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Heilkraft Natur 3/26

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heilkraft

Das neue Magazin über Natur, Gesundheit und Bewusstsein

Juli - September 2026

Ausgabe 3/26

Preis 4,95 €

natur

HANDEL Was unser Gehirn wirklich schafft

Die stille Kraft unserer Gärten

Maria Furtwängler im Gespräch: Wie Natur vor der Haustür heilen und schützen kann

Prof. Dr. Gerald Hüther spricht über den Garten des Lebens: Wie Natur innere Kraft wachsen lässt

Pflanzliche Hilfe bei Gelenkschmerzen

Reisen, die Körper und Seele guttun Urlaub im Einklang mit der Natur S. 22 Neue Hoffnung bei Arthrose

Die schönsten Kraftorte der Welt

Naturwunder, die innere Ruhe schenken S. 18

© SONNENTOR/@nudlholz.at

Komm vorbei!

Schmecke, rieche und staune, denn im SONNENTOR Erlebnis gibt es viel zu entdecken...

Erlebnis

Wo Kräuter zuhause sind!

BETRIEBSFÜHRUNGEN durch die du enden Kräuterhallen

GESCHÄFT mit krea ven Geschenkideen

BIO-GASTHAUS LEIBSPEIS'

WALD-REICH mit 19 Erlebnissen

NATURGARTEN DER VIELFALT am Frei-Hof Bio-Bengelchen

SPIELGARTEN & WEG

KRÄUTERWANDERWEG

Schon beim Eingang begrüßt dich ein unvergesslicher Kräuterduft. Bei einer Betriebsführung bekommst du spannende Einblicke in die Herstellung unserer bunten Produktkreationen und in die Geschichte des Unternehmens. In den vielfältigen Gärten entdeckst du, wo unsere Kräuter wachsen und wie nachhaltiges Leben im Einklang mit der Natur gelingt. Genieße österreichische Küche sowie vegetarische und vegane Gerichte im Bio-Gasthaus Leibspeis’. Für erholsame Nächte warten die Tiny-Häuser im Kräutergarten in Sprögnitz oder die Stadt-Lofts in Zwettl auf dich.

ÜBERNACHTEN in den Land-Lo s & Stadt-Lo s

Besuchen Sie uns online:

@heilkraft_natur_das_magazin

heilkraft-natur-magazin.de

Garten des Lebens

Der Garten ist weit mehr als ein Ort, an dem Pflanzen wachsen. Er ist ein Spiegel des Lebens selbst und ein Raum der Entwicklung, der Wandlung und der Erneuerung. In unserem Themenschwerpunkt „Garten des Lebens“ laden wir Sie ein, die vielfältigen Verbindungen zwischen Mensch und Natur neu zu entdecken. Denn so wie ein Garten Aufmerksamkeit und Geduld braucht, gedeihen auch Körper, Geist und Seele am besten in einem harmonischen Zusammenspiel mit den natürlichen Kräften, die uns umgeben.

Allzu oft fragen wir, was die Natur für uns tun kann: wie sie uns heilt, stärkt und regeneriert. Diese Fragen sind wichtig. Ebenso wichtig erscheint jedoch eine andere Frage: Was braucht die Natur von uns? Was geschieht, wenn wir ihr mit Empathie begegnen und sie nicht nur als Quelle unserer Gesundheit betrachten, sondern als lebendiges Gegenüber, das unsere Aufmerksamkeit, unseren Schutz und unsere Fürsorge verdient?

Der „Garten des Lebens“ ist deshalb auch eine Einladung zu einer neuen Haltung. Naturschutz beginnt nicht erst bei politischen Entscheidungen oder großen Projekten. Er beginnt dort, wo wir lernen, die Natur wieder als Mitwelt zu begreifen, mit der wir verbunden sind.

Wer einen Garten pflegt, weiß: Geben und Nehmen gehören zusammen. Nur dort, wo wir achtsam säen, bewahren und schützen, kann nachhaltiges Wachstum entstehen.

Besonders freuen wir uns über die inspirierenden Gespräche mit Prof. Dr. Gerald Hüther und der Schauspielerin Maria Furtwängler. Gerald Hüther spricht über Verbundenheit, Entwicklung und die Entfaltung menschlicher Potenziale. Es sind Gedanken, die sich wie junge Triebe durch den Garten unseres Lebens ziehen. Maria Furtwängler gewährt persönliche Einblicke in ihr Engagement und ihre Sicht auf Verantwortung, Gesundheit und gesellschaftlichen Wandel. So unterschiedlich die Beiträge dieser Ausgabe auch sind, sie alle verbindet ein gemeinsamer Gedanke: Das Leben gleicht einem Garten, den wir gemeinsam gestalten. Wenn wir lernen, mit Aufmerksamkeit und Respekt auf die Natur zu schauen, ihr zuzuhören und zu fragen: „Was brauchst du?“, dann entsteht eine Beziehung, die beiden Seiten guttut. Vielleicht liegt genau darin die tiefste Form der Heilkraft der Natur – nicht allein in dem, was sie uns schenkt, sondern in der Verbundenheit, die entsteht, wenn wir beginnen, Verantwortung für sie zu übernehmen.

Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre, neue Erkenntnisse und viele wertvolle Impulse für Ihren ganz persönlichen Lebensgarten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

l.gutzelnig@cda-verlag.com

Inhalt

JULI - SEPTEMBER 2026

Natur & Wissen

06 IMPULSE AUS DER NATUR

Aktuelle Meldungen und spannende

Entdeckungen aus der Welt der Natur

10 SIEBEN ERSTAUNLICHE FAKTEN ÜBER DIE NATUR

Faszinierende Phänomene der Natur, die selbst Wissenschaftler immer wieder verblüffen

Treffpunkt Natur

12 UNSER INTERVIEW MIT MARIA FURTWÄNGLER

zu ihrer neuen ARD-Dokumentation „Deutschland, deine Gärten“

Heilsames Reisen

18 DIE SCHÖNSTEN KRAFTORTE ZUR MANIFESTATION

Wie Visualisierung innere Ruhe schenken kann – inspiriert von besonderen Naturwundern rund um die Welt

22 URLAUB IM EINKLANG MIT DER NATUR

Bewusst unterwegs zu sein bedeutet auch, Aktivität und Regeneration in Einklang zu bringen

Naturapotheke

26 DIE HEILKRAFT DES SOMMERS

Sonnenessenzen herstellen –den Sommer für die Seele einfangen

34 NATURMEDIZIN NEU ENTDECKT

Naturstoffe zeigen, wie eng traditionelles Wissen und moderne Medizin heute zusammenrücken

36 SLOW GARDENING

Gärtnern entspannt – sofern wir Entspannung, Genuss und Ökologie über Perfektion stellen

40 NEUE HOFFNUNG BEI ARTHROSE

Was Heilpflanzen bei Gelenkschmerzen leisten können

Gesellschaft

46 INTERVIEW MIT PROF. DR. GERALD HÜTHER

Prof. Dr. Gerald Hüther spricht über Naturverbundenheit, innere Entwicklung und die Bedingungen, unter denen Lebendigkeit wachsen kann

54 ABSCHIED NEHMEN, SORTIEREN UND AUSMISTEN

Wie man mit gesunder Radikalität den Garten seines Lebens wieder zum Blühen bringt

Wir haben uns umgesehen, wo sich Reiseziele finden lassen, die emotional berühren.

Wie aus Blüten, Kräutern und Früchten eine sanfte Sommerapotheke für Körper und Seele entsteht.

58 DIE MULTITASKING-FALLE

Diese pflanzlichen

Heilmittel können Arthroseschmerzen lindern, Entzündungen reduzieren und den Körper auf natürliche Weise unterstützen.

Können wir wirklich mehrere Dinge gleichzeitig erledigen – oder täuscht unser Gehirn uns dabei?

62 KEIN LEBEN OHNE AGGRESSION

Wie gesunde Wut uns schützt, Beziehungen klärt und hilft, für uns selbst einzustehen

Prof. Dr. Gerald Hüther spricht über Natur, Selbstheilung und die Bedingungen, unter denen Lebendigkeit wachsen kann.

Körper & Seele

66 VICTORIA PERISA IM INTERVIEW

So begleitet die Berliner Unternehmerin Menschen dabei, ein neues Bewusstsein für das eigene Sein zu entwickeln

70 WENN DER KÖRPER SCHMERZT

Somatisierungsstörungen machen sichtbar, wie eng Körper und Seele verbunden sind

74 LEBE DEINE SENSIBILITÄT

Wie wir lernen, unsere Sensibilität als innere Stärke, Orientierung und Quelle echter Verbindung zu leben

Gut leben

78 TRINKGENUSS OHNE PROMILLE

Herbal Infusions, Matcha und alkoholfreie Aperitifs zeigen die neue Leichtigkeit alkoholfreier Sommerkultur

80 UNSERE BUCHTIPPS

Wir stellen Ihnen Werke vor, die neue Perspektiven zeigen, Herz und Geist berühren und uns mehr Bewusstsein schenken

Impulse aus der Natur

Unsere „Natur-Fakten“ bündeln aktuelle Forschung, spannende Studien und inspirierende Impulse aus der Welt der ganzheitlichen Gesundheit.

Europas größte

schreitet voran

Flussrenaturierung

Die Renaturierung der Unteren Havel ist Europas größtes Flussrenaturierungsprojekt. Seit Jahren wird daran gearbeitet, dem Fluss wieder mehr natürliche Dynamik zu geben. Dafür werden befestigte Ufer zurückgebaut, ehemalige Flussarme wieder angebunden und Auenbereiche ökologisch aufgewertet.

Das Projekt verbessert den Lebensraum für Tiere und Pflanzen, stärkt den Hochwasserschutz, speichert Wasser in Trockenzeiten und erhöht die Wasserqualität. Der deutsche Bundesumweltminister Carsten Schneider bezeichnet die Untere Havelniederung als wichtiges Beispiel für die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung.

bit.ly/nabu_HN

Gemischtes Bild bei der „Stunde der Gartenvögel“

Die diesjährige Zählaktion zeigt Licht und Schatten: Einige Finkenarten wurden häufiger beobachtet, während typische Siedlungsvögel wie Haussperling, Feldsperling, Mauersegler und Mehlschwalbe weiterhin rückläufige Meldungen aufweisen. Der Feldsperling wurde sechs Prozent seltener gezählt, der Haussperling sogar neun Prozent weniger.

Laut dem NABU-Vogelschutzexperten Martin Rümmler könnte der Rückgang selbst häufiger Arten ein Warnsignal für den Zustand der Natur in Städten und Siedlungen sein. Positiv ist dagegen, dass derzeit keine neue größere Krankheitswelle bei Finken erwartet wird.

bit.ly/vogel_HN

Bild:
NABU/Volker
Gehrmann

Frankreich: Wald darf wieder wilder werden

Auf dem französischen Vercors-Plateau haben Rewilding France und die Gemeinde Die eine wegweisende Vereinbarung getroffen: Der 432 Hektar große Gemeindewald „Die Forest“ soll sich für mindestens 60 Jahre weitgehend natürlich entwickeln können. Das gilt als wichtiger Wandel in der Bewirtschaftung kommunaler Wälder und setzt stärker auf natürliche Regeneration statt intensive Nutzung. Die Gemeinde besitzt auf dem VercorsPlateau einen Wald, der bisher hauptsächlich durch Holzernte, Aufforstung und den Bau von Forststraßen bewirtschaftet wurde. Die Einnahmen für die Gemeinde blieben dabei jedoch gering. Die ausgedehnten Wälder beherbergen zahlreiche Wildtierarten wie Wölfe, Rehe und Sperlingskäuze. Geplant sind unter anderem der Verzicht auf Holzeinschlag, die Einrichtung von Altholzinseln sowie mehr stehendes und liegendes Totholz. Dadurch sollen Biodiversität und Klimaresilienz gestärkt werden.

bit.ly/wald_FR

Wisente erobern die Südkarpaten zurück

Die Rückkehr der Wisente in die Südkarpaten Rumäniens gilt als eine der beeindruckendsten Wildtier-Erfolgsgeschichten Europas. Drei neue Wisent-Botschafter sollen nun dazu beitragen, die Rückkehr der Tiere sichtbar zu machen und die Verbindung zwischen Menschen, Wildnis und den lokalen Gemeinden zu stärken, die an einer wilderen Zukunft mitwirken. In den rumänischen Tarcu-Bergen hat sich die Wiederansiedlung der Wisente zu einem europaweit beachteten Erfolg entwickelt. Heute leben dort mehr als 250 frei umherziehende Tiere; ein großer Teil des Bestands ist bereits vor Ort in der Wildnis geboren. Damit ist die Region heute eines der wichtigsten Wisent-Rückkehrgebiete Europas.

Mit dem neuen Programm „Bison Ambassadors“, das im Rahmen des EU-geförderten Projekts LIFE with Bison gestartet wurde, sollen noch mehr Menschen für diese Rückkehr begeistert werden.

bit.ly/bison_HN

Preisgekrönte Doku über das Donaudelta

Eine neue Dokumentation des preisgekrönten französischen Filmemachers Emmanuel Rondeau zeigt die heilende Kraft der Natur im ukrainischen Donaudelta. Der Film „The Danube Delta and the Healing Power of Nature“, der am World Rewilding Day 2026 Premiere feierte, erzählt, wie Rewilding dabei hilft, eine der bedeutendsten Naturlandschaften Europas zu regenerieren und zugleich den Menschen, die vom Krieg belastet sind, Zuversicht zu geben. Im Mai 2025 verbrachte Rondeau zehn Tage im ukrainischen Teil des Donaudeltas gemeinsam mit dem Team von Rewilding Ukraine und lokalen Partnern. Dabei dokumentierte er Maßnahmen zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten und Graslandschaften –etwa den Rückbau von Deichen und Dämmen sowie die Ansiedlung großer Pflanzenfresser wie Wasserbüffel und Konik-Pferde zur Förderung der Biodiversität.

bit.ly/delta_HN

Schottland renaturiert 1.000 Hektar Moor

In den Affric Highlands nahe Loch Ness werden mehr als 1.000 Hektar geschädigter Moorflächen wiedervernässt. Mehrere benachbarte Eigentümer arbeiten dafür zusammen. Ziel ist es, Kohlenstoff im Boden zu halten, Wasser länger in der Landschaft zu speichern und seltenen Moorarten wieder bessere Lebensbedingungen zu bieten. Obwohl Moore nur etwa drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern sie mehr als 30 Prozent des weltweit im Boden gebundenen Kohlenstoffs –mehr als alle Wälder der Erde zusammen. Viele Moore wurden jedoch entwässert, etwa für Forst- oder Landwirtschaft, wodurch sie große Mengen CO₂ freisetzen. Moore sind einzigartige Ökosysteme und wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Zwischen Torfmoosen, Wasserflächen und feuchten Böden finden unter anderem Libellen und bodenbrütende Vögel ideale Bedingungen. In Schottland befinden sich rund 13 Prozent der weltweiten Deckenmoore. Damit leistet das Projekt einen bedeutenden Beitrag für den weltweiten Natur-, Klima- und Hochwasserschutz.

bit.ly/affric_HN

Bild: STAFFAN WIDSTRAND / REWILDING EUROPE

Boutique Biohotel Gitschberg

Die Natur als Vorbild sehen

Innovation inspiriert durch alpine Verbundenheit im kraftvollen Gleichklang mit und in der Natur. Qualität, so unverfälscht wie nachhaltig – mit Herz und Seele am richtigen Fleck. Das Lebensgefühl des Boutique Biohotel Gitschberg im Südtiroler Sonnendorf Meransen ist unverwechselbar. Auf 1.400 Metern über dem Alltag und der Bergwelt ganz nah, vereint das zertifizierte Klimahotel das Ursprüngliche der alpinen Natur und Tradition mit der wertverbundenen Moderne der heutigen Zeit. Es ist ein Kleinod fernab von Trubel und Hektik – ein Ort der Stille, Kraft und Lebensenergie.

Natürlich vital wohnen: Bioenergetisches Schlafsystem trifft natürliches Design

Seit Sommer 2025 bestechen 20 neugestaltete Zimmer durch noch mehr Licht, PanoramaWeitblick und moderne Bergverbundenheit. Die energieeffiziente Architektur, das Design und Handwerk vom Tischler sowie ausgewählte, natürliche Materialien sorgen für ein gesundes und wohliges Bioklima mit heimischem Lärchen- und Zirbenduft. Energetisch wurde das Boutiquehotel mit seinen insgesamt 40 Zimmern und den dialektalen Bauernhof-Namen nach Feng Shui-Prinzipien optimiert und mit orthopädisch-bioenergetischem Samina Schlafsystem ausgestattet, das sich ausschließlich naturreiner Bio-Materialien bedient und in liebevoller Handarbeit gefertigt wird. Ein absolutes Highlight: 16 ausgewählte PremiumZimmer wurden als Samina Power Sleeping

Rooms mit zusätzlicher Erdungsauflage für maximale Regenerationskraft ausgestattet.

Nachhaltiges Kleinod für Genießer über den Wolken Echt, bunt, voller Geschmack und ganz im Zeichen der Jahreszeiten – im Boutique Biohotel Gitschberg findet sich die Natur auf den Tellern. Die Gitschberg Bio-Naturküche ist eine Philosophie vom gesunden, naturnahen Leben. Mit der „Bioland®-Zertifizierung“ gelingt es, über 90 % des gastronomischen Angebots biologisch auszurichten – vorwiegend mit Bioprodukten aus Südtirol oder dem Alpenraum.

Weitere Informationen unter: www.gitschberg.it

Gewinnen Sie zwei Übernachtungen für zwei Personen inklusive ¾-Verwöhnpension inmitten der beeindruckenden Natur Südtirols. Freuen Sie sich auf nachhaltigen Genuss, alpine Ruhe und eine Umgebung, die neue Energie schenkt.

So nehmen Sie teil:

Senden Sie eine E-Mail: gewinnspiel@nachhaltig-leben-magazin.de Betreff: Nachhaltig leben – Boutique Biohotel Gitschberg

Teilnahmeschluss: 09.08.2026 | 23:59 Uhr

Bilder: Alenka Kürner und Mats Ramus, Andre Schönherr

Sieben Fakten

über die Natur, die uns zum Staunen bringen

Staunen gehört zu den schönsten Fähigkeiten des Menschen. Es erweitert unseren Blick auf die Welt, weckt Neugier und erinnert uns daran, dass wir längst nicht alles wissen. Gerade in einer Zeit, in der scheinbar jede Information nur einen Klick entfernt ist, hält die Natur noch immer unzählige Überraschungen bereit. Zwischen den Tiefen der Ozeane, den Wäldern, Wüsten und dem Himmel über uns verbergen sich faszinierende Phänomene und erstaunliche Fähigkeiten von Tieren, die selbst Wissenschaftler immer wieder verblüffen. Wir stellen Ihnen sieben außergewöhnliche Natur- und Tierfakten vor, die vielen Menschen bisher noch unbekannt waren und die zeigen, dass unsere Welt noch voller Wunder steckt.

Wunder der Tiefsee

Schimpansen mit Rhythmus

Forschende konnten zeigen, dass wilde Schimpansen beim Trommeln auf Baumwurzeln tatsächlich unterschiedliche rhythmische Muster verwenden – je nach Region. Westafrikanische Gruppen bevorzugen gleichmäßige Rhythmen, während ostafrikanische Schimpansen eher komplexe „Swing“-Rhythmen erzeugen. Das deutet darauf hin, dass Rhythmus und kulturelle Traditionen viel älter sein könnten als bisher gedacht und möglicherweise schon vor dem Menschen existierten.

In mehr als 9.000 Metern Tiefe entdeckten Forscher 2025 eines der tiefsten bislang bekannten chemosynthetischen Ökosysteme. Dort leben rote Röhrenwürmer, Schnecken und andere Tiere nicht von Sonnenlicht, sondern von chemischen Stoffen, die aus dem Meeresboden austreten. Die Entdeckung erweitert unser Verständnis darüber, wo Leben auf der Erde überhaupt möglich ist –und könnte sogar Hinweise darauf liefern, unter welchen Bedingungen Leben auch auf anderen Himmelskörpern denkbar wäre. Ein besonders faszinierender Gedanke dabei: Wissenschaftler schätzen, dass der Großteil der Arten auf unserem Planeten noch immer unbekannt ist. Allein in den vergangenen Jahren wurden Hunderte neue Pflanzen-, Pilz- und Tierarten beschrieben.

Orcas nutzen Algen zur Körperpflege

2025 dokumentierten Forscher erstmals, dass bestimmte Orcas gezielt große Kelp-Algen abbrechen und sie benutzen, um sich bei gegenseitigem Körperkontakt die Haut zu pflegen. Die Tiere klemmen die Algen zwischen ihren Körpern ein und reiben sie beim Kontakt über die Haut. Dieses Verhalten scheint kulturell weitergegeben zu werden und wurde bislang nur bei dieser Orca-Population beobachtet.

Text: Lisa Gutzelnig
Bilder:

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Pflanzen senden „Hilferufe“

Vor wenigen Jahren entdeckten Forscher, dass gestresste Pflanzen Ultraschallgeräusche erzeugen. 2025 konnte erstmals nachgewiesen werden, dass Insekten diese Signale tatsächlich wahrnehmen und darauf reagieren. Weibliche Motten vermeiden beispielsweise Pflanzen, die durch Trockenheit oder Schäden „Stresslaute“ aussenden, und legen ihre Eier lieber auf gesunden Pflanzen ab. Damit gibt es erstmals wissenschaftliche Hinweise auf eine akustische Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Tieren.

Fürsorgliche Mäuse

In einer viel beachteten Studie beobachteten Wissenschaftler, dass Mäuse bei bewusstlosen Artgenossen ein Verhalten zeigten, das an einfache Wiederbelebungs- oder Hilfsversuche erinnert. Die Tiere leckten ihnen über die Augen, zogen an der Zunge und beschäftigten sich auffallend intensiv mit den reglosen Mäusen. Das Verhalten erinnert erstaunlich an primitive Formen von Fürsorge oder Erste-Hilfe-Maßnahmen und deutet darauf hin, dass soziale Hilfsbereitschaft im Tierreich viel weiter verbreitet sein könnte als bislang angenommen.

Tiefsee-Kalmar tarnt sich als Schwamm

In über 4.000 Metern Tiefe beobachteten

Wissenschaftler einen vermutlich bislang unbekannten Tiefsee-Kalmar mit einem völlig ungewöhnlichen Verhalten: Das Tier vergräbt sich kopfüber im Meeresboden und lässt nur Tentakel und Körperteile herausragen, sodass es wie der Stiel eines Tiefseeschwamms wirkt. Eine solche Tarnstrategie wurde bei Tiefsee-Kalmaren zuvor noch nie dokumentiert. Forscher vermuten, dass der Kalmar dadurch entweder Beute anlockt oder sich vor Fressfeinden versteckt.

Buckelwal auf Rekordreise

Forscher konnten kürzlich nachweisen, dass ein Buckelwal zwischen zwei dokumentierten Sichtungen mehr als 15.000 Kilometer zwischen Brasilien und Australien zurückgelegt haben muss – die bislang größte bestätigte Distanz zwischen zwei Sichtungen eines einzelnen Buckelwals. Das zeigt, wie wenig wir über die tatsächlichen Wanderungen vieler Meeressäuger wissen und wie stark die Ozeane weltweit miteinander verbunden sind. 7

Diese Entdeckungen sind deshalb so faszinierend, weil sie zwei Vorstellungen infrage stellen: Zum einen, dass komplexe Kultur nur beim Menschen existiert, und zum anderen, dass wir die Tierwelt bereits gut kennen. Tatsächlich entdecken Wissenschaftler selbst bei bekannten Arten noch regelmäßig völlig neue Verhaltensweisen. Pflanzen erscheinen zunehmend als Lebewesen, die Signale aussenden, auf die Tiere reagieren können. Zugleich zeigen Tiere Fähigkeiten, die lange Zeit als ausschließlich menschlich galten.

Unser Interview mit Maria Furtwängler

zu ihrer neuen

ARD-Dokumentation

„Deutschland, deine Gärten“

Wenn man Maria Furtwängler auf der Bühne erlebt und sie über ihr Herzensthema sprechen hört, wird sofort spürbar, wie viel Leidenschaft dahintersteckt. Mit ihrer MaLisa Stiftung, die sie gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth Burda Furtwängler ins Leben gerufen hat, engagiert sie sich u. a. intensiv für den Schutz unserer Umwelt. In Zusammenarbeit mit dem NABU ist jüngst auch die Social-MediaKampagne „Natur schützen = Leben schützen: 30 * 30“ entstanden, bei der Promis zeigen, welche Lieblingsorte in der Natur für sie besonders schützenswert sind.

Maria Furtwängler ist nicht nur eine erfolgreiche Schauspielerin und Produzentin, sondern auch eine überzeugte Aktivistin und leidenschaftliche Naturliebhaberin. Seit dem 13. April 2026 ist zudem ihre neue Dokumentation „Deutschland, deine Gärten“ in der ARD-Mediathek verfügbar. In der Dokumentation wird eindrucksvoll gezeigt, welches enorme Biodiversitätspotenzial in den Privatgärten Deutschlands steckt. Dieses riesige Mosaik aus Grünflächen kann entscheidend dazu beitragen,

bedrohten Tier- und Pflanzenarten neuen Lebensraum zu bieten. Maria Furtwängler macht sich in „Deutschland, deine Gärten“ auf die Suche nach dieser verborgenen Kraft und entdeckt dabei die geheime Superpower der Natur direkt vor unserer Haustür. Wir haben Maria Furtwängler zum Interview in Hamburg getroffen. Im Gespräch mit ihr wird deutlich, wie tief ihre Verbundenheit zur Natur reicht und welche besonderen, heilenden Kräfte sie in ihr sieht.

Frau Furtwängler, wie sind Sie darauf gekommen, einen Film über Gärten zu machen?

Ich liebe die Natur und auch den Garten meiner Kindheit am Stadtrand von

Die ARD-Dokumentation „Deutschland, deine Gärten – Mit Maria Furtwängler“ finden Sie unter: bit.ly/ARD-Garten

Ein Film von Herbert Ostwald. Produziert von Längengrad Filmproduktion und Doclights für den NDR.

München. Aber so viele Vogelarten, und auch Feldhasen und Kaninchen, sind verschwunden. In Deutschland ist ein Drittel aller Arten vom Aussterben bedroht. Vielfach fehlt es an Lebensräumen, an Verstecken und Brutplätzen. Für mich geht da auch ein Stück Heimat verloren. Da dachte ich: Wieso nicht die vielen vorhandenen

Text: Lisa Gutzelnig
Maria Furtwängler im Leipziger Kleingarten von Holger Große

Liebe wächst weiter

Die Naturverbundenheit ihrer Mutter begleitet Maria Furtwängler bis heute in ihrem eigenen Garten.

Garten sicher auch einen großen Anteil daran. Noch heute hole ich mir bei ihr Pflanzen für meinen eigenen Garten.

Sie sind nicht nur Schauspielerin, Aktivistin und Produzentin, sondern auch NABU-Insektenbotschafterin. Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste beim Schutz von Insekten?

Die Anzahl der Insekten ist wahnsinnig zurückgegangen. Früher war es so: Wenn wir nach Italien gefahren sind, musste meine Mutter alle paar Stunden aussteigen und die Windschutzscheibe sauber machen. Heute ist das nicht mehr der Fall. Studien zeigen, dass die Biomasse fliegender Insekten in Teilen Deutschlands über Jahrzehnte stark zurückgegangen ist. Das größte Problem stellt die Landwirtschaft dar, die derzeit einer der Haupttreiber des Lebensraumverlusts ist. Insbesondere der intensive Einsatz von Pestiziden trägt dazu bei. Hier müssen wir dringend etwas ändern!

Was ist Ihr persönliches Lieblingsinsekt?

Gärten als Oasen einbeziehen? Immerhin gibt es 17 Millionen Privatgärten in unserem Land, zusammen bedecken sie eine Fläche größer als alle deutschen Nationalparks! All diese Gärten haben enormes Potenzial, bedrohten Tierund Pflanzenarten mehr Lebensraum zu geben.

Woher kommt Ihre Liebe zur Natur?

Ich habe immer schon eine sehr große Nähe zu allen Tieren empfunden. Ich bin zu spät zur Schule gekommen, weil ich noch alle Regenwürmer aus Pfützen retten oder einer hungrigen Hummelkönigin im Frühjahr noch Zuckerwasser bringen musste. Meine Mutter hat mit ihrer Liebe zu ihrem

Ich liebe ganz besonders die Erdhummel. Sie gehört zu den größten heimischen Hummelarten und ist so ein dicker, gemütlicher Brummer, der laut summend durch die Gegend fliegt. Wenn sie auf einer Blüte landet, senkt sich die Blüte manchmal allein durch ihr Gewicht. Im Sommer können ihre Völker bis zu 600 Individuen umfassen. Doch am Ende der Saison überleben nur die jungen Königinnen. Und was ich besonders faszinierend finde: Sie verkriechen sich für den Winter in ein kleines Loch im Boden, das sogar einfrieren oder überflutet werden kann. Dort überdauern sie die kalte Jahreszeit ganz allein und könnten sogar eine Woche vollständig unter Wasser überleben. Erst wenn es im Frühjahr wieder warm genug wird, kommen sie

hervor und gründen ein neues Volk. Solche Geschichten aus der Natur begeistern mich immer wieder. Wenn man genauer hinschaut, denkt man oft: Ist das nicht einfach unglaublich?

In der ARD-Doku hat man sehr gut gesehen, dass Sie im Garten Ihrer Mutter das Biodiversitätsparadies geschaffen haben.

