Die Werkteile Halle, Keller, Luke und Flur sind Kompositionsaufträge der Ruhrtriennale, für das Projekt „HAUS“, 2022.
Die Werke Kammer und Tür sind für den Abend „Roses for my funeral“ entstanden (Forum neuer Musik, Deutschlandfunk, April 2020) im Auftrag vom Decoder Ensemble – finanziert durch die Ernst von Siemens Musiks tiftung.
für Flöte und Elektronik (mit live-Video ad libitum)
[extension a zu „ZIMMER I-III“ (2013)]
Sarah Nemtsov
(2014)
für Kristjana Helgadóttir
newlys of silence (both an only moon the with star one moving are twilight they beyond near)
girlest she slender is cradling in joy her flower than now
(softly wisdoms enter guess) childmoon smile to your breathing doll
UA: 7.8.2014, Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik
(E. E. Cummings, Complete Poems, S. 518)
Flöte und Elektronik-Musiker:in sind beide auf der Bühne.
Raum sollte sehr dunkel sein, Flöte nur in einem schwachen Spot, Elektronik-Musiker:in hat noch weniger Licht.
Elektronik-Musiker:in sitzt an Tisch mit Korg ElecTribe (eher rechts auf der Bühne, je nachdem ggf. auch noch laptop/mini-Mischpult/mp3-player für Zuspiel dabei) und ist Flöte zugewandt (also seitlich gegenüber dem Publikum).
Flöte steht in der Mitte oder etwas links der Bühne, quasi frontal zum Publikum oder auch etwas seitlich in Richtung Elektronik. Wichtig: Flöte spielt aber ganz autark, in sich versunken – ohne Kontakt mit dem Publikum oder dem/der anderen Musiker/in aufzunehmen, kein Blickkontakt.
FLÖTE
- ist verstärkt mit 1 oder 2 Mikrophonen – dabei gerne headset Mikrophon. Verstärkung stereo oder mono (dann Box bei Flöte direkt);
- trägt (ohrumschließende) Kopfhörer;
- Kopfhörer sind an ein smartphone (oder mp3 player mit loudspeaker Option) angeschlossen, smartphone möglichst in Hosentasche o. ä. haben, sodass Bewegungen beim Spielen davon nicht eingeschränkt werden;
- smartphone im Flugmodus (damit keine Anrufe eingehen können);
- hört über Kopfhörer den soundfile „amplified-headphones (inside)“;
- der soundfile wird zu Beginn gestartet, hat einige Sekunden (20-30″) quasi Stille (Rauschen) am Anfang, Flöte beginnt mit Einsatz der Cembalo-Klänge im Kopfhörer zu spielen, spielt zu den Klängen im Kopfhörer, ohne sich selbst zu hören;
- der soundfile „amplified-headphones-inside“ ist eine Collage aus Ausschnitten mit Werken von Bach – gespielt auf Cembalo. Die Schichtung enthält gewissermaßen im Kern auch die Grund-Idee des gesamten Zyklus, der Schichtung: „Zimmer I-III“, „extensions a-c“, wie auch im eigenen Stück „amplified imagination/ extension a“ (die Schichten Flöte, Elektronik, Zuspiel) – wie ein Fraktal oder Kristall in einer Selbstähnlichkeit entsteht;
- Flöte spielt zu den Cembaloklängen – das ist als Herausforderung gedacht: die komplexen Klänge innen, außen imaginiert Klänge größter Zerbrechlichkeit schaffen, oft pppp, innig und zugleich an der Grenze...
- Einatmen immer durch das Instrument (bis auf Schnappatmung, zwischendurch oder bei Zäsur etwa – dann normal);
- die Flötenklänge werden dann für den Raum extrem verstärkt (sollen für das Publikum sehr nah klingen);
- möglichst auswendig spielen: so ist der/die Flötist/in frei (um etwa auch mal die Augen im Spiel zu schließen o. ä.), zugleich ist auch der Blick auf den Musiker frei (ohne Notenständer);
- spielt bis zum ersten Metallstück-Klang („amplified-headphones“ ca. 7:40, sffz);
- stoppt, holt smartphone hervor, zieht den Stecker aus dem smartphone (alles so schnell, wie möglich), sodass der soundfile hörbar wird (ab hier nur Rauschen-Collage), smartphone gegen das Mikro halten – das Stück endet mit dem Ende des smartphone soundfiles. Black. Ossia: Kopfhörer von Ohren nehmen und nahe Mikro halten, sodass die Klänge hörbar und verstärkt werden.
Fermaten:
Zäsur sehr kurz kurz lang sehr lang
Viertelton höher, 3/4-Ton höher
Viertelton tiefer, 3/4-Ton tiefer
minimal höher/tiefer
vib. vibrato
s.v. senza vibrato
molto vibrato
Schwanken (ggf. nur Ansatz)
gliss. glissando
Multiphonic (möglichst komplexer Klang, ad libitum)
Stimme ( ² )
Atem (aus)
Flöte + Stimme
ELEKTRONIK (Musiker:in)
KORG ElecTribe SX (groovebox) – STEREO
Vorbereitung: soundfiles a-z (siehe unten) auf vier Patterns (A.01-04) laden, ggf. bearbeiten (Stereo, etwas Hall etc.) und speichern und 4 Loops (siehe Partitur) eingeben, einspeichern.
Musiker:in spielt Patterns, Samples und Loops nach Partitur. Wendet dabei Effekte an (pitch-glide, cut off, start point, modulation, pan-r/l-Klang über Boxen wandern lassen, Arpeggiator etc.) und Filter (cut off und resonance, auch gegensteuern). Einsatz der eingespeicherten Loops ist angegeben. Das direkte Anspielen der einzelnen Samples und die Effekte/Filter etc. sind angegeben – insgesamt sind die Vorgaben hier aber sehr frei, Improvisation und andere Optionen sind erwünscht und sollen auch an die klangliche Situation vor Ort angepasst werden (wie auch auf Flöte reagierend). Der Live-Elektronik-Part ist also mit Komponistin zu erarbeiten.
Zuspiel - STEREO
- audiofile „amplified-imagination-audio“ setzt nach ca. 3 (oder 3:30) Minuten Flöte (+ Korg-ElecTribe) ein.
- Der Soundfile dauert ca. 4:42 und endet somit vor Ende des Stücks.
- Es sollte tendenziell sehr laut klingen – stereo – ggf. von Boxen hinter dem Publikum, mindestens so laut wie verstärkte Flöte und Korg. Das „Außen“ bricht ein.
live-Video (ad libitum – und nur, wenn Flöte auswendig spielt)
- live-Video startet mit Einsatz des Zuspiels (soundfile: „amplified-imagination-audio“) und endet mit dem „stopp“ der Flöte (wenn sie aufhört zu spielen).
- live-Video ist eine webcam, die übergroß das Gesicht der Flötistin/des Flötisten auf Bühnenrückwand projiziert. Wenn möglich: quasi nur Augen (und Stirn).
- kann auch weggelassen werden.
Zuspiel und live-Video können auch von externem Sound Technician gestartet werden, also vom Mischpult aus – hinten im Konzertsaal.
Soundfiles (Mono) für KORG ElecTribe:
Im Gerät ggf. etwas Stereo-Panorama einstellen (abwechselnd etwas mehr links oder rechts – je nach Lautsprecher-Situation vor Ort)
für Flöte und Elektronik (mit live-Video ad libitum) (2014)
Flöte hat Kopfhörer auf − an smartphone angeschlossen − stellt soundfile „amplified-headphones-inside“ an − beginnt beim Einsatz der Klänge
OHNE SICH SELBST ZU HÖREN. Klänge (Flöte) äußerster Zerbrechlichkeit − und innig im Ausdruck. Möglichst auswendig spielen. Autark.Ganz für sich.
Flöte
Elektronik beginnt: 1 - 2 - 3 - 6a (+ Filter) eher flächig werden
(Loop-ähnlich Samples immer wieder anspielen − dabei beweglich − variieren − wie in Trance...)
A.01
(Pattern)
( + d - e - f2) bewegter, unregelmäßig + 7a - 7b gliss. ( ) ( ) sub. s.v. 2 quasi einatmen IMMER durchs instrument (aber natürlich, nicht „extra“ geräuschvoll) ( + g1 - g2)
+ 4 - 5 - 6b
viel Luftgeräusch
Korg 1 soundfile an, smartphone ggf. in Hosentasche s.v. ma dolce Fl. − Verstärkung heftig, sodass Klang für Publikum dennoch ganz nah ist (laut) so lang der Atem reicht, ca. 30'' frei Samples anspielen (a - b - c - f1)
norm. (im Kopfhörer) zu spielen
s.v. poco vib. für Leah [extension a zu „ZIMMER I-III“ (2013)] Frei
wdh. − Dauern dabei immer variieren − kein cresc. über Wdh.(ca. 30'')
dazu einzelne Samples anspielen + Effekte (pitch, pan etc.)
2 3 (Samples weiter − dicht
wie zu
gegensteuern)
− schattenhaft − s.v. nur ab und zu poco vib. − kein cresc. über Phrase
56a 1
Doppelzunge (norm.) mit Ansatz „Schwanken“(ca. 20'') gliss.
