
Ratgeber: Populismus begegnen, Hände weg vom Kirschlorbeer
Aktuell: Kommunalwahl in Bayern, Schmetterling und Libelle des Jahres
STRASSE + SCHIENE
Was braucht es für gute Infrastruktur?

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Ratgeber: Populismus begegnen, Hände weg vom Kirschlorbeer
Aktuell: Kommunalwahl in Bayern, Schmetterling und Libelle des Jahres
Was braucht es für gute Infrastruktur?

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AKTUELLES
4/5 Aktuelle Meldungen
6 Kommentar
7 Gerettete Landschaft
8–10 Aktuelle Meldungen aus Bayern
11 40 Jahre Tschernobyl 12/13 Kommunalwahl
TITELTHEMA
14 Straße + Schiene
15 Falsche Prioritäten
18 Für eine starke Schiene
20 Weniger ist mehr
21 Franziska Heß im Interview
22/23 Zu viel, zu groß, zu teuer
24 Mobilität in Bayern: umdenken
AKTION
25 Eichhörnchen-App
NATUR IM PORTRÄT
26 Pflanzenporträt Weide
27 Libelle und Schmetterling des Jahres
28/29 Artenschutz: Zitterpappel
30/31 Bedroht: Gartenspitzmaus


32/33 EU-Schutzgebiet
35 Projekt Licca Liber
INTERNATIONALES
36 Mehr Schutz für Haie und Rochen
37 Viel Solidarität
URLAUB & FREIZEIT
38 Reise: Westrumänien
39 Wanderung: Bamberg
BN AKTIV + NAH
40 Neuer BN-Vorsitzender
41 Editorial des Vorstands
42/43 Neuer Vorstand gewählt
44 Serie: BN-Fläche
45–47 Meldungen
48 Porträt Miranda Bellchambers
49 Umweltbildung
50 BUND-Delegiertenversammlung
51–57 Regionalseiten
58/59 Junge Seite
SERVICE
60 Ratgeber
61 Ökotipp
Die Natur+Umwelt ist das Mitgliedermagazin des BUND Naturschutz und die bayerische Ausgabe des BUNDmagazins.
62 Medien und Reisen
63 Leserbriefe
66 Kontakt & Impressum


nach einigen eher milden Wintern war es zuletzt ungewohnt frostig. Sind Sie hauptsächlich zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs oder auf Bus und Bahn angewiesen? Dann hatten Sie in den vergangenen Wochen wohl besonders oft Schwierigkeiten, Ihr Ziel zu erreichen. Ein Teil der wiederkehrenden Probleme, in Deutschland von A nach B zu kommen (speziell ohne Auto), ist allerdings weder schicksalhaft noch wetterbedingt – sondern politisch verschuldet. Lesen Sie in unserem Schwerpunkt zur Verkehrsinfrastruktur über falsche politische Prioritäten. Und wie es besser laufen könnte auf Straße und Schiene. Keine Frage, die Weltlage war schon mal rosiger für unsere gemeinsamen Anliegen im Natur- und Klimaschutz (von den sonstigen Zumutungen derzeit ganz zu schweigen). Die Stimme des BUND bleibt darum umso wichtiger. Darauf verweist unter anderem der Kommentar unserer drei Vorsitzenden in dieser Ausgabe.
Mit dem hoffentlich baldigen Ende des Winters wünschen wir Ihnen dann auch einen Frühling, der seinem Namen alle Ehre macht.
Luise Frank Redaktion Natur+Umwelt
Severin Zillich Redaktion BUNDmagazin
Wenn Tiere gegen die Vergiftung ihres Lebensraumes protestieren könnten ...

Anders als rechtlich geboten und bisher zugesagt, plant der börsennotierte Kalibergbaukonzern K+S die Werra noch viele Jahre mit Unmengen Salz zu belasten. Dagegen werden wir mit allen rechtlichen Mitteln vorgehen.
Wegen der Salzabwässer von K+S weisen Werra und Weser seit Langem eine katastrophale Wasserqualität auf. Sie sind die am stärksten mit Salz belasteten Flüsse in Deutschland. Nirgendwo ist unsere Fischfauna stärker geschädigt als in den hoch belasteten Flussabschnitten.
Diese beispiellose Flussvergiftung bekämpft der BUND seit Jahrzehnten. Da das EU-Wasserrecht ein »Verbesserungs-
gebot« enthält, müssen die Salzeinträge an Werra und Weser verringert werden. Auch hier muss bis Ende 2027 ein »guter ökologischer Zustand« erreicht sein. Die nötigen Schritte wurden über Jahre mit K+S abgestimmt und sind Teil des behördlichen Bewirtschaftungsplans. Doch davon will der Konzern nun nichts mehr wissen. Er hat beantragt, noch bis 2039 so viel Salz wie bisher einleiten zu dürfen.
Als BUND fordern wir die betroffenen Bundesländer und speziell die hessische Genehmigungsbehörde auf, K+S klarzumachen, dass dieses Vorhaben gegen geltendes Recht verstoßen würde und nicht genehmigungsfähig ist.
Etwa 20 000 Kraniche sowie weitere Wildvögel sind seit Anfang Oktober allein in Deutschland dem Vogelgrippe-Virus zum Opfer gefallen. Im gleichen Zeitraum mussten laut Friedrich-LoefflerInstitut mehr als 3,5 Millionen Vögel aus infizierten Geflügelhaltungen getötet werden, vor allem Puten. Ihren Ursprung nahm die hochpathogene Geflügelpest Mitte der 1990er Jahre wohl in der Massentierhaltung Südchinas. Seitdem kommt es weltweit immer wieder zu verheerenden Verlusten unter Wildvögeln, auch stark gefährdete Arten sind betroffen.
Beim Kauf von Fleisch und anderen tierischen Produkten muss man sich für eine bessere Tierhaltung entscheiden können und gegen Erzeugnisse der Tierindustrie. Dafür muss die Form der Tierhaltung auf einen Blick erkennbar und verpflichtend ausgewiesen sein. Dies fordern der BUND und viele Verbündete seit Jahren. Doch die Bundesregierung hat ein entsprechendes Gesetz nun abermals verschoben. Für eine bessere Tierhaltung ist es zentral, die Haltungsform zu kennzeichnen.
Darum hatte der frühere Agrarminister Cem Özdemir ein Gesetz auf den Weg gebracht, das zum 1. August 2025 in Kraft treten sollte. Nach dem Regierungswechsel verschob sein Nachfolger Alois Rainer den Start auf März 2026 – auch weil es einige Bürokratie bedeutet hätte. Einen Änderungsentwurf legte sein Ministerium

allerdings sehr spät vor, und in einer Form, gegen die die EU nun (absehbar) ihr Veto ankündigte.
Nun soll das Kennzeichnungsgesetz erst Anfang 2027 kommen. Immerhin plant die Regierung, die Kennzeichnung auf die Außer-Haus-Verpflegung auszudehnen. So lässt sich auch im Restaurant oder in der Kantine erkennen, aus welcher Haltung tierische Angebote stammen. Einen weiteren Aufschub darf sich der Minister aber nicht mehr leisten.
www.bund-hessen.de/ werraversalzung www.bund.net/kennzeichnung
»Only bad news is good news«
heißt es, vor allem schlechte Nachrichten erregen also unsere Aufmerksamkeit.
Doch positive Neuigkeiten aus dem Naturund Umweltschutz tun einfach gut. Einige aus jüngster Zeit haben wir wie immer für Sie ausgewählt.

ToxFox ausgezeichnet: Der BUND hat den deutschen App-Award 2026 gewonnen. In der Kategorie ProduktScanner-Apps wurde unser ToxFox geehrt, auf der Basis Zehntausender Verbrauchermeinungen zu rund 360 Apps. Dieser Preis bestätigt die BUND-Arbeit für den Verbraucherschutz und für eine vorsorgende Chemikalienpolitik. Wir freuen uns über diese Anerkennung. Ein Dank an alle, die den ToxFox nutzen, um in Kosmetik- und anderer Alltagsware Schadstoffe aufzuspüren. Machen Sie mit: www.bund.net/toxfox

Besondere Wildkatze gerettet: Zum ersten Mal seit Jahrhunderten wurde in Schleswig-Holstein eine Wildkatze genetisch nachgewiesen. Damit ist die seltene Art offiziell in das nördlichste Bundesland zurückgekehrt. Schon im März 2025 hatte eine Wildtierkamera im Kreis Herzogtum Lauenburg eine Katze mit typischen Merkmalen fotografiert. Nun konnte ein Jäger ganz in der Nähe ein Tier retten, das in einem Knotenzaun festhing (siehe Foto). Die Analyse von Haaren am Zaun ergab: ganz klar eine Wildkatze! Ob die Art hier schon weiter verbreitet ist? Um das herauszufinden, hat der BUND nun mit vielen Verbündeten begonnen, gezielt Haarproben zu sammeln.
+47%
Wärmepumpe überholt fossile Heizung: 2025 wurden in Deutschland erstmalig mehr Wärmepumpen verkauft als Öl- und Gasheizungen. Dies meldete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie. Rund 284 000 abgesetzte Wärmepumpen bedeuten ein Plus von 47 Prozent gegenüber 2024. Doch sei dies noch bei Weitem zu wenig, um die Ziele beim Klimaschutz in Gebäuden zu erreichen. Dafür brauche es dringend mehr Klarheit für Betriebe und Verbraucher*innen, wie es mit dem »Heizungsgesetz« und mit der Förderung weitergeht. Die Verlässlichkeit sei hier entscheidend, so der Verband.
Mehr EU-Strom aus Erneuerbaren: Wind- und Solarkraft haben im vergangenen Jahr EU-weit erstmals mehr Strom erzeugt als die fossilen Brennstoffe. So stammten gut 30 Prozent des Strommixes aus Sonne und Wind, gegenüber noch 29 Prozent aus Öl und Gas. Einschließlich der Wasserkraft und Energie aus Biomasse deckten die Erneuerbaren mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der Stromproduktion. Die Abhängigkeit der EU von Gaslieferanten wie den USA (die 2025 deutlich mehr extraschädliches Fracking-Gas in die EU exportierten) bleibt vorläufig aber hoch – und der weitere Ausbau der Erneuerbaren dringend nötig.
Neues Fahrtziel Natur: Der grenzübergreifende Naturpark Nagelfluhkette verbindet das Oberallgäu mit dem österreichischen Vorarlberg. Das alpin geprägte Schutzgebiet ist etwa 480 Quadratkilometer groß und reicht von 465 auf 2065 Meter Höhe. Dank dem »Mobil Pass Allgäu« können Übernachtungsgäste diesen Naturpark kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Da er zudem gut per Bahn erreichbar ist, wurde er kürzlich als neues Fahrtziel-Natur-Gebiet ernannt. Mehr dazu und zur Kooperation des BUND mit NABU, VCD und der Bahn unter: www.fahrtziel-natur.de
KOMMENTAR

Klimaschutz ist keine Zumutung, sondern eine Voraussetzung, um unsere Lebensgrundlagen zu bewahren.
2025 war das drittwärmste Jahr seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Gleichzeitig erleben wir eine klima- und umweltpolitische Debatte, die zunehmend entmutigen kann. Ob in den USA, in Europa oder Berlin: Klimaschutz wird immer häufiger als Zumutung dargestellt – nicht als Voraussetzung für ein gutes Leben für uns alle, für Stabilität und Sicherheit in der Welt. Wer den Schutz unserer Lebensgrundlagen als Hindernis für wirtschaftliches Handeln begreift, verkennt den Zusammenhang grundlegend. Ohne stabile Ökosysteme und ein verlässliches Klima gibt es keine dauerhaft tragfähige Wirtschaft.
Der Bundesregierung fehlt es bisher an klimapolitischem Gestaltungswillen. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) treibt den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur und die CO2-Abscheidung voran. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) plant mit dem Infrastrukturgesetz einen massiven Angriff auf Natur, Umwelt und Zivilgesellschaft. Es sieht einen pauschalen Vorrang für den Neubau von Autobahnen und sogar Parkplätzen vor. (Mehr dazu im Schwerpunkt dieser Ausgabe.) Dass Bundeskanzler Friedrich Merz bei der jüngsten Klimakonferenz in Brasilien eine Milliarde Euro für den internationalen Fonds zum Schutz der tropischen Regenwälder zugesichert hat, ist zwar positiv. Einzelne Zusagen aber ersetzen keine umfassende klimapolitische Strategie.
Diese Bundesregierung hat den Kompass verloren, wenn sie billigere Flugtickets durchsetzt, während das Deutschlandticket spürbar teurer wird – und damit der Arbeitsweg vieler Menschen. Das ist weder Klimaschutz noch gesellschaftlich gerecht. Dabei zeigen Wirtschaft und Gesellschaft vielerorts längst, dass sie weiter sind. Der Ausbau der erneuerbaren Energien kommt voran – nicht wegen, sondern trotz der energiepolitischen Agenda von Ministerin Reiche. Die Verschiebung des Verbrenner-Aus’ steht im Widerspruch zur Realität: Schon heute ist das E-Auto pro gefahrenem Kilometer günstiger als jeder Verbrenner. Benziner
Olaf Bandt (Mitte) mit den neuen stellvertretenden Vorsitzenden Susanne Gerstner und Sören Janssen bei der »Wir haben es satt«-Demo in Berlin
und Dieselwagen werden verschwinden wie das Faxgerät. Auch der Ruf der CDU nach einer »Technologieoffenheit« wird die Transformation nicht aufhalten. Verzögerungen machen sie lediglich teurer.
Statt in der Nordsee nach zusätzlichem Erdgas zu bohren oder klimaschädliches Fracking-Gas zu importieren, fordern wir als BUND einen konsequenten Ausstieg aus den fossilen Energien. Investitionen in den Klimaschutz sind kein Risiko, sondern eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Erneuerung und soziale Sicherheit. Dass viele Menschen dies längst verstanden haben, zeigt der Blick nach Hamburg: Dort stimmten die Wählerinnen und Wähler in einem Volksentscheid für mehr Klimaschutz, gegen die regierende Koalition und trotz einer massiven Kampagne, die Angst vor unbezahlbaren Mieten geschürt hatte.
Als BUND wissen wir: Politische Rückschläge gehören zu unserer Geschichte. Seit über 50 Jahren kämpfen wir für Natur und unsere Lebensgrundlagen – und haben viel erreicht. Wir haben Flussauen und Moore renaturiert und damit natürliche CO2Speicher sowie Hotspots der Artenvielfalt wiederhergestellt. Wir gehen vor Gericht, wenn gegen geltendes Recht verstoßen wird – für wirksamen Klimaschutz und die Bewahrung wertvoller Lebensräume und unserer Lebensgrundlage.
Die kommenden Jahre werden umweltpolitisch hart. Aber nichts ist verloren, solange wir es nicht verloren geben. Gerade jetzt müssen wir uns zusammentun. Gefragt ist ein BUND, der Rückschläge nicht hinnimmt, sondern in Engagement und in gemeinsame Handlungsfähigkeit übersetzt: mit praktischer Arbeit vor Ort, mit politischem Druck und einer starken Zivilgesellschaft. Packen wir es gemeinsam an.
Olaf Bandt, Susanne Gerstner und Sören Janssen

Im Süden Hamburgs hat bei Moorburg ein wertvoller Naturraum überdauert. Auf 150 Hektar haben sich bis zu vier Meter mächtige Moorböden erhalten. In wunderbar vielfältigen Biotopen leben Blaukehlchen, Kleinspecht und Wasserralle, Amphibien wie der Moorfrosch, einige Fledermaus- und mehr als 20 Libellenarten. Mitten hindurch
plante der Hamburger Senat eine Autobahn zu bauen, die A26 Ost. Dagegen klagten BUND und NABU – und bekamen recht. Laut Bundesverwaltungsgericht hat die Stadt versäumt, eine natur- und klimaverträglichere sowie günstigere Alternativroute über bereits versiegeltes Gelände ernsthaft zu prüfen.
Kulturförderung

Viele kennen sie als Tatort-Kommissarin
Charlotte Lindholm. Im November erhielt die Schauspielerin Maria Furtwängler den Ehrenpreis des Deutschen Kulturpreises für ihr Umweltengagement. Der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger hielt die Laudatio.
Ob Artenschwund oder Pestizideinsätze: Maria Furtwängler ist es ein Herzensanliegen, auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Für ihr mutiges Engagement, das auch massive Anfeindungen zur Folge hatte, ist die Schauspielerin im November mit dem Deutschen Kulturpreis ausgezeichnet worden.
Maria Furtwängler (li.) erhielt den Deutschen Kulturpreis 2025 aus den Händen von Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (Mitte). Die Laudatio hielt Hubert Weiger (re.), Ehrenvorsitzender des BN.
Die Laudatio hielt BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger. Er wies auf Furtwänglers Dokumentation »Das Ende der Insekten« und auf den Tatort »Letzte Ernte« hin, in dem eine umweltschädlich wirtschaftende Agrarindustrie klar als Mitverursacher des Insektensterbens benannt und auf die schädliche Wirkung von Pestiziden hingewiesen wird.
Der Deutsche Kulturpreis der Stiftung Kulturförderung wird seit 1985 für herausragende Leistungen in Kunst, Kultur und gesellschaftlicher Entwicklung verliehen. Preisträgerinnen 2025 waren Maria Furtwängler und die Schriftstellerin Herta Müller.
Die Adelholzener Alpenquellen GmbH hat eine erneute Genehmigung für die Entnahme großer Mengen besonders reinen Grundwassers beantragt. Der BN kritisiert die kommerzielle Verwendung des wertvollen Tiefengrundwassers. Adelholzener will im Landkreis Traunstein für weitere 25 Jahre Tiefengrundwasser fördern. »Diese Vorkommen sind unsere eisernen Reserven für Zeiten zunehmender Trockenheit«, erklärte der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. »Im Klimawandel ist völlig offen, ob und in welchem Umfang sich solche Vorkommen überhaupt noch neu bilden. Grundwasser gehört uns allen.
Es darf kein kostenloser Rohstoff für ein Unternehmen mit internationalen Absatzmärkten sein!«
Ein Teil des entnommenen Wassers ist zudem als Brauch- und Prozesswasser vorgesehen. So soll es beispielsweise in die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Bergen eingespeist werden. »Hier vermischen sich privatwirtschaftliche und kommunale Interessen, die eigentlich klar voneinander getrennt sein sollten«, kritisiert die stellvertretende BN Landesvorsitzende und Traunsteiner Kreisgruppenvorsitzende Beate Rutkowski.
Die Staatsregierung hat sich auf eine Novelle des umstrittenen Jagdgesetzes geeinigt. Massive Verschlechterungen befürchtet der BN dabei für die bayerischen Wälder.
Die Pflicht zu einer behördlichen Abschussplanung für Rehe soll wegfallen, sogar für die Jagdreviere, die seit Jahrzehnten nicht tragbare Verbissschäden aufweisen (siehe Bild). Der BN befürchtet, dass die Verbissbelastung in diesen Revieren weiter steigt und so der Umbau zu einem klimaresilienteren Wald verhindert wird. Bedauerlich ist, dass viele Vorschläge vonseiten des BN und Waldbesitzer*innen für eine effektive Rehwildbejagung nicht aufgegriffen wurden.
Immerhin: Nach Protesten des BN wurden hochproblematische Änderungen

Zu viel Rehwild im Wald frisst die Triebe junger Bäume auf, wie hier im Spessart, was die Waldverjüngung erschwert.

beim Artenschutz fast komplett gestrichen. Ursprünglich sollte die Zuständigkeit für eine Bejagung zahlreicher europarechtlich streng geschützter Tierarten an die Oberste Jagdbehörde übertragen werden. »Das ist eine gute Nachricht für viele Tierarten und ein sehr wichtiger und schöner Erfolg unserer Arbeit!«, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. Kritisch sieht der BN jedoch, dass auch Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht aufgenommen wurden.
Der BUND Naturschutz begrüßt das Ende der Förderung von Kunstschneeanlagen in den Richtlinien für Seilbahnförderung in Bayern. Der Verband fordert eine Abkehr von weiteren Erschließungen in den Bergen.
Nach der Ankündigung von Tourismusministerin Michaela Kaniber zur Fortführung der Seilbahnförderung sieht der BN positive Signale. »Erfreulich ist, dass technische Beschneiungsanlagen künftig nicht mehr über die Seilbahnrichtlinien gefördert werden sollen«, erklärt der BN-Vorsit-

zende Martin Geilhufe. »Leider werden Kunstschneeanlagen über andere Förderprogramme weiterhin unterstützt. Ein echter Kurswechsel sieht anders aus.« Grundsätzlich stellt sich der BN nicht gegen den Erhalt bestehender Seilbahnen. Entscheidend sei jedoch, dass öffentliche Gelder ausschließlich für den Bestandserhalt und die Modernisierung bestehender Anlagen eingesetzt werden – nicht für den Ausbau von Kapazitäten oder neue touristische Erschließungen.
Der BN beteiligte sich an einer Protestaktion gegen den geplanten Gipsabbau im Landkreis Würzburg.

Der Baustoff-Hersteller Knauf plant im Landkreis Würzburg das größte Gipsbergwerk Deutschlands – direkt unter dem bedeutendsten Trinkwasser-Einzugsgebiet der Stadt Würzburg. Auch neue Informationen sprechen gegen das Vorhaben.
Der BN hält an seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem geplanten Gipsbergwerk in der Altertheimer Mulde fest (wir berichteten). Anlass ist die zweite Auslegung der Planunterlagen. Auch die im Dezember neu vorgelegten Unterlagen kön-
nen die Bedenken des BN nicht ausräumen. Im Gegenteil: Aus Sicht des BN zeigt das aktualisierte Sprenggutachten, dass das Risiko von Rissbildungen im Deckgestein durch die vorgesehenen Sprengungen beim Gipsabbau deutlich höher ist als bislang angenommen.
Der BN verweist zudem auf Probleme im Knauf-Gipsbergwerk »Hüttenheim« im Landkreis Kitzingen. Dort kommt es aufgrund einer zu geringen Überdeckung inzwischen zu Einbrüchen und es müssen Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden.

Im Landkreis Augsburg, wo bereits seit Langem Öl gefördert wird, will der Konzern Oneo in Großaitingen ein neues Ölfeld erschließen. Einen entsprechenden Antrag hat das bayerische Wirtschaftsministerium im Dezember genehmigt. Der BUND Naturschutz lehnt diese Pläne entschieden ab, da die Erschließung neuer fossiler Projekte nicht mit den internationalen Klimazielen vereinbar ist. Anstatt in Bayern nach Öl und Gas zu bohren, sollte der Ausbau der Erneuerbaren Energien konsequent vorangetrieben werden.
BN-Aktive protestierten im Januar gegen eine geplante Ölbohrung im Landkreis Augsburg.
»Es ist wirklich absurd, dass im Jahr 2026 trotz immer weiter eskalierender Klimakrise neue Ölfelder erschlossen werden sollen! Das ist ein Schlag ins Gesicht kommender Generationen«, sagte Julian Fürholzer, politischer Sprecher der BUNDjugend Bayern und Beisitzer im BNLandesvorstand. Der BUND Naturschutz weist zudem darauf hin, dass mit jeder neuen Ölquelle die Gefahr für Unfälle und damit einer Verschmutzung der Umwelt steigt.
Pistenbaumaßnahmen am Fellhorn in wertvollen, geschützten Biotopen: So stellt sich also die Staatsregierung Modernisierung vor.

