir mussten im Kies der Maas arbeiten. Und dann wurde die Baustelle gleich zweimal während Gewittern überflutet.“ Dennoch entstand ein harmonisches Ganzes, das wie selbstverständlich in die gewachsene Umgebung passt.
Energie teilen statt verschwenden
Ein besonderes Highlight ist das SharedEnergy-System. 144 Solarmodule auf den Dächern versorgen das gesamte Gebäude, nicht nur für den Eigenverbrauch einzelner Wohnungen oder Büros. Der Strom fließt automatisch dorthin, wo er gerade gebraucht wird: tagsüber in die Büros, abends in die Wohnungen. Hinzu kommen Ladepunkte für Elektroautos. Ein zentrales
Energiemanagement steuert die Verteilung, überwacht die Leistung und sorgt dafür, dass kein Watt verloren geht.
„Dieses System der Energieverteilung ermöglicht einen Eigenverbrauch von bis zu 88 % unserer Produktion. Das ist viel mehr, als wenn jede Wohnung, jedes Büro und jedes Geschäft über eine eigene Photovoltaikanlage verfügen würde. In diesem Fall hätte die erzeugte Energie nur etwa 30 % des Bedarfs gedeckt“, erklärt Thomas Chevau.
Ein echtes Lehrstück
Für die Baufachwelt ist das Projekt in vielerlei Hinsichten ein echtes Lehrstück. Hier wurde gezeigt, wie man es mit einer innovativen Herangehensweise Ressourcen intelligent nutzen kann, Kosten senkt und nachhaltige Energieversorgung für alle garantiert. Es illustriert darüber hinaus, dass städtische Verdichtung nicht Verzicht bedeuten muss, sondern die Lebensqualität eines ganzen Viertels steigern kann, wenn Vision, Ingenieurskunst und kompetentes Handwerk Hand in Hand gehen.
Gesamthaushalt
22 Mio.€
Ohne einen einzigen Euro Subvention
Erklärtes Ziel der Noshaq ist es, ihre Projekte mit möglichst lokalen Unternehmen umzusetzen. Als Generalunternehmer übernahm Batitec auch die Gesamtkoordination der Subunternehmer. Wirkten weiter mit an diesem Projekt:
• HVAC und Spezialtechniken: Delbrassine (Petit-Rechain)
• Elektro: Balteau Group (Saint Nicolas)
• Holz außen: Schreinerei Hoffmann (Burg Reuland)
• Holz innen: Schreinerei Bure (Crisnée)
• Trockenbau (Wände und Decken): GCI Construct (Awans)
• Fliesen: Secotech (Barchon)
• Estrich und PU-Isolierung: Cegwa (Herstal)
• Photovoltaik: Reno Energy (Liège)
• Metallbau: Melens & Dejardin (Jupille)
• Grünanlagen: Leidgens (Thimister-Clermont)
• Trockenbau (Hohlböden): Lindner-Welsy (Heverlee)
• Dachstuhl und Eindeckung: TS-Construct (Jodoigne)
• Fundamente: Votquenne Foundations (Courcelles)
Geplant wurde das Îlot Madeleine gemeinsam vom Architekturbüro p.HD, dem Studienbüro A+ Concept und Statikerbüro Servais Engineering Architectural, allesamt aus Lüttich.

Wer in der Region kennt es nicht – das legendäre „Präventorium“ in Dolhain?
Einst ein Zufluchtsort für Kinder, die vor Tuberkulose geschützt werden sollten, stand es seit den 1980er-Jahren leer. Nun hat die Gehlen Gruppe mit Sitz in Malmedy und Les Plénesses das geschichtsträchtige Gebäude zu neuem Leben erweckt. 58 moderne Wohnungen sind hier entstanden, die ersten Mieter sind bereits eingezogen.

