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Bündner

Wald

Jahrgang 67 | August 2014

Waldbau – Entwicklungen und Strategien

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Inhalt

Titel Editorial.................................................. 4 Waldbau und Waldbewirtschaftung......... 5 Gebirgswaldpflege im Wandel................. 9 Bestimmt die Nutzung die Waldbaustrategie?................................ 14 Exotische Baumarten in Graubünden..... 18 Waldbauliche Entwicklung in Österreichs Wäldern.............................. 22 Südtirols Waldbau in den letzten 50 bis 100 Jahren.................................. 28 Wald und Waldeigentum in Graubünden...................................... 33

Interview mit Leo Thomann................... 42 Comic Theo & Heinz............................. 46 Die Nebrodi-Tanne, ein Nadelbaum auf der Roten Liste................................ 47 Interview mit Roland Engesser............... 51 10. Jahresversammlung von Graubünden Wald in Donat................... 57 1. Liechtensteiner-Bündner Holzhauereimeisterschaften................... 58 Lehrabschlussfeier der Bündner und Liechtensteiner Forstwarte in Chur......... 61 Vorschau «Bündner Wald» Oktober 2014....................................... 63

Titelbild: Der Sonnenkompass – ein bekanntes Hilfsmittel, wenn es um die Verjüngung des Gebirgswaldes geht. (Bild: Jörg Clavadetscher) Bild Inhaltsverzeichnis: Dank Forschung, Weiterbildung, Dokumentation und gezielter Planung verzieht sich der Nebel über waldbaulichen Problemen allmählich. (Bild: naturpix.ch/gansner-hemmi) Bündner Wald 4 /2014 3

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Editorial

Eine Rückblende zeigt, dass Entwicklung und Strategie des Waldbaus schon seit langer Zeit von den jeweiligen Bedürfnissen des Menschen abhängig sind. Als wir den Wald noch «nur» als Lebensraum, zur Nahrungssuche und in mässigem Ausmass als Brenn- und Baustofflieferant brauchten, war unser Einfluss auf den Wald wahrscheinlich kaum oder nur sehr lokal spürbar. Es war mit Sicherheit auch eine Zeit, in der sich noch niemand mit Nachhaltigkeit beschäftigte. Viel später, als der Mensch seine technischen Möglichkeiten bereits stark ausbaute, beeinflusste er den Wald massiv. Der Mensch machte sich die geologischen Werte der Natur zunutze. Das Bevölkerungswachstum schrie nach mehr Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Und wie fast immer hatte der Mensch auch damals den Eindruck, der Fortschritt ist immer gut und bringt uns weiter. Auch in dieser Zeit sprach noch niemand von Nachhaltigkeit. Auf «Teufel komm raus» wurden unsere Wälder genutzt, ja richtiggehend abgebaut. Aus heutiger Sicht kann die «Strategie» dieser Epoche auch als Waldabbau bezeichnet werden. Erst später, als wir erkannten, dass unsere Alpentäler ohne den schützenden Wald nicht mehr bewohnbar sein würden und gleichzeitig die Transportmöglichkeiten der Rohstoffe neue Dimensionen annahmen, wurde die Notbremse gezogen. Der Begriff der Nachhaltigkeit trat auf und erhielt grosse Bedeutung. Es begann sozusagen ein Waldaufbau. Obwohl der Hunger nach Bau- und Brennholz auch nach der Blütezeit des Bergbaus in unserer Heimat nach wie vor sehr gross war, gelang es, den schützenden Wald wieder aufzubauen. Da gleichzeitig die Wildbestände massiv über-

nutzt wurden, begann für den Wald eine gute (sorgenfreie?) Zeit. Auch bei der Jagd ist eine ähnliche Entwicklung auszumachen wie im Wald. Zuerst die gnadenlose Übernutzung, ja beinahe Zerstörung sämtlicher Bestände, dann ein rigoroser Schutz für den Wiederaufbau (hier und dort unter dem Grundsatz der Nachhaltigkeit) – und heute? Heute haben wir hier und dort regional grosse Vorräte, die abgebaut werden können oder abgebaut werden sollen. Beide Seiten bemühen sich darum, die Entwicklung der Bestände und deren Dynamik zu verstehen. Krankheiten, Klimawandel und wie schon seit jeher die menschlichen Bedürfnisse sollten dabei auch nicht ausser Acht gelassen werden. Die langen Zeiträume, welche den Waldbau und die Waldbewirtschaftung beeinflussen, machen es nicht einfacher, die Auswirkungen unseres Handelns immer und überall vollumfänglich richtig einzuschätzen. Aus der Vergangenheit haben wir jedoch unsere Lehren gezogen und bemühen uns, Gutes beizubehalten und die alten Fehler nicht nochmals zu machen. Auch wenn uns heute bei neuen «Experimenten» die Forschung mit grosser Kompetenz zur Seite steht, ob unsere waldbaulichen Massnahmen erfolgreich und für das Ganze wirklich nützlich sind oder nicht, das können wir oft nicht mehr selbst beurteilen.

Jörg Clavadetscher, Redaktor «Bündner Wald» Ruinas, CH-7535 Valchava forestal-muestair@bluewin.ch

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Waldbau und Waldbewirtschaftung Während der Ausbildung zum Forstinge­ nieur haben Generationen von Forststudenten sehr viel über Waldbau mitbekommen: Vor allem die typischen schweizerischen Waldbaumethoden der Plenterung und Fe­ melung. Die Randbedingungen wie Holzernte, Holztransport oder wie man die ho­ hen waldbaulichen Ziele unter erschwerten Bedingungen wie übersetzte Wildbestände, tiefe Holzerlöse, mangelhafte Erschliessung usw. umsetzen kann, wurden nur am Rande behandelt. Holzernte und Holztransport waren schein­ bar keine Problemthemen. Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte wurde das Holz mit Pfer­ den gerückt. Nach und nach übernahmen motorisierte Vehikel diese Aufgabe, und da­ mit wurde die Holzernte in der Ausbildung der Revierförster zum Thema. Die ersten Maschinen waren zwar aus heutiger Sicht relativ klein und vor allem wenig leistungs­ fähig. Trotzdem, die bisherigen Winterwege genügten diesen Fahrzeugen nicht mehr, der forstliche Strassenbau begann. Gegen die «Zerstrassung» der Wälder regte sich Widerstand (und er regt sich auch heu­

te noch). Sprach man mit solchen Gegnern, so lobten sie die schonende Arbeit mit den Pferden. Dass Holztransport mit Pferden weder für Mensch und schon gar nicht für die Tiere eine leichte, ungefährliche Arbeit und von Romantik weit entfernt war, ist mir als frisch gebackenem Kreisförster bewusst geworden. Selbst unter den älteren Berufs­ kollegen gab es solche, welche immer wie­ der sagten: «Ausser ein paar Rossbollen im Frühling hat man im Wald nach einem Holz­ schlag nichts mehr gesehen!» Einem Grün­ schnabel wie mir stand es natürlich nicht an, dem zu widersprechen. Eines Tages zeichneten wir Holz an. Der Be­ stand hatte es nötig. Das Waldstück war so­ eben mit einem Maschinenweg erschlossen worden und man konnte nun einen Kurz­ streckenseilkran einsetzen. Mir fiel auf, dass die Bäume bergseits fast allesamt beschädigt waren. Das Gelände war geneigt, aber nicht so steil, dass Steinschlag infrage gekommen wäre. Der ältere Waldarbeiter, welcher beim Anzeichnen dabei war, schmunzelte. «Ja, das war eine un­serer letzten Winterfuhren», meinte er. Ich muss ziemlich ratlos geschaut

Auch die Bündner Waldwirtschaft wurde

Holztransport mit Pferden war weder für

fortlaufend mechanisiert – hier eine Schlitten­

Mensch und schon gar nicht für Tiere eine leichte,

winde.  (Bild: SELVA-Archiv)

ungefährliche Arbeit. (Bild: Documenta Natura, Hans Kobi)

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haben, denn er fuhr fort: «Der Winterweg war natürlich ganz unten. Und bis dort wurde das Holz durch den Bestand hinuntergereistet.» Das Wort «Kollateralschaden» war damals noch unbekannt, aber die Schäden waren massiv. Bei genauerem Beobachten finden sich die alten Reistschäden in den allermeisten Gebirgswäldern und sie werden geflissentlich mit Steinschlagschäden verwechselt. Auch der hohe Rotholzanteil stammt zu einem guten Teil davon. Genauso wie die Holzerei ohne Maschinen auf einen Winterweg zur Abfuhr angewiesen war, ist der Holztransport mit Traktor oder LKW auf eine Basiserschliessung angewiesen. Weder Traktor noch LKW können im Gebirge im Wald an jeden Baum heranfahren. Das Reisten wurde durch den Beim Einsatz moderner Forstmaschinen und etwas Kopfarbeit sind die Schäden am verbleibenden Bestand gering. (Bild: VSFU, Bern /  LIGNUM)

Seilkran abgelöst, und das ist gut so! Die früheren Seilkrananlagen waren technisch von den heutigen natürlich noch weit weg. Wer erinnert sich noch an den Stellklotz, den es brauchte, um den Laufwagen an einer bestimmten Stelle anzuhalten und den Haken abzusenken? Wer erinnert sich noch an nicht klemmende oder nicht lösende Laufwagen? Wer erinnert sich noch an das vor allem auf der Südseite oft angewendete Dreiseilsystem? Wer erinnert sich noch an Gegensprechanlagen oder bleischwere Funkgeräte, deren Gequäke kaum zu verstehen war? Mit dieser noch wenig ausgereiften Technik erstaunt es nicht, dass auch mit dem Seilkran oft nach dem Hauruck-Prinzip gearbeitet wurde und entsprechende Schäden am verbleibenden Bestand vorkamen (nicht bei allen Seilequipen, aber es kam vor). Mit fortschreitender Technik wurden die Seilkrananlagen besser manö­ vrierbar und wenn die Holzer nicht nur mit den Muskeln, sondern auch mit dem Kopf arbeiteten, waren die Schäden gering. Schäden am Bestand sind aber nicht immer durch die Holzer bedingt. Schon beim Anzeichnen kann bei mangelndem Verständnis für die Holzernte die nachfolgende Arbeit stark erschwert werden und Schäden sind vorprogrammiert. Die zu behandelnde Fläche muss in Ausdehnung und Form mit der Holzerntemethode übereinstimmen. Wenn einzelne Stämme weiss der Kuckuck wie weit an das Seil herangezogen werden müssen, muss man nicht staunen, wenn das Schäden gibt. Bevor die Anzeichnung beginnt, muss der Förster wissen, wo die Seillinie verläuft, im Idealfall ist sie mit Bändeln markiert. Mir ist niemals ein Zacken aus der Krone gefallen, wenn ich zur Sicherheit fragte: «Du, bringst du den noch vernünftig an die Linie, oder sollen wir den für den nächsten Schlag stehen lassen?»

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Bei konservativer Anzeichnung konnte es schon vorkommen, dass zu wenig Holz auf die Linie kam und die Sache unrationell wurde. Das andere Extrem sieht man heute häufiger. Als nicht mehr allzu junger Forstmann fragt man sich oft, ob es nun wirklich zielführend ist, so kahlschlagartig einzugreifen. Das Schlimmste, was ich in dieser Hinsicht sah, war ein Holzschlag, wo drei Seillinien angezeichnet waren, mit unbehandelten Waldstreifen dazwischen für den nächsten Eingriff in ein paar Jahren. Der Unternehmer hat dann eigenmächtig zwei Linien mit derselben Menge draus gemacht. Und niemand hat auch nur ein Wort darüber verloren. Waldbau und Waldbewirtschaftung finden nicht auf zwei verschiedenen Planeten statt. Sie gehören zusammen. Und nur, wenn das ganze System vom Anfang bis zum Ende durchdacht ist und sich alle Beteiligten absprechen und an die Abmachungen halten, dann funktioniert es. Die Randbedingungen sind nämlich alles andere als einfach. Vor allem die finanziellen, aber auch die naturbedingten. Die meisten Wälder in Europa wurden jahrhundertelang übernutzt oder gar ausgeplündert. Es waren ja dann die Forstleute, welche den Begriff der «Nachhaltigkeit» erfanden. Ein Begriff, der heute in aller Munde ist und meistens ohne Kenntnisse als Floskel angewendet wird. In der Schweiz begann mit der Forstgesetzgebung der systematische Aufbau der Wälder. Man hat immer unter dem Zuwachs genutzt, die Wälder dunkelten aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurden dann Übernutzungen angeordnet, es gab Licht auf den Boden (und weil Fleisch rar war, hielten sich die

Wildbestände in Grenzen). Ein älterer Kollege sagte vor etlichen Jahren: «Weisst du, es war nichts so gut für den Wald wie der Zweite Weltkrieg. Dort, wo die kriegswirtschaftlichen Schläge stattfanden, da haben wir heute Stangenhölzer.» Wer mit offenen Augen und aktivierten grauen Zellen durch den Wald geht, sieht das, was die traditionelle Forsteinrichtung schon seit Langem aufzeigt: Zu wenig Stangenhölzer, Dickungen, Jungwuchs. Über die «moderne» Forsteinrichtung schweigt des Sängers Höflichkeit. Sie scheint nur noch auf dem Auge, ohne Zuhilfenahme der grauen Zellen, zu basieren. Kommt die ganze Wildproblematik dazu. Licht auf den Boden ist gut (siehe oben). Das Wild freuts! Nachdem man für ein paar Jahre (genauer gesagt während der Amtsdauer eines Regierungsrates) auf sehr gutem Wege war, erhält der besorgte Beobachter den Eindruck, das Erreichte könnte wieder verspielt werden. Fehlte früher eine genügende Verjüngung, weil die Wälder zu Tode durchforstet wurden, so nützt bei übersetzten Wildbeständen alles Licht auf dem Boden nichts. Mal sehen, was der Wolf dazu meint (der soll gefälligst die Schafe in Ruhe lassen, das wäre auch für ihn gesünder). Waldbau und Waldbewirtschaftung bilden eine Einheit. Und die Rahmenbedingungen müssen stimmen! Robert Jecklin, ehemaliger Kreisförster bap Ingenieurbüro 7421 Summaprada bobi@bap.ch

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Gebirgswaldpflege im Wandel Während vor 200 bis 300 Jahren Plünderung und Raubbau an unseren Gebirgswäldern noch zur Tagesordnung gehörten, verstehen die heutigen Förstergenerationen und mit ihnen die Waldeigentümer unter Gebirgswaldpflege etwas anderes: Massnahmen zur dauernden Erfüllung der Schutzwirkungen sowie der Erwartungen an Biodiversität und Erholungsnutzung. Je nach Sichtweise hat die nachhaltige Holzproduktion einen grösseren oder kleineren Stellenwert, denn der Rohstoff Holz dient als geeigneter Ersatz für andere Rohstoffe und vermag am Schluss der Kaskade auch den Energiebedarf teilweise und umweltschonend zu decken. Letztlich stellen aber die Einnahmen aus dem Holzerlös ein wichtiges Standbein zur Finanzierung der Waldpflege dar. Die Holznutzung hat vielerorts «nur noch» eine dienende Funktion. Trotzdem wird bei vorübergehend besseren Holzpreisen die Gunst der Stunde manchmal über Gebühr genutzt. Bei sogenannt «mutigen» Holzschlägen wird leider vergessen, dass selbstregulierende Strukturen des Waldes – oder mindestens Ansätze in diese Richtung – verlorengehen und spätere korrigierende Eingriffe recht aufwendig sein dürften.

Gleichförmigkeit, namentlich auf wüchsigen Standorten. Sobald die Jugendphase durchwachsen ist, schliessen die Bäume mit den Kronen zu ihren Nachbarn in der Oberschicht auf, was eine Gleichförmigkeit und Gleichaltrigkeit vortäuscht. In der Tat verbleiben jedoch solche ungleichaltrigen Waldbestände sehr lange in einer recht stabilen Phase und schützen sich gegenseitig vor Sturmangriffen. Im Naturwald erfolgen Alterung und Zerfall solcher Wälder nur selten flächig, es sei denn, einem aussergewöhnlich starken Sturm oder einem intensiven Nassschneefall vermöchten auch stabile Bäume nicht genügend Widerstand entgegenzubringen. Es bestehen auch beträchtliche standörtliche Unterschiede. Wälder auf extrem geNaturgegebene Tendenz zu Gleichförmigkeit (Bilder: Ruedi Zuber)

Nicht jeder Wald braucht Pflege Die heutigen sehr grossen Schutzansprüche der Bevölkerung können ohne pflegliche Eingriffe in die kulturlandschaftlich geprägten Gebirgswälder nicht befriedigt werden. Die Schutzwaldpflege beruht denn auch auf der Annahme, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Risikominderung und Waldzustand gibt. Bei genauerem Hinsehen lässt sich jedoch erkennen, dass nicht jede Fläche einer gleich intensiven Pflege bedarf. Ein bisher allgemein zu wenig beachtetes Merkmal ist die generelle Tendenz zur Bündner Wald 4 /2014 9

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Dynamik schweizerischer Bergwälder mit und ohne Pflege/Nutzung, stark vereinfacht (Bild: aus J. Combe, 1987)

ringwüchsigen Standorten weisen als Folge der langsamen Entwicklung in der Regel eine stark differenzierte Struktur und einen hohen Grad an Selbstregulation auf. Waldbauliche Massnahmen sind in solchen Beständen wenig wirksam und auch nur selten notwendig. Naturnahe Bestockungen auf mässig wüchsigen Standorten weisen einen hohen Selbstregulierungsgrad auf. Hier bedarf es mindestens einer dauernden Beobachtung, um fallweise lenkend einzugreifen und gefährliche Situationen zu beseitigen. Wälder auf produktiven Standorten lassen sich bei vorrangiger Schutzfunktion mit lenkenden Pflegeeingriffen und rechtzeitiger Einleitung der Verjüngung so weit bringen, dass unerwünschte, mit grossen Risiken behaftete Lebensabschnitte, wie fortgeschrittene Alters- und Zerfallphase, umgangen werden können. Die wichtigsten Grundsätze der Gebirgswaldpflege sind die Förderung der Verjüngung als Daueraufgabe sowie die Förderung und dauernde Erhaltung der Stabilität, ausgerichtet auf das Idealbild des Gebirgsplenterwaldes resp. einer besonderen Ausprägung des Dauerwaldes.