Am Fellhorn im Allgäu werden Pisten planiert –in geschützten Biotopen. Das sogenannte Modernisierungsgesetz erleichtert dieses Vorgehen. Es soll Bürokratieabbau bringen. Was tatsächlich passiert: Naturzerstörung.
Es ist genau das eingetreten, was der BN am Modernisierungsgesetz kritisiert hat: Eingriffe im Naturschutz-, FFH- und Vogelschutzgebiet – alles ohne Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Maßnahmen am Fellhorn sind der erste solche Fall nach Inkrafttreten des Gesetzes im Sommer 2025.
Im Skigebiet am Fellhorn in Oberstdorf plant die Liftgesellschaft umfangreiche Maßnahmen, unter anderem ein neues Speicherbecken für die Kunstschneeerzeugung, zudem soll die Scheidtobelbahn durch das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen erneuert werden. An mehreren Stellen sind Pistenbaumaßnahmen vorgesehen.
»Dort ist erstmalig nach Inkrafttreten des Modernisierungsgesetztes genau das eingetreten, was wir befürchtet haben«,
erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. »Umfangreiche Eingriffe in die sensible Bergwelt können jetzt viel leichter ohne Umweltverträglichkeitsprüfung durchgezogen werden.«
MEHRERE SCHUTZGEBIETE BETROFFEN
Konkret geht es um die geplante Erweiterung der Scheidtobelbahn, deren Förderkapazität verdreifacht werden soll. Die Trasse führt durch ein Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet, ein europäisches Vogelschutzgebiet, ein Landschaftsschutzgebiet und ein im Winter gesperrtes Wildschutzgebiet. Betroffen sind wertvollste Biotope von landesweiter Bedeutung mit seltenen Arten wie der Alpenrose. Im Zusammenhang mit dem Sessellift sind mehrere Pistenausbauten geplant. Auch
die Speicherkapazität für die Beschneiungsanlagen soll massiv erweitert werden: Das bisherige Speicherbecken im Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand umfasst 58 Millionen Liter. Ein zusätzlicher Neubau soll 170 Millionen Liter Wasser für Kunstschnee bereithalten.
Früher wäre für ein solches Vorhaben zwingend eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgeschrieben gewesen. Doch das Modernisierungsgesetz hat die Schwellenwerte dafür massiv verschoben: Musste früher bei Pistenbau mit Biotopzerstörung ab fünf Hektar eine UVP durchgeführt werden, so ist dies jetzt erst ab einer Fläche von zehn Hektar der Fall. Am Fellhorn sind durch die Pistenplanierungen nach Berechnungen des BN 6,3 Hektar betroffen, davon 2,3 Hektar geschützte Biotope.
Hinzu kommt: Eine UVP schließt immer eine Beteiligung der Öffentlichkeit mit ein. Durch das dritte bayerische Modernisierungsgesetz wurde diese Beteiligung deutlich erschwert. Bei einer UVP können Umweltverbände wie der BUND Naturschutz Stellung nehmen und wichtige Impulse geben. Diese Möglichkeit wird nun systematisch beschränkt. Auch im Fall Fellhorn wurden erst auf Nachfrage des BN die Unterlagen zur Verfügung gestellt. Problematisch ist auch, dass es keinen Antrag für die Gesamtmaßnahme gibt, sondern scheibchenweise Einzelmaßnahmen beantragt werden. So kann der Einfluss auf die Natur viel schwieriger realistisch beurteilt werden.
»Der Umbau der ersten Piste ist bereits abgeschlossen. Praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden hier Fakten geschaffen«, kritisiert Irmela Fischer, Vorstandsmitglied der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu. Der BN befürchtet, dass die am Fellhorn begonnene Salamitaktik Schule machen wird. »Ohne Umweltprüfungen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit sollen so Großprojekte auf Kosten der Natur umgesetzt werden«, so Fischer.
Der folgenschwere GAU in Tschernobyl führte 1986 u.a. zur Gründung des Bundesumweltministeriums. Vollends verabschiedet hat sich Deutschland bis heute nicht von der Atomkraft.

JULIANE DICKEL leitet die Atompolitik des BUND.
Vor bald 40 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich in Tschernobyl in der heutigen Ukraine die schwerste Reaktorkatastrophe der Geschichte. Dort kam es zur Kernschmelze. Tausende Menschen wurden verstrahlt, starben oder leiden zum Teil bis jetzt an den Strahlenfolgen. Die radioaktive Wolke ging um die Welt, ihre Rückstände sind immer noch nachweisbar, etwa in Pilzen und Wild aus dem Bayerischen Wald oder Oberbayern. Der Schutzmantel über der Atomruine wurde Anfang 2025 von russischen Drohnen massiv beschädigt. Im Dezember warnte die Internationale Atomenergiebehörde, der Sarkophag habe seine wichtigste Sicherheitsfunktion verloren und müsse dringend wiederhergestellt werden.
Die Katastrophe war laut Atomindustrie ein Ding der Unmöglichkeit. Ebenso wie die offiziell zweitgrößte Reaktorkatastrophe: Im AKW Fukushima in Japan kam es vor 15 Jahren, am 11. März 2011, zu mehreren Kernschmelzen. Bis zum heutigen Tage kommt man nicht an die geschmolzenen Brennstäbe heran. Das Kühlwasser mit

25. Oktober: Angela Scheffold und Bruno Sing vom BUND freuen sich über die kurz bevorstehende Sprengung der Kühltürme des stillgelegten Atommeilers in Gundremmingen.
seinen sehr hohen Tritiumwerten wird nun, trotz öffentlichem Protest, nach und nach ins Meer abgelassen.
Die beiden Katastrophen mahnen: Atomkraft ist letztlich unkontrollierbar. Von Beginn an ist der BUND Teil der Anti-Atomkraft-Bewegung. Gemeinsam mit vielen Aktiven haben wir uns gegen diese hochriskante Technologie eingesetzt. Ziel war immer eine nachhaltige, erneuerbare Energieproduktion. Nach Jahrzehnten des Widerstandes wurden vor drei Jahren endlich die letzten deutschen Atommeiler abgeschaltet. Ein riesiger Erfolg. Trotz aller Unkenrufe gingen die Lichter nicht aus. Doch überwunden ist die Atomkraft auch hierzulande noch lange nicht. Der Rückbau der AKW wird noch Jahrzehnte dauern. Die Uranfabriken in Gronau und Lingen laufen vorerst unbefristet weiter. In Lingen, wo Brennelemente gefertigt werden, soll bald sogar Russlands Staatskonzern Rosatom mitmischen – und damit aus Deutschland die russische Kriegs-
kasse füllen. Der BUND drängt die Bundesregierung, den Atomausstieg endlich zu vollenden.
Auch der radioaktive Abfall wird teils noch Jahrtausende gefährlich bleiben. Vorerst lagert er verteilt auf viele unsichere Zwischenlager überall im Land. Ein Endlager für die hochradioaktiven Abfälle wird derzeit aufwendig gesucht, im Juni soll der nächste Zwischenstand veröffentlicht und noch dieses Jahr das dazugehörige Suchgesetz geändert werden. Wir fordern die Kriterien der Suche nicht aufzuweichen – Transparenz, Wissenschaftlichkeit und Beteiligung müssen gewahrt bleiben. Was deutlich macht: Unser Widerstand gegen die Atomkraft ist weiter wichtig.
Mehr zum Thema Neun atompolitische Forderungen des BUND, Infos zum Atomausstieg, einen Flyer zum Atommüll und anderes mehr finden Sie unter: www.bund.net/atomkraft

• Die Kommunen können die Potenziale der Energie-Einsparung analysieren und voll ausschöpfen – sowohl im öffentlichen Bereich (wie Verwaltung, ÖPNV oder Beleuchtung) als auch durch Beratung und Hilfestellung bei den Bürger*innen zuhause.
• Sie können den naturverträglichen Ausbau von Sonnen- und Windenergie vor Ort vorantreiben und so klimaschädliche Energieträger zurückdrängen.
• Kommunen sollten in Bebauungsplänen und bei der Stadtgestaltung alten und neuen Bäumen und Grünflächen möglichst viel Raum geben, um CO2 zu binden und die Auswirkungen der Erderhitzung zu mildern.

Natur-, Umwelt- und Klimaschutz werden vor Ort umgesetzt. Sie sind entscheidend für ein lebenswertes Bayern auch in Zukunft. Daher sind sie auch zentral für die Wahlentscheidung bei der Kommunalwahl am 8. März. Was muss zukunftsfähige Kommunalpolitik aus Sicht des BN leisten?

Die Verantwortlichen in den Kommunen wissen um die Bedeutung von naturnahen Bächen, Feuchtgebieten und Mooren für die Speicherung von Wasser für Hitzeperioden und bei Starkregen.
• Städte und Gemeinden setzen sich für die Renaturierung der kommunalen Gewässer ein und nutzen die verfügbaren Mittel aus dem Landes- und Bundeshaushalt.
• Kommunen planen Schutz vor Überschwemmungen. Durch die Klimakrise wird es mehr Extremwetterereignisse geben. Hier muss auch der Schutz von Mensch und Natur umgesetzt werden.
• Die weitere Versiegelung von Böden wird eingeschränkt, im Idealfall bis zur »Netto-NullVersiegelung«.

Kommunen spielen eine Schlüsselrolle in der Wärmewende: Sie sichern mit den Wärmeplänen eine klimafreundliche Versorgung und können die geordnete Stilllegung der fossilen Gasnetze vorbereiten. Damit können sie Planungssicherheit und faire Lösungen für alle schaffen und den Klimaschutz vor Ort voranbringen.

• Städte und Gemeinden nutzen in öffentlichen Einrichtungen mindestens 50 Prozent Bio-Lebensmittel, die möglichst regional und saisonal gewonnen werden.
• Die Bewirtschaftung eigener und verpachteter kommunaler landwirtschaftlicher Flächen erfolgt nach den Kriterien des ökologischen Landbaus.
• Kommunen entwickeln integrierte Verkehrsentwicklungspläne mit Vorrang für Rad- und Fußverkehr, unterstützt durch einen öffentlichen Personennahverkehr mit einer Mobilitätsgarantie mindestens von 5 bis 24 Uhr.
• Wo immer möglich, wird Tempo 30 für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität eingeführt.
• Kommunen bemühen sich um kurze Wege im Ort, autofreies Wohnen und weniger Parkplätze zugunsten von mehr Spiel- und Erholungsfläche.


• Kommunen können die Artenvielfalt fördern durch Umsetzung des Biotopverbunds, Pestizidfreiheit auf kommunalen Flächen und die Entwicklung geeigneter kommunaler Wälder zu Naturwäldern.
• Städte und Gemeinden führen, wo noch nicht vorhanden, eine Baumschutzverordnung und Durchgrünungskonzepte ein, zur Verbesserung von Lokalklima, Lebensqualität und Artenschutz im besiedelten Raum.

• Kommunen verwenden Gemeinwohl-Bilanzierung als Leitlinie für Wirtschaften und Bemessung des Wohlstands.
• Kommunale Gelder werden nicht in ökologisch und sozial schädliche Geldanlagen und Förderprojekte investiert, bestehende werden zurückgezogen oder laufen aus.


Ende August eröffneten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (beide CDU) einen neuen Abschnitt der A 100. Zur Feier des teuersten deutschen Autobahnstücks aller Zeiten lobte der Minister: »Die Verlängerung der A 100 ist Stadtentwicklung, die wirkt!« Und wie sie wirkt: Rings um die Mündung der Autobahn kommt der Verkehr regelmäßig zum Erliegen. Autos und Lkw verstopfen seitdem Straßen und Kreuzungen, Linienbusse kommen nicht mehr durch, Wohngebiete leiden stark unter Lärm und Gestank.
Der Weiterbau der sechsspurigen A 100 quer durch die Hauptstadt ist ein Symbol für das Scheitern einer Verkehrspolitik, die sich vor allem am Auto orientiert. Auch die neue Bundesregierung scheint daran festhalten zu wollen. Deutschland aber braucht nicht noch weitere und breitere Fernstraßen, sondern eine bessere Pflege der schon vorhandenen Straßen und ein leistungsfähigeres Schienennetz. Mehr dazu auf den folgenden Seiten.




JENS HILGENBERG
verantwortet die Verkehrspolitik des BUND.
JOSEPHINE MICHALKE
ist Sprecherin des BUNDArbeitskreises Mobilität.
Das deutsche Straßen- und Schienennetz, Brücken und Bahnhöfe sind in die Jahre gekommen. Über Jahrzehnte wurde zu wenig in ihre Erhaltung investiert. Das hat dazu geführt, dass derzeit allein rund 8000 Autobahnbrücken saniert oder gleich neu gebaut werden müssen. Hinzu kommen Brücken bei Schienenstrecken und Bundesstraßen sowie die Verkehrswege selbst.
Der spektakuläre Einsturz der Carolabrücke in Dresden oder die kurzfristige Sperrung der Ringbahnbrücke in Berlin sind nur zwei neuere Beispiele, welch drastische Folgen die chronische Vernachlässigung unserer Infrastruktur hat. Auf einer Reihe weiterer Brücken gelten schon Fahrverbote für Lkw, wurden Fahrstreifen gesperrt oder müssen Züge langsamer fahren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Brücke der stetig steigenden Verkehrslast nicht länger standhält.
Statt künftig noch weitere Milliarden in neue Straßen zu stecken, muss die Bundesregierung in die Erhaltung des Straßen- und Schienennetzes investieren.
Für mehr Sicherheit, weniger klimaschädliche Emissionen und den Schutz der Natur.
Geld in den Bau von neuen Fernstraßen umzulenken. So wurden Mittel innerhalb des Sondervermögens verschoben und »mehr Flexibilität« zwischen Erhaltung und Neubau vereinbart.
NOCH MEHR STRA SS EN?
Im Koalitionsvertrag steht das Ziel, für die Straße und Schiene eigene Finanzierungskreisläufe einzuführen. Das würde heißen: Einnahmen aus der Lkw-Maut (wie auch perspektivisch der Pkw-Maut) fließen in Zukunft nur noch in die Sanierung und den Aus- und Neubau der Fernstraßen. Außerdem plant die Regierung weitere Kredite aufzunehmen und mehr Neubauprojekte zu verwirklichen, bei

denen die öffentliche Hand auf Privatfirmen und vor allem auf privates Kapital zurückgreift. Mit dieser verdeckten Schuldenaufnahme könnten in den nächsten Jahren deutlich mehr neue Fernstraßen entstehen. Und das trotz der Dringlichkeit und aller nationalen Ziele, das Klima und die biologische Vielfalt besser zu schützen und den Flächenverbrauch zu senken. Der vermehrte Neubau würde auch zulasten der Instandhaltung des Straßennetzes gehen. Denn in Deutschland fehlt es an Planerinnen und Planern und an Kapazitäten bei Genehmigung und Bau. Hinzu kommt, dass viele neue Straßen völlig überdimensioniert angelegt werden (siehe Seite 24).
GELD UMGELENKT
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder wäre also gut beraten, sich darauf zu konzentrieren, die bestehenden Straßen und Gleise zu sanieren. Und zudem die Kapazitäten der Schiene naturverträglich auszuweiten, um das Straßennetz zu entlasten. Doch die Zahl der Brückensanierungen an Autobahnen hinkt laut dem Bundesrechnungshof dem Zeitplan weit hinterher. Von den für 2024 geplanten 280 Modernisierungen wurden nur 69 umgesetzt. Dabei war das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität genau dafür gedacht. Stattdessen versuchen nun der Minister und seine Partei, möglichst viel
Protest gegen den geplanten Weiterbau der A46 im Sauerland


Erfolgreich geklagt: Aktion vor dem Bundesverwaltungsgericht
Aktiv werden
Der Bundesarbeitskreis Mobilität des BUND entwickelt Strategien für eine ökologische Mobilität. Er setzt sich mit innovativen Ideen und mit kreativen Aktionen für ein umweltgerechtes, menschenverträgliches Verkehrssystem ein.
Wollen Sie dazu beitragen, unseren Verkehr zukunftsfähig zu gestalten?
Dann melden Sie sich gerne bei: josephine.michalke@bund.net Mehr zum Thema unter: www.bund.net/mobilitaet

WARUM DAUERT DAS SO LANG?
Ja, die Planung und Umsetzung großer Bauprojekte dauern in Deutschland oft länger als anderswo. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dass wir als BUND mit anderen Umweltverbänden auf die Vorgaben des Natur-, Arten- und Klimaschutzes pochen, spielt hier eine eher kleine Rolle. Die eigentliche Ursache sind die fehlende Priorisierung von Bauprojekten, zu wenig Personal und eine oft fehlerhafte Planung.
Um davon abzulenken, hat die Bundesregierung die Umweltverbände als die Hauptschuldigen der langen Bauzeiten ausgemacht. Mit ihrem »InfrastrukturZukunftsgesetz« (siehe Kasten und das Interview auf Seite 15) zielt sie darauf, die Beteiligung der Öffentlichkeit, die Prüfung der Umweltverträglichkeit, naturschutzrechtliche Ausgleichspflichten sowie die Klagebefugnisse für uns Umweltverbände einzuschränken.
Zur Begründung führt sie auch Klagen des BUND gegen geplante Autobahnen an. Damit sind wir regelmäßig erfolgreich. Schon mehrfach konnten wir dafür sorgen, dass naturverträglicher geplant wird oder Eingriffe in wertvolle Lebensräume zumindest wirksam ausgeglichen werden. Das finanzielle Risiko einer Klage gehen wir allerdings nur ein, wenn erhebliche Planungsfehler vorliegen. Wo es naturoder klimaschutzrechtlich nichts zu beanstanden gibt, erübrigt sich der Gang vors Gericht.


MEHR TEMPO: JA, ABER
Dass der BUND mit seinen Klagen oft richtigliegt, haben Gerichte wiederholt bestätigt. So gab das Bundesverwaltungsgericht im Oktober einer Klage des BUND Hamburg statt. Der Planfeststellungsbeschluss zum Neubau der A26 Ost sei tatsächlich »rechtswidrig und nicht vollziehbar«. Die Autobahn darf also nicht wie geplant gebaut werden. Wichtig an dieser Entscheidung: Erstmals bei einer Klage gegen eine Autobahn war der Schutz des Klimas wesentlich für die Urteilsfindung. Das Gericht verwies aufs deutsche Klimaschutzgesetz und betonte den speziellen Wert von Moorböden.
Auch der BUND sieht die Notwendigkeit, hier und da schneller zu planen –gerade bei Vorhaben, die der Mobilitätswende dienen und mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. Mehr Tempo gelingt aber nur, wenn Verkehrsminister Schnieder Verantwortung übernimmt und eine überschaubare Zahl volkswirtschaftlich sinnvoller Projekte eindeutig priorisiert. Was muss zuerst umgesetzt werden, im Einklang mit dem Natur- und Klimaschutz? Neuen Schwung verdient vor allem die klimafreundliche Mobilität auf der Schiene. Und die gezielte Sanierung der marodesten Brücken.
Die Bundesregierung muss also rasch umsteuern und die Weichen neu stellen: für ein modernes, sicheres und umweltverträgliches Verkehrssystem.
Im Dezember hat das Bundeskabinett den Entwurf eines »InfrastrukturZukunftsgesetzes« vorgelegt. Mit ihm droht ein tiefgreifender Eingriff in die deutschen Umweltstandards. Denn die Bundesregierung gibt hier einen zentralen Grundsatz des Naturschutzes auf: das Prinzip, dass, wer Lebensräume und Ökosysteme schädigt, dafür die Folgen tragen muss. Außerdem höhlt die Regierung erprobte Beteiligungsrechte aus.
Dazu Verena Graichen, politische Geschäftsführerin des BUND: »Dieser Gesetzesentwurf ist ein drastischer Angriff auf den Natur- und Umweltschutz. Jedes große Infrastrukturprojekt wirkt sich negativ auf die Natur aus. Deshalb ist es richtig und wichtig, Alternativen zu prüfen, die Alternative mit dem geringsten Schaden zu wählen und für Ausgleich zu sorgen. Fallen Raumplanung und Umweltverträglichkeitsprüfungen weg und wird die Öffentlichkeit kaum mehr beteiligt, werden uninformierte, also schlechte Entscheidungen getroffen.«
Was sind die Ursachen der deutschen Schienen misere? Und was muss die Bundesregierung tun, schon um das Klima besser zu schützen?

GABRIEL KAPFINGER ist BUND-Mitarbeiter für Infrastruktur und Verkehr.

Seit der Reform der Bahn und ihrer Priva tisierung 1994 wurde das deutsche Schienennetz zurückgebaut. Tausende Kilometer Gleise, Weichen und Bahnhöfe verschwanden, Überholgleise wurden stillgelegt, Ausweichstrecken abgebaut. Was kurzfristig Kosten sparen sollte, rächt sich heute Tag für Tag. Wer regelmäßig mit der Bahn reist, leidet unter häufigen Verspätungen und zahllosen Streckensperrungen – und einem System am Rande seiner Belastbarkeit. Denn der Verkehr auf der Schiene hat deutlich zugenommen, im Personen- wie im Güterverkehr. So reisen heute fast doppelt so viele Menschen mit der Bahn wie 1991, der Güterverkehr auf der Schiene wuchs um mehr als die Hälfte. Der Schienenverkehr wird heute also über ein Netz abgewickelt, das deutlich weniger Reserven besitzt als noch vor drei Jahrzehnten. Mit messbaren Folgen: Rund 80 Prozent

genug Umfahrungsmöglichkeiten.
KEINE WERBUNG
Für viele sind die Folgen im Alltag längst spürbar. Wer pendelt, kommt regelmäßig zu spät, Güterzuge stecken wegen defekter Weichen immer wieder stundenlang fest. Solche negativen Erfahrungen sind fatal und keine gute Werbung für eine klimafreundliche Verkehrswende mit der Bahn.
Der Weg zu einer besseren Bahn führt nicht allein über Großprojekte. So erkannte eine vom Verkehrsministerium berufene »Beschleunigungskommission« bereits 2022: Wesentliche Verbesserungen sind möglich, wenn die richtigen Prioritäten gesetzt
werden. Schon kleine und mittelgroße Maßnahmen können die Stabilität und Kapazität des Schienennetzes erhöhen: indem stillgelegte Gleise reaktiviert, mehr Weichen und Überholgleise an Engpässen gebaut oder Elektrifizierungslücken geschlossen werden.
Der Blick in das Ausland zeigt, dass der Schienenverkehr deutlich besser betrieben werden kann. Etwa in der Schweiz, wo ein langfristiges Finanzierungsmodell und klare politische Ziele für Verlässlichkeit sorgen.
Worauf gründet die Misere in Deutschland? Sie ist vor allem das Ergebnis politischer Versäumnisse. Blieb doch die Infrastruktur der Schiene über Jahrzehnte hinweg chronisch unterfinanziert. Im gleichen



Zeitraum ließ der Bund als Eigentümer eine klare Zielvision und verbindliche Strategie vermissen.
Als alleiniger Eigentümer der Deutschen Bahn hätte der Bund die Möglichkeit gehabt, den Konzern konsequent auf Gemeinwohl, Daseinsfürsorge und Klimaschutz auszurichten. Doch dieser Auftrag wurde lange vernachlässigt. Stattdessen prägte eine autozentrierte Verkehrspolitik die Entscheidungen. Milliarden flossen in den Neu- und Ausbau klimaschädlicher Autobahnen. Gleichzeitig wurde das bestehende Schienennetz auf Verschleiß gefahren. So bleibt der Verkehrssektor bis heute der klimapolitische Nachzügler, während der dringend nötige Ausbau der Schiene – Rückgrat einer klimafreundlichen Mobilität – immer wieder vertagt wurde. Die heutigen Störungen und Engpässe sind also kein Zufall, sondern die direkte Folge politischer Untätigkeit und falscher Prioritäten.
Hier liefert auch die schwarz-rote Bundesregierung bisher nicht. Weder ist der im Koalitionsvertrag verankerte Fonds für die Eisenbahninfrastruktur in greifbarer Nähe. Noch werden längst verkündete Ziele weiterverfolgt, wie die Verdopplung der Bahnkunden im Personenverkehr und die Erhöhung des Güterverkehrs auf der Schiene auf 25 Prozent bis 2030. Da herrscht derzeit eine große Leerstelle.
Dabei hat das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung 2021 verpflichtet, die Freiheitsrechte künftiger Generationen zu schützen und den Klimaschutz konsequent umzusetzen. Der Verkehrssektor ist diesbezüglich besonders in der Pflicht. Seit Jahren verfehlt er seine Klimaziele. Während der CO2-Ausstoß kaum sinkt, bleiben wirksame Gegenmaßnahmen aus.
Aktive des BUND Naturschutz werben 2024 für die umweltfreundliche StadtUmland-Bahn in Erlangen. Kurz darauf sprechen sich die Erlanger*innen per Bürgerentscheid für deren Bau aus.
Statt den Umstieg auf die Bahn und den öffentlichen Verkehr systematisch zu fördern, steckt die Bundesregierung weiterhin Milliarden in den Ausbau des Straßennetzes. Für die Erweiterung des Schienennetzes und seine Elektrifizierung gibt es nach wie vor zu wenig Geld.
KLIMASCHUTZ STÄRKEN
Ein leistungsfähiges Schienennetz aber ist eine zentrale Voraussetzung für mehr Klimaschutz im Verkehr. Ohne zuverlässige Verbindungen, genügend Kapazitäten und pünktliche Züge wird der Verkehr nicht nennenswert von Auto und Lkw auf die Schiene zu verlagern sein. Die hiesige Verkehrspolitik steht damit klar im Widerspruch zu dem, was das Verfassungsgericht zum Schutz des Klimas verlangt.
Der BUND fordert die Bundesregierung auf, ihren gesetzlichen Auftrag für Klimaschutz, Gemeinwohl und Daseinsfürsorge endlich ernst zu nehmen. Wer Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen will, braucht eine intakte Infrastruktur. Als Eigentümerin der Bahn muss die Regierung nun rasch eine Strategie für deren Erfolg vorlegen. Und sie muss die Ziele zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene ausreichend und langfristig finanzieren. Nur so lässt sich unser Schienennetz planbar und nachhaltig instand halten, ausbauen und modernisieren.
www.bund.net/schiene


