Moritz Eggert Montana Sacra
Ritual für Sopran, Kammerensemble und 5 Performer 2021
Partitur
Sy. 5871/01 ISMN 979-0-2042-5871-0
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Ritual für Sopran, Kammerensemble und 5 Performer 2021
Partitur
Sy. 5871/01 ISMN 979-0-2042-5871-0
Kompositionsauftrag der Sommerkonzerte Volkenroda finanziert durch die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung
Besetzung
Sopran (spielt auch Gong und Tam-Tam)
Klavier (auch „inside piano“ mit Vibrationsmassagegerät)
Flöte (auch Altflöte)
Fagott
Horn in F
2 Violinen
2 Bratschen
2 Violoncelli
5 Performer: Leuchtstäbe / „Kreidestäbe” / 3 kleine Gongs
Dauer: ca. 16 Minuten
Sopran
Text benutzt Lautschrift nach „Vokaltrapez“ (nach Tillmann/Mansell).
Folgende Zeichen werden verwendet:
a (wie in „Kamm“)
ɛ (wie in „kess“)
e (wie in „Beet“)
i (wie in „Miete“)
ɒ (wie in Englisch „Flop“)
ɔ (wie in „toll“)
o (wie in „Boot“)
u (wie in „Stuhl“)
Sopran spielt zusätzlich einen Gong (beliebige Tonhöhe) und ein Tam-Tam, hierzu wird ein einfacher Fellschlägel verwendet.
Klavier
Zum Spielen einiger Passagen im Klavier wird ein Vibrationsmassagegerät mit gerundetem Aufsatz verwendet, hierzu eignen sich besonders Sportmassagegeräte, zum Beispiel vom Typ „Hypervolt“. Es soll ein kontinuierlicher Ton erzeugt werden, hierzu muss das Gerät mit nicht zu viel Druck und ruhiger Hand knapp über den Saiten hin und her bewegt werden (quasi gliss.). Achtung: Bei zu viel Druck entsteht ein „Holpern“ und das Gerät stößt sich von der Saite ab, dies ist nicht erwünscht. Vibrationsstärke sollte eher niedrig sein. Im 2. Teil des Stückes wird das Gerät flach auf die Basssaiten gelegt, hier sind „unregelmäßige“ Geräusche durchaus intendiert. In Teil 3 des Stückes übernimmt der/die Pianist/in dirigentische Aufgaben, der Klavierpart ist daher einhändig zu realisieren.
5 Performer
Die 5 Performer haben keine spezifisch musikalischen Aufgaben (Notenkenntnisse nicht erforderlich), sondern assistieren dem „Ritual“. Sie reagieren auf einfache Signale der Musiker, siehe „Ablauf“. Performer 1–3 nutzen kleine Handgongs, idealerweise gestimmt in H, fis, cis‘. Performer 4–5 benutzen „Kreidestäbe“: einfache Holzstäbe an deren Ende ein Kreidestück befestigt ist. Diese Stäbe ermöglichen es, während des Laufens eine Linie auf dem Boden zu zeichnen. Zusätzlich interagieren die Performer mit dem „Pentagramm“ (ebenfalls siehe „Ablauf“). In der Partitur sind zudem „Mantras“ vermerkt, dies sind einfache Silbenfolgen die wie angegeben unablässig auf einem so tief wie möglichen Ton (Tonhöhe beliebig) wiederholt werden sollen, nur unterbrochen von kurzem Luftholen. Es soll mit den Mantras ein scheinbar ritueller „beschwörender“ Charakter evoziert werden.
Vorwort
Das Stück ist inspiriert durch den Experimentalfilm „Montana Sacra“ aus dem Jahre 1973 (Alejandro Jodorowsky). In diesem Film wird mit viel Aufwand und gewaltiger Bilderkraft ein mystisches Initiationsritual gezeigt, dem sich mehrere Menschen unterwerfen, angeleitet von einem „Alchemisten“. Nach unzähligen Versuchungen und Irrungen erreichen die Jünger schließlich den „Heiligen Berg“ und alles entpuppt sich als eine Inszenierung, ein Film im Film. Jodorowsky – der selbst den Alchemisten spielt – gibt sich als Filmregisseur zu erkennen und spricht die letzten Worte des Films: „Goodbye Holy Mountain, Real Life awaits us“. Dies ist auch die Botschaft von Jodorowsky selbst – Esoterik und Rituale sind letztlich nur Schein, denn die Antworten auf all unsere Fragen liegen in uns selbst, nicht in irgendeiner Heilslehre.