Na ja, im Garten meiner Mutter muss ich noch ein bisschen arbeiten. Der Garten steht schon noch sehr für einen perfekten Rasen. Ich habe das ja auch so gelernt früher. Sie hat gesagt: „Der Löwenzahn muss raus – das muss man ausstechen.“ Und erst, seitdem ich selber Bienenvölker habe, weiß ich, dass der Löwenzahn in den Wiesen die erste große Nektartracht ist. Für mich

„Ich liebe die Natur und auch den Garten meiner Kindheit am Stadtrand von München.“

ist heute so eine Wiese, die so aussieht wie ein Golfrasen, einfach wie tot. Ich habe mittlerweile eine Wiese, da darf es blühen. Da darf alles krabbeln und kreuchen wie wild. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir auch so „Sehgewohnheiten“ ändern, oder dass wir in den Zäunen Löcher lassen für die Igel. Dass wir darüber nachdenken:

„Wie können wir der Artenvielfalt was Gutes tun?“ Denn die leidet extrem. Und in Deutschland gibt es so viele Gärten und wenn darin alle etwas tun würden oder noch mehr tun würden, dann kann sich schon etwas ändern.

Was könnte man denn konkret ändern? Was war bei Ihnen der erste Schritt auf Ihrem Weg zur Auswilderung?

Meine persönliche Auswilderung fing mit dem Rasen an. Ein Rasen kann mehr sein als ein kurz gemähtes, mit dem Mähroboter dauergekürztes Stück Grün. Mähroboter stellen wiederum ein Problem für die Igel dar. Also, was wir sofort tun können: Wir können kleine Blühinseln mit Wildblumen, die zu unserer Gegend passen, anlegen. Damit locken wir schon viele Insekten und Käfer an. Wir müssen lernen, viel mehr auch sozusagen „unordentliche Stellen“ zu lassen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Laubhaufen unter Büschen vielen Tieren Unterschlupf bieten, etwa Raupen, Igeln und Kröten. Deshalb am besten nicht alles mit dem Laubbläser entfernen. Wichtig ist auch ein Kompost, denn das, was für uns „verfallen“ aussieht, lockt ganz viele Tiere an. Wir können sehr viel bewegen und das zeigen wir, glaube ich, auch ganz deutlich in der Doku.

Was sind denn für Sie die besonderen Heilkräfte der Natur? Haben Sie persönlich auch schon mal erlebt, dass die Natur zum Arzt geworden ist für Sie?

Die Natur ist immerzu und immer wieder die beste Medizin. Zum Beispiel, wenn ich aus einem sehr angespannten, stressigen Tag komme und in den Garten gehe und den Vögeln lausche, diese Vogelstimmen höre – mittlerweile erkenne ich ganz viele Vogelstimmen – und sehe, wie die Enten bei mir über das Grundstück laufen. Ich habe so ein lustiges Entenpärchen, das entdeckt hat, dass es bei mir immer Hühnerfutter gibt. Und die laufen ganz gemütlich, schauen den Hund an, schauen die Katzen an, sagen: „Ist uns wurscht, hier gibt’s köstliches Futter – wir gehören jetzt hier auch her.“ Und das sind sofort Momente, da geht mir das Herz auf, und es öffnet sich was in mir, und das ist für mich die beste Medizin. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Heilkräutern, auch wenn ich da noch ganz am Anfang stehe. Aber ich bin auf einem guten Weg. Die Vogelstimmen habe ich mir bereits angeeignet, und jetzt widme ich mich als Nächstes den Heilkräutern.

Sie haben gerade das Herz angesprochen. Kann man es spiegelbildlich auch so sehen, dass man manchmal die Betonplatten im eigenen Herzen aufsprengen muss, damit wieder Wildheit und Schönheit und etwas Neues entstehen können? Kann man diese Auswilderung auf das eigene Leben übertragen?

Ich glaube, es geht um Empathie und darum, sich dafür zu öffnen, wie es jemandem oder etwas anderem geht. Wie geht es diesem Baum? Wie geht’s meinen Pflanzen – brauchen sie Wasser? Oder wie geht’s meinem Hund? Muss er Gassi gehen? Ich glaube, dass die Natur – und alles, was zu ihr gehört,

Artenvielfalt im eigenen Garten

Schwebfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen. Sie gehören deshalb zu den wichtigen Bestäubern in einem Garten.

Mähroboter sind in Gärten für schwere oder tödliche Verletzungen vieler Igel verantwortlich.

Taubenschwänzchen beherrschen den Schwirrflug. Wenn sie mit ihrem langen Rüssel Nektar saugen, müssen sie nicht einmal landen.

In vielen Kleingartensiedlungen engagiert man sich heute für den Artenschutz.

auch unsere Haustiere – uns immer wieder aus der Perspektive des „Ich, ich, ich“ herausholt. Sie lädt uns ein, den Blick nach außen zu richten und in Beziehung zu treten. Dann geht es nicht mehr nur um uns selbst, sondern um Fragen wie: „Wie geht es dir?“, „Was brauchst du?“ oder „Was kann ich dir Gutes tun?“ Und das Tolle ist, dass es nicht immer nur ein Geben, sondern extrem stark auch ein Nehmen ist. Für mich gibt es in dem Moment, in dem es diesen Blumen gut geht oder meinen Hühnern oder meinen Bienenvölkern oder ich viele Erdhummeln sehe, so viel, das mir zurückgegeben wird. Also

einerseits sich öffnen für „Wie geht’s dir?“ aber dann auch sich öffnen für „Danke!“. Wir werden ja dauernd reich beschenkt von der Natur. Und jede Blüte, die sich im Frühjahr öffnet, die zeigt alles. Die sagt nicht: „Oh, ich habe keine Lust, Dir heute was zu zeigen“ oder „Heute mag ich nicht.“ Sondern die sagt: „Hier bin ich.“ Und ich glaube, das können wir uns abschauen von der Natur: das „Hier bin ich.“

Sie sind für den Film quer durch Deutschland gereist. Was haben Sie dabei erfahren?

Überall gibt es Leute, die ihre Gärten in kleine Oasen verwandeln. In Berlin hat ein Mieter den Hinterhof mit weggeworfenen Blumenzwiebeln zum Dschungel gemacht. Kleingärtner in Leipzig setzen eher auf Biodiversität als auf Gartenzwerge in ihren Parzellen, und in der Nähe von Köln verwandeln Hausbesitzer öde Schottergärten in Insektenparadiese. Das alles macht Mut – und hat mir große Freude gemacht, es zu entdecken!

Was hat Sie bei Ihrer Reise am meisten überrascht?

Wir haben im Garten meiner Mutter mehrere Kameras aufgehängt, die nachts aufnehmen, was dort fleucht und kreucht. Und siehe da: Füchse, Marder und Igel haben sich sehen lassen. Am Tag sieht man diese Tiere nie. Ich hätte nicht gedacht, dass zumindest diese Arten noch in unserer Nähe in der Stadt leben. Kurzum: Ein Garten ist auch ein Ort für die Arten.

Was können Gärtner für die Artenvielfalt tun?

Es hilft schon, einfach nicht zu viel aufzuräumen. Hecken sollte man nicht dauernd beschneiden, da brüten Vögel drin. Und totes Holz bitte auch mal liegen lassen, damit Wildbienen, aber auch Lurche Verstecke haben.

Bilder: Herbert Ostwald/Remi Rappe/Längengrad Filmproduktion

Man kann auch viele unterschiedliche kleine Lebensräume schaffen: Eine Wassertränke für Vögel hier, eine Steinmauer für Eidechsen dort. Und vor allem: heimische Pflanzen säen, denn auf deren Blüten sind unsere Insekten angewiesen. Es gibt Studien, die besagen, dass schon kleinste Flächen vielen Kleintieren und Pflanzen als Refugium dienen können.

Heißt Artenschutz, dass wir in unseren Gärten nicht mehr grillen, spielen und den Rasen mähen dürfen? Auf keinen Fall, wir wollen uns natürlich auch in unseren Gärten erholen. Aber es gibt kleine Kniffe und Tricks, wie es für uns und die Wildtiere zu einem Zuhause werden kann: Ein Loch im Zaun ermöglicht Igeln, zu wandern, ein Laubhaufen am Rande dient Kröten und Käfern als Schutz. Und statt des Kirschlorbeers könnte man ja auch eine schöne Kornelkirsche oder einen Liguster pflanzen, die Insekten Nahrung bieten. Und die vielen kleinen Pflanzen am Rand, wie den Natternkopf oder den Wiesensalbei, sollte man nicht als Unkraut ansehen, sondern stehen lassen. Wer einen Rasen hat, der sollte auf Mähroboter zumindest in der Dämme-

Kleine Käfer, große Wirkung

Viele Käfer fressen an Blüten und bestäuben die Pflanzen dabei eher „nebenbei“.

rung und nachts verzichten, denn die Geräte verletzen und töten Igel.

Gärten in Naturparadiese zu verwandeln, klingt aufwendig. Sind artenreiche Gärten nur etwas für Wohlhabende?

Ganz und gar nicht. Tote Äste stapeln, Laub zusammenschieben und weniger Unkraut rupfen hilft ja schon. Naturschutzverbände bieten zudem günstige Pflanzen- und Samenmischungen an, ein paar Fettknödel im Strauch helfen Vögeln über den Winter. Statt viel Geld in Baumärkten für Zierpflanzen auszugeben, lohnt es sich, in heimische Stauden zu investieren. Bienen lieben das. Wer Stauden voller brummender Hummeln sieht oder zuschauen kann, wie brütende Vögel ihre Küken aufziehen, der fühlt sich wohler. Naturnahes Gärtnern macht Spaß!

Eigentlich könnten alle etwas tun. Was steht dem naturnahen Gärtnern dann noch im Weg?

Viele haben Sorge, dass ein naturnaher Garten unordentlich aussähe und sich Nachbarn beschweren. Manche sorgen

sich vor Ratten und Wespen. Aber viele wollen etwas tun, wissen aber nicht, wie. Da gibt es im Internet viele nützliche Tipps bei den Naturschutzverbänden. Jeder kann was tun, direkt vor seiner Haustür.

Kann jemand, der keinen Garten hat, auch etwas für die Artenvielfalt tun? Da gibt es viele Möglichkeiten. Man kann z. B. eine Blühpatenschaft übernehmen. In Leipzig und anderen Städten gibt es Initiativen, die die Flächen unter Straßenbäumen bepflanzen. Oder man fragt bei der Arbeit an, ob man eine öde Stelle auf dem Betriebsgelände bepflanzen kann. Und es gibt eine Reihe von öffentlichen Gemeinschaftsgärten, wo jede helfende Hand willkommen ist.

Vielen Dank für das Interview!

Maria Furtwängler und Eckart von Hirschhausen bereiten sich einen Tee aus Gartenkräutern zu.

Die schönsten Kraftorte der Natur

Wie Visualisierung innere Ruhe

schenken kann – inspiriert von besonderen Naturwundern rund um die Welt.

Text: Lisa Gutzelnig

Das Visualisieren eines Kraftortes zur Genesung ist eine Methode, um durch Visualisierung, positive Gedanken und emotionale Ausrichtung einen mentalen Rückzugsort zu schaffen, der innere Ressourcen stärken kann. Dieser Ort dient als innerer Schutzraum, um Stress abzubauen, Energie zu tanken und den Heilungsprozess innerlich zu begleiten.

Wenn der Körper krank ist, fühlt man sich oft schwach, ausgeliefert und ohne Kontrolle. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode kann in solchen Momenten die Visualisierung eines persönlichen Kraftortes sein. Dabei stellt man sich bewusst einen Ort vor, an dem man sich sicher,

ruhig und geborgen fühlt – zum Beispiel einen sonnigen Strand, einen stillen Wald oder einen warmen Raum voller Licht. Diese inneren Bilder können Stress reduzieren, Hoffnung stärken und dem Körper helfen, sich zu entspannen. Studien zeigen, dass positive Vorstellungen das Wohlbefinden verbessern und Entspannung sowie Zuversicht fördern können.

Die Kraft der Vorstellung wurde auch von Menschen genutzt, die in extrem schwierigen Situationen lebten. Ob der Psychiater Viktor Frankl oder Nelson Mandela: Beide berichteten, dass sie während ihrer Gefangenschaft immer wieder gedanklich Orte der Freiheit und Hoffnung aufsuchten und Bilder von geliebten Menschen nutzten, um geistig zu überleben und innere Stärke zu bewahren.

Bilder:

Der Seljalandsfoss in Island

Wenn von spektakulären Naturwundern die Rede ist, darf Island nicht fehlen. Die Insel aus Feuer und Eis ist bekannt für ihre beeindruckenden Landschaften mit Vulkanen, Gletschern und Wasserfällen. Ein besonders berühmtes Beispiel ist der Seljalandsfoss.

Der Wasserfall zählt zu den bekanntesten des Landes. Das Wasser fällt rund 60 Meter von einer ehemaligen Steilküste herab. Besonders reizvoll ist ein schmaler Weg, der bei passenden Bedingungen hinter den Wasserfall führt. Dort steht man in der feuchten Gischt und blickt durch den herabfallenden Wasservorhang hinaus auf die grüne Umgebung –eine Perspektive, die nur wenige Wasserfälle bieten.

Die Felsenlandschaften Kappadokiens in der Türkei

Die historische Region Kappadokien lässt sich nicht eindeutig abgrenzen, weil sich ihre Grenzen im Lauf der Geschichte immer wieder verschoben. Berühmt wurde sie durch ihre Landschaft aus weichem vulkanischen Tuff, den Wind und Wasser über lange Zeit zu Kegeln, Türmen und bizarren Felsnadeln geformt haben. Schon früh nutzten Menschen dieses Gestein und schufen darin Wohnräume, Kapellen, Klöster und unterirdische Anlagen. Besonders rund um Göreme, Zelve und die Ihlara-Schlucht lassen sich viele dieser Felsräume und Kirchen besichtigen. Wer die Täler aus einer besonderen Perspektive erleben möchte, kann mit einem Heißluftballon über die Landschaft schweben.

Diese Beispiele zeigen: Selbst wenn äußere Umstände schwierig sind, bleibt unsere innere Vorstellungskraft ein Ort der Freiheit und der Kraft. Wer lernt, diesen inneren Raum zu nutzen, kann Trost, Mut und neue Energie finden – gerade in Zeiten von Krankheit und Herausforderung.

„Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich einen Ort vor, an dem Sie sich vollkommen sicher, ruhig und geborgen fühlen. Atmen Sie langsam und tief ein und aus und lassen Sie Ihren Körper dabei immer entspannter werden. Beginnen Sie nun, diesen Ort in Ihrer Vorstellung mit allen Sinnen entstehen zu lassen. Sehen Sie sich genau um: Welche Farben umgeben Sie? Vielleicht befinden Sie sich in einem ruhigen Wald, in dem warmes Sonnenlicht durch die Blätter fällt, oder an einer stillen Meeresbucht mit klarem, türkisfarbenem Wasser. Richten Sie anschließend Ihre Aufmerksamkeit auf die Geräusche. Vielleicht hören Sie das sanfte Rauschen des Meeres, das leise Rascheln der Blätter im Wind oder das Zwitschern von Vögeln. Oder Sie hören auch einfach eine tiefe, angenehme Stille. Nehmen Sie nun die Empfindungen Ihres

Der Höhlensee Ik Kil in Mexiko

Die Cenote Ik Kil liegt auf der Halbinsel Yucatán, unweit von Chichén Itzá. Für die Maya hatten solche Karstquellen eine religiöse Bedeutung; sie galten als besondere Orte zwischen der sichtbaren Welt und der Unterwelt. Heute ist Ik Kil vor allem ein beliebtes Naturbad. Über Treppen gelangen Besucher hinab zum Wasser, das tief unter der Erdoberfläche liegt. Von oben hängen Pflanzen und Wurzeln in die runde Öffnung hinab; unter der Wasserfläche reicht die Cenote noch viele Meter weiter in die Tiefe. Wegen ihrer eindrucksvollen Kulisse zählt sie zu den bekanntesten Cenoten Mexikos.

Körpers wahr. Vielleicht spüren Sie die warme Sonne auf Ihrer Haut, einen sanften Wind im Gesicht oder den warmen Sand unter Ihren Füßen? Lassen Sie dieses Gefühl von Wärme, Sicherheit und Entspannung durch Ihren ganzen Körper fließen.“

Nutzen Sie anschließend positive Affirmationen, um Ihren Glauben an Heilung und innere Stärke zu festigen. Sagen Sie sich in Gedanken oder leise Sätze wie: „Ich bin sicher, ruhig und geborgen an meinem Kraftort.“, „Mein Körper ist voller heilender Energie.“ oder „Ich erlaube meinem Körper, sich vollkommen zu regenerieren.“ Wiederholen Sie diese Sätze langsam und bewusst und lassen Sie ihre Bedeutung auf sich wirken. Um die Wirkung zu vertiefen, können Sie Ihren Kraftort innerlich „verankern“.

Naturorte voller Kraft

Die Natur bietet eine wunderbare Kulisse, um unseren ganz persönlichen inneren Kraftort zu finden. Wir begeben uns auf eine fotografische Reise rund um die Welt zu beeindruckenden Orten, an denen die Natur wahre Meisterwerke geschaffen hat. Die folgenden Orte können als Inspiration dienen. Unser Planet ist voller Wunder, die allein durch die Kräfte der Natur entstanden sind. Auf allen Kontinenten gibt es Orte und Landschaften, die Menschen ins Staunen versetzen. Dazu zählen riesige Höhlensysteme und beeindruckende Gebirgszüge, spektakuläre Schluchten und Canyons, farbenprächtige Korallenriffe und idyllische Wasserfälle ebenso wie glitzernde Eislandschaften und scheinbar endlose Wüsten. Visualisieren Sie einen Ort, den Sie besuchen möchten oder der für Sie Entspannung bedeutet (z. B. einen Strand, einen Wald, eine Berglandschaft oder einen See). Nicht jeder Ort berührt etwas in unserem Inneren. Achten Sie genau darauf, welches Bild in Ihnen Resonanz auslöst und warum. Dadurch kommen Sie Ihrem eigenen Element ein Stück näher. Wenn wir bewusst wahrnehmen, welches Bild uns besonders anspricht, können wir besser verstehen, was uns innerlich bewegt, welche Umgebung oder Stimmung zu uns passt und was unser persönliches „Element“ ist (z. B. Wasser, Feuer, Erde, Luft). Diese Übung lädt also zur Selbstbeobachtung ein.

Das Monument Valley in den USA

Das Monument Valley gilt als eine der eindrucksvollsten Landschaften des amerikanischen Südwestens. Seine markanten roten Sandsteinformationen und Tafelberge prägen die Landschaft im Grenzgebiet der Bundesstaaten Utah und Arizona. Die beeindruckende Kulisse wurde häufig für Westernfilme genutzt und steht symbolisch für den amerikanischen Südwesten. Entstanden ist die einzigartige Landschaft über Millionen Jahre durch Sedimentation und Erosion.

Die Sơn-Đoòng-Höhle in Vietnam

Mitten im vietnamesischen Nationalpark Phong Nha-Ke Bàng liegt die Sơn-Đoòng-Höhle, die seit einer internationalen Expedition im Jahr 2009 als größte bekannte natürliche Höhle der Welt gilt. Ihre Hauptpassagen erreichen enorme Ausmaße; an manchen Stellen würden ganze Gebäude darin Platz finden. Gerade dieser Größenmaßstab macht sie zu einem der außergewöhnlichsten Höhlensysteme der Erde.

Im Inneren haben Lichtschächte, Wasserläufe und eingestürzte Deckenteile eigene Lebensräume entstehen lassen: an manchen Stellen wächst dichter Dschungel, und durch Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede können sich Nebel und Wolken bilden. Die größten Stalagmiten erreichen rund 80 Meter Höhe. Touristisch zugänglich ist die Höhle nur streng begrenzt: Expeditionen werden reguliert, um dieses empfindliche Naturwunder zu schützen.

Bild: Ryan Deboodt

Der Salar de Uyuni in Bolivien

Der Anblick der gleißend weißen Salzebene des Salar de Uyuni wirkt fast unwirklich. Mit über 10.000 Quadratkilometern ist sie die größte Salzfläche der Welt und steht in starkem Kontrast zum blauen Himmel und den dunklen Bergen am Horizont. Die Salzkruste ist das Überbleibsel prähistorischer Seen und etwa elfmal so groß wie Rügen. Schon vor mehr als hundert Jahren bauten Menschen hier Salzblöcke ab und transportierten sie mit Lamas zu den Märkten. Heute wird das Salz noch immer traditionell gewonnen, allerdings werden die Lasttiere inzwischen meist durch Lastwagen ersetzt.

Urlaub im Einklang

mit der Natur

Bewusst unterwegs zu sein kann bedeuten, die symbiotische Kraft von Aktivität und Regeneration zu verinnerlichen. Da wir viel zu oft digital unterwegs sind, lohnt es sich, in den Ferien analoge Wege einzuschlagen.

Text: Michaela Hocek

Wie oft suchen wir zwischen den Verpflichtungen und Routinen des Alltags nach Momenten der Stille? Allzu gut kennen wir die Sehnsucht nach Leichtigkeit, Erlebnissen in intakter Natur und Entschleunigung. Am einfachsten fällt es, sie im Urlaub zu stillen. Oft beginnt sie mit der Entscheidung, auf Slow Travel und Destinationen fernab von Overtourism zu setzen und endet nicht selten mit einer Begegnung mit uns selbst. Wir haben uns umgesehen, wo sich das Reiseziel „Ort, der mich emotional berührt“ finden lässt. Fündig geworden sind wir an wunder-

schönen Seen, schroffen Bergen und sattgrünen Landschaften. Im Chiemgau beispielsweise wurden anlässlich des 205. Geburtstags von Sebastian Kneipp sechs Touren für Radfans und Wandernde neu entwickelt. Gefallen finden wir auch am schwedischen „Jedermannsrecht“, das Reisenden erlaubt, sich unter Berücksichtigung der Grundregel „nicht stören und nicht zerstören“ überall frei in der Natur zu bewegen und sogar zu zelten. In Südtirol und Sardinien sind wir auf Resorts gestoßen, die in üppigen Waldlandschaften zu den Wurzeln der Natur führen. Ruhe – auch im Inneren – zu finden und das Kennenlernen der Traditionen von Hirten ist in Montenegro auf sehr authentische Weise möglich.

Jahrhundertealte Bäume

Ratschings – Südtirol

Eintauchen in einen Kraftort am Rande des Ratschingser Waldes kann man in den vier Tenne Chalets für zwei bis vier Personen – gebaut aus Südtiroler Hölzern, Natursteinmauern aus Silberquarzit und mit Glasfronten, die die Natur ins Innere einladen. Ein mit Spezialitäten gefüllter Kühlschrank, der offene Kamin, der private Jacuzzi auf der Terrasse und der allgemeine Spa-Bereich mit Infinity-Pool, Saunen u.v.m. sind Garanten für eine erholsame Auszeit. Im Haupthaus der Tenne Lodges kann ausgiebig gefrühstückt oder abends à la carte im Drei-Hauben-Restaurant gegessen werden. Über das SuitePad wird auf Wunsch direkt ins Chalet geliefert.

Stressabbau in 72 Stunden

Dalsland - Schweden

Eine Hütte aus Glas auf der einsamen schwedischen Insel Henriksholm war 2017 der Ort einer Studie namhafter Wissenschaftler. Die Untersuchungsergebnisse der Auswirkungen eines dreitägigen Aufenthalts von Menschen mit nervenaufreibenden Jobs sprechen für sich: Das Stresslevel der Teilnehmenden sank dabei um fast 70 Prozent, so Walter Osika, Stressforscher und außerordentlicher Professor am Karolinska Institut in Stockholm. Nun sind die Hütten aus Glas am See Vänern – dem größten See innerhalb der EU – auch für Touristen zugänglich. Zwei Stunden von Göteborg oder drei Stunden von Oslo entfernt öffnet sich das Tor zur Wildnis mit Badeplatz, Ruderboot, Angeln, Feuerstelle und Rucksack für alle Fälle. Gegessen wird im Speiseraum des Aktivitätszentrums oder im Glashaus.

In

Ob Kurztrip, Vorsorgekur oder ‚Internationale Kneipp Aktionstage‘: Entdecken Sie die malerische Kurstadt für Ihr ganzheitliches Wohlbefinden.

www.bad-nauheim.de

Bilder: Jonas Ingman, Copenhagen Wilderness
Bild: Andreas Tauber

Innere Stärke und Resilienz

Chiemgau

– Deutschland

Ein Aufenthalt im Mountain Retreat Center im Chiemgauer Alpenland nahe Sachrang, Aschau und der Kampenwand kommt einem Reset der eigenen Ressourcen gleich. Tägliche Yogaeinheiten, Retreats zu Themen wie Coaching, Klangarbeit, Breathwork und achtsamem Schreiben: „Rückzug mit Begegnung“ lautet das Motto des Hauses von Indigourlaub und es gibt viele Momente in den liebevoll eingerichteten Räumen, in der Sonne auf der Terrasse oder am Buffet, um ungezwungen ins Gespräch zu kommen. Das vegan-vegetarische Küchenkonzept ist auf Harmonie mit den Aktivitäten in der Natur und im Haus abgestimmt.

Kneippanlage im Bergsteigerdorf Sachrang

Architektur und Atmosphäre

Sardinien – Italien

Der Charme der zweitgrößten Insel des Mittelmeers entspringt ihrer Vielschichtigkeit: Wilde Berglandschaften treffen auf weiße Sandstrände, bizarre Felsküsten auf kristallklares Wasser. „The Thinking Traveller“, ein Reiseanbieter, der 2002 von Rossella Beaugié und Huw Beaugié gegründet wurde und enge, partnerschaftliche Beziehungen zu den Eigentümern pflegt, bietet hier exklusiv kuratierte Villen an: im Nordosten „Salinedda Six“ mit weitem Blick auf Capo Coda Cavallo und die Insel Ruia sowie „I Corbezzoli“, entworfen vom Architekten Savin Couëlle, dessen Handschrift die architektonische Sprache der Costa Smeralda prägt. Im Süden „Maria“ und „Lia“, eingebettet in gewachsene Gärten nahe Santa Margherita di Pula.

Bilder: Rosie Randisi Photography, Daniel Maier, bergfotografen.com
Bild: TTT Sardinia Collection

Stille Bergwildnis

Naturpark Komovi – Montenegro

Die meisten Menschen assoziieren die südosteuropäische Balkanhalbinsel mit der UNESCO-Welterbestadt Kotor und der Adriaküste Montenegros. Für Wanderer, Naturfotografen, Ornithologen und Outdoorfans ist der Naturpark Komovi mit seinen schroffen Gipfeln, Bergweiden und Hochseen eine faszinierende Destination, die sowohl einfache Panoramawege als auch anspruchsvollere Bergtouren wie jene auf den Gipfel Kučki Kom (2.487 Meter) zu bieten hat. Auf der Themenroute „Between Two Lakes“ wird man mit Legenden, historischen Überlieferungen und kulturellen Besonderheiten bekannt. Man trifft auf saisonale Bergsiedlungen von Hirtenfamilien, sogenannte Katun, und erlebt eine einzigartige traditionelle Form des Berglebens – mit einfachen Berghäusern und regionaler Küche.

Finca Sa Cova Vella & Naturacavall

Freiheit erleben – Mallorca natürlich entdecken. Zwischen Pferden, Natur und Ruhe entsteht Raum für echte Begegnungen und bewusstes Entdecken.

Freiheit erleben – dieser Gedanke begleitet jeden Moment auf dem Agroturismo und dem Pferdehof Naturacavall. Im Herzen des mallorquinischen Llevant, fernab von Hektik und Massentourismus, eröffnet sich eine Welt, in der die Natur den Rhythmus vorgibt und Zeit wieder spürbar wird. Hier leben Pferde in weitläufiger Freiheit; viele von ihnen haben auf der Finca eine zweite Chance gefunden. Gemeinsam mit ihnen entdecken Gäste das ursprüngliche Mallorca – auf authentischen Ausritten durch mediterrane Landschaften oder wandernd entlang ruhiger Wege zu besonderen Orten, die den meisten verborgen bleiben.

Die historische Finca verbindet nachhaltiges Leben mit herzlicher Gastfreundschaft. Zwischen alten Trockensteinmauern, heimischen Tieren und weiten Feldern entsteht ein Raum zum Durchatmen, Ankommen und Loslassen. Ob beim Reiten, beim Beobachten der Natur oder einfach beim Verweilen auf der Finca – hier wird Urlaub zu einer bewussten Auszeit. Eine Erfahrung, die zeigt, dass wahre Freiheit oft dort beginnt, wo wir wieder lernen, im Einklang mit der Natur zu leben.

Eine andere Art, das Leben zu verstehen.

Die Heilkraft des Sommers

Sonnenessenzen herstellen –den Sommer für die Seele einfangen

Wenn die Tage lang sind, die Wiesen duften und die Sonne ihre ganze Kraft entfaltet, beginnt für viele Heilkräuter die wichtigste Zeit des Jahres. Jetzt sammeln sie Licht, Wärme und ätherische Öle in Blüten, Blättern und Stängeln. Genau diese Fülle wurde früher in vielen Hausapotheken genutzt. Sommerkräuter wurden getrocknet, in Öl angesetzt, zu Sirup gekocht, als Tee aufgebrüht oder zu kleinen Hausmitteln verarbeitet, die Körper und Seele durch das Jahr begleiten sollten.