Verkehrsberuhigung: neu gestaltete Ortseinfahrt im mittelfränkischen Unterrödel

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 umfasst über 1700 Straßenbauprojekte: Neuund Ausbauten sowie Ortsumfahrungen. Dazu stehen Tausende weitere Vorhaben in den Ausbauplänen der Länder, Landkreise und Kommunen. Die Richtlinien für den Bau von Landstraßen und von Autobahnen wurden zuletzt immer mehr aufgeblasen. Die Folge sind gewaltige Verkehrsbauwerke, immer breitere Querschnitte, tiefere Einschnitte, höhere und längere Brücken, riesige Anbindungen. Hinzu kommen mehr Lärmschutz und separate Wirtschaftswege sowie künftig immer höhere Unterhaltskosten. Statt kleiner, fünf Meter breiter Landstraßen zerschneidet heute ein oft dreimal so breites Asphaltband die Landschaft. So werden Bundesstraßen autobahngleich gebaut und Autobahnen mit sechs Spuren. Auf der Strecke bleiben Landschaften mit Äckern, Wiesen, Wäldern, alten Bäumen, Hecken und Moorböden. In den Genehmigungsverfahren sind die verkehrlichen Belange oft unantastbar. Die damit einhergehende Zerstörung der Natur und Umwelt wird dagegen kleingeredet oder formal ausgeglichen.
Dass es auch anders geht, zeigt ein Pilotprojekt des BUND Naturschutz mit dem bayerischen Verkehrsministerium. In drei
Orten wird auf den Bau einer geplanten Ortsumfahrung verzichtet. Dafür werden die Ortsdurchfahrten mit den Betroffenen vor Ort so umgestaltet, dass die Belastung für die Anlieger sinkt und die Lebensqualität im Ort steigt.
Das erste der drei Projekte ist seit Mai 2023 fertig. Im Hilpoltsteiner Ortsteil Unterrödel bei Nürnberg entstanden breite Fuß- und Radwege, schmälere Fahrbahnen, Querungshilfen und neu gestaltete Plätze. Im Verbund mit einer Begrünung des Ortsteils, sicheren Bushaltestellen, Flüsterasphalt sowie einem stationären Blitzer sorgte dies für gleichmäßig langsameres Fahren, mehr Sicherheit, weniger Verkehrslärm und Abgase. Mit einem Wort: für spürbar mehr Lebensqualität der Menschen im Ort.
Die Vorteile zu einer Ortsumgehung sind offensichtlich: weniger Bürokratie und ein beschleunigtes Verfahren, da Einwände, Klagen und der Flächenankauf entfallen. Um den Ort bleiben artenreiche Biotope und landwirtschaftliche Flächen unberührt, Naherholung ist weiterhin möglich. Auch entstehen weniger klimaschädliche Verkehrsemissionen. Und die öffentlichen
Mit einem Pilotprojekt zeigt der BUND in Bayern: Innerorts den Verkehr zu beruhigen, statt eine Ortsumfahrung zu bauen, kann in vieler Hinsicht vorteilhaft sein.


MARTIN GEILHUFE ist Vorsitzender des BUND Naturschutz.
GERNOT HARTWIG ist Sprecher des BN-Arbeitskreises Mobilität & Verkehr.
Haushalte werden entlastet, da Kosten für den Winterdienst und den Unterhalt der Umgehungstraße wegfallen.
In einer Umfrage des BUND geben die Menschen in Unterrödel der Verkehrsberuhigung gute Noten. Die Ortsdurchfahrt ist sicherer und leiser geworden, die Autos fahren langsamer. Sollte sich dies in den beiden anderen Projektorten, Bad Endorf und Bad Kohlgrub, bestätigen, hoffen wir, dass unser Pilotprojekt viele Nachahmer findet, bayern- und bundesweit.
Mehr zum Thema Einen Überblick zu dem Modellprojekt gibt es hier.

FRANZISKA HE ß
ist stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises Recht und vertritt den BUND regelmäßig als Anwältin.

Franziska, wie beurteilst du das neue »Zukunftsgesetz« der Bundesregierung?
Dieses Gesetz behauptet ein überragendes öffentliches Interesse für alle möglichen Bauvorhaben, neuerdings auch unter dem Aspekt der militärischen Sicherheit. Und das mit dem klaren Ziel der Regierung, alle Umwelt- und Klimaschutzbelange hintanzustellen. Zusätzlich sollen unsere Klagen keine aufschiebende Wirkung mehr entfalten. Und die Anerkennung, dass wir als Umweltverband klagen dürfen, will man uns nur noch befristet erteilen. Das ist schon ein Großangriff auf unsere Rechte.
Dahinter steckt auch die »Modernisierungsagenda«, wie sie im Dezember die Ministerpräsidenten beschlossen haben. Sie ist im Grunde ein Rückschritt in das umweltrechtliche und umweltpolitische Mittelalter. Über kurz oder lang möchte die Koalition offenbar einen Großteil der Umweltstandards im Europa- und auch Völkerrecht schleifen oder doch so weit wie möglich schwächen. Für den Schutz des Klimas, der Umwelt und der biologischen Vielfalt wäre das fatal.
Viele Papiere der Agenda lassen tiefes Misstrauen gegen zivilgesellschaftliches Engagement erkennen.
Was steht mit dem geplanten Infrastruktur-Zukunftsgesetz für Umwelt und Natur auf dem Spiel? Und warum ist das vom BUND erzwungene Urteil gegen die A26 Ost wegweisend? Ein Gespräch mit der Umweltjuristin Franziska Heß.
Gerade das macht mir besonders Sorge. Setzen Bundesregierung und Bundesrat das in dieser Form um, wäre das ein ganz klarer Angriff auf die Zivilgesellschaft und nicht zuletzt unsere Arbeit im BUND. Auch grundrechtlich habe ich große Bedenken, ob dies so möglich ist.
In einer Zeit, in der die Demokratie ohnehin unter Beschuss ist, muss das Angst machen. Zumal Union und SPD, die diese Einschnitte vorschlagen, eigentlich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Was passiert erst, wenn mal Kräfte an der Macht sind, die diese Bindung nicht mehr haben?
Wie begründet unser Widerstand gegen bestimmte Straßenpläne ist, wurde uns eben erst höchstrichterlich bestätigt. Tatsächlich ist es dem BUND bei der Autobahn A26 Ost zum ersten Mal gelungen, eine Straßenplanung mit Verweis auf den Klimaschutz gerichtlich infrage zu stellen. Die Behörde hat bei der Wahl zwischen mehreren Trassen das Gebot der Klimaverträglichkeit nicht genug beachtet. Ihre pauschale Annahme, die favorisierte Variante habe eine positive Klimabilanz, hat dem Bundesverwaltungsgericht nicht ausgereicht, weil es eben noch klimafreundlichere Varianten geben kann.

Zudem enthält das Urteil ein ausdrückliches Gebot, Eingriffe in Moorböden – die für den Klimaschutz besonders wertvoll sind – bei Bauprojekten künftig möglichst zu vermeiden. Hier gelten nun höhere rechtliche Hürden, auch das ist neu.
Was bedeutet das für die Planung neuer Straßen oder Bahnstrecken? In jedem Planfeststellungsverfahren wird die Klimaverträglichkeit überprüft. Wie viele CO2-Emissionen verursacht ein Bauvorhaben? Das Urteil zur A26 Ost hat die Hürden insbesondere für Eingriffe in Moorböden erhöht. Die Behörden müssen also bei der Trassenführung genau abwägen: Welche Variante ist die im Vergleich klimaverträglichste? Und falls Moorflächen betroffen sind, müssen sie nun aufwendiger begründen, warum deren Zerstörung unvermeidlich ist. Speziell bei den noch geplanten Abschnitten der A20 in Niedersachsen dürfte das durchaus eine Rolle spielen.
Fast alle Kreisgruppen des BN kämpfen gegen Straßenbauprojekte, die überdimensioniert, naturzerstörerisch, absurd teuer und oft einfach überflüssig sind. Hier eine Auswahl von Projekten, die in den Reißwolf gehören.
Der Frankenschnellweg (ein Abschnitt der A 73) verbindet Nürnberg mit Fürth und Erlangen. Seit Jahrzehnten gibt es Pläne, einen Abschnitt in Nürnberg kreuzungsfrei umzubauen. Nach jahrelangen Protesten und Rechtsstreit hat sich 2025 das Bündnis »Zurück auf Los« formiert, um das Projekt mit geschätzten Kosten von über einer Milliarde Euro doch noch zu verhindern.

Diese Visualisierung zeigt, welches Ausmaß der geplante Ausbau des Frankenschnellwegs hätte.
3 OSTUMFAHRUNG NEUBURG
A.D. DONAU MIT DONAUBRÜCKE
Der BN klagt gegen eine geplante Umfahrung von Neuburg an der Donau. Die geplante Streckenführung würde den Donauauwald durchschneiden — ein nach EU-Recht streng geschütztes Natura2000-Gebiet. Die Kosten des überdimensionierten Vorhabens: rund 85 Millionen Euro; der Eigenanteil der Stadt liegt bei immer noch hohen 13 Millionen Euro.

WÜRZBURG

2 B 26 NEU IN UNTERFRANKEN
Eine aus der Zeit gefallene Planung ist die B 26 neu durch die Landkreise Main-Spessart und Würzburg. Zur Naturzerstörung kommt, wie bei vielen Straßenbauprojekten, eine Kostenexplosion, hier von ursprünglich 172 Millionen Euro auf inzwischen 650 Millionen Euro. Dafür gab es sogar Kritik vom Bundesrechnungshof.


FORCHHEIM
NÜRNBERG
NEUBURG
4 AUSBAU B 12
Eine »Allgäu-Autobahn« wäre die ausgebaute B 12 in Schwaben. Der BUND Naturschutz, die Stadt Buchloe und die Gemeinde Jengen hatten dagegen Klage eingereicht, woraufhin die Regierung von Schwaben ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren zum Klima- und Flächenschutz. Das Ergebnis war 2025: Alles bleibt wie geplant. Der BN hat daraufhin eine neue Klagebegründung abgegeben.

Schon 2017 wurde gegen die Ostspange Forchheim protestiert. Das Band mit den Luftballons zeigt, in welcher Höhe die Trasse über die Bahnstrecke führen würde.

Die »Ostspange Forchheim« ist ein geplanter Neubauabschnitt der B 470 bei Forchheim, der als große Südumgehung mit Anbindung an A 73 / B 470 durchs Untere Wiesenttal geführt werden soll und seit Jahren heftig umstritten ist, wegen der Auswirkungen auf Natur und Landschaft und wegen steigender Kosten. Geplant ist eine zwei- bis vierstreifige, hochgelegte Neubautrasse mit Brücken- und Rampenbauwerken in bis zu fast sieben Metern Höhe.

Die geplante Brücke über den Regen im Stadtgebiet Regensburg, die an einen großen Kreisel anschließen soll, würde durch das FFH-Gebiet des Flusses Regen führen und den Verkehr von der A 93 wie auf einer Stadtautobahn durch dicht bebaute Stadtviertel führen. Das Planungsverfahren und anhängige Klagen sind abgeschlossen, aktuell läuft eine Unterschriftensammlung.
Naherholung oder Verkehrslärm? Durch dieses Gebiet am Regen, auf dem 2025 eine Demo stattfand, würde die Sallerner Regenbrücke verlaufen.
REGENSBURG

So sah die Baustelle der B 15 neu bei Ergoldsbach aus, inzwischen ist die »gelbe« Autobahn bis zur A 92 fertiggestellt.

Ein autobahnartiger Ausbau der B 12 würde Naturzerstörung und enormen Flächenverbrauch bedeuten.
Für den Ausbau der A 8 von München bis zur Landesgrenze sind Kosten von rund 4,1 Milliarden Euro veranschlagt. Der BN hat gegen den Ausbau des Abschnitts Achenmühle bis Bernauer Berg Klage eingereicht und fordert alternativ die Ausbauvariante 4+2, also lediglich den Zubau von zwei Standstreifen, zudem ein Tempolimit.
7 B 15 NEU
Die autobahngleich ausgebaute B 15 neu von der A 93 bis zur A 92 bei Landshut ist bereits fertiggestellt, der nächste Abschnitt von Landshut bis in den südlichen Landkreis ist in Planung. Die B 15 neu soll bis zur A 8 führen, was eine neue europäische NordSüd-Achse erschaffen würde. Südlich von Landshut wären Schutzgebiete vom dem Bau betroffen. Der BN und ein breites Bündnis sagen: An der A 92 muss Schluss sein!

Schon 2022 protestierte der BN-Landesvorstand gegen den Ausbau der A 8.




Bayern ist das Bundesland mit der größten Fläche. Um den Menschen Mobilität zu ermöglichen, hatten die Verantwortlichen in der Politik vor allem Straßenbau im Blick. Höchste Zeit für ein Umdenken.


Bundesländern keine Zuschüsse. Diese gibt es bisher nur für Straßenneubau oder -ausbau. Das führt häufig zu überzogenen Straßenbauprojekten, weil diese für die Kommunen letztendlich günstiger sind. Der BN setzt sich für eine Abkehr von dieser naturzerstörenden Politik ein.





ten, also auch für die Bürger*innen, die nicht mit dem Auto unterwegs sind. Überall in Bayern werden Straßen geplant, als ob es keine Klimakrise und keine Staatsverschuldung gäbe – aktuell laufen hunderte von Aus- und Neubauprojekten. Die Planungen kommen vom Bund, vom Freistaat und von den Kommunen. Gleichzeitig wurden über Jahrzehnte hinweg der ÖPNV sowie der Rad- und Fußverkehr vernachläsigt. Auch im Bund haben die CSUVerkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer von 2009 bis 2021 diese einseitige Politik betrieben.
Ein Teil des Problems ist die Handhabung von Zuschüssen: Gerade bei kommunalen Straßen ist die Entscheidung für den Bau oft von der Gewährung eines Zuschusses und dessen Höhe abhängig. Für bestandsorientierte Sanierungen bekommen die Kommunen in Bayern geringe Pauschalen, aber anders als in anderen
So forderte im Januar im Hinblick auf die Kommunalwahl das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende, dem auch der BUND Naturschutz angehört, die Kommunen in Bayern auf, bei der Mobilität klare Prioritäten zu setzen: Ausbau des ÖPNV, des Rad- und Fußverkehrs und sichere, für alle zugängliche Mobilität. Doch dafür brauchen die Kommunen Rückendeckung von Bund und Land. Viele Städte und Gemeinden stehen finanziell stark unter Druck und können eine Mobilitätswende nicht alleine stemmen. Notwendig sind: eine verlässliche, langfristige Finanzierung des ÖPNV, ausreichend Mittel für Rad- und Fußverkehr.
Im Dezember wurde in Nürnberg die dritte Eichhörnchen-Seilbrücke Bayerns installiert. Die Brücken können den Tieren das Leben retten.

MITMACHAKTION
Eichhörnchen-App des BN: Zwischenstand nach knapp sechs Jahren – wertvolle Ergebnisse für die Wissenschaft.

MARTINA GEHRET
Verantwortlich für BN-Mitmachprojekte
Eichhörnchen sind mehr als beliebte Wildtiere in Gärten und Parks. Als anpassungsfähige Waldbewohner reagieren sie sensibel auf Veränderungen von Lebensräumen, Nahrungsangeboten und Zerschneidung durch Verkehr. Genau hier setzt das Citizen-Science-Projekt »Eichhörnchen in Bayern« des BUND Naturschutz an. Seit dem Start im April 2020 beteiligen sich Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Datenerhebung – mit einem beeindruckenden Ergebnis. Bis Ende November 2025 wurden bayernweit über 90 800 Eichhörnchen in rund 74 300 verwertbaren Meldungen dokumentiert. Damit steht erstmals eine großflächige, längerfristige Datengrundlage zur Verfügung, die Rückschlüsse auf Verbreitung, Lebensraumnutzung, Fellfarben und Gefährdungen erlaubt. Die Meldungen stammen aus nahezu allen Naturräu-
men Bayerns und zeigen: Eichhörnchen sind weit verbreitet, kommen aber nicht überall gleich häufig vor.
Deutlich wird vor allem, dass die bisherigen Meldungen einen klaren Schwerpunkt in Siedlungsräumen haben – rund 60 Prozent aller gemeldeten Eichhörnchen stammen aus bebauten Gebieten. Das zeigt, wo Menschen sie besonders häufig beobachten und melden, nämlich dort, wo sie wohnen und sich im Alltag bewegen. Wälder, Grünland und landwirtschaftlich geprägte Flächen folgen mit deutlichem Abstand. Hochgerechnet auf potenzielle Reviere zeigt sich somit eine Schwachstelle der Datengrundlage: Nur etwa 2 Prozent der möglichen Eichhörnchenreviere in Bayern sind bislang durch Meldungen belegt. Ob dies auf tatsächliche Bestandslücken, auf eine geringere Beobachtungswahrscheinlichkeit außerhalb der Siedlungen oder auf eine ungleiche Beteiligung zurückzuführen ist, lässt sich derzeit noch nicht eindeutig klären. Bestätigt hat sich das räumliche Muster der Fellfarben: In Nordwestbayern do-

minieren rote Eichhörnchen, während in den östlichen und südlichen Naturräumen überwiegend dunkle bis schwarze Tiere gemeldet werden.
Besonders relevant sind die Ergebnisse zu den Totfunden. 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Land-, Haupt- und Bundesstraßen stellen dabei das größte Risiko dar. Gleichzeitig liefern die Daten einen Hoffnungsschimmer: Die Eichhörnchen-Seilbrücken des BN zeigen erste Wirkung. In Regensburg, Zirndorf und Nürnberg gingen die Totmeldungen im Umfeld der Brücken deutlich zurück – ein starkes Argument für den weiteren Ausbau solcher Maßnahmen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in langfristiger Citizen Science steckt. Gleichzeitig werden Grenzen sichtbar: fehlende Informationen zu Wiederholungsmeldungen, regionale Meldeungleichgewichte und offene Fragen zur tatsächlichen Populationsentwicklung. Genau hier liegt aber auch die Chance: Mit wachsender Beteiligung, gezielter Nutzeransprache und der Weiterentwicklung der App kann das Projekt künftig noch präzisere Aussagen ermöglichen und damit konkrete Schutzmaßnahmen dort anstoßen, wo Eichhörnchen sie am dringendsten brauchen.
Jahr Meldungen Eichhörnchen 2020* 7943 10 313
2021 18 023 22 480 2022 9370 12 461
2023 11 711 14 778
2024 15 931 18 214
2025* 11 278 12 617 Gesamt 74 256 90 863
Weidenarten sind sehr vielfältige Laubgehölze, perfekt an ihre dynamischen Lebensräume angepasst. Sie gehören zu den ältesten Kulturund Medizinalpflanzen und werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt.

IRMELA FISCHER
Die Autorin arbeitet selbstständig als Naturbegleiterin und Umweltpädagogin. Sie bietet auch für den BUND Naturschutz und das NEZ Allgäu Exkursionen und Kräuterwanderungen an.
Über 60 Wildbienen- und 150 Falterarten ernähren sich von Weiden (Salix), außerdem Wanzen, Käfer- und Blattwespenlarven. Weidenkätzchen sind im frühen Frühjahr lebenswichtige Nahrungsquelle für Bienen. Vögel und Fledermäuse nisten in Weidenhöhlen, die durch Fäulnis entstanden sind. Weiden sind willkommen als Äsung beim Wild und für Dammbau und Winternahrung beim Biber. Die winzigen, federleichten Samen haben kein Nährgewebe und werden bis zu 50 Kilometer vom Wind verfrachtet, brauchen daher offene Flächen mit genügend Licht und Feuchtigkeit zum Keimen. Weiden können so Freiflächen besiedeln, tragen mit rasch zersetzenden Blättern zu Bodenverbesserung und Humusaufbau bei und entziehen verseuchten Böden größere Mengen Schwermetalle. Weiden werden seit jeher vom Menschen genutzt:
Weiden sind nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch wichtige Insektennahrung, wie hier die Kätzchen der Salweide.

als Brennholz, Viehfutter, Hang- und Ufer-, Wind- und Lawinenschutz, Gerbstoff, zum Flechten und Binden, für Seile, Kisten, Sperrholz, Pellets, Zeichenkohle, Füllmaterial beim Fachwerkbau, lebende Hütten und Zäune.
Als Medizinalpflanzen wurden Weiden bereits im Gilgamesch-Epos um 2000 v. Chr. erwähnt. Sie wirken dank Salicylsäure und Gerbstoffen zusammenziehend, antiseptisch, fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzlindernd, wurden jedoch vom synthetisch hergestellten Aspirin abgelöst.
In Mythologien in aller Welt galten Weiden als heilig und über das Wasser mit der Anderswelt verbunden – als Symbol für Trauer, Flexibilität, spirituelles Wachstum, die erwachende Natur und das wiederkommende Licht, als Schwellenbaum und Baum des Trostes, der Unsterblichkeit und des Glücks. Wir kennen Puppen aus Weidenholz, die verbrannt wurden, um den Winter zu vertreiben, Kätzchen als Osterbrauch.
Weidenkörbe waren seit jeher unverzichtbare Transportgefäße, wurden erst durch Plastikmaterialien verdrängt und erleben in Zeiten von mehr Nachhaltigkeit eine Renaissance. Vielleicht ist dies auch eine Chance für selten gewordene Weidenarten wie Reif- oder Lavendelweide und für eine bessere Pflege bestehender Korbweidenbestände.

Über 450 Arten weltweit, über 30 in Bayern, die Hälfte am Wasser, zehn in den Bergen, als Baum, Strauch, Zwerg- oder Spalierstrauch mit kräftigen verzweigten Wurzeln, schnell wachsend und schnell wieder vergehend, getrenntgeschlechtlich zweihäusig, vermehren sich über flugfähige Samen oder vegetativ über Stecklinge und abgebrochene Zweige. Viele Pionierarten, wichtigste Insektennahrung.
• Die Größte: Silberweide (Salix alba) – bis 30 m hoch im Auenwald, gewässernah, hält häufiger Überflutung stand, mit silbrig behaarten schmallanzettlichen Blättern
• Die Kleinste: Kraut-Weide (Salix herbacea) – bis 3 cm groß im Hochgebirge, nur Blätter und Blüten sind sichtbar, Stamm und Seitenäste unterirdisch, sehr selten!
• Der Frühblüher: Salweide (Salix caprea) – blüht ab Ende Februar vor dem Blattaustrieb. Die Palmkätzchen gehören zur ersten Insektennahrung und stehen deshalb unter Schutz.
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist der Schmetterling des Jahres 2026 – ernannt vom BUND und der Naturschutzstiftung des BUND NRW.