(+ Effekte / Filter)
Samples 1-7b über pitch jeweils ganz tief drehen (gliss.), alles „fährt in den Keller“ + tiefes Wummern gliss. wirr rauf u. runter
7 Flöte + Stimme (Stimme darf + soll natürlicherweise etwas schwanken − Schwanken aber nicht wie im Takt zuvor forcieren) + dazu Samples
(zum Loop)
A.02 sub. A.01
+ immer wieder 4 anspielen (Effekte, Arpeggiator)
wiederholen − so lange bis zum 1. fallenden Metallstück (in „amplified-headphones“) − damit:
mit den Wiederholungen subtil cresc. und accel., dichter werden bis quasi intensivo
1 - 7b (viel 7a) dicht
mit Ende Zuspiel LOOP
denkbar wäre: einfach fallen lassen auf Boden − nicht zu Flöte (auf schwarzes Kissen sehen im Bühnenlicht)
Ende Loop 6a - 6b - 7a - 7b wirres Anspielen von (viel 4 und 7a) LOOP
* ossia: Kopfhörer absetzen und nahe Mikrophon halten.
frei, wirr improvisierend, schnell wechselnd
zum Mikro weg zum Mikrowegzum. Mikro so halten bis ENDE (soundfile) (vom Mikro) anspielen von 1-7b, Effekte, Arpeggiator usw.
PARTS
Samples drehen wild durch alle (Part edit) stoppt vorher
zieht Stecker aus phone, sodass soundfile (Rauschen) hörbar wird (smartphone im loudspeaker modus) − gegen das Mikrophon halten: smartphone hervorholen − * Sy. 5965/01
(Loop stoppt)
LUNGA
A.02: 2 TAKTE
A.03: 1 TAKT A.04: 5 TAKTE A.01: 1 TAKT
Sarah Nemtsov
IMPLICATED AMPLIFICATION (2014)
für Bassklarinette mit Elektronik
[extension c zu „ZIMMER I-III“ (2013)]
für Ingólfur Vilhjálmsson
UA: 26.6.2014,
think twice before you think (E. E. Cummings – nonlectures)
Mannheim, Turley Baracks
Bassklarinette sitzt.
Bassklarinette ist verstärkt.
Außerdem bedient Bassklarinette über Fußpedale folgende Effektgeräte:
Loopstation (z. B. RC 2 Loop Station von Boss)
Octaver (z. B. Super Octave OC 3 von Boss)
Distorsion (z. B. Boss DS 1)
kaputtes bzw. nicht angeschlossenes Pedal (nur Geräusch, s. u.)
Anordnung der Pedale: linker Fuß – Loopstation und Octaver; rechter Fuß – Distorsion und zusätzlich ein nicht-angeschlossenes bzw. kaputtes Pedal (möglich ist aber auch, auf den Boden zu treten bzw. eine Holzplatte o. ä. zu nehmen).
Auch die Pedale (das Geräusch beim Drauftreten) soll verstärkt sein (extra).
Es werden also 2 Mikrophone gebraucht (+ Mischpult).
Bassklarinette bedient ggf. auch das Mischpult selbst.
Der Klang soll sehr laut sein (E-Gitarren-ähnlich.)
Wünschenswert ist ein sehr dunkler Konzertraum mit nur einem (eher schummrigen) Spot auf Musiker:in.
Für den Klarinettenpart ist Permanentatmung hilfreich, wenn nicht notwendig. Um die nötige Intensität im Spiel und große Phrasen zu bekommen, soll Permanentatmung eingesetzt werden. Atmung ansonsten möglichst unauffällig und musikalisch integriert.
Fermaten:
Zäsur sehr kurz kurz lang sehr lang
Bassklarinette
schneller, langsamer werden
kurze Note, Vorschlag
schnell so schnell, wie möglich
Viertelton höher, tiefer / bzw. 3/4-Ton
Distorsion
Oktaver Fußpedal OFF Loop play (Loop abspielen) stoprecstop rec ON
minimal höher, tiefer
vib. vibrato gliss. glissando + slap
Klappengeräusche
Multiphonic (ad lib.)
Bassklarinette
Bassklarinette ist in B notiert.
»implicated amplification«
Sarah Nemtsov (2014)
für Bassklarinette (B) und Elektronik
[extension c zu
„ZIMMER I-III“ (2013)]
Spieler:in sitzt. Instrument ist verstärkt. Spieler:in bedient über Fußpedale drei Effektgeräte: Loopstation, Octaver, Distorsion. auf Boden. Fußpedale sollten geräuschvoll getreten werden − ggf. Verstärkung (Mikro) für die Pedale.
Neben den Pedalen ggf. Holzplatte
Zügig, vorwärts - aber nicht hektisch - schnell
gliss. non legato! etwas „seltsam“
Octaver ON
Klappengeräusche:
mehrere Finger gleichzeitig, ggf. + etwas Zungengeräusch
(sempreposs.)
Flz. 3 (ad lib.) wdh. 7-13x
etwas unregelmäßig
LOOP - aufnehmen abspielen (LOOP) (STOPP) a tempo (LOOP)
LOOP ist lauter (hier) als Live-Klarinette
(runder Klang, voll) Multiph. gliss.
Schnell ( = 100 - 120) (dist.)
ON (LOOP) (abspielen, kurz) (OFF)
(sempre „marcato“) (Octaver)
Flz.
M.
„quasi störend durchbrechend“ *
* Triller mit irgendeiner Klappe
Zahnton - instabil (und etwas Multiphonic-artig „brechen“ lassen)
One need not be a House –The Brain has Corridors – surpassing Material Place
Far safer, of a Midnight Meeting External ghost Than its interior Confronting That Cooler Host.
Far safer, through an Abbey gallop The Stones a’chase –Than Unarmed, one’s a’self encounter –In lonesome Place –
Ourself behind ourself, concealed –Should startle most –Assassin hid in our apartment Be Horror’s least.
The Body – borrows a Revolver –He bolts the Door –O’erlooking a superior spectre –Or More –
(Emily Dickinson)
Besetzung/Setting:
1: Toypiano (2 Oktaven c‘-c‘‘‘) und ein Minisynthesizer/Kinder-Keyboard (mit verschiedenen Klängen – z. B. Casio-S46 mit 32 Tasten, f-c‘‘‘)
Das Keyboard wird auf das Toypiano gelegt. Somit werden die Instrumente von Pianist:in quasi zweimanualig gespielt (in der Regel linke Hand Toypiano unten und rechte Hand Casio oben).
Beide werden verstärkt (mit 2 Mikros, evtl. Kontaktmikros und 1-2 Lautsprecherboxen) – außerdem wird nach Möglichkeit dass Toypiano zusätzlich mit ring modulator verfremdet – dazu kann ein analoges Effektgerät (ring thing z. B.) verwendet werden (ein subtiler, irisierender ringmod-Klang sollte gesucht werden, gerne können auch ein paar Mal die Presets im Stück wechseln). Denkbar ist aber auch ring modulation via Live-Elektronik. Es ist aber auch möglich, ohne den Verfremdungseffekt das Stück aufzuführen.
3: Korg Monotron – Miniklinke Ausgang – 1 Lautsprecher (das einfache Korg Monotron, das von Komponistin zu erhalten ist oder gebraucht, derzeit leider nicht mehr im Handel. Zur Not kann aber auch ein zweites Korg Monotron Delay verwendet werden oder ein Monotron Duo im glissando Modus. Theoretisch könnten beide Monotron-Effekte auch nachgebaut werden, aber mir gefällt hier auch der performative Aspekt, das kleine Gerät).
Aufstellung:
Musiker:innen sitzen möglichst auf Teppichen auf dem Boden oder auf kleinen Kinderstühlen – bescheiden – mit kleinem Spot, wenig Licht – im Kreis (Dreieck) bzw. Halbkreis – intime Atmosphäre.
Komposition:
„Kammer“ ist eine Neuinstrumentierung und Neukomposition von „Zimmer IV“ aus dem Jahr 2019. Beide Stücke bestehen unabhängig voneinander. „Zimmer IV“ ist jedoch nur im Kontext von „Zimmer I-III“ (2013) zu denken – in der Schichtung für 12 Musiker:innen.
„Kammer“ kann für sich stehen. Es ist zwar im musikalischen Material zum Teil auf „Zimmer IV“ bezogen, jedoch als Komposition eigenständig und ist speziell für den Abend „Roses for my funeral“ (Decoder Ensemble/DLF Forum neuer Musik 2020) entworfen und komponiert worden.
mini-synth./Keyboard (Kinder) 32 tasten – z. B. Casio (46)
We carry our homes within us which enables us to fly.
(John Cage)
Sarah Nemtsov
»LUKE«
für zwei Windmaschinen (2022)
Performer:in 1
Windmaschine (Orchesterinstrument: Holztrommel mit Kurbel, mit Stoff bespannt)
Wind whistle (klein, pfeifenähnlich, Metall – mit Mund zu spielen; „hängt“ im Mund wie Zigarette, wenn nicht gespielt...)
Malerfolie (auf dem Boden: Performer:in steht darin – mit dem Fuß zu spielen)
9 Der Anblick soll durchaus etwas Absurdes haben!
Performer:in 2
Theaterwindmaschine (elektrisches Gebläse – stark – mind. 2 Geschwindigkeiten, lieber mehr – mit Nebelmaschine kompatibel)
9 Live „gespielt“ (gerne unsichtbar – nur Maschine auf der Bühne) – auch programmiert wäre denkbar – mitunter wird durch Theaterwindmaschine auch Malerfolie in Bewegung versetzt.
Nebelmaschine ad lib.