Viele dieser Pflanzen wachsen direkt vor unserer Haustür – am Wegrand, auf Wiesen, im Garten oder am Waldrand. Johanniskraut fängt mit seinen goldgelben Blüten die Sonnenkraft ein, Lavendel bringt Ruhe in unruhige Tage, Melisse erfrischt und besänftigt zugleich. Minze

und Holunderblüte schenken kühlende Sommergetränke, während Schafgarbe mit ihren Bitterstoffen die Verdauung unterstützt. Ringelblume, Spitzwegerich und Rose wiederum gehören zu jenen Pflanzen, die besonders gern für Haut, kleine Alltagsbeschwerden und wohltuende Pflege verwendet werden.

Wichtig ist dabei immer ein achtsamer Umgang mit der Natur. Gesammelt wird nur, was sicher bestimmt werden kann, nicht an stark befahrenen Straßen und nur so viel, wie tatsächlich gebraucht wird. Viele Kräuter lassen sich auch gut im Garten oder Topf ziehen. Wer schwanger ist, Medikamente einnimmt, unter Allergien leidet oder chronische Erkrankungen hat, sollte Anwendungen vorsichtshalber mit einer Fachperson abklären. So wird aus altem Pflanzenwissen eine sanfte, bewusste Sommerapotheke – und aus jedem Glas Sirup, jedem Tee und jedem Blütenöl ein kleines Stück eingefangene Jahreszeit.

JOHANNISKRAUT

Text: Harald Gutzelnig

Sonnenessenzen & Seelenkräuter

Johanniskraut-Sonnenöl für verspannte Muskeln und Sommerhaut

Pflanze: Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist an seinen goldgelben Blüten zu erkennen. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, färben sie sich rötlich. Die Blätter zeigen gegen das Licht kleine durchscheinende Punkte.

Wirkung: Traditionell gilt Johanniskraut als Sonnenpflanze für Nerven, Stimmung und Haut. Äußerlich angewendet wird das rote Öl bei Verspannungen, gereizter Haut und zur sanften Massage genutzt.

Fundort: Trockene Wiesen, Wegränder, Böschungen und sonnige Waldränder. Blütezeit: rund um Johanni Ende Juni bis August.

Anwendung: Frische Blüten locker in ein Glas geben, mit Olivenoder Sonnenblumenöl bedecken und 3–6 Wochen sonnig ziehen lassen. Danach abseihen und dunkel lagern. Nicht vor dem Aufenthalt in direkter Sonne anwenden, da Johanniskraut die Haut lichtempfindlicher machen kann.

Melissen-Eistee für Nerven und Magen

Pflanze: Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gehört zu den Lippenblütlern. Ihre weichen, gezahnten Blätter duften beim Zerreiben frisch nach Zitrone.

Wirkung: Melisse gilt als sanft beruhigend, krampflösend und verdauungsfördernd. Sie wird traditionell bei nervösem Magen, Unruhe und Einschlafproblemen eingesetzt.

Anwendung: Eine Handvoll frische Melissenblätter mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abkühlen. Mit Zitronenscheiben und etwas Honig verfeinern, kalt stellen und als Eistee trinken. Am aromatischsten ist der Eistee mit frischen Blättern, da sie besonders viele ätherische Öle enthalten.

Lavendel-Sirup für innere Ruhe

Pflanze: Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein aromatischer Halbstrauch mit schmalen Blättern und violetten Blütenähren. Sein Duft ist intensiv, klar und unverwechselbar.

Wirkung: Lavendel wird traditionell bei innerer Unruhe, Anspannung und Einschlafproblemen geschätzt. Sein Duft wirkt beruhigend, zugleich bringt er in Getränken eine feine, sommerliche Note.

Fundort: Ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch, bei uns häufig in Gärten, Kräuterbeeten und Töpfen. Geerntet werden die Blüten kurz vor oder zu Beginn der vollen Blüte.

Anwendung: 2 Handvoll Lavendelblüten mit 1 Liter Wasser und 500 g Zucker kurz aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und mit Zitronensaft abschmecken. Heiß in Flaschen füllen. Verdünnt mit Wasser oder Mineralwasser ergibt der Sirup ein duftendes Sommergetränk.

Fundort: Häufig in Gärten und Kräutertöpfen, gelegentlich verwildert an warmen, geschützten Standorten. Am aromatischsten sind die Blätter kurz vor der Blüte.

Kräuter-Getränke für heiße Tage

Minz-Sirup für kühle Sommertage

Pflanze: Minze (Mentha) ist an ihrem frischen Duft, den gezähnten Blättern und dem kantigen Stängel zu erkennen. Besonders beliebt sind Pfefferminze, Apfelminze und Marokkanische Minze.

Wirkung: Minze wird traditionell als erfrischend, kühlend und verdauungsfördernd geschätzt. Ihr Menthol sorgt für ein angenehm klares Mundgefühl und passt ideal zu Sommergetränken.

Fundort: Feuchte, nährstoffreiche Böden; häufig im Garten oder Topf. Da Minze stark wuchert, wird sie am besten begrenzt gepflanzt.

Anwendung: 2 Handvoll Minzblätter mit 1 Liter Wasser, 500 g Zucker und Zitronensaft aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und heiß abfüllen. Mit Mineralwasser, Gurkenscheiben oder Zitrone wird daraus eine schnelle Kräuterlimonade.

Holunderblüten-Limonade

nach Oma-Art

Pflanze: Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) ist ein Strauch mit großen, weißen Blütendolden und später dunklen Beeren. Die Blüten duften süßlich, warm und typisch sommerlich.

Wirkung: Holunderblüten werden traditionell bei beginnenden Erkältungen, leichtem Frösteln und zur sanften Unterstützung des Schwitzens verwendet. Als Sirup sind sie vor allem ein beliebter Sommerklassiker.

Fundort: Hecken, Waldränder, Gärten und Feldgehölze. Blütezeit: meist Mai bis Juni. Nur voll aufgeblühte, trockene Dolden sammeln.

Anwendung: 10–12 Blütendolden mit 1 Liter Wasser, 700 g Zucker, Zitronenscheiben und etwas Zitronensäure 24 Stunden ziehen lassen. Danach abseihen, kurz erhitzen und in Flaschen füllen. Mit Wasser verdünnen und gut gekühlt servieren.

Schafgarben-Tee als Sommer-Bittertrunk

Pflanze: Schafgarbe (Achillea millefolium) erkennt man an ihren fein gefiederten Blättern und weißen bis rosafarbenen Blütendolden. Ihr Duft ist herb und aromatisch.

Wirkung: In der Volksheilkunde wird Schafgarbe bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Krämpfen geschätzt. Ihre Bitterstoffe regen die Verdauung an, weshalb sie gut nach schweren Mahlzeiten passt.

Fundort: Wiesen, Wegränder, Böschungen und trockene Grasflächen. Geerntet werden Blüten und zarte obere Pflanzenteile während der Blüte im Sommer.

Anwendung: 1–2 TL getrocknetes Kraut mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 8–10 Minuten ziehen lassen. Lauwarm oder abgekühlt trinken. Nicht dauerhaft und nicht in großen Mengen verwenden; bei Korbblütler-Allergie vorsichtig sein.

Lindenblüten-Kaltgetränk

Pflanze: Die Sommerlinde oder Winterlinde (Tilia) erkennt man an ihren herzförmigen Blättern und den duftenden, gelblich-weißen Blüten mit dem typischen länglichen Hochblatt. Ihr Duft ist süß, warm und honigartig.

Wirkung: Lindenblüten werden traditionell bei beginnenden Erkältungen, innerer Unruhe und zum sanften Schwitzen geschätzt. Als abgekühlter Tee oder Kaltgetränk wirken sie wohltuend, mild und ausgleichend an warmen Tagen.

Fundort: Parks, Alleen, Dorfplätze, Gärten und Waldränder. Blütezeit: meist Juni bis Juli. Gesammelt werden nur frisch aufgeblühte, trocken geerntete Blüten samt Hochblatt.

LINDENBLÜTE

Anwendung: 2 Handvoll frische Lindenblüten mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, 10–15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Abkühlen lassen, mit etwas Honig und Zitronensaft verfeinern und gut gekühlt servieren. Auch mit Apfelsaft verdünnt entsteht ein mildes Sommergetränk für die ganze Familie.

Lutex Skin®

Carotinoid-Mix aus Grünkohl und Sanddorn mit einer hohen Bioverfügbarkeit und Wirkung, die klinisch getestet ist

Für die optimale Aufnahme im Körper sind die Carotinoide in Pflanzenöl gelöst und wurden ohne Einsatz organischer Lösungsmittel extrahiert .

Haut, Sonne & kleine Sommerwehwehchen

Rosenblütenwasser für Haut und Seele

Pflanze: Duftrosen und Wildrosen gehören zu den schönsten Sommerblüten. Verwendet werden ungespritzte, stark duftende Blütenblätter, am besten frisch am Morgen gesammelt.

Wirkung: Rosenblüten gelten traditionell als hautberuhigend, kühlend und stimmungsaufhellend. Ihr Duft wird mit Herz, Trost und innerer Weichheit verbunden.

Fundort: Gärten, Hecken und naturnahe Rosensträucher.

Wichtig: Nur ungespritzte Blüten verwenden, nicht aus dem Blumenhandel.

Ringelblumensalbe für trockene und gereizte Haut

Pflanze: Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist eine leuchtend orange bis gelb blühende Gartenpflanze. Ihre Blüten öffnen sich bei Sonne und werden seit Jahrhunderten in der Hausapotheke geschätzt.

Wirkung: Ringelblume gilt als hautberuhigend, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Sie wird traditionell bei trockener, rissiger Haut, kleinen Schürfstellen und rauen Händen verwendet.

Fundort: Vor allem in Gärten, Hochbeeten und Bauerngärten. Geerntet werden die Blütenköpfe von Juni bis September an trockenen Tagen.

Anwendung: 2 Handvoll Blüten in 250 ml Öl sanft erwärmen, 30 Minuten ziehen lassen, abseihen und mit 25 g Bienenwachs nochmals schmelzen. In saubere Döschen füllen. Nicht auf tiefe oder stark nässende Wunden geben.

Anwendung: Eine Handvoll Blütenblätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Abgekühlt als Gesichtswasser, Kompresse oder duftender Badezusatz verwenden. Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Tage verbrauchen.

Spitzwegerich-Balsam bei Insektenstichen

Pflanze: Spitzwegerich (Plantago lanceolata) besitzt schmale, lanzettliche Blätter mit deutlichen Längsrippen. Er wächst als bodennahe Rosette und ist sehr robust.

Wirkung: Spitzwegerich wird traditionell als reizlindernd, entzündungshemmend und hautberuhigend verwendet. Frisch zerdrückte Blätter gelten als schnelles Hausmittel bei Insektenstichen oder kleinen Hautreizungen.

Fundort: Wiesen, Wegränder, Parks und Gärten. Junge, saubere Blätter können von Frühling bis Spätsommer gesammelt werden.

Anwendung: Für einen einfachen Balsam frische Blätter klein schneiden, in Öl sanft erwärmen, abseihen und mit etwas Bienenwachs eindicken.

Alternativ ein sauberes Blatt zerreiben und direkt auf den Stich legen. Nur auf unverletzter Haut anwenden.

„Oanfoch“, ehrlich, Sommer im Urslauerhof

Berge, soweit das Auge reicht. Ruhe, die Körper und Gemüt guttut. Der Urslauerhof, der seine Gäste „wie Dahoam“ fühlen lässt. Das ist der Sommer am Hochkönig!

Maria Alm ist ein kleines Paradies, idyllisch platziert an den Flanken des mächtigen Hochkönigs. Hier fühlen sich nicht nur aktive Sommerurlauber, sondern auch der Urslauerhof und seine Gastgeber so richtig „Dahoam“. In zweiter Generation geführt, empfängt das 4-Sterne-Hotel seine Gäste mit viel Leidenschaft zur Region, persönlichem Service und eben diesem ganz besonderen „Hoamat-Gefühl“. Behagliche Zimmer als Rückzugsorte für den naturnahen Urlaub in den Bergen. Ein großzügiges Spa mit Bade- und Saunalandschaft zum Auftanken der Energiereserven. Hervorragende Kulinarik, die jeden Tag mit einem köstlichen Frühstück beginnt und ihn mit kreativen Gerichten aus der internationalen und typisch Pinzgauer Küche vollendet. Ja, hier wird wirklich alles getan, damit es einem an nichts fehlt.

Auf Entdeckungstour am Hochkönig

Biken, Wandern, Sommerfrisch’ln: Vor den Toren des Urslauerhofs warten unzählige Möglichkeiten, um die warme Jahreszeit so richtig auszukosten. Als Alleinreisende, Familien oder Paare – und als Genießer genauso wie als echter Bergfex. 340 Kilometer zertifizierte Wanderwege ziehen sich durch die Region am Hochkönig, zahlreiche urige Hütten laden am Wegesrand zur genüsslichen Einkehr. Biker

erfreuen sich an einem perfekt ausgebauten Radwegenetz, an actionreichen Flowtrails, Pumptracks und Gravel-Touren. Familien lieben vor allem die Möglichkeiten, mithilfe von sechs Sommer-Bergbahnen auch einmal ganz entspannt in die Höhe zu schweben und sich oben bunten Angeboten wie Österreichs erstem Schaukelpark, Waldrutschen auf dem Prinzenberg Natrun oder Sommerrodelbahnen hinzugeben. Mit der Hochkönig Card, die man als Gast im Urslauerhof kostenlos erhält, ist noch mehr drin im Sommerurlaub: Sie ermöglicht die kostenlose Nutzung der Bergbahnen, des regionalen Wanderbusses, freien Eintritt in umliegende Schwimmbäder und mehr. Einem ereignisreichen Sommer „wie Dahoam“ steht damit nichts mehr im Wege.

Hotel & SPA

Urslauerhof****

Urslaustraße 2, A-5761 Maria Alm Tel. +43 65 84 - 81 64 info@urslauerhof.at urslauerhof.at

Bilder: Hotel & SPA Urslauerhof****, Websline

Gegen Sodbrennen lässt sich auf rein natürliche

Weise durch mehrmaliges

tägliches Trinken von Staatl. Fachingen STILL vorgehen.

Natürliche Hilfe bei Sodbrennen

Sodbrennen ist eine Volkskrankheit: Jeder Zweite kennt das Symptom und einer von vier Erwachsenen leidet so stark darunter, dass die Lebensqualität und mitunter auch die Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sind. Dabei handelt es sich durchaus auch um junge Personen, denn Refluxerkrankungen treten ab dem dritten Lebensjahrzehnt vermehrt auf und verlaufen gleichbleibend stark. Gerade junge Menschen sehen die regelmäßige Tabletteneinnahme jedoch kritisch. Erst im Alter nehmen die Symptome ab.

Wie wird Sodbrennen behandelt?

Sodbrennen versucht man im ersten Schritt mit Allgemeinmaßnahmen wie Gewichtsreduktion, Lifestyle-Maßnahmen, Änderung der Schlafposition und Zwerchfelltraining zu behandeln. Die typischen Empfehlungen

Bei nahezu 85 Prozent der Probanden konnte eine klinisch relevante Reduzierung und deutliche Linderung der Sodbrennen-Beschwerden und damit eine signifikante Überlegenheit gegenüber dem PlaceboWasser festgestellt werden.

stellen allerdings meist Verbote dar: weniger essen, weniger rauchen oder weniger sitzende Schreibtischarbeit. Medikamentös kommen grundsätzlich neben den häufig eingesetzten Protonenpumpeninhibitoren (PPI) auch andere Medikamente zur Hemmung der Säureproduktion, zur Bindung der Säure und zur Reduktion von Refluxereignissen in Betracht.

Wie wirkt das Heilwasser Staatl. Fachingen STILL?

Gegen Sodbrennen kann aber auch auf rein natürliche Weise durch mehrmaliges tägliches Trinken von Staatl. Fachingen STILL vorgegangen werden. Denn Staatl. Fachingen STILL hat mit 1.846 mg pro Liter einen besonders hohen Gehalt an Hydrogencarbonat. Durch dessen ausgleichende Wirkung kann dieses Heilwasser die säurebedingten Beschwerden natürlich lindern. Übrigens sind diese positiven Wirkungen schon seit mehreren Jahrhunderten bekannt und nachgewiesen. Bereits 1749 wurde über diese einzigartigen Eigenschaften des Heilwassers aus Fachingen wissenschaftlich berichtet.

Staatl. Fachingen ist bei Sodbrennen eine gute Alternative zu herkömmlichen Medikamenten

Die Wirksamkeit des Heilwassers Staatl. Fachingen STILL wurde jetzt erneut in einer wissenschaftlich anerkannten klinischen Studie* nachgewiesen. Das Ergebnis der placebokontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie zur Wirksamkeit von Staatl. Fachingen bei Sodbrennen übertraf alle Erwartungen: Bei 84,7 Prozent der Probanden wurde eine deutliche Symptomreduktion bei Sodbrennen, Dyspepsie

*Joachim Labenz et al., veröffentlicht online am 27.02.2023 in BMJ Open Gastroenterology, bmjopengastro.bmj.com

(Verdauungsstörungen im Oberbauch) und saurem Aufstoßen belegt. Damit lag die Ansprechrate höher als bei nahezu allen frei verkäuflichen Medikamenten. Das Ergebnis hat auch zahlreiche Ärzte beeindruckt. Der international anerkannte Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie Prof. Dr. med. Joachim Labenz unterstreicht, dass er weltweit keine Studie zu Lifestyle-Maßnahmen bei Sodbrennen kenne, die eine so relevante Wirkung schlüssig nachweise wie die von Staatl. Fachingen.

In dieser Studie konnte erstmals eine klinisch relevante Überlegenheit des Heilwassers Staatl. Fachingen STILL gegenüber einem Placebo (Mineralwasser) bei Sodbrennen nachgewiesen werden, die mit einer verbesserten Lebensqualität einherging. Damit ist bewiesen, dass sich Staatl. Fachingen STILL zur symptomatischen Behandlung von Sodbrennen bei Erwachsenen eignet. Es ist also nicht die Zufuhr von Mineralwasser per se, sondern die richtige Auswahl des Produkts entscheidend.

Die Studienteilnehmer waren Erwachsene im Alter von 22 bis 81 Jahren und hatten seit mindestens sechs Monaten häufiges Sodbrennen. Die Behandlung erfolgte über sechs Wochen hinweg. Über den Tag verteilt tranken die Probanden entweder 1,5 Liter Staatl. Fachingen STILL oder das Placebo. Das Heilwasser verbesserte die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei einer sehr guten Verträglichkeit. Staatl. Fachingen STILL hat eine hohe Wirksamkeit bewiesen und machte die Einnahme von anderen Medikamenten in den meisten Fällen überflüssig. Nun ist es also wissenschaftlich belegt: Sodbrennen lässt sich mit Staatl. Fachingen STILL einfach, natürlich und wirksam behandeln!

Was ist eigentlich Sodbrennen?

Das Symptom Sodbrennen beschreibt ein brennendes Gefühl hinter dem unteren Brustbein, das häufig von unten nach oben aufsteigt. Patienten sprechen mitunter auch nur von „zu viel Magensäure“. Sie erleben ein „Aufsteigen“ von saurem Mageninhalt bis in die Mundhöhle. Ein- bis zweimaliges mildes Auftreten von Sodbrennen pro Woche wird von den meisten Personen auch ohne spezifische therapeutische Maßnahmen toleriert oder kann durch den Verzicht auf Nahrungs- und Genussmittel verhindert werden, die das Auftreten der Beschwerden begünstigen. Häufigere beziehungsweise stärkere Beschwerden gehen dagegen im Regelfall mit einer eingeschränkten Lebensqualität einher und bedürfen einer Therapie. Sodbrennen ist lediglich ein Symptom und keineswegs immer eine Krankheit. Sodbrennen tritt oft gemeinsam mit anderen Symptomen wie saurem Aufstoßen und Regurgitation, also dem Rückfluss von Mageninhalt bis in den Rachen bzw. Mundbereich, auf.

Tipp für die Leser:

Ein passender Kohlensäuregehalt und eine ausgewogene Mineralisation sind das A und O. Denn das richtige Mineralwasser gleicht die natürlich vorhandenen Säuren von Kaffee aus. Hier empfiehlt sich ein Mineralwasser mit einem besonders hohen Anteil an Hydrogencarbonat. Der basische Mineralstoff hilft dem Körper, die optimale Säure-Basen-Balance wiederherzustellen. Obwohl der Körper gewisse Mengen an Hydrogencarbonat selbst produziert, ist der Ausgleich bei erhöhter Belastung durch säurehaltigen Kaffee, Essen oder Wein nicht mehr gewährleistet.

Die im Kaffee enthaltene Gerbsäure belastet den Körper zusätzlich. Typische Beschwerden wie Sodbrennen und eine Übersäuerung des Magens können die Folge sein.

Das Premium-Mineralwasser Staatl. Fachingen hat einen besonders hohen Gehalt an Hydrogencarbonat (1.846 mg/l) und wirkt sich so ausgleichend auf die Säure-Basen-Balance aus. Die besondere Kombination – wenig Kohlensäure, hoher Mineralstoffgehalt, insbesondere mit viel Hydrogencarbonat – macht Staatl. Fachingen zum perfekten Kaffeebegleiter.

Auf eine Kaffeespezialität müssen Genießer daher nicht verzichten, denn ein qualitativ wertvolles Wasser ist der perfekte Begleiter für unbeschwerten Genuss.

Link zum Video:

Auch der Deutschen liebstes Getränk erfordert Genuss in Balance bit.ly/fachingen_tipp

Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung von Sodbrennen bei Erwachsenen. Staatl. Fachingen regt die Funktion von Magen und Darm an, fördert die Verdauung. Es fördert die Harnausscheidung bei Harnwegserkrankungen, beugt Harnsäure- und Calciumoxalatsteinen vor und unterstützt die Behandlung chronischer Harnwegsinfektionen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Etikett und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Stand der Information: 08/2022. Fachingen Heil- und Mineralbrunnen GmbH · Brunnenstraße 11 · 65626 Fachingen · www.fachingen.de

Naturmedizin neu entdeckt

Safran, Johanniskraut und andere Naturstoffe zeigen, wie eng traditionelles Wissen und moderne Medizin heute zusammenrücken.

Text: Lisa Gutzelnig

Die Natur hält einen beeindruckenden Schatz an Heilmitteln bereit. Seit Jahrtausenden nutzen Menschen Pflanzen, Kräuter und natürliche Wirkstoffe, um Körper und Geist zu unterstützen. Während die moderne Medizin in vielen Bereichen unverzichtbar ist, wächst zugleich das wissenschaftliche Interesse an natürlichen Therapieansätzen. Besonders spannend sind in dieser Hinsicht neue Forschungsergebnisse, die zeigen, dass die Wirkung vieler Heilpflanzen weit komplexer ist als lange angenommen.

Von Heilpflanzen zur modernen Naturmedizin

Klassische Heilpflanzen wie Kamille, Pfefferminze, Lavendel oder Baldrian haben sich über Generationen hinweg bewährt. Heute interessieren sich Wissenschaftler jedoch zunehmend für die biologischen Mechanismen hinter ihrer Wirkung. Dabei zeigt sich, dass viele Pflanzenstoffe gleichzeitig auf das

Nervensystem, das Immunsystem und den Stoffwechsel einwirken können. Ein besonders aktives Forschungsgebiet ist die sogenannte Darm-HirnAchse. Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren herausgefunden, dass Milliarden von Mikroorganismen im Darm nicht nur die Verdauung beeinflussen, sondern auch mit dem Gehirn kommunizieren. Veränderungen im Darmmikrobiom werden mittlerweile mit Stress, Ängsten und depressiven Beschwerden in Verbindung gebracht. Neue Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Ernährungsformen, Probiotika und pflanzliche Wirkstoffe diese Kommunikation positiv beeinflussen könnten.

Die Zukunft der Naturmedizin

Moderne Naturmedizin verbindet traditionelles Wissen mit wissenschaftlicher Forschung. Statt Heilpflanzen lediglich aufgrund jahrhundertelanger Erfahrung einzusetzen, werden ihre Wirkmechanismen zunehmend entschlüsselt. Besonders die Erforschung

des Mikrobioms, entzündlicher Prozesse und pflanzlicher Wirkstoffe eröffnet neue Perspektiven für die Prävention und Begleitung vieler Erkrankungen.

Die Natur liefert nicht nur einzelne Heilmittel, sondern komplexe biologische Werkzeuge, die den Organismus auf vielfältige Weise unterstützen können. Wer Naturheilmittel bewusst und verantwortungsvoll nutzt, profitiert sowohl von traditionellen Erfahrungen als auch von den Erkenntnissen moderner Wissenschaft. Naturmedizin ist damit nicht nur ein Erbe vergangener Generationen, sondern auch ein spannendes Forschungsfeld der Zukunft, das uns immer wieder auf neue Weise ins Staunen versetzen wird.

Johanniskraut – bewährt und dennoch aktuell

Das Johanniskraut zählt zu den am besten untersuchten Heilpflanzen Europas. Aktuelle Übersichtsarbeiten bestätigen seine Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen. Gleichzeitig richtet sich die Forschung zunehmend auf mögliche Zusammenhänge zwischen Entzündungsprozessen, Darmgesundheit und psychischem Wohlbefinden. Dadurch wird Johanniskraut heute nicht mehr nur als klassisches pflanzliches Antidepressivum betrachtet, sondern als Teil eines umfassenderen Verständnisses psychischer Gesundheit.

Safran – mehr als nur ein Gewürz

Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit Safran. Lange war er vor allem als kostbares Gewürz bekannt, inzwischen wird er intensiv auf seine Auswirkungen auf die psychische Gesundheit untersucht. Mehrere aktuelle Metaanalysen kommen zu dem Ergebnis, dass standardisierte Safranextrakte bei leichten bis mittelschweren depressiven Beschwerden vergleichbare Verbesserungen erzielen können wie bestimmte Antidepressiva. Gleichzeitig berichten Studien von einer insgesamt guten Verträglichkeit. Dennoch betonen Forscher, dass weitere hochwertige Untersuchungen notwendig sind und Safran keine eigenständige Behandlung schwerer Depressionen ersetzt. Das Gewürz sollte daher nicht als Ersatz für eine notwendige medizinische Behandlung verstanden werden.

Forscher vermuten heute, dass Safran nicht nur über den Serotoninstoffwechsel wirkt. Inhaltsstoffe wie Crocin und Safranal scheinen verschiedene Neurotransmittersysteme zu beeinflussen, darunter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Das könnte erklären, warum Safran stimmungsaufhellende Eigenschaften zugeschrieben werden. Ein noch junges Forschungsfeld untersucht zudem, ob Safran auch über entzündungshemmende Prozesse und Veränderungen im Darmmikrobiom auf die Psyche wirken könnte. Denn immer deutlicher zeigt sich, dass psychische Gesundheit eng mit der Darmgesundheit verbunden ist. Welche Rolle Safran dabei genau spielt, muss jedoch weiter untersucht werden.

Lange ging man davon aus, dass Johanniskraut ähnlich wie klassische Antidepressiva vor allem den Serotoninspiegel beeinflusst. Neuere Studien zeigen jedoch, dass die Wirkstoffe Hyperforin und Hypericin gleichzeitig auf mehrere Botenstoffsysteme wirken könnten, darunter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Dadurch entsteht ein deutlich komplexeres Wirkprofil als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig gilt: Johanniskraut kann starke Wechselwirkungen mit Medikamenten haben und sollte deshalb nicht ohne fachliche Rücksprache eingenommen werden.

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Slow Gardening

Gärtnern entspannt – sofern wir Entspannung, Genuss und Ökologie über Perfektion stellen. Das Wissen um den richtigen Zeitpunkt, Zeigerpflanzen, Nützlinge und nicht allzu anspruchsvolle Pflanzen hilft dabei.

Wer die Natur zum Gartenhelfer macht, verschafft sich Freiraum, der nachhaltig Ruhe in den Geist bringt, das Auge erfreut und Müßiggang der Muskelkraft vorzieht. Beim Slow Gardening wird natürlich auch gearbeitet, aber im Gegensatz zur akkuraten Gartengestaltung dürfen Zweige auch mal liegen bleiben, um Insekten ein natürliches Habitat zu bieten. Wildpflanzen dürfen aufblühen statt als Unkraut vernichtet zu werden. Verbleibendes Laub und Laubhaufen werden zu wertvollem Humus oder zum gemütlichen Unterschlupf für Nützlinge wie Igel, Marienkäfer und Amphibien. Abgeblühte Stauden dürfen stehen bleiben, um den Boden zu schützen oder Insekten zu versorgen.

Gärtnern tut der Seele gut

Sofern die Gartenarbeit nicht stresst, wirkt sie wohltuend auf unsere Psyche – nicht umsonst wird sie sogar therapeutisch bei Ängsten, Belastungsstörungen, Burnout oder Depression eingesetzt. Unser Gehirn mag es, wenn Effekte unmittelbar sichtbar werden – und das passiert beim Pflanzen eines Baumes, Schneiden einer Hecke oder Aufbau eines Komposthaufens definitiv. Als bewegender und viele Muskelgruppen beanspruchender Ausgleich ist das Garteln als Körpertraining beim Pflanzen und Hacken an der frischen Luft ein belebendes Pendant zur Bildschirmarbeit. Gartenarbeit erdet im wahrsten Sinne des Wortes. Zudem gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass Blutdruck und Herzfrequenz im Grünen sinken. Das Schöne und Befreiende am Slow Gardening ist, dass wir uns mit minimalem Aufwand ausleben können. Im eigenen Tempo, mit besonderer Aufmerksamkeit auf natürliche Abläufe, Wetter und Jahreszeit und gänzlich ohne Chemie sprießt, kreucht und fleucht es.