Bleibt die Pflege auf wüchsigeren Stand­ orten längere Zeit aus, so verringert sich auf Dauer die Stabilität, und die Verjüngung wird zunehmend schwieriger. Die Schutzfunktion kann dann nicht gewährleistet werden. Unter Umständen muss bei grossen Schäden mit Verbauungen nachgeholfen werden, welche die Kosten der rechtzeitigen Schutzwaldpflege um ein Vielfaches übersteigen. Letztlich befinden wir uns aber in einem Dilemma, gewissermassen in einem Teufelskreis: Einerseits wissen wir, dass Wälder mit natürlicher Dynamik auf vielen Standorten besser vor Naturgefahren schützen als früher ungeeignet genutzte resp. übernutzte Wälder. Andererseits bleibt uns zu wenig Zeit und vor allem zu wenig Spielraum, um die Wälder in einen sehr naturnahen Zustand zu überführen, weil wir uns auch nur geringe Schäden infolge von vernachlässigter Waldpflege nicht leisten können. Entscheidend ist aber die Tatsache, dass die Auswirkungen der Walddynamik auf die langfristige Schutzwirkung der Wälder bei Verzicht auf Schutzwaldpflege im Detail nicht geklärt sind. Deshalb wird vorläufig die aktive Schutzwaldpflege nach guten Richtlinien (NaiS) im überwiegenden Teil der Schutzwälder als das kleinere Risiko erachtet. Zusammenarbeit zwischen Lehre, Forschung und Praxis In den vergangenen 40 bis 50 Jahren wurden bei den Kenntnissen über das Wesen und die Dynamik der Gebirgswälder grosse Fortschritte erzielt. Meilensteine waren die Einrichtung der Lehr- und Versuchswälder in Sedrun und Novaggio (1973 ), die Institutionalisierung des Unterrichtes in Gebirgswaldbau an der ETHZ (1975 ), das Gebirgswaldpflegeprojekt I (1979, Schluss-

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bericht 1984 ), dessen Fortsetzung mit dem GWP II, die Schaffung der Fachstelle für Gebirgswaldpflege an der damaligen Interkantonalen Försterschule Maienfeld ( BZWM, heute Teil des IbW HF Südostschweiz) , die Herausgabe des Lehrbuches «Gebirgswaldbau / Schutzwaldpflege» (1976, Zweitauflage 1991) und des Buches «Gebirgsnadelwälder» (1997 ). Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen im Rahmen von GWP I + II und der Tätigkeit der Fachstelle. Ein Produkt des GWP I ist letztlich die Gründung der Schweizerischen Gebirgswaldpflegegruppe (1984 ), einer Dialogplattform zwischen Praxis, Lehre und Forschung. In der Zwischenzeit hat sich die GWG zu einem eigentlichen Kompetenznetz für Gebirgswaldpflege etabliert. Von ihr gingen zahlreiche Anregungen und Diskussionen aus, so beispielsweise die Entstehung des wegweisenden Hilfsmittels «Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald» (NaiS, 2005 ). Aber auch die Forschungsinstitutionen, allen voran die WSL sowie die ETHZ und später die FH Zollikofen (heute HAFL), nehmen sich seit dem regen Gedankenaustausch und den Bedarfsmeldungen aus der Praxis vermehrt der Anliegen des Gebirgswaldes an, liefern umsetzbare Erkenntnisse sowie Unterrichtshilfen für die Hochschulstufe wie auch für die Försterausbildung.

Raubbau: grossflächige, allzu gleichförmigeinschichtige Baumholzbestände, örtlich starker Fäulnisbefall, aufgelöste Stark- und Altholzbestände, fast unüberwindliche anthropogen bedingte Verjüngungserschwernisse, Verfichtung vormaliger Tannen-Buchen-Mischwälder usw. Gleichförmige, instabile Wälder und Verjüngungsdefizite sowie Nutzungs- und Pflegerückstände bereiten nach wie vor Sorgen. Die Stagnation der Holzpreise und der Anstieg der Ausgaben der Forstbetriebe seit den 1960er Jahren veranlassten die Waldbesitzer, immer mehr auf defizitäre Holzschläge zu verzichten. Deren absehbare Folgen lassen sich durch die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand nur allmählich lindern. Sehr lange plenterartig gepflegter Wald

Herausforderungen Eigentlich könnte bei der Gebirgswaldpflege heute (fast) nichts mehr falsch gemacht werden. Das Rüstzeug ist vorhanden und wird sowohl im Unterricht als auch an Veranstaltungen für die Praxis vermittelt. Draussen im Wald sieht es oft etwas anders aus. Viele Berg- und Gebirgswälder sind nach wie vor belastet durch den früheren Bündner Wald 4 /2014 11

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Geduld oder Kahlschlag? Schwierige Verjüngung

Naturereignisse beeinflussen die Schutzwirkung,

in einem von Farnen durchsetzten Fichtenwald

namentlich bei kulturlandschaftlich beeinflussten instabilen Wäldern.

Rund ein Drittel aller Holzentnahmen im Berg- und Gebirgswald besteht aus Zwangsnutzungen. Ein Teil davon geht auf das Konto der zunehmend labilen und instabilen Waldbestände – auch auf damit verbundene unvorsichtige Eingriffe – und der Rest auf extreme Naturereignisse wie Stürme, Nassschneefälle und Lawinenniedergänge mit anschliessend verbreitetem Borkenkäferbefall. Seit den 1960er Jahren haben die Schalenwildbestände stark zugenommen. Vermehrte Störungen und die Verdrängung der Rehe, Hirsche und Gämsen ins Waldareal erschweren, ja verunmöglichen an vielen Orten die Waldverjüngung mit standortgerechten Baumarten. Namentlich das Ausbleiben der Tanne ist nur schwer zu verkraften. Gleichzeitig mit dem Verlust der Verjüngungsfähigkeit der Wälder verarmen auch die Wildlebensräume. Dazu trägt allerdings ebenso die Verdunkelung der Waldbestände mangels Pflege bei. Fehlende Verjüngung während mehrerer Jahrzehnte fördert massgeblich die Destabilisierung und Überalterung der Schutzwälder.

Die permanente Belastung durch Luftschadstoffe und die Auswirkungen der Klimaveränderungen dürften insbesondere die Wälder höherer Lagen stark fordern. Wenn die Erwärmung weiterhin rasch zunimmt und sich Witterungsextreme häufen, könnte sich nicht nur das Waldbild ändern, sondern auch die Schutzfähigkeit der Wälder müsste laufend hinterfragt werden. In dieser Hinsicht sind die Forschungsstellen stark gefordert, und auch ein zweckmässiges Monitoring ist unerlässlich. Die zusätzlich erhöhten Schutzansprüche der Bevölkerung infolge Ausdehnung der Siedlungen, der ganzjährigen Benützung von Verkehrswegen, der Benützung des Waldes und der Landschaft für teils mit der Natur nicht mehr zu vereinbarenden Freizeitbedürfnissen verlangen vom Wald so viel, dass er insgesamt bald einmal überfordert sein könnte. Die Bevölkerung verlangt den Schutz des Waldes, doch das Produkt Holz ist selbst in Kantonen mit Gebirgswald immer noch zu wenig gefragt. Die Holzvorräte im Wald nehmen weiter zu, obwohl die Holznutzung

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einen namhaften Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz leisten könnte. Diese geerbten und neuen Rahmenbedingungen stellen sowohl den Forstdienst als auch die Waldeigentümer vor Herausforderungen, die nur in Zusammenarbeit mit der gesamten Bevölkerung und den Forschungsstellen gelöst werden können. Namentlich im Zusammenhang mit der Klimaveränderung und der Bedrohung durch invasive Neophyten dürfte die Gebirgswaldpflege auch in Zukunft einem Wandel unterworfen sein.

Literatur Zuber, R.: 2010. Schutzwaldpflege. Naturführer Surselva. Basisinformationen. www.natur-surselva.ch

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Bestimmt die Nutzung die Waldbaustrategie?

Abb. 1: Verjüngungshemmender Reitgras-Teppich ein paar Jahre nach dem Eingriff: Hier kann sich über Jahrzehnte keine Lärchenverjüngung mehr einstellen, ohne dass geschürft wird. (Bild: JJ Thormann, HAFL)

Einige Gedanken zur Situation im Gebirgswald Bestimmt die Nutzung den Waldbau, oder der Waldbau die Nutzung? Im Laufe der Zeit hat sich dies immer wieder geändert, je nachdem wie stark die Menschheit auf die Holznutzung angewiesen war. Heute müssen wir die Frage je nach Waldfunktion differenziert anschauen. Im Schutzwald sollte klar die Waldbaustrategie, d. h. «NaiS», die Nutzung bestimmen. Hier steht der Schutz vor Naturgefahren im Vordergrund. Im Wirtschaftswald kann es umgekehrt sein, solange man nicht gegen die Natur und die flächige Nachhaltigkeit arbeitet.

Der «Hunger» nach dem Rohstoff Holz der Menschheit hat über die Jahrhunderte in vielen Gebieten den «Waldbau» bestimmt. Die Wälder wurden durch die Streunutzung, oder um Brennholz zu gewinnen, geplündert und anschliessend beweidet sowie vielerorts grossflächig kahlgeschlagen, zur Sicherstellung der enormen Holzmengen, die zum Beispiel zur Eisenverhüttung oder Salzgewinnung gebraucht wurden. Der Aufbau unserer Wälder ist noch heute davon geprägt. Dies führte zu vermehrten Erdrutschen, Murgängen und Überschwemmungen. Man hat in verschiedenen Gebieten schon früh bemerkt, dass die Schutzfunktion des Waldes für das Überleben im Gebirge von gros­ ser Wichtigkeit ist. Der Wald über Adelboden wurde zum Beispiel bereits 1617 unter Bann gestellt. Das Beweiden, «Schwänten» (Brennholz schneiden) und grossflächige Abholzen wurde in einem Bannbrief verboten. Obschon man in dieser Zeit noch nicht von eigentlichen Waldbaustrategien sprechen kann, hat – mit wenigen Ausnahmen der Bannwälder – die Nutzung, das heisst die Nachfrage nach Holz, den Waldbau bestimmt. Dies gilt auch für die privaten Bauernwälder des Emmentals, wo sich über die Jahrhunderte die Plenterung, eine einzelstammweise Nutzung, entwickelt hat, damit der Hof langfristig mit Holz versorgt werden konnte, was eng mit den Besitzstrukturen und der Bedeutung der «freien Bauern» im alten Staat Bern zu tun hat. Mit dem ersten Forstpolizeigesetz von 1876 wurde der gesamte Bergwald einer geordneten Forstwirtschaft zugeführt. Hunderte von Hektaren wurden zum Schutz der Bevölkerung aufgeforstet und die geplünderten Wälder eingerichtet. Mit der Einführung eines Hiebsatzes in den Wirtschaftsplänen wurde ab dieser Zeit genau festgelegt, wie

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viel Holz pro Jahr geschlagen werden darf, und das flächige Roden wurde verboten. Dadurch haben sich die Zustände der Gebirgswälder langsam erholt. Die Hiebsätze blieben über Jahrzehnte tief. Das Hauptziel war der Vorratsaufbau. Mit Ausnahme der Zeit während des Zweiten Weltkriegs wurde dies vom Forstdienst bis vor wenigen Jahren sehr genau durchgesetzt. Heute sprechen wir von zu hohen Vorräten und einem «Altholzproblem» – auch im Gebirgswald. Ich mag mich noch gut erinnern, als ich in meinem Praktikum in Schaffhausen vor über 20 Jahren, am Tag nach der Holzanzeichnung mit dem Förster, auf Geheiss des Oberförsters wieder Bäume zurückzeichnen musste, weil ich zu viel Holz angezeichnet hatte. Ob diese dann wirklich nicht genutzt wurden, bleibt dahingestellt. Ich habe dies nachher nicht überprüft, habe aber schon damals gedacht, dass das übertrieben war. Heute haben die Vorrangfunktionen eine grössere Bedeutung. Die Multifunktionalität, das heisst, dass alle Funktionen auf der gleichen Fläche gleichbedeutend sind, tritt in vielen Kantonen zunehmend in den Hintergrund, obschon diesbezüglich die Meinungen stark auseinander gehen. Im Rahmen der Waldentwicklungsplanung werden die einzelnen Vorrangfunktionen im WEP festgelegt. Damit können die einzelnen öffentlichen Interessen zielführender umgesetzt werden. Mit der Grundlage von «SilvaProtect» konnte die Ausscheidung des Schutzwaldes im letzten Jahrzehnt über die ganze Schweiz harmonisiert werden. Als Grundlage der Waldbaustrategie im Schutzwald wurde in enger Zusammenarbeit mit der Praxis vom Bund die Wegleitung «Nachhaltigkeit im Schutzwald» NaiS entwickelt. Ich durfte bei dieser Entwicklung mit dabei sein. NaiS gibt in Abhängigkeit vom natürlichen Wald-

Abb. 2: Starker Eingriff im Schutzwald (Typ A), kaum mehr NaiS-konform; das Risiko von Anbrechen von Waldlawinen steigt. (Bild: Raphael Schwitter, GWP)

standort und der Naturgefahr das Waldbauziel vor. NaiS ist kein Rezeptbuch, wie waldbaulich eingegriffen werden soll. Der waldbauliche Handlungsspielraum hängt stark von der Naturgefahr und dem Ausgangszustand des Waldes ab. Je naturnaher dieser ist, desto grösser ist der waldbauliche Spielraum. Der eigentliche Eingriff soll vom lokalen Bewirtschafter bestimmt werden. Im Schutzwald produziert der Waldbesitzer in erster Linie flächigen Schutz und nicht Holz. Dafür wird er mit öffentlichen Mitteln entschädigt. Das Holz ist ein Koppelprodukt, das selbstverständlich möglichst effizient genutzt und vermarktet werden soll, solange es dem Schutzziel nicht wiBündner Wald 4 /2014 15

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Abb. 3: Grossflächiger Holzschlag mit dem Ziel der Holznutzung in einem erosionsanfälligen Gebiet (nach heutiger Definition Schutzwald-Typ C – bis 2012 kein Schutzwald). Wie sich die Erosion weiterentwickelt bleibt hier die Frage ? Wir werden das verfolgen. (Bild: Massimiliano Schwarz, HAFL)

derspricht. Hier muss eindeutig die Waldbaustrategie die Nutzung bestimmen und nicht umgekehrt. Dabei sind die langfristige Stabilität eines Bestandes und die Verjüngung von zentraler Bedeutung. Durch den jahrzehntelangen Vorratsaufbau und der Vernachlässigung der Nutzung aus ökonomischen Gründen sind sehr dichte Bestände entstanden, die nicht mit einem einzigen starken Eingriff in einen optimalen Zustand nach NaiS überführt werden können. Dazu braucht es vielfach zwei bis drei Eingriffe, um die Stabilität nicht zu gefährden. Zu starke Ein-

griffe, auch unter einem grösseren Druck infolge steigender Holznachfrage, können langfristig zu grossen Problemen führen: Instabile Bestände, Verjüngungsschwierigkeiten, zum Beispiel infolge einer Vergrasung durch das Reitgras (Abb. 1 und 2 ) etc. Was das langfristig für die Bestandesentwicklung und das Wachstum und damit die Nachhaltigkeit bedeutet, wird momentan in einem Projekt von der WSL, der Fachstelle für Gebirgswaldpflege GWP und dem AWN Graubünden, untersucht. Auf die Resultate können wir gespannt sein. Im Gegensatz zum Schutzwald soll im Wirtschaftswald in erster Linie Holz produziert werden. Bestimmt nun hier die Nutzung die Waldbaustrategie? Ich behaupte, dass dies durch die natürlichen Gegebenheiten vor Ort im Gebirgswald nur bedingt stimmt. Wer gegen die beeinflussenden Faktoren der Natur und dessen Einflüsse wie zum Beispiel der Erosion oder der Vegetationskonkurrenz arbeitet (Abb. 2 und 3), ist kaum langfristig nachhaltig und darum langfristig auch aus ökonomischer Sicht ineffizient. Sicher ist der Nutzungsspielraum teilweise grösser als im Schutzwald. Dieser hängt aber stark von der Verjüngungsgunst des Standortes ab, wenn man mit der Naturverjüngung arbeitet. Natürlich kann man auch pflanzen und anschliessend über lange Zeit pflegen. Ob sich das über die Produktionszeit rechnet, ist eine andere Frage. Wo genau die Grenzen zum Beispiel beim oberflächlichen Erosionsschutz liegen, untersuchen wir zurzeit in einem entsprechenden Projekt. Dabei versuchen wir die Wurzelwirkungen zu quantifizieren und die Wirkung nach einem Holzschlag weiter zu verfolgen. Erste Resultate können wir an dieser Stelle sicher bald publizieren. Wie sieht es denn in einem Biodiversitätswald aus? Auch hier hängt es stark vom Ziel

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ab, was und wie man etwas fördern oder schützen will. Von der «Nullnutzung» auf lange Sicht im Naturwaldreservat bis zu speziellen starken Eingriffen in einem Sonderwaldreservat ist alles möglich. Genau genommen bestimmt auch hier die Waldbaustrategie die Nutzung. Die Frage, ob die Nutzung die Waldbaustrategie bestimmt, kann also sehr differenziert betrachtet werden. Ich hoffe, meine Gedanken regen zu einer breiten Diskussion an. Die rasch steigende Nachfrage nach Energieholz könnte zukünftig im Wirtschaftswald zu Energieholzplantagen führen, in denen die Nutzung dann ganz klar den

Waldbau bestimmt. Da wird möglichst rasch viel Biomasse produziert. Eine Pflege braucht es nicht. Hatten wir das nicht schon früher? Klar, dann sind wir wieder im Niederwald, z. B. mit der Kastanie auf der Alpensüdseite, mit der Buche oder zukünftig gar mit dem Götterbaum?

