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Sy. 8207 - Georg Friedrich Händel - Alcina

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GEORG FRIEDRICH HÄNDEL

Fassung für Kammeroper

STUDIENPARTITUR

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL

ALCINA

Fassung für Kammeroper

Text und dramaturgische Adaption

Text and dramaturgical adaptation

Barbara Hass

Musikalische Bearbeitung Arrangement

Michael Petermann

STUDIENPARTITUR

Alcina

Ouvertüre

Pomposo

Oboe

Fagott

Violine 1

Violine 2

Viola

Kontrabass Cembalo (oder Klavier)

Pomposo

Georg Friedrich Händel

Musikal Bearbeitung: Michael Petermann Textfassung: Barbara Hass

ERSTER AKT 1.

Szene Nr. 1 Arie

Oberto

Oberto gießt die Myrte, in die Alcina seinen Vater verzaubert hat.

Andante

Fagott

Kontrabass

OBERTO

Andante

Cembalo (oder Klavier)

Oberto, Bradamante, Melissa, später Morgana. 2. Szene

(Die Zauberin Melissa und Bradamante - in Verkleidung ihres Zwillingsbruders Ricciardo - kommen auf einem schwarzen Seepferd mit rotem Flügel über die Meere. Sie landen auf Alcinas Insel und binden das Pferd an die Myrte, die am Ufer steht Oberto, der sich zunächst versteckt hatte, läuft auf den Baum zu.)

Oberto: Moment, ihr Fremden!

Ich bitt’ euch, zerrt mit eurem Zaum nicht an der Myrte Halt! Achtet auf die Blätter!

Ihr quält Astolf, der als ein Baum hier unter rauer Rinde lebt.

Melissa: Astolf, sagst du, hat Rinde, Zweige, Blätter?

Weißt du, Kind, von ihm und von dem Fluch, der über dieser Insel schwebt?

Oberto: Er ist mein Vater - der arme Paladin! Der Fluch der Insel ist Königin, Alcina, diese Hexe, die zum Geliebten ihn erwählte. Doch flopp! Vergangen ist sein zweifelhaftes Glück; denn kaum erblickte diese Fee den nächsten geilen Krieger, da nahm sie ihre Gunst sogleich von meinem Pa zurück. Und dass er nicht von ihrem Wankelmut erzählte, schloss sie ihn in die Myrte ein.

So geht es hier den Freiern allen, die dieser nimmersatten Frau gefallen. Erst sülzt sie: Schöner, Bester, Lieber! Dann macht sie ihn zum Tier, zum Baum, zum Stein.

Bradamante: Weiß sie, dass du von ihrer Tat erfahren? Hält sie dich als Gefangener im Land?

Oberto: Die alte schenkt mir ihre mütterliche Liebe! Sie hält mich für zu jung an Jahren, dass ich entdeckte ihre frevelhaften Triebe, sie schnallt nicht, dass ich ihr Geheimnis fand.

(Morgana kommt auf der Suche nach Oberto; sie sieht den Jungen und gleich darauf die Fremden.)

Morgana: Alcina sorgt sich, wo du bleibst!Ich will die Fremdlinge begrüßen, Oberto, und du geh! Dein Platz ist zu Alcinas Füßen, dass du der mütterlichen Fee im frommen Spiel die Zeit vertreibst.

(Oberto gehorcht; Morgana hat nur Augen für Bradamante.)

Bradamante: Mein Ritter, kommt es euch gelegen, so rastet hier von eurer langen Fahrt. Erzählt uns von der Welt, von euren Kriegen, wir laben euch mit süßem Brot und kühlem Weinmit Köstlichkeiten noch ganz anderer Art!

(Morgana nähert sich Bradamante.)

Melissa: (ironisch) Wer sagt zu solchem Anerbieten nein? (energisch, um Morgana von einem sofortigen Eroberungsversuch abzuhalten) Wer ist denn Herr in diesem Paradies?

Morgana: Habt ihr von meiner Schwester, der mächtigen Alcina nie gehört?

Melissa: Oh doch, von ihrer Schönheit wissen viele, so manchen Ritter hat ihr Herz betört. Wer könnt’ den Namen dieser Königin vergessen!

Bradamante: Glaubst du, der Wunsch sei zu vermessen, ihr unsre Ehrfurcht auszusprechen?

Morgana: Zu dir, vornehmer Krieger, will sich mein ganzes Wesen neigen.Gut, wartet Hier wird Alcina sich bald zeigen.

Nr. 2 Arie

3. Szene

Nr. 3 Chor

(Unter Donner und Blitz erscheint Alcina in ihrer Pracht. Ruggiero, Oronte und Oberto sind bei ihr.)

Rezitativ

Bradamante, Melissa, Alcina

(Auf ein Zeichen von Morgana hatten sich Melissa und Bradamante zu Boden geworfen. Jetzt erheben sie sich und Bradamante sieht Ruggiero.)

