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Bündner

Wald

Jahrgang 68 | Juni 2015

Bündner «Wald-Gesichter»

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Inhalt

Titel Editorial – Von alten Bäumen

Auf Wendelin Hürlimann

und jungen Waldgesichtern......................... 4

Der «neue» Förster am Julierpass.............. 47

folgt Marc Bundi....................................... 45

Die FOGRA stellt sich vor............................ 5

Personelle Verjüngung in Poschiavo........... 49

Bündner Forstunternehmer

Comic Theo & Heinz................................. 51

stellen sich vor.......................................... 13

Das sagt die SELVA-Geschäftsführerin

Neue Gesichter im Bündner

Nina Gansner............................................ 52

Forstdienst – kurz und bündig................... 21

Wie entstanden sie

Interview mit Luigi Frigerio........................ 29

und wohin gehen wir?.............................. 57

Neues Revier – neue Förster in Valsot........ 33

Gesellschafterversammlung 2015 Reziaholz.............................................. 59 Schutzwaldpreis geht an Tamina Forst......................................... 60 Fachstelle für forstliche Bautechnik ist online............................. 61 23. Internationale Forstmesse in Luzern auf Kurs................................. 62 Vorschau «Bündner Wald».................... 63

La fascinaziun digl alpinissem da skis......... 35 Das berufliche Erbe von Altförster Jürg Hartmann.......................................... 38 Generationenwechsel am Schamserberg...................................... 41 Rochaden an der Quelle des Hinterrheins........................................ 43

Titelbild: Ein echtes Waldgesicht, das immer ein Lächeln auf den Lippen hat. (Bild: Jörg Clavadetscher) Bild Inhaltsverzeichnis: Umgeben vom frischen Grün von Bäumen und Sträuchern – das tut gut. (Bild: Jörg Clavadetscher) Bündner Wald 3/2015 3

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Von alten Bäumen und jungen Waldgesichtern Als wir im August des vergangenen Jahres das Schwerpunktthema für diese Ausgabe festlegten, sah der Wald in unserem Kanton gesamthaft betrachtet in etwa gleich aus, wie er sich heute präsentiert. Sein Gesicht hat sich in dieser kurzen Zeit kaum mass­ geblich verändert. Etwas anders sieht die Situation bei den Waldbewirtschaftern aus. In diesen rund zehn Monaten wurden ei­ nige Mutationen vollzogen. Hier waren es Än­derungen in den Betriebsstrukturen, dort gab es einen Wechsel, weil der bisherige Stelleninhaber in den beruflichen Ruhe­ stand trat. Wenn wir die Bezeichnungen der Forstwirtschaft auf das Alter des Forstper­ sonals übertragen, so befinde (oder fühle) ich mich irgendwo im mittleren Baumholz. Kantonal gesehen sieht die Altersstruktur des Bündner Forstpersonals einem Plenter­ wald recht ähnlich. Regional betrachtet kommt es aber auch vor, dass die Mit­ telschicht, das mittlere Baumholz, fehlt. Da und dort findet man «nur» die Unterschicht (Stangenholz / schwaches Baumholz) und die Oberschicht (Altholz). Manchmal ­möchte man sogar glauben, so etwas wie ­Altholzinseln ausmachen zu können. NaiS ­beschreibt den Idealzustand des Be­standes­ gefüges oft so, dass genügend ent­ wicklungs­fähige Bäume in mindestens drei verschiedenen Durchmesserklassen (diese ent­sprechen meist auch verschiedenen Al­ tersklassen) vorhanden sein sollten. Damit die Stabilität (als solche kann auch die Er­ fahrung der Förster bezeichnet werden) dauerhaft gewährleistet ist, empfiehlt sich über eine gewisse Zeitspanne das Neben­ einander von Alt und Jung. Im Wald lässt sich dieser Aufbau wohl planen, aber auf­ grund verschiedener äusserer Einflüsse nicht

immer realisieren. Etwas einfacher scheint es beim altersbedingten Personalwechsel. Um hier eine möglichst gute Übergabe des grossen Erfahrungsschatzes zu gewährleis­ ten, ist eine gewisse Weitsicht und voraus­ schauende Planung gefragt. Hier sind wir und auch unsere Arbeitgeber gefordert. An Versammlungen unserer Berufsverbände merken wir immer wieder, dass sich nicht alle kennen. Gerade die amtsjüngsten Be­ rufskollegen sind vielen unbekannt. Hier alle Veränderungen, die das Bündner Forst­ personal in den letzten Jahren erfahren hat, vorzustellen, würde den Rahmen dieser Ausgabe bei Weitem sprengen. Dieses Heft kann lediglich dazu dienen, dass einige zu­ fällig ausgewählte Forstleute etwas näher präsentiert werden. All jene, welche in die­ ser «Bündner Wald»-Ausgabe nicht zum Zuge kamen, können wir beruhigen. Jedes Jahr erscheinen sechs Ausgaben unserer Zeitschrift, jede mit einem anderen Schwer­ punkt­thema. Wer für uns gerne einmal ei­ nen Bericht zu einem solchen Thema ver­ fasst, soll sich bitte bei uns melden. Und ganz nebenbei gibt es auch andere willkom­ mene Ge­legenheiten, sich in unseren Krei­ sen vor­zustellen: Jedes Jahr sucht der Verein Graubünden Wald einen Austragungsort für die Generalversammlung und einen für den Skipostenlauf ...

Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch

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Die FOGRA stellt sich vor Die Gründung der FOGRA Im Jahr 1982 haben sich die freierwerbenden Forstingenieure im Kanton Graubünden zusammengeschlossen und unter dem Namen Freierwerbende Forstingenieure ­ Graubünden (FOGRA) einen Verein gegründet. Die Gründungsversammlung im Herbst 1982 fand mit 12 interessierten Forstingenieurbüros statt. Bei der Gründung haben Paul Barandun, bap-Ingenieurbüro in Summaprada, als erster Präsident und Ueli Bühler aus Domat/Ems (heutiger Leiter Waldökologie, Amt für Wald und Naturgefahren) als Aktuar mitgewirkt. Der Sitz befindet sich dabei immer am Wohnort des jeweiligen Präsidenten. Zielsetzung bei der Gründung war, gemeinsam für das Auftragswesen im Kanton Graubünden bessere Bedingungen zu schaffen. Gleichzeitig wurde die SIA-Mitgliedschaft den Vereinsmitgliedern empfohlen. Der Zweckartikel bei der Gründung umfasste dabei folgende Anliegen: • Bildung einer Interessengemeinschaft unter seinen Mitgliedern • Erhalten der freien Unternehmertätigkeit seiner einzelnen Mitglieder • Erarbeiten der Honorierungstarife von speziellen Arbeiten oder solchen, welche nicht in SIA-Normen umschrieben sind • Gemeinsame Akquisition von Aufträgen und deren interne Aufteilung, Ausnahme bilden die vom kantonalen Forstinspektorat (heute Amt für Wald und Naturgefahren) zugeteilten Aufträge • Gegenseitige Unterstützung insbeson­ dere bei Arbeitsproblemen und -überlastungen • Vertretung der Interessen der FOGRA in anderen Organisationen Bezüglich Mitgliedschaft wurden in den 8 ­ 0er-Jahren die Bedingungen so formuliert,

dass als Vereinsmitglieder diplomierte Forstingenieure ETH mit Wohnsitz im Kanton Graubünden aufgenommen werden. In den ersten knapp 20 Jahren galt dabei, dass die Berufsausübung auf freierwerbender Basis mindestens 60 % betragen musste und das Alter der Mitglieder war bei 64 Jahren begrenzt. Seit 2001 gibt es keine Altersgrenze mehr und als Mitglieder können Firmen (natürliche oder juristische Personen) aufgenommen werden. Bei Firmen wird jeder angestellte Forstingenieur unabhängig vom Anstellungsgrad als Mitgliedstimme mitgezählt. Heute wird die FOGRA aus 16 Ingenieur­ büros gebildet mit insgesamt 25 Forstinge­ nieuren. Darin eingeschlossen sind auch die sich gewandelten Berufsprofile Forstinge­ nieur FH und Umweltnaturwissenschaftler ETH mit Vertiefung im Bereich Waldmanage­ ment. Über die vielen Jahre sind von hauptsächlich Einzelpersonenbüros auch ­ vermehrt Unternehmungen entstanden, zusammengesetzt mit unterschiedlichsten ­Berufsprofilen, um die immer breiter abzustützenden Dienstleistungen fach- und zeitgerecht zu erbringen (vgl. auch folgende Porträts der FOGRA-Mitglieder).

Romano Costa Präsident FOGRA (seit 2014) Abenis AG CH-7000 Chur r.costa@abenis.ch

Paul Barandun Gründungspräsident (1982) bap Ingenieure CH-7421 Summaprada paul.barandun@bap.ch

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Abbaco SA Lo studio Abbaco SA, fondato nel 2001 è prevalentemente attivo nel Moesano dove si occupa in particolare della progettazione e direzione lavori di opere tecniche come strade forestali e agricole, opere di protezione contro i pericoli della natura (acqua, neve, caduta sassi). Inoltre è specializzata nella contabilità forestale (BAR) e nella problematica dell’IVA nel settore pubblico forestale. Abbaco SA | Pomé | 6558 Lostallo | www.abbaco.ch | info@abbaco.ch

Patrick Mottis | Ing. For. Dipl. ETH/SIA

Abenis AG Die Abenis AG – 1999 gegründet – bietet im Bereich Wald, Umwelt und Bauwesen integrale Lösungen an. Schwerpunkte bilden Dienstleistungen in der forstlichen Planung, im forstlichen Ingenieurwesen, im Naturgefahren- und Risikomanagement, im Bereich Waldbiodiversität und Waldstandortskunde sowie aktuell auch Forschungsprojekte im Bereich Wald und Klimawandel. Abenis AG | Quaderstrasse 7 | 7000 Chur | www.abenis.ch | abenis@abenis.ch v. l. n. r : Romano Costa | Dipl. Forsting. ETH/SIA, EMBA HSG, Barbara Huber | Dipl. Forsting. ETH, Päivi van Wijnkoop | M. Sc. in Climate Sciences

Arinas environment AG Die Arinas environment AG besteht mit Vorgängerfirmen seit 1989. Aus dem einstigen Forst­ingenieur­büro hat sich im Laufe eines Vierteljahrhunderts ein Umweltbüro mit einem vielfältigen Kompetenz- und Aufgabenspektrum entwickelt. Umweltverträglichkeit, Umweltbaubeglei­tungen und Forschung sowie die Erhaltung und Förderung der Biodiversität und unserer Kulturlandschaften stehen im Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Arinas environment AG | 7530 Zernez | www.arinas.ch | w.abderhalden@arinas.ch v. l. n. r : Walter Abderhalden | Dr. rer. nat. Dipl. Forsting. ETH/SIA, Angelika Abderhalden | Dr. rer. nat. Dipl. Ing. Landespflege, Angela Keiser | MSc ETH Umwelt-Natw.

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Atragene Die Fachgemeinschaft Atragene besteht seit 1991. Wir bieten fachübergreifende Dienstleistungen in den Bereichen Waldökologie, Landschafts- und Gewässerökologie, Landwirtschaft und Umweltbildung an. Schwerpunkte bilden floristische und faunistische Gutachten und Konzepte, waldbauliche Umsetzungen und Konzepte zur Biodiversität im Wald, landwirtschaftliche Vernetzungs- und Weidekonzepte, praktische Umsetzungen im Naturschutz, Umweltbaubegleitungen sowie Kurs- und Exkursionsleitungen. Atragene | Bahnhofstrasse 20 | 7000 Chur | admin@atragene.ch v. l. n. r : Markus Bichsel | Dipl. Forsting. ETH, Peter Weidmann | Dipl. Landschaftsarchitekt HTL, Daniela Lemp | Diplombiologin

Gadola AG Unser junges Team erarbeitet innovative, praxisnahe Lösungen in den Bereichen Naturgefahren, Wald und Umwelt. Unsere Kernkompetenzen sind die Beurteilung von Lawinen in Bezug auf verschiedenste Fragestellungen, Projekte im Bereich Waldbau/Schutzwaldpflege, forstliche Planung im Gebirgswald sowie Fragen im Bereich Wald/Wild. Gadola AG | Postfach 20 | 7172 Rabius | www.gadola-ag.ch | info@gadola-ag.ch v. l. n. r : Nora Zürcher-Gasser | MSc Umweltwiss. ETH | Forstwartin, Samuel Zürcher | Dipl. Forsting. ETH, Corina Monn-Riedi | MSc Geografie

Büro d’indschegner Arno Kirchen Seit 2001 bietet das Büro d’indschegner Arno Kirchen Dienstleistungen für den Forstbereich an. Die Schwerpunkte bilden das forstliche Ingenieurwesen und das Naturgefahrenmanagement. Insbe­ sondere auf die Projektierung und Bauleitung sowie das Submissionswesen von Erschliessungsund Schutzbauprojekten hat sich das Büro spezialisiert. Daneben werden Lösungen in der forstlichen Planung, im Bereich Waldbiodiversität, im Tourismus und in der Vermessung angeboten. Büro d’indschegner Arno Kirchen | Schilana 71A | 7556 Ramosch | akirchen@bluewin.ch

Arno Kirchen | Indsch. forestal ETH/SIA

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Geoforesta – Studio d’ingegneria Gli ambiti principali dello studio d’ingegneria sono: pianificazione forestale, consulenza alle aziende forestali, sistemi informativi territoriali (SIT) nonché valorizzazioni di paesaggi naturali e culturali. Die Hauptbereiche des Büros sind: forstliche Planung, Beratung von Forstbetrieben, geografische Informationssysteme (GIS) sowie Aufwertungen von Natur- und Kulturlandschaften. Geoforesta – Studio d’ingegneria | 6563 Mesocco | www.geoforesta.ch | info@geoforesta.ch

Sascha Pizzetti | Dipl. Forsting. ETH

pitsch-ing.ch pitsch-ing.ch ist in den Bereichen Forstingenieurwesen, Gefahren- und Risikobeurteilungen für den Prozess Lawinen und Softwareentwicklung für datenbankbasierte Anwendungen für Internet und Desktop tätig. Nicolo Pitsch, Dipl. Ing. ETH/SIA, verfügt über eine langjährige Erfahrung in diesen Sparten. pitsch-ing.ch | Fionas 250 | 7551 Ftan | www.pitsch-ing.ch | info@pitsch-ing.ch

Nicolo Pitsch | Dipl. Forsting. ETH/SIA

SilvaING GmbH Die SilvaING GmbH wurde 2011 in Ilanz gegründet und ist aus der 1996 gegründeten Einzel­unternehmung «Forstingenieurbüro Cavegn» entstanden. Das Unternehmen bietet im Umweltbereich integrale Lösungen an. Schwerpunkte bilden die Dienstleistungen im forstlichen Planungswesen, im Naturgefahrenbereich sowie im forstlichen Ingenieurwesen. Die Partnerfirma SilvaGIS GmbH befasst sich mit Geoinformatiklösungen. SilvaING GmbH | Via Quinclas 9 | 7130 Ilanz | www.silvaing.ch | info@silvaing.ch

v. l. n. r : Dumeni Cavegn | Dipl. Forsting. ETH/SIA, Dario Klaiss | Dipl. Forsting. FH

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Caprez Ingenieure AG Die Caprez Ingenieure AG wurde 1963 in Chur gegründet. Im Laufe der Zeit sind bis heute fünf Zweigstellen in Davos, Scuol, Silvaplana/St. Moritz und Zürich eröffnet worden. Im 2012 wurde das Tätigkeitsfeld der Firma im Gebiet Forst, Umwelt und Naturgefahren erweitert. Unsere Schwerpunkte bilden Dienstleistungen in den Bereichen Forstliches Bau- und Ingenieurwesen, Umweltbaubegleitungen, Naturgefahren und GIS. Caprez Ingenieure AG | 7513 Silvaplana | www.caprez-ing.ch | silvaplana@caprez-ing.ch v. l. n. r : Corsin Taisch | Dipl. Forsting. FH, Kirsten Edelkraut | Dr. sc. nat.  ETH | Geografin, Alex Agosti | Zeichner

Büro d’indschegners forestals Mathis + Nesa Il büro d’indschegners forestals Mathis + Nesa – activ in Engiadina Bassa daspö il 2001 – es specialisà ill’ecologia dal god da muntogna ed ill’educaziun ambientala. Nus elavurain eir progets illa planisa­ziun forestala, illa tematica god e sulvaschina, illa monitorisaziun dal stadi dal god ed ill’ecologia dal god. A nus staja a cour da dar inavant nos savair e nossa fascinaziun per la natüra ed impustüt pel spazi da vita cumplex dal god da muntogna e quai a pitschen e grond. Büro d’indschegners forestals Mathis + Nesa | 7550 Scuol | mathis-nesa@gmx.ch

v. l. n. r : Anna Mathis Nesa | indsch. forestala dipl. SPZ, Riccardo Nesa-Mathis | indsch. forestal dipl. SPZ

