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Sy. 4758 - Rolf Riehm - Die Tode des Orpheus

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Rolf Riehm

Die Tode des Orpheus

Konzertszene für Countertenor und Orchester

2016

Partitur

Sy. 4758/01

ISMN 979-0-2042-4758-5

4 Flöten, 3./4. auch 1./2.Piccolo

2 Oboen

2 Englisch Hörner

3 Klarinetten in B

1 Bassklarinette in B

2 Fagotte

2 Kontrafagotte

4 Hörner in F

4 Trompeten in B

3 Posaunen

1 Kontrabasposaune

4 Schlagzeuge (siehe Schlagzeugliste) Countertenor

I.Violinen

Die Partitur ist in C notiert, Piccoloßšten klingen eine Oktave hšher, Kontrafagotte und KontrabŠsse klingen eine Oktave tiefer als notiert.

Dauer ca. 30'

Schlagzeug mit Taktzahl des ersten Einsatzes:

8 Marimbafon

Plastikwanne, 6 Stufen von dunkel nach hell

Blechgießkanne, " " " " 13 Papierbogen 16 Holzkiste

18 Große Trommel

39 Triangel, hoch

4 Woodblocks

42 Große Conga

4 kleine Trommeln

43 6 Rahmentrommeln

44 6 Schellentrommeln

45 3 kleine hŠngende Becken

108 Tom-tom, tief

4 Bongos

112 Becken, hŠngend

128 Tam-tam, hell, mittel, dunkel

129 Becken, Gegenschlag

131 Pauken

236 Flexaton

326 Peitsche, hoch

ErlŠuterungen zur Notation:

X = freier Abschnitt ohne bestimmtes Taktmaß

e.t. = eigenes Tempo, unabhŠngig von den Ÿbrigen

recte = Orpheus berichtet in dritter Person kursiv = Orpheus berichtet in Ich-Form

I. Die Musen weinen um Orpheus (S.1)

Unterkapitel:

ANAKRUSIS

ANRUFUNG

ERUPTIONEN unter der Wasseroberߊche des Acheron

DAS MORDEN HAT KEIN ENDE - instrumentales Statement KEIN SICHERES HERKUNFTSLAND - Threnodie zur Kithara

Orpheus singt, es singt Orpheus, den die Bakchantinnen zerrissen haben, dessen Haupt die Mainaden abgeschlagen, auf die Lyra genagelt und in den Fluß Hebros geworfen haben.

Orpheus, der Sohn des Oiagros und der Muse Kalliope. Seine Lyra war aus dem Holz "Schmerz" gebaut, die Saiten darauf waren aus dem Faden "TrŠnen" gedreht. Threnodie zur Kithara

Orpheus, Oiagros, Kalliope, Elys, Elys

Orpheus singt davon wie die Musen weinend seine Glieder sammelten und wie sie seine Glieder begruben in Leibethra – mund sie begruben die Glieder in Leibethra am Fuße des Berges Olympos. Weinend sammelten die Musen meine Glieder und begruben sie, die Musen weinten, sie begruben sie in Leibethra, die weinenden Musen begruben meine Glieder in Leibethra am Fuß des Berges Olympos.

Die Mainaden hatten meinen Leib in Stücke gerissen, weil sie von Dionysos auf mich gehetzt worden waren.

Ich hatte mir den Zorn des Dionysos zugezogen, weil ich als Priester des Echnaton den Kult des Sonnengottes in Thrakien eingeführt hatte.

Ich hatte den Sonnenkult eingeführt.

II. Die Bakchantinnen des Dionysos zerrissen Orpheus – Sonnenbild (S.17)

Eine andere ErzŠhlung stellt dies so dar, da§ Orpheus in seiner einseitigen Verehrung der Sonne wohl zu weit gegangen war Ð a-- a--Ich war zu weit gegangen.

Als ich bei Nacht ins Pangaiongebirge, als ich bei, bei Nacht ins Pangaiongebirge aufstieg, um in der aufgehenden Sonne Apollon zu verehren, geriet ich in die geheime Feier der thrakischen Bakchantinnen zu Ehren des Dionysos. Sie erkannten mich und in ihrer rasenden Eifersucht zerrissen sie mich. Sie erkannten ihn und in ihrer rasenden Eifersucht zerrissen sie den Sohn der Muse.

III. Die Mainaden töteten mich und ihre Männer (S.28)

Dieser Vorfall wird auch ganz anders berichtet. Es waren die Mainaden, die darauf warteten, bis ihre Männer die Waffen abgelegt und Apollons Tempel betreten hatten, wo ich als Priester diente. Dann ergriffen sie die-- sie ergriffen die Waffen und brachen in den Tempel ein, töteten ihre Männer und zerrissen mich Glied um Glied.

Mein Haupt warfen sie in den Fluß Hebros, aber es schwamm, immer noch singend, zum Meere.

IV. Die Zerstörung Palmyras (S.36)

In ihrem Furor zerschlugen sie die Statuen des Tempels, sie zerschlugen die Statuen des Tempels, um die Erinnerung an Orpheus auszulšschen. Darauf zogen sie in die StŠdte Aleppo, Hatra, Kobane, Nimrud, Palmyra... und rissen die HŠuser ein. Noch im NiederstŸrzen hallten die Mauern wider von den Liedern des Orpheus.