1

BRADAMANTE MELISSA ALCINA

Cembalo (oder Klavier)

BRADAMANTE (beiseite)

MELISSA (ebenfalls beiseite)

(nähert sich Alcina)

(Da

Nr. 4 Arie

(Alcina verschwindet mitsamt ihrer Pracht.)

1

BRADAMANTE

MELISSA RUGGIERO

Cembalo (oder Klavier)

Bradamante, Melissa, Ruggiero

RUGGIERO

5. Szene

Oronte, Bradamante, Melissa, später Morgana.

(Oronte kommt mit gezogenem Schwert auf Bradamante zu.)

Oronte: Welch einer Heldentat kannst du dich rühmen, ein launisches Mädchen hast du verführt! Doch soll mein Schwert die Schande sühnen, dein Herz durchbohr' ich ungerührt!

(Bradamante zieht ebenfalls ihr Schwert; ein kurzer Kampf findet statt.)

Melissa: Von welchem Mädchen, welcher Schande sprichst du, Mann?

Oronte: (stößt sie beiseite) Sei still, dich Vettel geht das gar nichts an!

(Morgana kommt und stellt sich schützend vor Bradamante.)

Morgana: Durchbohr’ erst mich, mein wilder Gefährte! (Oronte lässt das Schwert sinken.)

Bedenke deine Taten künftig besser! du beleidigst Alcina, die mächtige Schwester, verletzt das Gastrecht, das sie den Fremden gewährte.

Oronte: Grausam bist du, Morgana, treulos und ohne Gewissen. Morgana: Dass Liebe vergehen kann, wirst du ertragen müssen.

Nr. 7 Arie

6. Szene

Oronte, Morgana.

(Oronte und Morgana sind allein zurückgeblieben; Oronte schlägt wie von Sinnen mit seinem Schwert durch die Luft und ruft Bradamante hinterher.)

Oronte: He! Tröster meiner Liebesqual!

Mir würde aller Kummer schnell enteilen, wär’s mir vergönnt das nächste Mal in hundert Stücke dich zu teilen.

Morgana: Komm wieder zu dir, du verwegener Held, denn was die Liebe dir verwehrt, erschlügst du auch die ganze Welt, das schafft dir nicht dein Schwert.

(Oronte will sie küssen, aber sie wehrt ihn ab.)

Oronte: Wohin sind die Schwüre der ewigen Treue?

Morgana: Ein stürmischer Wind hat sie verweht.

Oronte: Das sprichst du so ganz ohne Reue, und siehst, wie ich leide und wie schlimm es mir geht?

Morgana: Mein Guter, einen jeden schmerzt der Verzicht. (Sie geht.)

Oronte: Morgana, meine Göttin, verlass mich nicht!

(Ruggiero kommt, Oronte verbirgt sich.)

7. Szene

Ruggiero, Oronte.

Ruggiero: Die Grausame, sie ist und bleibt verschwunden, ein furchtbarer Verdacht lässt mich nicht ruhn.

Oronte: (beiseite)

Das hör’ ich gern, rasch eine List erfunden! Verstoß’ ne Lover sollten sich zusammentun. (er tritt aus seinem Versteck)

Ruggiero, warte, ich muss dir etwas sagen: Auf dieser Insel wissen alle außer dir, die Liebe zu Alcina wirst du bald beklagen, denn deine Zauberin verwandelt dich zum Tier!

Ruggiero: du lügst! - So spricht Alcinas treuer Krieger?

Oronte: Aus Sorge um den Helden, der du warst. Ich sah die Falsche viele Helden lieben, doch keiner fand die Heimat jemals wieder; zur Zierde dieser Insel sind sie hier geblieben, als Baum, als Bestie, Welle oder Karst.

Ruggiero: Alcina braucht mich, wird mich nie verraten!

Oronte: Was glaubst du denn, was deine Göttin macht?Die Treue kann es kaum erwarten, Ricciardo in den Arm zu sinken heute Nacht!

Ruggiero: Wie sollte sie den grünen Keimling vorziehn?

Wär sie so blind in Ihrer Liebesgier?!

Oronte: Dir bleibt nur eines: Kämpfen oder fliehn, sonst wandelt dich Alcina wegen ihm - zum wilden Tier!

Fagott

Violine 1

Violine 2

Kontrabass

ORONTE Cembalo (oder Klavier)

schung

8. Szene

(Vor dem Palast trifft Ruggiero auf Bradamante.)

Bradamante: Du tust mir Unrecht, ich bin nicht dein Gegner!

Ruggiero: Rivale bist du und mein größter Feind.

Ich hasse dich Ricciardo, du Verwegner!

Bradamante: Den Bruder deiner Braut, die um dich weint, den hasst du? Hasst den Bruder, den sie sandte?

Ruggiero: Dafür, dass du ihr Bruder bist erst recht!

Bradamante: Oh, das ist ätzend! Wie anders ich dich kannte!

Ruggiero: Von der Bekanntschaft ist mir heut noch schlecht!

Bradamante: Du unwürdiger, du stolzer Galan!

Ruggiero: Was redest du, und überhaupt mit wem?

Bradamante: Komm, mein treuloser Geliebter, sieh mich an!

