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Mappe0316 Leseprobe

Page 1

Die Malerzeitschrift 03/2016

Wissen wie’s geht – wissen was kommt

Von

A Z bis

Produkte + Präsentationen + Termine

IM BRENNPUNKT

ARBEITSZ T U CTEH S UN RSCHÄTZTE GEFAHR!

Branchensoftware Die »Richtige« finden

Mit professioneller Malersoftware effizienter steuern und arbeiten

Forschungsprojekt Holzbeschichtungen

Die Dauerhaftigkeit von Holzbeschichtungen wurde geprüft

Trends und Chancen Licht mit Farbe kombinieren

Lampen und Leuchten als dekoratives Element für Fassadengestaltungen


INHALT // AUSGABE 03/2016

06

FAF Viele Innovati-

onen warten auf die Messebesucher

IM BRENNPUNKT

32

Präventiver Arbeitsschutz zahlt sich für alle aus

42

Marketing Als Betrieb

muss man ins Auge fallen, um wahrgenommen zu werden, am besten im öffentlichen Bereich

57

AKTUELL // 06 22 26 28 96

FARBE, AUSBAU & FASSADE Messe Meldungen München erkunden Meldungen Panorama

Umweltverträglich

Regenwasser kann Inhaltsstoffe aus der Fassade auswaschen. Sind diese umweltgefährdend?

KUNDENAUFTRAG // 42

Marketing

46

Technik // Risssanierung

Werben ‒ aber sichtbar

Risse vermeiden

50

Forschungsprojekt Damit Holz länger hält

IM BRENNPUNKT // 32

Arbeitsschutz

Viele Maler nehmen den Arbeitsschutz erst dann ernst, wenn einer ihrer Mitarbeiter im Unternehmen verunglückt und Berufsgenossenschaft und Staatsanwaltschaft unangenehme Fragen stellen. Präventiver Arbeitsschutz erspart nicht nur solchen Ärger ‒ er rechnet sich auch.

4 • MAPPE 03/16

57

Umweltverträglichkeit

60

Innenfarben

64

Reaktionsharzbeschichtung

70

Raumgestaltung

76

Branchensoftware

Was von der Fassade kommt

Der Fleck muss weg! Schutzschicht für besondere Ansprüche Der erste Eindruck zählt

Welche ist »die Richtige«?


pen und Leuchten als dekoratives

Element für die Raum- und Fassadengestaltung nutzen

TRENDS UND CHANCEN // 88

Trends erkennen // Licht

92

Chancen nutzen // Licht

Und es ward Licht

Lichtblick für Maler

RUBRIKEN // 03 04 38 82 84 85 86 98

Editorial Inhalt Dialog // Lieblingsobjekt Schaufenster // Baufachkongress Schaufenster // Materialien und Produkte Impressum Malerquellen Vorschau // Heft 04/2016

DIE MAPPE IM INTERNET // Webseite // www.mappe.de facebook // www.facebook.com/Mappe.Malerzeitschrift pinterest // www.pinterest.com/diemappe

Fotos: Zumtobel, GHM, Ströer SE, Fraunhofer IBP; Covermotiv: Little Green

88

Trends und Chancen Lam-


IM BRENNPUNKT //

ARBEITSSCHUTZ

e t z t ä h c Unters

r h a f Ge

ARBEITSUNFÄLLE Viele Maler nehmen den Arbeitsschutz erst dann ernst, wenn einer ihrer Mitarbeiter im Unternehmen verunglückt und Berufsgenossenschaft und Staatsanwaltschaft unangenehme Fragen stellen. Präventiver Arbeitsschutz erspart nicht nur solchen Ärger ‒ er rechnet sich auch.