Phänologischer Kalender

Verabschieden Sie sich gedanklich von den vier Jahreszeiten, denken Sie in den zehn Saisons des phänologischen Kalenders: Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst, Winter und Vorfrühling. Doch keine Angst: Statt fixer Termine

Achtsamkeit im Grünen

Gartenarbeit kann erholsam sein, wenn man sich an phänologischen Jahreszeiten orientiert und die Sinnlichkeit eines „unordentlichen“ Gartens und kreative Gartenkultur zu schätzen weiß.

Slow Gardening kurz gefasst

Entschleunigung

statt starrer Pläne

Garten als Ort der Symbiose statt Unterwerfung

Werken nach dem phänologischen Kalender

Steigerung der Biodiversität

Wertvoller Lebensraum verträgt „Unordnung“

Gärtnern im eigenen Tempo entspannt

führen Zeigerpflanzen durch das Jahr und das Beobachten von Flora und Fauna entschleunigt. Einige Beispiele: Der Zeitpunkt zum Zurückschneiden der Rosen und zur Vorbereitung der Beete für die Aussaat ist gekommen, wenn die Forsythie blüht. Wenn der Flieder blüht, kann das Mulchen der Erdbeeren beginnen. Zur Apfelblüte keimen Gräsersamen gut, weil der Boden warm genug ist. Der Frühsommer geht mit dem Sichten der Maikäfer und der Hauptschwarmzeit der Honigbienen einher. Unser Tipp: Gehen Sie mit offenen Augen und Ohren in Ihre nächste Gartensaison und genießen Sie den nahenden Sommer.

5 Garteninfluencer:innen auf Instagram, die uns gefallen

@dergartencoach

@ellis_landliebe

@melli.aus.dem.garten

@parzelle_14

@vomhuegel

Bilder: Zoe Opratko

Im Gespräch mit Pia Eis

Slow Gardening-Expertin

„Der perfekte Garten ist für mich keiner, der super geschniegelt aussieht. Eher einer, der sich selbst trägt.“
Pia Eis, Slow Gardening-Expertin

Wie würden Sie den „perfekten“ Garten definieren?

In dem Moment, wo ich ihn betrete, setzt die Erholung ein und die Gedanken im Kopf werden leiser. Ich kann ihn zu jeder Jahreszeit genießen, habe für jede Jahreszeit den richtigen Sitzplatz und es fallen nie die Worte „Ich muss noch im Garten ...“. Mein Garten passt zu meinem Alltag und verändert sich je nach Lebensphase und Ansprüchen.

Was unterscheidet „Slow Gardening“ von herkömmlicher Gartenarbeit?

Wir brauchen keinen Kalender. Frühlingsbeginn heißt nicht automatisch Aufräumen. Bei Slow Gardening orientiert man sich an den phänologischen Jahreszeiten. Zeigerpflanzen helfen dabei, aufmerksam zu machen, welche Arbeiten schon getätigt werden können. Der Garten ist im besten Fall –also im arbeitsärmsten – ein Kreislauf, der sich selbst trägt. Ich muss nicht auf den Grünschnittplatz fahren, da im Naturgarten alles seinen Platz findet –auch „Abfall“. Wobei mir gar nicht so schnell einfällt, was im Garten Abfall sein könnte. Doch: Wurzelunkräuter wie z. B. die Quecke. Sie landet auch bei mir in der Restmülltonne.

Wo setze ich an, wenn mein Garten mich überfordert, statt mir Freude zu machen?

Ich habe dafür die „Slow Gardening Methode“ entwickelt. Sie basiert darauf, den Garten so aufzubauen, dass er sich langfristig selbst reguliert und weniger Arbeit macht. Wenn dein

Bilder: Zoe Opratko

Garten dich überfordert, liegt das selten am Garten selbst. Eher daran, dass wir versuchen, ihn wie ein Projekt zu kontrollieren, dabei läuft ein funktionierender Garten fast von alleine. Wenn ich ständig eingreifen muss, ist das für mich kein funktionierendes System. Zu Beginn der Veränderung steht die Frage: „Wo setze ich an?“ und das Herausfinden, was mich am meisten im Garten nervt und belastet, was ich aus dieser Erkenntnis ableiten kann. Ich habe gelesen, in einem Naturgarten sollen zehn Prozent wilde Bereiche als Rückzugsort für Nützlinge erlaubt sein. Vielleicht ist genau der Bereich, der überfordert, der passende für diese Zone.

Welche Nützlinge sind ein gutes Zeichen für einen Garten, der meine Mithilfe nur minimal benötigt?

Singvögel, Wildbienen, Hummeln, Igel, Käfer, Tigerschnegel und Marienkäfer. Letztere sind ein tolles Beispiel: Wenn du genug Winterquartiere, also Stauden nicht zurückgeschnitten hast, und Laub im Winter liegen gelassen hast, siehst du im Frühling richtig viele. Wenn dann im Sommer die Blattläuse kommen, siehst du überall an den Blättern Marienkäferlarven sitzen, die sich mit Blattläusen vollfressen. Wenn du deinen Garten im Winter radikal aufgeräumt hast, fehlt ihnen das Winterquartier und sie flüchten aus deinem Garten.

„Ein

gesunder Garten läuft auch ohne mich. Ich bin eher Beobachter:in als Manager:in.“

Wie wird mein Garten zum unaufwändigen Naschgarten?

Beerensträucher mit einer guten Mulchschicht sind sehr pflegeleicht. Je öfter du sie nach der Blüte gießt, desto

größer werden die Beeren. Obstbäume gibt es für jede Gartengröße, die passen sehr gut auf eine wilde Wiese, wo man nur die Wege zu den Bäumen ausmäht. Das Schnittgut wiederum eignet sich hervorragend für die Staudenbeete.

Welche Beeren, Kräuter, Blüten sehen schön aus, sind pflegeleicht und bereichern meinen Speiseplan?

Da muss ich vorausschicken, dass ich ein Fan von Kräutern im Staudenbeet und in Gemüsebeeten bin. Ich empfehle eine bunte Vielfalt, die sehr gut funktioniert, wenn man die unterschiedlichen Bodenansprüche der Pflanzen kennt. Brombeeren, Dost und Zitronenmelisse sind eine gute Kombination, der aromatische Schnittknoblauch mit seinen weißen entzückenden Blüten passt gut dazu. Himbeeren mögen es feuchter, sind daher gut mit Minze-Arten zu kombinieren, zusätzlich würden Gurke und Zucchini gut dazu passen. Ringelblumen passen super ins Gemüsebeet, auch die wilde Malve, Goldmelisse und Mutterkraut haben bei mir im Hochbeet einen fixen Platz. Im letzten Jahr ist dort auch eine Akelei aufgegangen. Sie ist riesig, aber ihre Blüten sind so toll, also darf sie bleiben.

Natürliche Schädlingsbekämpfer

Viele Käfer beziehungsweise bereits ihre Larven sind gern gesehene SlowGardening-Gäste, weil sie z. B. Blattläuse fressen.

Mehr als nur schön

Die Malve blüht bis in den Herbst und ist Nahrungsquelle für Bienen und Insekten. Menschen schätzen sie als Deko in Salaten oder als reizlindernden Tee bei Irritationen des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege.

Neue Hoffnung bei Arthrose

Was Heilpflanzen bei Gelenkschmerzen leisten können

Unsere Gelenke begleiten uns ein Leben lang. Sie ermöglichen uns zu gehen, zu greifen, zu arbeiten und die kleinen Bewegungen des Alltags ganz selbstverständlich auszuführen. Doch für Menschen mit Arthrose ist genau diese Selbstverständlichkeit oft verloren gegangen. Bewegungen, die früher mühelos waren, können plötzlich schmerzhaft, schwerfällig oder sogar unmöglich werden.

Bei Arthrose kann dieses Gleichgewicht gestört sein: Entzündliche Botenstoffe nehmen zu, während reparative Prozesse ins Hintertreffen geraten. Dadurch können Schmerz, Reizung und der Abbau von Gelenkgewebe weiter gefördert werden.

Arthrose wurde lange vor allem mit Abnutzung und mechanischer Belastung der Gelenke erklärt. Inzwischen zeigt die Forschung jedoch, dass auch stille Entzündungsprozesse im Gelenk eine wichtige Rolle spielen können. Diese dauerhaft niedrige Entzündungsaktivität wird als Low-grade-Inflammation bezeichnet und kann dazu beitragen, dass Beschwerden zunehmen und Gelenkstrukturen weiter belastet werden. Beteiligt sind dabei auch Immunzellen in der Gelenkinnenhaut, darunter sogenannte synoviale Makrophagen. Sie reagieren auf Reize aus ihrer Umgebung und können Entzündungen entweder verstärken oder beruhigen. Vereinfacht spricht man dabei von einem eher entzündungsfördernden M1-Profil und einem eher entzündungsauflösenden, reparaturfreundlichen M2-Profil.

Für ein gesundes Gelenkmilieu ist entscheidend, dass entzündungsfördernde und entzündungsberuhigende Signale in Balance bleiben.

Viele dieser Immunzellen sitzen in der Synovialis, der inneren Gelenkinnenhaut. Wird dieses empfindliche Gewebe gereizt oder verändert, kann sich das entzündliche Milieu im Gelenk verstärken. Die Folge: Botenstoffe werden ausgeschüttet, die Schmerzen fördern und Abbauprozesse im Knorpel begünstigen können. Gerade deshalb rückt die Gelenkinnenhaut heute stärker in den Fokus der Arthroseforschung.

Knorpelregeneration:

Neue Ansätze der Forschung

Der Gelenkknorpel besitzt nur eine begrenzte Fähigkeit zur Selbstheilung, weil er kaum durchblutet ist und nur wenige spezialisierte Zellen enthält. Dennoch wird heute intensiver untersucht, unter welchen Bedingungen Reparaturprozesse im Knorpel unterstützt werden könnten. Die Forschung richtet den Blick dabei nicht nur auf den Knorpel selbst, sondern auch auf sein Umfeld.

Von Interesse sind unter anderem Vorläuferzellen im Knochenmark unterhalb der Knorpelschicht, also im sogenannten subchondralen Knochen. Solche mesenchymalen Stamm- und Vorläuferzellen können sich unter bestimmten

Text: Lisa Gutzelnig

Bedingungen in knorpelähnliche Zellen entwickeln. Ob und wie sich dieser Prozess bei Arthrose therapeutisch nutzen lässt, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Bei Arthrose laufen solche Reparaturvorgänge jedoch oft nicht ausreichend ab. Hinweise gibt es auch darauf, dass im Knorpel selbst Zellen mit Vorläufereigenschaften vorkommen können. Sie bleiben unter ungünstigen Entzündungsbedingungen häufig inaktiv. Ein gelenkfreundliches, entzündungsärmeres Milieu könnte daher eine wichtige Voraussetzung dafür sein, dass körpereigene Reparaturprozesse überhaupt besser greifen.

Bleibt das Gelenk dauerhaft in einem entzündlichen Zustand, werden regenerative Vorgänge vermutlich eher gebremst. Deshalb untersuchen Wissenschaftler, wie sich die Immunbalance im Gelenk günstig beeinflussen lässt. Ziel ist nicht eine einfache „Heilung auf Knopfdruck“, sondern ein Milieu, in dem Entzündung nachlässt und Reparaturmechanismen besser unterstützt werden.

„Darm-Gelenk-Achse“ – der Darm kann Arthrose beeinflussen

Neue Studien deuten darauf hin, dass die Darmflora (Mikrobiom) eine Rolle bei Arthrose spielt. Bestimmte Darmbakterien können Entzündungen im Körper verstärken und so den Gelenkverschleiß fördern. Das nennt man die „Darm-Gelenk-Achse“.

Ein solcher Wechsel des Gelenkmilieus könnte künftig ein wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt sein. Er würde nicht bedeuten, dass Arthrose einfach verschwindet, könnte aber helfen, Entzündung zu bremsen, Beschwerden zu lindern und körpereigene Reparaturprozesse gezielter zu fördern.

Arthrose im Alltag

Für viele Betroffene bedeutet Arthrose nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch eine Einschränkung der Lebensqualität im Alltag. Spaziergänge werden kürzer, alltägliche Tätigkeiten mühsamer und die Angst vor Schmerzen begleitet viele Bewegungen. Der Griff zu

Schmerzmitteln ist verständlich und kann kurzfristig Erleichterung verschaffen.

Doch neben klassischen Schmerzmitteln gibt es auch sanfte Wege, den Körper zu unterstützen. Immer mehr Menschen entdecken die Kraft der Natur, um ihre Gelenke zu entlasten und die Lebensqualität wieder zu verbessern.

Pflanzliche Heilmittel spielen dabei seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle. Heilpflanzen wie Brennnessel, Teufelskralle oder Weidenrinde sind für ihre entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften bekannt. Sie können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und den Körper auf natürliche Weise zu unterstützen.

Gerade in frühen Stadien der Arthrose können solche Naturheilmittel eine wertvolle Ergänzung zur medizinischen Behandlung sein. Oft werden sie besser vertragen als viele synthetische Schmerzmittel und können über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden. In Kombination mit einer ärztlich abgestimmten Therapie können sie sogar dazu beitragen, den Bedarf an klassischen Schmerzmitteln zu verringern.

Die natürliche Behandlung von Arthrose verfolgt dabei ein ganzheitliches Ziel: Schmerzen lindern, Entzündungen reduzieren und die Beweglichkeit möglichst lange erhalten. Wer die Kraft der Natur bewusst nutzt, kann seinen Gelenken etwas Gutes tun und aktiv dazu beitragen, mehr Lebensqualität im Alltag zurückzugewinnen.

Natürliche Schmerzmittel

Arnika zählt zu den bekanntesten Heilpflanzen zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen. Schon seit Jahrhunderten wird sie in der Naturheilkunde eingesetzt, insbesondere bei Verletzungen, Muskelbeschwerden und Gelenkschmerzen. Heute gibt es auch einzelne wissenschaftliche Untersuchungen, die das therapeutische Potenzial äußerlich angewendeter ArnikaPräparate bei Gelenkbeschwerden stützen.

Die in Arnika enthaltenen Wirkstoffe werden mit entzündungshemmenden, abschwellenden und schmerzlindernden Effekten in Verbindung gebracht. Dadurch kann die Pflanze dazu beitragen, gereizte Gelenke zu beruhigen, Entzündungsprozesse zu reduzieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Gerade bei Arthrose kann Arnika eine natürliche Unterstützung darstellen, um Schmerzen zu lindern und die Belastbarkeit der Gelenke im Alltag zu erhöhen.

In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 204 Menschen mit Handarthrose wurde ein Arnika-Gel über drei Wochen mit einem Ibuprofen-Gel verglichen. Dabei zeigten sich bei Schmerzen und Handfunktion keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Arnika kann daher äußerlich angewendet eine mögliche pflanzliche Unterstützung bei Beschwerden der Hand- und Fingergelenke darstellen.

Trotz der positiven Effekte sollte Arnika jedoch verantwortungsvoll eingesetzt werden, denn besonders bei längerer Anwendung kann es zu Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Pustelbildung oder allergischen Reaktionen kommen. Daher empfiehlt sich eine Anwendung unter ärztlicher Begleitung. Als besonders sinnvoll gilt eine kurmäßige Behandlung über etwa drei Wochen. Eine dauerhafte Anwendung wird nach dem aktuellen Wissensstand hingegen nicht empfohlen.

Brennnessel

Die Brennnessel gehört zu den traditionell häufig genutzten Heilpflanzen Europas und wurde bereits in der Antike geschätzt. Schon früh nutzten Menschen ihre Blätter, Samen und Wurzeln für unterschiedliche gesundheitliche Zwecke. In der traditionellen Heilkunde galt die Brennnessel vor allem als stärkende und reinigende Pflanze, die den Stoffwechsel anregen und den Körper von innen unterstützen sollte. Besonders bei Gelenkbeschwerden, rheumatischen Schmerzen und Entzündungen wurde sie häufig eingesetzt. Für Extrakte aus Brennnesselblättern gibt es Hinweise darauf, dass sie entzündliche Vorgänge im Körper beeinflussen können. Deshalb werden sie traditionell bei rheumatischen Beschwerden, Gelenkschmerzen und steifen Gliedern eingesetzt. Gerade bei Arthrose, die viele Betroffene im Alltag einschränkt, kann dieser pflanzliche Ansatz ergänzend interessant sein. Manche Menschen berichten unter einer Anwendung von Brennnesselpräparaten von weniger Schmerzen und mehr Beweglichkeit. Solche Erfahrungen ersetzen jedoch keine medizinische Behandlung. Sie können aber ein Baustein sein, um die Gelenke zu unterstützen und das Wohlbefinden im Alltag zu verbessern.

Arnika

Teufelskralle

Die Teufelskralle ist eine Heilpflanze, die ursprünglich aus den trockenen Savannen im südlichen Afrika stammt, vor allem aus Namibia, Botswana und Südafrika. Ihren Namen verdankt sie den hakenförmigen Früchten, die sich leicht im Fell von Tieren festklammern. In der traditionellen afrikanischen Medizin wurde die Wurzel der Pflanze seit Jahrhunderten gegen Schmerzen, Entzündungen, Verdauungsprobleme und Fieber eingesetzt. Heute wird die Teufelskralle häufig bei Gelenkbeschwerden eingesetzt. Ihre Inhaltsstoffe – darunter Harpagosid – werden mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekten in Verbindung gebracht und können unterstützend dazu beitragen, Beweglichkeit und Wohlbefinden zu fördern.

Weidenrinde

Die Rinde der Weide kann auf sanfte Weise leichte Arthroseschmerzen lindern. Meist wird sie als Tee aufgebrüht und enthält eine Reihe wirkungsvoller Substanzen – allen voran Salicin, der natürliche Vorläufer der bekannten Acetylsalicylsäure (ASS), die auch in Aspirin® enthalten ist.

Zu Weidenrindenextrakten liegen einzelne Untersuchungen bei Gelenk- und Rückenschmerzen vor. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die enthaltenen Salicylate schmerzlindernd wirken können; die Datenlage ist jedoch nicht einheitlich. Deshalb sollte Weidenrinde nicht eigenmächtig hoch dosiert werden, sondern achtsam und möglichst nach Rücksprache mit einem Arzt oder in der Apotheke eingesetzt werden. Für manche Betroffene kann sie dennoch eine sanfte Unterstützung im Alltag sein.

Weitere neue Erkenntnisse über Arthrose:

Forschung prüft neue Wege zur Knorpelregeneration

Lange dachte man, beschädigter Gelenkknorpel wächst nicht mehr nach. Neue Forschungsansätze untersuchen, ob sich Alterungsprozesse in Knorpelzellen beeinflussen lassen. In Tiermodellen und Gewebeuntersuchungen zeigen sich vielversprechende Hinweise. Ob daraus künftig Therapien entstehen, die Operationen hinauszögern oder vermeiden können, muss jedoch erst klinisch geprüft werden.

Arthrose ist auch genetisch beeinflusst

Eine sehr große Studie mit fast 2 Millionen Menschen hat über 900 genetische Varianten gefunden, die das Risiko für Arthrose erhöhen. Dadurch könnten viele bereits existierende Medikamente künftig auch gegen Arthrose eingesetzt werden.

Arthrose ist nicht nur „Verschleiß“, sondern auch eine Entzündungskrankheit

Früher wurde Arthrose hauptsächlich als mechanischer Verschleiß gesehen. Heute weiß man, dass Entzündungsprozesse im Gelenk stark an der Krankheitsentwicklung beteiligt sind und den Knorpelabbau beschleunigen.

Der Garten als Verbündeter

Wie der Kontakt zur Natur uns Kraft gibt

Dr. med. Petra Wiechel, Chefärztin der Swiss Mountain Clinic, Fachärztin für Allgemeinmedizin (D) und Expertin für biologische Medizin (Universität Mailand)

Viele Menschen leben heute weitgehend abgeschnitten von der Natur. Wir verbringen unsere Tage in Innenräumen, der Bildschirm ersetzt den Horizont, der Asphalt die Erde. Dass dieser Verlust an Verbindung krank machen kann, übersehen wir oft.

In meine Praxis kam eine Frau Mitte fünfzig, beruflich engagiert, nach außen stabil. Seit Monaten fühlte sie sich erschöpft, innerlich unruhig, ihr Schlaf war oberflächlich geworden. Die Untersuchungen waren unauffällig. Erst im Gespräch zeigte sich, dass sie seit Jahren kaum noch draußen gewesen war. Den Garten hinter ihrem Haus hatte sie verwildern lassen. „Es lohnt sich ja nicht mehr“, sagte sie.

Der therapeutische Ansatz war hier nicht ein weiteres Medikament, sondern Rückverbindung, integriert in einen ganzheitlichen medizinischen Therapieplan. Was Hirnforscher wie Gerald Hüther beschreiben, erlebe ich täglich: Der Mensch braucht Reso-

nanz, das Gefühl, zu etwas Größerem zu gehören. Der Garten schenkt genau das. Aus ganzheitlicher Sicht haben sich fünf einfache Schritte bewährt, mit denen jeder beginnen kann.

1. Hände in die Erde. Gartenerde bringt uns mit Mikroorganismen in Kontakt, die nachweislich die Stimmung heben und das Immunsystem trainieren.

2. Barfuß gehen. Zehn Minuten täglich auf Gras oder Boden erden im wörtlichen Sinn und dämpfen stille Entzündungsprozesse.

3. Pflanzen wachsen sehen. Etwas zu säen und zu pflegen, lehrt Geduld und schenkt das Erleben von Wirksamkeit, ein Gegengewicht zur Ohnmacht.

4. Mit allen Sinnen wahrnehmen. Der Duft feuchter Erde, das Summen der Insekten, wirken direkt auf jene Hirnregionen, die Stress regulieren.

5. Heilpflanzen kennenlernen. Melisse, Thymian, Ringelblume. Wer sie selbst zieht, entwickelt neues Vertrauen in die Wirkkraft der Natur.

Dr. med. Petra Wiechel

ist Chefärztin der Swiss Mountain Clinic in Castaneda (CH). Sie verbindet biologische Medizin mit moderner Diagnostik und jahrzehntelanger klinischer Erfahrung. Ihr Leitsatz: „Heilung braucht Wahrheit.“

Wer sich der Natur zuwendet, wird Wertvolles entdecken. Der Garten des Lebens ist kein ferner Ort. Er beginnt vor der Haustür, auf dem Balkon oder in einem einzigen Topf auf der Fensterbank.

Kontakt: swissmountainclinic.com

Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachperson.

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Text: Dr. med. Petra Wiechel
Bilder: Dr. med. Petra Wiechel, Shutterstock.com

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Heilung braucht Wahrheit ®

Was, wenn Krankheit nicht das Problem ist –sondern das, was wir darüber gelernt haben?

Die Swiss Mountain Clinic spricht aus, was andere nicht aussprechen. Medizin. Zusammenhänge. Wahrheit.

Weitere Informationen finden Sie auf unserem neuen Podcast- und TV-Kanal:

Gespräche mit Dr. med. Petra Wiechel und führenden Experten aus Medizin, Wissenschaft und Bewusstseinsforschung.

Unser Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther

Über den Garten des Lebens

Die Natur ist seit jeher mehr als nur der Raum, der uns umgibt. Sie ist Rückzugsort, Kraftquelle und Spiegel unseres inneren Lebens zugleich. In einer Zeit, die von Beschleunigung, Reizüberflutung und wachsender Entfremdung geprägt ist, sehnen sich viele Menschen nach Verbundenheit, Orientierung und echter Lebendigkeit. Doch was lässt uns innerlich wachsen? Was stärkt unsere seelische Widerstandskraft und wie geht es eigentlich der Natur dabei?

Kaum jemand beschäftigt sich mit diesen Fragen so eindringlich wie

Prof. Dr. Gerald Hüther. Der renommierte Neurobiologe und Autor zählt zu den bedeutendsten Vordenkern unserer Zeit und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem zutiefst humanistischen Blick auf den Menschen. Wir sprechen mit ihm über den Garten des Lebens, die Heilkraft der Natur, über die Bedeutung einer lebendigen Beziehung zur Natur und darüber, warum wahre Entwicklung nur dort entstehen kann, wo wir uns noch berühren und begeistern lassen.

Redaktion: Herr Dr. Hüther, Sie verwenden gerne das Bild der Natur für die menschliche Entwicklung. Wie wichtig ist denn die Radikalität im

Prof. Dr. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Vorstand der Akademie für Potenzialentfaltung. Er forschte unter anderem an der Universität Leipzig, am Max-Planck-Institut in Göttingen und an der Universität Göttingen. Seine Themen sind unter anderem Hirnentwicklung, frühe Erfahrungen, Angst, Stress und emotionale Reaktionen. Bekannt ist er auch als Autor zahlreicher Sachbücher.

„Garten des Lebens“? Also die Fähigkeit, Dinge konsequent loslassen zu können, so wie ein Gärtner, der manchmal Unkraut ausreißen muss, dort, wo er bunte Blumen haben möchte? Und was spielt sich dabei in unserem Gehirn ab?

Prof. Dr. Gerald Hüther: Als Hirnforscher würde ich sagen: Wir alle verfügen über ein enorm formbares, plastisches und zeitlebens lernfähiges Gehirn. Das führt dazu, dass dort nichts von Anfang an fest eingebaut sein kann, das schon wüsste, wie es geht. Nicht der liebe Gott organisiert das und auch nicht die genetischen Programme, sondern das Gehirn organisiert sich unterwegs selbst. Es beginnt bereits im Mutterleib, und wir nennen das, wodurch es sich organisiert: Erfahrungen. Es geht also nicht um Auswendiglernen, sondern um Erfahrung.

Der Hirnforscher sagt: Das Einzige, was sich das Gehirn merkt, sind die Lösungen, nicht die Probleme. Immer dann, wenn wir ein Problem haben, gerät etwas durcheinander. Der schöne Gleichklang, in dem die Nervenzellen miteinander arbeiten, kommt aus dem Takt. Man steht, wie man in Deutschland sagt, wie der Ochse vor dem neuen Tor und weiß nicht, was man machen soll. Im Gehirn geht es dann drunter und drüber, und es wird viel Energie verbraucht. Das rutscht schließlich hinunter in den Bereich von Gesundheit und Körperlichkeit: Man spürt es als Herzrasen, Schweißausbruch oder innere Unruhe. Spätestens dann merkt man: Jetzt ist es ernst mit diesem Durcheinander. Jetzt muss ich eine Lösung finden.

Und wir Menschen finden dann auch eine Lösung. Es sind nicht immer die besten Lösungen. Es kann sein, dass man eine Partnerschaft verlässt, die Tür zuschlägt oder einfach abhaut. Manche haben auch keine Hemmun-

gen, sich zu schlagen. Auch das sind Lösungen. Wenn eine solche Lösung funktioniert, wird sie abgespeichert. Wir nennen das: einen inkohärenten Zustand, also einen Zustand, in dem etwas nicht passt, wieder in einen kohärenteren, passenderen und weniger energieaufwendigen Zustand im Gehirn zu überführen.

Wenn wieder mehr Gleichklang entsteht, wird im Gehirn Energie frei, und bestimmte Bereiche werden aktiviert. Hirnforscher nennen sie das Belohnungszentrum. Dort werden Botenstoffe ausgeschüttet, etwa Katecholamine und Endorphine. Sie wirken ein wenig wie Kokain und Heroin zugleich. Dann entsteht dieses große Glücksgefühl: Man hat eine Lösung gefunden. Warum man das Problem ursprünglich hatte, tritt plötzlich in den Hintergrund. Gleichzeitig wirken diese Botenstoffe wie eine Art Dünger. Die neuroplastischen Botenstoffe regen andere Zellen an, Hormone zu bilden, die Nervenzellen wiederum brauchen, um neue Fortsätze auszubilden. Das Gehirn optimiert

Text: Lisa Gutzelnig
Über Prof. Dr. Gerald Hüther
Bilder: Jan Pyko, Stiftung Entrepreneurship, Shutterstock.com

Unser Gehirn speichert vor allem Lösungen. Sie bringen uns zurück in den inneren Gleichklang und schenken neue Energie. Lösungen prägen das Gehirn

also seine Verschaltung anhand der gefundenen Lösung.

Ein Beispiel: Sie wollen mit Ihrem Partner Urlaub machen. Ihre innere Stimme und Ihr ganzes Herz sagen Ihnen, dass das jetzt das Beste wäre. Dann schauen Sie in Ihren Kalender, und der sagt Ihnen: Es geht nicht. Und schon haben Sie ein Problem. Der Kalender ist in diesem Bild das Unkraut, das Sie daran hindert, mit Ihrem Partner die schönen Blumen zu pflanzen. Nun müssen Sie überlegen, wie Sie vorgehen. Die Kalenderseite muss also weg.

Das tut manchmal weh, dieses Unkraut auszurupfen. Aber es ist ja nicht ohne Grund gewachsen. Man hat sich den Kalender nicht ohne Grund mit all diesen Terminen gefüllt. Man hat geglaubt, das sei alles furchtbar wichtig. Jetzt muss man es neu bewerten. Mit den neuen Bewertungskriterien erscheint der Kalender plötzlich

nicht mehr so wichtig. Und Sie haben Glück: Sie können die Kalenderseite einfach herausreißen, Termine streichen und mit Ihrem Partner in den Urlaub fahren.

Was man dabei tut: Man nimmt dem Bisherigen seine Bedeutung. Im Garten kann das auch die Freude an einem alten Zaun, am Giersch oder an den Brennnesseln betreffen. Diese bisherige Bedeutung muss überdeckt werden von der Vorfreude auf den Gewinn: auf ein wunderschönes Sommerblumenfeld, das entstehen kann, wenn man den Garten umgestaltet. Manche lassen ihren Garten gern wuchern. Auch das ist schön. Auch das ist ein Garten des Lebens.