Denn so - so redet Bradamante zu ihrem Bräutigam Ruggiero! - Ja, zu dem.

(Melissa ist unbemerkt gekommen.)

Ruggiero: Wie? Bradamante spricht und steht vor mir gerüstet? Oh meine Königin, dir droht Verrat!

Melissa: Nein, nein! Er ist nicht das, womit er sich hier brüstet.

Bradamante: Geh hin und opfre mich auf dem Altar der Liebe, den du deiner Fee geweiht.

Melissa: Hör nicht auf ihn - er tut mir leid.

(Sie macht Ruggiero eindeutige Zeichen.)

Ruggiero: Verwirrt hat ihn die Liebe offenbar.

Nr. 9 Arie

Bradamante, Ruggiero, später Melissa. Ruggiero Fagott Violine 1 Violine 2

9. Szene

Melissa, Bradamante, Morgana.

(Melissa vergewissert sich, dass sie mit Bradamante allein ist; kurz darauf kommt Morgana.)

Melissa: Du bringst uns in gar treffliche Gefahren, ich warne dich, mein liebes Kind, pass auf! Zur Schnecke macht Alcina dich mit Haaren, lässt du der Zunge weiter freien Lauf.

Bradamante: Für dich ist es ganz leicht, den Trug zu wahren, dein Herz nimmt dafür ja kein Leid in Kauf; doch mir zerbricht die Lüge fast die Seele.nicht, dass ich länger mich verhehle!

Melissa: Du wirst es müssen, deine Liebste naht sich!

(Melissa geht; Morgana kommt in großer Hast.)

Morgana: Fort! Eile mein Leben, oh folge mir, zur sichren Flucht weiß einen Pfad ich! Ruggiero sprach voll Eifersucht von dir, und von Alcina fordert er die Tat sich, dass sie dich wandelt in ein wildes Tier.

Bradamante: Geh, sag ihr, dass ich sie nie lieben könnte! Selbst wenn Ruggiero mir Alcina gönnte, Herz wär doch nicht frei - sei fest gebunden.

Morgana: Ricciardo, sag an wen? - Bin ich es nicht? Hast du in meiner Lieb dein Glück gefunden? Sieh her! Sag mir die Wahrheit ins Gesicht!

(Morgana sieht Bradamante zärtlich an und küsst sie schließlich.)

Bradamante: Ja denn! Ich liebe dich seit jenen Stunden, da ich zuerst von dir gab Bericht.

Morgana: Ich eile, meiner Schwester die zu sagen!

Bradamante: (für sich) Wer leidet, darf nicht nach der Wahrheit fragen.

Nr. 10 Arie

ZWEITER AKT

Prächtiger Saal in Alcinas Zauberschloss.

1. Szene

Nr. 11 Arie Ruggiero.

Violine 1

Ruggiero, Melissa.

(Melissa hat die estalt von uggieros Atlante angenommen.)

an

den

Fin (gibt ihm einen ng)

ger,

den

Ring

der

Oboe

Fagott

Violine 1

Violine 2

Kontrabass

RUGGIERO Cembalo (oder Klavier)

(Als Ruggiero den Ring nimmt, verwandelt sich der ganze Saal in einen grauenvollen, verlassenen Ort. Melissa erscheint wieder in ihrer eigentlichen estalt. Alcina erscheint vor Ruggieros Augen als uraltes, hässliches Gespenst.)

1

Largo ma non adag

Nr. 12 Arie 2. Szene

Ruggiero.

Largo ma non adag

Ruggiero: Atlante!

(Er versucht mit Gewalt von Melissa Auskunft zu bekommen.) Wohin er schwand hast du gesehen; dir hilft kein Leugnen!

Melissa: Gesehen nicht, doch weiß ich, wo er ist. Ich! - musste mich in die Gestalt des weisen Lehrers beugen; um dich zu retten, ersann ich diese List. Denn von Alcinas Trug warst du nur schwer zu überzeugen, erst Bradamantes Ring bewies, wem du da aufgesessen bist.

(Sie deutet den doppelten Wortsinn mir einer rüden Bewegung an.)

Ruggiero: Melissa, rate mir, wie komm ich aus der Falle, wie rett’ ich mich aus dieser Dirne zauberischer Kralle?

Melissa: Wenn du dein Kleidchen ablegst, könntest du schwimmend fliehen - durch die Wogen! Doch nun im Ernst: Ich rate dir, zu ihr zu gehen. Auch recht zärteln, wie du’s stets gepflogen; dann sag, du wolltest deine Rüstung sehn, ob sie dir denn auch angezogen noch zu Gesichte möge stehn, und ob du nicht seit jenen Tagen beliebter wurd’st, da du sie nicht getragen. Denn glaub mir, ohne deine Waffen, ohne dein Zauberschild, dein gutes Schwert, wirst du der Hexe zu entkommen niemals schaffen, und nimm dir aus dem Stall den Rabican, ihr bestes Pferd.