Performer:innen 1+2 stehen einander auf Bühne wie in einem Zweikampf gegenüber.
KAMMERMUSIK.
Jeweils Spot für Performer:in.
Sy. 5965/01
Performer:in 1
Windmaschine, Wind whistle, Malerfolie
Folgende Module können frei kombiniert werden, wiederholt, ergänzt etc. – im Zusammenspiel mit der Theaterwindmaschine/Performer:in 2: agieren, reagieren, zuhören, stören, Kräfte messen, aufgeben, „singen“-„lachen“-„tanzen“ oder „wüten“ – FREI!
Dauer zwischen 5–12 Minuten.
Ein Modul kann dabei zwischen 4 und 40 Sekunden dauern – immer variieren, sich selbst überraschen.
Außerdem Pausen zwischen Module einbauen (ab und zu):
Zäsur < 1″–2″
sehr kurz 2″–4″
kurz 4″–7″ lang 7″–11″
sehr lang 11″–30″
Folie (Malerfolie − Fuß bzw. Füße − auf dem Boden)
Windmaschine (Holzkurbel mit Stoff)
Wind whistle (Mund)
(ggf. mit Fingernägeln oder Bürste
auf Stoff der Windmaschine) (etc.)
mit Bürste, Fingernägeln o. a. auf Stoff − wie Schreibgeräusche − ad lib. Wind whistle dazu (etc.)
Lachen (ad lib. mit Wind whistle + Stimme)
quasi(poss.) zwischen fast regelmäßig und ziemlich unregelmäßig changieren
− Geräusch (Windmaschine + Fußbewegung unisono)
+ Stimme (summen) (sanft)
(+ „Töne“ „anstoßen“) quasi − ruckartig, wild, wirr
Performer:in 2
an Theaterwindmaschine (starkes elektrisches Gebläse)
- nach Möglichkeit Windmaschine „unsichtbar“ steuern - Gebläse muss mindesten 2 Stärken haben (piano + forte), ggf. gerne mehr.
Module (frei) – jeweils piano und/oder forte
[IMPROVISATION – je nach Gerät]
Gebläse/Windmaschine regt mitunter Malerfolie von Performer:in 1 an. Windmaschine kann gerne auch wie eine Puppe bewegt werden. Ad lib. kann Nebelmaschine involviert werden. (usw.)
Schichtung für 8 Musiker (2013)
für das Ensemble Adapter – und Wolfgang und Rike
CopyrightbyG.Ricordi&Co./Forperusalonly
I do not know myself sometimes, or how to measure and name and count out the grains that make me what I am.
Virginia Woolf – „The Waves“
ZIMMER I-III (2013) Schichtung für 8 Musiker
Zimmer I, II, III können jeweils für sich gespielt werden oder zusammen – als Schichtung.
Dabei ist Zimmer I zentral, dazu kommen (simultan) Zimmer II und III, Zimmer I kann aber auch nur mit Zimmer II oder nur mit Zimmer III kombiniert werden.
AUFSTELLUNG
Mögliche Aufstellung für Zimmer I-III – je nach Raum gern auch Ausnutzung von Möglichkeiten jenseits der (frontalen) Bühne – um das Publikum herum etwa. Musiker:innen sollten aber immer sichtbar bleiben (ggf. Podeste).
Streichquartett
Duo Bassfl./Basskl.
Bassflöte
Harfe+Kaosspad (Streichquartett) (Publikum)
Bassklarinette
Harfe+Kaosspad (Bassflöte) (Bassklarinette)
(Publikum)
Streichquartett
Harfe+Kaosspad (Publikum)
EINSÄTZE, STRUKTUR
Zimmer I – Harfe solo spielt solistisch, gibt ggf. ab und zu Einsatzzeichen an das Duo oder an das Quartett.
Zimmer II und III – Duo und Quartett haben jeweils 7 Abschnitte, die – werden die Zimmer für sich allein aufgeführt – direkt aufeinanderfolgen.
In der Schichtung sind die Abschnitte in ihren Einsätzen an das Zimmer I (Harfe) gebunden, ansonsten jedoch nur lose koordiniert, im Ergebnis ist die Schichtung also jedes Mal etwas anders!
Für die Einsätze folgen Duo und Quartett der Harfe, spielen aber ansonsten autark – die Schichten stehen für sich, wenngleich sie auch aufeinanderbezogen sind.
Das musikalische Reagieren auf die jeweils anderen Schichten (dabei durchaus impulsiv – oder sich auch mal zurücknehmend – je nach dem...) erfolgt aus dieser „individuellen“ Sicht.
Ergänzung, Kommentar, Bereicherung – Echos und Resonanzräume entstehen, Entlegenes wird verknüpft. lmmer wieder gibt es darin aber auch aggressive Momente: eine Schicht kann etwa eine andere „auslöschen“, überschreiben oder zerschneiden. [Das gilt speziell auch für das Ende von Zimmer III, wenn das Streichquartett quasi zu sich kommt].
Die Positionierung auf der Bühne, die Kombination der drei Ensembles/Zimmer und im Musizieren die mitunter „autistische“ Gleichzeitigkeit trägt in sich etwas Theatrales, ja: Seltsames. Das Theatrale soll aber ansonsten nicht weiter forciert werden!
Simultaneität ist hier auch als Bild unserer Gegenwart und Gesellschaft zu verstehen, das Einzelne (und Einsame) im Gemeinsamen, das Komplexe, Paradoxe, gar Absurde und zum Teil Unverständliche, zugleich das hoch Sinnliche – und Schöne.
Der Epilog ist ad libitum und kann auch weggelassen werden. Spielt Harfe mit dem Kaosspad (Zimmer I) den Epilog, so setzt der Epilog direkt ein [nachdem das Streichquartett Zimmer III beendet hat. In diesem Fall soll in der Schichtung aber auch unbedingt das Streichquartett seinen Epilog dazu spielen. Harfe bleibt am Ende übrig (stimmend) – alle anderen verharren bis zum Schluss].
Schichtung Zimmer I-II
Duo Bassflöte und Bassklarinette – Einsätze:
I T.32 von Zimmer I
II T.37 von Zimmer I
III ca. T.65 von Zimmer I
IV ca. T.77 von Zimmer I
V T.94 (genau) von Zimmer I
VI T.122 von Zimmer I (Stopp T.124)
VII ab T.172 von Zimmer I – Ende offen – Tacet (verharren)
für (verstimmte) Harfe und Kaosspad
Sarah Nemtsov
für Gunnhildur und Matthias
Something now leaves me; something goes from me to meet that figure who is coming, and assures me that I know him before I see who it is. How curiously one is changed by the addition, even at a distance, of a friend. How useful an office one’s friends perform when they recall us. Yet how painful to be recalled, to be mitigated, to have one’s self adulterated, mixed up, become part of another. As he approaches I become not myself but Neville mixed with somebody — with whom? — with Bernard? Yes, it is Bernard, and it is to Bernard that I shall put the question, Who am I?
(Virginia Woolf – „The Waves“)
Harfe
Harfe solo – der Klang wird mit Kontaktmikrophon (pickup) abgenommen und geht direkt in das Kaosspad, wird durch das Kaosspad verstärkt.
Kaosspad auf Tisch, Musiker:in sitzt, Lautsprecher unter bzw. neben dem Tisch.
Der Klang (inklusive der Kaosspad-Effekte) sollte ausgewogen sein – nicht „Harfe plus“ – sondern es sollte beides zu einem Klang verschmelzen.
Kaosspad ist sozusagen die „Präparation“ der Harfe.
Kaosspad sitzt Harfe gegenüber, der Abstand nah, jedoch so, dass kein feedback entsteht, sie sollen aber als Duo wahrgenommen werden.
Gleichwohl ist es auch ein Solo für Harfe – Kaosspad folgt.
4 Saiten der Harfe werden im Vorhinein verstimmt: G, H, C, D1.
1 Saite wird vorher (oder während des Stücks) mit Haarklammer oder honeyspoon präpariert: A2.
Außerdem wird ein Stimmschlüssel benötigt, um während des Stücks Saiten zu verstimmen (siehe Partitur), insgesamt werden so 17 Saiten verstimmt.
Kaosspad – KP3 (Korg K AOSS PAD 3 – 1 Musiker:in, ggf. Schlagzeuger:in)
Kaosspad hat 8 Grundeinstellungen und wird von dort je nach Angabe weiterverstellt (siehe Partitur).
1 dlY.2
2 FL.12 (radio filter)
3 drM.6 (drumpad – auch drM.3, 4, 5)
4 Md.10 (distortion)
5 Grn.1 (grainshifter – auch Grn.2, 3, 4, 5)
6 Mod.7
7 LP.13
8 dL.15 – LF.22
Beim Wechseln zwischen den Filtern ad libitum hold-Taste verwenden.
Während des Stücks werden 4 Abschnitte (Harfe) gesampelt – für Loops. Je nach Angabe 8″ bzw. 4″ lang. Damit sie als Loops funktionieren, einen Ton abspielen lassen, dann stopp (siehe Partitur).
Sollte das Sampeln (speziell auch in der Schichtung mit Zimmer II und III) problematisch sein, können die 4 Samples auch vorher aufgenommen werden.
Außerdem wird ein vorproduziertes mp3 (Zuspiel im Kaosspad) benötigt:
Harfe Takte 177-Ende (ohne Epilog).