V. Orpheus' Kopf war an die Lyra genagelt und schwamm singend ins Meer (S.43)

Die Mörderinnen haben seinen Kopf abgeschnitten und an die Lyra genagelt und so in den thrakischen Fluß Hebros geworfen. Dort schwamm der Kopf singend weiter. Und die Lyra tönte weiter. Mein Kopf war an die Lyra genagelt und schwamm singend ins Meer. Der Strom trug das singende Haupt in das Meer und die Strömung des Meeres trug es nach Lesbos, nach Lesbos, der Insel, die nachher die reichste an Liedern wurde und an sŸ§em Klang der Lyra, an Klang der Lyra.

VI. Threnodie zur Kithara (S.48)

Auf meinem Grab war in der Mittagsstunde ein Hirt eingeschlafen und im Traume sang er, süß und mächtig, - der Hirte sang die Gesänge des Orpheus, als wäre es meine unsterbliche Stimme gewesen, die aus dem Totenreich tönte.

Um euretwillen mögen weinen die hohen Gipfel von Berg und Gebirge, es mögen die Fluren klagen, so als seien sie eure Mütter!

Aber die Luft zwitschert der Ebene zu, und das Gras ߟstert den Toten zu. Der Weizen streckt sich, um das Erschauern des Gebirges zu sehen.

Die Diebe stahlen meiner Schwester Wange und meines Bruders HŠnde. Sie legten Feuer im Hause meines Vaters. Sie tšteten meine KŸhe und fŸhrten meinen Esel zur Blutlache.

Sie fesselten die kleinen Schwestern mit Ackerstricken und zertrŸmmerten den SchŠdel des Bruders am Brunnenrand. Auf der Stra§e liegt der erschossene Gro§vater.

Die Panzer rasseln und ziehen vorbei. Die breiten Ketten hinterlassen ihre AbdrŸcke im Asphalt der Dšrfer. Die Mütter hasten mit den Jungen von einer Wand zur anderen, und sie verstecken die Jungfrauen in den TrŸmmern der VorhŠnge. Die LehmwŠnde stŸrzen ein und die SommerŠhren bersten.

Um euretwillen mögen weinen der Bär, die Hyäne, der Panther, der Gepard, der Rothirsch und der Schakal! Um euretwillen möge weinen der Euphrat, der reine, dessen Wasser wir immer wieder aus Schläuchen zum Opfer ausgossen!

Rolf Riehm, unter Bezug auf antike Quellen, auf Berichte über den Krieg in Syrien und das Wüten des IS in der Region und auf das Gilgamesch-Epos (Gilgamesch beweint den Tod seines "Bruders" Enkidu)

Die Tode des Orpheus

für Countertenor und Orchester (2016)

für

Lawrence Zazzo

I. Die Musen weinen um Orpheus

Rolf Riehm

1) Anmerkung für den Dirigenten

Oiagros

1) Anmerkung für den Dirigenten: T.18: ich habe zwar für die Große Trommel eine Skala der "Farben" von dunkel nach hell vorgesehen. Die Möglichkeiten sind aber beschränkt. Darum nimmt die Marimba die Partie der Großen Trommel auf und öffnet sozusagen den Klangfarbenraum über ihre ganze Skala in eine weite Perspektive. Das dominante Instrument der Stelle bleibt aber die Große Trommel.

Pangaiongebirge

inderauf

Anmerkung für den Dirigenten

Anmerkung für den Dirigenten:

bei allen:

1) Anmerkung für den Dirigenten

T.204 ff., Klarinette 1/2: Klarinette 1 und 2 führen im Folgenden eine Art intonationsmäßige Schlierenbewegung vom kleinen g aus nach oben bzw. unten aus, etwa zu einem Drittel- oder Vierteltonabstand vom g aus und jeweils wieder auf g zurück. Die Bewegungen werden immer mit einem kleinen crescendo und decrescendo ausgeführt. Bassklarinette hält die Intonation konstant durch. w

1) Anmerkung für den Dirigenten

1) Anmerkung für den Dirigenten: T.204: Klar.1/2/Bassklar.: Das Ergebnis soll eine deutlich wahrnehmbare, ungleichförmig verlaufende "Verunreinigung" des kleinen g, das ohne Intonationsschwankungen von der Bassklar. gehalten wird, sein.

an beliebeiger Stelle kurz unterbrechen, um den Dämpfer weg zu nehmen

an beliebeiger Stelle kurz unterbrechen, um den Dämpfer weg zu nehmen

an beliebeiger Stelle kurz unterbrechen, um den Dämpfer weg zu nehmen

an beliebeiger Stelle kurz unterbrechen, um den Dämpfer weg zu nehmen

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π

45 III. Die Mainaden töteten mich und ihre Männer

Vor fallwirdauchganzandersberichtet.

T.237, Gesang: Fängt Flexaton ab, rasch beginnen, aufgeräumt, auch im folgenden immer freier Sprechduktus. Bei starkem allargando in elegischen Tonfall übergehen.

Tempo-Orientierung: q =

T.417, E.Hr.:

Das Spiel von Hauptstrang (in den dicken Noten) und Nebensträngen (die kleinen Noten, wie das "zur Seite Sprechen" auf der Bühne) müßte sehr deutlich sein. Die ganze Partie molto rubato und mit starker Agogik. Die ff und fff bei den hohen Tönen sind als "Aktionsdynamik" gedacht. Die betreffenden Stellen sollten vor allem einen gewissermaßen theatralischen Eindruck von "größter Bemühung" hervorbringen, auch auf Kosten der Intonation und Klangqualität.

DiebreitenKettenhinterlassenihre

AbdrückeimAsphaltderDörfer.

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