Ruggiero: Oh, würden zwischen ihr und mir schon tausend Gründe klaffen! Wie ist dagegen Biscroma mir wieder lieb und wert.

Nr. 13 Arie

Melissa.

Oboe

Fagott

Violine 1

Violine 2

Viola

Kontrabass

BRADAMANTE

Cembalo (oder Klavier)

3. Szene

Bradamante, Ruggiero.

(Bradamante kommt, und Melissa zieht sich zurück.)

Bradamante: Ruggiero, warum musst du mich so hassen? Ich schwöre dir, du tust es völlig ohne Grund!

Ruggiero: Vergib mir! Ja, ich hab’ mich blenden lassen, ich war verhext, mein Geist war nicht gesund! Du Armer, lass’ dich nicht vom gleichen Strudel fassen, die Wahrheit hörst du jetzt aus meinem Mund: Das Weibsbild, das du liebst, ist überaus abscheulich, und ohne Ende alt und gräulich. Bleich ist und mager und voller tiefer Falten Alcinas Antlitz, dünn und grau ihr Haar und ihr Gebiss ist aller Zähne bar.

Bradamante: Du warnst mich ganz umsonst vor dieser Alten, weil ich in sie doch nicht verliebt bin, noch es niemals war. Ich bin ja nicht Ricciardo - sieh mir ins Gesicht! Erkennst du endlich deine Bradamante nicht?

Ruggiero: Bradamante?! Wie’s Herz mir schlägt, wie’s Blut mir schäumt!Doch nein! Du bist ein neues Trugbild, denn niemals hätte es Melissa doch versäumt, zu sagen, dass mein Sehnen sich so schnell erfüllt. Du bist nicht die, von der Ruggiero träumt, verschwinde! Denn glaub mir, dass es sonst dein Leben gilt!

Nr. 14 Arie

Bradamante.

Cembalo (oder Klavier)

(Ruggiero allein)

Morgana, Melissa, Ruggiero.

(Alcina befindet sich im Zaubertempel Seitdem der Ring der Wahrheit im Spiele ist, beginnt ihre Schönheit und die ewige Jugend allmählich zu schwinden. Selbst die Tempelstatue der Circe wird im Laufe der Zeit rissig und bröckelt Auch an Morgana, die kurze Zeit später erscheint - gefolgt von Ruggiero - machen sich erste Anzeichen des Verfalls bemerkbar.)

Alcina: Oh Circe, Göttin der geheimen Zaubereien, mach’ aus Ricciardo mir ein wildes Tier.

Von dem Verdacht muss ich des Liebsten Herz befreien, es gäb ein Bündnis zwischen ihm und mir.

Morgana: Nein warte! Du wirst mir erst Gehör verleihen!

Bevor du Unheil stiftest

(Alcina macht eine ablehnende Geste und lässt sich in ihren Vorbereitungen nicht stören; Morgana reißt sie an den Handgelenken hoch.)

Höre! Jetzt und hier!

Alcina: (wütend)

Wie kannst du es wagen, kleine Würmin dich erfrechen, mit deiner großen Schwester so zu sprechen?

(Ruggiero kommt, von den beiden unbemerkt.)

Du! wag es nicht noch einmal, mich zu hindern, Ricciardo wird zur Bestie, so will es mein Beschluss.

Melissa: (sieht Ruggiero)

Ruggiero, hilf den bösen Spruch zu lindern, verhüte, dass er schuldlos leiden muss!

Alcina: (zu Ruggiero)

Nur deine Not allein will ich vermindern!

Sein Opfer ist an dich der Liebesgruß!

Ruggiero: Die Absicht ist Beweis genug für deine Treue, dass ich gezweifelt hab’, erfüllt mich schon mit Reue.

(Morgana sucht Bradamante bzw. Ricciardo, um ihn zu retten.

Ihr Liebeswahn lässt ihn ihr bald hier, bald da erscheinen.)

Nr. 16 Arie

(Morgana ist gegangen, Ruggiero versucht zärtlich zu sein, doch es gelingt ihm schlecht; mitten im Kuss wendet er sich von Alcina ab.)

Alcina: Was ist? Sonst hieltst du mich wie Efeu fest umschlungen, jetzt hängst du matt und kalt an meiner Brust, dein Mund war heiß und Schlangen unser beider Zungen, jetzt miss ich dem Kusse jede Lust.

Ruggiero: Ein altes Lied ist mir von fern erklungen, es weckt’ ein Sehnen, dass du mir erfüllen musst: Ich wünsch mir wieder einmal ritterlich zu streiten...

(Er nähert sich seinen Waffen, die Alcina im Tempel verwahrt.)

Alcina: Du weißt, dass es auf meiner Insel keine Feinde gibt.

Ruggiero: Dann nehme ich in Gottes Namen mit einem wilden Tier vorlieb!

Alcina: Gut. Rüste dich und greife zu den Waffen, nur lass mich nicht zu lang allein.

Auf meiner Insel sollst du alles tun und lassen, was dir nur irgend Freude könnte sein.

Mach große Beute! Dein gutes Schwert wird sie dir schaffen. Und zähle die Erschlagenen für Ritter...

