Cahn’s Quarterly 1/2022 Deutsche Ausgabe
Editorial Liebe Leserinnen und Leser Immer wieder Neues ausprobieren, sich von anderen Menschen inspirieren lassen, gemeinsam verrückte Ideen in die Tat umsetzen – das gehört zu den schönsten Seiten des Kunsthandels, auch wenn es viel Knochenarbeit vom ganzen Team abverlangt. Einen solchen Höhepunkt durften wir im letzten Herbst erleben, als der Cahn Kunstraum an der Steinentorstrasse in Basel mit einer grossen Retrospektive der französischen Künstlerin Laura Lamiel seine Tore öffnete. Eine Bildstrecke und einen erhellenden Text der Kunsthistorikerin Manon Burg finden Sie auf S. 4-7. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Pariser Galerie Marcelle Alix während der Art Basel durchgeführt wurde, war ein Erfolg und zog ein sehr gutes Publikum an. Vertreter des Centre Pompidou und der Fondation Pinault wie auch zahlreiche deutsche und schweizerische Institutionen besuchten die Ausstellung und bekundeten grosses Interesse am Werk der Künstlerin. Auch verschiedene prominente Künstler fanden den Weg zur Steinentorstrasse. Was mich besonders freut, ist, dass der Raum voll akzeptiert und in seiner Ursprünglichkeit und Unversehrtheit wertgeschätzt wurde. Der Industrieraum, gezeichnet von Jahrzehnten der Nutzung, überraschte durch seine Monumentalität und sein vielfältiges Licht – Tageslicht, warmes und kaltes Licht wie auch «Lichterdome» traten in einen lebhaften Dialog mit den Kunstwerken, weit mehr als bei einer klinischen White-Cube-Ästhetik möglich gewesen wäre. Für ihr Werk Ein Liebeslied wählte Laura Lamiel einen dunklen, unheimlich wirkenden Raum im Untergeschoss
bei archäologischen Ausstellungen bewährt, wird sich schon bald zeigen. Es ist geplant, diesen Frühling die Sammlung mit antikem Silber von Christian und Hedy Schmassmann, über die wir in Cahn’s Quarterly 4/2020 berichteten, der Öffentlichkeit vorzustellen. Ich freue mich sehr, das Projekt mit dem Sammler persönlich durchzuführen.
Laura Lamiel, Zeichnung aus Intime Territorien, 20202021. Tusche, Feder, Lippenstift, Grafit auf Papier, 42 × 29,7 cm.
aus, der massgebend zum starken Eindruck dieser Installation beitrug. Dies ermutigt uns, die Räume regelmässig mit weiteren Projekten von zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen, wie z. B. Katinka Bock, zu bespielen, wohl etwa zwei Mal pro Jahr. Auch die zeitgenössischen Projekte in Paris werden wir weiterführen. Inwiefern der Raum an der Steinentorstrasse sich auch
Wir stellen uns darauf ein, dass die jetzige Situation noch andauern wird und das veränderte Umfeld, in dem wir uns heute befinden, verlangt, dass wir uns neu positionieren: Wir planen unsere Präsenz auf die grossen Messen TEFAF Maastricht und Frieze Masters London zu beschränken, wobei dies kleine, lokale Veranstaltungen nicht ausschliesst. Zudem wollen wir unsere Kunden vermehrt besuchen. Des Weiteren bauen wir unsere digitale Erreichbarkeit aus. Wir planen unter anderem einen Live-Chat auf unserer Website, in dem Sie uns Fragen zu Objekten oder anderen Themen stellen können, sowie einen wöchentlichen Livestream auf Instagram, in dem Sie direkt mit mir oder der Archäologin Dr. Lilly Stoner via Bildschirm Gespräche führen und Objekte vor der Kamera besprechen können. Wir werden Sie per E-Mail informieren, wenn diese Neuerungen live gehen. Selbstverständlich können Sie aber weiterhin wie gewohnt die Galerie in Basel besuchen. Auf welche Weise auch immer: Wir freuen uns sehr, Sie zu sehen!
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CQ
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