M

alermeister Sebastian Epe kann

heilte nie richtig. Erst konnte der Kollege nur

los, weil Epe sämtliche arbeitsschutzrecht-

sich noch gut an einen Unfall in

noch Teilzeit arbeiten, schließlich gar nicht

lichen Vorschriften eingehalten hatte.

seinem Betrieb erinnern, ob-

mehr, schließlich musste er in Frührente ge-

wohl der mittlerweile sechs Jahre zurück-

hen. »Das ist ein tragischer Fall, der Kollege

Kein Grund zur Entwarnung

liegt: Einer seiner Mitarbeiter war auf einer

hat immer gern und engagiert gearbeitet«,

103.731 Unfälle auf Baustellen verzeichnete

Baustelle von einem Zimmergerüst aus rund

sagt der Chef von zwei Betrieben in Rem-

die Berufsgenossenschaft Baugewerbe (BG

80 cm Höhe gefallen und hatte sich den Arm

scheid und Köln mit insgesamt 20 Mitarbei-

Bau) im Jahr 2014. Macht im Durchschnitt

gebrochen. Es folgten mehrere Operationen

tern. Immerhin übernahm die Berufsgenos-

mehr als 50 Unfälle pro 1.000 Arbeiter. Und

über Jahre hinweg, doch die Verletzung

senschaft die Behandlungskosten anstands-

das heißt im Umkehrschluss: Jeder zwan-

32 • MAPPE 03/16


Michael Meetz Managementberatung UVE, Berlin

»Viele Maler nehmen den Arbeitsschutz nach wie vor überhaupt nicht ernst.«

Glück sein«, warnt Meetz. »Wer hingegen in

Wissen der Maler im richtigen Umgang zum

den Arbeitsschutz investiert, verringert aktiv

Beispiel mit Leitern, Gerüsten und elektri-

das Unfallrisiko.« Und spart damit unterm

schen Geräten auf. »Einige Aspekte wie den

Strich, denn Arbeitsschutz rechnet sich: Der

richtigen Umgang mit Leitern muss man im-

so genannte »Return on prevention«, also

mer wieder predigen«, sagt Wiesler. »Insge-

der finanzielle Vorteil des Arbeitsschutzes,

samt akzeptieren die meisten Kollegen den

liegt für deutsche Unternehmen im Durch-

Arbeitsschutz aber als sinnvolles Instru-

schnitt bei 2,2. Das hat eine Studie der Deut-

ment, um Unfälle zu vermeiden.« Außerdem

schen gesetzlichen Unfallversicherung erge-

prüfen speziell geschulte Kollegen von

ben. Heißt: Jeder in den Arbeits- und Ge-

Wiesler sowie externe Spezialisten die Werk-

sundheitsschutz investierte Euro bringt 2,20

zeuge, persönliche Schutzausrüstung der

Euro an Einsparungen in Form von vermie-

Mitarbeiter und die Fahrzeuge der Firma. Sie

denen unfall- und krankheitsbedingten Aus-

schauen zum Beispiel nach, ob Gitter und

fällen.

Netze zur Sicherung von Ladung an Bord und intakt sind. Seine Lehrlinge schickt

Jedes Jahr stürzen rund 9.000 Arbeiter auf deutschen Baustellen von einer Leiter

zigste Arbeiter hat einen meldepflichtigen Unfall erlitten. Zwar ist die absolute Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um rund 5.400 Unfälle gesunken, weil immer mehr Firmen ihren Arbeitsschutz verbessern. Grund zur Entwarnung sehen Experten dennoch nicht, das gilt insbesondere auch für das Malerhandwerk: »Viele Maler nehmen den Arbeitsschutz nach wie vor überhaupt nicht ernst«, sagt Michael Meetz, Geschäftsführer der auf Arbeitsschutz im Bau spezialisierten Managementberatung UVE aus Berlin. Unfallverhütung kostet schließlich erst einmal Zeit und Geld, und der Nutzen ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, wenn ein Malerunternehmen seit Jahren und Jahrzehnten läuft, ohne dass je etwas passiert

Engagement zahlt sich aus Beim

Wiesler zwei Mal im Jahr auf eine Weiterbil-

Maler-Großunternehmen Heinrich Schmid

dung rund um Arbeitssicherheit, hinzu kom-

zählen umfassende Arbeitsschutzmaßnah-

men Spezialschulungen für Hubarbeitsbüh-

men deshalb bereits seit vielen Jahren zum

nen. Zudem haben sich bereits 70 Mitarbei-

Geschäft: »Arbeitsschutz rechnet sich«, sagt

ter am Standort zu Ersthelfern ausbilden las-

Eugen Wiesler, Fachkraft für Arbeitsschutz

sen. »Das Engagement macht sich

am Standort Eschbach. Wiesler organisiert

bemerkbar«, sagt Wiesler. »Die Unfälle, bei

beispielsweise einmal im Jahr einen Sicher-

denen Mitarbeiter mehrere Tage ausfallen,

heitstag für die 138 gewerblichen Mitarbei-

sind in den vergangenen Jahren zur absolu-

ter. An diesem Tag frischen Experten das

ten Ausnahme geworden.«

ARBEITSUNFÄLLE

Nicht die Regel – aber auch keineswegs die Ausnahme

Jährlich verunglückt rund jeder zwanzigste Arbeiter auf dem Bau.

