Berlin macht Grün
to po s. –Special
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MAZDA ADLI – Über die Wirkung urbanen Grüns auf unser Wohlbefinden 54
CONSTANZE A. PETROW – Zur Bedeutung kultureller Vielfalt in Freiräumen 58 CLAUS LEGGEWIE – Im Gespräch über nachhaltige Bürgerbeteiligung
COVER FOTO: THE WORLD IN HDR/SHUTTERSTOCK
Titelbild Foto: The World in HDR/Shutterstock
Das grüne Herz Berlins: Der Große Tiergarten, der sich über 210 Hektar vom Zoo bis zum Brandenburger Tor erstreckt, wandelte sich vom königlichen Jagdrevier unter Peter Joseph Lenné zum Landschaftspark. Heute bietet er Platz für Spiel, Sport und Erholung in der dichten Stadt.
E
s ist in jedem Jahr dasselbe Schauspiel: Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen am Himmel über Berlin, sitzen die Leute draußen. In warme Decken gehüllt, trinken sie selbst bei noch frostigen Temperaturen vor den Cafés ihren Cappuccino. Vermutlich liegt es an der Vorfreude auf den Frühling, die in Berlin noch größer zu sein scheint als anderswo. Warum? Weil Berlin sich dann verwandelt: Vom ostwind-kalten grauen Moloch in eine grüne Metropole. Dass es die Berliner in ihrer immer dichter werdenden Stadt dann ins Freie zieht, ist selbstverständlich. Zumal Berlin mit seinen vielfältigen Freiräumen für jeden Geschmack etwas zu bieten hat: Natur und Kultur im Schöneberger Südgelände, Spiel, Sport und Erholung im Park am Gleisdreieck, Spazierengehen im Großen Tiergarten oder Gärtnern und Drachensteigen auf dem Tempelhofer Feld. Selbst Corona konnte dieser Lust am Draußen-Sein zum Glück nichts entgegensetzen. Ganz im Gegenteil. Bei sommerlichen Temperaturen bereits im April und all den auferlegten persönlichen Einschränkungen erfüllten die Parks in diesem Frühjahr das menschliche Grundbedürfnis nach sozialem Austausch noch viel mehr als sonst. Denn nur dort war er noch möglich. Und schon sind wir in medias res dieses topos Special, das anlässlich des 150. Jubiläums der Berliner Grünverwaltung in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz entstanden ist: Grün ist unverzichtbar. Diese Tatsache zeigt sich in der Corona-Krise sogar noch deutlicher als sonst. Urbane Freiräume sind nicht nur essenziell für das soziale Miteinander, sie sind auch Klimapuffer, Lebensraum für Tiere und
Pflanzen und bieten Platz für Sport und Erholung, was wiederum der Gesundheitsvorsorge dient. Dass Berlin sich mit einem Grünanteil von 40 Prozent zu den grünsten Städten Europas zählen kann, ist nicht selbstverständlich. Dazu gehören Weitblick und Persönlichkeiten, die sich dafür einsetzten und -setzen, das vorhandene Grün zu bewahren und neues zu schaffen. Gustav Meyer, ehemaliger königlicher Hofgärtner und Schüler von Peter Joseph Lenné, war nicht der Erste, der sich dieser Aufgabe annahm. Aber er war der Erste, der dies offiziell im Auftrag der Stadt tat und diese Aufgabe somit zum Amt machte. Am 1. Juli 1870, also genau vor 150 Jahren, legte er als erster Städtischer Gartendirektor Berlins den Grundstein dafür, dass die Berliner heute nicht nur Grau, sondern so viel Grün sehen, wenn sie in ihrer Stadt unterwegs sind oder aus ihren Fenstern schauen. Seither stellen sich die unterschiedlichen Vertreter und Vertreterinnen der Grünverwaltung den über die Jahrzehnte wechselnden Herausforderungen, die sich auf die städtischen Freiräume auswirken. Von der Entstehung Groß-Berlins, der Beseitigung der Kriegsschäden, der Teilung der Stadt und ihrer Verwaltung bis hin zu knappen Kassen – jede Zeit brachte ihre Besonderheiten, die ebenso besonderer Lösungen bedurften. Heute ist es vor allem die wieder wachsende Stadt, aber auch die Veränderung unserer Gesellschaft und der Wandel des Klimas, die neue Ideen und den vollen Einsatz für das Grün fordern. Wie dies weiterhin gelingen kann, zeigen die Beteiligten in diesem Heft – mit Blick auf die Geschichte, aber noch vielmehr mit Blick nach vorne. Berlin macht Grün – um grün zu bleiben, und das hoffentlich noch weit länger als weitere 150 Jahre.
