Das neue Magazin über Natur, Gesundheit und Bewusstsein
NEU IM HANDEL
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Das neue Magazin über Natur, Gesundheit und Bewusstsein
NEU IM HANDEL
Wie Natur, Stille und Licht unsere Lebensenergie neu entfachen

Heilende Kraft der Hunde
Warum unsere Vierbeiner Herz, Seele und Gesundheit stärken
So steigern wir unser Wohlbefinden Atemtechniken für den Alltag
S. 40
Durch Yoga wieder Sicherheit im Körper finden Traumasensibles Yoga erleben S. 60
April - Juni 2026
Ausgabe 2/26
Preis 4,95 €

SCHÖNHEIT MIT KRAFT DER PFLANZEN S.22
Heilende Effekte der Natur für Männer
Zeit in der Natur senkt Stress und stärkt Körper und Geist S. 76


© SONNENTOR/@nudlholz.at

Schmecke, rieche und staune, denn im SONNENTOR Erlebnis gibt es viel zu entdecken...

Wo Kräuter zuhause sind!
BETRIEBSFÜHRUNGEN durch die du enden Kräuterhallen
GESCHÄFT mit krea ven Geschenkideen
BIO-GASTHAUS LEIBSPEIS'
WALD-REICH mit 19 Erlebnissen
NATURGARTEN DER VIELFALT am Frei-Hof Bio-Bengelchen
SPIELGARTEN & WEG
KRÄUTERWANDERWEG





Schon beim Eingang begrüßt dich ein unvergesslicher Kräuterduft. Bei einer Betriebsführung bekommst du spannende Einblicke in die Herstellung unserer bunten Produktkreationen und in die Geschichte des Unternehmens. In den vielfältigen Gärten entdeckst du, wo unsere Kräuter wachsen und wie nachhaltiges Leben im Einklang mit der Natur gelingt. Genieße österreichische Küche sowie vegetarische und vegane Gerichte im Bio-Gasthaus Leibspeis’. Für erholsame Nächte warten die Tiny-Häuser im Kräutergarten in Sprögnitz oder die Stadt-Lofts in Zwettl auf dich.

ÜBERNACHTEN in den Land-Lo s & Stadt-Lo s









Lisa Gutzelnig Chefredakteurin

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Der Frühling ist eine leise Einladung. Kein lauter Neubeginn, kein abruptes „Jetzt musst du aber“, sondern ein sanftes Erwachen – so, wie es die Natur uns jedes Jahr vormacht. In den ersten warmen Sonnenstrahlen, im Duft feuchter Erde und im zarten Grün der jungen Knospen liegt eine uralte Heilkraft. Wer genau hinsieht, spürt: Die Natur erinnert uns daran, wie Erwachen wirklich geht.
Nach den stillen, oft schweren Wintermonaten beginnt draußen ein Wunder, das nie an Magie verliert. Was lange verborgen war, zeigt sich wieder. Samen brechen auf, Zweige füllen sich mit Leben, erste Blüten wagen sich ans Licht. Dieses Wieder-in-Bewegung-Kommen ist kein Zufall – es ist Rhythmus, Vertrauen und Geduld zugleich. Und genau darin liegt seine Kraft.
Es sind nicht die großen Gesten, die den Frühling so heilsam machen, sondern die vielen kleinen Wunder: das erste Summen einer Biene, das vorsichtige Grün am Wegesrand, das morgendliche Vogelkonzert, das jeden Tag ein bisschen melodischer wird. Diese scheinbaren Kleinigkeiten wirken wie Anker im Hier und Jetzt. Schenken wir ihnen achtsame Beachtung, holen sie uns aus dem Kopf
zurück in den Körper, aus der Eile zurück ins Spüren.
Wer sich erlaubt, diese Frühlingswunder bewusst wahrzunehmen, merkt schnell: Auch im Inneren beginnt etwas zu blühen. Hoffnung, Leichtigkeit, neue Ideen – oft ganz still und ohne Druck. Vielleicht sind Wunder nichts anderes als Momente, in denen wir die verborgenen Zusammenhänge der Natur wieder erahnen. Sie widersprechen den Gesetzen der Welt nicht – sie erinnern uns vielmehr daran, dass wir sie noch längst nicht vollständig verstehen.

Der Frühling fordert uns nicht zur Höchstleistung auf. Wir preschen also am besten nicht vor und wir brechen nichts übers Knie. Im Gegenteil. Auch die Tiere, die aus dem tiefen Winterschlaf erwachen, springen nicht sofort los. Sie blinzeln, strecken sich, ihr Körper fängt an zu vibrieren, um sich wieder auf Normaltemperatur einzustellen. Ganz vorsichtig nehmen sie wieder Kontakt zur Welt auf, denn ihr Körper weiß, dass alles seine Zeit braucht. Die Natur zeigt uns, dass nachhaltige Kraft nicht aus Hast entsteht, sondern aus tiefer Verbundenheit mit dem eigenen Rhythmus.
Blumen wachsen nicht, weil sie sich beeilensondern weil sie dem Licht folgen.
John O’Donohue
Lisa Gutzelnig
l.gutzelnig@cda-verlag.com
APRIL - JUNI 2026
06 IMPULSE AUS DER NATUR
Aktuelle Meldungen und spannende
Entdeckungen aus der Welt der Natur
10 MORGANDER VERGESSENE ORCA
Der Weg des Orcas Morgan – von der Rettung zur Haltung im Meerespark
12 WENN DIE NATUR VERSTUMMT
Warum das Artensterben unsere Welt verändert – und was wir dagegen tun können.
16 ERWACHEN MITHILFE
DER NATUR
Nadja Brinkmann, Autorin von "Female Balance", erklärt, warum Frauen durch die Natur zu sich selbst finden.
22 NATÜRLICHE SCHÖNHEIT AUS DER EIGENEN KÜCHE
Wie selbstgemachte Hautpflege ohne unnötige Zusatzstoffe auskommt
26 FRÜHLINGSERWACHEN
Warum man auch im Frühling faul sein darf

30 IN DEN EIGENEN RHYTHMUS FINDEN
Dr. med. Petra Wiechel beschreibt wie Natur und Regulation die Frauengesundheit stärken
32 DIE HEILENDE KRAFT UNSERER HUNDE
Studien zeigen, dass Hunde unser Mikrobiom beeinflussen und damit auch unsere Psyche stärken können.
36 MEDIZIN ZUM ATMEN
Ätherische Öle der Bäume unterstützen Wohlbefinden und innere Balance.
40 ATEMTECHNIKEN FÜR MEHR WOHLBEFINDEN
Bewusstes Atmen kann Stress senken, Energie schenken und Körper wie Geist stärken.
44 WUNDERORGAN NIERE
In der ganzheitlichen Sicht stärken die Nieren unsere Lebensenergie.

16
Viele Frauen spüren den Ruf, wieder im Einklang mit ihrer Natur zu leben.

Waldluft, Terpene und Negativionen wirken zusammen und unterstützen unsere Gesundheit. 36
48 DIE KRAFT DER STILLEN KINDER
Warum Introvertiertheit kein Problem ist –sondern eine besondere Stärke
52 TIERE ALS SPIEGEL UNSERER SEELE
Vierbeiner verbinden uns wieder mit unseren Instinkten – diese Beziehung kann Körper und Seele stärken
56 LEBEN IM EINKLANG MIT DEN JAHRESZEITEN
Der Frühling erinnert uns daran, wieder stärker im Rhythmus der Natur zu leben
60 TRAUMASENSIBLES YOGA
Wie wir durch Yoga wieder Sicherheit im Körper finden
64 ACHTSAM KOCHEN
Mit Jana Eisert zurück zu intuitivem Essen und einfachen, achtsamen Rezepten
68 KANARISCHE INSELN –ORTE DER REGENERATION
Wo Natur, Stille und Licht neue Energie schenken

Einfache, alltagstaugliche Rezepte für mehr Achtsamkeit und Genuss beim Essen.
72 FRÜHJAHRSFRISCHE FÜRS SCHLAFZIMMER
So bringen Sie Bett, Matratze und Schlafzimmer nach dem Winter wieder in frische Form
76 HEILKRAFT DER NATUR IN DER MÄNNERGESUNDHEIT
Peter Schweighofer zeigt, warum besonders Männer von der Natur profitieren können.
80 BUCHEMPFEHLUNGEN
Text: Lisa Gutzelnig
Unsere „Natur-Fakten“ bündeln aktuelle Forschung, spannende Studien und inspirierende Impulse aus der Welt der ganzheitlichen Gesundheit.
Die Übergangsbereiche zwischen Land und Meer gehören zu den dynamischsten, aber zugleich wenig erforschten Ökosystemen Europas. Eine neue wissenschaftliche Expedition untersucht diese Küstenzonen nun erstmals systematisch. Forschende analysieren, welche Veränderungen durch den Klimawandel sichtbar werden und wo sich Schadstoffe ansammeln. Dazu entnehmen sie Umweltproben wie Sedimente, Seegras und Algen. Zudem installieren Wissenschaftler an einigen Standorten Messgeräte auf dem Meeresboden, die unter anderem Unterwassergeräusche aufzeichnen. Aus den Daten entstehen akustische Profile der Meeresumgebung, die Hinweise auf den Zustand mariner Lebensräume geben können.
bit.ly/hn3-expedition


Viele Hundebesitzer sind überzeugt, die Gefühle ihrer Tiere zuverlässig erkennen zu können. Eine aktuelle Untersuchung legt jedoch nahe, dass diese Einschätzung häufig trügt. Laut einer Studie, die im Fachjournal PeerJ veröffentlicht wurde, interpretieren Menschen die Emotionen von Hunden oft anders, als sie tatsächlich sind.
Der entscheidende Faktor scheint dabei unsere eigene Stimmung zu sein. Menschen in guter Laune neigen dazu, Hunde eher als traurig einzuschätzen, während Personen mit schlechter Stimmung die Tiere eher als besonders fröhlich wahrnehmen. Die emotionale Verfassung des Beobachters beeinflusst also maßgeblich, wie tierisches Verhalten gedeutet wird.
Das Forschungsteam um Holly Molinaro von der Arizona State University untersuchte dieses Phänomen mit rund 300 Teilnehmenden. Die Probanden sahen kurze Videos von drei Hunden, deren Verhalten klar als positiv, neutral oder negativ einzuordnen war. Anschließend wurden die Teilnehmenden gezielt in unterschiedliche Stimmungen versetzt – etwa durch emotionale Inhalte – und sollten die Videos erneut bewerten. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass sich die Einschätzungen je nach eigener Gefühlslage veränderten.
bit.ly/hn3-studie

In Ameisenstaaten hat der Schutz der Gemeinschaft höchste Priorität. Die Insekten reagieren daher äußerst konsequent auf Krankheitsrisiken innerhalb ihrer Kolonie.
Während viele Tiere versuchen, Krankheitssymptome zu verbergen, senden infizierte Ameisenpuppen ein chemisches Signal aus, das ihre Artgenossen auf die Gefahr aufmerksam macht. Dieses Signal zeigt an, dass die betroffene Puppe schwer infiziert ist und die Kolonie gefährden könnte.
Wie die Evolutionsbiologin Sylvia Cremer erklärt, muss ein solches Signal besonders präzise funktionieren: Es soll alle tatsächlich infizierten Puppen identifizieren, ohne gesunde Individuen zu gefährden.
Die Arbeiterameisen reagieren darauf mit einer drastischen Maßnahme. Zunächst öffnen sie die Hülle der betroffenen Puppe, indem sie kleine Löcher hineinbeißen. Anschließend tragen sie Ameisensäure auf – ihr natürliches antimikrobielles Gift. Dadurch werden die Krankheitserreger im Inneren abgetötet. Die Puppe selbst überlebt diesen Prozess jedoch nicht.
bit.ly/hn3-ameise


Eine internationale Untersuchung hat analysiert, in welchen Ländern Menschen eine besonders starke Beziehung zur Natur empfinden. Das Ergebnis zeigt deutliche Unterschiede – auch innerhalb Europas.
Unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erreichen lediglich Kroatien und Bulgarien Spitzenplätze im weltweiten Vergleich. Länder wie Spanien, Deutschland und die Niederlande liegen dagegen am Ende der europäischen Rangliste.
Die Studie, die im Fachjournal Ambio veröffentlicht wurde, basiert auf Befragungen von mehr als 56.000 Menschen aus 61 Ländern. Die Forschenden untersuchten, wie verschiedene Faktoren – etwa wirtschaftliche Bedingungen, kulturelle Hintergründe, Biodiversität oder technologische Einstellungen – die Naturverbundenheit beeinflussen.
Die Analyse zeigt, dass insbesondere sozioökonomische Rahmenbedingungen, spirituelle Werte, Artenvielfalt sowie der Umgang mit moderner Technologie eine Rolle spielen. Frühere Untersuchungen deuten außerdem darauf hin, dass Menschen mit starker Naturverbundenheit tendenziell umweltfreundlicher handeln und im Durchschnitt ein höheres subjektives Wohlbefinden berichten.
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Dass Hunde erstaunlich lernfähig sind, ist längst bekannt. Eine neue Studie zeigt nun, dass manche Tiere sogar neue Wörter aufnehmen können, ohne gezielt darauf trainiert zu werden.
Diese besonders begabten Hunde – von Forschenden als „Wortgenies“ bezeichnet – können Begriffe allein durch das Zuhören menschlicher Gespräche lernen. Später ordnen sie diese Wörter zuverlässig den passenden Gegenständen zu.
Nach Einschätzung der Wissenschaftler entspricht diese Fähigkeit ungefähr dem Sprachverständnis von Kleinkindern im Alter von etwa anderthalb Jahren.
Die Untersuchung wurde von Forschenden der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest gemeinsam mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführt und im Fachjournal Science veröffentlicht. Die getesteten Hunde verfügten bereits zu Beginn über einen bemerkenswerten Wortschatz: Viele kannten die Namen zahlreicher Spielzeuge und konnten diese aus einer größeren Auswahl korrekt identifizieren.
bit.ly/hn3-hund
Nicht nur intensiver Sport, sondern auch sanfte Bewegungsformen können die Lebensqualität deutlich verbessern – besonders dann, wenn sie mit psychologischen Übungen kombiniert werden. Darauf weist eine Studie hin, die im Journal Nature Human Behaviour erschienen ist.
Die Forschenden untersuchten unterschiedliche Programme, darunter Yoga, achtsamkeitsbasierte Trainings, Übungen zur Förderung von Selbstmitgefühl, Akzeptanzstrategien sowie Ansätze der Positiven Psychologie wie Dankbarkeitsübungen. Auch Aktivitäten in natürlicher Umgebung wurden berücksichtigt.
Für ihre Analyse wertete das Team um die Psychologin Lowri Wilkie von der Swansea University insgesamt 183 Studien mit rund 23.000 Teilnehmenden aus. Berücksichtigt wurden ausschließlich Erwachsene ohne diagnostizierte psychische Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Interventionen, die körperliche Aktivität mit mentalen Strategien verbinden, besonders effektiv zur Förderung von Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit beitragen können.
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Eine gesunde Darmflora, innere Balance und ganzheitliches Wellbeing rücken immer stärker in den Fokus von Lifestyle und Ernährung. Ein Produkt, das genau hier ansetzt, ist der neue Vital-Drink My Inner Beauty von THATS ME ORGANIC. Die Marke, bekannt für ihre pflanzenbasierte Bio-Naturkosmetik sowie handgemachten Pflanzenhaarfarben, erweitert damit ihr Sortiment um ein präbiotisches Getränk, das Darm, Wohlbefinden und natürliche Schönheit von innen unterstützt.
Reiner und frischer Bio-Aloe-VeraSaft in Rohkostqualität bildet die Basis. Das Innere der Aloe-Vera-Blätter

liefert wertvolle Polysaccharide, die traditionell für ihre unterstützende Wirkung auf Verdauung und Feuchtigkeitsbalance geschätzt werden. Kombiniert wird dies mit Inulin aus wilder Zichorie und Bio-Agave, zwei natürlichen präbiotischen Ballaststoffen, die die „guten“ Darmbakterien nähren und so die Vielfalt des Mikrobioms fördern. Die Verarbeitung erfolgt kalt und schonend, ohne Erhitzen oder Pasteurisation, sodass die natürlichen Pflanzenstoffe erhalten bleiben. Der Saft ist aloinfrei, mild im Geschmack, biozertifiziert, vegan und frei von künstlichen Zusätzen. My Inner Beauty ist als tägliches Ritual gedacht: zweimal täglich je 25 ml, pur, verdünnt mit Wasser oder im Smoothie, können dabei helfen, die Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen, das allgemeine Wohlbefinden zu stärken und das Gefühl von innerer Balance zu fördern. Es ist keine Medizin, sondern ein bewusster Begleiter für einen gesunden Lebensstil, der Körper und Geist verbindet. Damit steht der Drink im Einklang mit dem Markenversprechen von Thats Me Organic: Naturbasierte Inhaltsstoffe, nachhaltige Herstellung und ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit und Schönheit.

Das deutsche Familienunternehmen ist auf geschädigtes und beanspruchtes Haar spezialisiert und hilft mit seiner zertifizierten Natrue Bio-Naturkosmetiklinie das Gleichgewicht und Wohlbefinden der Haare mit rein pflanzlichen Inhaltsstoffen wiederzufinden. Im Fokus liegen chemiefreie Pflanzenhaarfarben sowie natürliche Pflege- und WellbeingProdukte für Haare, Geist und Körper, die in eigener Produktion und mit viel Liebe hergestellt werden. Dabei wird höchster Wert auf reine Naturstoffe, ohne chemische Zusätze gelegt, was nicht nur dem Menschen, sondern auch der Umwelt zugutekommt und das Ganze noch komplett cruelty-free.



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Wie eine Rettungsaktion für eine junge Orca-Dame zu einem Leben in Gefangenschaft wurde.
Text: Lisa Gutzelnig
ie Orca-Dame Morgan wurde im Jahr 2010 vor der Küste der Niederlande (Wattenmeer) geschwächt aufgefunden. Sie war stark unterernährt und hatte Probleme mit dem Hören bzw. der Orientierung. Orcas sind äußerst soziale Tiere, die normalerweise niemals allein überleben – ihr Zustand deutete also auf eine ernste Notlage hin. Morgan wurde daraufhin eingefangen, um sie medizinisch zu versorgen. Diese Maßnahme wurde zunächst als Rettung deklariert. Kritisch wurde der Fall jedoch, als sich zeigte, dass Morgan nach der Stabilisierung nicht wieder ausgewildert wurde. Stattdessen entschied man, sie dauerhaft in menschlicher Obhut zu behalten. Nach juris-
„Der Gegensatz zwischen vernunftgesteuertem Homo sapiens und instinktgesteuertem Tier, der lange als Gewissheit galt, existiert schlichtweg nicht“
Biologe Norbert Sachser
tischen Auseinandersetzungen kam Morgan schließlich 2011 in den Loro Parque auf Teneriffa, wo sie bis heute lebt, in Tier-Shows eingesetzt wird und Kunststücke vorführen muss. Eine Auswilderung wurde letztlich nicht umgesetzt; Kritiker fordern bis heute eine Unterbringung in einem Meeresschutzgebiet. Der Fall der OrcaDame Morgan im Loro Parque auf Teneriffa ist kein bedauerlicher Einzelfall, Tierschutzorganisationen sehen im Fall Morgan vielmehr ein Beispiel dafür, dass Wildtiere in Meeresparks nicht artgerecht gehalten werden. Morgan wurde einst hilflos und geschwächt gefunden – ein Moment, der Mitgefühl und Verantwortung verlangte. Doch was folgte, war kein Weg zurück in die Freiheit, sondern ein Leben hinter Glas, Beton und Gittern, mitten in einer lauten Touristenattraktion.
Stellen Sie sich vor, Sie werden aus Ihrem Zuhause gerissen. Nicht aus einem Kriegsgebiet – sondern aus einem erfüllten Leben heraus –unter dem Vorwand einer Rettungsmaßnahme dauerhaft festgehalten. Sie werden von Ihrer Familie getrennt, von allem, was Ihnen Orien-
tierung, Sicherheit und Sinn gibt. Ihre Sprache versteht dort niemand, Ihre Bedürfnisse gelten als nebensächlich. Man sperrt Sie in einen Raum, der nur ein winziger Bruchteil der Welt ist, die Sie bislang kannten. Man sagt Ihnen: Das ist jetzt Ihr Zuhause. Gewöhnen Sie sich daran.
Genau das ist mit der Orca-Dame Morgan geschehen.
Ein Orca lebt in der Freiheit nicht einfach „im Meer“. Er lebt in einer hochkomplexen sozialen Struktur, in stabilen Familienverbänden, mit eigenen Dialekten, Traditionen und lebenslangen Bindungen. Der Ozean ist kein leerer Raum, sondern ein dreidimensionales Universum aus Tiefe, Weite, Bewegung und Wahlfreiheit. Morgan wurde aus diesem Lebensraum herausgerissen. Im Loro Parque ist ihr Leben auf Beton geschrumpft. Kein Ozean, sondern ein Becken.
Keine Freiheit, sondern ein Zeitplan. Keine Familie, sondern ständig wechselnde Artgenossen unter Zwang. Das Wasser ist im Vergleich zum Meer tot: chemisch kontrolliert, begrenzt, vorhersehbar. Für ein Tier, das über Echoortung lebt, ist das wie permanenter sensorischer Stress – Schallwellen prallen von Wänden zurück, Orientierung wird zur Qual. Würden wir einen Menschen in einen hallenden Raum sperren, in dem jede Bewegung und jedes Wort verzerrt zurückschlägt, wir würden es als psychische Misshandlung bezeichnen.
Und dann die Shows. Stellen Sie sich vor, der entführte Mensch wird gezwungen, täglich zu lächeln, Kunststücke vorzuführen, Applaus zu ertragen – während sein innerer Zustand niemanden interessiert. Sein Leiden wird übertönt von Musik, von bunten Lichtern, von der beruhigenden Erzählung, es gehe ihm „doch gut“. Denn solange er funktioniert, solange er nicht schreit, kann man so tun, als sei alles in Ordnung. Es braucht eine erschreckende Form von Blindheit, um hier wegzusehen. Eine Blindheit, die Becken für Lebensräume hält, Gefangenschaft für Schutz und Unterdrückung für Bildung. Eine Blindheit, die sagt: Er frisst und bringt Kinder zur Welt – also leidet er nicht. Als wäre bloßes Überleben dasselbe wie Leben. Morgan ist kein Symbol. Sie ist ein Individuum. Und was wir akzeptieren, wenn wir ihre Gefangenschaft rechtfertigen, ist die Vorstellung, dass
Macht über Mitgefühl steht. Dass Unterhaltung schwerer wiegt als Freiheit. Dass es in Ordnung ist, einem fühlenden Wesen alles zu nehmen – solange wir nicht gezwungen sind, genau hinzusehen. Denn wer wirklich hinsieht, kann nicht mehr behaupten, nichts gewusst zu haben.
Naturschutz darf kein leeres Wort sein und keine Ausrede für Gefangenschaft. Er muss jetzt passieren, nicht irgendwann. Schon lange zeigen Studien, dass viele Tierarten – von Primaten über Krähen bis hin zu Elefanten – über ein wesentlich komplexeres Gefühlsleben verfügen, als man früher angenommen hat. Erst kürzlich kamen wir zur Erkenntnis, dass auch Kühe höhere kognitive Fähigkeiten besitzen als ursprünglich angenommen. Aber auch für die Meeressäugetiere gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die unser lange gepflegtes Bild von der Sonderstellung des Menschen infrage stellen.
Säugetiere leben häufig in komplexen sozialen Strukturen. Sie zeigen Zuneigung, entwickeln enge Bindungen und pflegen stabile Beziehungen. Emotionen wie Vertrauen, Empathie und gegenseitige Wertschätzung sind dabei keineswegs auf Primaten beschränkt. Morgan ist daher weder ein Symbol noch ein Ausstellungsstück. Die Orca-Dame ist ein fühlendes Lebewesen –und ihr Zuhause gehört ins Meer.

Der Fall der Orca-Dame Morgan wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Tierschutzorganisationen fordern eine Unterbringung in einem Meeresschutzgebiet oder einer anderen Form naturnäherer Haltung. Morgan lebt derzeit im Meerespark Loro Parque auf Teneriffa, wo sie seit ihrer Rettung im Jahr 2010 unter menschlicher Betreuung gehalten wird.
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Text: Lisa Gutzelnig
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen am Morgen die Augen – und es ist still. Keine klangvollen Rufe der Amseln, die sonst den neuen Tag ankündigen. Kein sanfter Flügelschlag, kein fröhliches Zwitschern und kein Rascheln im Gebüsch. Nur eine bedrückende, fremde Leere, die selbst die vertrautesten Orte unheimlich wirken lässt. Eine Welt ohne Vögel wäre nicht nur leiser – sie wäre auch ärmer, farbloser, entkoppelt von dem lebendigen Atem, der unsere Landschaften seit Jahrtausenden prägt. Wenn keine Tierstimmen mehr durch die Luft klingen, verlieren wir mehr als bloß eine Geräuschkulisse – wir verlieren ein Stück unseres eigenen Lebensgefühls. Denn der Mensch fühlt sich in der Natur zu Hause, hat das Gefühl von Heimat, für viele ist die Natur sogar Teil der eigenen Identität, andere definieren sich über ihre Zeit in der Natur – sei es durch Sport oder bestimmte Wanderrouten.
Diese Vorstellung mag dystopisch wirken und erinnert an fiktive, aber bedrückend echt wirkende Filmszenen aus dem Drama „Leave the World Behind“, doch sie zeigt, was auf dem Spiel steht. Der fortschreitende Verlust der Biodiversität
betrifft nicht nur ferne Ökosysteme oder seltene Arten – er bedroht die Klangkulisse, die Atmosphäre und das natürliche Gleichgewicht unserer gesamten Welt. Eine stumme Erde wäre eine tote Erde. Und genau diese Zukunft zeichnet sich ab, wenn wir das massenhafte Sterben von Tierarten weiter zulassen. Es ist Zeit, aufzuwachen und endlich hinzuhören, bevor endgültig verstummt, was unsere Welt lebendig macht.
Es gibt aussagekräftige Untersuchungen über die Biodiversität in Parks und darüber, wie viele Vögel dort angesiedelt sind. In der Nähe der Parks, die eine hohe Biodiversität haben, gibt es nachweisbar weniger psychische Erkrankungen, weniger Depressionen und weniger Angststörungen – bis zu den Hinweisen darauf, dass Apotheken in der Umgebung weniger Medikamente gegen diese Krankheiten verkaufen. Die psychischen Auswirkungen von Biodiversität auf uns Menschen sind also messbar.
Die Biologin Katrin Böhning-Gaese ist seit September 2024 wissenschaftliche Geschäftsführerin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Außerdem ist sie Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Für sie ist sicher: Die derzeitigen Aussterberaten sind mindestens 10- bis 100-mal so hoch wie in den letzten 10

Millionen Jahren. „Das heißt, wir stehen ganz klar am Beginn des sechsten Massenaussterbens der Erdgeschichte. Das letzte war das, bei dem die Dinosaurier ausgestorben sind.“
Dieser Vergleich, der vielleicht etwas melodramatisch klingt, veranschaulicht die Biologin mit einem eindrücklichen Beispiel: „In Indien haben Geier eine ganz wichtige Funktion, indem sie Aas entsorgen. Irgendwann wurde in der Tiermedizin das Mittel Diclofenac eingesetzt, um Entzündungen zu bekämpfen, etwa bei Rindern. Die damit behandelten Tiere haben das gut vertragen. Aber für die Geier ist es massiv nierentoxisch. Die Populationen mehrerer lokaler Geierarten sind dramatisch auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Bestände zurückgegangen. Das führte dazu, dass tote Rinder nicht mehr von Geiern gefressen wurden, sondern von anderen Tieren, darunter wilden Hunden. Diese konnten sich stark vermehren und übertragen Tollwut. Das führte zu einem dramatischen Anstieg der Todesfälle bei Menschen. Daran merkt man, dass diese komplexen Verkettungen einen messbaren Effekt haben“, so Böhning-Gaese.
Im Vergleich zu der Zeit um 1800 ist der weltweite Vogelbestand Schätzungen zufolge heute um rund 80 Prozent geringer. Besonders deutlich hat sich dieser Rückgang in den vergangenen Jahrzehnten verschärft. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der modernen Intensivlandwirtschaft, die vielen Vogelarten weder ausreichend Nahrung noch geeignete Lebensräume bietet. Vor allem Feldvögel leiden massiv unter dieser Entwicklung. Eine zentrale Rolle spielt dabei das dramatische Insektensterben: Der Einsatz von Insektiziden in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften tötet Insekten unmittelbar und entzieht zahlreichen Vogelarten damit eine entscheidende Nahrungsquelle. Hinzu kommt die indirekte Wirkung von Herbiziden. Wo Wildkräuter verschwinden, fehlen nicht nur vielen Insekten wichtige Lebensgrundlagen, sondern auch samenfressenden Vögeln. Damit geht ein weiterer bedeutender Teil des Nahrungsangebots verloren. In den Sommermonaten ernähren sich viele Vogelarten vor allem

