BĂźndner
Wald
Jahrgang 69 | Dezember 2016
Wer im Wald den Takt angibt
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Inhalt
Wer im Wald den Takt angibt Editorial.................................................. 4 Weisstannenförderung Buchnertobel........... 5 Weiserflächen – für den waldbaulichen Kompetenzgewinn.............. 10 Das Weiserflächennetz in Graubünden....... 15
Beim Waldbau gibts nicht für alles eine Entschuldigung................. 18 30 Jahre waldbauliche Praxis................. 25 Seit acht Jahren Flächenpauschalen für die Schutzwaldpflege Wallis............. 30 Entscheidungshilfe – multifunktionale Waldbewirtschaftung............................ 36 Für die wilden Hühner im Ausseerland...................................... 43
Das Projekt LärchenSchutzWald Vinschgau.............. 48 34. Skipostenlauf fürs Bündner Forstpersonal.................... 54 Comic Theo & Heinz.............................. 55 Buchbesprechung, Peter Wohlleben – Das geheime Leben der Bäume.............. 56 An Drahtseilnetzen durch die Bergwelt................................ 57 Auszeichnung proQuercus 2017............ 60 Inakzeptable Lockerung des Wolfsschutzes................................. 61 Vorschau «Bündner Wald» Februar 2017........................................ 63
Titelbild: In diesem über 30-jährigen Weiserzaun oberhalb von Andeer ist ein artenreicher Gehölzbestand herangewachsen. Bereits sind stattliche Weisstannen zu finden. Ausserhalb des Zauns sind gleichaltrige Weisstannen eine Rarität. (Bild: O. Hugentobler) Bild Inhaltsverzeichnis: Die Ruhe – der frische Schnee vermittelt sie nicht nur akustisch, sondern bringt sie auch optisch zum Ausdruck. (Bild: J. Clavadetscher) Bündner Wald 6/2016 3
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Editorial
Die Waldbauer wähnen sich nicht selten in einem Spannungsfeld zwischen einem ständigen Wandel der natürlichen Voraussetzungen im Wald, menschlichen Ansprüchen an den Wald und einer scheinbar ewigen Konstante betreffend die Nadelholznachfrage aus der Holzindustrie. Allen ist klar, dass der Wald seine an ihn gestellten Forderungen bezüglich der Schutzfunktion, der Rohstofflieferung, des Lebensraums und des gesundheitlichen Zustands langfristig nur dann zu erfüllen vermag, wenn er in seiner Entwicklung dem Klimawandel folgen kann. Welche Baumartenzusammensetzung wann die richtige sein wird, kann wohl momentan noch niemand so genau vorhersagen, auch wenn es manche (vor-) laute Stimme gibt, die feststellt, dass im Grossteil des Schweizer Waldes waldbaulich fast alles falsch gemacht wird und man sich doch bitte bei den Nachbarn einmal umschauen solle. Grosse Öffnungen im Wald werden manchmal pauschal mit mehr Verjüngung und mehr Biodiversität verbunden. Bei sachlichen Diskussionen unter Forstleuten wird aber auch bei der Wahl dieser Strategie immer wieder klar, dass Verjüngungserfolg und Biodiversität keineswegs nur mittels grosser Öffnungen erzielt werden kann. Es gibt auch noch klimatische Faktoren, die eine grosse Rolle spielen und je nach Standort eben sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. Nicht zu vergessen bleibt auch der Wildeinfluss. Gespräche mit Förstern, die auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückgreifen können, wie auch Diskussionen mit jungen Förstern, zeigen immer wieder, dass die Wilddichte vielerorts nicht nur ein massgeblicher, sondern sogar der entscheidende Faktor punkto Verjüngung und Biodiversität ist. Es werden sogar Stimmen laut, die mehr oder weniger deutlich behaupten, dass dieses Problem nur mit der Jagd (oder auf legalem
Weg) kaum lösbar ist. Ob jung oder alt, hier oder dort, waldbauliche Entscheidungen und Handlungen werden immer von Personen getragen. Personen, die sich für den Wald als Ganzes, mit all seinen Facetten, einsetzen und ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen ausführen. Konstruktive Kritik kann und soll angebracht werden dürgreifenden Forsttagunfen. Bei länderüber gen wird oft nicht mit fachlicher Kritik untereinander gespart. Diese löst oftmals gute und tiefgründige Diskussionen aus, welche uns zum Nachdenken anregen und wieder weiterbringen. Was wichtig ist, ist der gegenseitige Respekt und der Respekt gegenüber dem Wald! Auch wenn ich bezüglich Eingriffsstärke bei Holzschlägen oder Forderungen nach höheren Abschusszahlen anderer Ansicht bin, sollte ich imstande sein, mein Gegenüber zu respektieren und ihm mit Würde zu begegnen. Und ich glaube, als Forstleute verpflichten wir uns dazu, in erster Linie an den Wald zu denken. Bündner Wald » -Team beDas gesamte « dankt sich bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sowie auch bei all unseren bereitwilligen Autoren und Autorinnen für die Treue und die Unterstützung. Wir wünschen Ihnen allen frohe Weihnachtstage und alles Gute für das neue Jahr.
Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch
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Weisstannenförderung Buchnertobel Untertitel Grundschrift
Blick auf die Versuchsfläche im Buchnertobel. (Bild: Peter Ebneter)
Das natürliche Aufkommen der Weisstanne in ihrem Verbreitungsgebiet ist meist durch wildbedingten Verbiss nicht möglich. Der hohe Wilddruck setzt der Tanne massiv zu, sodass auf künstliches Einbringen mit zusätzlichen Schutzmassnahmen gesetzt werden muss. Im Buchnertobel wurde ein Versuch gestartet, in welchem gepflanzte Weisstannen einzig durch einen natürlichen Schutz aufkommen sollen. Die Weisstanne gilt als eine der wichtigsten Baumarten im Schutzwald. Durch ihre tief reichenden Wurzeln und die hohe Standfestigkeit bildet sie ein stabiles und unverzichtbares Element im Bestand. Die Schattentoleranz in der Jugendphase ermöglicht ihr auch eine Verjüngung in Beständen mit höherem Deckungsgrad. In Tannen-Buchenwäldern unterbricht sie die Schneedecke und kann so ein Schneegleiten verhindern. Bei Rindenverletzungen weist die Tanne eine deutlich kleinere Empfindlichkeit von Pilzbefall auf als die Fichte, was in Steinschlaggebieten ein enormer Vorteil ist. Auch zum Hochwas-
serschutz trägt die Weisstanne viel bei. Mit ihrem ausgeprägten Pfahlwurzelsystem begünstigt sie die Bodenstabilität und erhöht die Wasserspeicherkapazität. Nebst all ihren Vorzügen für die Schutzfunktion spielt sie auch in ökologischer Sicht eine wichtige Rolle. So sind zahlreiche Tierarten wie das Auerhuhn, der Tannenhäher oder auch die Tannenmeise auf die Weisstanne direkt oder unmittelbar angewiesen. Auch die zu erwartende Klimaveränderung wird der Weisstanne im Gebirgswald weit weniger zusetzen als manch anderer heimischen Baumart, da ihre Wurzeln tiefer reichen und somit besser an Wasser gelangen. Die Förderung der Weisstanne ist mit gros sem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Im Thüringer Forstamt Weida hat Karsten Schröder, Leiter des dortigen Forstamtes, Alternativen zur Weisstannenpflanzung mit künstlichem Schutz gesucht. Durch Beob achtungen fiel auf, dass einzelne, frei stehende Jungtannen vom Wild verbissen wurden, während Tannen, die innerhalb von Bündner Wald 6/2016 5
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Fichtengruppen aufkamen, unverbissen blieben. Diese Beobachtung führte zum Versuch von Weisstannenpflanzungen innerhalb von Fichtenverjüngungen. Nach Karsten Schröders Beobachtung wurde im Buchnertobel im Frühjahr 2015 sinngemäss ein Feldversuch gestartet. Dabei wurden Weisstannen in dichten Fichtenverjüngungen gepflanzt. Jeweils im Frühjahr soll ein Monitoring stattfinden, um die Verbisssituation zu beurteilen. Situationsbeschrieb Die Versuchsfläche befindet sich etwa 2 km östlich von Lunden im Buchnertobel. Der gesamte Perimeter ist etwa 0,5 ha gross. Der Standort wurde als typischer Waldschwingel-Tannen-Buchenwald (18) und Buntreitgras-Tannen-Buchenwald, Ausbildung mit Rostsegge (18 v) eingestuft. Auf der Fläche sind vorwiegend Fichten im Jungwuchs- und Dickungsstadium vorhanden, vereinzelt sind auch Buchen beigemischt. Die natürliche Tannenverjüngung ist nur sehr spärlich vertreten. Etwa 150 Meter von der Versuchsfläche entfernt wurde von 1993 bis 2009 ein Kontrollzaun-Flächenpaar geführt. Die Aufnahmen zeigten, dass in diesem Gebiet Fichten, Weisstannen, Lärchen, Bergahorne, Buchen, Weiden, Birken und Mehlbeeren natürlich aufkommen würden, auch wenn, wie am Beispiel der Weisstanne zu sehen ist, nur wenige Samenbäume vorhanden sind. Ausserhalb des Kontrollzauns wurden alle Baumarten verbissen. Durch die hohe Anzahl an Sämlingen und die kleinere Verbissintensität konnte sich meist die Fichte durchsetzen und auf kommen. Der hohe Zuwachs der Fichte er möglichte es ihr, andere Baumarten zu verdrängen, was längerfristig zu einer Entmischung führte.
Im Jahr 2015 wurde zudem in diesem Gebiet eine Wildschadenerhebung im Rahmen des Teilprogramms 1 durchgeführt. Die Auswertung der erhobenen Inventurdaten bestätigt, dass die Fichte in allen Höhenstufen zahlenmässig am überlegensten ist. Ab 16 cm BHD sind noch 19 Prozent Buchen und 5 Prozent andere Laubhölzer vertreten, die restlichen 76 Prozent sind Fichten. Bis 10 cm Höhe sind nahezu halb so viele Weisstannen wie Fichten vorhanden, bis 70 cm nur noch sehr wenige und ab 70 cm keine mehr. Bei der Weisstanne wurde eine Verbissintensität von 33,3 Prozent bei der Höhenstufe von 10 bis 100 cm festgestellt. Gemäss Auskunft der lokalen Wildhut kommen im Buchnertobel Rehe (vereinzelt), Hirsche (40 – 50 Stück) und Gämsen (40 – 50 Stück) vor. Während der Jagdzeit halten sich die Tiere meist im nahe gelegenen Wildschutzgebiet auf. Im Laufe der Wintermonate begeben sich die Wildtiere vorwiegend auf die Sonnenseite gegen Stels hin oder wandern aus dem Tal in Richtung Lunden. Im Sommer verteilen sie sich wieder im ganzen Gebiet. Das Einzugsgebiet des Buchnertobels weist eine Fläche von 646 ha auf. Mit diesen Wildtieren (etwa 100 Stück) ergibt sich eine Wilddichte von 15 Wildtieren pro 100 ha. Die Anzahl der Rehe ist sehr schwierig abzuschätzen oder zu zählen. Entsprechend dem Versuch von Ulrich Wo tschikowsky sind noch zwölf Rehe pro 100 ha vorhanden, auch wenn kaum mehr welche gesichtet werden. Setzt man diese Erkenntnis auf das Buchnertobel um, so ergäbe dies eine weit höhere Wilddichte als angenommen. Das Vorgehen In den dichten Fichtenverjüngungen wurden Löcher ausgeschnitten, sodass noch ein min-
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Weisstannenförderung Buchnertobel / Luzein – Beschrieb Standorte und Pflanzen
Standort 3 Sonnenstunden im Juni: 4 Stunden, Höhe der umkreisenden Verjüngung: 50 – 70 cm, Flächengrösse: 2,4 m², Blickrichtung der Standortsaufnahme: 300° NW
Pflanze: 3,1
Pflanze: 3,2
Pflanze: 3,3
Grösse: 18 cm
Grösse: 18 cm
Grösse: 21 cm
Verbiss: Nein
Verbiss: Nein
Verbiss: Nein
Pflanze: 3,4
Pflanze: 3,5
Pflanze: 3,6
Grösse: 21 cm
Grösse: 18 cm
Grösse: 20 cm
Verbiss: Nein
Verbiss: Nein
Verbiss: Nein
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destens 0,5 m breiter Saum bestehen blieb. Die Löcher wurden anschliessend mit Weisstannen bepflanzt. Die Fichtenverjüngungsgruppen sollten idealerweise Höhen von 40 – 60 cm aufweisen. Diese Höhe gewährt zum einen, dass die gepflanzten Tannen genügend Licht erhalten und den Wachstumsrückstand aufholen können. Zum andern herrschen bereits erschwerte Bedingungen, damit die Wildtiere die Pflanzen nicht erreichen können. Aus dieser Grundlage ist ersichtlich, dass die Anzahl der gepflanzten Tannen abhängig ist von der Anzahl vorhandener Fichtennaturverjüngungsgruppen. Ist die Fichte in der Aufwuchs- und Dickungsphase zu konkurrenzstark, kann dem durch leichtes Zurückschneiden entgegengewirkt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Schutzwirkung des bestehenden Fichtengürtels gegenüber den gepflanzten Weisstannen nicht geschmälert wird. Für das Monitoring wurde jeder Weisstanne eine Nummer zugewiesen und anschliessend mit einer Alu-Etikette markiert.
Das erste Monitoring Bei der ersten Erhebung wurde von jedem Standort die Flächengrösse, die Höhe der umkreisenden Pflanzen, die Sonnenstunden im Juni mit dem Sonnenkompass aufgenommen und zusätzlich mittels GPS-Gerät erfasst. Bei den einzelnen Weisstannen wurde die Grösse gemessen und die Verbisse wurden protokolliert. Jede Pflanze sowie deren Standort wurde fotografisch dokumentiert. Insgesamt wurden 83 Weisstannen, wovon zwei sich natürlich verjüngt haben, auf 22 Standorten erfasst. Je nach Standortsgrösse sind zwischen einer und neun Pflanzen vorhanden. Es wurde festgestellt, dass neun Weisstannen respektive 11 Prozent wildbedingt terminal verbissen wurden. Typische Erkennungsmerkmale für wildbedingten Verbiss sind die faserigen und gequetschten rechtwinkligen Abrissstellen. Hingegen ist der Verbiss bei Nagern scharf, glatt und meist schräg zur Triebachse verlaufend. Eine der natürlich verjüngten Tannen wurde im letz-
In einer dichten Fichtenverjüngung ausgeschnittenes Loch. In solchen Löchern wurden in der Versuchs fläche Weisstannen gepflanzt. (Bild: Sandro Krättli)
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ten Jahr (2015) verbissen. Im Frühjahr 2016 konnte bei dieser kein frischer Verbiss nachgewiesen werden. Eine der gepflanzten tannen verlor – nicht wildbedingt – Weiss die terminale Knospe. Die kleinste vorhandene Weisstanne wies eine Grösse von 11 cm und die höchste eine solche von 60 cm auf; wobei letztere sich natürlich angesamt hat und schon länger an diesem Standort ist. Der Mittelwert aller gemessenen Weisstannen beträgt 20,55 cm. Die Sonnenstunden im Juni betragen je nach Standort zwei bis sieben Stunden pro Tag. Kosten Die Kosten der bisherigen Aufwendungen belaufen sich auf Fr. 1545.50. Es wird damit gerechnet, dass für die künftigen Aufnahmen und die Pflege pro Jahr ungefähr ein halber Arbeitstag benötigt wird. Bis zum Projektende in neun Jahren sind daher noch etwa 2700 Franken aufzuwenden. Position
Aufwand
Topfpflanzen, 81 Stück à Fr. 5.50
Fr. 445.50
Freischneiden und pflanzen
Fr. 750.00
Beschriften und Monitoring
Fr. 300.00
Metalletiketten
Fr. 50.00 Fr. 1545.50
Monitoring und Pflege / Jahr
Fr. 300.00
Dauer des Monitorings in Jahren
9 Fr. 2700.00
Gesamtaufwand bis Projektende
Fr. 4245.50
Fazit Damit diese Art der Weisstannenförderung ausgeführt werden kann, müssen die natürlichen Rahmenbedingungen (Grösse und Dichte der Fichtenverjüngung) gegeben
sein. Damit das Auffinden der Weisstannen für die Pflegeeingriffe erleichtert wird, sollten die Standorte gut markiert sein. Die Verbissintensität von 11 Prozent auf der Versuchsfläche liegt leicht über dem Richtwert von 9 Prozent nach Eiberle und Nigg. Wenn künftig die Verbissintensität nicht zunimmt und pro Standort eine Weisstanne aufkommt, kann der geforderte minimale Tannenanteil von 20 Prozent auf der Versuchsfläche erreicht werden. Der natürliche Schutz bietet eine kostengünstige Alternative zu den herkömmlichen Schutzmassnahmen. Es wird erhofft, dass Fachleute und Waldbesitzer diesen Versuch als wirkungsvoll erachten und diesen nachahmen, damit ein Erfahrungsaustausch stattfinden kann. Quellen Burghardt F., Calabò S., Suchant R., 2012. Beurteilung von Wildverbiss in Naturverjüngungen. www.waldwissen.net/waldwirtschaft/ schaden/wild/fva_wildverbiss_broschuere/ fva_wildverbiss_broschuere.pdf Eiberle K., Nigg H., 1987. Grundlagen zur Beurteilung des Wildverbisses im Gebirgswald. Schweiz Z Forstwes 138: 747–785. Schröder K., 2010. Weiss-Tannen-Pflanzung ohne künstlichen Schutz. www.forstpraxis.de/weiss-tannen-pflanzung-kuenstlichen-schutz Wotschikowsky U., 1996. Die Rehe von Hahnebaum. Riess-Druck- und VerlagsGmbH Benediktbeuern. 46 S. Peter Ebneter Pardellgasse 28 CH-7304 Maienfeld ebneter.peter@gmail.com
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Weiserflächen – für den wald baulichen Kompetenzgewinn Mit der zunehmenden Mobilität in unserem Land steigen die Erwartungen an die Schutzwirkung unserer Wälder. Die Unterstützung der Pflege der Schutzwälder mit öffentlichen Geldern ist denn politisch auch unbestritten und wird durch die breite Öffentlichkeit mitgetragen. Daraus resultiert für die Waldeigentümer aber auch die Verpflichtung, bei der Waldbewirtschaftung der Schutzwirkung die bestmögliche Beachtung zu schenken. Der Bund hat mit der Wegleitung «Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald» (NaiS) ein Instrument geschaffen, das für die Schweizer Schutzwälder vergleichbare Qualitätsstandards vorgibt. Die darin formulierten Anforderungsprofile für die verschiedenen Gefahrenprozesse und Waldstandorte sind demzufolge als Zielsetzung für die Schutzwaldpflege verbindlich. Hingegen enthält die Wegleitung NaiS keine Vorgaben für die praktische Umsetzung.