Jean-Jacques Thormann Dozent für Schutzwaldbewirtschaftung und Naturgefahren, HAFL jean-jacques.thormann@bfh.ch

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Exotische Baumarten in Graubünden Mehrheitlich besteht gegenüber dem An­ bau von exotischen Baumarten eine sehr grosse Skepsis. Die Erfahrung im Anbau von Exoten reicht bestenfalls zwei Umtriebszei­ ten zurück, das heisst bis etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Bedeutung von exotischen Baumarten ist in Graubünden sehr gering. Exoten können angepflanzt werden, um die Probleme einheimischer Baumarten zu minimieren, beispielswei­ se das Sturm­ risiko, die Erzielung besserer Qualitätsmerkmale oder bessere Gewähr­ leistung der Schutzfunktionen. Der Anbau von exotischen Baum­arten in Graubünden könnte durch den Klimawandel vorange­ trieben werden, da Exoten eine wichtige Rolle in der Anpassung an den Klimawandel Exotische Baumarten können höhere Anforderungen der Qualitätsmerkmale erreichen – hier als Beispiel die Roteiche (Quercus rubra). (Bild: Wikimedia  / Simon A. Eugster)

übernehmen könnten. Wenn sich der ein­ heimische Wald innerhalb der gegebenen Frist nicht an die Veränderungen des Klimas anpassen kann, wird die Beimischung von exotischen Baumarten eine interessante Alternative. Zu dieser Thematik untersucht das Projekt «Gastbaumarten» der WSL den Anbau verschiedener exotischer Baumarten. Doch wer garantiert, dass die exotischen Gäste keine invasive Einwirkung auf die einheimischen Wälder haben? Die Angst vor der unkontrollierten Verbreitung der neu eingeführten Arten ist ein wesentlicher Grund, welcher gegen den Anbau von Exo­ ten spricht. Die hohen Investitionskosten, die mit der Pflanzung von exotischen Baum­ arten einhergehen, sind ein zusätzlicher Grund, auf die natürlich vorkommenden Baum­arten zu setzen. Das kostengünstige­ re Prinzip «Naturverjüngung», das heute in der Schweiz angestrebt wird, wird mit dem Anbau von Exoten nicht möglich sein. Die Pflanzung von nicht standortheimischen Pflanzen ist sehr teuer. Die Bestände wer­ den wegen unbekannter Schädlinge einem hohen Risiko ausgesetzt. Denn die Reakti­ on der Exoten auf das neue Umfeld ist in den meisten Fällen nicht bekannt. Ganze Bestände neu eingeführter Baum­arten kön­ nen wegen unvorhersehbaren Ereignissen wie Krankheit oder Befall von Schädlingen eingehen. Je nach Befall sind aufwendige Schutzmassnahmen nötig, um gegenüber der neuen Umgebung bestehen zu können. Die aktuelle Situation in Graubünden Laut den Auswertungen des LFI 3 gibt es in Graubünden keine Bestände, in welchen der Holzvorrat von exotischen Baum­arten dominiert. Die wichtigste exotische Baum­­ art in Graubünden ist die Douglasie. Sie wurde aus forstwirtschaftlichen Gründen von Nordamerika nach Europa gebracht.

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Douglasien in der Bündner Herrschaft – vom Wild anscheinend herzlich willkommen geheissen! (Bild: Hans Bantli)

Die Douglasie ist die einzige Baumart, die bereits in vielen Teilen der Schweiz und in ganz Europa angepflanzt wird. Was spricht für den Anbau von exotischen Baumarten? Die Argumente für einen Anbau von exotischen Baumarten sind vielseitig, jedoch konnten sie sich gegenüber den ablehnenden Argumenten nicht durchsetzen. Die wichtigsten Vorteile exotischer Baumarten sind die Erzielung besserer Qualitätsmerkmale, höherer Wachstumspotenziale oder besserer physiologischer und technischer Eigenschaften der Bäume. Ausgewählte exotische Baumarten können höhere Anforderungen der Qualitätsmerkmale erreichen als die einheimischen Baumarten. Durch bessere Qualitätsmerkmale wird das Holz zu

einem besseren Verkaufspreis verkauft. Als Beispiel dient die Roteiche (Quercus rubra). Sie hat eine geradere Schaftachse als die einheimischen Eichenarten (Quercus robur, Q. petrea, Q. pubescens). Andere ausgewählte exotische Baumarten können die Eigenschaft der Risikominimierung durch bessere Stabilitäten oder Standhaftigkeiten der einheimischen Baum­arten aufweisen. Beispielsweise kann die Douglasie als «Herzwurzler» und guten Holzeigenschaften besser einem Sturm widerstehen als die flachwurzelnde Fichte. Somit gibt es in Douglasienbeständen weniger Sturmschäden als in Fichtenbeständen. Dieses Prinzip lässt sich auf mehrere Baumarten und Eigenschaften anwenden. Weiter können exotische Baumarten nicht nur qualitativ bessere Merkmale aufweisen, sondern Bündner Wald 4 /2014 19

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auch quantitativ besseres Wachstum haben. Somit erzielen exotische Baumarten nicht nur höhere Verkaufspreise aufgrund besse­ rer Qualitätsmerkmale, sondern auch auf­ grund des grösseren Wachstumpoten­zials. Ein noch offener Punkt ist, welche Rolle die exotischen Baumarten im Zusammenhang mit dem Klimawandel übernehmen. Was geschieht, wenn sich die einheimischen Baumarten nicht genügend rasch an den Klimawandel anpassen können? Dazu hat der Bund eine Studie an der WSL lanciert. Das Projekt «Gastbaumarten» befasst sich mit dem Anbau von sechs Gastbaum­­arten, welche an verschiedenen Standorten in der Schweiz angebaut werden. Gastbaum­ arten sind exotische Baumarten, welche sich aber im neuen Gebiet natürlich verjüngen In der Schweiz hat sich vorerst nur der Anbau der Douglasie als fremdländische Baumart bewährt. (Bild: Wikimedia  / AnRo0002)

lassen. Das Verhalten dieser Gastbaum­ arten wird nun in der Schweiz getestet. Im Test sind die als Gastbaumarten noch wenig bekannten Baumarten: Silberlinde (Tilia tomentosa), Libanonzeder (Cedrus libani), Westliche Hemlocktanne (Tsuga he­ terophylla), Orient­buche (Fagus orientalis), Riesenlebensbaum (Thuja plicata) und die Bornmüllerstanne (Abies bornmuelleriana). Das Projekt läuft seit 2009. Getestet werden vor allem die Verfügbarkeit von Mykorrhi­ zen an den Wurzeln und das Wachstum der Baumarten. Vorerst hat die WSL noch keine Ergebnisse veröffentlicht. Erste Empfehlun­ gen werden jedoch innerhalb weniger Jahre erwartet. Was spricht gegen den Anbau von exotischen Baumarten? Da der Wald ein langsam wachsendes Ökoy­stem ist, hat man in Bezug auf den Anbau von exotischen Baumarten sehr we­ nig Erfahrung. Wirken die neu eingeführ­ ten Arten invasiv, das heisst, sie verbreiten sich unkontrolliert oder sie sind anfällig auf einheimische Krankheiten oder Schäd­ linge und gehen sofort ein ? Solche Über­ legungen müssen vor der Pflanzung von exotischen Baumarten getestet werden. Zusätzlich werden für den Anbau von exo­ tischen Baumarten hohe Pflanzkosten, d. h. Investitionskosten und zum Teil auch sehr aufwendige Schutzmassnahmen für einen erfolgreichen Anbau benötigt. Als Beispiel dient eine Douglasien-Anbaufläche in der Bündner Herrschaft im Gebiet «Geissrüg­ gen» in Malans. Auf dieser wurden Doug­ lasien gepflanzt und bis ins Dickungsstadi­ um durch einen Zaun geschützt. Nachdem der Zaun entfernt wurde, sind bereits nach kurzer Zeit viele der gepflanzten Dou­glasien durch das Wild geschält und somit zerstört worden. Die hohen Investitionskosten in

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Pflanzung und Schutzzaun werden unge­ deckt bleiben und sind damit ein defizitäres Geschäft. Das heisst, der Anbau von exoti­ schen Baumarten ist teurer als die Handha­ bung der Waldwirtschaft mit einheimischen Baumarten und zusätzlich noch riskanter. Die Kombination der Anfälligkeit von exo­ tischen Baumarten auf einheimische Krank­ heiten oder Schädlinge verbunden mit den hohen Investitionskosten bergen ein grosses Risiko für den Anbau von Exoten. Folglich müssen Exoten über eine ganze Umtriebs­ zeit gegenüber den einheimischen Pflanzen, Krankheiten und Schädlingen widerstehen können, damit sie schlussendlich die hohen Investitionskosten wieder durch den Ernte­ ertrag tilgen können. Ein weiterer ungüns­ tiger Aspekt kann die negative Einwirkung exotischer Bestände auf die einheimische Ökologie haben. Die Biodiversität innerhalb exotischer Bestände ist wahrscheinlich ge­ ringer als in einheimischen Beständen. Auf den fremdländischen Bäumen gibt es selten angepasste Organismen, es sei denn, die­ se wurden eingeschleppt. Somit brauchen die einheimischen Organismen zuerst eine Anpassungszeit, welche sich über viele Jahr­ zehnte erstreckt. Fazit Vor der Pflanzung von exotischen Baum­ arten sind gründliche Untersuchungen der Auswirkungen nötig. In der Schweiz hat sich vorerst nur der Anbau der Douglasie als fremdländische Baumart bewährt. Ihre Aus­ wirkungen und Eigenschaften auf den ein­ heimischen Wald sind gut untersucht. Das Projekt «Gastbaumarten» befasst sich aber weiterhin mit neuen exotischen Baumarten. Ob diese Baumarten den einheimischen

Wald in der Anpassung an den Klimawandel ergänzen können, ist noch nicht erkennbar. Ein wichtiger Punkt für einen erfolgreichen Anbau ist die Provenienz des angebauten Saatgutes. Der Pflanzerfolg ist stark von der Provenienz abhängig. In Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel ist eine andere Herkunft der einheimischen Baum­ artenpalette prüfenswert. Das heisst, in Be­ zug auf Graubünden könnte Fichten- und Lärchensaatgut von wärmeren und trock­ neren Regionen getestet werden. Auch wenn ein Grossteil der gepflanzten Bäume abstirbt, ist der Eintrag der wärme- und trockenresistenteren Gene wichtig. Über den Effekt dieser Methode sind erst weni­ ge Untersuchungen vorhanden und noch viele weitere Studien nötig. In Mitteleuropa sind schon viele Pflanzungen von Exoten gemacht worden. Für Interessierte lohnt es sich, die Literatur über die Forschungser­ gebnisse zu studieren. Die exotischen Baumarten sollen also nur gepflanzt werden, falls die Funktion der einheimischen Baumarten ungenügend ist. Beispielsweise für den Schutzwald sind sol­ che Szenarien denkbar. Dort könnte eine Beimischung exotischer Baumarten durch­ aus Sinn machen. Vor allem in Anbetracht des Klimawandels, der unsere waldbauliche Tätigkeit im kommenden Jahrhundert be­ einflussen wird.

Gian Barandun Masterstudent D-USYS ETH Zürich Heinzenbergstrasse 90 7421 Summaprada gianb@student.ethz.ch

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Waldbauliche Entwicklung in Österreichs Wäldern Als ich im Sommer 1974 mein erstes Forstpraktikum absolvierte, hatte ich die Aufgabe, mit dem chemischen Mittel «Tormona 100 » Rotbuchen zu läutern. Erst später wurde mir bewusst, wie problematisch die Ausbringung des damals verwendeten dieselöllöslichen Herbizides, welches dann im Jahre 1988 verboten wurde, tatsächlich ist. Die Meinung des damaligen Betriebsleiters – dass zwar die Buche die Mutter des Waldes, nicht aber die der Geldtasche sei, zeigt rückblickend, dass vor 40 Jahren die österreichische Forstwirtschaft massgeblich durch die Bodenreinertragslehre geprägt war. Wenn ich nun nachstehend meine Betrachtungen zur waldbaulichen Entwicklung in Österreich bringe, so möchte ich zum besseren Verständnis zunächst auf die Eigentumsverhältnisse eingehen. Die Situation der Forstwirtschaft in Österreich ist im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten durch vorwiegend private, überwiegend bäuerliche Waldeigentümer gekennzeichnet. Es sind rund 145 000 Privatwaldeigentümer in Österreich. Damit besteht Österreichs Wald in erster Linie aus Bauern- oder Familienwäldern, die meist sehr klein strukturiert sind: Jene 53 Prozent der Waldeigentümer, die weniger als 200 Hektar besitzen, haben pro Betrieb eine durchschnittliche Waldfläche von 9,2 Hektaren. 80 Prozent der heimischen Waldfläche von 3,96 Millionen Hek-

taren teilen sich private Waldeigentümer, 15 Prozent entfallen auf die Österreichische Bundesforste AG und zu fünf Prozent ist Wald in öffentlichem Eigentum der Länder, Gemeinden und anderen Körperschaften. Diese Eigentumsstruktur und ein Forstgesetz mit Spielraum für Individualität führen dazu, dass sehr unterschiedliche Ansätze der Waldbewirtschaftung existieren. Ein Blick auf die Einschlagstatistik zeigt, dass das jährliche Erntevolumen von den Siebzigerjahren bis in unsere Tage beträchtlich angewachsen ist. Die aktuellen 18 ,02 Millionen Festmeter Einschlag ( 2012) liegen zwar noch immer weit unter den von der Forstinventur als nachhaltig erachteten rund 25 Millionen Festmeter, die jährlich in Österreichs Wäldern genutzt werden können, bedeuten aber gleichzeitig eine Steigerung in 40 Jahren um zirka 70 Prozentpunkte. Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass das Anwachsen des Einschlagvolumens auf eine Intensivierung in den Privatforstbetrieben und vor allem im Kleinwald zurückzuführen ist. Schwerpunkt: Fichtenwirtschaft in den Siebzigerjahren Der Start in mein Berufsleben war dann auch durch Fragen der Fichtenbewirtschaftung gekennzeichnet. Die Forstliche Bundesversuchsanstalt, mit der wir bereits damals intensiv zusammenarbeiteten,

Holzeinschlagsentwicklung (Mio. Efm) (Quelle: Jahresberichte über die österreichische Forstwirtschaft; BMLFUW)

1978

2012

Kleinwald

4,68

44,3 %

10,81

60,0 %

Grossprivatwald

3,94

37,3 %

5,56

30,9 %

Österreichische Bundesforste

1,93

18,3 %

1,65

9,1 %

Summe

10,55

18,02

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Ausbildungsoffensive mobilisiert den Kleinwald. (Bilder: Wolfgang Jirikowski)

führte im gesamten Land Fichtenversuche durch, das Thema Auslesedurchforstung rückte erstmals in das forstliche Bewusstsein. Überlegungen zu Stammzahlhaltung, H/D-Wert und Intensität der Nutzungseingriffe bestimmten die Diskussion, aber auch die Arbeitstechnik und Einsatzorganisation spielten eine immer wichtigere Rolle. Noch war genügend Eigenpersonal der Betriebe auf der Fläche tätig, starke Lohnkostensteigerungen, vor allem im Bereich der Österreichischen Bundesforste liessen jedoch den Ruf nach Rationalisierung der ausschliesslich manuell durchgeführten Arbeiten immer lauter werden. Das Jahr 1979 bescherte ein dramatisches Schneedruck­ereignis, dem viele der zahlreichen Fichtenbestände zum Opfer fielen. Wie so oft in der Forstgeschichte, war diese im Frühjahr eingetretene Katastrophe der Auslöser für einen interessanten

Entwicklungsprozess. Einerseits setzte dort, wo es erforderlich war, eine intensive Forststrassenerschliessung ein, andererseits wurde an jenen Stellen, die grosse Bestandeslücken aufwiesen, mit schattenertragenden Baumarten versucht, diese zu schliessen. Im Wald wurden nun bis zu diesem Zeitpunkt kaum bekannte Baumarten eingebracht, begleitend dazu Wildschutzmassnahmen, vor allem der Zaunbau forciert und geeignete Arbeitstechniken entwickelt. Das Waldsterben bestimmt die weitere waldbauliche Entwicklung Als man im Herbst 1980 plötzlich ganz neue und zum Teil recht dramatische Schäden an Fichten beobachtete, entstand zunächst der Verdacht, dass es sich um ein pathologisches Ereignis grösseren Ausmasses handeln müsse. Man sprach damals vom Bündner Wald 4 /2014 23

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Fichtensterben. Später war dann die Mehrzahl der heimischen Baumarten betroffen. Eine ständige Zunahme der örtlichen Ausdehnung und der Befallsstärke, unabhängig von Standort- und Klimabedingungen, liess die Forstleute fürchten, dass die Waldökosysteme mit allen die Zivilisation gefährdenden Folgen zusammenbrechen könnten. Dies löste einen Umdenkprozess aus, eine stark auf ökologische Kriterien ausgerichtete Waldbewirtschaftung war die Folge. Aufforstungsmodelle für Mischwaldbegründungen entstanden, aber auch alternative Überlegungen – wie jene der Einbringung von Kalabrischer Tanne und Gastbaumarten, vor allem Douglasie, Riesentanne, Roteiche oder Schwarznuss, ANZEIGE

