Cahn’s Quarterly 4/2020 Deutsche Ausgabe
Editorial Liebe Leserinnen und Leser Im vergangenen Oktober haben wir auf der HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse in München ausgestellt. Es war eine sehr angenehme Erfahrung: Die Messe war klein, aber fein, wirklich sehr charmant und exklusiv, und die Sicherheits- und Hygienemassnahmen wurden konsequent durchgesetzt. Unser Stand erhielt einen wunderbaren Platz in der prächtigen Eingangshalle der Residenz aus dem späten 16. Jahrhundert, und so konnte unsere antike Skulptur des Dionysos auf höchst suggestive Weise ihren Blick auf eine grosse Renaissancebronze der Artemis richten. Der Empfang war sehr positiv und das Geschäft verlief solide. Dies zeigte deutlich, dass Messen unersetzbar sind, obschon es vielleicht in Zukunft wenigere sein sollten. Einige Wochen später präsentierten wir im Rahmen von Antike in Basel die Ausstellung Tiere und Mischwesen in unseren Galerieräumlichkeiten. Es war eine grosse Freude, alte Freunde wiederzusehen. Es ist klar, dass für Kunstliebhaber selbst die anspruchsvollste Online-Plattform keinen vollwertigen Ersatz für die echte, unmittelbare Begegnung mit den Objekten sein kann. Dennoch legen wir grossen Wert auf die Digitalisierung und werden in den kommenden
Monaten unsere Website überarbeiten, unsere Online-Präsenz stärken und vieles mehr. Wir freuen uns darauf, Ihnen im Frühjahr unser neues digitales Gesicht zu präsentieren. Erfreulich war, dass Cahn Contemporary (unter schwierigsten Umständen) eine erfolgreiche Ausstellung in Paris mit wichtigen Einzelbesuchen führender Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunstszene hatte. Ich bin besonders dankbar, dass Cahn Contemporary nun offizielles Mitglied des Comité Professionnel des Galleries d’Art ist und bereits in diesem Jahr in das digitale Programm der FIAC aufgenommen wurde. Ein spannendes Projekt in diesem Winter ist die Vorbereitung eines neuen, grossen Ausstellungsraumes im Herzen Basels, in dem zeitgenössische Kunstprojekte in Kombination mit archäologischem Material verwirklicht werden können. Wir werden Sie darüber auf dem Laufenden halten. Einen Schwerpunkt dieser Ausgabe von Cahn’s Quarterly bildet die bedeutende Sammlung antiker Silberobjekte von Christian und Hedy Schmassmann. Sie publizierten diese in einem schönen, von unserer ehemaligen Mitarbeiterin, der Archäologin Gerburg Ludwig, verfassten Katalog. Es ist eine Freude, Samm-
lungen auf diese Weise zu begleiten. Der Katalog wurde von Friederike Naumann-Steckner, der langjährigen stellvertretenden Direktorin des Römisch-Germanischen Museums in Köln und ausgewiesene Kennerin antiken Silbers, rezensiert. Wie üblich enthält die Zeitschrift den von Ulrike Haase zusammengestellten Verkaufskatalog; des Weiteren werden verschiedene Stücke von Gerburg Ludwig, Martin Flashar und mir ausführlicher besprochen. Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht jedoch eine 8-seitige Hommage an unseren geschätzten Freund und Kollegen John Robert Guy, der am 4. Juli 2020 verstorben ist. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Autorinnen und Autoren, die Texte und Fotografien beigesteuert haben. Mit dieser kleinen Gedenkschrift hoffen wir, zwar kein monumentum aere perennius zu errichten, aber doch zumindest die wichtigsten Stationen in Roberts Leben und einige seiner herausragenden Errungenschaften für die Nachwelt festzuhalten.
Unsere Ausstellung in der Residenz an der HIGHLIGHTS Internationale Kunstmesse, München 2020. Foto: Michael Aust
CQ
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