Dies in der Überzeugung, dass dabei die lokalen Verhältnisse berücksichtigt werden müssen. Damit wird die Schutzwaldpflege für die Praktiker zu einer echten Herausforderung, denn sie müssen entscheiden, welche Massnahmen in welcher Situation die bestmögliche Wirkung erwarten lassen. Trotz jahrzehntelanger Forschung und lang jähriger Erfahrung vieler Praktiker gibt es immer wieder Situationen, in denen unklar ist, wie am besten vorzugehen ist. Auch an unseren Kursen und Tagungen stellen wir immer wieder fest, wie vielfältig die Hand lungsoptionen und die Meinungen dazu sein können. Weiterhelfen kann in solchen Situationen oft nur die direkte und konti nuierliche Beobachtung vor Ort, und genau das ist die Idee der Wirkungsanalyse auf Weiserflächen. Anlässlich eines Kurses zur Einführung von NaiS diskutierten wir mit den Engadiner
Abb. 1 A: Die Aufnahme vom 6. September 2006
Abb. 1 B: Die Aufnahme vom 1. Oktober 2016
zeigt eine Gruppe von unterdrückten Fichten an
zeigt den Zustand zehn Jahre nach der Entfernung
einer aufgelichteten Stelle. (Bilder: R. Schwitter)
der Überschirmung.
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Bestandsmerkmale
Minimale Anforderungen NaiS
Zustand vor dem Eingriff
Stammzahl
Mind. 150 Bäume mit BHD > 36 cm
195 Bäume mit BHD > 36 cm
Verjüngung – Aufwuchs
Mind. 30 Verjüngungsansätze
47 Verjüngungsansätze, davon nur 21 mit Lichthabitus
Tab. 1: Anforderungen und Zustand verschiedener Bestandesmerkmale für die Weiserfläche Spadlas 1 in Susch. (Tabellen: R. Schwitter)
Kollegen in einem Steinschlagschutzwald in der Nähe von Susch über geeignete Massnahmen zur Erhaltung einer möglichst hohen Stammzahl bei gleichzeitiger Einleitung und Förderung der Verjüngung. Da die Meinungen zur notwendigen Eingriffsstärke recht unterschiedlich waren, haben wir im Jahr 2006 in Zusammenarbeit mit den Studenten des Bildungszentrums Wald in Maienfeld eine Weiserfläche eingerichtet. Beim Standort handelt es sich um einen hochmontanen Fichtenwald (E + K 54 / 55). Tab. 1 zeigt die Situation der hier disku tierten Bestandsmerkmale nach NaiS. Trotz des hohen Vorrats von 440 m3 / ha konn-
ten 47 Verjüngungsansätze gezählt werden. Viele davon waren jedoch unterdrückt und ihre Entwicklungsaussichten unklar. Beim Eingriff wurden etwa 80 m3/ ha entnommen und die Anzahl der Bäume mit BHD über 36 cm sank auf etwa 160 / ha. Zur Beobachtung der weiteren Entwicklung wurden mehrere Fotostandorte eingerichtet. Heute, zehn Jahre später, können gestützt auf die einfache Dokumentation dieser Fläche verschiedene Beobachtungen belegt werden: – Auch stark unterdrückte Fichten im Anund Aufwuchsstadium zeigen wenige
Abb. 2 A: Die Aufnahme vom 26. September 2006
Abb. 2 B: Die Aufnahme vom 1. Oktober 2016 zeigt
zeigt den Zustand ein Jahr nach dem Eingriff.
den Zustand zehn Jahre später. Die vorhandene
Anwuchs hatte sich im Altbestand eingestellt.
Verjüngung hat sich gut entwickelt, aber zusätzliche Verjüngung ist im Reitgras nicht mehr aufgekommen. Bündner Wald 6/2016 11
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Jahre nach der Entnahme von einzelnen bis mehreren Bäumen eine deutliche Zunahme der Gipfeltrieblänge (Abb. 1). – Neue Ansamung ist vor allem an den weniger stark besonnten Rändern von Öffnungen zu finden. Unter Schirm ist es offensichtlich zu trocken. Bei grösseren Öffnungen besteht das Risiko, dass sich das Reitgras rasch ausbreitet und die Ansamung verhindert. – In einer benachbarten Fläche wurde so stark eingegriffen, dass die NaiS-Anforderungen betreffend Lückengrösse nicht mehr eingehalten wurden. Dort kann beobachtet werden, dass sich die vor dem Eingriff bereits vorhandenen Verjüngungsansätze zwar gut entwickelt haben,
dass aber im üppigen Reitgras keine zusätzliche Verjüngung aufkommen konnte (Abb. 2).Obwohl sich diese Aussagen nur auf eine einfache Fallstudie stützen, bestätigen und konkretisieren sie in diesem Fall die allgemeinen Empfehlungen aus der Literatur. Aber vor allem sind das für Bewirtschafter vor Ort konkrete Erdie fahrungen, die es ihnen erlauben, die Wirksamkeit der Massnahmen einzuschätzen und an die lokale Situation angepasste Schlussfolgerungen abzuleiten: – Durch gezielte kleinflächige Eingriffe ist es möglich, nachhaltig genügend Verjüngungsansätze zu fördern bei gleichzeitiger Erhaltung einer relativ hohen Stammzahl für den Steinschlagschutz.
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Seitens des Kantons
Seitens der Praktiker
–D ie Wirkungsanalyse muss innerhalb des Kan tons klar positioniert und verankert sein. – Sie muss für den Praktiker von direktem Interesse sein – ausgerichtet auf seine Fragen und P robleme! – Es braucht «Motoren», die den Prozess in Gang halten – z. B. kompetente Personen im Kanton, besonders interessierte Kollegen oder externe Berater. – Es braucht regelmässigen Erfahrungsaustausch
aldbauliche Neugierde und die Fähigkeit, tref –W fende Fragen zu formulieren. – Bereitschaft zur kritischen Beurteilung des eige nen Handelns. – Die Möglichkeit, sich periodisch – zugunsten der Kernkompetenz Waldbau – vom Alltagsgeschäft zu lösen. – Konsequente Dokumentation der Entwicklung und Festhalten von ausserordentlichen Ereignis sen. – Periodische Durchführung der Wirkungsanaly
mit positiven Botschaften – z. B. Kurse, Exkursio nen, Austausch unter Kollegen. – Die Förster brauchen fachliche und administra tive Unterstützung.
se – in Teamarbeit mit Kollegen und Spezialisten.
Tab. 2: Voraussetzungen für die Wirkungsanalyse auf Weiserflächen.
– Die Lärche wird sich unter diesen Vo raussetzungen nur sporadisch verjüngen. – Grössere Öffnungen bringen keine Vor teile aus Sicht der Schutzwirkung, ber gen aber das Risiko eines langjährigen Verjüngungsausfalls. Das ist eventuell eine Option an ungefährlichen Stellen zur Verjüngung von Lärche. – Die Nutzung des anfallenden Holzes wird im Steinschlagschutzwald zweitrangig. Unter Umständen ist die Verwendung an Ort und Stelle für den Steinschlagschutz wirksamer. Im vorliegenden Fall wurde das Holz auch tatsächlich nicht gerückt. Man könnte nun argumentieren, dass die Beobachtungsperiode von zehn Jahren zu kurz sei, um derartige Folgerungen zu zie hen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass das gewählte Vorgehen im Sinn der nachhalti gen Schutzwirkung zielführender ist als die Option, einerseits starke Eingriffe auszufüh ren und andererseits auf Massnahmen zu verzichten. Aber auf jeden Fall sollten sol che Zweifel oder weiterführende Fragen Anreiz für weitere Beobachtungen an sol chen Beispielen sein – das wäre der Idealfall.
Wenn sich die Praktiker für diese Art der waldbaulichen Wirkungsanalyse auf Wei serflächen motivieren lassen, ist ein Haupt anliegen der Erfolgskontrolle im Schutzwald erfüllt. Das Ziel ist nicht die Kontrolle der Massnahmen an sich, sondern die Analyse von deren Wirksamkeit. In der Erwartung, dass damit die Fachkompetenz der Bewirt schafter gesteigert und indirekt auch die Qualität der Schutzwaldpflege laufend ver bessert werden kann, verlangt der Bund von den Kantonen, dass sie die Vorausset zungen für eine erfolgreiche Wirkungsana lyse schaffen. Die Wirkungsanalyse kann aber nur gelingen, wenn die Praktiker ihrer seits waldbauliche Neugierde mitbringen und dazu bereit sind, ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen (Tab. 2). Im Konzept NaiS ist auch eine Zielanalyse vorgesehen. Der Bund hat dabei die Aufgabe, die Anforderungsprofile periodisch dem Erkenntnisfortschritt anzupassen. Neue Erkenntnisse können einerseits aus der wissenschaftlichen Forschung, andererseits aber auch aus der waldbaulichen Wirkungs analyse der Praxis gewonnen werden. Das bedeutet, dass die waldbaulichen Erfahrun Bündner Wald 6/2016 13
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gen der Förster einen Einfluss auf die Zielsetzungen haben, die als Vorgabe für die Schutzwaldpflege formuliert werden. Damit wird ein Regelkreis geschlossen, der als Verbindung von Praxis, öffentlicher Verwaltung und Forschung wohl einzigartig ist. Mit der Idee, dass die Erfahrungen aus der waldbaulichen Wirkungsanalyse nicht nur für den einzelnen Bewirtschafter, sondern für weitere Kreise von Interesse sein könnten und dass aus der Vielfalt von Weiserflächen zu einem Thema weitere Erkenntnisse gewonnen werden könnten, hat die Fachstelle für Gebirgswaldpflege mit finanzieller Unterstützung durch den Bund die Weiserflächen-Plattform SuisseNaiS geschaffen (www.suissenais.ch). Unterdessen sind dort ANZEIGE
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die Daten von über 500 Weiserflächen aus der ganzen Schweiz zugänglich. Es gibt aber auch kritische Stimmen, die den Aufwand für die Wirkungsanalyse fürchten oder die Gültigkeit beziehungsweise die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse anzweifeln. Andererseits besteht auch die Erwartung, dass die Wirkungsanalyse helfen könnte, die Anpassung des Waldbaus an den Klimawandel zu erleichtern. Um diesen Bedenken und Erwartungen gerecht zu werden, führt die Fachstelle für Gebirgswaldpflege mit Unterstützung des Fonds zur Förderung der Wald- und Holzforschung ein Projekt durch – mit dem Ziel, die Wirkungsanalyse weiterzuentwickeln und in der Praxis besser zu verankern. Wenn dies gelingt, steht uns ein Instrument zur Verfügung, das nicht nur helfen kann, den waldbaulichen Wissensstand zu sichern, sondern diesen auch weiter zu entwickeln. Ausserdem sind gut dokumentierte Weiserflächen auch sehr attraktive Objekte für Weiterbildungsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit. Forschung, Lehre und Praxis stehen in der kollektiven Verantwortung, dass die Wirkungsanalyse zu einem Erfolg wird.
Raphael Schwitter Fachstelle GWG, c /o Bildungszentrum Wald und Holz
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Das Weiserflächennetz in Graubünden Im Bündner Wald sind momentan rund 60 Weiserflächen eingerichtet. Die Einrichtung und Dokumentation ist dabei eine Aufgabe der Regionen. Die Flächen liegen heute schwerpunktmässig in der Region Surselva, während in anderen Regionen das Instrument der Weiserfläche bislang weniger stark genutzt wird. Eine gesamtkantonale Strategie für eine einheitliche Einrichtung und Erfassung ist in Planung. Stand der Weiserflächen in Graubünden – Fokus Surselva Weiserflächen bilden auch in Graubünden eine wichtige Grundlage, um die Wald entwicklung koordiniert zu verfolgen und die Wirkung von Pflegeeingriffen zu beob achten. Aktuell sind im Bündner Wald rund 60 Weiserflächen eingerichtet, davon sind 38 auf der Plattform www.suissenais.ch er fasst. Es besteht noch kein regionenüber greifendes Gesamtkonzept für die Einrich tung neuer Weiserflächen in Graubünden. Einige Eckpunkte für die Einrichtung und Überwachung von Weiserflächen sind durch die Zentrale des Amtes für Wald und Na turgefahren GR vorgegeben, verant wortlich für die Einrichtung sind jedoch die nalforstingenieure und Revierförster Regio in den Regionen. Deshalb sind die Weiser flächen über die Regionen momentan et was ungleich verteilt. Obenaus schwingt dabei die Region Surselva, in welcher sich mit 27 Weiserflächen (Stand September 2016) knapp die Hälfte aller dokumentier ten Flächen befindet. Der Grossteil befindet sich dabei in Schutzwäldern des Typs A, mit sämtlichen involvierten Gefahrenprozessen wie der Verhinderung von Rutschungen, Murgängen, Lawinenanrissen oder Stein schlag. Die Fragestellungen, welche in den Weiserflächen beantwortet werden sollen, sind vielschichtig. Zumeist drehen sie sich
um die Verjüngung, welche sich häufig un genügend oder nur langsam einstellt. Die ältesten beiden Weiserflächen in der Re gion Surselva wurden 1996 eingerichtet und befinden sich auf Gemeindegebiet von Medel / Lucmagn. Die letzten grossen Auf nahmen in diesen beiden Flächen fanden 2012 und 2013 statt. Einige Massnahmen, wie z. B. eine Rottendurchforstung, erwie sen sich dabei als wirkungsvoll und er folgreich, während andere Ziele wie die Baumartenmischung ohne Schutz vor Wild verbiss nicht erreicht werden konnten. Die Weiserflächen werden beide weitergeführt und in einigen Jahren erneut auf die ange passten Etappenziele untersucht. Auswahl der Flächen Eine Strategie für ein Weiserflächennetz ist in Planung, dank welcher der Nutzen von Weiserflächen noch besser greifbar ge macht werden kann. Die Auswahl der Wei serflächen soll zukünftig verstärkt auf ein kantonal abgestimmtes Netz ausgerichtet werden. Als wichtigste Auswahlkriterien werden der Waldstandortstyp, der Zieltyp von waldbaulichen Pflegeeingriffen sowie die waldbauliche Ausgangslage berücksich tigt. Dabei sollen nicht nur die häufigsten Standortstypen abgedeckt werden, sondern generell die Übertragbarkeit der Erkennt nise auf weitere Wälder ermöglicht werden. Bei der Einrichtung von Flächen wird auf eine räumlich gute Verteilung geachtet, wo bei der Entscheid über die Einrichtung letzt lich in der Region liegt. Prinzipiell kann bei jedem Pflegeeingriff im Schutzwald die Fra ge gestellt werden, ob die Einrichtung einer Weiserfläche angebracht wäre. Um einen finalen Entscheid treffen zu können, ob sich die Einrichtung einer neuen Weiserfläche lohnt, sollen dabei mindestens die folgen den vier Kriterien allesamt erfüllt sein: Bündner Wald 6/2016 15
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Verjüngungseinleitung eines etwa 150-jährigen Bestandes in Trun vor dem Eingriff 2008 (links), nach dem Eingriff 2012 (rechts). (Bilder: AWN)
Zersetzungsprozess eines Wurzelstocks auf einer Weiserfläche in Trun 2008 (links) bis 2012 (rechts). 16
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Bedeutendes Schutzwaldproblem Waldstandort in der Region häufig Waldbauliche Ausgangslage typisch Ähnliche Ausgangslage/Waldstandort noch nicht im Weiserflächennetz
Die Einrichtung und Beobachtung von Weiserflächen ist sehr zeit- und kostenintensiv. Wird nicht auf eine detaillierte Dokumen tation geachtet, können ausserdem bei personellen Wechseln wichtige Informationen verloren gehen. Aus diesen Gründen wird nicht ein flächendeckendes Netz von Weiserflächen angestrebt, sondern eine möglichst gute Abdeckung der häufigsten Fälle mit einer Vermeidung von Doppelspurigkeiten. Die Einrichtung neuer Weiserflächen ist deshalb mit der AWN-Zentrale in Chur zu koordinieren, um Einblick in bestehende Erkenntnisse aus Weiserflächen in anderen Regionen zu erhalten und eine einheitliche Erfassung zu garantieren. Einrichtung, Dokumentation und jährliche Beobachtungen Die Weiserflächen werden gemäss den Vorgaben aus NaiS eingerichtet und möglichst umfassend dokumentiert. Strikte Vorgaben zur Dokumentation sind noch nicht vorgegeben, im Minimum sollen jedoch die NaiSFormulare 1– 5 verwendet werden. Wichtig dabei ist unter anderem, dass Fotostand orte genau gekennzeichnet und versichert werden, um die Entwicklung längerfristig beobachten zu können. Zusätzliche Angaben und eine langfristige Archivierung der Aufnahmen mit einer genauen Beschreibung (z. B. Fotostandort, Richtung) sind ebenfalls von grosser Bedeutung. Eingebunden in die Feldaufnahmen sind die Regionalforstingenieure und die Revierförster, welche in den Folgejahren in mindestens einem jährlichen Kontrollgang die Weiser-
fläche aufsuchen sollen. Neben allgemeinen Beobachtungen (z. B. Samenjahr) müssen auch allfällige Schäden dokumentiert und Zwangsnutzungen vermerkt werden. Dafür stehen neben den Formularen wie üblich auch die Skizzen zur Verfügung, die bei der Einrichtung der Weiserfläche erstellt wurden. Auch Fotos sollen nach Möglichkeit jährlich wiederholt werden, um über mehrere Jahre die Entwicklung genau verfolgen zu können. Für die Einrichtung einer Weiserfläche können pauschal Kosten von 2000 Franken geltend gemacht werden. Damit werden sowohl die Einrichtung als auch die Überwachung und Wirkungsanalyse nach zehn Jahren abgedeckt. Wirkungsanalyse und Neubeurteilung Nach zehn Jahren wird die Weiserfläche mittels einer Wirkungsanalyse beurteilt. Die Fragestellung wird überprüft und die Verbesserungen aufgrund der Massnahmen werden festgehalten. Wurden die Etappenziele nicht erreicht, sollen mögliche Gründe oder Vermutungen angegeben werden. Konnte die Fragestellung aufgrund des kurzen Zeit horizonts noch nicht beantwortet werden oder ergeben sich weitere Fragen aus dem Zustand der Weiserfläche, wird diese wenn nötig weitergeführt. Falls keine offenen Fragen mehr vorhanden sind, kann die Weiserfläche in Absprache mit der Zen trale und dem zuständigen Regionalforstingenieur entlassen werden. Die waldbaulich relevanten Erkenntnise aus den Weiserflächen sollen dabei angemessen dokumentiert werden. Marco Vanoni Amt für Wald und Naturgefahren Loëstrasse 14, CH-7000 Chur marco.vanoni@awn.gr.ch
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Beim Waldbau gibts nicht für alles eine Entschuldigung Der naturnahe Gebirgswaldbau stellt junge Berufsleute vor eine grosse Verantwortung und auch vor Herausforderungen, die in der Ausbildung nur bedingt erlernt werden kön nen. Der Alltag im Forstdienst verlangt aber gerade von jungen Berufsleuten ein schnel les Ankommen bei einer anspruchsvollen Aufgabe. Die ersten Berufsjahre schärfen die Fähigkeiten und entwickeln sich mit «learning by doing». Gerade das gemein same «waldbauen» – also Revierförster und Regionalforstingenieur – ermöglicht es, den Job gut und stets auch besser machen zu können. Das Gespräch mit Thomas Bearth und Hanspeter Thöny gibt einen interessan ten und sehr persönlichen Einblick in den Alltag zweier junger Berufsleute, die in rund fünf Jahren doch schon einiges erleben und erfahren durften. Sie sind also sicherlich keine blutigen Anfänger mehr. Im Gegen teil, beide beweisen bereits viel Engage ment und haben den Mut, auch kritische Punkte anzusprechen.