Das Preventorium ist Teil der Region. Wir wollten seine Seele bewahren und gleichzeitig moderne Wohnungen schaffen, die den heutigen Standards entsprechen
Laurent Goblet Direktor der Gehlen Immo
Ein anspruchsvolles Gebäude voller Charme
Die Aufgabe: nicht nur eine Renovierung, sondern eine komplette Umnutzung.
Und die war alles andere als einfach. „Die Grundstruktur war besser als erwartet. Doch der Rohbau und der Materialtransport haben uns enorme Anstrengungen abverlangt“, berichtet Mike Tafniez, Baustellenleiter der Firma Serbi.
Alte Details in neuem Glanz
Man lebt hier im Grünen und hat gleichzeitig die Annehmlichkeiten der nahegelegenen Städte vor der Haustür
Zahlreiche tragende Wände und fehlende Öffnungen machten den Einsatz großer Maschinen unmöglich. „Jeder Tag bereitete uns Kopfzerbrechen und brachte neue technische Herausforderungen“, erinnert er sich. „Aber wir haben es geschafft.“
Doch genau diese Mühe prägt heute den Charakter des Hauses: keine einheitlichen Grundrisse, keine anonymen Flure. „Es gibt keine zwei Wohnungen, die sich gleichen, und nirgends hat man das Gefühl, in einer Wohnanlage dieser Größe zu leben. Das ist wirklich außergewöhnlich“, so Laurent Goblet.
Die Architekten orientierten sich am ursprünglichen Geist des Hauses: viel Licht, Luft und Sonne. Großzügige Südterrassen, weite Fensterfronten und sogar einige runde Fenster blieben erhalten. „Heute genießen die Bewohner viel Helligkeit und einen Rundumblick ins Grüne in hochwertigen, perfekt isolierten Wohnungen“, betont der Projektentwickler.
Wohnen im Grünen
Auch die Lage überzeugt: zwischen Verviers und Dolhain, mitten im Grünen, mit Blick über die Weser, vielen Parkplätzen, einer Bushaltestelle direkt vor der Tür und einem Bahnhof in unmittelbarer Nähe. Und bald wird es noch attraktiver, wenn die neue Rad- und Fußwegtrasse „Vesdrienne“ dort direkt vorbeiführen und eine Verbindung von Lüttich bis Eupen schaffen wird. „Man lebt hier im Grünen und hat gleichzeitig die Annehmlichkeiten der nahegelegenen Städte vor der Haustür“, freut sich Marie Boutet, Leiterin Marketing und Kommunikation der Gehlen-Gruppe.




1 Die Rückfassade des Preventoriums renoviert
2 Rückansicht des ursprünglichen Preventoriums
3 Vor dem Preventorium (von links nach rechts): Mike Tafniez, Manager von Serbi, Laurent Goblet, Direktor von Gehlen Immo und Marie Boutet, Marketing- und Kommunikationsmanagerin der Gehlen-Gruppe



4 Vorderfassade des Preventoriums –vor den Arbeiten
5 Innenansicht – in Renovierung
6 Einige der ursprünglichen Elemente des Gebäudes verleihen der Renovierung einen besonderen Charakter
7 Fassade – in Renovierung
8 Innenraum einer Wohnung – nach Renovierung