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auf entsprechenden Standorten – wurden angestellt und die Waldeigentümer in dieser Weise beraten. Was allerdings fehlte, waren in Ermangelung von Erfahrung, die erforderlichen Pflegeempfehlungen. In diese Zeit fällt auch die Veröffentlichung des Buches «Zielstärkennutzung» von Heinrich Reininger (1989 ) und die Gründung von Pro Silva Austria (1992). Die Idee dahinter ist, durch die Strukturierung von Beständen die schlagweise Bewirtschaftung in eine Dauerwaldbewirtschaftung überzuführen und dadurch die Wälder gegenüber Schadereignissen zu stabilisieren. Auch für den Bergwald konnten Verfahren wie die Anlage von Schlitzschlägen und die Gebirgsplenterung propagiert und umgesetzt werden. Durch die Sensibilisierung und öffentliche Meinungsbildung gelang es dann auch, Schademissionen der Industrie und des Verkehrs derart zu reduzieren, dass das Waldsterben gebremst werden konnte. Ausbildungsoffensive mobilisiert den Kleinwald Aus der Waldsterben-Diskussion ist das Bewusstsein geblieben, dass Mischwälder einerseits und das Abgehen vom Kahlschlag andererseits zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen, vor allem im Kleinwald, führen können. Zur Verbreitung dieser Einsicht hat eine Ausbildungsoffensive im Bereich der landwirtschaftlichen Fachausbildung beigetragen. Für den bäuerlichen Nachwuchs wurde ein Ausbildungsangebot geschaffen, durch das es möglich wurde, im Anschluss an die dreijährige Fachschule eine Forstwirtschaftslehre mit abschliessender Facharbeiterprüfung zu absolvieren. Von dieser Möglichkeit machten viele Jugendliche Gebrauch und erhielten auf diese Weise einen intensiven Bezug zu ihrem Wald. Die positiven Wirkungen auf den Wald sind bis heute

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überall sichtbar. Ein namhafter Vertreter der österreichischen Forstwirtschaft bemerkte unlängst sogar, dass, wenn heute eine vorbildliche Waldbewirtschaftung gezeigt werden soll, lassen sich derzeit im Bauernwald und nicht in den Forstbetrieben die besten Beispiele dafür finden. Die forstlich qualifizierten bäuerlichen Waldbesitzer haben in der Folge vielfach ihre Ausbildung mit dem Forstwirtschaftsmeister vervollständigt und können auf diese Weise auch als Ausbildungsbetriebe auftreten. Im Rahmen der Meisterausbildung ist die Erstellung eines Waldwirtschaftsplanes vorgesehen, sodass neben dem meisterlichen Beherrschen forstlicher Abläufe auch die betriebswirtschaftliche und ökologische Kompetenz entsprechend entwickelt ist.

ger Ausgangsstammzahl «harvestertaugliche» Wälder entstanden. Um hinsichtlich der Qualität einigermassen befriedigende Nadelholzstämme zu produzieren, war in dieser Zeitphase auch die Wertastung ein nachgefragtes Thema. Unsere forstliche Ausbildungsstätte Ort bot damals unzählige Veranstaltungen zu dieser ThemenstelGliederungshieb mit hochmechanisierter Holzernte bei den Österreichischen Bundesforsten.

Sturmschäden und Holzpreiszerfall kennzeichnen die Neunzigerjahre Im Sommer 1986 fegte ein Orkan über Teile des Bundesgebietes hinweg und verursachte auch in den Wäldern grosse Verwüstungen. Leider wiederholten sich in den folgenden Jahren gravierende Sturmschadenereignisse, sodass ein Grossteil des österreichischen Waldes davon betroffen war. Zu dieser Zeit etablierte sich auch in unserem Land die Harvestertechnologie. Die Abnahme des Personalbestandes in den Forstbetrieben wurde durch Zukauf von Dienstleistungen bei Holzernteunternehmen ausgeglichen. Das Überangebot an Schadholz und das Anwachsen der Arbeitsproduktivität durch neue Technologien führte zu einem massiven Holzpreisverfall. Noch dazu wurde in den Folgejahren durch Trockenschäden und Borkenkäferbefall der Holzmarkt übermässig stark bedient. Die Begründung der Bestände auf den Kahlflächen berücksichtigte bereits diese Rahmenbedingungen, sodass möglichst kostengünstig, mit gerinBündner Wald 4 /2014 25

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Öffentliches Interesse am Wald beeinflusst die Waldbewirtschaftung.

lung an. So erinnere ich mich noch an die gemeinsamen Klettersägevorführungen im Beisein von Paul Meier. Aber auch andere Entwicklungen fallen in diese Zeitepoche: etwa die Etablierung der Containerpflanzung, die Verwendung des Freischneidegerätes in der Jungbestandspflege und die Optimierung der Motorsägearbeit. Gegen Ende des Jahrzehnts gelang es, die Ausbildung zum Harvesterfahrer in die forstliche Praxis umzusetzen und auf diese Weise den gewerblichen Dienstleistern ein forstliches Grundwissen zu vermitteln. Modelle zur Laubholzbewirtschaftung Um die Jahrtausendwende gewann das Thema Laubholz an Bedeutung. Obwohl die nun bereits 20 Jahre zurückliegende Laubholzwelle keinen Erfolg bescherte, gelang es durch ein neues Bewirtschaftungs-

konzept, das Thema Laubholz ins forstliche Bewusstsein zu rücken. Das aus Frankreich stammende und über das Saarland nach Österreich gekommene Modell der Laubholzpflege nach dem Q/D-Verfahren, sollte geeignet sein, den Waldbesitzern nicht nur die ökologischen Vorteile von Laubbäumen, sondern auch die Möglichkeit einer ertragreichen Laubholzbewirtschaftung glaubhaft zu machen. Die Voraussetzung, nämlich starke Laubbäume in möglichst kurzer Zeit zu produzieren, ist eine Differenzierung der Pflegemassnahmen nach Qualifizierungsund Dimensionierungsphase. Während dabei am Beginn der Bestandesentwicklung Formschnitte, Astung und Leittriebfreistellung eine zentrale Bedeutung haben, steht in der anschliessenden Dimensionierungsphase die permanente Unterbrechung des Kronenschlusses der Zukunftsstämme im

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Vordergrund. Eine Hektar grosse Waldfläche bietet allerdings nur Platz für maximal 100 Stämme, deren erstes Drittel für gut vermarktbares Wertholz Verwendung findet. Die restlichen Stammteile, einschliesslich der Baumkronen, können dem in den letzten Jahren stark im Zunehmen befindlichen Brennholzmarkt zugeführt werden. Für den Absatz von Laubwertholz konnte auf Initiative der Waldbesitzerverbände die Vermarktungsschiene der Wertholzsubmission entwickelt werden. Öffentliches Interesse am Wald beeinflusst die Waldbewirtschaftung der Gegenwart Die jüngste Vergangenheit ist durch neue Herausforderungen gekennzeichnet. Der gesellschaftliche Anspruch am Wald hat dazu geführt, dass einerseits die Sicherung der Schutz- und Wohlfahrtswirkungen zu einer immer wichtigeren Frage wird, andererseits der Wald für Erholung und Freizeitgestaltung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Waldbewirtschaftung muss sich nun einer kritischen Beurteilung der Öffentlichkeit stellen, die Abgeltung infrastruktureller Leistungen ist dennoch kaum möglich. In Österreich bekennt man sich auch hinkünftig zu einer kleinflächigen multifunktionalen Forstwirtschaft. Ein Nutzungsverzicht auf Teilflächen ist keine

Perspektive. Nicht unerwähnt sei in diesem Zusammenhang das gegebene Wald-WildProblem, das mancherorts dazu führt, dass eine Naturverjüngung ohne Schutzmassnahme nicht möglich ist. Seit dem Jahr 2005 ist die Gesamtwaldfläche nach PEFC zertifiziert, wobei das System der Regionenzertifizierung gewählt wurde. Das seit einigen Jahren grassierende Eschentriebsterben hatte erneut eine Debatte über den Sinn einer Laubholzbewirtschaftung entfacht, da nun das Argument der Risikoverminderung infrage gestellt ist. Andererseits ist die Nachfrage an Nadelrundholz ungebrochen stark und die holzverarbeitende Industrie hat langfristig Sorge um die Rohstoffversorgung. So gewinnt, wie mehrmals in den vergangenen Jahrzehnten, wiederum das Nadelholz – vornehmlich die Fichte – an Bedeutung. Dies trotz einer intensiv geführten Diskussion um die Klimaerwärmung. Als Strategie zur Risikominderung werden eine Absenkung der Umtriebszeit und ein Schnellwuchsbetrieb empfohlen.

Dipl.- Ing.  Dr. Wolfgang Jirikowski BFW – Forstliche Ausbildungsstätte Ort A-4810 Gmunden wolfgang.jirikowski@bfw.gv.at

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Südtirols Waldbau in den letzten 50 bis 100 Jahren Wie in vielen Ländern ist auch in Südtirol die waldbauliche Praxis eng mit den Forstleuten und ihren Einstellungen und Gesinnungen gekoppelt. In Südtirol blicken wir diesbezüglich auf eine sehr wechselvolle Zeit zurück, ohne deren Kenntnis der gegenwärtige Bestandeszustand der Südtiroler Wälder nicht ohne Weiteres zu verstehen ist. Bewegt ist die waldbauliche Tätigkeit, die von flächigen Nutzungen in der Faschistenzeit über die Sparpolitik in den Nachkriegsjahren bis hin zu den Prinzipien eines naturnahen Waldbaus auf Grundlage der ausgearbeiteten Waldtypisierung reicht. Zu Beginn dieses Rückblicks auf die waldbauliche Praxis in Südtirol möchte ich kurz aus einem Vortrag von Hofrat Dipl. Ing. Hubert Rieder zum Thema «Die Waldgeschichte Tirols» zitieren, in welchem er unter anderem zum Schluss kommt, dass in den Landesgesetzen und Verordnungen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für Tirol erlassen wurden, eine Forstpolitik zum Ausdruck kommt, welche sich die Erhaltung der Wälder und die Sicherung ihrer Ertragsfähigkeit und Schutzfunktionen zum Ziel gesetzt hatte. Laut Rieder war dabei für den Wald auch die Regelung der Ziegenund Schafweide von grossem Vorteil, die mit Verordnung vom 19. November 1891 der jährlichen Forsttagssatzung übertragen worden war. Mit dem Waldnutzungsgesetz vom 5.  Juni 1897 wurden Verkaufsschlägerungen in Privatwäldern anmeldepflichtig. Ferner mussten alle Nutzungen in Schutzund Bannwäldern forstbehördlich genehmigt werden. Die Angliederung Südtirols an Ita­lien im Jahre 1918 setzte die österreichischen Forstgesetze ausser Kraft. Die italienischen Forstgesetze waren nach Rieder aber streng genug, um die Erhaltung des Waldes und seiner Leistungsfähigkeit zu sichern.

Sehr interessant sind auch die Ausführungen des ehemaligen Landesforstdirektors Dr. Deutsch in einem Erfahrungsbericht, in welchem er berichtet, dass er als junger Forstmann in den Fünfzigerjahren ohne besondere Begleitung «auf den Wald losgelassen» wurde. Die theoretischen Ansätze des naturnahen Waldbaus waren laut Deutsch den jungen Forstwirten wohl bekannt; die Schwierigkeit liege aber in der praktischen Umsetzung, vor allem in der Befriedigung der Interessen der privaten Waldeigentümer, welche in Südtirol mit 70 Prozent Besitz den Hauptanteil einnehmen. Nach den Kriegsjahren, in denen sehr intensiv und grossflächig forstwirtschaftlich genutzt worden war, überwog damals die vorrangige Devise «Sparen, sparen, sparen !». Einen klassischen Waldbau im Privatwald zu betreiben, ist laut Deutsch mit Schwierigkeiten verbunden. Für kleinflächige Nutzungseingriffe ist eine dichte Wegerschliessung «Feststellung: Da Waldbau wohl die ursprüng­ lichste Arbeit des Forstmannes ist, beziehungs­ weise als seine Kunst zu betrachten ist, sollte dieser grundsätzlich auch seine Hauptarbeit sein.» (Aus dem Dokument der Arbeitsgruppe «Waldbau» im Südtiroler Forstdienst im Jahre 1983) (Bild: Archiv Forstdienst)

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notwendig und unablässlich. Sie bezeichnet Deutsch auch als «Lebensader des Waldes». Aus diesen Erfahrungen von Hofrat Dipl. Hubert Rieder und des ehemaligen Ing.  Landesforstdirektors Dr.  Deutsch können schon einige interessante Rückschlüsse auf die waldbauliche Praxis in Südtirol in der Vergangenheit gezogen werden. Wie so vieles in Südtirol ist auch die waldbauliche Gesinnung eng mit der politischen Entwicklung des Landes gekoppelt. Bis Ende des Ersten Weltkriegs war Südtirol Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Im Friedensvertrag von St. Germain im Jahre 1919 wird Südtirol Italien zugesprochen. Das königliche Forstkorps war von nun an für die Holzauszeige und Überwachung der forstlichen Nutzungen zuständig. Im Jahre 1923 wurde auch mit königlichem Dekret ein weit reichendes Forstgesetz verabschiedet, das eigentlich ein Bodenschutzgesetz ist und mit welchem über die Auferlegung der Nutzungsbeschränkung auch der Kompetenzbereich des Forstkorps weit über die Waldflächen hinaus festgelegt wurde. So durften Holz­ auszeigen, Erdbewegungen und Kulturänderungen im vinkulierten Gebiet (immerhin mehr als 90 Prozent der Landesfläche) nur über Genehmigungsverfahren durch die Forstbehörde erfolgen. Mit Machtübernahme der Faschisten wurde im Jahre 1923 aus dem königlichen Forstkorps die sogenannte «Milizia Nazionale Forestale» (Forstmiliz). In diesen Jahren wurde sehr viel an Holz behördlich ausgezeigt und eingeschlagen, wobei es sich zumeist um grossflächige Nutzungseingriffe gehandelt hat. Heute stocken auf diesen Flächen Baumholzbestände, die bei verabsäumter Pflege eine waldbauliche Herausforderung darstellen. Mit Inkrafttreten des Autonomiegesetzes für Südtirol im Jahr 1948 wurden die Kompe-

tenzen auf dem forstlichen Sektor vom Staat auf die autonome Region Trentino-Südtirol übertragen. Das staatliche Forstpersonal wurde von der Regionalverwaltung übernommen, wenn es nicht zum Staat zurückkehren wollte. Und erst mit der Zeit konnte die Regionalverwaltung eigenes Personal aufnehmen, das zunächst aber nicht dieselben Befugnisse hatte wie die Angehörigen des im Jahr 1948 gegründeten «Corpo forestale dello Stato» (Staatsforstkorps). Wie Dr. Deutsch am Anfang des Artikels zitiert wurde, standen diese Jahre nach dem Krieg eindeutig im Zeichen von Bestandes- und Vorratsaufbau. Für jeden Baum, der natürlich eine sehr viel höhere Einkommensquelle darstellte als heute, musste der ANZEIGE

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Waldeigentümer hart mit der Forstbehörde feilschen. Für gar einige Waldeigentümer wurde die strenge Holzauszeige-Handhabung zu einem existenziellen Problem. Mit dem zweiten Autonomiestatut für Südtirol im Jahre 1972 wurden die forstlichen Kompetenzen von der Region auf die beiden autonomen Provinzen Bozen und Trient übertragen. Im Jahre 1973 wird Die eindeutige und sichere Feststellung der Eigentumsgrenzen sind Grundvoraussetzung für die betriebliche Planung. (Bild: O. Seehauser)

das Landesforstkorps ins Leben gerufen und das in der Provinz Bozen bedienstete Personal des Regionalforstkorps zur Landesverwaltung «abgeordnet» und im Jahre 1977 in die Landesstellenpläne überführt. Die Aufnahme über öffentlichen Wettbewerb in den Landesforstkorps wurde nun direkt in Bozen abgewickelt, wobei durch Proporz- und Zweisprachigkeitsnachweis eine gewisse Vorzugsschiene für Südtirolerinnen und Südtiroler gewährleistet wurde. Wirtschaftspläne für öffentliche Körperschaften wie Gemeinden, Fraktionen oder Eigenverwaltungen von bürgerlichen Nutzungsrechten waren schon über das italienische Forstgesetz verpflichtend vorgeschrieben. Für die privaten Waldeigentümer wurde als betriebliches Planungsinstrument die sogenannte Waldkartei eingeführt. Die Waldkartei dient als vereinfachte Grundlage für die Beurteilung der Nutzungsmöglichkeiten und für die Genehmigung von Schlägerungen. In Zusammenarbeit mit den Förstern der einzelnen Forststationen wird die zehnjährige Revision fortlaufend durchgeführt, um so die Aktualität der Karteien zu gewährleisten und etwaige Änderungen einzugeben. Die Auszeigepflicht durch die Forstbehörde wurde auch mit Inkrafttreten des Landesforstgesetzes im Jahr 1996 beibehalten, weil dadurch garantiert bleiben sollte, dass eine wirtschaftliche Tätigkeit auf ökologische Stoffkreisläufe und Zeitrhythmen abgestimmt wird. Eine ausgewogene Bestandesstruktur, höchstmögliche Stabilität und Resistenz der Bestände sowie eine natürliche Erneuerung der Wälder sind dabei wichtige Kriterien. Auch gewährleistet die Holzauszeige eine optimale Betreuung und den direkten Kontakt mit dem Waldeigentümer. Die Grundzüge des naturnahen Waldbaus und die Prinzipien von Pro Silva wurden

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Eine der zentralen Aufgaben des Südtiroler Forstdienstes ist die Beratung und Unterstützung der Waldeigentümer bei der naturnahen Bewirtschaftung ihrer Wälder. Mit dem Projekt Waldtypisierung hat man flächendeckende Informationen über das Standortpotenzial und zur waldbauliche Behandlung der verschiedenen Waldtypen. (Bild: O. Seehauser)

im Forstgesetz und in der entsprechenden Durchführungsverordnung übernommen und werden auch in der forstinternen Ausbildung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelehrt und geschult. Im Forschungsprojekt «Hemerobiestudie in Südtirol» im Jahr 1997 wurde nach Vorbild der Studie in Österreich untersucht, wie naturnah die Wälder in Südtirol sind, bzw. in welchem Ausmass der Mensch das Ökosystem Wald beeinflusst hat. Der Natürlichkeitsgrad des Südtiroler Waldes erwies sich dabei auf den erhobenen Punkten als hoch. Gleichzeitig war die punktuelle Ansprache des potenziellen Waldtyps in diesem Projekt auch Anlass, um in Südtirol das Projekt Waldtypisierung in Angriff zu nehmen. Mit den Informationen aus dem Projekt Wald-

typisierung steht eine flächendeckende Informationsquelle zum ­ Standortpotenzial unserer Waldbestände zur Verfügung. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen und Wertehaltungen und unter Miteinbeziehung der bestehenden Rahmenbedingungen können waldbauliche Entscheidungen bestmöglich getroffen werden, die auf die Aufrechterhaltung der ökosystemaren Leistungen abzielen müssen. Die Auszeigepflicht wurde zwar im Jahr 2014 etwas gelockert (frei bis zu 20 Vfm im Jahr), wird aber weiterhin von behördlicher Seite als unbedingt notwendig angesehen, um eine Ausgewogenheit zwischen Nutzung und Schutz bzw. betrieblichen und überbetrieblichen Anliegen zu gewährleisten. Bündner Wald 4 /2014 31

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Gerade die Berücksichtigung der verschie­ densten Rahmenbedingungen sind heute sehr entscheidend, welche schlussendlich das waldbauliche Ergebnis beeinflussen: Da­ zu sind hauptsächlich die Durchführung des Schlages durch das Holznutzungsunterneh­ men (Seil, Seilwinde, Hubschrauber, usw.), die logistische Organisation, die Waldbesitz­ struktur, die Wildregulierung, der Holzpreis und die Erschliessung zu nennen. Leider gibt es auch in Südtirol Gebiete, in welchem das Wild zum «wichtigsten Waldbauer» wird, wie der Kollege Dr. Mario Broll vom Forst­ inspektorat Schlanders ziemlich resignierend und plakativ festgestellt hat. Abschliessend sei noch Waldbau-Professor Dr.  Josef Spörk zitiert, der anlässlich einer

Tagung im Jahr 2011 zum Thema «Wie wird Waldbau in Südtirol praktiziert?» zum Schluss gekommen ist, dass Südtirol einen sehr guten Ruf hat, was den praktizierten Waldbau anbelangt. Es muss allerdings auch in Südtirol ständig darauf geachtet werden, dass ökosystemare Leistungen des Waldes nicht kurzfristig mit flächigen Nutzungen weggeschlägert werden.