Ohne Insekten keine Vögel
Insekten sind die Lebensgrundlage der meisten Vogelarten. Ihr massiver Rückgang zieht das Feldvogelsterben unaufhaltsam nach sich.
von Insekten, daneben auch von Larven, Würmern und Pflanzensamen. Bei Zugvögeln stellen Insekten sogar die wichtigste Nahrungsbasis dar. Eine aktuelle Analyse des NABU macht das Ausmaß der Krise deutlich: Zwei Drittel der Arten und drei Viertel der Lebensräume in Deutschland befinden sich in einem schlechten Zustand. Nur wenige Bestände konnten sich bislang erholen, während sich viele weiter verschlechtern. Umso dringlicher sind wirksame Schutzgebiete und eine konsequente Wiederherstellung natürlicher Lebensräume. Besonders alarmierend ist, dass der fortschreitende Verlust von Arten und Lebensräumen inzwischen beinahe als normal gilt.
Der Feldhamster gehört zu jenen Arten, die in unserer heutigen Agrarlandschaft kaum noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Nahrung, Deckung und geschützte Rückzugsorte werden für ihn zunehmend rar. In Deutschland ist er inzwischen fast verschwunden; seit den 1950er-Jahren sind seine Bestände um etwa 99 Prozent zurückgegangen. Verantwortlich dafür sind vor allem der massive Flächenverbrauch, die intensive landwirtschaftliche Nutzung und das Verschwinden passender Böden. Verschärft wird die Lage zusätzlich durch agrarpolitische

Der Feldhamster findet in ausgeräumten Agrarlandschaften kaum noch Nahrung oder Rückzugsorte. Seit den 1950er-Jahren sind seine Bestände in Deutschland um rund 99 Prozent eingebrochen. Verdrängt vom Acker Bilder: Shutterstock.com
Maßnahmen, die unter dem Schlagwort der „Entbürokratisierung“ den Erhalt von Brachen und Ackerrandstreifen weiter zurückdrängen. Bleibt ein grundlegender Kurswechsel aus, droht Arten wie dem Feldhamster innerhalb weniger Jahrzehnte das endgültige Aus.
Auch in den Meeren geraten heimische Tierarten immer stärker unter Druck. In der Ostsee hat sich der Bestand des Schweinswals seit 2019 halbiert. Dem einzigen in Deutschland heimischen Wal setzen vor allem die intensive Nutzung seines Lebensraums, Stellnetze und der zunehmende Lärm von Motorbooten zu.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Dimension des Problems: Von den rund 200 untersuchten Arten zeigen 37 Prozent einen rückläufigen Trend, während nur 14 Prozent zunehmen. Bei 36 Prozent bleibt die Entwicklung zwar stabil, doch bedeutet das häufig lediglich, dass sie dauerhaft in einem ungünstigen Zustand verharren. Insgesamt gelten zwei Drittel der Tierarten, also 66 Prozent, als in schlechtem oder unzureichendem Zustand. Besonders bedenklich ist die Situation in den intensiv genutzten Agrarräumen der kontinentalen Region. Die Alpenregion steht im Vergleich etwas besser da, verzeichnet jedoch ebenfalls deutliche Verluste.
Die biologische Vielfalt bildet die unverzichtbare Grundlage unseres Lebens. Vieles von dem, worauf wir täglich angewiesen sind – etwa Trinkwasser, Lebensmittel, Heilmittel, Textilfasern oder Holz – verdanken wir intakten natürlichen Systemen. Biodiversität sorgt dafür, dass diese Systeme funktionieren, sich regenerieren und ihre Leistungen dauerhaft erbringen können.
„Die Biodiversität ist ungleichmäßig über den Planeten verteilt, und einige Orte sind weitaus größeren Bedrohungen ausgesetzt als andere“, sagt Anders Holm, Geschäftsführer der Hempel Foundation. Die Biodiversitäts-Hotspots beschreiben Gebiete mit außergewöhnlichem Endemismus, die unter starkem Druck stehen. Die Daten wurden jedoch seit 25 Jahren nicht mehr aktualisiert, und in dieser Zeit hat sich viel verändert. Mit einer neuen Aktualisierung der Biodiversitäts-Hotspots will man nun sicherstellen, dass künftige Naturschutzbemühungen und Finanzmittel dort ankommen, wo sie den größten Unterschied machen können – sowohl für die Natur als auch für die Menschen“, so Holm. Das Projekt wird eine umfassende Neubewertung der Biodiversitäts-Hotspots und Megadiversitätsländer liefern. Hotspots sind biogeografische Regionen, in denen eine Fülle von Arten beheimatet ist, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen und durch menschliche Aktivitäten wie Lebensraumzerstörung, Umweltverschmutzung und Klimawandel stark bedroht sind. Derzeit gibt es 36 Biodiversitäts-Hotspots, die 16,7 % der Landfläche der Erde bedecken. Wallacea, zu dem mehr als 1.680 verschiedene Inseln im zentralen Teil Indonesiens und TimorLeste gehören, und der Atlantische Regenwald, der sich entlang der brasilianischen Atlantikküste bis in Teile von Paraguay, Uruguay und Argentinien erstreckt, sind zwei der bekanntesten Biodiversitäts-Hotspots der Welt.
Good news
Internationale Abkommen wie das „Weltnaturabkommen“ zielen darauf ab, den Verlust der Biodiversität zu stoppen und umzukehren, doch die Umsetzung ist bislang unzureichend.
Wichtige Ziele sind, bis 2030 30 % der Ökosysteme unter Schutz zu stellen und 30 % der geschädigten Ökosysteme wiederherzustellen. In den letzten 25 Jahren wurden große Summen für den Naturschutz in den weltweiten Hotspot-Regionen bereitgestellt; allein der Critical Ecosystem Partnership Fund mobilisierte 325 Millionen US-Dollar. Diese Unterstützung war beispielsweise entscheidend für die Ausweisung von mehr als 24 Millionen Hektar Meeresschutzgebieten in Süd-Sulawesi, die Wiederansiedlung wilder Seidenraupen in Tapia-Wäldern in Madagaskar und den Schutz von 20.000 Hektar Bergwald in Kirgisistan in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften.
Was wir tun können
Wenn wir uns für die Natur öffnen und ihr bewusst begegnen, spüren wir oft unmittelbar, wie wohltuend das ist. Vogelstimmen, das Summen von Insekten, das Zirpen im Gras oder die vielfältigen Laute des Waldes wirken beruhigend und können uns helfen, innerlich zur Ruhe zu kommen. Diese lebendige Vielfalt zu bewahren, ist deshalb nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern auch für unser eigenes Wohlbefinden – selbst im kleinen Rahmen eines Gartens oder Balkons. Hinzu kommt, dass natürliche Lebensräume eine erstaunliche Fähigkeit zur Erneuerung besitzen, wenn der Mensch nicht ständig eingreift. Selbst abgestorbene Wälder können sich unter günstigen Bedingungen aus eigener Kraft regenerieren und sich danach als artenreicher und widerstandsfähiger erweisen als zuvor. In der Natur liegt eine besondere Stärke, die auch uns nähren kann. Je mehr Menschen sich darauf einlassen, desto größer wird die Wirkung. Schon im Kleinen beginnt Veränderung: auf dem Balkon mit Lavendel oder Salbei statt Geranien, im Garten mit einer blühenden Wiese statt kurz geschorenem Rasen oder mit heimischen Sträuchern und Bäumen anstelle einer streng geschnittenen Thuja-Hecke. So kann selbst ein gewöhnlicher Garten zu einem vielfältigen Rückzugsort für zahlreiche Arten werden. Oft braucht es dafür nicht mehr Aktivität, sondern eher die Bereitschaft, manches geschehen zu lassen. Gerade dieses Weniger an
Eingriff kann der Artenvielfalt zugutekommen. Denn die Natur ist in vielem fähig, sich selbst zu ordnen und ins Gleichgewicht zu bringen, wenn man ihr den Raum dazu lässt.
Der Global Biodiversity Framework Fund soll dafür sorgen, dass die entwickelten Staaten bis 2030 jährlich 30 Milliarden Dollar einzahlen. Dennoch drängt sich die Frage auf, wo heute jene Politiker zu finden sind, denen nicht vor allem schnelles materielles und wirtschaftliches Wachstum am Herzen liegt, sondern Verantwortung, Schutz und der Erhalt dessen, was längst da ist. Solche Haltungen wirken inzwischen beinahe selbst selten geworden. Gerade in europäischen Parlamenten erscheint Naturschutz oft weniger als ethische Verpflichtung denn als strategisches Thema – mitunter auch als Mittel, um Zustimmung an der Wahlurne zu sichern.
Was aber, wenn wir anfangen, die grüne Oase direkt vor unserer eigenen Haustür selbst entstehen zu lassen – aus durchaus eigennützigen Motiven? Welchen Unterschied könnte es weltweit machen, wenn vor unseren Häusern wieder mehr wächst, wenn unsere Gärten artenreicher werden und dadurch mehr Bienen und andere Insekten Lebensraum finden? Anders gefragt: Was verändert eine einzige Biene, die dank eines bewusster gestalteten Gartens weiterlebt? Welche Wirkung kann ein zusätzlicher Flügelschlag entfalten?
In der Meteorologie kennt man dafür das Bild des Schmetterlingseffekts. In komplexen, instabilen Systemen können kleinste Impulse darüber mitentscheiden, in welche Richtung sich ein Prozess entwickelt. Ein scheinbar unbedeutender Auslöser kann dazu beitragen, dass ein System kippt und eine weit größere Wirkung entsteht. Kleine Ursachen können also große Folgen haben. Genau so ließen sich auch unsere eigenen kleinen Schritte für mehr Biodiversität verstehen. Was wir vor der Haustür tun, mag gering erscheinen, könnte in einem eng vernetzten Gefüge aber genau jene Bewegung auslösen, die eine größere Veränderung möglich macht. Ich bin überzeugt: Welche Wirkung ein zusätzlicher Flügelschlag auf die Welt haben kann, übersteigt oft selbst unsere kühnsten Vorstellungen.
Autorin von „Female Balance – Die wahren Gründe deiner Unzufriedenheit und die 5 Schlüssel zur weiblichen Kraft“
Text: Lisa Gutzelnig
In unserer Ausgabe dreht sich alles um das Thema „Erwachen mithilfe der Natur“. Inwiefern sollten sich Ihrer Meinung nach moderne Frauen gerufen fühlen aufzuwachen? Und was hat sie bislang davon abgehalten?
Viele Frauen spüren irgendwann einen inneren Ruf, der sagt: So geht es nicht weiter. Dieser Weckruf wird häufig in der Lebensmitte hörbar – meist ab Mitte dreißig oder Anfang vierzig. Es ist eine Phase, in der sich der Blick verändert. Während wir mit zwanzig vor allem auf das schauen, was noch vor uns liegt, beginnen wir nun, auf das zurückzublicken, was bereits gelebt wurde. Aus reiner Lebenserwartung wird Lebenserfahrung. Aus Hoffnungen werden Erkenntnisse. Und oft auch ehrliche Fragen: Will ich so weitermachen? Trägt mich dieses Leben wirklich?
Dieser innere Ruf ist selten laut oder drama-
tisch. Er ist eher ein leises, aber beharrliches Wissen, das sich nicht mehr wegschieben lässt. Ein Erwachen aus dem Autopiloten heraus, aus einem Alltag, der nach außen funktioniert, sich innerlich aber zunehmend leer, erschöpfend oder fremd anfühlt. Dieses Erwachen geschieht nicht plötzlich, sondern tastend – als beginnendes Wiedererinnern an das, was sich stimmig anfühlt, und an das, was nicht mehr.
Diese innere Stimme, die zum Erwachen ruft, meldet sich bei Frauen meist über den Körper. Über chronische Erschöpfung, innere Leere, Dauerstress, hormonelle Dysbalancen oder depressive Verstimmungen. Das sind aus meiner Sicht keine individuellen Schwächen oder bloßen Krankheiten, sondern kollektive Warnsignale unserer Zeit. Sie zeigen, dass viele Frauen über Jahre hinweg gegen ihre eigene Natur gelebt haben – gegen ihre Rhythmen, ihre Grenzen und ihre Bedürfnisse.
Genau hier wird die Natur zur Lehrmeisterin.
Sie ist nicht linear, sondern zyklisch. Der Baum vor meinem Fenster sieht nicht das ganze Jahr gleich aus. Er trägt nicht ständig Früchte. Im Frühling erwacht er, im Sommer wächst und blüht er, im Herbst lässt er los, im Winter ruht er. Die Natur zeigt uns: Wachstum braucht Pausen. Ertrag entsteht nicht aus Dauerleistung, sondern aus dem Wechsel von Aktivität und Regeneration.
Dass viele Frauen diesen Ruf lange überhört haben, ist kein persönliches Versagen. Es ist das Ergebnis eines historisch gewachsenen Systems, das Leistung, Kontrolle und lineares Funktionieren belohnt und Intuition, Zyklizität und Ruhephasen abwertet. Über Generationen hinweg haben wir verlernt, uns an natürlichen Rhythmen zu orientieren – und gelernt, uns anzupassen, durchzuhalten und unsere Bedürfnisse zurückzustellen. Der Körper jedoch folgt weiterhin seiner eigenen Logik. Er lebt zyklisch, nicht mechanisch.
Der Begriff der Schönheit ist in unserer Gesellschaft an Models und Mode und schlanken, gazellenartigen Frauen geknüpft. Wie sehr formen gesellschaftlich geprägte Schönheitsideale die jungen Frauen der heutigen Zeit?
Gesellschaftliche Schönheitsideale wirken auf junge Frauen nach wie vor stark – doch sie entstehen heute nicht mehr ausschließlich von außen. Entscheidend verändert hat sich, wer diese Bilder erzeugt und verbreitet. Neben Mode-, Werbe- und Celebrity-Magazinen spielen soziale Medien eine zentrale Rolle. Und hier tragen Frauen selbst maßgeblich dazu bei, wie das heutige Frauenbild aussieht. Junge Frauen wachsen nicht nur mit idealisierten Körperbildern auf, sie werden früh dazu ermutigt, sich selbst zu inszenieren – visuell, sprachlich, körperlich. Gezeigt wird meist ein sehr begrenzter Ausschnitt der Realität: jung, makellos, verfügbar. Filter, Posen und Bildbearbeitung verstärken diesen Effekt. Das Problem ist dabei weniger, dass Frauen sich zeigen, sondern wie sie sich zeigen, um gesehen, bestätigt oder monetarisiert zu werden.
Besonders prägend ist, dass diese Bilder nicht mehr als Inszenierung erkannt werden, wie früher die Hochglanzwelt der Supermodels. Sie kommen scheinbar von Gleichaltrigen, von „echten Frauen“. Genau darin liegt ihre Macht.

„Die Natur zeigt uns, dass Wachstum nicht aus Dauerleistung entsteht, sondern
aus dem Wechsel von Aktivität und Regeneration.“
Das Bild, das Frauen heute von sich selbst zeichnen und öffentlich teilen, wirkt oft stärker als jedes Magazinbild. Es entsteht der Eindruck: So könnte ich aussehen, so könnte ich leben, um wertvoll zu sein.
Für junge Frauen – etwa zwischen 16 und Mitte 20 – bedeutet das einen enormen Druck. Schönheit bleibt an Sichtbarkeit, Attraktivität und Vergleich gekoppelt, diesmal unter dem Deckmantel von Selbstbestimmung. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass Würde, Sinnlichkeit und Selbstwert nicht im perfekten Selfie liegen, sondern im Erleben des eigenen Körpers, der eigenen Grenzen und der eigenen inneren Wahrheit.

Warum kann es so mühsam sein, seinen eigenen weiblichen Weg zu finden? Warum greifen bei vielen Frauen immer wieder die alten Glaubenssätze, obwohl sie eigentlich auf einem guten Weg sind?
Der eigene weibliche Weg ist selten einfach, weil er kein Vorwärts im Sinne von Optimierung bedeutet, sondern ein Zurückgehen und ein ehrliches Einsehen – immer wieder von vorne.
Frauen tragen oft widersprüchliche innere Stimmen in sich: den Wunsch nach finanzieller, persönlicher und sexueller Freiheit – und zugleich die tief verankerte Angst vor Ablehnung, vor dem Ausschluss aus dem sozialen Gefüge von Familie, Freundeskreis oder beruflichem Umfeld.
Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist tief in uns Menschen verankert, denn wir wissen instinktiv: Ohne die Gemeinschaft sind wir nicht überlebensfähig.
Gleichzeitig lebt in uns der ebenso starke Wunsch nach Selbstausdruck und innerer Wahrheit. Hier treffen zwei grundlegende menschliche Urkräfte aufeinander – Verbundenheit und Authentizität.
Viele Frauen wurden jedoch über Generationen hinweg darauf geprägt, nicht anzuecken, nicht aufzufallen und niemandem zur Last zu fallen. Doch Authentizität lässt sich nicht durch Anpassung erreichen. Wir müssen anecken, um uns zu formen und zu dem zu werden, was wir
in unserem Wesen sind – was auch im Außen seinen Ausdruck und Anerkennung finden will.
Diese Spannung zeigt sich besonders deutlich in der Jugend, in Phasen von Rebellion und Aufbruch. Doch sobald erste Selbstzweifel, Kritik oder Widerstände von außen auftauchen, ziehen sich viele Frauen wieder in ihr Schneckenhaus zurück.
Alte Glaubenssätze greifen vor allem dann, wenn wir müde, überfordert oder emotional berührt sind. In solchen Momenten meldet sich nicht das bewusste Ich, sondern ein erlerntes Überlebensprogramm.
Der Körper kennt diese Muster. Sie haben Sicherheit versprochen – und so fallen wir immer wieder in alte Rollen zurück, selbst wenn wir innerlich längst weiter sind.
Frauen sehen sich konfrontiert mit einer unendlich langen Tradition in unserer Gesellschaft und unserer Familien. Wie stark sind negative Glaubenssätze bzw. unbewusste Überzeugungen („Ich bin nicht gut genug“, „Ich schaffe das nie“) in unserem Ahnenbewusstsein verankert?
Sehr stark. Viele Überzeugungen wie nicht zu genügen oder etwas nicht allein schaffen zu können sind keine persönlichen Gedanken, die aus unseren eigenen Lebenserfahrungen entstanden sind. Diese sogenannten negativen Glaubenssätze haben mit unserer heutigen Realität oft wenig zu tun.
Sätze wie „Das gehört sich nicht“, „Was sollen die anderen denken?“ oder „Das hätte ich dir gleich sagen können“ haben die meisten von uns – mich eingeschlossen – in der Kindheit häufig gehört. Als Kinder haben wir diese Aussagen für bare Münze genommen, weil sie von unseren Eltern kamen. Als Erwachsene haben wir jedoch die Möglichkeit, sie neu einzuordnen.
Dabei geht es mir nicht darum, Eltern in Schutz zu nehmen oder ihr Verhalten zu rechtfertigen. Mir geht es um eine andere Perspektive, die hilft zu verstehen, warum sich solche Glaubenssätze so tief in unser Selbstwertgefühl eingebrannt haben. Unsere Eltern gaben meist weiter, was sie selbst gelernt hatten – und diese Muster reichen mehrere Generationen zurück.
Solche Wiederholungen in der Erziehung sind kollektive Schutzmechanismen. Sie entstanden in Zeiten, in denen ein starkes Selbstbewusstsein oder finanzielle wie emotionale Unabhängigkeit für Frauen reale Gefahr bedeuteten.
Dafür müssen wir nicht bis in die Steinzeit zurückgehen. Der Zweite Weltkrieg ist ein sehr greifbares, historisch nahes Beispiel für transgenerationale Traumaweitergabe, weil er in nahezu jeder Familie biografisch verankert ist.
Viele Frauen dieser Generation lebten über Jahre in existenzieller Bedrohung: Hunger, Verlust von Heimat und geliebten Menschen, Verantwortung unter extremen Bedingungen.
Gefühle mussten unterdrückt werden, um handlungsfähig zu bleiben. Stärke bedeutete funktionieren, durchhalten, sich anpassen.
Eigenständigkeit oder Abweichungen von der Norm konnten gefährlich sein.
Diese Überlebensstrategien waren damals ohne Zweifel notwendig – sie endeten jedoch nicht mit dem Krieg.
Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach dabei die Eigenermächtigung und unsere Selbstwirksamkeit als Frau?
Eigenermächtigung und Selbstwirksamkeit spielen eine zentrale Rolle, weil sie Frauen aus einem passiven Erleben zurück in Beziehung mit sich selbst führen – nicht im Sinne von
Kontrolle, sondern im Sinne von innerer Handlungsfähigkeit. Viele Frauen erleben äußere Umstände als überfordernd, weil sie gelernt haben, sich selbst in schwierigen Situationen zu verlassen – statt sich selbst zuzuwenden.
Selbstwirksamkeit entsteht nicht erst in großen Entscheidungen, sondern im Alltag: in der Art, wie wir mit unserem Körper umgehen, wie wir unsere Grenzen wahrnehmen und benennen, wie wir Pausen zulassen, Hilfe annehmen oder uns selbst ernst nehmen.
Für mich beginnt ein selbstbestimmteres Leben dort, wo ich aufhöre, mich für meine Bedürfnisse zu rechtfertigen, und beginne, ihnen Bedeutung zu geben. Ein wichtiger Teil davon ist, die Illusion loszulassen, immer stark, souverän, gut gelaunt oder belastbar sein zu müssen. Selbstwirksamkeit bedeutet nicht, alles allein zu schaffen, sondern zu spüren, wo unser Einfluss sinnvoll ist – und wo nicht. Sie zeigt sich darin, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, ohne sich für alles verantwortlich zu fühlen. Das ist ein feiner, aber bedeutender Unterschied.
Wie groß ist Ihrer Erfahrung nach der Spielraum des Selbst-Wählens. Selbst wählen zu können, wie ich meinem Schicksal begegne?
Zu 100 % – im Sinne der inneren Freiheit, zu wählen, wie wir dem begegnen, was uns

„Viele Frauen spüren irgendwann einen inneren Ruf, der sagt: So geht es nicht weiter.“
widerfährt. Genau hier liegt der größte Handlungsspielraum, den wir als Menschen haben. Schicksal ist das, was auf äußerer Ebene geschieht – unsere Wahl liegt darin, wie wir innerlich darauf antworten.
Ich habe das sehr deutlich durch die Geburt meines Sohnes erfahren. Er kam 2016 schwerbehindert zur Welt, völlig unerwartet. Von einem Moment auf den anderen wurde mein Leben als 28-Jährige aus den Angeln gehoben. Was ich damals als zutiefst sinnlos, ungerecht und kaum ertragbar empfand, erkenne ich heute als einen Wendepunkt – als den Moment, in dem etwas Altes zu Ende ging und etwas Neues entstehen konnte. Rückblickend war es mein Erwachen aus der Illusion, das Leben kontrollieren zu können.
In dieser vermeintlichen Hilflosigkeit, in dem Gefühl, dem Leben ausgeliefert zu sein, begann in mir eine andere Form von Stärke zu wachsen. Lange glaubte ich, stark zu sein bedeute zu kämpfen: indem ich nach Erklärungen, Heilmitteln und Lösungen suchte, um das Geschehene zu verändern, das Schicksal von uns abzuwenden. Ich machte es mir zur Lebensaufgabe, alles zu wissen und alles zu tun, um meinen Sohn zu heilen. An seinen
Behandlungserfolg knüpfte ich mein gesamtes Wohlergehen – über viele Jahre hinweg. Bis ich eines Tages körperlich und seelisch nicht mehr konnte. Und nicht in Lehrbüchern oder Behandlungszimmern, sondern in der Natur begriff, was meine eigentliche Aufgabe als Mutter war. Meine Aufgabe war nicht, das Schicksal zu besiegen, sondern zu lernen, es anzunehmen. Unter einem Kirschbaum sitzend sah ich zum ersten Mal meinen Sohn – nicht als Patienten, sondern als den vollkommenen Menschen, der er ist. In diesem Moment erkannte ich, dass ich nicht gegen seine Krankheit kämpfte, sondern gegen mich selbst. Das war der Wendepunkt, der mein Leben – und unseres – heilsam veränderte. Das war mein „Erwachen mit Hilfe der Natur“-Moment.
Wahre Schönheit betrifft den Kern, das Wesen, das was in uns unzerstörbar ist. Wie können Frauen wieder Zugang zu diesem inneren Kern bekommen und diesen inneren Kern zum Scheinen bringen?
Wahre Schönheit wird spürbar, wenn Frauen wieder in Beziehung mit sich selbst treten. Der Zugang zu diesem inneren Kern entsteht nicht durch äußere Veränderung, sondern durch

einen inneren Umbau. Viele Frauen haben über Jahre gelernt, sich vor allem im Außen zu orientieren – an Erwartungen, Bildern und Rollen. Der erste Schritt zurück zum eigenen Wesen ist deshalb, diese permanente Selbstbeobachtung von außen zu unterbrechen und sich wieder von innen heraus zu betrachten.
Wenn wir aufhören, uns ständig zu bewerten, kann sich ein erster Zugang zu diesem Kern eröffnen. In Momenten von Stille, Naturverbundenheit, Kreativität oder ehrlichen Gesprächen beginnt etwas durchzuscheinen, das nicht gemacht, sondern gewachsen ist. Die Körpersprache spielt dabei eine zentrale Rolle. Wenn Frauen lernen, wieder zuzuhören – ihren Rhythmen, Grenzen und Bedürfnissen –, entsteht eine Präsenz, die nicht inszeniert werden kann. Schönheit bekommt dann eine neue, tiefere Bedeutung. Sie zeigt sich in der inneren Haltung zum Leben, in der Art, wie wir uns bewegen, sprechen, schauen und fühlen. Genau das meint der Satz: Wahre Schönheit kommt von innen.
Unsere Hülle ist vergänglich, sie wird altern und zerfallen, ob wir wollen oder nicht. Verletzlichkeit, Brüche und gelebte Erfahrungen zeichnen uns. Viele Frauen versuchen, genau diese Seiten, diese Falten und Risse zu reparieren und vor der Welt zu verbergen. Doch gerade dort zeigt sich Tiefe. Wer sich erlaubt, ganz zu sein – mit Stärke und Sanftheit, mit Klarheit und Zweifel –, strahlt etwas aus, das nicht zerstörbar ist, weil es echt ist.
In Ihrem Buch „Female Balance“ widmen Sie ein ganzes Kapitel dem Titel „Von der Muse zum Marketing“, in dem Sie aufzeigen, wie sich die Außenwirkung der Frau historisch verändert hat. Was ist die Kernaussage dieses Kapitels?
In diesem Kapitel mache ich deutlich, dass viele heutige Selbstzweifel und Identitätskonflikte von Frauen nicht persönlich entstanden sind und auch nicht erst mit Modemagazinen oder Social Media begannen. Sie sind Ausdruck einer historischen Verschiebung, in der weibliche Schönheit über Jahrhunderte hinweg auf Jugend, Makellosigkeit und äußere Wirkung – meist aus männlicher Perspektive – reduziert wurde.
Natürliche weibliche Realitäten wie Menstruation, Altern, Geburt, Erschöpfung oder Verletzlichkeit wurden aus dem öffentlichen Bild ausgeklammert. Dieses eindimensionale Schönheitsverständnis hat sich tief in unser kollektives Bewusstsein eingeschrieben und prägt bis heute, wie Frauen sich selbst betrachten und bewerten.
Die Kernaussage dieses Kapitels ist deshalb nicht ein Aufruf zur Selbstoptimierung oder dazu, sich immer schön finden zu müssen. Selbstliebe bedeutet nicht, den eigenen Körper permanent zu mögen oder ihm jederzeit wohlwollend gegenüberzustehen. Selbstliebe bedeutet, sich in jedem Zustand zu respektieren.
„Wir haben gelernt, unseren Wert an Leistung oder Attraktivität zu knüpfen – statt an unser Sein.“
Ähnlich wie ein Baum im Winter derselbe Baum ist wie im Frühling. Er trägt vielleicht keine Blüten, keine Früchte, steht scheinbar still – und doch ist seine Kraft ungebrochen vorhanden. Niemand würde seinen Wert infrage stellen, nur weil er gerade ruht.
Genau dieses Verständnis fehlt uns Frauen oft. Wir haben gelernt, unseren Wert an Sichtbarkeit, Leistung oder Attraktivität zu knüpfen, statt an unser Sein. Doch Würde ist kein Zustand, der verdient werden muss. Sie ist da – auch in Phasen von Veränderung oder Rückzug.
Selbstliebe beginnt dort, wo wir aufhören, uns gegen diese natürlichen Phasen zu wehren, und beginnen, sie als Teil unseres Lebens anzuerkennen.
Mehr Infos finden Sie auf: nadjabrinkmann.de/buch
Wie selbstgemachte Hautpflege ohne unnötige Zusatzstoffe auskommt – und warum unsere Haut von einfachen, pflanzlichen Zutaten profitiert.
Text: Lisa Gutzelnig
Mit rund zwei Quadratmetern Fläche ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen, reagiert sensibel auf Umweltfaktoren und nimmt Stoffe auf, die wir täglich auftragen. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen, womit wir sie pflegen.
Viele konventionelle Kosmetikprodukte enthalten eine Vielzahl von Zusatzstoffen – etwa Duftstoffe, Konservierungsmittel oder synthetische Stabilisierungskomponenten. Für viele Menschen gehören sie längst selbstverständlich zur täglichen Pflegeroutine. Doch nur selten wird hinterfragt, welche Funktion diese Stoffe eigentlich erfüllen und ob sie wirklich notwendig sind. Wer seine Hautpflege selbst herstellt, hat hier einen entscheidenden Vorteil: Man kennt
jede einzelne Zutat und kann gezielt auswählen, was man seiner Haut zumuten möchte – und was lieber nicht.
Ein Blick ins Badezimmer
Studien zeigen, dass Menschen im Laufe eines Tages über Kosmetikprodukte mit einer erstaunlich großen Zahl chemischer Substanzen in Kontakt kommen können. Schon ein kurzer Blick ins Badezimmer zeigt, wie schnell sich diese Menge summiert: Duschgel, Shampoo, Zahnpasta, Lippenstift, Make-up, Nagellack oder Parfum – jedes dieser Produkte enthält eine eigene Liste an Inhaltsstoffen.
Wer die Rückseite seiner Pflegeprodukte genauer betrachtet, stößt häufig auf lange chemische Bezeichnungen, die kaum aussprechbar sind. Viele davon haben wenig mit natürlichen Rohstoffen zu tun. Einige Substanzen stehen sogar im Verdacht, hormonähnliche Wirkungen zu besitzen und damit das empfindliche hormonelle Gleichgewicht des Körpers zu beeinflussen. Dieses System steuert zahlreiche wichtige Funktionen im Organismus – von Stoffwechselprozessen bis hin zur Regulation von Wachstum und Fortpflanzung.
Wie sicher sind unsere Kosmetikprodukte?
Doch warum dürfen solche Stoffe überhaupt in Kosmetik verwendet werden? Die Antwort ist komplexer, als man zunächst vermuten würde. Innerhalb der Europäischen Union sind Hersteller grundsätzlich selbst dafür verantwortlich, die Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Behörden überprüfen diese Angaben lediglich stichprobenartig.