Zahl der Unfälle Meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Arbeiter in Vollzeit im Baugewerbe Meldepflichtige Arbeitsunfälle im Baugewerbe gesamt Tödliche Arbeitsunfälle Baugewerbe gesamt Meldepflichtige Arbeitsunfälle Maler, Gebäudereiniger und verwandte Berufe Tödliche Unfälle Maler

2014 55,87 103.731 81 15.680 2

Quelle: uve GmbH, basik-net

wäre. »Das kann aber genauso gut pures

MAPPE 03/16 • 33


DIALOG // LIEBLINGSOBJEKT

Schwarz GmbH aus Arnstorf

Kaffee zwischen Tapeten

Shortlist-Platzierung Für den Sieg hat es nicht ganz gereicht, trotzdem wollen wir die Bewerber wür-

K

affeeduft stieg in die Nasen, als

nur Gestaltungsideen für ihre Innenräume,

die Mappe-Redaktion das Paket

sondern auch Kaffee.

von der Schwarz GmbH aus Arn-

Mit der »Tapeteria« bietet das Team in

storf öffnete. Hunderte schwarze Bohnen la-

seinen Ausstellungsräumen neben Tapeten-

gen darin und begruben das Bewerbungs-

inspirationen eine kleine Cafeteria. »Für un-

digen, die es auf die Shortlist des Wettbe-

schreiben unter sich und dem kräftigen

sere anspruchsvollen Kunden sollte ein ge-

werbs zum MALER DES JAHRES geschafft

Röstaroma. Ein Vorgeschmack auf das Kon-

mütlicher, ansprechender Beratungsbereich

haben. Jeden Monat stellen wir zwei Ma-

zept, für das Christian Schwarz und sein Ma-

geschaffen werden«, erklärt Christian

lerbetriebe vor, die mit ihren Arbeiten

lerbetrieb stehen und mit dem sie sich als

Schwarz. »Bei einem guten Kaffee wollten

fast genauso beeindrucken konnten wie

Unternehmen für MALER DES JAHRES be-

wir gemeinsam mit Kunden in den Muster-

die Gewinner. Los geht’s mit der Schwarz

worben hatten. Denn in dem Fachgeschäft

büchern aussuchen und vergleichen. So ka-

GmbH und Nicole Ulsch von WohnArt.

für Farben holen sich Kunden nicht einfach

men wir auf die Idee: Warum nicht ein

38 • MAPPE 03/16

Fotos: Schwarz GmbH

Shortlist


scheibe. Den Boden belegte das Team mit alten Brettern. Auf einem Monitor läuft im Winter eine Lagerfeuer-Simulation und im Sommer zeigt sich ein Aquarium mit bunten Fischen. Eine gemütliche Atmosphäre ist es, die den Kunden vermittelt werden soll, wenn sie sich in der Tapeteria aufhalten. Auf einem Wandbord sind außerdem Tapetenbücher, Farbtonkarten und ein iPad für die Kundenberatung untergebracht. Das Firmengebäude der Schwarz GmbH beherbergt einen ganz besonders Ausstellungsraum und lädt mit der »Tapeteria« zum Verweilen ein

Mit eigens veranstalteten Workshops will die Schwarz GmbH die Tapeteria nutzen, um Kunden noch mehr für Tapeten und Gestaltung zu begeistern. »Einer unserer Gesellen führt dabei Tapezier- und Anstrichtechniken vor. Nach dem Workshop gibt es dann noch ein Tapeteria-Säckchen mit Prospekten und netten Give-aways«, fügt

Das Team sorgt für entspanntes Ambietene. Auf einem Monitor ist im Winter ein Kaminfeuer, im Sommer ein Aquarium zu sehen

