Skip to main content

Englands schönste Gartenschätze

Page 1

ENGLANDS SCHÖNSTE

GARTENSCHÄTZE Kathryn Bradley-Hole Mit einem Vorwort des Duke of Devonshire


ENGLANDS SCHÖNSTE

GARTENSCHÄTZE Kathryn Bradley-Hole Mit einem Vorwort des Duke of Devonshire Mit einem Nachwort von Anja Birne

CALLWEY


I N H A LT

V O RW O R T D E S DUKE OF DEVONSHIRE 9

5 WA S S E R S T I M M U N G E N 1 0 3 Blenheim Palace, Oxfordshire 107 Stanbridge Mill, Dorset 111

EINFÜHRUNG 13

Woolbeding House, West Sussex 117

6 C O T TA G E - G Ä R T E N 1 2 3 1 FORMSCHNITT 31

South Wood Farm, Devon 129

Haseley Court, Oxfordshire 37

Greyhounds, Oxfordshire 135

Warnell Hall, Cumbria 43

Gwaenynog, Denbighshire 141

Allt-y-Bela, Monmouthshire 49

2 KIRCHLICHE GÄRTEN 55

7 PFLANZENSAMMLUNGEN UND -SAMMLER 147

Burford Priory, Oxfordshire 59

Leonardslee, West Sussex 151

Garten des Bischofspalasts von Wells, Somerset 63

Bramdean House, Hampshire 157

Domfreiheit der Kathedrale von Canterbury, Kent 69

3 FORMALE GÄRTEN 73

8 IM ÜBERBLICK: G E WÄ C H S H ÄU S E R 1 6 3

Hilborough House, Norfolk 79 Herterton House, Northumberland 85 Barnsley House, Gloucestershire 91

9 KÜCHENGÄRTEN 171 Gravetye Manor, West Sussex 177 Knightshayes Court, Devon 183

4 I M Ü B E R B L I C K : PA R K S 9 5


SEITE 1 Rosen ranken über die Pergola von Culland Hall, Derbyshire. SEITE 2 Hof der Old Rectory in Naunton, Gloucestershire.

SEITE 4 Symmetrische Eibenhecken schirmen den Garten von Ousden House in Suffolk ab und lenken das Auge zugleich auf schöne Ansichten. RECHTS Der kürzlich angelegte Spiegelteich von Bryan’s Ground in Presteigne. An den Ufern Schwertlilien unter Obstbäumen.

10 SCHNITTBLUMENGÄRTEN 187 Chatsworth House, Derbyshire 191 Parham House, West Sussex 197

1 4 R E S TAU R I E R U N G E N UND NEUERFINDUNGEN 265 Biddulph Grange, Staffordshire 269 Upton Grey, The Manor House, Hampshire 275

11 IM ÜBERBLICK: RASEN 201

1 2 A R T S -A N D - C R A F T S - G Ä R T E N 2 1 3 Munstead Wood, Surrey 219 Perrycroft, Herefordshire 227 Sissinghurst Castle, Kent 233 Great Dixter, East Sussex 239

13 ROSENGÄRTEN 247

Orpheus, Boughton House, Northamptonshire 281

15 MODERNE GÄRTEN 285 Scampston Hall, North Yorkshire 289 Broughton Grange, Oxfordshire 295 Old Rectory, Naunton, Gloucestershire 299 Hauser & Wirth, Bruton, Somerset 305

NACHWORT VO N A N J A B I R N E 309

Borde Hill, West Sussex 251 Culland Hall, Derbyshire 255 Elsing Hall, Norfolk 259

ÜBERSICHTSKARTE 310 B E S U C H E R I N F O R M AT I O N E N 3 1 3 AU S G E WÄ H LT E BIBLIOGRAFIE 315 DA N K 3 1 6 REGISTER 317 IMPRESSUM 320