Zwar existieren gesetzliche Grenzwerte für bestimmte problematische Inhaltsstoffe, doch diese beziehen sich jeweils auf einzelne Substanzen innerhalb eines Produkts. In der Praxis bedeutet das: Ein Produkt kann mehrere Stoffe enthalten, die jeweils unterhalb ihres Grenzwertes liegen – deren kombinierte Wirkung jedoch kaum untersucht wurde. Wie so oft gilt auch hier der alte Grundsatz der Toxikologie: Die Dosis macht das Gift.
„Manchmal liegt die wirksamste Hautpflege nicht im Labor, sondern in der Natur.“
Ein einfacher Gedanke kann bei der Auswahl von Hautpflegeprodukten Orientierung geben: Alles, was wir ohne Bedenken essen würden, eignet sich meist auch für die Haut deutlich besser als komplexe chemische Mischungen. Mit dem wachsenden Interesse an Gesundheit und Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren auch die Nachfrage nach möglichst natürlichen Pflegeprodukten stark zugenommen. Gleichzeitig sorgt ein Problem für Verunsicherung: Der Begriff „Naturkosmetik“ ist rechtlich nicht eindeutig geschützt. Viele Produkte werben mit Natürlichkeit, obwohl sie weiterhin synthetische Zusatzstoffe enthalten. Wer wirklich sicher sein möchte, welche Inhaltsstoffe in seiner Pflege stecken, kann deshalb einen ganz einfachen Weg gehen: die Kosmetik selbst herstellen. Dafür braucht es weder ein Labor noch besondere Fachkenntnisse. Mit wenigen hochwertigen Grundzutaten lassen sich erstaunlich wirksame Pflegeprodukte herstellen. Die Haut reagiert darauf oft mit einem natürlichen Strahlen – ähnlich wie nach einem langen Spaziergang an der frischen Winterluft, nach einem Saunabesuch oder nach einer intensiven Yogastunde. Dieses gesunde Hautbild ist keineswegs nur jungen Menschen vorbehalten. Auch reifere Haut kann ihre natürliche Leuchtkraft bewahren, wenn sie mit hochwertigen und passenden Inhaltsstoffen versorgt wird.



Als sensibler Resonanzraum reagiert unser Bauch auf alles, was uns bewegt. Nicht ohne Grund schlägt uns manchmal etwas „auf den Magen“ oder liegt uns „schwer im Bauch“. Unser Darm verfügt über ein eigenes Nervensystem, das eng mit dem Gehirn verbunden ist. Stress, Aufregung oder ungelöste Konflikte zeigen sich oft genau hier – im Bauch.
An diesem Punkt setzt die Aromatherapie mit der Kraft naturreiner Pflanzen an. Denn die hochwertigen ätherischen Öle wirken nicht nur über die Haut, sondern auch über den Geruchssinn direkt auf das limbische System, welches für Emotionen, Erinnerungen und Wohlbefinden zuständig ist.
Mit der Bio-Pflanzenkraft aus Majoran, Kamille römisch und Anissamen berührt und beruhigt das Bauchstreichler Massageöl bio (50 ml) unser Innerstes und bringt unser seelisches Zentrum wieder in Balance. Das Produkt zählt zum neuen PRIMAVERA Gesundwohl-Sortiment, welches, konzipiert in übersichtlichem Farbcode-Design, insgesamt neun Bedürfnisgruppen mit den jeweils passenden gebrauchsfertigen AromatherapieProdukten bedient.
Das Bauchstreichler Massageöl bio (Bild) kann mit einer sanften Massage den Magen-Darm-Bereich lockern und bei Unwohlsein lindernd wirken. Dazu wird das sanftkrautige Öl behutsam im Uhrzeigersinn auf dem Bauch einmassiert. Die Produktneuheit aus der Gesundwohlserie ist auch für Kinder ab 6 Jahren geeignet. www.primaveralife.com


Diese nährende Creme eignet sich besonders für trockene, empfindliche und reifere Haut. Die Kombination aus pflanzlichen Buttern und hochwertigen Ölen versorgt die Haut intensiv mit Lipiden und unterstützt ihre natürliche Schutzbarriere. Da ausschließlich pflanzliche Zutaten verwendet werden, ist die Creme vollständig vegan. Gleichzeitig kommt sie ohne klassische Emulgatoren oder Konservierungsstoffe aus.
Rosen- und Lavendelöl verleihen der Pflege nicht nur einen angenehmen Duft, sondern wirken auch beruhigend und ausgleichend – sowohl auf die Haut als auch auf das allgemeine Wohlbefinden.
• 20 g unraffinierte Sheabutter
• 10 g Kakaobutter
• 10 g Mangobutter
• 35 ml Jojobaöl
• 5 ml Wildrosenöl
• 5 ml Nachtkerzenöl
• 5 ml Glyzerin
• 2,5 ml Vitamin E
Zubereitung:
Shea-, Kakao- und Mangobutter in einem Wasserbad bei niedriger Temperatur langsam schmelzen lassen. Die flüssige Mischung anschließend vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Jojobaöl, Wildrosenöl und Nachtkerzenöl unterrühren. Danach Glyzerin und Vitamin E hinzufügen. Die Mischung mit einem Milchaufschäumer oder einem kleinen Schneebesen aufschlagen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Die fertige Creme in einen sterilisierten Tiegel füllen und etwa eine Stunde im Kühlschrank fest werden lassen.
Tipp: Kühl und lichtgeschützt lagern. Die Creme ist ungefähr sechs Monate haltbar.

Diese Maske eignet sich besonders gut für fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut. Mineralische Tonerden wie Bentonit und grüne Tonerde wirken stark absorbierend und können überschüssigen Talg sowie Schmutzpartikel aus den Poren binden.
Frische pflanzliche Zutaten wie Petersilie, Rosmarin, Honig und Ingwer ergänzen die Wirkung mit ihren antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. So entsteht eine klärende Pflege, die die Haut zugleich reinigt und belebt.
• 30 g Petersilie, frisch oder tiefgekühlt
• 10 g Rosmarinnadeln, frisch oder getrocknet
• 2 EL Bentonit
• 1 EL grüne Tonerde
• 1 EL Traubenkernöl
• 1 TL Honig
• 1 TL frisch geriebener Ingwer
• 1 TL Zitronensaft
• Ätherisches Öl: Je nach Wunsch 2 Tropfen Zitronenöl
Zubereitung:
Rosmarin mit kochendem Wasser übergießen, sodass die Nadeln vollständig bedeckt sind. Zehn Minuten ziehen lassen, anschließend den Rosmarin entfernen und den Sud abkühlen lassen. Petersilie gründlich waschen, trocken tupfen und grob zerkleinern. Den Ingwer fein reiben. Bentonit und grüne Tonerde in einer Schüssel mit Honig vermengen. Petersilie, Zitronensaft und Ingwer unterrühren. Etwa 30 ml des Rosmarinsuds hinzufügen und alles mit einem Pürierstab zu einer glatten Paste verarbeiten. Falls die Konsistenz zu flüssig ist, etwas zusätzliche Tonerde hinzufügen. Zum Schluss die ätherischen Öle hinzufügen, gut vermischen und die Maske in einen sauberen Tiegel füllen.

Neue Studien der Charité – Universitätsmedizin Berlin belegen, dass wir mit unserer Ernährung die Bildung von Falten bremsen können. Ein Hautvergleich von 40- bis 60-Jährigen Menschen zeigte, dass Menschen, die deutlich mehr grünes und buntes Gemüse essen, weniger Falten haben. Bezogen auf ihr Faltenvolumen wurden sie zehn bis 15 Jahre jünger eingestuft. Darauf aufbauend konnte Prof. Dr. Martina
liche natürliche Wirkstoffe in Gemüse in Gelb, Orange oder Rot, sogenannte Carotinoide, die Hautalterung um Jahre bremsen können. Das Besondere an dem Projekt: Es wurde nicht wie üblich im Reagenzglas getestet. Denn die Forschenden der Charité Berlin sind derzeit weltweit die Einzigen, die freie Radikale sowie ihre Neutralisierung in der Haut am lebenden Menschen testen. Im zehnmonatigen Vergleich
Basierend auf den Anti-Aging-Erkenntnissen der Charité Berlin entwickeln Dr. Henning Vollert, Geschäftsführer des Start-ups
BioActive Food aus Bad Segeberg, und sein Team wissenschaftlich fundierte Lebensmittelkonzentrate. „Unsere Gemüse-Extrakte werden bewusst in Kooperationen mit akademischen Arbeitsgruppen entwickelt und kommen ohne organische Lösungsmittel und Chemikalien aus.“
Untersuchungszeitraum halbierten. Ein wichtiger Aspekt dabei: Die Grundlage der optimalen Bioverfügbarkeit ist die Lösung der Carotinoide in Pflanzenöl. So können die Carotinoide freie Radikale schrittweise neutralisieren, was essenziell ist. Weiters wurde in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt belegt, dass ein natürlicher Ölauszug aus Grünkohl und Sanddorn das Kollagen der Haut
Carotinoid-Mix aus Grünkohl und Sanddorn mit einer hohen Bioverfügbarkeit und Wirkung, die klinisch getestet ist
Für die optimale Aufnahme im Körper sind die Carotinoide in Pflanzenöl gelöst und wurden ohne Einsatz organischer Lösungsmittel extrahiert .



Text: Lisa Gutzelnig
Der Frühling steht für Neubeginn – und doch fühlen sich viele Menschen müde statt aufblühend. Zwischen Aufbruch und Erschöpfung liegt ein natürlicher Rhythmus, den wir oft übergehen. Warum es gerade jetzt heilsam sein kann, langsam zu bleiben – und dem eigenen Tempo zu vertrauen. Mit dem Frühling verändert sich nicht nur die Landschaft, sondern oft auch unsere innere Stimmung. Nach den dunklen, stillen Wintermonaten kehrt langsam wieder mehr Licht,
Bewegung und Lebendigkeit ein. Vieles beginnt neu: in der Natur, aber auch in uns. Manche spüren Aufbruch, andere zunächst nur ein leises Ahnen davon. Denn der Übergang in diese Jahreszeit ist kein plötzlicher Neubeginn, sondern ein sanftes Erwachen, das Körper und Seele auf ihre eigene Weise durchlaufen.
Im Frühling liegt eine besondere Botschaft: Nichts bleibt für immer im Rückzug. Was im Winter karg und reglos wirkte, beginnt sich erneut zu regen. Äste bedecken sich mit jungem Laub, Knospen öffnen sich, Blüten wenden sich dem Licht zu. In diesem allmählichen
Wiedererwachen spiegelt sich auch etwas zutiefst Menschliches. Der Frühling macht spürbar, dass selbst nach schweren oder entbehrungsreichen Zeiten wieder Wachstum, Zuversicht und neue Lebendigkeit entstehen können.
Der Drang, hinaus ins Grüne zu gehen, lässt uns kribbelig werden. Gleichzeitig stoppt die Frühlingsmüdigkeit diesen Schwung. Bei manchen Menschen zeigt sie sich als Zustand verringerter Leistungsfähigkeit, Trägheit und anhaltender Lustlosigkeit. Warum im Frühling der Wintermodus noch nicht (ganz) abgeschaltet ist und warum Faulsein auch in März und April noch Sinn macht.
Das Erwachen im Frühling beschreibt den Beginn neuen Lebens in der Natur, wenn Tiere aus dem Winterschlaf erwachen, Zugvögel zurückkehren und Pflanzen zu wachsen beginnen. Die Sehnsucht nach dem Frühling hat auch mit unserem Bedürfnis nach Licht und Bewegung zu tun. Der Winter, eine Zeit der Stille und inneren Reflexion, schafft Raum für Rückzug und Neuorientierung. Wenn der Frühling kommt, spüren wir, wie diese Samen zu keimen beginnen. Es ist, als ob die Natur selbst uns daran erinnert, dass Veränderung und Wachstum zum Leben gehören. Der längere Tag und die wärmenden Sonnenstrahlen bringen nicht nur physische, sondern auch psychische Erleichterung. Die Dunkelheit weicht dem Licht, und mit ihr weichen auch Zweifel und Unsicherheiten. Der Frühling erinnert uns daran, neue Schritte zu wagen, unser volles Potenzial zu erkennen und uns von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien.
Wenn die Seele bunt denkt
Ob knallig oder in pastelligen Nuancen – die Natur kreiert mit ihren Formen und Farben immer neue Kombinationen. Dann holen wir uns gerne strahlende, wunderschöne Blüten nach Hause. Damit zieht Lebendigkeit ein und erfüllt unser Zuhause mit Leichtigkeit. Die Frühlingsmonate stehen für Veränderung. Die ersten Blumen brechen durch die Erde, und ein sanftes Erwachen liegt in der Luft. Während die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht, fühlen sich viele von uns noch erschöpft von den Wintermonaten, gestresst und innerlich angespannt. Schätzungsweise 25 bis 50 Prozent der Bevölke-

In der Hängematte schaukeln, dem Frühling lauschen, den Gedanken freien Lauf lassen. Manchmal kehrt Energie nicht durch Aktivität zurück – sondern durch bewusst gelebte Faulheit.
rung leiden im Frühling unter einem erhöhten Schlafbedürfnis. Tendenziell sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Wetterwechsel und Tageslänge: Auslöser der Frühjahrsmüdigkeit sind der schnelle Anstieg der Außentemperaturen und die parallel zunehmende Lichtstärke, die Hormonhaushalt und Blutdruck vorübergehend aus dem Gleichgewicht bringen können. Gerade auch deshalb ist es eine gute Zeit, uns mit unseren Sinnen zu verbinden. Denn unsere Sinne sind mehr als nur Werkzeuge zur Wahrnehmung – sie sind Tore zur Achtsamkeit und Entspannung. Wenn wir uns bewusst auf unsere Sinne einlassen, schenken wir unserem Nervensystem eine kleine Pause. Ein paar Minuten reichen oft schon aus, um unseren Stress zu reduzieren und unser inneres Gleichgewicht wiederzufinden.
Die Kraft der Muße Viele Menschen fühlen sich zu Beginn des neuen Jahres erschöpft. Die Frühjahrsmüdigkeit packt sie direkt und unverblümt nach dem langen Winterschlaf. Man darf sich auch im Frühling daran erinnern, dass wir nach wie vor faul sein dürfen, und nicht Berge versetzen müssen. Auch im Frühling darf Faulheit ihren Platz haben. In der Hängematte schaukeln – über sich die Äste und frischen Blätter des alten Birnenbaumes. Stundenlang nur Schwalben beobachten.

Energie bewahren
Nach Monaten der Stille kehrt der Igel behutsam zurück ins Leben. Sein mühsames Aufwärmen zeigt: Auch unser Frühling darf langsam beginnen – im eigenen Rhythmus.
Manchmal bekommt die Faulheit Besuch, die Muse kommt und küsst. Und manchmal passiert auch stundenlang gar nichts. Das ist genauso gut. Je ausgiebiger wir die Faulheit genossen haben, desto eher kehren Energie und Klarheit zurück. Wenn es Zeit wird aufzustehen und den Müßiggang zu beenden, merken wir es von ganz alleine, denn der Impuls kommt, wie von selbst, wenn es an der Zeit ist. Warum also den Genuss der Faulheit durch ein unnötiges schlechtes Gewissen verderben? Tatsache ist, dass viele Menschen verlernt haben, faul zu sein. Viele können nicht mal mehr im Urlaub das Nichtstun genießen. Durch das ständige Aktivsein verausgaben sie sich übermäßig und sind dann zu Beginn des Sommers bereits ausgelaugt. Das ständige Gefühl, aktiv sein zu müssen, zerstört auch noch die letzten Kräfte, ohne dass es zu irgendwas führt. Wird die Faulheit dagegen ausgiebig genossen, kommt die Lust aktiv zu werden irgendwann von ganz allein.
Auch der jährliche Aufwachprozess in der Tierwelt ist ein Kraftakt, er geschieht leise und ohne Druck. Das Aufwachen beinhaltet heftiges Muskelzittern, das die Körpertemperatur und die Stoffwechselrate erhöht, bis die Tiere wieder vollständig erwacht sind. Wenn Tiere
während des Winterschlafs gestört werden und zu früh aufwachen, verbrauchen sie unnötig viel Energie, was für sie sogar lebensbedrohlich sein kann. Die derzeit milderen Winter können den Rhythmus der Tiere stören, da sie häufiger aufwachen, was sie ebenfalls Energie kostet. Für die Zeit des Winterschlafs senken die Tiere ihre Körpertemperatur deutlich ab: meist um 5 bis 10 °C unter ihrer „normalen“ Temperatur. Auch Atmung und Herzschlag verlangsamen sich, der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Das sorgt dafür, dass die Tiere nur sehr wenig Energie verbrauchen und eine lange Zeit ohne Fressen auskommen können. Erst wenn es im Frühling wärmer wird, steigt auch die Körpertemperatur der Winterschläfer wieder langsam an. Danach fangen die Tiere regelrecht an zu zittern. Dadurch wärmen die Muskeln alle lebenswichtigen Organe in kurzer Zeit auf, die Tiere werden wach und verlassen ihr Winterquartier.
Jedes Erwachen ist mühsam und verbraucht zusätzlich wertvolle Fettreserven. Wenn die Tiere den mühsamen Prozess hinter sich gebracht haben, können sie nicht sofort Nahrung aufnehmen und müssen erst noch einige Zeit warten, bis sie dazu bereit sind. Das Beispiel aus der Tierwelt zeigt deutlich, dass die Startschwierigkeiten unseres Organismus im Frühling ein natürlicher Prozess sind, ein Erwachen, das sich nicht vom ersten Moment an toll anfühlt.
Die Kraft des Neubeginns
Im Winter war unser Körper stärker auf Ruhe und Erholung ausgerichtet – nicht zuletzt durch das Schlafhormon Melatonin. Sobald die Tage heller werden und die Sonne wieder häufiger scheint, verschiebt sich auch innerlich etwas: Stimmung und Antrieb kommen in Bewegung. Dafür sind unter anderem Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin verantwortlich, die als natürliche Aufheller für mehr Energie, Motivation und Wohlbefinden sorgen. Doch jenseits aller biochemischen Prozesse bleibt der Frühling vor allem eines: eine Einladung zur inneren Bewegung.
Vielleicht hilft es, wieder bewusster wahrzunehmen. Ein neuer Abschnitt beginnt. In der spirituellen Sichtweise repräsentiert der Frühling auch eine Zeit des Loslassens. Die Natur

zeigt uns, wie alte Blätter und Zweige abfallen, um Platz für das Neue zu machen. In ähnlicher Weise können wir Ballast abwerfen, um Raum für inneres Wachstum zu schaffen. Dies kann bedeuten, alte Überzeugungen loszulassen, sich von negativen Energien zu befreien oder sich von stagnierenden Lebensgewohnheiten zu lösen. Jedes Jahr entsteht Neues. Der Frühling hüllt sich nicht in Schweigen, sondern zeigt seine leisen Sinfonien.
Staunen lernen
Der Frühling trägt eine leise Einladung in sich, das Leben wieder bewusster wahrzunehmen. Seine Schönheit zeigt sich oft nicht im Großen, sondern in den feinen Zeichen des Neubeginns. Wenn sich Blätter erneuern und überall neues Wachstum sichtbar wird, erinnert uns das daran, dass auch wir Veränderung brauchen, um uns weiterzuentwickeln. Mit jedem Tag werden Farben und Licht intensiver. Grün, Rosa, Himmelblau, Gelb, Lila. Die Buntheit lässt uns Sorgen, Kummer und Ängste hinten anstellen.
Fazit
Das Erwachen geschieht leise und ohne Druck – so wie die Sonne aufgeht, ohne zu fragen, ob wir bereit dafür sind. Im Garten regt sich wieder Leben. So wie im Außen, so geschieht es auch in uns. Ein Erwachen – still – sanft – unaufhaltsam. Manchmal dauert es. Manchmal tut es weh. Doch irgendwann spüren wir, wie neue Zuversicht entsteht. Und wir erkennen, dass viele Dinge des alltäglichen Lebens uns von uns selbst getrennt haben und unser wahres Ich überlagern. In diesem Moment, wenn wir das erkennen, beginnen wir, bewusster zu leben. Vielleicht ist jetzt ein guter Moment, offen zu bleiben.

Nachhaltiger Kaffeegenuss beginnt bei der Herkunft. Der EZA Espresso Organico besteht aus 100 % Arabica-Bohnen aus biologischem Anbau und fairem Handel. Laut Hersteller stammen diese aus Hochlandregionen.
Bei der Verkostung zeigte der Espresso eine stabile, feinporige Crema und eine insgesamt ausgewogene Aromatik. Geschmacklich dominieren dunkle Schokolade und nussige Noten, begleitet von einer milden Säure. Bitterstoffe sind nur gering wahrnehmbar. Auch im Cappuccino bleibt das Aroma klar erkennbar und wird von der Milch bzw. pflanzlichen Alternativen nicht überdeckt. Die Bohnen im Testbeutel waren gleichmäßig geröstet, mit geringem Bruchanteil. Die mittelbis dunkle Röstung eignet sich gut für die klassische Espressozubereitung.
In puncto Nachhaltigkeit setzt das Produkt auf Bio-Zertifizierung und Fairtrade-Standards. Die Verpackung verfügt über ein Aromaventil, ist jedoch nicht vollständig plastikfrei.
Der Espresso Organico verbindet solide sensorische Qualität mit klar kommunizierten Nachhaltigkeitsstandards und richtet sich damit an bewusst konsumierende Kaffeetrinker. In unserer Verkostungsrunde hinterließ er durchweg einen positiven Eindruck – mehrere Testtrinker zeigten sich vom ausgewogenen Geschmack begeistert.

Röstung: 4,5

Dr. med. Petra Wiechel - Chefärztin der Swiss Mountain Clinic, Fachärztin für Allgemeinmedizin (D) und Expertin für biologische Medizin (Universität Mailand)
Viele Frauen funktionieren über Jahre hinweg zuverlässig. Auftretende Beschwerden tun sie oft als normal oder altersbedingt ab. Erst wenn der Körper deutlicher wird, beginnen sie, nach Antworten zu suchen.
In meine Praxis kam eine Frau Mitte vierzig, beruflich engagiert, familiär eingebunden, nach außen stabil. Seit Monaten fühlte sie sich jedoch erschöpft, innerlich unruhig, ihr Schlaf war oberflächlich geworden, der Zyklus unregelmäßig. Untersuchungen ergaben keine eindeutigen Befunde. Sie hatte das Gefühl, sich selbst ein Stück weit verloren zu haben. Erst im Gespräch zeigte sich, wie sehr sie sich von natürlichen Rhythmen entfernt hatte. Sie fuhr im Dunkeln zur Arbeit, verbrachte den Tag in Innenräumen und kam im Winter oft wieder nach Hause, ohne echtes Tageslicht gesehen zu haben. Mahlzeiten fanden nebenbei statt. Pausen gab es selten. Bewegung bestand aus Wegen, die sowieso erledigt werden
mussten. Erholung war abends ein kurzer Moment am Bildschirm. Der therapeutische Ansatz ist in diesem Fall nicht mehr Aktivität, sondern Ordnung. Aus ganzheitlicher Sicht haben sich fünf einfache Schritte bewährt, mit denen jeder beginnen kann. Weitere Maßnahmen werden individuell bestimmt.
1. Tageslicht am Morgen. Zehn Minuten draußen in der Natur, möglichst ohne Sonnenbrille, setzen dem Körper ein Startsignal. Morgenlicht synchronisiert über spezielle Rezeptoren in der Netzhaut die innere Uhr im Gehirn und stabilisiert so den gesamten Tag-Nacht-Rhythmus, der wiederum Schlaf, Verdauung, Immunsystem und Hormonproduktion steuert.
2. Regelmäßige Mahlzeiten beruhigen die Stressachsen und reduzieren Heißhunger.
3. Einfache Bewegung ohne Leistungsdruck wirkt oft regulierender als intensiver Sport.
4. Kleine Pausen am Tag. Zwei Minuten sich strecken und tief atmen, länger aus- als einatmen.

Dr. med. Petra Wiechel
ist Chefärztin der Swiss Mountain Clinic in Castaneda (CH). Sie verbindet biologische Medizin mit moderner Diagnostik und jahrzehntelanger klinischer Erfahrung. Ihr Leitsatz: „Heilung braucht Wahrheit.“
5. Ein gemütliches Abendritual. Licht reduzieren, Bildschirmzeit begrenzen, Wärme und Ruhe zulassen, damit der Schlaf wieder Tiefe finden kann.
Erwachen mit Hilfe der Natur bedeutet für Frauen nicht, etwas Neues zu erlernen. Es bedeutet, sich wieder mit dem eigenen Rhythmus und dem Körper als Verbündeten zu befreunden.
Kontakt: swissmountainclinic.com




SWISS MOUNTAIN CLINIC UNTER DEM SCHUTZ DES PENTAGRAMMS
Unsere Klinik liegt in einem kraftvollen geomantischen Feld – eingebettet in ein regelmäßiges Pentagramm, dem Symbol für Schutz, Ausgleich und geistige Harmonie. Diese bewusst gewählte Lage unterstützt nicht nur unsere Patient*innen,



sondern auch unser ganzheitliches medizinisches Wirken.
• Einzigartig in der Welt
• Energie. Heilung. Kohärenz.
• Komm an einen Ort, an dem auch der Raum heilt.


Warum das Zusammenleben mit Hunden nicht nur
emotional wirkt, sondern auch über das Mikrobiom unsere mentale Gesundheit beeinflussen kann.
Hunde sind für viele Menschen weit mehr als Haustiere. Sie begleiten uns treu, schenken Nähe und sorgen für Freude im Alltag. Doch ihr Einfluss reicht offenbar noch weiter: Studien zeigen zunehmend, dass das Zusammenleben mit Hunden nicht nur emotional bereichernd ist, sondern auch messbare Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit haben kann. Forschende vermuten, dass ein Teil dieser positiven Effekte auf den Austausch von Mikroorganismen zwischen Mensch und Hund zurückzuführen ist.
Menschen und ihre Vierbeiner bilden im Alltag eine enge Lebensgemeinschaft, in der Mikroben zwischen beiden Organismen übertragen werden können. Gleichzeitig steht das Mikrobiom – also die Gesamtheit der Mikroorganismen im Körper – über die sogenannte Darm-Hirn-Achse mit dem Gehirn in Verbindung. Veränderungen in der Zusammensetzung dieser mikrobiellen Gemeinschaft können daher auch Einfluss auf Stimmung, Stressreaktionen und das allgemeine Wohlbefinden nehmen. Genau hier könnte ein wichtiger Schlüssel für die gesundheitsfördernde Wirkung von Hunden liegen.
Wer einen Hund besitzt, erlebt ihn meist als etwas ganz Besonderes. Umfragen bestätigen dieses Gefühl der Verbundenheit eindrucksvoll.
In einer Befragung unter 2.000 Menschen in den USA im vergangenen Jahr gaben 81 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie das Gefühl hätten, ihr Hund sei ihnen „vom Schicksal bestimmt“ begegnet. Mehr als die Hälfte – rund 56 Prozent – bezeichnete den eigenen Vierbeiner sogar als eine Art Seelenverwandten.
Diese starke emotionale Beziehung scheint nicht ganz zufällig zu entstehen. Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass sich bestimmte Charakterzüge von Hund und Halter häufig ähneln. Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang beim Persönlichkeitsmerkmal Introversion beziehungsweise Extraversion. Menschen, die sich selbst als offen und kontaktfreudig beschreiben, haben statistisch deutlich häufiger Hunde mit einem ebenso lebhaften und geselligen Wesen. Bei eher zurückhaltenden oder introvertierten Personen zeigt sich häufig das gegenteilige Muster.