Wenn man sich die Natur ansieht, dann merkt man relativ schnell, dass alles einander dient. Die Sonne strahlt sich nicht selber an und die Blumen produzieren diese wunderschönen Blüten und den Nektar auch nicht für sich. Man könnte sagen, dass die Natur dieses authentische Interesse an der Entfaltung des anderen noch hat. Warum ist es denn uns Menschen verloren gegangen, dieses Interesse an der Entwicklung des jeweils anderen?

Darüber müssten wir sprechen: Ob wir uns selbst noch als Teil dieses großen, lebendigen Wesens fühlen, das wir Natur nennen. Der Mensch hat die Möglichkeit, Vorstellungen über sich selbst und seine Rolle in der Welt zu entwickeln. Das können die Tiere in dieser Form nicht. Deshalb ist jedes Tier immer eingebunden in die Welt, in der es lebt, und Teil dieser Welt. Es käme nicht auf die Idee, sich als fremd in dieser Welt zu betrachten. Es muss fressen, sich fortpflanzen, schauen, wo es bleibt, und aufpassen, dass es nicht gefressen wird. Aber es macht all das als lebendiger Bestandteil dieser lebendigen Welt.

Integriert nennt man das. Und ich weiß: Da hört auch unsere deutsche Sprache auf, weil das so schön ist, dass wir es kaum benennen können. Ich versuche es für mich selbst zu beschreiben. Ich, Gerald, kann mich, wenn ich das möchte und mir bewusst mache, als Teil dieser gesamten lebendigen Natur erleben und fühlen. Natürlich gibt es mich weiterhin als Gerald. Aber ich spüre mich erst dann richtig als Gerald, wenn ich draußen in der Natur bin und mich mit all dem verbinde, was dort ist. Ich bin also kein Fleischklops, der abgetrennt von allem versucht, sein Dasein zu meistern. Solange wir uns von der Natur trennen, uns über sie hinwegsetzen und anfangen, die Natur oder andere Lebewesen wie Objekte zu behandeln, kann daraus letztlich nur Selbstzerstörung entstehen. Wir können krank werden, weil wir uns selbst aus diesem natürlichen, lebendigen Prozess ausgegliedert haben. Wir sind dann wie ein Blinddarm oder wie ein Schmarotzer, der nimmt, was er bekommen kann, selbst aber nichts gibt und nicht mehr dazugehört. Das erinnert auf eigenartige Weise an Krebsgeschwüre: Auch sie nehmen sich alles, wachsen immer weiter, pflanzen sich im Wirt fort, und am Ende stirbt der Wirt.

Wenn Menschen sich weiter so in der Natur bewegen, werden sie sich am Ende auf diese Weise selbst ausrotten.

Die Gesellschaft sieht die Natur ja gerne als Dienstleisterin. Entfernen wir uns dabei immer weiter von uns selbst, dadurch dass wir die Natur als Dienstleisterin sehen? Einer Dienstleisterin könnte man immerhin dankbar sein. Man könnte sie bezahlen, sich bedanken oder eine Kompensation für ihre Leistung erbringen. Nein, wir benutzen die Natur oft, als wäre sie unser Eigentum, wie einen Gegenstand. Wir machen natürliche Gegebenheiten und vor allem die Lebewesen, die es in der Natur gibt, zum Objekt unserer Absichten, Ziele und Maßnahmen.

Ich würde jetzt gerne noch mal auf die Radikalität zurückkommen. Kleinkinder können ja sehr gut für sich einstehen und sagen, wenn etwas jetzt nicht passt, dann wird es auch mal laut und wild. Wie wichtig sind für Kinder diese Abgrenzungsimpulse?

Ich glaube, diese Handlungsimpulse sind Teil eines ganz wichtigen Geschehens, das nicht unterdrückt werden sollte. Sie gehören zu den beiden Grundbedürfnissen des Menschen. Das eine Grundbedürfnis ist Verbundenheit. Damit kommt man schon auf die Welt. Auch im Garten ist es so: Wenn irgendwo ein Samenkorn aufgeht, ist es immer Teil dessen, was ringsherum schon da ist, und nicht völlig abgegrenzt und separat.

Prof. Dr. Gerald Hüther spricht darüber, wie Angst und Kontrolle den natürlichen Entdeckerdrang von Kindern bremsen können. Mut statt Kontrolle

Wenn ich alles Lebendige wie ein Objekt behandle, wird es in meinem Bewusstsein zu etwas Maschinenhaftem. Es ist dann wie ein Auto: Ich benutze es zum Fahren, öle es vielleicht, pumpe die Reifen auf, wenn Luft fehlt, aber ansonsten habe ich mit ihm nichts zu tun. So kann ich dann auch die Natur benutzen.

Wenn man ein Beet anlegt und Samen hineinsetzt, ist die Welt natürlich schon ein wenig enger. Aber wenn sich etwas natürlich entwickelt, wächst es immer in etwas hinein, das bereits da ist. So geht es auch einem Kind: Es wächst in etwas hinein, das schon vorhanden ist. Und es bringt gewissermaßen einen Kompass mit, um sich in dieser Welt zu orientieren. Dazu gehören die beiden Grundbedürfnisse: Verbundenheit und eigene Gestaltungsmöglichkeiten.

Deshalb sucht ein Kind immer wieder Gelegenheiten, diese Verbundenheit zu spüren: in den Arm genommen werden, kuscheln, nah beieinander sein. Zugleich wollen Kinder nicht immer nur kuscheln. Sie wollen auch zeigen, was sie können. Das ist das Bedürfnis nach Autonomie, später nennt man es auch Freiheit. Und zu diesem Bedürfnis gehört auch die natürliche Reaktion, wenn man eingeengt wird: zu sagen: „nicht mit mir, das bin ich nicht!“

Manche Eltern reagieren ja auf diesen Lebens- und Gestaltungsdrang

eines Kleinkindes mit Angst, denn die Beweglichkeit der Kinder macht ihnen Angst. Es kann ja was passieren, es kann was runterfallen. Das Kind kann sich wehtun. Was passiert da mit dem Kind, wenn die Eltern mit Angst auf seinen Gestaltungsdrang reagieren?

Es gibt Gesellschaften, in denen sehr viele Menschen vor allem darauf achten, dass nichts Gefährliches passiert. Ich nenne das gern Besitzstandswahrung. Eine solche Haltung entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben, es bereits zu etwas gebracht zu haben, und nun vor allem darauf achten müssen, dass ihnen nichts abhandenkommt, nichts kaputtgeht und ihnen

niemand etwas wegnimmt. Das ist die Mentalität eines Besitzstandswahrers. Davon gibt es viele. Und genau diese Haltung beschreiben Sie bei Eltern, die ständig Angst haben, ihrem Kind könnte etwas passieren.

Daneben gibt es Gesellschaften, in denen es weniger um die Wahrung eines Besitzstandes geht als um die Erschließung von etwas Neuem. Das sind Aufbruchsgesellschaften. Dort ist Besitzstand weniger wichtig. Entscheidend ist, wie man vorwärtskommt und vorhandene Bedingungen nutzt. Solche Gesellschaften bringen Menschen hervor, die alles dafür tun würden, dass ihre Kinder in diesen Aufbruch gehen. Sie schützen sie nicht übermäßig, sondern schicken sie los: „Geh rein!“

Was passiert, wenn ein Kind in einer sehr ängstlichen Atmosphäre aufwächst? Wird es dann immer leiser, vorsichtiger? Oder kann es auch passieren, dass es dann im Gegenteil zu mehr motorischen Unruhen kommt, wenn es so gut behütet, kontrolliert wird?

Wir haben noch immer diesen Glauben, dass unterdrückte Impulse sich wie in einem Dampfkochtopf ansammeln und irgendwann der Deckel hochfliegt. Freud hat diese Vorstellung in die Welt gesetzt, aber ich halte sie für falsch. Kinder werden in solchen Umgebungen eher ruhiger. Wenn sie in eine Welt hineinwachsen, in der es kaum noch etwas zu entdecken gibt und ihnen alles vorgefertigt wird, unterdrücken sie ihr Bedürfnis nach Eigengestaltung. Sie nutzen dann das, was ihnen angeboten wird. Dann sitzen sie brav in ihren Spielautomaten oder in Einrichtungen, in denen sie unter ordentlicher Aufsicht ein paar Dinge machen dürfen.

Das ist traurig und hat mit dem wilden Garten nichts mehr zu tun. Es

ist kein Bild eines lebendigen Gartens, sondern eines auf Ertrag angelegten Gartens. Mir fällt dazu immer das Beispiel der Obstbauern in Südtirol ein. Am Rand der Autobahn sieht man diese wunderbaren Apfel- und Birnbäume als Spalierobst. Die kleinen Äste werden festgehalten, straff angebunden und so ausgerichtet, dass sie schön in der Sonne stehen. Dann kann man sie leicht pflücken. Es entstehen lauter Äpfel und Birnen, die gleich aussehen, weil sie unter den gleichen Bedingungen gewachsen sind. Maximaler Ertrag, maximaler Erfolg, alles voll mit Spalierobst.

Wenn man die Obstbauern fragt, wie sie das nennen, was sie tun, wenn sie die Zweige an den kleinen Apfelbäumchen anbinden, sagen sie: „Das heißt bei uns Erziehung.“ Das ist ein sehr gutes Bild. Und für Äste, die sich nicht festbinden lassen wollen, gibt es den „Erziehungsschnitt“: Dann werden sie abgeschnitten. Wenn man das einmal gehört hat, nimmt man den Begriff Erziehung nicht mehr so gern in den Mund. Denn dabei geht es um Ertrag. Ich fürchte, dass viele unserer sogenannten Erziehungseinrichtungen, Erziehungsmaßnahmen und auch viele elterliche Vorstellungen von Erziehung sehr stark ertragsorientiert sind.

Und der Ertrag wäre was? Dass das Kind es zu etwas bringt und ein funktionierender Teil des Systems wird?

So würden Eltern es meist nicht sagen. Sie sagen eher: „Der hat doch das Talent zum Oberarzt.“ Man würde sich gemein oder lieblos fühlen, wenn man ihm nicht die Möglichkeit gäbe, diese angeblich in ihm schlummernden und von den Eltern erkannten Talente zur Entfaltung zu bringen. Aber manchmal irren sich Eltern. Dann lässt jemand die ganze Tortur über sich

ergehen, wird vielleicht tatsächlich Oberarzt, setzt aber seine Familie aufs Spiel, die Frau läuft davon, am Ende kommt ein Burnout, und er merkt, dass er dieses Leben gar nicht führen wollte.

Das hat sich die Mutter damals, als er fünf war, nicht überlegt. Sie hat ihn auf eine Spur gesetzt. Er war ein Suchender, und sie hat ihn in die Irre gelenkt. Sie hat nicht darauf geachtet, was er wollte, sondern vor allem darauf, welche Träume sie für diesen Jungen hatte. Sie hat den Jungen als Objekt zur Erfüllung ihrer eigenen Träume benutzt. Und das kann nicht gut gehen.

Nach dieser jahrzehntelangen Forschung, die Sie betreiben, und Ihrem tiefen Verständnis über das menschliche Gehirn, gibt es für Sie eigentlich noch etwas Unergründliches, wo Sie sagen, das können Sie sich nicht erklären?

Es gibt ein eigenartiges Phänomen, das ich früher nicht erwartet hätte: Je tiefer ich eindringe, desto spannender wird es. Es wird nicht langweilig, sobald man beginnt, etwas zu verstehen.

Im Gegenteil: Es wird reicher, bunter, und es entstehen immer neue Fragen. Offenbar ist die Natur, die wir erforschen, so tiefgründig und vielfältig, dass wir immer nur ein Stück davon erkennen können. Und indem wir dieses Stück erkennen, öffnet sich bereits die nächste Tür zu neuen Räumen, die wir erforschen können. Damit wird man nie fertig, und das ist gut so. Es nimmt einem ein wenig die Arroganz und Überheblichkeit, zu glauben, wir seien die Beherrscher der Natur. Das sind wir ganz bestimmt nicht, und im Grunde weiß das auch jeder. Wenn wir es nicht bald schaffen, unser Zusammenleben anders zu gestalten, sodass es wieder einem Garten gleicht, in dem alles nebeneinander und miteinander wachsen kann, werden wir das nicht hinbekommen. Dann sind wir auf diesem Planeten verloren, und dann wird es uns bald nicht mehr geben. Der Natur macht das nichts aus. Sie kommt auch gut ohne uns zurecht.

Wie sehen Sie die Rettung des Wals Timmy? Hat das etwas mit menschlicher Überheblichkeit zu tun? Oder

Kinder brauchen Erwachsene, die sehen, was in ihnen selbst wachsen will, statt sie auf vorgezeichnete Wege zu setzen.

doch eher mit menschlicher Fürsorge für ein Lebewesen?

Für mich zeigt das, wie weit Menschen ihre Vorstellungen davon, wie etwas sein sollte, von dem entfernt haben, was das Leben möglicherweise wirklich braucht. Für mich und wahrscheinlich für viele, die diese Bilder gesehen haben, war von Anfang an klar: Es handelt sich um ein krankes Tier, das sich einen Platz gesucht hat, an dem es nicht ertrinken muss. Eine Sandbank. Wenn ein Wal auf dem offenen Meer schwimmt und nicht mehr die Kraft hat, immer wieder aufzutauchen, um Luft zu holen, dann erstickt er. Das ist kein schöner Tod. Deshalb hat ein solcher Wal wahrscheinlich intuitiv das Bedürfnis, sich irgendwohin zu begeben, wo er sich ablegen kann. Und das ist eine Sandbank.

Dann haben wir ihn dreimal von der Sandbank heruntergeschleppt, und er hat sich immer wieder auf eine neue Sandbank gelegt. Spätestens da hätte man wach werden und sagen müssen: Lasst ihn in Ruhe sterben. Aber dabei können wir nicht zuschauen. Deshalb halte ich das Ganze für den Ausdruck einer inneren Haltung, die sehr deutlich zeigt, wie weit sich viele Menschen inzwischen von natürlichen Gegebenheiten und natürlichen Prozessen entfernt haben.

Heißt das, jeder Heilungsprozess ist automatisch ein Selbstheilungsprozess?

Es gibt niemanden, der einen Menschen heilen kann. Der Mensch kann immer nur selbst wieder gesund werden. Sämtliche Heilungsprozesse sind Selbstheilungsprozesse. Das ist eine schwierige Botschaft für viele Heiler, Mediziner und andere. Aber sie bedeutet: Jeder Heilungsprozess ist ein Selbstheilungsprozess. Ein kompetenter Arzt oder sogenannter Heiler kann nur mit seiner Kunst dazu beitragen, dass die Bedingungen, wie

in einem Garten, so gestaltet werden, dass dort ein gesundes Miteinander wachsen kann.

Wenn mein Arm gebrochen ist und ich eine Knochenfraktur habe, kann der Arzt den Knochen nicht heilen. Er kann dafür sorgen, dass die Bedingungen möglichst günstig sind, damit der Knochen gut wieder zusammenwächst. Das ist ärztliche Kunst: Bedingungen zu schaffen, in denen das, was man sich wünscht, auch geschehen kann. Aber machen kann er es nicht.

Geht es im Leben also stets um die Gesetzmäßigkeiten der Natur? Und darum, dass wir uns da nicht über sie stellen, sondern versuchen, sie zu verstehen?

Die Gesetzmäßigkeiten der Natur kann man nicht einfach unterrichten. Man muss Kindern und Jugendlichen Gelegenheit geben, in der Natur eigene Erfahrungen zu machen: wie dort alles ineinanderwirkt, wie alles voller Wunder ist, und was geschieht, wenn man darin herumwurschtelt, ohne die Folgen zu bedenken. Erst durch

Wer Natur mit allen Sinnen erfährt, entwickelt Verbundenheit und daraus den Wunsch, sie zu schützen. Natur lässt sich nicht lehren, nur erleben

solche Erfahrungen kann ein Gefühl tiefer Verbundenheit mit der Natur entstehen. Das gelingt nicht, indem man Kindern erzählt, wie verbunden sie mit der Natur seien. Wenn sie es nicht erleben können, ist es nicht da. Um die Natur kann sich nur jemand kümmern, der mit ihr verbunden ist. Liebe ist das authentische Interesse an der Entfaltung dessen, was man liebt. Wenn ich die Natur liebe, habe ich ein authentisches und bedingungsloses Interesse daran, dass sie sich mit allem, was in ihr steckt, weiter entfalten kann, unabhängig davon, wie sie sich gerade zeigt. Dazu kann ich mit meinen Möglichkeiten beitragen. Und sei es nur, indem ich versuche, denen das Handwerk zu legen, die diese Natur weiterhin für ihre Zwecke ausbeuten und ruinieren.

Redaktion: Das ist ein sehr schöner Abschluss für unser Interview. Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit und für diesen wertvollen Beitrag.

Bilder: Shutterstock.com

Yi Dao Therapie

Persönliche Begleitung im eigenen Rhythmus

Viele Menschen spüren heute: Etwas ist aus dem Gleichgewicht geraten. Der Körper meldet sich mit Erschöpfung, Schlafproblemen, innerer Unruhe, hormonellen Schwankungen oder Kraftlosigkeit. Manchmal ist es aber auch das Gefühl, die eigene Richtung verloren zu haben. Genau hier setzt die Yi Dao Therapie an.

Die von Heilpraktiker Holger Baumgarte entwickelte Yi Dao Therapie verbindet Traditionelle Chinesische Medizin, die Philosophie des I Ging, naturheilkundliche Diagnostik und persönliche Reflexion zu einem ganzheitlichen Begleitprogramm. „Yi Dao“ beschreibt den Weg der Wandlung. Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen: Was zeigt der Körper? Welche Belastungen wirken im Hintergrund? Welche Lebensmuster möchten gesehen und neu geordnet werden?

Ein besonderer Vorteil dieses Programms liegt in seiner modernen und zugleich persönlichen Form. Die Yi Dao Therapie wird online und über persönlichen Mailkontakt begleitet. Dadurch kann sie unabhängig vom Wohnort durchgeführt und gut in den Alltag integriert werden. Der Teilnehmer erhält umfangreiche Arbeitsmaterialien, Texte, Reflexionsfragen und praktische Impulse. Diese Unterlagen werden nicht einfach nur gelesen, sondern Schritt für Schritt gemeinsam besprochen, vertieft und auf die persönliche Situation angepasst.

Das macht den Weg individuell. Jeder Mensch bringt andere Fragen, Beschwerden und zeitliche Möglichkeiten mit. Deshalb kann das Programm im eigenen Tempo bearbeitet werden. Niemand muss zu festen Gruppenter-

minen erscheinen oder ein starres Kursmodell erfüllen. Wer beruflich stark eingebunden ist, kann langsamer arbeiten. Wer mehr Raum hat, kann sich intensiver mit den Materialien beschäftigen. Die Yi Dao Therapie passt sich dem Menschen an – nicht umgekehrt.

Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet eine bewährte Grundlage, um Körper, Energie, Emotionen und Lebensführung besser zu verstehen. Das I Ging dient als philosophischer Spiegel, nicht als Wahrsagerei. Es hilft, innere Muster zu erkennen, Entscheidungen bewusster zu treffen und Krisen als mögliche Wandlungsphasen zu betrachten.

Geeignet ist die Yi Dao Therapie für Menschen mit Stressbelastungen, Schlafstörungen, Erschöpfung, hormonellen Dysbalancen, innerer Unruhe oder dem Wunsch nach mehr Klarheit im eigenen Leben.

Empfehlenswert ist zu Beginn eine passende Diagnostik, zum Beispiel über Hormon-, Stress- oder Stoffwechselanalysen. Nach jedem Befund kann auf Wunsch zusätzlich eine individuelle naturheilkundliche Therapieempfehlung erstellt werden – damit aus Erkenntnis ein sinnvoller nächster Schritt wird.

Weitere Informationen zur Yi Dao Therapie finden Sie unter: yidao-therapie.de

Holger Baumgarte, Heilpraktiker

Abschied nehmen, sortieren und ausmisten

Wie man mit gesunder Radikalität den Garten seines Lebens wieder zum Blühen bringt

Das Leben gleicht einem Garten – lebendig, vielschichtig und ständig im Wandel. Was wir heute säen, zeigt sich oft erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später in voller Blüte. Manche Pflanzen wachsen kräftig und mühelos, andere brauchen Geduld, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Jeder Gedanke, jede Entscheidung und jede Erfahrung kann wie ein Samen wirken, den wir in den Boden unseres Lebens legen. Ob daraus ein Ort der Fülle, der Ruhe und der Schönheit entsteht oder ein verwildertes Stück Land, liegt zu einem großen Teil in unserer eigenen Hand. Doch wie in jedem Garten gibt es auch im Leben Phasen des Wachstums, der Ruhe und der Erneuerung – Zeiten, in denen scheinbar nichts geschieht, während unter der Oberfläche bereits Neues entsteht.

Wer lernt, seinen eigenen Garten achtsam zu pflegen, entdeckt darin nicht nur die Verantwortung, sondern auch, wie befreiend eine gesunde Radikalität im eigenen Garten des Lebens sein kann.

Der eine entscheidet sich dafür, in seinem Garten Nutzpflanzen anzubauen, um Tomaten, Gurken und Paprika zu ernten. Ein anderer

hingegen verwandelt den ihm zur Verfügung stehenden Raum lieber in ein farbenprächtiges Blütenmeer, das alle Farben des Regenbogens widerspiegelt. Wieder andere greifen überhaupt nicht ein und überlassen ihren Garten sich selbst, sodass ein kleines, wildes Biotop entstehen kann. Die etwas pragmatischeren Gärtner wiederum bedecken ihre Fläche mit Kies, um sich möglichst viel Arbeit zu ersparen. Und der letzte schließlich wählt einen Mittelweg und kombiniert alle vier Möglichkeiten miteinander.

So unterschiedlich die Gartenbesitzer ihre Flächen gestalten, so individuell hat auch jeder Mensch die Chance, sein eigenes Leben zu formen. Es ist wichtig, den Garten des eigenen Lebens bewusst zu pflegen – ganz gleich, in welche Richtung man ihn entwickeln möchte. Ob man Ordnung, Nutzen, Schönheit oder eine Mischung daraus bevorzugt: Erst durch Aufmerksamkeit und Engagement kann das entstehen, was einem wirklich entspricht.

Gleichzeitig ist es ebenso legitim, Dinge wachsen zu lassen und dem Leben mehr freien Lauf zu geben. Doch auch dieses „Wuchernlassen“ sollte eine bewusste Entscheidung sein – ein aktives Zulassen und kein bloßes Geschehenlassen. Denn am Ende trägt jeder

Eine Blume fragt nicht, ob sie wachsen darf. Sie folgt einfach dem Licht.

Text: Lisa Gutzelnig

die Verantwortung dafür, wie sein Garten des Lebens aussieht.

Sich von Altem befreien

Es ist nicht möglich, dass alle Ideen und Hoffnungen verwirklicht werden, so wie es auch unmöglich ist, dass aus allen herabgefallenen Kastanien neue Kastanienbäume wachsen. Deshalb hilft es manchmal, sich von gescheiterten Projekten, Liebesbeziehungen oder zwischenmenschlichen Beziehungen zu befreien. Was lohnt es, aufzubewahren? Und was gehört auf den Kompost? Der Mensch mit einer gesunden Radikalität beherrscht die Kunst, sich vom Überflüssigen zu befreien und Ballast abzuwerfen. Stimmt diese innere Balance nicht, so sind zwei Extreme möglich: der totale Kahlschlag im Garten, bei dem alles weggeworfen und ausgerissen wird, und andererseits die generelle Unfähigkeit, sich vom Überflüssigen zu trennen. Dann überwuchern die Unkräuter den Garten und verdecken auch die schönen Blumen.

Der erwachte Gärtner des Lebens jedoch sortiert und trennt. Man kann sich in diesem Prozess fragen: Stärkt es mich oder schwächt es mich? Dies gilt für Dinge genauso wie für Menschen. Dies gilt auch für Ballast aus alten Verpflichtungen und Gewohnheiten, die uns unfrei und schwer gemacht haben. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn das Alte nicht geht, kommt das Neue nicht.“ Schritt für Schritt schaffen wir beim Gärtnern in unserem Garten des Lebens also Raum für eine neue Blüte.

Loslassen, was endet

Dabei muss man sich manchmal auch von nahestehenden Menschen trennen, wenn man erkennt, dass eine Beziehung vorbei ist. Auch hierbei hilft uns der klare Verstand. Vielleicht ist das schmerzlich, aber als gute Gärtnerin weiß

Wenn Altes geht, kann neues Leben wieder langsam wachsen

Wer vertrocknetes Gestrüpp entfernt, zerstört nicht den Garten, sondern schützt seine Lebendigkeit. So können Wurzeln Kraft sammeln und aus dem Alten neue Möglichkeiten entstehen.

„Affirmationen sind wie Samen, die man in die Erde pflanzt. Erst keimen sie, dann schlagen sie Wurzeln und dann kommen sie ans Tageslicht und sprießen empor. Es braucht einige Zeit, bis aus einem Samenkorn eine ausgewachsene Pflanze geworden ist. Und so ist es auch mit Affirmationen – es vergeht einige Zeit vom ersten Aufsagen einer Affirmation bis zur Manifestation dessen, was Sie sich wünschen. Haben Sie Geduld.“

man: Es tut not, Licht und Raum für Neues zu schaffen, denn nur so können Erkenntnis und Spiritualität wachsen. Was übrig bleiben soll an Menschen und Träumen, wird man daran erkennen, dass man sich auf eine schöne, kraftvolle Art inspiriert fühlt und in ihrer Nähe auf neue und vielleicht sogar verrückte Gedanken kommt. Was man ausgemistet hat, ist nur das vertrocknete Gestrüpp an der Oberfläche; die Wurzeln und die Kraft sind jedoch geblieben. Was nicht mehr lebendig ist, darf man gehen lassen – je früher, desto besser. Tut man das

rechtzeitig, hat man vielleicht noch Zeit für viele neue Frühlinge. Versäumt man diesen Schritt, so nehmen Verhärtung und das stückweise Absterben im Garten des Lebens kein Ende.

Lebenslust Garten

Um ein inneres Glück zu entwickeln, kann es hilfreich sein, den eigenen Geist wie einen Garten zu betrachten. So wie die Pflege eines Gartens eine tägliche Aufgabe ist, sollte auch die Pflege unseres Geistes zu einer täglichen Praxis werden. Dazu gilt es, „Gartenarbeit“ zu erlernen. Schon Louise Hay wusste: Positive Gedanken sind wie Samen, die in den „Boden“ des Unterbewusstseins gepflanzt werden. Wie bei Pflanzen braucht es Geduld und Pflege, bis diese Samen keimen, Wurzeln schlagen und als Realität sprießen. Regelmäßige Wiederholung schafft eine nährstoffreiche Umgebung für das Wachstum.

Umgang mit Zynikern

Einen Garten zu pflegen bedeutet, sich auf Lebendigkeit einzulassen – auf Wachstum, Veränderung und Unvorhersehbarkeit. Ähnlich verhält es sich mit dem menschlichen Miteinander: Dort, wo Raum für spontane Impulse und kreative Ideen entsteht, kann etwas Echtes wachsen. Festgefahrene Menschen hingegen stehen dem entgegen. Sie zerstören mitunter die guten, lebendigen Ideen anderer und ersticken spontane Impulse oft schon im Keim. Wer andere schnell relativiert oder ihre Begeisterung dämpft, hält sich selbst auf Distanz zu Unsicherheit, Überraschung und emotionaler Intensität.

Es gilt zu erkennen, dass Zyniker, die andere Menschen ständig in ihre Grenzen verweisen und jede Euphorie kleinreden, oft Angst vor ihrer eigenen Lebendigkeit haben. Sie ertragen es kaum, diese Lebendigkeit bei anderen zu sehen. Zyniker fürchten Überraschung, Ekstase und Kontrollverlust. Deshalb wappnen sie sich mit kognitiven Erklärungen für emotionale Zustände. Sie flüchten sich in Zeitpläne, Excel-Tabellen, Versicherungen und Verträge. Sie berechnen alles, zerlegen alles bis ins kleinste Detail, sichern sich gegen jeden möglichen Schaden ab – und vergessen dabei, dass sie selbst lebendige Wesen sind. Und irgendwann scheint ihnen die Empathie gleichgültig zu werden.

Aus psychologischer Sicht kann das bedeuten: Menschen, die sich dauerhaft gegen emotionale Lebendigkeit abschirmen, verlieren mit der Zeit leichter den Zugang zu ihrem eigenen Mitgefühl. Sie müssen ihr empathisches Empfinden – also jene inneren Fähigkeiten, die Mitgefühl und Resonanz ermöglichen – immer wieder unterdrücken. Und sie unterdrücken und unterdrücken, so lange, bis fast nichts mehr übrig ist.

Sie drängen die Empathie weg, indem sie kognitive Erklärungen darüberstülpen. Erklärung über Erklärung, bis diese hemmenden Konstruktionen so gut ausgebildet sind, dass sich alles rationalisieren lässt – und nichts mehr gefühlt werden muss.

Und genau dort sind wir in der heutigen Welt des Zynikers angekommen. Die eigenen Gefühle werden nicht mehr gezeigt. Gefühlsäußerungen anderer werden lächerlich gemacht oder sarkastisch kommentiert. Jede wundervolle Idee, jeder spontane Impuls, jeder liebevolle Vorschlag wird sofort gekippt – mit dem Hinweis auf die Kosten, auf die Uhrzeit oder darauf, dass man so etwas doch besser nur dann mache, wenn es sich steuerlich abschreiben lässt.

