Skip to main content

10 Rooftop Bars zum träumen

Page 1

UNTERWEGS

10

Chillen im siebten Himmel? Im siebten Stock des Hotels Beaulac in Neuenburg geht das prächtig.

ROOFTOPBARS ZUM TRÄUMEN

WAS IST BESSER ALS EINE TERRASSE? EINE DACHTERRASSE! NIE IST MAN DEM HIMMEL NÄHER ... TEXT  JENNIFER SEGUI


FOTOS: HILTL, PD

4

Bern Das Bundeshaus zum Greifen nah

Der Ort  Auf dem Dach des altehrwürdigen Schweizerhofs (Gründungsjahr 1859) ist die Sky Terrace der ideale Ort, um sich in den bequemen Lounges oder an den gemütlichen Tischen im wahrsten Sinne des Wortes über den Trubel der Hauptstadt zu erheben. Das wird serviert  Lieben Sie Spritz? Hier gibts den Apéroklassiker in tausendundeiner Variation! Sie müssen noch fahren? Dann ist die hausgemachte Limo eine tipptoppe Alternative. Gourmets sollten unbedingt hungrig kommen, denn auf der Karte steht Ausgewähltes aus dem legendären Restaurant im Parterre, Jack’s Brasserie (14 Gault-Millau-Punkte). Etwa das fantastische Wiener Schnitzel oder das famose Steak Tatar. Das gibts zu sehen  Die Altstadt, die Bundeshauskuppel, dahinter die Alpen ... Ziemlich gewichtig für Schweizer Verhältnisse! Das ist grandios  Dass der Schweizerhof nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt liegt, schreit geradezu nach einer Blitz-Auszeit: Zu Haus in den Zug steigen, in Bern raus, die Terrasse geniessen – und wieder retour. Sky Terrace, Hotel & Spa Schweizerhof www.schweizerhofbern.com

Izumi, Four Seasons Hotel des Bergues www.fourseasons.com/geneva

5

Lausanne Ein Royal zum Teilen

Der Ort  Die Sky Lounge thront direkt unter dem höchsten Turms des traumschlossartigen, 1909 erbauten und zwischen 2010 und 2015 komplett sanierten Hotels Royal Savoy. Aufgeteilt in einen überdachten und einen Open-Air-Bereich, empfängt es alle, die einen unprätentiösen, aber dennoch gediegenen Fünf-Sterne-Service schätzen. Das wird serviert  Erstklassige Cocktails und Fusion Kitchen, die in vielen kleinen Happen zum Teilen auf den Tisch kommt. Das gibts zu sehen  Das Einzige, was hier die 360-Grad-Sicht verstellt, sind die reizenden Spitzdächer der das Hotel schmückenden Türmchen. Sonst sieht man so ziemlich alles, vom See über die Dächer der Stadt bis hinauf zum SauvabelinAussichtsturm. Das ist grandios  Genau mittig zwischen See, Stadt und den umliegenden Hügeln gelegen, nötigt das Savoy seine Gäste nicht, sich nur für etwas davon zu entscheiden. Ein Royal mit untadeligen Manieren, halt. Sky Lounge, Hotel Royal Savoy royalsavoylausanne.com

Der Ort  Sind wir wirklich noch im Herzen der Schweiz? Nicht eher viel, viel weiter im Süden, in einem lauschigen Dorf irgendwo am Mittelmeer? Auf jeden Fall packt einen hier instantan das Reisefieber. Sandfarbene Einrichtung, hübscher Lattenfussboden, Palmen zuhauf ... Und wenn es richtig heiss wird, stehen für die Wagemutigsten ein Jacuzzi sowie eine tropische Dusche bereit! Das wird serviert  Macht sich ein Hüngerchen bemerkbar? Kein Problem. Die gluschtige Speisekarte ist Lobby-Bar-inspiriert (noch ein Grund, warum man sich hier wie in den Ferien fühlt!) und setzt auf Burger (auch einen für Vegis), Caesar Salad und eine Auswahl an Antipasti. Und was trinkt man dazu? Natürlich Longdrinks, Cock- und Mocktails! Salute! Das gibts zu sehen  Zoom auf das majestätische Dreigespann aus Vierwaldstättersee, Bergen der Zentralschweiz und Altstadt von Luzern! Das ist grandios  Der Ruck-zuck-Tapetenwechsel aus der Alpenrepublik direkt an die Riviera. Montana Beach Club, Art Deco Hotel Montana www.hotel-montana.ch