Das Zuspiel setzt dann auch in T. 177 ein, Harfe spielt dazu quasi synchron (die Asynchronität ist einkalkuliert und erwünscht). Zusätzlich die Effekte – nach Angabe.
Für die Bewegungen auf dem Kaosspad-touchpad ungefähr den graphischen Angaben in der Partitur folgen, diese nachempfinden – obere und untere „Register“, Bewegungsrichtungen, Bewegungsarten, Tempi usw. Bei allem ist aber Improvisation (hier = Interpretation) möglich.
Epilog ist ad libitum und kann auch weggelassen werden.
Fermaten:
Zäsur sehr kurz kurz lang sehr lang
schneller werden
langsamer werden
kurze Note
schnell
so schnell, wie möglich
vib. vibrato
gliss. glissando
p.d.l.t. près de la table
p.d.l.ch. près des chevilles
bisb. bisbigliando
Triller bzw. bisbigliando zwischen 2 Saiten
mit Fingernagel zupfen
norm. normale (Spiel-Position auf den Saiten gemeint)
ord. ordinario (Spieltechnik)
dämpfen (Töne immer klingen lassen, wenn kein Zeichen steht)
„Bartók“-pizz. (Saite anreißen und dann auf das Holz schnellen)
Korpus schlagen (perkussiv)
mit der flachen Hand
Cluster auf den Saiten (mit Hand – unbestimmte Töne, ungefährer Ambitus angegeben)
nachfedern/scheppern durch die Präparation
buzzing sound
Bei Flageoletts wird sowohl die Saite angegeben, auf der das Flageolett gespielt werden soll (untere – „normale“ Note), sowie der gewünschte, klingende Flageolett-Ton (Raute), dabei handelt es sich je nach Abstand zur Grundnote um ein Oktav-, Quint-, Doppeloktav- oder auch Terz-Flageolett.
schneller werden
langsamer werden
kurze Note
schnell
so schnell, wie möglich
vib. vibrato
gliss. glissando
p.d.l.t. près de la table
p.d.l.ch. près des chevilles
bisb. bisbigliando
Triller bzw. bisbigliando zwischen 2 Saiten mit Fingernagel zupfen
norm. normale (Spiel-Position auf den Saiten gemeint)
ord. ordinario (Spieltechnik)
dämpfen (Töne immer klingen lassen, wenn kein Zeichen steht)
„Bartók“-pizz. (Saite anreißen und dann auf das Holz schnellen)
Korpus schlagen (perkussiv)
mit der flachen Hand
Cluster auf den Saiten (mit Hand – unbestimmte Töne, ungefährer Ambitus angegeben)
nachfedern/scheppern durch die Präparation buzzing sound
Bei Flageoletts wird sowohl die Saite angegeben, auf der das Flageolett gespielt werden soll (untere – „normale“ Note), sowie der gewünschte, klingende Flageolett-Ton (Raute), dabei handelt es sich je nach Abstand zur Grundnote um ein Oktav-, Quint-, Doppeloktav- oder auch Terz-Flageolett.
Harfe *
Schnell
»Zimmer I« (2013) Sarah Nemtsov
für Harfe solo und Kaosspad
Do Re Mi Fa Sol La Si brillante cresc. ggf. I Streichquartett Einsatz geben:
1 dlY.2 (Finger auf touchpad) (+ smooth delay)
Kaosspad
Frei
nicht hektisch, durchaus mit Zeit, dennoch: immer vorwärts
Stimmschlüssel:Saite verstimmen... 1 **
nimmt
Stimmschlüssel
* Harfe: vorher 4 Saiten verstimmen und eine Saite präparieren
** Die Saiten bleiben jeweils im weiteren Verlauf des Stücks verstimmt. Der Einfachheit halber (zur besseren Lesbarkeit) ist die Verstimmung dieser 17 Saiten nicht weiter notiert.( Spielnotation) Die resultierende Mikrotonalität ist aber genauestens einkalkuliert!
einmal spielen lassen nach Aufnahme!
(sempre)
die Saiten 14, 15, 16 Ped.-gliss.
werden vorher verstimmt
14 Ped.-glissando
ggf. Einsatz: II Streichquartett
SAMPLE 4 (sofort stopp) 4 aufnehmen - 8''
(Klang) 16
(gliss.) (gliss.) (Klang tiefer) gegen Korpustable - schlagen
(ohne Epilog) − (andere Töne, Verstimmung ist genau einkalkuliert)
mp3 quasi synchron mit Harfe (laufen lassen) Harfen solo: T.177 −Ende
H.
Kp.
poco a poco accel.
185 e sempre (quasi) cresc.
mit Harfe “mit-empfinden”
Kp.
H.
ad lib. cresc. molto
ggf. Einsatz: VII Streichquartett Fa
(Stimmschlüssel) EPILOG ad libitum
in Kombination mit Zimmer III (Streichquartett) − weiter Rauschen − 2 FL.12 - bis zum gemeinsamen Epilog ( ).
EPILOG: (ad libitum)
Frei (Saiten ad lib. häufiger anschlagen, auch andere Töne...) mit Stimmschlüssel (und ggf. Stimmgerät)
stimmen Saiten “zurückstimmen” (ggf. aufstehen)
LOOP COLLAGE freestyle - wirr - wechseln, schnipseln in schnellem Tempo
+ ad libitum Harfe frei weiter stimmen - bis alle Saiten stimmen
(kein Arpeggio!)
für (verstärkte) Bassflöte und Bassklarinette – mit Laptops
Sarah Nemtsov
für Kristjana und Ingólfur
Langsam legst du wieder die Zimmer an, wo du plötzlich wohnst. Die Haustür hat einen Schwung bekommen. Manch ein Balkon geht mitten durchs Herz. Oder ist vorher schon ganz durcheinander, so leicht lässt keine Wäsche los. Aber das meiste ist sowieso oben und ringsherum. Jeder Vogel will gekonnt sein weit und breit, von den Wolken ganz zu schweigen. Jetzt hast du manchmal deinen Mund unter der Hand. Und die Straße untersteht sich weit weg zu führen, umzuspringen mit einer letzten Bedeutung.
(Farhad Showghi – „Die große Entfernung“)
For my room is always scattered with unfinished letters. (Virginia Woolf – „The Waves)
Bassflöte und Bassklarinette (in B notiert) sind verstärkt – mit Kontaktmikrophonen, pickups – Lautsprecher bei den Musiker:innen. Musiker:innen sitzen jeweils an einem Tisch – entweder nebeneinander oder gegenüber. Auf dem Tisch steht bei jedem ein Laptop – unverkabelt, ggf. auch nicht funktionstüchtig. Der Klang (Tippen) wird wiederum auch von Mikros abgenommen (pickups).
Variante (auch in Kombination): 4 Transducer statt 4 (Kontakt-)Mikrophone – 2 Transducer an den Instrumenten – Klang geht „in“ den Tisch (unter Laptops), weitere Transducer von Laptops auf eine Box unter dem Tisch; die Box: Lautsprecher, unverkabelt, ggf. nicht funktionstüchtig.
Flöte und Klarinette sollten das Spielen im dynamischen Bereich pppp immer als Wagnis begreifen – das Risiko des Wegbleibens von Tönen ist einkalkuliert und die Musiker sollten es auf sich nehmen – der Klang sollte brüchig sein, an der Grenze... Zugleich soll die Verstärkung den Klang nah heran holen – wie unter Mikroskop –und das Geräuschhafte verstärken. Eine Ästhetik des Fragilen... das Brüchige, Gebrochene suchen... poetisch und zart... die Kontraste dabei aber setzen und darin Mut zur Hässlichkeit haben.
Die Wechsel zwischen Instrumenten und Laptops lediglich „ausführen“, nicht weiter theatralisieren.
Bassflöte und Bassklarinette (in B notiert) sind verstärkt – mit Kontaktmikrophonen, pickups – Lautsprecher bei den Musiker:innen. Musiker:innen sitzen jeweils an einem Tisch – entweder nebeneinander oder gegenüber. Auf dem Tisch steht bei jedem ein Laptop – unverkabelt, ggf. auch nicht funktionstüchtig. Der Klang (Tippen) wird wiederum auch von Mikros abgenommen (pickups).
Variante (auch in Kombination): 4 Transducer statt 4 (Kontakt-)Mikrophone – 2 Transducer an den Instrumenten – Klang geht „in“ den Tisch (unter Laptops), weitere Transducer von Laptops auf eine Box unter dem Tisch; die Box: Lautsprecher, unverkabelt, ggf. nicht funktionstüchtig.
Flöte und Klarinette sollten das Spielen im dynamischen Bereich pppp immer als Wagnis begreifen – das Risiko des Wegbleibens von Tönen ist einkalkuliert und die Musiker sollten es auf sich nehmen – der Klang sollte brüchig sein, an der Grenze... Zugleich soll die Verstärkung den Klang nah heran holen – wie unter Mikroskop – und das Geräuschhafte verstärken. Eine Ästhetik des Fragilen... das Brüchige, Gebrochene suchen... poetisch und zart... die Kontraste dabei aber setzen und darin Mut zur Hässlichkeit haben.
Die Wechsel zwischen Instrumenten und Laptops lediglich „ausführen“, nicht weiter theatralisieren.
Verhältnis Luft/Nebenluft – zu Ton (normal) nur Luft
Nemtsov
»Zimmer
II«
für (verstärkte) Bassflöte und Bassklarinette
mit Laptops (2013)
Bassflöte und Bassklarinette sitzen je an einem Tisch mit Laptop (stumm, ggf. kaputt, unverkabelt).