In der Eupener Unterstadt ist eine neue Top-Adresse für stilvolle Feiern, erholsame Kurzurlaube und Wohninspiration mitten in der Natur entstanden.
Caroline Rom, in der Region bekannt als Betreiberin des Einrichtungshauses „Homestorys“ (früher Villa Romana), hat das Projekt gemeinsam mit ihrem Team entwickelt und umgesetzt – und dabei fast ausschließlich auf Handwerksbetriebe aus der eigenen Region gesetzt.
Das rund 15 Hektar große Privatgelände liegt idyllisch am Waldrand. Alte Bäume spenden Schatten, kleine Weiher mit Bootssteg laden zum Verweilen ein, Grillstellen und Spazierwege führen direkt in den angrenzenden Wald. Ein Ort mit viel Raum für das, was Caroline Rom „besondere Momente“ nennt.
Lieblingsplatz mit Geschichte
Vor etwa 60 Jahren kaufte Carolines Vater, Herbert Rom, das Gelände, um dort einen Anglerteich samt Hütte anzulegen. Schon bald wurde es zum Lieblingsort der Familie. „Wir haben dort unsere ganze Jugend verbracht“, erinnert sich Caroline Rom.
Von der Idee zur „Homestory“
Lokale Firmen sind nicht nur zuverlässig. Sie bringen einfach mehr Herzblut in so ein Pojekt ein, und die Qualität stimmt
Rom
Während der Corona-Zeit entwickelte das Villa Romana-Team einen Online-Shop mit neun Themenwelten – den sogenannten „Homestorys“. Begleitend erschien Caroline Roms Buch „The Best of Belgian Lifestyle“. Doch bald reichte das Digitale nicht mehr aus: Die Homestorys sollten erlebbar werden. So entstand die Idee, das naturbelassene Gelände am Eupener Kehrweg zunächst als Ausstellungsfläche für Gartenmöbel zu nutzen – und schließlich das „Homestorys Nature Resort“ zu schaffen, das im vergangenen Monat eröffnet wurde.
Urlaub, Feiern, Seminare
Noch heute spürt man, wie sehr ihr dieser Ort am Herzen liegt. Später kaufte sie das Nachbarhaus, sah dort ihre fünf Kinder aufwachsen – und als diese flügge wurden, stellte sich die Frage: Wie lässt sich dieser besondere Ort weiterbeleben?
Das Homestorys Resort umfasst heute zwei Ferienwohnungen: die „Wood Lounges“ im Haupthaus – ein Refugium für 2 bis 6 Personen mit Grillterrasse und eigener Waldlichtung, sowie den modernen „Lakeview Pavilion“ für 2 bis 4 Personen mit Panorama-Terrasse, Pool, Whirlpool und 360° offenem Gasfeuer.
Im Erdgeschoss des Haupthauses entstand eine Event Lounge für 10 bis 60 Personen, flexibel nutzbar für Seminare, Feiern oder Kochevents. Auch im Lakeview Pavilion und in den alten Stallungen kann gefeiert werden.
In den Homestorys-Themenwelten verbinden sich Wohnen, Lifestyle und Genuss zu einem Ort der Inspiration und Entspannung.
Vertrauen in die Region
Für die Umsetzung ihres Herzensprojekts setzte Caroline Rom bewusst auf regionale Bau- und Installationsfirmen: „Zum einen, weil ich möchte, dass die lokale Wirtschaft mitprofitiert. Zum anderen, weil man sich kennt. Die Wege sind kurz, die Qualität stimmt, und die Firmen sind nicht nur zuverlässig, sie bringen einfach mehr Herzblut in so ein Projekt ein.“
Weitere Infos: www.resort.homestorys.com


Diese Betriebe waren maßgeblich beteiligt:
• Bau des „Lakeview Pavilion“: Convents (Eupen)
• Elektro & Domotik in allen Gebäuden: Elektro Hick (Raeren)
• Innenausbau für hitzebeständige Elemente: Schreinerei Mauel (Eynatten)
• Sanitär: Fritz Haselbach (Eupen)
• Wärme- und Kühltechnik: Firma Groteclaes – jetzt Megacool (Eupen)
• Kaminbau: Cheminées Liégeois (Battice)
• Parkett & Mikrozement: Kibo (Eupen)
• Fliesen: Jimmy Maton (Lontzen)
• Tiefbau: Ganser (Eupen)
• Außengestaltung: Leidgens (Dison)
• Landschafts- & Gartenbau: Didier Malmendier (Lontzen)
• Projektgestaltung Außenanlagen: Winters Landschaften (Eupen)
• Technische und statische Planung: Reichelt & Palotas (Eupen)






In der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) entsteht derzeit ein neues Raumordnungsdekret – ein Projekt, das den Bausektor in Ostbelgien direkt betrifft. Seit der Übernahme der Zuständigkeit von der Wallonischen Region im Jahr 2022 will die Regierung in Eupen Verfahren vereinfachen, Bürokratie abbauen und die Planung stärker auf regionale Bedürfnisse ausrichten.