Zehn Silben für ein derart unscheinbares Insekt? Rein optisch machen andere Tagfalter sicherlich mehr her. Dafür ist der Lebenszyklus dieses selten gewordenen Bläulings umso spannender. Mit einer Flügelspannweite von etwa drei Zentimetern ist der zimtbraune Falter weder besonders groß noch auffällig. Doch wer das Glück hat, ihn während seines kurzen Erwachsenendaseins zu entdecken, weiß: Dieser Begegnung ist ein kleines Wunder vorausgegangen.
Der neue Schmetterling des Jahres ist ein ökologischer Spezialist. Um sich vom Ei zum fliegenden Falter zu entwickeln, ist er auf eine Pflanze und ein Tier angewiesen: den Großen Wiesenknopf und die Rotgelbe Knotenameise. Die Blüten des Wiesenknopfs nutzt er im Juli und August als Nahrungsquelle, Paarungsplatz und Ort der Eiablage. Die aus dem Ei geschlüpften Larven fressen zunächst von den Blüten und wandern dann zum Boden. Weil sie wie Ameisenlarven riechen, werden sie von Knotenameisen in deren Nester getragen. Hier vertilgen die Raupen etwa 600 Ameisenlarven, bis sie sich im nächsten Frühsommer verpuppen. Schlüpfen

die (geruchlosen) Falter dann, müssen sie schnell das Weite suchen – um nicht den Ameisen zum Opfer zu fallen.
Das komplexe Zusammenspiel ist verletzlich. Weil viele Wiesen immer früher gemäht und stärker gedüngt werden, ist die Wirtspflanze des Bläulings zur Rarität geworden. Auch die Knotenameise wird seltener, da sie mit zunehmend trockenen Böden zu kämpfen hat. Mit ihr schwinden die Vorkommen dieses EU-weit streng geschützten Falters.
Gemeinsam mit ökologisch engagierten Landwirt*innen setzen sich BUNDAktive vielerorts für den Schutz dieses Schmetterlings ein. Indem sie geeignete Wiesen erhalten und wiederherstellen, helfen sie dem Überlebenskünstler. Und damit allen Tieren und Pflanzen seines artenreichen Lebensraums.
Die Libelle des Jahres 2026 ist die Gemeine Winterlibelle. Gekürt wurde sie vom BUND und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen.
Sympecma fusca ist – mit ihrer seltenen Schwester, der Sibirischen Winterlibelle – die einzige Libelle, die als erwachsenes Insekt bei uns überwintert. Männchen und Weibchen sind beinahe identisch braun-bronzefarben gefärbt. So sind sie derzeit gut getarnt und kaum zu finden. Ihre Flügel legen sie in Ruhestellung über dem Körper zusammen.
Die kalten Monate verbringt die Art an geschützten Orten wie Lichtungen mit altem Gras oder ausgedehntem Röhricht an naturnahen Gewässern. An lauen Sonnentagen kann sie die Winterruhe unterbrechen und umherfliegen. Ab Anfang April ist sie als erste Libelle dauerhaft aktiv.
Die Gemeine Winterlibelle ist weit verbreitet und profitiert wohl von der Zunahme milder Winter. Ihre Wahl soll darauf hinweisen, dass Libellen auch Landlebensräume nutzen und auf die Vernetzung naturnaher Gewässer angewiesen sind. Libellen leben also nicht nur in und an ihren Schlupfgewässern.

Als gefährdet gilt die Libelle des Jahres vorläufig nicht, anders als 48 der ca. 80 heimischen Libellenarten.
www.bund.net/ schmetterling-des-jahres
www.bund.net/ libelle-des-jahres
Die Zitterpappel ist die häufigste Pappelart Europas. Sie wächst schnell, besiedelt kahle Flächen und kann mit verschiedenen Standorten umgehen.
Ein Multitalent!
Die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt, ist ein sommergrüner, meist mittel- bis großwüchsiger Laubbaum. Sie ist eine von vier Pappelarten in Deutschland und die häufigste in ganz Europa. Sie ist in ganz Europa verbreitet, ausgenommen Südspanien, Portugal und Sizilien. Auch in Sibirien und Kleinasien kommt sie vor.
Pappeln wachsen sehr schnell, sie sind bereits mit 60 Jahren ausgewachsen. Je nach Standort erreicht die Zitterpappel gewöhnlich eine Höhe zwischen 15 und 45 Metern und kann 300 bis 400 Jahre alt werden. Sie ist eine der ältesten Waldbaumarten Deutschlands. So ist nachgewiesen, dass sie bereits kurz nach der Eiszeit (ca. 10 000 v. Chr.) existierte. Heute wächst sie von der Ebene bis zu einer Höhe von 1300 Metern.
Art: Zitterpappel (Populus tremula)
Ordnung: Malpighienartige
Familie: Weidengewächse
Gattung: Pappeln
Schutz: kein besonderer Schutz Gefährdung: ungefährdet


Die Rinde der Zitterpappel ist in der Jugend glatt und graugrün, mit zunehmendem Alter verdunkelt sie sich und wird längsrissig. Markant sind die rundlichen Blätter mit leicht gezähntem Rand. Entscheidend für den Namen »Zitterpappel« ist der Blattstiel: Er ist seitlich abgeflacht, wodurch selbst der leiseste Windstoß ausreicht, um die Blätter »tanzen« zu lassen. Dieses charakteristische Zittern ist eine Anpassung an Wind und Sturm. Weil die Blätter sich schon beim leichtesten Wind bewegen, verliert der Wind seine Kraft, wenn er in die Krone fährt. Die flexiblen Blätter wirken wie ein Dämpfer.
Der Zitterpappel kommt gerade heute, in Zeiten des Waldumbaus, eine wichtige Aufgabe zu, denn sie besiedelt vor allem lichtreiche Standorte: offene Flächen, Kahlschläge, Waldränder oder sonstige lichtdurchflutete Gebiete. Sie ist eine klassische Pionierbaumart, das heißt, sie
Die Pappel ist eine wichtige Pionierbaumart, sie setzt die Wiederbewaldung in Gang.
gehört zu den ersten Baumarten, die eine Freifläche wieder besiedeln.
Die Zitterpappel ist sehr flexibel: Sie toleriert die verschiedensten Böden und kommt sowohl mit trockenen als auch feuchten Standorten zurecht. Durch ihren schnellen Wuchs und ihre Anpassungsfähigkeit trägt sie entscheidend zur Regeneration von Wäldern bei — etwa nach Stürmen oder Kahlschlägen. Als Baum, der auf Kahlflächen rasch Fuß fasst, setzt die Pappel die natürliche Wiederbewaldung in Gang.
Der Mensch hat die Zitterpappel seit jeher genutzt. Ihr Holz ist leicht und weich — daher eignet es sich besonders für die Papierproduktion, furnierte Platten, Sperrholz, Zündhölzer oder auch als grobes Schnitzholz. Außerdem wurde die Rinde für ihren Gehalt an Salicylaten geschätzt, die traditionell gegen Fieber, Schmerzen und rheumatische Beschwerden verwendet wurden.
Text und Interview: Heidi Tiefenthaler
Die Zitterpappel ist der Baum des Jahres 2026. Das bringt der Art eine Aufmerksamkeit, die ihr bisher verwehrt blieb. Zu Unrecht, wie der BNWaldexperte Ralf Straußberger weiß.
Natur+Umwelt: Der BN testet zurzeit, wie große Kahlflächen, die durch Trockenheit und Käferbefall entstanden sind, am besten wieder bewaldet werden. Welche Rolle spielt dabei die Zitterpappel?
Ralf Straußberger: Wir haben Versuchsflächen im Frankenwald angelegt, ein circa 40 000 Hektar großes Waldgebiet, größtenteils mit Fichte bestockt, in dem etwa ein Viertel abgestorben ist. Es ist schwierig, so riesige Kahlflächen wieder aufzuforsten. Die Zitterpappel spielt dort eine entscheidende Rolle, weil sie als Pionierbaumart hilft, offene Flächen schnell wieder zu bewalden.
Wie muss man sich den Wiederbewaldungsversuch vorstellen?
Wir haben Versuchsflächen angelegt, die in der Regel 20 mal 50 Meter groß sind. Diese Flächen haben wir in zehn mal zehn Meter große Parzellen unterteilt und jede Parzelle mit einer anderen Baumart bepflanzt. Und zwar mit den Pionierbaumarten Sandbirke, Vogelbeere, Salweide und Zitterpappel sowie mit den klimaresilienten Baumarten Stieleiche und Tanne. Außerdem gibt es noch Parzellen, in denen wir nichts pflanzen, sondern einfach die Natur machen lassen. Um zu sehen, welchen Einfluss das Wild auf die Wiederbewaldung und die einzelnen Baumarten hat, haben wir die Hälfte der Parzellen mit
Farys
Foto: Jörg


Zäunen oder einem Verbissschutzmittel geschützt.
Welche Ziele verfolgt der BN mit dem Versuch?
Es geht nicht darum, großflächig in die Wiederbewaldung einzusteigen. Es geht vielmehr darum, herauszufinden, welche Baumarten und welche Methoden geeignet sind, um derart große Kahlflächen wieder zu bewalden. Es gilt, auf diesen Flächen so schnell wie möglich einen Wald zu etablieren, der Boden und Trinkwasser schützt.
Außerdem hoffen wir, dass die Versuche die Waldbesitzer motivieren, ihre Flächen wieder aufzuforsten. Es geht darum, die Botschaft nach außen zu tragen, dass es möglich ist, solche Kahlflächen wieder zu bewalden. Und uns ist wichtig, dass die Kahlflächen naturnah, also mit heimischen Pionierbaumarten, wiederbewaldet werden.
Warum sollen die Waldbesitzer*innen nicht gleich die Baumarten pflanzen, die sie später wirtschaftlich nutzen wollen?
Viele Baumarten fallen wegen Hitze, Frost oder Verbiss aus, wenn man sie auf Kahlflächen pflanzt, weil dort extreme Bedingungen herrschen. Die sogenannten Pionierbaumarten überstehen diese Extreme besser, und sie bilden einen sogenannten Vorwald, unter des-
sen Schirm man dann, nach zehn oder 20 Jahren andere, wirtschaftlich interessantere Baumarten pflanzt. Das ist ideal, weil empfindlichere Baumarten wie die Buche unter dem Schirm nicht so durch Frost oder Hitze gefährdet sind.
Forstlich hat die Zitterpappel bisher kaum eine Rolle gespielt. Warum?
Die Forstwirtschaft ist nach wie vor zu ökonomisch orientiert. Die Zitterpappel wird nicht so nachgefragt, weil man kein Bauholz und keine massiven Möbel daraus machen kann. Aber die Zitterpappel ist ökologisch eine ganz tolle Baumart. Sie besiedelt nicht nur Kahlflächen sehr schnell, sondern ist auch wichtig für viele Tiere. So leben die Raupen vieler Schmetterlinge an der Pappel. Über 60 Arten ernähren sich von den Blättern, so etwa der Kleine Schillerfalter. Ein weiterer Aspekt: Sie verliert sehr früh ihre Äste. Die Ast-Abbruchstellen faulen oft und es bilden sich Höhlen, die Höhlenbrüter gerne nutzen. Die Zitterpappel ist ein idealer Biotopbaum.
Endet mit dem Klimawandel das Schattendasein der Zitterpappel?
Ja, die Zitterpappel ist eine ideale Baumart in der Klimakrise. Wir appellieren an Waldbesitzer*innen, bei Kahlflächen stärker auf sie zu setzen und sie auch sonst öfter mitwachsen zu lassen.

zur Zeit. Spitzmäuse halten nämlich keinen Winterschlaf. Spitzmäuse ernähren sich vorrangig von Insekten, Spinnen, Regenwürmern und Schnecken. Ihr giftiger Speichel hilft ihnen auch größere Beute zu überwältigen. Bei der Jagd vertrauen sie ihrem ausgezeichneten Geruchssinn.

Die Gartenspitzmaus (im Bild) ist mit Schwanz etwa zehn Zentimeter lang und wiegt 4 bis 7,5 Gramm. Sie kommt bei uns nur südöstlich einer Linie Stuttgart-Unterfranken-ThüringenPasewalk vor. Weil sie eng an extensiv genutzte Lebensräume gebunden ist, gilt sie als eher selten und gefährdet. Sie bevorzugt trockenes Kulturland mit guter Deckung: Brachland, Ackerränder mit Hecken oder Trockenmauern, Gärten mit Komposthaufen. Im Herbst sucht sie zum Überwintern auch Gebäude auf.
WALDSCHUTZ

130 Hektar ihres Waldes will die Kleinstadt Grabow roden, um Gewerbe anzusiedeln –was anderswo umweltschonender möglich wäre. Darum hat der BUND Klage erhoben.
Die neue Autobahn A 14 lässt im Südwesten von Mecklenburg-Vorpommern Kommunen von Arbeitsplätzen und von üppigen Steuereinnahmen träumen. So auch in Grabow bei Ludwigslust. Mit einem »grünen« Gewerbegebiet im Wald wollen Gemeinde und Landesregierung Investoren anlocken. Dabei bietet die Region genug waldfreie Standorte und schon erschlossene Gewerbeflächen. Die geplante Vernichtung eines vermeintlich wertlosen Wirtschaftswaldes torpediert Deutschlands Verpflichtung beim Naturund Klimaschutz.
Ob es daran liegt, dass Mitte November kaum mehr jemand in die Pilze geht? Oder dass dieser Kiefernwald in einer dünn besiedelten Gegend liegt, fernab von jeder Großstadt? Jedenfalls zeigt sich am Tag unserer Exkursion schon vom Weg aus eine unerwartete Menge noch frischer Steinpilze, Maronen- und Butterröhrlinge.

GRÜNES GEWERBE?
Das soll ein Wald ohne Wert sein? Die Fülle der Pilzarten im Moos vermittelt ein ganz anderes Bild. Daneben stoßen wir auf Flechten, Sprösslinge von Eiche und Zitterpappel sowie mächtige Ameisenhaufen. In dem weichen Waldboden haben Wildschweine nach Fressbarem gestöbert, über uns ziehen Gänse und Kraniche.
In einem feuchten Teil des Stadtwaldes wachsen diverse Laubgehölze, reichlich Totholz bietet Lebensraum für Pilze und Insekten. Auch der Kleinspecht und die Waldschnepfe kommen hier vor.
Wichtig ist der Grabower Stadtwald zudem für den Wasserhaushalt der Region und das Klima. Dazu Jasmin Personn vom BUND Mecklenburg-Vorpommern: »Dieser Wald vermag viel Wasser, Kohlenstoff und kühle Luft zu speichern. Er ist damit ein Puffer bei Hitze und Trockenheit – für die Menschen in Grabow wie auch umliegende Naturschutzgebiete und Moore.«
Dennoch beschloss die Stadt Grabow im Jahr 2020, 130 Hektar ihres Waldes für ein Gewerbegebiet zu opfern und großflächig zu versiegeln. Als »grün« vermarktet sie es in der Hoffnung, irgendwie »nachhaltige« Firmen aus Hamburg oder Berlin anzulocken. Weil die Regierung Mecklenburg-Vorpommerns dieses Vorhaben für landesweit bedeutsam hält, sagte sie zu, 95 Prozent der Kosten zu tragen.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr Wirtschaftsminister Harry Glawe ließen es sich nicht nehmen, den Förderbescheid über 38 Millionen Euro 2021 persönlich zu überbringen. Von innovativen Arbeitsplätzen, sauberer Industrie und der Versorgung des Gewerbegebietes mit erneuerbarer Energie war beim Festakt die Rede. Nichts aber davon, dass ein ausgedehnter Kiefernwald verschwinden soll. 2022 genehmigte die Landesforstanstalt die Rodung einer ersten Teilfläche von 40
Lage des geplanten Gewerbegebiets: Gegen die Rodung der oberen Teilfläche (40 Hektar) klagt der BUND derzeit. Südlich davon sollen weitere 90 Hektar Wald vernichtet werden.

LUDWIGSLUST

Hektar. Dagegen erhob der BUND zuerst Widerspruch und dann Klage, unterstützt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem NABU Ludwigslust. Seither stockt das Verfahren.
TRIFTIGE ARGUMENTE
Und das ist gut so. Denn die geplante Waldzerstörung wirkt in vieler Hinsicht wie aus der Zeit gefallen. So bemängelt der BUND, dass die Variante mit dem größten Waldverlust verwirklicht werden

Maronenröhrling vor einem großen Ameisenhaufen
Vogelschutz- und FFH-Gebiet
»LudwigslusterGrabower Heide«


soll. Dabei erlaube das Landeswaldgesetz Rodungen nur, sofern ein Bauprojekt nicht andernorts möglich ist. In Grabow stehen noch genug Brach- und Ackerflächen zur Verfügung. Ganz zu schweigen von den Freiflächen in benachbarten Gewerbegebieten. Überhaupt bezweifelt der BUND, dass die Region weitere Gewerbezonen benötigt.
Kritik übt der BUND auch am geplanten Ausgleich der Rodung. 28 verstreute Pflanzungen, die Hälfte kleiner als ein Hektar, werden den bedrohten Stadtwald nie gleichwertig ersetzen können – was ebenfalls gegen das Landeswaldgesetz verstößt. Und übrigens auch gegen eine Zusage Deutschlands 2021 bei der Klimakonferenz in Glasgow. Da versprach man, um die Erderhitzung zu bremsen, keine Wälder mehr zu roden.
»Ein gewachsenes Waldökosystem auf so großer Fläche zu zerstören, ist angesichts der Klimakrise anachronistisch«, meint die BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. »Zumal die Rodung auch der Neubildung von Grundwasser und dem Wasserrückhalt schaden würde.«
Früh warnte also eine Allianz von Umweltverbänden vor den ökologischen Folgen des (mitnichten grünen) Gewerbegebiets. Und wurde selbst aktiv.
Immer wieder laden BUND und BUNDjugend, die Bürgerinitiative für den Grabower Forst und der NABU Ludwigslust zu Infoveranstaltungen und Waldspaziergängen ein. Eigene Kartierungen belegen die Bedeutung des Waldgebietes für seltene Arten, vom Waldlaubsänger über die Zwergfledermaus bis zur Blauflügeligen Ödlandschrecke.
Zuletzt brachten Aktive etliche Futterstationen für den Eichelhäher an. Der Vogel versteckt einen Teil der Eicheln, Nüsse und Bucheckern, um sie später zu fressen. Weil er nicht alle wiederfindet, sorgt er so dafür, dass unter den Kiefern in Zukunft häufiger Laubbäume hochkommen. Soll heißen: Wir glauben an den Erfolg unserer Klage. Der Stadtwald muss überleben. Wald statt Asphalt!
Severin Zillich
www.bund-mv.de/ grabower-wald
















ein vitaler Fluss, heute in ein Betonkorsett gezwängt: der Lech bei Augsburg, 1911 und heute

FLUSSRENATURIERUNG
Endlich einmal eine gute
Nachricht: Die geplante
Renaturierung von Abschnitten des Lech in Bayern geht in die Genehmigungsphase. Der BN begrüßt das Vorhaben ausdrücklich.
Das Projekt mit dem Namen »Licca Liber« (freier Lech) ist eines der wichtigsten Flussrenaturierungsprojekte Bayerns und soll Vorbild für viele künftige Projekte sein. Aktuell läuft das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg. Dazu hat der BUND Naturschutz im Januar eine Stellungnahme abgegeben. Er bewertet die Pläne positiv und drängt auf schnelle Genehmigung und Umsetzung. Ins Leben gerufen wurde Licca Liber 2013 nach jahrelangem Kampf der Naturschutzverbände gegen neue Wasserkraftwerke. Für die Umsetzung verantwortlich ist das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Geplant sind unter anderem die

Rückverlegung von Deichen und der Rückbau von Uferbefestigungen. Es soll wieder ein echter Auwald entstehen, der auch überschwemmt werden kann. Das sogenannte Geschiebe, also dass der Fluss Material wie Kies transportiert, soll in einem vitalen Lech wieder möglich sein. Es gibt drei Planungsabschnitte, beginnend mit Abschnitt I zwischen der Lechstaustufe 23 und Hochablass (Stauwehr in Augsburg), Abschnitt II zwischen Hochablass und der Wertachmündung in den Lech und dem Abschnitt III ab der Wertachmündung bis zur Einmündung des Lechkanals bei Ostendorf.
Der Lech war ehemals ein Wildfluss mit herausragender biologischer Bedeutung. Doch im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde er weitgehend begradigt und mit Staustufen und Wasserkraftwerken versehen. Aus der Flussaue mit Kiesbänken und herausragender Bedeutung für die Artenvielfalt zwischen Alpen und Donau ist größtenteils ein Industriekanal geworden. Der BN setzt sich seit über 20 Jahren gemeinsam mit den Partnerverbänden der Lechallianz für eine Renaturierung des Lechs im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg ein. Leider gibt es auch einen Wermutstropfen: Ausgerechnet in diesem
Bereich plant Uniper, ein neues Wasserkraftwerk zu errichten. Der BUND Naturschutz lehnt diese Pläne entschieden ab. Als einziger Naturschutzverband hat der BN über Licca Liber hinaus ein Zukunftskonzept für den ganzen bayerischen Lech erstellt.
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Im November trafen sich die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES zur Konferenz in Usbekistan. Seit 1973 regelt dieses Abkommen den internationalen Handel mit gefährdeten Wildtieren und -pflanzen. Viele Arten sind durch den legalen und illegalen Handel weltweit stark gefährdet. Bekannte Produkte, deren Handel CITES verboten oder eingeschränkt hat, sind Elfenbein, Kaviar und Mahagoniholz. Insgesamt schützt das Abkommen derzeit 6610 Tier- und 34310 Pflanzenarten.
Ein toller Erfolg der jüngsten Konferenz ist der bessere Schutz von über 70 Hai- und Rochenarten. Viele sind stark bedroht durch die Fischerei, aber auch den Verlust und die Verschmutzung ihrer Lebensräume. Seit den 1970er Jahren sind die Bestände der Hochsee-Haie und -Rochen um 70 Prozent eingebrochen. Jede dritte Hai- und Rochenart ist heute vom Aussterben bedroht. Und die Nachfrage nach Fleisch, Flossen und Leberöl der Tiere ist weiterhin hoch. Vollständig

Der Handel mit Walhaien ist künftig komplett verboten.
verboten wurde nun der Handel mit WeißspitzenHochseehaien, Walhaien und Mantarochen – ein wichtiger Schritt zum Schutz der marinen Vielfalt.
Jedoch scheiterte ein Antrag der EU, die Aale besser zu schützen. Zwar wurde der Handel mit dem vom Aussterben bedrohten Europäischen Aal schon 2007 stark eingeschränkt. Der Amerikanische und Japanische Aal dürfen aber weiter frei gehandelt werden. Dafür sorgten Länder wie Japan, die davon wirtschaftlich noch sehr profitieren.
Valeska Diemel, Meeresschutzbüro

BRÜSSEL
Wer im EU-Jargon von einem Omnibus sprach, meinte bisher Sammelgesetze. Doch der Omnibus hat sich zum Symbol für den Abbau von Standards im Umweltund Naturschutz gewandelt.
Wann immer die EU-Kommission zuletzt geplante Gesetzesänderungen als Omnibus betitelte, gab sie Errungenschaften im Sinne der Nachhaltigkeit zum Abschuss frei. Das EU-Parlament und der Ministerrat
sprangen mit entsprechenden Mehrheiten auf. So sollen viele Unternehmen nicht haften, wenn in ihren Lieferketten gegen Menschenrechte verstoßen wird. Wer Agrarförderung erhält, soll nicht mehr zum Schutz von Natur und Umwelt verpflichtet werden. Der Schutz vor Schadstoffen in Produkten wird gelockert. Schleifen will die EU auch den Naturschutz sowie die öffentliche Beteiligung bei Bauprojekten.
Als Zeichen des Protests fuhr am 1. Oktober ein echter Omnibus durch Brüssel – Teil der Kampagne »Hands off Nature« unseres Dachverbandes Europäisches Umweltbüro.
Warum all das? Bereits vor der Europawahl hatten Industrievertreter mit ihrer »Erklärung von Antwerpen« gedrängt, lästige Standards zu senken. Mario Draghi benannte den Umweltschutz ebenso als ein Haupthindernis für die Wettbewerbsfähigkeit der EU.
Die Europawahl führte dann zu neuen Mehrheiten im EU-Parlament. Die Christdemokraten fahren seither mit rechten und rechtsradikalen Abgeordneten den Naturund Umweltschutz zurück. Verkauft wird dieser Kahlschlag als Bürokratieabbau. Doch in Wahrheit profitieren nur einige wenige Unternehmen, die den Wandel verschlafen haben. Die Zeche dafür werden wir alle zahlen.
Kritik an der EU-Kommission üben allerdings nicht nur Umweltverbände wie der BUND oder Friends of the Earth. Gewerkschaften und vermehrt auch Wirtschaftsverbände, die Planungssicherheit fordern, schließen sich an.
André Prescher-Spiridon

Alle zwei Jahre kommt unser Netzwerk der »Friends of the Earth International« zusammen. Die Mitgliederversammlung fand im Dezember in Bangladesch statt, perfekt und herzlich organisiert von unserem Partner »Bangladesh Environmental Lawyers Association« (BELA). Bangladesch zeigte sich als Land voller Gegensätze, mit großer Armut, massiver Luftverschmutzung und riesigen Plastikbergen, zugleich aber enorm herzlichen
Friends of the Earth (FoE) India ist ein riesiges Netzwerk von Gruppen und Initiativen, die sich für den Umweltschutz und die Rechte der Natur einsetzen. Frei von ethnischen, religiösen oder politischen Bindungen bringt der gemeinnützige BUND-Partner landesweit Gewerkschaften und andere zivilgesellschaftliche Akteure zusammen. Im Kampf gegen die Naturzerstörung, Klimakrise und wachsende soziale Ungleichheit ist FoE India vielfältig aktiv. So führen wir Kampagnen zur Klimagerechtigkeit und Unternehmensverantwortung, mobilisieren und stärken Basisgruppen, vertreten die Interessen von Gemeinden, leisten politische Lobby- und Öffentlichkeits-
Beim Besuch des Schildkrötencenters.