Sandro: Ihr seid nun beide schon mindestens vier Jahre im Bündner Forstdienst angestellt. Hanspeter als Revierförster von Seewis und Thomas mittlerweile als Regionalforstingenieur in der Region Surselva. Beschreibt doch kurz euren bisherigen forstlichen Werdegang und euer «Ankommen» in der aktuellen Rolle, die ihr für euren Arbeitgeber wahrnehmt? Hanspeter: Ich denke, mein Werdegang war ziemlich gewöhnlich. Nach einer Geomatikerlehre hängte ich die Ausbildung zum Forstwart an, was die Voraussetzung für die Försterausbildung in Maienfeld war. Nach einer kurzen, aber lehrreichen Anstellung beim Zweckverband Falknis als Betriebsleiter-Stellvertreter durfte ich in Seewis die Nachfolge von Jürg Hartmann antreten. Jürg ermöglichte mir eine sehr angenehme Übergabe. Noch heute kann ich mich bei ihm melden, wenn ich Fragen habe, was für mich von grossem Wert ist. Waldbaulich
Hanspeter Thöny betont die Bedeutung von angepassten Wildbeständen für den Gebirgswaldbau. (Bilder: Sandro Krättli)
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durfte ich von Jürg ein sehr schönes Erbe antreten. Thomas: Nach meiner Ausbildung in Zolli kofen konnte ich eine Stelle als Technischer Sachbearbeiter beim Amt für Wald und Naturgefahren in der Region Mittelbünden antreten. Diese Zeit war für mich sehr wert voll und ermöglichte mir ein gutes Ankom men im Bündner Forstdienst. Später durfte ich die Nachfolge von Christian Barandun als Regionalforstingenieur antreten, ehe ich in gleicher Funktion in meine Heimat Sur selva wechseln konnte. Und so bin ich also wieder zu Hause angekommen und darf als Nachfolger von Luzi Schmid die Gemeinden Falera, Laax, Safiental, Sagogn und Schluein betreuen. Wir wollen uns heute vor allem mit dem Thema Waldbau beschäftigen und daher die direkte Frage an euch: Was sind oder waren die wesentlichen Einflüsse zum Waldbau bei eurem Start? Was hat euch bisher waldbaulich geprägt und was gibt euch die Leitplanken, um aus eurer Sicht im Wald richtig zu handeln? Hanspeter: Ich habe es bereits angedeutet, möchte aber doch noch etwas ver deutlichen, woraus sich mein waldbaulicher Kompass zusammensetzt. Mein grosses Glück war es wirklich, Wälder übernehmen zu können, die vorbildlich behandelt wor den sind. Ganz grundsätzlich sehe ich meine Arbeit darin, ebenso sorgfältig weiterzuar beiten. Dies sollte eigentlich für jeden gel ten. Ich stelle aber auch fest, dass vielleicht nicht alle gleich viel Glück haben oder ha ben werden. Vielleicht hört sich dies etwas passiv an, aber ich denke, ich kann mit die ser Ausgangslage wirklich auch das Erlernte aus der Försterschule direkt anwenden, ohne bisher das Gefühl gehabt zu haben, ich sei mit der Anzeichnung im Wald kom
plett überfordert. Zudem ist es ja so, dass Regionalforstingenieur Michel Maïkoff und ich im Schutzwald gemeinsam anzeichnen. Dieser Austausch ist wichtig und so können auch verschiedene waldbauliche Massnah men diskutiert und umgesetzt werden. Thomas: Natürlich wurde während meiner Ausbildung intensiv Waldbau gelehrt und ich denke, dass ich das Grundrüstzeug im Unterricht mitbekam. NaiS war beispiels weise ein ständiger Begleiter und ich hatte manchmal gar das Gefühl, es jetzt dann aus wendig zu können (lacht). Erst aber durch die praktische Anwendung im Wald und den Austausch mit den Förstern habe ich meine persönliche Waldbauphilosophie entwickeln können. Die Waldbilder und Situationen sind oft unterschiedlich und die Herange hensweisen der verschiedenen Förster eben so. «Verschiedene Herangehensweisen» ist ein spannendes Stichwort. Oft beruhigen wir uns ja gegenseitig mit Aussagen wie: «Fünf Förster, sechs Meinungen». Ist es so einfach oder suggeriert dies nicht eher, dass man alles machen darf, wenn man es gut begründen kann? Thomas: Na, so habe ich es nicht gerade gemeint. Aber vielleicht hat es was und wir antworten als Waldbauer lieber so, als uns gegenseitig auch mal ehrlich zu kritisieren. Was ich für mich persönlich aber meinte, ist die Tatsache, dass ich bereits mit verschie denen Revierförstern zusammenarbeiten konnte und diese dann waldbaulich logi scherweise nicht alle gleich vorgehen – also z. B. auch nicht gleich stark eingreifen. Es gibt aber klare Leitplanken zwischen mi nimalen und maximalen Eingriffen. Darin müssen wir uns bewegen, da gibt es nicht beliebig Luft zum Argumentieren. Ein wich tiger Grundsatz bleibt für mich aber, erklä Bündner Wald 6/2016 19
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ren zu können, aus welcher Überlegung man im Einzelfall gehandelt hat. Hanspeter: Dies sehe ich gleich wie Tho mas! Den ganzen Wald abhauen kann je der, dafür muss man keine forstliche Aus bildung haben. Daher finde ich es schon auch wichtig, sich auszutauschen und sich im Klaren zu sein, wie man an eine Sache herangeht und dies auch erklären zu kön nen. Ich habe ehrlich gesagt keinen direk ten Austausch zum Thema Waldbau mit meinen Nachbarförstern. Mir käme nicht in den Sinn, fremde Eingriffe zu kritisieren oder zu loben. Ich nehme aus der letzten Frage mit, dass Austausch zu Waldbau durchaus wichtig scheint – geschieht denn hier zu wenig? Gerade als noch junge Berufsleute müsstet ihr dies einschätzen respektive sagen können, was euer persönliches Bedürfnis ist? Hanspeter: Also ich bin da sehr offen. Ich glaube auch nicht, dass ich etwas zu ver bergen hätte. Trotzdem sollte man ja Inte resse daran haben, nicht betriebsblind zu werden. Ein Austausch zu waldbaulichen Fragen findet aber in unserer Region nur an regionalen Waldbauweiterbildungen statt. Bisher waren diese Veranstaltungen aber unregelmässig, und erfahrungsgemäss wa ren die Gruppen eher zu gross für tiefe Diskussionen. Ein regelmässiger Austausch in kleinen Gruppen fehlt vielleicht wirklich. Thomas: Als ich meine erste Stelle als Re gionalforstingenieur in Tiefencastel antre ten durfte, habe ich eingeführt, dass wir im kleinen Försterteam direkt Holzschläge im Wald angeschaut und besprochen haben. Man hat sich zwar sicherlich nicht grad «wehgetan», aber ich würde schon sagen, dass wir ehrlich und konstruktiv über Wald bau diskutiert haben. Die verschiedenen
Ansichten kamen aufs Tapet. Ich werde die se Herangehensweise wahrscheinlich auch in der Surselva beibehalten, denn ich bin von einem solchen Austausch sehr über zeugt. Vielleicht weil auch ich selbst in mei nen ersten Jahren im Amt sehr davon profi tiert habe. Ihr seid euch also einig, wie wichtig ein Austausch beim Thema Waldbau ist. Grundsätzlich denke ich auch, dass dies eine wesentliche Sache für guten Waldbau ist – gerade im Gebirge. Nun hört sich dies immer noch sehr har monisch an und man könnte den Eindruck haben, waldbaulich ist alles in Butter. Es gibt ja eine gewisse Bandbreite von starken bis schwachen Eingriffen. Ist nun jeder Bündner Holzschlag innerhalb dieses «tolerierten» Rahmens? Hanspeter: Ich habe ja schon einleitend ge sagt, dass ich tolle Waldbilder von meinem Vorgänger übernehmen konnte. Dies be tonte ich schon, auch bezogen auf andere Wälder, die ich in Graubünden gesehen habe. So gibt es schon Waldungen, wo aus meiner Sicht offensichtlich zu stark einge griffen wird. Da aber im Schutzwald meis tens auch der RFI dabei ist, welcher grund sätzlich auch die Verantwortung beim Anzeichnen trägt, gibt es eher keine Sanktio nen. Dies ist mir zumindest nicht bekannt – oder wurden auch schon mal Schutzwald beiträge deswegen nicht ausbezahlt? Sandro und Thomas: Nicht, dass wir wüss ten. Hanspeter: Eben, dann müssen wir wohl auch nicht in erster Linie darüber diskutie ren, ob wir einen guten Austausch unterei nander haben. Ich glaube, jeder sollte ein schätzen können, was ein guter, ein starker oder eben schlichtweg ein zu starker Eingriff war.
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Thomas Bearth konnte seine «Waldbauphilosophie» dank ehrlichen Diskussionen mit Berufskollegen schärfen und weiterentwickeln.
Du meinst also, die harte Hand des kantonalen Forstdiensts fehlt diesbezüglich ein wenig? Hanspeter: Na ja, ich sage nur, dass man nichts zu befürchten hat. Ich kann aber in erster Linie hinter jeder Massnahme stehen, die ich persönlich zu verantworten habe. Ich meine nur, dass dies erwähnenswert ist. Wir könnten uns vermehrt austauschen, um besser zu werden, sofern wir das wol len. Thomas: Diese Meinung teile ich nicht ganz – also dass man nichts zu befürchten hat. Das Amt für Wald und Naturgefahren hat ja das «QS» eingeführt. Ein Instru ment, mit welchem die Qualität der Wald baumassnahmen überprüft und sicherge stellt wird. Bezüglich starker Eingriffe hast du aber teilweise recht. Es gibt Situatio
nen, wo man auf den ersten Blick nicht nachvollziehen kann, wieso ein Loch der massen gross ist. Dies ging mir nicht an ders. Trotzdem möchte ich betonen, dass man den Verantwortlichen die Möglichkeit für eine Erklärung geben soll. Was waren die Überlegungen oder welche speziellen Gegebenheiten haben dazu geführt? Es gibt ja schon auch genügend Beispiele, wo in einem Folgejahr Stürme oder Borken käfer das negative Bild vollendeten. Da wären wir wieder beim gleichen Punkt – mit einer guten Erklärung ist vieles möglich. Wäre es aber nicht gerade auch unsere Aufgabe, solche Folgeprobleme wie Sturm und Borkenkäfer mit einzuplanen, statt sie später dann als Vorwand zu verwenden? Bündner Wald 6/2016 21
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Thomas: Ja, dies ist sicher so. Man hat ja Erfahrungswerte und ich wollte dies auch nicht als Entschuldigung für vergangene Eingriffe verstanden wissen. Es ging mir da rum, zu sagen, dass man für manche Wald bilder eine solche Erklärung erhält – was soll man da noch dagegenhalten? Persönlich bin ich der vollen Überzeugung, dass man hier vorausschauend handeln und solche Folgeprobleme möglichst verhindern muss. Ganz klar! Die wenigen Beispiele, die ich im Kopf habe, stammen meist aus einer Zeit, in der man es angeblich akzeptierte, waldbau liche Eingriffe etwas grösser zu machen. Meinst du die Zeit des Grosssägewerks, als man auch aktiv Öffentlichkeitsarbeit machte, um die Bevölkerung auf markantere Schlagbilder vorzubereiten? Thomas: Ich habe diese Zeit nur noch in der Endphase erlebt. Aber ja, diese Erklärung habe ich wiederholt gehört, vom grossen Holzbedarf des Grosssägewerks und dem «Ausreizen» der maximalen Eingriffsstärke. Hanspeter: Dies hat was! Diese Euphorie rund um das Grosssägewerk und die stän digen Diskussionen um genügend Holz auf der Säge in Domat/Ems haben die wald bauliche Toleranz etwas strapaziert. Dies erklärt vielleicht auch, wieso es in den letzten Jahren keine bekannten Sanktio nen für zu starke Eingriffe im Schutzwald gab. Da frage ich mich aber, ob es die rich tige Strategie war, aktiv zu propagieren, dass sich Waldbilder wegen des Gross sägewerks verändern können? Logisch wäre für mich eher gewesen, wenn gerade der Kanton aus hoheitlicher Sicht sich da für eingesetzt hätte, den Waldbau weiter hin massvoll zu betreiben. Dies ist eine spannende Aussage, die wir aber mal so im Raum stehen lassen,
weil eine Änderung auf uns zukommt, die für viele als Gegenbewegung zu grossen Eingriffen verstanden wird. Ich meine die Einführung der Flächenpauschale. Was erwartet ihr mit dieser Änderung von der alten Kubikabrechnung zu einer Flächenabrechnung? Thomas: Persönlich begrüsse ich diese Än derung, weil aus meiner Sicht schon Anrei ze geschaffen werden, um den Waldbau statt Holzmengen in den Fokus zu rücken. Doch allzu grosse Änderungen der Wald bilder und beim Waldbau erwarte ich des wegen nicht. Es kann sein, dass sich im extremsten Fall die Stossrichtung verän dert. Waren vielleicht vorher die RFI eher jene, die beim Anzeichnen im Wald etwas auf die Bremse standen, könnte es mit der neuen Pauschale und den tiefen Holzprei sen so sein, dass vielleicht vermehrt wie der die RFI auch darauf drücken müssen, dass genügend Holz wegkommt. Aber dies ist nur ein Gedankenspiel und wäre dann aus meiner Sicht schon ein Extremfall, der nur wenige betrifft. Hanspeter: Mit diesem neuen System wird sich im Waldbau wohl nicht viel verändern. Als Vertreter eines Waldeigentümers frage ich mich natürlich, ob am Ende des Tages genug Geld in der Kasse ist. Sind wir ehrlich – entscheidend bleibt schlussendlich der «Geldsäckel», ob und wie wir eingreifen. Solange wir auch nach der Einführung der Flächenpauschale diskutieren können, wie wir Waldbau betreiben, habe ich kein Pro blem. Wenn dadurch aber die Anreize ver loren gehen, um überhaupt einzugreifen, wäre niemandem gedient. Ich bin guten Mutes und gehe einmal davon aus, dass sich für mich und das Revier Seewis nicht viel verändert – wir werden ähnlich anzeich nen und die Eingriffe weiterhin nach Dring lichkeit planen.