TANJA GALLENMÜLLER
Editor t.gallenmueller@georg-media.de
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Inhalt „EINE FRAGE DER SOZIALEN GERECHTIGKEIT“ E-MAIL AN …
…berühmte Berliner Parks. Eine kleine Zeitgeschichte in Bildern Seite 6 BERLIN MACHT GRÜN: ZAHLEN & FAKTEN
Wie die Senatorin Regine Günther die grüne Metropole Berlin weiterentwickeln will Seite 14 IM ZEITRAFFER DURCH 150 JAHRE
Uwe Rada zur Geschichte der Grünverwaltung Seite 18
Seite 44 ICH HABE EINE VISION …
Wie sich Berliner Persönlichkeiten ihre Stadt in der Zukunft vorstellen Seite 95 IMPRESSUM
Seite 93
MANNINGFALTIG, KOSMOPOLITISCH, SCHÖN
Ein Essay von Sören Schöbel Seite 26 100 JAHRE GROSS-BERLIN GRÜNER STÄDTEBAU
Harald Bodenschatz über das Verhältnis zwischen Städtebau und Grün Seite 28
E-MAIL AN
Seite 6
GRÜN IST UNVERZICHTBAR
Robert Kaltenbrunner sieht das Grün auch in der wachsenden Stadt als „gesetzt“ Seite 34 WIE MÜNCHEN DICHTE UND GRÜN VERBINDET
Elisabeth Merk und Susanne Hutter-von Knorring: Grüne Strategien für eine dichte Stadt Seite 38
Seite 34
Ein Gespräch mit Ursula Renker, Christoph Schmidt und Andreas Johnke über Zusammenarbeit, Bürgerbeteiligung und Zukunftsaufgaben Seite 70 DIE CHARTA FÜR DAS BERLINER STADTGRÜN
„ES MUSS NICHT IMMER DER GROSSE PARK SEIN“
Auszug aus der Präambel Seite 76
Stressforscher Mazda Adli über die Bedeutung von Grün für die Gesundheit Seite 42
KOMPETENZ FÜR DIE GRÜNE INFRASTRUKTUR
DIE STADT AUS DER FERNE GRÜN IST UNVERZICHTBAR
„DIE SPIELRÄUME SIND GROSS GENUG, UM DINGE ZU VERÄNDERN“
Frank Eckardt über gesellschaftliche Transformation Seite 46 FREIRAUM UND FREIHEIT – EINE MOMENTAUFNAHME IN ZEITEN VON CORONA
Isabel Zintl: Beobachtungen vom Tempelhofer Feld Seite 52
Joachim Bauer über die aktuellen Herausforderungen für Grünflächenämter Seite 78 DER MEHRWERT VON STADTGRÜN
Franziska Mohaupt und Jesko Hirschfeld: Bewertung, Management und Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg Seite 82
VIELFALT FÖRDERN
Constanze A. Petrow: Wie Landschaftsarchitektur zur kulturellen Vielfalt beitragen kann Seite 54 „BETEILIGUNG IST DAS KERNELEMENT DEMOKRATISCHER VOLKSSOUVERÄNITÄT“
Ein Gespräch mit Claus Leggewie über Partizipation Seite 58 STADTGRÜN IM (KLIMA)WANDEL
VIELFALT FÖRDERN
Seite 54
CO-KREATION
Astrid Großmann, Tristan Lannuzel, Björge Köhler: „Deine Geest“ in Hamburg – Wie Bürgerinnen und Bürger zu Co-Autoren werden Seite 86 GERECHTE ZUKUNFT FÜR DIE STADT
Norbert Kühn zur Zukunft der Stadtbäume Seite 60
Henrike Knappe über aufmerksame Zukunftsgestaltung Seite 90
WIE KOPENHAGEN DEM KLIMAWANDEL TROTZT
150 JAHRE WIRKEN FÜR DAS BERLINER STADTGRÜN
Rosalina Wenningsted-Torgard und Rikke Lequick Larsen: Blau und Grün zusammendenken Seite 66
Ein Dank von Staatssekretär Stefan Tidow Seite 95
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„Eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“ 150 Jahre Grünverwaltung – das Grün gehört zur Identität Berlins wie die Siegessäule oder das Brandenburger Tor. Im Interview schildert Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther, wie sie die grüne Metropole weiterentwickeln will – und was dabei die Rolle ihrer „Charta für das Berliner Stadtgrün“ ist.
INTERVIEW: ALEXANDER GUTZMER
topos: Frau Günther, wir blicken zurück auf 150 Jahre Kommunalverwaltung von Stadtgrün. Zugleich, so mein Eindruck, haben wir in den vergangenen Wochen unser Verhältnis zum öffentlichen Raum und gerade auch zum öffentlichen Grün ganz neu kennengelernt. Hat die Corona-Krise unseren Blick auf den Schatz Stadtgrün noch einmal geschärft? GÜNTHER: Ja, ganz eindeutig. Wir erleben gerade einen enormen Einschnitt in unser Leben. Wir sollen unsere sozialen Kontakte weitgehend einschränken, im öffentlichen Raum sollen wir uns nur mit Mindestabstand bewegen – da blicken wir auf einmal ganz anders auf unsere Grünflächen. Dort finden wir den Freiraum für Erholung, Entspannung oder sportliche Betätigungen. „Raum“ auch für Begegnung – bei Wahrung der notwendigen Distanz natürlich.
topos: Der Blick auf die 150-jährige kommunale Gartenbaugeschichte zeigt, dass Berlin immer wieder zeitgemäße Antworten auf die eigenen urbanen Wachstumsprozesse gefunden hat. Welche nachhaltigen Wirkungen davon spüren Sie heute noch in der Stadt? GÜNTHER: Dass Berlin zu 40 Prozent eine blau-grüne Infrastruktur hat – von Gewässern durchzogen ist, mit großen Wäldern, grün gestalteten Straßenzügen, 430 000 Straßenbäumen und 2 500 Parkanlagen – das ist klugen Entscheidungen zu verdanken. Sichtbar wurde dies bereits in den Plänen von Peter Joseph Lenné im 19. Jahrhundert und mehr noch in den Planungen des ersten Städtischen Gartendirektors Gustav Meyer oder im Dauerwaldvertrag von 1915, der im Landeswaldgesetz von Berlin fortlebt.
topos: Neue Erkenntnisse? GÜNTHER: Der gesellschaftliche Blick auf das Stadtgrün hatte sich schon vor der Corona-Krise geschärft. Angesichts der Klimanotlage ist das Bewusstsein gewachsen, wie wichtig die grüne Infrastruktur für die CO2-Bindung ist, die Kühlung der Stadt, für die Frischluft, den Regenrückhalt, die Versickerung bei Starkregen und für die Neubildung von Grundwasser.
topos: Heute wächst Berlin wieder … GÜNTHER: Berlin hat eine lange Geschichte als wachsende Stadt. Eine Balance zu finden zwischen Bevölkerungswachstum einerseits und dem Erhalt und der Stärkung des Stadtgrüns andererseits ist nicht neu. In diese Tradition möchten wir uns stellen und diesem Erbe fühlen wir uns verpflichtet. Wir stehen heute wieder an einer solchen Weichenstellung, in der wir die Stadtentwicklung viel stärker unter dem Gesichtspunkt der Grünentwicklung denken müssen.