Gruppenfoto mit Rizwana Hasan (vorn Mitte), einst BELA-Direktorin und heute Regierungsverantwortliche für Umwelt; neben ihr unsere Autorin
und offenen Menschen. Mehr als 70 Verbündete aus rund 50 Ländern nahmen an dem Meeting teil, darunter der BUND als deutsches Mitglied.
Im Mittelpunkt standen Herausforderungen, die gerade die meisten »Friends of the Earth« in Atem halten und die wir gemeinsam bewältigen wollen: finanzielle Engpässe, ein wachsender Rechtsruck, schwindende demokratische Räume und zunehmende Angriffe auf
Nichtregierungsorganisationen. Viel Solidarität bekamen speziell unsere Partnerverbände aus Argentinien und Palästina. Wir führten strategische Debatten, schmiedeten Pläne für die nächsten fünf Jahre und besprachen den weiteren Aufbau der Bewegung. Daneben blieb Raum für soziale Begegnungen, Kurzfilme und das gemeinsame Essen mitgebrachter Köstlichkeiten.
Außerdem wählten wir einen neuen Vorstand und nahmen Indien nunmehr als festes Mitglied auf. Ein Höhepunkt war der Besuch eines Schutzzentrums für Schildkröten und des Bhawal-Nationalparks. Großer Dank an BELA und ihre fantastische Arbeit im Land!
Susann Scherbarth
arbeit und bieten Workshops zur Umweltbildung.
Besonders verschrieben haben wir uns den Rechten der Gemeinschaften, die von natürlichen Ressourcen leben. Wichtig ist uns auch der Einsatz für Ernährungssouveränität und Geschlechtergerechtigkeit sowie der Widerstand gegen Atomkraft und Krieg.

Dieser Workshop diente dazu, politische Anliegen auf Bannern zu kommunizieren.
Schulungen richtet FoE India speziell an junge Menschen. So organisieren wir politische Bildungs- und Führungsprogramme, Medientrainings und thematische Workshops. In diesem Rahmen haben wir 2025 über 100 junge Leute aus verschiedenen Regionen fortgebildet.
Mit kreativen Instrumenten wie Theaterund Videoproduktionen, Liedern, Fotostories und Dokumentationen brachten die Teilnehmer*innen hier ihre Lebensrealität zum Ausdruck und fanden ihre Stimme im Kampf für den Klima- und Umweltschutz.
Sarath Cheloor, Koordinatorin FoE India
UMWELTFREUNDLICH REISEN

Seit jeher ist der Westen Rumäniens ein Schmelztiegel der Kulturen. Rumänen, Deutsche, Ungarn, Serben, Tschechen, Polen und Kroaten lebten hier Seite an Seite. Gemeinsam prägten sie im Banat Architektur, regionale Küche und ein Lebensgefühl der K.u.K.-Zeit.
Noch heute spürt man in der Hauptstadt Timișoara, der »kleinen Schwester Wiens«, diesen mitteleuropäischen Geist: barocke Paläste, prachtvolle Plätze und ein selbstbewusstes Kulturleben, in dem Toleranz und Freiheit eine wichtige Rolle spielen.
Von dieser Stadt ging die Protestbewegung aus, die 1989 zur rumänischen Revolution führte – angeführt von Bürger*innen, die die staatliche Willkür satt hatten und schließlich das Ceaușescu-Regime stürzten. Wie modern und europa-zugewandt Timișoara ist, zeigte sich, als seine Bürger 2020 Dominic Fritz, einen deutschen Staatsbürger, zu ihrem neuen Bürgermeister wählten und ihn 2024 bestätigten. Die Stadt hat sich einen Platz in der modernen Welt gesichert und hält zugleich an den Fäden ihrer Geschichte fest.
Zu Beginn besuchen wir das traditionsreiche Schwabenhaus in Altringen und
das kreisrunde Dorf Charlottenburg, ein Relikt habsburgischer Planungskunst aus dem 18. Jahrhundert. Von Timișoara geht es weiter in zwei der schönsten Nationalparks des Landes: Wilde Wälder, enge Schluchten, Kalktuffquellen und rauschende Wasserfälle bilden die Kulisse unserer Wanderungen.
Mit Cristian, einem Flora-und-FaunaExperten und begeistertem Banater, entdecken wir mediterran anmutende Pflanzen wie Flieder, Perückenstrauch oder Pimpernuss. Er zeigt uns die artenreichen Bergwiesen, die hier ein einzigartiges botanisches Refugium bilden.
Unsere Wanderungen führen auch an Orte, an denen zwischen Holzhäusern und bewaldeten Hängen die Zeit stillzustehen scheint: zu abgelegenen Siedlungen, in denen Menschen bis heute von traditioneller Subsistenzwirtschaft leben. Eine Rast bei einer freundlichen Bauernfamilie hoch über dem Cerna-Tal ermöglicht einen seltenen, authentischen Einblick in ihr Alltagsleben.
Kulturell spannt die Reise einen weiten Bogen: vom ältesten Kloster der Walachei bis zur märchenhaften Burg Hunedoara und zu historischen Eisenbahnstrecken.
Wer ins Banat reist, entdeckt eine Region, die mit jeder Kirche, jedem Dorf und jeder Stadt ihre Geschichte erzählt. Diese neue Kultur- und Wanderreise führt an den Südrand der Karpaten, eine Region voll überraschender Vielfalt.
Ein Höhepunkt ist die Fahrt auf der Banater Semmeringbahn von Orawitza über Anina. Der Bau der Strecke war eine technische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts; die Gleise führen über Viadukte und durch Felstunnel und eröffnen eine der schönsten Panoramarouten Rumäniens. Begleitet werden wir von Mihaela Wimmer, unserer kundigen Reiseleiterin. In Siebenbürgen geboren, studierte sie anschließend Chemie in München und arbeitet heute als Lehrerin. »Als Erwachsene habe ich mich neu in meine erste Heimat verliebt«, sagt sie. »Und ich liebe es, sie anderen Menschen zu zeigen.«
Lucia Vogel
30. März – 9. April 2026
25. Mai – 4. Juni 2026 Infos zu Reisepreis und Anmeldung BUND-Reisen
ReiseCenter am Stresemannplatz Stresemannplatz 10, 90489 Nürnberg Tel. 09 11/5 88 88-20 www.bund-reisen.de
Auch im Frühling lädt die Klosterlandschaft vor den Toren der Stadt zum Spaziergang ein. Die Tulipa sylvestris ist ein Relikt früherer Weinbergnutzung.

Fotos:
GERETTETE LANDSCHAFTEN ENTDECKEN
te sie zum Ringschluss verbogene »Bamberger Hörnla«, ein beliebtes Blätterteiggebäck

Eine historische Landschaft direkt an der Bamberger Altstadt sollte einer autofreundlichen Ringstraße zum Opfer fallen. Ein Bürgerentscheid rettete das Kleinod.
Was für ein Juwel Bamberg direkt vor seiner Haustür hat! Während andere Städte oft von gesichtslosen Wohn- und Gewerbegebieten umgeben sind, geht die Welterbe-Altstadt Bambergs im Südwesten nahtlos in offene, hügelige Wiesen und alte Streuobstbestände über: ein fließender Übergang von Stadt und Kulturlandschaft, der seinesgleichen sucht. Deshalb erhob sich ein gewaltiger Aufschrei, als in den 90er Jahren die alte Idee exhumiert wurde, eine Umgehungsstraße mit Brücken und Tunnels quer durch diese ruhige und liebliche Landschaft zu ziehen. Durch den sogenannten Ringschluss sollte die Innenstadt »autofreundlich« umspannt werden.
Die Klosterlandschaft, die von der Bergverbindung zerschnitten worden wäre, besteht in ihrer heutigen Form fast unverändert seit dem Mittelalter. Nach Auffas-
sung namhafter Experten ist sie in ihrer Art und ihrem guten Erhaltungszustand einmalig in ganz Europa.
Die Befürworter der Bergverbindung wollten ihre Vorstellungen mit aller Macht durchdrücken und setzten einen Bürgerentscheid durch. Der BN und der Bürgerverein »Bewahrt die Bergstadt« hielten hielten dagegen. So steckte die Kreisgruppe Bamberg vor dem Bürgerentscheid einen »Verlustmahnpfad« im Gelände ab, um den Trassenverlauf anschaulich zu machen. Und als ironische Anspielung auf den geforder ten »Ringschluss« verkauf
Mehr entdecken
Winfried Berner, Ulrike Rohm-Berner: Gerettete Landschaften

Wanderführer, Verlag Rother, 14,90 Euro Bestellung: www.bn-onlineshop.de
Nach einer intensiven Debatte lehnten Ende 1998 beim Bürgerentscheid 52,75 Prozent den Bau der Bergverbindungsstraße ab. Dennoch taucht das Thema wie ein Zombie alle paar Jahre wieder auf. Doch bis auf ein paar Unbelehrbare scheint kaum mehr jemand Lust zu haben, sich daran die Finger zu verbrennen. Wer diese »Mosaiklandschaft« südwestlich der Altstadt wandernd kennenlernen möchte, beginnt am besten mit dem »Bamberger Weg«, der sich von Gaustadt dem Besiedelungsrand entlang zum Michelsberg zieht. Nach etwa einem Kilometer gehen wir halblinks zum Ottobrunnen hinunter. Nahe dem Brunnenhäuschen führt ein Fußweg kurz, aber steil zur St.-Getreu-Straße hinauf. Oben bietet sich ein Abstecher nach rechts zur Waldwiese vor dem Michelsberger Wald an. Von dort haben wir einen eindrucksvollen Blick über die Wiesenlandschaft bis Gaustadt.
Von der St.-Getreu-Straße geht es weiter zur Villa Remeis mit ihrem prächtigen Blick über Bamberg. Von dort entweder über den Michelsberg hinunter in die Altstadt oder – mit Ortskenntnissen oder guter Karte! – durch den Teufelsgraben Richtung Altenburg und zu einem Aussichtspunkt, von dem man noch einmal ein großes Bamberg-Panorama genießen kann. Dann über die Altenburger Straße zurück in die Stadt.
Ulrike Rohm-Berner, Winfried Berner
• Ausgangspunkt: Gaustadt, Bamberger Weg (Bushaltestelle Cherbonhof, Linie 916)
• Länge/Gehzeit: nach Wahl ca. 4 – 10 Kilometer / 1,5 – 3,5 Stunden
• Höhenunterschied: bis Villa Remeis circa 110 Meter
• Einkehr: Villa Remeis, Innenstadt
Da strahlt der neue Vorsitzende:
195 von 200 Delegierten gaben ihm ihre Stimme.

Im November wurde Martin Geilhufe fast einstimmig zum neuen Landesvorsitzenden des BUND Naturschutz gewählt. Er folgt damit Richard Mergner nach, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antrat. Wir sprachen mit dem neuen Vorsitzenden.
Natur+Umwelt: Martin, wie hast du die Wahl erlebt?
Martin Geilhufe: Es war ein sehr glücklicher Moment, auch weil ich eine persönliche Beziehung zu vielen Delegierten habe und viele meiner Wegbegleiter dabei waren und Menschen, ohne die ich im BN nie diesen Weg gegangen wäre. Es ist schön, eine so große Unterstützung zu haben, das ist ein starker Rückhalt.
Es gab vor und nach der Wahl ein sehr großes Medieninteresse. Worauf führst du das zurück?
Wir sind der größte Natur- und Umweltschutzverband in Bayern – wir hatten große Erfolge, wir haben Bayern in den letzten über 100 Jahren verändert. Das Medieninteresse zeigt die Relevanz unseres Verbandes. Gleichzeitig gibt es im BN nicht so oft einen Wechsel an der Spitze,
und ich bin mit meinen 41 Jahren und meinem Lebensweg vielleicht auch etwas anders als meine Vorgänger. Ich bin über den Jugendverband sozialisiert worden. Das ist vielleicht ein bisschen wie im Sport, wenn ein Spieler aus der eigenen Jugendmannschaft kommt und irgendwann Vereinspräsident wird. Das ist das erste Mal in der 50-jährigen Geschichte der BUNDjugend Bayern.
Was möchtest du jetzt als erstes anpacken?
Das erste Thema ist: Wir stehen sehr unter Druck, was die ganze Deregulierung, also die Entbürokratisierung anbelangt. Das ist noch viel zu wenig ins öffentliche Bewusstsein gedrungen, weil alle damit etwas Positives verbinden, das der Wirtschaft hilft. Aber hier geht’s wirklich ums Eingemachte! Hier geht es um Errungenschaften, die wir als BN in Bayern, in Deutschland oder Europa mit erkämpft haben, wie Beteiligungsrechte für Umweltverbände oder Bürgerbeteiligung. Da erleben wir in Bayern gerade die sogenannten Modernisierungsgesetze, auf Bundesebene z.B. das Infrastrukturzukunftsgesetz oder in der EU die Omnibusverfahren. Und insgesamt wird das Verbandsklagerecht angegriffen. Das ist ein-
fach Wahnsinn! Dafür müssen wir als Verband jetzt die Bevölkerung sensibilisieren und Bündnisse schließen, um das Schlimmste zu verhindern. Das geht einher mit der Verteidigung von Demokratie, denn nur in einer Demokratie können wir unsere Satzungsziele erreichen.
Und was steht längerfristig an?
Da geht es natürlich um den klassischen Naturschutz: Bayern hat mehr Platz für weitere Nationalparks oder Biosphärenregionen. Ganz zentral ist das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur: Das ist eine einmalige Chance, die Renaturierung von Lebensräumen gut zu gestalten!
Wie möchtest du den BUND Naturschutz als Verband entwickeln und gestalten?
Mein Ziel ist ganz klar, dass wir wie bisher weiter wachsen. Darüber hinaus ist mein Fokus, dass wir in einem veränderten Umfeld ehrenamtlicher Arbeit ein gutes Angebot machen, denn das Rückgrat unseres Verbandes ist ehrenamtliches Engagement in vitalen Kreis- und Ortsgruppen, in denen Menschen vor Ort glaubwürdig für Natur- und Umweltschutz einstehen. Unsere Basisgruppen brauchen aber heute in einer anderen Qualität als bisher Unterstützung, weil die Anforderungen ge-
stiegen sind. Die Fragestellungen sind komplexer, die Desinformationskampagnen und die Verunsicherung in der Bevölkerung ist größer. Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Mitmachangebot haben und viele Menschen da draußen ein solches Angebot suchen, wir das aber heute oftmals nicht passend formulieren. Dafür möchte ich gerne gemeinsam neue Ideen entwickeln.
Wie kann der BN sich in Zeiten zunehmender Polarisierung bewähren?
Da müssen wir uns zum einen so aufstellen, dass wir Angriffe auf unsere Gemeinnützigkeit abwehren können. Zum anderen gilt es, neben etablierten Kanälen wie klassischer Pressearbeit auch neue Kommunikationskanäle aufzubauen, auf Kreisebene wie auf Landesebene, um die Fakten und die Emotionen zu vermitteln, die wir früher und aktuell in den klassischen Medien untergebracht haben oder unterbringen.
Interview: Luise Frank
– 41 Jahre alt, geboren in Dresden
– Freiwilliges Ökologisches Jahr auf der Hallig Hooge, Studium der Geografie, Germanistik und Philosophie für Lehramt an Gymnasien an der LMU München und Referendariat mit zweitem Staatsexamen
– Werdegang im BUND Naturschutz: Engagement im Jugendverband, von 2008 bis 2015 Beisitzer im BN-Landesvorstand, seit 2017 hauptamtlich tätig als Landesbeauftragter, seit November 2025 Vorsitzender
– Engagement im BUND: seit 2017 Sprecher des Arbeitskreises internationale Umweltpolitik
– Mitglied im Präsidium des Deutschen Naturschutzrings (2011 bis 2015)
– verheiratet, ein Kind
– Wohnort: München

ein emotional bewegendes Jahr liegt hinter uns. Unser Vorsitzender Richard Mergner konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder zur Wahl antreten. Wir wünschen ihm alles Gute und schnelle Genesungsfortschritte. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für Bayerns Natur und den Verband sind wir ihm auch persönlich sehr dankbar. Viele große Erfolge wie der Atomausstieg oder das gewonnene Volksbegehren »Rettet die Bienen« fallen in die Zeit seines Wirkens. Im November wurde Martin Geilhufe zum neuen Landesvorsitzenden gewählt (siehe auch das Interview auf dieser Doppelseite).
Der neue Landesvorstand hat sich Ende November zur konstituierenden Sitzung getroffen und die Arbeit aufgenommen. Und es wartet viel Arbeit auf den BUND Naturschutz und alle Menschen, die sich in Bayern für den Umweltschutz engagieren. Gesetzliche Standards im Umweltbereich drohen unter die Räder zu geraten. Mit Sorge sehen wir auch Angriffe auf die Zivilgesellschaft und das Ehrenamt. Der BN wird sich weiterhin vehement gegen die Deregulierung auf allen Ebenen stellen.
Der BN wird sich wehren dagegen, dass sogenannte Modernisierungsgesetze in Bayern Verbändebeteiligung einschränken, auf Bundesebene durch ein sogenanntes Infrastrukturzukunftsgesetz die Belange des Naturschutz nicht mehr gehört werden oder auf EUEbene die Regelungen zur Gentechnik aufgeweicht werden. Es macht uns Mut und Hoffnung, dass der BUND Naturschutz auch in herausfordernden Zeiten weiter gewachsen ist. Mit knapp 270 000 Mitgliedern und Förderern ist ein neuer Rekord erreicht. Mut macht uns auch, dass viele Menschen weiterhin dem BN als Anwalt der Natur Vertrauen entgegenbringen.
Am 8. März finden in Bayern Kommunalwahlen statt. In den Städten und Gemeinden wird vieles entschieden, was auf die Umwelt unmittelbare Auswirkungen hat (lesen Sie dazu auch die Seiten 12/13). Wir bitten Sie: informieren Sie sich über die Umweltpolitik der Parteien und Wählerbündnisse, die in Ihrer Kommune zur Wahl stehen und nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr. Geben Sie der Natur Ihre Stimme. Danke! Ihnen und Euch alles Gute für das Jahr 2026.
Doris Tropper stv. Vorsitzende
Martin Geilhufe Landesvorsitzender
Beate Rutkowski stv. Vorsitzende
Der neue Landesvorstand des BUND Naturschutz: (vo. li.) Ehrenvorsitzender Hubert Weiger, Monika Nörr, Schatzmeister Max Walleitner, Kathy Mühlebach-Sturm, Julian Fürholzer, Doris Tropper, Landesgeschäftsführer Lucas Schäfer, Vorsitzender Martin Geilhufe, Steffen Scharrer, Beate Rutkowski, Ruth Radl, Julia Ertel

DELEGIERTE WÄHLTEN BN-VORSTAND
Das gab es noch nie: Im November 2025 trafen sich die Delegierten des BUND Naturschutz zum zweiten Mal in einem Jahr, um einen neuen Landesvorstand zu wählen. Martin Geilhufe wurde mit 97 Prozent Prozent der Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt. Bei den übrigen Vorstandsmitgliedern gibt es zwei neue Gesichter.
Nicht nur der Vorsitzende, auch der gesamte Landesvorstand wurde neu gewählt. Doris Tropper und Beate Rutkowski bleiben stellvertretende Vorsitzende. Die beiden Beisitzer Winfried Berner und Karl Haberzettl verabschiedeten sich aus dem Landesvorstand. Für sie wurden Monika Nörr und Julian Fürholzer gewählt. Er vertrat bisher die BUNDjugend Bayern im Landesvorstand. Als Nachfolgerin für ihn entsendet die Jugend im BN Julia Ertel. Im Amt bestätigt wurden die Beisitzer*innen Kathy Mühlebach-Sturm, Ruth Radl und Steffen Scharrer. Ebenfalls im Amt bleibt der BN-Schatzmeister Max Walleitner.

Nach einem halben Jahrhundert im Dienste des Umweltschutzes wurde der bisherige Landesgeschäftsführer Peter Rottner verabschiedet und mit der Naturschutzmedaille geehrt (siehe Bild). Rottner war 1975 einer der ersten Zivildienstleistenden im Umweltbereich und später, nach seinem Jurastudium, wieder für den BN tätig. Ehrenvorsitzender Hubert Weiger würdigte seine Tätigkeit als Landesgeschäftsführer: »Du hast Maßstäbe ge-

Ausgezeichnetes Engagement: (vo.li.) Richard Mergner, Beate Rutkowski, Reinhard Scheuerlein, Almut Churavy, Doris Tropper, Arno Pfeifenberger und Hubert Weiger
setzt für die Sicherung des Verbandes in rechtlicher und finanzieller Hinsicht.« Rottner habe den BN krisenfest und zukunftssicher gemacht, unter anderem durch die Einführung der professionellen Mitgliederwerbung. Aber auch ehrenamtlich war er aktiv, so in seiner Kreisgruppe Schwabach und im Arbeitskreis Recht. Als Justiziar bleibt Peter Rottner dem BN weiterhin erhalten.


Für besonderes Engagement erhielten drei Ehrenamtliche des BN aus Mittelfranken die Bayerische Naturschutzmedaille: Almut Churavy, Vorsitzende der Kreisgruppe Schwabach, die seit über 50 Jahren autofrei lebt, Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der Kreisgruppe Fürth-Stadt und ein unermüdlicher Kämpfer für den Erhalt von Freiflächen und Stadtbäumen, sowie Arno Pfeifenberger, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe FürthLand und Vorsitzender der Ortsgruppe Stein, der mit vielen Vorher-NachherFotos aus dem Landkreis Flächenfraß und Umweltzerstörung dokumentiert hat.
Nach seiner Abschiedsrede gab es lange standing ovations für Richard Mergner.