(für sich)

... sie sind ja Tiere nur zum Schein.

Kehrst du zurück nach solchem männlich Schlachten. So wirst du wieder ruhig in Alcinas Armen schmachten.

Violine 1

Violine 2 Viola

Kontrabass RUGGIERO Cembalo (oder Klavier)

(Ruggiero nimmt seine Waffen und seine Rüstung mit.)

(Oberto kommt wütend auf Alcina zu gerannt.)

Oberto: Ich halte es hier ohne meinen Vater nicht eine Sekunde länger aus!

Alcina: Oberto, schäm dich! Was für ein Theater! Du hast doch bei mir alles, was du brauchst.

Oberto: Logo! Du schenkst mir für die Liebe große Schmusekater und eine kleine Dirne, die mir’s Fellchen laust; genoss ich zuviel Nektar, gibt’s nicht Zank noch Hader; du lobst mich: ‚Schön, dass du schon Haschischpfeifchen rauchst!’ Doch das, wonach die andern Kinder gieren, kannst du dir meinethalben in die Haare schmieren!

Ich will nur meinen Vater wiederhaben, nichts andres ist mir wichtig auf der Welt!

Alcina: Mein Sohn, so höre denn, in wenig Tagen wird dein Papa dir wieder zugesellt.

Bis das geschieht, darfst du solch Aufsehn nicht mehr wagen.

Oberto: Sag mir...

Alcina: Und keine weitre Frage wird gestellt! (Sie geht ab.)

Oberto: Was jetzt? Soll ich der alten Hexe glauben, oder steh ich, wie schon oft, mit offnem Mund vor hoch gehängten Trauben?

Fagott

Violine 1

Violine 2

Viola Kontrabass

OBERTO Cembalo (oder Klavier)

Andante allegro

Nr. 18 Arie

(Oronte sucht Alcina auf.)

Oronte: Oh meine Königin, du bist verraten!

Ruggiero will sich feige dir entziehn.

Mit deinen Gästen hörte ich ihn sich beraten, wie sie es anstelln wollen, unbemerkt zu fliehn.

Alcina: Das also sind die heiß ersehnten Heldentaten!

Dazu hab ich die Waffen ihm verliehn! -

Oronte geh! Versammle meine Krieger!

(Oronte geht.)

Ich schwör dir, Geliebter, in Fesseln kehrst du wieder!

Nr. 19 Arie

DRITTER AKT

1. Szene

(Alcina kniet in ihrem Tempel vor der Statue der Circe, die eine magisch leuchtende Kugel in ihrer Hand hält Die entlarvende Wirkung des Ringes ist noch deutlicher geworden.)

Nr. 20 Accompagnato

Fagott

Violine 1

Violine 2

Viola

Kontrabass ALCINA

Cembalo (oder Klavier)

(Sie geht in höchster Erregung Die Statue der Circe beginnt zu leuchten und zu flackern und die Schatten beginnen zu tanzen.)

Fagott

Violine 1

Violine 2

Viola

Kontrabass

ORONTE Cembalo (oder Klavier)

2. Szene

Oronte, Morgana.

(Morgana, die nun ebenfalls unter dem Einfluss des Ringes langsam ihr wahres Aussehen annimmt, steht allein mit dem Rücken zum Publikum; Oronte kommt auf sie zu.)

Oronte: Dein neuer Lover will uns schon verlassen, ich nehme an, er hat es dir bekannt.Doch nicht?! Denn warum seh’ ich dich erblassen?

(Sie dreht sich von ihm weg dem Publikum zu, er umarmt sie gewaltsam von hinten und presst ihr die Hand aufs Herz.) Warum erzittert Herz und Hand?

Morgana: (befreit sich)

Ich wünschte mir, du würdest endlich fassen, dass ich schon lange nichts mehr für dich empfand. Dann könntest du dir Fleiß und Mühe sparen, mit solchen Lügen fort und fort zu fahren.

Oronte: Wenn ich dich mir so recht betrachte, bist du wahrhaftig keine Mühe wert. Wo ist das schöne Mädchen, das mich kirre machte? Nie hätte ich das Werben einer solchen Frau erhört.

(Morgana lacht ihn aus, da sie die Schmähungen seiner Eifersucht zuschreibt.)

Wo ist der Mund, der wie die Sonne lachte? Um solche Fratze hätte ich mich nie geschert.

Morgana: Du armer Irrer, Grobheit ist die Sprache der verletzten Liebe!

(Sie ist am Ende doch verunsichert und beginnt sich in einen Schleierkokon zu wickeln, wie ein Insekt.)

Oronte: Du irrst dich! Mich banden nur der Geilheit Triebe!

Nr. 22 Arie

Oronte.

3. Szene

Ruggiero, Bradamante, Morgana.

(Morgana sieht, in ihrem Kokon verborgen, Ruggiero und Bradamante. Misstrauisch geworden, belauscht sie deren Gespräch.)

Ruggiero: Vergib!