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Wir stecken voll drin im Thema Waldbau – und wenn man da voll drin ist, kommt man um ein Thema nicht herum: Das Thema Wald - Wild erhitzt seit Jahrzehnten die Gemüter. Wie steht ihr dazu? Hanspeter: Da muss ich nur in den Seewiser Wald schauen. Der Wildverbiss ist nicht nur einer der Faktoren, er ist der einzige wesentliche Faktor, welcher die Waldverjüngung nachteilig und sehr entscheidend beeinflusst. Zäune geben mir für diese Einschätzung den stichhaltigsten Hinweis. In unseren Wäldern sehe ich innerhalb von Zäunen über zehn verschiedene Baum- und Straucharten aufkommen und daneben oft nur noch verbissene Fichten – da ist der Fall
klar. Da muss ich nicht mehr diskutieren. Bei Wald-Wild investiere ich meine Zeit lieber dafür, offen auf die Problematik hinzuweisen. Darin sehe ich die Aufgabe von uns Förstern. Wenn nicht wir auf die Problematik hinweisen, wer denn sonst? Thomas: Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass in einem Wald möglichst viele verschiedene standortgerechte Baumarten wachsen können müssen. Oft ist das jedoch nicht der Fall und einzelne oder auch mehrere Baumarten fallen aus. Dies sehe ich wie Hans peter. Wildschadenaufnahmen oder auch Kontrollzäune zeigen, dass grösstenteils das Wild für diesen Ausfall verantwortlich ist, sei es durch Verbiss, Fege- oder Schälschäden. Meines Erachtens ist eine Reduktion des
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Wildbestands daher nötig, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Beurteilung wie und in welchem Umfang dies geschehen soll, überlasse ich aber den Spezialisten, denn dafür fehlt mir schlicht noch die Erfahrung in diesem Themengebiet. Hanspeter: Ich denke, jeder, der eine forstliche Ausbildung hat, sieht die Problematik. Da ist jeder Spezialist genug – man muss ja vor allem die Augen öffnen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass man sich da als kantonaler Angestellter lieber diplomatisch äussert. Aber du sagst es ja auch, grundsätzlich hat es zu viel Wild und eine Reduktion ist erforderlich. Die Reduktion des Schalenwildbestands ist eine logische forstliche Forderung. Nun gut, was kann man tun, dass es auch so weit kommt? Hanspeter: Ich denke, mit dem Positionspapier von Graubünden Wald hat man schon mal was Entscheidendes gemacht. Wir haben uns nämlich auf konkrete forstliche Forderungen geeinigt, was weitere Diskussionen prägen wird. Es sollte einen gemeinsamen forstlichen Auftritt vereinfachen. Ich persönlich erhoffe mir aber von den zuständigen kantonalen Vertretern mehr. Also konkret, dass sie sich bedingungslos für Waldanliegen einsetzen. Ich habe schon sehr engagierte Leute auf der Wildseite gesehen – manchmal habe ich das Gefühl, solche markante und klare Persönlichkeiten fehlen uns auf der Waldseite. Kommen wir zur letzten Frage und versuchen diese auch gerade für etwas Positives zu nutzen. Was wünscht ihr dem Forstdienst und dem Wald für die Zukunft? Hanspeter: Nach den Ausführungen von vorhin wünsche ich mir in erster Linie wald-
freundliche und zweckmässige Jagdbetriebsvorschriften (schmunzelt). Mir gibt es schon zu denken, wie es über das Tierseuchengesetz innert kürzester Zeit möglich war, ein Fütterungsverbot zu verhängen. Der Forstdienst hat hierfür jahrelang vergeblich gerungen. Die Auswirkungen auf den Wald wurden negiert, erst die Rindertuberkulose löste diesen Knopf. Dies ist sehr entlarvend dafür, wie ernst man zurzeit die Waldanliegen nimmt. Wer weiss, eventuell gelingt es Kantonstierarzt Rolf Hanimann, auch Einfluss auf die Abschusszahlen zu nehmen, dadurch die Schalenwildbestände zu senken und mittelfristig wieder dem Lebensraum anzupassen. Vielleicht ist dies ein neuer Trumpf für ein Anliegen, bei dem der Forstdienst bisher nicht vom Fleck gekommen ist. Ich wünsche es dem Wald. Jedem Angestellten im Forstdienst wünsche ich zudem eine gute und unfallfreie Zeit am schönsten Arbeitsplatz. Thomas: Der Wald schützt unsere Dörfer und Verkehrswege. Wir wandern und biken in unserer Freizeit durch den Wald. Die Waldfunktionen sind für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Die Bewirtschaftung der Wälder wird aber oft als störend und für die Gemeinden als finanziell belastend angesehen. Ohne Bewirtschaftung kann der Wald aber seine Funktionen nicht erfüllen. Daher wünsche ich mir mehr Wertschätzung und Anerkennung für den Wald und den Forstdienst, welcher ihn mit voller Hingabe bewirtschaftet.
Sandro Krättli, Redaktor Bündner Wald Bahnhofplatz 3B, CH-7302 Landquart sandro.kraettli@awn.gr.ch
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30 Jahre waldbauliche Praxis Oskar Hugentobler, von 1968 bis 2004 Kreisförster in der Region RheinwaldSchams-Avers, und Fritz Ruf, von 1969 bis 2001 Revierförster in Andeer und Pignia, waren Förster mit Leib und Seele und sind auch heute noch eng mit dem Wald verbunden. Egal ob Beruf oder Hobby, eines ist und bleibt für beide klar: Der Wald kommt zuerst! Für den «Bündner Wald» nahmen sie sich die Zeit für einen Rückblick auf ihre Tätigkeit. Wog das forstliche Erbe, welches ihr beim Stellenantritt übernommen habt, schwer? Ruf: Nein, da unsere Waldungen überhaupt nicht übernutzt waren, konnten wir von Beginn an forstliche Eingriffe planen und auch ausführen. Der Hiebsatz war damals sehr tief angesetzt und wurde dann nach der Vollkluppierung 1972 nach oben korrigiert. Der zu tiefe Hiebsatz stammte natürlich noch aus der Zeit des Kriegs, als die Bildung des Vorrats im Wald oberste Priorität hatte. Hugentobler: Korrekturen waren vor allem bei den grossen Pflegerückständen angesagt. In Zillis wurden zu Kriegszeiten beispielsweise wirklich grosse Flächen abgeholzt und wieder aufgeforstet. Dies waren zu unserer Zeit dann schon richtige Stangenhölzer. Als dann für Pflegearbeiten auch Subventionen gesprochen wurden, konnten diese Arbeiten konsequent ausgeführt und nachgeholt werden. Ruf: In Andeer und Pignia führten wir auch schon vor der Einführung der Beiträge regelmässig Jungwaldpflegeeingriffe durch. Obwohl solche Arbeiten nicht sofort sichtbares Geld in die Kasse brachten, waren die Gemeinden damit einverstanden. Hugentobler: Pendent waren auch Arbeiten in Aufforstungs- und Verbauungsprojekten, welche schon einige Jahre zuvor genehmigt
wurden. Diese wurden nun angegangen und umgesetzt. Damals mussten Rodungsersatzflächen noch zwingend aufgeforstet werden. Diese Flächen waren hier bei uns infolge des Nationalstrassenbaus der N 13, des Kraftwerkbaus und der Ölpipeline von Oleodotto Del Reno sehr umfangreich. Einen Grossteil dieser Arbeiten konnte ich mit der Forstgruppe des Kreisforstamts 14 realisieren. Diese Forstgruppe mit italienischen Saisonangestellten war bereits bei meinem Vorgänger tätig und bildete eine Besonderheit im Kanton. Auf welche Grundlagen und Dokumentationen eurer Vorgänger konntet ihr euch abstützen? Hugentobler: Für mich war das eher schwierig, da ich für einen meiner Revierförster bereits der sechste und für einen anderen der fünfte Kreisförster war. Zu meinem direkten Vorgänger Max Rüedi hatte ich immerhin Kontakt und er berichtete mir auch von seinen Arbeiten und Problemen, was für mich wertvoll war. Umso mehr, da wir etwa «dieselbe Linie» vertraten. Ruf: Ich hatte das Glück, dass mich mein Vorgänger Christoffel Joos immer wieder durch den Wald begleitete und wir dabei anstehende Probleme besprechen konnten. Haben sich eure waldbaulichen Überlegungen, Grundsätze und Probleme während eurer Amtszeit verändert? Ruf: Nein, ich denke, dass wir unserer Phi losophie grundsätzlich treu blieben. Unterschiede ergaben sich vielmehr aus den verschiedenen Standorten. Wo dank guter Erschliessung Plentereingriffe möglich waren, arbeiteten wir nach diesen Grundsätzen, wo Seilbahnen zum Einsatz gelangten, musste anders eingegriffen werden und wir bewegten uns in Richtung Femelschlag. Bündner Wald 6/2016 25
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Auch Oskar Hugentobler wusste bisweilen
In seinem Maiensäss mitten im Wald diskutierten
amüsante Episoden aus seinem Berufsleben
wir mit Fritz Ruf in einer angenehm lockeren
zu erzählen. (Bild: J. Clavadetscher)
Atmosphäre auch angeregt und nachdenklich. (Bild: J. Clavadetscher)
Welchen Einfluss hatte die Politik (Bund, Kanton und auch Gemeinde) auf eure waldbaulichen Entscheide und Eingriffe? Hugentobler: Nun, den grössten Einfluss nahm die Politik meist mit der Steuerung der Subventionszahlung und der Kriterien für deren Ausschüttung. Ruf: Natürlich war es schön, wenn ohne Beiträge kostendeckend oder sogar gewinn bringend gearbeitet werden konnte. Doch als dann die Holzpreise zu stark in sich zu sammenbrachen, war dies fast nicht mehr möglich. Dank der Subventionen konnte der Wald weiterhin gepflegt und genutzt werden, ohne dass den Gemeinden dadurch zu grosse Verluste entstanden. Wo lagen die Unterschiede bei eurer Planung waldbaulicher Eingriffe im Schutzwald respektive im übrigen Wald? Hugentobler: Wir lernten damals noch, dass grundsätzlich jeder Wald eine Schutzfunk
tion hat und jeder Wald alle Funktionen in einem gewissen Mass zu erbringen hat. Der Wald schützt nicht nur vor Lawinen und Steinschlag. Er schützt auch unsere Quellen, gibt Schutz vor Wind usw. Dies erscheint mir auch heute noch sehr wichtig. Deshalb konnte ich der schärferen Abgrenzung zwischen Schutzwald, Erholungswald und Wirtschaftswald noch bis heute nur eine be schränkte Sympathie entgegenbringen. Wie stark beeinflussten ökonomische Überlegungen eure waldbaulichen Eingriffe? Ruf: Der Holzpreis beeinflusste unsere Arbeiten natürlich auch. Waren die Preise tief, so machten wir die Holzschläge in gut erschlossenem Gebiet manchmal auch, um unser Personal beschäftigen zu können. Waren die Preise höher, so machten wir oft mals auch Stockschläge und glichen die Un ternutzung vorangegangener Jahre wieder aus. Nebst den Holzpreisen bildete also die
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Auch solche Wälder, wie hier im Gebiet Gruoba
Das Waldbild im ehemaligen Bergbaugebiet
im vorderen Val Ferrera, haben ihren Wert.
Gruoba ist seit Jahrhunderten von menschlichen
(Bild: O. Hugentobler)
Eingriffen mit unterschiedlichen Zielsetzungen geprägt. (Bild: O. Hugentobler)
Walderschliessung auch immer ein zentrales Entscheidungselement bei der Schlagplanung. Konntet ihr das Wissen und die Resultate aus der Forschung (WSL, Gebirgswaldpflegegruppe) auch in der Praxis umsetzen? Hugentobler: Die Resultate und Aussagen der GWG waren für uns zu einem grossen Teil die Bestätigung, dass wir unsere Arbeit richtig machten. Niculin Bischoff war beispielsweise ein sehr guter Beobachter, der mir manch guten Rat auf den Weg geben konnte. Was ich auch stets als wichtig beurteilte, war die Beobachtungsgabe. Dr. Walter Trepp, Adjunkt beim Kantonsforstinspek torat GR, lehrte uns damals: «Ihr müend nit nur luege. Ihr müend schauen!» Das heisst also, du musst dir überlegen, wie dieser Wald zustande kam, wie er sich wohl entwickeln wird und was du in 50 oder 100 Jahren hier haben möchtest.
Seitens der WSL erhielten wir gute Grundlagen. Wir hatten auch immer die Möglichkeit, Ideen oder Probleme an der WSL zu deponieren. Viele dieser Themen wurden dann von den Forschenden auch aufgegriffen und genauer untersucht. Etwas vom Wichtigsten blieb jedoch stets das Beobachten mit den eigenen Augen – eben «schauen». Ruf: Für mich bildeten Erklärungen und Resultate der WSL auch immer wieder einen Teil der Weiterbildung. Nicht selten wurden aus der Bevölkerung oder von Gästen Fragen über den Wald an mich gestellt. Für diesen Teil der Öffentlichkeitsarbeit konnten manche Resultate der WSL eine grosse Hilfe sein. Wo seht ihr die grossen waldbaulichen Herausforderungen der heutigen Zeit? Ruf: Sehr am Herzen liegt mir, dass der Wald mit Liebe und Umsicht gepflegt wird, damit er seinen verschiedenen Funktionen gerecht werden kann. Bündner Wald 6/2016 27
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Hugentobler: Anfügen möchte ich hier noch den grundsätzlichen Schutz des Wal des, also nicht nur genau jener Wald, dem eine besondere Schutzfunktion zugewiesen wird, sondern der Schutz des Waldes im All gemeinen. Ich glaube, dass wir diesbezüg lich auch die Entwicklung der gesetzlichen Bestimmungen im Auge behalten müssen. Es scheint eine gewisse Tendenz zur allmäh lichen Verflachung dieser Schutzbestim mungen zu bestehen. Bewegen wir uns noch ein wenig zu einem bisweilen emotionalen und «heiklen» Thema – dem Wild. Ruf: Das Thema Wild gehört für mich zum Wald und sollte immer wieder offen und
sachlich diskutiert werden. Deshalb freute ich mich sehr über den «Bündner Wald» vom August 2016. Welchen Einfluss hatte das Wild auf euer waldbauliches Handeln? Ruf: Ohne Schutz ist es unmöglich, die tanne aufzubringen. Auch wenn wir Weiss nur noch 10 000 Rothirsche im Kanton hät ten, die Weisstanne würde trotzdem abgeäst. Hugentobler: Wir waren ganz klar sehr stark eingeschränkt! Die damaligen Ersatz aufforstungen hätten ohne Einzäunungen keine Chance gehabt. Es kam in den gros sen Aufforstungen sogar vor, dass unsere Forstpflanzen im Einschlag bereits vom Wild verbissen wurden. Ich erinnere mich in die
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sem Zusammenhang noch gut an Hannes Mayer, Professor an der BOKU in Wien. Er sagte schon 1983 anlässlich eines Waldbaukurses in Tschlin, dass der Wald und seine Schutzfunktion geschwächt, ja sogar zerstört würde, wenn das Wildproblem nicht gelöst wird. Oder auch die Worte von Professor Leibundgut, der uns bei einer Exkursion einmal Weisstannen zeigte: «Hier seht ihr Weisstannen. Wisst ihr, weshalb ihr hier Weisstannen seht? Es hat hier eine sehr gute Wildererpopulation.» Nebst der Weisstanne leidet natürlich auch die Linde unter dem zu hohen Wilddruck. Im Schams erreichen sowohl Linde wie Eiche die Obergrenze ihres Verbreitungsgebiets. Einzelne alte Linden sind im Schams heute noch zu finden. Ursprüngliche Eichenvorkommen im Schams müssen aus Archivdokumenten hergeleitet werden. So hatten die Bauern von Zillis einst im Wald von Patzen ein Weiderecht für ihre Schweine. Was, nebst Eicheln, könnte denn für eine Beweidung mit Schweinen interessant gewesen sein? Bis vor wenigen Jahren wurden vielerorts Kontrollzäune von 5 × 5 m mit einer angrenzenden Referenzfläche ohne Zaun eingerichtet. Hattet ihr auch solche Kontrollzäune und konnten damit auch Unterschiede und Tatsachen aufgezeigt werden? Ruf: Auf jeden Fall! Andeer war bestimmt eine der ersten Gemeinden Graubündens, welche solche Kontrollzäune errichtete. Die Bilder in und neben diesen Zäunen waren selbsterklärend und für jedermann eindeutig ersichtlich. Nebst der Weisstanne konnten sich in diesen Zäunen plötzlich auch die Vogelbeere, das Geissblatt, Lärchen und Föhren verjüngen. Hinter diesen Zäunen stand wohl ein grosser Aufwand, aber der Nutzen war ebenso gross. Vorher gab es
Stimmen, welche den Leuten immer wieder weismachen wollten, dass dieses Weisstannensterben (wie Einzelne das Fehlen der Tanne damals nannten) eine Krankheit sei oder durch einen Pilz hervorgerufen werde und somit als natürlichen Prozess zu betrachten sei. Dank Kontrollzäunen konnten wir den Beweis erbringen, dass jene Theorie klar nicht stimmt. Was wünscht ihr dem Wald für seine Zukunft? Hugentobler: Da fällt mir ein Wort ein: Stabilität! Ruf: Artenvielfalt. Die Biodiversität ist ganz, ganz wichtig. Diese sollte nicht nur Teil von Diskussionen sein, sondern sie sollte im Wald auch wirklich gefördert werden. Habt ihr einen Wunsch an den Forstdienst? Hugentobler: Ich wünsche mir einen naturnahen, sorgfältigen und respektvollen Umgang mit dem Wald. Ruf: Diese Aussage ist ebenfalls ganz in meinem Sinne.
Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch
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Seit acht Jahren Flächenpauschalen für die Schutzwaldpflege Wallis Bereits seit acht Jahren vergütet der Kanton Wallis die Schutzwaldpflege mittels einheitlicher Flächenpauschalen. Das System ist sehr pragmatisch aufgebaut und minimiert den administrativen Ablauf stark. Mit der Kehrseite, dass dadurch regionale Unterschiede nicht mehr berücksichtigt werden können. Hier soll in Zukunft Differenzierung unter Einbezug von eine Faktoren wie Vorrat, Zuwachs, Erschliessung und Holzqualität angestrebt werden. Rückblick Seit Ende der 1980 er-Jahre wurden im Wallis Eingriffe im Schutzwald systematisch durch Beiträge von Bund und Kanton unterstützt. 1993 konnte im Goms das erste Waldbauprojekt in Angriff genommen werden. Das neue eidgenössische Waldgesetz von 1993 unterschied die Komponenten A (Produk tionswald), B (indirekte Schutzfunktion) und C (direkte Schutzfunktion). Die Projekte wurden zumeist pro Gemeinde ausgearbeitet und umgesetzt. Die Abrechnung erfolgte bis zur Stangenholzpflege mittels Flächenpauschalen, für alle Holzereieingriffe nach Ansätzen pro Kubikmeter (1/2). Wechsel auf Flächenpauschalen Die NFA-konforme Programmvereinbarung im Bereich Schutzwald zwischen Bund und Kanton respektive Kanton und Forstrevieren existiert seit 2008. Basierend auf der Schutzwaldausscheidung Silvaprotect des BAFU hat die DWL (Dienststelle für Wald und Landschaft des Kantons Wallis) die Prioritäten im Schutzwald festgelegt (3). Nach Vorliegen der waldbaulichen Planung wurde pro Revier ein Leistungsvertrag über vier Jahre abgeschlossen, welcher sowohl die Anzahl zu pflegender Schutzwaldflächen als auch den Subventionsbetrag festhält. Programmziele sind die Schutzwaldbehandlung gemäss
der Konzeption NaiS sowie die Sicherstellung der Infrastruktur für die Schutzwaldbehandlung. Als Grundbeitrag pro Hektare behandelte und beeinflusste Schutzwaldfläche wurde Fr. 5000.– / ha Bundes- respektive Fr. 6000.– Kantonsgeld gesprochen (total Fr. 11 000.–) (4). Dabei ist von einem Nettobetrag (abzüglich Holzerlös) von Fr. 12 500.– ausgegangen worden (5). Für die NFA-Pe riode 2012 bis 2015 ist der Bundesbeitrag gleich geblieben, jedoch hat der Kanton Wallis seinen Anteil um Fr. 1000.– gekürzt. Der Kantonsbeitrag wurde 2016 um weitere Fr. 1000.– gekürzt, sodass den Forstbetrieben aktuell Fr. 9000.– / ha an Subventionen für die Schutzwaldbewirtschaftung zustehen. Prioritärer Schutzwald Für die Festlegung der prioritären Schutzwälder werden die Wälder nach Punkten bewertet. Bewertet wird: – das Schadenpotenzial. (Was wird durch den Wald geschützt?) – das Gefahrenpotenzial. (Welche Naturgefahr liegt vor?) – in welchem Ausmass der Schutzwald seine Leistungen erbringen kann. (Ist ein Eingriff nötig?) Die Multiplikation der drei Punkte ergibt eine Gesamtpunktzahl. Diese bestimmt, ob ein Wald als prioritärer Schutzwald gilt (6). Forst Goms hat gemäss der Leistungsvereinbarung jährlich etwa 75 ha prioritären Schutzwald zu bewirtschaften. Der Betriebsleiter muss in seinen Überlegungen abwägen: Es wird schwierigere Schläge geben; um die Mehrkosten auszugleichen, müssen deshalb «billigere» Schläge zum Ausgleich ausgeführt werden (7). Normalerweise kann dieser Ausgleich über das ganze Revier
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Abb. 1: Ausschnitt «Bewerteter Schutzwald» und Bewirtschaftungsperimeter 2012 – 2015 (blau umrahmt). (Grafiken: zVg Forst Goms)
stattfinden, in einigen Revieren erfolgt dies aber noch pro öffentlichen Waldeigentümer (= Bürgergemeinde).
Bundes solche behandelten Flächen vor Ort im Rahmen einer Vollzugskontrolle begutachtet (8).
Planung und Ausführung Der Revierförster übermittelt der DWL bis Ende Februar die Jahresplanung, welche die geplanten Pflegeeingriffe inklusive der Wald-Wild-Massnahmen aufzeigt. Der Kreis Oberwallis der DWL prüft die Jahresplanung und übermittelt diese der Zentrale in Sitten zur Genehmigung. Die Anzeichnung der Holzschläge ist seit dem neuen Gesetz über den Wald und die Naturgefahren im Kompetenzbereich der Revierförster, der Ingenieur Waldbewirtschaftung kann jedoch verlangen, bei der Holzanzeichnung dabei zu sein. Letztere hat gemäss den Prinzipien NaiS zu erfolgen. Der Jahresbericht, welcher bis Ende Januar des darauffolgenden Kalenderjahres zu erfolgen hat, gibt Angaben zu den behandelten Flächen. Mittels Stichproben werden seitens der DWL und/oder des
Vertrag / Ablauf Der Kanton schliesst mit dem Waldbewirtschafter einen Vertrag über die zu pflegenWIS Wallis Von 2008 bis 2014 wurden die waldbaulichen Eingriffe auf einer browserbasierten Plattform (Nais.rhone. ch) eingegeben. Diese hatte mit diversen Problemen zu kämpfen und war nicht sehr benutzerfreundlich. Seit 2015 ist die (ebenfalls browserbasierte) Plattform WIS Wallis in Betrieb. Über diese können sämtliche Planungs- und Abrechnungsschritte abgewickelt werden. Ausserdem sind viele forstliche Informationen abrufbar. Als Grundlage für die Plattform diente u.a. das Geoportal GeoGr des Kantons Graubünden. Die Daten können in ein GIS-Programm exportiert werden.
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Abb. 2 a, oben: Eingabe der geplanten Eingriffsfläche (Entwurf). Abb. 2 b, unten: Nach der Übergabe in «Planung Revier» wird die Fläche ausserhalb des Behandlungsperimeters automatisch «abgeschnitten». Kosten, Mengen usw. sind hinterlegt, können aber für eine Vorkalkulation auch manuell angepasst werden.
de Fläche mit einer Laufzeit von ein bis vier Jahren ab. Der Waldbewirtschafter ist innerhalb der prioritären Schutzwälder mit Handlungsbedarf frei, welche Holzschläge er ausführen will. Die Beiträge werden mittels zwei Akontozahlungen (ca. Mai und Oktober) sowie der Schlussabrechnung im Folgejahr bis Ende Februar bezahlt. Dies garantiert die dauernde Liquidität der Betriebe. Die gesamte Planung und Abrechnung erfolgt seit letztem Jahr ausschliesslich mittels der browserbasierten, digitalen Plattform
WIS Wallis (Waldinformationssystem Wallis). Die geplanten Holzschläge müssen bis spätestens Ende Januar im WIS eingegeben werden. Anschliessend werden sie von der kantonalen Dienststelle geprüft und zur Ausführung freigegeben. Nach Ausführung der Holzschläge wird der definitive Perimeter der beeinflussten Waldfläche eingegeben. Dieser wird von der DWL validiert und eventuell korrigiert. Anhand dieser Flächenangaben werden die Beiträge ausbezahlt. Es wird nicht verlangt, dass die Flächen mittels GPS erfasst werden. Die Grenzen der
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Abb. 3: Eingabeformular mit Pflichtfeldern (gelb), freiwilligen Eingaben (grau) und Feldern, in welchen keine Eingabe möglich ist bzw. die Eingabe automatisch erfolgt (weiss).
behandelten Fläche können aber beispielsweise zwecks Digitalisierung mittels GPS erfasst werden. In den meisten Fällen ist es aber nicht nötig, da durch Strassen, Wege, Gräben und andere Konturen eine Orientierung meist ohne Probleme möglich ist. Der Beizug von Orthophotos hilft zusätzlich bei der Orientierung. Und wenn ein Jahr die Grenze des Holzschlags falsch gezogen wurde, gleicht sich das bei der Ausführung des benachbarten Holzschlags wieder aus, da dieselbe Fläche im Normalfall nicht zweimal abgerechnet werden kann.
Allfällige Flächen ausserhalb der Behandlungsperimeter werden vom Programm automatisch gelöscht. Falls in solchen Flächen trotzdem ein Eingriff geplant ist, muss ein separater Antrag an die DWL gestellt werden. Fazit Der Wechsel der Abrechnung waldbaulicher Eingriffe von Ansätzen pro Kubikmeter auf Flächenpauschalen war für die Forstbetriebe nicht einfach. Bei der Planung der Holzschläge musste zusätzlich berücksichtigt Bündner Wald 6/2016 33
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Abb. 4: Darstellung ausgeführter Eingriffe.
werden, dass der finanzielle Aufwand der jährlichen Eingriffe einigermassen ausgeglichen ist. Und das ist natürlich nicht in jedem Betrieb in gleichem Mass möglich. Durch die Reduzierung des Kantonsanteils von Fr. 6000.– auf Fr. 4000.– / ha sowie den Ein-
bruch des Holzpreises ist der Kostendruck stark angestiegen. Wir sind der Meinung, dass dadurch Eingriffe weniger stark ausgeführt werden und sich somit die Wiederkehrdauer reduziert. Dies führt schlussendlich zu höheren Kosten.
Vor- und Nachteile im Vergleich zu Ausmasspauschalen Vorteile: – Sehr einfache Abrechnung – Vereinfachte betriebliche Planung (grössere Holzschläge möglich, regionale Planung unter Berücksichtigung der Kosten: kostengünstige und kostenintensive Holzschläge) – Wenig administrativer Aufwand – Wirtschaftlicher Anreiz für Betrieb Nachteile: – Nichtberücksichtigung von Erschliessung, Vorrat, Zuwachs, Holzqualität – Grosse Differenzen bei Eingriffsstärke respektive Wiederkehrdauer – Tendenziell bleibt mehr Holz liegen (verminderte Wertschöpfung, unter Umständen erhöhte Waldbrandgefahr, Risiko Käfernester, Zugänglichkeit) – Ständige Erhöhung des Kostendrucks durch Reduzierung der Flächenpauschale
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Die Vorteile der Abrechnungsart überwiegen aber die Nachteile. Die Umsetzung im Wallis wurde sehr rasch vollzogen. Wichtig ist hier die gegenseitige Bereitschaft, am «Produkt» zu arbeiten und es somit ständig zu verbessern. Hier hat die DWL mit der neuen Plattform WIS Wallis einen ersten Schritt gemacht. Differenzierte Pauschalen, die voraussichtlich im kommenden Jahr eingeführt werden, tragen dem Fakt Rechnung, dass die Voraussetzungen in Bezug auf Erschliessung, Vorrat, Zuwachs und Holzqualität im Wallis sehr unterschiedlich sind. Die Forsteinrichtung im Wallis hat aber noch Nachholbedarf, hier sind in den nächsten Jahren weitere Anstrengungen nötig. Die Grundlagen zur Berechnung der differenzierten Ansätze müssen präzisiert und / oder verifiziert werden, um eine möglichst gerechte Verteilung der Mittel zu erreichen. Quellenverzeichnis 1 Kreisschreiben Nr. 8, BUWAL, 2003 2 Minimale Pflegemassnahmen für Wälder mit Schutzfunktion, Wegleitung, BUWAL, 1996 3 Waldbauliche Planung prioritärer Schutzwälder, Los Oberwallis, Schlussbericht, 2008 4 Handbuch NFA im Umweltbereich, Mitteilung des BAFU als Vollzugsbehörde an Gesuchsteller, Umwelt-Vollzug Nr. 0808; BAFU, 283 S., 2008 5 Die Erfolgsgeschichte von Forst Goms, Festschrift Binding Waldpreis, Philipp Gerold, 2013 6 Bewirtschaftung der Schutzwälder 2012 – 2015, Wegleitung DWL, 2012
7 Die Erfolgsgeschichte von Forst Goms, Festschrift Binding Waldpreis, Philipp Gerold, 2013 8 Bewirtschaftung der Schutzwälder 2012 – 2015, Wegleitung DWL, 2012
Willy Werlen Forst Goms Furkastr. 5, CH-3998 Reckingen willy.werlen@forstgoms.ch
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Entscheidungshilfe – multifunktionale Waldbewirtschaftung Die multifunktionale Waldbewirtschaftung stellt die Forstbetriebe heute vor grosse Herausforderungen. Eine Vielzahl an nachgefragten Leistungen führen zu einer komplizierten forstlichen Planung und Entter scheidungsfindung. Um diese zu un stützen, entwickelt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL praxistaugliche methodische Konzepte und Tools. Einleitung Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung umfasst heute nicht mehr nur die Funktion der reinen Holzproduktion, sondern berücksichtigt gleichzeitig auch ökologische und gesellschaftliche Ansprüche an den Wald. Das Hauptziel ist es, die drei Ansprüche bestmöglich aufeinander abzustimmen. Um dies zu gewährleisten, ist die nachhaltige Waldbewirtschaftung in der Schweiz u. a. im Rahmen der Waldpolitik 2020 (1), einer politischen Absichtserklärung des Bundesrates, weiter konkretisiert. Danach ist der Wald so zu bewirtschaften, dass er die Funktionen und Leistungen (Ecosystem Services) nachhaltig und gleichwertig erfüllen kann. Dazu zählen neben dem Schutz der natürlichen Ressourcen insbesondere: – die Sicherstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Forstbetriebe, – der Schutz vor Naturgefahren, – der Schutz von Artenvielfalt und Lebensräumen (Biodiversität) sowie – die Verfügbarkeit von Freizeit- und Erholungsraum. Gleichzeitig soll den stattfindenden Änderungen im Umfeld der Wald- und Holzwirtschaft, allen voran dem Klimawandel, Rechnung getragen werden. Diese multifunktionale Forstwirtschaft stellt Forstbetriebe heute vor eine grosse Herausforderung,
nicht nur in der Schweiz. Denn sie müssen im Rahmen ihrer forstlichen Planung langfristige und weitreichende Entscheide treffen, die einen massgeblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Wälder und die Bereitstellung der nachgefragten Leistungen haben. Dabei stehen sie insbesondere vor der Frage, mit welchen waldbaulichen Behandlungsstrategien sich die Zielvorgaben der Multifunktionalität auf betrieblicher Ebene bestmöglich umsetzen lassen und speziell, wie sich diese auf die ökonomische Situation ihrer Betriebe auswirken. Hierzu bedarf es geeigneter Konzepte und Tools zur Entscheidungsunterstützung. Daher hat sich die Gruppe Forstliche Produktionssysteme der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL zum Ziel gesetzt, methodische Ansätze zu entwickeln, mit denen sich für konkrete Fallstudien verschiedene Bewirtschaftungs strategien und ihre Auswirkungen auf die verschiedenen Waldleistungen langfristig simulieren und bewerten lassen. Projektziel Im Rahmen dieses Projekts der WSL werden im Detail folgende Fragestellungen untersucht: – Wie lassen sich die Ziele der Schweizer Waldpolitik 2020 – Holzproduktion, Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, Erholung und Freizeit sowie CO2-Speicherung – in praktikable Zielwerte für das Management auf betrieblicher Ebene umsetzen? – Welche waldbaulichen Behandlungsstrategien eignen sich, um die Leistungen bestmöglich zu erfüllen? Wo liegen Sy nergien und Konflikte? – Welche finanziellen Konsequenzen resultieren für einen Forstbetrieb aus den verschiedenen waldbaulichen Behandlungsstrategien?
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Abb. 1: Der Prozess der forstlichen Planung und seine methodischen Hilfsmittel (verändert nach (2)). (Darstellung: WSL)
– Welchen Einfluss übt der Klimawandel auf die Erfüllung der Ziele aus?
ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten, bewertet werden können.
Zur Beantwortung der Fragestellungen wird ein multikriterielles System zur Entscheidungsunterstützung entworfen, mit dessen Hilfe auf der Ebene des Forstbetriebes – Bewirtschaftungsziele definiert sowie quantitativ abgebildet und – verschiedene Behandlungsstrategien bezüglich ihrer Nachhaltigkeit, d. h. unter
Das System soll die anspruchsvolle forstliche Planung und Steuerung des komplexen Waldökosystems unterstützen. Es soll ermöglichen, geeignete waldbauliche Behandlungsstrategien zu ermitteln, um die vielfältigen Ansprüche nachvollziehbarer zu gestalten. Der Prozess der Forstplanung umfasst dabei (Abbildung 1): Bündner Wald 6/2016 37
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Kriterium / Waldleistung Schutz vor Naturgefahren
Indikatoren zur Bewertung Rockfall Protection Index (RPI): Bewertet die Schutzleistung des Waldes gegenüber Steinschlag (3). Basiert auf den Grundlagen des Internet-Tools RockforNET1. Avalanche Protection Index (API): Bewertet die Schutzleistung gegenüber Lawinen. Die zugrunde liegende Annahme für die Berechnung des API ist, dass für einen gegebenen mittleren BHD die Bestandesgrundfläche (G) ein geeigneter Parameter ist, um die Interzeption und die mechanischen Stabilitätseffekte zu bewerten (3). Landslide Protection Index (LPI): Der LPI verwendet den Überschirmungsgrad der Kronen, um die Schutzleistung gegenüber Erdrutsch und Erosion zu bewerten (4).
Holzproduktion
Durchschnittliche jährliche genutzte Holzmenge Durchschnittlicher jährlicher Zuwachs Nachhaltigkeit der Holznutzung: Diese wird beschrieben durch das Verhältnis von Nutzung und Zuwachs. Stehender Vorrat: Dieser wird über den natürlichen Bestockungsgrad bewertet; Vorteile: 1. junge Bestände mit geringen Vorräten werden gegenüber Altbeständen mit hohen Vorräten nicht schlechter bewertet, 2. negativer Einfluss von Unter- oder Überbestockung fliessen in die Bewertung mit ein. Annuität: Die Annuität bezeichnet einen jährlichen Deckungsbeitrag aus der waldbaulichen Produktion, der bezogen auf den Planungszeitraum als Gewinnbeitrag entnommen werden kann (5).
Erholung
Visuelle Attraktivität: Die Erholungsleistung wird über die visuelle Attraktivität der Bestände ermittelt. Besonders attraktiven Wäldern wird hierbei eine höhere Erholungsleistung unterstellt. Die Bewertung erfolgt anhand von strukturellen Bestandesparametern, welche direkt durch das Management beeinflusst werden können, z. B.: Bestandeshöhe, Baumarten, Ernterückstände, Menge an Totholz (6).