Der bisherige Landesvorsitzende des BUND Naturschutz, Richard Mergner, trat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an. »Das ist schmerzlich für mich«, sagte er in seiner Abschiedsrede. Der BN sei »ein toller Verband« und bisher ein großer Teil seines Lebens. Mergner war viele Jahre haupt- und ehrenamtlich im BN aktiv, seine Laufbahn begann mit dem Volksbegehren »Das bessere Müllkonzept«, danach war er als Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken tätig, später als Verkehrsreferent und schließlich als Landesbeauftragter, bevor er 2018 zum Vorsitzenden gewählt wurde.
Als Meilensteine seiner Amtszeit nannte Richard Mergner das erfolgreiche Volksbegehren »Rettet die Bienen«, die Abschaltung des letzten AKW in Bayern, den Einsatz für die Energiewende oder gegen viele Gewerbegebiete und Straßenbauprojekte. Der BN habe eine Vielzahl von Artenschutzprojekten umgesetzt, in Erlangen maßgeblich zur Stadt-UmlandBahn beigetragen, das Grüne Band weiterentwickelt, in München den Magdalenenpark eröffnet und zur Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald um 600 Hektar beigetragen. Das Erfolgsrezept des BN, so Mergner: »eine ausgestreckte Hand und öffentlicher Druck«.
Die Zeiten seien nicht einfach, denn durch Krisen wie die Corona-Pandemie oder den Ukraine-Krieg erhielten Umweltthemen weniger Aufmerksamkeit. Aber trotz dieser widrigen Umstände sei der BN seit seinem Amtsantritt um rund 35 000 Mitglieder gewachsen. »Das zeigt das Ansehen unseres Verbandes«, so Mergner. Der BUND Naturschutz habe neue Ortsgruppen, vielerorts jüngere Vorstände und eine solide finanzielle Basis –ohne Wirtschaftssponsoring. An den stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, eine Biosphärenregion im Spessart zu verhindern, schickte Richard Mergner zum Abschied die Botschaft: »Wir haben den längeren Atem, wir werden durchhalten.«
»Erfolge sind immer ein Gemeinschaftswerk«, so der scheidende Vorsitzende. »Unsere Stärke ist der Zusammenhalt. Dieser ›Spirit‹ zeichnet uns aus und soll uns erhalten bleiben.« Auch wenn dieser Abschied ein einschneidendes Erlebnis für ihn sei, betonte Richard Mergner: »Ich bin mir sicher: Es wird gut weitergehen. Bleibt leidenschaftlich und kämpferisch!« Die Delegierten quittierten die Rede des scheidenden Vorsitzenden mit minutenlangen standing ovations. lf


Hier am Wildmoosbach schafft der Baumeister Biber nach und nach ein Paradies für die Artenvielfalt. Die Sumpfdotterblume ist bereits heimisch.
Im Wildmoosbachtal im Landkreis Dachau hat der BN ein Grundstück erworben. Wo einst Fischteiche bewirtschaftet wurden, gestaltet nun der Biber eine neue Seenlandschaft. Die neue Fläche liegt in der Nähe von Thalhausen im Nordwesten des Landkreises Dachau. Dort hat die BN-Kreisgruppe drei zusammenhängende Grundstücke entlang des Wildmoosbachs gekauft. Die Geschichte dieser 2,5 Hektar großen Fläche ist eng mit einem tierischen Landschaftsarchitekten verbunden – dem Biber. Mitte der Siebzigerjahre wurden in dem Tal mit seinen relativ steilen Böschungen vier große Teiche für die Fischzucht angelegt. Das aus den Hängen austretende Grundwasser leitete man in die Teiche und von dort in den Wildmoosbach. Zwei verschiedene Besitzer bewirtschafteten die Anlage über Jahre hinweg.
Doch dann wanderte der Biber ein –und hatte seine ganz eigenen Vorstellungen von der Gestaltung seines Lebens-
raums. Statt die Teiche zu nutzen, staute er lieber den Bach an. Mit Tunneln untergrub er die Teichanlagen, sodass das Wasser auslief. Ärger war da vorprogrammiert: Der BN-Biberberater wurde eingeschaltet und die Teichbesitzer versuchten mit mäßigem Erfolg, die Teiche wieder abzudichten. Sogar der Abschuss der Biber wurde diskutiert.
DAS BLATT WENDET SICH
Dann traten bei den Teichbesitzern gesundheitliche Probleme auf, sodass sie das Interesse an der Teichwirtschaft verloren und verkaufsbereit waren. Die Verhandlungen zogen sich über ein Jahr hin, doch schließlich konnte die Kreisgruppe die Grundstücke erwerben. Bei einem Kaufpreis von über 100 000 Euro war eine clevere Finanzierung gefragt: Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung ermöglichte eine Kofinanzierung, zusätzlich gab es eine Förderung über das Moorprogramm, da auf den Wiesen Torfkörper zu
finden sind. Die Kreisgruppe selbst musste nur noch knapp 15 Prozent des Preises aufbringen, die über ein Erbe finanziert wurden.
Heute sind die Teiche zwar noch vorhanden, aber mit Wasserständen, die für eine Fischbewirtschaftung nicht mehr ausreichen würden. Der Biber hat an verschiedenen Stellen den Bachlauf angestaut und damit eine kleine Seenlandschaft im Moosbachtal geschaffen. Genau das war das Ziel der Kreisgruppe: Die Gestaltung dieses Talraums sollte dem Biber überlassen werden. Und natürlich ist die Diskussion über den Abschuss von Bibern mittlerweile vom Tisch.
Die Wiesen rund um die BN-Flächen werden extensiv bewirtschaftet, mehrere Erlenbruchwäldchen und Seitentäler, die dem Bach Wasser zuführen, bereichern das Gebiet. Die Pflege der Fläche beschränkt sich derzeit darauf, die Hinterlassenschaften der früheren Teichbesitzer zu entfernen – ein Wohnwagen wurde bereits entsorgt, eine Hütte mit Eternitplatten ist fast vollständig abgebaut. Die Aktiven achten darauf, dass die Teiche einen gewissen Wasserstand behalten, damit Verlandungszonen entstehen, die beispielsweise für Bekassinen interessant sind. Mähen ist bei den feuchten Flächen nicht nötig, lediglich Neophyten werden bei Bedarf entfernt. Um die positive Entwicklung der Grundstücke kümmert sich der Biber.
Die Perspektiven für die Artenvielfalt sind vielversprechend: Wenn der Biber weiterhin fleißig staut, werden sich mehr Amphibien und Reptilien ansiedeln – von der Ringelnatter bis hin zu verschiedenen Froscharten. Auch Libellen werden das stehende Wasser zu schätzen wissen, und bereits jetzt finden sich auf der Fläche zahlreiche feuchtigkeitsliebende Pflanzenarten, darunter sehr schöne Bestände der Sumpfdotterblume entlang des Wildmoosbaches.
Heidi Tiefenthaler
Zum Jahresende 2025 wurden gleich mehrere Aktive des BUND Naturschutz oder Projekte, an denen der BN maßgeblich beteiligt ist, ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch an alle Geehrten!

Der langjährige Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Hof, Wolfgang Degelmann, erhielt für sein Wirken die Umweltmedaille des Freistaates Bayern aus den Händen von Umweltminister Thorsten Glauber. Degelmann hat die Energiewende in der Region vorangetrieben: Bereits 1994 waren er maßgeblich am Bau der ersten Bürger-Windkraftanlage in Bayern beteiligt.
Umweltminister Thorsten Glauber hat dem Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Deggendorf, Georg Kestel, und der BNAktiven Lisa Eder-Held aus Passau die Umweltmedaille des Freistaates Bayern verliehen. Georg Kestel kämpft seit fast 30 Jahren mit Herzblut, Fachwissen und unermüdlicher Ausdauer für den Schutz der Donau in Niederbayern. Die Filmemacherin Lisa Eder-Held wurde für ihr Engagement, die Natur in ihren Filmen erlebbar zu machen, ausgezeichnet.


Einer der Preise der Bayerischen Landesstiftung ging 2025 an den Biotopverbund Mainburg/30. Dieser wurde 2021 vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF, der Stadt Mainburg und vom BUND Naturschutz initiiert. Ziel ist die Verbesserung der Biodiversität durch Landschaftspflege und Steigerung der Lebensraumqualität für gefährdete Arten. Dafür arbeiten Kommunen, Landwirt*innen und Vertreter*innen aus dem Bereich Naturschutz zusammen.
Bei der Jubiläumsfeier: (vo.li.)
Landrat Stefan Löwl, Kreisgruppenvorsitzender Roderich Zauscher, BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger und Oberbürgermeister Florian Hartman.

Im Oktober hatte die BN-Kreisgruppe Dachau zu einem großen Jubiläumsfest anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens eingeladen.
Die Ortsgruppen stellten ihre Arbeit vor, es gab eine Familienwanderung und eine spannende Gewässerrallye für Groß und Klein. In der Kartendruckwerkstatt mit Naturmaterialien vom KunstWerkRaum Dachau entstanden kreative Drucke, und unsere Fuhrpark-Ausstellung zeigte anschaulich, wie vielfältig die Biotoppflege im Landkreis ist.
Am Abend folgte der Festakt. Roderich Zauscher, seit 1989 Vorsitzender der Kreisgruppe, Landrat Stefan Löwl und Oberbürgermeister Florian Hartmann richteten Grußworte an die Gäste. Den Abschluss bildete die Ansprache des BN-Ehrenvorsitzenden Hubert Weiger. Im Anschluss daran wurden die Mitglieder geehrt, die dem BN seit 50 Jahren treu verbunden sind.


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Ein grenzübergreifender ReCoAktionstag an der Huschermühle der BN-Kreisgruppe Hof mit Familien aus Tschechien und Bayern
Hier geht es zu Videos des Projekts:
»Grenzen trennen. Natur verbindet« – das war das Motto des gerade beendeten EUProjekts ReCo am Grünen Band. Damit trägt der BN zur Sicherung grenzübergreifender ökologischer Korridore bei. Dafür arbeiteten zwölf Partner aus sechs Ländern zusammen, um Lebensraum für Flussperlmuschel, Wildkatze und Wisente zu verbessern oder wertvollste Biotope wie alpine Narzissenwiesen und Brackmarschen für Wasservögel zu erhalten. Projektträger war der BUND Naturschutz mit dem Kompetenzzentrum Grünes Band.

In der bayerisch-tschechischen Pilotregion arbeitete der BN ein Konzept aus, mit dem Bäche ökologisch aufgewertet und renaturiert werden können. Im Fokus: die Sicherung der Bestände der Flussperlmuschel.
Finanziert wurde das Projekt durch die Europäische Union im Rahmen des Programms Interreg CENTRAL EUROPE.
Für große und kleine Fans des Grünen Bandes:
Das Maskottchen Bandi gibt’s im BN-Shop: www.bn-onlineshop.de
Zu ihrem 30-jährigen Bestehen veranstaltete die BN-Ortsgruppe EitensheimGaimersheim-Wettstetten im November eine Ausstellung zum Thema Wasser und rief eine Bachpatenschaft ins Leben. Gemeinsam mit der Marktgemeinde Gaimersheim (Landkreis Eichstätt) kümmert sich die Ortsgruppe um den Augraben und den Retzbach. Der Vertrag mit der Gemeinde wurde im November unterzeichnet. Im Rahmen der Patenschaft erfassen Ehrenamtliche regelmäßig den Gewässerzustand sowie die Tier- und Pflanzenwelt und melden Veränderungen. Sie beteiligen sich an Pflegeeinsätzen, Reinigungsaktionen und strukturverbessernden Maßnahmen.
Für März dieses Jahres ist eine öffentliche Bachaktion am Retzbach geplant,
bei der die Bürger*innen eingeladen sind, ihren Bach besser kennenzulernen. Die gute Idee dahinter: Im Rahmen der Bachpatenschaft können Ehrenamtliche die Kommunen in der Unterhaltung und Wiederherstellung naturnaher Gewässer unterstützen und so ganz konkret etwas für die Natur vor ihrer Haustür tun.
Für lebendige, naturnahe Bäche in der eigenen Gemeinde etwas tun: eine Bachpatenschaft macht das in Gaimersheim jetzt möglich.

Seit über 40 Jahren engagiert sich Günter Krell im BN. Für seinen langjährigen Einsatz vor Ort und im Landesverband wurde er mit der goldenen Ehrennadel des BN ausgezeichnet.
Der gebürtige Neuburger Günter Krell war in vielen BN-Gremien aktiv, so als Beisitzer im Landesvorstand 2003 bis 2008 und von 2012 bis 2016. Zudem war er Sprecher des Arbeitskreises Umweltbildung, Sprecher des Arbeitskreises Wasser und Mitglied des BN-Beirats. Die Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen führte er von 1986 bis 2025. Auch auf Bundesebene engagierte er sich zu The-

Der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger (re.) zeichnete Günter Krell mit der goldenen Verbandsnadel aus.
men des Gewässerschutzes und war im BUND-Arbeitskreis Wasser.
Bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe im Oktober würdigte Hubert Weiger Krells unermüdlichen Einsatz. Schwerpunkte seiner Arbeit im Landkreis waren neben der Umweltbildung viele Themen rund um Wasser und Feuchtgebiete, so das Donaumoos, ökologischer Hochwasserschutz oder Amphibienschutz. Durch seine ruhige, vermittelnde Art habe Krell viele Erfolge erzielen können.

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Eigentlich sollte das 50-jährige Bestehen des Kreisgruppe Fürstenfeldbruck 2020 groß gefeiert werden, doch die Pandemie machte den Planungen einen Strich durch die Rechnung. Nun wurde die Feier gebührend nachgeholt. Rund 100 Gäste, auch aus benachbarten Landkreisen, waren der Einladung gefolgt. Die Kreisvorsitzende Eugenie Scherb sprach über die Erfolge und Herausforderungen der Gegenwart, warf aber auch einen Blick auf die Anfangszeit unter der Leitung des Gründungsvorsitzenden Dr. Paul-Eckard Salzmann in den 1970er Jahren. Salzmann war damals beim Landesverband aktiv und hat erkannt, wie wichtig die Präsenz in der Fläche ist und hat viele KG-Gründungen mit auf den Weg gebracht. Er hat auch die Möglichkeit von demokratischer Mitbe-





















Foto: Kreisgruppe Fürstenfeldbruck
Eine Tasche voller Geschenke überreichte die BN-Regio nalreferentin Julika Schreiber, darunter zur Freude der Vorsitzenden Eugenie Scherb auch einen Plüschbiber.
stimmung durch Kreisgruppen erkannt und war selbst der erste Vorsitzende der Kreisgruppe. Durch seinen Einsatz konnte das Ampermoos unter Naturschutz gestellt werden.
Mit launigen Worten überbrachte der neue Landesgeschäftsführer Lucas Schäfer die Grüße des Landesvorstands. Er erklärte, die Kreisgruppe würde nicht nur statt des üblichen 50. das 55. Jubiläum begehen, sondern auch sonst immer etwas mehr leisten, als man im Ehrenamt eigentlich erwarten kann.
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Draußen sein gehörte für Miranda Bellchambers immer dazu. Aufgewachsen im »Garten Englands«, der Grafschaft Kent, verbrachte sie ihre Kindheit nach der Schule im Wald, in Gärten, auf Streifzügen mit Freundinnen und ihren Eltern.
»Wir haben Haselnüsse gesammelt, Esskastanien und Brombeeren«, erinnert sie sich. Und sie durfte einen Hund haben. »Ich war von Lebendigem umgeben«, sagt die heute 62-Jährige. »So habe ich mich auf eine sinnliche, nicht intellektuelle Weise mit der Natur verbunden.«
Vor einigen Jahren besuchte Bellchambers einen Vortrag der Primatenforscherin Jane Goodall. Zwar war der Maschinenbauingenieurin, die in London studiert und lange in leitender Position für Siemens gearbeitet hatte, das Artensterben bewusst, doch diese Begegnung »war ein Erwachen«, sagt Miranda Bellchambers. Mit Ende 50 verließ sie ihre sichere Position und begann, sich intensiv im Naturschutz zu engagieren.
Kämpferisch wurde ihr Engagement ab 2021. Damals wurde bekannt, dass eine Sand- und Kiesbaggerei im Nürnberger
Miranda Bellchambers ist seit 2025
Vorsitzende der BN-Kreisgruppe
Nürnberg-Land. Sie ist eine neue, kluge Stimme für den Naturschutz –und die Jugendarbeit darin.
Reichswald auf mindestens 50 Hektar Quarzsand abbauen will. Der betroffene Röthenbacher Wald ist ein Flechten-Kiefern-Wald bei Altdorf, ein seltener Lebensraum, der eher an boreale Wälder Skandinaviens erinnert als an Süddeutschland. Er hätte vollständig gerodet werden müssen. »Die scharfkantigen Sandkörner sind für die Betonherstellung begehrt«, sagt Bellchambers. »Aber dafür ein Natura2000-Gebiet zerstören, das konnte ich nicht hinnehmen.«
NATUR BEGEISTERN
Zumal der Wald für die Region unverzichtbar ist. Er kühlt Stadt und Umland, schützt vor Lärm und filtert Trinkwasser. Die Zusage der Firma, den Wald später wieder aufzuforsten, hält Bellchambers für Schönfärberei. »Ein Gefüge aus Pflanzen, Tieren und einem Bach, das lässt sich nicht nachbauen.« Als die Pläne publik wurden, formierte sich Widerstand. Eine lokale Bürgerinitiative entstand, unterstützt vom BN, mit Bellchambers mittendrin. Trotz Pandemiebedingungen sam-
melten sie 5600 Unterschriften. Die Regierung von Mittelfranken lehnte das Raumordnungsverfahren ab. Doch das Projekt ist nicht vom Tisch, sondern wird seitens der Firma weiter verfolgt. »Aber wir geben nicht auf«, sagt Bellchambers. Ein Herzensanliegen ist Miranda Bellchambers die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Viele hätten kaum noch Kontakt zur Natur, manche sogar Angst davor, abseits der Wege durch den Wald zu gehen. »Diese Sorgen darf man nicht einfach abtun«, sagt sie. »Aber man kann sie in Achtsamkeit für das Leben um uns herum verwandeln.« In Kooperation mit Grundschulen organisiert die Kreisgruppe Apfelernten auf Streuobstwiesen mit alten Sorten. »Wenn die Kinder später ihren eigenen Saft pressen und probieren, leuchten ihre Gesichter«, erzählt sie. »Die jubeln fast vor Glück, so einen Saft haben sie noch nie getrunken.« Das sind die Momente, die Miranda Bellchambers antreiben. Nur wenn Kinder Natur erleben und schätzen lernen, werden sie bereit sein, diese zu schützen.
Margarete Moulin
Im Wasserschloss Mitwitz feierte die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken (ÖBO), eine der ältesten Umweltstationen Bayerns und BN-Ökostation, ihr 40-jähriges Bestehen. Über 80 Gäste kamen zusammen, um gemeinsam zurück und nach vorne zu blicken.
Geschäftsführer André Maslo betonte die Kooperation zwischen Kommunen, Verbänden und Ehrenamtlichen, die den Geist der ÖBO prägt. Vorsitzender Kai Frobel hob den Gemeinschaftssinn und Weitblick hervor, der die Bildungsstätte zu einem bayernweit beachteten Verbund werden ließ. Festredner Hubert Weiger unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der ÖBO: Sie fördert den Dialog zwischen scheinbar gegensätzlichen Gruppen und trägt mit ihren Angeboten für Kinder und

Das Naturerlebniszentrum Allgäu lädt ein zu einem Kurs in Feldbotanik – ideal, um das Wissen aus der BN-Artenkennerreihe zu vertiefen.
Die Teilnehmenden lernen die wichtigsten Pflanzenarten, -gattungen und -familien unserer heimischen Flora kennen und selbst bestimmen. Dazu gibt es Einblicke in die Systematik, Morphologie und Ökologie heimischer Pflanzen. Die prakti-

Die beiden Vorsitzenden Kai Frobel und Heinz Köhler, Landrat a.D., beim Anschneiden der Festtagstorte
Schulklassen die Idee der Nachhaltigkeit in die nächste Generation.
Trotz knapper werdender Mittel will die ÖBO ihren Weg fortsetzen: Sie setzt auf Kommunikation, um Naturschutz als Gewinn für alle sichtbar zu machen – sei es durch Klimaresilienz, Hochwasserprävention oder touristische Entwicklung. »Naturschutz hilft uns allen«, lautet die Botschaft für die Zukunft.
www.oekologischebildungsstaette.de
schen Bestimmungsübungen und Exkursionen bereiten auch vor auf das BANUZertifikat Feldbotanik. Ziel ist, dass man selbstständig mit einem Bestimmungsbuch Wiesen und Wälder durchstreifen und häufige Arten direkt erkennen kann. Start des viertägigen Kurses ist am 21. Mai. Einen etwas anderen Schwerpunkt verfolgt der Lehrgang zum Blühbotschafter. Hier gibt es Fachwissen über Bestäuber und ihre Lebensräume und viele nützliche Hinweise, wie man sich im Garten oder der Kommune für mehr biologische Vielfalt einsetzen kann.
Alle Infos: www.nez-allgaeu.de
Zwei Tage dreht sich im BN-Bildungshaus in Wartaweil alles um die friedlichen Insektenjäger. Auf dem Programm steht die Biologie der Hornissen, wie man einen Hornissenkasten baut und was im Zweifelsfall für eine Umsiedlung erforderlich ist.
Termin: 20. – 21. März
Ort: Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil www.wartaweil.bundnaturschutz.de

Entlang des Schmetterlingslehrpfades im naturnahen Garten des Ökohauses Würzburg kann man den Lebenszyklus, die Artenvielfalt und die Bedeutung unserer heimischen Falter kennenlernen. Zusätzlich gibt es Inspirationen und Tipps, wie man den eigenen Garten in ein Paradies für unsere Falter verwandelt.
Termin: 6. Juni Ökohaus Würzburg www.wuerzburg.bundnaturschutz.de/termine


Der technische Fortschritt macht es möglich, dass Wärmepumpen mittlerweile ohne besondere Voraussetzungen eine Gas- oder Ölheizung in Bestandsgebäuden ersetzen können. An zwei Beispielen erfährt man vor Ort und aus erster Hand, wie sich die Anlagen verschiedener Hersteller bewährt haben.
Dipl.-Ing. Manfred Dürr informiert über Wärmepumpen und geht auch auf die staatliche Förderung ein.
Termin: 17. April
Ort: Ökohaus Würzburg www.wuerzburg.bund-naturschutz.de/ termine

Vergangenes Jahr wurde der BUND 50. Zum Ausklang des Jubiläums pflanzten die Bundesdelegierten am 8. November im Kurpark von Bad Hersfeld eine Linde.
Dazu bekam der junge Baum Erde aus vielen Naturschutzprojekten und gute Wünsche aus allen Ecken des Verbands.
Abends schloss sich eine bewegende Feierstunde an. Hier teilten die Delegierten ihre größten Erlebnisse im BUND. An welche Erfolge und persönlichen Sternstunden erinnerten sich die Aktiven besonders gerne? Gleich mehrfach erwähnt wurde die Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke, das Mitwirken an Nationalparks wie dem Bayerischen Wald und dem Kellerwald, die Teilnahme an bunten Großdemos für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, der geballte Widerstand gegen den Braunkohle-Tagebau sowie die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen – und überhaupt die erfüllende Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
GEWÄHLT UND GEEHRT
Zum Auftakt ihrer Versammlung hatten die Delegierten die rückwärtsgerichtete Politik der Bundesregierung kritisiert, ob
beim Natur- und Klimaschutz, in der Landwirtschaft oder beim Chemikalienrecht. Unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus säge die Regierung an den Beteiligungsund Klagerechten der Umweltverbände.
Alle drei Jahre stehen beim BUND die Vorstandswahlen an. So auch diesmal. Olaf Bandt wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt – und versprach unseren Verband noch sichtbarer zu machen. Vertreten wird er künftig von Susanne Gerstner, der Vorsitzenden des BUND Niedersachsen, sowie von Sören Janssen aus Hamburg. Der alte und neue Schatzmeister heißt Jens Klocksin. Als Beisitzer*innen komplettieren Ralf Meyer, Myriam Rapior und Doris Tropper den Vorstand.
Der Forschungspreis des BUND ging diesmal an zwei verdienstvolle Wissenschaftlerinnen: Katharina Bensing für ihre Doktorarbeit zum Thema »Ethohydraulische Modellierung« und Jana Balzer für ihre Masterarbeit zur Wiedervernässung von Mooren.