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Wald und Waldeigentum in Graubünden Den allergrössten Anteil am Wald in Graubünden nimmt der Gemeindewald mit rund 85 Flächenprozenten ein. In der Regel werGraubünden den die Waldverhältnisse in ­ vom Gemeindewald abgeleitet. Die Nutzun­gen, Statistiken und Bewirtschaftungs­ angaben beziehen sich hauptsächlich auf den Gemeindewald, welcher über viele Jahrzehnte auch sehr gut dokumentiert ist. Der Staatswald steht im Eigentum des Kantons Graubünden. Für die Waldwirtschaft in Graubünden spielt er praktisch keine Rolle. Die Staatswälder in Graubünden sind in der Regel durch neue Projekte im Verbauungswesen entstanden. Wenn man weit in die Bündner Geschichte zurückschaut, stammt kein Staatswald aus ehemaligem Kloster- oder Familienbesitz. Im Gebiet der Drei Bünde kam kein vergleichsweise grosser zusammenhängender Grundbesitz zusammen. In unserem Gebirgskanton waren Grundeigentum oder mindestens Nutzungsrechte an Land und Wald eigentliche Existenznotwendigkeit, welche eifersüchtig gehütet und verteidigt wurden. Sie wurden einigermassen gleichmässig und politisch gefestigt verteilt zur Sicherung des Selbstbedarfes im Kanton. Grundeigentum hatten ursprünglich die Gerichte, welche im Wesentlichen den heute abgeschafften Kreisen entsprechen. Das Grundeigentum ging im Laufe der Zeit auf die Nachbarschaften über, welche mit der Kantonsverfassung von 1854 zu Gemeinden wurden. Die starke Stellung der Gemeinden manifestierte sich auch gegenüber den Drei Bünden, welchen grundsätzlich kein Grundeigentum zugestanden wurde. In der ehemaligen Herrschaft Veltlin – 1797 an die Cisalpinische Republik verloren – besass Bünden wohl richterliche Befugnisse, jedoch kein Grundeigentum. Der junge Kanton stand um 1800 mit leeren Händen, ohne Staatsdomänen

und ohne Staatswald da. Das bescheidene Eigentum wurde bei Gelegenheit mit Geld und guten Worten etwa im Zusammenhang mit Verbauungen, Korrektionen, Meliorationen und Strassenbau auf bescheidenem Niveau vergrössert. In einigen Regionen kommen auch Korporationswaldungen vor. Es sind in der Regel Gemeindekorporationen, z. B. im Dom­leschg, im Surses, im Schanfigg, oder es waren sogar Sulomsgenossenschaften in Alp­gebieten. Letztere sind Anteile bzw. Eigentumsrechte an Wald auf fremdem Boden nach dem Prinzip der Pflanzen- bzw. Waldsuperfizies. Demnach gehört der Waldbestand der Genossenschaft. Grund und Boden und somit auch das Weiderecht stehen den Gemeinden zu. Neue Waldsuperfizies dürfen zwar gemäss Art. 678 Abs. 2 ZGB nicht mehr errichtet werden, hingegen werden laut Art. 20 des Schlusstitels des ZGB bestehende Eigentumsrechte an Bäumen und auf fremdem Boden auch weiterhin nach kantonalem Recht anerkannt. Der Privatwald mit 15 Flächenprozenten kommt in Graubünden selten vor, es sind vor allem Schwerpunkte in den Gebieten Davos und Obersaxen zu erkennen. Jedoch auch in landwirtschaftlich genutzten Flächen sind oft kleinere Flächen Privatwaldeinheiten vorhanden. Dass es kleine Flächen sind, zeigt die hohe Anzahl von Privatwaldeigentümern. Im Kanton Graubünden werden schätzungsweise 11 000 Privatwaldeigentümer mit durchschnittlich 2,7 Hektaren gezählt. Auf nur rund einem Prozent der Privatwaldflächen besteht Planungspflicht laut Waldgesetzgebung. Die jährlichen Nutzungsmengen schwanken sehr stark und betragen bis zu 20 000 m3, das sind etwa sieben Prozent der Gesamtnutzung. Leider fehlt den Privatwaldeigentümern oft die Motivation zur Waldbewirtschaftung. Früher haben die Eigentümer die Arbeit im Bündner Wald 4 /2014 33

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Ein grosser Teil von Graubündens Wäldern erfüllt eine wichtige Schutzfunktion, wie hier oberhalb Ftan. (Bild: LIGNUM / Michael Meuter)

Wald vorwiegend selbst ausgeführt und der ganze Holzerlös ist in die eigene Tasche geflossen. Wenn heute die Arbeiten an Dritte vergeben werden, bleibt nur noch der effektive Reinerlös zurück. Dies hat in der schlechten Ertragslage des heutigen Waldes den Eindruck entstehen lassen, im Wald sei nichts mehr zu verdienen. Forstdienstorganisation Die ersten schriftlichen Hinweise über das Entstehen einer geregelten Forstwirtschaft sind bereits im 18. Jahrhundert mit eigenen Wald- und Forstordnungen dokumentiert, in Chur seit 1791. 1824 erschien im Auftrag der Regierung eine Anleitung zur zweckmässigen Behandlung der Wälder. Dort ist in einigen Gegenden der Ausrottung des Waldes entgegengewirkt worden. Nach grossen

Verwüstungen durch Hochwasser in weiten Teilen des Kantons und wegen rücksichtslo­ sem Raubbau am Wald mit Kahlschlägen hat der Grosse Rat 1836 beschlossen, einen im Forstfach kundigen Beamten anzustellen. Danach folgte 1877 eine neue kanto­nale Forstordnung. Es sind im Kanton zunächst neun Forstkreise und dann 13 eingeführt worden. Diese wurden verpflichtet, einen Forstingenieur mit W ­ ählbarkeitszeugnis einzustellen. Im Jahr 1942 wurden die Forstkreise von 13 auf 15 erhöht. Das erste Forstgesetz im Kanton Graubünden ist im Jahre 1963 entstanden. Es sind 30 Forstkreise entstanden und einige technische Forstverwaltungen in den waldreichen Gemeinden. Von den 111 Revierförstern sind 94 vollamtlich angestellt worden. Alle Gemeinden sind laut Waldgesetz flächendeckend mit Revierforsämtern

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Waldstandorte und Baumarten­ vertretung Die Vielfalt der Wälder ist vom Alpennordrand über die Zentralalpen bis zu den Südalpen sehr gross. Es sind niederschlagsarme Trockengebiete im inneralpinen Raum und regenreiche südliche Randalpen anzutreffen. Auch die wechselnden Bodenverhältnisse prägen den Wald: Kalkgesteine, Bündner Schiefer, Gneise und Granite in buntem Wechsel. Das vielfältige Zusammenwirken von Klima, Boden, Gelände, haben das Wald­kleid im Kanton Graubünden geprägt.

Waldschutz Im Vergleich zu den anderen Regionen unseres Landes hat der Kanton Graubünden schon früh auf die Folgen der Waldmisshandlung und -vernichtung im 18. und 19.  Jahrhundert reagiert. Noch bevor die verheerenden Überschwemmungen im vorletzten Jahrhundert einsetzten, veranlassten im Jahr 1822 immer häufiger werdende

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Schutz- und Nutzwald Über viele Jahrzehnte ist der gesamte Wald als Schutzwald genutzt und gepflegt worden. Die hohen Holzpreise und die finan­ zielle Unterstützung durch Bund und Kanton im Projektwesen liessen eine weitläufige Pflege und Nutzung des Waldes zu. Die Waldeigentümer konnten mit eigenen Mitteln alle Tätigkeiten finanzieren und darüber hinaus sind aus der Waldbewirtschaftung heraus fette Nettoerträge erzielt worden, welche in die Gemeinden für verschiedenste Aufgaben überführt worden sind.

In den tieferen Lagen ist oft der Laubwaldgürtel mit wenig intensiver Bewirtschaftung anzutreffen. Es folgen dann die fruchtbaren Fichten-Tannenwälder in sehr ausgedehnten Arealen, je nach Ort und Lage Föhren-, Lärchen- und Arvenwälder, und zwar in höheren Lagen bis an die Waldgrenze.

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besetzt worden. Nur noch wenige Revierforstämter waren nebenamtlich betreut. Bei Personalmutationen mussten diese durchwegs in Vollämter überführt ­werden. Diese Organisation hatte bis in die Forstdienstre­ organisation vor zehn Jahren stabi­len Stand. Damals wurden vom Kanton fünf Waldregi­ onen mit Regionalleitern und Regional­forst­ ingenieuren geschaffen. ­ Teilweise arbeiten auch regionale Förster an den fünf ­­Zentren. Seit die Strukturreform über den ganzen Kanton grosse Gemeindezusammenschlüsse bewirkt, nimmt auch die Zahl der Revierforstämter kontinuierlich ab. Gegenwärtig ­ sind es rund 90 Forstreviere im Kanton.

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Klagen über Waldvernichtung den Grossen Rat, einen Beschluss zuhanden des Kleinen Rates zu erlassen, nach welchem letzterer die eingehenden Klagen über Waldverwüstungen nicht nur zu untersuchen, sondern je nach Ergebnis auch von Amtes wegen die Einstellung der Schläge bis zur nächsten Session des Grossen Rates zu verfügen hatte. Der Grosse Rat wollte also die Erörterung solcher Fälle sich selber vorbehalten. Die Angst vor der allgemeinen Holznot bewog aber den Kleinen Rat (heute Regierungsrat) schon zwei Jahre später, eine Anleitung zu zweckmässiger Behandlung der Wälder herauszugeben. Doch diese Anleitung war noch stark im Kahlschlagdenken jener Zeit behaftet und verhinderte ANZEIGE

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keineswegs die Fortsetzung starker Abholzungen. Neue Aspekte in der Entwicklung einer geregelten Nutzung brachte erst das Jahr 1934, als ein Hochwasser ausgedehnte Verheerungen im Alpenraum verursachte. Der Kanton Graubünden war davon sehr stark betroffen. Fünf Jahre später folgten weitere Überschwemmungen, welche die Einsicht, dass Kahlschläge und sonstige Übernutzungen schädlich seien und deshalb die Hauptschuld an den Hochwasserkatastrophen hatten, zum Durchbruch verhalfen. In einer Denkschrift über die Hochwasserschäden wird erneut die Schädlichkeit der Kahlschläge und die Beschaffenheit des Bodens betont. Zusätzlich wird die natürliche Verjüngung – eingeleitet durch Dunkel-, Licht- und Abtriebsschläge in regelmässiger Schlagfolge – als das Richtige empfohlen. Waldbau Für die Waldbewirtschaftung sind die Eingriffe zur Förderung von idealen Waldstrukturen wichtig. Vor allem sollen die Schutzaufgaben des Waldes erhalten und wo immer möglich verbessert werden. Oft beeinflussen Zwangsnutzungen die Waldbewirtschaftung. Alle Eingriffsmassnahmen sollen dazu führen, dass gleichförmige Bestände, wenn immer möglich, vermieden werden. Ein wichtiges Argument spielt in der Waldverjüngung die Naturverjüngung. Im Plenterwald, wo auf kleiner Fläche alle Alters- und Grössenklassen vorkommen, sind meistens auch die Zwangsnutzungsanteile am geringsten. Leider ist es aus verschiedenen Gründen nicht möglich, überall zu plentern. Die bisherige Bewirtschaftung erfolgte in anderen Schlagverfahren. Die Schatten ertragenden Baumarten, wie beispielsweise die Weisstanne, fehlen oder leiden an übersetzten Wildbeständen unter Verbiss- oder Schälschäden. Im Schatten

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wachsende Jungpflanzen haben zu geringe Vitalität, somit ist die Verjüngung im Plenterwald oft ein grosses Problem. In der heute schwierigen Ertragslage der Waldeigentümer muss die Bewirtschaftung häufig auf das Kostenminimum reduziert werden, sodass auch waldbauliche Überlegungen an die schwierige Finanzlage angepasst werden müssen. Vor allem dort, wo Seilschläge ausgeführt werden, erfordert die Waldbewirtschaftung eine kostengünstige Herausforderung, um mit den Erlösen auch die Aufwendungen zu finanzieren.

Waldbewirtschaftung Die Waldbewirtschaftung in Graubünden erfolgt durch die Forstbetriebe selbst, durch Forstunternehmungen im Auftrag der Waldeigentümer und durch Stockverkäufe an Forstunternehmer und Holzhändler. Die zunehmende Mechanisierung hat dazu geMit den steigenden Schalenwildbeständen sind in einigen Regionen grosse Wildschadenprobleme entstanden.  (Bild: Raphael Schwitter)

Nutzung und Nachhaltigkeit Der öffentliche Wald untersteht der sehr strengen Gesetzgebung durch Bund und Kanton. Es bestehen Planungen mit Nachhaltigkeitsberechnungen des Kantons, die für die Waldeigentümer verbindlich sind. Daraus werden Hiebsätze festgelegt, welche einer strengen Kontrolle unterliegen. Die Hiebsätze sind dem Waldzustand angepasst und berücksichtigen die Entwicklung der Waldbestände. Im Kanton Graubünden sind die seit mehr als hundert Jahren geschützten Wälder in einem Alter, in dem die Verjüngung gefördert werden muss. Die natürliche Alterung der meisten Bestände im Kanton Graubünden hat dazu geführt, dass die Hiebsätze kontinuierlich angestiegen sind. Heute beträgt das Nutzungspotenzial laut Hiebsatz rund 375 000 m3 pro Jahr, laut Forststatistik sind im letzten Jahr 433 000 m3 genutzt worden. Diese Nutzung ergibt für die Holzverwertung Stammholz für die Sägeindustrie, rund 293 000 m3 pro Jahr, Industrieholz ungefähr 10 000 m3 pro Jahr und der restliche Anteil Energieholz von rund 130 000 m3. Die Nachhaltigkeitsbestimmungen erfordern auch, dass der Wald genügend verjüngt wird. Heute wird der grösste Anteil mit Naturverjüngung nachgezogen. Bündner Wald 4 /2014 37

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führt, dass häufig Kooperationen zwischen Forstbetrieben und Forstunternehmen eingeführt werden. Zwangsnutzungen In der Öffentlichkeit werden Zwangsnutzungen im Gebirgswald nur als grossflächige Schäden aus Niederschlags-, Winder­eignissen und Lawinenniedergängen wahrgenommen. Man denkt weniger an Schäden durch Insekten, Pilze usw. In der Tat sind es Hauptereignisse durch Wind und Schnee, die oft gemeinsam auftreten und weitere Schäden nach sich ziehen. In den Chroniken fällt auf, wie häufig Sturm und Schneedruck in katastrophaler Weise zusetzen. Während den letzten hundert Jahren sind im Kanton Graubünden rund acht Sturmund Schneedruckkatastrophen mit mehr als 100 000 m3 Schadholz registriert worden. Es waren nur zwei Lawinenereignisse mit Die Walderschliessung ist mit 9 m'/ha ein absoluter Schwachpunkt für die Waldbewirtschaftung in Graubünden. (Bild: SELVA)

ebenso viel Holz. Zu den grössten Schadensituationen der letzten Jahrzehnte gehörten der Sturm Vivian und der Sturm Lothar. Letzterer hat im Kanton Graubünden keine merklichen Schäden verursacht. Sturm und Schneedruck waren stets auf Teilgebiete des Kantons beschränkt. Lokal ist dabei das Fünf- bis Zehnfache eines Jahreseinschlages als Schadnutzung angefallen. Im Kantonsdurchschnitt liegt die Schadenintensität um ein Vielfaches tiefer. Vor rund hundert Jahren, zu Beginn des Waldschutzes im engeren Sinn, wurde von gelegentlichen Wildschäden berichtet. Das Schadenmass wurde immer stärker. In den letzten Dezenien haben die Ausmasse der Wildschäden in einigen Gebieten besorgniserregende Ausmasse angenommen. Den Spiegel für das Schadenmass zeigt die Weiss­tanne auf. Die grossen Schäden werden vor allem im Churer Rheintal, in der Herrschaft, im vorderen Prättigau sowie in Gebieten um den Nationalpark registriert. Weitere Waldschäden sind vor allem in den Achtzigerjahren durch das sogenannte Waldsterben infolge von Umweltbelastungen registriert worden. In diesen geschädigten Waldungen sind intensive Zwangsnutzungsschläge durchgeführt worden und werden auch noch heute ausgeführt. Die Auflichtung des Waldes und die Kronenverlichtung sind an den Waldbeständen immer noch trotz der intensiven Abräumung der geschädigten Bäume erkennbar. Walderschliessung Die Walderschliessung ist mit 9 m'/ha ein absoluter Schwachpunkt für die Waldbewirtschaftung in Graubünden. Insbesondere das Basis-Strassennetz weist einen viel zu geringen Anteil auf, um die Wälder effizient pflegen und nutzen zu können. Neben der Basiserschliessung muss auch eine solide

