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Mediendienst 17/2013 - Genitalbeschneidungen in der Schweiz verhindern

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Mediendienst 17 12. Dezember 2013

Betroffene Gemeinschaften diskutieren über Traditionen und ihre Konsequenzen

Genitalbeschneidungen in der Schweiz verhindern Nadia Bisang

Der Mediendienst der Caritas Schweiz ist ein Angebot mit Hintergrundtexten zur freien Verwendung. Für Rückfragen stehen die Autorinnen und Autoren gerne zur Verfügung.


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Betroffene Gemeinschaften diskutieren über Traditionen und ihre Konsequenzen

Genitalbeschneidungen in der Schweiz verhindern In der Schweiz leben rund 10 700 Frauen und Mädchen aus Ländern, in denen weibliche Genitalbeschneidung praktiziert wird. Hunderte von Mädchen sind davon bedroht. Sie haben ein Recht darauf, geschützt zu werden. Mädchenbeschneidung, auch weibliche Genitalverstümmelung genannt, ist eine schwere Körperverletzung. Sie ist in der Schweiz seit dem 1. Juli 2012 mit einem spezifischen Gesetzesartikel unter Strafe gestellt. Untersagt sind jegliche Formen der weiblichen Genitalbeschneidung, auch wenn diese im Herkunftsland vorgenommen wird. Doch um sie zu verhindern, braucht es mehr als ein Verbot. Herkömmliche Präventionsmethoden erreichen die Zielgruppe kaum − Sprachbarrieren, Berührungsängste, Vorurteile und fehlendes Vertrauen verhindern die nötige Auseinandersetzung mit betroffenen Familien.

Veränderung von innen Caritas Schweiz begleitet über 40 Migrantinnen und Migranten, die in ihrem eigenen sozialen Umfeld aktive Sensibilisierungsarbeit leisten. Gemeinsam werden Programme für Anlässe und Interventionen entwickelt. Mit viel Geduld und Respekt für Traditionen schaffen sie bei den betroffenen Müttern, Vätern, Mädchen und jungen Frauen die notwendige Vertrauensbasis für das Gespräch über Kultur, Traditionen, Menschenrechte und die dramatischen Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung. Diese aktive Beteiligung bewirkt eine hohe Akzeptanz in den Gemeinschaften (Communities) und ist unerlässlich für die Präventionsarbeit. Dazu sagt zum Beispiel Fatuma, die sich gegen Beschneidung engagiert: „Wir Frauen haben genug erduldet. In Somalia mussten wir den dreifachen Schmerz als Konsequenz der Verstümmelung hinnehmen: als die Beschneiderin uns verletzte, in der Hochzeitsnacht und bei der Geburt unserer Kinder…. Wir wussten nichts anderes. Hier in der Schweiz wollen wir uns gegen Beschneidung wehren. Aber wir brauchen die Hilfe und Unterstützung von Caritas, damit wir uns durchsetzen können.“

Fachpersonen beraten Die Beweggründe für eine Beschneidung sind unterschiedliche, die Argumente und Überzeugungen vielfältig. Den betroffenen Familien in der Schweiz gelingt es oft nicht alleine, eine differenzierte Auseinandersetzung zu führen und sich gegen die Tradition zu stellen. Caritas Schweiz bringt sie deshalb mit vertrauensvollen Gesprächspartnern und Anlaufstellen zusammen. Sie stellt die Verständigung sicher, damit die für eine Verhaltensänderung nötigen Informationen ankommen und eine kritische Reflexion stattfinden kann. Umgekehrt verfügen Sozialbehörden, Asylorganisationen oder Gesundheitsfachpersonen, die mit den gesundheitlichen und sozialen Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung konfrontiert sind, oft über zu wenig Information oder Erfahrung, damit sie den Betroffenen die dringend benötigte medizinische, psychologische und rechtliche Hilfe anbieten können. Caritas Schweiz bietet Fachpersonen und Insti-

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tutionen Beratung und Information zu allen Fragen rund um das Thema Mädchenbeschneidung, insbesondere zur zielgruppenorientierten Präventions- und Beratungsarbeit.

Kantonale Umsetzungsstrategien unterstützen In den letzten drei Jahren unterstützte Caritas Schweiz neben der Arbeit in Communities und den Beratungen der Fachpersonen auch kantonale Fachstellen in der Umsetzung von Strategien gegen Mädchenbeschneidung. Im Kanton Waadt liegt die Umsetzung beim kantonalen Büro für Integration BCI und im Kanton Genf beim kantonalen Büro für Gleichstellung von Mann und Frau BPE. Diese Regionalisierung ermöglicht eine kontinuierliche und flächendeckende Präventionsarbeit, was von den Betroffenen schon lange gewünscht und gefordert wird. Nadia Bisang, Vermittlungsstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidungen, Caritas Schweiz, Tel.: 041 419 23 55, E-Mail: nbisang@caritas.ch Hinweis an die Medien: Vom 31. Januar bis 10. Februar 2014 weilt Asha Omar Geesdiir in der Schweiz. Sie stammt aus Somalia, lebt in Schweden und setzt sich seit Jahren gegen Mädchenbeschneidung ein. Asha Omar Geesdiir steht für Interviews in Englisch zur Verfügung, Kontakt via Nadia Bisang.

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