Gewässert von der BUNDjugend: die in Bad Hersfeld gepflanzte Linde.

Ausgezeichnet: Die Forscherinnen Katharina Bensing und Jana Balzer, umrahmt von Markus Große-Ophoff (stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats) und den Sprechern der Arbeitskreise Naturschutz, Kai Frobel, und Wasser, Henry Tünte (von links).
Weitere Eindrücke aus Bad Hersfeld und alle Beschlüsse der Delegierten finden Sie unter: www.bund.net/bdv Mehr zu den Wissenschaftlerinnen: www.bund.net/forschungspreis
Beim Pressetermin im Oktober brachten Nürnbergs Umweltreferentin Britta Walthelm, BN-Vorsitzender Klaus-Peter Murawski und Britta Lajoie vom LPV das erste Saatgut aus.

KREISGRUPPE NÜRNBERG STADT

Die vom Aussterben bedrohte Sand-Strohblume soll im Biotopverbund der »SandAchse Franken« wieder angesiedelt werden.
Dafür soll ein Projekt der Kreisgruppe Nürnberg des BUND Naturschutz und des Nürnberger Landschaftspflegeverbands (LPV) sorgen: Samen der seltenen Pflanze wurden auf viereinhalb Hektar Biotopflächen des BN ausgesät. Der Startschuss fiel im Oktober vergangenen Jahres.
Bislang gab es im Kerngebiet der SandAchse Franken nur noch ein kleines Vorkommen der Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) auf einer Pflegefläche des Landschaftspflegeverbandes (LPV) im südlichen Nürnberger Stadtteil Kornburg. Dabei war die Art vor dem zweiten Weltkrieg im Ballungsraum NürnbergFürth-Erlangen nahezu flächendeckend verbreitet und wurde wegen ihrer goldfarbenen Blüten als Zierpflanze für Trockensträuße gehandelt.
Heute setzen Lebensraumverlust, Mineralstoffeintrag und Verbuschung dieser
für Sandlebensräume typischen Pflanze zu. Nun siedeln BN und LPV sie bei Kornburg wieder an: Dort hat der BN acht Hektar erworben und als Sandmagerrasen angelegt, doch bisher ohne die Strohblume. Auf den beiden größten Flächen wurde im Herbst samenhaltiges Mähgut ausgebracht. Zur Vorbereitung mussten Streifen freigemäht und die Grasnarbe aufgebrochen werden, damit die lichtliebende Pionierpflanze wachsen kann. Die Finanzierung dieser Arbeiten übernahm kurzfristig die Nürnberger Sektion der internationalen Frauen-Organisation »Inner Wheel Club«. Zur Aussaat wurde dann der Boden nochmals mit Hacken gelockert und die Samen punktuell eingestreut. Auszubildende der Firma Schaeffler halfen dabei. Der BN hofft nun, dass sich die Sand-Strohblume wieder langfristig in Mittelfranken etabliert.
Wolfgang Dötsch (as)
PROTEST GEGEN P53: Ende 2025 hat der BN in Mittelfranken in drei Planfeststellungsverfahren zur Juraleitung »P53« Stellung bezogen. Es ging um die Abschnitte A-Ost und A-West, die beide durch den Nürnberger Reichswald führen, sowie A-West/Katzwang mit Tunneltrasse unter dem Rednitztal und dem MainDonau-Kanal. Eigentlich handelt es sich um ein einziges Großvorhaben, doch durch die Zerlegung in Teilstücke ist eine Bilanz der Auswirkungen kaum möglich. Sicher ist: Die Trasse bedeutet Bannwaldverlust, Flächenfraß und Biotopzerschneidung.
Mit einer fantasievollen Aktion im Reichswald protestierten Aktive der Kreisgruppen Roth sowie Nürnberg-Stadt und Nürnberger Land gemeinsam mit der Bürgerinitiative »Reichswald bleibt« am 19. Dezember gegen die Stromtrasse (siehe Bild). Über alle drei Verfahren hinweg ist für den BN klar: Der Bau der Juraleitung in der vorliegenden Form ist vielenorts ein

herber Einschnitt in die Natur und birgt kaum kalkulierbare Gefahren. Nach dem Aus des Westbayernrings im neuen Netzentwicklungsplan drängt sich zunehmend der Verdacht auf, dass in Bayern ein wirklicher Masterplan für die Energiewende fehlt – leider meist zu Lasten der Umwelt.
IHR ANSPRECHPARTNER
Mittelfranken: Jonas Kaufmann Tel. 01 60/7 75 18 31 jonas.kaufmann@bund-naturschutz.de
Eindringliche

In seinem Vortrag in der Stadthalle Pfarrkirchen im Oktober letzten Jahres bezeichnete
Professor Dr. Harald Lesch die Energiewende als »größtes Gesundheitsprojekt unserer Zeit«.
Der bekannte Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist erläuterte gemeinsam mit Dr. Martin Herrmann von der Deutschen Allianz »Klimawandel und Gesundheit« die Folgen der Klimakrise für den menschlichen Körper. Sie betonten, dass steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen und ökologische Veränderungen erhebliche Gesundheitsrisiken bergen. Die Veranstaltung mit rund 650 Besucherinnen und Besuchern hatte die Kreisgruppe Rottal-Inn des BUND Naturschutz gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung, der Katholischen Landvolkbewegung und dem Ärztlichen Kreisverband Rottal-Inn organisiert.
Zu den Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit gehören Martin Hermann zufolge hitzebedingte Erkrankungen, Luftverschmutzung und die Ausbreitung klimabedingter Infektionskrankhei-
ten. Harald Lesch forderte einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Energiewende sei notwendig: »Die Erderwärmung geht rascher voran als gedacht und Deutschland ist besonders betroffen. Gesundheitsschäden, Hitzetote und Naturkatastrophen müssen ein Alarmsignal sein.« Politisches Handeln und gesellschaftliches Engagement müssten zusammenwirken, um die Folgen der Klimaveränderung abzumildern. Nach dem wissenschaftlichen Vortrag ging es um Lösungsansätze: Beispiele aus dem Landkreis zeigten, wie energieeffiziente Maßnahmen, Erneuerbare Energien und Hitzeschutzstrategien die Gesundheit der Bevölkerung schützen können. Die Veranstaltung bot damit auch konkrete Handlungsperspektiven vor Ort. Wolfgang Hascher, Lena Maly-Wischhof (as)
WEIHNACHTEN FÜR DIE WILDKATZE: Ende 2025 gab es für die BNKreisgruppe Freyung-Grafenau eine freudige Überraschung: 4000 Euro spendete der ortsansässige Industriebetrieb AVS Römer an das Wildkatzenprojekt des BN im Landkreis, anstelle von Weihnachtsgeschenken für Geschäftspartner. Geschäftsführer Christoph Cegla überreichte am 26. November den Spendenscheck an die BN-Kreisvorsitzende Antje Laux. Damit kann der BN nun das Wildkatzen-Monitoring fortsetzen.

SCHÖPFUNG BEWAHREN: Unter diesem Motto protestiert seit Mai 2025 die Bürgerinitiative »Wald statt Kies« mit der BN-Ortsgruppe Vilshofen gegen den drohenden Kiesabbau im Marterbergholz. An jedem letzten Freitag im Monat nehmen dort bis zu 50 Menschen an einer Prozession mit Andacht teil. Das Kloster Schweiklberg hat den Wald oberhalb von Sandbach an die Firmengruppe Groß verpachtet, die dort auf 22 Hektar Kies abbauen will. Dafür müssten mindestens 18 Hektar Wald gerodet werden – dabei liegt das Areal nicht in einem Vorranggebiet für Kiesabbau. Die nächste Andacht ist für den 27. Februar um 18 Uhr geplant. Info: bn.vilshofen@gmail.com

IHRE ANSPRECHPARTNERIN
Niederbayern: Lena Maly-Wischhof Tel. 01 60/96 20 70 80 lena.maly-wischhof@ bund-naturschutz.de
Mitglieder des BN-Landesvorstands beim Besuch des geretteten Pfarrwalds in Roding-Oberkreith

KREISGRUPPE CHAM
Ende Oktober 2025 besuchte der Landesvorstand des BUND Naturschutz den Landkreis
Cham und informierte sich über aktuelle Themen und Projekte der Kreisgruppe.
Dabei appellierten die Vorstandsmitglieder an die politisch Verantwortlichen, in der Bau- und Verkehrspolitik umzudenken und flächensparenden Alternativen Vorrang zu geben.
Der damalige BN-Landesvorsitzender Richard Mergner kritisierte, überdimensionierte Straßenbauprojekte bänden finanzielle Mittel, die dann für die Sanierung bestehender Verkehrswege fehlten. Dies zeigt sich an der Verlegung der Staatsstraße 2140 bei Grafenwiesen: Nachdem die ursprüngliche Planung 2020 gestoppt wurde, soll die Straße nun im Tal des Weißen Regen teils durch ein FFH-Schutzgebiet führen. Ein Aktionsbündnis aus Bürger*innen und Naturschutzorganisationen lehnt daher auch diese Trasse ab und fordert, stattdessen die bestehende Strecke schonend zu optimieren.
Auch die Umweltbildungsarbeit der Kreisgruppe in der Klostermühle Alten-
markt war Thema: Unter Leitung von Ute Schödel-Geiger werden dort vor allem für Schulen Bildungsveranstaltungen angeboten, die das Bewusstsein für den Schutz natürlicher Ressourcen stärken und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Konrad Höcherl, Vorsitzender der 2024 gegründeten Ortsgruppe Roding, berichtete über die Rettung des Pfarrwaldes in Oberkreith, dessen Bebauung der Stadtrat nach massivem Protest aufgab. Doris Tropper, stellvertretende BN-Landesvorsitzende, dankte allen Engagierten: »Der Erhalt des Waldes ist ein Erfolg für Artenund Klimaschutz.« Und der im November zum neuen Vorsitzenden gewählte Landesbeauftragter Martin Geilhufe betonte, Bürgerbeteiligung und politischer Wille seien entscheidend, um umweltschädliche Projekte zu verhindern.
Reinhard Scheuerlein (as)
WASSERWELTEN: Unter diesem Titel präsentierte der Fotograf Josef Merkl Ende Oktober in der Schwandorfer Spitalkirche eine Fotoshow mit Aufnahmen der Weiher, Teiche und Seen im Landkreis. Merkl, bekannt für seine Bildbände über die Schwarzach und die Pfreimd, zeigte faszinierende Luftbilder, darunter von den Weihern bei Schwarzenfeld (siehe Bild) und vom Steinberger und dem Murner See. Die 90-minütige Vorführung begeisterte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Der Bildband »Wasserwelten« kann beim Autor bestellt werden, E-Mail: lichtzeichen@email.de

FAULER AUSGLEICH: Durch das Regensburger Baugebiet »Dörnberg« verschwanden 2016 sieben Hektar Biotopflächen – Lebensraum für seltene Arten wie die Zauneidechse. Die geschützten Reptilien sollten in ein neues Trockenbiotop umgesiedelt werden. Doch die Umsetzung war Makulatur – die Ersatzfläche ungenügend, die umgesiedelten Eidechsen verschwunden und statt des Ausgleichsbiotops im Gleisdreieck entstand ein Schutthügel. Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass die vorgesehenen Trockenbiotope durch eine für Reptilien ungeeignete, feuchte Flutmulde ersetzt werden soll. Dagegen hat die BN-Kreisgruppe nun Klage eingereicht.
IHR ANSPRECHPARTNER
Oberpfalz: Reinhard Scheuerlein Tel. 09 11/8 18 78-13 reinhard.scheuerlein@ bund-naturschutz.de
Unterstützt von Schulkindern und BN-Aktiven, übergab der Kreisvorsitzende Sepp Biesenberger die Igel-Petition an den stellvertretenden Landrat Walter Brilmayer.

KREISGRUPPE EBERSBERG
Igel sind als Wildtiere vielen Gefahren ausgesetzt. Die Kreisgruppe Ebersberg des BUND Naturschutz fordert daher eine Auffangstation für die stacheligen Kleinsäuger.
Eine Petition, die der BN im Sommer 2025 gestartet hatte, unterstützten über 6000 Menschen mit ihrer Unterschrift. Im Oktober übergab die Kreisgruppe die Unterschriftenliste öffentlich an den stellvertretenden Landrat Walter Brilmayer. Seit 2024 werden Igel in Bayern auf der Roten Liste als potenziell gefährdet geführt. Bedroht sind sie durch Straßenverkehr und Mähroboter, aber auch durch Nahrungsmangel infolge des Insektensterbens. Die ehrenamtlichen Pflegestellen im Landkreis sind überlastet. Mit seiner Initiative will der BN die Einrichtung einer offiziellen Auffangstation für verletzte, kranke oder verwaiste Igel erreichen. Sie soll medizinische Erstversorgung, fachgerechte Pflege sowie Quarantäneund Überwinterungsmöglichkeiten für die Tiere bereitstellen und als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger dienen.
Ende November beschloss der Umweltausschuss des Kreistags, einen runden Tisch einzuberufen, um ein Konzept für die Station zu erarbeiten. Der BUND Naturschutz erhofft sich vom Landkreis Unterstützung für Räume, Grundfinanzierung und tierärztliche Betreuung. Das bestehende Engagement von Ehrenamtlichen und Organisationen soll nicht ersetzt, sondern eingebunden werden. Neben dem BN und dem Igelnetzwerk sind am runden Tisch das Landratsamt mit der Unteren Naturschutzbehörde, der Tierschutzverein Ebersberg, das Veterinäramt und Tierärztinnen und -ärzte vertreten; auch der Landrat hat seine Mitwirkung zugesagt. Der BN hofft auf eine Entlastung der privaten Pflegestellen vor dem nächsten Winter.
Julika Schreiber (as)
NEUE ADRESSE: Die Kreisgruppe Landsberg am Lech des BN hat eine neue Geschäftsstelle – großzügig, einladend und zentral in der Altstadt gelegen. Der BN nutzt die Räumlichkeiten gemeinsam mit der Landsberger Energieagentur (LENA). Im Oktober letzten Jahres wurde Einweihung gefeiert. Gekommen war alles, was im Landkreis Rang und Namen hat, darunter die stellvertretende Landrätin Margit Horner-Spindler und der Bürgermeister von Weil, Christian Bolz. Kreisvorsitzender Peter Satzger (siehe Bild) freute sich, dass die Präsenz beider Vereine das neue Büro zu einem Ort der Begegnung und des gemeinsamen Einsatzes für Natur- und Klimaschutz macht.

UMWELTPREIS: Diese Auszeichnung des Landkreises Weilheim-Schongau erhielt die BN-Kreisgruppe im Dezember für ihr Engagement im Natur- und Artenschutz. Seit über 50 Jahren sichern und pflegen Ehrenamtliche des BN rund 250 Hektar wertvoller Moore, Magerrasen und Streuwiesen im Landkreis. Dafür investieren sie jährlich etwa 1000 Stunden. Hinzu kommen rund 800 Stunden im Amphibienschutz, damit jedes Jahr etwa 15000 Tiere sicher zu ihren Laichgewässern gelangen.
ANSPRECHPARTNERINNEN
Oberbayern: Annemarie Räder Tel. 01 70/4 04 27 97
annemarie.raeder@bund-naturschutz.de
Julika Schreiber (Region München) Tel. 01 70/3 58 18 70
julika.schreiber@bund-naturschutz.de
Günzburger BN-Aktive protestierten im Dezember gegen geplante Baumfällungen im Rahmen des Ausbaus der Staatsstraße 2023.

KREISGRUPPE GÜNZBURG
Überdimensionierter Straßenbau zerstört regelmäßig wertvolle Natur. Das zeigt ein Beispiel aus dem Landkreis Günzburg.
Nur etwa 1800 Kraftfahrzeuge fahren täglich auf der Staatsstraße 2023 zwischen Kissendorf und Rieden. Nun sollen Kurven begradigt und die Straße auf sieben Meter Breite ausgebaut werden. Die Kreisgruppe Günzburg des BUND Naturschutz hat Ende 2025 eine Petition gegen den Ausbau gestartet. Die Richtlinien für gering befahrene Staatsstraßen sehen eine Breite von sechs Metern vor – dieses Maß hat die knapp vier Kilometer lange Strecke schon heute. Für den Ausbau müssten 41 alte Bäume, die den Verlauf der Straße säumen, gefällt werden. Dabei sind solche Straßenbegleitbäume wertvoller Lebensraum in der monotonen Agrarlandschaft. Sie bieten Höhlen für Fledermäuse und dienen Vögeln wie dem Turmfalken als Nistplatz.
Acht Millionen Euro Steuermittel soll der Ausbau kosten. Der BN hält das ange-
sichts der geringen Verkehrsdichte für unverhältnismäßig. Zwar ist fahrbahnbegleitend auch ein Geh- und Radweg geplant, doch dieser ließe sich flächensparend mittels bestehender Feldwege realisieren – und die alten Bäume könnten erhalten bleiben.
Wie viele andere Straßenprojekte in Bayern zeigt auch dieses Beispiel, dass stetig größer dimensionierte Planungen praktisch täglich wertvolle Naturelemente zerstören. Leider stehen beim Straßenbau noch immer Verkehrsinteressen an erster Stelle und der Naturschutz wird vernachlässigt. Und dies, obwohl das Bayerische Verkehrsministerium in seinem Leitfaden »Umwelt- und ressourcenschonendes Planen und Bauen« ausdrücklich betont, dass flächensparende, reduzierte Abmessungen für Straßen außerorts zulässig sind.
Thomas Frey (as)
WECHSEL: Zum neuen Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Augsburg wurde bei der Jahreshauptversammlung im Oktober 2025 Peter Roth gewählt. Er übernimmt den Vorsitz von Johannes Enzler, der die Kreisgruppe seit 2012 geführt hatte. Nach der Amtsübergabe pflanzten Roth und Enzler gemeinsam eine Linde (siehe Bild).

AUSGEZEICHNET: Für ihr Engagement im Amphibienschutz erhielt die BN-Kreisgruppe Günzburg im Oktober den Naturschutzpreis des Landkreises. Seit langem kümmern sich die Ehrenamtlichen jedes Frühjahr um Kröten, Frösche und Molche, errichten Amphibienschutzzäune und tragen die Tiere zu ihren Laichgewässern. »Die Ehrenamtlichen des BN stehen für Verlässlichkeit, Beharrlichkeit und gelebte Verantwortung«, so Günzburgs dritter Bürgermeister Anton Gollmitzer bei seiner Laudatio.
NACHRUF: Am 21. Okto ber 2025 verstarb Paul Reisbacher, Ehrenvorsitzender der BN-Kreisgruppe Augsburg. Er hatte sie von 1993 bis 2012 geführt. 2005 erhielt er die bayerische Naturschutzmedaille für sein herausragendes Engagement.

IHR ANSPRECHPARTNER
Schwaben: Thomas Frey Tel. 01 70/4 31 12 73 thomas.frey@bund-naturschutz.de
Die seltenen Erdkröten können bleiben: Ihr Habitat an den Spall-Seen bleibt erhalten.

KREISGRUPPE
Der Streit um die Erweiterung des Industrie Center Obernburg (ICO) in Erlenbach im Landkreis Miltenberg endete im Juli 2025 mit einem naturschonenden Kompromiss.
Seit Anfang 2023 hatten Stadt, Betreiber und Gegner am runden Tisch verhandelt. In vier Gesprächsrunden gelang es, die Erweiterungsfläche von ursprünglich 40 auf nur mehr 28 Hektar zu reduzieren und die ökologisch wertvollen »SpallSeen« mit ihrer Erdkrötenpopulation zu erhalten.
Weiter sichert die Betreiberfirma über zehn Hektar neue Naturflächen in der Nähe: Sandmagerrasen und seltene Ackerwildkräuter, ein Schulbiotop mit Teich für Amphibien sowie zweieinhalb Hektar naturnahen Auwald, um Kohlendioxid zu binden und die Biodiversität zu fördern. Der Verzicht auf Straßen und zwei Kreisverkehre spart zudem bis zu 20 Millionen Euro ein.
Nachdem die Pläne des ICO vor drei Jahren bekannt geworden waren, schlug Steffen Scharrer, Vorsitzender der Kreisgruppe Miltenberg des BUND Natur-
schutz, einen runden Tisch vor, um die Erweiterung ökologisch verträglicher zu gestalten. In der Folge gründete sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt. Mit Unterstützung des BN wurden Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt, gefolgt von intensiven Verhandlungen mit der Stadt Erlenbach und dem Betreiber. Im Juli 2025 wurde schließlich eine Lösung erreicht, von der Natur und Mensch profitieren – mit weniger Flächenverbrauch, mehr Biotopflächen und geringeren Kosten.
Möglich wurde dies durch aktive Bürgermitwirkung: durch die breite Unterstützung des Bürgerbegehrens, aber auch durch die Vertreter*innen von Bürgerschaft, Betreiberfirma und Stadt, die den runden Tisch ermöglicht und zum Erfolg geführt haben.
Steffen Jodl (as)
NEUES BIOTOP: Mittlerweile ist es schon Tradition, dass sich Auszubildende eines örtlichen Druckereibetriebs mit einem sozial-ökologischen Projekt in den »Lebendigen Gärten« der BN-Kreisgruppe Marktheidenfeld engagieren. Zuletzt errichteten die Azubis im September 2025 dort eine »Eidechsenburg«, gemeinsam mit Aktiven des BN und einer Rentnergruppe. Große Unterstützung beim Erdaushub und der Materialbeschaffung gab es vom Bauhof der Stadt. Das neue Biotop wartet nun mit Sandflächen, Steinen und Totholz auf seine neuen Bewohner. Außer Eidechsen profitieren davon auch Insekten, Spinnen und Kleinsäuger.

WEITER SO! Der Biotopgarten des BN in Sulzfeld am Main erfreut sich großer Beliebtheit. Seit Anfang 2024 gestaltet die Kreisgruppe Kitzingen die früher von Schafen beweideten Fläche an der Stadtmauer naturnah um. Die Aktiven pflanzten Obstbäume und Hecken und legten eine Benjeshecke, Sandbereiche für Insekten, Totholzstrukturen und Nisthilfen an. Gemeinde und Eigentümer des Grundstücks unterstützen das Projekt, das verschiedene Naturlebensräume im Kleinformat zeigt. Noch ist die Gestaltung nicht abgeschlossen, doch bereits 2025 wurde der Garten rege genutzt — sogar YogaGruppen treffen sich dort inzwischen.
IHR ANSPRECHPARTNER
Unterfranken: Steffen Jodl Tel. 01 60/5 61 13 41 steffen.jodl@bund-naturschutz.de
Die Kronacher BN-Aktiven genossen den Blick über die Steilküste an der Ostsee bei Ahrenshoop.