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Der Bündner Wald hat auch in Zukunft einige Herausforderungen zu meistern – deshalb die Frage: Quo vadis, Bündner Wald?  (Bild: SELVA)

Nebenerschliessung vorhanden sein. Viele Wälder lassen sich nur mit Basiserschliessung und Seilkranerschliessung nutzen. Weitergehende Massnahmen, wo dringend Holznutzungen aus Schutzgründen ausgeführt werden, müssen mit Helikoptereinsatz realisiert werden. Aus Waldeigentümersicht kann dies jedoch nur eine Zwangsmassnahme mit kostendeckender Abgeltung durch die Öffentlichkeit sein. Die betriebswirtschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass die Holzernte sehr grosse Aufwendungen im Bereich von 50 bis 100 Franken pro Kubikmeter ausmacht. Einer der grössten Kostentreiber ist dabei die fehlende oder ungenügende Erschliessung. Schutzbauten Den grössten Anteil der Schutzbauten verursachen Lawinenverbauungen im Kanton Graubünden. Dazu kommen auch Steinschlagverbauungen, Hangverbauungen und Bachverbauungen. In der Zielsetzung decken diese Verbauungsmassnahmen den Schutz

für Siedlungsräume und Verkehrsträger ab. In der geschichtlichen Betrachtung hat sich herausgestellt, dass sich die Lawinengefährdung der Talschaften als Folge zunehmender Entwaldung verschärfte. In einer ersten Phase führte dieses Problem zu Nutzungsverboten in Wäldern oberhalb von Siedlungen, sogenannten Bannwäldern. Über lange Zeit blieben diese Bannwälder unter Schutz. Erst vor rund sechzig Jahren entstanden Probleme mit der Stabilität der Bannwälder, sodass viele Bannwälder mit Nutzungseingriffen verjüngt werden mussten. Für den Schutz im Anrissgebiet von Lawinen sind zunehmend Lawinenverbauungen entstanden. Sie haben grossen Aufwand verursacht, wurden von den Waldeigentümern, Bund und Kantonen mitfinanziert und haben grosse Schadenereignisse zunehmend vermindert. Öffentliche Beiträge In der Waldwirtschaft sind über Jahrzehnte Beiträge in Form von Investitionshilfen entrichtet worden. Dies hat vor allem Schutzbauten betroffen. Seit die Kostenschere zwischen Aufwand und Ertrag in der Waldbewirtschaftung aufgegangen ist, hat die Öffentlichkeit auch an die laufende Rechnung Beiträge für die Waldbewirtschaftung entrichtet. Das Ziel war, Zwangsnutzungen zu vermeiden und Schutzwälder zu fördern. Reservate und Biodiversität Die sehr strengen Vorschriften in der Forstgesetzgebung haben zu einer äusserst hohen Biodiversität der Waldungen in Graubünden verholfen. Die Vielfalt der Wälder und die Stabilität sind durch den Forstdienst kontinuierlich erhalten und ausgeweitet worden. Ein Leuchtturmprojekt für die Waldwirtschaft in Graubünden war das Errichten des Nationalparks vor 100 Jahren. Bündner Wald 4 /2014 39

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In den letzten 15 Jahren hat die Einführung der Zertifizierung nach FSC für den Wald in Graubünden einen sehr grossen Einfluss gehabt. Es ist der Ausweis dafür, dass die Wälder im Kanton Graubünden mit nachhaltiger Entwicklung genutzt und gepflegt werden. Wald und Wild Vor mehr als 30 Jahren ist das Wald-WildProblem in akuter Form als Waldschädigung aufgetreten. Von da an sind gezielt Wildschadenerhebungen und Beschreibungen am Wald eingeführt und erhalten worden. Schwerpunktmässig musste auf die Schädigung über der Toleranzgrenze informiert werden. Dies hat dazu geführt, dass stärkere Eingriffe auf jagdlicher Seite eingeführt worden sind. Zunächst konnten die Schalenwildbestände reduziert werden. In den letzten zehn Jahren ist der Bestand jedoch gesamtkantonal kontinuierlich auf rund 15 000 Hirsche angestiegen. In einigen Regionen entstehen damit grosse Wildschadenprobleme, sodass von Waldseite verstärkte Eingriffe in diese Überbestände verlangt werden müssen. Wald- und Nebennutzungen Aus Gewohnheitsrechten bestehen in weiten Teilen des Kantons Graubünden immer noch Weideflächen in Waldgebieten. Seit vielen Jahrzehnten sind solche Nebennutzungen durch forstliche Projekte in Form von Wald-Weide-Ausscheidungen geregelt

worden. Diese Projekte haben Flächenzuweisungen an die entsprechende Weideoder Waldnutzung geregelt und die Abtrennung oft mit Zäunen gesichert. Diese rechtlichen Veränderungen des Waldareals haben zu Weideverboten geführt und sind auch in das Grundbuch eingetragen worden. Die Wald-Weide-Ausscheidungen sind überall dort zu begrüssen, wo ungeregelte Verhältnisse den Weidegang im Wald zulassen. Im Interesse der Walderhaltung fördern Bund und Kanton diese Wald-Weide-Regelungen und finanzieren die Massnahmen mit Beiträgen. Die Waldeigentümer als Projektträger verpflichten sich auch, dass die Werke unterhalten und gepflegt werden. Auch die Landwirte sind gefordert, die nötige Zeit und Arbeit für diese Pflege aufzubringen. Ausblick Eine neue Herausforderung für den Wald ist die vieldiskutierte Klimaänderung, welche sich zunehmend auf den Wald auswirken wird. Auch die Globalisierung der Märkte in der Holzindustrie wird zu neuen Situationen für die Waldeigentümer führen.

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Interview mit Leo Thomann

Leo Thomann – fast immer mit seinen Hunden unterwegs. (Bild: zVg Leo Thomann)

Leo Thomann ist kein Unbekannter in der Bündner Forstwelt – er ist Revierförster mit Leib und Seele und seit einem guten Jahr Präsident des Bündner Waldwirtschaftsverbandes SELVA. Die Anliegen der Bündner Waldwirtschaft hat er während 13 Jahren im Grossrat vertreten und bringt unsere Botschaft nun im Zentralvorstand von Waldwirtschaft Schweiz auf nationaler Ebene ein. Trotz seines grossen Engagements für eine starke Bündner Forstwirtschaft hat Leo Thomann Zeit gefunden, dem «Bündner Wald» einige Fragen zu beantworten. «Bündner Wald»: Du leitest das Revierforstamt Sotgôt, welches per 1. Januar 2013 gegründet wurde und die Gemeinden Cunter, Riom-Parsonz, Salouf und Savognin umfasst. Fusionen von Gemein-

den und Reorganisationen von Forst­ betrieben haben momentan Hochkonjunktur. Wie kam es zum Revierforstamt Sotgôt und wie hast du diese Reorga­ nisation erlebt? Leo Thomann: Surses hat bekanntlich bereits im Jahre 2006 über eine Gemeindefusion aller neun Gemeinden abgestimmt. Die Fusion scheiterte, weil vier Gemeinden die Fusion abgelehnt haben, dies obwohl eine deutliche Mehrheit der Talbevölkerung der Fusion zugestimmt hatte. Anschliessend wollten die Gemeinden zusammen mit dem Forstdienst die vier Forstreviere zusammenschliessen. Leider kam auch dieser Zusammenschluss nicht zustande. Im Hinblick auf die Pensionierung des Revierförsters von Savognin wurden die Gespräche für einen Zusammenschluss mit dem Revier Riom im Jahre 2012 aufgenommen. Die erste Sitzung mit je einem Vertreter der vier Gemeinden und den beiden Förstern fand im April 2012 statt. Bereits Ende 2012 haben alle Gemeinden dem Zusammenschluss der beiden Reviere zum neuen Forstrevier Sotgôt zugestimmt. Dank einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen den beiden Förstern konnten im Jahre 2013 die beiden Reviere ohne grössere Probleme zusammengeführt werden. Der Forstdienst war von Anfang an bei der Vorarbeit der Fusion integriert und konnte so die wichtigen Anliegen während des ganzen Prozesses einbringen. Das scheint mir bei solchen Projekten sehr wichtig. Wie haben sich die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Revierförsters in den letzten Jahren geändert? Kann daraus eine Prognose für die nächsten Jahre abgeleitet werden? Durch die Reorganisation im Forstbereich konnten die Kompetenzen der Revierleiter

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neu geregelt und sinnvoll ergänzt werden. Mehr Kompetenzen bedeuten aber auch mehr Verantwortung. Es bedeutet zudem, dass man die politischen Instanzen und die Bevölkerung über die Arbeiten im Forstbereich besser informieren muss. Für die Zukunft sehe ich eine aktive Information und Kommunikation über den Wald, über sämtliche Arbeiten und die Zusammenhänge im Forstbereich als zentrale Aufgabe der Betriebsleiter. Früher war der Waldbau die eigentliche «Königsdisziplin» der Revierförster – wie ist das heute? Hat der moderne Förster überhaupt noch Zeit für Waldbau und entsprechende Strategien? Der Waldbau ist meines Erachtens nach wie vor die Königsdisziplin des Revierförsters. Dementsprechend müssen wir uns auch die Zeit für den Waldbau nehmen. Es ist aber eine Tätigkeit, die man nicht von heute auf morgen perfektionieren kann. Obwohl man beim Berufseinstieg über eine gute Ausbildung als Waldbauer verfügt, braucht es Erfahrung. Wir wissen, dass der Waldbau langfristig ausgelegt werden muss und die Auswirkungen der Massnahmen erst nach einigen Jahren sichtbar werden. Diese Tatsachen und die unterschiedlichsten äusserlichen Bedingungen machen diese sehr interessante aber auch anspruchsvolle Arbeit des Försters oft nicht einfach.

sicher auch dem Laien auffällt. Ich bin dezidiert der Meinung, dass man den Mut haben muss – je nach Standort und Funktion des Waldes natürlich – stärker einzugreifen, wenn man die Verjüngung einleiten und fördern will. Natürlich hat auch die Holzbringung im Zusammenhang mit der Mechanisierung einen bedeutenden Einfluss auf den Waldbau. Und die stetig sinkenden Preise für das Rundholz führen nicht zuletzt, vor allem in Wäldern ohne direkte Schutzfunktion, ebenfalls zu stärkeren Eingriffen. Der Förster hat auf kommunaler Ebene eine wichtige Funktion und ist Bindeglied zwischen politischer, strategischer und operativer Ebene. Hat sich die Wahrnehmung der Waldanliegen in den vergangenen Jahren stark geändert? Ich meine, dass sich die Wahrnehmung stark geändert hat. Die Bedeutung des Waldes als Freizeit- und Erholungsraum hat extrem Seit einem guten Jahr engagiert sich Leo Thomann (links) als Präsident des Bündner Waldwirtschafts­ verbands SELVA besonders für den Bündner Wald. Im Bild mit Regierungsrat Mario Cavigelli. (Bild: Gion Nutegn Stgier, ANR)

Hat sich der Waldbau während deiner langjährigen Förstertätigkeit grund­ sätzlich verändert und was waren dabei die wichtigsten Einflussfaktoren? Ich stelle fest, dass sich die Eingriffsstärke verändert hat – heute wird meines Erachtens allgemein stärker eingegriffen. Man kann im ganzen Kanton grössere Löcher in geschlossenen Waldkomplexen sehen, was Bündner Wald 4 /2014 43

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zugenommen. Dadurch haben sich auch die Erwartungen und Bedürfnisse an den Wald geändert. Eingriffe und Massnahmen im Wald müssen immer öfters – gegenüber der Allgemeinheit und den verschiedensten Interessengruppen – erklärt und begründet werden. Diese Bedürfnisse und Anliegen müssen auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene zwischen Forstdienst und Politik abgestimmt werden. Als Grossrat konntest du die Anliegen des Waldes auch während 13 Jahren im Bündner Parlament vertreten. Erkennen unsere Politiker denn den Wald vor lauter Bäumen überhaupt? Ich glaube, dass die Bedeutung des Waldes unseren Politikern durchaus bewusst ist. Das Verständnis für die Nutzung, vor allem für die Verarbeitung des Holzes sowie auch für die Anwendung des erneuerbaren Rohstoffes, fehlt aber oft. Das zeigen auch die Entscheide und Meinungen im Zusammenhang mit dem Sägewerk in Domat/Ems. Seit etwas mehr als einem Jahr bist du nun auch Präsident des Bündner Waldwirtschaftsverbandes SELVA. Was sind dabei die grössten Herausforderungen, die anstehen? Die grösste Herausforderung ist ohne Zweifel die Verarbeitung unseres Rohstoffes im Kanton. Ein grosses Sägewerk im Kanton fehlt nach der Schliessung und dem Abbau des Sägewerks in Domat/Ems. Ohne Sägewerk ist auch die weitere Verarbeitung des Holzes sehr schwierig. Es ist bedauerlich, dass wir einerseits den grössten Teil des Holzes exportieren und andererseits ebenso viel Schnittware wieder importieren. Beim nationalen Waldwirtschaftsverband (Waldwirtschaft Schweiz WVS) bist

du Mitglied des Zentralvorstandes. Wie schwierig ist es dort, die Bündner Waldwirtschaft – als einer der wenigen «Bergler» – im Zentralvorstand zu vertreten? Als Neuling im Zentralvorstand des WVS wurde ich sehr gut aufgenommen. Sehr schnell habe ich gemerkt, dass mein Vorgänger im Zentralvorstand sehr gute Arbeit geleistet hat und dementsprechend geschätzt wurde. Dadurch konnte er auch verschiedene Anliegen der Bündner Waldwirtschaft deponieren. Diese Vorarbeiten kann ich jetzt nutzen und habe das Gefühl, dass unsere Anliegen im Zentralvorstand auf offene Ohren stossen. Du bist beruflich wie auch privat stark engagiert. Die Familie wird durch zwei Bayerische Gebirgsschweisshunde (BGS) komplettiert, mit denen du wohl auch sehr häufig im Wald unterwegs bist. Was ist dein schönstes Erlebnis im und um den Wald? Als Förster hat man natürlich das Privileg, die Hunde oft mitzunehmen. Meine beiden BGS-Hündinnen Chiva und Bruna sind praktisch immer dabei, sei es im Wald, im Büro oder im Auto. Als begeisterter Schweiss­ hundeführer hatte ich sehr viele schöne Erlebnisse und Erfolge bei den Nachsuchen. Die Zusammenarbeit zwischen Führer und Hund, das Lesen und Verstehen des Hundes – das ist immer wieder faszinierend. Zu den schönsten Erlebnissen im Wald zählt für mich aber doch die Wirkung der ausgeführten waldbaulichen Massnahmen im Wald zu sehen und weiter zu beobachten. Es kommt oft vor, dass ich in «meinem Wald» an irgendeinem Ort stehe und denke, da haben wir vor X Jahren einen Holzschlag durchgeführt und freue mich über das gelungene Resultat: eine schöne Ver-

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jüngung oder ein plenterartiges Waldbild. Für mich als Förster sind das grossartige Momente. Solche Erlebnisse habe ich immer öfter, das zeigt aber auch eindrücklich, dass ich älter werde. Besonders wenn ein Eingriff kritisiert und nicht verstanden wurde und das Resultat nach zehn oder zwanzig Jahren dem entspricht, was ich mir vorgestellt hatte, dann fühle ich eine tiefe Befriedigung.