Schwarz in seinem Bewerbungsschreiben hinzu. Gleichzeitig nutzt der Betrieb das gemütliche Ambiente für interne und externe Schulungen. Gemütliche Atmosphäre beim Malerbetrieb: Bei Kaffee und Gebäck mit Kunden über Raumkonzepte sprechen

Mit einem Budget von 4.000 Euro, das laut Schwarz »sehr gering« für ein solches Vorhaben war, schaffte es das Team, die

kleines Café in die Ausstellung integrieren?« Ein Wohlfühlbereich sollte es werden,

Ausstellung und den Beratungsbereich aufzuwerten und dem Kunden ein ange-

mit viel Holz, Metall, Farbe und auch ein we-

nehmes Umfeld während seines Besuchs zu

nig Technik. Aus alten Balken bauten sie in

bieten. Das solle vor allem auch andere Kol-

einem Bereich von drei bis fünf Metern eine

legen ermuntern, in die Präsentation ihrer

Überdachung. Die Wandbekleidung gestal-

Arbeit und Leistung zu investieren, so die

tete sich aus geschliffenem und geöltem

Worte des Malermeisters. »Nur wenn man

Altholz. Es folgten Tapeten in Steinoptik,

zeigt, was man kann und was möglich ist,

grüne Wandfarbe und eine Silhouette von

kann man sich vom Mitbewerber abheben

Arnstorf in Glasdekorfolie an einer Fenster-

und erfolgreich am Markt agieren.«

Weil sauber einfach besser ist. Besuchen Sie uns auf der FAF: Halle A1 Stand 402

Mit eigens veranstalteten Workshops kann die Schwarz GmbH die Kunden in der Tapeteria noch mehr für Tapeten und Gestaltungen begeistern

Staubfrei zu mehr Qualität: das Festool Absaugsystem. Den Staub können wir nicht verhindern. Aber in gesunde Bahnen lenken. Dabei geht es uns vor allem um eins: Ihre Gesundheit. Auf unserem Messestand an der Farbe, Ausbau und Fassade in München zeigen wir Ihnen auf was es beim Arbeiten in staubhaltiger Umgebung wirklich ankommt. Schauen Sie vorbei und sichern Sie sich außerdem Ihr persönliches Festool Andenken in unserer Fotobox! Erleben Sie den Unterschied! Live auf unserem Messestand 402 in Halle A1 in München oder vorab unter www.festool.de/staubfrei


KUNDENAUFTRAG // RAUMGESTALTUNG

Der erste Eindruck zählt

Erfrischend grün: In einem Treppenhaus erlebt man Farben aus immer anderen Perspektiven. Der Korridor wurde in einem weichen Grün gestrichen, wodurch die weißen, paneelierten Türelemente besonders betont werden. Das Absetzen der Wände nach oben in Weiß schafft Helligkeit

70 • MAPPE 03/16


FLURGESTALTUNG Der Eingangsbereich einer Wohnung oder eines Hauses wird meist stiefmütterlich behandelt. Mit Farbe, Bodenbelägen und Accessoires lässt sich aus einem reinen Funktionsort ein schöner und sympathischer Raum als Auftakt der Wohnung gestalten. Wie das gelingen kann, schildert Tine Kocourek, Expertin für Büro- und Raumgestaltung.

F

ür den ersten Eindruck gibt es keine

WAS IHRE KUNDEN WÜNSCHEN

zweite Chance. Lernen Sie einen

Mit diesen Fragen können Sie die wichtigsten Bedürfnisse und Wünsche erfra-

Menschen kennen, entscheiden oft

gen, um bei der Gestaltung auf der sicheren Seite zu sein:

die ersten zehn Sekunden über Sympathie oder Antipathie. Genauso geht es Men-

 Wie würden Sie den Flur lieber nutzen/gestalten?

schen, wenn sie zum ersten Mal einen ihnen

 Was soll der Flur über Sie und Ihre Familie aussagen?

unbekannten Raum betreten.

 Wie nutzen Sie und Ihre Familie den Flur?

Das meiste, was wir als Menschen wahr-

 Wie wohl fühlen Sie sich im Flur?

nehmen, passiert unbewusst. Aus den Sin-

 Was mögen Sie im Flur?

neswahrnehmungen wie sehen, hören, riechen und tasten stellt das Gehirn eine Information zusammen, die ein Gefühl hervorruft. Dieses Gefühl sagt uns, ob es uns hier gefällt oder ob wir lieber vorsichtig sind.

gen Schuhe, Jacken, Mäntel, Fahrradhelme

schranks vertragen auch eine kräftige Farbe.