Seelenverwandte auf vier Pfoten
Jugendliche mit Hund zeigen häufig mehr soziale Stärke und psychisches Wohlbefinden. Die heilsame Kraft der Tiere wirkt – sichtbar im Verhalten, unsichtbar im Mikrobiom.

Der Austausch von Mikroben
Japanische Forschende haben einen weiteren möglichen Mechanismus entdeckt, der erklären könnte, warum Hunde so positiv auf die psychische Gesundheit wirken. Der Kontakt mit Hunden scheint die Zusammensetzung der Mikroorganismen zu verändern, die auf unserer Haut, in unserem Mund und in unserem Darm leben. Diese Veränderungen im Mikrobiom könnten wiederum Einfluss auf das mentale Wohlbefinden haben.
„Die Haltung eines Hundes kann besonders bei Jugendlichen positive Auswirkungen zeigen, und möglicherweise spielt dabei eine symbiotische Beziehung mit Mikroorganismen eine Rolle“, erklärt Takefumi Kikusui von der Azabu University in Japan.
Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass junge Menschen, die mit einem Hund aufwachsen und auch später im Leben mit Hunden zusammenleben, häufig bessere Werte in Studien zur sozialen Verbundenheit und zur psychischen Gesundheit aufweisen. Andere wissenschaftliche Arbeiten fanden zudem Unterschiede im Darmmikrobiom zwischen Hundebesitzern und

Die Statistik macht sichtbar, was viele Hundebesitzer längst im Herzen tragen: Mit einem Durchschnittswert von 5,54 liegt die Zustimmung deutlich über dem neutralen Bereich. 73 Prozent der Befragten empfinden ihren Hund als Seelengefährten oder wichtigsten Begleiter. Die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier ist damit nicht nur gefühlt, sondern auch messbar tief verwurzelt.

Menschen ohne Hund. Dass das Mikrobiom über die Darm-Hirn-Achse Verhalten und Emotionen beeinflussen kann, gilt in der Forschung mittlerweile als gut belegt.
Mensch und Hund bilden demnach nicht nur eine soziale, sondern auch eine mikrobielle Gemeinschaft. Da Darm und Gehirn miteinander kommunizieren, liegt die Vermutung nahe, dass Veränderungen im Mikrobiom zumindest teilweise die positiven Effekte erklären könnten, die Hunde auf das menschliche Wohlbefinden haben. In einer aktuellen Untersuchung analysierten Forschende Jugendliche im Alter von 14 Jahren aus der Metropolregion Tokio. Dabei zeigte sich, dass Teenager, die mit 13 Jahren einen Hund besaßen, im Durchschnitt eine stabilere psychische Gesundheit aufwiesen. Auffällige soziale Schwierigkeiten traten bei ihnen deutlich seltener auf als bei Gleichaltrigen ohne Hund im Haushalt.
Was genau ist ein Mikrobiom?
Der Begriff „Mikrobiom“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „Mikro“ steht für sehr kleine Organismen, während „Biom“ eine Gemeinschaft von Lebewesen innerhalb eines bestimmten Lebensraums beschreibt.
Das Mikrobiom eines Tieres – etwa eines Hundes oder einer Katze – kann man sich als riesige mikroskopische Lebensgemeinschaft vorstellen. Milliarden von Bakterien, Viren, Pilzen und Protozoen besiedeln verschiedene Bereiche des Körpers, beispielsweise die Haut, den Darm oder die Schleimhäute. Gemeinsam bilden sie ein komplexes Ökosystem, das zahlreiche Funktionen erfüllt.
Diese mikrobiellen Gemeinschaften sind bei jedem Tier individuell zusammengesetzt. Kein Mikrobiom gleicht exakt dem eines anderen – ähnlich wie ein persönlicher mikrobieller Fingerabdruck.
Bakterien als Auslöser?
Interessanterweise traten in der Studie bei Jugendlichen mit Hund bestimmte Probleme seltener auf. Dazu gehörten beispielsweise Ängstlichkeit, sozialer Rückzug, aggressives Verhalten oder Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit.
Die Forschenden analysierten Speichelproben der Jugendlichen und stellten fest, dass beide Gruppen – mit und ohne Hund – eine ähnlich

große Vielfalt an Mikroorganismen aufwiesen. Unterschiede zeigten sich jedoch in der genauen Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft. Besonders auffällig war, dass bei Hundebesitzern bestimmte Streptococcus-Bakterien häufiger vorkamen – Mikroorganismen, die auch im Mikrobiom von Hunden vorkommen.
Kikusui vermutet, dass diese Bakterien eine Rolle für das emotionale Wohlbefinden spielen könnten.
Bakterien fördern soziales Verhalten?
Um die möglichen Auswirkungen dieser Mikroben näher zu untersuchen, führten die Forschenden weitere Experimente durch. Sie übertrugen bestimmte Bakterien aus den Proben auf Labormäuse und beobachteten anschließend deren Verhalten.
Das Ergebnis überraschte die Forschenden: Mäuse, die Mikroben aus dem Mikrobiom von Hundebesitzern erhielten, verbrachten mehr Zeit damit, ihre Artgenossen zu beschnuppern. Außerdem zeigten sie stärkeres Interesse an Mäusen, die sich in einem separaten Bereich des Käfigs befanden. Die Forschenden interpretierten dieses Verhalten als Hinweis auf gesteigerte soziale Aufmerksamkeit und Empathie.
„Mensch und Hund teilen nicht nur ihr Leben – sondern auch eine mikrobielle Gemeinschaft, die unser Wohlbefinden beeinflussen kann.“
„Ein besonders spannendes Ergebnis dieser Studie ist der Nachweis von Bakterien im Mikrobiom von Jugendlichen mit Hund, die möglicherweise prosoziales Verhalten fördern“, erklärt Kikusui.
Der Wissenschaftler betont zudem, dass Hunde nicht nur durch ihre Anwesenheit beruhigend wirken oder durch Berührung Stress reduzieren können. Auch Veränderungen in der mikrobiellen Gemeinschaft könnten Teil dieser Wirkung sein. „Die Haltung eines Hundes könnte das Potenzial haben, die symbiotische mikrobielle Gemeinschaft des Menschen zu verändern“, so der Forscher.

Individuell bis ins Mikroskopische
„Mikro“ heißt klein – doch die Wirkung ist groß. Milliarden Mikroorganismen formen das persönliche Ökosystem von Hund und Katze und begleiten sie ein Leben lang.
In zukünftigen Studien wollen die Wissenschaftler diesen Zusammenhang noch genauer untersuchen. Die bisherigen Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass ein Hund im Haushalt das Mikrobiom junger Menschen beeinflussen kann – möglicherweise mit positiven Folgen für ihre psychische Entwicklung und Stabilität. Das könnte auch eine Folge der jahrtausendelangen gemeinsamen Entwicklungsgeschichte von Mensch und Hund sein.
Fazit
Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Hund wirkt nicht nur auf emotionaler Ebene. Neben Nähe, Zuneigung und dem Gefühl von Sicherheit scheint auch eine biologische Dimension eine Rolle zu spielen. Das Zusammenleben mit Hunden kann die mikrobiellen Gemeinschaften beeinflussen, die in und auf unserem Körper leben.
Diese Veränderungen im Mikrobiom zeigen, dass die Verbindung zwischen Mensch und Hund weit über kurzfristige emotionale Effekte hinausgehen kann. Vielmehr wird deutlich, dass Hunde möglicherweise auch langfristig zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Damit unterstreicht die Forschung erneut die außergewöhnliche Rolle des Hundes – nicht nur als treuer Begleiter, sondern auch als wichtiger Partner für unsere körperliche und mentale Gesundheit.

Text: Lisa Gutzelnig
Wer heute den Wald betritt, sucht oft mehr als nur frische Luft. Zwischen Moosduft, Nadelästen und dem gedämpften Licht eines Baumkronendachs entfaltet sich ein jahrhundertealtes Heilwissen neu: die Waldmedizin. Immer deutlicher zeigen moderne Studien, was traditionelle Kulturen schon lange intuitiv wussten – ätherische Baumöle besitzen eine bemerkenswerte Heilkraft. Ein Spaziergang im Wald ist damit weit mehr als ein Naturerlebnis: Er kann Stress reduzieren, das Immunsystem stärken und Körper wie Geist spürbar regenerieren. Das stille Comeback dieser grünen Therapieform lädt uns ein, den Wald nicht nur zu besuchen, sondern ihn als natürlichen Verbündeten unserer Gesundheit wiederzuentdecken.
Wenn wir Waldluft einatmen, nehmen wir nicht nur sauerstoffhaltige Luft zu uns, sondern auch die ätherischen Öle des Waldes mit ihren unzähligen biochemischen Inhaltsstoffen. Vor allem die ätherischen Öle der Nadelbäume enthalten eine hohe Konzentration an Terpenen. Diese bilden den Hauptteil der wertvollen Inhaltsstoffe, die uns bei Waldspaziergängen erfrischen und uns tiefer durchatmen lassen.
Die im Wald vorkommenden Terpene werden sowohl über die Atemwege als auch über die Haut aufgenommen. Aufgrund ihrer molekularen Eigenschaften können sie Zellmembranen schnell passieren und sind bereits nach wenigen Minuten im Blut nachweisbar. Gleichzeitig gelangen Walddüfte über die Riechschleimhaut in unser Nervensystem und erreichen über elektrische Impulse das limbische System des Gehirns. Dort aktivieren die ankommenden Signale die Ausschüttung körpereigener Botenstoffe wie

Dopamin, Serotonin und Endorphine. Das kann unsere Stimmungslage beeinflussen und Emotionen sowie Erinnerungen auslösen.
Die wohltuende Wirkung von Waldluft hat noch einen weiteren Grund. Sie ist nicht nur weniger mit Feinstaub belastet als die Luft in Städten, sondern enthält auch mehr negativ geladene Ionen, die als förderlich für Gesundheit und Vitalität gelten. Generell enthält unsere Luft positiv und negativ geladene Ionen in einem relativ ausgeglichenen Verhältnis. Bedenklich für die Gesundheit wird es, wenn dieses Verhältnis durch Umwelteinflüsse aus dem Gleichgewicht gerät und die Anzahl der negativen Ionen deutlich sinkt. Ein Mindestwert für gesunde Luft wird mit 2.000 bis 4.000 negativen Ionen pro Kubikzentimeter Luft angegeben. Negativionen beeinflussen im Blut die Beförderung von Sauerstoff zu unseren Körperzellen. Sie können Spannkraft, Konzentration, Elan und Lebensfreude fördern. Sie aktivieren außerdem das Immunsystem und können Allergien verringern. Eine hohe Konzentration an Negativionen kommt üblicherweise nach Gewittern vor sowie an Wasserfällen, am Meer, in Wäldern und in sehr hohen Bergregionen. Hier können manchmal sogar 50.000 bis 100.000 Negativionen pro Kubikzentimeter Luft vorhanden sein. Ein durch Elektrosmog durchzogener Arbeitsoder Büroraum enthält dagegen oft weniger als 500 pro Kubikzentimeter Luft. Besonders die Verbindung mit ätherischen Ölen unserer heimischen Nadelbäume kann auf diese Weise eine wohltuende und gesundheitsfördernde Atmosphäre in Wohnungen schaffen.
Ätherische Öle zu Hause anwenden
Um die heilsamen Wirkungen ätherischer Baumöle in den eigenen vier Wänden zu nutzen, eignen sich vor allem sanfte, alltagstaugliche Anwendungen. Ein Diffuser oder eine Duftlampe verteilt die Essenzen gleichmäßig im Raum und schafft eine Atmosphäre, die beruhigt, klärt oder stärkt – je nach gewähltem Öl. Einige Tropfen auf einem Duftstein, in einer Schale mit warmem Wasser oder auf einem Taschentuch wirken punktuell und sind ideal für kleine Räume oder
für unterwegs. Auch selbst gemischte Raumsprays oder ein paar Tropfen im Badewasser können helfen, die wohltuenden Duftimpulse bewusst in die tägliche Routine einzubinden. So wird das Zuhause zu einem Ort, an dem Körper und Seele gleichermaßen aufatmen.
Duftreisen nach Südtirol
Man kann dem Destillationsprozess von Nadelholzölen beiwohnen. Ätherische Baumöle werden durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Für die Gewinnung muss zunächst Pflanzenmaterial geerntet werden. Die feinen Duftstoffe lösen sich dabei aus dem Pflanzengewebe, steigen mit dem Dampf auf und werden anschließend wieder zu Flüssigkeit abgekühlt. Das reine ätherische Öl trennt sich dabei vom hydrophilen Pflanzenwasser, dem sogenannten Hydrolat. Manche Öle, vor allem aus Zitrusschalen, entstehen hingegen durch schonende Kaltpressung, während besonders empfindliche Pflanzenstoffe mithilfe von Extraktion gewonnen werden. So entsteht ein hoch konzentriertes Naturprodukt, das die aromatischen und charakteristischen Eigenschaften der jeweiligen Pflanze in sich trägt.
In europäischen Nadelbäumen befinden sich die ätherischen Öle hauptsächlich in den Zweigen und Nadeln. Daher muss in der Regel kein Baum extra gefällt werden, sondern es können Zweige aus Kahlschlägen und Durchforstungen sowie aus Aufarbeitungen nach Sturmschäden verwendet werden.
Nur eine Stunde im grünen Wald
Nur eine Stunde von Menschen fern, Nur eine einzige Stunde!
Satt der tönenden Worte, des Waldes Schweigen, Satt des wirbelnden Tanzes der Elfen Reigen, Statt der leuchtenden Kerzen den Abendstern, Nur eine Stunde von Menschen fern!
Nur eine Stunde im grünen Wald, Nur eine einzige Stunde!
Wo die Halme und Blumen sich flüsternd neigen, Wo die Vögel sich wiegen auf schwankenden Zweigen, Wo die Quelle rauscht aus dem Felsenspalt, Nur eine Stunde im grünen Wald!

Lorbeer = der Siegreiche
Lorbeeröl gilt als eines der besten Öle bei geschwollenen Lymphknoten und wird aromatherapeutisch als stark regulierendes Öl für die Lymphaktivität eingestuft. Lorbeeröl ist ein hilfreicher Begleiter während der Erkältungszeit und wirkt stark schleimlösend und auswurffördernd. Gut bewährt hat sich Lorbeeröl auch bei Bronchial- und Lungeninfektionen. Zudem wirkt es schmerzlindernd bei Rheuma, Arthrose und steifem Nacken.
Auf psychischer Ebene wirkt das Öl stark stärkend und unterstützt etwa während einer Fastenkur, bei der Raucherentwöhnung, Alkoholentwöhnung oder vor der Prüfungsvorbereitung. Generell gilt es als hervorragender Begleiter in Lebenssituationen, die besonders viel Kraft von uns verlangen, und hat auch schon manchen Jugendlichen in der Pubertät geholfen, seinen eigenen Weg zu gehen. Deshalb wird es auch gern als ein Öl bezeichnet, das hilft, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Ursprünglich aus Kleinasien stammend, wird der Lorbeerbaum heutzutage hauptsächlich in den Mittelmeerländern kultiviert. Als Zierpflanze verwendet, ist er auch häufig in nördlichen Regionen Europas zu finden, kann jedoch nicht im Freien überwintern.

Zirbenöl
Zirbe = die Starke und Unverwüstliche
Die Zirbe ist ein Nadelbaum, der Höhen von bis zu 40 Metern erreichen kann. Anders als viele andere Kiefernarten trägt sie nicht zwei, sondern fünf Nadeln in einem Büschel. Diese Nadeln sind leicht gedreht – vermutlich geht auch der Name Zirbelkiefer auf diese Eigenschaft zurück, abgeleitet vom mittelhochdeutschen „wirbeln“ oder „sich drehen“. Zudem können Zirben ein bemerkenswertes Alter von bis zu 1.000 Jahren erreichen.
In vielen alpenländischen Sagen und Mythen begegnet man der „Arve“, wie die Zirbe auch genannt wird, als Kraftbaum oder hilfreichem Geist, der erschöpfte Wanderer schützt und stärkt. Verliert ein Bergsteiger den Weg ins Tal, „geht die Zirbe in Form von blauem Licht vor ihm her und zeigt ihm den Weg“, heißt es in alpenländischen Erzählungen. Sie steht als Sinnbild für Ausdauer und Stärke, für ungebrochenen Lebensmut. Die Zirbe galt den Alpenbewohnern als äußerst ehrwürdig und heilig; deshalb ist es bis heute ein Frevel, Zirbenholz als Feuerholz zu verwenden.
Laut einer Studie des Human Research Instituts für Gesundheitstechnologie in Graz (Österreich) hat
der Duft von Zirbenholz positive Auswirkungen auf den Schlaf: Dem Organismus werden pro Nacht 3.500 Herzschläge erspart (das entspricht etwa einer Stunde Herzarbeit), und der vegetative Erholungsprozess wird beschleunigt. Die Tiefschlafphasen werden länger, und das allgemeine Wohlbefinden sowie die mentale und körperliche Verfassung verbessern sich. Für die Aktivierung des Vagustonus (des „Erholungsnervs“) wird das ätherische Öl mitverantwortlich gemacht.
Zirbenholz wirkt stresslösend und stärkt das allgemeine Wohlbefinden. Die kräftige Duftnote hilft uns auch in schwierigen Zeiten, uns aufzurichten und zu ermuntern. Für den positiven Effekt auf unsere Psyche ist vor allem der hohe Anteil an verschiedenen Monoterpenen verantwortlich. Ihnen wird eine stabilisierende, kräftigende und mutmachende Wirkung zugeschrieben, und sie unterstützen bei Angst, Mutlosigkeit, leicht depressiver Verstimmung und Burn-out. Zirbenöl eignet sich außerdem wunderbar als „Schutzöl“ für Therapeuten zur Abgrenzung vor einem „Zuviel“ an äußeren Einflüssen.

Atlaszeder = Baum der Kraft und Lebensenergie
Wer sich einmal unter einer Zeder aufgehalten hat, kennt das Gefühl von Wärme, Kraft und Stärke sowie des Beschütztseins, das dieser Baum vermitteln kann.
Als Räucherwerk war Zedernholz schon im Altertum bekannt. In einem ägyptischen Grab, das 1995 geöffnet wurde, konnten Archäologen Zedernholzrauchpartikel in der Luft der Grabkammer nachweisen. Auch nach dem Liebesakt oder bei großer seelischer Belastung wurde gern mit Zedern geräuchert. Schon Kleopatra nutzte zur Erhaltung der Geschmeidigkeit ihrer Haut und gegen das Ergrauen der Haare Zedernholzöl in Kombination mit Lorbeerknospenöl.
Atlaszedernöl ist wegen der hohen Menge an verschiedenen Sesquiterpenverbindungen und deren hautpflegender, juckreizstillender Wirkung ein Allrounder unter den Ölen. Im körperlichen Bereich wird es vorrangig bei Hautproblemen, Allergien und Cellulite eingesetzt. Zedernöl gehört zu den Schutz- und Kraftölen, die uns immer wieder hilfreich zur Seite stehen, wenn wir erschöpft sind oder nervlich belastet. Gefühle der Überforderung und Erregbarkeit werden ausgeglichen, und wir beruhigen uns. Atlaszedernöl eignet sich auch hervorragend für eine sinnliche Partnermassage: Es ist ein besonders gut verträgliches Öl und wird auch bei Kindern und Schwangeren angewendet. Herkunft: Die Atlaszeder ist im nordafrikanischen Atlasgebirge beheimatet und wächst auf einer Höhe von 1.000 bis 1.800 Metern.

Zypresse = die Strukturhüterin
Die Zypresse ist ein immergrüner Nadelbaum, der bis zu 25 Meter hoch wächst. Seine aufrechte Form wirkt flammenartig. Die eng am Stamm anliegenden Äste verleihen dem Baum seine deutlich erkennbare Säulenform. Zypressen sind wärmeliebende Gehölze und wachsen in Deutschland und Österreich nur in milden, frostfreien Regionen. Ursprünglich war die immergrüne Zypresse in Asien beheimatet. Erst die Phönizier brachten sie in den Mittelmeerraum, und auf der Insel Zypern fand sie ihre neue Heimat. Heute bestimmt die Zypresse zusammen mit den weichen Hügeln vor allem das Landschaftsbild der Toskana.
Eine wichtige Eigenschaft des Zypressenöls ist es, die übermäßige Produktion verschiedenster Körperflüssigkeiten einzugrenzen. Das Öl hilft bei Wassereinlagerungen, bei starker Schweißbildung, bei übermäßigen Regelblutungen sowie bei tränenden Augen und Heuschnupfen.
Die aromatischen Essenzen der Baumöle wirken nicht nur über den Duft, sondern bis auf sehr subtile seelische Ebenen, auf denen sie Ruhe, Klarheit und innere Stabilität fördern können. Zypressenöl stärkt die Fähigkeit loszulassen und schafft emotionale Ordnung; Zirbenöl bringt tiefen Frieden, erdet und entschleunigt; Zedernöl baut ein Gefühl von Schutz und Stärke auf; und Lorbeeröl fördert Mut, Zuversicht und geistige Klarheit. Gemeinsam bilden diese Öle ein natürliches Repertoire, das die psychische Balance unterstützt – sanft, aber dennoch kraftvoll. Sie erinnern daran, dass Heilung nicht immer laut sein muss und dass die Natur oft genau jene Impulse schenkt, die uns helfen, wieder in unsere Mitte zu finden. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Die heilsamsten Schätze in unserem Leben liegen oft vor unserer eigenen Haustür.
Unser vegetatives Nervensystem sorgt dafür, dass wir rund um die Uhr automatisch atmen. Steuern wir diese essenzielle Körperfunktion jedoch bewusst, verbessern wir die Sauerstoffversorgung und vertiefen die Entspannung.
Atmen ist das Erste, was wir zu tun haben, wenn wir das sprichwörtliche Licht der Welt erblicken. Der Moment, wenn nach dem Geburtsvorgang das Baby seinen ersten Atemzug selbstständig nimmt, wird von allen Anwesenden mit großer Aufmerksamkeit begleitet und ist von freudiger Erleichterung begleitet, wenn dieser zutiefst natürliche Vorgang ohne externe Hilfe gelingt. Die Atmung ist die Kraftquelle hinter Leistungsfähigkeit, Kraft, Ausdauer, Konzentration und Entspannung. Wir nehmen sie allzu oft als selbstverständlich hin. Doch je bewusster wir uns mit ihr im Laufe des Lebens auseinandersetzen, umso mehr profitieren wir.
Atme ein – atme aus
Wer die tiefere Bauchatmung der flachen Brustatmung vorzieht, ermöglicht eine tiefere Sauerstoffaufnahme, aktiviert den Parasympathikus, der für die Stressregulierung zuständig ist, massiert die Bauchorgane und kann damit die Verdauung ankurbeln. Grundsätzlich passieren beide Atmungen automatisch. Gut lenken kann man sie, wenn die Hände dort aufgelegt werden, wo der Fokus hingelenkt werden soll. Probieren Sie es kurz aus, indem Sie die Hände auf den Bauch legen und sehen, ob die Atemdecke sich in einem gleichmäßigen Rhythmus nach oben und unten bewegt. Falls ja, wurde
das Zwerchfell, das unterhalb der Lunge liegt, aktiviert. Bei der Brustatmung wird im Gegensatz dazu die Zwischenrippenmuskulatur „angesprochen“. Sie ist zuständig für die schnelle Sauerstoffversorgung beispielsweise beim Sport oder wenn das Lungenvolumen bewusst ausgenutzt oder der Brustkorb geweitet werden soll.
Je früher man beim Training lernt, bei Belastung aus- und bei Entlastung einzuatmen, desto besser wird der Körper – inklusive Muskeln und Gehirn – mit Sauerstoff versorgt und der Blutdruck optimiert. Denn die Luft bei Anstrengung anzuhalten oder gepresst zu atmen, sorgt nicht nur für einen hochroten Kopf, sondern belastet auch den Kreislauf. Das mit den Kraftübungen getimte Ausatmen aktiviert zudem die Core-Muskeln bzw. das Powerhouse, wie es beim Pilates so schön heißt,
Atmen ist der erste Akt des Lebens und der letzte. Zwischen diesen beiden Momenten ist er unser ständiger Begleiter“
Joseph Pilates, deutscher Körpertrainer
Von der Lokomotive-Atmung wird der gesamte Organismus angeregt. Die Beine stehen stabil und hüftbreit, während die Hände beim Einatmen über den Kopf geführt werden. Der Blick folgt den Fingern und der Kopf wird nach hinten geneigt. Beim Ausatmen werden die Arme schnell gesenkt und die Knie zwei Mal federnd gebeugt. Beim Wiederholen wird das Tempo gesteigert und gegen Ende wieder reduziert. Danach beginnt das zweiminütige Nachspüren im natürlichen Atemrhythmus, während man ruhig und unbewegt steht.

Kraftvolle Yoga-Atmung
Mit der Feueratmung, die in der Yogalehre als „Kapalabhati“ (leuchtender Schädel) bekannt ist, wird Wärme im Körper erzeugt sowie die Durchblutung und geistige Klarheit gesteigert. Setzen Sie sich dazu aufrecht hin – im Schneider- oder Lotussitz. Legen Sie die Hände auf Herz und Bauch. Führen Sie zügige Atemstöße im Sekundentakt aus, sodass der untere Bauch kontrahiert. Lassen Sie beim Einatmen locker und ziehen Sie beim Ausatmen den Bauch Richtung Wirbelsäule. Essen Sie mindestens eine Stunde davor nichts. Gut geeignet ist die Feueratmung auch morgens vor dem Frühstück als Muntermacher. Durch die kräftige Bauchbewegung regen Sie die Verdauung an. Erkundigen Sie sich vorab bezüglich Kontraindikationen – wie z.B. Bluthochdruck, Asthma oder Bandscheibenvorfällen.

was in einer besseren Körperhaltung durch eine starke Mitte, gekräftigte Rumpfmuskulatur und stabilisierte Wirbelsäule gipfelt. Den Atem fließen zu lassen, ist auch beim Halten von Yogaposen wichtig. Vor allem anfangs, wenn sie noch nicht so geläufig sind, neigt man dazu, den Atem anzuhalten. Das widerspricht dem Yoga-Prinzip mit „Kraft und Leichtigkeit“. Im Ausdauertraining kommt man mit Brustatmung weniger schnell aus der Puste, da sie weniger Energie verbraucht, um ausreichend Sauerstoff in die Lungenflügel zu bringen. Ein weiterer positiver Effekt, wenn man seine Atmung gut leiten kann, ist die Stärkung des Immunsystems. Kontrolliertes Atmen senkt z. B. auch den Cortisolspiegel und verbessert die Schlafqualität.
„Durch den Atem können wir die Energie des Lebens selbst kontrollieren.“
Swami Sivananda, indischer Yoga-Meister und Arzt
Jeder von uns hat sicher schon erlebt, dass rasender Atem in Stresssituationen in unangenehmer Unruhe, Zittern der Hände oder am ganzen Körper oder sogar Panik führt. Hyperventilation in Gefahrensituationen ist eine Begleiterscheinung des Kampf-oderFlucht-Modus, der uns auf Überleben durch Adrenalin- und Cortisol-Einschuss trimmt. Mit kontrolliertem Ein- und Ausatmen können wir in die Ruhe, Gelassenheit und Körperbeherrschung zurückfinden, denn nicht immer geht es heute um Leben oder Tod, auch wenn die Körperreaktionen die gleichen sind. Neben den positiven Effekten beim Sport gibt es zusätzliche Vorteile im Alltag: Die Erkenntnis und Übung, dass verlängertes Ausatmen die Herzfrequenz sinken lässt und das Wutlevel senkt, erleichtert die Konzentration auf den Moment. Das Ziel vieler Atem- und Entspannungstechniken ist es, Gedanken stillstehen oder vorbeiziehen zu lassen und zum bewussten Atmen zurückzukehren.
Das lateinische „inspirare“ vereint zwei Bedeutungen in einem Wort: einatmen und inspirieren. Regelmäßiges Atemtraining oder
-meditation ergänzend zur automatisch ablaufenden Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxid, lässt uns Entspannungszustände einfacher und schneller erreichen. Dies zieht wiederum die Steigerung der Lebensqualität nach sich. Dass es sich hier um altes Wissen handelt, spiegelt sich im Sanskrit-Wort „Pranayama“ wider. Es steht für die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch Achtsamkeit und beständiges Üben, um die Lebensenergie „Prana“ hoch zu halten. Die gute Nachricht: Schon wenige Minuten täglich reichen, um sich darin zu schulen. Je selbstverständlicher der persönliche Zugang zu achtsamen Atmen ist, umso einfacher ist eine optimale Atmung in hektischen Zeiten abrufbar. Oder wie Thich Nhat Hanh, ein vietnamesischer Mönch, Schriftsteller und wichtiger Vertreter der buddhistischen Lehre es ausdrückte: „Der Atem ist die Brücke, die das Leben mit dem Bewusstsein verbindet, die Brücke, die deinen Körper mit deinen Gedanken verbindet. Wann immer dein Geist zerstreut ist, benutze deinen Atem, um die Verbindung wieder herzustellen.“
Auch hilfreich: Die bewährte Kurzform einer Achtsamkeits- und Entspannungstechnik lautet „Stopp, Atmen, Denken“. Die vier Buchstaben der S.T.O.P.-Methode stehen für „Stopp/Anhalten, Take a breath/Atemholen, Observe/ Beobachten und Proceed/Denken“. Damit wird nicht nur Stress, Angst und Panik gebremst, sondern auch rationales statt impulsives Handeln gefördert.