Edmund Stoffels
Berater für Raumplanung im Kabinett von Ministerpräsident Paasch

Oliver
Paasch Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft
Der neue rechtliche Rahmen soll wirtschaftliche, ökologische und soziale Interessen in Einklang bringen – ein Balanceakt, der derzeit in engem Austausch mit allen Akteuren vorbereitet wird.
Edmund Stoffels koordiniert den Prozess
Die Gespräche leitet Edmund Stoffels, ehemaliger Abgeordneter im wallonischen Parlament und profunder Kenner der Materie. Heute arbeitet er ehrenamtlich im Kabinett des Ministerpräsidenten und koordiniert die Ausarbeitung der neuen Gesetzgebung. Unter seiner Leitung laufen strukturierte Treffen mit Gemeinden, Landwirtschaft, Umweltorganisationen und natürlich mit Embuild Verviers-Ostbelgien, dem Sprachrohr des Bausektors.
Embuild bringt die Sicht der Betriebe ein Embuild wird bei den Gesprächen vertreten durch Präsidentin Astrid Convents und Dirk Vandriessche, der u.a. für die politischen Kontakte zur DG zuständig ist. Eine interne Arbeitsgruppe bereitet die Gespräche vor, wertet Protokolle aus und bündelt die Positionen des Sektors. Eine Mitgliederbefragung hat zusätzlich ein klares Bild geliefert, wie die Unternehmen die verschiedenen Reformthemen einschätzen.
Forderungen bleiben klar und aktuell
Seit Beginn der Beratungen hat Embuild seine Standpunkte nicht verändert, und das aus gutem Grund. Die Forderungen sind klar, praxisnah und auf die Realität der Betriebe abgestimmt:
• Verhältnismäßigkeit bei städtebaulichen und sozialen Auflagen: Wenn, dann müssen diese vorhersehbar, kalkulierbar und bezahlbar sein.
• Bezahlbares Wohnen: Dieser Grundsatz sollte ein Leitgedanke der Reform sein, nicht nur für sozial Schwächere, sondern auch für die breite Mittelschicht.
• Verfügbare Erddeponien in der DG: Ohne praktikable Entsorgungsmöglichkeiten steigen die Kosten und somit die Belastung für Bauherren.
• Revision der Sektorenpläne: Viele Pläne sind veraltet oder ungenau. Das führt zu Unsicherheit und Verzögerungen.
• Vereinfachung und Digitalisierung der Baugenehmigungsprozeduren: Eine zentrale Online-Plattform mit klarer Zeitleiste würde Planungssicherheit schaffen.
• Konservative Bauvorschriften aufbrechen: Neue Materialien und Bauweisen müssen auch im Sinne der Energieeffizienz berücksichtigt werden.
• Entwicklung am historischen Standort ermöglichen: Betriebe sollen sich auch außerhalb von Gewerbezonen an ihren angestammten Standorten weiterentwickeln können.
• Bauübertretungen vermeiden: Durch klare Regeln und eine bessere Abstimmung zwischen Bauherren, Architekten und Verwaltung.
Diese Punkte sind nur einige Positionen, die Embuild in die Gespräche einbringt, um die Rahmenbedingungen für den Bausektor zu verbessern und den Bausektor als starken Pfeiler der ostbelgischen Wirtschaft zu sichern.
Blick nach vorn
Bis 2026 soll der Dekretentwurf ins Parlament kommen. Für die Branche steht viel auf dem Spiel zwischen klaren Regeln, schnellen Genehmigungen und realistischen Vorgaben. Oder, wie Astrid Convents es formuliert: „Wir brauchen eine Raumordnung, die baut statt blockiert.“


Wenn die Baustellen ruhen und die Maschinen wetterbedingt schweigen, ist das kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil: Die Winterperiode (vom 1. Dezember bis zum 31. März) bietet eine hervorragende Gelegenheit, in das zu investieren, was Ihr Unternehmen wirklich voranbringt: Ihr Personal.
„Die Wintermonate sind ideal, um Mitarbeiter weiterzubilden“, sagt Marie-Sophie Delvaux, zuständig für Schulungen bei Embuild Liège-Verviers-Ostbelgien.
„Man kann Schulungen im Voraus planen und Ihre Arbeiter der PK 124 unter gewissen Bedingungen für die Dauer der Schulung als arbeitslos wegen Schlechtwetter melden – selbst wenn das Wetter an dem Tag eigentlich gut wäre.“
Vorteile für das Unternehmen und die Arbeiter (der PK 124)
Und falls Sie im Katalog nicht fündig werden? Kein Problem: „Wir entwickeln auch maßgeschneiderte Schulungen für Betriebe“, betont Delvaux. Ein Anruf genügt.
Schulungen im Betrieb
Die Schulungen können direkt im Betrieb stattfinden – praktisch und zeitsparend. Besonders spannend ist die Tutorenausbildung.
In Zahlen (2024-2025)
4.200
Personen, die durch "Formation Construction", dem Schulungszentrum der Embuild LüttichVerviers-Ostbelgien, weitergebildet wurden