topos: Hat diese Diskussion auch eine soziale Komponente? GÜNTHER: Natürlich. Die Qualität des Stadtgrüns ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die Versorgung mit wohnungsnahem Grün ist ein wichtiger Teil der Umweltgerechtigkeit. Grünflächen sind ganz wesentlich für die Lebens- und Umweltqualität in Quartieren. Wer in einem dichtbesiedelten Innenstadtviertel wohnt, kann sich selbst als Teil einer lebendigen und vielfältigen Stadtgesellschaft insbesondere dann erleben, wenn er auch Zugang zu qualitativ hochwertigen Grünflächen hat. Aus diesen Gründen haben wir Pflege, Ausbau und Stärkung des grünen Berlins ganz nach oben auf die politische Agenda gehoben.
topos: Die relativ gute Ausgangssituation für das Stadtgrün verdankt Berlin der weiteren Stadtentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Können Sie garantieren, dass trotz des steigenden Zuzugs die Stadt ihr Stadtgrün erhält und grün und lebenswert bleibt? GÜNTHER: Gerade weil Berlin wächst, setzen wir mit der „Charta für das Berliner Stadtgrün“ (S. 76) auf eine Selbstverpflichtung des Berliner Senats und der ganzen Stadtgesellschaft, um das Stadtgrün dauerhaft zu sichern. Es sind Politik und Stadtgesellschaft, die das in der Hand haben. Die Aufgabe ist, Zielkonflikte so zu lösen, dass die Stadtentwicklung nicht zulasten des Stadtgrüns geht, aber ebenso wenig zulasten dringend benötigten Wohnungsbaus. Entscheidungen,
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topos Special
Berlin macht Grün
die wir heute bei der Gestaltung Berlins treffen, haben Auswirkungen auf Generationen. Ist eine Fläche versiegelt, wird sie es mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft bleiben. In den fünf Jahren von 2011 bis 2016 wurden in Berlin rund 3 800 Quadratmeter pro Tag neu versiegelt. Das wird so nicht weitergehen können. topos: Was ist die Lösung? GÜNTHER: Grün muss mitwachsen: Da geht es um Dachgärten, um bepflanzte Fassaden, um innovative Formen des Gärtnerns. Aber eben auch darum, dass wir Grünflächen und Hotspots der Artenvielfalt sichern und dafür an anderer Stelle verdichten oder viele wohnortnahe „Pocket-Parks“ anlegen. Und natürlich sollten wir, wo immer möglich, graue Infrastruktur in grüne Infrastruktur verwandeln. Warum müssen Schulhöfe asphaltiert sein oder Parkplätze? Plätze, Verkehrsinseln, Grünstreifen – all das kann für mehr Biodiversität und mehr Erholung der Menschen gestaltet werden. topos: Verkehr als Herausforderung? GÜNTHER: Ein wichtiger Aspekt ist die Verkehrswende. Stellen Sie sich Ihre Wohnstraße mit nur wenigen Pkw vor: Spielflächen für Kinder oder Aufenthaltsund Begegnungsorte vor der eigenen Haustür wären dann möglich. Der öffentliche Raum als Treffpunkt sollte wieder viel mehr Wesensmerkmal urbanen Lebens werden. Dies gilt, wenn auch verändert, selbst in Zeiten von Corona. topos: Welche Herausforderungen im Umgang mit dem Stadtgrün sehen Sie? GÜNTHER: Heute werden viele scheinbar ungenutzte Flächen zugebaut: ehemalige Bahntrassen, Brachen oder Uferstreifen. Da gilt es gegenzusteuern. Uferbereiche wollen wir öffentlich zugänglich halten; Bahntrassen sind oftmals erhaltenswerte Biotopverbindungen. Die Flächenfrage ist die eine Herausforderung. Eine andere Herausforderung ist der Umgang mit dem Stadtgrün. Hier stelle ich fest, dass, obwohl die Berlinerinnen und Berliner ihr Stadtgrün sehr lieben, es mit der konkreten Wertschätzung gegenüber dem Park oder der
Wiese nicht immer so weit her ist, wie ich es mir wünschen würde. Das fängt bei achtlos hingeschnipsten Zigarettenkippen an, geht über die Kronkorken im Gras bis hin zu Müll, der einfach liegengelassen wird, von Vandalismus gar nicht zu sprechen. Deshalb starten wir eine Wertschätzungskampagne, die das Bewusstsein für den Wert des Stadtgrüns schärfen soll. Darüber hinaus wurde die Umweltbildung in Berlin neu konzipiert: Alle Grundschulkinder sollen einmal im Jahr im kieznahen Grün unterrichtet werden. Auch die Parkmanager und Stadtnatur-Ranger haben hier eine wichtige Vermittlungsfunktion. Wir setzen darauf, Wissen zu vermitteln und für ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren. topos: Sie fordern eine Selbstverpflichtung der Politik für das Berliner Stadtgrün und haben dafür die bereits erwähnte „Charta für das Berliner Stadtgrün“ erarbeitet. Was genau ist das Ziel? GÜNTHER: In einer demokratischen, vielfältigen Gesellschaft kann auch die Stadtentwicklung nicht von oben verordnet werden. Es gibt Zielkonflikte, die nur gemeinsam gelöst werden können. Deshalb ist es mir wichtig, dass ein tieferes Verständnis entsteht, wie positiv es wäre, die Entwicklung Berlins auch vom Grünen her zu denken. Und genau darum geht es bei der Charta: diesen Konsens zu formulieren und ihm Bestand zu geben. Wir haben im Senat und im Abgeordnetenhaus wichtige Weichen gestellt – zum Beispiel bei der Regenwasserbewirtschaftung und der besseren Ausstattung der Grünflächenpflege. Wir wollen den wertvollen Schatz des Stadtgrüns auf Dauer sichern. Dafür braucht es eine langfristige Vision, die von vielen getragen wird. topos: Wie wollen Sie die Selbstverständigung hinbekommen – gerade in einer Stadtgesellschaft mit unterschiedlichen Meinungen und Auffassungen zur Lebensqualität? GÜNTHER: Wir haben als Verwaltung einen Entwurf erarbeitet, der ausführlich diskutiert wurde: mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit vielen