Ebenfalls aus dem Yoga kommt „Nadi Shodhana“ – die Wechselatmung, Sie dient der Reinigung der Atemwege und Beruhigung der Gedanken. Halten Sie in aufrechter Sitzhaltung das linke Nasenloch mit dem linken Daumen zu und atmen Sie rechts tief und sanft ein. Halten Sie danach Ihren Atem eine Weile an, bevor Sie das rechte Nasenloch mit dem Zeigefinger verschließen und über die linke Seite ausatmen. Wiederholen Sie diesen Zyklus einige Male – bis zu zwölf Mal oder auch länger, wenn es sich angenehm anfühlt. Achten Sie darauf, länger aus- als einzuatmen, um so viel alte Luft wie möglich aus der Lunge entweichen zu lassen. Mit der Wechselatmung harmonisieren Sie die beiden Gehirnhälften und finden zu einer tieferen Atmung. Auch hier ist es sinnvoll vorab zu klären, ob Atemanhalten für Sie geeignet ist.
Jeder natürliche Atemzug besteht aus vier Teilen: Einatmen, Halten, Ausatmen, Halten. Bei der Quadratatmung bzw. Box-Breathing steuern Sie diesen Vorgang bewusst durch Mitzählen. Das optimierte Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus synchronisiert Atem, Herzschlag und Blutdruck. Atmen Sie in einer bequemen Position auf Drei ein. Halten Sie den Atem bis Drei zählend an. Atmen Sie auf Drei aus und halten Sie die Luft erneut bis Drei zählend an. Gelingt Ihnen diese Sequenz ruhig und fließend bzw. nach mehrmaligem Üben können Sie die einzelnen Schritte bis zu sechs Sekunden ausdehnen. Bleiben Sie zum Abschluss ruhig und in Ihrem natürlichen Atemrhythmus sitzen und schicken Sie ein gedankliches „Danke“ durch den Körper. Die Quadratatmung ist bei Konzentrationsabfall, Stress, Hyperventilation oder Overthinking gut geeignet. Vorausgesetzt, Sie haben mögliche Kontraindikationen abgeklärt.



Wie wir mit Achtsamkeit, Ruhe und Wärme unsere Nieren stärken und zu mehr innerer Balance finden.
Text: Lisa Gutzelnig
Unsere Nieren leisten jeden Tag Erstaunliches. Sie filtern und reinigen den Körper, regulieren den Flüssigkeits- und Mineralhaushalt und tragen wesentlich dazu bei, das innere Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Doch ihre Bedeutung beschränkt sich nicht allein auf körperliche Prozesse. In ganzheitlichen Betrachtungsweisen spielen die Nieren auch für unser emotionales Wohlbefinden und unsere innere Stabilität eine wichtige Rolle.
In vielen energetischen und naturheilkundlichen Traditionen gelten die Nieren als eine zentrale Quelle unserer Lebensenergie. Sie bewahren jene ursprüngliche Kraft, die uns Vitalität, Ausdauer und innere Standfestigkeit verleiht. Energetisch stehen sie für Sicherheit, Urvertrauen und die Fähigkeit, mit Herausforderungen des Lebens ruhig und gelassen umzugehen. Damit prägen sie sowohl unsere

körperliche Widerstandskraft als auch unsere Verbindung zu uns selbst.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Nieren als Ursprung der menschlichen Lebenskraft betrachtet. Sie stehen in enger Verbindung mit verschiedenen körperlichen Funktionen und Strukturen, darunter Knochen, Zähne, Ohren, Haare, Fortpflanzung, Wachstum sowie unsere innere Entschlossenheit. Wenn diese Energie geschwächt ist, kann sich dies auf unterschiedliche Weise zeigen. Typische Anzeichen können etwa eine verringerte Knochendichte, wiederkehrende Beschwerden im Rücken- oder Kniebereich, empfindliche Zähne, Schwindelgefühle, Fruchtbarkeitsprobleme, verlangsamtes Wachstum, frühzeitiges Ergrauen der Haare, Haarausfall oder anhaltende Antriebslosigkeit sein. Gleichzeitig eröffnet dieses Verständnis eine positive Perspektive: Wenn wir lernen, unsere Nieren bewusst zu unterstützen und zu stärken, können sie uns helfen, innere Stabilität, Ruhe und Widerstandskraft wieder aufzubauen.
Die Niere als energetisches Zentrum
Manchmal lohnt es sich, gesundheitliche Beschwerden aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Erkrankungen oder Symptome wie Osteoporose, Inkontinenz, Hitzewallungen in den Wechseljahren oder anhaltende Erschöpfung erscheinen aus Sicht der westlichen Medizin zunächst als völlig unterschiedliche Probleme. Entsprechend werden sie meist mit unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen behandelt, häufig auch medikamentös.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin hingegen wird oft nach einer gemeinsamen energetischen Ursache gesucht. Viele dieser scheinbar voneinander unabhängigen
Beschwerden werden dort mit einem Ungleichgewicht der Nierenenergie in Verbindung gebracht. Die beiden Nieren, die rechts und links der Wirbelsäule liegen, gelten in diesem Verständnis als Speicher der grundlegenden Lebensenergie. Diese Energie versorgt den gesamten Organismus und ermöglicht zentrale Funktionen wie Wachstum, Wahrnehmung, Verdauung, Denken und Fortpflanzung. Sie trägt außerdem dazu bei, dass sich der Mensch körperlich und seelisch im Gleichgewicht fühlt. Besonders eng verbunden sind die Nieren mit verschiedenen Körperbereichen und Organen, darunter Blase, Harnwege, Fortpflanzungsorgane, der untere Rücken, das Rückenmark, Knie, Knochen, Zähne, Ohren und das Kopfhaar. Deshalb beschreiben chinesische Therapeuten die Niere als Quelle von Stabilität für Knochen und Zähne sowie als Grundlage für kräftiges Haar. Umgekehrt können Beschwerden in diesen Bereichen – etwa brüchige Knochen, nachlassende Hörkraft, Ohrprobleme, Haarausfall,
Zurück zur eigenen Mitte
In der bewussten Atmung findet der Körper zurück in seine Balance – und die Nieren dürfen regenerieren.

Zahnschwäche oder Schmerzen im unteren Rücken – darauf hinweisen, dass die Energie der Nieren aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Wenn unsere Nieren aus der Balance geraten
Die Nieren stehen auch symbolisch für unsere Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen, Grenzen zu setzen und inneren wie äußeren Druck auszugleichen. Wenn wir uns dauerhaft überfordern, zu viel Verantwortung übernehmen oder Schwierigkeiten haben, „Nein“ zu sagen, kann sich das auch auf die Nierenenergie auswirken.
Typische Signale können Müdigkeit, Erschöpfung, inneres Zittern oder das Gefühl sein, die Orientierung im Leben verloren zu haben. Dauerhafte emotionale Belastungen und anhaltender Stress schwächen diese sensiblen Filterorgane. Die Folgen zeigen sich nicht nur körperlich, sondern häufig auch auf seelischer Ebene – etwa durch ein Gefühl innerer Unruhe oder mangelnder Stabilität. Betrachtet man die Nieren als eine Art energetische Waage unseres Systems, wird verständlich, warum ihr Gleichgewicht so wichtig für Harmonie und Wohlbefinden ist.
Grund genug, den Nieren besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Doch wie gelingt das? Ein erster Schritt besteht darin, bewusst Grenzen zu setzen. Wenn wir lernen, zu Überforderung und unnötigem Stress „Nein“ zu sagen, sagen wir gleichzeitig „Ja“ zu uns selbst. Diese Haltung schafft emotionale Klarheit und kann zugleich helfen, die Nieren energetisch zu entlasten.
Ebenso wichtig ist es, regelmäßig Momente der Ruhe in den Alltag zu integrieren. Atemübungen, Meditation oder stille Pausen können helfen, das Nervensystem zu beruhigen und die Verbindung zum eigenen Körper zu stärken. Wer bewusst auf seine Bedürfnisse hört, schafft Raum für Erholung und innere Ausgeglichenheit.
Auch körperliche Methoden können unterstützend wirken. Akupressur oder sanfte Massagen im unteren Rückenbereich können den Energiefluss fördern und Spannungen
lösen. Spezielle Atemübungen, die den unteren Bauchraum einbeziehen, unterstützen zudem die Durchblutung der Nierenregion und können das Gefühl innerer Stabilität stärken.
Nach der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Niere dem Prinzip des Yin zugeordnet. Yin steht für Ruhe, Stille, Regeneration und Rückzug. Genau diese Qualitäten kommen im heutigen Alltag jedoch häufig zu kurz. Viele Menschen leben in einem permanent aktivierten Zustand – geprägt von Leistungsdruck, Reizüberflutung und ständiger Erreichbarkeit. Dadurch gerät das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang leicht aus der Balance. Der TCM-Spezialist Peter von Blarer, Leiter der Heilpraktikerschule Luzern, weist darauf hin, dass unser moderner Lebensstil oft stark von Yang-Energie geprägt ist. Ein dauerhaftes Übermaß an Aktivität kann jedoch langfristig die Nierenenergie erschöpfen. Lange Arbeitszeiten, geistige Überlastung, Bildschirmarbeit bis spät in die Nacht, ständige digitale Ablenkung oder laute Umgebungen belasten das System zusätzlich. Gerade deshalb kommt der Nacht eine besondere Bedeutung für die Regeneration zu. Nach traditionellem Verständnis entfaltet die Yin-Energie in der Nacht ihre stärkste Wirkung. Diese Phase sollte bewusst für Erholung und Schlaf genutzt werden. Alles, was den Schlaf stört – etwa aufregende Filme am Abend, intensive Gespräche, schwere Mahlzeiten oder anhaltende Grübeleien – kann diesen regenerativen Prozess beeinträchtigen.
Fazit
Die nächtliche Yin-Phase bestmöglich zu nutzen, bedeutet daher auch, auf eine ruhige und schützende Schlafumgebung zu achten. Ein dunkler, stiller Raum ohne störende Geräusche oder künstliche Lichtquellen unterstützt die natürliche Regeneration des Körpers. Verkehrslärm, helle Straßenlampen oder blinkende Displays können diesen Prozess hingegen stören. Neben Ruhe spielt auch Wärme eine wichtige Rolle für die Nieren. In vielen traditionellen Lehren wird empfohlen, den unteren Rückenbe-

Die Niere liebt es warm
Gefütterte Stiefel, Kirschkernkissen oder weiche Wollsocken – Wärme ist Balsam für die Yin-Energie in frostigen Zeiten.
reich besonders warm zu halten. Das kann durch warme Kleidung, Socken, gefütterte Schuhe oder wärmende Hilfsmittel wie Heizkissen, Wärmflaschen oder Kirschkernkissen geschehen. Auch warme Wickel oder Kompressen im Nierenbereich können als wohltuend empfunden werden. Selbst einfache Dinge können unterstützen: eine weiche Decke, ein warmes Bett oder ein natürliches Fell als Unterlage. Auch eine Mütze kann helfen, die Körperwärme an kalten Tagen zu bewahren und den Organismus zu schützen. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, dem Körper jene Wärme und Geborgenheit zu geben, die nach traditioneller Auffassung auch den Nieren zugutekommt.
„Unsere Nieren sind nicht nur Filterorgane – sie gelten auch als Quelle unserer Lebensenergie und inneren Stabilität.“


HText: Lisa Gutzelnig eute bekommt man oft den Eindruck, der ideale Mensch sei schnell, laut und selbstbewusst. Er inszeniert sich auf Instagram, ist gut vernetzt, redet über sich und seine Erfolge und passt darauf auf, nicht übersehen zu werden. Ein erfolgreiches Leben, so könnte man denken, braucht vor allem eine große Portion Extrovertiertheit. In einer Gesellschaft, in der von Kindern erwartet wird, eine starke Persönlichkeit zu zeigen und möglichst laut, selbstsicher und „aus sich herausgehend“ aufzutreten, geraten leise Kinder schnell in den Hintergrund. Dabei entfaltet sich ihre Intelligenz häufig nach innen: durch tiefes Nachdenken, genaue Beobachtung und ein feines Gespür für Zusammenhänge. Sie müssen nicht ständig sprechen, um präsent zu sein – sie verarbeiten die Welt auf ihre eigene, oft sehr intensive Weise. In ihrer Stille kann eine erstaunliche Kraft liegen. Die Gesellschaft scheint sich wilde und freche Kinder zu wünschen, Kinder, die aus sich herausgehen und sich behaupten. Und sie lässt die Kinder das auch wissen. Doch was ist mit den „Annikas“ dieser Welt? Den stillen, in sich gekehrten Freundinnen von Pippi Langstrumpf? Was ist mit den Kindern, die Ruhe lieben, stundenlang Bücher lesen, lieber gedanklich auf Abenteuerreise gehen und auf Kindergeburtstagen manchmal ein wenig verloren wirken? Mütter werden unruhig, wenn ihr Kind heute auf dem Spielplatz einfach einmal stundenlang
allein vor sich hin spielt, wenn es sich nach der Schule gern auf sein Zimmer zurückzieht oder wenn es die meiste Zeit nachdenklich wirkt. Hat unser Kind nicht überbordende Sozialkontakte, befürchten wir schnell, dass es den Anschluss verliert oder gar ein schwieriger Einzelgänger wird. So wird aus einem einfachen Charakterzug schnell ein vermeintliches Problem. Doch die Wertschätzung für das Stille ist eigentlich ganz einfach: Introvertierte Familienmitglieder sind ein großes Glück. Sie besitzen wundervolle Eigenschaften, sind gute Beobachter, kreativ, empathisch und unabhängig. Viele von ihnen denken analytisch und verfügen über eine besondere Beharrlichkeit.
„Nicht jedes Kind muss laut sein, um gehört zu werden.“
Freiheit heißt, anders sein zu dürfen
Erst spät bemerken viele Menschen, dass Introvertiertheit etwas ganz Natürliches ist – nichts, was man bekämpfen oder verstecken müsste oder wofür man sich gar schämen sollte.
Susan Cain erläutert in ihrem Buch „Still“ sehr eindrucksvoll, woher die gesellschaftliche Abneigung gegenüber introvertierten Menschen stammt. Sie erklärt den starken gesellschaftlichen Fokus auf Extrovertiertheit mit den Veränderungen, die mit der Industrialisierung einhergingen. Als Menschen in großer Zahl in Städte zogen, verließen sie ihre vertrauten sozialen Strukturen. Um beruflich und gesellschaftlich wahrgenommen zu werden, wurde es plötzlich wichtig, in der anonymen Masse sichtbar zu sein. Wer Erfolg haben wollte, musste auffallen, sich präsentieren und seine Persönlichkeit gewissermaßen „vermarkten“. Dieser Wandel prägte das Leben vieler Menschen spätestens ab den 1920erJahren nachhaltig.
Auch im Arbeitsleben wurde es zunehmend entscheidend, sich durch eine starke persönliche Ausstrahlung zu behaupten. Gleichzeitig veränderten sich soziale Beziehungen. Partnerschaften entstanden nicht mehr ausschließlich aus pragmatischen Gründen; nun wurde erwartet, interessant, unterhaltsam und erfolgreich zu sein.

In der Stille liegt die Kraft
In einer lauten Welt werden stille Menschen meist überhört - sei es am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Privatleben. Susan Cain bricht eine Lanze für die Introvertierten und zeigt, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind.
Diese Veränderungen wirkten sich auch auf die Vorstellungen von Kindheit aus. Früher galt das ideale Kind als brav, gehorsam und wohlerzogen. Mit den Jahren wandelte sich dieses Ideal jedoch stark. Kinder sollen heute möglichst früh zu eigenständigen Persönlichkeiten werden – am besten zu kleinen, selbstbewussten Individualisten. Und wenn es nicht gleich ein kleiner Einstein ist, dann doch zumindest ein Mini-Profifußballer oder ein klavierspielender Mini-Mozart.
Dabei ist es nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch eine Frage des kulturellen Umfelds, welche Eigenschaften bei Kindern geschätzt werden. Vergleichsstudien zwischen kanadischen und chinesischen Kindern zeigen beispielsweise, dass stille und besonnene Kinder in Kanada häufig eher zu Außenseitern werden. In China hingegen genießen sie oft hohes Ansehen und übernehmen nicht selten sogar eine führende Rolle innerhalb ihrer Gruppe. Besonnenheit gilt dort als erstrebenswerte Charaktereigenschaft. Kinder, die ruhig sind, gerne lesen und sich mit Nachdenken beschäftigen, werden von ihren


Es gibt nicht nur wunderschöne Kindergeschichten über trompetende Elefanten, laut brüllende Löwen auf Felsvorsprüngen oder über Pippi Langstrumpf, die dazu auffordert, „wilder, frecher und wunderbarer“ zu sein. Man könnte auch eine Gute-Nacht-Geschichte über einen weißen Schneeleoparden im Himalaya-Gebirge erzählen.
Schneeleoparden gehören zu den am schwierigsten zu filmenden Tierarten der Welt. Sie sind schwer einschätzbar, hervorragend getarnt und durch ihr wunderschönes Fellmuster verschmelzen sie fast mit dem Schnee der Berge. Man weiß nie genau, wohin sie als Nächstes gehen oder wo sie ihren nächsten Streifzug planen.
Fast lautlos bewegen sie sich auf samtigen Pfoten durch den Schnee. Sie bündeln ihre Kraft – je stärker sie konzentriert ist, desto wirkungsvoller wird sie, wenn sie eingesetzt wird. Der Sprung eines Schneeleoparden, ruhig vorbereitet und mit höchster Konzentration ausgeführt, trifft sein Ziel.
Schneeleoparden sammeln ihre Kräfte. Sinnlose Tätigkeiten meiden sie – was getan werden muss, erledigen sie. Im Gegensatz zu anderen Großkatzen brüllt der Schneeleopard niemals. Um breite Gletscherspalten zu überwinden, kann ein Schneeleopard bis zu 16 Meter weit springen – eine beeindruckende Leistung.
In vielen Bereichen gehören Schneeleoparden zu den beeindruckendsten Jägern des Tierreichs. Sie sind die stillen Helden des Himalaya-Gebirges. Und im Gegensatz zu uns Menschen würde niemand von ihnen verlangen, doch etwas lauter zu brüllen oder sich weniger zurückzuziehen. Es erscheint fast absurd, dies zu verlangen. Ja, es klingt geradezu lächerlich, einem Schneeleoparden eine solche Eigenschaft abzuverlangen. Schließlich liegt das einfach nicht in seiner Natur.
Eltern geschätzt. In extrovertiert geprägten Gesellschaften wie Kanada oder den USA kann es dagegen vorkommen, dass Kinder wegen ihrer Zurückhaltung sogar zum Therapeuten geschickt werden.
Man steckt Kinder in einen Kindergarten voller schreiender, lärmender, weinender und streitender Kinder. Später sitzen sie in Klassenräumen voller lauter Mitschüler. Im Sportunterricht werden Teams oft brutal gebildet, indem Kinder durch Abzählen Mannschaften zusammenstellen. Tiefer und tiefer gräbt sich in manche Kinder das Gefühl ein, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Wenn sie wieder als Letzte gewählt werden – oder nach der Schule lieber mit einem Buch in der Hängematte liegen.
Problematisch wird es entwicklungspsychologisch dann, wenn Kinder vermittelt bekommen, dass ihr Wesen nicht dem entspricht, was Eltern wünschen, was der Zeitgeist vorgibt, was Schule oder Kultur erwarten. Kleine Menschen tun bekanntlich alles, um den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden. Sie sind so sehr auf ihre Bezugspersonen angewiesen, dass sie schon als Babys ein feines Gespür dafür entwickeln, was von ihnen erwartet wird.
Beide Aspekte – Selbstbestimmung und Beziehungsabhängigkeit – gehören zu den grundlegenden Bedingungen kindlicher Entwicklung. Die sogenannte Aktualisierungstendenz beschreibt das Bestreben jedes Organismus, seine Möglichkeiten zu entfalten und seine Bedürfnisse zu verwirklichen. Entscheidend ist daher, unter welchen Bedingungen sich ein Kind innerhalb seiner Beziehungen entwickeln kann.
Ein Kind braucht eine einfühlsame Begleitung durch eine verlässliche Bezugsperson – jemanden, der ihm mit Aufmerksamkeit, Respekt und echter Präsenz begegnet. Kinder entwickeln früh das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung durch ihre Eltern. Erleben sie diese Zuwendung als bedingungslos, können sie ihren eigenen Wahrnehmungen vertrauen und allmählich ein eigenes inneres Bewertungssystem entwickeln. Daraus entsteht nach und nach die Fähigkeit, sich selbst wertzuschätzen und anzunehmen. Wird Zuwendung jedoch an


Kinder brauchen Raum, um ihren eigenen Rhythmus zu finden – ob laut oder leise.

Bedingungen geknüpft – etwa daran, geselliger, angepasster oder leistungsstärker zu sein –, übernimmt das Kind diese Maßstäbe häufig als eigene. Die Bewertungen stammen dann nicht aus der eigenen Erfahrung, sondern werden von außen übernommen und verinnerlicht.
Eltern stehen selbst unter gesellschaftlichen Erwartungen und Bewertungen. Deshalb gelingt es ihnen nicht immer, ihrem Kind uneingeschränkte Wertschätzung entgegenzubringen. Wenn sie bestimmtes Verhalten missbilligen oder Zuneigung zeitweise entziehen, erlebt das Kind eine innere Spannung: Einerseits möchte es seinen eigenen Impulsen folgen, andererseits fürchtet es, die Liebe und Anerkennung seiner Bezugsperson zu verlieren. Es entsteht eine Konfliktsituation zwischen den eigenen Bedürfnissen und dem Wunsch nach Zugehörigkeit.
Fehlt dem Kind dauerhaft eine bedingungslose Zuwendung, beginnt es sich zunehmend an den Erwartungen anderer zu orientieren. Es richtet sein Verhalten danach aus, was Anerkennung verspricht, und verliert dabei den Kontakt zu den eigenen Erfahrungen und Gefühlen. Fremde Bewertungen werden verinnerlicht, bis sie wie eigene erscheinen. Auf diese Weise kann sich ein angepasstes, aber innerlich fremdes Selbst entwickeln. Bestimmte Gefühle – etwa Wut oder Aggression – werden verdrängt und bleiben dem bewussten Erleben kaum zugänglich. Im späteren Leben fällt es Betroffenen oft schwer, diesen Empfindungen Ausdruck zu verleihen. Psycho-

logisch spricht man hier von einer Inkongruenz zwischen innerem Erleben und äußerem Selbstbild, die dauerhaft als unterschwellige Bedrohung des eigenen Selbst empfunden werden kann. Aus der Interaktion zwischen Kind und Mutter oder Vater entsteht somit das Selbstbild des Kindes. Erlebnisse, die nicht empathisch verstanden werden, können nicht in das Selbst integriert werden und bleiben fremd. Dennoch bestehen sie weiter und suchen nach Möglichkeiten, ihr Bedürfnis nach Verständnis zu erfüllen. Die Wertvorstellungen eines Kindes orientieren sich dann zunehmend an der Frage, unter welchen Bedingungen sein Erleben akzeptiert werden könnte. Vielleicht denkt es: Wenn ich nur laut genug bin, erfolgreich genug oder präsent genug – dann werde ich gesehen.
Der leidende Mensch, beziehungsweise das Kind, beginnt, sich selbst Forderungen aufzuerlegen, die für ihn auf Dauer zerstörerisch sein können. Die Person bemüht sich um ein Verhalten, das ihrem Selbstkonzept entspricht. Doch dieses Verhalten erscheint selbst für sie unverständlich, weil es im Widerspruch zu dem steht, was sie eigentlich fühlen oder tun möchte.
Gerade wenn Eltern selbst ganz anders ticken als ihr eigenes Kind, bleibt das Hinterfragen der eigenen Erwartungen ein fortlaufender Prozess. Ein Prozess, der nicht nur Großzügigkeit gegenüber dem Kind erfordert, sondern auch gegenüber sich selbst.
Wenn wir unseren Kindern also vermitteln, dass man nicht immer laut nach vorne preschen muss, um im Leben etwas zu erreichen, eröffnen wir ihnen neue Möglichkeiten. Wenn ein Kind auf einem Kindergeburtstag unglücklich wirkt oder sich die Ohren zuhält, weil es ihm zu laut ist, sollten wir es vielleicht nicht überreden, länger zu bleiben, sondern ihm helfen, aus der Situation herauszugehen. Was wäre, wenn wir ihm zeigen, dass seine Gefühle nicht falsch sind? Wenn wir sie ernst nehmen und verstehen? Vielleicht können wir ihm vermitteln, dass auch stille Menschen glücklich werden können. Dass leise Menschen Freude empfinden. Dass es viele Wege gibt, an einer Gemeinschaft teilzunehmen – und dass es in Ordnung ist, nicht immer mit der Masse zu gehen.
Tiere erinnern uns an etwas, das im modernen Alltag leicht verloren geht: an unsere eigene natürliche Verankerung im Leben. Für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden ist es wichtig, mit unseren ursprünglichen Instinkten verbunden zu bleiben. Tiere verkörpern diese Verbindung auf ganz selbstverständliche Weise. Sie leben im Moment, reagieren unmittelbar auf das, was sie umgibt und folgen ihren inneren Impulsen.
Unsere verlorene Instinktnähe
In ihrer Gegenwart wird auch unsere eigene vitale Seite wieder spürbar. Wir erleben uns

unmittelbarer, ganzheitlicher und stärker mit unserem Körper verbunden. Fehlt uns jedoch der Zugang zu diesem instinktiven Anteil unseres Wesens, können sich Körper und Seele allmählich voneinander entfernen.
Viele Menschen gehen durch die Welt mit dem Gefühl, dem Tier aufgrund ihres Bewusstseins überlegen zu sein – und sprechen Tieren gleichzeitig genau dieses Bewusstsein ab. Nur wenige erkennen, dass auch der Mensch Teil der Tierwelt ist. Wir sind, biologisch betrachtet, ebenfalls Tiere. Wenn wir jedoch unsere Instinkte und natürlichen Reaktionen verdrängen oder ignorieren, verlieren wir einen wichtigen Teil unseres Menschseins. Damit verlieren wir auch den Zugang zu einer Quelle innerer Heilung.
Mensch und Natur – eine gemeinsame Geschichte
Die stammesgeschichtliche Entwicklung verbindet den Menschen mit der belebten Natur. Wir sind Teil der Umwelt, die uns umgibt und die wir zugleich mitgestalten. Wenn wir unsere Beziehungen zu Mitmenschen sowie zur gesamten belebten Natur – zu Tieren und Pflanzen – aus entwicklungsgeschichtlicher Perspektive betrachten, können wir die tiefe Verbundenheit mit allem Lebendigen erkennen und erleben. Ein oft zitierter mystischer Spruch lautet: „Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen.“ Damit betont er nicht nur die Verbundenheit aller Lebensvollzüge untereinander, sondern auch ihre gemeinsame geistig-spirituelle Grundlage. In der tiergestützten Therapie sind Tiere Teil und Mitwirkende des therapeutischen Settings. Sie sind anwesend und laden sowohl zu realen Aktivitäten als auch zu symbolischen Fantasien und Gestaltungen ein. Dabei wird die Mensch-Tier-Beziehung nicht unangemessen „vermenschlicht“, sondern in der Zuwendung zum Tier werden soziale Bedürfnisse erfüllt. Zwischen den Arten kann sich eine tiefe Beziehung entwickeln. Die Vertrautheit mit unseren Tieren gibt uns Hinweise darauf, sowohl unser eigenes Erleben als auch das Erleben der Tiere in einer ganzheitlichen Verbundenheit zu sehen, und stärkt unsere Mentalisierungsfähigkeit.
Im Kapitel „Die Wurzeln der Spiritualität im Animismus“ legt der Biologe, Verhaltensforscher und Autor Kurt Kotrschal dar, dass menschliche Spiritualität und Religiosität in der ursprünglichen Mensch-Tier-Beziehung wurzeln. Die frühen Jäger- und Sammlergemeinschaften, so Kotrschal, erlebten sich regelrecht als mit ihrer Umwelt verschmolzen. Sie nahmen Tiere als beseelte Wesen wahr, deren Körper oder Seelen nach dem Tod – ebenso wie verstorbene Menschen – als Geistwesen weiterleben konnten. Kleinkinder sind zwar nicht im eigentlichen Sinne Schamanen, durchlaufen aber vergleichbare Erfahrungen. In ihrem Denken, Empfinden, Wahrnehmen und Fühlen sind sie magisch und animistisch mit ihrer Umwelt verwoben. Besonders eindrücklich zeigt sich dies in der Faszination und Begeisterung, die Kinder im Zusammensein mit Tieren erleben. Doch nicht