In Personal zu investieren heißt, in die Zukunft des Unternehmens zu investieren
Marie-Sophie Delvaux Schulungskoordinatorin
Das klingt nicht nur clever, sondern ist es auch.
Denn: Der Arbeitgeber zahlt am Schulungstag kein Gehalt und erhält von Constructiv eine Kostenbeteiligung von 80 Euro pro Schulungstag.
Gleichzeitig bekommt der Arbeitnehmer (PK124) 60 % seines Gehalts vom Landesamt für Arbeitsbeschaffung (LFA) sowie eine Prämie von 55 Euro pro Schulungstag von Constructiv.
„Das ist eine Win-win-Situation“, so Delvaux. „Die Unternehmen sparen Kosten, und die Mitarbeiter fühlen sich gefördert und wertgeschätzt.“
Pflichtschulungen oder maßgeschneiderte Angebote
Besonders beliebt sind die Pflichtschulungen wie Erste Hilfe (Grundkurs und Auffrischung) oder Sicherheitsgrundschulungen (ggf. mit VCA-Prüfung).
Aber auch freiwillige Schulungen sind möglich – vom Umgang mit dem Gabelstapler über Tiefbau („Qualiroutes“) bis hin zu Sozialgesetzgebung und vielem mehr.
Ein Mitarbeiter wird an einem Tag zum Tutor ausgebildet und kann künftig Kollegen intern schulen. Dafür gibt’s von Constructiv eine jährliche Prämie von 1000 Euro plus 25 Euro pro Stunde und Arbeiter (bis max. 140 Stunden).
Safety Days – Sicherheit als Team erleben
Für eine praxisnahe Sensibilisierung zum Thema Sicherheit bietet Embuild maßgeschneiderte Safety Days an. In praktischen Ateliers werden Ihre Mitarbeiter für Sicherheitsaspekte geschult – abwechslungsreich, konkret und mit viel Teamgeist.

Ist Ihr Unternehmen zu klein für einen eigenen Safety Day?
Kein Problem !
Ihre Mitarbeiter können an den offenen Sicherheitsateliers teilnehmen, die Embuild gemeinsam mit dem IFAPME und Le Forem organisiert:
• am 30. Januar in Verviers
• und am 6. Februar in Lüttich
Und für die geselige Note: An der Frittenbude gibt es leckere Fritten für alle Teilnehmenden.
Auch andere Sektoren profitieren
Nicht nur Bauarbeiter aus PK124 können sich freuen. Angestellte (PK 200) erhalten unter bestimmten Bedingungen finanzielle Unterstützung von Cefora für ihre Schulungen.
Auch Mitarbeiter der grünen Sektoren (PK145, PK132, PK144) sowie Elektriker (PK149.01) können – je nach Schulung und Voraussetzungen – von ihren jeweiligen Sektorenfonds profitieren.
Weiterbildung zahlt sich aus In der Schulungsperiode 2024–2025 wurden über 4.200 Personen durch Formation Construction, die Ausbildungsabteilung von Embuild Lüttich–Verviers–Ostbelgien, geschult.
Das zeigt: Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Fortbildung kein Luxus, sondern eine Investition in die Zukunft ist.
Denn: Gut geschultes Personal arbeitet sicherer, effizienter und motivierter. Neue Mitarbeiter fühlen sich willkommen, bestehende bleiben länger.
Oder wie Marie-Sophie Delvaux es auf den Punkt bringt: „In Personal zu investieren heißt, in die Zukunft Ihres Unternehmens zu investieren.“


Weitere Informationen zu den Schulungen formation-construction.be
Konsultieren Sie den Katalog
Noch Fragen?
Rufen Sie uns an unter 087/29.10.60












16.000 BAUBETRIEBE
Das lässt sich nicht übersehen!
16.000 Baubetriebe in ganz Belgien zählen auf uns. Klein und groß. Aktiv in sämtlichen Bereichen und Techniken des gesamten Bausektors. Embuild ist ihre Stimme und Partner vor Ort. Wir informieren, bieten individuelle Beratung, schaffen Netzwerke und verteidigen ihre Interessen.
Gemeinsam bauen. Gemeinsam wachsen.
Auch Mitglied werden? info@embuildverviersostbelgien.be, 087/29 10 60