Instrumente liegen neben Laptops − beide (mit pickups) verstärkt.
Instrumente spielen frei, jeder für sich, (dicht) (wirr), in freier Abfolge mit Wdh. ad libitum 11 Module
Il. H.
quasi(sempre), extrem schnell
r. H. (2 Finger) tasten auf Laptop quasi tremolo (2 Daumen) auf Leertaste wirr, schnell über Tastatur Taste klopfen auf Gehäuse neben Tastatur trem. mit Fingernägeln
Zuspiel (ca. 7 Minuten) – kann als Zwischenspiel, auch nur mit einem Ausschnitt, dienen oder als Installation (in Loop). Idealerweise über Transducer an Wänden ausgespielt.
VISION INSTALLATION IN EINEM FLUR bzw. TUNNEL oder SCHACHT
Wände metallisch
Zuspiel Transducer („Flur“)
Schritte werden übertragen (als würde jemand neben einem gehen…) Transducer
Kontaktmikrophon(e) +delay +reverb
Sarah Nemtsov
Sarah Nemtsov
Kompositionsauftrag der Ruhrtriennale für das Projekt „HAUS“
UA: 31.8.2022, Ruhrtriennale, Turbinenhalle Bochum, Sebastian Berweck
für Sebastian Berweck
Und die Stimme des Sängers Nun in blauender Halle schweigt; (aus Friedrich Hölderlins Dichtermut)
• MYSTERIA Vocal Synth Native lnstruments (>>>PA – gerne 4 Lautsprecher, 2 hinter dem Publikum, L R der Mysteria Presets gerne als Verräumlichung aufgreifen!)
+ Kontakt (o. a. -Programm)
+ Rolirise (o. a. -Tastatur zum live spielen inkl. x/y-pad und 3 „wheels“ für Effekte noise/overdrive, hacker, resonance (glass), ggf. pitch/glissando mit Abstand None)
+ Volume-Pedal
• Formanta POLIVOKS duophonic, analog (soviet) synthesizer (gerne extra Lautsprecher/Amp – powerful – z. B. Leslie Hammond Speaker o. ä., direkt bei Synthesizer Aufbau)
+ Effektgerät Hall/Reverb (z. B. Eventide Space)
+ Volume-Pedal
• Keyboard – 88 Tasten mit Anschlagsdynamik, pitch wheel und Filtern/Effekten (je nach Gerät), recht konkrete, harte Attacke, release eher sanft mit etwas Hall/reverb
• MAINSTAGE Apple (o. a.) für Gesamtkoordination
MYSTERIA – die beschriebenen Presets sind Vorschläge und können abweichen. Die konkreten Tonhöhen spielen bei den meisten „Vocal clouds“ keine Rolle, wohl aber Timbre, Lage und Atmosphäre. (Lediglich bei der g‘-g-Aura-Stelle und den Sirenen-glissandi spielen Tonhöhen eine Rolle.)
Angespielte Noten/Klänge müssen in der Regel (automatisch) gehalten werden bzw. weiterspielen und dafür ggf. (programmiert oder physisch) fixiert werden.
Ist das nicht moglich oder live insgesamt zu kompliziert, ist es möglich, die gesamte Mysteria-Stimme vorher aufzunehmen und LIVE ALS one-shot SAMPLES über ein kleines Midi-Keyboard abzuspielen (+ einige Regler für live Effekte).
Formanta POLIVOKS – ist es nicht möglich, diesen alten sowjetischen Synthesizer aufzutreiben, kann ein anderer Synthesizer mit ähnlichen Qualitäten verwendet werden, auch ein aktueller – etwa der Moog MiniMoog Synthesizer. Die Zeitangaben sind nur ungefähr und dienen der Orientierung und dem Gefühl für ungefähre Proportionen. Die Performance darf und soll abweichen (in beiden Richtungen, so kann das Stück mehrere Minuten länger dauern oder auch 1-3 Minuten kürzer sein). Insgesamt geht es darum, möglichst interessante und komplexe Klänge und Schichtungen zu erzeugen; braucht eine Stelle mehr oder weniger Zeit, soll darauf intuitiv reagiert werden.
Die Komposition HALLE ist für das Projekt HAUS, Ruhrtriennale 2022, entstanden – die ersten Sekunden können im Kontext des Abends durchaus als Übergang genutzt werden. Ebenso das Ende. Zusätzliche live Klänge oder Resonanzen (erzeugt durch das Ensemble unter der Zuschauertribüne) können ca. ab Minute 11:00 bis 13:30 erfolgen (– oder an anderen Stellen), aber nur in Absprache mit Komponistin.
HALLE kann ebenso entkoppelt vom Zyklus aufgeführt werden – als Synthesizer solo Stück in einem Konzertprogramm in „Hallen“ unterschiedlicher Art. Gerne mit Lichtinszenierung, Nebelmaschine etc.
Das Synthesizer set up wurde in enger Zusammenarbeit mit Sebastian Berweck entwickelt, dem mein Dank gilt.
für Bassflöte, Bassklarinette, präparierte Harfe, Schlagzeug, Verstärkung und (live-)Video
Sarah Nemtsov
für Kristjana, Ingólfur, Gunnhildur und Matthias – für das Ensemble Adapter –in Verbundenheit
UA: 22.10.2017 – Ensemble Adapter – Festival Transit, Leuven, Belgien
This is a dark house, very big. I made it myself, Cell by cell from a quiet corner, Chewing at the grey paper, Oozing the glue drops, Whistling, wiggling my ears, Thinking of something else.
It has so many cellars, Such eelish delvings! U an round as an owl, I see by my own light. Any day I may litter puppies Or mother a horse. My belly moves. I must make more maps.
These marrowy tunnels! Moley-handed, I eat my way. All-mouth licks up the bushes And the pots of meat. He lives in an old well, A stoney hole. He’s to blame. He’s a fat sort.
Pebble smells, turnipy chambers. Small nostrils are breathing. Little humble loves! Footlings, boneless as noses, It is warm and tolerable In the bowel of the root. Here‘s a cuddly mother.
(Sylvia Plath)
Besetzung
Bassflöte (mit Kontakmikrophon verstärkt)
+ 1 Gong Tonhöhe g, hängend (mit Kondensatormikrophon verstärkt)
+ 1 Blechdose (leere Konservendose) und ein mittelharter Schlägel
+ 2 Gongs (oder 1 Gong und 1 Almglocke) Tonhöhen f und e’ (mit 1-2 Kondensatormikrophon/en verstärkt)
+ mittelharter Schlägel, Bogen und Glas und Stimmschlüssel
Folgende Utensilien werden für die Präparation benötigt:
2 Honeyspoons (Holz), 11 Plastikhaarklammern (mit Plastikzacken und Drahtfeder, in gängigen Drogeriemärkten erhältlich – auf die Saiten gesteckt für gong-ähnlichen Klang), 3 oder mehr Radiergummikeile (stark dämpfender Effekt), 6 Büroklammern (Metall),
1 Fahrradschlauchstück (zwischen bzw. um Saiten gewoben/gewickelt, stark dämpfend), 2 Metallhaarklemmen (quer über Saiten),
1 Bindfaden mit Knoten, an eine Saite geknotet, 4 alte Darmsaiten an 4 Saiten geknotet, unten an diesen Saiten jeweils noch 4 Aktenklammern (rasselnd), evtl. 1 Stück Alufolie (sirrend) – außerdem werden einzelne Saiten verstimmt (siehe hinten).
Schlagzeug
1 (zu) tief gestimmte Floortom (bassdrum-ähnlich, mit Kontaktmikrophon), Snare (minimal tiefer gestimmt, Schnarrsaiten on, mit Kontaktmikrophon), 1 Donnerblech (mind. 2 x 1 m, im Querformat hängend – durch 1 Mikrophon verstärkt), 2 Becken (Ride und Crash, gerne etwas verbeultes Crash, jeweils mit einem Kondensatormikrophon verstärkt, die 2 Mikros für Becken an je einem Ständer, der Ständerarm muss seitlich beweglich sein/bleiben), 2 Sorten Chimes: a) Shellchimes (2 verschiedene nebeneinanderhängend oder ineinander, gerne optisch besonders, auch farbig), daneben b) Glaschimes (darein oder darunter außerdem mehrere Glühbirnen/Glühbirnenchimes, evtl. auch noch einige Glas- oder Porzellanscherben) – für die Chimes-Sammlung reicht wahrscheinlich 1 Kondensatormikrophon. Außerdem werden 2 Gongs benötigt – Tonhöhen d und a, tiefaufgehängt, auf Fußhöhe, sodass sie mit 2 Fußmaschinen (von bassdrums) angespielt werden können (Gongs werden mit 1-2 Mikrophonen verstärkt).
Aufstellung Schlagzeug
Das Donnerblech hängt quer und direkt zum Publikum, der Schlagzeuger (es ist auch die Schlagzeugerin gemeint) steht dahinter mit seinem Aufbau (Trommeln, Becken, Chimes, Gongs und Fotos). Er ist demnach für das Publikum (quasi) nicht zu sehen! Er filmt hinter dem Donnerblech und was er filmt, wird auf das Donnerblech (oder eine andere Leinwand) projiziert. Die anderen Musiker (Bassflöte, Bassklarinette, Harfe) sind sichtbar und neben seinem „Haus“ platziert, sodass Kammermusik möglich ist.