6

Zürich Grüne Oase mit Boho-Touch

Der Ort  Ists eine Fata Morgana, diese grüne Oase über der geschäftig pulsierenden Bahnhofstrasse? Pflanzen à gogo, Holzböden, gemütliche Sessel, Bänkchen und Poufs ... und abends: kleine Laternen, die der Bankenstadt ein birebitz Boho-Feeling verleihen. Das wird serviert  Das Hiltl-Stammhaus, nur wenige Gehminuten entfernt, ist das älteste Vegi-Restaurant Europas (Eröffnung 1898!). Und so gibts auch in dieser Filiale alles, was das Gemüsetigerherz begehrt. Egal ob Zmorge, Zmittag oder Znacht, man bedient sich am Buffet. Ganz so umfangreich wie jenes im Flagship ist es zwar nicht, glücklich und satt wird man aber allemal. Kult: das fleischlose Tatar. Und die feinen Haussäfte! Das gibts zu sehen  Die legendäre Stadtzürcher Gschaffigkeit für einmal im Pausenmodus. Schön! Das ist grandios  Hiltl mag ein Traditionshaus sein, inzwischen ist es ein Big Business mit rund einem Dutzend Ablegern. Wer sich durch alle durchprobiert hat und mal wieder selbst kochen möchte, deckt sich in der firmeneigenen Vegi-Metzg mit unblutigen Zutaten ein. Hiltl-Kochbücher gibts natürlich auch. Hiltl Dachterrasse, www.hiltl.ch

SOMMER 2021

Waves , Best Western Premier Hotel Beaulac www.beaulac.ch

Der Ort  Nicht wenige Genfer finden, dass ihre Stadt am schönsten ist, wenn man sie sich vom Dach des todschicken, 1834 erbauten Hotels des Bergues aus ansieht. Will heissen: Bei gutem Wetter ist es praktisch unmöglich, hier einen Tisch zu bekommen. Unbedingt weit im Voraus buchen! Das wird serviert  Das Restaurant Izumi (das heisst «Quelle» auf Japanisch) setzt auf die ultrahippe NikkeiKüche, also die Verschmelzung von japanischer und peruanischer Gastronomie. Auf dem Menü stehen ebenso ungewohnte wie raffinierte Kombinationen aus Land- und Meereszutaten, zum Beispiel das Sashimi von der Gelbschwanzmakrele mit Sojasauce und Yuzu. Das gibts zu sehen  Die ganze Stadt! Samt SaintPierre-Kathedrale, Jet d’eau, Mont-Blanc-Brücke und Île Rousseau. Für eine unverstellte Aussicht wird jeweils extra der grosse Namenszug des Hotels «flachgelegt». Das ist grandios  Das Aufeinandertreffen dieser Terrasse, die gleichsam über der Stadt zu schweben scheint, und der auf ihr servierten Köstlichkeiten.

3

Luzern Ein Tag am Mittelmeer

|

Der Ort  Weiss, kastig und wuchtig hat das Hotel Beaulac durchaus Ähnlichkeit mit einem Kreuzfahrtschiff. Weit hinaus kommt man damit zwar nicht, doch wen kümmerts? In der Panoramabar Waves im siebten Stock, zwischen all dem Teakholz und dem beigen Mobiliar, fühlt sich eine Stunde an wie eine Woche auf See. Mindestens! Das wird serviert  Neben der fantastischen Getränkeauswahl – vom Champagnerfan bis zur Liebhaberin experimenteller Mixdrinks wird wirklich jede und jeder fündig – sorgt auch die Speisekarte für Glücksmomente: Räucherlachs, Fischknusperli, mhmmm! Das gibts zu sehen  Blau, nichts als Blau... sei es jenes des Sees, jenes des endlosen Himmels oder jenes der Segel der im kleinen Hafen vertäuten Boote. Das ist grandios  Die ungezwungene Harmonie zwischen Architektur und Umgebung: Das geschwungene Dach greift den Wellengang auf, das viele Glas ist ein Echo auf die Spiegelungen der Wasseroberfläche ... Dazu diese gediegene Atmosphäre – Adults only!

2

Genf Der Nikkei-Index der anderen Art

ENCORE!