VO RW O R T DUKE OF DEVONSHIRE

Seit Hunderten von Jahren ist das Gärtnern ein wichtiger Bestandteil der englischen und britischen Kultur. Dieser Bildband über englische Gärten erinnert daran, dass die gepflegten und gehegten Flächen um menschliche Behausungen heute ebenso bedeutsam sind wie immer schon. Derzeit gärtnern mehr Menschen, und das auf höherem Niveau, als je zuvor. Cottage-Gärten sind en vogue. The Yellow Book (das Gärten verzeichnet, die ein- oder zweimal jährlich zu Wohltätigkeitszwecken ihre Pforten öffnen) wird von Jahr zu Jahr dicker. So viele und so gute mittelgroße bis große Privatgärten wie heute gab es noch nie. Die Gartenkultur im Vereinigten Königreich gedeiht prächtig. In puncto Bildung und Nachhaltigkeit ist die Royal Horticultural Society (RHS) führend. Sie widmet sich diesen beiden Bereichen mit beachtlichem Elan, und auch ihre Gartenschauen erfüllen höchste Standards. Als die RHS 2016 verkündete, ihre aktuelle Schau werde hier auf Chatsworth stattfinden, überraschte mich die Reaktion der Bevölkerung: Regional und überregional wurde die Entscheidung zu Recht als große Anerkennung Derbyshires wahrgenommen, vor allem weil die RHS bei unserer fünftägigen Schau anders als bei den vielen anderen Garten-Events auf Qualität und wohlbegründete Innovation setzte. Wie in der Kultur überhaupt, so ist auch im Gartenbau die Mode eine mächtige und wechselhafte Kraft. Neue Gartenstile kommen und gehen irritierend rasch. Dank kompetenten Züchtern stehen heute viel mehr länger blühende, süßer duftende, schädlingsresistentere Pflanzen zur Wahl. Amanda und ich leben seit 13 Jahren auf Chatsworth und haben in dieser Zeit im Garten und Park natürlich einige Veränderungen vorgenommen. Meine Eltern haben mehr als 50 Jahre lang hervorragende Arbeit geleistet, indem sie den Garten bewahrt, erneuert und verschönert haben. Wir beschlossen, in einer Hinsicht andere Wege zu gehen. Nach ein paar Jahren, die wir mit Roden, Ausdünnen und einigen mäßig erfolgreichen Neupflanzungen verbracht hatten, trafen wir gemeinsam mit unserem Obergärtner Steve Porter eine Entscheidung. Wir waren uns einig, dass bei allem Interesse an Pflanzen und Gärten keiner von uns dreien in der Lage war, das große Ganze zu überblicken und entsprechend zu planen und zu pflanzen. Daher baten wir vor einigen Jahren Dan Pearson und Tom StuartSmith, Teile des Gartens in ihrem jeweiligen Stil neu zu gestalten. Seitdem

Chatsworth House in Derbyshire, der Hauptsitz des Duke of Devonshire. Ein formaler Garten im direkten Umfeld des Schlosses leitet zu einem prächtigen Landschaftspark mit historischen Wasserspielen über. Capability Brown schuf die Anlage zwischen Ende der 1750er-Jahre und 1765 – und nutzte dabei die wunderbare Lage in den Hügeln des Peak District optimal.

9


Verdoppelte Pracht: Der Canal Pond von 1702/1703. Der Eindruck, das Schloss erhebe sich aus dem Wasser, beruht auf einem optischen Trick: Der Teich wurde ein paar Zentimeter erhöht in die Rasenfläche vor dem Schloss gesetzt.

10

hat sich das Gesamtbild bereits enorm verändert, und im Laufe der Zeit wird die Natur dies noch deutlicher werden lassen. In erstaunlich kurzer Zeit ist es Steve Porter und seinem wunderbaren Team gelungen, ganz besondere Projekte zu realisieren, die sogar die Bruthitze 2018 mit nur wenigen Pflanzenverlusten überstanden haben. Der Zuwachs an gärtnerischen Kompetenzen auf Chatsworth hat mir vor Augen geführt, wie viele junge Menschen leidenschaftlich gern gärtnern. Ihre Karrieremöglichkeiten verbessern sich zumindest allmählich. Früher konnte man sich das ganze Spektrum an gärtnerischen Fertigkeiten, das die Grünflächenämter im Land benötigten, meist dank lokalen öffentlichen Geldern aneignen. Inzwischen ist diese Verantwortlichkeit mehr und mehr an den privaten Sektor übergegangen. Heute sind die Ausbildungswege weniger festgeschrieben. Und es gibt sehr viele Orte, Nan denen die jungen Leute ihre Laufbahn beginnen können, wenn sie Gartenbau-Ikonen wie Joseph Paxton nacheifern möchten. Dieses Buch enthält wunderbare Bilder ganz unterschiedlicher Gärten. Besonders freut mich, dass die Fotos oft auch Tiere und Kinder zeigen, die sich in Familiengärten fast immer tummeln, in offiziellen Porträts aber gern ausgespart werden. Natürlich geraten beide unweigerlich in Konflikt mit den Gärtnern: Hunde toben, Hühner kratzen in frischer Saat, und hochwertige Stauden werden als Torpfosten benutzt. Wer sich einen Garten anschafft, tut es aber ja wegen seiner Haustiere und Kinder, und so sollten sie uns denn auch willkommen sein. Die Besucher unseres Gartens in Chatsworth liebten unsere Hühner, allen voran Buff Cochins. Leider können wir hier heute wegen der Füchse und Dachse keine Hühner mehr halten. Zahlreiche von engagierten Experten verfasste Artikel über Gärten und das Gärtnern in der Zeitschrift Country Life haben Reisende aus aller Welt dazu gebracht, die so vielfältigen Gärten unseres Landes zu besuchen. Dies ist nicht zuletzt ein wichtiger ökonomischer Faktor für Großbritannien und speziell seine ländlichen Regionen. Die neue Garten- und Landschaftsarchitekturwelle hat die Saison für Gartenreisen verlängert, und jeder, der glaubt, im Winter lohnten sie sich nicht, sollte John Sales’ Wintergarten von Anglesey Abbey besuchen – er ist einfach großartig. Welch ein Buch, welch ein Erbe! Es sind jetzt fast zu viele Gärten, die im Laufe des Jahres einen Besuch lohnen.