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PETER JOSEPH LENNÉ Berlin macht Grün
1828-1866
Am 1. Juli 1870 trat Gustav Meyer sein Amt als Berlins erster Stadtgartendirektor an und begründete damit die nun 150-jährige Geschichte der Berliner Grünverwaltung. Seither prägen die unterschiedlichen Persönlichkeiten, die ihm in diesem Amt nachfolgten, das Berliner Grün ebenso nachhaltig wie die geschichtlichen Ereignisse, deren Spuren noch heute im öffentlichen Raum zu lesen sind. Uwe Rada über die Gründe, warum Berlin heute zu den grünsten Metropolen der Welt zählt. UWE RADA
durch 150 Jahre 018
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Fotos (alle bearb.): Begas, Karl: Peter Joseph Lenné, GK I 30330/ SPSG/Jörg P. Anders; Landesarchiv Berlin (Plan Tiergarten); © E. Böttcher, 1895 in: Lesser, K. (2013) Gartendenkmale in Berlin – Parkanlagen und Stadtplätze, Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin, Band 39, S. 119 (Plan Viktoriaplatz)
Im Zeitraffer
GUSTAV MEYER
HERMANN MÄCHTIG
1870-1877
1878-1909
1. STÄDT. GARTENDIREKTOR
– 1870 Von der Repräsentation zu Parks und Promenaden für das Bürgertum
1870 – 1879 Stadtgrün als kommunale Aufgabe
VERSCHÖNERUNGS-PLAN VOM KÖNIGLICHEN TIERGARTEN BEI BERLIN (1832)
1880 – 1889
1890 –
Städtische Grünplanung im steinernen Berlin
VOLKSPARK FRIEDRICHSHAIN AB 1846 (ENTWURF: GUSTAV MEYER)
VIKTORIAPARK AB 1888 (ENTWURF: HERMANN MÄCHTIG)
VIKTORIA-LUISE-PLATZ 1899 (ENTWURF: FRITZ ENCKE)
Fotos (alle bearb.): ZU_09/istock (G. Meyer); flickr.com (H. Mächtig); Landesdenkmalamt, Plankammer (Plan Friedrichshain); Fritz Encke/Wikimedia Commons (Plan ViktoriaLuise-Platz)
1871: Berlin wird Hauptstadt des Deutschen Reiches
Die Gestalt ist, man kann es nicht anders sagen, imposant. Die Frisur lässig nach hinten gekämmt, der Backenbart mächtig, um den Hals ein Schal geworfen. So thront Gustav Meyers Büste auf einem roten Granitsockel im Treptower Park. Der Bildhauer Albert August Karl Manthe hatte sie 1890 geschaffen. Zwei Jahre zuvor war der Bau des Treptower Parks abgeschlossen worden. Die Büste ist ein Dankeschön an die Person, ohne die es den Park nicht gegeben hätte, auch wenn er seine Fertigstellung nicht mehr erlebt hat: Gustav Meyer, der erste Gartendirektor Berlins, der vor 150 Jahren, am 1. Juli 1870, sein Amt angetreten hatte. Die Baumeister Berlins, meistens Männer, kennt fast jeder: Schinkel wurde schon zu Lebzeiten zur Ikone, Architekten wie Walter Gropius oder Bruno Taut ebneten Berlins Weg in die Moderne. Gleiches gilt für die Verantwortlichen in
der Berliner Verwaltung. James Hobrecht machte mit einem gleichnamigen Plan den Weg frei für die dichte Bebauung der Innenstadt, aber auch die soziale Mischung. Martin Wagner schuf das Berlin der Goldenen Zwanziger. Aber was ist mit denen, die der Stadt Luft zum Atmen gaben? Wer kennt die Architekten und Schöpfer der Berliner Parks, der Schmuckplätze, der Promenaden? Nicht nur wegen seiner Architektur ist Berlin ein Magnet. Mit einen Grünflächenanteil von 40 Prozent ist es auch eine der grünsten Metropolen der Welt. Berlins erster Stadtgartendirektor Zeit also an Gustav Meyer zu erinnern, und an die, die sein Werk fortsetzten. Geboren am 14. Januar 1816 absolvierte Meyer im Alten Botanischen Garten zunächst eine Ausbildung zum
Gärtner. 1832 ging er nach Potsdam, wo er bis 1836 in der Königlichen Gärtnerlehranstalt im Wildpark unter anderem für Peter Joseph Lenné arbeitete. Die Begegnung mit dem 27 Jahre älteren Gartendirektor der Königlichen Gärten war für Meyer ein Glücksfall. Gemeinsam entwickelten sie die nach ihnen benannte „Lenné-MeyerSchule“, die versuchte, strenge geometrische Formen der Landschaftsarchitektur mit freien Formen zu verbinden. Nach Lennés Tod 1866 wurde allerdings nicht Meyer zum Königlichen Gartendirektor bestellt, sondern Ferdinand Jühlke. Meyer kehrte nach Berlin zurück, wo er schon die Ausschreibung für die Gestaltung des Friedrichshains gewonnen hatte, die von 1846 bis 1848 realisiert wurde. Am 1. Juli 1870 übernahm er dann das neugeschaffene Amt des „Städtischen Gartendirectors zu Berlin“.