Forstingenieurbüro Heinz Richener Als freierwerbender Forstingenieur (seit 2003) biete ich im forstlichen Bereich Planungen, Vermessungen und Bauleitungen an. Der Schwerpunkt liegt im forstlichen Ingenieurwesen (Waldstrassen, Verbauungen). Forstingenieurbüro Heinz Richener | Dorfstrasse 29 | 7260 Davos Dorf | heinz.richener@bluewin.ch

v. l. n. r : Heinz Richener | Dipl. Forsting. ETH/SIA, Paul Bebi | Pens. Polier Messgehilfe

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bap Ingenieure Das Ingenieurbüro wurde 1976 gegründet. Die Hauptarbeiten bilden das Ingenieurwesen, die Wald­ planung und seit 1987 die Betriebsabrechnungen für Forst- und Werkbetriebe in Graubünden. Grosse und mehrjährige Aufträge in den Bereichen Wald, Holz, Bau, Umwelt, Naturgefahren, Holzener­ gie, EDV-Dienstleistungen, nachhaltige Entwicklung und Waldinventuren sowie Jungwald- und Wildschadenaufnahmen prägen das Leistungsportfolio. Neben vier Vollzeitanstellungen arbeiten die anderen Mitarbeiter in Teilzeit. Als Senior-Berater stehen auch Paul Barandun und Bobi Jecklin zur Verfügung. bap Ingenieure | Heinzenberg 90 | 7421 Summaprada | www.bap.ch | info@bap.ch Urs Hemmi | Dipl. Forsting. ETH Philipp Thöny | Dipl. Forsting. ETH Damian Cadotsch | Dipl. Forsting. FH Hanspeter Conrad | Dipl. Revierförster FH Arno Barandun | MSc Bau ETHZ Walter Krättli | Dipl. Forsting. FH Luzi Attenhofer | Dipl. Forsting. FH Julia Barandun | OS-Lehrdiplom | IT Kursleiterin Gian Barandun | BSc USYS ETHZ Franziska La Torre | EDV | KV | Buchhaltung Margrit Kunfermann | Sekretariat | Aministration (Bild: Julia Barandun)

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tur gmbh Die tur gmbh kann auf eine lange Erfahrung (seit 1988) in den Bereichen Naturgefahrenmanagement, Ingenieur- und Forstwesen zurückgreifen. Wir bieten Dienstleistungen von der Gefahrenbeurteilung bis zur Planung und Baubegleitung von spezifischen Schutzmassnahmen gegen die Naturgefahren Lawinen, Hochwasser, Murgang, Rutschungen und Steinschlag an. Die Beurteilung von bestehenden Schutzbauten, deren Instandstellung sowie die Prüfung von Verankerungen zählen ebenso zu unserem Tätigkeitsbereich wie die Planung von Erschliessungen. tur gmbh | Promenade 129 | 7260 Davos Dorf | www.tur.ch | info@tur.ch v. l. n. r : Andrea Guler | Geschäftsleitung | Dipl. Forsting. ETH/SIA, Eva Frick | Geschäftsleitung | Dr. phil. nat., Dipl. Geografin, Reto Störi | Geschäftsleitung | Dipl. Bauingenieur FH,

v. l. n. r : Roderick Kühne | Dipl. Geograf, Martin Roffler | BSc FHO in Bauingenieurwesen,

v. l. n. r : Kathrin Niederer | Dipl. Geografin, Karin Suler | Kauffrau

Weitere FOGRA-Mitglieder Hans-Ulrich Frey Dr. sc. nat./Dipl. Forsting. ETH | Unterdorf 2 | 7315 Vättis Markus Zoja Dipl. Forsting. ETH/SIA und Forstbaumschule | Im Schwaderloch 10 | 7250 Klosters

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Bündner Forstunternehmer stellen sich vor Der Bündner Forstunternehmerverband wurde am 4 . Juni 1994 gegründet. Der Verband bezweckt den Zusammenschluss der verschiedenen Forstunternehmen wie private Forstbetriebe, Seilbahntransport- und Holztransportbetriebe, Begrünungsunternehmungen sowie Baumschulen, die auf eigene Rechnung und Gefahr Aufträge ausführen zur Wahrnehmung und Förderung der gemeinsamen Interessen. Als Berufsverband sind wir beim Bündner Gewerbeverband sowie beim Verband Forstunternehmer Schweiz (FUS) ange­ schlossen. Die einzelnen Vorstandsmitglie­ der sind bei verschiedenen Organisationen (z. B. Graubünden Holz) und Arbeitsgrup­ pen (z. B. HOMAKO GR, OdA Wald) vertre­ ten. Der Bündner Forstunternehmerverband ist auch Ansprechpartner für die Verwal­ tung und Amtsstellen sowie für die Gemein­ den und Waldbesitzer. Zurzeit besteht der Verband aus 20 Aktiv­ mitgliedern und neun Passivmitgliedern. Die Bündner Forstunternehmer bieten rund 150 Arbeits­stellen an und bilden zudem auch Lernende aus. Unsere Mitglieder sind im ­gesamten, weitläufigen Kanton angesiedelt und bieten so für den Kanton wichtige de­

zentrale Arbeitsplätze an. Unsere Unterneh­ mer sind in den Bereichen Pflanzung/ Pfle­ge, Holzerei, Bringung, Holztransport, Holzhan­ del, Energieholzaufbereitung, Begrünung und Lawinen-/ Hangverbau (forst­liches Bau­ wesen) tätig. Die bestehenden Arbeitsplätze gilt es in der momentan sehr angespannten und heraus­ fordernden Zeit zu erhalten. Durch die Auf­ hebung des Euromindestkurses und den weiterhin sehr hohen Druck auf den Schwei­ zer Franken ist der Holzpreis ebenfalls stark unter Druck. Zudem kommen noch Sturm­ schäden, welche ebenfalls den Holzpreis negativ beeinflussen, hinzu. Als stark export­ abhängige und standortgebundene Branche ist es nicht ganz einfach, dieser Kri­ se entgegenzuwirken. Ziel der Forstunter­ nehmer und der Waldbesitzer muss es sein, die genutzte Holzmenge auf dem heutigen ­Niveau zu halten. Livio Zanetti Präsident Verband Bündner Forstunternehmer CH-7302 Landquart livio.zanetti@hotmail.ch

Vorstand BFUV (v. l.): Livio Zanetti, Präsident; Flurin Cavigelli, Beisitzer; Michèl Deflorin, Vizepräsident; Andrea Florinett, Kassier; Cla Duri Janett, Aktuar. (Bild: zVg)

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Alfred Jäger jun., Forst- und Transportarbeiten

Betriebsleitung: Alfred Jäger

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Forst- und Transportarbeiten, Baggerarbeiten

«Spezialitäten» der Unternehmung: Seilkranarbeiten, Rückearbeiten mit Schlepper, Böschungen mähen und mulchen, hydr. Ast- und Heckenschere, Winterdienst

Personalbestand: keine Angaben

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben Alfred Jäger jun., Forst- und Transportarbeiten | Wiesenstrasse 5 | 7307 Jenins

Alfred Jäger

Nauli AG

Betriebsleitung: Orlando Jäger

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzhandel – Brennholz – Kastanienholz

«Spezialitäten» der Unternehmung: Produktion von trockenem Scheitholz, Kastanienholz in allen Qualitäten und Dimensionen Personalbestand: 3 bis 6

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

40 000 m³

Brennholz  5 000 m³ Industrieholz  2 000 m³ Hackschnitzelholz  1 000 m³ s Nauli AG | Via Spinatsch 11 | 7014 Trin

Orlando Jäger

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Brunner Forst AG

Betriebsleitung: Bernhard Brunner

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzernte im Seilkrangelände, Holztransporte

«Spezialitäten» der Unternehmung: Langstreckenbahnen, Mobilseilkrane, neu ab Juni 2015 vollmechanisierte Holzernte Personalbestand 13

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

20 000 m³

ausserhalb GR

10 000 m³

ausserhalb CH   2 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

15 000 m³

Brennholz  5 000 m³ Industrieholz  1 000 m³ Hackschnitzelholz  3 000 m³ s Brunner Forst AG | 7122 Valendas, Safiental

Bernhard Brunner

Candinas SA, multi servis

Betriebsleitung: Meinrad Candinas

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Forst, Holzernte, Holzhandel, Transport

«Spezialitäten» der Unternehmung: Projektlogistik in verschiedenen Bereichen Personalbestand: 30

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben Candinas SA | 7172 Rabius

Meinrad Candinas

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Cla Duri Janett, impraisa forestala

Betriebsleitung: Cla Duri Janett

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzernte im Gebirgswald

«Spezialitäten» der Unternehmung: Schreitharvester Menzi Muck A111 Baggerprozessor mit Seilwinde konventioneller Seilkran bis über 2000 m Reichweite Mobilseilkran bis 1000 m Reichweite Personalbestand 8 bis 10

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

12 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz  5 000 m³ Brennholz    200 m³ Hackschnitzelholz    200 m³ s Cla Duri Janett | 7559 Tschlin

Cla Duri Janett

Thomann Forst AG

Betriebsleitung: Armando Thomann

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzernte inkl. Vermarktung

«Spezialitäten» der Unternehmung: Holzernte im Steilhang Personalbestand: 11

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

23 000 m³

ausserhalb GR    300 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

16 000 m³

Brennholz  4 000 m³ Industrieholz  3 000 m³ Thomann Forst AG | 7464 Parsonz

Armando Thomann

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Hitschlain GmbH

Betriebsleitung: Christian Beutter

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzhauerei, Rückearbeiten, Spezialholzen

«Spezialitäten» der Unternehmung: Rücken mit einem RT 65 in schwierigem Gelände, Spezialholzhauerei mit und ohne Helikopter, Freelance-Holzer Personalbestand: 1

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben Hitschlain GmbH | Mareg 214 A | 7524 Zuoz

Christian Beutter

Hemmi Forst AG

Betriebsleitung: Thomas Hemmi

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzkauf ab Stock, kommunale Forstdienstarbeiten

«Spezialitäten» der Unternehmung: Hangsicherungen, Entwässerungen, Holzkasten und Hangroste, Garten- und Parkholzerei Personalbestand: 12

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

15 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

12 000 m³

Brennholz  3 800 m³ Industrieholz  1 000 m³ Hackschnitzelholz  3 800 m³ s Hemmi Forst AG | 7075 Churwalden

Thomas Hemmi

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Florinett AG

Betriebsleitung: Rico und Andrea Florinett

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Forstarbeiten

«Spezialitäten» der Unternehmung: vollmechanisierte Holzernte, Seilkranarbeiten, Rücken Spezialholzerei, Bereitstellung Mondholz, betriebseigene Sägerei und Klangholzwerkstatt Personalbestand: 39, davon 24 in Forstbereich

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

34 500 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

19 950 m³

Brennholz  8 700 m³ Industrieholz    650 m³ Hackschnitzelholz  2 900 m³ s Florinett AG | Veja Megstra 133 | 7482 Bergün

(v. l.) Andrea Florinett, Rico Florinett

Hansueli Wandfluh

Betriebsleitung: Hansueli Wandfluh

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzereiarbeiten

«Spezialitäten» der Unternehmung: Holzrüsten mit Liebherr Baggerprozessor Woody 60

Personalbestand: 1

Gesamte Hiebsmenge (Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

11 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): keine Angaben

Hansueli Wandfluh | 7075 Churwalden

Hansueli Wandfluh

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Forstunternehmung Kunfermann

Betriebsleitung: Enrico Kunfermann

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Forstwirtschaft

«Spezialitäten» der Unternehmung: junges, motiviertes Team mit viel Freude an der Natur und der Arbeit im Wald von der Bepflanzung bis zum Holzrücken und Seilen Personalbestand: 3

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR   5 500 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz  1 500 m³ Brennholz    200 m³ Hackschnitzelholz  2 500 m³ s Forstunternehmung Kunfermann | Quadra 5 | 7419 Scheid

Enrico Kunfermann

Solèr Holz AG

Betriebsleitung: Gieri Solèr und Michèl Deflorin

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzernte, Logistik und Vermarktung

«Spezialitäten» der Unternehmung: Holzkauf ab Stock, Bringung mit dem Seilkran, Logistik und Vermarktung von Rundholz sowie Aufarbeitung und Vermarktung von Biomasse Personalbestand: 30

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR

50 000 m³

ausserhalb GR   5 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

45 000 m³

Brennholz  2 500 m³ Hackschnitzelholz 53 000 m³ s Solèr Holz AG | 7114 Uors und 7402 Bonaduz

Solér Holz AG

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Hobi Forst GmbH

Betriebsleitung: Niklaus Hobi

Wichtigstes Tätigkeitsfeld: Holzernte mit Seilkran

«Spezialitäten» der Unternehmung: Langdistanzen Rundlaufseilung bis 1100 m mit Gegengefälle, Sicherheitsholzerei, Arbeit mit Baggerspezialfällgreifer Personalbestand: 9

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014): innerhalb GR   8 000 – 10 000 m³ ausserhalb GR   8 000 – 10 000 m³ ausserhalb CH

15 000 – 20 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz  6 000 –   8 000 m³ Brennholz  3 000 –   7 000 m³ Industrieholz  2 000 –   3 000 m³ Hackschnitzelholz  5 000 – 10 000 m³ s Hobi Forst GmbH | Werkhofstr. 8 | 7304 Maienfeld

Niklaus Hobi

WIS Forst AG

Betriebsleitung Andreas Hitz

Wichtigstes Tätigkeitsfeld Holzernte, Transporte

«Spezialitäten» der Unternehmung Hard- und Software, Projektmanagement Personalbestand 4

Gesamte Hiebsmenge

(Jahresmittelwert 2010 –2014) innerhalb GR

10 000 m³

ausserhalb GR   2 000 m³

Gesamtmenge Rundholzverkauf

(Jahresmittelwert 2010 –2014): Nutzholz

15 000 m³

Brennholz    500 m³ Hackschnitzelholz  1 000 m³ s WIS Forst AG | 7205 Zizers

Andreas Hitz

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Neue Gesichter im Bündner Forstdienst – kurz und bündig Früher war das anders. Wurde der Revier- sen auch im Forstdienst ihre Spuren. Ebenso oder Kreisförster ins Amt gewählt, liess er führen die breiten Aus- und Weiterbilsich nieder und blieb bis zu seiner Pensio- dungsmöglichkeiten in den Forstausbildunnierung. Zugegeben, nicht alle und nicht gen dazu, dass auch Anstellungen in forstimmer ein ganzes Berufsleben lang. Aber verwandten Bereichen lukrativ werden. einmal gewählt, blieb der Förster zumeist Diese zunehmende Fluktuation führt dazu, sehr lange im Amt. dass man nicht mehr alle Gesichter kennt. Auch heute ist es noch so, dass der Forst- In diesem Beitrag möchten wir sowohl neue dienst sich durch eine lange Amtsdauer aus- als auch alte Gesichter in neuen Ämtern im zeichnet. Dies hat seine Vorteile. Denn die Bündner Forstdienst vorstellen. Amtsinhaber zeichnen sich aus durch fundierte Ortskenntnisse. Und somit sind sie Marina Cathomas auch im Bilde über die Naturabläufe vor Ort. Aber neue Gesichter im Bündner Wald geSekretärin hören mehr und mehr zum modernen AllLoestrasse 14, CH-7000 Chur tag. Die zunehmende Mobilität sowie die info@awn.gr.ch moderne Kommunikationstechnik hinterlasBelloli pubb. binari 144x100mm_Macchine Trasp.-Cant. 185x130 17.05.13 16.18 Pagina 1 ANZEIGE

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Amt für Wald und Naturgefahren – Zentrale und Forstgarten Die Zentrale des Amtes für Wald und Naturgefahren befindet sich in Chur an der Loëstrasse 14. Kantonsförster und somit Amtsleiter der Zentrale und der fünf Regionen ist Reto Hefti. In Chur sind 25 Mitarbeitende beschäftigt (Forstingenieure, Bauingenieur, Geologe, Geografin, Förster, Zeichnerinnen, Verwaltungsassistentinnen, Verwaltungsassistent und Lernende). Die Zentrale ist in die fünf Bereiche Schutz vor Naturgefahren, Waldökologie, Waldplanung & Forstreviere, Walderhaltung und Zentrale Dienste eingeteilt. Zum Bereich Zentrale Dienste gehört auch der kantonale Forstgarten in Rodels. Betriebsleiter ist Reto Obrist. Amt für Wald und Naturgefahren | Loëstrasse 14 | 7001 Chur | info@awn.gr.ch

Heiri Mannhart Funktion: Beratung/Spezialist Forstbetriebe, seit 1. Januar 2013 Temporäre Stelle: bis Ende 2017

Lorenz Mengelt Funktion: Produkteverantwortlicher Schutzbauten, seit 1. Oktober 2013 Nachfolger von: Martin Frei

Eva Lunz Funktion: Projektleiterin Schutzbautenkataster, seit 1. November  2013 Nachfolgerin von: Nadine Tierweiler

Dominic Schilling Funktion: Produkteverantwortlicher Schulung & Forstreviere, seit 1. Juni 2014 Nachfolger von: Beat Philipp