Ablauf
Das Stück hat 3 Teile, die ohne Pause ineinander übergehen. Es wird davon ausgegangen, dass das Stück in einem großen und offenen Konzertraum aufgeführt wird, in dem das Publikum frei verteilt sitzen kann, sodass bestimmte „Laufgassen“ für die Musiker und Performer möglich sind. Sopran, Klavier und die beiden Celli sind statisch positioniert, alle anderen Mitwirkenden bewegen sich durch den Raum. Im Folgenden wird der Bewegungsplan für den Ort der Uraufführung beschrieben (Pavillon Volkenroda), für andere Spielorte können die Positionen beliebig angepasst werden, solange das Grundkonzept erhalten bleibt.
Vor dem Stück (Aufstellung)
Klavier und Sopran (mit Tam-Tam/Gong) sind an zentralem Ort des Saals positioniert. Die anderen Musiker*innen sind weiträumig im Quadrat verteilt, mit der Flöte als Zentrum. Performer 1–5 stehen in 5 Positionen an den jeweiligen Saalenden.
In der Mitte des Saals liegen 3 ausgeschaltete „Leuchtstäbe“ (zum Beispiel Neonröhren, Plastik- „Laserschwerter“ oder ähnliches) als Teil eines nicht vollständigen Pentagramms auf dem Boden. Die Flöte steht exakt in der Mitte dieses Objekts, durch die Stäbe „gefangen“.

Sopran und Klavier beginnen mit dem Stück, die anderen Musiker spielen dazu auf bestimmte Tam-Tam-Signale reagierend freie Heterophonien „nach Gehör“, sich dabei an einem „Cantus Firmus“ orientierend. Währenddessen gehen Performer 1–3 Gongs spielend zur Mitte des Raums, während Performer 4–5 mit Kreidestäben eine Linie zur Mitte des Raums zeichnen, dann wieder in ihre Ausgangsposition zurückgehen.

TEIL 2
Sopran und Klavier beginnen einen neuen musikalischen Abschnitt, die anderen Musiker (bis auf die Flöte, siehe unten) spielen nun abwechselnd individuelle Motive oder „koordinierte Passagen“ zusammen mit anderen Musikern an ihrer Position. Zwischendrin bewegen sie sich alle (bis auf die Celli) immer wieder zu neuen Positionen bis sie an einer Endposition in der Nähe von Klavier/Sopran angekommen sind. Performer 1–3 schalten jeweils einen „Leuchtstab“ des unvollständigen Pentagramms auf bestimmte Signale hin an. Performer 4–5 bewegen sich mit schon angeschalteten „Leuchtstäben“ in die Mitte des Raumes und vervollständigen das Pentagramm. Im Folgenden wird das Pentagramm mit diesen 2 Stäben „geöffnet“ und die Flöte – die bisher an statischer Position gespielt hat – bewegt sich nun ebenfalls zu einer neuen Position in der Nähe von Sopran/Klavier.

Alle spielen/singen nun eine Art Hymnus, der vom Klavier aus geleitet wird. Am Ende bewegen sich alle Musiker bis auf die 2 Celli, Sopran und Klavier langsam mit einzelnen Akkordtönen aus dem Saal heraus, bis sie nur noch von „draußen“ zu hören sind. Die 5 Performer gehen wieder zu ihren Anfangspositionen, Performer 1-3 spielen dabei ihre Gongs.
Anmerkung: Der theatralisch/rituelle Charakter des Stückes kann auch optional durch Beleuchtung und/oder Kostüme auf Wunsch verstärkt werden. Hierbei sollte aber immer eine gewisse ästhetisierende Distanz zum „Ritual“ spürbar sei. „Esoterik-Kitsch“ ist absolut unerwünscht, das wäre nicht in der Intention des Stückes. Die Musiker*innen bleiben als Individuen intakt und sollen nie „instrumentalisiert“ wirken.

Anmerkung: die obigen Bewegungsabläufe können frei an andere Räumlichkeiten angepasst werden.