(Er kniet nieder)

Da hast du mich zu deinen Füßen, du großmütiges Mädchen, vergib! Für meine Verblendung will ich gerne büßen...

Bradamante: (unterbricht ihn)

Ruggiero, deine Reue ist mir lieb, und bald kommt auch die Zeit, wo Tränen fließen, ihm, weil er untreu war - ihr, weil er treu nicht blieb, doch jetzt, Geliebter, müssen wir uns eilen, auf dieser Schreckensinsel möcht’ ich keinen Augenblick verweilen.

(Morgana beginnt leise, dann immer lauter zu lachen.)

Alcina hör ich, hör die Hexe lachen, Seh, wie sie dich mir wegnimmt - oh mein Gott!

(Sie umarmen sich heftig)

Ruggiero: Sei nicht verzagt, ich werde über unsre Liebe wachen. Mein Herz, du fürchtest dich ganz ohne Not!

(Sie wollen gehen, doch Morgana tritt ihnen in den Weg.)

Morgana: Halt Freunde! Das sind ja intressante Sachen! Wenn ich dran denke, werde ich vor Wut schamrot: Ich hätte es ums Haar mit einem Weib getrieben!

(sie lacht jetzt hysterisch)

Und den Verräter hier, scheint sie zur Krönung noch zu lieben!

(Bradamante will Ruggiero fortziehen)

Ihr braucht euch gar nicht zu bemühen, von dieser Insel kommt ihr nicht mehr fort, denn eine Kränkung hat Alcina nie verziehen, und seid gewiss, aus meinem Mund erfährt sie alles, Wort für Wort!

4. Szene

Oboe

Fagott

Violine 1

Violine 2

Viola

Kontrabass

MELISSA

Cembalo (oder Klavier)

(Melissa omm Morgana du t sich da sie die Macht der remden auberin zu spüren beginnt. Oberto ist Melissa gefolgt.)

Nr. 23 Arie

Melissa. Dazu Melissa und Oberto.

(Melissa geht)

(Ruggiero und Bradamante haben Melissa gefunden.)

Melissa: Zu spät! An Flucht ist nun nicht mehr zu denken, die Insel strotzt vor Waffen und vor Wehr!

Ruggiero: Warum auch flieh’n? Den Untergang werd’ ich ihr schenken, mit diesem Arm vernichte ich ihr ganzes Heer!

Bradamante: Gelenkt von diesem Herz, entkam ich ihren Ränken, geführt von dieser Hand durchbohrt sie bald mein Schwert.

Melissa: Ich warne Euch! Menschliche Kraft allein wird nicht genügen, um ihren starken Zauber zu besiegen.

Ruggiero, du nimm deinen Schild, den der Gorgonen, der jeden Feind geblendet stürzt in Nacht!

Und Bradamantes Treue sollst du mit dem Ring belohnen, zu ihr gehört er und an ihrer Hand hat er die größte Macht.

(Ruggiero steckt Bradamante den Ring an d inger, doch man sieht, dass es ihm schwer fällt, sich von dem Zauberring zu trennen.)

Ich werde meinerseits das Flügelpferd nicht länger schonen, es ist nun an der Zeit, dass man des Rosses heiße Glut entfacht!

Komm Bradamante, hilf mir es zu zäumen, jetzt gilt es, keinen Augenblick zu säumen.

5. Szene

Melissa, Bradamante, Oberto, Ruggiero.

(Melissa, Bradamante und Oberto rüsten Ruggiero zum Kampf, dann holen sie das Flügelpferd und machen es ebenfalls bereit.)

Nr. 24 Arie

Ruggiero.

Oboe

Fagott

Cembalo (oder Klavier)

Cembalo (oder Klavier)

Melissa, Bradamante.

(Alcina und der Tempel der Circe sind der Zerstörung preisgegeben. Oronte stürzt außer Atem herein.)

Oronte: Ruggiero wütet wie ein Feuersturm und hinterlässt nichts als verbrannte Erde.

Alcina: Das lügst du, Feigling! warum bist du nicht bei deinem Heer?

Oronte: Das stürmte mir davon wie eine aufgescheuchte Hammelherde

Alcina: Und meine Bestien kämpfen auch nicht mehr?

Oronte: Die fliehen vor dem fluggewandten Pferde! Die wilde Reiterin des Rosses tobt unter ihnen wie ein Bär! Bald kämpft sie mit der weißen Jungfrau eng verbunden, bald ist die Zwitterfrau dem Aug’ entschwunden; ihr Zauberring kann ihr mit diesem Wunder dienen, er macht sie, immer wenn Gefahr droht, unsichtbar.

Alcina: Schweig mir von ihr! Nur nochwie ist mein Ritter dir im Kampf erschienen?