Simmi Solinger Funktion: Mitarbeiter Forstgarten, seit 8. April 2013 Neue Stelle

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Amt für Wald und Naturgefahren – Region Herrschaft / Prättigau / Davos In der Region 1, Herrschaft / Prättigau /Davos, mit Sitz in Schiers – bis Ende September und ab Anfang Oktober 2015 neu in Landquart – sind insgesamt sechs Mitarbeitende tätig. Neben Daniel Oertig gehören der Regionalleiter Markus Stadler, die Regionalforstin­genieure Sandro Krättli, Michel Maïkoff und Matthias Zubler sowie die Verwaltungsassistentin Susanne Heusser zum «Prättigauer» Team. Waldfläche ohne Gebüschwald: 25 100 ha

(Quelle: LF14, WSL)

(Quelle: Schutzwald Graubünden 2012, AWN)

Schutzwaldfläche: 17 975 ha Hiebsatz: 71 450 Tfm

(Quelle: Forststatistik 2014)

Amt für Wald und Naturgefahren | Sagastägstrasse 96 | 7220 Schiers Daniel Oertig Funktion: Technischer Sachbearbeiter, seit 1. Februar 2014 Spezialaufgaben: Waldökologie Nachfolger von: Ines Aust

Revierforstämter – Region Herrschaft / Prättigau / Davos Die Region Herrschaft /Prättigau /Davos ist in 13 Reviere eingeteilt. Beschäftigt sind 17 Revierförster, 33 Forstwarte / Waldarbeiter und 15 Lernende. Hanspeter Thöny Funktion: Betriebsleiter, seit 7. September 2011 Revier: Seewis i. P. Nachfolger von: Jürg Hartmann

Bündner Wald 3/2015 23

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Amt für Wald und Naturgefahren – Region Rheintal /Schanfigg Die Region Rheintal /Schanfigg hat ihren Sitz in Tamins und beschäftigt die Regionalforstin­genieurin Miriam Arpagaus, die Regionalforstingenieure Matthias Kalberer, Christoph Messmer und Magnus Rageth, welcher zusätzlich die Funktion der Regionalleitung ausübt. Die Verwaltungsassistentin Erika Walser, der technische Sachbearbeiter Renato Deflorin und Regionalförster Georg Loretz, der Ende August  2015 in den Ruhestand tritt, vervollständigen das Reichenauer Team. Waldfläche ohne Gebüschwald: 20 500 ha

(Quelle: LF14, WSL)

(Quelle: Schutzwald Graubünden 2012, AWN)

Schutzwaldfläche: 11 977 ha Hiebsatz: 62 960 Tfm

(Quelle: Forststatistik 2014)

Amt für Wald und Naturgefahren | Reichenauerstrasse 61 | 7015 Tamins

Renato Deflorin Funktion: Technischer Sachbearbeiter, seit 1. Januar 2014 Nachfolger von: Georg Loretz Christoph Messmer Funktion: Regionalforstingenieur, seit 1. April 2015 Zuständige Gemeinden: Arosa, Maladers, Tschiertschen-Praden, Stadt Chur Spezialaufgaben: Forstbetriebe, Nachfolger von: Jürg Brunold

Revierforstämter – Region Rheintal / Schanfigg Die Region Rheintal / Schanfigg ist in 14 Reviere eingeteilt. Beschäftigt sind 18 Revierförster, 52 Forstwarte / Waldarbeiter und 21 Lernende. Flurin Guidon Funktion: Revierleiter, seit 1. Januar 2013 Revier: Felsberg Nachfolger von: Renato Deflorin

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Amt für Wald und Naturgefahren – Region Surselva Die Region Surselva mit Sitz in Ilanz beschäftigt insgesamt sieben Mitarbeitende. Neben den Regionalforstingenieuren Gian Claudio Leeger und Renaldo Lutz sind auch Stv. Kantonsförster / Regionalleiter Urban Maissen, die Verwaltungsassistentin Rosmarie Nay, die Regionalforstin­genieure Christian Buchli, Bernard Riedi und Luzi Schmid in Ilanz tätig. Letzterer tritt 2016 in den wohlverdienten Ruhestand. Waldfläche ohne Gebüschwald: 26 600 ha

(Quelle: LF14, WSL)

(Quelle: Schutzwald Graubünden 2012, AWN)

Schutzwaldfläche: 18 861 ha Hiebsatz: 69 230 Tfm

(Quelle: Forststatistik 2014)

Amt für Wald und Naturgefahren | Via Crappa Grossa 14 | 7130 Ilanz Gian Claudio Leeger Funktion: Regionalforstingenieur, seit 1. Oktober 2012 Zuständige Gemeinden: Andiast, Ilanz/Glion, Mundaun, Waltensburg/Vuorz Nachfolger von: Urban Maissen (Kernaufgaben) Renaldo Lutz Funktion: Regionalforstingenieur, seit 1. Juni 2006 Zuständige Gemeinden: Disentis/Mustér, Medel/Lucmagn, Sumvitg, Tujetsch Spezialaufgaben: Forstbetriebe, Erschliessung (ab April 2016) Ab April 2016: Umzug von der Aussenstelle Disentis in das Regionalzentrum Ilanz

Revierforstämter – Region Surselva Die Region Surselva ist in 12 Reviere eingeteilt. Beschäftigt sind 18 Revierförster, 40 Forstwarte /  Waldarbeiter und 11 Lernende. Simon Cathomen Funktion: Gemeindeförster und Leiter Technischer Betrieb, seit 1. März 2012 Revier: Disentis/Mustér Nachfolger von: Werner Müller Marco Casanova Funktion: Revierförster, seit 1. März 2013 Revier: Safiental Nachfolger von: Andi Weber Marc Bundi Funktion: Revierförster, ab 1. Januar 2016 Revier: Breil/Brigels Nachfolger von: Wendelin Hürlimann

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Amt für Wald und Naturgefahren – Mittelbünden / Moesano Die Region Mittelbünden /Moesano mit Sitz in Tiefencastel beschäftigt zusammen mit der Aussenstelle in Roveredo elf Mitarbeitende. Die Regionalforstingenieure der Aussenstelle Roveredo Davide Lurati und Luca Plozza werden von der Verwaltungsassistentin Monica Stadler unterstützt. Den Arbeitsort in Tiefencastel haben die Verwaltungsassistentin Angela Carisch, die technischen Sachbearbeiter Corsin Jenal und Martin Frank sowie die Regionalforstingenieure Andri Largiadèr, Thomas Bearth, Bruno Roussette und Regionalforstin­genieurin Cristina Fisler sowie der Regionalleiter Lukas Kobler. Waldfläche ohne Gebüschwald: 55 100 ha

(Quelle: LF14, WSL)

(Quelle: Schutzwald Graubünden 2012, AWN)

Schutzwaldfläche: 42 416 ha Hiebsatz: 115 890 Tfm

(Quelle: Forststatistik 2014)

Amt für Wald und Naturgefahren | Veia Dalmeras 13 | 7450 Tiefencastel Lukas Kobler Funktion: Regionalleiter, seit 1. Mai 2014 (bis April 2014 Regionalforstingenieur) Zuständige Gemeinden: Cazis, Domleschg, Flerden, Fürstenau, Masein, Rothenbrunnen, Scharans, Sils, Thusis, Tschappina, Urmein; Waldkorporation Altgericht; Staatswälder: Nolla, Realta, Trieg Spezialaufgaben: Forstbetriebe; Nac­hfolger von: Christian Barandun (Regionalleitung) Thomas Bearth Funktion: Regionalforstingenieur, seit 1. Mai 2014 (technischer Sachbearbeiter) Zuständige Gemeinden: Albula/Alvra, Bergün, Filisur, Lantsch/Lenz, Schmitten, Vaz/Obervaz Räthische Bahn «Muot», Nachfolger von: Christian Barandun (Kernaufgaben)

Corsin Jenal Funktion: Technischer Sachbearbeiter, seit 1. Mai 2014 Nachfolger von: Thomas Bearth

Angela Carisch Funktion: Verwaltungsassistentin, seit 1. Mai 2014 Nachfolgerin von: Manuela Dosch

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Revierforstämter – Region Mittelbünden /Moesano Die Region Mittelbünden /Moesano ist in 20 Reviere eingeteilt. Beschäftigt sind 24 Revierförster, 40 Forstwarte /Waldarbeiter und 12 Lernende. Marius Furler Funktion: Revierförster, seit 1. Mai 2015 Revier: Rheinwald Nachfolger von: Walter Calonder

Amt für Wald und Naturgefahren – Region Südbünden Das Regionalzentrum der Waldregion Südbünden befindet sich in Zuoz. Mit den Aussenstellen Poschiavo, Scuol und Valchava zählt die Region insgesamt 10 Mitarbeitende. In der Region Südbünden sind der Regionalleiter Gian Cla Feuerstein, der Regionalförster Fadri Guler, die Regionalforstingenieure Giachem Bott, Martin Keiser, Duri Könz, Gilbert Berchier sowie Hansjörg Weber tätig. Letzterer wird im Frühjahr 2016 pensioniert. Die Aussenstelle Valchava, welche Hansjörg Weber betreut, wird nach seiner Pensionierung nach Scuol verlegt. Unterstützt werden die Mitarbeitenden von den zwei Verwaltungsassistentinnen Renata Nyfeler und Rita Mengotti sowie von der KV-Lernenden Cristina Wieser. Waldfläche ohne Gebüschwald: 51 700 ha

(Quelle: LF14, WSL)

(Quelle: Schutzwald Graubünden 2012, AWN)

Schutzwaldfläche: 29 732 ha Hiebsatz: 73 400 Tfm

(Quelle: Forststatistik 2014)

Amt für Wald und Naturgefahren | Islas 244 | 7524 Zuoz Martin Keiser Funktion: Regionalforstingenieur, seit 1. Juni 2013 Zuständige Gemeinden: Bregaglia Spezialaufgaben: Naturgefahren, Vorsitz Gefahrenkommission III Nachfolger von: Curdin Mengelt

Revierforstämter – Region Südbünden Die Region Südbünden ist in 17 Reviere eingeteilt. Beschäftigt sind 2 Forstingenieure, 21 Revierförster, 68 Forstwarte/Waldarbeiter und 22 Lernende. Antonin Hugentobler Funktion: Revierförster, seit 1. Januar 2013 Revier: Valsot Neue Stelle Livio Conrad Funktion: Betriebsleitser seit 1. Juni 2015 Revier: Val Müstair Neue Stelle

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Interview mit Luigi Frigerio Luigi Frigerio scheint ein gefragter Mann zu sein, wenns um «Charakter-Gesichter» unseres Waldes geht. Man findet diverse Berichterstattungen über den Forstwartvorarbeiter beim Revierforstamt Cele­ rina-Bever und als Hauptprotagonist im ­auf­wendig produzierten Kino-Dokumentarfilm «Das Geheimnis unseres Waldes» macht er nachhaltig Eindruck. Dem gebürTessiner, der als knapp 17-Jähriger tigen ­ in die Deutschschweiz auszog, um seinen Traumberuf Forstwart zu erlernen, liegen das Lehrlingswesen und eine fundierte Ausbildung in der Waldbranche sehr am Herzen. Seit 33 Jahren ist er WVS-Kursleiter und engagiert sich sogar über die Landesgrenzen hinaus dafür. Und obwohl im Engadin gleichzeitig mit dem Ende der touristischen Hauptsaison die Arbeit im Wald erst richtig losgeht und Luigi Frigerio entsprechend eingebunden wäre, hat er sich für den «Bündner Wald» Zeit genommen. Luigi Frigerio: «Charakter-Gesicht des Bündner

BüWa: Waren die angesprochenen Dreharbeiten zum Waldfilm, welche aus Anlass zum Internationalen Jahr des Waldes entstanden, dein eindrücklichstes mediales Erlebnis? Wie bist du denn eigentlich zu dieser Hauptrolle gekommen? Die Dreharbeiten zu diesem grossen Filmprojekt waren für mich als Laiendarsteller wirklich spannend und es war ein schönes Erlebnis. Die enge Zusammenarbeit mit dem Regisseur Heikko Böhm und der gesamten Filmcrew war zwar ungewohnt, aber spannend und lehrreich. Wie ich dazu gekommen bin? Der Regisseur hat eines Tages angerufen und gefragt, ob ich Zeit und Lust dazu hätte. Seine Antwort auf meine Frage, wieso die Wahl ausgerechnet auf mich gefallen ist, hat mich dann doch ziemlich erstaunt. Kein Geringerer als Zürichs Alt-Stadtforstmeister Andreas

Waldes» mit seinem Schnauz als Markenzeichen (Bild: SELVA)

Speich hat mich dafür vorgeschlagen. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt damals als Zürcher Stadtforstmeister hat er im Jahr 1985 die Idee lanciert, auf jegliche Holznutzung im Sihlwald zu verzichten und diesen sich selbst zu überlassen. Ich war schon seit einigen Jahren im Sihlwald als Forstwart tätig und konnte mich damals schon nicht für die Idee begeistern, Waldflächen mit jahrhundertelanger Bewirtschaftungstradition in den Zustand eines Naturwaldes zurückzuversetzen. Meine Meinung habe ich auch als junger Forstwart schon immer kundgetan – und ausgerechnet der von mir kritisierte Chef schlägt mich nun als Darsteller vor! Das Leben ist voller Überraschungen! Bündner Wald 3/2015 29

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BüWa: Spätestens seit dem Film ist der Schnauz dein unverkennbares Markenzeichen. Wirst du manchmal darauf angesprochen und werden auch jetzt noch Rückmeldungen zum Film an dich getragen? Wegen meines Schnauzes werde ich natürlich oft von den Lehrlingen aufgezogen – während der Kurse drohen sie immer, ihn abzuschneiden. Aber bisher hat das noch niemand geschafft! Im Jahr der Premiere selbst und auch noch im Jahr darauf war der Film sehr präsent in der Waldbranche, jetzt bedeutend weniger. Natürlich gab’s positive wie auch negative Rückmeldungen dazu. Anscheinend wurde der Film dann in den Jahren 2013 und 2014 auch in den angrenzenden deutschsprachi-

gen Ländern ausgestrahlt – von einigen Touristen werde ich nämlich angesprochen: «Sagen Sie, kennen wir uns? Sie kommen mir so bekannt vor... ah ja, da war doch dieser Film!» BüWa: Die Arbeit mit Lehrlingen und jungen Berufskollegen bereitet dir grosse Freude. Was schätzt du so an der Arbeit mit jungen Leuten? Hat sich dabei in den letzten Jahren etwas grundlegend verändert? Dabei bleibt man selber jung, nur die Haare werden weiss! Nein, Spass beiseite – man wird durch die Arbeit mit jungen Leuten ständig gefordert. Um all den Fragen standhalten zu können, muss man selber immer

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Finanzielle Unterstützung gesucht Luigi Frigerio sucht dringendst finanzielle und ideelle Unterstützung für das beschriebene forstliche Ausbildungsprojekt in Transsilvanien (Rumänien) ! Für weitere Informationen bitte direkt bei ihm melden, Kontakt über das Revierforstamt Celerina-Bever. Vielen Dank!

auf dem neusten Wissensstand sein. Zudem ist es äusserst dankbar, beobachten zu können, wie die zukünftigen Berufskolleginnen und -kollegen einen vorgängig demons­ trierten Arbeitsschritt selber ausführen und schlussendlich stolz vor dem Resultat stehen. Auch heute sind es gute, bodenständige junge Leute, die sich für den Forstwartberuf entscheiden. Geändert hat sich insofern vor allem das handwerkliche Geschick, welches nicht mehr mitgebracht wird, sondern erst ab Lehrbeginn gefördert werden muss. Früher haben sich im Gegensatz dazu vor allem Junge mit handwerklicher Vorprägung für die Forstwartlehre entschieden – man musste nie erklären, wie eine Schaufel in der Hand gehalten oder ein Rechen hingestellt werden soll. BüWa: An einer deiner Aussagen im vorhin genannten Film zeigt sich das Spannungsfeld zwischen Mensch und Wald: Für dich muss ein Wald «schön» sein, das Holz müsse genutzt werden. Den Wald sich selbst zu überlassen sei eine Todsünde. Bist du diesbezüglich ein Nostalgiker? Oft werde ich Nostalgiker genannt, vielleicht weil ich in meiner Freizeit Handhol­ zereikurse durchführe. Für mich ist wichtig zu wissen und zu vermitteln, wo die Technik und die handwerkliche Grundlage unserer täglichen Waldarbeit herkommen. Handhol­ zerei bedeutet sauberes Arbeiten mit sauberer Schnittführung und ist keineswegs eine wilde Hackerei, die an eine Vergewaltigung

des Baumes erinnert. Klar, dank der heutigen Technik und Mechanisierung ist die Waldarbeit etwas weniger ein «Chrampf», diese Entwicklung ist sicher positiv. Aber ehrlich gesagt: Manche Leute in der Forstwirtschaft wollen ständig das «Warmwasser» mit neuster Technik erfinden, obwohl es schon sehr lange «Warmwasser» gibt. Schliesslich ist Effizienz nämlich nicht nur abhängig von Benzin und Motorengeräuschen, sondern vor allem vom gewissen «Gspüri». Ein «schöner» Wald ist für mich ein strukturreicher Wald – im Plenterwald sehe ich also ein wirklich schönes Waldbild, welches trotz kontinuierlicher Nutzung absolut nachhaltig ist. Für mich muss die Multifunktionalität über die gesamte Waldfläche gewährleistet sein, ohne Schubladisierung ­ oder Vorrangfunktion. Das Holz selbst ist eigentlich nur ein Nebenprodukt aus der Walderhaltung, welches glücklicherweise verkauft und weiterverarbeitet werden kann. BüWa: Was schätzt du besonders am Bündner Wald? Ich bin nun seit 15 Jahren in Celerina zu Hause – im Vergleich zum Tessin und der langen Zeit in Zürich bewege ich mich hier natürlich in einem komplett anderen und speziellen Wald. Die Artenvielfalt ist zwar bedeutend kleiner, aber die Kombination mit Arve und Lärche ist absolut faszinierend, um nicht schon die Worte «urig» und «mystisch» dafür zu gebrauchen. Bündner Wald 3/2015 31