Noch nicht am PEPPOL-Netzwerk angeschlossen?
Dann wird es höchste Zeit!
Mit dem neuen Gesetz vom 6. Februar 2024 verpflichtet Belgien alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, ab dem 1. Januar 2026 strukturierte elektronische Rechnungen auszustellen und zu empfangen.
Diese Maßnahme betrifft nahezu alle Unternehmen, die in B2B-Beziehungen stehen – vom Bauunternehmer über den Lieferanten bis hin zum Dienstleister.
Was bedeutet das konkret?
Eine elektronische Rechnung ist nicht einfach eine PDF, die man per E-Mail verschickt. Sie muss in einem strukturierten Format (z. B. XML) erstellt werden, das eine automatische Verarbeitung ermöglicht. Der Standard dafür ist das PEPPOL-BIS-Format, das über das PEPPOL-Netzwerk ausgetauscht wird – ein europaweit anerkanntes System, an das auch der belgische Staat angeschlossen ist.
Wer ist betroffen?
• Rechnungssteller: alle in Belgien ansässigen, mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen.
• Rechnungsempfänger: ebenfalls alle Unternehmen mit belgischer MwSt.Nummer.
• Vorgänge: Lieferungen und Dienstleistungen, die in Belgien steuerpflichtig sind.
Was passiert bei Nichtbeachtung?
Wer ab dem 1. Januar 2026 keine elektronische Rechnung ausstellt oder empfängt, riskiert Steuerstrafen von 50 bis 5.000 Euro pro Verstoß… also pro Rechnung. Viele Unternehmen sind heute jedoch noch nicht an das PEPPOL-Netzwerk angeschlossen
oder nutzen Buchhaltungssoftware, die nicht kompatibel ist. Deshalb ist es höchste Zeit, JETZT zu handeln. Prüfen Sie, ob Ihre Buchhaltungssoftware PEPPOL-kompatibel ist. Falls nicht, nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Anbieter auf und planen Sie die Umstellung rechtzeitig.
Welche steuerlichen Vorteile gibt es?
Für KMU und Selbstständige gibt es übrigens steuerliche Vorteile:
• 120 % Abzug für laufende Software-Abos
• 20 % Investitionsabzug für Anschaffungskosten
• Digital-Reife-Schecks mit bis zu 50.000 € Förderung über 3 Jahre
Wer jetzt handelt, spart nicht nur Geld, sondern vermeidet auch rechtliche Risiken.
Was tun, wenn Vertragspartner noch nicht bereit sind?
Nehmen Sie klare Klauseln in Ihre Verträge auf!
Um sich gegen das Risiko abzusichern, dass der Vertragspartner noch nicht über die erforderlichen Mittel zum Versenden oder Empfangen elektronischer Rechnungen verfügt, empfiehlt es sich, entsprechende Klauseln in Verträge oder Allgemeine Geschäftsbedingungen aufzunehmen. So stellen Sie sicher, dass elektronische Rechnungen auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Weg übermittelt werden und die Zahlungen fristgerecht erfolgen.
Hier gibt’s die Standardklausel Eine Standardklausel und B2BVertragsvorlagen, in denen die Klausel aufgenommen wurde, stehen ab sofort zum Download im Mitgliederbereich von www.embuild.be bereit.