EINFÜHRUNG KATHRYN BRADLEY- HOLE

LINKS Wasser – die Quelle des

Lebens. Dieser schöne, alte, von üppigen Farnen umgebene Brunnen im Garten von Badminton House in Gloucestershire sorgt für Kühlung.

Für uns Briten, die wir auf einer kleinen Inselgruppe am östlichen Rand des Nordatlantiks leben, nahe an Kontinentaleuropa, von dem uns aber der Ärmelkanal trennt, ist es völlig natürlich, stets ein Auge auf das Wetter zu haben, dessen einzige Konstante in unseren Breiten seine Unbeständigkeit ist. Während ich an einem warmen, sonnigen Tag Mitte Februar an dieser Einleitung schreibe, schieben die ersten Frühlingsblüher ihre Spitzen aus dem Boden, und die Singvögel zwitschern. Vereinzelte Bienen suchen in den wippenden Blüten der Christrosen nach Pollen und Nektar. Es ist ungewöhnlich warm, doch letzte Woche noch fegte ein eisiger Sturm durch das kahle Geäst, und sintflutartiger Regen prasselte gegen die Fenster. Dass die Engländer eine Nation von Gärtnern und Wetterbeobachtern sind, ist hinlänglich bekannt. Beide Obsessionen sind so untrennbar miteinander

UNTEN Im Garten von

Mirehouse im Lake District mahnt ein in Stein gemeißeltes Vergil-Zitat: „Suche Sitze zunächst und Stand für die Bienen zu gründen“. Heute sollte man das Insektenleben im Garten unbedingt bestmöglich unterstützen, und insbesondere die Bienen, sind sie doch allein schon für die Bestäubung unverzichtbar.

EINFÜHRUNG

13


In Crewe Hall, Cheshire, schuf W. A. Nesfield dieses prachtvolle Ornament-Parterre aus niedrigen Buchshecken. Die Zwischenräume füllte er mit Kieselsteinen in Ocker- und Blautönen.

verbunden wie die Heckenkirsche mit der Hecke. Etwas zu säen oder zu pflanzen ist ein Akt des Willens und der Hoffnung. Damit die Saat trotz widriger Witterung, wilder Kreaturen, Unkräuter und zu viel oder zu wenig Wasser aufgeht und gedeiht, müssen wir sie hegen und pflegen. Für viele Menschen ist Gartenarbeit deshalb sowohl eine Therapie als auch eine Metapher für das Leben als solches. Als Lohn winken Schönheit, Nahrung, Kreativität und Verbundenheit mit der Natur. Daneben ist Gärtnern aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So errechnete ein im Oktober 2018 von Oxford Economics veröffentlichter Bericht, dass der Sektor Gartenbau im Jahr 2017 24,2 Milliarden Pfund zum britischen Bruttoinlandsprodukt beitrug und fast 600 000 Arbeitsplätze bereitstellte. Darüber hinaus habe die große Anziehungskraft britischer Gärten und Parks auf ausländische Touristen im selben Jahr für rund 2,2 Milliarden Pfund an zusätzlichen Einnahmen gesorgt. Es ist also an der Zeit, die englische Gartenkultur, wie sie uns heute, im 21. Jahrhundert, begegnet, hier vorzustellen und ihr damit Ehre zu erweisen. Das Buch stützt sich auf das einzigartige Archiv der Wochenzeitschrift Country Life, die erstmals am 8. Januar 1897 erschien, im Jahr des diamantenen Thron-

14


jubiläums von Königin Viktoria. Da das Magazin seit Langem als nationales Kulturgut gilt, dürfte ein kurzer Ausflug in seine Geschichte nützlich sein. Neben sportlichen und künstlerischen Themen, die allwöchentlich in Country Life behandelt werden, besteht ein zentrales Element der Zeitschrift in der Vorstellung eines Landhauses und seines Gartens, fast immer auf den Britischen Inseln. In über 120 Jahren summierten sich so mehr als 6000 Gärten zu einem ebenso umfangreichen wie vielfältigen Bild- und Textarchiv. Letzteres ist für Forscher und Denkmalpfleger – von Wissenschaftlern über Privatpersonen bis hin zum National Trust – von unschätzbarem Wert. Die frühen Ausgaben zeigen ein interessantes Potpourri an Gartenmoden der Viktorianischen Epoche in gestochenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. So wurden in Swaylands, Kent, und Waddesdon, Buckinghamshire, spektakuläre Felsgärten festgehalten und in Cleeve Prior, Worcestershire, und Campsea Ashe, Suffolk, altehrwürdige Topiari-Gärten mit den seltsamen Formen, die sie um 1900 angenommen hatten. Auf den Landgütern von Aristokraten und Industriellen ließ sich viktorianische Prachtentfaltung bestaunen. Die riesigen, mit saisonalen Beetpflanzen gestalteten Parterres des Marquess von Northampton in Castle Ashby aus den 1860er-Jahren beispielsweise – eine äußerst pflegeintensive Zurschaustellung

Dieses viktorianische Parterre in Hardwick Hall, Derbyshire, „verewigte“ die Initialen seiner Besitzerin Elizabeth, Countess of Shrewsbury („Bess of Hardwick“). Zwar ist es heute zerstört, aber Luftaufnahmen aus trockenen Sommern beweisen, dass es unter der Oberfläche weiterexistiert.