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Grafik: Die Verkehrsaufgaben des Verbandes GroĂ&#x;-Berlin. Vortrag gehalten zum Schinkelfest des Architektenvereins zu Berlin den 13. März 1911. Berlin 1911, S. 29
Dynamisches Konzept der radialen Stadterweiterung, 1911, von Richard Petersen: Das Wachstum vollzieht sich entlang der Siedlungsstrahlen, dazwischen erstrecken sich Freiräume.
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Berlin macht Grün
100 Jahre Groß-Berlin Städtebau und Grün – die Frage nach diesem Verhältnis stellt sich in einer Großstadt anders als in einer Kleinstadt oder einem Dorf. In diesem Jahr, in dem auch das 100. Jubiläum von Groß-Berlin gefeiert wird, fokussiert dieser Beitrag auf die Großstadt, insbesondere auf Berlin. Harald Bodenschatz blickt zurück, nicht um der Geschichte willen, sondern wegen der damit verbundenen Herausforderungen für die Zukunft. Denn ohne geschichtlichen Bezug bleibt der Blick nach vorn getrübt. HARALD BODENSCHATZ
Grüner Städtebau topos
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Berlin macht Grün
900
Jahre ist der älteste Baum der Stadt, die „Dicke Marie“
5
Vogelschutzgebiete
3 102
17
Hektar umfasst der Grunewald
Fledermausarten
6 000
Hektar Wasserfläche
431 056 3.
Platz für den Botanischen Garten, er ist der drittgrößte der Welt
Straßenbäume, davon ein Drittel Linden, gefolgt von Ahorn, Eiche, Platane und Kastanie
100 HabichtBrutpaare
71 473 Kleingärten
3
Seeadlerpaare
17 000 1 853
öffentliche Spielplätze
220
Insektenarten
Friedhöfe
13%
Fahrradverkehr und die geringste Kfz-Dichte Deutschlands
9 500
Illustration: SenUVK
Bäume wurden seit 2012 innerhalb der Stadtbaumkampagne gepflanzt
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Naturschutzgebiete
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Landschaftsschutzgebiete
„Beteiligung ist das Kernelement demokratischer Volkssouveränität“ Erfolgreiche Stadtentwicklung und -planung lässt sich heute mehr denn je an ihrem Partizipationsgrad messen. Der Wunsch der Gesellschaft, Stadt mitzugestalten, trägt dem Gedanken Rechnung, dass Mitbestimmung ein Wesenselement von Demokratien ist. topos sprach mit dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie über nachhaltige Partizipationskultur und über die Chancen von Bürgerbeteiligung, die zwar im Prozess Zeit kostet, aber am Ende Geld sparen kann.
INTERVIEW: TANJA GALLENMÜLLER
topos: Herr Leggewie, Sie verstehen Partizipation als ein wesentliches Instrument zur Stärkung der Demokratie. Warum und weshalb ist die Mitsprache der Gesellschaft gerade heute so wichtig? LEGGEWIE: Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist das Kernelement demokratischer Volkssouveränität und Selbstherrschaft. Das Volk wird nicht einfach regiert und administriert, sondern legitimiert Regierungen erst durch politische Partizipation – vom Wahlakt über Mitgliedschaft in Parteien und Verbänden bis zur Bürgerversammlung und zum direkten Volksentscheid. Und gerade jetzt, pandemiebedingt, sehen wir, wie es ist, wenn die anspruchsvolleren Elemente der Partizipation fehlen, wenn sich das Parlament zurücknimmt, die Versammlungsfreiheit beschränkt ist und damit elementare Beteiligungsrechte „ruhen“. topos: Worin begründet sich der Wunsch der Gesellschaft nach mehr Mitsprache bei der Planung und Entwicklung unserer Städte? LEGGEWIE: Weil es nicht mehr die genialen Stadtplaner gibt (falls überhaupt jemals der Fall), deren Masterplänen man vertraut. Gerade in den Städten hat sich historisch eine urbanistische Laienkompetenz derjenigen entwickelt, die im Quartier und auf öffentlichen Plätzen zusammenleben, die berücksichtigt werden will und muss. topos: Wann und wie kam es zum Wandel von top-down- zu bottomup-Prozessen in der Stadtentwicklung? LEGGEWIE: Das Musterbeispiel technokratischer Arroganz war die Zerstörung New Yorks durch Robert Moses Autobahnschneisen, in Deutschland haben wir den Stuttgarter Bahnhof. Es lassen sich unzählige lokale Beispiele finden, wo demokratische Mitgestaltung wichtig gewesen wäre, um Bausünden und Planungsmängel vorab zu vermeiden. Die Stadt ist nun einmal der unmittelbare Lebensraum von zwei Dritteln und mehr der Weltbevölkerung, zu dem die Bewohnerinnen und Bewohner ihre eigene und unersetzbare Expertise mitbringen. Damit seien die Techniker, Ingenieure und Planer nicht abgewertet; ihr Wissen ist natürlich unabdingbar. Es geht um den Geist der Kooperation und die Grundannahme, dass in einen so komplexen Prozess wie Stadtentwicklung sehr viele Sachkundige
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zusammentreffen, jeweils mit ihren eigenen Gesichtspunkten. Vielen Großprojekten hätte es trotz des möglichen Mehraufwands an Zeit gut getan, mehr Stimmen einzubeziehen. topos: Sie sprechen sich für eine selbstverständliche, geregelte, nachhaltige Partizipationskultur aus. Was genau verstehen Sie denn darunter? LEGGEWIE: Selbstverständlich heißt, dass jedes größere Bauvorhaben Bürgerbeteiligung vorsieht, geregelt, dass ich mir unter echter Beteiligung kein wüstes Geschrei in einer Stadthalle vorstelle, sondern ein gut moderiertes, ergebnisorientiertes Gespräch, nachhaltig, dass die Bürgerschaft nicht nur bei bestimmten Prestigeobjekten befragt wird, also erst, wenn das Kind oft schon im Brunnen liegt, sondern bei mittel- und langfristigen Projekten der Stadtentwicklung systematisch und vorausschauend einbezogen wird. topos: Partizipation hat viele Facetten. Was macht eine Beteiligung Ihrer Meinung nach erfolgreich? LEGGEWIE: Der ernsthafte Wille der Planer, Laienvorstellungen anzuerkennen, und das ebenso ernsthafte Bemühen der Laien, Sachverstand zu respektieren und eine am Ende wirklich gemeinwohlorientierte Lösung anzustreben. Viel zu oft besteht schon von Beginn an eine Stimmung der Konfrontation zwischen Bescheidwissern und Wutbürgern. Partizipation heißt auch Verantwortung, sie ist kein Ausdruck von Populismus, sondern ein Gegengift gegen grobe Vereinfachung. topos: Herr Leggewie, worin liegen die größten Fallstricke und Grenzen bei der Beteiligung? LEGGEWIE: Die oben kursiv gesetzten Aspekte sind Kernelemente, die den meisten Beteiligungskonzepten fehlen: Dauerhaftigkeit, Repräsentativität und Professionalisierung. Das wird von vielen eher skeptisch bewertet. Dabei ist der größte Fehler partizipativer Politik, dass sie in der Regel schon im Projektstadium steckenbleibt, dass oft nur die „üblichen Verdächtigen“ mitwirken und dass die Verhandlungsführung stümperhaft ist. Gute Moderatoren sind eine wichtige Voraussetzung,
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PROF. DR. CLAUS LEGGEWIE
ist Inhaber der Ludwig-Börne-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bis 2016 war er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Mit Patrizia Nanz schrieb er das gerade in vierter Auflage erschienene Buch „Die Konsultative. Mehr Demokratie durch Bürgerbeteiligung“, das im Wagenbach Verlag Berlin erschienen ist.