1

Neuenburg Ruhendes Kreuzfahrtschiff

27


UNTERWEGS

7

Basel Geheimtipp für Gin-Liebhaber

Der Ort  Geheimtipp-Alarm! Gut versteckt im vierten Stock eines Gebäudes in der Steinenvorstadt, dem Ausgeh-Hotspot von Basel schlechthin, gefällt sich das Baltazar in der Rolle des ruhigen Hafens. Die Seventies-Deko des gedeckten Restaurants (Makramee-Leuchten!) erstreckt sich auch über die grosse Terrasse. Das wird serviert  Pflichtstoff ist hier: Gin. Denn es stehen über hundert verschiedene aus allen Ecken der Welt zur Auswahl! Damit man standfest bleibt, unbedingt einen der verschiedenen Flammkuchen dazubestellen. Oder zwei. Das gibts zu sehen  Weitblick haben andere. Das Baltazar, eingebettet zwischen Dächern und Fassaden der umliegenden Häuser, lädt deshalb eher dazu ein, die Outfits der anderen Gäste zu studieren ... Das ist grandios  Weil die Gastgeber grosse Mixologie-Enthusiasten sind, ist dies der ideale Ort, um die Kunst des Cocktailmixens bei einer Degu oder einem Workshops zu entdecken. Dazu immer mal wieder ein paar Takte Jazz ... Groovy. Baltazar Bar, www.baltazarbar.ch

8

Zürich Million-Dollar-Lage mit Designbonus

Der Ort  Nur schon das Hochkommen ist ein Highlight. Man nimmt in den Lobby den verglasten Lift – zooom, schon steht man auf dem Dach des unlängst neu erblühten Luxushotels Eden au Lac (für das Make-over zeichnet Stardesigner Philippe Starck himself verantwortlich!). Von der begrünten Terrasse des wunderbaren Dachrestaurants La Muña hat man eine MillionDollar-Aussicht aufs Zürcher Seebecken. Edel? Definitiv – aber zugleich ist die Atmosphäre erfreulich relaxed, vor allem, wenn ein DJ auflegt. Das wird serviert  Die Getränkekarte ist genau so, wie sich das für ein Lokal dieser Klasse gehört: endlos. Dazu zaubert das Team des Muña mit den Zutaten der japanisch-peruanischen Nikkei-Küche. Wie wärs zum Beispiel mit in Miso mariniertem schwarzem Kabeljau? Das gibts zu sehen  Altstadt rechts, Alpen links, dazwischen glitzerndes Züriseewasser à gogo ... Ein 360-Grad-Blick für Götter. Und Göttinnen natürlich! Das ist grandios  Diese Kombi aus würdevoller Grandhotel-Architektur und Starckscher Designkoketterie mit einer Prise Mittelmeer-Feeling – einmalig. Hotel La Réserve Eden au Lac, www.lareserve-zurich.com

9

Genf Perle mit zwei Seelen

Der Ort  Stammgäste schwören, nirgends sei der Sonnenuntergang überm Lac Léman schöner als hier. Wir glauben es sofort. Mit einem Cocktail in der Hand auf dem Dach des am linken Seeufer gelegenen Hotels Métropole stehen, mit Freunden lachen oder mit dem Date beim Dinner flirten – Met-Bar, wir kommen! Das wird serviert  Die Getränkekarte ist besonders stark, wenn es um Gin geht. Dazu teilt man Tapas wie Ceviche vom Kabeljau oder heisse Quinoa-Kroketten. Das gibts zu sehen  Da wären der Jet d’eau, der Jura, die Kathedrale, der Jardin Anglais ... Noch Wünsche? Das ist grandios  Die Lage des Hotels ist nicht nur im Hinblick auf die atemberaubende Sicht ideal, sondern bietet auch zweierlei Entspannungsmöglichkeiten: Wem der Sinn nach einer mediterranen Auszeit steht, macht es sich in der Rooftop-Bar inmitten der Olivenund Zitronenbäume gemütlich; wer nach einer ausgedehnten Shoppingtour in der Rue du Rhône einen mondänen Tagesausklang sucht, geniesst das urbane Flair des Métropol. Met Rooftop Bar & Lounge, Hotel Métropole www.metropole.ch

Dachterrassen sind eine Wiederbelebung dessen, was den Architekten der Moderne vorschwebte « Ideale Räume für eine kollektive Nutzung » zahlreiche technische Probleme, zum Beispiel bei der Abdichtung.