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hilfe» in Transsilvanien (Rumänien), wofür ich mich seit fünf Jahren persönlich ein­ setze. Auf einfachster Basis ist in Zusammenarbeit mit einem ungarisch-deutschen Forstingenieur, der während eineinhalb Jahren hier im Engadin war und jetzt in Rumänien arbeitet, ein Ausbildungsprojekt für transsilvanische Waldarbeiter und Bauern entstanden. Seit fünf Jahren bin ich regelmässig dort und führe alljährlich einen Kurs mit 15 bis 20 Teilnehmern durch. Das einfache Leben und ebensolche Arbeitsweise dort sind beeindruckend und faszinierend, eigentlich wie hier vor hundert Jahren. Deshalb geht es vorerst vor allem um die Holzerei mit Wissensvermittlung über Arbeitsabläufe sowie die Bereiche Arbeitstechnik und -sicherheit. Das Gebiet wäre ideal zum Seilen, weshalb der Einsatz eines konventionellen Seilkrans vor Ort mein Traum ist – und vorerst wohl ein Traum bleibt. Die Finanzierung des gesamten Projekts erweist sich als äusserst schwierig, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

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BüWa: Liegt deine Zukunft also im mystischen Engadiner Wald? Ja und nein – ab Januar 2016 werde ich nur noch 85 Prozent im Revierforstamt Celerina-­ Bever arbeiten, sodass sich etwas mehr Frei­ raum für ein weiteres Engagement ergibt. Dabei geht es um «forstliche Entwicklungs-

Nina Gansner SELVA Bahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart info@selva-gr.ch

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Neues Revier – neue Förster in Valsot Die Gemeinde Valsot wurde 2013 mit der Fusion der Gemeinden Ramosch und Tschlin gegründet. Der gleichnamige Forstbetrieb Valsot wurde im selben Jahr hervorgerufen. Die wichtigsten Zahlen des neuen Forst­ betriebs Valsot:

Um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu garantieren, wurden die Försteraufgaben folgendermassen aufgeteilt: Arbeiten

Gisep

Antonin

BAR+FIBU SIE

Produktive Waldfläche:

4183 ha

Vorrat:

287 Tfm/ha

Zuwachs:

2,7 m³/ha

Hiebsatz:

9700 Tfm/Jahr

Betriebsorganisation Der Betrieb wird durch Gisep Rainolter als Betriebsleiter und Antonin Hugentobler als stv. Betriebsleiter geführt. Unser Forstbe­ trieb konzentriert sich hauptsächlich auf die Holzernte und Holzbringung, die Brenn­ holzproduktion sowie den Unterhalt von Lawinenverbauungen und Forststrassen. Die übrigen Gemeindeaufgaben werden von der Werkgruppe der Gemeinde Valsot erledigt, welche vom Werkgruppenleiter geführt wird. Der Arbeiterpool ist somit ge­ trennt, kann aber bei Bedarf zugunsten des einen oder anderen Gemeindebetriebes ver­ schoben werden. Um all diese Aufgaben zu bewältigen, be­ schäftigt unser Betrieb nebst den Förstern einen Vorarbeiter (in Ausbildung), drei Forstwarte sowie zwei Lehrlinge. Die Holz­ erntearbeiten werden mit unseren betriebs­ eigenen Maschinen (V600, Wyssen W30, Forsttraktor) sowie in enger Zusammenar­ beit mit Forstunternehmern erledigt.

SIS Brennholz Arbeit für Dritte Holzschläge

Tschlin

Ramosch

LeiNa

Tschlin

Ramosch

Lawinenkommission Naturgefahrenberater Lehrlingsausbildung Öffentlichkeitsarbeit

Da die Planung und Ausführung der Wald­ pflege unser Kerngeschäft ist, sind wir der Meinung, dass jeder Förster für je ein Teil­ gebiet verantwortlich sein muss. Diese Auf­ teilung haben wir nach den alten Forstrevie­ ren vollzogen. So ist jeder Förster in «seinem Revier» ortskundig und die Bevölkerung hat pro Fraktion einen Ansprechpartner.

Antonin Hugentobler Administraziun forestala Valsot Sclamischot, 7558 Strada a.hugentobler@valsot.ch

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Steckbrief

Name: Rainolter

Vorname: Gisep Geburtstag: 30. Juli 1979 Zivilstand: verheiratet

Kinder: Donato (14 Jahre), Liana (11 Jahre)

Heimatort: Tschlin/GR

Beruf: Förster HF

Hobbys: Wandern, Skifahren, allgemeiner Sport, Jagen und Fischen, Ausbildung zum Schweisshundeführer Tätigkeiten: 2009 bis 2013 Betriebsleiter bei der Gemeinde Tschlin und seit 2013 bei der Gemeinde Valsot. Nebenbei bin ich seit 2001 als Instruktor beim Verband Waldwirtschaft Schweiz tätig.

Steckbrief

Name: Hugentobler

Vorname: Antonin Geburtstag: 19. Februar 1987 Zivilstand: ledig Heimatort: Scuol /GR

Beruf: Förster HF

Hobbys: Alle Facetten des Bergsports, Schwimmen, Biken, Jagd und Fischerei Tätigkeiten: Ab 2013 bei der Gemeinde Valsot als Revierförster tätig. Vorher beim Forstunternehmer Janett angestellt. Nebenbei arbeite ich auch als Höhenarbeiter, insbesondere im Bereich Spezialholzerei. Diese Arbeiten führe ich in Zusammenarbeit mit der Firma spezialarbeit.ch aus.

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La fascinaziun digl alpinissem da skis Siva digl matg 2011 sung ia responsabel pigl revier forestal da Churwalden. Egn digls mies gronds hobbis èn las cursas d’alpinissem da skis. Cun chest artetgel Az lessa dar en’invista agl mies sport preferia. Cursas d’alpinissem da skis on ena lunga tradiziun. Gio anturn igls onns 1900 nivan organisadas diversas cursas. Organisadas uriundamaintg digl militer svizzer, vignan las cursas organisadas ozande per gronda part sen basa privata. Nivan las cursas absolveidas pi bod cun skis da lenn e calzers da tgirom, ègl ozande skis e calzers da carbon. La fascinaziun pigl d’alpinissem da skis crescha planget er aint igl Grischun. Fascinaziun La fascinaziun digl alpinissem da skis è per me an amprema lengia da sa muantar spert cun atgna forza ainten las muntognas. Igl è en cumbat tranter carstgang e piz. Cura tgi la muntogna è ascendeida, ègl cò en senti­ maint nundescrivibel tgi dat satisfacziun. Material Igl material è fitg decisiv tigl sport da turas. E chegl ò en simpel muteiv. Pi grev tg’igl material è, e ple peis tg’igl è da metter an muvimaint tar mintga zap. Igl material ò fatg tras igls davos 10 onns en svilup enorm. Ozande vign curria cun calzers e per part schizont cun skis da carbon cun en peis da 530 gr pro calzer ed 850 gr pro ski cun lia­ deira. Igl material lev ò pero er igl sies prietsch. Per en pêr calzers da carbon ègl da chintar cun en prietsch da prest 2000.– fr. Risico e prievel Igl alpinissem da skis scu sport da prestaziun sa disfranztgescha pertutgont risico e prie­ vel betg digl eir «normal» sen turas da skis. Tar las cursas scu er tigl trenadi ègl scu atlet dad esser consciaint, tgi igl sport da turas è

ena disciplina tgi ò li ainten la nateira e tgi cuntigna precis igls madems prievels, an amprema lengia las lavegnas. Per chest muteiv ègl irrenunztgabel tgi igl material da turas seia adegna cumplet. Principalmaintg la pala e la sonda da lavegnas, igl LVS scu er vistgadeira tgoda. Trenadi Per igl alpinissem da skis vala igl madem motto scu tar igl passlung: «La basa pigl an­ viern vign messa da stad». Igls trenadis da stad cuntignan per gronda part unitads pi lungas per contanscher ena bunga basa. Pi manevel tg’igl anviern vign, e pi intensiv tg’igls trenadis vignan. Las disciplinas per igl trenadi da stad tan­ schan digl velo da cursa, velo da muntogna, skis da rodas anfignen cursas da muntogna. Er forza e coordinaziun èn parts digl trenadi. An media trenescha da stad 4 deis l’emda cun en volumen total da radond 8–9 ouras. Igl anviern variescha igl trenadi tot tenor las cursas. Daple cursas e pi pac trenadi. En tre­ nadi cuntigna an media tranter 1000 e 1500 meters d’otezza. Ainten en bung anviern sa somman uscheia bung 100 000 meters d’otezza. Cursas e disciplinas Las ampremas cursas antschevan mez de­ zember. L’antschatta dalla staschung ègl chegl per gronda part cursas pi curtas e cur­ sas da notg. Aint pigl schaner/favrer on all­ oura li cursas pi lungas, noua tgi vo anse ed angiu sen taimp. Igls classichers digl alpinis­ sem da skis on li mintgamai alla fegn dalla staschung. Igl pi renumo classicher e franc la Patrouille des Glaciers cun bung 4000 me­ ters d’otezza e 100 km da prestaziun tgi vo da Zermatt a Verbier. Dallas cursas dovra per 1000 meters d’otezza tranter 45 e 50 minutas. Bündner Wald 3/2015 35

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Igl alpinissem da skis canoscha las suandontas disciplinas: – Vertical; Cursa amunt cun ca. 800 meters d’otezza. – Singul: Cursa singula anse ed angiu, ca. 2000 meters d’otezza. – Sprint: Cursa singula an moda da sprint scu tigl passlung, – Team: cursa an dus u treis, ca 2500 meters d’otezza. Flütsch Skitouring Team Gio siva digl 2009 parta alla cursas per igl Flütsch Skitouring Team da Küblis. Georg Flütsch, proprietari digl affar da sport Velo Flütsch e manader digl Flütsch Skitouring Team è sez en atlet passiuno ed an mintga cass en om digl rom. L’ideia da chel team è betg angal da pudeir profitar dad en bung know how, mabagn er dalla vart sociala scu per exaimpel tgi vign do gronda peisa agl eir ansemen allas cursas. Kurzfassung: Gerne möchte ich euch einen kurzen Einblick in die Sportart Skialpinismus geben.

Die Faszination der Skitourenrennen ist für mich, mich möglichst schnell und leicht in den Bergen zu bewegen. Es ist ein «Kampf» Mann gegen Berg. Ist der Berg oder das Ziel erreicht, löst dies in mir ein unbeschreibliches und befriedigendes Gefühl aus. Das Material ist bei den Skitourenrennen sehr entscheidend. Wurde früher mit Holzski und Lederschuhen gelaufen, sind es heute Carbonschuhe (530 Gramm pro Schuh) und leichte Spezialski (850 Gramm pro Ski mit Bindung). Wichtig ist, dass die Lawinengefahr auch bei den Rennläufern stets im Hinterkopf ist. Aus diesem Grund ist es unumgänglich, dass die komplette Sicherheitsausrüstung immer dabei ist. Die Grundlage für den Winter wird – wie bei den Langläufern auch – mit langen Trainingseinheiten im Sommer gelegt. Im Sommer trainiere ich rund viermal pro Woche, was wöchentlich zwischen 8 und 9 Stunden ausmacht. Meine Trainings absolviere ich auf dem Rennvelo, Mountainbike, den Rollski oder bei Bergläufen. Auch auf Kraft- und Ko­ ordinationstrainings lege ich speziellen

1. Grischa Sprint 2013, © Verein Grischa Sprint 36

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Wert. Im Winter ist das Training stark von den Rennen abhängig. Je mehr Rennen, desto weniger Training und umgekehrt. Eine durchschnittliche Trainingseinheit be­ inhaltet rund 1000 bis 1500 Höhenmeter. In einem guten Winter kommen so gut 100 000 Höhenmeter zusammen. In einem Rennen überwinde ich 1000 Höhenmeter in 45 bis 50 Minuten. Im Skialpinismus gibt es folgende Diszipli­ nen: Vertical – reiner Aufstieg mit rund 800 Höhenmeter; Einzelrennen – Aufstiege und Abfahrten auf Zeit, rund 2000 Höhenmeter; Sprint – kurzer Parcours analog Langlauf­

sprint; Team – Rennen zu zweit oder zu dritt, rund 2500 Höhenmeter. Seit 2009 laufe ich für das Flütsch-Skitou­ ring-Team in Küblis. Abgesehen davon, dass vom grossen Know-how des Geschäftsinha­ bers profitiert werden kann, wird vor allem auch der soziale Aspekt grossgeschrieben. Gian Andri Capeder Rathaus CH-7075 Churwalden forstamt@churwalden.ch

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Das berufliche Erbe von Altförster Jürg Hartmann Geschätzte Berufskollegen Wisst ihr noch, wann es war, als der langjährige Revierförster von Seewis i. P, Jürg Hartmann, pensioniert wurde? War es im Jahr 2014 oder vor zwei Jahren? Nein, es sind bereits drei Jahre her, seit Jürg – nach über 42 Jahren – in den wohlverdienten Ruhestand trat. Mit den kommenden Zeilen möchte ich euch, auf Wunsch des «Bündner Walds», unter anderem das Forstrevier und mich, den «neuen» Revierförster von Seewis, vorstellen. Im Vorderprättigau, genauer in Grüsch, habe ich den Kindergarten, die Primar- und Sekundarschule besucht. Beim Ver­ mes­ sungs­büro Donatsch in Landquart, jetzt Donatsch + Partner AG, habe ich eine vierjäh­ rige Lehre als Geomatiker abgeschlossen. Nach der Rekrutenschule in Isone habe ich mich entschlossen, eine zweite Lehre als Forstwart zu beginnen. Im Lehrbetrieb Fanas wurde ich vom damaligen Berufsbildner Christian (Hitsch) Niggli unter der Leitung von Förster Beat Bürzle ausgebildet. Von Hitsch habe ich nicht nur die Geschäftigkeit

eines Forstwarts gelernt, sondern auch was es heisst, verlässlich und pflichtbewusst gegenüber dem Arbeitgeber zu sein. So hat z. B. die Säge von Hitsch meistens fünf Minuten vor offiziellem Arbeitsbeginn genagt. Anschliessend an die tolle Lehrzeit habe ich während zweier Jahre beim Forstunternehmer Paul Bersorger in Küblis gearbeitet. In dieser Zeit besuchte ich die Vormodule für die Försterschule in Maienfeld. Im September 2009 wurden wir Försterstudenten offiziell vom damaligen Regierungsrat Stefan Engler in die Berufswelt als Förster ent­lassen. Unter den Fittichen von Gion Willi, Betriebsleiter des Zweckverbands Falknis, konnte ich nach der Försterschule meine ersten Erfahrungen in der Funktion Betriebsleiter Stv. sammeln. Es war eine schöne und sehr lehrreiche Zeit. Im Januar 2012 trat ich schliesslich in meinem Heimattal, im Prättigau, bei der Gemeinde Seewis das berufliche Erbe von Altförster Jürg Hartmann an. Die Gemeinde Seewis Zuerst ein kleiner historischer Abstecher: soweit bekannt ist, wurde Seewis im Ge-

Steckbrief Name Thöny Vorname Hanspeter Geburtsdatum 27.09.1982 Wohnort Grüsch Lebenspartnerin Cécile Flütsch Kinder «in Bearbeitung» Försterschule Maienfeld 2008 /2009 Förster in Seewis seit 01.01.2012 Lieblingsessen Wildfleisch mit Kartoffeln Lieblingsgetränk Rivella Hobbys Sport allg., Jagd und Natur Selfie mit Hündin Emmy. (alle Bilder: Hanspeter Thöny)

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burtsjahr der Schweiz, also 1291, als Sewns das erste Mal urkundlich erwähnt. Bis etwa 1550 soll romanisch gesprochen worden sein, deshalb auch so viele romanische Flurnamen. Nach und nach übernahmen die Walser die Oberhand. Die Gemeinde Seewis im Prättigau liegt am Fusse des Vilans. Sie besteht aus den drei Fraktionen Dorf, Pardisla und Schmitten. Das Dorf liegt auf einer besonnten Südterrasse, die beiden Fraktionen Pardisla und Schmitten im Talgrund unmittelbar bei der Chlus. Von hier aus erstreckt sich nach Norden und Nordosten eine ausgedehnte Wald- und Alpenregion. Sie zieht sich den Felsmassiven der Rätikonkette entlang ostwärts bis zum Schweizertor zwischen Kirchlispitzen und

Ein Teil des Forstreviers Seewis mit der Schesaplana.