OBEN LINKS Diese um 1900

entstandene Fotografie belegt die viktorianische Vorliebe für Fassadenbegrünungen und süße Hündchen. Terrier, die einen Karren mit Welpen ziehen, war ein Motiv, dass die Leserinnen und Leser von Country Life besonders liebten und häufig einsandten.

16

adliger Grandeur – standen offensichtlich 1897 noch in voller Pracht. Ebenso waren die von W. A. Nesfield 1854 in Stoke Edith, Herefordshire, geschaffenen komplexen Broderie-Parterres mit ihren an Spitzen erinnernden ornamentalen Buchseinfassungen und dazwischen eingestreutem, unterschiedlich gefärbtem Kies Anfang des 20. Jahrhunderts noch intakt. Daneben wirkte die ebenfalls von Nesfield gestaltete Anlage in Crewe Hall, Cheshire, aus den 1850er-Jahren 1901 bereits recht mitgenommen. Mitte des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, entstanden überall im Land üppige Gärten im italienischen Stil mit steinernen Balustraden, Statuen und Brunnen, deren Glanz jedoch selten bis ins 20. Jahrhundert Bestand hatte. Jahrhundertelang lebten die Besitzer traditioneller Landgüter von der Landwirtschaft. Dies insbesondere, nachdem die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert in England schnell voranschreitende Serie von Landordnungsmaßnahmen (enclosure acts) es großen Landbesitzern ermöglichte, sich vormals gemeinschaftlich genutztes Land anzueignen. In den 1870er-Jahren kam es jedoch aufgrund witterungsbedingter Missernten zu starken Einkommensverlusten. Pächter, die ihre Zahlungen nicht mehr aufbringen konnten, zogen auf der Suche nach Arbeit in die Städte oder wanderten aus. Lebensmittel mussten zu niedrigeren Preisen aus dem Ausland importiert werden – eine Entwicklung, die sich nicht mehr umkehren ließ. Infolgedessen fiel der Wert landwirtschaftlicher Nutzflächen von 135 Pfund pro Hektar im Jahr 1875 auf 48 Pfund im Jahr 1897. Die seit 1894 betriebene Erhöhung und konsequentere Eintreibung der Erbschaftssteuer trug zur finanziellen Belastung der Landbesitzer bei. Schließlich sahen sich viele verarmte Landbesitzer zum Verkauf gezwungen, sodass Ende des 19. Jahrhunderts Hunderte von Herrenhäusern und Tausende Hektar Land auf den Markt kamen. Diese Entwicklung setzte sich bis in die 1920er-Jahre hinein fort, der Erste Weltkrieg sowie die Grippe-Pandemie trugen das Ihre dazu bei. Die Aufteilung großer Landgüter ermöglichte es nun auch gewöhnlichen Sterblichen – und vor allem jenen, die als Geschäftsleute und Industrielle in jüngster Zeit reich geworden waren –, sich in das Dasein eines Gutsherrn einzukaufen. In Zeiten, in denen eine neue soziale Mobilität vielen die Gelegenheit

OBEN RECHTS Ebenfalls üppig begrünt: Warley Place, das Anwesen der berühmten Gartenkünstlerin Ellen Willmott. Die von einer Ziege gezogene Miniaturkutsche scheint eine Neuerwerbung, auf die die Kinderfrau ein wachsames Auge hat.


bot, sich in ländlicher Umgebung eine Parzelle Land zu erobern und darauf ein Haus zu errichten, florierten auch die Geschäfte von Immobilienmaklern, Baufirmen und Innenarchitekten sowie von Herstellern von Gewächshäusern und Rasenmähern. Aber auch alle jene profitierten von der Entwicklung, die eine Plattform für die Bewerbung dieser Immobilienangebote und Ausstattungsgegenstände bereitstellten. Country Life trat also nicht zufällig genau dann auf den Plan, als es die Bedürfnisse unzähliger Menschen zu bedienen galt, die ein direktes oder indirektes Interesse am Kauf, Verkauf oder der Instandsetzung ihres Landbesitzes hatten. Da der Kreis an Lesern und Leserinnen beschränkt war und die Bild- und Druckqualität außerordentlich hoch, konzentrierte sich die Zeitschrift von Anfang an auf das Luxussegment, wobei sie handwerkliches Können stets zu würdigen wusste. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts trat neben die strengen viktorianischen Gärten mit ihren Blumenbeeten und italienisch anmutenden

Großartig: der Felsgarten von Waddesdon Manor, Buckinghamshire. Baron Ferdinand von Rothschild beauftragte James Pulham and Son hier damit, künstliche Felsen anzulegen. Sie bestehen größtenteils aus „Pulhamite“, einem Kunststein, der sich in mittel- und spätviktorianischen Gärten großer Beliebtheit erfreute.