weil sie genau jene zur Beteiligung veranlassen, die sich nicht so laut zu Wort melden oder von Autoritäten leicht abbügeln lassen. topos: Eine von Ihnen entwickelte Form der Partizipation sind sogenannte Zukunftsräte. Was genau kann man sich darunter vorstellen, und deckt ihr Modell die genannten Hürden ab? LEGGEWIE: Zukunftsräte sind in der Vorstellung von Patrizia Nanz, wissenschaftliche Direktorin am IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies), und mir dauerhafte Einrichtungen einer Gemeinde, eines Stadtteils, eines Landes oder einer supranationalen Organisation, die wichtige Zukunftsfragen identifizieren und Lösungsvorschläge ausarbeiten, mit denen sich Legislative und Exekutive substanziell und in angemessener Frist befassen und Feedback geben müssen. Einem Zukunftsrat gehören je nach politischer Ebene etwa 15 bis maximal 50 zufällig ausgewählte Personen an, die die Bevölkerung annähernd repräsentativ abbilden und vor allem in ihrer Generationenmischung spiegeln. Die Mitwirkenden treffen sich regelmäßig und erhalten eine maßvolle Aufwandsentschädigung. Die Amtsperiode des Zukunftsrates beträgt etwa zwei Jahre, er wird von einem Team von Verwaltungsmitarbeitern mit Moderationserfahrung unterstützt, die auch an der Geschäftsführung mitwirken.
Porträt: Georg Lukas
topos: Worin unterscheidet sich die Idee von anderen Ansätzen? LEGGEWIE: Für nachhaltige Politik muss man aus dem Ad-hoc-Modus und Präsentismus der üblichen Politik heraus. Im österreichischen Vorarlberg hatte man dem Bürgerrat deswegen eine herausgehobene Rolle gegeben, leider nicht so nachhaltig, wie es das Projekt verdient hätte. topos: Der Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg startete 2019 in einem Modellversuch den Einsatz von Bürgerräten, wissenschaftlich begleitet vom IASS Potsdam. Worin liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Zukunftsräten? LEGGEWIE: Die Initiative wurde „bottom-up“, von einer Bürgergruppierung an die Bezirksbürgermeisterin herangetragen, die an den
Mehrwert des Verfahrens glaubte und Projektmittel des Landes Berlin einwarb, sodass in allen sieben Kiezen des Bezirks zufällig ausgeloste Bürgerräte tagen konnten. Diese waren nicht über einen längeren Zeitraum im Einsatz, aber es bleibt nicht bei einem Pilotprojekt: Nach den ersten Erfahrungen mit den Bürgerräten in 2019 hat der Bezirk im Haushalt für 2020 eigene Gelder für weitere Bürgerräte vorgesehen und auch begonnen, in der Verwaltung entsprechende Beteiligungsexpertise aufzubauen. Wichtig ist uns, dass man mit Konzepten der (zufallsbasierten) Bürgerbeteiligung nicht dogmatisch umgehen kann. Nach dem Grundsatz „form follows function“ ist Flexibilität eine der wichtigsten Gelingensbedingungen für Bürgerbeteiligungsverfahren. So können sich Gremien von Zufallsbürgerinnen und -bürgern in vielen lokalen Initiativen dynamisch und divers entwickeln. topos: Die Grünplanung ist in der Regel projektbasiert. Lässt sich Ihre Idee der Zukunftsräte auch auf den Maßstab „Park“ anwenden? Und wie unterscheidet sich das Ergebnis bei Projekten, die auf einer gelungenen Beteiligung basieren, von solchen ohne? LEGGEWIE: Auch Projekte müssen sich ja in eine Gesamtvorstellung einbetten lassen. Allgemein kann man sagen, dass Projekte mit aufwendiger Bürgerbeteiligung mehr Zeit in Anspruch nehmen mögen, dafür aber besser legitimiert sind und somit viel Ärger, Gerichtsverfahren und nachhaltigen Groll vermeiden, also am Ende vielleicht schneller und billiger verwirklicht werden können. Das ist das Konzept einer Konsultative, einer Art vierten Gewalt, die Parlamente ja nicht abschaffen will, sondern durch gründliche Erörterung unterstützt und stärkt und dafür sorgt, dass die Überlegungen der Bürgerschaft nicht in den Schubladen versenkt werden. topos: Letzte Frage, Herr Leggewie: Eine gute Beteiligung ist das eine. Doch die Ergebnisse in die Realität zu übersetzen ist das andere. Was ist dafür Ihrer Meinung nach entscheidend? LEGGEWIE: Zur Demokratie gehören Vertrauen, Kompromissfähigkeit und Gemeinsinn.