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Die Forst- und Werkgruppe Seewis: Förster Hanspeter Thöny, Lernender Daniel Sutter, Wasserwart Roman Flütsch, Berufsbildner Manuel Dal Ponte, Lernender Claudio Flütsch, Maschinist Erwin Bruder (v. l.).

Drusenfluh. Die nördliche G ­ emeinde­grenze, gut 12 km lang, bildet zudem die Landesgrenze zu Österreich (Vorarlberg). Der höchste Punkt der Gemeinde ist die Schesaplanaspitze mit 2 964 m ü. M, der tiefste Punkt, 573 m ü. M., findet sich am Westausgang des Prättigaus in der Chlus. Dank der vor Nord- und Ostwinden geschützten Lage weist Seewis für seine Höhenlage (Dorf 950 m ü. M.) ein mildes ­Klima auf. Im Meteorologischen Atlas der Schweiz rangiert es auf der zweitsonnigsten Stufe. Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt zwischen 1200 mm und 1700 mm. Die Gemeinde verfügt über reichlich Quellwasser, sodass sogar die Gemeinden Igis und Grüsch Seewiser Wasser beziehen. Das Forstrevier Seewis Die Gemeinde Seewis hat mit knapp 50 km² nicht nur ein relativ grosses, sondern meiner Meinung nach auch eines der schönsten

Forstreviere zu bieten. Der Hiebsatz von 4500 m³ wurde über die Jahre hinweg genutzt und soll auch weiterhin genutzt werden. Von meinem Vorgänger Jürg konnte ich gut gepflegte und stabile Wälder übernehmen, was in der heutigen mechanisierten Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Nur kleine Veränderungen haben seit dem Försterwechsel im Forstrevier stattgefunden. So hat die Gemeindeversammlung zu einem Kleinbagger, mit welchem wir jährlich über 300 Maschinenstunden tä­ tigen, Ja gesagt. Weiter haben wir zurzeit zwei Lernende. Die Saisonstelle wurde in eine Festanstellung umgewandelt. Die Wald­ erschliessung Müli konnte realisiert werden, in welcher die Forstgruppe im letzten und in den folgenden zwei Wintern jeweils den Winterholzschlag mit dem gemeindeeigenen Mobilseilkran durchführt. Meine grösste Sorge gilt momentan der natürlichen Waldverjüngung. Der Grund liegt auf der Hand, noch nie wurden im Jagdbezirk XI (Herrschaft-Prättigau) – seit 1987 – so viele Hirsche gezählt wie im 2015. Die Forst- und Werkgruppe Seewis besteht aus total sieben Mann. So sind dies 2 Lernende, 1 Forstwart, 1 Maschinist, 1 Gruppenleiter, 1 Wasserwart und 1 Förster. Unser Gruppenleiter Manuel hat eine neue berufliche Tätigkeit gesucht und gefunden, Roman Brönimann wird in seine Fussstapfen treten.

Hanspeter Thöny Forstamt Seewis Valjugas 7, CH-7212 Seewis Dorf hanspeter.thoeny@seewis.ch

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Generationenwechsel am Schamserberg Seit dem 1. August 1973 arbeitete Jakob Mani in Donat als Revierförster für die Gemeinden am Schamserberg. Auf Anfrage des Bündner Wald hielt er hier einige Erinnerungen in schriftlicher Form fest. Angestellt wurde ich von der Korporation Bergschaft Schams und Donat, als grösster Waldbesitzer am Schamserberg. Ziemlich schnell wurde mir klargemacht, dass der Weg von Summapunt nach Valloja zusammen mit einem Holzkäufer gebaut werden muss, um Holz aus einem Holzschlag abzuführen. Es gab keinen Plan und keine Absteckung im Gelände, da ohne Subventionen gebaut wurde. Mit Oskar Hugentobler, Kreisförster in Andeer, haben wir die Nulllinie abgesteckt und so den Verlauf des Weges mit 4 Wendeplatten an Valloja vorbei bis zum Pro Radunt festgelegt. Auch das Linienholz wurde angezeichnet. Am 7. August 1973 fuhren schon die Baumaschinen auf. Mit den zwei Arbeitern die Linie auszuholzen, Wasserableitungen zu erstellen, die Zufahrt zum Heuen der Wiesen mit den Landwirten zu koordinieren, all das wurde mir ohne grosse Anweisungen anvertraut. Der Maschinenweg wurde zum Ende des Jahres fertig, und das Holz konnte im Winter nach Summapunt gebracht werden. Diese Baustelle erfüllt mich immer noch mit Stolz, denn der Weg dient bis jetzt der Bewirtschaftung des Waldes und der landwirtschaftlichen Güter von Valloja. Ein anderer Punkt, der mir viele schöne Waldgänge, aber auch Diskussionen bescherte, war die Rekonstruktion der Eigentums- und Waldgrenzen. Das Lesen und interpretieren der Grenzbeschreibungen von 1865 bis 1874 faszinierte mich. Einmal brachte ich meiner Mutter einen alten Grenzbeschrieb zum Abschreiben, da er in deutscher Schrift geschrieben war. Nachdem sie diesen gelesen hatte, fragte sie

mich besorgt: «Gehst du da alleine hin, da hat es ja nur lauter Felsen und Felsvorsprünge?» Ihre Besorgnis habe ich erst in den letzten Jahren zu verstehen gelernt, als bei mir die Schwindelfreiheit nachliess. Bei einer Begehung musste ich einem Begleiter sagen: «Dort zwischen dem Baum und der Felswand ist ein Grenzstein, geh du die Farbe auffrischen.» Der Bau des neuen Forstwerkhofs in Donat, (an dieser Stelle schon einmal beschrieben) ist eine schöne Belohnung für den erbrachten Einsatz, auch wenn meine aktive Berufszeit bald abgelaufen ist. Für mich ist es eine grosse Freude einem jungen einsatzfreudigen Förster eine gute Struktur übergeben zu dürfen. Ich wünsche Andrea Schwarz viel Freude am Beruf, und dass auch er Freude an dem schönen Schams und dem Beruf als Förster findet. Damit ihr auch gleich wisst, wer denn der neue Förster am Schamserberg ist, gibt euch Andrea gleich einige Informationen zu seiner Person.

Jakob Mani (rechts) beim fachlichen Austausch mit Regionalforstingenieur Lukas Kobler. (Bild: zVg. Jakob Mani) Bündner Wald 3/2015 41

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Andrea Martin Schwarz an einem erfolgreichen Hochjagdtag am Calanda. (Bild: zVg. Andrea Martin Schwarz)

Mein Name ist Andrea Martin Schwarz, geboren am 4. November 1987 Ich bin in Haldenstein aufgewachsen und habe eine jüngere Schwester. In meiner Kindheit und Jugend waren unsere Eltern mit uns viel in der Natur und verbrachten immer wieder einige Tage in unserem Maiensäss. Bis zur 6. Klasse besuchte ich die Schule in Haldenstein. Nach der Oberstufe in Chur konnte ich die Forstwartlehre bei der Forstund Alpverwaltung der Stadt Chur erfolgreich absolvieren. Gerne erinnere ich mich an die dreijährige Lehrzeit zurück. Anschliessend machte ich in Thun die RS als Panzer-Sappeur. Als ich dann im Forstamt Mittelschanfigg tätig war, beschloss ich, die Vormodule für die Försterschule zu machen. Seit dem 6. Januar 2014 besuche ich nun den Kompaktlehrgang zum Förster HF im Bildungszentrum Wald ibw Maienfeld. Das Praktikum darf ich beim Revierforstamt Ferrera/Avers in Innerferrera absolvieren. Dank

der überbetrieblichen Zusammenarbeit welche die Forstbetriebe Ferrera, Zillis-Schamserberg, Andeer und Rheinwald unterein­ ander pflegen, konnte ich auch in diesen Revieren Arbeiten ausführen und hatte einen Einblick in diese Betriebe. In der Freizeit bin ich gerne in der Natur und auf dem Maiensäss am Calanda. Mein Vater hat nebenberuflich einen Mutterkuhbetrieb und somit auch viele Arbeiten (wie z. B. das Heuen) bei welchen er immer wieder gerne meine Hilfe in anspruch nimmt. Gerne fahre ich auch in die Ferien zu meiner Tante nach Italien, um einige Tage am Meer zu geniessen und die Abruzzen-Alpen zu begutachten. Seit ich mich erinnern kann, nahm mich mein Vater auf die Jagd mit. Schon als kleiner Bub war mir klar, dass ich auch die Jagdprüfung machen werde. Seit acht Jahren gehe ich schon mit grosser Freude im September auf die Hochjagd und konnte viele schöne Stunden am Calanda verbringen. Denn ich bin ein begeisterter Gamsjäger. Ich freue mich riesig, dass ich ab Oktober 2015 meinen Traumberuf als Förster in Zillis/Schamserberg antreten darf.

Jakob Mani Custanzas 60 C 7433 Donat forst-werk-zisch@bluewin.ch

Andrea Martin Schwarz In da Wingerta 3 7023 Haldenstein andreanero@hotmail.com

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Rochaden an der Quelle des Hinterrheins 33 Jahre Förster im Rheinwald, Rückblick Walter Calonder Nach meiner Ausbildung zum Förster 1978/79 trat ich im Oktober 1979 meine erste Försterstelle in Samnaun an. Für mich war das eine sehr wertvolle Zeit, konnte ich so in einem kleinen und überschaubaren Revier die ersten beruflichen Erfahrungen sammeln. Ende Mai 1982 zog ich mit meiner Familie nach Splügen ins Rheinwald, wo ich am 1. Juni als Nachfolger von Jules Rüedi meine Arbeit als Förster aufnahm. Mein Wunsch, ein Gebirgsrevier, wie es das Rheinwald darstellt, betreuen zu können, wurde somit erfüllt. Mit Freude bewirtschaftete ich stets den Göriwald mit seinem feinjährigen Fichtenholz, welches bis heute guten Absatz findet. Während meiner Dienstzeit konnte ich verschiedene Projekte begleiten, die Fertigstellung der Rütistrasse im Göriwald, das Waldbauprojekt in der Gemeinde Sufers und den Neubau des Butzwaldweges in Nufenen. Eine stetige Herausforderung stellte die Verjüngung und Pflege der Gebirgs- und ­ Schutzwälder dar. Besonders faszinierten mich die Arven- und Lärchenbestände mit der heutigen schönen Naturverjüngung. In den drei Jahrzehnten als Förster im Rheinwald blieben auch mir wirtschaftliche, oder durch Naturgewalten ausgelöste Rückschläge nicht erspart. Diese wurden aber mit vielen erfreulichen Erlebnissen wieder wettgemacht. In den ersten Jahren im Rheinwald war das Waldsterben mit grossen Käferinvasionen das zentrale Thema. Die zwei Jahrhundertstürme Vivian und Lothar erschütterten in den 90er-Jahren die forstliche Landschaft. Allerdings blieb das Rheinwald weitgehend von diesen Sturmschäden verschont. Die Folgen mit Preiszerfall und Absatzschwierig-

Walter Calonder (ganz links im Bild) mit der Forstgruppe Göriwald. (Bild: zVg Walter Calonder)

keiten trafen auch unseren Betrieb. Geplante Holzschläge und Pflegearbeiten mussten aus wirtschaftlichen Gründen zurückgestellt werden. Die Wahrnehmung und auch der Stellenwert des Waldes haben sich in den folgenden Jahren sehr verändert. Bis Anfang der Achtzigerjahre stellte der Holzverkauf eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinden und privaten Waldbesitzer dar. Zurzeit wird der Wald vielfach nur noch als Kostenverursacher wahrgenommen. Die direkte Beziehung zum Wald geht immer mehr verloren und die vielfältigen Aufgaben und Zusammenhänge des ökologischen Systems Wald werden in der Gesellschaft immer weniger verstanden. Die wichtigen Schutzfunktionen, welche die Gebirgswälder erfüllen, lassen sich auch mit aufwendigen und kostenintensiven Massnahmen nicht gänzlich ersetzen. Insgesamt blicke ich mit grosser Zufriedenheit und Freude auf die vergangenen 33 Jahre zurück. Mit der stets loyalen Unterstützung meiner Vorgesetzten sowie den initiativen und zuBündner Wald 3/2015 43

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Marius Furler an einem sonnigen Septembertag. (Bild: zVg Marius Furler)

verlässigen Mitarbeitern konnte ich die je­ weils gesteckten Ziele erreichen. Mit einem wehmütigen wie auch mit einem freudigen Gefühl nehme ich nun Abschied aus dem Berufsleben. Meinen Nachfolger Marius Furler heisse ich herzlich willkommen und wünsche ihm und seiner Familie einen guten Start im Rhein­ wald. Ich wünsche ihm viel Freude und Stehvermögen bei allen Herausforderun­ gen, welche im alltäglichen Beruf als Förster auf ihn zukommen werden. Wenn eine kleine Reise von Andeer nach Splügen grosse Veränderungen mit sich bringt ... Vorstellung Marius Furler Mein Name ist Marius Furler und ich wurde 1976 in Tenna im Safiental geboren, wo ich auch meine Kindheit und Jugend verbrach­ te. Nach der ordentlichen Schule und dem

Besuch der Diplommittelschule in Schiers entschied ich mich für die Forstwartlehre, welche ich in Sedrun erfolgreich absolvierte. Zu meiner Freude konnte ich direkt nach der Lehre im Jahr 1997 in Andeer eine Stelle als Forstwart antreten. Da jedoch mein Traumberuf schon als Junge der des Försters war, entschied ich mich, in den Jahren 2000 /2001 die Forsterschule in Maienfeld zu besuchen. Nach bestandenem Abschluss und einer halbjährigen Auszeit in Kanada und Ameri­ ka hatte ich das Glück, wieder in Andeer arbeiten zu dürfen. Dieses mal jedoch als Vorarbeiter, was ich bis Ende März 2015 auch blieb. In dieser Zeit lernte ich meine Frau Lilian kennen. Heute können wir uns glücklich schätzen, zwei gesunde Mädchen im Alter von fünf und sechs Jahren zu haben. Nebst meiner Familie und dem Beruf widme ich mich gerne der Jagd und schätze gemein­ same Stunden auf dem Maiensäss. Nun aber fängt ein neuer Lebensabschnitt an, auf den ich mit Spannung und grosser Vorfreude blicke: die Arbeit als Revierförster in Splügen, als Nachfolger von Walter Ca­ londer.

Walter Calonder Untere Almende CH- 7435 Splügen wcalonder@bluewin.ch

Marius Furler Forstamt Rheinwald Poststrasse 11, CH-7434 Sufers

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Auf Wendelin Hürlimann folgt Marc Bundi

Nach 36 Jahren im Wald der Gemeinde Brigels über-

Wird der Surselva treu bleiben: Marc Bundi.

gibt Wendelin Hürlimann das Anzeichnungsbeil an

(Bild: zVg von Marc Bundi)

Marc Bundi. (Bild: zVg von Wendelin Hürlimann)

Die Jahre vergehen im Eiltempo. Im Jahr 1978 wurde ich, Wendelin Hürlimann, als Förster Stellvertreter angestellt. Ab Juli 1979 durfte ich die Stelle als Revierförster besetzen. Ein kleiner Rückblick auf meine Tätigkeit: Zu Beginn meiner Tätigkeit habe ich mir Ziele gesetzt, was ich erreichen möchte. Grosser Nachholbedarf war bei der Erschliessung, im Waldbau speziell in der Jungwaldpflege, beim Personal (Ausbildung), der Infrastruktur und bei der Ausrüstung auszumachen.

che Flächen mit Fichten angepflanzt. Der Pflanzabstand betrug 1 x 1 m. Zu diesen Aufforstungsflächen kamen Jungwaldflächen im übrigen Wald dazu. Es handelte sich durchs Band um Flächen in den Entwicklungsstufen Dickung und Stangenholz, und dies ohne gezielte Pflegeeingriffe. Während meiner Zeit habe ich je nach Entwicklungsstufe zwei Eine Zusammenstellung von Zwangsnutzungen über 1000 m3.

Jahr

Schneelast

Erschliessung Ca. 90 Prozent der Waldwege konnten mit dem Lkw nicht befahren werden, andere Waldgebiete waren überhaupt nicht erschlossen. Heute sind die wichtigsten alten Wege für Lkw ausgebaut und weitere Wälder wurden neu erschlossen. Einige Wälder sind noch immer nicht oder nur ungenügend erschlossen. Ein Hindernis sind Hauptstrassen mit einer Gewichtsbeschränkung (13 bzw. 18 t). Diese werden in den nächsten drei bis vier Jahren dank neuer Brücken und Strassensanierungen wegfallen.