Wenn die messerscharfen Kalkulationen dieser Menschen den eigenen Wünschen entgegenstehen, tut es gut sich bewusst zu machen, dass jede Rechnung sich durch eine andere Rechnung widerlegen lässt. Denn viele große Denker aus

Mathematik und Physik haben immer wieder gezeigt, dass die Wahrheit nicht allein in Berechnungen aufgeht. Sie wussten: Man kann am Leben nicht alles berechnen – vielleicht lässt sich am Ende nur messen, wie lange es dauert. Könnte es also sein, dass es eher darum geht, wie lange man lebendig bleibt in einer Welt, die dazu neigt, uns alle in Situationen zu bringen, in denen wir eben nicht mehr lebendig sind?

Wenn wir einen festgefahrenen Zyniker vorübergehend aus seinem Denkkäfig, seinem Labor, seinem Archiv oder seinem Raum der Lebendigkeits-Zerlegung herausholen möchten, dann vielleicht auch ein Stück weit zu unserem eigenen Vergnügen. Aber nicht in der Erwartung, ihn verändern zu können. Und schon gar nicht in der Hoffnung, ihn zu heilen. Denn genau das führt meist ins Leere.

In unserem Garten des Lebens versuchen wir, uns nichts mehr vorzumachen. Wir lösen uns erbarmungslos von der Vorstellung, jeden erreichen zu müssen. Und wir beginnen zu akzeptieren, dass nicht jeder bereit ist, sich auf Lebendigkeit einzulassen.

Fazit

Ein „radikaler Gärtner des Lebens“ ist jemand, der ohne falsche Scheu Strukturen im Leben beseitigt, die nicht mehr guttun, um eine gesunde, neue Entwicklung zu fördern.

Unseren Garten des Lebens in überschaubare, sterile kleine Einheiten zu zerlegen, mag sich anfangs für unser Gehirn wie ein Gewinn und wie Ordnung anfühlen. Es kann auch eine Zeit lang Sicherheit geben – doch es birgt die Gefahr, dass dabei etwas Wesentliches verloren geht: die Verbindung zur eigenen Lebendigkeit und die Fähigkeit, sich auf andere wirklich einzulassen. Vielleicht liegt die Herausforderung des Gärtnerns darin, auch Offenheit und Unsicherheit zuzulassen. Denn erst im Zusammenspiel von Offenheit und Lebendigkeit entsteht ein Raum, in dem Menschen wachsen können – wie ein blütenprächtiger Garten.

Seelische Gartenarbeit ist wirklich nicht schwer. Es ist eine große Freude, sich von der Last alter negativer Überwucherungen zu befreien und sie in das Nichts zurückzuschicken, aus dem sie kamen.

Können wir wirklich mehrere Dinge gleichzeitig erledigen – oder täuscht unser Gehirn uns dabei?

A Die MultitaskingFalle

Text: Lisa Gutzelnig

ls ich vor Kurzem von Hamburg zurück nach Spanien flog, saß im Flugzeug ein kleines Mädchen neben mir, das mir neugierig über die Schulter sah, während ich in meiner Fachzeitschrift blätterte. Ich las gerade einen Artikel über Multitasking, der von einer ziemlich hässlichen Karikatur begleitet wurde: ein menschartiges Wesen mit vier Armen und vier Köpfen, das versuchte, alles gleichzeitig zu erledigen. Selbst mich als Erwachsenen irritierte diese Darstellung, sie wirkte unnatürlich und ein wenig unheimlich. Das Mädchen hingegen beugte sich interessiert zu mir herüber und betrachtete die Zeichnung ein paar Minuten ganz genau. Schließlich sagte sie, kaum beeindruckt und fast schon empört: „Pff, was für ein Blödsinn! Sowas gibt es doch gar nicht. Menschen haben nur zwei Arme, nicht mehr!“ Und vielleicht lag in dieser kindlichen Klarheit bereits eine Wahrheit, die wir Erwachsenen nur allzu gerne übersehen. Während wir versuchen, immer mehr gleichzeitig zu bewältigen, zeigt uns ein einfacher Blick eines Kindes, dass wir dafür gar nicht gemacht sind. Wir besitzen nicht vier Arme, nicht vier Köpfe, sondern genau die Fähigkeiten, die auf unseren Körper zugeschnitten sind. Vielleicht ist es an der Zeit, uns daran zu erinnern und wieder mehr das zu tun, was wirklich zählt: eine Sache nach der anderen.

Man weiß mittlerweile, dass man beim Multitasking Aufgaben nicht wirklich gleichzeitig erledigt. Das Gehirn kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren – zumindest bei Aufgaben, die kognitiv fordern. Und doch tun es alle. Eine Serie ansehen und gleichzeitig auf In-

stagram scrollen. Noch schnell die letzte E-Mail des Tages schreiben, während im Hintergrund der Tatort läuft.

Wissenschaftler aus Psychologie, Neurologie und Sozialforschung befassen sich schon seit mehr als fünfzehn Jahren mit dem Thema Medienmultitasking. Viele Studien in diesem Bereich versuchen nicht nur herauszufinden, welche Wirkung Medienmultitasking auf das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten hat, sondern auch, ob es unserer Gesundheit langfristig schaden kann.

Studien zeigen immer wieder Zusammenhänge zwischen häufigem Medienmultitasking und Aufmerksamkeitsproblemen. Jugendliche, die viele Medien gleichzeitig konsumieren, haben Schwierigkeiten, sich im Unterricht oder bei Hausaufgaben zu konzentrieren. Eine Studie der Universität Luxemburg mit achtbis zwölfjährigen Kindern fand heraus, dass Medienmultitasking mit schlechterem Schlaf, weniger sozio-emotionaler Funktionsfähigkeit und schlechterer mentaler Gesundheit einhergeht. Starke Medienmultitasker hatten zudem höhere Werte bei der Aufmerksamkeitsimpulsivität – damit ist die Fähigkeit gemeint, lange Zeit aufmerksam zu bleiben, ohne sich ablenken zu lassen.

Warum Tiere nicht multitasken

Ein anschaulicher Vergleich aus der Tierwelt macht deutlich, wie begrenzt Multitasking in Wirklichkeit ist: Stellen Sie sich ein Reh auf einer Lichtung vor. Es frisst, hebt zwischendurch den Kopf, lauscht, prüft die Umgebung und entscheidet dann: weiterfressen oder fliehen. Es tut aber nie beides gleichzeitig. Würde es versuchen, gleichzeitig zu fressen, aufmerksam die Umgebung zu scannen und vielleicht noch einem anderen Reh zu folgen, wäre es hochgradig gefährdet. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit könnte genügen, um ein herannahendes Raubtier zu übersehen.

Gerade Fluchttiere sind darauf angewiesen, im entscheidenden Augenblick vollständig präsent zu sein. Ihre Überlebensstrategie besteht nicht darin, möglichst viele Dinge parallel zu tun, sondern darin, blitzschnell zwischen klaren Zuständen zu wechseln: fressen, beobachten, fliehen. Jeder dieser Zustände verlangt ihre volle

Ganz im Augenblick

Ein Reh tut nie alles zugleich. Es frisst, lauscht, beobachtet und entscheidet dann. Die Natur zeigt uns, wie wertvoll volle Aufmerksamkeit sein kann.

Aufmerksamkeit. In diesem Sinne leben Tiere konsequent und sehr wahrhaftig im Moment. Sie erledigen eine Sache nach der anderen –nicht aus Mangel an Fähigkeit, sondern weil es die effektivste und sicherste Art ist, mit ihrer Umwelt umzugehen. Multitasking wäre für sie kein Vorteil, sondern lebensbedrohlich.

Überträgt man das auf den Menschen, wird deutlich: Auch wir wechseln oft nur sehr schnell zwischen Aufgaben hin und her, statt sie wirklich gleichzeitig zu bewältigen. Der Unterschied ist nur, dass wir uns dabei einbilden, mehrere Dinge parallel tun zu können – während das Reh längst verstanden hat, dass volle Aufmerksamkeit überlebenswichtig ist.

Das Gehirn ist kein MultitaskingApparat

Der Glaube, mehrere Dinge gleichzeitig bewusst erledigen zu können, ist laut dem Hirnforscher und Psychologen Ernst Pöppel, der lange das Institut für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München leitete, ein Irrtum. Aus physiologischer Sicht sei das Gehirn dazu nicht in der Lage. Jeder Versuch der Gleichzeitigkeit endet dort, wo das Gehirn nicht nur wahrnehmen, sondern auch reagieren muss. Zwar können im Hintergrund mehrere Prozesse parallel ablaufen – etwa beim Musikhören während des Autofahrens – doch diese werden nur mit einer Art „gleitender Aufmerksamkeit“ begleitet, so Pöppel. In Wirklichkeit wechselt das Gehirn bei vermeintlichem Multitasking sehr

Bilder:

schnell zwischen einzelnen Aufgaben hin und her. Genau dieses ständige Umschalten führt jedoch zu geringerer Effizienz, wie auch Untersuchungen von David Meyer und Jeffrey Evans von der University of Michigan zeigten.

Doch fokussiert, wenn nötig?

Gute Nachrichten kommen aus der Intelligenzforschung. Eine Metaanalyse unter Beteiligung der Universität Wien wertete Daten von mehr als 21.000 Personen aus 32 Ländern aus. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Konzentrationsleistung Erwachsener zwischen 1990 und 2021 leicht zugenommen hat.

Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick überraschend, passt aber durchaus zu einigen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte.

Eine mögliche Erklärung ist, dass Menschen heute bewusster mit Aufmerksamkeit umgehen. Gerade weil Ablenkung durch Smartphones, soziale Medien und ständige Erreichbarkeit zugenommen hat, ist auch das Bewusstsein für Konzentration gewachsen. Methoden wie Achtsamkeit und Meditation sind deutlich populärer geworden und viele Menschen trainieren ihre Aufmerksamkeit inzwischen aktiv.

Ein weiterer Faktor könnte die gestiegene kognitive Anforderung im Alltag sein. Moderne Arbeits- und Lebenswelten verlangen häufig komplexes Denken, Problemlösen und den Umgang mit vielen Informationen. Wer sich darin zurechtfinden will, muss zwangsläufig lernen, seine Aufmerksamkeit gezielter zu steuern.

Die Studie spiegelt gut wider, dass wir zwar häufiger abgelenkt sind, aber gleichzeitig besser darin geworden sind, bewusst zwischen Fokus und Ablenkung zu wechseln. Man könnte daraus also schließen, dass wir uns heute zwar gerne mal ablenken lassen, doch wenn es nötig ist, können wir doch noch über längere Zeit konzentriert arbeiten. Konzentration bedeutet heute vielleicht weniger, dauerhaft fokussiert zu sein, sondern vielmehr, den Fokus gezielt herstellen zu können, wenn es darauf ankommt.

Multitasking stresst

Allerdings sollte man die Ergebnisse dieser Studie mit Vorsicht betrachten und sich bewusst machen, dass ein ständiges Switchen zwischen den Aufgaben anstrengend und stressig ist und durchaus zu Vergesslichkeit führen kann.

Der Aachener Psychologieprofessor Iring Koch untersucht seit vielen Jahren, wie Menschen mit sogenannten Doppelaufgaben umgehen. Seine Forschung zeigt: Auch wenn zwei Tätigkeiten scheinbar gleichzeitig ablaufen, entstehen schnell Reibungsverluste. Viele Menschen erleben solche Situationen zudem als belastend. Selbst wenn die messbare Leistung nicht sofort schlechter wird, kostet die ständige Bereitschaft, auf neue Reize zu reagieren, spürbar Kraft. Laut Koch entsteht dieses Gefühl, weil man ständig darauf vorbereitet sein muss, wieder auf neue Reize reagieren zu müssen.

Es gibt allerdings auch Menschen, die den schnellen Wechsel zwischen Aufgaben und Reizen bewusst suchen und als anregend emp-

Bild: KI-generiert mit ChatGPT/OpenAI

finden. Sie springen gern von einer Tätigkeit zur nächsten, reagieren rasch auf neue Impulse und empfinden längere, gleichförmige Arbeitsphasen eher als mühsam. Solche „Multitasking-Junkies“ bilden jedoch eher eine Minderheit. Für die meisten Beschäftigten bedeutet eine Arbeitsumgebung mit permanenter Erreichbarkeit vor allem eines: ständige Unterbrechung. E-Mails, Telefonate, Chatnachrichten oder kurze Rückfragen reißen sie immer wieder aus dem Fokus und erschweren es, sich ruhig und vertieft einer einzelnen Aufgabe zu widmen. Nach Ansicht von Iring Koch wäre es deshalb sinnvoll, diesen Multitasking-Druck im Arbeitsalltag deutlich zu reduzieren. Davon könnten sowohl Unternehmen als auch Mitarbeitende profitieren: Die Konzentration würde steigen, Fehler würden seltener auftreten, die Qualität der Arbeit nähme zu, und die Beschäftigten wären langfristig weniger gestresst und gesundheitlich weniger belastet.

In einer konzentrierten Arbeitsumgebung sollten Aufgaben möglichst nacheinander bearbeitet werden können. Koch selbst reduziert Unterbrechungen, indem er sich nicht laufend, sondern nur in größeren Abständen über neue E-Mails informieren lässt.

Fazit

Die Natur führt uns eindrucksvoll vor Augen, wie wenig Multitasking tatsächlich nötig ist, um erfolgreich – ja sogar erfüllt – zu leben. In der Tierwelt existiert kaum das, was wir Menschen als gleichzeitiges Erledigen mehrerer Aufgaben verstehen. Ein Vogel baut sein Nest, ein Wolf verfolgt seine Spur, ein Reh sichert die Umgebung – jede Handlung geschieht mit voller Aufmerk-

samkeit, klar ausgerichtet auf den jeweiligen Moment. Dieses Prinzip ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen Entwicklung: Wer seine Energie bündelt, erhöht seine Chancen auf Erfolg und Überleben.

Besonders deutlich wird das bei Fluchttieren. Sie können es sich nicht leisten, mehrere Dinge gleichzeitig halbherzig zu tun. Ein kurzer Moment der Ablenkung kann über Leben und Tod entscheiden. Deshalb handeln sie fokussiert, wechseln bewusst zwischen Tätigkeiten und sind ganz im Hier und Jetzt. Die Natur zeigt damit: Nicht die Menge der gleichzeitig erledigten Aufgaben zählt, sondern die Qualität der Aufmerksamkeit. Tiere bündeln ihre Kräfte. Gerade dadurch sind sie im entscheidenden Moment reaktionsfähig und wirksam. Je mehr Kraft konzentriert, desto zielsicherer und effektiver ist sie, wenn sie zum Einsatz kommt.

Auch für uns Menschen liegt darin eine wichtige Erkenntnis. Wir glauben oft, Multitasking mache uns produktiver und effizienter. In Wahrheit jedoch führt es häufig zu oberflächlichen Ergebnissen, innerer Unruhe und dem Gefühl, nie wirklich bei einer Sache zu sein. Wenn wir uns hingegen über längere Zeit auf eine einzige Aufgabe konzentrieren, geschieht etwas Bemerkenswertes: Wir tauchen tiefer ein, verstehen Zusammenhänge besser und erleben eine Form von Ruhe, die im hektischen Wechsel verloren geht.

Ein erfülltes Leben entsteht daher nicht durch das gleichzeitige Jonglieren unzähliger Aufgaben, sondern durch bewusste Präsenz im Moment. Die Natur macht es uns eindrucksvoll vor: Schritt für Schritt, Handlung für Handlung. Vielleicht liegt gerade in dieser Einfachheit eine Wahrheit, die wir allzu oft übersehen.

Fokus statt Dauerwechsel

Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, alles zugleich zu erledigen. Mehr Klarheit entsteht, wenn wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf eine Sache richten.

Kein Leben ohne Aggression

Wie gesunde Wut uns schützt, Beziehungen klärt und hilft, für uns selbst einzustehen

Aggression gilt in unserer Gesellschaft weitgehend als destruktiv. Dabei sind aggressive Impulse unverzichtbar, um sich zu behaupten und Beziehungen aktiv gestalten zu können. Beim Begriff „Aggression“ denken viele zunächst an Zerstörung, Wut oder sogar Gewalt. Doch das greift zu kurz. Welche tiefgreifenden positiven Funktionen dieses Gefühl haben kann und wie uns unsere aggressiven Impulse – in gesunder Form – stabilisieren und handlungsfähig halten, wird oft unterschätzt. Ein Plädoyer für unsere alltäglichen Aggressionen, die uns gesund halten und unser Überleben sichern.

Negative Konnotation ist gesellschaftlich tief verankert

Viele von uns wachsen mit der Ermahnung auf: „Sei nicht so aggressiv.“ Im Grunde hatten unsere Eltern recht, denn wer mag schon Streit, Feindseligkeit und Konfrontation? Doch wer gar keinen Zugang zu seinen

aggressiven Impulsen hat, kann seelisch und körperlich auf Dauer leiden. Beschwerden melden sich oft dann, wenn wir zu häufig gegen unser eigenes Empfinden handeln und unsere innere Stimme zum Schweigen bringen. Wenn wir nicht auf das hören, was uns eigentlich sagt: „Das tut mir nicht gut.“ Wenn wir fortlaufend unsere inneren, aggressiven Impulse unterdrücken, weil wir zu sehr dem gesellschaftlichen Gebot folgen, dass man ‚das‘ nicht macht – kann es im Körper unruhig werden. Man kann dem Körper lange Zeit zurufen: „Halt die Klappe!“, aber wenn wir das zu lange machen, mögen wir uns irgendwann selbst nicht mehr, denn wir haben eigentlich das Wertvollste und Kostbarste in uns selbst verloren: den Zugang zu unserer inneren Stimme.

Trügerisches Ideal

Das Ideal absoluter Harmonie und völliger Losgelöstheit von Aggression kann trügerisch sein. Es ist nachvollziehbar, dass wir Friedlichkeit und ein harmonisches Miteinander als erstrebenswert ansehen. Aggressive Impulse stören dieses Ideal und das Bild, das wir von uns selbst haben. Sie verunsichern uns und stellen unser Selbstbild als freundliche, liebevolle Mitmenschen infrage. Dabei gibt es keine echte Liebe ohne die Fähigkeit zur Abgrenzung – und damit auch nicht ohne einen Anteil

Gesunde Aggression zeigt nicht nur, was stört. Sie erinnert uns daran, dass auch unsere Bedürfnisse zählen. Die Kraft der Wut

Text: Lisa Gutzelnig

an Aggression. Das lateinische Wort aggredere bedeutet „auf etwas zugehen“ beziehungsweise „etwas in Angriff nehmen“. Aggression ist in diesem ursprünglichen Sinne zunächst eine zugewandte, aktive Energie, die uns befähigt, für uns selbst einzustehen und in Kontakt zu treten. Auch sexuelles Begehren hat mit Selbstbehauptung und Selbstfürsorge zu tun; es kommt nicht völlig ohne aggressive Energie aus. Wer diese Impulse dauerhaft unterdrückt, wird auf lange Sicht aggressionsgehemmt. Es fehlt dann nicht nur die Kraft, sich abzugrenzen, sondern oft schon die Fähigkeit, Konflikte überhaupt zu erkennen, geschweige denn die Kraft, sie konstruktiv zu lösen.

Grenzsetzungen und Reaktionen darauf machen eigenes Sein erst spürbar

Kraftvolle Impulse stehen nicht für sich allein. Sie sind in unsere Beziehungswelt eingebettet. Dort werden sie gespiegelt, interpretiert und beantwortet. Sie eröffnen uns einen Kommunikationskanal.

Die Diplompsychologin und Psychoanalytikerin Ann Kathrin Scheerer beschreibt dieses Phänomen sehr eindrucksvoll in einem Interview mit der Zeitschrift Psychologie Heute: „Jeder Mensch beansprucht einen Platz für sich. Er mag so groß wie der Kreis sein, den wir mit ausgestreckten Armen um uns herum freihalten können. Wollen wir in Beziehung treten, treffen wir zwangsweise an die Grenze eines anderen Kreises. Da, wo sich die beiden überschneiden und berühren, kann es erst zu Nähe und Kontakt kommen, zu Wärme, Lust und Verschmelzungserfahrungen.“ *

Natürlich birgt die Berührung dieser beiden Räume immer wieder Interessenkonflikte. Wo sie sich überschneiden, wird gestritten, ausgehandelt, verhandelt, verzichtet, gewonnen und auch verloren – und all das im Sinne des Erhalts der Beziehung. Solche Auseinandersetzungen können jedoch auch eskalieren und, so die Psychologin, in eine „destruktive Trennungsaggression“ umschlagen, die die Beziehung unterschwellig untergräbt und letztlich beschädigt zurücklässt.

Beziehung als Spiel an den Grenzen des anderen

Es mag zunächst nicht für jeden unmittelbar einleuchtend erscheinen, dass wir bereits vor unserer Geburt mit Aggression in Berührung kommen. Dennoch weiß jede Mutter, dass die Tritte eines

Kindes im Mutterleib nicht immer angenehm sind. Gleichzeitig werden sie häufig als Ausdruck vitaler Lebendigkeit erlebt und oftmals sogar freudig begrüßt. Bereits hier begegnet uns Aggression in ihrer ursprünglichen Bedeutung: als kraftvolle, nach außen gerichtete Bewegung, die nicht negativ bewertet wird, sondern vielmehr als Zeichen von Leben und Entwicklung erscheint.

Auch der Geburtsprozess selbst ist von einer aggressiven Dynamik geprägt. Das Kind wird mit erheblicher Kraft durch den Geburtskanal gedrängt – ein intensiver Vorgang, der sowohl von der Mutter als auch vom Kind körperlich erfahren wird. Grenzen werden dabei berührt, überschritten und neu gestaltet. In diesem Sinne zeigt sich bereits zu Beginn des menschlichen Lebens, dass Entwicklung stets mit Bewegung an Grenzen verbunden ist. Leben bedeutet nicht bloß Anpassung, sondern immer auch das aktive Vordringen in einen Raum, der zunächst nicht selbstverständlich zur Verfügung steht. Mit unseren Abgrenzungsimpulsen schaffen wir Raum für uns selbst, ohne die Beziehung zum Gegenüber vollständig aufzugeben. Schon am Beginn unseres Lebens wird also deutlich, dass Beziehung ein ständiges Aushandeln von Nähe und Distanz ist – ein Spiel an Grenzen, das auch Grenzüberschreitungen einschließen kann. Diese können lustvoll, neugierig oder spielerisch sein, etwa in der Sexualität oder im sportlichen Wettkampf. In diesem Kontext kann aggressive Energie sogar zum Lustgewinn beitragen.

Davon zu unterscheiden sind jedoch Grenzverletzungen. Kommt es zu verbaler, körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt, handelt es sich nicht mehr um eine wechselseitige und spielerische Erkundung von Grenzen, sondern

Wenn Nähe Reibung braucht

muss

Er kann zeigen, wo Grenzen verlaufen und was in einer Beziehung unausgesprochen bleibt.

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Streit
nicht trennen.
* Vgl. Birgit Weidt: „Es gibt keine Liebe ohne aggressive Impulse“, Interview mit Ann Kathrin Scheerer, Psychologie Heute online, 7. April 2026.

um Übergriffe, die die Integrität und Würde des anderen verletzen. Solche Handlungen sind darauf gerichtet, Macht auszuüben, zu verletzen oder zu kontrollieren, und fügen Betroffenen Schaden zu. Während Grenzerfahrungen und Grenzerkundungen für menschliche Entwicklung und Beziehung grundlegend sind, markieren Grenzverletzungen eine klare Zäsur: Die Freiheit und Unversehrtheit des anderen werden missachtet.

Angst vor Aggression

Die zunehmende Sensibilisierung für destruktive und verletzende Formen von Aggression ist eine wichtige Errungenschaft. Es ist aber ein Irrglaube anzunehmen, dass aggressive Affekte durch Verbote aus der Gesellschaft verschwinden, denn sie suchen sich einen anderen Weg und einen anderen Ausdruck. Subtiler und unterschwelliger kommt dann zum Ausdruck, was nicht gesellschaftskonform ist. Wir verleugnen es, „weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Viele Menschen haben Angst vor Zurückweisung, Ablehnung oder Liebesentzug, wenn sie ihre aggressiven Affekte nicht im Griff haben. Und das nicht ohne Grund. Viele wurden schon von Kindesbeinen an mit Liebesentzug bestraft. Ein Kind, das Angst vor Strafe und Liebesentzug haben muss, wenn es seine Wut zeigt, bleibt oft mit Schamgefühlen zurück. Später kann es dazu neigen, seine Emotionen in passiveren Formen zum Ausdruck zu bringen. Emotionales Verstum-

Kraftvoller Anfang im Leben

Schon vor dem ersten Atemzug zeigt sich Leben als Bewegung, voller Kraft, Nähe und feinem Gespür für Grenzen.

men, Affektstörungen, Ignorieren oder chronische Gekränktheit können Folgen sein. Aber auch Depressionen und psychosomatische Störungen können sich durch unterdrückte Aggressionen bilden, denn die Aggression richtet sich irgendwann gegen das eigene Selbst und kann sich auch über den Körper ausdrücken. Wenn ein Kind lernt: „Meine Wut gefährdet Beziehung“, dann ist es nachvollziehbar, dass es Strategien entwickeln wird, um diese Wut zu unterdrücken oder zumindest umzuleiten. Es wäre jedoch zu pauschal und linear formuliert, dass unterdrückte Aggression zwangsläufig zu Depression oder psychosomatischen Erkrankungen führen. Denn Temperament, Beziehungserfahrungen, soziale Unterstützung und erlernte Bewältigungsstrategien spielen ebenfalls eine Rolle. All diese Faktoren greifen ineinander wie Zahnräder und das Leid entsteht erst durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Konsequenz

Es gibt Situationen, in denen wir durch unsere oft unbewusst schlummernde Aggression beschließen, eine Entscheidung zu treffen. Zum Beispiel, sich von seinem Partner zu trennen oder die ewigen Klagen der Nachbarin nicht mehr anzuhören. Nun ist es notwendig, erbarmungslos und konsequent zu bleiben. Es macht keinen Sinn, mit dem Ex-Partner auf dessen Wunsch noch einmal in den Urlaub zu fahren, oder sich die Leidensgeschichte der Nachbarin zum zehnten Mal anzuhören oder sich mit einer Freundin auf einen Kaffee zu treffen, die man eigentlich gar nicht leiden kann. In seinem Leben auch erbarmungslos sein zu können, auch wenn andere darum bitten oder gar ins Drohen verfallen, ist eine Kunst, die das Leben lebenswert macht. Aggression führt uns zu Entscheidungen und ist zutiefst nützlich. Gemeinsam mit dem Hass liefert sie uns wichtige Botschaften. Die beiden Emotionen haben eine grandiose Schutzfunktion inne und weisen uns darauf hin, dass wir nicht unbegrenzt Zeit und Energie zur Verfügung haben. Und dass wir unsere kostbare Zeit für das nutzen sollten, was uns selbst dient und uns wirklich am Herzen liegt. Werden wir uns dessen bewusst, kappen wir Freundschaften, die uns nur Kraft kosten, wir meiden Menschen, die uns Zeit und kostbare Energie stehlen und uns keine Freude bereiten. Und all dies verdanken wir unserem unfehlbaren

Streit unter Kindern ist nicht nur laut, sondern oft ein erstes Ringen um Raum, Nähe und Selbstbehauptung.

Indikator, der uns darauf hingewiesen hat, dass „da etwas nicht stimmt“. Wenn wir etwas Neues oder Besseres schaffen wollen, müssen wir etwas Altes oder Schlechteres erst abschaffen. Bereits in unserem inneren Impuls des „Weg damit!“ ist viel aggressive Energie spürbar. Auch Psychologin Ann Kathrin Scheerer ist sich sicher, „in einem Streit unter Lebensgefährten ist zum Beispiel der Ausdruck von Unzufriedenheit und Empörung notwendig, um die Verbundenheit und das Miteinander zu erhalten.“ Ein Beziehungsstreit darf nach der Psychologin ruhig auch leidenschaftlich sein und sich wie ein sportlicher Wettkampf anfühlen.

Im Wechselspiel zwischen Verbundenheit und Abgrenzung liegt Entwicklung

Aggressive Impulse sind gesund und lassen uns vorankommen. Wenn es keine kindliche Aggression gegeben hätte, dann würden wir wahrscheinlich heute noch auf dem Sandspielplatz sitzen und darauf warten, dass Julian uns freiwillig die Sandschaufel zurückbringt. Ohne aggressive Impulse hätten wir uns mit unserem kleinen Kinderkörper nicht aufgerappelt und hätten nicht die Hände in die Hüften gestemmt und von Julian lautstark unsere Schaufel zurückgefordert. Wir wären auch nicht auf alternative Spielzeugsuche gegangen, hätte Julian die Schaufel nicht zurückgegeben. Wir würden nicht für uns einstehen, sondern warten, dass uns das Leben gnädig etwas anbietet. Ein

leidenschaftliches Kleinkind ist zwangsweise auch rücksichtslos gegenüber sich selbst und anderen und richtet seine Energie gegen ALLES, was seiner unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung im Weg steht. Erst später wird es lernen, Verzicht zu üben, zu verhandeln oder Geduld zu haben. Dennoch ist es genau sie – die Aggression – die alles ins Rollen bringt und alles möglich macht. Genau in diesem Moment, auf dem Sandspielplatz, mit den Tränen, dem Schmerz und der Ohnmacht in den Kinderaugen. Nachdem sich das Kind hingesetzt hat und dem Schmerz über den Verlust der Schaufel kurz Raum gegeben hat, wird es sich aufraffen und auf die Suche gehen, um seine Schaufel zurückzuholen. Es wird natürlich und ohne nachzudenken für seine Bedürfnisse einstehen. Später wird das Kind den Zusammenhang zwischen Wut und Liebesbeziehungen erfahren, es wird das erste Stadium der Verliebtheit hinter sich lassen, und mit einem Nein in der Liebe zurechtkommen müssen. Es wird lernen, Kritik zu äußern und anzuhören und seine Aggression ins Spiel zu bringen, ohne das Verbindende zu zerstören. Es wird die Erfahrung machen, dass Wut verraucht, Nachdenken hilft und heiße Wut dem Denken oft im Weg steht.