Oronte: Er hielt sich mutig inmitten schrecklicher Gefahr. Er drohte uns mit kämpferischen Mienen; dazu führt er den Schild des Atlas hell und klar, sobald sein Glanz dem Feind ins Auge fällt, sinkt der bewusstlos nieder und weiß nichts weiter von der Welt. Fliehe Alcina, bevor du untergehst, zu vielen hast du schon durch Zauberhand geschadet. Fliehe, dass keiner sieht, wie du zu Staub verwest, der Quell der ew ’gen Jugend hilft nicht mehr, in dem du stets gebadet. Es kommt die bittre Zeit, da dir der Wind entgegen bläst, da du mit deiner falschen Schwester unter allen Menschen ganz allein dastehst. Nun rette dich mit deinen Zauberkünsten, Oronte, Herrin, steht dir jetzt nicht mehr zu Diensten!

Szene
Alcina, Oronte.

8. Szene

Morgana, Oronte.

(Oronte trifft vor den Tempel auf Morgana.)

Morgana: Beschütze mich, Oronte, vor den kriegerischen Fremden!

Oronte: Ich wünschte mir, du würdest endlich mal verstehn, auch alte Liebe kann betrüblich enden. Ganz plötzlich will man sich nie wiedersehn.

Morgana: (klammert sich an ihn)

Oronte!

Oronte: Wenn du mich nicht in Ruh’ lässt, wird sie sich noch in Abscheu wenden, du weißt es doch, wie raue Winde selbst jahrelange Glut verwehn.

Morgana: Verzeih mir Schatz, ich wollte dich nicht kränken!

Oronte: Und doch hast du nicht einen Augenblick gesäumt, dein Herz aufs Neue zu verschenken.

Nr. 26 Arie

Morgana.

Larghetto

Fagott

Kontrabass

MORGANA

Larghetto

Cembalo (oder Klavier)

9. Szene

Melissa, Alcina, Oronte, Ruggiero.

ORONTE ( er Kampf der Zauberinnen Melissa und Alcina wird immer heftiger Oronte wird im Zweikampf mit Ruggiero schwer verletzt, nachdem das Schild der Gorgonen ihn geblendet hat An der Schwelle des Tode denkt er an Morgana.)

Rezitativ

Oronte.

ORONTE Cembalo (oder Klavier)

liegt vor der Statue der Circe am Boden.)

könnt ichmich

VIERTER AKT

1. Szene

Melissa, Oberto, Alcina.

(Oberto versorgt eine harzende Wunde der M rte, die dem Baum in der Hitze des Gefechts zugefügt wurde. Abseits davon pflegt Morgana den schwer verwundeten Oronte. Melissa kommt erschöpft vom Kampf.)

Melissa: (streicht Oberto tröstend über den Kopf)

Bald ist es Bradamantes Ring, der auf der Insel die Geschicke lenkt, durch ihn wird dir dein Vater neu geschenkt.

(Oberto bricht in ein Freudengeschrei aus,

Melissa hält ihm den Mund zu.)

Bis dahin halte dich ganz still und leise, denn wenn uns unsere Feindin noch dazwischen kommt, so ist das eine große

Oberto: (leise, doch voller Inbrunst)

... Scheiße!

Melissa: ... Katastrophe.

Vor allen Dingen ist es Klugheit, die uns nunmehr frommt.

Oberto: Na logo, Tante, dass ich jetzt auf harmlos reise, ich werd so artig sein, dass dir das Kotzen kommt.

Melissa: (lächelt und streckt Oberto die Hand hin)

Mein junger Freund, ich merke schon, auf dich kann ich vertrauen.

Oberto: (ergreift ihr Hand)

Wie auf dein eignes Wort, das mir den Pa verhieß!

Melissa: Versprochen ist’s!

Oberto: (schlägt durch)

Und durchgehauen!

(Melissa hört ein Geräusch; sie lauscht eine Weile beunruhigt und verschwindet dann.)

Oberto: Oh lieber Vater, bald! Bald habe ich dich wieder!

(dichter Nebel umhüllt den Baum - Alcina erscheint so plötzlich, dass Oberto erschrickt, doch er bemüht sich, harmlos zu wirken.)

Alcina: Verrate mir, mein Kind, von wo dir diese Kunde kam.

Oberto: Wie einen jungen Falken juckt’s mir im Gefieder, schon bin ich auf dem Anflug, zaff! in Papas Arm.

Alcina: Doch woher weißt du’s? Sag mir’s treu und bieder.

Oberto: Du selbst hast es mir ja versprochen!

(er schließt die Augen, streckt die Hände tastend nach vorn und geht auf die Myrte zu.)

Ist er schon nah? Sag heiß - sag kalt und warm!

Alcina: Hör auf mit solchen dummen Kindereien!

(für sich)

Ich werde deinen Vater nie befreien!

(Alcina drückt Oberto eine Axt in die Hand.)

Vielmehr sollst du jetzt Männerwerk verrichten, (der Nebel gibt den Stamm des Baumes frei.) los, fälle mir mit einem Streich den Baum!

Dann wollen wir sein Holz zum Scheiterhaufen schichten, denn so verhieß es mir mein Traum:

Wenn wir ein fettes Opfer deinem Gott ausrichten, vergeht dir eine Stunde kaum, und du kannst deinen Vater froh umschlingen. Nun schlage zu. Und fest! vor allen Dingen.