1980

3700

1981

4300

1982

4600

Waldbau In den 1960er- und Anfang der 1970er- Jahre wurden steile, ertragsarme landwirtschaftli-

1999

1983

Borkenkäfer

Lawinen

Sturm

3400

1984

7200

1985

1800

1986

1300

1990

10 800

1992

2200

1993

3000

1994

1600

1996

1000

1997

2000 4100

2009

3000

Total

19 700

4500 16 300

11 700

10 800

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bis drei Eingriffe durchgeführt. Die meisten dieser Bestände sind jetzt im Baumholz 1. Waldverjüngung Anstelle von Pflanzungen wurde die Natur­ verjüngung gefördert. Der Erfolg ist ober­ M. recht gut, in den halb von 1400 m ü.  tieferen Lagen jedoch schlecht (Verbiss und Schälschäden). Die Tanne und seltene Baum­arten kommen ohne Schutz nicht auf. In diesen Wäldern müssen zunehmend auch die Fichtenverjüngungen geschützt wer­ den. Durch die fehlende Verjüngung haben sich in grösseren Waldöffnungen, die durch Zwangsnutzungen entstanden sind, Brom­ beeren extrem verbreitet. Dadurch wird die Waldverjüngung zusätzlich erschwert. Die Schalenwildbestände, vor allem Hirsche, müssen stärker bejagt werden, damit sich die einheimischen Baum­ ar­ ten ohne Wild­ schutz natürlich verjüngen können, wie das im Waldgesetz verlangt wird. Meinem Nachfolger Marc Bundi, der sich nachfolgend selbst kurz vorstellt, wünsche ich alles Gute und viel Ausdauer bei seiner Tätigkeit in den vielfältigen Schutzwäldern unserer Gemeinde. Mein Name ist Marc Bundi, bin 35 Jahre alt, verheiratet und stolzer ­Vater von zwei Kindern. Ich bin in Schlans aufgewachsen und wohne dort mit meiner jungen Familie. Seitdem ich mit 14 Jahren eine Schnupper­ lehre als Forstwart gemacht habe und gleich mit der Motorsäge einen Baum fällen durf­ te, wurde mir sehr schnell bewusst, dass dies mein Beruf werden muss. Nach der Forstwartlehre beim Forstamt Trun / Schlans habe ich während fünf Jahren beim Forstunternehmer Candinas SA in Ra­

bius gearbeitet. Dort war ich hauptsächlich im Bereich Holzernte mit dem Seilkran im Einsatz. Nach dieser Zeit nahm ich beim Forstamt Rueun eine Stelle als Forstwart an und absolvierte in dieser Zeit die Ausbil­ dung zum Forstwart-Vorarbeiter. Während dieser Weiterbildung kam ich auch mit ver­ schiedenen Förstern in Kontakt, was mich danach auch auf die Idee brachte, die Aus­ bildung zum Förster HF anzupacken, ­welche ich dann erfolgreich abschliessen durfte. Nach dem Abschluss der Försterschule konnte ich bei der Firma Gadola AG, ­Rabius, ein Bewirtschaftungskonzept für die Ge­ meinde Glarus Süd ausarbeiten. Seit Juli 2014 arbeite ich bei der Stiftung Bergwald­ projekt als Leiter Projekte und als stellver­ tretender Geschäftsführer. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie. Weitere Hobbys sind: Jagd, Skitouren, Bergsteigen, Wandern. Ich freue mich riesig auf die neuen Heraus­ forderungen, welche mich in Breil/Brigels als Revierförster erwarten, und auch darauf, das angeeignete Wissen in die Praxis um­ setzen zu können.

Wendelin Hürlimann Revierförster CH-7165 Breil/Brigels rfa.brigels@bluewin.ch

Marc Bundi Nachfolger von Wendelin Hürlimann Via Cavilan 22, CH-7168 Schlans buma2@gmx.ch

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Der «neue» Förster am Julierpass

Pascal Murbach und seine Labradorhündin Quora. (Bild: zVg Pascal Murbach)

Im Jahr 2009 durfte ich als neuer Förster meine jungen Wurzeln im Surses/Ober­ halb­ stein zum ersten Mal ausschlagen. Jetzt kann ich bereits auf sechs Jahre zu­ rückblicken und sagen, ich habe meine Spuren hinterlassen. Aufgewachsen bin ich in Silvaplana im schönen Engadin. Nach meiner obligatori­ schen Schulzeit habe ich mich entschlossen, den Beruf des Forstwartes zu wählen. Mei­ ne Laufbahn startete im Wald beim Forst­ amt Sils/Silvaplana. In dieser Forstgruppe wurde mir die Natur sehr ans Herz gelegt. Von meinen Kollegen durfte ich sehr viel profitieren. Es war eine wunderbare und lehrreiche Zeit. Nach der Lehre und dem Militärdienst ver­ brachte ich noch zwei Jahre im Oberenga­ din, bevor ich im Jahr 2008 die Försterschu­ le in Maienfeld besuchte. Nach dem Kompaktlehrgang zum Förster HF wurde die Försterstelle beim Revierforstamt Surgôt frei.

Im Herbst 2009 durfte ich die Stelle im obe­ ren Teil des Oberhalbsteins antreten. Die­ sem Betrieb sind sieben verschiedene Wald­ eigentümer angeschlossen, welche durch einen Förster betreut werden. Zurzeit laufen die Vorarbeiten für die Tal­ fusion, welche per 1. 1. 2016 in Kraft tritt. Diese Aufgabe und Herausforderung, aus drei Forstämtern einen einzigen Forstbe­ trieb neu zu gründen, ist sehr spannend. Das Know-how von meinen zwei Förster­ kollegen im Tal nehme ich natürlich sehr gerne mit und möchte dieses Wissen auch in Zukunft für den Wald nutzen und einset­ zen. Im Jahr 2013 übernahm ich die Revisoren­ aufgabe unseres Vereins Graubünden Wald. Mit meinem Försterkollegen aus Tamins darf ich einmal im Jahr das Finanzielle von Graubünden Wald unter die Lupe nehmen. Im Juni 2014 durfte ich an der Ge­ werbeschule Samedan die Fächer Mensch und Arbeit, Waldbau, Baukunde und Forst­ Bündner Wald 3/2015 47

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schutz übernehmen. Es macht mir sehr grossen Spass, als Berufskundelehrer mit den Lernenden aus Südbünden die verschie­ denen Themen zu bearbeiten und ihnen dieses Wissen zu vermitteln. Es entstehen sehr interessante Diskussionen. Um den Lernenden die bestmöglichste Aus­ bildung zu gewährleisten, besuche ich mo­ mentan eine Weiterbildung, welche die didak­ tische und methodische Unterrichts­ führung beinhaltet. Was bedeutet für mich «Wald»? Es ist für mich eine Arbeit, bei der ich mein Herzblut ausleben kann. Der Wald gibt uns so viel, ohne eigentlich zu wissen, was die Ursachen sind. Ich fühle mich richtig zu Hause, sobald ich das Waldareal betreten darf. Diese Leidenschaft zum Wald wurde mir in meiner Lehre auf den Weg gegeben. Die Aufgabe, die Natur zu verstehen, stellt jeden Forstfachmann auf Probe. Ich finde diese Herausforderung sehr inte­ressant. Lei­ der können wir unsere Handlungen nicht gerade am nächsten Tag beur­ teilen, son­ dern müssen einige Jahre bis Jahrzehnte warten. In dieser Zeit kann sich sehr viel verändern. Diese Veränderungen soll man wahrnehmen und die neuen Erkenntnisse mit auf den Weg nehmen. Wenn man die Natur genauer anschaut, gibt sie uns sehr rasch eine Rückmeldung. Dieses Verstehen macht ein guter Forstfachmann aus. Wo bin ich noch zu sehen? Da ich ein Naturmensch bin, findet man mich in meiner Freizeit auch meistens in der Natur. Im Sommer bin ich sehr viel in den Bergen unterwegs und geniesse mit mei­

nem jungen Hund die frische Alpenluft und die Flora und Fauna unserer Landschaft. Im September bin auch ich einer der rund 5 000 Jäger, der das Wild aufsucht. Diese Regula­ tion durch die Jägerschaft ist von grosser Bedeutung und soll auch weiterhin mit Pas­ sion und zugleich Respekt gegenüber der Natur ausgeübt werden. Im Jahr 2014 habe ich mit meiner jungen Labradordame Quora die Schweisshunde­ prüfung bestanden und durfte so ihre feine Nase bereits auf der Jagd 2014 nutzen. Im Winter bin ich sehr oft auf den Tourenski zu sehen. Mit meinem «Waldkollegen» aus dem Engadin kann ich auf den Skitouren auch ein bisschen fachsimpeln. Es ist schön, wenn ein sehr guter Freund die gleichen In­ teressen für den Wald pflegt und ausübt. So entstehen interessante und auch lehrreiche Unterhaltungen. Weiter stosse ich noch gerne Steine über das Eis. Gerne möchte ich meinen Hund noch zum Lawinensuchhund ausbilden. Diese Aufga­ be und Herausforderung würde ich gerne in den nächsten Jahren ausüben und wahr­ nehmen. Ich wünsche auf diesem Weg allen Forstfachmännern/-frauen für die Zukunft alles Gute, viel Erfolg im Berufsleben und grosse Freude an der Natur.

Pascal Murbach Tga communabla CH-7456 Sur rfa.surgot@bluewin.ch

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Personelle Verjüngung in Poschiavo Auch in der Val Poschiavo hat der Forstdienst in den letzten Jahren neue Gesichter erhalten. Als Leiter des Forstbetriebs Poschiavo amtet Diego Battilana. Diego ist der Nachfolger eines jener Bündner Förster, welche weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt sind. Zeno Bontognali war beim WVS 49 Jahre als Kursinstruktor und -leiter aktiv. Er war auch 33 Jahre Prüfungsexperte beim Amt für Wald und Naturgefahren. Seit 2011 hat nun Diego Bat­tilana Zenos Arbeitsplatz beim Ufficio forestale comunale Poschiavo übernommen. Mithilfe einiger Fragen möchten wir Diego kurz vorstellen. Allem voran hier gleich einmal die «Kennzif­ fern»: Diego wurde 1983 geboren. Er ist in Pagnoncini (Le Prese) aufgewachsen. Nach der Schule absolvierte er an der Academia En­giadina in Samedan die Matura. Danach erlernte er bei einer Forstunternehmung den Beruf des Forstwarts. Nach der Lehre schloss er einen Bachelor in Forstwirtschaft mit Ver­ tiefung in Waldökologie und Forstmanage­ ment an der HAFL (ehemalig SHL) in Zolli­ kofen ab. Im 2010 absolvierte Diego das Wählbarkeitspraktikum. Für den ersten Teil dieses Praktikums zog es ihn nach Bolivien, den zweiten verbrachte er in Zuoz beim Amt für Wald und Naturgefahren. Seit 2011 wohnt er nun mit seiner Frau und zwei Kin­ dern in Pagnoncini (Le Prese). War die Anstellung als Revierförster in Poschiavo schon immer dein Traumjob? Diego Battilana: Schon in den Sommer­ ferien während der Matura habe ich für den Forstbetrieb Poschiavo gearbeitet. Darum habe ich mich wahrscheinlich für diesen Be­ ruf entschieden. Seitdem war eine Stelle als Revierförster für die Gemeinde Poschiavo schon ein Traumjob. Später war ich aber nicht mehr so sehr fixiert darauf, da mit

dem Bachelor in Forstwirtschaft sich meh­ rere Tore öffneten. Als die Gemeinde die Stelle ausschrieb, konnte ich jedoch nicht widerstehen. Der Gedanke, in meine Hei­ mat zurückzukehren, war reizvoll. Zusätz­ lich wurde vor meinem Antritt eine kleine Re­organisation mit einem Betriebsleiter und zwei Revierförstern vollzogen. Vorher ­waren alle drei Revierförster gleichgestellt und der ­ Regionalforstingenieur Gilbert Berchier übernahm die Funktion des Be­ triebsleiters. Deshalb war diese Stelle noch interessanter. Als Einheimischer hat man gewisse Vor­teile, aber auch Nachteile. Wo sind aus deiner Sicht die grössten Vorteile zu orten und wo liegen die Nachteile oder «Ge­fahren» für den einheimischen Förster? Diego Battilana: Eigentlich sehe ich keine Nachteile als Einheimischer. Ein Förster muss das Gebiet und die Leute gut kennen. Für mich sind dies gute Bedingungen, um einen solchen Beruf auszuüben. Diese

Diego Battilana mit seinem Sohn Ettore und dem Hund Jura. (Bild: zVg. Diego Battilana) Bündner Wald 3/2015 49

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Kenntnisse waren für mich von Anfang an sehr hilfreich. Kannst du uns in ein paar kurzen Sätzen sagen, wie ihr in eurem Betrieb organisiert seid? Diego Battilana: Unser Forstbetrieb ist ter­ ritorial in drei Reviere eingeteilt. Ich bin Be­ triebsleiter und betreue das Revier Mitte. Das Revier Süd wird von Tomaso Capelli und das Revier Nord von Gianni Zanoli be­ treut. Jeder Förster organisiert im eigenen Revierteil die Waldbewirtschaftung, den Unterhalt der Waldstrassen, Wanderwege und Schutzbauten und die Betretung der Privatwaldbesitzer. Wir verfügen über eine Forstgruppe von fünf Mitarbeitern und zwei Lehrlingen. 2009 wurde die Gemeinde Poschiavo mit dem Bindingpreis ausgezeichnet. Was ist nach sechs Jahren von euren Projekten in Zusammenhang mit dieser Aus­zeichnung geblieben / welche Erfolge könnt ihr präsentieren? Diego Battilana: Die mobile Seilkrananlage war das grösste Projekt im Rahmen des Bin­ dingpreises. Aus politischen Gründen dau­ erte die Anschaffung aber lange. Schluss­ endlich, nach grosser Überzeugungsarbeit, haben wir es geschafft. Seit letztem Jahr verfügen wir über eine mobile Seilkranan­ lage Valentini V600. Das strebt nach der schon lang gewählten strategischen Rich­ tung unseres Forstbetriebs: Diversifikation ist das Stichwort. Dafür haben wir den Bin­ dingpreis gewonnen. Das grosse Echo in den Medien war für uns eine gute Wer­ bung. Vor allem bei der einheimischen Be­ völkerung werden wir jetzt besser wahrge­ nommen.

Ich bitte dich nun zu folgenden drei Themen um eine persönliche Aussage. Deine Lieblingsarbeit ist ... Diego Battilana: Es ist vielleicht selbstver­ ständlich, aber am liebsten bin ich draussen im Wald. Sonst hätte ich ja einen anderen Beruf gewählt. Egal ob für Anzeichnungen, Begehungen, Kontrollen oder Seilkranlinien abstecken, draussen fühle ich mich am bes­ ten. Ab und zu gönne ich mir einen Tag mit der Forstgruppe am Holzen oder am Seilen. Das finde ich wichtig, um den direkten Kon­ takt mit der praktischen Arbeit und den Mitarbeitern zu pflegen. Das bringt dich «auf die Palme»: Diego Battilana: Respektlosigkeit gegen­ über den Menschen oder der Natur ärgert mich am meisten. Dazu gehört zum Beispiel das Wegwerfen von Abfällen im Wald. Auch ein PC-Absturz, bevor man ein wichti­ ges Dokument gespeichert hat, bringt mich richtig auf die Palme ... Und das sind deine Hobbys: Diego Battilana: Wie bei der Arbeit bin ich auch in der Freizeit am liebsten in der Natur und vor allem in den Bergen: Wandern (hauptsächlich mit der Familie), Bergstei­ gen, Biken oder Skitouren. Wie fast bei je­ dem Bündner Förster gehört auch die Jagd zu meinen Hobbys.