„Indem wir verstehen, in welcher Weise Tiere rational und zugleich zutiefst instinktiv handeln können, sind wir aufgefordert unsere eigene Rationalität zu überdenken“
nur für kleine Kinder, sondern auch für ältere Kinder im Schulalter werden Aspekte wie „mein Tröster“, „mein Freund“ und „mein Kumpan“ bedeutsam.
Der deutsche Sozialpsychologe und Vorsitzende des Forschungskreises Heimtiere in der Gesellschaft, Reinhold Bergler, untersuchte in seinem Buch „Warum Kinder Tiere brauchen“ das Bindungsverhalten von Kindern zu ihren Hunden. Er regte Kinder dazu an, ihren Hund selbst zu beurteilen. Auf die Frage „Weshalb ist es denn schön, einen Hund zu haben?“ reagierten die Kinder spontan und freudig. Ihre Schilderungen zeigten, wie groß die gefühlsmäßige Bindung an das Tier ist. Die Anwesenheit des Hundes bereichert das Leben der Kinder; ihr Alltag wird dadurch abwechslungsreicher und vielfältiger. Der Hund hilft dem Kind, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen, und übernimmt gerade bei emotional gehemmten und ängstlichen Kindern eine hilfreiche Brückenfunktion, um sie aus Isolation und Vereinsamung zu lösen. Der Hund vermittelt Schutz und Sicherheit; das wiederum gibt Stärke und Ruhe und unterstützt die Entwicklung von Selbstbewusstsein. Als äußerst wichtiges Kriterium nannten Kinder den Hund zudem als Gesprächspartner und vor allem als Gesprächsstoff. Der Hund sei ein idealer Freund, Zuhörer und Spielkamerad in allen Lebenslagen.
Die Freude an allem Beweglichen Piaget, der Begründer der kognitiven Entwicklungspsychologie, betont in seinem Werk die Bedeutung der Handlung als Grundlage unserer seelisch-geistigen Entwicklung. „Erkenntnis beginnt mit Handlungen in eine einzige Richtung, und sie ist zunächst auf die eigene Aktivität konzentriert“ (Piaget, 1981, S. 22). Dies hilft uns, die Begeisterung und Freude von Kindern an allem Beweglichen und an bewegungsfreudigen Tieren besser zu verstehen. Das Zusammensein mit aktiven Tieren bereichert unser menschliches Dasein.
Im Traumerleben, in der Trance und in emotional bedeutsamen Situationen verbinden wir uns mit nichtsprachlichen, archaischen Erlebnisweisen und erhalten Zugang zu vitalen, ursprünglichen Empfindungen. Tiergestützte Therapeutinnen und Therapeuten sind überzeugt, dass in therapeutischen Prozessen genau diese instinktnahen Kräfte und Energien wirksam werden. Carl Jung war einer derjenigen, die solche animistischen Kräfte in tiefenpsychologisch-analytische Behandlungsprozesse aufgenommen haben. In seinen Ausführungen zur Traumaheilung bestätigt Levine, wie wichtig es für unser emotionales und körperliches Wohlbefinden ist, mit unseren naturnahen Instinkten verbunden zu sein. Insbesondere hilft es uns Menschen, unsere vitale Seite zu spüren und uns unserem ganzheitlichen Empfinden und

Mehr als Instinkt
Tiere sind fühlende, denkende Persönlichkeiten. Sie wägen ab, planen voraus und überraschen mit Kreativität. In ihrer Gegenwart begegnen wir nicht „dem Tier“, sondern einem individuellen Gegenüber.
Erleben zuzuwenden. Levine ergänzt: „Fehlt den Menschen der Zugang zu dem instinktiven Teil ihrer Existenz, entfremden sich Körper und Seele. Nur die wenigsten Menschen betrachten oder erfahren sich als menschliche Tiere. Doch wenn wir die Instinkte und die natürlichen Reaktionen nicht in unser Leben integrieren, sind wir auch keine Menschen im umfassenden Sinne“ (Levine, 1997, S. 52). Auch Carl Jung sah in der Entfremdung vom instinktiven Teil der Seele eine Ursache vieler pathologischer Entwicklungen und möglicher späterer Neurosen.
Im heutigen, moderneren Verständnis helfen Krafttiere als Lebensbegleiter – in Anlehnung an schamanische Vorstellungen – dabei, diese ursprünglichen Wurzeln unserer Seelenkräfte zu beleben. Krafttiere vermitteln Botschaften aus unserem Unbewussten und verbinden uns mit unserer inneren Welt und Weisheit. Für viele Kinder und Jugendliche sind Krafttiere eine wichtige Energiequelle und Ressource für ihre Entfaltung. Sie können entweder über Kartensets gezogen oder imaginativ erspürt werden. Tiere in Imaginationen symbolisieren häufig hilfreiche, unterstützende Begleiter.
Im Kontakt mit Tieren werden emotionale und mentale, ursprüngliche, primäre Prozesse geweckt und tiefe Schichten des seelischen Erlebens im Menschen angesprochen. Die Anwesenheit eines Tieres kann die Entfaltung dieser seelischen Energien fördern und erinnert uns an unsere Verbundenheit mit allem Lebendigen. Dieses Verbundenheitsgefühl kann sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken, zum Beispiel in Gefühlen von Verwandtschaft, Empathie, Liebe, Wertschätzung und Respekt gegenüber allem Lebendigen. Wer das Leben liebt, fühlt sich vom Lebens- und Wachstumsprozess in allen Bereichen angezogen. Es ist wie ein Zahnrad, in dem plötzlich alles ineinandergreift und ungeahnte Energien zum Vorschein kommen.
Das rationale Tier
Wichtig ist zu betonen, dass Tiere neben ihren Trieben und ihrem zutiefst instinkthaften Verhalten auch hochkognitive Lebewesen sind. Einige Tiere können bemerkenswert innovativ

„Bereits Carl Jung und Sigmund Freud haben ihre eigenen Hunde in die psychotherapeutische Arbeit mit einbezogen“
sönlichkeiten“ sprechen. Wenn wir verstehen, in welcher Weise Tiere rational und zugleich zutiefst instinktiv handeln können, sind wir aufgefordert, unsere eigene Rationalität neu zu überdenken. Wir müssen uns fragen, ob es gerechtfertigt ist, menschliche und tierische Rationalität mit zweierlei Maß zu messen. Und wenn wir genauer hinspüren, werden wir vielleicht überrascht sein, dass es keine scharfe Grenze zwischen der Vernunft des Menschen und den Denkweisen von Tieren gibt.
und kreativ sein: Sie finden spontan Lösungen für völlig neue Probleme, indem sie frühere Erfahrungen neu kombinieren oder Artgenossen nachahmen. Manche Tiere können Werkzeuge einsetzen, deren Wirkung durch gezielte Veränderungen verbessern und sogar neue Werkzeuge herstellen. Andere sind in der Lage, zukünftige Ereignisse vorauszudenken und ihr Handeln entsprechend zu planen, wobei sie sogar ein aktuelles Bedürfnis zugunsten eines zukünftigen Bedürfnisses zurückstellen können. Manche Tiere treffen Entscheidungen, indem sie Ziele gegeneinander abwägen und den effizientesten Weg dorthin wählen. Mit diesen Fähigkeiten erfüllen Tiere Kriterien praktisch-rationalen Handelns.
Eine strikte Unterscheidung zwischen Mensch und Tier lässt sich angesichts solcher Erkenntnisse immer schwerer rechtfertigen. Bewusstsein, Sprache und Rationalität gelten traditionell als Merkmale, mit denen wir unsere menschliche Einzigartigkeit und damit unsere Überlegenheit begründen – und letztlich auch unser vermeintliches Recht, Tiere in vielfältiger Weise zu dominieren. Schon die pauschale Abgrenzung des Menschen von „dem Tier“ ist oft Ausdruck menschlicher Überheblichkeit. Tiere sind – wie Menschen – Individuen, nicht bloß namenlose Vertreter ihrer Art. Man kann daher durchaus auch bei nichtmenschlichen Tieren von „Per-
Das Tier zeigt seine Empfindungen und Gefühle spontan, ursprünglich, unverfälscht und auf ganz eigene Weise. Es ist noch tief mit seinen Instinkten und den geheimnisvollen Grundlagen des Lebens verbunden. In unserer Beziehung zum Tier treten wir in Kontakt mit den naturhaften Kräften unserer eigenen Seele – wir erleben eine Rückverbindung zu allem, was echt ist. In dieser Beziehung erfahren wir uns nicht länger als getrennt, sondern als lebendigen Teil der Schöpfung.
Im Blick in die Augen unseres Hundes, in dem Moment, in dem wir uns auf eine Beziehung mit Tieren einlassen, kommen wir unseren ursprünglichen, instinktiven Seelenanteilen nahe. Wir treten mit unserer eigenen „Tierseele“ in Kontakt und spüren zugleich unsere tiefe, erdige Lebensenergie. Tiefe seelische Schichten unseres Unbewussten werden aktiviert und wieder lebendig. Tiere können als Träger seelischer Energie verstanden werden. Vielleicht sind sie gerade deshalb für Menschen so faszinierend und zugleich heilsam, weil sie ein noch „nicht erzogenes“ und „nicht vermenschlichtes“ Stück seelischer Energie verkörpern, das noch Triebe besitzt und uns Instinkte vorlebt.
Selbst wenn wir noch so weit von der Natur entfernt leben und uns in schicken Sportschuhen über riesige urbane Asphaltflächen bewegen –abgeschnitten von natürlichen Rhythmen und Zyklen –, könnte das bewusste Annehmen unserer eigenen „Tierseele“ ein Schlüssel sein, der uns wieder mit unserer eigenen Ganzheit verbindet. In der Zuwendung zur Natur und zu allem Lebendigen könnte still und leise ein Teil unserer Heilung liegen.
Der Frühling bringt Bewegung, Licht und neue Energie – und erinnert uns daran, wieder stärker im Rhythmus der Natur zu leben.

Text: Lisa Gutzelnig
Mit den ersten warmen Tagen und den aufblühenden Pflanzen kehrt auch bei uns Menschen neue Energie zurück. Wenn die Natur erwacht, endet für viele Menschen die Phase des winterlichen Rückzugs. Über Jahrtausende lebten Menschen im Rhythmus der Natur – ohne die klare Trennung zwischen Mensch, Tier und Pflanze, die wir heute kennen.
Der Tagesablauf richtete sich nach dem Licht der Sonne. Mit dem Morgengrauen begann der Tag, ein großer Teil der Zeit wurde im Freien verbracht. Gegessen wurde das, was gerade wuchs und in der Umgebung verfügbar war. Wenn es dunkel wurde, kehrte Ruhe ein. Aktivität und Erholung standen in einem natürlichen Gleichgewicht: Man arbeitete, wenn es möglich war, und ruhte sich aus, wenn der Körper es verlangte. Heute scheint dagegen fast alles jederzeit verfügbar zu sein. Selbst im Winter können wir exotische Früchte wie Wassermelonen genießen, und dank moderner Verdunkelungssysteme schlafen viele Menschen im Sommer weit über den Sonnenaufgang hinaus. Das moderne Leben bietet zweifellos großen Komfort. Gleichzeitig entfernt es uns zunehmend von natürlichen Rhythmen – mit möglichen Folgen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Frühling – das „neue Jahr“ der Natur
Im natürlichen Jahreslauf beginnt vieles im Frühling neu. Man könnte ihn daher als das eigentliche „Neujahr“ der Natur betrachten. Da der Mensch Teil dieses Systems ist, könnte auch für uns der Frühling als Beginn eines neuen Zyklus verstanden werden.
Vielleicht würden viele Vorsätze klarer entstehen, wenn wir sie im Frühling fassen – und nicht im dunklen Januar, wenn Rückzug oft natürlicher wirkt als Aufbruch.
Der Frühling ist geprägt von Wachstum, Bewegung und neuer Lebenskraft. Pflanzen treiben aus, Tiere werden aktiv, und überall zeigt sich ein Gefühl von Neubeginn. Diese Zeit eignet sich daher besonders gut, um auch das eigene Leben wieder stärker an den natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten anzupassen.
Die folgenden Anregungen können dabei helfen, bewusster in die Energie des Frühlings einzutauchen und sowohl körperliches als auch geistiges Wohlbefinden zu fördern.
Nach traditioneller Sichtweise, etwa in der Traditionellen Chinesischen Medizin, steht der Frühling für die Rückkehr der sogenannten Yang-Energie. Nach der stillen, nach innen ge-
richteten Phase des Winters beginnt sich die Natur wieder aufzurichten und zu entfalten.
Diese aufsteigende Kraft symbolisiert Aufbruch, Lebendigkeit und Entwicklung. Sie lädt uns ein, aktiver zu werden, Ideen zu verfolgen und neue Projekte zu beginnen. Auch unser soziales Leben erhält jetzt häufig neuen Schwung: Begegnungen mit Freunden, gemeinsame Aktivitäten und neue Kontakte treten wieder stärker in den Vordergrund.

Wer den Winter genutzt hat, um sich zu erholen und Kraft zu sammeln, spürt im Frühling häufig ganz von selbst den Wunsch nach Bewegung und Aktivität. Wer dagegen über längere Zeit erschöpft war oder sich wenig Ruhe gegönnt hat, kann sich zunächst müde oder ausgelaugt fühlen. Gerade dann kann der Frühling eine gute Gelegenheit sein, Schritt für Schritt zu mehr Leichtigkeit und Aktivität zurückzufinden.
Der emotionale Frühjahrsputz: Raum für das Wesentliche
Der Begriff „Frühjahrsputz“ wird meist mit Aufräumen und Putzen in der Wohnung verbunden. Doch er kann auch eine tiefere Bedeutung haben. Nicht nur Dinge, sondern auch Gedanken, Gewohnheiten und alte Muster können sich mit der Zeit ansammeln und belasten.
Ein Zuhause voller überflüssiger Gegenstände kann das Gefühl von Schwere erzeugen. Wenn wir Dinge weitergeben, verschenken oder aussortieren, entsteht Platz – nicht nur im Raum, sondern auch im Kopf. Es entsteht Leichtigkeit und neue Bewegungsfreiheit.
Ähnlich verhält es sich mit Gedanken. Ein Kopf voller ungeordneter oder überholter Ideen kann ebenso belastend sein wie ein überfülltes
Zimmer. Deshalb lohnt es sich, sowohl im äu-
ßeren Umfeld als auch im Inneren aufzuräumen. Welche Dinge sind wirklich wichtig für unser Leben? Welche Überzeugungen tragen uns – und welche haben vielleicht längst ihre Bedeutung verloren?
Auch ein Blick auf unsere Beziehungen kann hilfreich sein. Mit welchen Menschen verbringen wir unsere Zeit? Welche Begegnungen bereichern uns? Und welche Kontakte fühlen sich eher wie eine Verpflichtung an? Manche Beziehungen begleiten uns schon sehr lange, ähnlich wie alte Erinnerungsstücke, die wir einst geschätzt haben. Doch manchmal verlieren sie im Laufe der Zeit ihren Glanz. Der Frühling kann ein guter Moment sein, solche Fragen ehrlich zu betrachten.
Hilfreich kann es sein, das eigene Leben aus einer gewissen Distanz zu betrachten – wie aus der Vogelperspektive. Welche Träume wurden bereits verwirklicht? Welche haben noch Kraft – und welche dürfen gehen?
Wer sich diesen Fragen stellt, richtet den Blick automatisch stärker auf das Wesentliche. Denn dabei wird deutlich, dass unsere Zeit und Energie begrenzt sind – und dass es sich lohnt, sie bewusst einzusetzen.

Im Frühling gewinnt die Yang-Energie zunehmend an Stärke. Diese Zeit eignet sich daher besonders gut, um neue Ideen zu entwickeln, Projekte zu planen und kreative Impulse umzusetzen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Frühling dem Holz-Element zugeordnet. Dieses steht für Wachstum, Bewegung und Entwicklung. Verbunden ist es auch mit der sogenannten Leber-Energie (Qi), die nach dieser Lehre für Dynamik, Kreativität und den freien Fluss der Lebensenergie verantwortlich ist.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin steht Yang für Aktivität, Bewegung und nach außen gerichtete Energie. Nach der ruhigen Phase des Winters erwacht sie erneut und bringt Bewegung in Körper und Geist. Gleichzeitig kann diese Energie auch Unruhe oder Gereiztheit erzeugen, wenn sie nicht frei fließen kann.
Typische Merkmale der Yang-Energie im Frühling sind:
Wachstum und Entfaltung: Ähnlich wie Pflanzen, die sich dem Licht entgegenstrecken, entsteht auch im Menschen der Wunsch nach Entwicklung, Aktivität und neuen Erfahrungen.
Bewegung und Fluss: Der Energiefluss wird stärker wahrgenommen. Viele Menschen verspüren jetzt mehr Lust auf Spaziergänge, Bewegung oder kreative Tätigkeiten.
Aufwärtsbewegung: Yang strebt symbolisch nach oben – vergleichbar mit dem zunehmenden Licht der Sonne und dem Wachstum der Pflanzen.
Emotionale Bewegung: Mit dem Frühling können auch starke Gefühle auftauchen, etwa Ungeduld, Frustration oder Wut. Wenn Energie längere Zeit blockiert war, kann sie sich zunächst in emotionaler Form bemerkbar machen, bevor sich wieder ein Gleichgewicht einstellt.
Während der Winter oft eine Zeit der inneren Einkehr und enger familiärer Bindungen ist, lädt der Frühling dazu ein, wieder mehr Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen.
Jetzt ist eine gute Gelegenheit, Freundschaften zu pflegen, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Die wärmeren Temperaturen und das zunehmende Licht erleichtern es, sich wieder häufiger draußen zu treffen.
Der Frühling kann auch Anlass sein, sich selbst eine wichtige Frage zu stellen: Was wollte ich schon lange tun, habe mich aber bisher nicht getraut?
Vielleicht bedeutet es, eine neue Aktivität auszuprobieren, eine Reise zu planen oder einen lang gehegten Wunsch endlich umzusetzen. Vielleicht geht es darum, dem eigenen Leben mehr Raum zu geben und Entscheidungen mutiger zu treffen.
Der Frühling erinnert uns daran, dass Veränderung möglich ist. Er lädt dazu ein, Neues zu entdecken und alte Gewohnheiten zu hinterfragen – nicht aus Rebellion, sondern aus dem Wunsch nach einem bewussteren, selbstbestimmteren Leben.


In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Leber der Wandlungsphase Holz zugeordnet, die eng mit dem Frühling verbunden ist. Sie steht symbolisch für Wachstum, Bewegung und Erneuerung.
Wenn der Energiefluss in dieser Phase gestört ist, spricht man von einer sogenannten Leber-QiStagnation. Dies kann sich nach dieser Lehre sowohl körperlich als auch emotional bemerkbar machen, etwa durch innere Anspannung, Gereiztheit oder Kopfschmerzen.
Nach einem oft schwereren Winteressen kann der Körper im Frühling von einer leichteren, frischeren Ernährung profitieren. Besonders grüne Lebensmittel spielen dabei eine wichtige Rolle.
Blattgemüse und frische Kräuter liefern viele Nährstoffe und werden in der traditionellen Ernährungslehre als unterstützend für die Leberfunktion betrachtet.
Typische Frühlingslebensmittel sind zum Beispiel Spargel, Artischocken, Rucola, Radieschen, junge Kartoffeln, Bärlauch oder Erbsen. Viele dieser Lebensmittel enthalten Bitterstoffe, die traditionell als förderlich für die Leberfunktion gelten.
Auch Zutaten wie Mangold, Frühlingszwiebeln, Lauch, Brokkoli, Kohlrabi, Sellerie, Möhren, Fenchel oder Kresse eignen sich gut für leichte Frühlingsgerichte.
Frische Kräuter wie Dill, Schnittlauch, Löwenzahn, Brennnessel oder Sauerampfer können solche Gerichte zusätzlich bereichern.
Für eine leichte, saisonale Nachspeise bieten sich Früchte wie Äpfel, Rhabarber, Erdbeeren oder Stachelbeeren an – frische Zutaten, die gut in die frühlingshafte Ernährung passen.
Unser Körper reagiert sensibel auf Licht und Dunkelheit. Die sogenannte innere Uhr orientiert sich stark am natürlichen Tageslicht.
Im Frühling und Sommer benötigen viele Menschen etwas weniger Schlaf als in der dunklen Jahreszeit. Wenn die Sonne früher aufgeht, fällt es oft leichter, auch selbst früher aufzustehen. Gleichzeitig verlängert sich der Abend, da es länger hell bleibt.
Eine einfache Möglichkeit, den eigenen Rhythmus an die Jahreszeit anzupassen, besteht darin, morgens möglichst mit natürlichem Licht aufzuwachen. Wenn es der Alltag zulässt, kann ein Aufstehen ohne Wecker dabei helfen, den Körper wieder stärker mit seinem natürlichen Rhythmus zu verbinden.


Text: Lisa Gutzelnig
Für Menschen mit traumatischen Erfahrungen kann es besonders heilsam sein, wieder in der Gegenwart und im eigenen Körper anzukommen. Menschen, die Leid in welcher Form auch immer erlebt haben, suchen meist von selbst Linderung ihrer Probleme im Yoga. Oft können aber genau diese Menschen mit einer klassisch gelehrten Yogapraxis nicht viel anfangen. Aussagen wie „Schließ deine Augen!“ oder „Nimm den Blick nach innen!“ können verunsichern und Gefühle wie Ohnmacht, Unsicherheit und Hilflosigkeit auslösen. Exponierte Übungen, die unflexibel unterrichtet werden, können Überlebensreaktionen (Fight, Flight, Freeze, Fawn) auslösen – auch noch lange nach einer Yogastunde. Traumasensibles Yoga berücksichtigt genau das und bietet Modifikationen an, die Menschen mit Trauma-Hintergrund oder Menschen mit einem dysregulierten Nervensystem einen sicheren Rahmen bieten.
So wie sich unsere Körper unterscheiden, sind wir Menschen auch psychisch nicht alle gleich aufgestellt. Deshalb erlebt jede und jeder Einzelne die Elemente einer Yogastunde sehr individuell: Manche fühlen sich in großen, andere in kleinen Gruppen wohler; manch eine wird sehr gerne, mancher äußerst ungern berührt; die einen ertragen Stille kaum, die anderen genießen sie.
Wir können nicht in die Hüftpfanne oder die Psyche eines Menschen schauen, und es ist auch

nicht die Aufgabe von Yogalehrenden, sich mit psychischen Belastungen und Diagnosen auszukennen. Wenn wir aber verstehen, dass nicht alle Menschen eine Yogastunde auf die gleiche Weise erleben, hilft uns das nicht nur, unsere individuelle Wahrnehmung von Situationen liebevoll und wertfrei anzunehmen, sondern auch als Yogalehrende unseren Unterricht zugänglicher zu gestalten.
Besonders wichtig wird diese Zugänglichkeit, wenn wir uns dem Thema Trauma zuwenden.
Was ist ein Trauma?
Der Begriff „Trauma“ wird in den letzten Jahren zunehmend großzügig verwendet. Er wird im Kontext so furchtbarer Ereignisse wie Krieg verwendet, aber auch für eher banale Unannehmlichkeiten im Alltag. Deshalb wollen wir zunächst klären, was ein Trauma genau ausmacht. Bei einem Trauma handelt es sich um eine Verletzung, deren Spuren Betroffene oft sehr lange begleiten. Die erlebte Gefahr ist bei einem Trauma so groß, dass sie nicht nur mit massiven Gefühlen wie (Todes-)Angst und Hilflosigkeit einhergehen kann, sondern auch die eigenen Fähigkeiten zur Bewältigung und Verarbeitung übersteigt. Trauma entwickelt sich häufig nach einem einschneidenden Lebensereignis. Glaubenssätze wie „Das schaffe ich nicht“, „Das kann ich nicht verarbeiten“ oder „Ich kann das nicht“ lassen das erlebte Ereignis innerlich verhärten, sodass es nicht integriert werden kann.
Es entsteht eine Diskrepanz zwischen dem Selbst und der äußeren Welt – eine Trennung von sich selbst und der Gegenwart. Der Körper setzt ein klares Zeichen und teilt mit: „Was gerade passiert, ist zu intensiv. Ich habe nicht die Werkzeuge, um damit umzugehen. Es ist zu überwältigend.“
Wichtig ist, dass ein Trauma nie die belastende Situation an sich bezeichnet, sondern immer die subjektive Auswirkung auf das Individuum. Trauma bedeutet übersetzt „Wunde“, die sich auf körperlicher, mentaler und seelischer Ebene zeigen kann.
Aufgrund eines traumatischen Erlebnisses kann es zu unterschiedlichen Traumafolgestörungen kommen, die symptomatisch sehr weit gefasst sind und häufig eng mit dem Nervensystem zusammenhängen.
• Grenzen setzen und Freundlichkeit können Hand in Hand gehen
• Weniger ist manchmal mehr
• Wir sind hier, um unseren Körper zu erforschen
• Ich muss nicht ständig die Last von jemand anderem tragen, die mir Energie raubt – ich darf loslassen
• Man braucht nicht immer etwas, um irgendwohin zu gelangen
• Weniger Reize ermöglichen mehr Wahrnehmung und Verbindung
• Aus der Perspektive meines Egos kann ich nicht immer das Beste für meinen Körper tun
• Meine Sinne wissen oft mehr als mein Verstand
• Wenn ich loslasse und meinem Körper folge, kann ich darauf vertrauen, dass alles, was auf mich zukommt, zum Besten für alle ist
Die Auseinandersetzung mit Trauma zeigt, dass Yoga zahlreiche Qualitäten in sich trägt, die dem traumatischen Erleben grundlegend entgegenwirken können. Traumatische Erfahrungen sind häufig geprägt von extremer Überforderung und Ohnmacht, einer anhaltenden Dysregulation des Nervensystems, dem Verlust der Verbindung zu sich selbst und zur Gegenwart sowie einer starken Fixierung auf vergangene Ereignisse.
Yoga hingegen unterstützt das Erleben von Selbstwirksamkeit und innerer Handlungsfähigkeit, fördert Stabilität und Ausgleich im Nervensystem und lädt dazu ein, wieder in Kontakt mit sich selbst und dem gegenwärtigen Moment zu treten.
Im traumasensiblen Yoga werden diese Wirkfaktoren im Vergleich zu klassischen Yogastunden besonders bewusst und gezielt hervorgehoben. Zentrale Elemente sind dabei die Stärkung von Autonomie und Wahlfreiheit, ein klar strukturierter und sicherer Rahmen sowie eine wertfreie, nicht leistungsorientierte Praxis. Der Fokus liegt auf der achtsamen Wahrnehmung körperlicher Empfindungen und auf
der Förderung von Selbstregulation, ohne die Teilnehmenden mit ihren traumatischen Erfahrungen zu konfrontieren.
Ein sicherer Yogaraum entsteht durch eine wertfreie, nicht urteilende Haltung sowie durch das konsequente Anbieten von Wahlmöglichkeiten und Optionen. Ein sicherer Raum beginnt außerdem bei der Lehrperson: Fühlt sich die Lehrerin selbst sicher, geerdet und präsent, überträgt sich dieses Gefühl von Sicherheit auch auf die Gruppe.
Trauma ist nicht das Ereignis selbst, sondern seine subjektive Auswirkung auf den Menschen.
Die Teilnehmenden erhalten ausreichend Raum, die Bewegungen an ihren eigenen Körper und ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Lehrende bewegen sich nicht durch die Gruppe und verzichten gänzlich auf Hands-on-Assists während des Unterrichts. Stattdessen halten sie den Raum aus einer äußeren, respektvollen Position heraus. Im traumasensiblen Yoga dürfen festgehaltene oder blockierte Emotionen wieder in Bewegung kommen. Der Körper erhält die Erlaubnis, diese zu lösen und loszulassen. Dabei können auch unbewusste Dynamiken aus frühen Kind-Eltern-Beziehungen auftauchen. Genau deshalb ist es besonders wichtig, einen sicheren, stabilen und haltgebenden Rahmen zu schaffen und aufrechtzuerhalten.
So funktioniert eine traumasensible Yogastunde
Es ist oft das Adrenalin oder unsere gewohnten Muster, die uns antreiben, weiterzugehen oder uns ständig bewegen zu wollen. Ausladende Hüftbewegungen sowie Hand- und Fußbewegungen sind besonders sensible Bereiche und stehen häufig für ein großes emotionales „Öffnen“.
Die Bewegungen im traumasensiblen Yoga sind hingegen behutsam. Werden Bewegungen zu intensiv oder zu ausladend, beginnt der
Körper, Widerstand zu leisten, und die Aufmerksamkeit richtet sich wieder stärker nach außen statt nach innen.
Ein wichtiges Werkzeug guter Yogalehrender ist daher das bewusste Arbeiten mit diesem „Tanz des Widerstands“ – dem feinen Ausbalancieren zwischen Bewegung und Zurücknahme, das echtes Spüren und tiefere Verbindung überhaupt erst ermöglicht.
Wenn Schülerinnen und Schüler sehr stark in der Vergangenheit oder im Zukünftigen verhaftet sind, sind sie nicht wirklich im Hier und Jetzt – oder sie sind zwar anwesend, funktionieren aber nur automatisch. Erst das bewusste Atmen bringt sie zurück in den gegenwärtigen Moment und wieder in den Körper.
So kann sich der Mensch zunehmend in sein eigenes Sein hineinentspannen. Denn: Um tiefer gehen zu können, müssen wir uns zuerst entspannen. Ohne Entspannung kann Heilung nicht stattfinden. Um zu heilen, müssen Spannung gelöst und Adrenalin abgebaut werden.
Durch einen behutsamen, transparenten und ressourcenorientierten Ansatz schafft traumasensibles Yoga einen Raum, in dem Vertrauen in den eigenen Körper wachsen kann, die Verbindung zur Gegenwart gestärkt wird und schrittweise mehr innere Stabilität und Selbstermächtigung möglich werden.
Diese Yogastunden wirken wie Medizin – sie müssen sehr bewusst und achtsam eingesetzt werden. Ein reines Dehnen und Öffnen des Körpers, bis er „locker“ wird, kann sogar gefährlich sein und sowohl körperliche Verletzungen als auch psychische Instabilität nach sich ziehen. Wenn wir jedoch unseren Körper auf behutsame Weise in möglichst vielen Bewegungsrichtungen aktivieren, werden sowohl der gesamte Körper als auch das gesamte Gehirn in Bewegung gebracht. So entsteht Vielfalt in Erfahrung und Wahrnehmung.
Wir beginnen, unsere eigenen Bewältigungsmechanismen zu erforschen, die beispielsweise lauten könnten: „Ich will das nicht fühlen, also mache ich einfach weiter.“
Indem ein Yoga-Therapeut nervensysteminformiert und orientiert mit traumabelasteten Menschen arbeitet, erhält seine Arbeit eine besondere Tiefe, von der letztlich alle profitieren.