Oberto: Du Hexe! Nein! Das ist mein Vater - lass mich aus deinen Klauen!

Alcina: Gib mir die Axt, dass ich mein Werk vollenden kann!

Oberto: Niemals! Eher werde ich Dir den Kopf abhauen, eh du verletzt den lieben Stamm!

(Die Nebelwolke hüllt jetzt Alcina ein. Der Baum steht klar vor aller Augen.)

Violine 1 Violine 2 Viola Kontrabass OBERTO Cembalo (oder Klavier)

CopyrightbyRicordiBerlin/Onlyforperusal

2. Szene

(Bradamante, Ruggiero und Melissa kommen, gezeichnet vom Kampf Oberto flüchtet schluchzend in Melissas Arme. Alcina ist es gelungen, ihre Zauberkugel noch einmal zu beschwören.)

Bradamante, Ruggiero, Melissa, Oberto, Alcina.

Alcina: (befreit sich aus der Nebelwolke)

Ihr armen Fremden flieht, denn ihr sollt leben.

Ich seh ein schwarzes Unheil, das bringt Tod!

Bradamante: Du wirst uns wahrlich guten Ratschlag geben, du bist doch selbst das schwarze Unheil, das uns droht.

Alcina: (zu Bradamante)

Um den Geliebten wirst du zittern, wirst du beben, als Witwe wirst du bald dein Leben fristen und in bittrer Not.

Oberto: (beschützt durch Melissa und aus sicherer Entfernung)

Du darfst der Hexe das Gesülz nicht glauben!

Alcina: Dir wird das Schicksal deinen Vater rauben!

Oberto: Du! Du allein wirst das vollbringen, du bist die Zauberin, die alle Welt betrügt.

Alcina: (zu Ruggiero)

Hörst du das Mitleid nicht aus meinen Worten klingen?

Nur noch dein Wohl ist’s, was mir jetzt am Herzen liegt.

Bradamante: Ruggiero, kann sie deinen Glauben noch erzwingen?

Seh ich dich schwanken?!

Oberto: Hör nicht auf sie, sie lügt! Sie lügt!

Bradamante: Mein Lieber, hör nicht auf ihr Schmeicheln, verschließ die Ohren, wenn du ihr jetzt verfällst, sind wir verloren!

Nr. 30 Terzett

Glau

3. Szene

Ruggiero, Oronte, Melissa, Alcina, Morgana, Oberto.

(Alcina packt Morgana am Arm und will mit ihr di lucht ergreifen. er geschwächte Oronte stellt sich ihr in den Weg, um Morgana zu schützen. Er zieht sein Schwert und trifft Ruggieros Schild Oronte fällt die Waffe aus der Hand, er sinkt halb ohnmächtig zu Boden. Ruggiero hebt das Schwert auf und gibt es Oronte zurück Alcina, die Orontes Arm führte, um Unheil zu stiften, schmiedet neue Pläne.)

Ruggiero: Nicht einen Tropfen deines Blutes will ich vergießen, du liebst und tust nur deine Pflicht als ritterlicher Mann.

Oronte: Wie du mich achtest, sollst du auch meine Gunst genießen, sag mir Freund, wie ich Dir helfen kann.

Ruggiero: Die Helden, die hierher gelockt, die Insel lebend nie verließen, die muss ich finden, denn ich will sie lösen von dem Bann.

Oronte: Alcina barg sie alle auf der Insel, als Strauch, als Tier, als Stein, doch wie man sie erlösen kann, weiß sie allein.

Melissa: (weist auf die Statue)

Du musst dieses magische Licht zerstören, es ist die Quelle ihrer Macht.

(Ruggiero holt zum Schlag mit dem Schwert aus, da erscheint Alcina und tritt ihm in den Weg.)

Alcina: Ruggiero nicht! Du wirst die hohe Zauberin empören, die über diese Insel wacht!

Ein letztes Mal sollst du noch auf sie hören, sonst stürzt dich Circe tief in dunkle Nacht.

Gib mir dein Schwert, ich will die Helden selbst erlösen!

(Ruggiero, Bradamante und Melissa ziehen gleichzeitig ihre Schwerter Alcina läuft auf sie zu. Man sieht nicht ob sie sich in die Schwerter stürzt oder ob sie eines von ihnen ergreifen will - tödlich getroffen bricht sie zusammen. Im nächsten Moment zerschlägt Bradamante die Statue der Circe. Unter furchtbarem Donnergrollen blitzt das magische Licht auf und erlischt. Alle fallen wie tot zu Boden. Giftige Dämpfe wabern über Land und Meer. Doch dann bricht Licht durch das Dunkel und die Insel erwacht zu neuem Leben. Die Myrte verwandelt sich in Astolfo, Oberto fliegt seinem Vater an die Brust Oronte schließt Morgana schützend in seine Arme und ruft sie durch seine Liebe ins Leben zurück.)

Nr. 31 Chor

hen,

Schre

Violine 2

Viola

Kontrabass Cembalo (oder Klavier)

Oboe
Fagott
Violine 1
Violine

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