Jörg Clavadetscher Redaktion «Bündner Wald» c/o Revier forestal da Val Müstair CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch

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Comic Theo & Heinz

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Das sagt die SELVA-Geschäftsführerin Nina Gansner Seit bald einem Jahr wird die Geschäftsstelle der SELVA durch Nina Gansner geleitet. Wer etwas von Nina will, merkt, dass die junge Geschäftsführerin ebenso viel beschäftigt ist wie ihr Vorgänger Paul Barandun. Mit ihrer Teilzeitanstellung ist sie nicht immer direkt erreichbar, oft unterwegs und doch immer am Ball. BüWa: Per Ende August 2014 konntest du die Geschäftsführung der SELVA von Paul Barandun übernehmen, welcher dieses Amt während 17 Jahren innehatte. Welches war in seiner Amtszeit die wohl grösste Herausforderung und welche Themen beschäftigen über seine SELVA-Zeit hinaus auch heute noch? Nina Gansner: Das Sägewerk bzw. der Sägereistandort in Domat/Ems beschäftigt die SELVA schon seit geraumer Zeit und auch weiterhin intensiv. Mit der Schliessung des Sägewerks per Ende 2010 ist für die Bündner und Ostschweizer Waldwirtschaft nach dem ersten Jahrzehnt im neuen Jahrtausend regelrecht abgestürzt. Dass dabei in Graubünden und im nationalen Branchenverband am eigenen Ast gesägt wurde, auf

welchem wir uns befinden, erstaunte doch ziemlich und war sehr ernüchternd. Nach einer heftigen Talfahrt auf dem Bündner Rundholzmarkt mit stark sinkenden Preisen, rückläufigen Verkaufsmengen und einem Versteigerungskrimi sondergleichen hat schlussendlich im 2011 die Tiroler Pfeifer-Gruppe das Sägereiareal und die Ge­ bäude im Baurecht ersteigert. Nach all den Anläufen, Tiefschlägen, Konzepten und Projekten ging die Bündner Waldwirtschaft gestärkt aus diesen Erfahrungen heraus und hat der Pfeifer-Gruppe mit allen Partnern aus Graubünden konstruktive Zusammenarbeit angeboten. Damit sollte das Projekt in Domat/Ems vorangetrieben und in einer nachhaltigen Entwicklung im Interesse der Beteiligten betrieben werden. Wie die seit April 2012 geführten Verhandlungen und intensiven Gespräche der Waldseite mit der Pfeifer-Gruppe vorerst im 2014 endeten, wissen alle. Dabei ist man sich zwar über den Inhalt der Langfristverträge einig geworden und es konnte ein für beide Seiten akzeptabler Inhalt formuliert werden. Leider ist es in einer Vielzahl von Verhandlungen nicht gelungen, in der Preisfrage ein

Nina Gansner ist leidenschaftliche Bündner Jägerin. (Alle Bilder: zVg von Nina Gansner)

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Ergebnis zu erzielen. Aus diesem Grund wurden die Gespräche im Rahmen des bisherigen Pfeifer-Konzepts im gegenseitigen Einvernehmen beendet. Beide Seiten sind weiterhin bemüht, nach alternativen Lösungsmöglichkeiten für die Realisierung eines Sägewerks am Standort Domat/Ems zur Verarbeitung des Bündner Holzes zu suchen. In der aktuell sehr schwierigen Holzmarktsituation vertritt die SELVA weiterhin den Standpunkt, dass das Sägerei­areal Domat/Ems primär für eine Sägerei reserviert bleiben soll, auch bei der Ansiedlung anderer holzverarbeitender Betriebe. Zentrales und erstes Interesse der SELVA ist die Wertschöpfung des Bündner Holzes im eigenen Kanton. Das Ganze ist aber klar eine Frage der Grössenordnung – ein passendes Sägewerk muss zwingend auf unsere Produktion ausgerichtet und entsprechend dimensioniert sein. Was würdest du als den grössten Erfolg der SELVA während Pauls Amtszeit bezeich­ nen? Da ist ganz klar die solide Finanzaufstellung des Bündner Waldwirtschaftsverbandes zu nennen. Nur allein mit den Mitgliederbeiträgen könnten nicht so viele Aktivitäten und Projekte zugunsten der Bündner Waldund Holzwirtschaft ausgeführt werden. An dieser Stelle möchte ich mich einerseits bei unseren Mitgliedern und den Bündner Wald­eigentümern für die grosse Solidarität bedanken, welche sich in ihrem jährlichen Beitrag an den Bündner Waldwirtschaftsfonds spiegelt. Andererseits möchte ich es nicht unterlassen, auch den kantonalen Behörden für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung zu danken. Die SELVA hat das Glück, neben einem starken Vorstand nach wie vor auch auf eine starke Geschäftsstelle mit 210 Stellen-

prozenten zählen zu dürfen. Zudem kann diese jeweils auch einer jungen Bündnerin oder einem jungen Bündner eine spannende und vielseitige kaufmännische Lehrstelle bieten. Wir befinden uns mitten in einer Zeit von Gemeindefusionen und Betriebszusammen­ legungen. Wo sieht die SELVA die beson­ deren Stärken und die grössten Risiken der neuen Strukturen? Betriebliche Optimierungen sind natürlich grundsätzlich sehr begrüssenswert, unabhängig, ob sie im Rahmen von Gemeindefusionen, Betriebszusammenlegungen oder verschiedenen Arten der überbetrieblichen Zusammenarbeit angegangen werden. Wichtig ist, dass sie auch eine entsprechende Steigerung der Effizienz zur Folge haben und sich im besten Fall auch kostensenkend auswirken. Optimierte Forstbetriebe tragen auch wesentlich zur positiven Wahrnehmung des Waldes im Allgemeinen und der Waldwirtschaft bei. Aber auch gewisse Risiken dürfen vor lauter «Fusionitis» nicht ausser Acht gelassen werden. Starke Betriebe könnten in die Nicht nur «Bürogummi» in Waldangelegenheiten – hier bei der Absolvierung des WVS-Holzereikurses während ihres Praktikums.

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Mehrwertsteuerpflicht fallen und damit einen Mehraufwand generieren. Bei Gemeindefusionen muss auch akribisch darauf geachtet werden, dass der Forstbereich innerhalb der neuen Gemeindestruktur nicht unter die Räder kommt. Die Sonderjagdinitiative wurde von Paul sozusagen an dich, Nina, übergeben. Die Politik glaubt, mit der Ungültigkeitserklärung eine Lösung gefunden zu haben. Wie sieht das die Geschäftsführerin der SELVA? Die Politik glaubt keineswegs, mit der Ungültigkeitserklärung eine Lösung gefunden zu haben. Es herrscht aber eine grosse Einstimmigkeit darüber, dass die Rotwildbestände nicht alleine in drei Wochen SeptemANZEIGE

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berjagd bejagt werden können. Um auch die Wanderpopulationen nachhaltig stabilisieren zu können, ist eine Bejagung nach deren Zuzug in die Wintereinstände dringend notwendig. Es ist entlang der Landesgrenze und rund um den Nationalpark nicht möglich, ohne diese Eingriffe eine «Entschärfung» zu erreichen. Die aktuellen Ergebnisse der Besenderungsaktion im Dreiländereck am Rätikon zeigen dies auf eindrückliche Weise. Die Ungültigkeitserklärung ist nicht die Lösung, aber ein wichtiges Zeichen für eine Entwicklung in die richtige Richtung. Jetzt geht es darum, nachhaltige und umsetzbare Lösungen zu suchen. Der Druck von Forstseite her muss unbedingt aufrechterhalten werden. «Druck machen» heisst für mich vor allem konstruktiv zusammenzuarbeiten – gegenseitige Anschuldigungen verhärten die Fronten unnötig und stehen einer gemeinsamen Lösung im Weg. In diesem Sinne möchte ich den Forstdienst gleich dazu aufrufen, sich bei der angelaufenen Revision der Wildschutzgebiete aktiv über die politischen Gemeinden einzubringen. Die sehr hohen Wildbestände, insbesondere die des Rotwildes, stellen die Jagdplanung hier im Kanton Graubünden – wie auch in anderen Kantonen und im angrenzenden Ausland – vor grosse Herausforderungen. Ein flexibles System ist deshalb besonders wichtig, und die Möglichkeiten zur intensiven, aber weiterhin nachhaltigen Bejagung müssen in Zukunft voll ausgeschöpft werden. Mit dem Patentjagdsystem in Graubünden ist dies auch umsetzbar, das hat die Geschichte bereits bewiesen, und davon bin ich überzeugt. Und da gibt es ja auch noch die Geschichte mit dem Wolf. Langsam, aber sicher erhält man den Eindruck, dass er sich bei uns

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gulation natürlich. Es bleibt zu sen Re­ hoffen, dass sich allfällige Rudelbildungen, Verschiebungen, die Nutzung neuer Einstände und auch eine Erschwerung der Bejagung allenfalls nicht auch negativ auf den Wald auswirken. Wichtig ist, dass die Diskussionen wieder auf eine sachliche Ebene zurückkommen und ein Konsens gefunden werden kann. Stefan Engler, Ständerat und SELVA-Vorstandsmitglied, hat mit seiner Motion einen ersten Schritt in die richtige Richtung für ein nachhaltiges Zusammenleben zwischen Mensch, Nutztieren und Wolf gemacht.

Nina Gansner ist in ihrer Freizeit nicht nur mit dem Gewehr auf der Pirsch.

wohlfühlt und lernt, mit dem Menschen umzugehen. Wie steht die SELVA dem Wolf und den grossen Raubtieren allgemein gegenüber? Grundsätzlich steht die SELVA wie die Forstseite allgemein dem Wolf offen gegenüber. Die Grossraubtiere gehören zum Lebensraum Wald und damit zur Biodiversität wie alle anderen einheimischen Tiere auch. Gleichzeitig könnten sie einen messbaren Einfluss auf die Regulierung der Schalenwildbestände ausüben. Allerdings dürfen meiner Meinung nach die Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden. Dafür fehlt schlichtweg die Erfahrung, den Umgang und die Auswirkungen gleichermassen betreffend. Wir wissen nicht, wie gross die für unsere Kulturlandschaft erträgliche Prädatorendichte ist, denn ohne Akzeptanz seitens der Bevölkerung in unserem Bergkanton geht nichts. Wir wissen auch noch nicht wirklich, wie sich die Anwesenheit des Wolfes bei den Wildbeständen auswirkt, abgesehen von einer gewis-

Themenwechsel: Als der Euro eingeführt wurde, glaubten alle, vor allem in Italien, endlich auch eine stabile Währung zu haben. Ein paar Jahre später wurden wir eines Besseren belehrt – wie sieht die SELVA diese Entwicklung? Die SELVA stand dem Euro bereits bei dessen Einführung sehr skeptisch gegenüber. Das grosse wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle hat dann auch tatsächlich zu den erwarteten Problemen geführt, finanzpolitische Entscheide heraufbeschworen und auch ein Beschäftigungsgefälle verursacht. Zudem ist auch die Entwicklung des Euro negativ verlaufen und der Franken wurde massiv stärker als erwartet. Vor der Einführung des Euro waren die einzelnen Landeswährungen tatsächlich sehr grossen Schwankungen ausgesetzt. Gegenüber den früheren Einzelwährungen waren die einzelnen Verkäufe trotz tiefem Euro grundsätzlich sicherer und konnten lange ohne kurzfristige Währungsrisiken zwischen Angebot und Abrechnung abgewickelt werden. Die Schweizer Waldwirtschaft befindet sich aber parallel zur Währungsentwicklung seit Jahrzehnten in einer stetig schwieriger werdenden wirtschaftlichen Situation. Bündner Wald 3/2015 55

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Schon bisher schreiben über die Hälfte der Forstbetriebe rote Zahlen. Sie versuchten, sich mit grossen Anstrengungen darauf ein­ zustellen. Beispielsweise konnte der Rück­ gang der Holzerntekosten (1985 : knapp 120 CHF /m3, 2010 : gut 70 – 80 CHF /m3) ziem­ lich gut mit dem Rückgang des Holzerlöses Schritt halten. Schon die erste Frankenaufwertung auf 1.20 Franken führte für die Waldeigentümer zu markant sinkenden Erträgen – der wech­ selkursbedingte Ertragsausfall belief sich damals auf 15 bis 20 Prozent. Die Folge war von 2010 bis 2012 ein schweizweiter Rück­ gang der Holznutzung von rund 10 Prozent, nur im Kanton Graubünden war die Nut­ zungsmenge trotzdem leicht ansteigend. Die erneute Frankenaufwertung führt aber zu weiteren Ertragsverlusten und wird sich – insbesondere in Kombination mit weiteren Einflussfaktoren wie in der jetzigen Situa­ tion – auch bei uns entsprechend auf die Nutzungsmenge auswirken. Wie wird es mit dem Rundholzexport weitergehen? Wo kann die SELVA ihre Mitglieder in dieser Sache unterstützen? Die momentane, nochmals verschlechterte Situation ist mehr als nur unglücklich für die Bündner Holzbranche. Bei den momentan gebotenen Rundholzpreisen muss schon fast von Abwehrpreisen gesprochen wer­ den. Und dies kommt erschwerend zur be­ reits massiv gedrosselten oder teilweise ganz eingestellten Holzannahme, nicht nur bei ausländischen Abnehmern. Es gilt nun, innerhalb der Holzkette für Sta­ bilität und Sicherheit zu sorgen. Der Wald muss seine Funktionen weiterhin erfüllen, Arbeitsplätze und Know-how sollen erhal­ ten bleiben und Marktanteile verteidigt

werden. Dabei sind alle Akteure der Holz­ kette aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten; sei dies mit der Bereitstellung von genügend Rundholz durch die Waldeigentümer oder durch die möglichst weitgehende Verwen­ dung von einheimischem Holz der holzver­ arbeitenden Betriebe. Zudem muss einer­ seits die Schutzwaldpflege durch Ausgleich der massiven Einbussen sichergestellt und ein Nachtragskredit zur Bewältigung der Waldschäden bewilligt werden. Intensive Kommunikations- und politische Arbeit sind also weiterhin gefragt, um erstens den Holzabsatz sicherzustellen und zweitens die Wertschöpfung langfristig auch im eigenen Kanton halten zu können. Worauf richtet die SELVA ihren Fokus in diesem Jahr? Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus den vorgängigen Erläuterungen ganz klar. Die Schwerpunkte liegen auf der aktuellen Holzmarktsituation und der Wald-Wild-The­ matik. Zudem steht in diesem Jahr die FSCRezertifizierung für die nächste Fünfjahres­ periode an und eine Intensivierung der Aktivitäten im Bereich Holzenergie. Die In­ tensivierung der Kommunikation zwischen der SELVA und ihren Mitgliedern wie auch gegen aussen steht gross in unserer Agenda. Zudem soll die SELVA im Rahmen der forst­ lichen Betriebsberatung zukünftig eine zent­ rale Rolle spielen. Es gibt viel zu tun, also packen wir es an – ich freue mich darauf! Jörg Clavadetscher, Redaktor Bündner Wald Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch

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Wie entstanden sie und wohin gehen wir? Woher kommen die neuen Forstbetriebe und die jungen Förster Graubündens und wohin gehen sie? Ein kurzes Gespräch mit Heiri Mannhart (AWN, Berater Betriebsstrukturen und ehemaliger Betriebsleiter Crestault Bonaduz/Rhäzüns) und Mario Riatsch (zukünftiger Leiter Forstbetrieb Scuol und Präsident Graubünden Wald) gibt einige Hinweise. Wo fanden die letzten Forstbetriebs­ zusammenschlüsse in Graubünden statt? Mannhart / Riatsch: Das sind die Betriebe Ilanz/Glion, Scuol, Zernez. Ohne Gemeindefusion entstanden die Betriebe Landquart-Zizers und Albulatal. Wo liegt der Hauptgrund, dass sich Betriebe zu einer Fusion entschliessen? Mannhart: In den meisten Fällen sind dies Gemeindefusionen, Pensionierungen oder wirtschaftliche Gründe.

Riatsch: Der Hauptgrund liegt sicher bei der Politik. Der Kanton beschloss, die Anzahl der politischen Gemeinden massiv zu senken. Damit entstehen auch im Forstbereich automatisch grössere Einheiten. Gibt es bei Fusionen «die» Musterlösung, bzw. «den» Musterbetrieb für (fast) alle Situationen? Mannhart: Es gibt leider keine Musterlösungen. Jede Betriebsreorganisation ist etwas Eigenes/Spezielles und sollte nicht eine Kopie einer anderen werden. Riatsch: Jede Region und jede Fusion hat andere Gegebenheiten. Daher muss auch für jede Fusion ein anderes Konzept erarbeitet werden. Grundsätzlich denke ich aber, dass alle Fusionen auf einer ähnlichen Basis basieren. Werden künftige Betriebseinheiten noch grösser?

Heiri Mannhart, AWN, Berater Betriebsstrukturen

Mario Riatsch, künftiger Leiter Forstbetrieb Scuol

und ehemaliger Revierförster Bonaduz.

und Präsident Graubünden Wald.