Das sind dann die schönsten Erlebnisse, die ein Förster im Wald erfahren kann. Nina Gansner SELVA Bahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart info@selva-gr.ch

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Die Nebrodi-Tanne, ein Nadelbaum auf der Roten Liste

Valle Madonna degli Angeli (Bilder: Oskar Hugentobler)

Wenn Bäume einzeln nummeriert werden müssen, weil von der gleichen Art weltweit nur noch 29 grössere Exemplare existieren, muss man sich fragen, warum es zu dieser Situation gekommen ist und wieso doch noch eine Restpopulation überlebte. Die letzten natürlichen Vorkommen der Nebrodi-Tanne, auch Sizilien-Tanne genannt (Abies nebrodensis), finden sich in der Valle Madonna degli Angeli in den Madonie-Bergen im Norden von Sizilien. Das Verbreitungsareal ist lediglich etwa 1,5 km2 gross. Dabei handelt es sich nicht um einen geschlossenen Tannenwald, die Tannenrelikte finden sich vereinzelt in einem Gebüschwald in einer Höhenlage von 1400 – 1600 m ü. M. Das Areal ist umgeben von gegen 2000 m hohen Kalkgipfeln. Ursprünglich kam die Nebrodi-Tanne auch

in den etwas westlicher gelegenen Monti Nebrodi vor. Diese Standorte gaben der Tannenart ihren Namen. Die Ausbreitung konnte mit Funden von fossilem Holz bestätigt werden. Damit wurde auch festgestellt, dass Abies nebrodensis eine eigene Art und nicht eine Unterart von der bei uns heimischen Abies alba ist. Die Nebrodi-Tannen geniessen seit 2001 per Dekret der EU besonderen Schutz. Im 17. und im 18. Jahrhundert fanden Nebrodi-Tannen noch als Bauholz Verwendung. Abholzaktionen, starker Weidebetrieb, Waldbrände und in früheren Jahren eine hohe Wilddichte waren der Grund, dass sich das Verbreitungsareal dauernd verkleinerte. Nur noch im felsigen Tal Madonna degli Angeli überlebten einige wenige Exemplare dieser Tannenart, die für Sizilien Bündner Wald 3 /2014 47

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Bildlegenden von Seite 48 1 Männliche Blüten der Nebrodi-Tanne. 2 Zapfenstände und weibliche Blüten. Ophris tenthredinifera. 3

einzigartig ist. Die grösseren Tannen wurden nummeriert und einzeln eingezäunt. Eine Gefahr für die natürliche Verjüngung der seltenen Tannenart sind «Sammler». Weil das Gebiet mit seiner Pflanzenvielfalt eine touristische Attraktion ist, sind gezielte Massnahmen zum Schutze der Restpopulation der Nebrodi-Tannen unumgänglich. Die verschiedenen hier vorkommenden Insektenorchis und die zwischen den Steinblöcken wachsenden blauen und gelben Schwertlilien sind ebenfalls ein Anziehungspunkt für Touristen. Der regionale Forstdienst hat sich die Herausforderung der Wiederansiedlung der Nebrodi-Tanne zur Aufgabe gemacht. Vor einigen Jahrzehnten wurden Standorte der Nebrodi-Tanne mit Atlaszedern, Schwarzföhren und anderen Nadelgehölzen nach der Rodung von Steineichen (Quercus ilex) und Wildbirnen (Pyrus amygdaliformis) aufgeforstet. Nun ist vorgesehen, anstelle von diesen Pflanzungen Nebrodi-Tannen anzusiedeln. Ein Hauptproblem ist die nur beschränkt mögliche Zapfenernte. Die Samen der noch fruchtfähigen Bäume weisen eine mittlere Keimfähigkeit von lediglich etwa 15 % auf. Die Keimfähigkeit der Samen aller Bäume wird regelmässig untersucht. So produziert zum Beispiel die Tanne Nr. 22 sehr viele Zapfen, deren Samen aber nur zum kleinsten Teil keimfähig sind. Trotz dieser Schwierigkeit werden im Vivaio di Piano Noce bei Polizzi Generosa seit dreissig Jahren mit grossem Aufwand Jungpflanzen aufgezogen. Am Aufzuchtprogramm wir-

ken auch spanische Hochschulen und die Universität von Sofia mit. Für die Aufforstungen bestehen heutzutage keine Wildprobleme mehr. Der Jagdtrieb der Sizilianer führte in dieser Hinsicht zu günstigen Voraussetzungen für die Pflanzungen. Wichtig ist jedoch, dass die jungen Kulturen genügend beschattet und mit Wasser versorgt werden. Bei den Pflanzungen im Gelände werden deshalb Steine um die Jungpflanzen verlegt. So ist es möglich, das Austrocknen der Böden im Wurzelbereich der Kulturen zu verzögern. Die Saaten erfolgen jeweils im Frühjahr in ein sandiges, tonarmes Substrat. Das «Unkraut» wird nicht vollständig ausAbies nebrodensis Sämling im Forstgarten «Piano Noce», ca. 1000 m ü. M.

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gejätet, denn es verhindert das Austrocknen der Jungpflanzen. Im Alter von 5 – 6 Jahren werden die kultivierten Nebrodi-Tannen am endgültigen Standort im Gelände gepflanzt. Wie die vor 30 Jahren in der Nähe des Forstgartens ausgeführten Kulturen zeigen, sind die Bemühungen zur Erhaltung dieser vom Aussterben bedrohten Baumart erfolgversprechend. Ob die Umwandlung der ehemaligen Zedernpflanzung glückt, wird die Zukunft zeigen. Es ist zu hoffen, dass die Massnahmen der sizilianischen Forstbehörden von Erfolg gekrönt sind. Ich bin zuversichtlich, dass dies den engagierten Forstleuten gelingt.

Oskar Hugentobler Dipl. Forsting. ETH Dreissigjährige Pflanzung von Abies nebrodensis beim Forstgarten «Piano Noce», ca. 1000 m ü. M.

Tranter flurs, CH-7440 Andeer hugentobler_forsting.eth@ bluewin.ch

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Interview mit Roland Engesser «Waldschutz Schweiz schaut nicht nur ob’s brennt, sondern wo’s brennt», so Roland Engesser, Gruppenleiter und Phytopathologe an der WSL. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt er sich eingehend mit unseren Baumkrankheiten und ist nach wie vor fasziniert von diesem gigantischen Mikrokosmos. Die Arbeit geht dem «PflanzenDoktor» wahrscheinlich nie aus, weil immer wieder irgendwo irgendetwas Neues auftaucht.

WSL. Insofern hat «Waldschutz Schweiz» eine Vermittlerrolle inne. Wenn beispielsweise ein neuer, invasiver Organismus auftaucht, dann ist Forschung erst in zweiter Stufe wichtig. Wenn’s brennt, werden sämtliche Ressourcen für den Vollzug und die Umsetzung von vorhandenem Wissen benötigt. Und es muss schnell gehen. Ein gut funktionierendes Beobachtungsnetz über die gesamte Waldfläche ist deshalb enorm wichtig. Das Detektionssystem muss aber auch über den Waldrand hinaus reichen, ins «urbane Grün» hinein, denn nur so kann schnell und effizient reagiert werden.

«Bündner Wald»: Oft scheinen die WSL und ihre Forschungsarbeit für Forstpraktiker weit weg zu sein. Du bist seit Langem mitten drin und stehst in engem Kontakt mit der forstlichen «Aussenwelt» – wie schätzt du die Situation ein? Roland Engesser: Die WSL leistet ganz viel für die Forstpraxis – und wir bei Waldschutz Schweiz sind ein wichtiges Bindeglied ­zwischen Forstdienst, Förstern, Waldarbeitern und Forschung und bilden eine zentrale Anlaufstelle. Wir stellen verschiedene wissenschaftliche Dienst­leistungen zur Verfügung, informieren über die aktuelle Forstschutzsituation, liefern Beiträge zur Ausund Weiterbildung und fördern Kontakte zu spezialisierten Forschungseinheiten der

Kannst du unseren Leserinnen und Lesern kurz deinen Werdegang schildern? Wie hat es dich zum forstlichen Pflanzenschutz verschlagen? Ich bin von Haus aus Agronom und habe meine Dissertation auf Krankheits-Resistenz bei Bohnen abgeschlossen. Bereits während meiner Assistenzzeit habe ich Beratungen durchgeführt. Beratung an sich ist also mein Steckenpferd und ich bin hier bei «Waldschutz Schweiz» genau am richtigen Platz. Seit dem 1. April 1988 bin ich bei WSL, aber ich habe das nie als Aprilscherz betrach-

Eine pilzbefallene Föhrennadel kann ein richtiges

Ein Ausschnitt des Kunstwerkes Föhrennadel –

Kunstwerk darstellen.

Faszination pur. (Bild: Peter Reil / Mikro-Forum)

(Bild: Peter Reil / Mikro-Forum)

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tet! Mein Job ist und bleibt spannend, weil immer wieder irgendjemand irgendetwas Neues einschleppt. Pflanzenpathologe – oder anders gesagt «Pflanzendoktor» – zu sein, ist mein absoluter Traumberuf. Insekten kann jeder anschauen – die sind gross, farbig und schön. Krankheitserregende Pilze hingegen sind ganz anders – auf den ersten Blick sehen sie fad und unspektakulär aus. Unter dem Mikroskop eröffnet sich dem Betrachter dann aber ein unbekannter Mikrokosmos, das ist fantastisch! Genau das macht die Faszination der Pathologie aus: Der Entomologe sieht die Schönheit auf den ersten Blick, der Pathologe muss sie zuerst entdecken – das ist genial ! Und die Bilder, die man beim Blick durchs Mikroskop zu sehen bekommt, sind wie ein Kunstwerk, das dem Auge aufs Erste verborgen bleibt. Diese Faszination in Kombination mit viel Kontakt zu Leuten, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt, das ist extrem genial! Welche Arbeit steckt überhaupt hinter dem Begriff «Waldschutz Schweiz» und was sind eure grössten Herausfor­ derungen? Wir beschäftigen uns mit allem, was mit Baumschädlingen und -krankheiten zu tun hat, von Diagnostik über Beratung und Monitoring zu Umsetzung und Forschung. Kurz gesagt, wir betreiben ein ausgeklügeltes Überwachungs- und Warnsystem für einheimische und eingeschleppte Waldschutzorganismen. Das System von «Waldschutz Schweiz» (PBMD) ist absolut brillant: Eine so grosse Fläche wie die Schweiz wird in der Zentrale mit so wenig Personen überwacht und bewirtschaftet. Hinzu kommt aber, dass jeder draussen im Wald Teil dieses Netzwerkes ist und seine Beobachtungen meldet. Zudem

machen wir flächendeckende Forstschutzumfragen über den Forstdienst und haben jeweils einen Rücklauf von 99 Prozent. Als Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung und als moralische Pflicht für eine derart tolle Win-win-Situation muss unsererseits eine zeitgerechte Rückmeldung an den Forstdienst gewährleistet sein. Probleme, die uns interessieren, treten oft schon im Grünbereich und in der Landwirtschaftszone in Erscheinung, bevor sie auch im Wald auftauchen. Deshalb ist die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen forstlichem, landwirtschaftlichem und urbanem Pflanzenschutzdienst von grösster Bedeutung. Neue Probleme müssen gemeinsam an der Wurzel angepackt werden – und die Wurzeln sind bei Quarantäne-Organismen und neu eingeschleppten Krankheiten oft auch im öffentlichen und privaten Grün ausserhalb des Waldes zu finden. Es macht keinen Sinn zu warten, dass neue Krankheiten über die Gärten auch in den Wald gelangen. Neue Baumkrankheiten müssen zwingend schon in den Gärten abgefangen werden können. Das ist eine unserer grössten Herausforderungen, die wir momentan in minimalem Umfang über unseren eigentlichen Auftrag hinaus bewältigen, ohne zusätzliche Ressourcen. Dank deiner Arbeit stehst du häufig in direktem Kontakt mit dem Forstdienst und den Revierförstern. Was für ­­Qua­litäten attestierst du unseren ForstFachleuten draussen zu? Wir erheben zusammen mit den kantonalen Forstdiensten relevante Waldschutzdaten, beraten und informieren Förster und Waldbesitzer sowie die Öffentlichkeit. Diese beidseitig nützliche Zusammenarbeit mit der Forstpraxis ist die beste Win-win-

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Roland Engesser ist Praktiker durch und durch – das sieht man in seinem Büro sofort. (Bild: Beat Forster / WSL)

Situation, die ich aus meinem Arbeitsumfeld kenne. Mit vielen Augen vor Ort dank Forstwarten und Förstern bekommen wir hervorragende Informationen und können z. B. aktuelle Karten zur Verbreitung von wichtigen Schadorganismen in der Schweiz erstellen. Wie gesagt bin ich Agronom und kann auch immer wieder von den Förstern draussen lernen und profitieren. Förster sind sehr gut ausgebildete Fachleute. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen. Diese konstruktive Zusammenarbeit schätze ich sehr. Wir Waldschutz-Experten bearbeiten ein breites Themenspektrum und können zusätzliches Detailwissen aber auch direkt bei Spezialisten an der WSL oder andernorts abholen – das sind wichtige Interaktionen, die zu diesem guten System gehören!

Schön bei der Arbeit mit Förstern ist, dass diese eine Langzeitsichtweise haben – sie geben sich dementsprechend auch die Zeit, eine neue Situation zu analysieren und zu bewerten. Dieses Bewusstsein, dass wir uns beim Wald in einem langfristigen System bewegen, ist von grosser Bedeutung. Gibt es auch «Schweizer Spezialitäten», die sich positiv auf deine Arbeit aus­ wirken? Ja, ganz klar: Die Schweiz betreibt vielerorts einen hervorragenden Waldbau. Weil wir keine Plantagenwirtschaft mit grossflächigen, gleichaltrigen Monokulturen betreiben, wie es andere Länder tun, haben wir vergleichsweise auch mit relativ wenigen, flächig grassierenden Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen. Wenn wir in der Bündner Wald 4 /2014 53

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Schweiz auch grossflächig Monokulturen bewirtschaften würden wie im Ausland, teil­ weise sogar mit ungeeigneten Baumarten, dann hätten wir ganz andere Forstschutz­ probleme. Guter, naturnaher Waldbau hilft eindeutig Schäden zu reduzieren. Eure Beratungstätigkeit bei einem Forstschutzproblem beinhaltet nicht nur die Diagnose allein, sondern ebenso Empfehlungen über das weitere Vorgehen sowie einen Ausblick auf die zu erwartende weitere Entwicklung. Wie werden eure Empfehlungen akzeptiert und umgesetzt? Wie wichtig ist dabei die Kommunikation an sich? Ein gewisses Mass an Schädlingen ist ab­ solut natürlich, und manchmal muss auch mit einem gewissen Ausfall gerechnet wer­ den. Meistens verfügt man über geeignete Steuerungsmassnahmen, die unter Einbe­ zug der örtlichen Faktoren und Eigenheiten auch genutzt werden sollen. Es muss und kann nicht alles bekämpft werden, aber nur zuschauen hilft auch nicht – dort, wo man kann, soll man steuern und das Ganze erträglicher machen. Gifteinsatz wird aber kaum gefordert und das Verständnis für Managementmethoden ohne Giftmittelein­ satz ist in der Schweiz sehr hoch. Information und Kommunikation sind sehr wichtig. Wenn neue Probleme und Or­ ganismen auftauchen, wie z. B. ­Eschenwelke und Laubholzbockkäfer, müssen zuerst Informationen darüber gesammelt werden. Je nachdem müssen beispielsweise neue Wirt-Parasit-Beziehungen entdeckt und be­ urteilt werden, bevor aktiv informiert wer­ den kann – zuerst die Forstdienste, dann aber ganz klar auch die Bevölkerung über die Medien. Dabei muss unbedingt sach­ lich kommuniziert werden. Effekthascherei nützt nichts, man muss auf dem Boden der

Realität bleiben. Dazu ist unser Beobach­ tungs- und Meldedienst prädestiniert: Zu­ erst wird beobachtet und analysiert, und erst dann wird aufgrund von Realitäten dis­ kutiert und entschieden. Wenn’s um Abklärungen zum Gesundheitszustand von Bäumen und somit vom Wald geht, steht ihr an vorderster Front. Werdet ihr manchmal konfrontiert mit (vergleichenden) Äusserungen zur Waldsterbedebatte während den Achtzigerjahren? Die berühmte Waldsterbedebatte – das war nie unsere Geschäft. Wir haben uns immer mit Realitäten beschäftigt, nicht mit Theo­ rien. Als Pathologen und Entomologen blieb die Diskussion auch diesbezüglich auf Fach- und Sachebene, ohne ideologische Färbung. Ab und zu kommen auch Fragen in Richtung Waldsterben auf, wenn z. B. Probleme mit Eschen, Erlen oder Ulmen auf­ tauchen – das ist aber wirklich selten, wir werden sehr wenig mit diesen Gedanken konfrontiert. Die Anliegen und Probleme sind auch in deinem Fachgebiet ständigen Veränderungen unterworfen. Wie stehts dabei um den Begriff Klimawandel? Auch betreffend Klimawandel bewegen wir uns auf Faktenebene. Auf den (mess­ baren) Temperaturanstieg wird der Wald reagieren, und zwar mit vermehrtem Stress! Stress allein bringt keinen Baum um, aber Krankheitserreger und Schädlinge können genau in Zusammenhang mit Stress Toten­ gräber sein. Es kann beispielsweise zu einem Befall in einem unerwarteten und schwer abschätzbaren Ausmass kommen, weil dieselbe Situation im momentanen System ab­ gefedert ist. Das jetzige Gleichgewicht kann gefährdet werden, oder aber auch das Um­

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gekehrte ist möglich: Gewisse Krankheitserreger könnten ihrerseits Probleme bekommen. Diesbezüglich besteht nach wie vor eine grosse Unsicherheit, die Auswirkungen sind enorm schwierig abzuschätzen. Fachkompetenz und damit die Einbindung von ausgewiesenen Fachleuten sind insbesondere auch im Umgang und der Beurteilung von Pflanzen- und Waldschutzproblemen äusserst wichtig. Wie hat sich die Bildungslandschaft der Schweiz diesbezüglich verändert? Rückblickend auf meine 25 Dienstjahre bei der WSL ist besonders die Informationsbeschaffung einfacher und besser geworden. Einige Bedenken habe ich bezüglich der Verfügbarkeit von Personen in Bindegliedfunktion zwischen Praxis und Forschung, so wie wir bei «Waldschutz Schweiz» arbeiten. Ich wünschte mir, dass die Ausbildung in klassischer Entomologie und Pathologie an

allen Schweizer Hochschulen stärker gefördert und in der Lehre entsprechend verankert würde. Und noch eine abschliessende, kurze Frage: Hast du als Pflanzen- oder Phytopathologe eine Lieblingskrankheit? Meine Lieblingskrankheit? Mmh . . . Krankheiten, die man gut im Griff hat, denn heute muss alles schnell gehen. Dort kann ich umgehend eine kompetente Diagnose stellen, und das ohne grösseren Arbeitsaufwand. Dank dieser langjährigen Erfahrung kann ich doch effizienter arbeiten als früher.