Seit 30 Jahren veranstaltet die Kreisgruppe Kronach des BUND Naturschutz Herbstfahrten in Naturräume Deutschlands. Zum Jubiläum ging es 2025 wieder in den Norden.
Alles begann 1995: Damals folgten 30 Naturbegeisterte der Einladung des Rangers Lutz Storm, die Halbinsel FischlandDarß-Zingst an der Ostsee zu besuchen. Dieses Ziel stand zum Jubiläum 2025 wieder auf dem Programm. Wie damals führte Ranger Storm die 44 Teilnehmenden durch den »Darßer Wald«. Das 5000 Hektar große Areal ist Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und ein seltenes Beispiel für natürliche Waldverjüngung: Ohne Neupflanzung, Holznutzung und Steuerung hat sich der Darßer Wald über Jahrzehnte zu einem stabilen Ökosystem entwickelt und ist heute Heimat vieler seltener Pflanzen- und Tierarten.
Bei einer Schiffsrundfahrt entdeckten die Kronacher BN-Aktiven die von der Ostsee fast vollständig abgeschnittene Boddenlandschaft, die dem Nationalpark sei-
nen Namen gibt. In diesem Biotopverbund aus brackigen Lagunen, Salzwiesen, Röhricht, Dünen und Küstenwäldern lebt eine Vielzahl an Seevögeln, darunter Möwen, Taucher und Wildgänse. Der Seeadler, einer der größten Greifvögel Europas, brütet hier und durchziehende Kraniche nutzen die Bodden als Rastplatz auf dem Weg ins Winterquartier.
Ziele der traditionellen Herbstfahrten der Kreisgruppe sind Nationalparks und Biosphärenreservate in Deutschland. Exkursionen und Gespräche mit Rangern, Nationalparkleitern und Ortsansässigen ermöglichen es, vielfältige Naturräume und regionale Schutzkonzepte kennenzulernen, und erweitern das Wissen. Die nächste Fahrt 2026 führt in den Hunsrück, den jüngsten Nationalpark Deutschlands.
Uwe Längenfelder (as)
BAUMFREVEL: 37 alte Obstbäume wurden Ende Oktober unterhalb der Villa Remeis in Bamberg radikal gekappt. Viele davon boten als Biotopbäume seltenen Arten Lebensraum. Dabei war die Streuobstwiese früher ein Vorzeigeprojekt: Dort posierten 2022 Landwirtschaftsministerin Kaniber, Umweltminister Glauber und Oberbürgermeister Starke zum Start des bayerischen Streuobstpakts. Dass nun statt der wertvollen Altbäume nur noch Stümpfe stehen, verstößt aus Sicht des BN gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Der BN hält die von der Stadt angeführte Verkehrssicherungspflicht für unbegründet und hat Strafanzeige wegen der Aktion erstattet.

RÜCKENWIND: Mit einem klaren Signal pro Windkraft endete Ende November ein Treffen von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit über 70 Vertreter*innen aus Kommunen, Wirtschaft und Verbänden im oberfränkischen Weißenbrunn. Eingeladen hatten die Initiator*innen des Bürgermeister-Appells »Zusammen erfolgreich erneuerbar«. Diesem haben sich seit 2023 über 430 bayerische Gemeindechefs angeschlossen; der BN unterstützt die Initiative. In Weißenbrunn entsteht derzeit ein Bürgerwindpark, der zeigt, wie die Energiewende vor Ort mit echter Beteiligung gelingen kann.
IHR ANSPRECHPARTNER
Oberfranken: Jörg Hacker
Tel. 01 60/7 92 02 67 joerg.hacker@bund-naturschutz.de


Was kann schon groß passieren, wenn man schöne rote Beeren nascht? Chantal (12) weiß eigentlich viel über den Wald. Doch in ihrer Rolle gibt sie sich ahnungslos. Was erwartet Co-Darsteller Jens (16) also, wenn er zurück ist von der Suche nach Feuerholz? Kameramann Émile (15) fängt alles ein. Dann geht es ins Studio. Denn die Komödie soll bald fertig sein … Auf Youtube gibt es heute nur noch KIgenerierten Schrott zu sehen? Von wegen. Die BUNDjugend Bayern hat kürzlich zwei neue Filme auf ihrem Kanal hochgeladen. In »Das Spiel um die Umwelt« beauftragt ein mysteriöser Gamemaster Lukas und Max, Bayerns Natur zu retten. Sie bahnen sich einen Weg durchs Gestrüpp, überwinden Felsen, klettern auf Bäume – und rufen die Polizei, als ein Verrückter auf


JUNGE SEITE

Idee, Drehbuch, Aufnahme, Schnitt: Beim Workshop »Kamera läuft!« der BUNDjugend Bayern drehen Jugendliche kurze Filme – und rücken damit Umweltthemen ins Scheinwerferlicht.
einer Wiese giftige Spritzmittel verteilt. In dem Film »Jens und der hoffnungslose Haufen« wollen Jugendliche hingegen entspannt campen. Der Ausflug verläuft dann anders als geplant. Im Wald warten einige Gefahren. Kann Jens seine Freunde retten oder gibt es mal kein Happy End?
KREATIV WERDEN
Entstanden sind beide Filme beim BUNDjugend-Workshop »Kamera läuft!«. Wer selbst kreativ werden will, statt immer nur Videos zu scrollen, ist hier richtig. Schon seit vielen Jahren treffen sich in den Herbstferien Jugendliche in der Bildungsstätte Waldmünchen nahe der tschechischen Grenze im Oberpfälzer Wald. Sie lernen hier den Umgang mit Kamera und
Schnittprogramm. Und noch weit mehr. Schließlich sind auch ein passendes Drehbuch und motivierte Darsteller*innen gefragt – und erst einmal eine zündende Filmidee.
Enrico Wexel ist bei »Kamera läuft!« ein alter Hase. Erst nahm er selbst teil, hat sich dann bei der BUNDjugend als Jugendleiter ausbilden lassen und engagiert sich nun als Teamer. »Unser Workshop ist was für Kids und Teenager, die Bock haben, das Schauspielern auszuprobieren. Und die lernen wollen, wie man Filme dreht«, meint der 23-Jährige. Anders als bei kommerziellen Anbietern müssen sich die Jugendlichen nicht vorab auf eine Rolle vor oder hinter der Kamera festlegen. »Man darf wirklich alles machen.«

ERNÄHRUNG UND WASSER
2023 drehte sich der Workshop um das Thema Ernährung. Die Jugendlichen spielten gequälte Tiere aus der Massentierhaltung und gaben eine hitzige Diskussion zwischen Vater und Tochter zum Besten. Die Lösung für den Familienstreit (»Du isst, was auf den Teller kommt!« versus »Ich will aber keine Leichen essen!«) ist ein veganes Chili sin Carne, dem man nicht anmerkt, dass das Fleisch fehlt. 2024 ging es ums Thema Wasser, mit einem Drama über eine mögliche Zukunft, in der Reiche alle Quellen besetzt haben, der Nachschub knapp wird und 100 Liter krasse 3000 Euro kosten. Parallel wurde ein Krimi gedreht: Wird für den Bau eines Wellnesshotels wirklich ein Fluss umgeleitet, oder stoppt ein Gericht das Projekt?
NATUR FÜR ALLE
Im jüngsten Workshop hieß das Motto dann »Natur für alle«, passend zum neuen Jahresthema der BUNDjugend in Bayern. Denn wer Natur erleben kann, ist schließlich eher bereit, sie auch zu schützen. So sollen in den nächsten Monaten Moore, Flüsse und Wälder, Berge und Wiesen unter die Lupe kommen. Was macht diese Lebensräume besonders, wie lassen sie sich schützen? Die Ideen für die Filme lieferten die Jugendlichen, die Teamer*innen halfen bei der Umsetzung. Vorkenntnisse braucht es keine. »Ich war das erste Mal hier und fand es cool, überall mitmachen zu können: bei der Entwicklung des Scripts, beim Schauspielern, beim Dreh und Schnitt«, berichtet die zwölfjährige
Chantal Brauer. Im Herbst will sie wieder dabei sein und eine Freundin mitbringen. Auch für den 13-jährigen Hannes Reischl war es eine Premiere. »Zu Hause habe ich keine Profi-Kamera. Da wollte ich einmal ausprobieren, wie das geht.« Spannend fand er, wie unterschiedlich die Filme geworden sind, obwohl sie vom gleichen Thema handeln – mal eher ernst, mal recht lustig.
KÜNFTIG
Jens Breu dagegen war schon das vierte Mal dabei. Der 16-Jährige ist im Theaterclub seiner Schule und Schauspieler aus Leidenschaft. Im Film »Jens und der hoffnungslose Haufen« hat er die Hauptrolle ergattert. Doch Filmarbeit sei Teamwork: »Alle müssen an einem Strang ziehen, damit was draus wird.« Gefallen hat ihm auch, dass die Gruppe vor dem Drehen mit einem Ranger im Wald war und den Lebensraum erkunden konnte.
Biotoppflege, Krötenrettung, Zeltlager: Émile Ramatchandirane hat schon diverse Angebote der BUNDjugend genutzt. Doch »Kamera läuft!« ist für den 15-Jährigen immer das Highlight des Jahres. Anders als bei den ersten Workshops stand Émile diesmal nicht vor der Kamera, sondern dahinter. Und lernte viel über Filmtechnik und Schnitt.
»Leute meines Alters sind heute mehr auf Instagram und vor allem TikTok unterwegs«, erzählt er. Statt langer Filme sind dort kurze Clips gefragt. Vielleicht werden sie bei »Kamera läuft!« auch mal Content für diese Plattformen produzieren? »Das wäre cool. So könnten wir viele Views bekommen und mehr Leute erreichen, die so alt sind wie ich.«
Helge Bendl
Auch 2025 fand zur Weltklimakonferenz der Youth Hub in Berlin statt – mit Workshops, Fokusgruppen und einem Klimastreik. Ziel war es, Themen der Konferenz zu diskutieren und selbst aktiv zu werden. »Die Klimakonferenzen sind so komplex, dass es schwer geworden ist nachzuvollziehen, was dort genau passiert«, erklärt eine Teilnehmerin. »Daher ist es wichtig, sich als junge Menschen rund um die Konferenz weiterbilden zu können und miteinander zu lernen.« Highlight des Wochenendes war die Aktion mit einem fossilen Monster beim Klimastreik. www.bundjugend.de/youthhub2025

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blicken wir auf das Ende 2025 ausgelaufene Projekt ConnACTion zurück. Wie jedes beendete Projekt hinterlässt es eine große Lücke. Gleichzeitig freuen wir uns über seinen Erfolg in den vergangenen Jahren. Das Projekt hat Kreativität mit Klimagerechtigkeit verbunden und junge Menschen empowert, sich mit der Klimakrise auseinanderzusetzen. Von Pilzwanderungen für junge BIPoC und Voguing-Workshops bis zu dekolonialen Kochtreffen hat es mit seiner Vielfältigkeit begeistert. Danke an alle Beteiligten! www.bundjugend.de/connaction
Aktiv werden
Dieses Jahr findet »Kamera läuft!« vom 1. bis 6. November statt, siehe www.bundjugend-bayern.de. Dabei sein können alle von elf bis 17 Jahren. Die erwähnten Filme des Projekts gibt es unter @BUNDjugendBAYERN auf: www.youtube.com
instagram.com/bundjugend bundjugend.bsky.social climatejustice.global/@bundjugend
Wie verhalten, wenn schlichte Parolen laut werden, die wenig mit der Wahrheit zu tun haben?
Einige Tipps für den Alltag und Ihr BUND-Engagement.

VIVIAN BARRÉ
ist Mitarbeiterin der BUND-Akademie.
Populistische Aussagen kommen selten mit Ankündigung. Meistens tauchen sie beiläufig in Alltagsgesprächen auf: am Küchentisch, im Freundeskreis, im Verein oder im Ehrenamt. Sie vereinfachen komplexe Themen, schüren Ärger oder Unsicherheit und stellen Gruppen gegeneinander. Die gute Nachricht: Sie können dem etwas entgegensetzen – ruhig, klar und ohne zu belehren.
Populismus arbeitet häufig mit starken Parolen statt mit Einordnung. Bleibt Widerspruch aus, entfalten diese Aussagen ihre Wirkung. Wer aber sachlich widerspricht, stärkt den demokratischen Zusammenhalt, im Privaten wie auch im Rahmen eines BUND-Engagements.
RUHE BEWAHREN
Populistische Aussagen knüpfen oft an Gefühle an, die wir alle kennen: an Frust, Sorge oder Wut. Sie liefern scheinbar einfache Antworten auf komplexe Fragen und zeichnen Feindbilder, wo differenzierte

Lösungen nötig wären. Auch bei Themen wie dem Klima- und Naturschutz oder der Energie- und Verkehrspolitik stoßen derartige Vereinfachungen auf Resonanz. Ein erster Schritt ist, ruhig zu bleiben und nachzufragen. Sätze wie »Woher stammt diese Information?« oder »Wie meinen Sie das genau?« geben Raum für eine Klärung. Oft wird bereits da deutlich, auf welch tönernen Füßen manch eine Aussage steht.
PAROLEN ENTSCHÄRFEN
Gleichzeitig lohnt es sich, Gefühle ernst zu nehmen, ohne falsche Inhalte zu übernehmen. Viele populistische Aussagen speisen sich aus echten Sorgen. Diese können benannt werden – anders als pauschale oder falsche Behauptungen. Eine Reaktion wie »Ich verstehe, dass Sie das umtreibt. So allgemein stimmt das aber nicht« verbindet beides.
Sind Ihnen Fakten geläufig, dürfen Sie diese klar benennen und auf Ihre Quellen verweisen, etwa die Wissenschaft oder Behörden. Haben Sie gerade keine Zahlen oder Details parat, ist Offenheit hilfreich: »Die genauen Daten habe ich nicht im Kopf – so einfach ist die Lage aber nicht.« Auch das nimmt Parolen die Schärfe.
Wo Aussagen jedoch abwertend oder menschenfeindlich werden, ist es wichtig, Grenzen zu setzen. »Das möchte ich so nicht stehen lassen« oder »Das widerspricht meinen Werten« schafft Klarheit. Wenn ein Gespräch aggressiv wird, ist es legitim, es zu beenden und Unterstützung zu suchen.
WIDERSPRUCH WIRKT
Ruhiger Widerspruch zeigt Wirkung. Er stärkt Fakten statt Parolen, bekundet Solidarität mit jenen, die angegriffen werden, und trägt Ihre demokratischen Überzeugungen nach außen.
Populistische Aussagen leben von Zuspitzung und Lautstärke. Sachlicher Widerspruch setzt auf Einordnung, Respekt, Verantwortung. Wer widerspricht, schützt nicht nur das Gesprächsklima, sondern trägt dazu bei, demokratische Grundlagen zu sichern – im Alltag wie im Einsatz für den Natur- und Umweltschutz.
Mehr zum Thema Weiterführendes Wissen, konkrete Beispiele und Übungssituationen finden Sie in der digitalen Lernwelt des BUND – praxisnah, interaktiv und kostenfrei: www.bund.net/lernwelt
Es gibt gute Gründe gegen den immergrünen Exoten im Garten. Und viele umweltfreundliche Alternativen.
Er steht in vielen Gärten und Grünanlagen als Hecke oder Sichtschutz. Doch der Kirschlorbeer gilt als potenziell invasiv, was heißt: Er vermag sich speziell im Wald ungewollt auszubreiten. Außerdem liefert der Zierstrauch aus Kleinasien heimischen Tieren kaum Nahrung oder Lebensraum. Und giftig ist er auch. Alle Pflanzenteile von Prunus laurocerasus enthalten Blausäure. Beim Schneiden droht der Kirschlorbeer ätzende Stoffe freizusetzen. Zudem verrottet er sehr schlecht, weshalb das Schnittgut nicht

auf den Kompost gehört, sondern zum Wertstoffhof.
In der Schweiz darf der Exot schon nicht mehr verkauft werden. Doch fast alle hiesigen Gartenmärkte führen den Kirschlorbeer weiter im Sortiment – ohne seine problematischen Eigenschaften zu erwähnen.
Die BUND-Expertin Corinna Hölzel empfiehlt als ökologisch wertvolle Alternativen Liguster und Berberitze, Hainbuche und Feldahorn, Weißdorn, Roten Hartriegel und Schlehe. Mehr zu den Merkmalen und
Vorteilen dieser Arten finden Sie unter: www.bund.net/kirschlorbeer
Fördern Sie die Artenvielfalt und greifen Sie zu heimischen Gehölzen! Diese fügen sich harmonischer in ihre Umgebung und bereichern die Natur vor Ihrer Haustür.
Weitere Ökotipps des BUND finden Sie unter: www.bund.net/oekotipps
Seit 25 Jahren erzeugen und liefern wir Ökoenergie höchster Qualität. Und mit jeder Kilowattstunde Ökostrom und Ökogas von naturstrom fließt ein hoher Förderbeitrag in den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland.
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KONZERNATLAS
Daten und Fakten über die Agrarund Lebensmittelindustrie
Bestellen Sie den Atlas (50 Seiten) gratis (auch in Klassensätzen) oder laden Sie ihn hier herunter: www.bund.net/konzernatlas
Agrarkonzerne im Fokus Daten und Fakten über die Agrarund Lebensmittelindustrie – so lautet der Untertitel des Atlas, den der BUND im Januar veröffentlicht hat, gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.
Die Coronapandemie und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine haben gezeigt, wie fragil globale Agrarlieferketten sind. Und wie anfällig unser Ernährungssystem für Krisen und Preisschocks ist. Denn das ist stark konzentriert: auf wenige zentrale Agrarrohstoffe, wenige exportstarke Anbauländer und wenige Agrarkonzerne. Sie dominieren die Märkte von den Betriebsmitteln bis zum Einzelhandel.
Der neue Konzernatlas zeigt, warum die steigende Marktkonzentration im Agrar- und Ernährungssektor ein Problem ist. Je mächtiger die Unternehmen, desto effektiver können sie die Politik beeinflussen und eine Regulierung verhindern, aber auch Preise setzen. Erfahren Sie, wie sich die Markt- und Lobbymacht dieser Konzerne politisch eindämmen lässt.

DER LUCHS
Schattenwesen und Lichtgestalt
Berndt Fischer, Marco Heurich
2026, oekom-Verlag, 35 Euro
Hommage an den Luchs Fünf Jahre lang begleitet der Fotograf und Autor Berndt Fischer wilde Luchse im Bayerischen Wald. In eindrucksvollen Bildern und einfühlsamen Geschichten erzählt er von seinen Begegnungen mit fünf der scheuen Pinselohren. Entstanden ist ein berührendes Naturporträt und eine bildgewaltige Hommage an die seltenen großen Wildkatzen und ihre Lebensräume.
Ergänzt wird der Bildband durch einen Beitrag des LuchsExperten Marco Heurich, Leiter des Sachgebiets »Monitoring und Tierfreigelände« im Nationalpark Bayerischer Wald, zur Ökologie, Wiederansiedlung und Zukunft des Luchses in Mitteleuropa.
AKTIVREISE AN DIE ELBE
31. Mai – 6. Juni 2026, Deutschland
Im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe trifft wilde, ungezähmte Flusslandschaft auf gestaltete Kulturlandschaft. Hier finden seltene Tier- und Pflanzenarten in einem Mosaik artenreicher Lebens-
TRUDNER HORN
31. Mai – 7. Juni 2026, Italien

2. – 13. Juni 2026, Frankreich
Sanfte Hügel, wilde Steilküsten, stille Flussläufe und geschichtsträchtige Orte –die Normandie begeistert mit ihrer Vielfalt. Diese zwölftägige Wander- und Aktivreise bietet die Möglichkeit, in die Kultur und Natur der facettenreichen
räume optimale Bedingungen: Die Reisenden lernen diese einzigartige Landschaft kennen und engagieren sich in der Landschaftspflege.

Der Naturpark Trudner Horn beherbergt von allen sieben Südtiroler Naturparks die artenreichste Flora und Fauna. Ein gut ausgebautes Wanderwegenetz führt entlang dichter Wälder, blühender Almwiesen und sonniger Weinberge. Die Teilnehmer*innen lernen mit einer kundigen Reiseleitung Alpenblumen und Kräuter im Bergfrühling kennen.

Region im Nordwesten Frankreichs einzutauchen und ihre kulinarischen Schätze zu genießen.
Weitere Informationen
Tel. 09 11/588 88 20· www.bund-reisen.de

MEHR SPEICHERKAPAZITÄT!
Zum Titelthema »Wasser schützen« in N+U 4/2025
Wir stehen am Beginn der Klimakatastrophe und ihr klagt gegen ein Pumpspeicherkraftwerk? Wir brauchen viel mehr solche Speicherkraftwerke, damit Klimaschutz und Energiewende funktionieren können! Weniger Speicherkapazität bedeutet mehr Gaskraftwerke und mehr CO2-Ausstoß! Batteriespeicher oder Wasserstoff können keinesfalls die Lösung sein!
Es gibt unzählige sinnlose Straßenbauprojekte, die beklagt werden müssten. Doch nicht ausgerechnet ein Projekt, das dem Klimaschutz dient.
Gerald Neubauer, Burgkirchen
WAS TUN MIT KRANKEN WÄLDERN?
Zum Artikel »Natur zulassen« im Titelthema von N+U 3/2025 Ja, in Wäldern, deren momentane Baumartenzusammensetzung im sich rasch ändernden Klima noch eine Zukunft hat, mag Geduld und »behutsame Behandlung« durchaus ein Rezept sein.

Allerdings ist ein großer Teil unserer Wälder in einem noch sehr naturfernen, nadelholzdominierten Zustand. Hier zu warten und »die Natur machen zu lassen« heißt, den Zusammenbruch dieser Wälder zu riskieren und für mehr oder weniger lange Zeit keinen Wald mit all seinen Funktionen auch für uns Menschen mehr zu haben.
Eindrücklich ist dies am Beispiel Frankenwald, aber auch im Schwarzwald oder Harz zu beobachten. Hier wäre ein rechtzeitiges Handeln in Form eines aktiven Waldumbaus mit zukunftsfähigen Baumarten wesentlich sinnvoller gewesen! Und dies trifft auf all diese naturfernen Wälder zu, denn früher oder später werden die momentanen Hauptbaumarten Bayerns, Fichte und Kiefer, auch hier dem Klimawandel zum Opfer fallen.
Der Schlüssel zu zukunftsfähigen Wäldern liegt also in deren aktiver, nachhaltiger Bewirtschaftung. Dafür, dass dies keineswegs ein Widerspruch zu Naturnähe und Artenreichtum ist, gibt es auch jetzt schon sehr gute Beispiele überall im Land. Also ja, wir können natürlich in kleinen Teilflächen sehen, was bei Nichtstun passiert. Aber auf großer Fläche wäre dies ein fataler Fehler, denn im Groben können wir schon recht gut absehen, was passiert, denn es geschieht vielerorts schon jetzt!
Reinhard Brem, Förster; Nürnberg
Die Versprechungen der weltweiten Forstlobby und der Bankenwelt hören sich in der derzeitigen Presse gut an: Mit einem neu-
en Finanzierungsmodell sollen die Tropenwälder besser geschützt werden. Wie die höchst attraktiven Renditeversprechen von sieben Prozent im Detail zustande kommen, bleibt offen. Das erinnert mich an das Greenwashing, das die Dokumentation »Verschollen« am 12. 11. 2025 in der ARD beleuchtet. Es geht dabei um CO2-Zertifikate für Aufforstungsprojekte in Brasilien. Die Dokumentation zeigt, wie Naturinteressierte mit einem raffinierten Greenwashing für dumm verkauft werden. Da werden ursprüngliche Wälder abgeholzt und auf dem Gebiet monotone, schnell wachsende Eukalyptus-Plantagen aufgeforstet. Nach einigen Jahren werden diese Eukalyptus-Plantagen wieder abgesägt und zu Holzkohle verarbeitet. Mithilfe der Holzkohle wird Eisenerz aus den heimischen Eisenerzminen zu Stahl (Eisenerzpellets) verarbeitet und nach Europa exportiert. Diese Methode erzeugt sehr schadstoffreiche Luft. Die Abholzung der ursprünglichen Wälder führt zum Zusammenbruch des Wasserhaushalts und der Biodiversität. Die Indigenen, die ihr Land nicht hergeben wollen, werden bedroht und angefeindet. Absurd ist, dass ein solches Greenwashing als besondere Leistung im Kampf gegen den Klimawandel deklariert wird. Erich Helfrich, Volkach
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