Biodiversität
Baumartendiversität: Diese wird mit dem vielfach verwendeten Shannon-Index bewertet. Der Shannon-Index beschreibt die Vielfalt der Baumarten und berücksichtigt dabei die Grundflächenanteile der jeweiligen Baumart (7). Strukturdiversität: Die Bewertung der Strukturdiversität erfolgt mittels des Post-hocIndex, welcher das Prinzip des Shannon-Index auf die Grundflächenanteile der Durchmesser- und Höhenklassen anwendet (8). Menge an Totholz im Bestand Anzahl Habitatbäume: Dies bezeichnet besonders alte und dicke Bäume.
Kohlenstoffspeicherung
Kohlenstoffspeicherleistung des Waldes: Setzt sich zusammen aus der Kohlenstoffbindung 1. in der lebenden Biomasse, 2. im geernteten Holz, 3. im Totholz sowie 4. Kohlenstoff-Lagereffekten in Holzprodukten und 5. Substitutionseffekten.
Tabelle 1: Indikatoren für die Erfassung und Bewertung der wesentlichen Waldleistungen. (1Quelle: http://www.ecorisq.org/rockfor-net-de [Oktober 2016] ) 38
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Hierfür werden geeignete, anerkannte und einfache Indikatoren ausgewählt, welche es ermöglichen, die verschiedenen Leistungen des Waldes zu erfassen. Für die Auswahl der Indikatorn ist dabei entscheidend, dass diese mit Grössen ermittelt werden können, welche in der forstlichen Praxis zur Verfü gung stehen und durch die Resultate eines praxistauglichen Waldwachstumssimulators bedient werden können. Die Tabelle 1 gibt einen Überblick über die im Rahmen dieses Projekts ausgewählten Indikatoren (siehe Seite 19). Abb. 2: Beispiel der Nutzenfunktion für Totholz. 40 m3 pro Hektar ist für den Naturschutz eine ideale Menge, um die Biodiversität in Wäldern zu fördern. Ab dieser Menge ergibt die Nutzenfunk tion daher einen Wert von 1. (Darstellung: WSL)
1. die Erhebung der aktuellen Situation im Rahmen einer Inventur, 2. die Entwicklung von Behandlungsstrate gien, 3. das Ermitteln von daraus resultierenden Problemen, 4. die Auswahl einer geeigneten Alterna tive, sowie 5. die Entscheidungsfindung und die Um setzung der ausgewählten Strategie.
Methode Methodisch lassen sich drei Schritte unter scheiden: 1. Indikatorbasierter Bewertungsrahmen Die Ermittlung von Problemen im Zuge der forstlichen Planung erfordert die Entwick lung eines Bewertungsrahmens. Dieser ba siert auf Indikatoren, die eine Bewertung der Strategien im Hinblick auf die Ziele der multifunktionalen Waldbewirtschaftung er möglichen.
2. Multikriterielle Entscheidungsanalyse Die Indikatoren für die Erfassung der Wald leistungen messen jeweils unterschiedliche Aspekte. Um diese mit multikriteriellen Ent scheidungsmethoden vergleichend bewerten zu können, müssen die Indikatoren normali siert werden. Dies geschieht mit sogenann ten Nutzenfunktionen. Diese Funktionen übersetzen die Resultate der Indikatoren in einen Werterahmen zwischen null und eins, wobei eins den bestmöglichen Indikatorwert repräsentiert und null den schlechtesten (Ab bildung 2). Durch diese Normalisierung las sen sich die verschiedenen Indikatoren gegenüberstellen. Darauf aufbauend, lässt sich ein Nutzenwert für jede Waldleistung ermit teln und Konflikte sowie Synergien zwischen den verschiedenen Leistungen können auf gezeigt werden. Weiterhin lässt sich aber auch jeder Strategie ein zusammenfassender Nutzenwert zuordnen. Dabei können die Präferenzen des Entscheiders (oder Betriebs leiters) berücksichtigt werden, indem den Waldleistungen mit Vorrangfunktion eine höhere Gewichtung zukommt. 3. Modell und Bewirtschaftungsstrategien In einem weiteren Schritt werden verschie dene waldbauliche Behandlungsstrategien Bündner Wald 6/2016 39
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für die zukünftige Bewirtschaftung des Wal des definiert. Für das Fallbeispiel im Mit telland, den Forstbetrieb Wagenrain (AG), wurden folgende fünf Strategien entwickelt: 1. Bewirtschaftung wie bisher: – Bildet die bisherige Bewirtschaftungstra tegie so gut wie möglich ab 2. Biodiversitätsstrategie: – Integrative Strategie zur Förderung der Biodiversität – Seltene Baumarten (Minderheiten) wer den geschützt – Besonders alte und dicke Bäume werden der Nutzung entzogen (Habitatbäume) – Im Zuge der Endnutzung werden 0,3 Pro zent der Überschirmung erhalten – Zielstärke wird erhöht – Nutzungsmengen je Durchforstung und Endnutzung sind verringert – Generell: Erhöhung der natürlichen Mor talität durch extensive Bewirtschaftung 3. Intensive Bewirtschaftung: – Strategie, bei welcher im Vergleich zur bisherigen Bewirtschaftung stärker in
Erholungssuchende im Wald. (Bild: Peter Longatti)
den Bestand eingegriffen wird (z. B. Bio masse für energetische Zwecke) – Zielstärke wird verringert – Nutzungsmengen je Durchforstung und Endnutzung sind erhöht 4. Keine Bewirtschaftung – Es finden keine Eingriffe in den Bestän den statt – Reservatsfläche – Strategie dient als entgegengesetztes Ex trem zur intensiven Bewirtschaftung 5. Segregationsstrategie – Bildet einen Dreiklang aus den Strategien «Biodiversitätsstrategie», «Intensive Be wirtschaftung» und «Keine Bewirtschaf tung», welche räumlich getrennt zur sel ben Zeit simuliert werden. Dabei wird der politischen Forderung nach 10 Prozent Reservatsflächen Rechnung getragen.
Die Simulation der Strategien erfolgt mit tels eines Wachstumssimulators. Hierfür wurden vorab in einer umfangreichen Eva luation bis zu 14 verschiedene Modelle be trachtet ( 9 ). Entscheidende Evaluationskri terien waren dabei insbesondere folgende Aspekte: – Eignung zur Unterstützung der forstli chen Entscheidungsprozesse – Abbildung der gängigen Behandlungsund Durchforstungsarten – Ausgabe von ökonomischen und ökolo gischen Kennwerten – Abbildung der wesentlichen Haupt baumarten der Schweiz – Simulation von ungleichaltrigen und ge mischten Beständen – Räumliche Auflösung auf Einzelbaum ebene – Parametrisierung anhand Inventur- und Versuchsflächendaten der Schweiz ist möglich
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– Geeignet für die forstliche Praxis und Wissenschaft – Abbildung klimatischer Einflüsse oder Eignung für eine nachträgliche klimasensitive Weiterentwicklung Das Ergebnis der Evaluation ergab, dass das Modell BWINPro der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt NW-FVA die Kriterien am besten erfüllt. Dieses bildet wiederum die zentrale Wachstumskomponente des Simulators WaldPlaner (10). Dieser wird im Rahmen dieses Projekts eingesetzt, um die Daten der Betriebsinventur zu verarbeiten und die zukünftige Waldentwicklung unter den oben genannten Strategien zu simulieren. Für die Bewertung ökonomischer Leistungen wird der Simulator mit dem Holzernteproduktivitätsmodell HeProMo der WSL gekoppelt (11). Anwendung und Ausblick Anhand der Inventurdaten des Forstbetriebes Wagenrain (AG), des Forschungs- und Lehrwaldes der WSL, wird das m ultikriterielle Entscheidungssystem angewendet. Dabei werden die Auswirkungen der unterschiedlichen Bewirtschaftungsstrategien auf die
Forwarder für das Holzrücken im Wald. (Bild: Friedrich Frutig)
Leistungen des Waldes betrachtet und anhand der eingangs genannten Fragestellungen untersucht. Weiter ist vorgesehen, das Entscheidungsmodell auch auf Basis der Daten des Landesforstinventars LFI und des dazugehörigen Modells MASSIMO anzuwenden (12).
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Dies erlaubt eine Auswertung auch auf Ebene der Wirtschaftsregionen im Alpenraum. Dank Wir danken dem Fonds zur Förderung der Wald- und Holzforschung für die finanzielle Unterstützung dieses Projektes. Literatur 1. BAFU. Waldpolitik 2020 – Visionen, Ziele und Massnahmen für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Schweizer Waldes. Bern: Bundesamt für Umwelt; 2013. 2. Blattert C, Lemm R, Thees O, Lexer MJ, Hanewinkel M. Management of ecosystem services in mountain forests: review of indicators and value functions for model based multi-criteria decision analysis. Ecological Indicators under review. 3. Cordonnier T, Berger F, Elkin C, Lämas T, Martinez M. ARANGE Deliverable D2.2 – Models and linker functions (indicators) for ecosystem services 2013. 94 p. 4. Frehner M, Wasser B, Schwitter R. Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald. Wegleitung für Pflegemassnahmen in Wäldern mit Schutzfunktion. Bern: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft; 2005. 564 p. 5. Möhring B, Rüping U, Leefken G, Ziegeler M. The annuity – A «missing link» of the forest economy? Allgemeine Forst- und Jagdzeitung. 2006 ; 177 (2) : 21– 9. 6. Edwards DM, Jay M, Jensen FS, Lucas B, Marzano M, Montagné C, et al. Public preferences for structural attributes of forests: Towards a pan-European perspec tive. Forest Policy and Economics. 2012 ; 19 : 12 – 9. 7. Shannon CE, Weaver W. The mathematical theory of communication: Urbana, Ill.: University of Illinois Press; 1949. VI, 117 p. p.
8. Staudhammer CL, LeMay VM. Introduction and evaluation of possible indices of stand structural diversity. Canadian Journal of Forest Research. 2001; 31 (7) : 1105 – 15. 9. Blattert C, Thees O, Lemm R. Ein Vergleich von Waldwachstums-Simulatoren mittels Analytic Hierarchy Process hinsichtlich Funktionalität und Softwarestruktur. Allg. Forst-Jagdztg. 2015 ; 186 (1/2): 14 – 31. 10. Hansen J, Nagel J. Waldwachstumskundliche Softwaresysteme auf Basis von TreeGrOSS – Anwendung und theoretische Grundlagen: Universtitätsverlag Göttingen; 2014. 224 p. 11. Frutig F, Thees O, Lemm R, Kostadinov F. Holzernteproduktivitätsmodelle HeProMo – Kenzeption, Realisierung, Nutzung und Weiterentwicklung. In: Thees O, Lemm R, editors. Management zukunftsfähige Waldnutzung Grundlagen, Methoden und Instrumente. Birmensdorf, Eidg. Forschungsanstalt WSL: vdf Hochschulverlag; 2009. p. 441 – 66. 12. Stadelmann G, Herold A, Didion M, Vidondo B, Gomez A, Thürig E. Holzerntepotenzial im Schweizer Wald: Simulation von Bewirtschaftungsszenarien. Schweizerische Zeitschrift fur Forstwesen. 2016 ; 167 (3) : 152 – 61.
Clemens Blattert Eidg. Forschungsanstalt WSL Zürcherstrasse 111 CH-8903 Birmensdorf
Renato Lemm Eidg. Forschungsanstalt WSL Zürcherstrasse 111 CH-8903 Birmensdorf
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Für die wilden Hühner im Ausseerland Ganz Europa verzeichnet einen Rückgang der Raufusshuhnpopulationen. Ihr passender Lebensraum im Wald wird kleiner, die Vernetzung zwischen einzelnen Populationen fehlt und der wachsende OutdoorTourismus beunruhigt die scheuen Vögel. Die Förster im Forstbetrieb Inneres Salzkammergut der österreichischen Bundesforste haben die Artgefährdung rechtzeitig erkannt und steuern dem mit Lebensraumgestaltung, Monitoring und Vernetzung seit fast zwanzig Jahren entgegen. In der Mitte Österreichs Das Ausseerland liegt auf 750 m Seehöhe in der Mitte Österreichs und umfasst Seen, Moore und Wälder. Es ist durch das Tote Ge-
birge im Norden und das Steirische Dachsteinplateau im Süden begrenzt. Schon der Kaiser ging hier gerne auf die Jagd, und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Touristen das Ausseerland besuchen. Seit Hunderten von Jahren wird in dieser Gegend Salzabbau betrieben und der Wald dafür bis zur Jahrhundertwende primär genutzt. Die Fichte wurde vermehrt gefördert, die Buche und Tanne eliminiert. Die Auswirkungen dieser Selektion sind im heutigen Waldbild präsent. Dennoch finden sich im Ausseerland viele Arten und Lebensräume wie der Steinkrebs, der Alpenbockkäfer und Lebensräume wie z. B. Moore, die anderswo in Österreich stark gefährdet sind. Durch die Einrichtung verschiedener Schutzgebiete und der nach-
Das Kemetgebirge beherbergt sowohl Auer- als auch Birkwild. Gut erkennbar sind neben dem mit einer Moorfläche verbundenen Miesbodensee auch Windwurfflächen aus dem Jahr 2007. (Bilder: © T. Kranabitl) Bündner Wald 6/2016 43
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Ausseerland
Bundesland
Österreich
(Zählung 2015 des Forstbetriebes)
Steiermark (Zählung 2014 der Jägerschaft)
Auerwild
155 Hähne
4100 Hähne
25 000 Individuen
Birkwild
290 Hähne
5800 Hähne
26 000 Individuen
Haselwild
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50 000 Individuen
Schneehuhn
–
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> 50 000 Individuen
haltigen forst lichen Bewirtschaftung sollen diese Naturjuwele den nächsten Generationen erhalten bleiben. Vorkommen der Raufusshühner Im Ausseerland kommen alle vier Arten von Raufusshühnern vor. Die Populationsgrössen sind für das Auer- und Birkwild leicht ansteigend, fürs Haselwild stabil und fürs Schneehuhn leicht rückgängig. Balzplatzzählungen Seit 1999 werden vom Forstbetrieb ausgehend gemeinsam mit der örtlichen Jäger-
(laut Berechnung Storch 2007)
schaft Balzplatzzählungen sowohl des Auerhahns wie auch des Birkhahns durchgeführt. Da das Gebiet mit ca. 20 000 ha sehr gross ist, werden jährlich dieselben 15 Referenzbalzplätze frühmorgendlich aufgesucht und hier die Anzahl an meldenden Hähnen dokumentiert. Alle fünf Jahre erfolgt eine grösser angelegte Synchronzählung. Durch verschiedene Berechnungen ist eine Annäherung an die tatsächliche Populationsgrösse (Hähne und Hennen) möglich. Solche Zahlen und auch Zeitreihen mit erkenn baren Trends in der Populationsentwicklung sind für geplante (Gross-) Projekte wie
Flugschneisen werden speziell fürs Auerwild angelegt.
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Skipistenerweiterungen, aber auch für den Forstbetrieb zur Bewirtschaftung massgeb lich. Nutzen und Schützen Die Jagd auf Birk- und Auerhahn hat im Ausseerland wie in ganz Österreich eine tra ditionelle und kulturelle Bedeutung. Diente der erlegte Vogel vormals der Nahrungsbe schaffung, so ist er heutzutage attraktiv für die Zurschaustellung. Die Freigabe von Ab schüssen ist an die derzeitigen Vorkommen angepasst. Hennen sind ganzjährig ge schont, und bei der Entnahme der Hähne gibt es konkrete Vorschriften. So darf nur für mindestens 16 bei den Balzplatzzählun gen bestätigte Hähne einer erlegt werden. Diese dürfen wiederum nur auf einem Balz platz, wo mindestens fünf Hähne melden, geschossen werden. Durch diese Einschrän kung ist das Erlegen eines Auer- oder
irkhahns ein besonderes Jagderlebnis. Ein B Abschuss entspricht einem Wert von etwa 4000 Euro (= 4400 Franken). Die Jagd, also das Nutzen des Tiers, erhöht das Interesse bei den Waldbesitzern sowie bei den Jägern und wirkt sich positiv auf die Förderung der Raufusshühner aus. Der Lebensraum wird dementsprechend bewirt schaftet und es wird freiwillig bei den Zäh lungen mitgewirkt. Waldbau fürs Auerwild Der Forstbetrieb Inneres Salzkammergut hat zum Ziel, dem Auerwild einen möglichst vernetzten Ganzjahreslebensraum über die gesamte Fläche anzubieten. Gezielte Auer wildbewirtschaftung erfolgt in allen Alters stadien des Waldes. Aufforstungen erfolgen mit mindestens 70 Prozent Nadelholzanteil und dem Einbringen von Lärche und Kiefer. Lärchen werden schon in Jungwuchsflächen
Trittsteine: Die Überquerung des Talbereichs im Ausseerland kann nur über die speziell waldbaulich hergerichteten Erhöhungen bewältigt werden. Bündner Wald 6/2016 45
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und bleiben als Überhälter für die nächste Waldgeneration erhalten. Entlang von Forststrassen werden die Böschungen freigehalten, denn im Frühjahr sind das die Bereiche, wo der Schnee als Erstes schmilzt und ein Nahrungsangebot vorhanden ist.