Fotos/Video
Verschiedene Fotos (mindestens 20) ausgedruckt und in mehreren Reihen neben-/untereinandergehängt – es gibt quasi Fotowände und der/die Schlagzeuger/in hat sein/ihr eigenes Haus. Die Fotos werden von Schlagzeuger ausgewählt – bitte fantasievoll und überraschend – Einzelfotos und Dramaturgie in Absprache mit Komponistin, folgende Themen und Motive sind gewünscht: Häuser, Landschaften, ein Haus, auch innen, Treppen, seltsame Gegenstände, Objekte auf Tisch, Kurioses, ein Selfie des Schlagzeugers in einem Spiegel, vielleicht andere Musiker in Landschaft, dazwischen auch dokumentarische Bilder, auch politisch/gesellschaftlich relevantes (aktuelles) Material, merkwürdige Gegenstände oder Konstellationen, bizarre bis verstörende Motive, ein Tier, ein verwahrlostes Kind, eine Ruine, eine Straßenecke, aber auch poetische Bilder, schöne Farben oder spröde Poesie: vertrocknete Pflanzen etc. Die Fotos werden mit einer Minikamera, die an einen Kombischlägel befestigt wird, abgefilmt, so entsteht eine Art Live-Video. Mit der Minikamera gibt es auch weitere Aktionen. Sollte es technisch zu kompliziert sein, ist auch eine Variante mit eingespielten, vorproduzierten Videos denkbar – diese sollten dann aber von (grandiosem) Videokünstler eigens geschaffen werden.
Schlagzeug
Harfe
(Klarinette)
(Flöte)
(Klarinette) (Flöte)
Publikum
Anreger Schlagzeug
Kombischlägel (Filz/Stick) mit Minikamera (siehe oben)
Sticks (Trommelstöcke)
hart
mittelhart
weich
Superball
Taschenlampe c
Bogen
Kreide
Hand/Finger
Faust
Knöchel
Ellenbogen
TECHNICAL RIDER (grob)
>>> für Bläser und Harfe insgesamt 3-5 Kontaktmikrophone und 4-6 Kondensatormikrophone (bei geschickter Aufstellung weniger)
>>> für Schlagzeug 5-6 Kondensatormikrophone und 2 Kontaktmikrophone
>>> entsprechende Kabel/Ständer und Mixer mit genügend Kanälen!
>>> gerne 4 Lautsprecher, 2 auch hinter dem Publikum – der Klang soll sehr groß und physisch sein, dunkel, gegen Ende durchaus sehr massiv und heftig. Zur Not ist auch einen simple Stereovariante denkbar, 4+ Lautsprecher und der Sound insgesamt etwas mehr „sophisticated“ wäre aber wünschenswert. Wenn 4 Lautsprecher vorhanden sind, wird es insgesamt „räumlicher“, außerdem könnte z. B. das Schlagzeug etwas mehr von hinten kommen, gerne kann auch mit einzelnen Signalen gespielt werden, so könnten auch die verschiedenen Gongs im Raum akustisch „verteilt“ werden etc.
>>> außerdem wird ein Videobeamer benötigt, der das (live-)Video (siehe unten) auf das Donnerblech des Schlagzeugers projiziert (ggf. Rückseite weiß gestrichen) – denkbar wäre aber auch eine extra Leinwand neben oder über dem Ensemble, auch eine projektionsfähige weiße (oder quasi weiße, gerne raue) Wand des Saales oder eine transluzente Leinwand (Gaze), die vor dem Ensemble aufgestellt wird, sind denkbar. Das Video entsteht live: es filmt der Schlagzeuger mit einer Minikamera (kabellos), ein und ausschaltbar über Fußpedal (bluetooth o. ä. + ggf. extra Software, Rechner...) – die Minikamera ist an einen Schlägel (Kombischlägel Filz/Stick, näher zur Filzseite) angebracht, damit werden die Schläge, die lnstrumente etc. gefilmt, aber auch Fotos, die extra ausgewählt, ausgedruckt und in eine Reihenfolge/Dramaturgie gebracht wurden – langsam abgefilmt (+Taschenlampe) entsteht eine Art lo-fi-homemade Video. Es wäre auch möglich, statt des live-Videos vorproduzierte Videos einzuspielen. Diese Videos sollten dann aber (hi-fi) von einem Videokünstler geschaffen werden und künstlerisch anspruchsvoll. Es wären dann ca. 4 Einsätze: T. 146, T. 187, T. 192 und am Ende. Videoentscheidung, sowie Fotoauswahl bitte unbedingt mit Komponistin absprechen.
>>> Raum soll möglichst dunkel sein, ggf. schwache Spots auf Instrumente
>>> Pultleuchten und Ablagen
>>> Instrumente und Extras siehe oben
Fermaten:
Zäsur sehr kurz kurz lang sehr lang
Die Tempoangaben sind nur zur Orientierung gedacht, ebenso die Sekundenangaben.
schneller werden
langsamer werden
kurze Note
schnell
so schnell, wie möglich
Viertelton höher, Dreiviertelton höher
Viertelton tiefer, Dreiviertelton tiefer
minimal höher/tiefer
vib. vibrato
s.v. senza vibrato
Bläser slap
tongue ram (Bassflöte)
Klappengeräusche
Multiphonic
Flatterzunge
Zahnton (Klarinette)
Verhältnis Luft/Nebenluft – zu Ton (normal)
nur Luft (aus/ein)
+ Stimme (reinsingen – nach Angabe)
Harfe
Präparation siehe nächste Seite.
vib. vibrato
gliss. glissando
p.d.l.t. près de la table
p.d.ch. près des chevilles
bisb. bisbigliando (Tremolo/Triller zwischen zwei Saiten)
mit Fingernagel zupfen
ord. ordinario (normale Spieltechnik)
dämpfen (Töne immer klingen lassen, wenn kein Zeichen steht)
,,Bartók“-pizz. (Saite anreißen und dann auf das Holz schnellen)
Korpus schlagen (perkussiv)
mit flacher Hand
Cluster auf den Saiten (mit Hand – unbestimmte Töne, ungefähr Ambitus angegeben)
Bei Flageoletts wird die Saite angegeben, auf der das Flageolett gespielt werden soll (untere – „normale“ Note), die Flageoletts klingen 1 Oktave höher. Vereinzelt werden Quintflageoletts über Raute angegeben.
Perk. (s. u.)
(Kl. + Fl. auch hier möglich)
live-Video auf Donnerblech oder extra Leinwand
Publikum
Harfe Präparation + Scordatur:
2 Honeyspoons (Holz)
11 Plastikhaarklammern
3 oder mehr Radiergummikeile
6 Büroklammern (Metall)
1 Fahrradschlauchstück
2 Metall - Haarklammen
4 Aktenklammern
4 alte Darmsaiten (an S. geknotet)
1 Bindfaden mit Knoten (an Saite geknotet) verstärkt über 1-2 Kontaktmikrophone 1-2 Mikros für Gongs +
Schlagzeug
Donnerblech1 Mikro (ca. 1x2 m)
Taschenlampe
Bassflöte
( − außerdem 1-4 Mikros für Gongs etc. Fl. + Kl.)
Bassklarinette
Kontakt- oder Kondensator-
Mikrophon
Honeyspoon (Plastik)
Haarklammern ( ) gummi
Scordatur
Haarkl. (Plastik)
SchlägelBogenGlas 8ba
Darmsaiten
+ Konservendose (Metall, leer)
+ 1 Gong (rechte Seite): g
bol taoïste: zwischen Fl. + Kl. steht auf kleinem Tisch (+ Tuch) Wasserspringschale (mit Wasser)
++ + 2 Gongs (oder 1 Gong u. 1 Almglocke): f, e' mit 1-2 Mikros
Donnerblech (Ride)
Becken (Crash)
Becken
Floortom Snare (rim)
(viel tiefer gestimmt − Bassdrum-ähnlich)
(ganz leicht tiefer gestimmt)
Video: Kombischlägel − Filz/Stick − mit Kontaktmikrophon mit mittig (mehr Richtung Filz) eine Mini-Kamera drangemacht − kabellos)
Glasschimes + Shellchimes (2 Sorten gemischt)
Glühbirnen
2 Gongs: ad tief gehängt mit Fußmaschinen (von 2 Bassdrums...)
7-8 Mikrophone:
Floortom, Snare, evtl. Donnerblech mit Kontaktmikros, Becken einzeln je 1 Kondensator-Mikro mit je eigenem Ständer, Chimes und Gongs je 1-2 Mikros.
Perkussion
Sarah Nemtsov
»Haus«
(2017)
für Bassflöte, Bassklarinette, präparierte Harfe, Schlagzeug, Verstärkung und (live-)Video
= ca. 72 (- 60)
Flz. slap (Klappengeräusch) (Mikroton mit Ansatz)
Multiphonic (überblasen)
Schattenhafter (mehrere Finger)
Klappengeräusch mit etwas Nebenluft
cluster (mit flacher Hand)
Do Re Mi Fa Sol La Si ord.
mit Hand Becken (tiefer) (Ecke) Donnerblech mit Faust R mit Ellenbogen p. d. l. t. p. d. ch. entlang der Saite mit Fingernagel
3 dead stroke mit Stick: Floortom (rim)
sempre l.v. (immer klingen lassen wenn nicht dämpfen steht)
1 Finger
Schlägel mit live-cam liegt auf Floortom
langsam mit Stick auf rim
quasi legato nur Luft nur Luft! quasi marcato nur Luft
(aus)
Becken: rim - hin u. her marcato entlang sub. 5 Mi La Mi Fa Fa La ord. mit Knöchel auf table klopfen quasi legato (ganz leicht angestoßen) (ganz leicht angestoßen)
(am Metall entlang kreisen)
mit Fingerknochel klopfen
Multiph. (ad lib.)