Und dieses Gefühl entsteht viel schneller als

und allerlei Freizeituntensilien den Ein-

»Die Menge macht die Musik«, sagt ein

die bewusste Wahrnehmung. Dieses Wissen

gangsbereich. Besonders bei Familien mit

Sprichwort. Dosieren Sie die Farbmengen

aus der Wahrnehmungspsychologie nutze

Kindern wollen diese gut untergebracht

deshalb vernünftig.

ich, um mit Gestaltung das Raumgefühl ak-

sein.

tiv zu steuern.

Beraten Sie Ihre Kunden so, dass sie den Mut haben, ein extravagantes Farbkonzept

Tipps zur Wandgestaltung Farbige

zu realisieren. Der Flur ist ein Durchgangs-

dieser Mechanismus eine besondere Rolle,

Wände lassen einen kleinen Eingangsbe-

zimmer und verbindet unterschiedliche

werden sie doch als erster Raum einer Woh-

reich größer wirken. Weiß eignet sich als

Räume miteinander. Dank dieser Sonder-

nung betreten. Leider schenkt man dem

Wandfarbe weniger. Es wirkt kalt und wird

stellung kann der Flur vom übrigen Farb-

Eingangsbereich häufig zu wenig Achtung.

schneller schmutzig als ein etwas dunklerer

Oft wirkt er öde, traurig oder abweisend.

Farbton. Ein kleiner Raum erscheint mit hel-

Flure und Treppen gelten als reine Funkti-

ler Wandfarbe deutlich größer und anspre-

onsbereiche, auf die man viel weniger Mühe

chender. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn

verwendet als auf die eigentlichen Wohn-

auch die Möbel hell gehalten sind ‒ am be-

räume. Dabei ist der Eingang die Visitenkar-

sten im ähnlichen Farbton wie die Wand.

te der Wohnung oder des Hauses und über-

Zusätzlich wirken große Farbflächen ru-

nimmt eine wichtige Funktion. Im Feng Shui

higer. Deshalb sollte man möglichst auf auf-

zum Beispiel gilt der Flur als Energiesammel-

fallende Muster und große Kontraste ver-

platz. Die Energie, Qi genannt, sammelt sich

zichten und besser sanfte Kontraste einset-

am besten in einem ordentlichen, gut be-

zen.

In Fluren und Eingangsbereichen spielt

leuchteten und schön gestalteten Raum.

Besonders kühle Farbtöne wie zartes

Von dort kann sie in die anderen Wohnräu-

Hellblau oder Hellgrün lassen den Flur wei-

me fließen. Der Flur soll die Energie anzie-

ter erscheinen. Naturholzmöbel kombiniert

hen und sanft weiterleiten. Deshalb rate ich

mit einem zarten Hellblau an der Wand er-

meinen Kunden, den Eingang bewusst zu

zeugen eine wunderschöne und leichte

gestalten. Das gelingt am besten mit einem

Wohnatmosphäre.

Raum- und Farbkonzept. Meist sind die Flure klein, schmal, lang

Schlichter Akzent: Eine Dekorleiste unterteilt die gleichmäßig blaue Wandfläche und wird zum schmückenden Accessoire

Besonders edel wirkt es, wenn man den unteren Wandbereich farblich absetzt und

und ohne Fenster und deshalb düster. Des-

ihn mit einer Bordüre betont. Flure vertra-

halb gilt es, den dunklen Flur freundlicher zu

gen durchaus kräftige Farben. Betonen Sie

gestalten, optisch zu weiten und ihm eine

die Stirnseiten eines langen Flures mit kräfti-

neue Ordnungsstruktur zu geben. Ordnung

gen Farbtönen. Einzelne Wandteile zwi-

zu halten ist gar nicht so einfach: Meist prä-

schen Türen oder die Seiten eines Einbau-

MAPPE 03/16 • 71


TRENDS // LICHT

Und es ward Licht

LEUCHTMITTEL Künstliches Licht beschränkt sich schon lang nicht mehr allein auf seine dienende Funktion. Effizient soll es sein, nicht nur funktional, und inzwischen auch ästhetisch. Lampen und Leuchten als dekoratives Element für die Raum- und Fassadengestaltung zu nutzen, hat sich in den letzten Jahren zu einem wahrhaftigen Trend entwickelt.