Mitarbeiter bringen einen orangen Kunststoffzaun auf einem Kulturschutzzaun an, um diesen für das Auerwild sichtbarer zu machen.
gefördert und bleiben als Samenbäume auf Räumungen stehen. Durch Dickungen werden fahrzeugbreite Schneisen geschlagen, flächen zu verbinden. Generell um Altholz werden Flugschneisen mit Ausbuchtungen angelegt. Die Heidelbeere als Nahrungsgrundlage wird durch feinfühliges Spiel mit dem Licht zum Wachsen angeregt. In vielen Beständen existiert eine extensive Waldweide, welche von selbst eine optimale Struktur für zukünftige Waldbestände des Auerwilds schafft. Bei der forstlichen Arbeit wird auf Ameisenhaufen sowie Huderplätze speziell Rücksicht genommen. Nach Nutzungen wird das Astmaterial auf Haufen zusammengetragen, um der Henne und den Küken das Durchqueren der Fläche und das frühzeitige Erkennen von Feinden zu erleichtern. Einzelbäume mit starker Beastung sind generell als Biotopbäume sehr wertvoll
Almpflege fürs Birkwild Da immer weniger Vieh den Sommer auf der Alm verbringt, holt sich der Wald die Flächen zurück. Doch genau diese Übergangsbereiche und Freiflächen in der Höhe sind wichtiger Lebensraum fürs Birkwild. Während der Balz will der Birkhahn von den Hennen gesehen werden, darum präsentiert er sich auf teils vegetationslosen Flächen. Für die Nachkommen sucht die Birkhenne in halboffenen Flächen mit höherem Krautanteil Schutz vor Feinden und findet dort Nahrung für ihre Küken. Um optimal für das Leben vorbereitet zu sein, brauchen sie verschiedene Pflanzenteile von Almkräutern, Gräsern, Preiselbeeren und Heidelbeeren. Gemeinsam mit den jeweiligen Landwirten und dem Forstbetrieb wird gegen das Zuwachsen durch Latschen (Pinus mugo) bei jährlichen Aktionstagen vorgegangen. Nur eine grosse Anzahl an Akteuren kann hier etwas bewirken: Die krummen Bäume werden mit der Motorsäge geschnitten und auf Haufen zusammengetragen. Dies hat mehr als nur einen Nutzen: verbesserter Lebensraum des Birkwilds, Erweiterung des Futterangebots fürs Vieh, Erhöhung der Artenvielfalt am Berg und Äsungsmöglichkeit für Gämse und Rotwild. Tödliche Hindernisse sichtbar machen Ein Forstbetrieb hat aus verschiedenen Gründen Zäune im Wald: Einerseits sind Wildgatter fürs Rotwild vorhanden, andererseits gibt es Zäune, die frisch gesetzte Bäume vor Weide- und Wildverbiss schüt-
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zen sollen. Gerade in Kronendachhöhe, an Waldrändern oder quer durch einen gut ge eigneten Lebensraum aufgestellt, stellen sie eine erhöhte Lebensgefahr für Raufusshüh ner dar. Wenn das Auerwild durch einen Feind aufgeschreckt wird, ist sein erster Im puls die Flucht. Diese geschieht schnell und panikartig. Die feinmaschigen Zäune wer den dann nicht wahrgenommen und der Fluchtversuch kann mit einer Kollision en den, die oft tödlich ist. Damit die Zäune keine Gefahr darstellen, werden sie mit Kunststoffzäunen umwickelt und dadurch sichtbar gemacht. Im Fall einer Flucht nimmt das Auerwild die Farbe und die en gere Maschenbreite wahr und sieht so das Hindernis. Druck auf den Lebensraum Das Ausseerland zieht durch seine einzig artige Landschaft viele Erholungsuchende und Sportbegeisterte an. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 956 027 Nächtigungen Ankünfte (laut Verwaltung und 242 150 Steiermark, 2016) verzeichnet. Zwei grosse Skigebiete – Loser und Tauplitz – sowie unendliche, kilometerlange Langlaufloipen zwischen Bad Mitterndorf und Bad Aussee, Skitouren- und Schneeschuhwanderrouten und Eislaufmöglichkeiten werden genutzt. Im Sommer sind es Wanderwege, offizielle und auch nicht freigegebene Mountain bike- und E-Bike-Routen, die sich oftmals mit dem Lebensraum der Raufusshühner überschneiden. Tourismusvereine und Gemeinden wollen den Touristen immer wieder neuen Anreiz bieten. So kommt es zu Forderungen nach Erweiterungen von bestehenden Strecken und Einrichtungen. Die Vereinbarkeit dieser Forderungen mit einer nachhaltigen Bewirt schaftung von Schutzgütern ist vor allem für Grundbesitzer ein Spannungsfeld.
Projekt derzeit und in Zukunft Seit 2013 setzt der Forstbetrieb Inneres Salzkammergut das von der EU geförderte LIFE + Projekt «Naturwald, Moore und Lebensraumverbund» um. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Vernetzung von Auerund Birkwildlebensräumen. Im Talbereich des Ausseerlands werden Trittsteine – unge störte Erhöhungen – waldbaulich so umge baut, dass diese attraktive Lebensräume für die Hühnervögel darstellen. Ein Hin- und Herwechseln der trägen Vögel mit einer durchschnittlichen Flugdistanz von 5 km zwischen den beiden Gebirgen soll so ange regt werden. Diese Bereiche werden zu sätzlich als Schutzgebiet ausgewiesen, damit – im Fall einer Interessensänderung im Betrieb – die Vernetzung der Raufuss hühner nicht betroffen ist. Ein Konzept von möglichen Ruhe- und touristischen Nutzzo nen beziehungsweise eine gezielte Lenkung der Besucher vor Ort wird in naher Zukunft angestrebt.
Anna-Sophie Pirtscher Österreichische Bundesforste Obere Marktstr. 1, A-4822 Bad Goisern life_ausseerland@bundesforste.at
Thomas Kranabitl Österreichische Bundesforste Obere Marktstr. 1, A-4822 Bad Goisern thomas.kranabitl@bundesforste.at
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Das Projekt LärchenSchutzWald Vinschgau Die von Lärche dominierten Schutzwälder im Vinschgau sind offensichtlich in einem schlechten Zustand. Überalterung, fehlende Verjüngung, Abnahme der Bestandesstabilität und somit der Schutzwirkung sind die aktuell grossen Herausforderungen. Durch das Projekt LärchenSchutzWald Vinschgau wurden Daten zu Zustand und Entwicklungstendenzen in den Lärchenreinbeständen erhoben und eine konkrete Massnahmenplanung mit Kostenschätzung für die nächsten zehn Jahre abgeleitet. Hintergrund Kaum ein Tal wird derart stark von einer Baumart geprägt wie der Vinschgau von der Lärche. Vor allem im Herbst dominieren die goldgelben Wälder an den Sonnenhängen die Landschaft. Analog zu den bekannten Lärchenwiesen ermöglichten die lockeren, grasigen Lärchenbestände eine Doppelnutzung: Die Flächen konnten einerseits beweidet werden und lieferten andererseits
Die Bestandskartierung des Sonnenhangs zwischen Schlanders (Schlanderser Sonnenberg) und Eyrs mit farblich unterschiedlich dargestellten Altersklassen spricht eine klare Sprache. (Grafik: zVg Forstinspektorat Schlanders)
gleichzeitig Bau- und Brennholz. Allerdings stocken die Bestände im Vinschgau auf steilen bis sehr steilen Berghängen. Das bedeutet, dass die jahrhundertelange Pflege und Nutzung neben der Holzlieferung und der Beweidungsmöglichkeit auch die Schutz wirkung gegen Naturgefahren gewährleis ten musste. Diese charakteristische Einheit gerät aber zunehmend aus dem Gleichgewicht: Überalterung, Abnahme der Be standesstabilität und fehlende Verjüngung sind die Hauptprobleme. Verschärft wurden diese Defizite in den letzten Jahren durch die Häufung von Witterungsextremen mit grossem Schadholzanfall. Zielsetzung Allgemein gesprochen war das Ziel der Arbeit, eine nachhaltige Sicherung der lärchenreichen Schutzwälder im Vinschgau planen und angehen zu können. Konkrete Hauptziele waren die Erarbeitung objek tiver Datengrundlagen (Ist-Zustand mit aktuellen Entwicklungen), die Abschätzung des Arbeitsvolumens des kommenden Jahrzehnts für technische und waldbauliche Eingriffe mit Kostenschätzung und Prioritätenreihung sowie Information und Sensibilisierung zum Thema bei Waldbesitzern, Gemeinden, Bürgern und verschiedensten Interessengruppen (Jäger, Kleinviehhalter, Touristiker). Die Projektdefinition beschränkte sich auf die reinen Lärchenschutzwälder, weil diese für den Vinschgau so typisch sind und die evidentesten Probleme ausweisen. Natürlich besteht auch in den restlichen Schutzwäldern Sanierungsbedarf unterschiedlicher Intensität. Vorgehensweise In der Arbeit wurden sowohl lokale als auch landesweit vorhandene Datengrundlagen
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genutzt und durch den Erfahrungsschatz der Bewirtschafter und des Forstdiensts vor Ort ergänzt. So wurden beispielsweise die lan desweiten Ergebnisse der Projekte Schutz waldhinweiskarte oder Waldtypisierung Süd tirol und die auf Betriebsebene vorhandenen Daten aus Waldbehandlungsplänen genutzt. Ergänzt wurden diese Grundlagen durch die Erfahrungen und Dokumentationen der Förster beispielsweise im Bereich Schadholz. In der ersten Phase wurden sämtliche Be standseinheiten von reinem Lärchenwald
(Lärchenanteil > 90 Prozent) identifiziert und kartiert. Es wurden in sich homogene Be standseinheiten aufgrund der beiden Haupt kriterien Überschirmung (wichtig für Natur gefahren) und Bestandsalter beziehungsweise Entwicklungsphase (wichtig für nach haltige Stabilität) ausgeschieden. Für jede Bestandseinheit wurden Parameter über ein Formblatt mit fünf Teilen erhoben. Der erste Teil enthält die Grunddaten wie Seehöhe oder Hangneigung. Im zweiten Teil wurde die vergangene und aktuelle wald- und wei
Ausgedehnte Lawinenverbauungen sorgen dort für Schutz, wo der Wald diese Funktion (noch) nicht übernehmen kann. (Bild: zVg Forstinspektorat Schlanders) Bündner Wald 6/2016 49
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Ein Bild, das nach dem starken Nassschneefall vom September 2011 in weiten Teilen der Vinschger Lärchenwälder anzutreffen war. (Bild: zVg Forstinspektorat Schlanders)
dewirtschaftliche Behandlung erhoben. Der dritte Teil stellt den waldbaulichen Massnahmenplan (z. B. notwendige Aufforstungen) dar. Im vierten Teil wurden die bisher verwirklichten technischen Massnahmen und Bauten erfasst (z. B. Schneerechen in Holz, Wildzäune). Im fünften Teil schliesslich wurde ein technischer Massnahmenplan für das nächste Jahrzehnt erarbeitet. Ebenso wurde immer angegeben, ob die Massnahmen kurz- (in den nächsten drei Jahren), mitteloder langfristig (bis 2022) umzusetzen sind. Das Projekt wurde im Jahr 2012 vom Forstinspektorat Schlanders vollständig mit eigenem Personal definiert und abgewickelt. Ergebnisse und aktueller Zustand Die Analyse der Lärchenwälder im Vinschgau ergab folgende Hauptergebnisse: Es
konnten insgesamt 450 Stück an jeweils einheitlichen Lärchenwaldeinheiten ausgeschieden werden. Diese besitzen eine Gesamtfläche von 7190 Hektar und machen so 18 Prozent der Waldfläche im Forstinspektorat Schlanders aus. Mehr als ein Drittel dieser Waldfläche ist älter als 200 Jahre. Einen Überschirmungsgrad von 0,6 oder weniger besitzen 57 Prozent der Fläche, womit mehr als die Hälfte der Lärchenwälder in dieser Hinsicht schlecht strukturiert sind. Die Bestände befinden sich auf steilem bis sehr steilem Gelände: Der Grossteil (79 Prozent) stockt auf Hängen mit einer Hangneigung von über 60 Prozent. Als besonders kritisch und mit akutem Handlungsbedarf im Hinblick auf Bestandserneuerung zeigen sich bereits allein aus dieser Datenanalyse (Wald auf Hängen steiler als 60 Prozent und
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mit lockerer bis aufgelöster Struktur und einem Bestandsalter von über 200 Jahren) ganze 1409 Hektar. Die meisten Flächen befinden sich in einer Höhenlage über 1750 m ü. M. (57 Prozent), dementsprechend langsam geht die Bestandserneuerung vor sich. Aufgrund der Schutzwaldhinweiskarte wurden die einzelnen Bestände einer Schutzwaldkategorie zugewiesen: 65 Prozent der Bestände mussten dem Objektschutzwald zugeordnet werden, d. h., sie schützen Infrastrukturen direkt vor Naturgefahren und Zerstörung.
In diese Schutzwaldbestände musste bereits in der Vergangenheit viel investiert werden. So befinden sich darin beispielsweise 5530 lfm Schneebrücken / Schneerechen in Holz zur Lawinenabwehr, 72 km an Wildzaun zur Verjüngungssicherung und 59 km an Weidezäunen. Allein im Jahr 2011 fiel in diesen Lärchenschutzwäldern 17 500 fm Schadholz durch Schneedruckschäden an. In den vergangenen zehn Jahren fiel im Lärchenwald mehr Schadholz an, als durch geplante Holzschläge entnommen wurde. Bedenklich ist die
Blick vom steilen Schlanderser Sonnenberg hinunter auf den Bezirkshauptort Schlanders. (Bild: zVg Forstinspektorat Schlanders) Bündner Wald 6/2016 51
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Verjüngungssituation: Drei Viertel der Flächen besitzen keine ausreichende Verjüngung. Ein Grossteil (75 Prozent) der Flächen ist – wenn oft auch nur schwach und für kurze Zeit – beweidet, dazu kommen Verbissschäden durch die hohe Wilddichte im Vinschgau. Ergebnisse und Massnahmenplan Für diese Schutzwälder wurde aufgrund der vorher beschriebenen Ausgangssituation ein Massnahmenplan für das nächste Jahrzehnt erarbeitet. So sind beispielsweise Aufforstung und Nachbesserung mit gesamthaft rund 640 000 Pflanzen nötig. Dazu sind Durchforstungen und Waldpflege auf 527 Hektar vorgesehen. Dagegen sind geplante Holznutzungen im kommenden Jahrzehnt mit insgesamt 20 000 fm nur mehr beschränkt möglich. Auf insgesamt 900 Hektar ist eine Weideregelung geplant. Der Massnahmenplan für technische Bauten sieht folgende Hauptmassnahmen vor: Instandhaltungsarbeiten an den bestehenden Lawinenverbauungen, den Zäunen und den Forstwegen, damit diese Bauwerke die Funktionen weiterhin erfüllen können. Da rüber hinaus werden neue Wildzäune zur
Sicherung der Hochlagenaufforstungen sowie Ergänzungen bei den Schneerechen, den Forstwegen und den Weidezäunen zur Waldweidetrennung benötigt. Nach entsprechender Kostenschätzung sind für das nächste Jahrzehnt über 11 Millionen Euro für Schutzwaldsanierungsmassnahmen notwendig. Zu den intensivsten Bereichen zählen neben den oben genannten technischen Massnahmen auch die Bereiche Aufforstungen und Nachbesserungen sowie die Bestandspflege. Beispielsflächen In jeder der fünf Forststationen wurden Beispielsflächen beschrieben, welche die Thematik, die bereits geleistete Arbeit und die aktuell unterschiedlichen Herausforderungen verdeutlichen. Das Praxisbeispiel «Wieserroan» in Langtaufers in der Gemeinde Graun war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine waldfreie Weidefläche. Nach kleineren Aufforstungsaktionen begann 1955 die systematische Wiederaufforstung mit der Errichtung von Lawinenverbauungswerken und Einzäunungen. So sind in diesem Gebiet nun rund 17 Hektar reiner Lärchenwald vorhanden. Aktuelle Problemfelder sind beispielsweise die Notwendigkeit
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von Durchforstungen und Waldpflegemass nahmen (gleichförmige Bestände sind zu stabilisieren und zu strukturieren, oft muss auch schlechte Vitalität durch fragliche Her künfte festgestellt werden), die Einbringung von wintergrünen Baumarten (Erhöhung des Schutzes, um einen Lawinenanbruch zu ver hindern) oder der Sanierungsaufwand von Schneerechen und Zäunen (Holzbauwerke, die rund 30 Jahre alt sind). Am «Schlanderser Sonnenberg» in der Ge meinde Schlanders finden wir eine andere Situation vor. Hier besteht auf 136 Hektar Lärchenwald, der auf sehr steilen Stand orten überwiegend locker aufgebaut und flächig über 200 Jahre alt ist. Es gab grosse Schadholzmengen, jedoch ist kaum Ver jüngung vorhanden. Im Waldgrenzbereich werden neue Lawinenanbruchsverbauun gen errichtet (Schneerechen in Holz mit Aufforstung von Zirbe), Waldweidetren nungen durchgeführt (die Beweidungs situation ist teilweise unbefriedigend) und die Verjüngung der lockeren Bestände (Pflanzungen innerhalb kleiner Zaunflächen wegen des starken Wildeinflusses) forciert. Information Im Rahmen dieses Projekts wurden ver schiedene Aktivitäten und Massnahmen ge setzt, um die Bevölkerung sowie verschie dene Interessengruppen zu informieren, zu sensibilisieren und einzubinden. Bei einer Tagung in Mals im November 2013 wurden die Ergebnisse der interessier ten Talbevölkerung vorgestellt. Die Einbe ziehung der Bürger vor Ort wurde durch einen «Campus» am Watles bei Mals verstärkt, wo jeder bei der Schutzwaldsa nierung direkt Hand anlegen konnte. Auf Grundlage dieses Projekts wurden von der Versicherungsgruppe Helvetia Italia 10 000 Bäumchen zur Aufforstung und Nachbes
serung in lockeren Lärchenwäldern in Schli nig zur Verfügung gestellt. Auch an einem Waldbaukongress in Florenz konnte das Projekt mit einem Vortrag präsentiert wer den. Daraus entstand zusammen mit der Universität Turin und zwei weiteren Regio nen ein nationales LIFE-Projekt, welches in Vorbereitung ist. Im Oktober 2016 wurde eine Schutzwald-Patenschaft mit der Fach schule für Land- und Forstwirtschaft Fürs tenburg abgeschlossen. Die Schüler über nehmen für die nächsten drei Jahre die Waldpflege in drei ausgewählten Schutz waldbeständen. Die Erstellung derartiger Projekte ist sicher lich ein beachtlicher Aufwand. Die objekti ven Daten und der Massnahmenplan helfen jedoch, die kritische Situation zu verdeutli chen und sind sowohl auf regionaler Ebene als auch auf Bestandsebene gut einsetzbar. Jedenfalls kann so das Thema Schutzwald in den Fokus gerückt werden und – wie in un serem Beispiel – können neue Partner für die Ziele des Schutzwaldes gewonnen wer den. Info: http://www.provinz.bz.it/forst/ studien-projekte/laerchenschutzwaldvinschgau.asp
Georg Pircher Forstinspektorat Schlanders Schlandersburgstr. 6, I-39028 Schlanders georg.pircher@provinz.bz.it
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34. Skipostenlauf fürs Bündner Forstpersonal Datum und Ort: Samstag, 11. März 2017, Solarskilift in Tenna
Kategorie: Damen, Herren, Lehrlinge, Kinder
Veranstaltung: Riesenslalom und Postenarbeit
Anmeldung: Mit Anmeldetalon bis 3. März 2017 an: Amt für Wald und Naturgefahren Region 3 Surselva Via Crappa Grossa 14 7130 Ilanz Telefon 081 257 62 70 E-Mail rosmarie.nay @ awn.gr.ch
Zeit: – 8.15 bis 9.45 Uhr: Startnummernausgabe, Talstation des Solarskilifts in Tenna – 9.30 bis 10 Uhr: Besichtigung RS – 10.15 Uhr: Start Riesenslalom (1 Lauf) – 14.30 Uhr: Rangverkündigung Zugelassene Sportgeräte: Alle Arten von Schneesportgeräten – alles, was einem Ski ähnlich sieht. Wettkampfbedingungen: Teilnahmeberechtigt sind die Mitglieder von Graubünden Wald, alle im Bündner Forstdienst oder bei Forstunternehmern tätigen Personen und deren Frauen, Männer, Freunde und Freundinnen sowie Kinder.