Fazit

Wir kommen auf die Welt und erfahren zunächst, wie eng wir mit einem anderen Menschen verbunden sein können. Im Laufe der Adoleszenz beginnt eine zunehmende Abgrenzung von den Eltern. Dabei wird deutlich: Individuation entsteht in bestimmten Entwicklungsphasen vor allem durch Abgrenzung.

Auch Gruppen bilden ihre Identität nicht nur durch den Blick nach innen, sondern vor allem durch den Blick nach außen. Nämlich durch die Frage: „Wer sind wir nicht?“ Diese Dynamik ist tief im Menschsein verankert. Gerade in intensiven Entwicklungsphasen lässt sie sich kaum vermeiden, denn vieles geschieht über Abgrenzung und aggressive Impulse.

Auf Phasen gegenseitiger Bereicherung folgt daher immer wieder ein Impuls zur Abgrenzung. Ein inneres Signal, das sagt: „Du bist nicht ich.“ Entscheidend ist dabei die Frage: Wo unterstützt uns unsere Aggression, und wo beginnt sie, uns einzuengen oder das zu zerstören, was uns eigentlich wichtig ist? Hier wach und aufmerksam zu bleiben, ist zentral.

Victoria Perisa im Interview

Wie die Berliner Unternehmerin mit ihrer Frequenzakademie

Menschen dabei begleitet, innere Klarheit, Selbstverantwortung und ein neues Bewusstsein für das eigene Sein zu entwickeln.

Text: Lisa Gutzelnig

Wenn man mit Victoria Perisa über ihre Frequenzakademie spricht, spürt man sofort, dass diese Frau für ihre Arbeit brennt. Doch es ist nicht die Art von Begeisterung, die überzeugen oder gar missionieren möchte. Vielmehr entsteht im Gespräch mit ihr das Gefühl, sich an etwas zu erinnern, das man tief in sich eigentlich schon immer wusste. Victoria Perisa verbindet in ihrer Akademie tiefgehendes MindsetCoaching mit intuitiver Energiearbeit und schafft damit einen Raum für echte Erinnerung, innere Klarheit und bewusste Transformation. In ihrer Arbeit geht es nicht darum, Menschen zu „reparieren“ oder Probleme endlos zu analysieren. Vielmehr begleitet sie Menschen dabei, sich wieder mit ihrem ursprünglichen Bewusstsein zu verbinden.

Sie vertritt die Überzeugung, dass jeder Mensch bereits alles in sich trägt, was er sucht. Durch die Verbindung von Verstand, Energie und Bewusstsein unterstützt sie ihre Klientinnen und Klienten dabei, sich neu auszurichten, ihre eigene Wahrheit zu erkennen und ein Leben zu erschaffen, das ihrer eigenen, inneren Frequenz entspricht. Und genau das funktioniert nicht ganz ohne Radikalität. Mit der Frequenzakademie hat Victoria Perisa längst weit mehr als nur eine Plattform für persönliche Entwicklung geschaffen. Die enorme Resonanz auf ihre Arbeit zeigt, wie sehr sich Menschen nach echter Verbindung, innerer Freiheit und einem neuen Bewusstsein sehnen. Die Berlinerin gilt heute als eine der spannendsten Stimmen im modernen Coaching im deutschsprachigen Raum. Für unser Interview haben wir sie auf Mallorca getroffen und mit ihr über Erfolg, Bewusstsein und die Kraft gesprochen, die aus einem erwächst,

wenn man zurück zu seiner Wahrheit und zu seinem wahren Sein gelangt.

Liebe Frau Perisa, Ihre größte Leidenschaft ist es, Menschen zurück in ihre Wahrheit und ihr wahres Sein zu begleiten. Was bedeutet dieses „wahre Sein“ für Sie konkret?

Das wahre Sein ist das, was übrig bleibt, wenn ich aufhöre, mich mit allem zu identifizieren, was ich gelernt habe zu sein. Es ist kein Zustand, den ich erreiche. Es ist das, was ich bereits bin. Bevor der Verstand anfängt zu erzählen, wer ich sein sollte, was fehlt oder was noch geheilt werden muss. Wir sind so konditioniert, uns ü ber unsere Geschichte, unsere Leistungen, unsere Rollen zu definieren. Das ist das Menschenspiel, das wir alle spielen. Aber darunter liegt etwas, das unberührt ist. Ich bin nicht meine Geschichte, nicht meine Prägungen, nicht meine Vergangenheit. Ich bin das Bewusstsein, das all das beobachtet. Und dieses

Victoria Perisa

Mediale Mentorin, Unternehmerin, Yogalehrerin und Gründerin der Frequenzakademie.

Bewusstsein ist vollkommen. Das war es immer.

Eine sehr konkrete Aussage von Ihnen, nach der Sie auch coachen, ist: „Du bist die Quelle“. Was bedeutet das genau im Alltag eines Menschen, der zum Beispiel gerade mitten im Lebenschaos, im Schmerz oder im Stress steckt?

Chaos ist ein Weckruf zur Erinnerung. Er entsteht aus dem Glauben an die Trennung, der Illusion, dass wir getrennt sind von dem, was wir uns wünschen, von dem, was wir brauchen, von dem, wer wir wirklich sind. Aus der Perspektive von Bewusstsein gibt es nur göttliche Ordnung. Denn die Realität ist nicht die Ursache deines Zustands, sie ist das Ergebnis. Materie folgt Geist, nicht umgekehrt. „Du bist die Quelle“ bedeutet im Alltag: Du entscheidest, wer du bist, unabhängig davon, was du gerade siehst. Das klingt radikal, und das ist es auch.

Es ist die radikalste Form von Eigenverantwortung, die ich kenne. Nicht „wie verändere ich meine Umstände?“, sondern „wer entscheide ich jetzt zu sein?“ Materie ist das Echo deiner Entscheidungen, bewusst oder unbewusst, über dich und die Welt.

In Ihren Coachings geht es unter anderem um die Idee, dass wir unsere Realität als „Schöpferquelle“ aktiv gestalten. Wie erklären Sie sich konkret den Zusammenhang zwischen Quantenphysik und menschlichem Bewusstsein – und wo liegt für Sie die Grenze zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Spiritualität? Die Quantenphysik zeigt uns, dass der Beobachter die beobachtete Realität beeinflusst, dass Materie auf Ebene der kleinsten Teilchen nicht „fest“ ist, sondern reinstes Potenzial. Das ist keine Esoterik, das ist Physik. Was ich tue, ist diese Erkenntnis konsequent zu Ende zu denken: Wenn Bewusstsein Materie beeinflusst, dann ist das Bewusstsein die primäre Kraft, nicht die äußere Realität. Und ehrlich gesagt sind Wissenschaft und Spiritualität selbst Konzepte, die wir als Menschen erfunden haben, um uns zu verstehen und zu erleben. Beides ist wertfrei. Wir wählen einfach, worin wir uns erfahren möchten. Wo die Wissenschaft aufhört, beginnt für mich nicht der Glaube, sondern die direkte Erfahrung. Und die ist letztlich das Einzige, was zählt. Ich habe es selbst erlebt, und ich erlebe es täglich mit den Menschen, mit denen ich arbeite.

Sie haben vor Ihrer Tätigkeit als mediale Coachin erfolgreich als Designerin in der Modebranche gearbeitet. Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich von einer stark ästhetisch geprägten Welt abzuwenden und stattdessen auf eine tiefere Suche nach Bewusstsein und innerer Wahrheit zu gehen?

Zurück zur eigenen Wahrheit

Victoria Perisa begleitet Menschen dabei, sich wieder mit ihrem ursprünglichen Bewusstsein zu verbinden.

Ich war gut in dem, was ich tat. CMO, Head of Design, eigenes Label. Von außen sah es nach Erfolg aus. Und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, mich in etwas zu bewegen, das nicht wirklich meins war. Was ich heute verstehe: Es war das Ego in seiner reinsten Form. Eine große Angst vor Bewertung meiner wirklichen Fähigkeiten, ein tiefer Wunsch nach Anerkennung, und genau das war der Punkt. Die Suche im Außen nach Bestätigung, die nie wirklich satt macht. Egal, wie viel Erfolg, wie viel Anerkennung, dieses Gefühl von Leere und „Nicht-erfülltSein“ bleibt, solange wir versuchen, ein inneres Bedürfnis durch äußere Dinge zu befriedigen.

Viele Menschen erleben aktuell sehr herausfordernde Zeiten und leiden unter realem emotionalem Schmerz. Im Coaching liegt der Fokus oft stärker auf dem „Hier und Jetzt“ und auf unmittelbarer Veränderung durch Bewusstsein, anstatt auf einer

Bilder: Christoph Kassette, CDA Verlag GmbH

Meine größte Leidenschaft ist es, Menschen zurück in ihre Wahrheit zu begleiten – in ihr wahres SEIN, aus dem heraus alles möglich ist.

längerfristigen Aufarbeitung wie in der Psychotherapie. Besteht aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass dadurch vergangene schmerzhafte Erfahrungen relativiert oder gar ausgeblendet werden?

Das ist eine wichtige Frage. Nein, aber ich verstehe, warum die Frage entsteht. Was ich tue, ist nicht, Schmerz wegzureden oder zu ignorieren. Ich sage nicht: „Das war nicht schlimm.“

Ich sage: „Du bist größer als das.“ Es gibt einen Unterschied zwischen Verdrängen und Transzendieren. Verdrängen bedeutet, etwas nicht anzuschauen. Was ich begleite, ist das genaue Gegenteil: vollständig hinschauen, und dann erkennen, dass du nicht diese Erfahrung bist. Du bist das Bewusstsein, das diese Erfahrung gemacht hat. Und dieses Bewusstsein ist unberührt. Hermes Trismegistos schrieb einst: „Was gebunden ist, kann gelöst werden, doch nur, wenn erkannt wird, dass es nie wirklich gefesselt war.“ Das trifft es für mich sehr genau. Das Ego liebt Trauma und Drama. Denn solange du dich „heilen“ willst, bleibst du jemand, der etwas „durchmachen“ muss. Trauma ist das Festhalten an der Geschichte des Schmerzes. Aber es gibt keine Verletzung im Geist. Nur im Traum des Körpers. Das, was du wirklich bist, war nie betroffen. Das ist keine Relativierung von Schmerz. Das ist die tiefste Form von Würde, die ich einem Menschen anbieten kann.

Was verändert sich praktisch im Leben eines Menschen, sobald er diese Wahrheit, dass er das göttliche Selbst ist, nicht nur versteht, sondern wirklich anerkennt, lebt und auch in diesem Wissen bleibt – woran erkennt man das?

Es ist eigentlich ganz unspektakulär, und genau das ist das Zeichen. Es gibt keine große Dramatik mehr. Keine endlosen inneren Debatten, kein „Aber was, wenn...?“. Die Person trifft Ent-

scheidungen aus einem ruhigen, klaren Ort heraus, weil sie weiß, dass die Materie das Spielfeld ist und sie die Regeln bestimmt, durch die Entscheidung des ICH BIN. Sie braucht keine äußere Bestätigung mehr, um zu wissen, wer sie ist. Sie ist weniger reaktiv, nicht, weil sie unterdrückt, sondern weil sie weiß, dass das Außen nur ein Spiegel ist. Und sie hat eine bestimmte Art von Leichtigkeit. Nicht die Leichtigkeit, die man sich erkämpft hat, sondern die, die entsteht, wenn man aufgehört hat, sich mit dem Menschen, der Geschichte und der Materie zu identifizieren, und stattdessen durch die Brille des Bewusstseins schaut.

Ein sehr zentraler Satz von Ihnen heißt „Materie folgt Geist“. Könnten Sie noch einmal genauer beschreiben, was damit gemeint ist?

Wir sind so konditioniert zu glauben, dass die äußere Welt die Ursache unseres inneren Zustands ist. Dass wir uns besser fühlen, sobald das Konto voll ist, die Beziehung stimmt, der Körper gesund ist. Aber es funktioniert genau umgekehrt. Dein Bewusstsein, also wer du glaubst zu sein, wie du dich entscheidest zu sein, das ist die Ursache. Die äußere Realität ist die Konsequenz deiner Entscheidung. Eigentlich erlebst du alles zweimal: zuerst im Geiste, und dann als Konsequenz dieser Entscheidung in der Materie. Materie folgt Geist bedeutet: Verändere nicht zuerst dein Leben, um dich anders zu fühlen. Entscheide, wer du bist, und dein Leben beginnt, das zu spiegeln. Das ist kein positives Denken. Das ist Physik.

Was sind Ihrer Meinung nach die besonderen Heilkräfte der Natur? Und welche Beziehung haben Sie persönlich zur Natur?

Die Natur erinnert uns, ohne Worte. Sie existiert einfach, sie kämpft nicht gegen sich selbst an, sie versucht nicht, eine bessere Version von sich zu werden.

Bilder: Christoph Kassette, CDA Verlag GmbH

Bei den Retreats auf Mallorca verbinden sich mediale Bewusstseinsarbeit und körperorientierte Praxis.

Ein Baum zweifelt nicht daran, ob er genug Baum ist. Die Natur fragt nicht, sie ist, ganz selbstverständlich. Das klingt simpel, aber es ist tiefgründig. In der Natur fällt die Identifikation mit dem Verstand leichter ab, weil sie uns einfach sein lässt. Das Meer ist für mich zum Beispiel Spiegel und Stille zugleich. Es erinnert mich an das, was ich bin: unendlich, immer in Bewegung, und gleichzeitig vollkommen still in der Tiefe.

Bis vor Kurzem haben Sie die Frequenzakademie gemeinsam mit Ihrer Mutter geführt, die als Psychotherapeutin auch viele Jahre Ihre persönliche Mentorin war und ist. Was war das Essenziellste, das Sie von ihr lernen durften – sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene?

Meine Mutter ist Psychotherapeutin und war viele Jahre meine persönliche

Mentorin. Das Wertvollste, was sie mir mitgegeben hat, ist die Fähigkeit, wirklich zuzuhören, nicht um zu antworten, sondern um zu verstehen. Die richtigen Fragen zu stellen, hinter die Fassade zu schauen. Auf persönlicher Ebene kann ich sagen: Sie hat mich schon immer in meinen größten Träumen unterstützt. Nie ein „Das geht nicht“, sondern immer „Mach das, was dich glücklich macht, egal, was es kostet, wir finden einen Weg.“ Dafür bin ich unendlich dankbar. Ich kann stundenlang mit ihr debattieren, denken, erfinden, kreativ sein. Und dann haben wir es einfach gemacht, nicht, weil es einfach war, sondern weil es keine andere Option gab. Egal, was es kostet. Und irgendwie hat es immer funktioniert. Sie hat mir gezeigt, dass Tiefe und Wärme keine Gegensätze sind. Dass man klare Haltung haben und gleichzeitig vollkommen präsent und offen sein kann. Sie bleibt eine der Menschen, von denen ich am meisten gelernt habe, was es bedeutet, wirklich präsent zu sein.

Worin sehen Sie die besonderen Stärken von Coaching, und wo liegt aus Ihrer Sicht der Unterschied zu psychotherapeutischen Sitzungen? Was kann Coaching leisten, was Therapie nicht so gut abdeckt? Therapie hat ihren absolut wichtigen Platz. Alles ist neutral. Alles, was wir wahrnehmen und lernen, sind neutrale Bewusstseinsinformationen, wertfrei. Therapie arbeitet oft mit der Geschichte des Menschen, mit dem Verstehen und Einordnen von Erfahrungen. Das ist wertvoll. Coaching ist für mich oft ein Motivationstool, auch das hat seinen Platz. Auch das wertfrei. Was ich tue, nenne ich Mentoring. Ich setze an einem anderen Punkt an: nicht bei der Geschichte, sondern bei der Identität. Ich frage nicht „Was ist passiert?“, ich frage „Wer bist du, jenseits von allem, was passiert ist?“ Ich begleite bei der

Erinnerung in die Selbstermächtigung, halte diesen Raum, durchschaue deine Geschichten für dich, bis du es selbst kannst. Und ich bleibe an deiner Seite bei der neuen Wahl, wie du dich erleben möchtest, ohne dass der Verstand dich zurück ins Alte holen kann. Mentoring in meinem Verständnis ist kein Reparaturbetrieb. Es ist ein Raum der Erinnerung. Und manchmal hilft beides, erst stabilisieren, um dann den Raum für eine neue Perspektive einnehmen zu können.

Neben den 1:1-Coachings bieten Sie auch sehr erfolgreich Retreats in Deutschland und auf Mallorca an. Welche Vision verfolgen Sie mit der Frequenzakademie, und wo sehen Sie sich und Ihre Arbeit in den kommenden Jahren?

Ich möchte, dass die Frequenzakademie ein Ort ist, an dem Menschen aufhören, sich selbst zu suchen, weil sie erkennen, dass sie nie verloren waren. In Form von Online-Mentoring-Programmen, Retreats, 1:1-Mentorings, YouTube-Videos. Da bin ich ganz frei und folge dem, wie ich mich selbst gerade erleben möchte. Und ich möchte zeigen, dass ein Mensch, der weiß, wer er ist, kein Programm braucht, das ihn rettet, sondern einen Spiegel, der zeigt, was schon immer da war.

Mehr Informationen über Victoria Perisa finden Sie unter:

frequenz-akademie.com @victoria_frequenzakademie

Hier finden Sie den YouTube-Kanal von Victoria Perisa.

Wenn der Körper schmerzt

Der Umgang mit Somatisierungsstörungen

Text: Lisa Gutzelnig

Viele Schmerzpatienten haben, bevor sie eine Psychotherapie in Erwägung ziehen, bereits zahlreiche ärztliche Abklärungen hinter sich. Nicht selten wurde ihnen dabei vermittelt, organisch sei nichts zu finden und sie seien eigentlich gesund – während die Beschwerden für sie sehr real und belastend bleiben. Gerade starke Schmerzen nähren die Sorge, es könne doch eine ernsthafte körperliche Erkrankung dahinterstehen. Wird dann eine psychosomatische Erklärung angeboten, empfinden Betroffene sie mitunter als Notlösung: als Diagnose, die erst dann ins Spiel kommt, wenn die Medizin keine eindeutige organische Ursache nachweisen kann.

Bettina Hemmelmayr, Dipl.-Päd., ist Pädagogin und Psychotherapeutin (SF) in Ausbildung unter Supervision und arbeitet in freier Praxis in Linz. Darüber hinaus ist sie in der Familienberatungsstelle Zellkern mit schwer und chronisch kranken Menschen sowie deren Angehörigen tätig und begleitet im Beratungszentrum Alleinerziehend Kinder und Jugendliche.

Vor diesem Hintergrund ist Skepsis gegenüber einer Psychotherapie nachvollziehbar. Therapeutinnen und Therapeuten müssen deshalb zunächst Sicherheit geben, Vertrauen ermöglichen und verständlich machen, weshalb körperliche, seelische und soziale Einflüsse gemeinsam betrachtet werden sollten.

„Danke, Schmerz, dass du gekommen bist – auch mit dir werde ich fertig.“ Diese innere Haltung kann sich erst entwickeln, wenn wir bereit sind, Schmerzen nicht nur zu vermeiden, sondern sie als notwendigen Teil unseres Lebens anzunehmen. Gerade durch Herausforderungen entsteht die Möglichkeit, Vertrauen in die eigene Bewältigungsfähigkeit aufzubauen. Wenn wir jedoch an starren Denkmustern festhalten, die Schmerzen ausschließlich als Störung oder Bedrohung betrachten, sitzen wir gewissermaßen auf dem falschen Ast. Erst ein veränderter Blick auf Schwierigkeiten eröffnet neue Handlungsspielräume und stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Ein zentraler Bestandteil der therapeutischen Arbeit besteht also darin, die Aufmerksamkeit behutsam umzulenken. Gerade

bei schmerzgeplagten Patienten ist es wichtig, sie dabei zu unterstützen, wieder Vertrauen in ihren Körper und dessen Funktionsfähigkeit zu entwickeln.

Nach dem klassischen psychoanalytischen Konversionsmodell können seelische Konflikte, die dem Bewusstsein nicht unmittelbar zugänglich sind, in körperlichen Beschwerden Ausdruck finden. Solche Symptome gelten dann nicht als zufällige Körperreaktion, sondern als verschobene Form innerer Spannung. Damit ein Konflikt direkt psychisch bearbeitet werden könnte, müsste er benennbar, emotional differenzierbar und sprachlich oder symbolisch fassbar sein. Fehlen diese Möglichkeiten, etwa weil Gefühle abgewehrt oder nur schwer wahrgenommen werden, kann die Auseinandersetzung mit dem Konflikt gewissermaßen über den Körper laufen.

„Es ist der Geist, der sich den Körper baut“
Friedrich Schiller, Wallenstein

Auch belastende Erfahrungen, etwa Bedrohung, Gewalt oder Missbrauch, können Körper und Psyche stark beanspruchen. Gelingt es nicht, solche Erlebnisse einzuordnen und zu verarbeiten, kann sich die innere Belastung auch körperlich bemerkbar machen.

Manche therapeutischen Konzepte verstehen körperliche Symptome als eine Art Botschaft, deren Bedeutung erst gemeinsam erschlossen werden muss. Wichtig ist dabei, Betroffene nicht zu belehren oder ihre Beschwerden vorschnell zu deuten. Hilfreicher ist ein gemeinsamer Suchprozess: Was erlebt der Mensch? Welche Belastungen wirken auf ihn ein? Welche Rolle spielen Beziehungen, Lebensgeschichte, Stress und körperliche Empfindungen? Auf diese Weise bleibt die Deutungshoheit nicht allein bei der Fachperson, sondern wird im Dialog mit den Betroffenen geteilt. So entsteht ein Gespräch, in dem neue Bedeutungen und Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können.

Körper, Psyche und Umfeld

Systemisch betrachtet lassen sich körperliche Beschwerden nicht losgelöst von seelischem

Erleben und sozialer Einbettung verstehen. Was im Körper geschieht, wird von der Psyche fortwährend registriert, eingeordnet und mit Bedeutung versehen. Meist läuft diese Wahrnehmung im Hintergrund ab; wir schenken dem Körper nicht ununterbrochen bewusste Aufmerksamkeit. Sobald jedoch etwas fremd, schmerzhaft oder bedrohlich wirkt, tritt der Körper deutlich ins Bewusstsein. Hält ein solches Empfinden an, wächst der Wunsch, es einordnen zu können. Viele Betroffene suchen die Erklärung zunächst im Organischen, was naheliegt, weil der Schmerz körperlich spürbar ist.

Wie die Psyche den Körper deutet

Aus systemischer Sicht, wie sie Hans Lieb beschreibt, entstehen psychosomatische Beschwerden auch aus der Art, wie Psyche und Körper aufeinander bezogen sind. Im Mittelpunkt steht, welche Bedeutung die Psyche körperlichen Signalen gibt: wie sie sie wahrnimmt, einschätzt und vor allem bei unerwarteten oder schmerzhaften Empfindungen einordnet (vgl. Lieb 2014, S. 5–6).

Das soziale Umfeld mitdenken

Viele Behandlungsansätze konzentrieren sich vor allem auf das innere Erleben des einzelnen Menschen. Der systemische Blick erweitert diese Perspektive: Auch Familie, Partnerschaft, Arbeit, soziale Rollen und unausgesprochene Erwartungen können daran beteiligt sein, wie Beschwerden entstehen, sich verfestigen oder wieder nachlassen. Wenn ein Mensch dauerhaft funktionieren muss, kaum Nein sagen darf oder

Behutsam hinschauen

Psychosomatische Beschwerden brauchen keine vorschnellen Deutungen, sondern einen achtsamen gemeinsamen Suchprozess.

Bilder: Shutterstock.com, Bettina Hemmelmayr

Herausforderungen der

Erlebtes und erzähltes Leben

Therapie

Menschen erzählen sich und anderen fortwährend Geschichten über ihr Leben – und manchmal beginnen diese Geschichten, das eigene Selbstbild zu prägen. Werden sie immer wieder auf dieselbe Weise erzählt, können sie sich zu persönlichen Gewissheiten verdichten, die kaum noch hinterfragt werden. Auch Schmerzgeschichten folgen häufig solchen eingespielten Mustern: Viele Betroffene schildern ihre Beschwerden routiniert, fast automatisch. Systemisch betrachtet genügt es deshalb oft nicht, dieselbe Erzählung erneut zu wiederholen. Hilfreicher kann es sein, sie zu verändern, neue Blickwinkel einzunehmen und dadurch festgefahrene Deutungen vorsichtig zu lösen. Was wir erlebt haben und wie wir es erzählen, beeinflusst sich gegenseitig. Verändert sich die Erzählung, kann sich daher auch das Erleben verschieben. Therapeutisch kann es sinnvoll sein, den automatischen Erzählfluss achtsam zu unterbrechen und genauer nach einzelnen Momenten, Gefühlen und Bedeutungen zu fragen. Ebenso kann es hilfreich sein, den Patienten ihre Geschichte einmal aus Sicht einer außenstehenden Person oder eines Objekts erzählen zu lassen. Welche Version der Geschichte würde die Schwester schildern? Was hätte der Hund bemerkt, seit die Schmerzen da sind? Und wie würde das betroffene Knie selbst berichten? Auf diesem Umweg kann eine Erzählung entstehen, die auch für den Klienten neu klingt.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, um mit Geschichten zu arbeiten:

• Welche Geschichte würde Ihr Körper über Sie erzählen – und welche würde er verschweigen?

• Wer aus Ihrer Familie würde Sie auf welche Weise beschreiben?

• Was könnten Ihre Enkel später über diese Zeit sagen?

• Welche Erzählungen über Sie gab es vielleicht schon vor Ihrer Geburt?

Wenn der Körper zur Identität wird

In der therapeutischen Praxis begegnen Therapeuten häufig Menschen, deren Aufmerksamkeit stark um ihren Körper kreist. Der Schmerz, die Diagnose oder die körperliche Einschränkung sind dann nicht mehr nur ein Teil des Lebens, sondern beginnen, das Selbstbild zu bestimmen. Betroffene erleben sich nicht selten vor allem als krank, benachteiligt, eingeschränkt oder wertlos. Eine wichtige Aufgabe der Therapie kann deshalb darin bestehen, gemeinsam Ziele zu entwickeln, die den Schmerz vielleicht nicht sofort beseitigen, aber das Leiden daran verringern. Es geht darum, den Menschen wieder größer werden zu lassen als sein Symptom.

Solche Identitätsfragen zeigen sich zum Beispiel in folgenden Selbstbeschreibungen rund um Körper, Geschlecht, Alter, Krankheit oder Aussehen:

• Ich erlebe mich als Frau oder Mann, jung oder alt – und dadurch benachteiligt.

• Ich bin krank, behindert oder äußerlich gezeichnet und fühle mich weniger wert.

• Ich bin zu dick und bekomme deshalb weniger Anerkennung.

• Abwertung, Benachteiligung und Ausgrenzung im sozialen Umfeld können das Selbstbild erschüttern und Gefühle von Unsicherheit, Zweifel und Enttäuschung verstärken.

in einem Umfeld lebt, in dem Konflikte nicht offen ausgesprochen werden können, kann das erheblichen inneren Druck erzeugen. Dieser Druck bleibt nicht folgenlos. Er kann sich im Erleben, im Verhalten und mitunter auch im Körper bemerkbar machen.

Ein Beispiel: Wer über längere Zeit unter starkem psychischem Druck steht, erlebt häufig auch körperliche Reaktionen – etwa Anspannung, Schlafprobleme, Herzklopfen oder Schmerzen. Nicht immer ist dabei eindeutig zu trennen, was „körperlich“ und was „seelisch“ ist. Vielmehr beeinflussen sich beide Ebenen gegenseitig. Auch starre Regeln in der Familie, unausgesprochene Verbote oder Tabus können dazu beitragen, dass eigene Wünsche und Grenzen dauerhaft in den Hintergrund rücken. Die Folge kann ein Zustand innerer Anspannung sein, an den der Körper auf seine Weise anschließt.

Wie Beziehungen Symptome beeinflussen

Verändert sich das soziale Umfeld, kann sich auch das innere Erleben verändern. Genau hier liegt eine wichtige Chance therapeutischer Arbeit. Wenn innerhalb einer Familie anders gesprochen, anders zugehört oder anders mit

„Wir sind keine vom Leben getrennten Existenzen, sondern

selbst Teil des Lebens.“

Grenzen umgegangen wird, kann das für den Betroffenen entlastend wirken. Konflikte, die zuvor unterschwellig gebunden waren, können ausgesprochen werden. Dadurch sinkt im besten Fall der psychische Druck – und mit ihm auch die körperliche Alarmbereitschaft. Darum können familien- und systemtherapeutische Ansätze bei psychosomatischen Beschwerden entlastend wirken: Sie richten den Blick nicht nur auf die einzelne Person, sondern auch auf Beziehungsmuster und Lebensumstände, in denen Symptome entstehen und Bedeutung gewinnen. So kann eine Veränderung im sozialen Miteinander auch körperlich entlastend wirken.