Wahlmöglichkeiten statt vorgegebener Yoga-Choreografien: Da es sehr zur Eigenermächtigung und zum Achten eigener Bedürfnisse beiträgt, werden im traumasensiblen Yoga immer Wahlmöglichkeiten angeboten. So können Teilnehmende selbst entscheiden, ob sie beispielsweise Haltung A oder B üben möchten, die Augen geöffnet oder geschlossen halten oder sich für Savasana hinlegen oder sitzen bleiben möchten.
Für Menschen, die Trauma erlebt haben, wird der eigene Körper nicht immer als sicherer Ort wahrgenommen. Folglich können langes, nach innen gekehrtes Sitzen, Atemübungen oder passiv gehaltene Asanas Stress oder sogar Panik auslösen.
Im traumasensiblen Yoga werden daher häufig stabile Anker im Außen gesetzt. Atemübungen werden modifiziert, und in ansonsten ruhigen Haltungen wird zu kleinen Bewegungen eingeladen.
Da Sicherheit und Vertrauen essenzielle Elemente des traumasensiblen Yoga sind, eignen sich geschlossene Kurse mit festen Teilnehmenden besonders gut. Traumasensibel arbeitende Yogalehrer werden ihre Schüler im besten Fall während der Ausführung der Posen auch nicht beobachten, da sich diese sonst in ihrer freien Bewegung gehemmt fühlen könnten.
Die Kurse beginnen häufig mit einem bewussten Moment der Stille – ohne Austausch oder Gespräche vor der Einheit – und enden ebenfalls in Stille.
Trauma geht häufig mit einer Dysregulation des Nervensystems einher. Klienten berichten oft, dass sie sich in einem Zustand ständiger Alarmbereitschaft erleben – einer hohen Anspannung, die immer wieder von tiefer Erschöpfung abgelöst wird.
Diesem Pingpong-Spiel zwischen den Extremen begegnet man im traumasensiblen Yoga mit ruhigen Sequenzen, die ausreichend Raum zum Nachspüren lassen. Auf sehr kraftvolle VinyasaSequenzen oder sehr lange gehaltene Yin-Haltungen wird hingegen verzichtet. Anstelle von „Und nun kommen wir in diese und jene Pose“ hört man in traumabasierten Yogaeinheiten eher Formulierungen wie: „Wir bereiten unseren Körper langsam auf eine kleine Veränderung vor.“
Denn hier geht es um die Bewegung an sich, um das Fühlen und Wahrnehmen – nicht um die Darbietung einer Performance.
Wie oft vergegenwärtigen Sie sich, dass bereits beim Kochen der Grundstein für eine gute Verdauung gelegt wird? Ist Ihnen bewusst, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob man sich zu 100 Prozent auf die Zubereitung konzentriert oder nebenher telefoniert oder durch seine Social Media-Kanäle scrollt? Wer Kochen und Essen als lästige Pflicht betrachtet,, darf sich nicht wundern, wenn das Sättigungsgefühl nicht lange anhält oder sich das Gefühl der Ratlosigkeit einstellt, wenn die Frage „Was hast du denn heute gegessen?“ auftaucht. Und da wurden Essgewohnheiten wie Futtern aus Frust oder Stress noch gar nicht thematisiert. Jana Eisert ermutigt mit ihrem Buch zur Rückbesinnung auf intuitives Essen. Darunter versteht man, zu essen, wenn man hungrig ist, und das Richtige für sich auszuwählen, um sich nicht in schnell Bereitgestelltem oder Snacks zu verlieren. Keep it simple: Ihr Tipp dazu ist, sich vor dem Essen die Frage „Bin ich gerade wirklich hungrig?“ zu stellen bzw. mit sich zu klären, ob es sich nicht vielleicht doch um Langeweile, Müdigkeit oder eine Gewohnheit zu einer bestimmten Tageszeit handelt. Spannend ist auch die Idee, eine „Hungerskala“ von 1 (ausgehungert) bis 10 (völlig übervoll). Idealerweise wird fortan zwischen 3–4 und 6–7 gegessen. Ein weiterer Ansatz besteht darin, sich von Regeln und Verboten zu lösen. Man kann alles essen, solange alle Sinne miteinbezogen werden. Das reicht vom Wahrnehmen des Geschmacks des ersten Bissens über die Konsistenzen aller Zutaten bis zum Beobachten des Bauchgefühls ohne Wertung.

Rituale und kleine Übungen sind für Ernährungs- und Gesundheitscoach sowie Ayurveda-Köchin Jana Eisert wichtig im Alltag. Das Schaffen einer entspannten Kochatmosphäre soll nicht bis zum Wochenende warten. Für Lieblingsmusik, Dankbarkeit, Riechen an Gewürzen und das Verwenden des Lieblingsgeschirrs sowie schönes Anrichten der Mahlzeit lässt sich immer Zeit finden. Einige tiefe Atemzüge in der Küche vor der Arbeitsfläche bringen in den Moment. Sich den absolvierten Weg des Lebensmittels vorzustellen – von der Erde über den Bauern bis auf das Schneidebrett –ist ein weiteres Ritual. Ebenso wie die Gedanken beim Zutatenzerkleinern nicht abschweifen zu lassen bzw. immer wieder zur aktuellen Aufgabe zurückzukehren.

Wenn es schnell gehen muss, ist diese One Pot Pasta ein echter Gamechanger, denn sie braucht nur 15 Minuten. Einfach alle Zutaten in einen Topf geben und kochen lassen – fertig!
Das Olivenöl in einen Topf geben. Den Knoblauch schälen. Die getrockneten Tomaten klein schneiden und zusammen mit den Spaghetti, dem Knoblauch, den Oliven, den Chiliflocken, dem Salz und den italienischen Kräutern in den Topf geben. Alles mit 1 Liter Wasser aufgießen (die Nudeln müssen fast vollständig bedeckt sein) und acht Minuten mit geschlossenem Deckel kochen lassen.
Währenddessen den Parmesan reiben und den Spinat waschen. Nach acht Minuten den Deckel abnehmen und den Spinat zu den Nudeln geben. Nochmals 2-3 Minuten bei offenem Deckel kochen lassen, bis die Pasta al dente ist. Zum Schluss den Parmesan unterheben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

• 3 EL Olivenöl
• ½ Knolle Knoblauch
• 50 g getrocknete Tomaten
• 500 g Spaghetti
• 80 g schwarze Oliven
• ¼ TL Chiliflocken
• ½ TL Salz
• 1 TL italienische Kräuter
• 50 g Parmesan
• 50 g Babyspinat
• Pfeffer
Lass dich vom Blubbern im Topf daran erinnern: Du darfst es dir einfach machen. Alles kommt in einen Topf – genau wie all deine Gedanken, Gefühle und To-dos manchmal gleichzeitig da sind. Und trotzdem darf etwas Rundes, Gutes draus entstehen. Einfach und ehrlich.
Genuss zieht sich durch unser gesamtes Leben, wenn wir ihm Raum geben. Er reicht von morgendlichen Yogaübungen über Achtsamkeitsrituale tagsüber und Meditations- sowie Atemübungen zwischendurch oder abends. Positive Glaubenssätze passen sehr gut auch in die Küche und an den Tisch. Probieren Sie es aus mit „Ich bin bereit für diesen Tag.“ noch vor dem Frühstück. Auch Umformulieren ist ein achtsamer Weg: „Mein Körper braucht Energie. Ich darf essen, was mir guttut.“ anstelle von „Ich darf keine Kohlenhydrate essen.“ ist ein erster Schritt. Da es durchschnittlich 40 Tage dauert, bis sich neue Gewohnheiten im Nervensystem verankern, sollte man nicht zu streng mit sich sein. Wann immer alte Sätze in Gedanken auftauchen, hat man die Gelegenheit zu wählen, was gegessen wird. Der Griff zu diesem Buch voller einfacher Rezepte und appetitweckenden Fotos führt mit Inspiration statt Verboten zurück in die Achtsamkeit, sollte die Nahrungsaufnahme erneut zum Punkt auf der To-Do-Liste verkommen.
Achtsam kochen für die Seele Rezepte, Übungen und Impulse für bewussten Genuss
Jana Eisert
ISBN 978-3-7995-210-5
184 Seiten
Jan Thorbecke Verlag

Diese selbstgemachten Ramen-Nudeln sind richtig schnell fertig und eignen sich super als Lunchbox für das Büro. Einfach kochendes Wasser aufgießen und fertig!
Zutaten für 2 x 750 ml
• ½ Limette
• 2 TL helle Misopaste
• 2 EL Sojasauce
• 2 EL Erdnuss- oder Sesamöl
• 2 TL Hot Chili Sauce (z. B. Siracha)
• 1 EL Ahornsirup
• 200 g Tofu
• ½ roter Paprika
• 2 Frühlingszwiebeln
• 200 g Ramen- oder Mie-Nudeln
Zubereitung:
1
Die Limette auspressen. Die Misopaste mit der Sojasauce, dem Limettensaft, dem Erdnussöl, der Hot Chili Sauce und dem Ahornsirup gründlich mischen, bis die Misopaste vollständig aufgelöst ist. Die Sauce gleichmäßig auf zwei 750-ml-Gläser mit Deckel aufteilen.
2
Den Tofu in Würfel schneiden, den Paprika waschen, vierteln und in Scheiben oder Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebel waschen, putzen und in Ringe schneiden. Jetzt zuerst den Tofu auf beide
Gläser aufteilen, dann die Edamame, den Paprika und die Frühlingszwiebeln in die Gläser geben.
3
Die Nudeln in kleine Stücke brechen und ebenfalls auf die beiden Gläser aufteilen. Die Gläser verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Zum Essen das Glas bis oben mit kochendem Wasser auffüllen und fünf Minuten ziehen lassen. Die Suppe in einen tiefen Teller stürzen, umrühren und genießen.
Waffeln eignen sich perfekt für ein gemütliches Frühstück am Wochenende. Diese sättigen durch proteinreiches Mandelmehl besonders gut und lang anhaltend.
Zutaten für ca. 8 Waffeln
• 3 Eier
• 150 g Apfelmark
• 1 TL Vanilleextrakt oder Mark einer Vanilleschote
• 100 ml Mandeldrink
• 3 EL flüssiges Kokosöl
• 50 g Mandelmehl
• 100 g Dinkelmehl Type 1050
• Topping nach Wahl, z. B. Beeren, Joghurt, Kakaonibs, Nussmus
Zubereitung:
1
Die Eier zusammen mit dem Apfelmark, dem Vanilleextrakt, dem Mandeldrink und dem Kokosöl in einer Schüssel mixen. Dann das Mandelmehl, das Dinkelmehl und das Backpulver unterheben und den Teig mindestens 30 Minuten ruhen lassen.
Ein Waffeleisen aufheizen und ggf. mit ein bisschen Öl einpinseln. Je 1-2 EL Teig pro Waffel in das Waffeleisen geben und fertig backen. Die Waffeln warm mit Toppings nach Wahl servieren.


Selbstgekochte Gemüsebrühe aus Resten wie Schalen oder welkem Gemüse ist eine tolle Möglichkeit der Müllvermeidung, da man sich daraus ganz einfach eine leckere Gemüsebrühe auf Vorrat kochen kann. Die Autorin hat diese „Brühwürfel“ immer im Tiefkühler und benutzt sie nach Bedarf bei Suppen & Co.
Zutaten:
• Ca. 500-700 g Gemüsereste (z. B. Karottenschalen, Sellerieblätter, Zwiebelreste, Rote-Bete-Schalen etc.)
• 2 Lorbeerblätter
• 1 TL Pfefferkörner
• ½ TL Pimentkörner
• 2 TL Salz
1
Die Gemüsereste waschen und grob zerkleinern. (Gemüsereste können auch im Tiefkühler in einer Tüte gesammelt werden, bis diese voll ist.) Alles zusammen mit 2 Liter Wasser und den Gewürzen in einen großen Topf geben, aufkochen und dann bei geringer Hitze 40 Minuten köcheln lassen.
2
Die Brühe durch ein Sieb abseihen, in Eiswürfelformen füllen und im Tiefkühler lagern. Die Gemüsebrühe hält sich gefroren ein Jahr lang.

Text: Lisa Gutzelnig
Manchmal braucht es nur einen Schritt aus dem Alltag, um wieder bei sich selbst anzukommen. Abstand gewinnen, zur Ruhe finden, das Tempo des Lebens verlangsamen – genau dafür reisen viele Menschen auf die Kanarischen Inseln. Der Archipel im Atlantik, nur wenige Flugstunden von Europa entfernt und geografisch bereits vor der Küste Afrikas gelegen, gilt heute als einer der wichtigsten Rückzugsorte für Menschen, die Erholung, Achtsamkeit und neue Kraft suchen.
Zwischen Vulkanlandschaften, Atlantikluft und üppiger Vegetation entstehen Orte mit besonderer Wirkung. Die Kanaren sind deshalb weit mehr als ein klassisches Urlaubsziel mit Sonne und Stränden. Viele Besucher erleben sie als Landschaften, die Körper und Geist gleichermaßen berühren. Jede der Inseln vermittelt dabei eine andere Stimmung: Teneriffa wirkt kraftvoll und inspirierend, Lanzarote ruhig und transformierend. Gran Canaria steht für Weite und Lebensfreude, während La Palma mit ihrer üppigen Natur regenerierend auf die Seele wirkt. Über allem liegt die Erinnerung
an die vulkanische Entstehung dieser Inselwelt – eine sichtbare Kraft der Erde, die bis heute spürbar scheint.
Kraftquelle am Fuße des Teide
Teneriffa wird von vielen Reisenden als das spirituelle Herz der Kanarischen Inseln empfunden. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Kraft dieser Landschaft in den frühen Morgenstunden, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel des Teide erreichen – des höchsten Berges Spaniens. In diesem Moment scheint die Insel fast stillzustehen. Eine Reise nach Teneriffa führt Besucher nicht nur durch spektakuläre Landschaften, sondern auch zu einer ruhigeren, nach innen gerichteten Wahrnehmung der eigenen Gedanken und Gefühle.
Wer an Teneriffa denkt, hat meist Sonne, Vulkane, üppige Blumenpracht und das tiefblaue Meer vor Augen – doch die Insel besitzt auch eine andere Seite, die pure Entspannung verspricht. Zwischen üppiger Vegetation, zerklüfteten Landschaften und beeindruckenden Küsten finden sich zahlreiche Orte, an denen Körper und Geist gleichermaßen regenerieren können. Teneriffas Thermalquellen und Spas verbinden natürliche Heilkraft mit wohltuendem Komfort und schaffen so Räume der Ruhe und Erholung.
Die besonderen geologischen Bedingungen Teneriffas machen die Insel zu einem wahren Paradies für Thermalquellenliebhaber. Tief unter der Erde erwärmt vulkanische Aktivität das Wasser, das an verschiedenen Stellen an die Oberfläche gelangt. Diese natürlichen Quellen sind reich an Mineralien und Spurenelementen, denen eine wohltuende Wirkung auf Haut, Muskeln und Kreislauf zugeschrieben wird. Ein Bad in diesen Gewässern fühlt sich an, als würde man direkt in die Wärme und Energie des Erdinneren eintauchen.
Einige der bekanntesten Thermalorte befinden sich im grünen Norden der Insel, wo das üppige Hinterland und die Nähe zum Atlantik eine besondere Atmosphäre schaffen. Das Zusammenspiel von warmem Wasser, frischer Meeresluft und vulkanischer Landschaft macht jeden Aufenthalt zu einem außergewöhnlichen

25.000 m² blühende Oase, umrahmt von Bergen und weitem Himmel – hier wird jeder Atemzug zur Rückverbindung mit der Natur und jeder Moment im warmen Wasser zu einer Einladung, ganz bei sich anzukommen.
Erlebnis. Wer die heilende Kraft der Insel intensiv erleben möchte, kann im Hotel Botanico & Oriental Spa Garden in diese Atmosphäre eintauchen: Hier lässt man sich im sanften Blubbern der Quellen treiben und hört im hoteleigenen atlantischen Obstgarten nichts außer dem leisen Rauschen der Natur. Auf rund 25.000 Quadratmetern Gartenfläche entstehen zahlreiche stille Plätze zum Lesen, Nachdenken und Entspannen. Schwarze Schwäne gleiten über die Teiche, Koi-Karpfen ziehen ruhig ihre Bahnen, und eine kleine Bonsai-Ecke ergänzt die üppige Vegetation. In dieser Umgebung fällt es leicht, Abstand vom Alltag zu gewinnen, sich selbst neu wahrzunehmen und die Energie der Insel ganz bewusst aufzunehmen.
Im Vergleich zu den größeren Kanareninseln wirkt La Gomera fast wie eine eigene Welt. Die kleine Insel wird oft als „Isla Mágica“ bezeichnet – als magischer Ort. Schon früh wurde ihr eine besondere Atmosphäre zugeschrieben, die Besucher bis heute spüren.

Nationalpark Garajonayrajonay
Zwischen immergrünen Nebelwäldern und weitem Atlantik öffnet sich ein Raum für Entschleunigung und neue Klarheit.
Vielleicht entsteht dieses Gefühl aus der ursprünglichen Landschaft der Insel. Tiefe Täler, steile Küsten und uralte Wälder prägen das Bild. Gleichzeitig wirkt La Gomera ruhig und entschleunigt – ein Ort, an dem sich der Rhythmus des Lebens automatisch verlangsamt.
Auch das Meer rund um die Insel spielt dabei eine wichtige Rolle. In den Gewässern vor La Gomera lassen sich zahlreiche Wal- und Delfinarten beobachten. Diese Tiere gelten in vielen Kulturen als Symbol für Freiheit, Intuition und Lebensfreude. Begegnungen mit ihnen gehören zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen, die Besucher hier machen können.
Das Herz der Insel bildet der Nationalpark Garajonay. Der Park schützt einen uralten Lorbeerwald, der einst große Teile Südeuropas bedeckte. Dichte Nebel, moosbedeckte Baumstämme und verschlungene Pfade schaffen eine beinahe mystische Atmosphäre. Auf über 600 Kilometern Wanderwegen können Besucher diese Landschaft erkunden – oft begleitet nur vom Rascheln der Blätter und dem eigenen Atemrhythmus.
Wer diesen ruhigen Rhythmus noch intensiver erleben möchte, findet im Parador de La Gomera einen idealen Rückzugsort. Das traditionsreiche Hotel liegt oberhalb der Küste in einem Garten voller tropischer Pflanzen. Von hier aus reicht der Blick über den Atlantik bis zur Nachbarinsel Teneriffa. Yoga, Meditation, Massagen und achtsamkeitsorientierte Programme ergänzen die Naturerfahrung.
Insel der Gegensätze
„Gran Canaria verwöhnt, streichelt und heilt“, wie bereits jene erfahrenen europäischen Reisenden wussten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf die Insel kamen, um medizinische Bäder in den Thermen von Azuaje und Los Berrazales im Norden der Insel zu nehmen und gleichzeitig ein Klima zu genießen, das jeglichen Extremen aus dem Weg geht und dem Winterblues die kalte Schulter zeigt.
Historische Quellen berichten sogar schon im 17. Jahrhundert von mineralreichen Heilquellen, deren Wasser als besonders gesundheitsfördernd galt. Dieses Wasser war leicht kohlensäurehaltig und reich an Mineralstoffen – Eigenschaften, die ihm einen besonderen Ruf einbrachten.
In den 1960er-Jahren entwickelte sich die Insel zusätzlich zu einem Zentrum für sogenannten Gesundheitstourismus. Der italienische Visionär Eduardo Filiputti errichtete damals ein Heliotherapiezentrum in den Dünen von Maspalomas. Dort wurde gezielt die heilende Wirkung von Sonne, Meeresluft und warmem Sand genutzt.
Bis heute gehört die Landschaft rund um Maspalomas zu den eindrucksvollsten Naturgebieten der Insel. Die berühmten Dünen entstehen durch ein Zusammenspiel von Meeresströmungen, Sonne und Wind. Sand wird vom Atlantik an die Küste gespült, trocknet in der Sonne und wird anschließend vom Wind ins Landesinnere getragen. So entstehen ständig wandernde Dünenberge.
In den Abendstunden verwandelt sich die Landschaft in ein Meer aus goldenem Licht. Die Dünen wirken dann wie bewegte Skulpturen, die langsam zur Ruhe kommen. Gleichzeitig ist
dieses Gebiet ein empfindliches Ökosystem mit zahlreichen Pflanzen- und Tierarten.
Ganz in der Nähe liegt das Seaside Grand Hotel Residencia. Das im kolonialen Stil gestaltete Haus ist von tropischen Gärten umgeben und vermittelt eine Atmosphäre ruhiger Eleganz. Das Spa bietet eine Vielzahl an Anwendungen – von entspannenden Massagen bis zu revitalisierenden Gesichtsbehandlungen.
El Hierro
Pionier der Nachhaltigkeit
El Hierro ist die kleinste und zugleich jüngste der Kanarischen Inseln. Sie entstand vor etwa 1,1 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität und wirkt bis heute ursprünglich und unberührt.
Die Insel verfolgt ein besonderes Ziel: Sie möchte langfristig vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Dieses Konzept macht El Hierro zu einem Vorreiter nachhaltiger Entwicklung in Europa.

Vor allem Taucher schätzen die Insel wegen ihrer spektakulären Unterwasserlandschaften. Doch auch an Land zeigt sich eine beeindruckende Natur: erstarrte Lavafelder, dichte Wälder, steile Klippen und natürliche Meerespools prägen die Landschaft.
Der Wind formt vielerorts bizarre Baumformen, während die Küsten immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik eröffnen. Das Klima ist ganzjährig mild – ein fast permanenter Frühling, der zum Entschleunigen einlädt.
Das Parador de El Hierro liegt in einer besonders ruhigen Lage direkt zwischen Bergen und Meer. Das Hotel vermittelt mit seiner klassischen Architektur eine Atmosphäre vergangener Zeiten. Hier scheint die Zeit langsamer zu vergehen.
Auch kulinarisch bleibt die Insel ihrer Natur treu. Lokale Produkte aus Landwirtschaft und Fischerei bestimmen die Küche – ergänzt durch regionale Weine und traditionelle Süßspeisen.

Die Kanarischen Inseln zeigen, wie eng Natur und Wohlbefinden miteinander verbunden sein können. Mildes Klima, frische Atlantikluft, mineralreiches Meerwasser und eine außergewöhnliche Landschaft schaffen Bedingungen, in denen Erholung fast von selbst entsteht.
Jede Insel vermittelt dabei ihre eigene Art von Ruhe – sei es durch üppige Wälder, weite Dünenlandschaften oder die ursprüngliche Kraft vulkanischer Natur.
Auch die hier nicht ausführlich vorgestellten Inseln Lanzarote, Fuerteventura und La Palma tragen ihren eigenen Teil zu dieser besonderen Inselwelt bei.
Die Kanaren sind deshalb mehr als ein Urlaubsziel. Sie sind ein Ort, an dem Natur zur Quelle neuer Energie werden kann – und eine Einladung, wieder bewusster auf sich selbst zu hören.

Mit den ersten warmen Tagen des Jahres wächst bei vielen Menschen der Wunsch nach frischer Luft und einem Neustart in den eigenen vier Wänden. Der Frühling ist daher der ideale Zeitpunkt, auch im Schlafzimmer für neue Frische zu sorgen. Nach den langen Wintermonaten lohnt es sich, Bett, Matratze und Textilien gründlich zu reinigen und zu lüften. Gerade jetzt, wenn die Temperaturen steigen und die Pollensaison beginnt, spielt Betthygiene eine wichtige Rolle – und das nicht nur für Allergiker. Wer seinem Bett regelmäßig Aufmerksamkeit schenkt, schafft eine saubere und angenehme Umgebung für erholsamen Schlaf.
Während der kalten Monate sammeln sich in Matratzen, Kissen und Decken zahlreiche Rückstände. Staub, Feuchtigkeit, Hautpartikel und Schweiß bieten ideale Bedingungen für Milben und Mikroorganismen. Diese können nicht nur die Luft im Schlafzimmer belasten, sondern auch die Schlafqualität beeinträchtigen. Deshalb ist es sinnvoll, das Bett nach dem Winter besonders gründlich zu pflegen.
Die Matratze begleitet uns jede Nacht über viele Stunden hinweg. Während des Schlafs ge-
ben wir kontinuierlich Wärme und Feuchtigkeit an unsere Umgebung ab, außerdem lösen sich ständig winzige Hautpartikel. Damit das Bett dennoch hygienisch bleibt, ist eine regelmäßige Pflege unerlässlich. Für ein gutes Schlafklima spielt das gesamte Bettsystem eine Rolle: Matratze, Duvet, Kissen, Bettwäsche und sogar die Nachtkleidung wirken zusammen. Idealerweise sind diese Bestandteile auf persönliche Bedürfnisse abgestimmt – etwa in Bezug auf Wärmeregulierung, Atmungsaktivität und Luftzirkulation – und werden regelmäßig gereinigt und gelüftet.
Schlafbekleidung: frisch und atmungsaktiv
Auch die Wahl der Nachtwäsche trägt zur Betthygiene bei. Ein Schlafanzug nimmt einen Teil der Feuchtigkeit auf, die während der Nacht entsteht, und verhindert so, dass Schweiß direkt in Bettwäsche und Matratze gelangt. Wichtig ist jedoch, die Kleidung regelmäßig zu wechseln –idealerweise etwa zweimal pro Woche.
Bei der Materialwahl lohnt es sich, auf die Jahreszeit zu achten: Leichte Stoffe wie Leinen oder Seide wirken im Sommer angenehm kühl und atmungsaktiv. In den kälteren Monaten können Flanell oder Wolle für zusätzliche Wärme sorgen.
Für einen erholsamen Schlaf spielt auch die Raumumgebung eine wichtige Rolle. Ideal ist eine Schlafzimmertemperatur von etwa 16 bis maximal 19 Grad Celsius. Gleichzeitig sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen, damit weder trockene Luft noch übermäßige Feuchtigkeit entstehen.
Eine gute Matratze kann ihre Eigenschaften nur entfalten, wenn sie auf einer geeigneten Unterlage liegt. Hochwertige Lattenroste verfügen über flexible und gleichzeitig stabile Leisten, die den Körper gleichmäßig stützen. Wichtig ist außerdem, dass Matratze und Lattenrost aufeinander abgestimmt sind. Ein ungeeignetes System kann sowohl den Liegekomfort beeinträchtigen als auch die Matratze langfristig beschädigen.
Damit Ihr Bett dauerhaft sauber und angenehm bleibt, lohnt sich eine regelmäßige Pflege der Matratze. Schon kleine Maßnahmen helfen, Feuchtigkeit zu reduzieren und die Lebensdauer der Materialien zu verlängern.
1. Matratze regelmäßig drehen
Drehen oder wenden Sie Ihre Matratze etwa alle vier bis sechs Wochen. Dadurch wird verhindert, dass sich dauerhafte Liegekuhlen bilden, und die Belastung verteilt sich gleichmäßiger über die gesamte Fläche.