D

ie Geschichte der Glühlampe ist tra-

Über 130 Jahre ist ihre Erfindung nun

gisch. Ausgestoßen von der Gesell-

her. Im Jahr 1879 meldete Thomas Alva Edi-

lichen Umständen unsichtbar bliebe.

schaft wurde sie später sogar verbo-

son das Patent für die Glühlampe an, doch

Leuchtmittel wurden zweckmäßig einge-

ten. Im Baumarkt sucht man vergeblich nach

seitdem hat sich viel getan in der Beleuch-

setzt, um Kommunikation und Arbeit zu er-

ihr, ihr Licht ist längst erloschen. Und das, ob-

tungsindustrie. Lange stand die Funktionali-

möglichen und Informationen vermitteln zu

wohl ihre Erfindung den Markt revolutionierte,

tät des künstlichen Lichts im Vordergrund.

können.

die Industriegesellschaft erstmalig und dauer-

Licht diente, und zwar dann, wenn das Ta-

haft zum Leuchten brachte und viele ihr ange-

geslicht nicht mehr ausreichte, um Men-

Alternativen für die Glühlampe

nehm warmes Licht schätzten.

schen Orientierung und Sicherheit zu bie-

Neben der dienenden Funktion von Licht

88 • MAPPE 03/16

ten. Licht machte sichtbar, was unter natür-


kamen bald ökologische Aspekte hinzu, die

Die HARPA Reykjavik Convert Hall in der isländischen Hauptstadt

der Entwicklung von Leuchtmitteln eine neue Richtung gaben. Die Glühlampe nämlich ist extrem ineffizient. Den Großteil ihrer Energie gibt sie in Form von Wärme ab. Lediglich fünf Prozent beträgt dagegen ihre Lichtausbeute. Auflagen zum Energiesparen und ein kontinuierlicher Erfindungs- und Verbesserungsdrang von Industrie und Wissenschaft waren es, die zu den zahlreichen Alternativen führten, die wir

Erst neu eröffnet hat das Motel One London-Tower Hill. Nachts zeigt sich die LED-Fassade in bunten Farben

heute im Handel finden. Halogen-, Leuchtstoff-, und Energiesparlampen eroberten den Markt, um den Richtlinien der EU für mehr Nachhaltigkeit und den gesetzten Klimaschutzbeschlüssen

Menschen hat. »Der biologische Tag- und

gerecht zu werden.

Nacht-Rhythmus, aber auch Herzfrequenz, Blutdruck und Stimmung wird vom Sonnen-

Gesundheitliche Auswirkung von Licht Doch der Aufschrei der Bevölkerung

licht gesteuert.« Denn der Wechsel von Ta-

war groß, Nostalgie machte sich breit und

Uhr und den biologischen Rhythmus. Hor-

viele wünschten sich die Glühlampe und ih-

mone ‒ Melatonin und Cortisol, das eine

re angenehme rötliche Leuchtkraft zurück.

verantwortlich für Müdigkeit, das andere für

Ihr Lichtspektrum gleicht dem der Sonne,

Aktivität und Stress ‒ werden freigesetzt, die

was die Farbwiedergabe für uns Menschen

darüber bestimmen, ob wir uns müde füh-

wiederum attraktiv macht. Diplom-Farbde-

len oder wach.

geslicht und Dunkelheit taktet die innere

Aus diesem Grund, folgert Kocourek, tra-

signerin Tine Kocourek weiß, welche Aus-

ge Licht zum Wohlbefinden, der Konzentra-

wirkung Tages- und Sonnenlicht auf den

Effizienz der Lichtquellen LED NatriumdampfHochdrucklampen Halogen-Metalldampflampen Leuchtstofflampen (T8, T5)

Theoretische Grenze

Kompakte Leuchtstofflampen QuecksilberdampfHochdrucklampen Niedervolt HalogenGlühlampen Glühlampen

0

20

40

60

80

Lumen/Watt (ohne Verluste durch Vorschaltgeräte)

100

120

140

160

180

200

220

240

Quelle: Licht.de

MAPPE 03/16 • 89


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