Cybersicherheit war das Thema einer Informationsveranstaltung von Embuild Liège-Verviers-Ostbelgien am 16. Oktober.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich über ein Risiko informieren, das längst keine Ausnahme mehr ist: Cyberkriminalität.
„Zu viele Unternehmer glauben immer noch, sie könnten nicht zu Opfern von Hackern werden“, warnten Christophe Axen von der Regional Computer Crime Unit und sein Kollege Eric Laverdeur von der Polizeizone Vesdre gleich zu Beginn.
Wenn der Klick zu viel kostet Methoden der Cyberkriminellen, wie Phishing-Mails, Ransomware, Datendiebstahl, werden immer raffinierter. „Die Zahl der Angriffe ist in den letzten fünf Jahren explodiert“, so Axen. Besonders gefährlich seien Manipulationen über Emotion, Zeitdruck und sogenannte „Tunnel-Effekte“, die das kritische Denken ausschalten. In den ersten beiden Stunden der Veranstaltung stand daher Sensibilisierung im Mittelpunkt. Ziel: Unternehmerinnen und Unternehmer lernen, potenzielle Fallen zu erkennen, und wissen, wie sie richtig reagieren.
„Mit Technologien wie BIM, digitalen Monitoring-Systemen oder DokumentenSharing entstehen neue Risiken und damit auch neue Verantwortlichkeiten.“
Unternehmen müssten heute sowohl präventiv als auch reaktiv vorbereitet sein. Ein klar definierter Incident-Response-Plan sei unerlässlich, um rechtliche Komplikationen zu vermeiden. „Denn wenn ein Vorfall passiert, können zivil- oder strafrechtliche Folgen drohen“, Alexandre Cassart.
Prävention ist wirksamer als Reaktion.
Er erinnerte zudem an die Bedeutung von Cyber-Versicherungen, betonte aber, dass Prävention wirksamer sei als Reaktion. Oder, wie es einer der Teilnehmer zusammenfasste: „Cybersicherheit ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in die Zukunft und Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Jeder Euro, der in Prävention fließt, spart später ein Vielfaches in der Krisenbewältigung.“
„Egal, in welcher Situation man sich befindet: Transparenz ist das A und O, sowohl intern als auch extern. Kommunizieren Sie!“, appellierte Axen. Laverdeur ergänzte: „Bitte unterschätzen Sie nicht die Bedeutung einer Anzeige bei der Polizei. Jede Meldung hilft uns, besser zu verstehen und gezielt gegen diese Kriminalität vorzugehen.“ Wer betroffen ist, sollte umgehend Card Stop, Safeonweb, das Center for Cybersecurity Belgium und die lokale Polizeizone kontaktieren. Schnelles Handeln kann Schäden begrenzen oder sogar verhindern.
Rechtliche Stolperfallen im digitalen Zeitalter
Der zweite Teil der Veranstaltung widmete sich den rechtlichen Aspekten. Alexandre Cassart, Anwalt bei Lexing Belgien, betonte, dass Digitalisierung auch neue Pflichten mit sich bringt:
Wenn Vorsorge sich auszahlt
Wie wertvoll diese Investition sein kann, zeigte der Beitrag der Fédérale Versicherung. Anhand eines realen Falls eines Kunden mit einer Cyber-Versicherung wurde deutlich, dass dank passender Absicherung und schneller Reaktion ein schwerer Angriff ohne langfristige Folgen bewältigt werden konnte.
Besser vorsorgen als bereuen
Die Botschaft des Vormittags war eindeutig: Kein Unternehmen ist zu klein, um Ziel eines Angriffs zu werden. Wer rechtzeitig sensibilisiert, schützt und absichert, bewahrt nicht nur seine Daten, sondern auch das Vertrauen seiner Kundschaft. Kurz zusammengefasst: Cybersicherheit ist keine technische Option, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit.

Wer baut, muss digital denken –das war die klare Botschaft des jüngsten Afterworks von Embuild Verviers-Ostbelgien.
Am 4. Juni trafen sich Bauunternehmer aus der Region in den Studios von Vedia in Dison. Wo sonst TV-Sendungen produziert werden, drehte sich diesmal alles um die digitale Zukunft des Bauens.
Bereits beim Empfang zeigte sich: Das Thema zieht. Im eigens eingerichteten Digital Village drängten sich die Gäste an den Ständen der Aussteller, die ihre neuesten Anwendungen präsentierten – von smarten Planungs-Tools bis hin zu praktischen Apps für den Baustellenalltag.
Hinter den Kulissen eines TV-Senders