Frische Luft ist entscheidend für ein gutes Bettklima. Lüften Sie das Schlafzimmer täglich und schlagen Sie Decken und Bettwäsche regelmäßig zurück, damit gespeicherte Feuchtigkeit entweichen kann.

Reinigen Sie Ihre Matratze nicht mit einem Staubsauger, sondern bürsten Sie die Oberfläche vorsichtig mit einer weichen Bürste ab, um das Material zu schonen. Für ältere, in die Jahre gekommene und milbenbelastete Matratzen eignen sich Milbenüberzüge.
Während Bettwäsche regelmäßig gewaschen wird, wird die Zudecke oft vergessen. Doch auch sie sollte in bestimmten Abständen gereinigt werden, um Frische und Hygiene zu erhalten.
Menschen mit Hausstaubmilbenallergie müssen besonders auf ihre Schlafumgebung achten. Matratzen bieten Milben ideale Lebensbedingungen: Wärme, Feuchtigkeit und abgestorbene Hautpartikel liefern ihnen optimale Nahrung. Allergische Reaktionen entstehen nicht durch die Milben selbst, sondern durch deren Ausscheidungen, die als feiner Staub eingeatmet werden.

1. Einziehdecken aus Baumwolle, Leinen oder Polyester können im Feinwaschprogramm bei hohem Wasserstand gewaschen werden. Eine „Wasser-plus“-Funktion ist dabei besonders schonend.
2. Waschen Sie möglichst nur eine Decke pro Waschgang, damit sie sich frei bewegen kann.
3. Anschließend empfiehlt sich ein schonender Durchgang im Trockner, damit die Füllung wieder locker wird.
Daunendecken benötigen besondere Aufmerksamkeit: Sie sollten täglich aufgeschüttelt und regelmäßig gelüftet werden – allerdings nicht in direkter Sonneneinstrahlung.
Leichte Decken mit einer Füllmenge bis etwa 300 Gramm lassen sich meist zu Hause waschen, am besten mit speziellem Daunenwaschmittel und einem Schonprogramm. Bei voluminösen oder empfindlichen Modellen empfiehlt sich eine professionelle Reinigung.

Eine wirkungsvolle Hilfe sind sogenannte Encasings – spezielle Schutzbezüge für Matratzen, Kissen und Decken. Durch ihre dichte Struktur verhindern sie, dass Hautpartikel in die Matratze gelangen und den Milben als Nahrung dienen. Gleichzeitig bleiben hochwertige Bezüge atmungsaktiv und lassen Wasserdampf entweichen.
Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass solche Schutzbezüge waschbar sind. Zusätzlich können geeignete Milbensprays eingesetzt werden.
Auch Topper mit Baumwollfüllung können Allergikern helfen. Naturfasern nehmen Feuchtigkeit gut auf, sind hautfreundlich und wirken im Sommer angenehm kühlend.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, im Schlafzimmer mögliche Staubfänger zu reduzieren. Offene Regale, viele textile Dekorationen oder zahlreiche Zimmerpflanzen können die Staubbelastung erhöhen. Kleidung sollte möglichst außerhalb des Schlafzimmers abgelegt werden. Regelmäßiges Staubsaugen und feuchtes Wischen helfen ebenfalls, die Belastung zu senken. Auf Luftbefeuchter sollte hingegen verzichtet werden, da sie ein milbenfreundliches Klima schaffen können.
Ein frischer Start für besseren Schlaf
Ein gepflegtes Bett ist weit mehr als eine Frage des Komforts. Es trägt wesentlich zu Gesundheit, Wohlbefinden und erholsamem Schlaf bei. Wer regelmäßig lüftet, reinigt und auf passende Materialien achtet, schafft eine Umgebung, in der Körper und Geist wirklich zur Ruhe kommen können.
Der Frühling ist der perfekte Moment, um auch im Schlafzimmer für neue Frische zu sorgen.

Wilfinger Ring Bio Hotel****
Schildbach 51, A-8230 Hartberg wilfinger-hotels.at/ring-bio-hotel
Der Alltag vieler Menschen ist dicht getaktet. Berufliche Anforderungen, familiäre Verpflichtungen und ständige Erreichbarkeit lassen wenig Raum für bewusste Regeneration. Zwar bringen freie Tage oder ein Tapetenwechsel kurzfristige Entlastung, doch die Rückkehr in den Alltag erfolgt häufig mit denselben Routinen und Belastungen. Statt nachhaltiger Erholung bleibt bei vielen ein Gefühl körperlicher Trägheit und fehlender Energie zurück.
Wenn der Alltag lauter ist als jede gute Absicht
Gesünder leben, achtsamer mit den eigenen Ressourcen umgehen, sich von körperlichen wie mentalen Altlasten lösen – dieser Wunsch ist bei vielen Menschen präsent. Im Alltag fehlt dafür jedoch oft der nötige Abstand. Gewohnte Abläufe bestimmen den Rhythmus, Belastung wird zur Normalität – körperliche Warnsignale rücken dabei oft in den Hintergrund. Ein Gesundheitsurlaub setzt genau an dieser Stelle an: professionell begleitet und bewusst fern vom gewohnten Umfeld schafft er Raum und Zeit, um innezuhalten, Routinen zu hinterfragen und neue Impulse nicht nur mitzunehmen, sondern so zu festigen, dass sie auch im Alltag Bestand haben.
Gesundheitsurlaub als strukturierter Rahmen
Das Wilfinger Ring Bio Hotel in Hartberg zählt zu den Gesundheitshotels in der
Mehr Energie, bessere Stimmung, Entlastung für Körper und Geist: Fasten gilt als wirkungsvoller Reset für den Organismus. Im Wilfinger Ring Bio Hotel in Hartberg erlebt diese Form des Gesundheitsurlaubs gerade jetzt Hochsaison.
Oststeiermark, die Gesundheit seit über 50 Jahren ganzheitlich denken. Medizinisch-therapeutische Begleitung, gezielte Bewegung, eine vollwertige Bio-Vitalküche, Naturheilkunde und natürliche Kosmetikanwendungen bilden dabei ein aufeinander abgestimmtes Gesamtkonzept. Ziel ist es, Gästen Wege aufzuzeigen, wie Lebensqualität und Vitalität langfristig erhalten und gestärkt werden können – unabhängig von kurzlebigen Trends oder Schlagworten, die heute oft unter den Begriffen Longevity oder Holistic Selfcare zusammengefasst werden.
Fasten als bewusste Regenerationsphase
Fasten spielt in diesem Kontext eine zentrale Rolle. Nicht als kurzfristiger Verzicht, sondern als bewusste Auszeit, die hilft, festgefahrene Verhaltensmuster zu unterbrechen und neue Leichtigkeit zu entwickeln. Während des Fastens stellt der Körper seinen Stoffwechsel um, der Verdauungstrakt wird entlastet, das Hungergefühl tritt in den Hintergrund und die Autophagie – der natürliche Recyclingprozess der Zellen – wird angeregt. Viele Menschen erleben in dieser Phase eine spürbare körperliche Veränderung, geistige Klarheit und ein geschärftes Körpergefühl. Fasten wirkt damit wie ein biologischer Reset für Körper und Geist – eingebettet in einen ganzheitlichen Gesundheitsaufenthalt. Genau deshalb entscheiden sich viele für einen Fastenurlaub: weil das gute Gefühl
nicht mit der Abreise endet, sondern die Gesundheit nachhaltig stärkt.
Begleitete und eigenständige Fastenangebote Im Wilfinger Ring Bio Hotel werden unterschiedliche Fastenformate angeboten. Klassische Programme wie Buchinger-, Basen- oder Breuss-Fasten werden von ausgebildeten Fasten- und Gesundheitstrainer:innen geführt. Die klare Struktur und die unterstützende Gruppenatmosphäre geben Sicherheit und Orientierung – nicht nur während der Fastenzeit, sondern auch darüber hinaus. Ergänzend stehen kompakte Fastenimpulstage sowie Detoxaufenthalte mit Intervallfasten zur Verfügung, die eigenständig durchgeführt werden und sich besonders für Einsteiger:innen eignen. „Viele Menschen suchen heute keine schnellen Lösungen, sondern Orientierung und einen bewussten Umgang mit ihrer Gesundheit“, sagt Roman M. Wilfinger, Hoteldirektor der Wilfinger Hotels. „Eine begleitete Fastenauszeit kann dabei helfen, den eigenen Körper neu wahrzunehmen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen.“


Der Mensch ist Teil der Natur – und doch verlieren viele von uns den Kontakt zu ihr. Gerade Männer tun sich oft schwer, auf körperliche und seelische Signale zu hören. Dabei kann die Verbindung zur äußeren wie zur inneren Natur ein wichtiger Schlüssel zu Gesundheit, Selbstwahrnehmung und innerer Stabilität sein.
ls Peter Schweighofer das Hauptthema dieser Ausgabe erstmals hörte – „Erwachen mit Hilfe der Natur“ – überlegte er neuerlich, was wir heute unter Natur, Heilkraft und dem menschlichen Zugang dorthin verstehen. Generell lassen sich die „Heilkräfte der Natur“ traditionell, physio- und psychotherapeutisch wie auch medizinisch betrachten oder nach den Heilkräften der äußeren und inneren Natur differenzieren. Die Naturwissenschaften bezeichnen „Natur“ als die Gesamtheit aller lebenden und unbelebten Systeme sowie

Über den Autor
Peter Schweighofer ist Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), hypnosystemischer Berater und Therapeut, staatlich geprüfter psychosozialer Berater, Lehrsupervisor und BusinessCoach. In seiner Praxis in Wien und Mödling verbindet er Psychotherapie mit naturbezogenen Heilansätzen. Schon als Kind prägte ihn der Kräutergarten seines Vaters in der Steiermark – und damit eine tiefe Verbundenheit mit der Heilkraft der Natur. psychotherapie-schweighofer.at
deren Wechselwirkungen, also die Ganzheit aller biologischen, chemischen und physikalischen Prozesse. Möglicherweise verstehen wir unter „Natur“ nicht nur mächtige Gebirgszüge, sauerstoffproduzierende Wälder, bunte Blumenwiesen oder klare Flüsse und Seen, sondern alles, was aus einem natürlichen Prozess heraus entstand. Dies bedeutet konsequenterweise, dass der Mensch ein wesentliches Subjekt und integraler Bestandteil der Natur ist.
Warum wirkt „die Natur“ so wohltuend auf uns? Möglicherweise liegt es an unserer evolutionären Nähe zu ihr. Der Mensch hat sich in und mit der Natur entwickelt. Er ist nicht bloßer Betrachter, sondern biologisch vollständig in diese Systeme eingebettet. Unsere Physiologie, das Nervensystem und unsere psychische Regulation entwickelten sich über Jahrmillionen in direkter Wechselwirkung mit natürlichen Umweltbedingungen.
Neuropsychologische Heileffekte durch Aufenthalte in der Natur wie das Waldbaden (japanisch: „Shinrin Yoku“) senken nachweislich Stresshormone, aktivieren das parasympathische Nervensystem, reduzieren angstbezogene Symptome wie Depressionen und fördern die kognitive Leistungsfähigkeit, Konzentration und Kreativität. Schweighofer betont, dass die Natur nicht stimulierend im technischen Sinn wirkt, sondern regulierend, ausgleichend und homöostatisch, das heißt, sie unterstützt unser inneres Gleichgewicht und hält es aufrecht.

Als Teil der Natur besitzt der Mensch die Fähigkeit zur Aktivierung des „Inneren Heilers“. Der menschliche Organismus verfügt über umfassende Selbstheilungsmechanismen wie Zellregeneration (Wundheilung), Immunsystem (Antikörper), Neuroplastizität (strukturelle und funktionelle Anpassungsfähigkeit) und hormonelle Rückkoppelungssysteme.
Diese Prozesse laufen kontinuierlich ab, sind jedoch hochgradig kontextabhängig. Zu den inneren Heilkräften zählen auch die psychischen Ressourcen. Das Gehirn fungiert dabei als bedeutende neurobiologische Schöpferkraft – eine Fähigkeit, die es uns ermöglicht, ganz neue Zusammenhänge auch mit jenen aus unserer Vergangenheit, wie unbewusste Vorerlebnisse, zu vergleichen und zu bewerten.
Im Fall, dass wir uns an vergangene Konstellationen nicht mehr bewusst erinnern können, erfolgt eine Neuberechnung und Neubewertung von unbewusst gespeicherten Situationen unter Berücksichtigung neuer Erlebnisse. Hierbei kommen Ahnung, Bauchgefühl oder Intuition hilfreich zum Einsatz. Dann erfolgt emotionale Kommunikation über die Darm-Hirn-Achse zwischen Darm (Bauchhirn) und Gehirn. Auch Intuition und der Vagusnerv gelten als ein direkter „Weg zur inneren Weisheit“, also dorthin, wo inneres Wissen gespeichert ist.
Wir können diesen „Inneren Heiler“ sowohl intrinsisch selbstbestimmt als auch mit Hilfe
von professionellen Therapeuten gesundheitsfördernd zum Wohlergehen oder gar „heilbringend“ ansprechen. Es wird höchste Zeit, dass mehr Menschen – Frauen und Männer – erwachen und sich wieder verstärkt mit der Natur – außen wie innen – verbinden. Dadurch können sie Erholung und Stärkung finden sowie heilvolle „Wunder“ zulassen, um folglich natürliche, gesundheitsfördernde Prozesse zu aktivieren und zu intensivieren.
Wofür soll die allgemeingültige Heilkraft der Natur nun spezifisch im Kontext der Männergesundheit betrachtet werden? Während der „Innere Heiler“ (Selbstheilungskräfte) natürlich in jedem Menschen angelegt ist, sind es bei Männern oft tiefsitzende, unbewusste Barrieren und tradierte Rollenbilder, die den Zugang zu diesen Ressourcen häufig blockieren.
Während Frauen statistisch gesehen viel häufiger präventive Hilfe suchen, sind Männer Experten darin, Empfindungen zu verbergen und geben sich gerne stark. Dahinter stecken ebenso Erziehung und uralte Prägungen.
Männer sind generell dafür bekannt, dass sie sich gesund fühlen, auch wenn schon ein Schmerz auf gesundheitliche Störungen hinweist: „Wird schon wieder, denn so schlimm ist es ja noch nicht!“ oder „Ich mache am Wochenende mal eine Pause!“
Um das „Erwachen mit der Natur“ für Männer nutzbar zu machen, müssen wir daher verstehen, in welchem Spannungsfeld sich die heutige Männerrolle bewegt. In der Gesellschaft hat sich das
„Unser Körper ist unser Garten, und unser Wille der Gärtner.“

William Shakespeare
„Man kann nicht immer ein Held sein, aber man kann immer ein Mann sein.“

Johann Wolfgang von Goethe
ursprüngliche Männerbild zum „balancierenden Mann“ gewandelt: im Beruf angesehen und in der Familie aktiv.
Meist wird unter Männlichkeit Leistung, beruflicher Erfolg, finanzieller Status, Dominanz und Macht verstanden. Mehr und mehr Männer fühlen sich zunehmend zerrissen und überlastet von dem, was sie sein sollen und wollen. Männer leiden anders als Frauen, und dieser Druck führt zu neuen psychischen und physischen Belastungen.
Worunter leiden Männer wirklich?
Berufliche wie private Überforderungen, dissoziative und dysfunktionale Störungen, Suchterkrankungen, Depressionen und Psychosen stellen einige der häufigsten Leiden von Männern dar. In „Männerwelten“ beschreiben Christ und Mitterlehner die 7 V’s als die sieben vulnerablen Punkte des Mannes:
• Verausgabung: Stress, Burnout, Ausgebranntsein durch permanente Leistungsmaximierung
• Verlangen: Sexualität, Beziehung (verliebt, verlobt, verheiratet, verführt)
• Vaterschaft: Weltbewegende Veränderungen – alles wird anders
• Verantwortung: 24/7-Bereitschaft und virtuelle Welten
• Veränderung: Abschied, Anpassung, Neubeginn
• Verlust: andere Formen der Trauer, Leugnung, Machtlosigkeit
• Verurteilung: Spannungsfeld zwischen Täterund Opferrolle
Nur wenige Männer gehen aus freien Stücken zu einem Arzt oder in eine Physio- oder Psychotherapie. Sie nehmen Hilfe oft erst bei einem „spürbaren Anstoß“ in Anspruch. Die Bereitschaft wird häufig auch durch Scham gebremst. Es ist an der Zeit, dass Männer lernen, eigene Schwächen auszusprechen, ohne einen Gesichtsverlust zu erleiden. Die Psychotherapie beschäftigt sich inzwischen verstärkt mit Männern, deren Lebenswegen und Stolpersteinen zur Identitätsfindung, den Entwicklungsschritten vom Jüngling zum Mann sowie dem „Gentlemental-health-Code“.
Wie Peter Schweighofer aus seiner Praxis berichtet, bedarf es dafür eines niederschwelligen Therapiezugangs auf Augenhöhe und einer erkennbar vertrauensvoll professionellen Haltung, um Männer für die therapeutische Arbeit zu gewinnen.
Zentrale Aspekte sind dabei die „männliche Sprache“, eine mitfühlende Neutralität, ein geordneter und transparenter Ablauf und Empathie, um die Themen der Männer wirklich verstehen zu wollen.
Ein Modell, das für Männer besonders ansprechend ist, stellt die Hypnosystemik (nach Gunther Schmidt), die mehr eine Haltung als eine Technik ist, dar. Aufmerksamkeitsfokussierung und achtsame Neugierde mit wertschätzend forschenden Fragen sind in dieser Methode die Basis des therapeutischen Beziehungsaufbaus.
Atemübungen und Entspannungstechniken für eine konzentrative Selbstentspannung sowie systemische Fragen und hypnosystemische Trancen zur Erweiterung von Wahrnehmungen sind einige der von Schweighofer praktizierten Interventionen in der Gesprächstherapie.
Tranceinduktionen sind individuelle Formen innerer Kommunikation, die „Problem-Lösungs-Übergänge“ begünstigen, bildhafte innere Abläufe und körperlich wohltuende Phänomene ermöglichen und dadurch lindernd und heilend wirken können.
Therapeutische Wirkungsweisen
Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Psychotherapeut in der Praxis der Milton-Erickson-Akademie in Wien, in seiner Privatpraxis in Mödling wie auch im Rahmen eines mehrjährigen Praktikums im Männergesundheitszentrum Wien durfte Schweighofer zahlreiche positive Rückmeldungen von seinen Klienten sammeln. Männer sprachen davon, Entspannung, Linderung von Leid und vielfältige heilsame Wirkungsweisen wahrgenommen zu haben. Konkret wurden genannt:
• Physiologische Entlastung: „körperlich entspanntes Erleben aufgrund eines gleichmäßigen Atemrhythmus, spürbar wohltuender Energiefluss und Wärme sowie ein sinkender Herzschlag und Druck in der Brust“.
• Mentale Erleichterung: „neuartiges Erleben von abfallender Last, fühlbare Leichtigkeit und innere Ruhe sowie ein Gedankenkarussell, das ganz von selbst verschwand …“
• Sinneseindrücke: „hilfreiche Verbindungen zwischen Händen und Herz; traumhaft wirkende Bilder projizierten Erinnerungen und versetzten Gemütszustände.“
Während der Therapie konnte bei einigen Männern ein sichtbar erleichternder Tränenfluss, Fröhlichkeit und Lachen wahrgenommen werden. Sie bestätigten: „Glückszustände, Momente der Freude und des inneren Friedens“. Einige Männer berichteten Tage oder Wochen nach der Therapie: „Ich habe neue innere Kräfte und Stärke, fühle Selbstliebe, Selbstwert, neues Selbstvertrauen und Motivation, nehme Klarheit wahr

und kann dies auch in den Alltag mitnehmen.“ Es fällt ihnen leichter, eine gesündere Haltung einzunehmen und wieder ihrem Bauchgefühl stärker zu vertrauen.
Die Aktivierung der neurobiologischen Schöpferkraft kann Menschen zu mehr Selbstliebe und Motivation führen. Das menschliche Gehirn arbeitet auch wie ein „Umgestaltungsapparat“ von Sinneseindrücken, Resonanzen und Kräften, die wir aufmerksam und wohltuend nutzen sollten (Fuchs, 2021).
„Erlaube Dir selbst zu sehen, was Du dir selbst nicht erlaubst zu sehen.“
Milton H. Erickson
Die Hypnosystemik, diese Form der achtsamen Gesprächstherapie, weist auch bei Männern rasch entlastende Effekte auf. Die positiven Rückmeldungen motivieren zu weiteren Untersuchungen von hypnosystemischen Tranceinduktionen und deren Phänomene bei Männern, um dadurch mehr Klarheit, Linderung von seelischem Schmerz sowie Heilung in Bezug auf bewusst ungewollte Gewohnheiten, belastende Rollenbilder, Wunschidentitäten und andere Problemfelder zu erlangen.
Die Natur ist dabei nicht nur ein externes Heilmittel, sondern ein Resonanzraum, in dem die körpereigenen Heilmechanismen optimal arbeiten können.
Epilog
Peter Schweighofer ist sich seit Jahren – auch aufgrund seiner Lebens- und Berufserfahrung – bewusst, dass eine gesunde Ausgewogenheit zwischen kognitiven und intuitiven Entscheidungen oft zu fruchtbaren und heilvollen Ergebnissen führen kann. Als Experte seines Lebens kann der Mensch ganz bewusst, mutig und selbstbestimmt seiner Gesamtheit – der Einheit von Körper, Geist und Seele, Aufmerksamkeit schenken, um dadurch neue oder verborgene Fähigkeiten und Potenziale für eine starke Gesundheit und größtmögliche Lebensfreude zu entdecken.
Gerade dann, wenn »Mann« glaubt, keine Zeit für frische & gesunde Ernährung, Aufenthalt & Bewegung in der Natur und mentale Unterstützung hat, gerade dann benötigen Körper, Geist und Seele dies am meisten, genau dann!

Preis: 20,55 Euro
von Nadja Brinkmann
Die wahren Gründe deiner Unzufriedenheit liegen tiefer, als du denkst.
Nicht mehr leisten, nicht mehr optimieren – sondern beginnen, zu verstehen. Genau hier setzt echte, tiefgreifende Veränderung an. Female Balance ist kein klassischer Ratgeber mit schnellen Lösungen. Es ist ein einfühlsames und zugleich kraftvolles Arbeitsbuch für Frauen, die aus dem reinen Funktionieren aussteigen und wieder in echten Kontakt mit sich selbst kommen möchten. Das Buch lädt dazu ein, den inneren Kampf zu beenden und stattdessen einen liebevollen, bewussten und selbstbestimmten Weg einzuschlagen. Es richtet sich an Frauen, die nicht länger nur Symptome überdecken wollen, sondern den Mut haben, den Ursachen ihrer Erschöpfung, inneren Unruhe oder Überforderung auf den Grund zu gehen. Unser inneres Ungleichgewicht entsteht selten isoliert. Oft ist es tief verwoben mit familiären Prägungen, gesellschaftlichen Erwartungen und historischen Rollenbildern, die über Generationen weitergegeben wurden und bis heute nachwirken. Female Balance hilft, diese Zusammenhänge achtsam zu erkennen, einzuordnen und behutsam aufzulösen.
ISBN-13: 979-8273214873



Preis: 30,00 Euro
von Wolf Dieter Storl
Botschaften und Heilkraft aus dem Reich der Kräuter
In diesem Werk widmet sich Wolf-Dieter Storl 55 heimischen Pflanzen mit großer Kenntnis und Ehrfurcht. Er führt seine Leser zu Kräutern und Gewächsen an Waldrändern, auf Wiesen und entlang von Wegen und eröffnet einen Blick auf ihre kulturelle, mythologische und heilkundliche Bedeutung. Storl verbindet traditionelles Pflanzenwissen mit volkskundlichen Überlieferungen und zeigt, dass viele Kräuter mehr sind als bloße Naturerscheinungen. So entsteht ein Buch, das Wissen vermittelt und den Blick für die Natur schärft. Die Fotografien von Frank Brunke ergänzen den Band stimmig.
ISBN-13: 978-3968601328
Die Letzte macht das Licht aus
von Martin Frank
Martin Frank lebt seit seiner Kindheit auf dem Bauernhof seiner Familie, umgeben von Hühnern, Katzen und Kühen. Doch nun geht eine Ära zu Ende: Der Vater gibt den Hof auf, und die letzte Kuh verlässt den Stall. Was bedeutet das – ein Leben ohne Tiere, ein Leben ohne Landwirtschaft? Martin Frank, der selbst lange den Spagat zwischen Kuhstall und Kabarettbühne gemeistert hat, gerät ins Nachdenken. Warum gibt es gegenüber Bauern eigentlich so viele Vorurteile? Wie ist es, als technisch wenig begabter Mensch in eine Landwirtschaft hineingeboren zu werden? Was passiert, wenn man aus Versehen ins Nachbargrundstück pflügt? Und was wird aus einem selbst, wenn die letzte Kuh das Licht ausmacht? Mit Herzenswärme und Humor erzählt Martin Frank eine Geschichte, die Stadt und Land einander ein gutes Stück näherbringt.
ISBN-13: 978-3499016486

Preis: 14,00 Euro


Preis: 18,50 Euro
von Anselm Grün
Die Macht des Dunklen in unserer Zeit – und wie wir ihr entgegentreten
Gibt es sie noch – Dämonen und böse Geister? Oder handelt es sich dabei um Bilder aus längst vergangenen Zeiten, die heute keine Bedeutung mehr haben? In seinem neuen Buch richtet Anselm
Grün den Blick auf die „Dämonen“ der Gegenwart, die nicht nur im persönlichen Leben wirksam werden, sondern auch unsere Gesellschaft prägen. Ob destruktive Gefühle wie Zorn oder Trägheit, die Verabsolutierung der Ökonomie oder die ständige Informationsflut in den sozialen Medien, die uns den Blick für das Wesentliche raubt: Grün fragt, wie wir diesen Kräften heute begegnen können. Wie können wir uns ihnen widersetzen, und wie kann Heilung geschehen?
Dabei verbindet er geistliche Weisheit mit modernen psychologischen Ansätzen. Entstanden ist ein Buch, das dazu inspiriert, destruktiven Einflüssen zu widerstehen und innerlich zu wachsen.
ISBN-13: 978-3451601651

Preis: 19,99 Euro


Preis: 24,00 Euro
von David R. Hawkins
In diesem vielbeachteten Klassiker stellt der international bekannte Psychiater und Bewusstseinsforscher Dr. David R. Hawkins eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Methode vor, mit der sich Negativität Schritt für Schritt lösen lässt. Über viele Jahrzehnte suchte er in seiner psychiatrischen Arbeit nach wirksamen Wegen, menschliches Leid zu lindern. Dabei stieß er auf den inneren Mechanismus des bewussten Loslassens, der zu emotionaler Heilung, psychischer Klarheit und innerem Frieden führen kann. Die von ihm beschriebene Technik ist unmittelbar im Alltag anwendbar und lässt sich auf viele Lebensbereiche übertragen – etwa auf Gesundheit, Erfolg, berufliche Erfüllung, Kreativität, Liebe oder spirituelles Wachstum. Überall dort, wo innere Blockaden und selbstsabotierende Gedanken Veränderung behindern, kann sie neue Impulse geben. In Loslassen teilt Hawkins seine klinischen und persönlichen Erfahrungen und zeigt, dass Hingabe ein wesentlicher Schlüssel zu mehr innerer Erfüllung sein kann.
ISBN-13: 978-3969051641
von Dr. med. Franziska Rubin
Wirkungsvoll Stoffwechsel und Hormonsystem optimieren
Bauchfett nachhaltig reduzieren – ganz ohne Druck, Verzicht oder ständiges Hungergefühl. Statt auf kurzfristige Diäten setzt die Naturheilkundlerin Dr. med. Franziska Rubin auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper und Geist gleichermaßen einbezieht. Ziel ist es, hartnäckige Fettpolster rund um die Körpermitte auf natürliche und nachhaltige Weise zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen ein sanft aktivierter Stoffwechsel, ein stabiler Blutzuckerspiegel, eine gesunde Darmflora und ein bewusster Umgang mit Stress, der das Abnehmen häufig unbemerkt erschwert. Dr. Rubin zeigt, wie wichtig es ist, dem Körper Zeit zu geben und ihn zu unterstützen, statt gegen ihn zu arbeiten. Vorgestellt werden bewährte Heilpflanzen und natürliche Lebensmittel, die entzündungshemmend wirken und das innere Gleichgewicht fördern können. Ergänzt wird das Konzept durch alltagstaugliche Rezepte. So wird das Abnehmen zu einem achtsamen Prozess: sanft, praktikabel und langfristig angelegt.
ISBN-13: 978-3833896569

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