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Der Mehrwert Welchen Wert hat Stadtgrün? Dieser Frage ging ein Forschungsvorhaben nach, um Kommunen ein Instrumentarium an die Hand zu geben, Stadtgrün zu fördern. Bewertung, Management und Kommunikation sind die Schlüssel zum Erfolg.
von Stadtgrün 082
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Datenquelle: Urban Atlas 2012
FRANZISKA MOHAUPT, JESKO HIRSCHFELD
Augsburg war eine der Partnerstädte des Forschungsprojekts „Stadtgrün wertschätzen“. Die Grafik links zeigt aktuelle Flächennutzungen in Augsburg. Auf dieser Basis wurden die Ökosystemleistungen erfasst und quantifiziert.
Die Grafik rechts zeigt den zusätzlichen jährlichen Nutzen für die Bevölkerung Augsburgs durch ein ambitioniertes Szenario zum Ausbau von Grünflächen, in Euro, räumlich differenziert in einem 1-km²-Raster.
Flächennutzung Lückenloses Stadtgefüge (BV: > 80 %) Diskontinuierliches Stadtgefüge, dicht (BV: 50 %–80 %) Diskontinuierliches Stadtgefüge, mittlere Dichte (BV: 30 %–50 %) Diskontinuierliches Stadtgefüge, geringe Dichte (BV: 10 %–30 % Diskontinuierliches Stadtgefüge, sehr geringe Dichte (BV: < 10 %) Isolierte Strukturen Industrielle, kommerzielle, öffentliche Flächen Autobahnen und Schnellstraßen Straßen Eisenbahnflächen Hafenflächen Flughafenflächen Abbaustätten und Entsorgungsflächen Baustellen Brachflächen Öffentliche Grünflächen Sport- und Erholungsstätten Ackerland Dauerkulturen Weideland Mischkulturen Streuobstwiesen Wälder Krautvegetation Vegetationslose, natürliche Flächen Feuchtgebiete, Auen Wasser
Quelle: eigene Berechnungen IÖW, Projekt Stadtgrün wertschätzen
Gesamtbewertung in Euro
< 10.000 10.000–25.000 25.000–50.000 50.000–100.000 100.000–200.000 200.000–300.000 300.000–400.000 400.000–500.000 500.000–600.000 600.000–700.000 700.000–800.000 800.000–900.000 900.000–1.000.000
> 1.000.000 IÖW Stadtgrün Bewertungstool, 2019 Kartengrundlage: Open Street Map
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HAMMER SOUNDS
OFFENE KÜCHE
Gemeinsam laut und leise
Gemeinsam verschieden sein
R
U-RAUHES HAUS
U-HAMME KIRCHE
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SE
n suchen rtier im Qua
RAS
URGST
U-B
2 APRIL
017
17 JULI 20
MÄRZ 2018
BER 2017 SEPTEM
SEPTEMBER 2018
OKTOBER
2018
VORBEREITUNG
OSTSEITENPARLAMENT
OFFENE AUSSCHREIBUNG
OSTSEITENPARLAMENT
FEST
NACHBEREITUNG
OrganisationsTeam bilden
1. Sitzung & Pressekonferenz
für Teilnahme an der Ostseitengalerie
2. Sitzung & Jury Ostseitengalerie
3 Tage, Freitag bis Sonntag
Dokumentation & Start Vorbereitung Bürgerfest 2020
Hammer Park
Burgstrasse Bürgerweide
Steindamm
HAV Hamburg
Berufliche Schule Burgstrasse Oben Borgfelde
Erlösekirche Borgfelde
Borgfelder Strasse
Borgfelde
Kurt-Schumacher Allee
Hauptbahnhof
Bus- Port Hamburg
Thörls Park
Hamm Rauhes Haus
Dreifaltigkeitskirche
Burgstraße
Hammer Landstrasse
Hammer Kirche
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Rosengarten
Berliner Tor
St. Georg HAUPTMENÜ
DE / EN
STADTSPAZIERGANG
MEINE GEEST
KLEINOD
Route
KIND + KEGEL
Km: 5 km Zeit: ca. 75 min.
1. Hallo Katharina! Wähle eine Kategorie:
Alle Orte zeigen
Vorschläge für Kinder jeden Alters mit oder ohne Familie. Spielplätze, Treffpunkte, Chillorte,...
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KUNST + CO
Fester Punkt
18 Bewertungen
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Galerien, Pop-up Kunstszene, Streetart, Orte der Kreativität,...
2. Willst du einen fixen Ort markieren oder auf ein zeitliches begrenztes Ereignis aufmerksam machen?
Der Streetartkünstler Vincent Schulze hat hier seinen düsteren Eindruck der Elbphilarmonie auf einen Stromkasten gesprüht.
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ES WAR EINMAL
Wie die Geest früher aussah, mit alten Bildern und Erzählungen. Die Stadt, die Landschaft und ihre Leute.
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Snappunkt (aktiv 1 Woche)
3. Markiere deinen Ort auf dem Stadtplan
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KLEINOD
KLICK
NATÜRLICH GUT
KLICK
Unendeckte Schätze, Orte mit Potenzial, besondere Blickpunkte.
Route FILTER
AUSSER HAUS
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Kulinarische Tipps im Kiez, Experimentelle Küche, gute Konzerte, beste Cocktails,...
Km: 7,8 Km Zeit: ca. 1,5 St.
30 Bewertungen
Alle Orte zeigen !