Praxisnahe Tipps von Buildwise
„Die Digitalisierung ist kein Zukunftsthema mehr, sie ist schon mitten in unserem Alltag angekommen“, betonte Astrid Convents, Präsidentin der Embuild VerviersOstbelgien, in ihrer Begrüßung.
Mit viel Praxisbezug und greifbaren Tipps zeigte anschließend François Denis von Buildwise, wie Bauunternehmen Künstliche Intelligenz schon heute sinnvoll einsetzen können – etwa bei der Organisation, der Planung oder der Kommunikation.
Die Digitalisierung ist kein Zukunftsthema mehr, sie ist schon mitten in unserem Alltag angekommen“ Astrid Convents
Ein weiteres Highlight wartete hinter den Kulissen: In geführten Rundgängen öffnete Vedia die Türen zu seinen Studios, dem Podcast-Raum und der Regie. Für viele Bauunternehmer war es ein ungewohnter Blick in eine ganz andere Welt der Technik – und vielleicht auch eine Inspiration, wie Medien mit Digitalisierung umgehen.
Benoît Charlier stellte in einem Kurzporträt Vedia vor, den Gastgeber des Abends, und schlug damit den Bogen zwischen Bau, Medien und Innovation.
Networking vom Feinsten
Bei einem Walking Dinner klang der Abend entspannt aus. Zwischen Häppchen und Gesprächen wurde weiter über digitale Lösungen, künstliche Intelligenz und die Zukunft der Branche diskutiert. Dass dabei auch viel gelacht wurde, zeigt: Digitalisierung ist kein trockenes Thema –wenn man es so lebendig vermittelt wie an diesem Abend.
„Gemeinsam sind wir stärker. Gemeinsam bauen wir Zukunft.“




Am 28. August war der Flughafen Lüttich nicht nur Tor zur Welt, sondern auch Treffpunkt der Baubranche: Embuild Liège-Verviers-Ostbelgien lud im Rahmen der nationalen Connection Tour, gemeinsam mit Buildwise und Constructiv, zum traditionellen Sommerempfang ein. Und die Resonanz war überwältigend – es war die bestbesuchte Station der Tour in ganz Belgien.
Den Auftakt bildete eine außergewöhnliche Besichtigung: Mit Bussen ging es über das Rollfeld, vorbei an Frachtflugzeugen und Verteilzentren. Die Teilnehmer erfuhren spannende Zahlen und Fakten – etwa, dass Liège Airport der fünftgrößte Cargo-Flughafen Europas ist und dass hier ein Drittel aller europäischen E-Commerce-Pakete abgefertigt wird.
„Besonders in der Nacht, gegen drei Uhr morgens, herrscht hier Hochbetrieb –dann kommen die Maschinen von Alibaba, Amazon und FedEx/TNT“, erklärte der Guide, Christian Delcourt, Kommunikationsdirektor von Liege Airport.
erläterten, wie ihre Organisationen mit Beratung, Schulung und Forschung die Unternehmer im Alltag unterstützen können.
Fachwissen und Netzwerken in entspannter Atmosphäre
Danach verwandelte sich die Abflughalle in einen lebendigen Treffpunkt für Austausch und Information.
"Wir brauchen solche Momente. Hier entstehen Ideen und Partnerschaften, die wir im Alltag so nie entwickeln würden"
Kurzweilige Ansprachen
Im Anschluss begrüßte Paul-Philippe Hick, Direktor von Embuild Liège-Verviers-Ostbelgien, die Gäste.
In seiner Ansprache ging er auf die aktuellen Herausforderungen der Bauwirtschaft ein und wie Embuild den Unternehmen dabei unterstützen kann. Seine Botschaft war eindeutig: „Gemeinsam sind wir stärker. Gemeinsam bauen wir Zukunft.“
Auch die Vertreter von Constructiv und Buildwise schlugen in dieselbe Kerbe und
An den Ständen von Buildwise konnten die Teilnehmer ihr Fachwissen vertiefen, aktuelle Forschungsthemen diskutieren und den direkten Draht zu den Experten nutzen. Parallel dazu bot der Empfang mit kulinarischen Köstlichkeiten die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre mit Kollegen aus der Branche ins Gespräch zu kommen.
Die Station in Lüttich hat gezeigt: Die Bauunternehmer der Region suchen nicht nur Information, sondern vor allem Begegnung. Oder wie es ein Teilnehmer beim Walking Dinner treffend formulierte: „Wir brauchen solche Momente. Hier entstehen Ideen und Partnerschaften, die wir im Alltag so nie entwickeln würden.“



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