Schallloch (1 Hand) im Fingernägeln entlang Holz mit schaben / kratzen (nur Luft)
Becken mit einer Sol
unter Mikro: Hand runterbiegen
(verschiedene
Positionen)
Video ON [Kamera filmt quasi Floortom - Fell - unklare Strukturen]
ON + OFF möglichst über Fußschalter (bluetooth pedal o. ä.)
biegen (→ Spektrum)
Becken nach oben (ans Mikro) norm.
Honeyspoonlassen (zwischer Saiten)
hin und her schnellen (ord.) sub.
(mit 2 Fingern)
Finger auf Fell pressen (glissando)
Kamera-Stick auf Fell „rumschieben“
(bewegen − Bild ändert sich)
(Honeyspoon) auf table klopfen ord.
zurückgenommen) bisb. Luft + Klappenger. (vib.)
(wieder bewegen)
Bkl.
Honeyspoon rausnehmen! ablegen
OFF (Video aus)
(rimshot) mit Schlägelstiel cresc.
Kuppel
r.H. schlägt
r.H. nimmt Schlägel
(Gong)(Almgl.)
(norm.) (mit Schlägelstiel - Rattan o. Holz)
mit Ellenbogen
von Becken wegbewegen (nach rechts bzw. links) − rhythmisch (dynamisch) Klang ändern
Mikro ruckartig (hin und her) r l
nur 3. + 7.x (1., 2., 4.-6.x ) )
Gong (mit Händen angeschlagen) Mi
+ Almglocke
nimmt Schlägel
Becken bewegen norm.
Mikro bewegen: ab 4.x
Gong
Almgl. cresc. (Rand Gong)
(1.-3.x )
R Fingertrem.M
knapp vor Kuppel
(wenn möglich) (weg)
Kombi-Camera-Schlägel auf Floortom-Fell bewegen (leicht drehen)
Sy. 5965/01
Perk.
hochnehmen
Luft)
Kamera immer
cam. mit Kombi-Kamera-Schlägel
Richtung Instrumente zeigen lassen!!!
(1.-6.x)
Shell-chimes
(über 7x)poco
1 Hand: frei dazu − unterschiedliche Dauern − wdh. M R (tänzerisch) poco sub.
(sub.) (Schlägel weg) (Schlägel weg)
Schlägel wieder auf Fell liegen lassen
Glass-chimes ab u. zu
ad lib. (mit etwas Klang) bewegen
(instabil - bewegt - brüchig)
(wg. Scordatur klingt h') cresc.
(Schlägel weg) (weg)
Superball auf Donnerblech durch Chimes mit Kombi-Kamera-Schlägel
Druck auf Becken mit etwas
Zahnton
() Sol Slap
1 Hand (filmt:)
oder Schlägel
flüsternd in Flöte “sprechen”
Elemente frei wdh. whistle tones krch krch krch krch
Elemente frei wdh. Luft + Klappen
1 Hand in Schallloch
Fa Sol ab und zu: kratzen
andere (Schreib-)Hand
mit Stick auf Snare + den auf einer anderen Oberfläche schon aufgeschriebenen Text abfilmen.
Ossia: schreiben mit Kreide auf Donnerblech. Schrift wird dabei abgefilmt. Möglichst rhythmisch schreibenGeräusche (Kratzen, Schläge, evtl. Quietschen)
Text leise sprechen (wiedergeben) u. gleichzeitig mit einem Stick auf Snare schreiben: “This is a dark house, very big. I made it myself, cell by cell from a quiet corner, chewing at the grey paper, oozing the glue drops, whistling, wiggling my ears, thinking of something else.”
(Sylvia Plath)
Darmsaite, die an (Stahl-)Saite geknüpft ist,
ziehen und mit anderer Hand zupfen
(possibile)
(Spannung änderngliss.)
“Sssss” Stimme in Schallloch (mit Becken) in 1 Hand beide Darms.
Alle Aktionen filmen:
Schlägel auf Fell dann ablegen, liegen lassen
“Ssssss” “Ssssss” nimmt Faden Mi + mit beiden Händen entlang dem Bindfaden (abwechselnd − kontinuierlich) ziehen / fahren − [Klang wurde von Juliana Hodkinson gefunden − vielen Dank!]
(subtil)” mit Hand auf table (Korpus) schlagen (Hand liegen lassen)
(Schlägel weg)
Kamera vors Gesicht halten
Augen zu − mit Handballen (Becken filmen)
Zahnton
mit Flöte (Ende) langsam
(weg von Gong) am Gong entlang (leicht schaben)
(ossia Schlägelstiel o. Metallstück)
Fa mit Fingernagel
der Saite entlang
* Harfe solo − nicht auf andere warten... für sich... vorwärts... wie ein Tanz...
Schnell, vorwärts (subito) = ca. 104 - 120
Re Mi Fa Sol La Si
(poco ) [TANZ]
Do
möglich)
(Pedal geräuschvollquasi perkussiv treten)
(son xylophonique) leicht uneben (groove)
verschiedene Becken auf Positionen
Becken zu Mikro bewegen
[“Schlägel-Kamera” bewusst auch als Kamera führen − Details (im Schlagen) zeigen etc., nach Möglichkeit] (so bis T. 124)
(Schlägel weg)
(poco rit.) A tempo
(Schlägel weg)
Do
Re
Perk.
(Kuppel)
subito:
(1.x) cresc. Kuppel
3x
Kamera:
La La (possibile) Si La Sol
Sol
La Re Si
unregelmäßiges
(2 / 11 / 2)
verschiedene Griffe
(bisb. 1 / 2 )
tremolo
mit Schlägelstiel (seitlich - Holz)
Chimes
Kreisen auf rim
p. d. ch. gliss.
Zahnton
Frei − Dauer ad lib. − hängt von Video [Möglichkeiten] ab − (bis 1' 30'')
flz. + ab und zu: Doppelzg. Improvisation
ggf. + etwas Frei
ad lib. wdh. flz. Doppelzg.
ggf. ab und zu flz. a tempo
zu:
(ggf. + Variation / etwas Improvisation)
+ Stimme in Schallloch (so hoch wie möglich, erstickter Schrei, krächzend, gebrochen)
Fa (bis 8x) sempre marcato! Sol Do
+ Taschenlampe nehmen (on) ggf. (1 Hand + , andere Hand ) a tempo
VIDEO: Foto bzw. Fotostrecke filmen ( Motive: ein Haus oder Häuser, womöglich seltsame (irritierende bis verstörende) Details, evtl. 1 Foto Schlagzeuger Selfie im Spiegel
live-Video kreieren) Sy. 5965/01
bisb.
oberhalb der Stimmstöcke −
dicht, wirr − Saiten zupfen (untemperierte Töne)
(ausein) durch instrument
natürlich atmen - aus / ein/
ins Schallloch atmen
(quietschend) mit Stick (weiter “filmen”)
I ( = ca. 72 - 60) (weg) noch Faust (Hand hält
2 Gongs mit Fußmaschinen
angeschlagen (treten)
(tiefhängende) Gongs
von Harfe, Fl. + Kl.) (darf sich rhythmisch etwas
Länge hängt von Video (Möglichkeiten) ab... (gemeinsam entscheiden)
(Schlägel weg)
(Schlägel weg)
(quasi) (Schlägel weg - ggf. fallen lassen)
(VIDEO) Foto bzw. Fotostrecke filmen − Fotoauswahl und Konstellation mit Komponistin absprechen. und Details: aus den Gemälden von Elisabeth Naomi Reuter, besonders Augen
z. B.: Häuser, Landschaften, ab und zu seltsame(verstörende, auch politisch relevante, mitunter bizarre) Bilder. (inkl. von Virginia Woolf u. Sylvia Plath)
− vereinzelt auch Musiker auf den Bildern.
(+ Taschenlampe ( weglegen)
1.x tacet
staccatissimo marcato 2-4x spielt
(g ausgehalten, atmen ad lib., cresc.)
tacet
spielt
mit flacher Hand auf table schlagen (eher oben, hellerer Klang)
cresc.
(geschl.) am Beckenrand mit Stick entlang “schaben”
(Konservend.)
(schaben) (Instrument weg)
Bfl. (Instrument weg) mit Dose auf Gong kreisen (schaben) mit Dose auf Gong
bol taoïste (Wasserspringschale) zum Schwingen / Klingen bringen, Tempo & Dynamik variieren, tendenziell intensiver werden − ab and zuauf Rand schlagen... c
ziehen − gliss. extra Saiten − pizz. der ord. Glas an Saiten möglich − wenn irgend lassen fallen Glas
” gliss. Almgl. + Gong ab und zu
8ba
dazwischen − Gongs (Fußpedale)
ab u. zu − mit größeren Pausen + verschiedene Aktionen auf Donnerblech wenn möglich (wenn Hand frei - oder Video kurz unterbrechen) - poco oder (ggf. Superball! wenn irgend möglich) (+ var.)