Fazit

Die Arbeit mit psychosomatischen Schmerzen zeigt, wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind und wie wichtig ein ganzheitlicher Behandlungsansatz ist. Wir befinden uns an einem Wendepunkt – an einem Punkt, an dem wir erkennen könnten, dass wir keine vom Leben getrennten Existenzen sind, sondern selbst Teil des Lebens. Das Leben ist kein Dienstleister, den wir beliebig formen, zurechtbiegen oder nutzen können. Wenn wir versuchen, es zu kontrollieren und für unsere Zwecke zu instrumentalisieren, machen wir letztlich uns selbst zum Objekt – und entfernen uns immer weiter von unserer eigenen Lebendigkeit.

Gleichzeitig gibt es da ein grundlegendes menschliches Bedürfnis: das Bedürfnis nach Verbundenheit – also danach, angenommen zu sein, ohne sich anstrengen zu müssen – und das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Gestaltung. Schon ein Kind bringt diese Bedürfnisse mit. Es erschließt sich die Welt aktiv, entwickelt ein Gefühl von Kohärenz und erlebt sich zunächst als Gestalter, als wirksam und verbunden.

Doch viele Kinder wachsen in eine Welt hinein, in der Erwachsene selbst diese Verbundenheit kaum noch spüren und daher auch nicht weitergeben können. Das Kind lernt dann früh, dass es sich anpassen muss, um dazuzugehören und „zu funktionieren“. Das Autonomiebedürfnis wird zurückgestellt. Statt echter Resonanz erhält es oft kognitive Erklärungen anstelle von emotionalem Verständnis. Wiederholt sich diese Erfahrung,

kann es dazu führen, dass empathisches Erleben zunehmend in den Hintergrund tritt und durch rein verstandesmäßige Deutungen ersetzt wird. So entsteht eine Lebensweise, in der Gefühle und Verbundenheit immer weniger Raum haben. Wir orientieren uns stärker an dem, was messbar, kontrollierbar und verwertbar ist, und verlieren dabei den Kontakt zu unserer eigenen Lebendigkeit, zur Welt um uns herum und zu unserem Körper. Die ursprünglich zusammenhängende, lebendige Welt wird in Einzelteile zerlegt – auch, um sie besser beherrschen und nutzen zu können. Ein weiterer zentraler Punkt betrifft unsere natürliche Entdeckerfreude und Gestaltungslust. Viele Menschen haben früh erlebt, dass diese Impulse begrenzt oder unterdrückt wurden – oft bereits im Elternhaus. Dadurch kommen Kinder häufig schon angepasst in die Schule, haben gelernt, ihre Neugier zu dämpfen und sich äußeren Anforderungen zu fügen. Das Bildungssystem setzt dann häufig nur fort, was zuvor begonnen hat. Und der Körper leidet. All diese wichtigen Details in der Vorgeschichte eines Menschen werden bei Somatisierungsstörungen oftmals vergessen.

Die entscheidende Frage lautet daher: Wie können wir Bedingungen schaffen, in denen Kinder ihre Lebendigkeit, ihre Neugier und ihren Gestaltungswillen bewahren dürfen – und gestärkt ihren eigenen Weg gehen können? Was können wir also tun, damit unsere Kinder später nicht erst durch körperliche Schmerzen ausdrücken müssen, dass ihnen etwas fehlt?

Das Ziel ist:

Ein Leben abseits der Körperfokussierung

Der Aufenthalt in der Natur kann bei psychosomatischen Beschwerden eine wertvolle unterstützende Wirkung entfalten, da er sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene ansetzt. Natürliche Umgebungen wirken beruhigend auf das Nervensystem, reduzieren Stress und helfen, den Körper aus einem Zustand anhaltender Anspannung zu lösen. Gleichzeitig lenken die vielfältigen Sinneseindrücke der Natur die Aufmerksamkeit weg von der intensiven Beschäftigung mit körperlichen Symptomen hin zur äußeren Umgebung. In Kombination mit sanfter Bewegung fördert dies ein positiveres Körpererleben und kann dazu beitragen, den Kreislauf aus Selbstbeobachtung, Angst und verstärkten Beschwerden zu durchbrechen. Dadurch wird es Betroffenen erleichtert, wieder Vertrauen in ihren eigenen Körper zu entwickeln.

Quelle: Hemmelmayr, Bettina (2018). Hilfreiche theoretische und praktische Konzepte für die systemische Therapie mit psychosomatischen Klienten.
Systemische Notizen, Heft 4/2018, Lehranstalt für Systemische Familientherapie (la:sf), Wien.

Lebe deine Sensibilität

Warum Feinfühligkeit keine Schwäche ist – und wie wir lernen, unsere Sensibilität als innere Stärke, Orientierung und Quelle echter Verbindung zu leben.

Hatten Sie jemals das Gefühl, nicht so recht in diese Welt zu passen? Dass Ihre Werte und Wahrnehmungen wie ein stilles Geheimnis sind, das kaum jemand außer Ihnen zu verstehen scheint? Dann gehören Sie möglicherweise zu den Menschen, die nach gängigen Schätzungen als besonders feinfühlig gelten. Was anderen oft verborgen bleibt, nehmen hochsensible Menschen deutlich wahr: das Unausgesprochene, das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Häufig sind es nur feine Nuancen und kleine Details, doch genau diese lassen die „inneren Sensoren“ hochsensibler Menschen anspringen.

In einer Welt, die oft laut, schnell und leistungsorientiert ist, wirkt Sensibilität für viele wie eine Schwäche. Wer viel fühlt, tief wahrnimmt und fein auf seine Umgebung reagiert, passt scheinbar nicht in das Bild von Stärke, das unsere Gesellschaft lange geprägt hat. Und so lernen viele Menschen früh, ihre Sensibilität zu verstecken, sich anzupassen und „funktionieren“ zu müssen. Doch was wäre, wenn genau das, was wir so oft unterdrücken, unsere größte Stärke ist?

Sensibilität ist kein Makel, der beseitigt werden muss – sie ist eine besondere Art, die Welt zu erleben. Sie ermöglicht es uns, Stimmungen wahrzunehmen, Verbindungen tiefer zu spüren und das Leben bewusster zu erfahren. Sie kann wie ein innerer Kompass wirken, der uns zeigt, was stimmig ist und was nicht.

Text: Lisa Gutzelnig

Gesellschaftliche Erwartungen loslassen

In unserer modernen Gesellschaft gibt es viele unausgesprochene Erwartungen, die längst nicht für jeden Menschen passend oder zeitgemäß sind: Man soll möglichst studieren oder eine Ausbildung machen, mit etwa dreißig heiraten, Kinder bekommen, beruflich abgesichert sein und im Idealfall noch ein eigenes Haus besitzen. Gerade hochsensible Menschen geraten durch solche Vorstellungen oft unter Druck. Sie glauben, unglücklich zu sein, weil sie diesen Erwartungen nicht entsprechen, weil sie keine Freude an gesellschaftlichen Veranstaltungen haben oder lieber Zeit allein verbringen. Doch das laute, schillernde Außen ist kein wirklicher Verlust. Im Gegenteil: Es lenkt häufig von dem ab, was wirklich zählt. Dem inneren Erleben, also dem, was in uns ist.

„Sensibilität ist kein Makel, der beseitigt werden muss – sie ist eine besondere Art, die Welt zu erleben.“

Das echte Leben findet im gegenwärtigen Moment statt. Es zeigt sich in der Stille, in der Verbindung zu uns selbst, zu anderen Menschen, zur Natur und zum größeren Ganzen. Äußere Reize können zwar kurzfristig Freude bereiten oder das Ego stärken, führen jedoch selten zu dauerhaftem Glück. Denn wahrer Selbstwert entsteht nicht durch Anerkennung von außen, sondern dadurch, dass wir im Einklang mit unseren eigenen Werten leben.

Die entscheidende Frage lautet also: Wie können wir uns von diesen gefühlten Verpflichtungen lösen? Die Antwort ist näher, als man denkt. Ja, wir können es, durch Selbstachtung. Sie hilft uns, zwischen echter Verantwortung und gesellschaftlich erzeugtem Pflichtgefühl zu unterscheiden. Unsere wichtigste Verantwortung gilt

Mythos 1

Du musst abhärten

Auch die Umwelt von hochsensiblen Menschen nimmt natürlich wahr, dass diese Reize sehr intensiv aufnehmen und schneller von Sinneseindrücken überfordert sind. Oft wird dann geraten, sich doch mehr „abzuhärten“ oder sich zielgerichtet mehr Reizen auszusetzen, um eine Art „Toleranz“ aufzubauen. Anstatt sich selbst besser zu verstehen und die Warnsignale des Körpers zu beachten, geht man dadurch immer mehr ins Außen und verliert sich dabei selbst. Doch das entspricht nur bedingt der Realität des Nervensystems. Es lässt sich nicht beliebig an Überreizung gewöhnen. Im Gegenteil: Je stärker wir uns der Überlastung aussetzen, desto langfristiger können die Folgen sein. Je häufiger unser Körper unter Stress und Reizüberflutung steht, desto anfälliger wird er für Beschwerden, Erschöpfung und Ermüdung. Die Folgen können anhaltende Müdigkeit, emotionale Überforderung und Schlafprobleme sein. Aber auch körperliche Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen können sich bei einer Dauerüberlastung einstellen. Solche Überlastungssymptome entstehen aber keineswegs daraus, dass wir nicht abgehärtet genug wären, sondern deshalb, weil unser Nervensystem keine ausreichende Möglichkeit erhält, sich zu regenerieren und zu einem ausgeglichenen Zustand zurückzukehren.

dabei auch unserem eigenen Wohlbefinden. Das ist kein Egoismus und keine Selbstzentriertheit, sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür, ein authentisches Leben zu führen. Indem wir achtsam mit uns umgehen, für unsere Bedürfnisse einstehen und uns selbst treu bleiben, erkennen wir unseren eigenen Wert an. Wenn wir liebevoll für uns sorgen, liefern wir uns letztlich den besten Beweis unseres eigenen Wertes. Wir zeigen uns selbst, dass unsere Zeit,

unsere Energie und unsere Grenzen genauso wichtig sind wie die anderer.

Wenn wir also beginnen, unseren Seelenfrieden zu unserer obersten Priorität zu machen, werden wir zwangsläufig einige tief verankerte Glaubenssätze hinterfragen und loslassen müssen. Erst wenn wir uns unserer eigenen Werte bewusst werden und danach handeln, lösen wir uns von dem Druck, ständig fremde Erwartungen erfüllen zu müssen und kommen Schritt für Schritt bei uns selbst an.

Fazit

Den inneren Konflikt zwischen dem, was wir wirklich sind, und dem, was wir glauben, sein zu müssen, kennt wohl jeder Mensch. Um den Erwartungen der Gesellschaft oder unseres Umfelds gerecht zu werden, übernehmen wir im Außen oft bestimmte Rollen. Wir setzen Masken auf und unterdrücken dabei nicht selten unsere eigene Sensibilität. In sozialen Situationen halten wir so eine scheinbar gesellige, extrovertierte Fassade aufrecht. Aus Angst vor Ablehnung passen wir uns an und verstecken unsere eigentlichen Bedürfnisse, wie den Wunsch nach Rückzug, Ruhe und innerem Raum.

Doch genau in dieser Feinfühligkeit liegen wertvolle Botschaften. Sie trägt Qualitäten in sich, die gesehen und gelebt werden wollen. Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Bewusstheit, Intuition, ein Sinn für Gerechtigkeit und Authentizität, Naturverbundenheit und Menschlichkeit sind heute wichtiger denn je. Mit ihnen können wir unser Umfeld auf eine tiefere, ehrlichere Weise berühren und bereichern.

Diese Sensibilität ist keine Last, sondern eine Orientierungshilfe. Sie lenkt unseren Blick weg vom reinen Funktionieren hin zu unserem inneren Erleben. Sie erinnert uns daran, wieder mehr unserer Intuition zu vertrauen. Damit diese Qualitäten sich entfalten können, brauchen sie Schutz und Fürsorge. Indem wir uns bewusst Räume schaffen, in denen wir ganz wir selbst sein dürfen, uns Zeiten der Stille erlauben und lernen, klare Grenzen zu setzen – auch durch ein ehrliches „Nein“ –, bewahren wir unsere Energie und bleiben uns selbst treu.

Innere Heilung kann dort beginnen, wo wir Verantwortung für unser Wohlbefinden übernehmen und uns selbst all das schenken, was uns bisher verwehrt blieb.

Mythos 2

Du brauchst viele Freunde

Hochsensible Menschen haben oft keinen sehr großen Freundeskreis, sondern richten ihre Aufmerksamkeit und Energie auf einige wenige, dafür intensive Verbindungen. Das ist kein Zufall, denn soziale Kontakte können schnell zu einem „Tauschgeschäft“ werden, vor allem dann, wenn die Menschen im eigenen Umfeld noch wenig Selbstreflexion und Bewusstsein entwickelt haben.

Durch ihre natürliche Tiefe in der Wahrnehmung und ihr ausgeprägtes Bewusstsein spüren hochsensible Menschen Oberflächlichkeit und emotionale Unstimmigkeiten sehr schnell und ziehen sich zurück, um ihre Energiereserven zu schonen. Feinfühlige Menschen sehnen sich nach Tiefgründigkeit, da sie intuitiv wahrnehmen, dass an der Oberfläche oft Bewertungen und Differenzen dominieren.

Viel wichtiger als die Anzahl an Freundinnen und Freunden ist die Tiefe und Authentizität der Verbindung. Eine echte, wertschätzende Freundschaft schenkt Kraft und ein Gefühl von Verbundenheit, während oberflächliche Beziehungen emotional eher erschöpfen können.

Die instinktive Suche nach Menschen, mit denen wir uns seelisch verbunden fühlen und auf einer tieferen Ebene kommunizieren können, ist uns angelegt. Wir suchen diese Verbindungen, um uns sicher, geborgen und verstanden zu fühlen. Menschen, die aufrichtig, reflektiert und bereit sind, sich ehrlich mit sich selbst und mit uns auseinanderzusetzen, vermitteln ein Gefühl von wohltuender Nähe. Denn es ist die Tiefe der Verbundenheit, die uns wirklich erfüllt und uns erlaubt, in Freundschaften Energie zu tanken, anstatt sie zu verlieren.

Mythos 4

Mythos

3

Du musst dich binden

Die Liebe: Sie ist wunderschön, bereichernd und vor allem frei. Für manche Menschen gibt es nichts Schöneres, als sich für einen Menschen zu entscheiden und sich gegenseitig zu versprechen, den Weg des Lebens gemeinsam zu gehen. Die institutionalisierte Vorstellung der Ehe, das ungeschriebene Gesetz, dass Liebe an einen gesetzlichen Rahmen gebunden sein muss, nimmt uns jedoch die Freiheit, selbst zu entscheiden, was unser Weg ist. Es gibt niemals den einen richtigen Weg, es gibt immer nur unseren richtigen Weg, passend zu unserer aktuellen Situation und unserem Bewusstseinszustand. Für manche Menschen ist die Ehe zu einem Sicherheitsmechanismus geworden, der zwar Halt geben kann, die Liebe aber auch einengen kann. Liebe braucht innere Freiheit, und es gibt wohl kaum eine größere Liebeserklärung, als sich jeden Tag aufs Neue auf einen Menschen einzulassen und sich für ihn zu entscheiden – ohne äußere Abhängigkeiten und formellen Rahmen. Wir sind also eingeladen, uns selbst zu fragen: Was bedeutet Liebe für mich, unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen? Welche Form von Beziehung fühlt sich für mich frei, authentisch und stimmig an, ohne das Verbindende zu verlieren?

Du brauchst einen sicheren Job

Es ist eine der scheinbar sichersten gesellschaftlichen Normen überhaupt und gerade feinfühlige Menschen fühlen sich davon besonders angesprochen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer davon kann ein weniger stabiles Grundvertrauen sein, etwa infolge schwieriger früher Erfahrungen. Dieses grundlegende Vertrauen wird oft durch schwierige Kindheitserfahrungen beeinträchtigt.

Daraus entsteht häufig ein verstärktes Bedürfnis nach Sicherheit. Wenn diese Stabilität in der Herkunftsfamilie nicht ausreichend vorhanden war, wird sie umso mehr im späteren Leben gesucht – zum Beispiel im Beruf. Eine feste Anstellung oder sogar eine Verbeamtung erscheint dann als erstrebenswertes Ziel.

Doch diese vermeintliche Sicherheit bringt auch Abhängigkeiten mit sich: von äußeren Faktoren wie Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen oder allgemeinen Arbeitsbedingungen. Solche Abhängigkeiten können jedoch keine echte innere Sicherheit geben, da sie immer mit Unsicherheit verbunden bleiben. Man kann gekündigt werden, sich an fremde Erwartungen anpassen müssen oder sich gezwungen fühlen, trotz Krankheit zur Arbeit zu gehen. Was aus Angst entsteht, schafft selten inneren Frieden. Deshalb ist es hilfreicher, sich von ein-

schränkenden Sicherheitsvorstellungen zu lösen und stattdessen das eigene Urvertrauen zu stärken. Wahre Sicherheit entsteht nicht im Außen – das von Natur aus unbeständig ist – und auch nicht durch scheinbar unkündbare Arbeitspositionen. Sie entsteht aus innerer Stabilität, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Das Urvertrauen ist ein zentrales Thema, das durch frühkindliche Prägungen viele unserer späteren Lebensbereiche beeinflusst. Es kann jedoch gestärkt, neu verwurzelt und wieder aktiviert werden. Sicherheit in uns selbst finden wir auch, indem wir uns auf unsere Talente und Fähigkeiten konzentrieren und diese als echten Mehrwert in die Welt einbringen. Es geht dabei um eine Berufung, um eine Lebensaufgabe, die uns Sinn und Erfüllung schenkt und in der wir im Einklang mit der Welt wirken können.

Trinkgenuss ohne Promille

Zeremonieller Genuss

Matcha ist für seine jahrhundertealte Tradition, seine feine Vermahlung, die markant grüne Farbe und seinen unverwechselbaren Geschmack bekannt. „aiya – The Tea“ wurde 2008 von Thomas M. Grömer, Teepapst und exzellenter Kenner der japanischen Teekunst, gegründet. Der „Everyday Izumi“ ist besonders für cremige Matcha Latte, Eis, Kuchen oder Smoothies geeignet.

Getränkeguide für heiße Tage: Herbal Infusions, Matcha, Kombucha, Energy-Shots mit Gemüse und Früchten, promillefreie Aperitifs und Weine zeigen, wie vielfältig Genuss ohne Alkohol heute sein kann.

Trinkgenuss kommt immer öfter ohne Promille aus. In Getränkekarten von Hotels und Restaurants stehen längst nicht mehr nur süße „Alibi-Mocktails“, sondern fermentierte Säfte, Sparkling Teas, alkoholfreie Aperitifs, entalkoholisierte Weine oder kreative Drinks auf Basis von Verjus, Tee, Kräutern und Früchten. Sie überzeugen nicht, weil sie Alkohol kopieren, sondern weil sie eigene Geschmackserlebnisse bieten.

Der bewusste Verzicht muss dabei nicht nach Mangel schmecken. Viele Menschen entdecken gerade im alkoholfreien Bereich eine neue Vielfalt. Nach dem Workout greift man eher zu Matcha, Kombucha, KollagenBoostern oder Mikrobiom-Drinks als zum klassischen „bierigen“ Elektrolytlieferanten. Am Abend bleiben nicht mehr nur Autofahrer, Schwangere oder Menschen, die aus Glaubensgründen verzichten, abstinent. Auch wer gut schlafen und den nächsten Morgen ohne Brummschädel beginnen möchte, findet heute genussvolle Alternativen.

Genuss statt Askese

Der Trend passt zum Wunsch, dem Körper Gutes zu tun, ohne auf Genuss zu verzichten. Beim Aperitif, im Restaurant oder im Urlaub verbindet sich der Longevity-Gedanke immer öfter mit Kulinarik. Gefragt sind Getränke, die leicht, aromatisch und erwachsen

Fermentiert schmeckt

Mit den beiden neuen „RAW Kombucha“Sorten in Heidelbeere-Lavendel und Grapefruit-Hopfen setzt Voelkel ein gesundheitsbewusstes und zuckerarmes Zeichen der Trinkkultur im Sommer. Da die Säfte nicht pasteurisiert werden, bleiben wertvolle Mikroorganismen wie Hefen, Essigsäure- und Milchsäurebakterien erhalten.

Text: Michaela Hocek

Fruchtiger Wachmacher

Die Lücke zwischen Kaffee- und Energy-Drinks im Kühlregal füllt „hellWACH“, ein Bio-MoPro-Drink mit Bio-Fruchtsäften, fermentiertem MilchPermeat und natürlichem Koffein, von der Gläsernen Molkerei. Auf künstliche Aromen und Zusätze wird verzichtet. Erhältlich ist das Erfrischungsgetränk mit wenig Fett in den Sorten PfirsichMaracuja, Blaubeer-Cassis-Minze und Mango-Himbeere.

Fruchtig-frisch

Florian Weiß und Philipp Köstler, den Gründern von Kraftschluck, ist mit ihren Bio-Shots ein vitaminreicher Coup gelungen. Sie bestehen vollständig aus Zutaten aus Deutschland und liefern ein ausgewogenes Geschmackserlebnis in Rot mit Haskapbeere, Aronia und Traube, in Gelb mit Ingwer und Apfel und in Grün mit Ingwer, Basilikum und Gurke.

schmecken, den Organismus aber weniger belasten.

Wie dynamisch sich der Markt entwickelt, zeigt auch der Blick auf internationale Wettbewerbe. Der IWSC hat mit „Alternative Drinks“ eine eigene Kategorie für alkoholfreie, alkoholreduzierte und ungewöhnliche Nischenprodukte geschaffen. Seit 2022 widmen sich die britischen „World Alcohol-Free Awards“ ausschließlich alkoholfreien Getränken.

Kreative Winzerin

Eine Expertin für alkoholfreie Weine und Sparkling Teas ist Viktoria Preiß aus Theyern im niederösterreichischen Traisental. Sie ließ das Weingut ihrer Familie bio-zertifizieren und entwickelt aus eigenen Obstwiesen Alternativen mit wenig oder ganz ohne Alkohol. Auf entalkoholisierte Weine verzichtet sie bewusst. Zwei der 13 Hektar Weingartenfläche sind für alkoholfreie Traubenprodukte reserviert. Dazu zählt „Rosella“, ein unvergorener Muskateller-Traubensaft mit koffeinfreiem Blütentee. Die frühe Lese sorgt für frische Säure und macht das vegane, zusatzfreie Getränk zu einem Weinoder Sekt-Pendant ohne Promille.

Natürlichkeit im Glas

Auch Matcha und Kombucha zeigen, wie gut Tradition und moderner Trinkgenuss zusammenpassen. Matcha wird

Die junge Winzerin Viktoria Preiß führt das Familienweingut im niederösterreichischen Traisental in fünfter Generation.

Trinkgenuss in Rosé

Für 0,0 % Alkohol und rein natürlichen Geschmack aus Bio-Trauben und Bio-Blütentee steht „Rosella“ aus dem Hause Preiß. Frei von Zusätzen produziert, schmeckt er erfrischend und prickelnd. Bei der Verkostung des „Sparkling Juice & Tea“ zeigte sich die gesamte Redaktion begeistert.

wegen seiner belebenden Wirkung geschätzt und im Sommer gerne als Iced Matcha, Latte oder Smoothie getrunken. Kombucha erlebt durch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein ebenfalls ein Revival: Nicht pasteurisierte Varianten bleiben lebendig und können eine kalorienarme Alternative zu Limonaden sein.

Neu gedacht werden auch Milchgetränke, Smoothies und Shots. „hellWACH“ kombiniert fermentiertes Milch-Permeat mit Bio-Fruchtsäften und natürlichem Koffein. Kraftschluck setzt auf vollreife Zutaten aus deutschem Bio-Anbau. Und waterdrop möchte mit kleinen Würfeln aus Frucht- und Pflanzenextrakten dazu motivieren, im Alltag mehr Wasser zu trinken.

Unsere Buchtipps

Text: Lisa Gutzelnig

Bücher schenken neue Perspektiven, berühren Herz und Geist und begleiten uns auf dem Weg zu mehr Bewusstsein, Vertrauen und innerer Balance. Wir stellen Ihnen unsere liebsten Werke vor.

EUR 22,herder.de

Wir informieren uns zu Tode

von Gerald Hüther und Robert Burdy

Was einst als Informationszeitalter begann, fühlt sich heute für viele Menschen wie eine Zeit der Überforderung an. Täglich treffen Nachrichten, Meinungen, Bilder und Reize in einer Dichte auf uns ein, die unser Gehirn nur schwer ordnen und gewichten kann. Der Hirnforscher Gerald Hüther und der Medien- und Kommunikationsexperte Robert Burdy fragen, welche Folgen diese permanente Informationsflut für unser Denken, Fühlen und Handeln hat. Zugleich suchen sie nach Wegen, wie wir wieder mehr Klarheit gewinnen können. Ihr zentraler Ansatz besteht darin, sich auf die wesentlichen Fragen des Lebens zu besinnen. Wer sich an diesen grundlegenden Werten orientiert, entwickelt einen inneren Kompass, der hilft, auch inmitten der täglichen Informationsfülle Orientierung zu bewahren.

ISBN-13: 978-3451609008

EUR 24,99 ullstein.de

Der arrogante Affe

Das Selbstverständnis der Menschheit als „Krone der Schöpfung“ prägt bis heute unseren Umgang mit anderen Spezies. Doch was, wenn diese vermeintliche Überlegenheit auf Annahmen beruht, die durch die moderne Verhaltensforschung zunehmend infrage gestellt werden? Die Harvard-Primatologin Christine Webb zeigt anhand aktueller Forschung, wie sehr die Idee menschlicher Einzigartigkeit ins Wanken geraten ist. Sie eröffnet faszinierende Einblicke in die oft unterschätzte Vielfalt nichtmenschlichen Lebens: in Kommunikationsformen von Singvögeln und Präriehunden, in kulturelle Traditionen bei Schimpansen und Rifffischen sowie in die erstaunlichen Fähigkeiten von Pflanzen und Pilzen. Webb macht deutlich, was wir gewinnen können, wenn wir unsere Vorstellungen von Überlegenheit hinterfragen und unseren Platz im Netz des Lebens neu denken. Dieser Perspektivwechsel lädt zum Staunen ein und spricht eines unserer tiefsten menschlichen Bedürfnisse an: das Verlangen, Teil eines größeren Ganzen zu sein.

ISBN-13: 978-3550202322

Die schöpferische Kraft der Blumen

von David George Haskell

In „Die schöpferische Kraft der Blumen“ eröffnet der Biologe David Haskell einen neuen Blick auf die Bedeutung der Blütenpflanzen und rückt sie ins Zentrum der Erd- und Evolutionsgeschichte. Blumen sind weit mehr als dekorative Elemente der Natur – sie zählen zu den prägendsten Kräften des Lebens auf unserem Planeten. Mit ihrem Auftreten veränderten sie die Vielfalt des Lebens, schufen neue ökologische Beziehungen und beeinflussten auch Klima und Landschaften. Durch ihre enge Verbindung mit Tieren entstanden Formen der Zusammenarbeit, die Evolution und Erneuerung auf besondere Weise vorantrieben.

Anschaulich zeigt Haskell, wie Blumen die Entwicklung ganzer Ökosysteme – von tropischen Regenwäldern bis zu weiten Graslandschaften – geprägt haben und welche zentrale Rolle sie für die Evolution von Bestäubern wie Bienen, Schmetterlingen und Vögeln spielen. Auch die Geschichte des Menschen ist eng mit ihnen verknüpft: Blühende Gräser wurden zu einer Grundlage von Landwirtschaft, Sesshaftigkeit und späterer Zivilisation.

ISBN-13: 978-3956146725

EUR 26,kosmos.de

Das NABUVogelbuch

von Peter Mullen und Fabian Karwinkel

Das in Zusammenarbeit mit dem NABU entstandene Vogelbuch hat sich zu einem beliebten Bestimmungsbuch entwickelt. Es stellt 314 heimische Vogelarten in einem handlichen Format vor und verbindet fundierte Informationen mit anschaulichen Abbildungen. Direkt an den Vogelporträts markierte Merkmale erleichtern die Bestimmung im Gelände. Ergänzend lassen sich Vogelstimmen über die KOSMOS-PLUS-App abrufen, was besonders Einsteigern beim Erkennen der Arten hilft. Ob für Familien, Naturfreunde oder erfahrene Vogelbeobachter: „Das NABU-Vogelbuch“ ist ein praxisnaher Begleiter für Ausflüge in die heimische Natur.

ISBN-13: 978-3440178119

EUR 30,storl.de

Die Seele der Pflanzen

von Wolf-Dieter Storl

In diesem außergewöhnlichen Buch widmet sich Wolf-Dieter Storl 55 heimischen Pflanzen, die uns auf Wiesen, an Wegesrändern und in Wäldern begegnen. Mit seinem Wissen über Volksheilkunde, Mythologie und Naturspiritualität nähert er sich ihrem Wesen, ihrer symbolischen Bedeutung und ihren traditionellen Anwendungen. Dabei geht er Fragen nach wie: Warum wird die Taubnessel mit der Venus verbunden? Welche Rolle spielt die Braunwurz in alten Vorstellungen? Und wie kam das Hexenkraut zu seinem geheimnisvollen Namen? Storl verbindet botanische Kenntnisse mit altem Erfahrungswissen und eröffnet so einen faszinierenden Zugang zur Pflanzenwelt. Die eindrucksvollen Fotografien seines langjährigen Freundes Frank Brunke ergänzen die Texte auf besondere Weise und laden dazu ein, die Natur mit neuen Augen zu betrachten.

ISBN-13: 978-3968601328

EUR 28,kunstmann.de

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