GONG(H)
VibrationsmassagegerätmitweichemAufsa (z.B.Hypervolt),nichtzuhoheVibrationsstufe
langsamvonPosition1zuPosition6schreiten(Dauerca.5'),dabeiinregelmäßigenAbständendeneigenenGonganschlagen (Schlag,danndiezweianderenGongsabwarten,dannwiederSchlagusw.)
MANTRA:DAGANAGADAGANADAGANA / GONG(cis')
langsamvonPosition2zuPosition7schreiten(Dauerca.5'),dabeiinregelmäßigenAbständendeneigenenGonganschlagen (Schlag,danndiezweianderenGongsabwarten,dannwiederSchlagusw.)
MANTRA:OROBOOROBOROOROORO ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
/ GONG(fis) langsamvonPosition3zuPosition8schreiten(Dauerca.5'),dabeiinregelmäßigenAbständendeneigenenGonganschlagen (Schlag,danndiezweianderenGongsabwarten,dannwiederSchlagusw.)
MANTRA:ULUNUNUULUNUNULUNUNUNU
/
/
Mitdem"Kreidestab"vonPosition4zuPosition9schreiten,dabeiaufdemBodeneineLinieziehen(vonPosition4zuPosition9), danachlangsamwiederzuPosition4zurück(Gesamtdauerca.5').DerWegzuPosition9dauertlängeralsderWegzurück.
MANTRA:TEKETEKETEKELETEKELEKE
Mitdem"Kreidestab"vonPosition5zuPosition10schreiten,dabeiaufdemBodeneineLinieziehen(vonPosition5zuPosition10), danachlangsamwiederzuPosition5zurück(Gesamtdauerca.5').DerWegzuPosition10dauertlängeralsderWegzurück.
MANTRA:IRIHIRIHIRIHIRIIRIHIRIHIRI
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
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q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
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(individuell ausblenden)
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q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
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q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
(individuell ausblenden)
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nachTam-Tam-Schlagbeginnen!
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
q=90,heterophon,individuell am"CantusFirmus"orientierend
immergebunden,unterschiedlicheundfreieTonlängen,zwischenatmennachBelieben
ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
U q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
U MitLeuchtstabzuPosition9schreiten,dortspätestensnach 2Minutenankommen.
MitLeuchtstabzuPosition10schreiten,dortspätestensnach 2Minutenankommen.
ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
zuPositionH
zuPositionH
LeuchtstabaufPositionlegen,sodass
LeuchtstabaufPositionlegen,sodass
ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
zuPositionI
q=ca.170-180 koordiniert
(wennPentagrammgeöffnet,weiter(auswendig)spielendzuPositionJ
sempreespr.
q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
q=ca.120 > ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden >
q=ca.120 ineigenemTempo, TonabfolgenundLängederPhrasenkönnenfreivariiertwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden,
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
jeweilsineigenemTempo,aufZeichenzurnächstenDynamikstufe, Tönekönnenbeliebigoftwiederholtwerden
trascendente (Pianist:indirigiert) q=48Q181
trascendente (Pianist:indirigiert) q=48Q
(jeweilssenzavibrato anfangen,dannin
/ zuPosition2schreiten,dabeidenRhythmusdesKlaviersungefähraufnehmend(langsameSchrie,etwasbeschleunigend)
zuPosition3schreiten,dabeidenRhythmus desKlaviersungefähraufnehmend(langsame Schrie,etwasbeschleunigend)
zuPosition5schreiten,dabeidenRhythmusdesKlaviersungefähraufnehmend(langsameSchrie,etwasbeschleunigend)
pocopiùmosso q=92
(hierspätestensbeiEndpositionankommen)
(hierspätestensbeiEndpositionankommen)
(hierspätestensbeiEndpositionankommen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden, dabeilangsamausdemKonzertraumgehen (auswendigspielen)
jeweilsindividuellbeginnenundenden
jeweilsindividuellbeginnenundenden
inregelmäßigenAbständendeneigenenGonganschlagen(Schlag, danndiezweianderenGongsabwarten,dannwiederSchlagusw.)
inregelmäßigenAbständendeneigenenGonganschlagen(Schlag, danndiezweianderenGongsabwarten,dannwiederSchlagusw.)
MANTRA:OROBOOROBOROOROORO
inregelmäßigenAbständendeneigenenGonganschlagen (Schlag,danndiezweianderenGongsabwarten,dannwieder Schlagusw.)MANTRA:ULUNUNUULUNUNULUNUNUNU