28

Der Ort  Tiefenentspannter als hier ist die Stadt Baden nirgends. Wie die Kirsche auf einem Stück Torte thront die kleine Sichtbar auf dem hohen, schmalen, himmelblau gestrichenen Blue City Boutiquehotel – und zaubert einen mit ihren Palettenlounges, den Fackeln dem raschelnden Schilfgras und einem Strandkorb für ein paar Stunden nach Sylt ... oder in die Hamptons ... Das wird serviert  Klar gibts Cocktails, diverse Biere und Gins. Aber auch der hausgemachte Eistee und die Sichtbar-Limo sind nicht zu verachten. Ein Hüngerli schleicht sich an? Dann her mit den im Hotelrestaurant Lemon selbst gebackenen Nachos oder dem ZvieriPlättli mit Charcuterie aus der Region! Das gibts zu sehen  Unten der Bahnhofplatz mit seinem Menschengewusel, oben die Ruine von Schloss Stein ... Ein reizvoller Mix aus Vergangenheit und Gegenwart. Das ist grandios  Die charmant zusammengestiefelte Einrichtung, die entspannte, ein bisschen bohèmeangehauchte Atmosphäre ... Täuscht es, oder riecht es da tatsächlich nach Salzwasser? Sichtbar, Restaurant Lemon, www.restaurantlemon.ch

Professor für Architektur an der EPFL in Lausanne

Dachterrassen stehen für zusätzlich gewonnenen Platz und Topaussicht. Wieso hat man sie in der Schweizer Architektur trotzdem lang gemieden? Wir haben bei Architekturprofessor Bruno Marchand nachgefragt. Dachterrassen sind gerade «the place to be». Wirklich neu sind sie aber nicht, oder? Nein, schon die Architekten der Moderne schätzten das Flachdach enorm. Als Le Corbusiers Anfang der 1920er-Jahre seine «Petite Maison» in Corseaux am Nordufer des Genfersees baute, machte er das ganze Dach zur Terrasse – und damit das Flachdach zu einem der fünf Punkte der neuen Architektur. Das hatte damals auch mit dem Aufstieg des Werkstoffs Beton zu tun, ein Material, das diese Art von Konstruktion ermöglichte. Für die Architekten war das übrigens eine Rückkehr zu den Wurzeln: Schon die alten Römer hatten Flachdächer. Warum sind sie dann in der Schweiz so selten anzutreffen? Das hat zwei Gründe. Erstens mögen wir hier «echte» Dächer. Die Schweizer Architektur ist traditionell von Schrägdächern geprägt, vor allem aus klimatischen Gründen. Zweitens bergen Betonflachdächer

Was halten Sie persönlich davon? Ich denke, es ist sinnvoll, diesen Raum zu nutzen. In einer Zeit der Verdichtung mit ihrem Motto des «Bauen auf das Gebaute» hat man wenig andere Möglichkeiten, sich auszubreiten. Wir nutzen Flachdächer schon länger für intelligente Begrünung oder zur Installation von Sonnenkollektoren, aber natürlich sind sie auch ideale Räume für eine kollektive Nutzung. Im Flon-Quartier in Lausanne zum Beispiel entstehen zunehmend Dachbars und Restaurants, und das hat das Viertel radikal verändert, es ist viel lebendiger geworden. Für mich ist es eine Wiederbelebung dessen, was den Architekten der Moderne vorschwebte. Je höher gelegen eine Dachterrasse ist, desto begehrter ist sie. Aber bekanntlich ist der Turmbau auch nicht wirklich eine Schweizer Spezialität ... Das stimmt. Die Schweiz ist klein, mit kleinen Städten und kleinen Gebäuden. Hochhäuser faszinieren uns deshalb einerseits, andererseit lehnen wir sie ab. New York mit seinen Wolkenkratzern finden wir toll, aber selbst will man das nicht. Die hiesige Begeisterung für Hochhäuser scheint in Wellen zu kommen: In den 1930ern mochte man sie nicht; in den 50ern und 60ern störte sich niemand daran; in den 70ern mochte sie plötzlich niemand mehr sehen. Und dann, in den 90ern und Nullerjahren, erlebten sie ein Comeback, beflügelt von Architekten wie Jean Nouvel oder dem Aufstieg von Wolkenkratzer-Metropolen wie Dubai.

FOTOS: FLORIAN CELLA, PD

ENCORE!

|

SOMMER 2021

10

Baden Wo gehts zum Strand, bitte?

BRUNO MARCHAND


r e z i e w h c r i S W

VE

RS

5

EN

SERE UN PRECH

· Dermatologisch getestet · UV-Schutz: A, B und IR · Schutz vor sonnenbedingter Hautalterung · Hohe Hautverträglichkeit · Wasserfest und schweissresistent

r e e M

n e d n e s s a n e p d Aber z t u h c s n e n n So

Wasserfester Sonnenschutz. Mit Daylong™ Sensitive. www.daylong.ch

CH-DLA-2100032

n i e n k e b a h

Mit Dermatologen entwickelt Für mich gemacht


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
10 Rooftop Bars zum träumen by Bürgenstock Collection - Issuu