GANZ LINKS Der „White Garden“ von Hidcote Manor in Gloucestershire im Jahr 1930, zu dem Fred Whitsey bemerkte: „Möglicherweise stammte die Idee von Johnstons amerikanischer Freundin, der Schriftstellerin Edith Wharton, die einen der ersten weißen Gärten angelegt haben soll.“ LINKS Blick auf den „Long Walk“

von Hidcote Manor aus einer der beiden Lauben am Ende der roten Staudenbeete: Die lange Sichtachse wird als Inspiration auf Johnstons Aufenthalt in Frankreich gewertet.

VORHERIGE DOPPELSEITE

„The Great Plat“ – das zentrale Parterre von Hestercombe House, Somerset, und das wohl schönste Ergebnis der Zusammenarbeit von Lutyens und Jekyll. Angelegt ab 1904 und eingefasst von Wegen sowie einer langgestreckten Pergola.

20

Terrassen ein freierer Stil. Edward Hudson (1854–1936), Gründer und Eigentümer von Country Life, setzte sich damals leidenschaftlich für die Arts-andCrafts-Bewegung ein (bei Gärten ebenso wie hinsichtlich der Architektur und Ausstattung), worin ihn die berühmte Gartenkünstlerin Gertrude Jekyll (1843–1932) unterstützte. Artikel über die von regionalen Baustilen inspirierten Häuser des talentierten jungen Architekten Edwin Lutyens (1869–1944) und die dazugehörigen von Jekyll geplanten Gärten fanden Eingang in das Magazin und brachten den beiden wichtige neue Aufträge. Jekylls eigener Garten in Munstead Wood sowie der Garten des Anwesens Gravetye Manor, das ihrem Freund, dem Verleger und Gärtner William Robinson, gehörte, waren die beiden berühmtesten Arts-and-Crafts-Gärten ihrer Zeit. Hingegen wurde der Garten von Hidcote Manor, der heute vielen als der einflussreichste des 20. Jahrhunderts gilt, erst ab 1930 in Zeitschriften und Büchern veröffentlicht, zu einem Zeitpunkt also, als er seine volle Reife erlangt hatte. Hidcote war das Werk von Lawrence (Johnny) Johnston (1871–1958), einem anglophilen Amerikaner, der 1907 zusammen mit seiner sehr wohlhabenden Mutter sein neues Domizil in den nördlichen Cotswolds bezog. Die Lage auf einem zugigen Hügel hätte eine weniger zielstrebige Persönlichkeit wahrscheinlich von der Anlage eines Gartens abgehalten. Johnstons ausgeklügeltem Entwurf ist aber bis heute Bewunderung zu zollen: Er arrangierte unterschiedliche Gartenräume, manche offen und zielgerichtet, andere geschlossen und intim, und betonte ihren jeweiligen Charakter durch die entsprechende Bepflanzung. „Kein Garten des 20. Jahrhunderts hatte größeren Einfluss auf die Entwicklung der Gartenarchitektur und die Gestaltung von Hausgärten“, schwärmte Fred Whitsey 2007 über Hidcote. Auf Johnstons Freundin, die Schriftstellerin Edith

RECHTS Herrenhaus mit Zeder: Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus Country Life zeigen den Garten von Hidcote Manor, wie er 1930 aussah. Damals stellten zwei Artikel ihn erstmals einem breiteren Publikum vor.


UNTEN LINKS Charters House

in Berkshire wurde 1938 erbaut. Stilistisch erinnert es an öffentliche Bauten aus Mussolinis Italien der 1930er-Jahre. Die kreisförmige, tempelartige Struktur und das Haus sind von pflegeleichten Koniferen umgeben, die eine erfahrene Gärtnerhand entbehren können.

22

Wharton, wirkte der Garten geradezu „quälend perfekt“. Im Jahr 1948 übergab Johnston Hidcote Manor dem National Trust – das erste Anwesen, das die Stiftung allein des Gartens wegen übernahm – und stellte so seine Erhaltung und seine öffentliche Zugänglichkeit sicher. Im Laufe des 20. Jahrhunderts fand die internationale Moderne auch Eingang in Country Life, wenn auch eher vereinzelt und eingestreut zwischen traditionellerer Kost. Die Gärten der Mitte des 20. Jahrhunderts folgten häufig einer stark reduzierten Formensprache, beliebt waren Anlagen mit rechteckiger, asymmetrischer Terrasse und architektonischem Wasserbecken neben dem Haus, die in eine offene, vereinzelt von Bäumen bestandene Rasenfläche übergingen (wie in Bentley Wood, Sussex, und Gribloch, Stirlingshire). Wenn diese Anwesen in eine Wald- oder Heidelandschaft eingebettet waren, so etwa Serenity und The Homewood in Surrey, benötigten sie wenig mehr als diese Umgebung, denn das Treiben der Vögel, Eichhörnchen und Hirsche jenseits der großen Fenster bot genug interessante Blickpunkte. King’s Head House in Buckinghamshire fiel etwas aus dem Rahmen durch seinen terrassenförmig angelegten Innenhof mit modernem Wasserbecken und Art-déco-Sonnenuhr sowie Faltschiebetüren. Solche Türen, die es ermöglichen, Innen- und Außenraum in einen zusammenhängenden Bereich zu verwandeln, erscheinen uns als Elemente der Architektur des 21. Jahrhunderts, sind aber für King’s Head bereits Ende der 1920er-Jahre dokumentiert. Jahrzehnte später erwachte eine zutiefst englische Passion für Pflanzen innerhalb der modernen Gartenbaukunst. Letztere zeigte sich beispielsweise in Turn End, dem Haus und Garten des Architekten Peter Aldington (ab 1970) in Buckinghamshire, oder in Denmans, West Sussex, wo der Landschaftsarchitekt John Brookes ab 1980 einen

