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Mediendienst 11/2013 - Eigene Wohnung für Flüchtlinge wird zur Seltenheit

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Mediendienst 11 13. August 2013

Notunterkünfte für anerkannte Flüchtlinge

Eigene Wohnung für Flüchtlinge wird zur Seltenheit Viola Frauenknecht

Der Mediendienst der Caritas Schweiz ist ein Angebot mit Hintergrundtexten zur freien Verwendung. Für Rückfragen stehen die Autorinnen und Autoren gerne zur Verfügung.


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Notunterkünfte für anerkannte Flüchtlinge

Eigene Wohnung für Flüchtlinge wird zur Seltenheit Nach Vertreibung, Flucht und langer Zeit in Kollektivunterkünften ist der Wunsch nach einer eigenen Wohnung gross. Jedoch müssen dafür viele Hindernisse überwunden werden. Wohnungen mit tiefen Mieten gibt es in der Schweiz immer weniger und die Konkurrenz wird immer grösser. Im Kanton Fribourg ist die Caritas Schweiz zuständig für die Integration von anerkannten Flüchtlingen. Nachdem die Asylsuchenden als Flüchtlinge anerkannt wurden, erhalten sie eine dreimonatige Frist von ORS AG, um die Asylunterkünfte zu verlassen und eine eigene Wohnung zu finden. Die Wohnungssuche wird in dieser Phase zur Hauptaufgabe für Flüchtlinge.

Der Zugang zu günstigen Wohnung ist erschwert Die sprachlichen Schwierigkeiten erschweren die Suche enorm. Häufig werden sprachliche Fortschritte durch die Ungewissheit, eine eigene Unterkunft zu finden, wiederum gehemmt. Zusätzlich ist das Angebot günstiger Wohnungen klein und die Nachfrage wird immer grösser. Darum werden diejenigen Mieter gegenüber den Flüchtlingen bevorzugt, die ein festes Einkommen haben. In der Regel sind die Flüchtlinge zu Beginn auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Caritas Schweiz erstellt also für jede besuchte Wohnung eine Garantie für den Mietzins und die Kaution. Verschiedene Immobilienverwaltungen verweigern die Zusammenarbeit mit der Caritas Schweiz in Fribourg systematisch. Es kommt sogar vor, dass nach einer Wohnungsbesichtigung den Flüchtlingen das Einschreibeformular bei den Verwaltungen nicht einmal ausgehändigt wird. Bei den Studios ist die Situation besonders schwierig. Ein grosser Teil der Flüchtlinge ist auf der Suche nach einem Studio, teilweise seit über einem Jahr. Die festgelegten Mietzinsnormen können nicht überschritten werden, denn diese sind kantonal abgestimmt. Das heisst, die Normen von Caritas dürfen jene der Stadt oder der jeweiligen Gemeinde nicht übersteigen, ansonsten wird bei einem Wechsel der Kompetenzen die Garantie durch den lokalen Sozialdienst nicht übernommen. Die Normen wurden bereits soweit wie möglich erhöht, damit bessere Chancen bestehen, einen eigenen Mietervertrag innerhalb einer vernünftigen Zeitdauer zu unterschreiben. Leider ist dies nicht ausreichend, die Mietpreise sind noch mehr gestiegen und die Nachfrage wird immer grösser. Vorläufig aufgenommene Flüchtlinge mit einem F-Ausweis haben eine grössere Hürde zu überwinden bei der Wohnungssuche als Flüchtlinge mit Asyl, die einen B-Ausweis besitzen. Denn zwischen F-Flüchtlingen und F-Ausländern wird kaum unterschieden. Die Angst bei den Vermietern ist gross, dass vorläufig Aufgenommene Flüchtlinge von einem Tag auf den anderen das Land verlassen, Wohnungen ungeräumt zurücklassen und dabei Kosten verursachen. Durch all diese Faktoren nimmt die zu Beginn grosse Motivation, eine eigene Wohnung zu finden, nach den ersten Absagen rapide ab.

Caritas Schweiz, Mediendienst 11, 13. August 2013


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Notunterkünfte für Flüchtlinge Im Herbst 2011 kam es zu einem Engpass, nachdem eine grosse Anzahl neuer Dossiers innerhalb kurzer Zeit an Caritas Schweiz Fribourg übertragen wurden. Die Flüchtlinge konnten nicht in der vorgegebenen Zeit untergebracht werden. Darum hat die Caritas Schweiz in Fribourg 11 Notunterkünfte gemietet. In diesen Wohngemeinschaften konnten diese Flüchtlinge untergebracht werden. Seither bieten die Unterkünfte einen Spielraum, der die Arbeit aufgrund der unvorhersehbaren Anzahl neuer Dossiers erleichtert. Die dreimonatige Frist für das Finden einer eigenen Unterkunft, nach dem die Asylsuchenden als Flüchtlinge anerkannt wurden, kann nur in seltenen Fällen eingehalten werden. Durch die Notunterkünfte ist der Druck eine Wohnung zu finden etwas kleiner geworden. Für die Administration dieser Wohnungen und zur Unterstützung der Flüchtlinge bei der Suche hat die Caritas Schweiz einen Wohnungsdienst aufgebaut. Dieser begleitet die Flüchtlinge und erklärt ihnen die Abläufe zum Thema Wohnungen. Inzwischen sind 51 Flüchtlinge in 14 Wohnungen untergebracht. Die Tendenz ist steigend. Caritas muss zusätzliche Notunterkünfte mieten. Hauptziel ist jedoch klar, dass die Flüchtlinge ihre eigene Wohnung finden. Denn sie bleiben in der Schweiz und es ist Voraussetzung eine eigene Unterkunft zu haben, um sich auf den Alltag und die berufliche Integration fokussieren zu können. Viola Frauenknecht, Wohnungsdienst Aussenstelle Fribourg, Caritas Schweiz, E-Mail vfrauenknecht@caritas.ch Tel 026 425 81 00

Caritas Schweiz, Mediendienst 11, 13. August 2013


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