Nina Gansner SELVA Bahnhofplatz 1, CH-7302 Landquart info@selva-gr.ch

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10. Jahresversammlung von Graubünden Wald in Donat Untertitel Grundschrift

Der neue Vorstand von Graubünden Wald (v. l. n. r.): Stefan Becker (Vizepräsident), Cristina Fisler, Mario Riatsch (Präsident), Arno Kirchen, Gisep Rainolter, Orlando Lerch und Josias Gasser (Bild: GR Wald)

Am Freitag, den 23. Mai, führte der Verein Graubünden Wald seine Jahresversammlung in Donat durch. Das wichtigste Traktandum waren die Ersatzwahlen für den scheidenden Präsidenten Beat Philipp und die zurücktretenden Vorstandsmitglieder Mirko Beti und Renaldo Lutz. Als neuer Präsident wurde einstimmig und mit grossem Applaus der Förster Mario Riatsch aus Sent gewählt. Ebenfalls mit grossem Applaus erfolgte die Wahl der Forstingenieurin Cristina Fisler und des Forstunternehmers Orlando Lerch als neue Vorstandsmitglieder. Erstmals in der jungen Geschichte des Vereins stellte sich somit ein junger Forstwart für eine Aufgabe im Vereinsvorstand und ein Revierförster für das Präsidium zur Verfügung. Der alte und der neue Präsident von Graubünden Wald: Beat Philipp und Mario Riatsch (Bild: Heidi Wyss)

Im Anschluss an die Versammlung konnten die rund 60 Teilnehmer bei einem Apéro den nagelneuen Forstwerkhof der Forstwerkgruppe Zillis-Schamserberg besichtigen. Nach dem Apéro und dem Mittagessen wurde jenen Versammlungsteilnehmern, die noch Zeit und Lust hatten, ein reichhaltiges Rahmenprogramm geboten. Angefangen mit dem Besuch des Museums und der Kirche Zillis mit der weltberühmten Kirchendecke, über die Führung durch die Staumauer Valle di Lei mit anschliessendem Nachtessen und Übernachtung in der Baita del Capriolo bis zur Wanderung auf der Route der «alten Averserstrasse» mit Sägereibesichtigung und abschliessendem Brunch in Innerferrera am Samstag. Den Revierförstern Jakob Mani, Albert Signer, Christian Marugg, Walter Calonder und Thomas Voneschen gelang es mit dem vielfältigen und tipptopp organisierten Programm den rund 30 Teilnehmenden, welche davon Gebrauch machten, zwei unvergessliche Tage zu bescheren. Ihr Engagement und die gute Vorarbeit der Mitarbeitenden des Amtes für Wald und Naturgefahren in Tiefencastel wurden denn auch bestens verdankt. Die Redaktion Bündner Wald 4 /2014 57

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1. Liechtensteiner-Bündner Holzhauereimeisterschaften Am Samstag, den 31. Mai 2014, wurden die Bündner Holzhauereimeisterschaften zum ersten Mal zusammen mit unseren Kollegen aus dem Liechtenstein durchgeführt. Nachdem der Verein Graubünden Wald keinen Austragungsort in Graubünden finden konnte, wurde anlässlich des Köhlerfestes in Schaan die Meisterschaft gemeinsam durchgeführt. Das Datum vom Samstag nach Auffahrt war nicht sehr günstig. Etliche langjährige Wettkämpfer aus dem Kanton Graubünden entschuldigten sich, weil sie an diesem Wochenende abwesend waren. Total konnten 22 aktive Bündner, 15 Bündner Lehrlinge, Auszug der Rangliste vom Holzhauereiwettkampf 2014 Jugendklasse U24 – Wertung GR 1. Rang

Netzer Enrico

1433 Punkte

2. Rang

Hirschi Luca

1238 Punkte

3. Rang

Karrer Claudio

1211 Punkte

Aktive Wettkämpfer – Wertung GR 1. Rang

Illien Armo

1437 Punkte

2. Rang

Lerch Marcel

1421 Punkte

3. Rang

Lerch Orlando

1402 Punkte

Gruppenwettkampf – Wertung FL /GR gesamt 1. Rang

Illien Arno

Faust Heinrich

Prinoth Ralf

2. Rang

Gantenbein Marc

Neukomm Urs

Eggenberger Martin

3. Rang

Cavigelli Luca

Scheibler Fabian

Lerch Marcel

4141 Punkte

4024 Punkte

3575 Punkte

Die detaillierten Ranglisten finden Sie unter: www.graubuendenwald.ch/Portals/graubuendenwald/ docs/publicunlisted/2014/Rangliste_HOWEKA_2014.pdf

15 aktive Liechtensteiner, 10 Liechtensteiner Lehrlinge und 16 Gäste am Start begrüsst werden. Mit diesem Startfeld von 78 Wettkämpfern gelang es dem OK, die Meisterschaft an einem Tag durchzuführen. Auch das Aufbieten der Schiedsrichter gestaltete sich in diesem Jahr sehr schwierig. Aus diesem Grund wurden erfahrene Wettkämpfer als Schiedsrichter und Helfer eingesetzt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für euren Einsatz! Die Wettkampfdisziplinen lauteten: Kettenwechsel, Kombischnitt, Präzisionsschnitt, Fällen und Asten. Bei schönstem Wetter und einer super Festwirtschaft konnte dieser Anlass am Waldrand von Schaan durchgeführt werden. Für die Rangierung starteten die Wettkämpfer von Liechtenstein und Graubünden jeweils in der gleichen Kategorie. Zudem hat sich das OK entschieden, dass die Wettkämpfer, welche in den letzten Jahren an den Schweizer Meisterschaften gestartet sind, sich in der Kategorie Gäste messen können. Ich möchte es nicht unterlassen, dem OKPräsidenten Michael Beck aus Planken FL und seinen OK-Mitgliedern herzlich zu danken. Wir Bündner sind gefordert, dass wir in zwei Jahren dann Gegenrecht halten können und unsere ­ Liechtensteiner Kollegen nach Graubünden, an die hoffentlich 2. Liechtensteiner-Bündner Holzhau­ ereimeis­terschaften einladen können.

Weltmeisterschaften in Brienz vom 11. bis 14. September 2014 Für die Weltmeisterschaft in Brienz haben sich leider keine Bündner ins A-Team qualifizieren können. Nach vier hart umkämpften Selektionen platzierten sich Orlando Lerch als Fünfter und Arno Illien als Siebter. Orlando Lerch kann somit mit der B-Mann-

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Bildlegenden von Seite 59 bis 60 1 Siegerpodest FL/GR der Aktiven: 1. Heinrich Faust, Forstbetrieb Cazis; 2. Kenneth Danuser, Forstbetrieb Cazis; 3. Neukom Urs, Forstbetrieb Schaan 2 Siegerpodest FL/GR der Lehrlinge: 1. Enrico Netzer, Forstbetrieb Cazis; 2. Luca Hirschi, Forstbetrieb Maladers; 3. Claudio Karrer, Forstbetrieb Cazis 3 Gruppensieger Forst- und Werkbetrieb Cazis: Arno Illien, Faust Heinrich, Prinoth Ralf 4 Bündner Meister: Arno Illien, Cazis (zum fünften Mal in Folge); Liechtensteinischer Staatsmeister: Sigmund Gstöhl 5 Orlando Lerch beim Kettenwechsel

schaft an der WM starten. Eine starke Qualifikation hatte auch der neue Junior Enrico Netzer gezeigt. Leider ist es nicht ganz aufgegangen und er klassierte sich knapp als Dritter in der Kategorie U24. Enrico Netzer gehört neu der Nationalmannschaft an. Wenn er weiterhin dranbleibt, wird er sicher in zwei Jahren grosse Chancen haben, die Schweiz an der nächsten WM ( 2016 ) zu vertreten. Anlässlich der WM in Brienz darf er den Medien und eventuell dem Bundesrat die Disziplinen vorstellen. Auch Arno Illien wird als «Betreuer» für unsere Natio-

(Bilder von Michael Beck)

nalmannschaft an der WM tätig sein. Somit dürfen unsere drei Bündner Nationalmannschaftsvertreter die WM live miterleben. Ich wünsche ihnen viel Spass!

Lerch Marcel Förster Domat/Ems und OK-Mitglied HWK Schaan marcel.lerch@domat-ems.ch

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Lehrabschlussfeier der Bündner und Liechtensteiner Forstwarte in Chur Untertitel Grundschrift

Die muntere Schar der frischgebackenen Bündner Forstwarte mit den Prüfungsverantwortlichen und dem Präsidenten des Vereins Graubünden Wald. (Bild: Gion Willi)

Mitte Juni traten 37 angehende Forstwarte aus dem Kanton Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein den letzten Teil ihrer Lehrabschlussprüfung in Maienfeld an. Die Prüfungen wurden vom Amt für Wald und Naturgefahren organisiert. Die traditionelle Lehrabschlussfeier, welche vom Bündner Forstverein Graubünden Wald organisiert wurde, fand am 27. Juni in Chur statt. Am 27. Juni trafen sich im Restaurant B 12 die frischgebackenen Forstwarte, ihre Angehörigen, Berufsbildner, Experten und Gäste, alles in allem rund 180 Personen, um den erfolgreichen Lehrabschluss zu feiern. Der Festredner und Kantonsförster Reto Hefti gratulierte den 35 erfolgreichen Absolventen zu ihren Leistungen und hob in seiner Ansprache die Wichtigkeit und die Vorzüge des Forstwartberufes hervor. Die feierliche Übergabe der eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse mit der Prämierung der drei besten Lehrabschlüsse wurde von Beat

Phillip AWN angeleitet, wobei er tatkräftig von Herrn Hefti Reto, AWN, Herrn Peng Reto, Berufsschule Chur, sowie Herrn Schindler Ruedi, Amt für Berufsbildung, unterstützt wurde. Wie jedes Jahr durfte der beste Absolvent als Lohn für seine grossartige Leistung die begehrte goldene Axt entgegennehmen. Felix Voneschen konnte diese begehrte Trophäe dem Tschliner Bastian Janett, welcher seine Lehre in der Cumün da Sent absolvierte, für seinen Abschluss mit der Bestnote 5,5 überreichen. Ebenfalls mit der Note 5,5 abgeschlossen haben Bastian Engels aus dem Forstrevier Sils/Silvaplana sowie Leander Gasser aus dem Forstamt Trin, beide ohne Allgemeinbildung. Für die zweit- und drittbesten Noten gab es ebenfalls ein kleines Präsent. Diese Ehre wurde im zweiten Rang mit Note 5,3 Flurin Buchli, Revierforstamt Andeer, Enrico Netzer, Forst- und Werk­ betrieb Cazis, Jachen Armon Pitsch, Revier Bündner Wald 4 /2014 61

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Bastian Janett mit der goldenen Axt für das beste Prüfungsresultat seines Jahrgangs. (Bild: Gion Willi)

forestal da Val Müstair, David Solèr, Gemeindebetriebe Bonaduz/Rhäzüns sowie im dritten Rang mit Note 5,2 Basil Sieber, Forstbetrieb Pontresina Samedan zuteil. Folgende Kandidaten erbrachten mit der Note 5,1 ebenfalls hervorragende Leistungen: Hauenstein Patrick, Oberheinzenberg; Lütscher Lukas, Davos; Oberhofer Florian, Triesenberg; Rhomberg Stefan, EschenNendeln; Schorta Adrian, La Punt.

Insgesamt haben die Prüfung mit Erfolg absolviert (in alphabetischer Reihenfolge): Berniga Marcello, Bregaglia; Bischoff Ramon, Suhr-Buchs-Aarau; Brosi Linard, Schamserberg; Buchli Flurin, Andeer; Bundi Clau Martin, Trun; Caplazi Riccardo, Forstunternehmung Florinett; Darms Nicolas, Haldenstein; Engels Bastian, Sils/ Silvaplana; Flepp Fabian, Rueun; Frick Luca, Balzers; Gasser Leander, Trin; Hauenstein Patrick, Oberheinzenberg; Hirschi Luca, Ausser-Schanfigg; Hobi Res, Davos; Janett Bastian, Cumün da Sent; Jenny Dario, Davos; Kuenz Louis, Falknis; Lampert Lucas, Gamprin; Lütscher Lukas, Davos; Manetsch Riccardo, Medel (Lucmagn); Müller Ralph, Bonaduz / Rhäzüns; Netzer Enrico, Cazis; Ober­­hofer Florian, Triesenberg; Pitsch Jachen Armon, Müstair; Plouda Sandro, Scuol; Rhomberg Stefan, Eschen-Nendeln; Schlegel Andrina, S-chanf; Schorta Adrian, La Punt; Sieber Basil, Pontresina / Samedan; Solèr David, Bonaduz/Rhäzüns; Theus Mike, Felsberg; Thoma Christof, Stadt Chur; Wolf Kevin, Savien-Tenna; Wolfinger Michael, Schaan; Zinsli Colin, Igis.

Dominic Schilling Amt für Wald und Naturgefahren Loestrasse 14, 7000 Chur dominic.schilling@awn.gr.ch

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Vorschau «Bündner Wald» Oktober 2014 Geologie in Graubünden Geologie ist nur trockene Materie. Es lebt nicht und ist schon gar nicht etwa spannend. Wirklich? Weit gefehlt ! Denn wer hat sich wirklich schon ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie lange und in welchem Mass die Geologie beispielsweise den Bündner Wald beeinflusst? Oder wissen wir denn wirklich, worauf wir uns bewegen, was in diesem Untergrund alles zu finden ist und was damit oder daraus gemacht werden kann? Der Bündner Wald geht in der nächsten Ausgabe gewissermassen auf Entdeckungsreise. Auf einer Etappe führt uns die Reise zurück in eine vergangene Zeit, die niemand von uns erlebt hat und teils auch ganz tief in unsere Heimat hinein.

Vorschau auf die nächste Nummer: Dezember 2014: Wald und Klima Redaktion: Sandro Krättli

Redaktion: Jörg Clavadetscher

Sie finden Ihren «Bündner Wald» vom Fe­bruar 2012 nicht mehr? Kein Problem. Wir helfen Ihnen unter: www.buendnerwald.ch.

Herausgegeben von Graubünden Wald, Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden und der SELVA. Verleger: Südostschweiz Verlegerin: © Somedia (Südostschweiz Presse und Print Presse AG, Südostschweiz und Print AG), Print, CH-7007 CH-7007 Chur Sekretariat: SELVA, Chur Sekretariat: SELVA, Urs Rutishauser, Christophe­BTrüb, ahnhof­Bahnhofplatz platz 1, CH-7302 1, CH-7302 Landquart, Landquart, Telefon + 41 Telefon (0) 81 + 41 300 (0)22 8144, 300buendnerwald  22 44, buendnerwald  Redaktoren: Jörg Redaktoren: Jörg Clava­detscher, Clava­ @  selva-gr.ch @  selva-gr.ch Revier detscher, forestal Revierdaforestal Val Müstair, da ValCH-7535 Müstair, CH-7535 Valchava,Valchava, Telefon + 41 Telefon (0) 81 + 41 858(0)588121, 858 forestal-muestair  58 21, forestal-muestair  Sandro Krättli, @ bluewin.ch. @ bluewin.ch. 81 300+ 41 24 11, (0) 81 sandro.kraettli  300 24 11, @ sandro.kraettli  wn.gr.ch. SandroGR, AWN Krättli, Sagastägstrasse AWN GR, Sagastägstrasse 96, CH-7220 Schiers, 96, CH-7220 TelefonSchiers, + 41 (0)Telefon  awn.gr.ch. Die @ aRedaktion Die Redaktion behält sich vor,behält Beiträge sichinvor, nicht Beiträge verlangter in nicht Formverlangter ohne Rückfrage Form ohne zu ändern. Rückfrage Herstellung: zu ändernSomedia Druckvorstufe Production, (Satz,Postfach Lithos, Belich508, CH-7007 (0) 81 255 Print, 51 11,Antonin Fax + 41 (0) 81Druck: Südostschweiz 255 51 05. Erscheint sechsmal tung) : Südostschweiz Kasernenstrasse 1, Presse Chur, und Print Telefon AG, + 41 Südostschweiz Friberg Presse und jährlich. Print AG, Süd­ostschweiz Auflage: 1700 Exemplare Print, Postfach Inserate: Somedia 508, Kasernenstrasse Promotion, 1, CH-7007 Neudorfstrasse Chur, Telefon 17, CH-7430 + 41 (0)Thusis, 81 255Telefon 51 11,+ 41 Fax (0) + 4181(0)650 81 00 70, (0)Erscheint 81 650 00 74, thusis@somedia.ch bonnementspreise: CHF 255 + 41 Fax 52 89. sechsmal jährlich. Auflage ­A1700 Exemplare Inserate: Südostschweiz 60.– (inkl. MwSt. Publicitas für Mitglieder AG, Neudorfstrasse Verein 17, CH-7430 Thusis, Graubünden Wald) Telefon Abonnemente/Adressänderungen: + 41 (0) 81 650 00 70, Fax + 41 Aboservice, (0) 81 650Postfach 00 74, thusis@so-publicitas.ch 508, Kasernenstrasse 1,­ACH-7007 bonnementspreise: Chur, CHF 60.– Telefon + 41 (für(0) Mitglieder 81 255 54 Verein 54, abo  Graubünden Wald) www.buendnerwald.ch Abonnemente/Adressänderungen: Südostschweiz Presse und Print AG, @ somedia.ch, 50 50,nicht mit der Ansicht Postfach Für Inseratetexte 508, Aboübernimmt und Zustellservice, die Redaktion Kasernenstrasse keine Verantwortung, 1, CH-7007auch Chur, muss Telefon die Meinung + 41 (0) 81 der255 Beiträge www.buendnerwald.ch der Redaktoren übereinstimmen. Autoren, die zu obenstehenden Themen publizieren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Für Vorschläge Inseratetexte der Redaktion übernimmt einzureichen. die Redaktion keine Verantwortung, auch muss die Meinung der Beiträge nicht mit der Ansicht der Redaktoren übereinstimmen. Autoren, die zu obenstehenden Themen publizieren möchten, sind herzlich eingeladen, ihre Vorschläge der Redaktion einzureichen.

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