UNTEN RECHTS Bentley Wood, Sussex, bis 1938 von dem Architekten Serge Chermayeff für den Eigenbedarf errichtet. Christopher Tunnard gestaltete den Garten ähnlich modern, wobei er weite Ausblicke nach Süden ermöglichte. Trittsteine führen zu einem Weg, der sich durch einen Birkenhain schlängelt.


OBEN LINKS Turn End, Bucking-

hamshire: Haus und Garten des Architekten Peter Aldington interagieren perfekt. Aldington baute drei Häuser auf dem Gelände, reservierte jedoch als leidenschaftlicher Gärtner eine große Fläche für seine Passion.

modernen Garten gestaltete. Beide fanden allerdings erst nach der Jahrtausendwende Eingang in Country Life. Das Sammeln von Pflanzen hat eine lange Geschichte (S. 147). Allerdings war es zuzeiten des Schwarz-Weiß-Drucks schwierig, die Begeisterung für einen Garten oder ein Arboretum voller besonderer Pflanzen ans Publikum zu vermitteln. Die ersten Blumen des Jahres, blühende Bäume oder voll aufgeblühte Azaleen, in der Realität spektakulär, verwandelten sich auf dem Papier in unscheinbare weiße und graue Flecken. Auch die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so beliebten Steingärten mit ihrer alpinen Flora ließen sich oft nicht angemessen wiedergeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es vor allem Margery Fish (1892–1969), die mit ihren inspirierenden Büchern die Liebe zu Cottage-Gärten neu belebte. Ihr Stil des Laissez-faire erlaubte den Pflanzen, sich selbst im Garten auszusäen, was in Zeiten, in denen Personal teuer und schwer zu bekommen war, viele Anhänger fand. Sie beherrschte insbesondere den Umgang mit Bodendeckern perfekt (ein Thema, das damals Amateur- wie Profigärtner beschäftigte), inklusive guter Ratschläge für heikle Standorte, etwa feuchten, trockenen oder schattigen Grund. Beth Chatto (1923–2018) wurde eine Generation später ihre würdige Nachfolgerin. Jedem Kapitel dieses Buches ist eine kurze Einleitung vorangestellt, in der Informationen zum Umfeld der Gartenbaukunst und ihrer Geschichte zusammengestellt sind. So ergibt sich in der Zusammenschau ein Überblick über die Vielzahl von Stilen, Konzepten und historischen und visuellen Bezügen, die den „englischen Garten“ ausmachen. Die außerordentliche Vielfalt englischer Gärten fällt direkt ins Auge, doch es gibt auch einiges, das die Gärten miteinander verbindet. Aus meiner Sicht ist das wichtigste Element, das sich fast überall findet, die emotionale Beziehung zwischen den Menschen und ihren Gärten. Diese kann in einer tief verwurzelten Liebe zu Pflanzen oder einer bestimmten

OBEN RECHTS Die abstrakte Skulptur aus Edelstahl des Bildhauers und Designers David Shilling ergänzt zwischen Strauchrabatte und Krocketrasen die elegante Neugestaltung anderer Gartenbereiche durch Rupert Golby und trägt zum modernen Flair bei.

EINFÜHRUNG

23


OBEN Ganz im Sinne des bereits 1870 von

RECHTS, IM UHRZEIGERSINN Eindrücke aus dem

William Robinson propagierten „wilden Gartens“: Frühling im Waldgarten von Abbots Ripton Hall, Cambridgeshire, mit wunderschönen ‘Pheasant-Eye’-Narzissen zwischen aufblühenden Sträuchern und jungen Bäumen.

Waldgarten von Beth Chatto in Essex vom Frühjahr 2000: Japanische Etagenprimeln (Primula japonica) in allen erdenklichen Rosa- und Violetttönen. Straußenfarn (Matteucia struthiopteris) und orangefarbener Wald-Scheinmohn (Meconopsis cambrica) ‘Aurantiaca’. Tränendes Herz (Dicentra spectabilis) und darunter cremeweiße Herzblättrige Schaumblüten (Tiarella cordifolia). Bezaubernde zartgelbe Kaukasus-Pfingstrosen (Paeonia mlokosewitschii).

24


LINKS Dank einem Gertrude-

Jekyll-Revival in den 1980erJahren kam die Beetgestaltung nach Farben erneut in Mode, so etwa bei Sandra und Nori Pope in Hadspen House, Somerset. Dieses Beet in Littlethorpe Manor, Yorkshire, wurde erst 2006/2007 angelegt und kombiniert Türkischen Mohn (Papaver orientale), Rote Spornblumen (Centranthus ruber) und Sterndolden (Astrantia) ‘Hadspen Blood’.