(Bild: zVg von Heiri Mannhart)

(Bild: zVg von Mario Riatsch)

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Mannhart: Das kann gut sein, denn meis­ tens werden die Betriebsgrössen durch die Grösse der politischen Gemeindefusionen bestimmt. Bei Reorganisationen ohne Ge­ meindefusionen zeigen sich Betriebsgrössen mit ca. 9000 –15 000 Tfm jährlicher Nutzung als optimal. Riatsch: Die Regierung hat das Ziel von 50 Gemeinden im Kanton formuliert. Wird die­ ses Ziel weiterverfolgt, werden die Betriebs­ einheiten wohl automatisch noch grösser. Wo liegen die besonderen Anforderungen an respektive die grossen Herausforderungen für die neuen Betriebsleiter? Mannhart: Sehr wichtig ist, dass sich der Betriebsleiter auf die neue Herausforderung vorbereitet und sich auch entsprechend weiterbildet! Umdenken – vom Einzelkämp­ fer zum Teamplayer! Riatsch: Grössere Einheiten + mehr Personal = grössere Verantwortung. Ich denke, die Betriebsleiter müssen sich vermehrt mit Managementaufgaben auseinandersetzen. Sind Generalisten in den neuen Betrieben noch zeitgemäss oder braucht es durchs Band Spezialisten? Mannhart: Mit den neuen Betriebsreorgani­ sationen geht es in Richtung ­Spezialisierung. Nicht jeder Förster bewältigt weiterhin sämtliche Arbeitsbereiche. Spezialbereiche werden nach Stärken, Fähigkeiten und Freude der einzelnen Personen zugeteilt. Riatsch: Ich denke, der typische Beruf des Försters, der alle Arbeitsbereiche selbststän­ dig überwacht und umsetzt, gehört der Ver­ gangenheit an. Mit den neuen Betriebs­ strukturen entwickelt sich der Beruf immer mehr zu einem Spezialistentum. Ich denke aber, gewisse Arbeitsbereiche, wie z. B. Hoheitsaufgaben, müssten weiter­

hin alle Förster ausführen können, um nicht zu weit von der Praxis abzudriften. Gibt es gegen oben eine Grenze für die Grösse der neuen Betriebe? Mannhart: Ich denke nicht. Wichtig ist, dass die Strukturen den Betriebsgrössen ange­ passt werden. Riatsch: Mit den neuen Betrieben (Scuol ist momentan flächenmassig die grösste Ge­ meinde der Schweiz) muss man zuerst ein­ mal Erfahrungen sammeln. Für uns ist das bereits ein riesiger Schritt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass in 20 – 30 Jahren nur noch ein Forstbetrieb und eine politische Gemeinde Unterengadin existieren. Wäre eine Privatisierung der öffentlichen Forstbetriebe nach Vorbild der österreichischen Bundesforste bei uns denkbar? Mannhart: Denkbar ja! – Momentan denke ich jedoch, dass unsere politischen Struk­ turen eine Privatisierung der öffentlichen Forstbetriebe noch nicht zulassen. Riatsch: Im Bergwaldmanager-Lehrgang, organisiert von der ARGE Alpenländischer Forstvereine, hatten wir die Gelegenheit, in verschiedene Forststrukturen einen Einblick zu erhalten. Dort haben wir erfahren, dass wir mit unserem System auf einer guten Schiene unterwegs sind. Ich denke, diese Strukturen mit den anstehenden Fusionen haben sich bewährt und wir werden auch in der nächsten Generation öffentliche Betrie­ be führen können. Jörg Clavadetscher Redaktion «Bündner Wald» c/o Revier forestal da Val Müstair CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch

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Gesellschafterversammlung 2015 Reziaholz 8. Ordentliche Gesellschafterversammlung im Holzzentrum in Landquart Nachdem der Präsident Romano Costa über 90 Prozent der Reziaholz-Gesellschafter und verschiedene Gäste begrüssen durfte, richtete der Vorsteher des kantonalen Departements für Volkswirtschaft und Soziales, Dr. Jon Domenic Parolini, seine Grussworte an die Versammlung. Die üblichen Traktanden, durch die der Präsident Romano Costa in äusserst kompetenter Manier führte, gaben kaum zu reden. Mit Genugtuung durfte festgestellt werden, dass 2014 von Reziaholz über 61 000 m3 Rundholz verkauft werden konnten. Dank der Vermarktung durch Reziaholz konnten pro Kubikmeter Rundholz ein Mehrwert von über CHF  5.– an die Waldbesitzer weitergegeben werden. Euroschwäche + Orkan Niklas = massiver Preiszerfall Bezüglich dem potenziellen Sägewerkstandort Domat/Ems wirft Daniel Buchli, Vorsitzender der Holzmarktkommission (HOMAKO), die Frage in die Versammlungsrunde, wo die Schmerzgrenze der Lieferbedingungen liege, um ein allfälliges Sägewerk bei Domat/Ems zu beliefern. Anhand verschiedener Wortmeldungen darf davon ausgegangen werden, dass eine realistische maximale Liefermenge aus dem Kanton Graubünden bei rund 200 000  m3 liegt. Einigkeit herrscht auch darin, dass die seit Jahren oder Jahrzehnten angestammten Abnehmer nicht zu sehr vernachlässigt werden dürften, falls wieder ein grosses Sägewerk im Kanton oder in der Ostschweiz eröffnet würde. Mit dem Eurosturz vom 15. Januar 2015 ist die Wald- und Holzwirtschaft über Nacht in eine äusserst schwierige Situation geschlittert. In diesem Zusammenhang darf

betont werden, dass sich die Rundholzvermarktung mit Reziaholz als erfolgreich erwiesen hat. Nicht wenige Selbstvermarkter standen vor dem Problem, kein Holz mehr liefern zu dürfen, während das Netzwerk von Reziaholz weiterhin zuverlässig funktionierte. Als weiteres Negativkriterium für unseren Rundholzmarkt stellt sich nun auch der Orkan Niklas heraus, welcher im süddeutschen Raum für erhebliche Schäden sorgte und den Holzpreis weiter nach unten drückt. Lüzzi Andri muss den Gesellschaftern leider mitteilen, dass sich in den nächsten Tagen abermals eine massive Preissenkung vollziehen wird. Die aktuellsten Offerten aus Österreich zeigen ein betrübliches Bild: Ab 1. Mai 2015 sind bei den grossen Zerspanerwerken weitere Preissenkungen bis 15 Prozent angekündigt! Die Zeichen sind somit auch eindeutig. Die Sägerei Pfeifer scheint aus unbekannten Gründen am Bündner Rundholz nicht mehr interessiert. Bei den Schweizer Sägereien sieht die Situation anders, aber nicht sehr hoffnungsvoll aus. Sie kündigten bis jetzt noch keine Preissenkungen an, verhängten aber faktisch einen Lieferstopp für Bündner Rundholz. Auf dem italienischen Markt ist grösstenteils Holz in D-Qualität gefragt. Abgeschlossen wurde die Generalversammlung 2015 wie üblich mit einem runden Tisch unter dem Traktandum Varia und dem gemeinsamen Mittagessen.

Jörg Clavadetscher, Redaktor «Bündner Wald» Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch

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Schutzwaldpreis geht an Tamina Forst Zum neunten Mal vergab die Arge Alpenländische Forstvereine in Galtür den Alpinen Schutzwaldpreis in fünf Kategorien. In der Kategorie Schutzwaldpartnerschaften und Innovation konnte der Zweckverband Tamina Forst (Taminatal) den Preis entgegennehmen. Dies für sein Projekt im Schutzwald Dürregg, wo er seit 2012 mit Freiwilligen der Swiss Re den Wald pflegt. Diese arbeiten unter Anleitung des Forstdienstes und des Bergwaldprojektes. Der Schutzwald Dürregg oberhalb des Kraftwerks Mapragg in der Gemeinde Pfäfers war immer wieder von Steinschlag und Lawinen betroffen. Durch den Bau von Begehungswegen und Dreibeinböcken sowie Pflanzungen und Jungwaldpflegearbeiten konnte gemeinsam ein erster Schritt zu einem stabilen Schutzwald vollzogen werden. Jetzt muss der Bestand weiterhin überwacht und gepflegt werden, damit er zu einem stabilen Schutzwald heranwächst. Ziel der Zusammenarbeit ist, dass die Projektteilnehmenden die Zusammenhänge im Bergwald praktisch und hautnah erfahren. Der Alpine Schutzwaldpreis der Arge Alpenländische Forstvereine wird jedes Jahr verliehen. Er soll der Bevölkerung zeigen, was der Wald vor der Haustüre alles leistet. Preise werden in den Kategorien Öffentlichkeitsarbeit, Schutzwaldpartnerschaft & Innovation, Erfolgsprojekt und Schulprojekt vergeben. Zudem gibt es jedes Jahr einen Spezialpreis der Jury.

Susanne Taverna Stiftung Bergwaldprojekt CH-7014 Trin info@bergwaldprojekt.org

Freiwillige der Swiss Re arbeiten mit dem Bergwaldprojekt im Schutzwald Dürregg. (Bild: zVg Stiftung Bergwaldprojekt)

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Fachstelle für forstliche Bautechnik ist online Bereits ein Jahr ist seit dem operativen Start der Fachstelle für forstliche Bautech­ nik (fobatec) vergangen. Neu können In­ formationen und Angebote der Fachstelle übers Internet genutzt werden. Die Web­ site www.fobatec.ch ist seit Anfang April online. Sie bietet Basiswissen zu verschie­ denen Bereichen des forstlichen Bauens. Der Bau von Wald- und Güterstrassen gehört ebenso dazu wie beispielsweise ­ Rutschungsverbau oder forstlicher Bach­ ­ verbau. Spezielle Beachtung erhält der Boden als Baugrund. In Zusammenarbeit mit Fach­ leuten wurden wichtige Eckpunkte über bau­relevante Aspekte des Bodens in der Ru­ brik Baugrund zusammengetragen. Anhand sich wiederholender Situationen des Tief­ baus werden die wichtigsten damit verbun­ denen Fragen und Probleme genannt. Mit dem Aufzeigen von Zusammenhängen und Mass­nahmen werden Antworten gegeben. Die Rubrik soll dem Einsteiger Zusammen­ hänge aufzeigen und dem Erfahrenen eine Erinnerungsstütze sein. Kernstück der Website bildet die allmählich wachsende Sammlung dokumentierter Bau­ werke. Die nach Funktionen geordneten und filterbaren Bauwerksbeispiele sind über ihren geografischen Standort auf einer ­geo­logischen Karte oder über eine Kurz­be­ schreibung abrufbar. In enger Zusam­ menarbeit mit involvierten Planern und Ausführen­den wurden objektspezifische In­ formationen zu Funktion, Anwendungs­ grenzen, Planung, Ausführung und Unter­ halt der Einzelbauwerke zusammengetragen. Möglichst konkrete Hinweise zu Materialien und Verarbeitung machen die realisierten Arbeiten nachvollziehbar. Falls Ihnen aus Ihrem Umfeld oder Schaffen interessante ­ Bauwerke einfallen, sind wir an einer Mel­ dung und gemeinsamen Dokumentation

Lastwagentaugliche Waldstrasse mit bergseitiger Sickerpackung im Engadin. (Bild: F. Guler, AWN GR)

sehr interessiert. In der Agenda wird auf Weiterbildungsanlässe hingewiesen. Für die von der Fach­stelle fobatec eigens organi­ sierten Anlässe ist jeweils eine direkte On­ line-Anmeldung möglich. Die forstliche Bautechnik betreffenden Anlässe weiterer Veranstalter werden ebenfalls publiziert. Über Hinweise von Ihnen sind wir ebenfalls dankbar. Nebst den genannten Inhalten finden sich aktuelle oder vergriffene Dokumente zum Download und Links zu weiterführendem Wissen. Wir wünschen spannende und informative Lektüre.

Walter Krättli ibW HF Südostschweiz Fachstelle forstliche Bautechnik Bovel, CH-7304 Maienfeld www.fobatec.ch

Bündner Wald 3/2015 61

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23. Internationale Forstmesse in Luzern auf Kurs Die Vorbereitungen für die 23. Forstmesse in Luzern laufen auf Hochtouren. Das neue Messegelände ist fertig erstellt und bietet mit direktem S-Bahn-­Anschluss, modernsten Hallen und der grosszügigen Vorzone bestmögliche Infrastruktur. Messeleiter Marco Biland kann sich gut vorstellen, dass aufgrund der grossen Nachfrage die Ausstellerzahl von 280 in diesem Jahr überschritten wird: «Dank den neuen Hallen und der Erweiterung der Hallenfläche und des Freigeländes ist auch genügend Platz für diese Vergrösserung vorhanden.» Nur alle vier Jahre findet die Schweizer Meisterschaft Holzhauerei statt. 2015 wird

das spannende Finale mit technischen Disziplinen und dem Astungswettkampf auf dem Freigelände der Forstmesse Luzern vor viel Publikum ausgetragen. Nebst dem umfassenden Angebot an Maschinen und Geräten und der Sonderschau «Treffpunkt Forst, Forêt, Foresta» organisiert Waldwirtschaft Schweiz am Freitag erneut den Waldkongress, diesmal zum Thema Berufsbildung. Bereits zum dritten Mal zeigt sich die erfolgreiche Branchenkampagne «Unser Wald. Nutzen für alle.» an der Forstmesse. Kontakt: Marco Biland, Messeleiter, Telefon +41 56 204 20 20

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Vorschau «Bündner Wald» August 2015 Neue Betriebe und Betriebsstrukturen Nichts ist so konstant wie der Wandel. Die Aufgaben des Forstdienstes wurden umfassender und komplexer. Dies erschwerte das Leben des Försters als Allrounder und Einzelkämpfer. Nicht nur die Kreisförster wandelten sich; gewollt oder verknurrt wurden sie zu Teamplayern und Spezialisten für Teilgebiete. Es gibt verschiedene Modelle, wie man den Forstdienst organisieren kann, dies ist immer abhängig von den Visionen, von neuen Anforderungen, vom Zeitgeist und ­ von den beteiligten Gestaltern. Oberstes Ziel muss es sein, mittel- und langfristig die Situation und folglich die Wirkung im Wald zu verbessern. Dies erfordert von den einzelnen Weitsicht und Vertrauen. Viele Aspekte beeinflussen das Gelingen von neuen Betrieben und Betriebsstrukturen. Der nächste «Bündner Wald» macht eine Momentaufnahme für das Jahr 2015.

Vorschau auf die nächsten Nummern: Oktober 2015: Naturschutzbilanz in den Wäldern Graubündens Redaktion: Jörg Clavadetscher Dezember 2015: Einsatzorganisation bei Unwettereinsätzen Redaktion: Sandro Krättli

Redaktion: Sandro Krättli

Herausgegeben von Graubünden Wald, Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden und der SELVA. Verleger: Südostschweiz Verlegerin: © Somedia (Südostschweiz Presse und Print Presse AG, Südostschweiz und Print AG), Print, CH-7007 CH-7007 Chur Sekretariat: SELVA, Chur Sekretariat: SELVA, Urs Rutishauser, Christophe­BTrüb, ahnhof­B platz 1, ahnhofplatz CH-7302 1, CH-7302 Landquart, Landquart, Telefon + 41 Telefon (0) 81 + 41 300 (0)22 8144, 300buendnerwald  22 44, buendnerwald  Redaktoren: Jörg Redaktoren: Jörg Clava­detscher, Clava­ @  selva-gr.ch @  selva-gr.ch detscher, Revierdaforestal da ValCH-7535 (0) 81 858(0)588121, 858 forestal-muestair  58 21, forestal-muestair  Sandro Krättli, Revier forestal Val Müstair, Müstair, CH-7535 Valchava,Valchava, Telefon + 41 Telefon + 41 @ bluewin.ch. @ bluewin.ch. SandroGR, AWN Krättli, AWN GR, Sagastägstrasse 81 300+ 41 24 11, (0) 81 sandro.kraettli  300 24 11, @ sandro.kraettli  wn.gr.ch. Sagastägstrasse 96, CH-7220 Schiers, 96, CH-7220 TelefonSchiers, + 41 (0)Telefon  awn.gr.ch. Die @ aRedaktion Die behält Redaktion sich vor,behält Beiträge sichinvor, nicht Beiträge verlangter in nicht Form verlangter ohne Rückfrage Form ohne zu ändern. Rückfrage zu ändernSomedia Herstellung: Druckvorstufe Production, (Satz,Postfach Lithos, Belich491, : Südostschweiz Presse undChur, 51Antonin 11, Fax Friberg + 41 (0)Druck: Südostschweiz 81 255 51 05. Erscheint sechsmal jährlich. Sommeraustrasse tung)  32, CH-7007 PrintTelefon AG, Südostschweiz + 41 (0) 81 255 Print, Presse und Print AG, Auflage: Süd­ostschweiz 1700 Exemplare Print, Postfach Inserate: Somedia 508, Kasernenstrasse Promotion, 1, CH-7007 Neudorfstrasse Chur, Telefon 17, CH-7430 + 41 (0)Thusis, 81 255Telefon 51 11,+ 41 Fax (0) + 4181(0)650 81 00 70, 255 Fax + 41 52 89. (0)Erscheint 81 650 00 sechsmal 74, thusis@somedia.ch jährlich. Auflage ­A1700 bonnementspreise: CHF Exemplare Inserate: Südostschweiz 60.– (inkl. MwSt. für Mitglieder Verein Publicitas AG, Neudorfstrasse 17, Graubünden CH-7430 Thusis, Wald) Telefon Abonnemente/Adressänderungen: + 41 (0) 81 650 00 70, Fax + 41 Aboservice, (0) 81 650Postfach 00 74, thusis@so-publicitas.ch 491, Sommeraustrasse 32, ­Abonnementspreise: CH-7007 Chur, CHF 60.– (für(0) Mitglieder 81 255 54 Verein 54, abo  www.buendnerwald.ch Telefon + 41 Graubünden Wald) Abonnemente/Adressänderungen: Südostschweiz Presse und Print AG, @ somedia.ch, Postfach Für Inseratetexte 508, Aboübernimmt und Zustellservice, die Redaktion Kasernenstrasse keine Verantwortung, 1, CH-7007auch Chur, muss Telefon die Meinung + 41 (0) 81 der255 Beiträge 50 50,nicht mit der Ansicht www.buendnerwald.ch der Redaktoren übereinstimmen. Autoren, die zu obenstehenden Themen publizieren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Für Vorschläge Inseratetexte übernimmt die Redaktion keine Verantwortung, auch muss die Meinung der Beiträge nicht mit der Ansicht der Redaktion einzureichen. der Redaktoren übereinstimmen. Autoren, die zu obenstehenden Themen publizieren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Vorschläge der Redaktion einzureichen.

Bündner Wald 3/2015 63

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