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Startgeld : Damen und Herren Fr. 15.–, Lehrlinge Fr. 8.–, Kinder gratis Bezahlung des Startgelds sowie spezielle Tageskarten bei der Startnummernausgabe. Nachmeldungen an der Tageskasse mit 5 Franken Zuschlag Preis für spezielle Tageskarten: Erwachsene 18 Franken, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 12 Franken
Auf www.skilift-tenna.ch wird am Vorabend ab 17 Uhr über die Durchführung informiert.
Anmeldetalon: 34. Skipostenlauf fürs Bündner Forstpersonal Name: Vorname: Ort: Jahrgang: Kategorie: Sportgerät: Ort/Datum: Unterschrift: mit Tageskarte
ohne Tageskarte
Bis 3. März 2017 an:
Amt für Wald und Naturgefahren, Region 3 Surselva, Via Crappa Grossa 14, 7130 Ilanz Telefon 081 257 62 70, E-Mail rosmarie.nay @ awn.gr.ch 54
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Comic Theo & Heinz
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Buchbesprechung, Peter Wohlleben – Das geheime Leben der Bäume Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt Der 1964 geborene Autor hat an der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar Forstwirtschaft studiert. Nach zwei Jahrzenten als Forstbeamter hat er sich entschlossen, «naturnahere» Wege, unabhängig von kurzfristigem wirtschaftlichem Denken, einzuschlagen. Als Betreuer der Gemeindewaldungen von Hümmel in der Eifel widmet er sich dem Schutz der Wälder, hält Vorträge und Seminare, schreibt Bücher und leitet Exkursionen. Seine Grundhaltung beruht auf gesamtheitlichem Denken. Der Wald ist in den Ausführungen von Peter Wohlleben nicht nur eine Ansammlung von vielen Einzelbäumen, sondern eine Lebensgemeinschaft. Am besten ist diese Tatsache in ursprünglichen Wäldern zu sehen. Der Autor weist darauf hin, dass sich gepflanzte Bäume nicht gleich verhalten wie naturverjüngte Gehölze. Die von Peter Wohlleben beschriebenen verschiedenen Arten der Kommunikation, seien es Gerüche, Bewegungen oder Wurzelkontakte, können auch von Laien nachvollzogen werden. Wenn es sich dann um Kontakte mittels Schallwellen handelt, bezieht sich der Autor auf Forschungsresultate verschiedener Studien von Hochschulen und Universitäten. Diese und weitere neuere Forschungsergebnisse sind im Anhang des Buchs aufgeführt. Konsequent vergleicht Peter Wohlleben in den behandelten Themenkreisen das Zusammenleben, Gedeihen und Empfinden der Bäume mit menschlichem Verhalten. Der Autor setzt sich zudem kritisch mit den Problemen der hohen Wilddichte und der Jagd sowie deren Auswirkungen auf das Überleben verschiedener Baumarten auseinander. Es lohnt sich, sich mit den Ansichten des Autors gedank-
lich auseinanderzusetzen und die eigenen Schlüsse zu ziehen. Das Buch ist ein guter Leitfaden, um selbst aufmerksam durch Wald und Feld zu gehen und um dabei Zusammenhänge sehen, riechen und hören zu können.
Ludwig Verlag München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, 22. Auflage 2015. Format 13 cm (B) 21 cm (H) 224 Seiten. ISBN 978-3-453-28067-0; Ladenpreis Fr. 26.90 (buch.ch), Fr. 12.92 als eBook Andeer 17. September 2016 Oskar Hugentobler
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An Drahtseilnetzen durch die Bergwelt
Der Cliff Walk oberhalb von Grindelwald mit atemberaubender Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. (Bilder: Jakob AG)
Für einen sicheren Nervenkitzel Schwebende Brücken und spektakuläre Aussichtsplattformen mitten in der Bergwelt: Immer mehr Alpenregionen bieten ein unvergessliches Bergerlebnis mit Adrenalinkick. Die Edelstahlkonstruktionen der Jakob AG sorgen dabei für die nötige Sicherheit. Auf dem «First Cliff Walk» bei Grindelwald stockt selbst Hartgesottenen der Atem: Entlang von senkrechten Felswänden führt ein stählerner Steg über den tiefen Abgrund. Wer nicht rechts oder durch den Gitterboden in die Tiefe schauen will, studiert links das Gestein. Doch spätestens bei der 40 Meter langen Ein-Seil-Hängebrücke muss sich jeder der Höhe stellen. Und das lohnt sich: Der Blick führt über Alpenweiden und Wasserfälle hin zu den imposanten Viertausendern Eiger, Mönch und Jungfrau. Jakob-Webnet: Das ideale Material Cliff Walks liegen im Trend. Immer mehr Touristenregionen versuchen, ihre Gipfel mit spektakulären Stahlstegen über dem Abgrund attraktiver zu machen. Und da
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Handholzerkurs in Trin GR 19. - 25. März 2017 www.bergwaldprojekt.ch Bündner Wald 6/2016 57
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Wer den Cliff Walk hoch über Grindelwald beschreitet, geniesst eine nicht alltägliche Aussicht.
kommt die Jakob AG ins Spiel, denn in solch schwindelerregenden Höhen müssen die Menschen optimal gesichert sein. Die Webnet-Edelstahlnetze des Schweizer Herstellers bieten die perfekte Lösung. Sie dienen als Sicherung am Gipfelrundweg und führen beidseitig entlang des schneckenförmigen Aufstiegs bis zum Aussichtssteg. Ein sicheres Geländer, und dabei nahezu transparent für die freie Sicht. Unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen, wetterfest auch bei Sturm oder Schneefall. Schon beim Aufbau der Cliff Walks machen sich die Vorteile bemerkbar: Das Webnet ist leicht und lässt sich gut transportieren, die Montage ist einfach. Eine Herausforderung weniger bei den oft beschwerlichen Bauarbeiten. Der Bau des First Cliff Walks dauerte fünf Monate. «Schwierig war vor allem das sehr verwitterte Gestein», erzählt Niklaus Schmocker von der Seiler AG aus Bönigen. «Wir mussten die Auslegerohre bis zu 2,8 Meter tief verankern.» Dies ist dank Kernbohrungen gelungen, nahm jedoch mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. Die stark überhängenden Felspartien erschwerten die
Die Webnet-Edelstahlnetze des Schweizer Herstellers Jakob AG bieten höchste Sicherheit.
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Montage zusätzlich: Viele Arbeiten in der Felswand mussten am hängenden Seil durchgeführt werden. Insgesamt hat die Seiler AG 32,3 Tonnen Stahl und 251 m2 Gitterrost verbaut. Und dank 398 Metern Webnet können die Gipfelbesucher die atemberaubende Aussicht heute gefahrlos geniessen. Allrounder in Sachen Sicherheit Das Webnet von Jakob schützt nicht nur auf Cliff Walks und Aussichtsplattformen. Im Alltag sichert es Treppen, Balkone oder Gärten, kommt aber auch als Absturzsicherung bei Brücken oder Helikopter-Landeplätzen zum Einsatz. Das rostfreie Webnet lässt sich so vielseitig einsetzen und richtet
sich ganz nach den Erfordernissen des jeweiligen Projekts. Tina Keller-Stadelmann KS: PR Meglingerstr. 56, D-81477 München tina.keller-stadelmann@ks-pr.com
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Auszeichnung proQuercus 2017
Laubmischwald mit mächtigen Eichen. (Bilder: zVg proQuercus)
Der Verein proQuercus zeichnet Personen, Organisationen, Aktionen oder Werke aus, welche zur Erhaltung des vielfältigen Natur- und Kulturerbes der Eiche in un serem Lande beitragen. 2017 beträgt die Gesamtsumme für diese Auszeichnung 3000 Franken. Diese Summe kann auf mehrere Preisträger verteilt werden. Gesucht werden verschiedenste Aktivitäten, welche die Eiche zum Thema haben und diese in besonderer Weise fördern. Die Palette möglicher Themen ist gross und umfasst: Erziehung, Ausbildung, Forschung,
Kultur, Archäologie, Geschichte, Waldbau, Biodiversität, Holzprodukte, Landschaft etc. Jedermann ist eingeladen, Bewerbungen oder Vorschläge für die Auszeichnungen 2017 zu unterbreiten. Diese sind bis zum 5. März 2017 dem Vorstand von proQuercus an folgende Adresse zu melden (wenn möglich elektronisch): marcus.ulber@pronatura.ch oder Marcus Ulber, c /o Pro Natura, Postfach, 4018 Basel. Bei Rückfragen bitte Marcus Ulber kontaktieren: E-Mail marcus.ulber@pronatura.ch Telefon 061 317 91 35. Das Reglement sowie das Anmeldeformular zur Auszeichnung proQuercus können unter www.proquercus.org heruntergeladen werden.
Eichenholz gilt als besonders dauerhaft und ist auch für Böden und Tische sehr beliebt.
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Inakzeptable Lockerung des Wolfsschutzes Medienmitteilung des Schweizerischen Forstvereins zur Teilrevision des Eidgenössischen Jagdgesetzes Die Waldanliegen sind bei der vorliegenden Teilrevision des Jagdgesetzes (JSG) zu wenig berücksichtigt worden. Die Schalenwildbestände sind in weiten Teilen der Schweiz überhöht und strapazieren den Aufwuchs in Schweizer Wäldern so stark, dass teilweise einzelne Baumarten ganz ausfallen. Dies ist insbesondere deshalb heikel, weil Wälder mit reduzierter Baumartenzusammensetzung schlechter auf den Klimawandel vorbereitet sind. Ist der Verlust von jungen Bäumen gar so stark, dass ganze Baumgenerationen ausfallen, sind langfristig die Stabilität der Wälder und deren Schutzfunktion gefährdet. Helfen können hier Grossraubtiere, die durch ihren natürlichen Einfluss auf Schalenwildpopulationen die Verbissbelastung auf Jungbäume entscheidend reduzieren. Diesen Umständen wird bei der Teilrevision mit der inakzeptablen Lockerung des Wolfsschutzes keine Rechnung getragen – dies obwohl der Schweizerische Forstverein (SFV) seit Jahren (unter anderem mit dem Positionspapier «Luchs und Wolf sind willkommen», 2012) sachlich auf die Proble-
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Stützpunkt Heinzenberg Die sichere forstliche Ausbildung
Tipps und Tricks vom Profi Motorsägenhandhabung 2 Tage Ideal für Werkpersonal, Privatwaldbesitzer, Feuerwehr, Brennholzaufbereitung usw. Einsteigerkurs Holzhauerei 5 Tage Fällen und Aufrüsten von einfachen Bäumen Holzhauerei für Fortgeschrittene 5 Tage Die Ausbildung für versierte Holzer Holzhauerei Refresher 2 Tage Auffrischen der Holzhauerei-Grundlagen Ausbildung für Kettensägen 1/2 - 1 Tag Baugewerbe
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matik aufmerksam macht. Die Tendenzen, dass dem Luchs Ähnliches widerfahren könnte, lehnt der SFV ebenso klar ab.
Die zentralen Anliegen des SFV zur Teilrevision 1. Für das Management von Grossraubtieren ist der Zustand der Waldverjüngung als zentrale Entscheidungsgrundlage immer mitzuberücksichtigen und anderen Entscheidungsgrundlagen gleichzusetzen. 2. Die Lockerungen zu regulierenden Eingriffen in die Bestände von Grossraubtieren unter kantonaler Entscheidkompetenz, sei es beim Wolf oder allenfalls auch beim Luchs, lehnt der SFV kategorisch ab. Die geltenden Bestimmungen genügen für die vorliegenden Probleme. 3. Die Jagd ist grundsätzlich zeitgemäss und nach ökologischen Grundsätzen auszurichten. «Ökologie» und «Jagdplanung» sind im Rahmen der Jagdprüfung als Prüfungsgebiete aufzunehmen. 4. Die gegenseitige Anerkennung von kantonalen Jagdprüfungen wird begrüsst. 5. Der SFV fordert den Bund auf, die Waldwirtschaft in Entscheidungsprozesse, Projektarbeiten und Hearings aktiver einzubeziehen. Der Wald bedeckt rund einen Drittel der Landesfläche und erfüllt wichtige Funktionen für die Allgemeinheit. Dies ist bei jagdpolitischen Diskussionen gebührend zu berücksichtigen. Bündner Wald 6/2016 61
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Fahrlässige Lockerung des Artenschutzes führt zu Folgeproblemen Mit der vorliegenden Teilrevision des Jagdgesetzes wird der Artenschutz empfindlich geschwächt, was nicht Ziel eines modernen Wildtiermanagements sein kann. Bei regulierenden Eingriffen in die Grossraubtierbestände unter kantonaler Entscheidkompetenz kann ein sinnvoller und nachhaltiger Artenschutz nicht garantiert werden. Wir lehnen diesen Kerninhalt der Revision, der auch als Resultat eines schleichenden Prozesses der Verwässerung der Artenschutzbestimmungen in der Jagdverordnung und
dem Wolfskonzept betrachtet werden kann, ab. Spitzenprädatoren müssen den grösstmöglichen Schutzstatus behalten, weil sie ganze Ökosysteme wie den Wald positiv beeinflussen. Weitere Auskünfte Für weitere Auskünfte stehen Ihnen gerne zur Verfügung: Maurus Frei, Leiter der AG Wald und Wildtiere des SFV: Telefon 079 150 46 91 Jean Rosset, Präsident SFV: Telefon 079 770 68 92
Schweizerischer Forstverein Der Schweizerische Forstverein (SFV) setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1843 für die Erhaltung des Waldes und seiner Leistungen ein, damit auch künftige Generationen ihn vielfältig nutzen können. Die Mitgliedschaft beim SFV steht allen interessierten Waldfachleuten offen. Der Verein zählt 800 Mitglieder. www.forstverein.ch
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Vorschau «Bündner Wald» Februar 2017 Von der Schnupperlehre bis zum Ingenieur Wo und wann beginnt der forstliche Bildungsweg? Gewissermassen beginnt er bereits in der Primarschule in Form der Umweltbildung (vergleichbar mit der sonntäglichen Fahrt im Postauto). Der Ausstieg aus diesem Postauto kann mit dem Ende der Volksschule verglichen werden. Das erste Ziel sollte dann schon bekannt sein. Es geht nun darum, den Wegweiser zu finden, der den Weg an dieses erste Ziel weist. Einmal unterwegs, machen verschiedene Wegweiser auf andere, neue Wege aufmerksam, die auch an dieses Ziel führen oder damit verbunden werden können. Am ursprünglichen Ziel angekommen, sind immer noch Weg-
weiser zu finden. Auch dort gibt es noch unbekannte Wege. Es lohnt sich, auch hier den einen oder anderen neuen Weg zu erkunden. Immer wieder. Redaktion: Jörg Clavadetscher Vorschau auf die nächsten Nummern: April 2017: Versammlungsnummer aus Soazza Redaktion: Sandro Krättli Juni 2017: Der Wald als Inspirationsquelle Redaktion: Jörg Clavadetscher
Herausgegeben vonvon Graubünden Wald, Amt für Wald Graubünden undGraubünden der SELVA. Herausgegeben Graubünden Wald, Amt und für Naturgefahren Wald und Naturgefahren und der SELVA. Verleger: Südostschweiz Presse und Print AG, Südostschweiz CH-7007 Chur Sekretariat: SELVA, Christophe Trüb, Verlag: © Somedia Production AG, CH-7007 Chur Print, Sekretariat: SELVA, Urs Rutishauser, BahnhofBahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart, Telefon + 41 (0) 81 300 22 44, buendnerwald @ selva-gr.ch Redaktoren: Jörg Clava
platz 1, CH-7302 Landquart, Telefon + 41 (0) 81 300 22 44, buendnerwald @ selva-gr.ch Redak-
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