Perk. oder oder
(ON)(ggf. + Taschenlampe) VIDEO: Haus, Häuser, ggf. ein verwahrlostes Kind (dokum. Foto) seltsamer Gegenstand (auf) (,) Tisch, Musiker in Landschaft etc.
Sy. 5965/01
Dauer ad lib. − 45'' − 1' 30''
1 Dose fallen lassen
Trichter stecken andere Dose in Bassklarinetten-
Re Kreisen / Streichen ab und zu: La (Obertöne rausholen)
(Module wie zuvor)
VIDEO (wie zuvor - ad lib.) . . . . über Fotos Richtung Donnerblech
ord. 8ba arco (eher später u. sparsam einsetzen) ab und zu buzzing sound buzzing sound + Gong arco auch gleichzeitig + sehr intensiv nur noch Hände streichen
M tremolo (leicht unregelmäßig) R + (Faust)
überblasenMultiphonic
Richtung Publikum halten (eher statisch) Video und Taschenlampe über Donnerblech Taschenlampe in Kamera halten (langsam “blenden”)
„knicken“
Schnell R N 5:4 Sol Saiten halten − arco dran geknotete pizz. gliss. (Bogen weg) (Saiten ziehen) nur 2.x 1.x ( ) La Si Re
Donnerblech anstoßen / hinter Donnerblech „verschwinden“
+ weglegen
(Trio “abhängen”) vorwärts
2 Honeyspoons
8va u. fallen lassen rausnehmen
Dose rausnehmen+Dose fallen lassen (Dose) + Basskl. (ab u. zu ) Sy. 5965/01
ChimesBecken l.v. l.v. heftig!
evtl. hier doch wiedernehmen (wenn nicht zu unbequem + gefährlich (ossia: andere Aktion mit Kamera) ON für Kamera)
Mi Do Mi Do La
Do Re Mi Fa Sol La Si Mi
(kein slap)
(aggressiv)
marcato
Do (Re Mi) Fa (Sol La Si)
(p. d. l. t.)
vib.
wildes “Gequietsche” (+ Stimme evtl.)
(irgendein Ton) + Doppelzunge (nicht koordiniert mit Fingern!) (cresc.)
(Zahnton + ggf. ab un zu höchste (schnelle) „normale“ Töne)
table Sol 8ba buzz
über hohe u. höchste Saiten unregelmaßig − „zackig“ − hin u. her
Mal
(rasend!) + 4-7x 2-5x (oder ca. 8x mehr) + ab und zu 3
Stimme
wild Pedale treten dabei Do Re Mi Fa Sol La Si (senza cresc. / senza dim.) (nicht nach oben enden!) + mit Zunge stoppen (kein slap)
cresc.
cresc.
Subito langsamer ( = ca. 64) Fa (Do Re Mi Fa) Sol (La) Si
1 Mikro eines Beckens rhythmisch bewegen
Mi Sol Mi Mi Re Re Saite geschlagen
anderes Mikro des anderen Beckens rhythmisch bewegen
Mikro bewegen 8 die 2 Saiten stecken Honeyspoon zwischen
Re La
(ggf.Falls Harfe bzw. wdh. braucht)
La Mi ord. Fa beide Saiten treffen (Schlägel weg) ord.
Mi Mi Sol La auf Fell wischen
Sol
Mi
Sol
freie Hand in Wasser tauchen
andere Hand in Wasser tauchen
Bkl.
Bfl. Frei Fa
(Dauer an Perk. anpassen)
gemeinsamen (komplementären) Rhythmus finden − Schale zum Klingen bringen + Stimme usw. + ab und weg
+ ab und zu Gong / Almgl. am Rand + Summen: g (subtil)
(sempre poco rubato, trotzden irgendwie strong)
Sol Mi La Sol Fa Mi La Mi Fa Mi Do Mi wdh. + poco cresc.
Tür zu buzz
(Tür auf) (aber nicht knallen)
(evtl. auf Snare wischen)
Dauer je nach weg (gerne ungewöhnliche Lösungen − z. B. irgendwo rüberklettern − kaum zu sehen − vielleicht wird das Publikum noch gefilmt im “verschwinden” etc.)
geth mit Kamera filmend − am liebsten backstage raus (ossia durch Konzertsaal − lieber aber “versteckter”)
ON “OFF” Hand vor Kamera
Flöte Gong + Summen: g + ab u. zu (subtil) Sy. 5965/01
freie Hand in Wasser tauchen
andere Hand in Wasser tauchen
gemeinsamen (komplementären) Rhythmus finden − Schale zum Klingen bringen + Stimme usw. + ab und weg
+ poco cresc.
(sempre poco rubato, trotzden irgendwie strong)
(Tür auf) (aber nicht knallen) Tür zu buzz
(evtl. auf Snare wischen)
Flöte Gong + Summen: g + ab u. zu (subtil) Sy. 5965/01 Bkl. Bfl. Frei Fa
(Dauer an Perk. anpassen) poco + ab und zu Gong / Almgl. am Rand + Summen: g (subtil)
Dauer je nach weg (gerne ungewöhnliche Lösungen − z. B. irgendwo rüberklettern − kaum zu sehen − vielleicht wird das Publikum noch gefilmt im “verschwinden” etc.)
ON “OFF” Hand vor Kamera AB geth mit Kamera filmend − am liebsten backstage raus (ossia durch Konzertsaal − lieber aber “versteckter”)
DRUMMED VARIATION
für kein Drumset und Kaosspad
[extension b zu „ZIMMER I-III“ (2013)]
Sarah Nemtsov
(2014)
für Matthias Engler und Gunnhildur Einarsdóttir
Act so that there is no use in a center. A wide action is not a width. A preparation is given to the ones preparing. They do not eat who mention silver and sweet. There was an occupation. A whole center and a border make hanging a way of dressing. This which is not why there is a voice is the remains of an offering. There was no rental. So the tune which is there has a little piece to play and the exercise is all there is of a fast.
Gertrude Stein – ,,Rooms” (in ,,Tender Buttons”)
UA: 7.8.2014, Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik (Ensemble Adapter) ür
Schlagzeug: kein Drumset
• Hi-hat mit zwei Sägeblattern oder auch einem Sägeblatt und unten einem „Schrottbecken”, scheppernd, krasser Klang
• Großer Pappkarton, Umzugskarton o.ä. – mit Fußmaschine (statt bass drum, auch oben und an der Seite zu bespielen)
• Bierkiste (Plastik) mit 24 leeren (Glas-Bier-)Flaschen drin, auf dem Boden (rechts)
• Sticks (Trommelstöcke)
• 1 Jazzbesen
• 2 Metallsticks
Der Klang vom Schlagzeug wird abgenommen (mit mehreren Mikros) und geht direkt ins Kaosspad (wird durchs Kaosspad entsprechend der Angaben verfremdet).
Je nach Raum sollte der „Normalklang” des Schlagzeugs (also durch Kaosspad unverändert) ggf. auch verstärkt werden.
Kaosspad sollte klanglich quasi so präsent wie (kein) Drumset sein.
Kaosspad – KP3 (Korg KAOSS PAD 3 oder KP3+ – es spielt: 1 Musiker:in, ggf. noch Klangregie)
Kaosspad hat 8 Grundeinstellungen und wird von dort je nach Angabe weiterverstellt (siehe Partitur).
1 dlY.2
2 FL.12 (radio filter)
3 drM.6 (drumpad – auch drM.3, 4, 5)
4 Md.10 (distortion)
5 Grn.1 (grainshifter – auch Grn.2, 3, 4, 5)
6 Mod.7
7 LP.13
8 dL.15
Beim Wechseln zwischen den Filtern ad libitum hold-Taste verwenden.
Wahrend des Stücks werden 4 Abschnitte gesampelt – für Loops. Je nach Angabe 8” bzw 4” oder 2” lang.
Sollte das live-Sampeln problematisch sein, können die 4 Samples auch vorher aufgenommen werden.
Für die Bewegungen auf dem Kaosspad-touchpad ungefähr den graphischen Angaben in der Partitur folgen, diese nachempfinden – obere und untere „Register“, Bewegungsrichtungen, Bewegungsarten, Tempi usw. Bei allem ist aber lmprovisation (hier = lnterpretation) möglich.
Fermaten:
Zäsur sehr kurz kurz lang sehr lang
Hi-hat (mit Sägeblatt)
zuoffenhalb nur Fuß Stuhl (Holz) Metallstück
Zinkeimer
Kante
GummieimerBierkiste
Gummieimer Bierkiste mit FußFlaschen darin SitzflächeLehne
Karton (Bass drum) oben (Seite)
Karton (Bass drum)
mit Fußmaschine
KAOSS PAD
Drum Set
Pseudo-Drumset:
Sägeblatt Holzstuhl Metallstück hängend
„Hi-hat“
= ca. 72, heftig
Hi-hat
Metallgeschl. + Fuß
Kaosspad
Stuhl (Sitzfläche)
Zink-Eimer
Karton (Bass drum)
Kiste (Rand) stück
Bass drum (Fußmaschine)
Sarah Nemtsov
»drummed
variation«
für kein Drumset und Kaosspad (Korg KP3)
[extension b zu “ZIMMER I-III” (2013)]
Pappkarton
„Bass drum“
Eimer (Gummi, Zink) (2014)
Bierkiste (mit 24 leeren Flaschen)
Fuß Stuhl (Lehne)
1 dlY.2 (ungefähr mitgehen in Bewegungen) (reagieren)