Landschaft oder auch in Erinnerungen begründet liegen. Für viele Menschen ist ihr Garten das wichtigste Ventil ihrer Kreativität. Einmal mit dem Gartenvirus infiziert, begleitet er die meisten ein Leben lang. Denn Gärten wachsen und verändern sich ständig, stellen immer wieder neue Herausforderungen und bescheren dem Gartenliebhaber ebenso Frust wie Freude. Ich hatte das Glück, im Jahr 2000 Redakteurin für die Sparte Garten bei Country Life zu werden und mich genau achtzehn Jahre später von der Last wöchentlicher Abgabefristen befreien zu können. Für mich waren die Jahre bei Country Life eine wunderbare Erfahrung. Es waren Zeiten relativer politischer Stabilität und gesellschaftlichen Wohlstands, in denen Menschen gern in ihre Gärten investierten. Alle in dieses Buch aufgenommenen Fotografien stammen aus den letzten zwei Jahrzehnten und präsentieren insofern einen Querschnitt englischer Gärten des 21. Jahrhunderts. Viele der Anlagen sind deutlich älter, andere tatsächlich gerade erst entstanden. Ich habe sie nach Themen geordnet – wobei ich die Aufgabe, die etwa 900 Gartenporträts, die in den vergangenen 18 Jahren in der Zeitschrift erschienen sind, auf wenige Beispiele zu reduzieren, als extrem schwierig empfunden habe. Die in diesem Buch vorgestellten Gärten verfügen alle über ganze Wagenladungen an Magie, Suggestionskraft, Dufterlebnissen und – zweifellos – auch Geheimnissen. Sie sind die Quintessenz englischer Gartengestaltung in all ihrer erstaunlichen Vielfalt, Kreativität und Inspirationskraft.

OBEN Eine lilafarbene Detail-

ansicht aus dem einen Hektar großen Garten von Holme Hale Hall in Norfolk, den Arne Maynard neu gestaltete. Zu den kugelförmigen Blüten des Zierlauchs (Allium hollandicum) ‘Purple Sensation’ gesellen sich die blauen Blütenkerzen der Lupinen und violett blühende Schwertlilien.

FOLGENDE DOPPELSEITE

Grün steht hier für ökologisch: der Garten von Birkhall, dem schottischen Landsitz von Prinz Charles in der Royal Deeside. Unter den Baumkronen schlängeln sich Graspfade durch dichte Pflanzungen von Funkien und Farnen.

EINFÜHRUNG

27


H A S E L E Y C O U RT OXFORDSHIRE

Viktorianische Formschnittfiguren bilden den

1540 erwähnte der Altertumsforscher John Leland das „hübsche Herrenhaus“ Little Haseley mit seiMittelpunkt dieses bemerkenswerten 50er-Jahrenen herrlichen Spazierwegen, FormschnittgehölGartens von Stilikone Nancy Lancaster zen, Obstgärten und Wasserbecken. Weitgehend das Gleiche lässt sich heute noch sagen. Das jetzige Gebäude stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert, besteht aus dem schönen, hellen Stein, den man in der Region bei älteren Häusern und Bauernhöfen findet, und noch immer gehört ein berühmter, um 1850 neu gepflanzter Formschnittgarten dazu. Dass dieser noch fast 500 Jahre nach Lelands Besuch so bemerkenswert ist, ist der anglophilen amerikanischen Erbin Nancy Lancaster (1897–1994) und seinen derzeitigen Besitzern Desmond und Fiona Heyward zu verdanken, die ihn seit 1994 stetig weiterentwickelt haben. Die Heywards lernten Nancy Lancaster kennen, als sie 1968 den angrenzenden Bauernhof erwarben, einst Teil des Anwesens. Fiona schrieb später, dass Nancy sie zum Lunch eingeladen und ihnen den Garten gezeigt hatte. „Wir waren begeistert von seiner Schönheit und dramatischen Atmosphäre, hätten aber nie gedacht, dass wir dort eines Tages leben würden.“ In Amerika zwischen den altmodischen Buchsgärten Virginias aufgewachsen, bildete sich die junge Nancy Perkins in Frankreich fort. Mit ihrer Mutter besuchte sie die Loire-Schlösser und hielt sich in Chenonceau auf. „Da gab es Blumenrabatten, einen Buchs-Irrgarten, einen Gemüse- und einen Obstgarten. Ich liebte den ummauerten Teil. Ich war damals etwa zwölf, und der Garten hat mich berührt“, erinnerte sie sich. Sie heiratete 1917, verlor ihren Mann im ersten Ehejahr und heiratete kurz danach erneut. Ihre 27 Ehejahre mit Ronald Tree, 1947 trennte sich das Paar, waren eine kreative Phase für Nancy, die sie mit Hauspartys, Jagden und dem Einrichten von Landhäusern (vor allem Kelmarsh in Northamptonshire und Ditchley in Oxfordshire) verbrachte. Und wie in der Inneneinrichtung war sie auch in der Gartengestaltung Trendsetterin. Nancys Vorliebe für buchsgesäumte Beete, Cottage-Garten-Blumen und altmodische Rosen (die im späteren 20. Jahrhundert auf ungezählte Landgärten übergriff ) ging auf die Eindrücke ihrer Jugend in Virginia und an der Loire zurück und prägte all ihre Gärten. In Kelmarsh wählte sie für einen fächerförmig angelegten Rosengarten mit Buchshecken nur alte Sorten. Nach ihrer kurzen Ehe mit Oberstleutnant Claude Lancaster kaufte sich Nancy das baufällige, aber elegante Haseley Court. Es folgten aufwendige Renovierungsarbeiten. Dann widmete sie sich dem Garten und seiner charakteristischen AtmoDer Schach-Formschnittgarten sphäre. Einen zuvor ungepflegten Bereich südwestlich des Hauses erneuerte Sir wurde um 1850 neu gepflanzt. Geoffrey Jellicoe, indem er ebene Kiesflächen und einen zentralen rechteckigen Während des Zweiten Weltkriegs Rasen schuf. Dahinter pflanzte Nancy die lange Doppelreihe von Bäumen neu, die und danach pflegte ihn ein ortsin den Kriegsjahren gefällt worden war. („Es war furchtbar schwierig mit Nancy“, ansässiger Gärtner und rettete ihn so vor der Zerstörung. gestand Jellicoe, „weil sie sich auf ihrem Gebiet so gut auskannte.“)