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SPORT VOR ORT
5. Schreibe einen kurzen Erläuterungstext
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Fantastisches Eichenexemplar, 1948 gepflanzt. Unbedingt im Herbst besuchen!
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Offiziele Sporteinrichtungen sowie inofizielle Gelegenheiten, sich im urbanen Raum sportlich zu betätigen
6. Bist du mit deinen Angaben zufrieden? Dann klicke auf Hochladen!
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ARCHITEKTONISCH
Spezielle Gebäude, Hinweise auf besondere Details, Tipps für Besucher, Bauzeiten...
Jetzt kann man den Seeregenpfeifer von hier beim Nestbauen beobachten! von: Paul
ICH BIN HIER
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STRAND
4. Lade dein aussagekräftiges Foto hoch
Kurz dem Alltagsstress entfliehen und die eignen Kräfte messen? Unbedingt am Kletteorit vorbei, aber Vorsicht macht süchtig!
NATÜRLICH GUT
Bäume, Pflanzen und Blumen und wie sie sich mit den Jahreszeiten verändern. Die Tiere, die die Stadt mit uns teilen.
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Der beste Stadthonig Hamburgs!
STRAND
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Fantastisches Eichenexemplar, 1948 gepflanzt. Unbedingt im Herbst besuchen!
von: Daniel
von: Katharina
150 Bewertungen
21 Bewertungen
Dein Standort und was um dich herum passiert. Lass dich überraschen!
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Projekte, die umgesetzt werden: #17 Geschmacksträger #87 Kletteorit #8 Hoch Sitzen #38 Fit For Geest
#15 #9 #226 #200
Co-Kreation Im Diskurs um die Zukunft unserer Städte werden nicht selten globale Konflikte wie Forderungen nach Gerechtigkeit und Teilhabe auf lokaler Ebene ausgefochten. Die Bühne hierfür ist häufig der öffentliche Raum – die Agora der Gesellschaft. Damit Projekte auch langfristig erfolgreich sind, braucht es maßgeschneiderte Beteiligungsformate und eine co-kreative Haltung, die Wissen und Expertisen zusammenbringt. ASTRID GROSSMANN, TRISTAN LANNUZEL, BJÖRGE KÖHLER
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topos Special
Aktiver Thörls Park Die Geestschaukel Fledermausliegewiese Hammer Turm
#146 Spray + Dance
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#221 Horner Paradiese
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Markt und Kultur vor der Horner Freiheit
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Grüner Faden
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AUSLEIHEN-FAHREN-ABGEBEN-WERKSTATT/SERVICE
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Kleingärtner Vereinigung Horn-Nord e.V.
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Rennbahnstrasse
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Öjendorfer Friedhof
Dannerallee
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Öjendorfer See
Horner Moor Durchwegung Kleingärten
Sievekingsallee Stadtteilhaus Horner Freiheit
Durchwegung Kleingärten
Horner Rennbahn
Blohms Park
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Horner Geest
Horner Kreisel
Das Rauhe Haus
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Manshardtstrasse
Horner Rennbahn
Wichern-Schule
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Hermannstal
Kleingärten
Horner Landstrasse Bergedorfer Strasse
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Billstedt
Illustration: ©urbanista (Illustrationen: Teilnehmende Büros)
25 Projekte, die beim Beteiligungsprozess für die Landschaftsachse „Deine Geest“ in Hamburg die meisten Stimmen erhalten haben.
An städtischen Grünräumen wird deutlich, dass die Herausforderungen der Stadtentwicklung nicht nur zahlreicher, sondern immer komplexer werden. Die wachsenden und dichter werdenden Städte bringen steigende Erwartungen und Diskussionen um das „Dazwischen“ mit sich. Denn wie alle Freiräume übernimmt auch das Stadtgrün vielfältige Funktionen: klimatische, gesundheitliche, soziale, ökologische etc. Und: Mit der steigenden Anzahl an Nutzerinnen und Nutzern und dem wachsenden Druck, Wohnraum zu schaffen und damit Flächen zu versiegeln, wachsen auch die Nutzungskonflikte um das rare Gut Stadtgrün. Gleichzeitig muss der zunehmenden sozialen und kulturellen Vielfalt und knappen kommunalen Kassen Rechnung getragen werden. Die Antworten auf diese Fragen lassen sich
nicht allein finden. Hierfür braucht es Expertinnen und Experten, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, die Verwaltung und vor allem auch diejenigen, die die Räume täglich nutzen – die Bürgerinnen und Bürger der Stadt: um gemeinsam zu denken, abzuwägen, zu entscheiden und schlussendlich die Ergebnisse auch langfristig zu tragen. Dies setzt neue Formate der Aushandlung voraus, die die Menschen vor Ort von Beginn an als Co-Autoren sehen und sie Teil der kreativen und planerischen Prozesse werden lassen. Und es setzt Verfahren voraus, die nicht nur Pläne hervorbringen, sondern auch den Prozess für eine entsprechende Transformation, Umsetzung und Verstetigung entwerfen. Ein Beispiel für ein solches Verfahren ist das Hamburger Projekt „Deine Geest“.
Bürgerprojekte für Hamburgs längsten Park Die Landschaftsachse Horner Geest bezeichnet ein neun Kilometer langes grünes Band vom Hauptbahnhof bis zum Öjendorfer Park im Osten Hamburgs. In den nächsten Jahren soll hier Hamburgs längster Park entstehen. Dafür brauchte es, neben einem übergeordneten landschaftsplanerischen Konzept, auch Ideen, die den Park mit Leben füllen. Der begleitende Mitwirkungsprozess „Deine Geest“ offerierte ein ganz besonderes Angebot: Eine Million Euro für die Umsetzung von Bürgerprojekten entlang der Achse. Das komplexe, mehrstufige Verfahren war ein Dreiklang aus Aneignung, Versprechen und Mitwirkung. Es blieb dabei nicht bei einer reinen Ideensuche, sondern brachte Bürgerinnen und Bürger mit Teams der
topos
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