FORMSCHNITT

37


38

HASELEY COURT


LINKS Annäherung ans

Haus: Eine Allee von kubisch beschnittenen Gehölzen verstärkt das Gefühl des Voran- und Ankommens. UNTEN An der Kreuzung der

Hauptwege in der Mitte des ummauerten und mit Hecken eingefassten Gartens ließ Nancy Lancaster eine große hölzerne Gartenlaube errichten, die sie blau strich, „Konföderiertenblau“. Ihre Buchs-und-RosenGärten waren inspiriert von Erinnerungen an ihre Kindheit in Herrenhäusern Virginias. Ihr Einfluss auf den englischen Gartenstil der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war ebenso groß wie der auf die Innenarchitektur. FOLGENDE DOPPELSEITE Noch einmal der Schachgarten. Alte Rosen, Rittersporn und Fingerhut im ummauerten Garten.

Um die Ecke liegt der Topiari-Schachgarten, eine Folge geschickt platzierter hoher Buchsfiguren. Die Terrasse verbindet ihn mit einem intimen, schattigen Hof mit weiteren seltsamen Formschnittfiguren. Ein Pfad führt von hier zu hohen Bäumen, unterpflanzt mit Teppichen von Frühlingsblühern am Rand eines Kanalbeckens. Nördlich des Hauses ergänzte Nancy zwei bereits vorhandene hohe Mauern mit zwei Hainbuchentunneln zu einem Quadrat, in dem ein üppiger Küchen-und-Schnittblumen-Garten Platz fand. Durch ihn verlaufen buchsgesäumte Kieswege zwischen ihren geliebten Rosen und Cottage-Garten-Blumen. Außerdem legte sie einen Goldregentunnel an sowie Bereiche für Essbares, ein Buchs-Wagenrad, Rasen, Spalierobst und vor allem eine Fülle von Blumen. In den 1970ern wurden Nancys Geldmittel knapp. Dann brannte es auf Haseley Court auch noch. Nach der Renovierung zog sie in die Remise und verkaufte das Haupthaus, wobei sie sich für die Orangerie, ein Cottage und den ummauerten Garten das lebenslange Nutzungsrecht sicherte. 1982 erwarben die Heywards Haseley Court und erneuerten Teile des Gartens. Nach Nancys Tod 1994 ging auch der ummauerte Garten in ihren Besitz über. Seit nunmehr 25 Jahren ist der Garten das Reich von Fiona Heyward, die die Bepflanzung tatkräftig verfeinert und erneuert, dabei aber den von Nancy vorgegebenen traditionellen englischen Gartenstil und ihre alten Rosen bewahrt. Unterstützt wird sie von Bryn Davies, „unserem ausgezeichneten Chefgärtner, der sich in allen Gartenfragen so gut auskennt“.

FORMSCHNITT

39


FORMSCHNITT

41


Der umfassende Band zur Englischen Gartenkunst bietet einen noch nie dagewesenen Einblick in die

ENGLANDS

größten Gärten, Parks und Grünflächen der Insel.

GARTENSCHÄTZE

ihren schönsten Momenten. Zusätzlich wird jeder

SCHÖNSTE

Saisonale Fotografien erfassen die großartigen, persönlichen, berühmten oder seltenen Gärten in Garten ausführlich in seiner Einzigartigkeit beschrieben. Sonderkapitel zu ausgewählten Themen vertiefen die spannende Entwicklung der Gartengeschichte Englands. Ein Werk mit Inspirationsgarantie, das zum Schwelgen einlädt.

–

DIE SCHÖNSTEN GÄRTEN ENGLANDS FOTOGRAFIERT VON DEN BESTEN GARTENFOTOGRAFEN

–

VIELE VERSCHIEDENE STILRICHTUNGEN

–

EINZIGARTIGE ENTDECKUNGEN


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Englands schönste Gartenschätze by Callwey GmbH - Issuu